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nr. 11 | 2015

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassen채rztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Neue Lust auf Landarzt

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November 2015 | 18. Jahrgang


Inhalt seite

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rubrik/Thema

heft 11 | 2015

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

Vom Stadtarzt zum Landarzt: Dr. Matthias Fischer übernahm die traditionsreiche Landarztpraxis in Hattstedt im Kreis Nordfriesland

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Der neue Doktor im Dorf: Dr. Nick Merkel kehrte gemeinsam mit seiner Frau Katharina Krieger dem Krankenhaus den Rücken

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„Hausarzt – ja unbedingt!“: Statement von Dr. Nicholas Kamerichs aus Lütjenburg

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„Am liebsten auf dem Land“: Medizinstudentin Anna Rahel Reimer über ihre Zukunftspläne

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Nachrichten Kompakt Gesundheitspolitik

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„Einfach Arzt sein“: Holger Helbing, Allgemeinmediziner aus Kirchbarkau, berichtet aus der Erstaufnahmeeinrichtung der Flüchtlinge in Rendsburg

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Praxisinformation: Medizinische Behandlung von Flüchtlingen

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Kommentar: Chancen

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Portalpraxen: KVSH warnt vor einseitiger Belastung der Niedergelassenen

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3. Gesundheitstag des Lübecker Ärztenetzes: „Gesundheit, Sport und Bewegung“

Eine Praxis auf dem Land zu übernehmen und sich dort niederzulassen, ist für viele Ärzte eine Option. Insbesondere junge Existenzgründer lassen sich wieder häufiger in ländlichen Regionen nieder, wie eine aktuelle Studie der apoBank und des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigt. Die Arbeit als Landarzt ist bei Ärzten also durchaus angesagt, wenn die Rahmenbedingungen vor Ort gut sind. Die Gründe für dieses veränderte Niederlassungsverhalten sind vielfältig. Das Nordlicht stellt einige davon vor.

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Praxis & KV 22

Arztsuche im Internet kommt an

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Werden Sie „Forschungspraxis“

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Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen

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Neues aus KBV und KVen

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Ausführung und Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen

Die Menschen im Land 27

Serie: Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

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Welt Diabetes Tag in Schleswig

Nach Schleswig-Holstein kommen immer mehr Flüchtlinge. Einigen von ihnen muss medizinisch geholfen werden. Das kann in der Erstaufnahmeeinrichtung geschehen, aber auch in der Arztpraxis. Für Ärzte und Praxisteams ist es wichtig zu wissen, wer für die medizinische Versorgung der Flüchtlinge zuständig ist. Wir haben die wichtigsten Informationen zu diesem Thema in einer Praxisinformation zusammengestellt.

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Service 30

Sicher durch den Verordnungsdschungel: Verfügbarkeit von Impfstoffen

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Sie fragen – wir antworten

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Seminare

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Termine

Jedes Jahr am 14. November wird mit dem Welt Diabetes Tag auf die weltweit steigende Verbreitung des Diabetes mellitus aufmerksam gemacht. Die zentrale Veranstaltung für Schleswig-Holstein findet in diesem Jahr unter dem Motto „ Gesunde Ernährung – Gesundes Leben“ in Schleswig statt. Dr. Carsten Petersen, der seit zwanzig Jahren in Schleswig niedergelassen ist, ist einer der Organisatoren der Veranstaltung.

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht nr. 11 | 2015 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, die Zukunft der ärztlichen Versorgung auf dem Land bleibt eines der Dauerthemen, das uns noch lange beschäftigen wird. Und doch gibt es Zeichen der Hoffnung. In unseren Kontakten mit dem Nachwuchs erleben wir wieder mehr Aufgeschlossenheit gegenüber der ärztlichen Tätigkeit außerhalb der großen Metropolen; auch beobachten wir mehr Nachfragen von Ärzten zu den Perspektiven im ländlichen Raum. Dies ist noch keine Trendwende und schon gar keine neue Massenbewegung. Aber es gibt offenbar mittlerweile so etwas wie eine Bodenbildung. Das Interesse rutscht nicht weiter ab. Jüngere Mediziner schließen die Option Landarzt nicht mehr grundsätzlich aus und hören zu, wenn es um die ärztliche Tätigkeit im ländlichen Raum geht. Wir stellen in diesem Heft Ärzte vor, die den Schritt aufs Land gewagt haben – und ihn nicht bereuen. Wir werden weiter die attraktiven Seiten der Tätigkeit und die vielfältigen Möglichkeiten betonen – von der Anstellung bis zur eigenen Praxis – die sich heute auch an ländlichen Standorten bieten. Denn es geht um mehr als um die Versorgung ganzer Landstriche. Es geht auch um Nachfolgeperspektiven für unsere älteren Kollegen. Sie wollen nicht einfach die Praxistür abschließen, wenn sie in den Ruhestand gehen. Sie möchten gern das, was sie über Jahrzehnte aufgebaut haben, der nächsten Ärztegeneration zur Fortführung anvertrauen. Auch deshalb bleibt das Thema für uns wichtig. Ebenfalls eine lange Zeit fordern wird uns die ärztliche Versorgung der Flüchtlinge. Stellvertretend für die vielen niedergelassenen Ärzte, die sich in diesem Bereich derzeit engagieren, lassen wir einen Kollegen zu Wort kommen, der im Rahmen der von der KVSH koordinierten hausärztlichen Sprechstunden in der Erstaufnahmeeinrichtung in Rensburg tätig ist. Die Versorgung in der Erstaufnahmeeinrichtung ist nur ein Aspekt. Sind die Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt, werden sie in den Praxen versorgt. Deshalb haben wir in der Mitte des Heftes übersichtlich und zum Heraustrennen alle Regelungen zusammengefasst, die bei der Behandlung von Asylbewerbern zu beachten sind. Schauen Sie bitte regelmäßig auf unsere Internetseiten, auf denen wir die Informationen zur Flüchtlingsversorgung ständig aktualisieren. Schon für 2016 hat die Landesregierung eine wesentliche Neuerung angekündigt: Dann werden Asylbewerber eine Gesundheitskarte erhalten. Der eingeschränkte Versorgungsumfang ändert sich nicht. Die Abrechnung wird aber künftig bürokratie- und papierärmer sein. Das ist eine gute Nachricht für die Praxen.

Ihre

Dr. Monika Schliffke

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Titelthema N iederlassung auf dem L and

Lust auf Landarzt Eine Praxis auf dem Land zu übernehmen und sich dort niederzulassen, ist für viele Ärzte eine Option. Insbesondere junge Existenzgründer lassen sich wieder häufiger in ländlichen Regionen nieder, wie eine aktuelle Studie der apoBank und des Zentralinstitutsfür die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigt. Die Arbeit als Landarzt ist bei Ärzten also durchaus angesagt, wenn die Rahmenbedingungen vor Ort gut sind. Die Gründe für dieses veränderte Niederlassungsverhalten sind vielfältig. Eine Niederlassung in eigener Praxis auf dem Land stellt für viele Ärzte eine sehr gute Möglichkeit dar, sich zu verwirklichen, im attraktiven Rahmen Geld zu verdienen und für sich und ihre Familie eine selbstständige, unabhängige und gesicherte Existenz aufzubauen. Ärztliche Existenzgründer können und wollen sich in ländlichen Regionen ein Arbeitsumfeld schaffen, das ihren individuellen Vorstellungen und ihrer Persönlichkeit entspricht. Sie verbinden dort einen abwechslungsreichen Beruf mit einem funktionierenden Familienleben.

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Titelthema

Vom Stadtarzt zum Landarzt Vor zwei Jahren übernahm Dr. Matthias Fischer die traditionsreiche Landarztpraxis in Hattstedt im Kreis Nordfriesland. Der Allgemeinmediziner war vorher sieben Jahre lang in einer Berufsausübungsgemeinschaft in Lübeck St. Jürgen niedergelassen. Die Entscheidung, die Stadt zu verlassen und lieber in einer ländlichen Region zu arbeiten, war gut überlegt und brachte dem 52-Jährigen mehr Arbeits- und Lebensqualität.

Ärzten, die sich beruflich und räumlich verändern möchten, stehen viele Möglichkeiten offen. Auch Dr. Matthias Fischer hatte die freie Auswahl, als er sich 2013 entschloss, außerhalb Lübecks ein neues berufliches Umfeld zu suchen. Ärzte werden überall händeringend gesucht und so bekam der überzeugte Allgemeinmediziner auch sofort Angebote. Er hätte als Oberarzt am Krankenhaus, an einer Universitätsambulanz oder als angestellter Arzt in einem Medizinischen Versorgungszentrum anfangen können. „Das hätte aber neue Abhängigkeiten und ein hohes Maß an fremdbestimmter Arbeit bedeutet. Ich wollte lieber mein eigener Herr sein“, berichtet Fischer. Ihn reizte deshalb die Herausforderung, eine Landarztpraxis zu übernehmen. „Vielleicht auch deshalb, weil viele dieses Modell schon lange für tot erklärt haben. Meine zusätzlichen Schwerpunkte Geriatrie und Palliativmedizin passten außerdem gut ins Anforderungsprofil“, erläutert er seine Motive. Fischer entschied sich deshalb, eine alteingesessene Landarztpraxis im nordfriesischen Hattstedt zu übernehmen. 11 | 2015

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Die kleine Gemeinde mit 2.500 Einwohnern liegt direkt auf der Schleswigschen Geest in der Nähe von Husum und der Nordsee. Fischer fand das entsprechende Angebot in der Praxisbörse der KVSH und nahm sofort Kontakt zum damaligen Praxisinhaber Dr. Christoph Höcke auf, der die bereits in den zwanziger Jahren gegründete traditionsreiche Landarztpraxis Hattstedt seit 1982 leitete. Landarztberuf mit verbessertem Image Fischer kannte seinen Kollegen Höcke bereits von einer Fortbildungsveranstaltung. Es kam zu ersten Übernahmegesprächen und die beiden Ärzte wurden schnell handelseinig. „Als meine Lebensgefährtin und ich die Praxis das erste Mal sahen, wussten wir sofort, dass es passt. Uns gefielen außerdem die Weite und Frische der Landschaft Nordfrieslands“, schwärmt Fischer. Bei seinen Kollegen und Freunden bekam er für seine Entscheidung, künftig als Landarzt zu arbeiten und der Stadt den Rücken zu kehaktuell

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Titelthema N iederlassung auf dem L and ren Praxen abheben“, bilanziert er. Das Arbeiten auf dem Land empfindet er als unkomplizierter und erfüllender. „In der Stadt ist die Anonymität größer. Das ist bei meiner Arbeit als Landarzt ganz anders. Hier nimmt man viel mehr am Leben der Menschen teil. Sie vertrauen mir und deshalb ist die Eingangstür bei meinen Hausbesuchen auch niemals abgeschlossen“, so Fischer. Jakob Wilder, KVSH

Niederlassung auf dem Land für junge Ärzte attraktiv

Landarztpraxis in Hattstedt im Kreis Nordfriesland

ren, viel Zuspruch. Das überraschte ihn etwas, da er sich anfangs doch wie ein Exot fühlte. „Die allermeisten fanden es toll, dass ich antizyklisch handele und aufs Land gehe, wo Ärztemangel herrscht. Das Berufsfeld Landarzt hat mittlerweile auch unter den Kollegen in der Stadt wieder einen gewissen Charme. Es gilt wieder als echte Option und wird nicht mehr so belächelt, wie das vielleicht noch vor einigen Jahren der Fall war“, so der Allgemeinmediziner. Gefragter Landarzt In Hattstedt wurde Fischer an seinem ersten Arbeitstag begeistert empfangen. Zur Begrüßung schmückten die Bürger die Praxis mit einer Blumengirlande und bunten Fähnchen. Der Bürgermeister kam mit einem Präsentkorb vorbei und die Kommune gewährte Fischer einen zinslosen Kredit für neues technisches Equipment. Dieser herzliche Empfang tat ihm gut. Er merkte den Menschen die Erleichterung an, dass es durch seine Entscheidung, sich in Hattstedt niederzulassen, mit der Praxis im Ort weiter geht. Gleichzeitig stellte Fischer fest, dass er als Arzt auf dem Land eine wichtige Stellung hat. „In der Stadt war ich einer unter vielen. Auf dem Land geht es viel herzlicher zu. Die Patienten freuen sich einfach, dass ich für sie da bin“, erläutert er. Dieser Zuspruch führte auch zu steigenden Patientenzahlen. Das kann Fischer nicht allein schaffen. Daher beschäftigt er zum einen den alten Praxisinhaber weiter. Höcke unterstützt ihn und sein zehnköpfiges Team seit der Praxisübergabe als angestellter Arzt auf einer halben Stelle. Zum anderen arbeitet mit Dr. Eva Stengl eine angestellte Ärztin auf einer Dreiviertelstelle, zum Teil in der neu gegründeten Zweigpraxis in Husum. Fischer schätzt es sehr, dass seine Medizinischen Fachangestellten die angestammten Patienten gut kennen und nicht zuletzt mit „plattdütschem Schnack“ die Kontinuität während des Übergangs maßgeblich ermöglicht haben.

Eine Landarztpraxis zu übernehmen, ist für junge Ärzte wieder eine attraktive Option. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) haben sich dazu das Niederlassungsverhalten von knapp 2.300 ärztlichen Existenzgründern, die sich in den Jahren 2013 und 2014 niedergelassen haben, genauer angeschaut. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass sich jüngere Existenzgründer häufiger auf dem Land niederlassen als die älteren Jahrgänge. Von den Ärzten bis 35 Jahre, die sich in den Jahren 2013/2014 niedergelassen haben, bevorzugten mit 8 Prozent doppelt so viele eine Tätigkeit in ländlichen Gebieten, wie in den Altersgruppen 36 bis 40 Jahre (3,6 Prozent) und 41 bis 45 Jahre (3 Prozent).

