Page 1

nr. 10 | 2015

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassen채rztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

A

K

T

U

E

Oktober 2015 | 18. Jahrgang

L

L

Praxisabgabe

se r ab vi se ces it ei e te 36 n

Ausstieg nach Plan


Inhalt seite

4

rubrik/Thema

heft 10 | 2015

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

Praxisabgabe innerhalb der Familie: Allgemeinmediziner Thomas Miklik arbeitet halbtags als angestellter Arzt weiter

6

Dr. Martin Böhm tritt kürzer: Der Facharzt für Innere Medizin berichtet im Nordlicht-Interview über seinen schrittweisen Weg in den Ruhestand

8

Existenzgründeranalyse der apoBank: Niederlassung bleibt attraktive Option

10

Dietmar Godt, Direktor der Lübecker Filiale der apoBank: Existenzgründung fast ohne Risiko

11

Nachrichten Kompakt Gesundheitspolitik

14

Bericht von der Abgeordnetenversammlung

15

Bekanntmachung der KVSH: HVM-Änderung zum 1. Oktober 2015

16

Ärztliche Versorgung von Flüchtlingen in der Erstaufnahmeeinrichtung Rendsburg

Immer mehr ältere Ärzte wollen ihre Praxis nicht von einem Tag auf den anderen abgeben. Die Niedergelassenen setzen die Praxisübergabe und den damit verbundenen Abschied aus dem Berufsleben daher immer häufiger lieber in Teilschritten um. Eine gute Planung ist an dieser Stelle entscheidend. Das Nordlicht hat bei zwei Praxisabgebern nachgefragt, wie sie den Übergang von der Niederlassung in den Ruhestand organisieren. Außerdem hat die apoBank eine neue Existenzgründeranalyse vorgestellt - mit teilweise überraschenden Ergebnissen.

04

18

Patientenumfrage: Gute Noten für SchleswigHolsteins Ärzte und Psychotherapeuten

20

„Wartezeiten“-Plakat für die Praxis

21

Kommentar: Hilfe!

Die Mitglieder der Abgeordnetenversammlung diskutierten in der September-Sitzung die ersten Planspiele, wie die KVSH dem gesetzlichen Auftrag zur Schaffung von Terminservicestellen nachkommen soll. Nachdem die Koalition in Berlin trotz aller Proteste an ihrem Vorhaben festgehalten hat, läuft der Countdown zur Umsetzung. Die rechtlichen Vorgaben sehen vor, dass die Terminservicestellen Ende Januar an den Start gehen sollen.

Praxis & KV 22

aha! – Betreuung von Menschen mit hohem Risiko für Diabetes mellitus Typ 2

24

Impfsaison: Neues Info-Material für die Praxis

26

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen

29

Neues aus KBV und KVen

30

Terminservicestellen für Psychotherapie

Die Menschen im Land 31

Serie: Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

32

Arzt sein, wo andere Urlaub machen

34

Glosse: Skurriles aus der Sprechstunde

14 32 Frank Henning ist in den Urlaubsmonaten besonders gefordert. Der Allgemeinmediziner aus Kappeln führt seit sechs Jahren eine Zweigpraxis in Maasholm. Wenn im Sommer die Touristen zum Segeln und Campen in das kleine Fischerdorf an der Schleimündung kommen, bietet er dort sogar eine Sondersprechstunde an.

Service

2

36

Sicher durch den Verordnungsdschungel: Impfleistungen richtig abrechnen

37

Sie fragen – wir antworten

38

Hygiene in der Arztpraxis: Praxisbegehungen

39

„Begehungsprofi“ im Nordlicht-Interview: Bettina Buchholz vom Landesamt für Soziale Dienste