Junge Gründer häufiger auf dem Land als ältere Praxislage und Alter

40,1 %

31,7 %

20,2 %

45,8 %

30,4 %

20,2 %

8,0 %

48,0 %

47,3 %

30,6 %

29,5 %

18,4 %

17,9 %

3,6 %

3,0 %

bis 35 Jahre

36 bis 40 Jahre

bis 45 Jahre

Großstadt

Mittelstadt

Kleinstadt

5,3 % über 45 Jahre Ländliches Gebiet

Ländliches Gebiet: unter 5.000 Einw. Mittelstadt: 20.000 bis 100.000 Einw. Kleinstadt: 5.000 bis 20.000 Einw. Großstadt: 100.000 und mehr Einw. Quelle: apoBank/Zi (Existenzgründungsanalyse Ärzte 2013/2014 | Mai 2015)

Bilanz nach zwei Jahren Schaut Fischer auf sein neues Leben als Landarzt, so stellt er für sich fest, dass er sich richtig entschieden hat. „Ich muss zwar mehr arbeiten als in der Stadt, weil ich erheblich mehr Patienten versorge und für die Hausbesuche auch weiter fahren muss. Ich muss aber auch nicht um Patienten kämpfen und mich von ande6

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Titelthema Interview

Der neue Doktor im Dorf

Dr. Nick Merkel kehrte gemeinsam mit seiner Frau Katharina Krieger dem Krankenhaus den Rücken. Die beiden Ärzte ließen sich in Viöl im Kreis Nordfriesland nieder und übernahmen dort Anfang dieses Jahres die Landarztpraxis von Katharinas Vater Dr. Wolfgang Krieger. Im Nordlicht-Interview berichtet der 42-jährige Merkel über seinen spannenden Einstieg in ein neues berufliches Umfeld und die Motive der jungen Arztfamilie, sich in einer ländlichen Region Schleswig-Holsteins eine neue Existenz aufzubauen. Nordlicht: Sie sind jetzt seit gut acht Monaten in Viöl niedergelassen: Wie sieht Ihre neue Rolle als Landarzt aus? Dr. Nick Merkel: Ich habe mich nie in irgendwelche Rollen drängen lassen. Natürlich ist man der Doktor im Dorf und hat damit eine gewisse Verantwortung und auch einen gewissen Status. Aber der ist mir egal. Ich will hier Mensch sein, jemand, der seiner Arbeit nachgeht und das genauso gut macht wie der Schreiner oder Klempner, von dem ich das gleiche erwarte.

Merkel: Ganz klar: „Ja“. Natürlich hat sich die Situation an den Kliniken in den letzten Jahren durch die Einführung und Umsetzung der Ärztetarifverträge gebessert, aber der Weg zu einer Stufe der Lukrativität ist steinig und dauert mitunter Jahre. Die Erlöse in einer Landarztpraxis sind nicht die schlechtesten. Nordlicht: Am Verdienst liegt es also nicht. Was kann getan werden, um noch mehr Ärzte aufs Land zu bekommen? Merkel: Nachgebessert werden muss meiner Meinung nach unbedingt auf dem Weg dorthin. Natürlich gab es eine Förderung durch die Institutionen. Allerdings nicht in dem Maße, wie es eigentlich notwendig wäre, wenn man wirklich mehr Kollegen aufs Land bekommen möchte. Ich persönlich glaube nicht an den Studenten, der schon zu Studienzeiten seine Laufbahn auf eine Landarztpraxis hin ausrichtet. Das ist mit Sicherheit eine absolute Seltenheit. Vielmehr sollten erfahrene Kollegen aus den Kliniken über den sogenannten Quereinstieg in die Allgemeinmedizin ermuntert werden, den Schritt zu wagen. Allerdings tut man sich schon schwer, wenn man dann ein bis zwei Jahre mit einem Drittel des bisherigen Gehalts auskommen soll. Das war auch bei uns der Fall. Nur dadurch, dass wir familiär gut aufgefangen wurden, war es uns möglich, diese finanzielle Durststrecke zu überstehen.

Nordlicht: Sie haben vorher als Oberarzt an einer Klinik in Sachsen-Anhalt gearbeitet. Was sprach dafür, die Klinik zu verlassen und sich in SchleswigHolstein niederzulassen? Merkel: Es sind letztendlich zwei verschiedene Welten. Hier die Hightechmedizin, die oft non-verbale Maschinerie, das gesteuerte Funktionieren. Dort die Medizin mit Hand, Gefühl, Reden und Selbstbestimmung. Jede Welt hatte bzw. hat etwas für sich und ich möchte nichts von dem missen, was ich zuvor erlebt habe. Ich glaube, dass ich ein gutes Rüstzeug durch meine Kliniktätigkeit bekommen habe. Letztendlich waren es mehrere Faktoren, die den Schritt von der Uni aufs Land unterstützt haben. Ganz oben auf der Liste stehen die eigenständige Arbeit und die Selbstbestimmung über mein Leben in Familie und Beruf. Das ist ab einem bestimmten Alter das Wichtigste, was es gibt. Nordlicht: Sie haben am Krankenhaus sicher nicht schlecht verdient. Lohnte sich die Niederlassung als Landarzt auch in dieser Hinsicht?

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Nordlicht: Was war die größte Herausforderung, die Sie in den ersten Monaten als neu Niedergelassener bewältigen mussten? Merkel: Mit Sicherheit die Aufgaben, die eine Eigenständigkeit mit sich bringen und ich rede hier nicht vom medizinischen Aspekt. Als Angestellter, der jeden Monat seinen Lohnzettel empfängt, macht man sich keine Vorstellung darüber, wie es ist, wenn man auf einmal für alles selbstständig verantwortlich ist: Personal, Inventar, Räumlichkeiten, Miete, Verträge etc. Das hatte ich so nicht erwartet und musste im ersten Jahr sehr viel dazulernen.

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Titelthema N iederlassung auf dem L and Nordlicht: Ihre Frau und Sie teilen sich den Praxissitz. Wie wurden Sie von den Patienten und der Gemeinde aufgenommen? Merkel: Wir denken und hoffen sehr gut. Natürlich war da viel Skepsis unsererseits: Wird man uns akzeptieren? Sind wir vielleicht doch noch zu jung? Was wollen die aus der Stadt hier? Aber es kam eigentlich komplett anders. Der Grundtenor war Dankbarkeit und Erleichterung, dass es „weitergeht“ mit der Praxis in Viöl. Diese mitunter herzlichen Gefühle haben uns den Start erheblich erleichtert und anfänglichen Kummer schnell vergessen lassen.

„Der Grundtenor war Dankbarkeit und Erleichterung, dass es ‚weitergeht’ mit der Praxis in Viöl.“ Nordlicht: Als Kinderärzte führte ihr Weg in die Niederlassung über den Quereinstieg in die Allgemeinmedizin, den die Ärztekammer seit einigen Jahren anbietet. Warum wollten Sie Hausarzt werden? Merkel: Die Praxis war schon immer eine Praxis für Allgemeinmedizin. Aufgrund der glücklichen Situation, dass die Möglichkeit des Quereinstiegs bestand, kam ein Wechsel überhaupt erst in Frage. Den Weg über die Facharztausbildung zum Allgemeinmediziner über fünf bis sechs Jahre hätten wir niemals eingeschlagen; hierfür war unser beruflicher Werdegang zu weit fortgeschritten. Die Alternative wäre eine Niederlassung für Kinderheilkunde in der Stadt gewesen. Nordlicht: Wie haben Sie den Quereinstieg in die Allgemeinmedizin erlebt und was haben Sie an neuem Fachwissen dazu gelernt? Merkel: Als erstes muss man an dieser Stelle die Ärztekammer und die KVSH lobend erwähnen. Ab dem Moment, an dem wir echtes Interesse an einem Wechsel aufs Land gezeigt hatten, haben die Gremien alles möglich gemacht, um uns in diesem Vorhaben zu unterstützen. Das war einfach nur beispielhaft für exzellente Hilfe. Man fühlte sich von Anfang an gewollt. Natürlich gab es hier und da bürokratische Hürden und Vorschriften, aber letztendlich ist das alles vergessen und die positiven Aspekte überwiegen in der Rückschau. Nordlicht: Wie sieht Ihr Praxiskonzept aus? Merkel: Da meine Frau und ich von Haus aus Kinderärzte sind, lautet unser Motto „Familienmedizin“. Wir möchten für alle Menschen von der Geburt bis ins hohe Alter da sein. Und wissen Sie was? Das macht uns richtig Spaß und bringt jeden Tag eine ganze Menge an Freude. Nordlicht: Sie und Ihre Frau haben vier Kinder. Wie bekommen Sie Familie und Beruf unter einen Hut?

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Merkel: Perfekt. Unsere Arbeitsstelle liegt eine Wohnungstür entfernt von unserem Lebensmittelpunkt. Viöl bietet alles, was es für ein Familienleben braucht: Kindergarten, Schule und viele Freizeitmöglichkeiten. Natürlich bedarf es auch hier des Öfteren logistisches Know-how, um allen Beteiligten gerecht zu werden. Aber im Laufe der Zeit haben sich viele Freundschaften entwickelt. Man hilft sich gegenseitig; viel mehr als das, was wir in der Stadt erfahren durften. Schön ist auch, dass unsere älteste Tochter im letzten Jahr ihr Medizinstudium begonnen hat … vielleicht die vierte Ärztegeneration? Nordlicht: Die Landarztpraxis in Viöl wurde mehr als dreißig Jahre von Ihrem Schwiegervater geführt. Ist er immer noch ärztlich tätig? Merkel: Die Praxis hat eine Menge an Tradition. Im letzten Jahr konnte zur Übergabe an uns, an die dritte Generation, das 75. Jahr des Bestehens gefeiert werden. Es erfüllt einen mit Stolz, dass man so viel Geschichte fortschreiben darf. Mein Schwiegervater ist als angestellter Arzt mit eigenem Kassenarztsitz weiterhin tätig. Das ist für die Kontinuität wichtig. Auch ist er ein Wissensschatz – nicht nur im medizinischen Sinne. Die Interaktionen, das Zwischenmenschliche der vielen Familien/ Patienten auf dem Land begreifen zu lernen ohne jemanden, der das Wissen teilt, würde wahrscheinlich weitere fünf Jahre dauern. Nordlicht: Viele junge Ärzte lassen sich zum Berufseinstieg lieber erst einmal anstellen. Warum kam das für Sie beide nicht in Frage? Merkel: Dafür haben wir beide zu lange eigenständig in Führungspositionen klinisch gearbeitet. Nordlicht: Früher war die Notdienstbelastung ein guter Grund, sich nicht in einer dünn besiedelten Region niederzulassen. Wie sieht es damit heute aus? Merkel: Nein, das ist kein Grund mehr. Dieser Aspekt ist durch die Notdienstregelung, wie sie seit einigen Jahren in SchleswigHolstein umgesetzt wurde, nicht mehr anzubringen. Nordlicht: Als Landarzt sind Sie sehr nah dran an den Menschen und Ihren Leben. Fällt Ihnen dazu ein Erlebnis oder ein medizinisch besonders interessanter Fall ein, welches Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist? Merkel: Dafür sind wir erst zu kurz tätig. Es sind im Moment die kleinen Geschichten und Erlebnisse, die man nach einem Dreivierteljahr endlich begreifen lernt … „der gehört zu dem“ … „die Geschichte zu dieser“ … und natürlich die Patienten, die wir nun seit der Geburt begleiten und mit denen wir gemeinsam hoffentlich hier alt werden dürfen. Ebenso der Notfall in der Nachbarschaft aus der vollen Sprechstunde heraus. Da werden die alten „Hightechmedizin-Zeiten“ wieder abgerufen. Nordlicht: Umfragen unter jungen Existenzgründern deuten darauf hin, dass sich wieder mehr von ihnen in ländlichen Regionen niederlassen. Woher könnte diese neue Lust aufs Landarztleben kommen?

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Merkel: Ist das wirklich so? Ich hoffe es und kann es nur jedem empfehlen. Ich glaube allerdings, dass ein Ende des sogenannten Landärztemangels nicht absehbar ist. Im Gegenteil. Demografisch wandern wir aktuell weiter in ein Tal. Ich denke, dass momentan schon eine gewisse „Flucht aufs Land“ in allen Berufs- und Lebensbereichen präsent ist. Ich würde es sehr begrüßen, wenn auch ein paar Ärzte unter den „Flüchtenden“ sind.

kennenlernen und auch die Wissenschaft. Der zündende Funke „Praxisübernahme“ kam erst, nachdem ich das Gefühl hatte, viel gesehen und gemacht zu haben. Ich würde es immer wieder so machen. Der Weg „Studium – Landarzt“ ist für mich nicht vorstellbar.

Nordlicht: Was würden Sie jungen Kollegen raten, die eine Praxis auf dem Land übernehmen wollen?

Merkel: Zuallererst hoffentlich alle fünf Jahre älter. Wirtschaftlich gefestigt, menschennah-medizinisch noch reifer und weiter in das Landleben integriert. Meine Frau sagte kürzlich: „Du und dein Dorf, du bist schlimmer als ich je war“. Ich glaube, eine bessere Bestätigung, dass der Weg der richtige ist, kann man nicht bekommen.

Merkel: Das ist eine Frage, die ich sehr schwer beantworten kann. Für mich kam die Praxis in den ersten zehn Jahren meiner Tätigkeit überhaupt nicht in Frage. Mich „dürstete“ es nach Apparatemedizin. Ich wollte möglichst viele Krankheitsbilder

Nordlicht: Wo sehen Sie selbst und Ihre Familie sich in fünf Jahren?

Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Statement

„Hausarzt, ja unbedingt!“ Seit nun fast neun Jahren bin ich als Hausarzt in eigener Praxis an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins niedergelassen. Gemeinsam mit meinem Partner suchen wir nun seit einem Jahr einen Weiterbildungsassistenten für unsere Praxis. In unserer Anzeige bieten wir Teil- oder Vollzeit, übertarifliche Bezahlung ohne Nacht- oder Wochenenddienste, Fahrtkostenzuschuss, sechs Wochen Jahresurlaub, zwei Wochen Fortbildungsurlaub, Hilfe bei der Wohnungssuche, einen KitaPlatz, maximalen Freizeitwert an der Ostseeküste, ein Kleinstädtchen mit kompletter Infrastruktur. Bis dato mit exakt null Resonanz! Warum ist das so? Seit Jahren verbreiten Politik und Standesvertreter das folgende Bild: Der Landarzt, am unteren Ende der ärztlichen Einkommenstabelle, arbeitet rund um die Uhr, von Regressen und Bürokratie in der Versorgung seiner Patienten bis zur Selbstaufgabe eingeschränkt, während die Kollegen in den Kliniken lieber Dienst nach „Konzern-Leitlinien“ versehen. Dem möchte ich einmal die Realität meines Alltages gegenüberstellen. Ich arbeite 60 bis 80 Stunden die Woche, je nach freiwilliger Notdienstbelastung und Einkommenswünschen. Viel Arbeit generiert viel Einkommen, wer kann das in seinem Job noch so von sich sagen? Ich habe ein Team um mich, das ich mir selbst zusammengestellt habe, mit dem ich in wunderbarer, oft fast freundschaftlicher Weise zusammenarbeiten darf. Ich habe ganz überwiegend Patienten, mit denen die Zusammenarbeit auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung und Dankbarkeit stattfindet. Regresse kenne ich nur aus der Presse, bei guter Zusammenarbeit mit Kassenärztlicher Vereinigung und Krankenkassen kann ich so arbeiten, dass ich die Vorgabe der Wirtschaftlichkeit bei zugleich exzellenter Versorgung für meine Patienten Tag für Tag gewährleistet sehe. Ich mache sechs Wochen Urlaub im Jahr. Bin ich krank oder braucht mich meine Familie, bleibe ich spontan zu Hause. Ich habe 30 Jahre lang den sichersten Arbeitsplatz 11 | 2015

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ohne Befristung, Umzüge etc. Ich sitze fast täglich mittags mit Frau und Kindern am Mittagstisch und zu guter Letzt: Für das von unseren Standesvertretern anvisierte Gehalt eines KlinikOberarztes, das ich als Landarzt haben sollte, würde ich morgens nicht aufstehen. Fazit: Die entscheidenden Parameter meines Berufs lege ich selbst fest. Mein Einkommen ist beglückend. Mein Sozialbzw. Familienleben ein Hauptgewinn und: Ja, ich bin Hausarzt! Warum sagt das den jungen Kollegen niemand? Dr. Nicholas Kamerichs, Allgemeinmediziner, Lütjenburg

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Titelthema N iederlassung auf dem L and

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„Am liebsten auf dem Land“ im städtischen Kontext – ein Vertrauensverhältnis der Patienten zu „ihrem“ Arzt entwickeln, was die Compliance für eine Therapie verbessert – und gleichzeitig auf ärztlicher Seite mehr Berufszufriedenheit schafft. Heutzutage wird oft die Trennung von Beruflichem und Privatem propagiert. Das ist beim Landarzt nicht möglich – und auch nicht erstrebenswert. So kann ein Hausbesuch auch mal am Wochenende nötig sein – nicht schlimm, liegt auf dem Weg unseres Fahrradausflugs, den wir für Samstag geplant haben, die Kinder können derweil Brombeeren pflücken. Andererseits kann ich in der Mittagspause eben nach Hause, um mit der Familie zu essen.

Wenn wir Studierenden gefragt werden, in welche Fachrichtung wir später gehen wollen, hört man meistens: „wahrscheinlich Derma“, „Kinderärztin“ oder „Gyn ist cool“. Mit meiner Antwort „Ich tendiere momentan zur Allgemeinmedizin, am liebsten auf dem Land!“ stehe ich oft ziemlich allein da und ernte erstaunte Blicke. Ich bin größtenteils auf dem Land aufgewachsen und träumte schon als kleines Mädchen von einem alten Reetdachhaus mit kleinem, feinem Garten, Mann, drei Kindern und meiner Praxis um die Ecke, die ich zusammen mit einer netten Kollegin führe. In der Zwischenzeit hat sich das Landleben jedoch durch die ständige Abwanderung junger Leute in die Städte drastisch geändert. Der Dorfladen geht pleite, das Restaurant macht zu, die Polizeistation wird gestrichen, der Landarzt geht in Ruhestand, der Pastor auch, Nachfolger Fehlanzeige. Was bleibt, sind die Alten, und die werden weniger. Kann sich unter diesen Umständen eine Praxis finanziell überhaupt halten? Dabei ist die ärztliche Tätigkeit auf dem Land doch die Möglichkeit, Medizin ganzheitlich zu praktizieren, wie ich es auch in meiner Hausarzt-Famulatur in Wöhrden in Dithmarschen erlebt habe. Man kennt die Menschen, ihren Alltag und ihre Geschichten, was für die Umsetzung von Therapiekonzepten durchaus von Bedeutung sein kann. Die sozialen Lebensumstände der Patienten werden mit in die Therapie einbezogen. So kann sich – anders als bei rein punktuellen Arzt-Patienten-Begegnungen

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Trotzdem, gewisse Ängste bleiben: das finanzielle Risiko, die Gefahr, mit der Familie (noch habe ich keine) zu vereinsamen, kaum noch kurativ, sondern überwiegend palliativ und sterbebegleitend zu arbeiten. Was würde mir helfen, diesen Schritt dennoch zu gehen? Ein oder zwei junge Kollegen, mit denen eine Gemeinschafts-praxis entstehen kann. Dafür wären Workshops zum Thema „Landarztpraxis“ bereits innerhalb des Studiums sinnvoll, damit Interessierte zusammenfinden. Zur Minimierung des finanziellen Risikos sollte die Kommune die Praxis übernehmen und an die Ärzte verpachten (in den ersten Jahren zu verringerter Pacht). Kooperationen mit anderen Playern im Dorf (z. B. der Kirchengemeinde) könnten zu finanziellen Synergien und zur Entlastung im Verwaltungsbereich führen: kirchlicher oder kommunaler Gebäudebestand könnte gemeinsam genutzt, gegebenenfalls zu einer Art ländlichem Hilfsleistungszentrum ausgebaut werden. Die Anstellung einer Praxismanagerin dürfte für eine Praxis allein utopisch sein, wenn diese jedoch gleichzeitig die Verwaltung der Kirchengemeinde übernimmt (Zusatzausbildung als „Gemeindekuratorin“), sähe das anders aus – und beide, Arzt und Pastor, wären von diesem Ballast befreit. Und ganz generell würde es allen jungen Leuten, egal ob Arzt, Pastor oder Kaufmann, helfen, nicht bei der „Landlust“ stehen zu bleiben, sondern den Schritt aufs Land auch zu gehen, wenn viele andere junge Leute diesen Schritt ebenfalls tun. Dafür braucht es Dörfer, die diesbezüglich gezielt in Anreize investieren. Anna Rahel Reimer, Medizinstudentin aus Kiel, 9. Semester

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NACHRICHTEN  KOMPAKT V ertrag D A K - G esundheit

N etzförderung

Beratung und Betreuung chronisch Kranker

PRAXISNETZ Kiel anerkannt

Bad Segeberg – Zum 1. Oktober 2015 hat die KVSH mit der DAKGesundheit einen neuen Vertrag abgeschlossen: „Verbesserung der medizinischen Versorgung in Schleswig-Holstein – Beratung und Betreuung chronisch Kranker“. Der Vertrag dient der Aufrechterhaltung und Verbesserung der ambulanten hausärztlichen Versorgung. Die Rolle des Hausarztes im Versorgungsmanagement, insbesondere für beratungs- und betreuungsintensive Patienten, soll gefördert werden. Der Hausarzt erhält für seinen Aufwand, abhängig von der Anzahl vorliegender gesicherter chronischer Erkrankungen, quartalsweise eine Vergütungspauschale von 3 bis 12 Euro pro Patient und pro endstellig kodierter Diagnose (Übersicht der Diagnosen auf der Homepage der KVSH). Die Teilnahme an diesem Vertrag ist für den Arzt und den Versicherten freiwillig und bedarf keiner Teilnahmeerklärung. An dem Vertrag teilnehmen, bzw. die Ziffern für die Betreuung abrechnen, können im Bereich der KVSH zugelassene, ermächtigte, oder in einer Praxis oder einem MVZ angestellte Ärzte, die an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen. Die Vergütungspauschalen (99402A, 99402B, 99402C und 99402D) können einmalig im Behandlungsfall abgerechnet werden und bedingen einen Arzt-Patienten-Kontakt.

Kiel – Die Kassenärztliche Vereinigung SchleswigHolstein (KVSH) hat das PRAXISNETZ Kiel e. V. zum 1. Oktober 2015 als förderungswürdiges Praxisnetz nach Paragraf 87b SGB V anerkannt. Der Ärzteverbund wird für zunächst ein Jahr mit 100.000 Euro gefördert. Die KVSH hat neben dem Kieler Netz bereits sechs weitere Praxisnetze anerkannt: Das Ärztenetz Eutin-Malente (ÄNEM), das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg (PNHL), das Pinneberger Arztnetz (PAN), das Gesundheitsnetz Region Wedel (GRW), das Medizinische Praxisnetz Neumünster e. V. (MPN) und die Medizinische Qualitätsgemeinschaft Rendsburg eG (MQR). Mehr Informationen zur Netzförderung unter www.kvsh.de  Praxis  Verträge  Praxisnetze

„ L ass dich nieder ! “

Neue Plakatmotive für Nachwuchskampagne

Wichtig! Aufgrund der verzögerten Verhandlungen sind die Abrechnungsziffern noch nicht in der Praxissoftware eingepflegt. Bitte fügen Sie für die Abrechnung die Ziffern manuell in Ihre Praxissoftware ein. Bei dem nächsten Update werden die Ziffern in das System eingespielt. Den Vertrag und die Anlagen finden Sie auf unserer Homepage unter www.kvsh.de  Praxis  Downloadcenter  Verträge  Betreuungsvertrag DAK

P ra x iskosten

Umfrage bis Ende November verlängert Berlin – Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) befragt noch bis zum 30. November 2015 mehrere tausend Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten zur wirtschaftlichen Situation in ihrer Praxis. Die Ergebnisse sollen wichtige Daten für den ambulanten Versorgungsbereich liefern. An der aktuellen Befragung für das Praxis-Panel des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZiPP) haben sich bislang etwa 3.600 der knapp 38.000 angeschriebenen Praxen beteiligt. An alle anderen Praxen hat das Zi jetzt ein Erinnerungsschreiben mit der Bitte um Teilnahme verschickt. Die Umfrage war Mitte Juli 2015 gestartet. 11 | 2015

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Berlin – Die Nachwuchskampagne von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Kassenärztlichen Vereinigungen „Lass dich nieder!“ geht in die nächste Runde. Zu Beginn des Wintersemesters wurden dazu neue Plakate in allen Universitätsstädten mit medizinischer Fakultät aufgehängt, um Medizinstudierende und Ärzte in der Weiterbildung zum Facharzt auf die Chancen und Möglichkeiten in der eigenen Praxis hinzuweisen. An den schleswig-holsteinischen Universitäten Kiel und Lübeck sind die Plakate noch bis zum 23. November 2015 zu sehen. Parallel werden Onlinebanner auf zielgruppenrelevanten Informationsplattformen im Internet platziert. Alle Informationen zur Kampagne finden sich auch auf www.ihre-aerzte.de. Dort sind unter anderem Zahlen und Fakten zu den Themen Ärztemangel, Arbeitsbedingungen und Qualität ärztlicher und psychotherapeutischer Arbeit zusammengestellt. Außerdem gibt es Interviews, Statements von Ärzten und kurze Videos. Zudem können Ärzte und Psychotherapeuten dort Kampagnenmaterial bestellen. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT Z i - S tudie

ÄZQ

Früh eingeschulte Kinder haben Neue Patienteninformation öfter ADHS-Diagnose zu multiresistenten Erregern Berlin – Der Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) konnte in einer Studie gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigen, dass sich schon ein geringer Altersunterschied auf die Diagnose auswirkt: Kinder, die im Monat vor dem Stichtag für die Einschulung geboren sind und somit sehr jung in die Schule kommen, erhalten häufiger eine Diagnose für die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) als Kinder, die im Monat nach dem Stichtag geboren wurden und somit erst ein Jahr später eingeschult werden. Für die Untersuchung analysierten die Wissenschaftler ärztliche Abrechnungs- und Arzneiverordnungsdaten von rund sieben Millionen Kindern und Jugendlichen zwischen vier und 14 Jahren aus den Jahren 2008 bis 2011. Das Ergebnis: Von den jüngeren Kindern, die im Monat vor dem Stichtag geboren sind, erhielten in den nächsten Jahren durchschnittlich 5,3 Prozent eine ADHS-Diagnose. Bei den Älteren, die im Monat nach dem Stichtag geboren wurden, waren es nur 4,3 Prozent. Generell waren Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Offen ist die Frage, warum früh eingeschulte Kinder mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine ADHS-Diagnose erhalten. Die Forscher vermuten jedoch, dass das Verhalten der jüngeren und damit häufig unreiferen Kinder in einer Klasse mit dem der älteren verglichen wird. Die Impulsivität, Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit bei jüngeren Kindern ist ausgeprägter. Dieses werde dann möglicherweise als ADHS interpretiert. Mehr Informationen unter www.kbv.de/ media/sp/Zi_Versorgungsatlas_ADHS_Teil2.pdf

B ekanntmachung

Bestellung eines Landeswahlausschusses Bad Segeberg – Für die Wahl zur Abgeordnetenversammlung im Jahre 2016 hat die Abgeordnetenversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein in ihrer Sitzung am 23. September 2015 gemäß Paragraf 1 der Wahlordnung für die Abgeordnetenversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein einen Landeswahlausschuss wie folgt bestellt: 1. Landeswahlleiter und Stellvertreter Wahlleiter und Vorsitzender Stellvertreter Rechtsanwalt und Notar Volker Sprick Kurhausstraße 73 23795 Bad Segeberg

D iabetes mellitus

Höhere Vergütung Bad Segeberg – Die Kassenärztliche Vereinigung SchleswigHolstein (KVSH) und die DAK-Gesundheit haben sich zum 1. Oktober 2015 auf eine Erhöhung der Vergütung sowie eine Anpassung der Versorgungsintervalle geeinigt. Der Vertrag über die frühzeitige Diagnostik und Behandlung von Begleiterkrankungen des Diabetes mellitus wurde vor rund einem Jahr ins Leben gerufen. Mit dem Versorgungsangebot sollen insbesondere Patienten erreicht werden, bei denen der Verdacht auf eine der nachfolgenden Diabetes-Begleiterkrankungen besteht: ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ

Diabetische Neuropathie Beschwerden des unteren Harntraktes (LUTS) Angiopathie Nephropathie Diabetesleber

Ziel des Vertrages ist es, anhand regelmäßiger Früherkennungsuntersuchungen mögliche Begleiterkrankungen rechtzeitig zu diagnostizieren und innerhalb eines strukturierten Weiterbetreuungsprogramms zu behandeln.

Rechtsanwalt Nils König Kurhausstraße 73 23795 Bad Segeberg

Nähere Informationen zum Vertrag sowie den aktuellen Newsletter mit weiteren Änderungen finden Sie unter www.kvsh.de  Downloadcenter  Verträge  Vertrag über die frühzeitige Diagnostik und Behandlung von Begleiterkrankungen des Diabetes mellitus.