41

Seminare

43

Termine

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

Nordlicht

aktuell

10 | 2015


Nordlicht nr. 10 | 2015 EDITORIAL Dr. Ralph Ennenbach, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, Vertrauen in den Arzt haben die allermeisten Versicherten, nicht umsonst landet der Beruf des Arztes in der Rangfolge der angesehensten Berufe regelmäßig auf den vordersten Plätzen. Nimmt man dagegen die Berichterstattungen in den Medien und die politische Resonanz als Maßstab, wird Vertrauen in das Vertragsarztsystem wohl immer mehr zur Mangelware. Daran haben wir auf der KV-Funktionärsebene unsere gehörige Mitschuld, weil wir es kaum schaffen, über Inhalte zu sprechen und weil uns die interne Nabelschau wichtiger ist. Ohne Aufarbeitung geht es nicht – das ist klar. Aber warum schaffen wir es nicht, intern aufzuklären und trotzdem nach außen ruhig zu bleiben? Hilft es wirklich bei allen Verfahrensfragen des Aufklärens vorab an das Bundesgesundheitsministerium, das die Aufsicht über die KBV hat, heranzutreten, um einen Rat zu erhalten? Und wenn man das tut, wer schenkt unseren Fähigkeiten Glauben, wenn es um komplexere Fragen geht? Es handelt sich um einen Irrweg, der am Ende allen schadet und es ist meine Hoffnung, dass der auf der KBV-Vertreterversammlung am 9. September beschlossene „Vertrauensausschuss“ – unter Vorsitz eines Unparteiischen mit der Qualifikation zum Richteramt – in der Lage ist, entscheidende Kurskorrekturen zu erreichen. Wir wollen jedenfalls alles dafür tun, dass Sie mit Vertrauen in Ihre Zukunft schauen können. Dazu gehört eine vertrauenswürdige Organisation in Ihrer Mitte. Wie geht es inhaltlich im nächsten Jahr weiter? Der Bewertungsausschuss hat auf der Honorarebene Vorgaben für 2016 gemacht, die für unser Bundesland neben der Preiserhöhung von 1,6 Prozent dazu auch einen Zuwachs des Budgets (und damit der Leistungsmengen) um 2,4 Prozent bedeuten. Hinzu kommen mögliche regionale Vereinbarungen mit den Krankenkassen. Die Gespräche dazu werden sich wohl bis in das neue Jahr hinziehen, weil einige Kassen aktuell vor der Einführung von Zusatzbeiträgen stehen. Das macht schnelle Verhandlungen nahezu unmöglich. Das „Top-Thema“ zu Beginn des nächsten Jahres werden sicherlich die Terminservicestellen sein, zu deren Einrichtung die Kassenärztlichen Vereinigungen per Gesetz verpflichtet sind. In Schleswig-Holstein scheint sich nach vielen Diskussionen mit den Berufsverbänden und in den KVSH-Gremien das sogenannte „Gutschein-Modell“ durchzusetzen. Mehr Informationen dazu und zu anderen aktuellen Entwicklungen bietet der Bericht über die Abgeordnetenversammlung in diesem Heft.

Dr. Ralph Ennenbach

10 | 2015

Nordlicht

aktuell

3


Titelthema P ra x isabgabe Die Abgabe beziehungsweise der Verkauf der eigenen Praxis an einen Nachfolger stellt für jeden Arzt eine ganz besondere Herausforderung dar. Schließlich handelt es sich hierbei um ein wirtschaftliches Vorhaben, das unternehmerisches Denken und Handeln erfordert. Aber auch emotionale und soziale Aspekte spielen eine Rolle, denn die Aufgabe der beruflichen Tätigkeit mit der damit verbundenen Übertragung des oft über Jahrzehnte aufgebauten Patientenstamms fällt vielen Ärzten nicht leicht. Immer mehr ältere Niedergelassene nutzen daher die vielfältigen Möglichkeiten, die das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz seit 2007 bietet, und bereiten ihren Abschied aus dem Beruf in Teilschritten und möglichst langfristig vor. Sie lassen sich dazu z. B. in ihrer Praxis anstellen und arbeiten dann in Teilzeit bis zum wohlverdienten Ruhestand weiter. Angestellt zu arbeiten liegt bei älteren Medizinern ohnehin seit einigen Jahren voll im Trend: 2010 waren 44 Ärzte und Psychotherapeuten, die 65 Jahre oder älter waren, als Angestellte tätig. Bis September 2015 waren es mit 101 Medizinern schon mehr als doppelt so viele.