2. Beisitzer und Stellvertreter Beisitzer

Stellvertreter

Dr. med. Dieter Freese

Dr. med. Kirsten Klose

Dr. med. Henning Reinke

Felix Oberdorfer

Dr. med. Andreas Colberg

Dr. med. Tim Menke

Dipl.-Psych. Sonja Gieth

Dr. med. Rüdiger Kurowski

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Berlin – Infektionen durch Bakterien lassen sich meist gut mit Antibiotika behandeln. Einige Bakterien sind jedoch unempfindlich gegenüber vielen Antibiotika: Bei multiresistenten Erregern (MRE), am bekanntesten ist der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), wirken die meisten Antibiotika nicht. Diese und andere Zusammenhänge fasst die neue Information „MRSA und Co. – Was Sie über diese Erreger wissen sollten“ für Patienten auf zwei Seiten zusammen. Der Text erläutert zum Beispiel, wie MRE entstehen, welche Risikofaktoren es für eine Infektion gibt und welche Hygieneregeln man einhalten sollte. Erstellt wurde die Patienteninformation vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Das ÄZQ hat bereits über 50 solcher Informationen verfasst, einige davon in mehreren Sprachen. Die Themen reichen von Krebs über Herzschwäche und Hauterkrankungen bis hin zu Hinweisen zur Antibiotikatherapie. Die neue Patienteninformation steht unter www.kbv.de/media/ sp/Pat_Info_Multiresistente_Erreger.pdf zum Download zur Verfügung.

Nordlicht

Rückfragen bitte an das Serviceteam der KVSH: Tel. 04551 883 883

aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT M edikamente

N achwuchsförderung

Ausgaben auf Rekordniveau

Traineeprogramm macht fit für die Niederlassung

Berlin – Die Arzneimittelausgaben haben im vergangenen Jahr in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Mit 35,4 Milliarden Euro waren es 3,3 Milliarden Euro beziehungsweise 10,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor, heißt es in der aktuellen Ausgabe des Arzneiverordnungs-Reports. Den Autoren zufolge sind die Ausgaben nicht so stark gestiegen, weil Ärzte mehr Arzneimittel verordnet hätten – die Anzahl der Verordnungen ist mit einem Plus von 1,0 Prozent nahezu konstant geblieben. Vielmehr sei der Ausgabenanstieg auf die gesetzliche Absenkung des Rabattes zurückzuführen, den pharmazeutische Unternehmen den gesetzlichen Krankenkassen pro verordneter Packung eines Arzneimittels, das keiner Festbetragsgruppe angehört, gewähren müssen. Der Herstellerabschlag beträgt seit 1. April 2014 nicht mehr 16 Prozent, sondern sieben Prozent. Darüber hinaus machen die Herausgeber des Arzneiverordnungs-Reports hohe Preise für patentgeschützte Arzneimittel verantwortlich – insbesondere zur Behandlung von Krebserkrankungen und Hepatitis C. 2014 haben die Krankenkassen rund 570 Millionen Euro für Hepatitis C-Arzneimittel gezahlt, wie es im Report heißt. Im ersten Halbjahr dieses Jahres lägen die Ausgaben bei rund 700 Millionen Euro und könnten bis Jahresende bis auf 1,4 Milliarden Euro zunehmen. Auch in anderer Hinsicht gab es 2014 einen Rekord: In Deutschland kamen 46 neue Arzneimittel auf den Markt, deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Sie wurden der frühen Nutzenbewertung unterzogen, die gezeigt habe, dass neue Arzneimittel nicht automatisch besser oder fortschrittlicher seien als bereits etablierte Vergleichstherapien, wie die Autoren betonen. So weist der Report darauf hin, dass von den 46 neuen Wirkstoffen beziehungsweise Wirkstoffkombinationen nur 13 einen geringen oder beträchtlichen Zusatznutzen anerkannt bekommen hätten und bei sieben Wirkstoffen der Zusatznutzen nicht quantifizierbar gewesen sei.

Mehr Informationen unter www.kbv.de/html/fruehe_ nutzenbewertung.php

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Nordlicht

Bad Segeberg – Nach der Weiterbildung zum Facharzt in die Niederlassung: Die KVSH bietet angehenden Fachärzten im Rahmen eines kostenlosen Traineeprogramms wieder Gelegenheit, sich über das breite Spektrum der ambulanten Versorgung zu informieren. Die nächste Veranstaltung der Reihe findet am 11. Dezember 2015 von 10 bis 16 Uhr in Bad Segeberg statt. Zentrales Thema: Abrechnung in der Arztpraxis. Außerdem berichtet die Kieler Dermatologin Dr. Thyra Bandholz über ihren Einstieg in die Vertragsarztwelt. Sie schildert, wie sie Praxis und Familie gut miteinander vereinbart. Es gibt Zeit für Nachfragen und Diskussion. Die KVSH begleitet Ärzte schon seit Längerem mit einer Veranstaltungsreihe auf ihrem Weg in die Niederlassung. Fachleute referieren zu Sachthemen, Ärzte berichten über ihre individuellen Erfahrungen. Dieser Mix hat sich bei mittlerweile drei Veranstaltungen bewährt. Die Weiterbildungsassistenten erhalten praxisnahe Einblicke in den ärztlichen Alltag und zugleich gezielte Informationen von Experten zu Spezialthemen, die nicht Inhalt von Aus- und Weiterbildung sind: betriebswirtschaftliche Grundlagen, Praxisform, Praxisführung, Organisation einer Arztpraxis. Weitere Informationen und Anmeldung: Abteilung Zulassung/Praxisberatung Tyneke Evert, Tel. 04551 883 462, tyneke.evert@kvsh.de

K orrektur

Ärzteorchester und Ärztechor suchen Mitglieder Hamburg – In der Meldung über den Norddeutschen Ärztechor/ Ärzteorchester im Nordlicht 10/2015 auf Seite 12 ist der Redaktion beim Abdruck des Domainnamens der Musikervereinigung leider ein Fehler unterlaufen. Weiterführende Informationen sind unter www.aerzteorchester.online zu finden. Interessenten können sich direkt bei Wolfgang Ellenberger unter Tel. 0176 554 436 54 oder über eine E-Mail an wolfgang@ ellenberger.hamburg melden. aktuell

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gesundheitspolitik F lüchtlingshilfe

Einfach Arzt sein

Interview

Seit Anfang September gibt es in der Erstaufnahmeeinrichtung in Rendsburg eine von der KVSH organisierte ärztliche Nachmittagssprechstunde. Holger Helbing ist einer der Ärzte, die sich sofort bereit erklärt hatten, erkrankte Flüchtlinge zu behandeln. Der Allgemeinmediziner aus Kirchbarkau (Kreis Plön) berichtet im Nordlicht-Interview, wie er die neue Aufgabe empfunden hat. Nordlicht: Sie haben bereits mehrmals Sprechstunden in Rendsburg übernommen. Was haben Sie dabei für Erfahrungen gemacht? Holger Helbing: Als Mediziner kann ich dort den Teil ärztlicher Arbeit ausüben, für den ich eigentlich einmal Arzt geworden bin. Ich kann kranken Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind, helfen. Die ärztliche Arbeit an sich ist dabei nichts wirklich Neues. Die meisten Fälle, in der Regel Infektionskrankheiten oder Entzündungen, habe ich in ähnlicher Form auch in meiner Hausarztpraxis. Bei meinen diagnostischen Möglichkeiten bin ich in der Erstaufnahmeeinrichtung auf das Wesentliche beschränkt. Außer meinem Stethoskop habe ich keine weiteren technischen Hilfsmittel dabei und verlasse mich auf meine hausärztlichen Sinne. Nordlicht: Ist der Mangel an Ressourcen nicht ein Problem? Helbing: Jein – Fakt ist, dass sich anscheinend derzeit niemand verantwortlich fühlt, zeitnah für die medizinische Versorgung von Flüchtlingen eine Organisation und Infrastruktur zu schaffen, die europäischen Mindeststandards genügt. Trotzdem sind hier Menschen krank und brauchen ärztliche Hilfe. Allgemeinmediziner haben gelernt, fernab der täglichen Luxusmedizin mit fünf Sinnen und Stethoskop zu diagnostizieren und zu helfen. Dafür bin ich Arzt und diese Arbeit macht Spaß. Trotzdem bleibt das, was Deutschland derzeit diesen Patienten anbietet, eine Schande. Nordlicht: Bevor Sie sich niederließen, haben Sie zehn Jahre lang als Schiffsarzt bei der Marine gearbeitet. Inwiefern hilft Ihnen diese Erfahrung? Helbing: Sie entwickeln bei Auslandseinsätzen automatisch interkulturelle Kompetenzen, denn als Schiffsarzt haben Sie immer mit Ärzten und Institutionen aus anderen Ländern zu tun. Bei der Arbeit in der Erstaufnahmeeinrichtung stammten bisher alle meine Patienten aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan. Ich weiß, dass ich als Arzt Menschen aus dem arabischen Raum anders begegnen muss als Europäern.

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Nordlicht

Nordlicht: Was kann bei der Arzt-Patienten-Kommunikation falsch laufen? Helbing: Ein Arzt sollte eine muslimische Flüchtlingsfrau nicht direkt mit einem kräftigen Händedruck begrüßen. So würde er schnell jedes Vertrauen zerstören. Er sollte sich auch nicht darüber wundern, dass ganze Familien in die Sprechstunde kommen, obwohl nur ein Familienmitglied erkrankt ist. Nach arabischer Tradition hat jeder innerhalb der Großfamilie das Recht zu erfahren, was los ist. Das Familienoberhaupt, in der Regel der Vater, ist für den Arzt oft erster Ansprechpartner in Sachen Gesundheit. Es kann aber durchaus auch der minderjährige Sohn sein, der mit seiner kranken Mutter kommt, oder aber der Onkel, der seine Neffen und Nichten begleitet. Bei jedem Gespräch ist ein Dolmetscher dabei. Die Kommunikation mit dem Patienten läuft also immer mindestens über eine Dreiecksbeziehung. Die ärztliche Schweigepflicht tritt somit in den Hintergrund. Offene Fragen wie „Was ist denn das Problem?“ helfen nicht weiter. Besser sind Fragen, die mit ja oder nein beantwortet werden können. Der Arzt sollte sich außerdem nicht scheuen, auch einmal mit Händen und Füßen zu reden. Viele erkrankte Flüchtlinge wünschen sich klare Botschaften. Sie erwarten vom Arzt, dass er eine gewisse Autorität ausstrahlt, die in unserem Land vielleicht etwas altmodisch wirkt. Nordlicht: Welche Fälle sind Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben? Helbing: Der eines zehnjährigen Jungen aus Syrien, der mit völlig ruinierten Füßen in die Sprechstunde kam. Er war die ganze Wegstrecke von seiner Heimat bis nach Rendsburg in Flip-Flops gelaufen. Ich habe außerdem ein Baby behandelt, das erst vor wenigen Wochen auf der Flucht geboren wurde. So etwas vergisst man nicht. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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gesundheitspolitik P ra x isinformation

Medizinische Behandlung von Flüchtlingen

Nach Schleswig-Holstein kommen immer mehr Flüchtlinge. Einigen von ihnen muss medizinisch geholfen werden. Das kann in der Erstaufnahmeeinrichtung geschehen, aber auch in der Arztpraxis. Für Ärzte und Praxisteams ist es wichtig zu wissen, wer für die medizinische Versorgung der Flüchtlinge zuständig ist. Wir haben die wichtigsten Informationen zu diesem Thema in einer Praxisinformation zusammengestellt. Bitte beachten Sie, dass die Abrechnungsregelungen nur bis zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge gelten. Die Einführung ist für Schleswig-Holstein zum 1. Januar 2016 geplant.

Flüchtlinge in der Obhut des Landes

Flüchtlinge in der Obhut der Kommunen

Behandlung in Erstaufnahmeeinrichtungen Die medizinische Versorgung von Flüchtlingen in Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) fällt in die Zuständigkeit des Landes Schleswig-Holstein und ist keine vertragsärztliche Tätigkeit. Dies gilt sowohl für die Erstuntersuchung als auch für die weitere ärztliche Behandlung von in EAE untergebrachten Flüchtlingen. Kostenträger ist das Land. Schon während der Unterbringung in der EAE kann es vorkommen, dass Flüchtlinge in Arztpraxen behandelt werden müssen, die außerhalb der Erstaufnahmeeinrichtung liegen. Sie bekommen dazu einen Behandlungsschein vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten. Dieser wird über die KVSH abgerechnet (VKNR 01841).

Behandlung von Flüchtlingen bis 15 Monate geduldeter Aufenthalt Nach dem Aufenthalt in der Erstaufnahmeeinrichtung werden die Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt, um dort auf den Ausgang ihres Asylverfahrens zu warten. Ab dann sind Städte und Gemeinden zuständig. Das gilt nicht nur für die Unterbringung. Sie sind auch Kostenträger für die medizinische Behandlungen. Diese finden in der Regel in den Praxen der niedergelassenen Ärzte statt. Für die Behandlung von akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen, einschließlich der Versorgung mit Arznei- und Verbandmitteln sowie sonstiger zur Genesung, zur Besserung oder zur Linderung von Krankheiten, erhalten die Flüchtlinge deshalb von ihrem jeweiligen Sozialhilfeträger Behandlungsscheine, die über die KVSH abgerechnet werden können. Zu beachten ist, dass nur ein

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gesundheitspolitik F lüchtlingshilfe eingeschränkter Leistungsanspruch besteht. Nach Paragraf 4 des Asylbewerberleistungsgesetzes haben Flüchtlinge nur dann einen Behandlungsanspruch, wenn eine Erkrankung entweder akut oder schmerzhaft ist. Dies gilt auch für chronische Erkrankungen, wenn die Unterlassung der Behandlung dazu führen könnte, dass die Erkrankung akut und der Patient dadurch gefährdet wird (zum Beispiel bei Hypertonie, Diabetes etc.). Schwangere haben den gleichen Anspruch wie gesetzlich Versicherte (alle Vorsorgeuntersuchungen, Entbindung, Hebammenhilfe etc.). Bei Unklarheiten zum Behandlungsanspruch sollte der behandelnde niedergelassene Arzt rechtzeitig Rücksprache mit dem Sozialamt halten, welches den Behandlungsausweis ausgestellt hat. 

Ansprechpartner Das Informationsangebot wird ständig aktualisiert und je nach Bedarf erweitert. Neu aufgenommen wurden unter anderem verschiedene fremdsprachige Materialien des Robert KochInstituts zu den Themen „Impfen“, „Grippe“ und „Hygiene“. Die KVSH nimmt gern weitere Hinweise und Fragen zum Thema „medizinische Versorgung von Flüchtlingen in Arztpraxen“ entgegen. Wenden Sie sich dazu bitte an das Service-Team, Tel. 04551 883 883.

Die Abrechnung erfolgt nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM). Die Leistungen werden mit den entsprechenden Gebührenordnungspositionen gegenüber der KVSH abgerechnet. Kostenträger sind die jeweiligen Kreise und kreisfreie Städte und Kommunen und zuständig sind in der Regel die Sozialämter. Zur Abrechnung der erbrachten Leistungen muss bei der KVSH unbedingt der Behandlungsschein im Original eingereicht werden. Eine Überweisung von Asylbewerbern zum Facharzt ist nicht einheitlich geregelt. Das in den einzelnen Kreisen, kreisfreien Städten und Kommunen akzeptierte, aktuelle Überweisungsverfahren können Sie den  jeweiligen Behandlungsscheinen entnehmen.  Zweifelsfälle sollten mit dem zuständigen Sozialamt geklärt werden. Behandlung von Flüchtlingen über 15 Monate geduldeter Aufenthalt Ab diesem Zeitpunkt haben Flüchtlinge denselben Leistungsanspruch wie Sozialhilfeempfänger. Dieser Anspruch entspricht dem der GKV-Patienten. Die Abrechnung erfolgt, wie bei jedem anderen gesetzlich Krankenversicherten, über die übliche elektronische Gesundheitskarte. Behandlung von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen Stehen minderjährige unbegleitete Flüchtlinge unter der Obhut der Kommunen, gelten sie nicht als Flüchtlinge und haben einen Behandlungsanspruch nach dem  Kinder- und Jugendhilfegesetz (Paragraf 42 SGB VII). Es besteht in diesem Fall ein weitgehend gleicher Behandlungsanspruch wie für GKV-Patienten. Der Behandlungsausweis wird durch den Jugendhilfeträger ausgestellt.  Aktuelle Informationen im Internet Die KVSH stellt auf www.kvsh.de in einem eigenen InfoBereich wichtige Hinweise und Hilfsmittel zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen zur Verfügung. Ärzte und Praxisteams können sich auf der Startseite umfassend zu folgenden Themenbereichen informieren: ƒƒ Wer ist für die medizinische Versorgung in Erstaufnahmeeinrichtungen bzw. Kommunen zuständig? ƒƒ Wie sieht eine Erstuntersuchung aus? ƒƒ Was muss bei Behandlung, Leistungsumfang und Abrechnung beachtet werden? Wo finde ich gute Übersetzungen und Hilfsprogramme? ƒƒ Was muss bei der Verordnung von Arznei- und Verbandmitteln, Heilmitteln und bei Impfungen beachtet werden? ƒƒ Praktische Hilfen, wie z. B. Anamnesebögen in verschiedenen Sprachen

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Gesundheitskarte für Flüchtlinge kommt Asylbewerber in Schleswig-Holstein werden ab Anfang 2016 eine elektronische Gesundheitskarte bekommen. Das Landesgesundheitsministerium hat eine entsprechende Rahmenvereinbarung mit den Krankenkassen unterzeichnet. Mit der Karte können Flüchtlinge, die nach dem Aufenthalt in einer Erstaufnahmeeinrichtung auf die Kommunen verteilt werden, künftig direkt zum Arzt gehen und sich behandeln lassen. Bisher müssen sie erst bei den örtlichen Behörden um einen Behandlungsschein nachfragen. Die neue Lösung soll Bürokratie abbauen und die Kommunen entlasten. Der Leistungsumfang auf den Asylbewerber Anspruch haben, bleibt unverändert. Er wird nicht ausgeweitet. Der Umfang der medizinischen Behandlung ist durch das Asylbewerberleistungsgesetz geregelt.

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gesundheitspolitik K ommentar

Chancen In den Bilanzen zum 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung haben sich einmal mehr Kritiker profiliert. Die tatsächlich bestehende Ungleichheit der wirtschaftlichen Entwicklung und damit auch der Lebensverhältnisse in manchen Regionen ostdeutscher Bundesländer ist für sie der Beweis politischer und finanzieller Fehlsteuerung. Dass der Markt, auf dem die Gesetze des Wettbewerbs über Erfolg und Misserfolg herrschen, auf das Wohlergehen in Nordost-Mecklenburg und Sachsen-Anhalt, aber genauso an der Westküste Schleswig-Holsteins und im Bayerischen Wald auf Dauer mehr Einfluss hat als jede Art von staatlicher Dauersubvention wie dem Soli, wird bei dieser Betrachtung leider verdrängt. Das Grundproblem, das allein mit politischen Maßstäben nicht zu lösen ist, kennen Volkswirtschaftler, seit es ihre Disziplin gibt. Es ist die Frage, ob staatliche Investitionen in peripheren Wirtschaftsregionen deren Wettbewerbsfähigkeit soweit stärken können, dass der Anspruch erfüllt werden kann, in allen Teilen unseres Landes gleiche Lebensverhältnisse herzustellen. Schon lange vor der deutschen Wiedervereinigung wurde in den westlichen Bundesländern versucht, durch den Länderfinanzausgleich oder die Zonenrandförderung strukturschwache Regionen für Betriebsansiedlungen attraktiv zu machen. Doch alle staatliche Umverteilung hat so gut wie nichts bewegt. Denn wo es keine Arbeit gibt, will niemand hin und wer da ist, will weg. Wer diesen Zustand der Marktwirtschaft als Mangel anlastet, muss den Mut haben, die Rückkehr zur Planwirtschaft zu verlangen. Anders wird es nichts. Nur, dass es dann gar nichts wird, klang zum Glück in einigen Bilanzen zum Tag der Deutschen Einheit auch an. Deshalb wäre die Politik gut beraten, freie soziale Marktwirtschaft nicht weiterhin offen oder unterschwellig stets gleichzusetzen mit Manchester-Kapitalismus, Ausbeutung und Raffgier der Unternehmer und Selbstständigen. Denn Beispiele, in denen die Marktwirtschaft schafft, was staatliche Förderung nicht vermag, gibt es. Sie sind zahlreich und machen Mut. Zu den Paradebeispielen, die es im Übrigen in allen peripheren Wirtschaftsregionen in ganz Europa gibt, gehört unser Bundesland. Viele junge Landeskinder zieht es hinaus in die Welt, viele

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ältere kommen nach dem Ende ihres Berufslebens zu uns und kompensieren die Abwanderung der jungen. Was nach „Katastrophe“ klingt, ist unsere Chance. Denn die ältere Generation bringt nicht nur Geld und Bedürfnisse mit; sie schafft damit auch Arbeit für die Jungen: Vornehmlich in Dienstleistungsberufen, wie auch in Arztpraxen, Krankenhäusern, Wellness und Erholung. Und damit die Jüngeren ebenfalls ihren Platz vor Ort finden, braucht es Kindergärten, Schulen, Verkehrsbetriebe, Einzelhandel und und und. Schon vor mehr als zehn Jahren hatte man diese Chancen des demografisches Wandels erkannt und für Modellregionen ermittelt, wie die öffentliche Infrastruktur aussehen muss, um den Bedürfnissen älterer und junger Menschen zu entsprechen. Doch nach wenigen Jahren schlief alles wieder ein. Land, Kreise und Kommunen fördern weiter die „Bürgermeisterwettbewerbe“ um Gewerbegebiete mit subventionierten Gewerbesteuern und wundern sich, dass keiner kommt, während 80 Kilometer weiter in Hamburg Gewerbeflächen fast in Gold aufgewogen werden.

„Was nach ‚Katastrophe’ klingt, ist unsere Chance.“ Die Aussichten und Chancen für qualitativ gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West, im Norden und im Süden unseres Staates und unseres Bundeslandes sind gegeben. Wir müssen sie nutzen, weil wir es „richten“ können. Auch in diesem Heft gibt es ein ermutigendes Beispiel eines Arztkollegen, der aus der Stadt in die Provinz geht. Er würde es nicht tun, wenn er nicht wüsste, dass er auch auf dem Land seinen Beruf mit Erfolg und Freude ausüben kann. Dieses veränderte Selbstverständnis, das Teil eines Strukturwandels zum Vorteil der Regionen ist, muss man fördern – ideell und materiell. Dann werden seinem Beispiel weitere folgen. Peter Weiher, Journalist

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gesundheitspolitik P ortalpra x en

KVSH warnt vor einseitiger Belastung der Niedergelassenen Bund und Länder wollen Notfallversorgung neu ordnen

Plant der Bund, die finanziellen Lasten der Notfallversorgung einseitig auf die Niedergelassenen zu verschieben? Das ist die Befürchtung vieler Kassenärztlicher Vereinigungen, nachdem sich die Bundesregierung, die Koalitionsfraktionen und die Bundesländer Anfang Oktober auf Änderungen am geplanten und noch nicht verabschiedeten Krankenhausstrukturgesetz geeinigt haben. Vorgesehen sind auch Neuregelungen, die die Notfallversorgung an der Schnittstelle zwischen stationärer und ambulanter Versorgung betreffen. Kurz vor der Sommerpause hatte die Bundesregierung ihren Gesetzentwurf zur Krankenhausreform vorgelegt. Dieser sah unter anderem vor, dass sich künftig die Vergütung stärker an der Behandlungsqualität der Kliniken orientieren soll, einschließlich der Möglichkeit von Abschlägen bei mangelnder Qualität. Nicht nur dieses Vorhaben sorgte für heftige Kritik von Krankenhausseite. Auch der vorgesehene Wegfall des 2013 eingeführten „Versorgungszuschlages“ und neu vorgesehene Preisabschläge auf zusätzliche Leistungen sorgten für Ärger zwischen den Kliniken und der Politik.

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Das nun erarbeitete Bund-Länder-Papier mildert die geplanten Maßnahmen als Reaktion auf den Proteststurm deutlich ab. So deutlich, dass das Deutsche Ärzteblatt berichten konnte, die Deutsche Krankenhausgesellschaft sei mit den Änderungen „sehr zufrieden.“ Eckpunktepapier lässt viele Fragen offen Im Zuge ihrer Kampagne gegen die Regierungspläne argumentierte die Krankenhausgesellschaft auch, dass im Bereich der Notfallversorgung durch zu niedrige Vergütungen ein jährliches bundesweites Defizit von einer Milliarde Euro entstünde. Diese Klage griff die Politik auf. Zwar wird im Bund-Länder-Papier zur Nachjustierung der Krankenhausreform festgeschrieben, dass der Sicherstellungsauftrag bei den Kassenärztlichen Vereinigungen bleibe. Zugleich wird aber eine Ergänzung der Regelungen zum Bereitschaftsdienst angekündigt: „KVen sollen künftig entweder ‚Portalpraxen‘ in bzw. an Krankenhäusern, die sich an der Notfallversorgung beteiligen, als erste Anlaufstelle einrichten oder die Ambulanzen von Krankenhäusern über entsprechende Vertragsvereinbarungen unmittelbar in den vertragsärztlichen Notdienst einbinden.“ aktuell

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gesundheitspolitik

Dieser Absatz sorgte seit Bekanntwerden für deutliche Kritik aus der Ärzteschaft und von den KVen. Es wird befürchtet, dass der Gesetzgeber zwar den Sicherstellungsauftrag unverändert lässt, zugleich aber die Finanzierung und die Verantwortlichkeiten einseitig zulasten der niedergelassenen Ärzte verschiebt. Unzureichende Finanzierung des Bereitschaftsdienstes auch in der ambulanten Versorgung Die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Monika Schliffke, warnte die Politik in einer Pressemitteilung davor, den stationären Bereich einseitig zu stärken und die Notfallversorgung an Kliniken auf Kosten der niedergelassenen Ärzte zu entlasten. Die Klage der Krankenhäuser über eine zu niedrige Vergütung der ambulanten Notfälle sei zwar „in Teilen nachvollziehbar“, so Schliffke. Allerdings treffe der Hinweis auf eine unzureichende Finanzierung auch auf die Notdienststruktur der niedergelassenen Haus- und Fachärzte zu: Die Organisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Schleswig-Holstein koste jedes Jahr 20 Millionen Euro, wovon die Krankenkassen aber nur die Hälfte bezahlten. Patientensteuerung erforderlich Die Vorstandsvorsitzende wies in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass die KVSH seit längerem mit vielen Kliniken Diskussionen führe, um mit Hilfe von neuen „Portalpraxen“ eine bessere Patientensteuerung in der Notfallversorgung zu erreichen. Gemeinsam mit der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein und mit Unterstützung der Landesregierung hat die KVSH das Konzept der Portalpraxen entwickelt, das als sektorenübergreifendes Modell eine bessere Steuerung von Patienten ermöglichen soll, die zunehmend direkt die Notfallambulanzen der Kliniken aufsuchen, obwohl das Patientenanliegen besser in einer Praxis aufgehoben wäre. Bessere Abstimmung in der Notfallversorgung nur gemeinsam möglich Wolle die Politik eine besser abgestimmte Behandlung von Notfällen erreichen, könne dies nur durch eine direkte Zusammenlegung von KV-Bereitschaftspraxis und Klinikambulanz zu neuen und gemeinsam betriebenen Portalpraxen erreicht werden, erläuterte Schliffke. Insbesondere müsse der Portalpraxis-Arzt unabhängig von Klinikvorgaben entscheiden können, ob ein Patient stationär aufgenommen werden muss, sofort an Ort und Stelle ambulant behandelt werden kann oder an eine Arztpraxis verwiesen wird. Schliffke forderte die Politik auf, keine Regelung zu treffen, die eine Schlagseite zuungunsten der Niedergelassenen habe, und erneut zentralistische Bundesvorgaben mache. „Wir brauchen keine starren Vorgaben, wie die Kooperation zu gestalten ist. Wir brauchen vielmehr eine Gesetzesänderung, die Optionen zu Verhandlungen mit Kliniken um eine gemeinsame Notfallversorgung überhaupt erst ermöglichen. Und dazu gehört zwingend eine solide Finanzierung der Notfallbehandlung insgesamt“, stellte sie klar.

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Keine Finanzierung der Reform allein aus dem Topf der Niedergelassenen Die Befürchtung ist, dass der Gesetzgeber einmal mehr über das Ziel hinausschießt und nicht neue Formen der regionalen Kooperation ermöglicht, sondern den KVen engmaschige Vorschriften macht, an Krankenhäusern Einrichtungen zu schaffen, die ausschließlich aus der Gesamtvergütung der ambulanten Versorgung bezahlt werden. Dies würde den schleswig-holsteinischen Ansatz, der mit dem sektorenübergreifenden Portalpraxen-Konzept verfolgt wird, ad absurdum führen. Die Vorstandsvorsitzende unterstrich deshalb, dass die KVSH gute Vorschläge für eine verbesserte Kooperation der Sektoren unterstütze, eine Bezahlung ausschließlich aus dem Topf der niedergelassenen Ärzte aber strikt ablehne. Wie der endgültige Gesetzestext aussehen wird, werden die Beratungen im Gesundheitsausschuss des Bundestages zeigen. Die Schlussabstimmung im Parlament über die Krankenhausreform ist für Anfang November vorgesehen. Inkrafttreten werden die Regelungen zu Beginn des nächsten Jahres. Delf Kröger, KVSH

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gesundheitspolitik 3 . G esundheitstag des L übecker Ä rztenetzes

„Gesundheit, Sport und Bewegung“

Unter dem Motto „ Gesundheit, Sport und Bewegung“ veranstaltete das Lübecker Ärztenetz Ende September zum 3. Mal einen Gesundheitstag für die Lübecker Bevölkerung.

Durch den Erfolg der beiden letzten Gesundheitstage beflügelt präsentierten circa 60 Netzärzte nach monatelanger Vorbereitung wieder ein vielseitiges Programm. Trotz des strahlenden Herbstwetters und zahlreicher Parallelveranstaltungen fanden rund 3.500 Besucher den Weg in die Lübecker Musik- und Kongresshalle (MUK) und informierten sich an den mehr als 30 Ständen zu medizinischen Informationen rund um das Thema Sport und Bewegung. Im Zentrum der Veranstaltung stand auch in diesem Jahr wieder der Gesundheitsparcours des Lübecker Ärztenetzes (LÄN), auf dem Besucher anhand eines Laufzettels unter dem Motto „Sport ist Mord – oder habe ich eine Chance und was kann ich dafür tun?“ an verschiedenen Stationen ihre eigene Fitness testen konnten. Der Parcours begann mit einer kurzen anamnestischen Befragung zu verschiedenen Risikofaktoren (KHK, Hypertonus, COPD, Rauchen etc.), gefolgt von insgesamt sechs weiteren Stationen, auf denen allgemeine Parameter zur körperlichen Fitness bestimmt werden konnten.

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An den Stationen 1 bis 3 wurden dabei neben den Körpermaßen, Blutdruck, Sauerstoffsättigung auch Blutzucker und Cholesterin bestimmt. Anschließend konnte der Besucher je nach Neigung zwischen den drei Funktionstests: Laufband/Ergometrie, Lungenfunktionstest und Rückentest wählen, um seine Sporttauglichkeit untersuchen zu lassen. In einer am Ende des Parcours eingerichteten „Blitzsprechstunde“ wurden dann durch die Ärzte des LÄN die Ergebnisse mit den Teilnehmern besprochen und eine Risikoprognose abgegeben. Parallel dazu erfolgte eine anonymisierte Auswertung der Daten durch eine Software der Firma Pfizer, die dem LÄN ebenfalls zur Verfügung gestellt wurde. Sie ermöglichte einen Vergleich mit den Daten der Gesundheitstage der Vorjahre. Weitere Aktivitäten von LÄN-Praxen, wie eine computergestützte Analyse der Form und Beweglichkeit der Wirbelsäule, die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse sowie die laborchemische Erstellung eines kompletten Lipid-Status mit umfassender Interpretation, vervollständigten dieses Programm. Unterstützt wurden die ärztlichen Kollegen bei ihrer Arbeit auf den Ständen durch mehr als 30 medizinische Fachangestellte aus LÄN-Praxen, die sich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet hatten. aktuell

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gesundheitspolitik

Aktuelle Themen aus der Medizin mit Bezug auf Sport und Bewegung boten auch die mehr als 50 gut besuchten Kurzvorträge, in denen LÄN-Ärzte zu Themen wie „So bekommt die Leber ihr Fett weg!“, „Gesund durch Vitamin D – Was ist dran an dem WunderVitamin?“, „Welche Gefahren drohen beim Joggen im Wald?“, „Triathlon – Sport für Jedermann oder Extremsport?“ referierten. Ergänzt wurde dieses Programm durch sogenannte Aktivvorträge, in denen die Besucher zum Mitmachen bei Koronarsport, Strumpfballett oder Seniorentanz aufgefordert wurden.

dell“ ist speziell für pflegebedürftige und stark bewegungseingeschränkte Menschen in Seniorenheimen konzipiert worden. Viele Aspekte dieser bisher vernachlässigten Gruppe wurden auf dem gemeinsamen Stand der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des DRK-Geriatriezentrums Lübeck den Besuchern plastisch nahe gebracht. Die auf dem Präventionssparcours eingenommenen Spenden wurden – wie schon in den letzten Jahren – dem Gesundheitsmobil zur Versorgung nicht sesshafter Patienten im Bereich Lübeck übergeben. Am Ende des diesjährigen Gesundheitstages waren sich nicht nur Ärzte der LÄN-Praxen mit ihren Angestellten, sondern auch alle Aussteller und Sponsoren darüber einig, dass die Präsentation medizinischer Informationen und Themen auch außerhalb der Arztpraxen ein geeigneter Weg ist, Patienten für Prävention, Bewegung und Sport zum Wohle ihrer Gesundheit zu begeistern. Es ist deshalb geplant, diese Veranstaltungsreihe fortzusetzen und in zwei Jahren den 4. Lübecker Gesundheitstag zu veranstalten. Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt, Lübeck

Aber auch an den übrigen Ständen gab es zahlreiche Aktionen, die vom Laufbandtest mit Laufbildanalyse, über das Sehprofil am Arbeitsplatz bis zum Sensibilitätstest auf dem Barfußweg reichten. Von den ebenfalls mit Informations- und Aktionsständen auf dem Gesundheitstag anwesenden Lübecker Krankenhäusern stellte das DRK-Geriatriezentrum Lübeck in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung das sogenannte „Lübecker Bewegungsmodell“ erstmalig einer breiteren Öffentlichkeit vor. Nach einer Pilotphase in Schleswig-Holstein soll dieses Bewegungsprogramm in allen Pflegeeinrichtungen in Deutschland eingeführt werden. Das „Lübecker Bewegungsmo11 | 2015

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Das LÄN vereint im Großraum Lübeck mittlerweile mehr als 130 Ärzte aus 20 Fachgruppen und 85 Praxen. Das 2009 als Bündnis für ambulante Versorgung gegründete LÄN, das schon jetzt mehr als 100.000 Patienten im Quartal betreut, ist angetreten, die medizinische Versorgungslandschaft in der Region Lübeck aktiv mitzugestalten.

aktuell

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PRAXIS  &  KV W ebportal

Arztsuche im Internet kommt an Mitte des Jahres startete die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) einen neuen Online-Service für Patienten: die Arzt- und Psychotherapeutensuche im Internet. Bisher haben sich schon rund 3.400 der etwa 5.100 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten für das Webportal registrieren lassen. Weitere Anmeldungen sind jederzeit möglich.

Unter www.arztsuche.kvsh.de finden Patienten schnell, einfach und übersichtlich Namen, Praxisadressen und Kontaktdaten von niedergelassenen Haus- und Fachärzten sowie Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein. Außerdem kann die Suche verfeinert werden, um Informationen über Spezialisierungen wie Kardiologie oder Gastroenterologie zu erhalten. Darüber hinaus sind Fremdsprachenkenntnisse oder rollstuhlgerechte Praxen zu finden. Nach Eingabe der Suchkriterien wird der Sitz der Arztpraxis auf einer Landkarte angezeigt. Der Nutzer hat die Möglichkeit, die Route bzw. die Entfernung von seinem Wohnsitz zur Praxis berechnen zu lassen. Die Arztsuche der KVSH kann auch mobil mit einem Smartphone oder einem Tablet genutzt werden.

Die Patienten nehmen das neue Serviceangebot der KVSH gut an: Das Webportal verzeichnet jeden Monat rund 2.000 Besucher, im September waren es sogar mehr als 3.000. Noch nicht registriert? Melden Sie sich bei der KVSH! Ärzte und Psychotherapeuten, die sich noch für die OnlineSuche registrieren lassen möchten, schicken ihre Angaben bitte schriftlich per Fax unter dem Stichwort „Arztsuche“ an 04551 883 276. Dieser Kontakt kann auch gern genutzt werden, falls bereits im Webportal vorhandene Angaben aktualisiert werden müssen. Marco Dethlefsen, KVSH

Alle Angaben zu den Praxen beruhen auf Selbstauskünften der Ärzte und Psychotherapeuten, die sich für das Online-Portal registriert haben. Eine Empfehlung oder Vermittlung von Ärzten und Psychotherapeuten ist mit dem neuen Suchservice nicht verbunden. 22

Nordlicht

aktuell

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PRAXIS  & KV B eteiligungsmöglichkeit

Werden Sie „Forschungspraxis“

Nur mit Ihrer Unterstützung können praxisrelevante, interdisziplinäre Forschungsfragen beantwortet werden! Um die gute Qualität der Versorgung abzubilden und versorgungsrelevante Forschungsfragen zu beantworten, lädt Sie das Institut für Allgemeinmedizin der Universität zu Lübeck ein, sich in einem interdisziplinären Forschungspraxisnetz zu engagieren. Ziel ist es, ein Netz von Forschungspraxen aufzubauen, welches Bestand hat und sich weiter entwickeln kann. Um das zu gewährleisten, wird eine Forschungspraxis innerhalb von drei Jahren an mindestens einem Projekt des Instituts für Allgemeinmedizin teilnehmen. Damit die Teilnahme an einer Studie nicht übermäßigen Mehraufwand für das Praxisteam bedeutet, wird bei Bedarf eine „StudyNurse“ des Instituts die Praxis vor Ort unterstützen. Prof. Dr. med. Jost Steinhäuser, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin, Lübeck

80 Prozent aller medizinischen Probleme werden ambulant abschließend versorgt. Nur ein Prozent der Patienten aus dem ambulanten Sektor muss in einem Krankenhaus der Maximalversorgung behandelt werden. Gleichzeitig ist dies der Ort, an dem die Mehrheit der Studien durchgeführt wird. Viele relevante Entscheidungen für die Versorgung unserer Patienten beruhen auf der Basis dieser Studien. Die Folge ist, dass nicht alle Studienergebnisse eins zu eins in die Arztpraxis übertragen werden können. Die Förderung von Studien im ambulanten Setting ist daher dringend notwendig.

Wenn Sie in einer Praxis niedergelassen sind, an der Entwicklung von Forschungsfragen teilnehmen und erleben möchten, dass Beteiligung an Forschungsprojekten Spaß macht, freuen wir uns, wenn Sie uns für weitere Informationen kontaktieren: Prof. Dr. med. Jost Steinhäuser Institut für Allgemeinmedizin jost.steinhaeuser@uksh.de Ratzeburger Allee 160, Haus 50 23583 Lübeck

Aktuell muss für jedes neue Forschungsprojekt mit einem hohen personellen und finanziellen Aufwand eine neue Infrastruktur aufgebaut werden, um diese Fragestellung zu bearbeiten. Diese Infrastruktur steht allerdings bisher selten für darauffolgende Projekte zur Verfügung. So geht wertvolle Expertise in den Praxen verloren, die im nächsten Projekt erst wieder aufgebaut werden muss.

MITMACHEN

Dies ist ein wesentlicher Grund, warum einige relevante Fragestellungen, die eine größere Datenbasis, eine höhere Patientenzahl oder eine komplexere Infrastruktur benötigen, in Deutschland unbeantwortet bleiben.

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PRAXIS  &  KV M itteilungen der K V S H Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dipl.-Psych. Susanne Dirks – halbe Zulassung –

24937 Flensburg, Holm 49

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

01.10.2015

Dipl.-Psych. Maria Diederichsen – halbe Zulassung –

Dipl.-Päd. Frank Schoof – halbe Zulassung –

24589 Nortorf, Am Markt 7

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

15.09.2015

Ulrike Puttkamer

Dr. med. Gabriele Runge – halbe Zulassung –

24306 Plön, Markt 15

Innere Medizin/ausschließlich psychotherapeutisch tätig

01.10.2015

Dr. med. Angelika Wachsmuth – halbe Zulassung –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Gerhard Leinz

24103 Kiel, Wilhelminenstraße 28

Psychologische Psychotherapeutin

01.10.2015

Uta Teschke-Bartsch – halbtags –

ZoGeZ/Zollhaus Gesundheitszentrum Brücke MVZ GmbH

24340 Eckernförde, Schiffbrücke 8

Kinder- und Jugendlichen psychotherapeutin

01.10.2015

Dipl.-Päd. Meret Thale – halbtags –

MVZ Paracelsus GbR

23560 Lübeck, Oberbüssauer Weg 6

Psychologische Psychotherapeutin

01.09.2015

Dipl.-Psych. Eva Schufflitz – vierteltags –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten:

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Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Dipl.-Psych. Dipl.-Päd. Christine Flori

Psychotherapeutin

25712 Burg, Bahnhofstraße 11

25712 Burg, Buchholzer Straße 2

19.10.2015

Dipl.-Psych. Gisela Rinck

Psychotherapeutin

24534 Neumünster, Schützenstraße 10

24539 Neumünster, Liebermannstraße 27 a

01.10.2015

Dipl.-Psych. Bettina Köster

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

25832 Tönning, Johann-Adolf-Straße 7/9

25813 Husum, Neustadt 49

02.11.2015

Beate Mahns

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

24768 Rendsburg, Stegen 5

24768 Rendsburg, Wilhelmstraße 19

01.10.2015

Dagmar Fehres

Psychotherapeuten

25693 St. Michaelisdonn, Hindorfer Straße 6

25693 St. Michaelisdonn, Westerstraße 21

11.09.2015

Dr. med. Renata Asmussen-Kaiser

Innere Medizin (ausschließl. 24103 Kiel, psychotherapeutisch tätig) Dreiecksplatz 2

24103 Kiel, Burgstraße 2

01.10.2015

Dipl.-Psych. Helga Katenbrink

Psychotherapeutin

24119 Kronshagen, Eckernförder Straße 315

24119 Kronshagen, Eckernförder Straße 268

01.11.2015

Dipl.-Psych. Borbe Prieß

Psychotherapeut

23812 Wahlstedt, Rendsburger Straße 26

23812 Wahlstedt, Birkenweg 6 a

01.10.2015

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aktuell

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PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

KVS eröffnet Praxis zur ärztlichen Versorgung von Asylbewerbern

Medizinische Versorgung von Flüchtlingen

Dresden – Die KV Sachsen hat Mitte September 2015 in der sächsischen Landeshauptstadt eine Praxis zur ambulanten Versorgung von Asylbewerbern eröffnet. Diese Praxis löst die provisorische medizinische Versorgung in der Erstaufnahmeeinrichtung in Dresden ab und übernimmt auch die Versorgung der Außenstellen. Die Behandlung erfolgt gemäß Asylbewerberleistungsgesetz. Die Praxis dient der Beschleunigung der Verfahrensabläufe für Asylsuchende und Flüchtlinge und dem Schutz der Bevölkerung vor Infektionskrankheiten und senkt den Verwaltungsaufwand der beteiligten nichtärztlichen Stellen. Die Landesdirektion Sachsen und die Stadt Dresden sorgen für die bei Bedarf notwendigen Dolmetscherdienste. Unter Beteiligung des Sozialministeriums, der Landesdirektion, des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und der KV Sachsen wurde außerdem ein Leitfaden entwickelt, der maßgebliche Regelungen und Praxisbeispiele zum Umfang der Versorgung für Asylbewerber gemäß Asylbewerberleistungsgesetz enthält.

Düsseldorf – Die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe haben mit dem Land NordrheinWestfalen, vertreten durch die Bezirksregierung Arnsberg, einen Rahmenvertrag zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen geschlossen. Der Vertrag gilt seit 1. Oktober und sieht vor, dass die beiden NRW-KVen künftig die Arztabrechnungen aus den aktuell mehr als 160 Einrichtungen des Landes zur Aufnahme von Flüchtlingen übernehmen. Die in enger Abstimmung mit dem NRW-Gesundheitsministerium erarbeitete vertraglich geregelte Zusammenarbeit von KVen und dem Land NRW, soll auch dazu dienen, weitere Ärzte für die Flüchtlingsversorgung in der Landesaufnahme zu gewinnen. Um die Teilnahme für die Mediziner so einfach und unbürokratisch wie möglich zu gestalten, erstellen die Landeseinrichtungen Listen mit Namen und Geburtsdaten der Flüchtlinge. Auf diesen Listen dokumentieren die behandelnden Ärzte die geleisteten Erstuntersuchungen, durchgeführte Impfungen und etwaige Röntgenuntersuchungen auf Tuberkulose. Anschließend werden die Listen bei der zuständigen KV eingereicht und abgerechnet. Bislang wurden sämtliche Einzelabrechnungen aus den Landeseinrichtungen durch die Bezirksregierung Arnsberg bearbeitet.

Klare Worte zum Antikorruptionsgesetz

Bessere Versorgung chronisch kranker Menschen in Bayern

Düsseldorf – Anlässlich des von der Bundesregierung beschlossenen Gesetzentwurfs zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen erklärte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Dr. Peter Potthoff, das Gesetz sei „mit keinen wesentlichen Veränderungen verbunden, zumal sich die große Mehrheit der Ärzte ohnehin korrekt verhält.“ Neu sei lediglich, dass Korruption auch für Akteure in Gesundheitsberufen, also nicht nur für Mediziner, zum Straftatbestand werden kann. Dies sei aber im Grunde überflüssig, da Korruption schon durch die Berufsordnung sanktioniert werden könne. Insofern fülle die Bundesregierung hier eine Lücke, die es gar nicht gegeben habe. Andererseits fehle es „an Trennschärfe zwischen erlaubter und vom Gesetzgeber ausdrücklich gewünschter Kooperation und strafbaren Handlungen. Es wäre nicht im Sinne der Versorgung, wenn sinnvolle und nicht zuletzt für die Behandlung von Patienten naheliegende Kooperationen durch neue gesetzliche Regelungen behindert würden.“

München – Die Leistungen der Haus- und Fachärzte, die sich an Disease Management Programmen (DMP) beteiligen, sollen in Bayern künftig besser honoriert werden. Darauf haben sich die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern (ARGE) und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) verständigt. Ziel ist es, die Behandlung chronisch kranker Menschen flächendeckend in Bayern zu verbessern. Ab sofort erhalten Ärzte, die an DMP teilnehmen, die Möglichkeit, Einzelschulungen für bestimmte Patientengruppen anzubieten, für die eine Gruppenschulung etwa wegen Sprachproblemen oder wegen ihres hohen Alters nicht zielführend wäre. Die Schulung der Patienten ist ein grundlegendes Element der DMP, um ihnen den eigenverantwortlichen und aktiven Umgang mit ihrer Erkrankung zu vermitteln. Zudem erhalten die teilnehmenden Ärzte in Zukunft höhere Pauschalen für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus Typ 1, von Diabetikerinnen mit Kinderwunsch sowie von Schwangeren mit Diabetes.

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PRAXIS  &  KV P s y chotherapie

Ausführung und Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen Für die ordnungsgemäße Ausführung und Abrechnung vieler psychotherapeutischer Leistungen sind Vorschriften zu beachten, die sich in verschiedenen Regelwerken befinden. Hierzu gehören in erster Linie der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM), die Psychotherapie-Richtlinie (PTR) und die Psychotherapie-Vereinbarung (PTV). Im Folgenden werden beispielhaft zwei psychotherapeutische Leistungen erläutert. Psychodiagnostische Testverfahren Die im Abschnitt 35.3 des EBM genannten Psychodiagnostischen Leistungen sind je Behandlungsfall für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nur bis zu einer Gesamtpunktzahl von 1.280 Punkten, für Versicherte ab Beginn des 19. Lebensjahres nur bis zu einer Gesamtpunktzahl von 854 Punkten berechnungsfähig. Größere, auf Tests basierende Untersuchungen müssen unter der Maßgabe einer dem Psychotherapeuten grundsätzlich zustehenden Vergütung für seine Leistung eventuell über zwei Kalendervierteljahre verteilt werden. Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 35300, 35301 und 35302 sind – mit Ausnahme der Indikationsstellung, Bewertung bzw. Interpretation, schriftlichen Aufzeichnung – grundsätzlich delegierbar. Die Gebührenordnungspositionen Psychodiagnostische Testverfahren sind für alle Ärzte und Psychotherapeuten, die über eine Abrechnungsgenehmigung für Psychotherapie nach PTV verfügen, berechnungsfähig. Die einzelnen GOP 35300, 35301 und 35302 EBM werden in den Genehmigungsbescheiden zur Ausführung und Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen von der Abteilung Qualitätssicherung der KVSH nicht explizit aufgeführt. Die Berechnungsfähigkeit ergibt sich schlüssig aus dem EBM heraus. Gemäß PTV können während der Durchführung oder Fortsetzung einer bewilligten Psychotherapie Testverfahren nach den GOP 35300, 35301 und 35302 EBM mit besonderer Begründung bis zu dreimal zusätzlich berechnet werden. Drei Testverfahren, d. h. selbstverständlich nicht dreimal die GOP 35300, 35301 oder 35302 EBM, sondern dreimal der gesamte (zeitliche) Aufwand jeweils eines Testverfahrens. Die Verfahren werden in FünfMinuten- Schritten abgerechnet. Wird ein Testverfahren – beispielsweise ein standardisierter Angstfragebogen von 50 Minuten Dauer während laufender Psychotherapie zur Verlaufskontrolle durchgeführt, so ist in der Quartalsabrechnung die GOP 35300 EBM zehnmal anzusetzen. Biografische Anamnese – GOP 35140 EBM Die Erstellung der biografischen Anamnese ist Teil der für die Indikation einer ätiologisch orientierten Psychotherapie und deren Durchführung erforderlichen vorausgehenden Diagnostik. Sie besteht aus der Erhebung der lebensgeschichtlichen und sozialen Daten des Patienten und der Bestimmung des psychodynamischen bzw. verhaltensanalytischen Status. Da die biografische Anamnese Teil der einer Psychotherapie vorausgehenden Diagnostik ist, kann sie während einer laufenden Psychotherapie nicht abgerechnet 26

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werden. Ist nach einer abgeschlossenen biografischen Anamnese – gegebenenfalls während der bereits laufenden Behandlung – eine ergänzende vertiefte Exploration erforderlich, steht dafür die GOP 35141 als Zuschlag zur Ziffer 35140 EBM zur Verfügung. Die Position ist nur einmal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Konkret hat hier die Einschränkung „nur einmal im Krankheitsfall“ die Bedeutung „nur einmal während der laufenden Psychotherapie“. Die einmal erstellte biografische Anamnese ist Teil der Patientenakte. Und von daher ist eine grundlegende erneute Erstellung nach Ablauf eines Kalenderjahres fachlich begründet kaum denkbar. Kommt es zu einem Behandlerwechsel, kann die biografische Anamnese selbstverständlich erneut vom nachfolgenden Psychotherapeuten erhoben und berechnet werden. Zur vollständigen Erbringung der Gebührenordnungsposition 35140 – Biografische Anamnese – ist kein persönlicher Psychotherapeut-PatientKontakt erforderlich. Die Leistung ist persönlich vom Psychotherapeuten zu erbringen, sie ist nicht delegierbar. Die Gebührenordnungs-position ist eine nicht- antrags- und genehmigungspflichtige Leistung und wird somit über das Punktzahlvolumen (PZV) vergütet. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

Genehmigung des BMG steht noch aus Ende September hatte der Erweiterte Bewertungsausschuss in Berlin entschieden, das Honorar der Vertragspsychotherapeuten rückwirkend ab 2012 zu erhöhen. Die Vertragspartner, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband, setzten damit ein Urteil des Bundessozialgerichtes um. Die rückwirkende Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses muss allerdings noch vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) genehmigt werden. Sobald die Auswirkungen auf Schleswig-Holstein feststehen, wird die KVSH darüber informieren.

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. Katharina Tönnsen Geburtsdatum: 21.10.1976 Geburtsort: Crivitz (Mecklenburg-Vorpommern) Familie: verheiratet, ein Kind Fachrichtung: Haut- und Geschlechtskrankheiten, Allergologie, Naturheilverfahren Sitz der Praxis: Flensburg Niederlassungsform: Einzelpraxis Neu niedergelassen: 1. Juli 2015

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? In der Dermatologie kann ich viele Untersuchungen und Therapien gut ambulant durchführen, sodass ich auch als Niedergelassene einen Großteil des Fachspektrums selbst betreuen kann. In der eigenen Praxis habe ich die Möglichkeit, selbstverwirklichend und unabhängig zu arbeiten. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Die vielen schönen Erlebnisse mit Menschen verschiedenster Herkunft und Altersklassen und das Gefühl, ihnen helfen zu können. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Auf keinen Fall aus der Klinik direkt in die Einzelpraxis gehen. Für mich war der Einstieg in die ambulante Tätigkeit durch die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Kollegen (sieben Jahre Jobsharing) ideal. Ich habe sowohl fachlich als auch unternehmerisch viel von ihm gelernt. Außerdem viele Fortbildungskurse und geplante Zusatzbezeichnungen möglichst schon vor der Niederlassung absolvieren, um sich ganz auf die Praxis konzentrieren zu können. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Queen Elizabeth II. Ich würde sie fragen, wie sie es schafft, nach über 60 Jahren im Amt täglich so konsequent und der Öffentlichkeit ausgesetzt zu arbeiten und dabei so fit und positiv zu bleiben. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Mit dem Rad zur Arbeit fahren, Gartenarbeit, Zeit mit meiner Familie in der Natur verbringen, Yoga. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Historische Romane und Gartenbücher 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Weil hier nette und unkomplizierte Menschen leben und Wasser und Natur als Freizeitwert so reizvoll sind. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … wie meine Eltern – Tierarzt – geworden.

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die menschen im land V or O rt

Welt Diabetes Tag in Schleswig Jedes Jahr am 14. November wird mit dem Welt Diabetes Tag auf die weltweit steigende Verbreitung des Diabetes mellitus aufmerksam gemacht. Die zentrale Veranstaltung für Schleswig-Holstein findet in diesem Jahr unter dem Motto „ Gesunde Ernährung – Gesundes Leben“ in Schleswig statt. Als optischer Höhepunkt und Abschluss wird Schloss Gottorf in blauem Licht erstrahlen.

Im Organisationsbüro: Susanne Bergen und Dr. Carsten Petersen

Im Organisationsbüro in der Schleswiger Innenstadt laufen seit Wochen die Telefone heiß. Dr. Carsten Petersen, Internist und Diabetologe sowie Initiator des Diabetes-Präventionsprogramms „aha! – ab heute anders“, und seine Mitarbeiterinnen Susanne Bergen und Rosi Joohs bereiten alles für den großen Tag vor. Am 14. November 2015 werden Diabetes-Spezialisten aus dem ganzen Land nach Schleswig anreisen und vormittags im Kreishaus Fachvorträge für Ärzte und medizinisches Fachpersonal halten. Am Nachmittag stehen verschiedene Aktionen für die interessierte Öffentlichkeit auf dem Programm. Sie können Vorträge rund um das Thema Diabetes besuchen. Kindern wird das Thema „Gesundes Essen und Trinken“ vermittelt. Die AOK NordWest bietet Fitnesseinheiten zum Mitmachen an. Im Ausstellerbereich werden aktuelle Entwicklungen aus dem Bereich der Diabetestherapie vorgestellt. Schirmherr der Veranstaltung, die von der Schleswig-Holsteinischen Gesellschaft für Diabetes durchgeführt wird, ist Ministerpräsident Torsten Albig. Er wird am Abend gemeinsam mit dem Landrat des Kreises SchleswigFlensburg Wolfgang Buschmann und dem Schleswiger Bürgermeister Arthur Christiansen vor dem dann blau illuminierten Schloss 28

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Gottorf sprechen. Die blaue Farbe symbolisiert die Farben der Vereinten Nationen; seit 2007 ist der Welt Diabetes Tag ein offizieller UN-Tag. Volkskrankheit Diabetes Dr. Carsten Petersen, der seit zwanzig Jahren in Schleswig niedergelassen ist, ist einer der Organisatoren der Veranstaltung. Der Facharzt für Innere Medizin engagiert sich bereits seit vielen Jahren als ärztlicher Leiter von „aha! – ab heute anders!“ und in verschiedenen anderen Projekten für eine bessere Versorgung von an Diabetes mellitus erkrankten Patienten. „In unserer Gesellschaft tickt eine medizinische Zeitbombe. Deshalb engagieren wir uns in der Diabetes-Prävention”, erklärt er seine Motivation. Weit mehr als sechs Millionen Bundesbürger sind an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. Jedes Jahr kommen rund 250.000 neu Erkrankte hinzu. Dazu kommt eine hohe Dunkelziffer, denn häufig wird die Diagnose erst gestellt, wenn bereits Erkrankungen des Herz-Kreislauf- oder Nervensystems, der Augen oder der Nieren entstanden sind. Im Durchschnitt dauert es vier bis sieben Jahre, bis Diabetes festgestellt wird. 10 bis 20 Prozent der Typ 2-Diabetiker haben aktuell

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die menschen im land profil werden dazu in der Praxis ihres Hausarztes angesprochen. Sie füllen dort einen Fragebogen (FINDRISK-Test) aus und geben ihn zur Auswertung ab. So wird das individuelle Risiko, in den nächsten zehn Jahren an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, ermittelt. Bestätigt sich der Verdacht, kann der Patient an einem 15-monatigen Präventionsprogramm teilnehmen. Es zielt darauf ab, mit Hilfe ärztlicher Beratung und Betreuung das Auftreten der Erkrankung zu verzögern oder gar zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern. Mehr Informationen zum Welt Diabetes Tag unter www.ab-heute-anders.de/meldung_detail/worlddiabetes-day.html Jakob Wilder, KVSH

Schloss Gottorf

Foto: Baweg / photocase.de

dann aber bereits schon typische Spätschäden wie Durchblutungsstörungen. Petersen setzt deshalb vor allem auf frühzeitige Diagnose, konsequente Behandlung und Aufklärung der Bevölkerung durch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen. Dazu zählt auch der Welt Diabetes Tag.

„Gesu n Ernähr de un gesun g – Leben des !!“ am 14.11.2015, von 14-17 Uhr Kreishaus Schleswig, Flensburger Str. 8 ab 18 Uhr: blaue Illumination von Schloss Gottorf

Welt Diabetes Tag

Themen/Schwerpunke/Vorträge • Vorbeugung des Diabetes mellitus durch gesunde Ernährung und Bewegung.

• Therapie und Selbsthilfe/ Selbstmanagement

• Früherkennung und Verhinderung von Folgeerkrankungen

• großer Ausstellerbereich mit neuesten Produkten zum Messen und Spritzen

• Diabetes bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

• Vorstellung der Diabetes-Online-Community

• Selbsterfahrung bei extremem Sport

• Beratung und Hilfe im Alltag

Organisatorisches Zur Durchführung des Programms wurde das „aha!-Büro“ eingerichtet. Es ist für den Versand der Erstausstattung an die teilnehmenden Ärzte, die Entgegennahme und Auswertung der FINDRISK-Bögen, den Versand der Ergebnisberichte der FINDRISK-Bögen an den jeweiligen Arzt sowie die Zusammenstellung und den Versand der Dokumentationsmappen zuständig. Das Büro bietet eine Telefon-Hotline für teilnehmende Versicherte und Ärzte an: Tel. 04621 855 425. Mitmachen Die Verträge zum aha!-Programm enden zum 30. Juni 2016. Ärzte sollten jetzt noch die Gelegenheit nutzen und ihren Patienten die Möglichkeit geben, vom aha!-Programm zu profitieren. Die Behandlung der bis zum 30. Juni 2016 eingeschriebenen Versicherten kann selbstverständlich über das Vertragsende hinaus bis zum Abschluss des Programms fortgeführt werden. In den Vertrag können sich Vertragsärzte und angestellte Ärzte mit Genehmigung zur Teilnahme am DMP Diabetes mellitus Typ 2 der KVSH einschreiben. Vergütung ƒƒ zehn Euro pro Patient für die Besprechung des FINDRISKErgebnisses und die gegebenenfalls aus dem Ergebnis resultierende Einleitung weiterer Maßnahmen ƒƒ jeweils zehn Euro für die Nachbeobachtungs- und Beratungstermine nach drei, neun und 15 Monaten. Das gilt jedoch nicht für Patienten, die in das DMP Diabetes mellitus Typ 2 eingeschrieben werden. In diesem Fall greift die DMP-Vergütung.

• „Flash-Glucose-Messung“

aha!-Projekt erfolgreich Wie gut Prävention gelingen kann, haben Petersen und andere Ärzte aus dem Raum Schleswig bereits im Rahmen des Modellprojektes zur Diabetes-Prävention „aha! – ab heute anders!“ bewiesen. Vor einem Jahr schloss die KVSH mit der AOK NordWest, der BARMER GEK und der DAK-Gesundheit dazu einen neuen Vertrag zur Erkennung und Behandlung von Menschen mit hohem Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 ab. Er gilt für ganz Schleswig-Holstein. Im Zentrum von „aha! – ab heute anders!“ steht dabei die Beratung von Patienten mit Übergewicht und Adipositas. Versicherte der teilnehmenden Krankenkassen mit entsprechendem Risiko11 | 2015

„aha!- ab heute anders!“ lohnt sich

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Unterlagen Vertrag, Teilnahmeerklärungen, Ablaufplan und Vergütungsübersicht finden Sie unter www.kvsh.de  Praxis  Downloadcenter  Verträge  aha!-Programm

aktuell

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SERVICE T eam B eratung

Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Lieferengpässe bei Impfstoffen Die Impfleistungen, die zulasten der gesetzlichen Krankenkassen erbracht werden können, dürften mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen gehören alle Impfungen, die in der Schutzimpfungsrichtlinie in der Spalte Indikation genannt sind. Ausgenommen hiervon sind Impfungen aus beruflichen Gründen und auch Impfungen für ehrenamtliche Tätigkeiten. So weit so gut. Leider haben wir in diesem Jahr besonders viele Ausfälle bei der Lieferbarkeit der Impfstoffe. Das Paul-Ehrlich-Institut hat aus diesem Grunde auf seiner Homepage eine Übersicht platziert, auf der die derzeitigen Lieferengpässe und die voraussichtliche Wiederverfügbarkeit der einzelnen Impfstoffe zu ersehen sind: www.pei.de  Arzneimittel  Impfstoffe  Impfstofflieferengpässe Wir können zwar den Unmut der Praxen und auch der impfwilligen Patienten über die Lieferengpässe verstehen, jedoch hat die KVSH keinen Einfluss auf die Produktion der Impfstoffe. Thomas Frohberg, KVSH

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard

30

04551 883 362

Nordlicht

anna-sofie.reinhard@kvsh.de

aktuell

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Service

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

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Antworten des Service-Teams Dürfen Rezepte bei Urlaub eines Arztes in einer Berufsausübungsgemeinschaft oder in einem Medizinischen Versorgungszentrum über dessen lebenslange Arztnummer (LANR) ausgestellt werden? Nein, wenn ein Arzt offiziell urlaubsbedingt nicht in der Praxis ist, dürfen keine Dokumente mit dessen LANR ausgestellt werden. Hier muss immer die LANR des anwesenden Praxispartners angegeben werden. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn ein externer Vertreter in der Praxis die Vertretung übernimmt. Dieser nutzt sowohl für die Abrechnung als auch für die Ausstellung von Verordnungen die LANR des zu vertretenden Arztes.

Wieso wird die Ziffer 32 (GOÄ) für die Jugendarbeitsschutzuntersuchung in der Honorarabrechnung in die 00032 umgestellt? Mache ich einen Fehler, wenn ich die 32 eintrage? Der Ansatz der Ziffer 32 ist korrekt. Die Ziffer wird von uns automatisch mit den drei Nullen ergänzt. Die KVSH kann intern nur fünf-stellige Ziffern verarbeiten.

Darf die Ziffer 01820 EBM auch von Hausärzten abgerechnet werden? Die GOP 01820 darf gemäß Präambel Kapitel 3 Nr. 3 EBM auch von Hausärzten berechnet werden, wenn Wiederholungsrezepte, Überweisungsscheine, Übermittlung von Befunden oder ärztliche Anordnungen im Rahmen der Empfängnisregelung, Sterilisation oder Schwangerschaftsabbruch im Auftrag des Arztes ausgestellt und weitergegeben werden.

Darf die Erstversorgung von Arbeitsunfällen von Arztpraxen abgerechnet werden, die keine D-Ärzte sind? Jeder Arzt darf die Erstversorgung eines Arbeitsunfalls erbringen, wenn eine sofortige Behandlung erforderlich ist. Die erstversorgende Praxis meldet den Unfall bei der zuständigen Berufsgenossenschaft und rechnet auch über diese ab. Die Weiterbehandlung muss über den D-Arzt erfolgen.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 11 | 2015

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aktuell

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SERVICE was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

fÜR Ärzte in Weiterbildung

thema: Moderatorengrundausbildung

thema: A  brechnung

für Qualitätszirkel datum: 27. November 2015, 15.00 bis 21.00 Uhr 28. November 2015, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 11. Dezember 2015, 10.00 bis 16.00 Uhr

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen.

Das Thema „Abrechnung“ wird aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: der des Arztes genauso wie der der Verwaltung, sowohl im Bereich der GKV als auch bei Privatpatienten und Selbstzahlerleistungen.

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln

• Der erste Teil des Programms widmet sich verschiedenen Facetten der Abrechnung der Leistungen gegenüber der KVSH. Doris Scharrel, niedergelassene Frauenärztin aus Kronshagen, und Ernst Sievers, stellvertretender Leiter der KVSH-Abrechnungsabteilung, erläutern aus Sicht einer Praxisinhaberin und aus Sicht der Verwaltung, wie sich die Abrechnung im Praxisalltag so organisieren lässt, dass sie keine Belastung darstellt und doch pünktlich und korrekt eingereicht werden kann. • Dr. Thyra Bandholz, Hautärztin in Kiel, berichtet anhand ihres Weges in die Selbstständigkeit, weshalb die Scheu vor der Abrechnung kein Grund ist, diesen Schritt nicht zu wagen. Sie wird auch aus eigener Erfahrung schildern, dass sich Familie und Beruf in der Freiberuflichkeit weitaus besser verbinden lassen als vielfach angenommen. • Horst Falkenberg, Geschäftsführer der Privatärztlichen Verechnungsstelle (PVS) Schleswig-Holstein/Hamburg zeigt auf, welche Abrechnungsmöglichkeiten es jenseits der GKV gibt und welchen Beitrag diese zur Wirtschaftlichkeit der Praxis leisten können. Was ist bei Selbstzahlerleistungen zu beachten? Welche Bedeutung haben privatversicherte Patienten für die Praxis? Was unterscheidet die GOÄ vom EBM?

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg

Teilnahmegebühr: 200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung

Teilnahmegebühr: Die Teilnahme ist kostenfrei (Für Verpflegung ist gesorgt)

Fortbildungspunkte:.20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben.

Fortbildungspunkte:.7 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Um uns die Vorbereitung zu erleichtern, bitten wir Sie um eine Anmeldung per Fax oder per E-Mail (akademie@aeksh.org) bis zum 4. Dezember 2015.

kontakt + anmeldung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Abt. Zulassung/Praxisberatung

Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung

Tyneke Evert Tel. 04551 883 462 Fax 04551 883 276 E-Mail tyneke.evert@kvsh.de

Alexander Waschkau 04551 8813 206 04551 8813 194 alexander.waschkau@kvsh.de

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Paul Brandenburg Regina Steffen Tel. 04551 883 637 04551 883 292 Fax 04551 883 7637 04551 883 7292 E-Mail paul.brandenburg@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de 32

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Service

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter thema: Qualitätsmanagement –

die G-BA Richtlinie erfüllen

datum: 20. Januar 2016, 14.00 bis 18.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern? In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 50 Euro Fortbildungspunkte:.5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de 11 | 2015

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SERVICE

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter thema: QEP®-Einführungsseminar

datum: 5. Februar 2016, 15.00 bis 21.00 Uhr 6. Februar 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge; erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 200 Euro, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung Fortbildungspunkte: 18 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung und im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de 34

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Service

Veranstaltungen KVSH

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

14. November 2015, 14.00 bis 17.00 Uhr

Welt Diabetes Tag

2. Dezember 2015, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de

Ort: Kreishaus Schleswig, Flensburger Straße 8 Info: Tel. 04621 855425, Im Anschluß wird Schloss Gottorf mit UN-blauem Licht angestrahlt www.ab-heute-anders.de

18. November 2015, 13.30 bis 15.00 Uhr

Sucht und Alter – Zusammenhang und Behandlung Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9 –15, 23562 Lübeck, Vortragsraum Haus 2 Info: Dr. Markus Weber, Chefarzt, AHG Klinik Lübeck, Tel. 0451 5894 0, Fax 0451 5894 331, die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

21. November 2015, 8.00 Uhr bis 15.15 Uhr

www.kvsh.de

Inauguration Symposium Inflammatory Skin Diseases

KVSH-Kreisstellen

Ort: Audimax, AM4, Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23562 Lübeck Info: Sekretariat: Stephanie Latif, Tel. 0451 500 4698, Fax 0451 500 2981 E-Mail: stephanie.latif@uksh.de www.lied.uni-luebeck.de

25. November 2015, 16.00 Uhr 21. November 2015, 9.00 bis 13.30 Uhr

Gut zu Fuß – Aktuelles aus der Fußchirurgie Ort: Diako, Fliednersaal 1, Flensburg Info: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 www.aeksh.de

25. November 2015, 17.00 Uhr

7. Uronkologischer Qualitätszirkel Flensburg – aktuell zur Prostataerkrankung Ort: Diako, Fliednersaal 2 –3, Flensburg Info: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 www.aeksh.de

25. November 2015, 18.00 Uhr

21. Schleswiger Schmerztagung: Kopfschmerz – Bewährtes und Neues Ort: Kasino der Helios-Fachklinik, Am Damm 1, 24837 Schleswig, Zufahrt entweder über die alte Pforte am Stadtfeld oder Parkplatz Klinikneubau St. Jürgener Straße (5 Minuten Fußweg) Info: Anmeldung: Tel. 04621 831112, Fax 04621 83601112. Für das Fortbildungszertifikat wurden seitens der Ärztekammer Schleswig-Holstein 5 Punkte zuerkannt. E-Mail: christiane.hentke-Schink@helios-kliniken.de www.dgss.org

27. November 2015, 17.00 Uhr

FKQS – SYMPOSION – computergestützte Patientenführung

Ort: Hotel Wassersleben, Flensburg Info: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 www.aeksh.de

Ort: Kieler Wissenschaftszentrum, Fraunhoferstraße 13, 24118 Kiel Info: Optimierung in der Patientenversorgung und Beherrschbarkeit der Bürokratie und Vertragsvielfalt, Anmeldung: Geschäftsstelle FKQS, Marion David, Telefon 04551 803 168. E-Mail: fkqs@aeksh.de www.foerderkreis-qs.de

Schleswig-Holstein

16. Dezember 2015, 13.30 bis 15.00 Uhr

4. Flensburger MS-Symposium

Die ICF – um was geht es bei der International Classification of Functioning

12. November 2015, 20.00 Uhr

Rhonchopathie und Schlafapnoe

Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9 –15, 23562 Lübeck, Vortragsraum Haus 2 Info: Horst Teigeler, Leitender Psychologe, AHG Klinik und Adaptionshaus Lübeck, Tel. 0451 5894 0, Fax 0451 5894 331, die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

Ort: Conventgarten, Rendsburg Info: Referent Dr. C. Cordes, Prof. Dr. St. Gottschlich, Rendsburg, Fortbildungspunkte werden beantragt E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 36

Nordlicht

Delegations-Vereinbarung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif Esser������������������������������������������������������������������������������������������ 307 Ermächtigungen Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Kristina Kramar�������������������������������������������������������������������������������� 561 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 aktuell

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Service kontakt

Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Kristina Kramar�������������������������������������������������������������������������������� 561 Melanie Lübker�������������������������������������������������������������������������������� 427 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459

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Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 527 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Christopher Lewering����������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488

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Service kontakt

Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Umweltmedizin/Umweltausschuss Tanja Glaw �������������������������������������������������������������������������������������� 685 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� 351 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Impressum

Nordlicht aktuell Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v.i.S.d.P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail���������������������������������������������������� buero@kreisstelle.dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 11 | 2015

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

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