Sanfte Praxisabgabe Die eigene Praxis schließen, den Arztberuf an den Nagel hängen und nur noch den eigenen Hobbys nachgehen: Diese Option kam für Thomas Miklik (66) nicht in Frage. Der Hausarzt und Notdienstbeauftragte der KVSH hat die Übergabe seiner Praxis in Kiel-Schilksee mit seinen beiden Nachfolgern daher so geregelt, dass er nicht von einem Tag auf den anderen aus dem Praxisbetrieb ausscheiden muss. Das Übergabekonzept sieht für ihn vielmehr einen langsamen Ausstieg aus dem Berufsleben vor. Thomas Miklik praktiziert deshalb nach fast dreißig Jahren Tätigkeit in der eigenen Praxis seit Anfang August dieses Jahres nur noch halbtags als angestellter Arzt. Der neue Praxis-Chef Dennis Kramkowski ist gleichzeitig auch sein Schwiegersohn. Dritter im Bund ist Mikliks Sohn Stephan, der als frischgebackener Hausarzt ebenfalls halbtags im Angestelltenverhältnis in der Praxis arbeitet. Eine familiäre Lösung mit Vorteilen für alle Beteiligten. Miklik muss mindestens elf Stunden in der Woche ärztlich tätig sein. „Die Umstellung war für mich kein Problem. Im Gegenteil! Ich habe gleich mehrere Wochen Urlaubsvertretung für meinen Schwiegersohn gemacht. Da kamen manchmal sogar fast zwanzig Stunden pro Woche zusammen“, berichtet er. Seine neue Rolle als angestellter Arzt ist Teil eines organisatorischen Konstrukts zur sanften Praxisübergabe, das sich Miklik gemeinsam mit Schwiegersohn Dennis Kramkowski (38)

und Sohn Stephan (34) überlegt hat. „Wir haben dazu mehrmals in meinem Gartenhaus die Köpfe zusammengesteckt. Jeder hat dann seine Vorstellungen vorgebracht und daraus haben wir einen genauen Übergabezeitplan abgesteckt“, erläutert Miklik. Am Ende stand die gemeinsame Lösung. Kramkowski, der seit gut anderthalb Jahren schon einen Praxissitz in Kiel-Friedrichsort besitzt, kaufte Miklik dessen Praxissitz in Kiel-Schilksee ab und führte die Praxis nun als Zweigpraxis weiter. Er stellte Stephan Miklik, der gerade seine Facharztprüfung abgelegt hat, und Thomas Miklik als halbtags tätige Ärzte ein. So bleiben beide Praxisstandorte erhalten, was gerade für die vielen älteren Patienten aus Schilksee wichtig war. Viele machten sich Sorgen, dass die Praxis geschlossen wird, wenn Miklik in den Ruhestand geht. „Unsere Lösung ist für die Patienten und uns drei Ärzte die beste und vernünftigste. Ich springe ein, wenn mich die beiden brauchen, z. B. wie jetzt in der Urlaubszeit oder bei Krankheit oder

4

aktuell

Nordlicht

10 | 2015


Titelthema

Thomas Miklik, Dennis Kramkowski und Stephan Miklik planen ihre Zukunft gemeinsam.

Fortbildung. Natürlich meistens und am liebsten am mir vertrauten Praxisstandort Schilksee. Dort habe ich immerhin seit 1988 praktiziert“, berichtet Miklik. Zufrieden mit der neuen Rolle Die Abgabe seines alten Praxissitzes empfindet Miklik keineswegs als Verlust, sondern eher als Erleichterung. Vorteil für ihn: Den größten Teil der Verwaltungsarbeit muss er nicht mehr allein erledigen. Die zeitraubenden Anfragen vom Versorgungsamt und lästige Rentengutachten entfallen. Auch für Personalfragen ist er nun nicht mehr zuständig. Nach den vielen Jahren in der Einzelpraxis kann er sich mehr auf das Behandeln und Untersuchen der Patienten konzentrieren. „Der Kern meiner Tätigkeit als Arzt bleibt unberührt. Ich habe dadurch mehr Spaß an der Arbeit und kann auch die Doppelbelastung durch das Amt des Notdienstbeauftragten der KVSH besser schultern“, erklärt er. Für ihn ist diese Lösung daher ideal. „Ich bin Hausarzt aus Überzeugung und die Arbeit mit den Patienten macht mir sehr viel Spaß. Das ist auch der Hauptgrund, warum ich mit reduzierter Stundenzahl noch ein paar Jahre weitermache. Wenn ich meine Arbeit von hundert auf null heruntergefahren hätte, wäre ich sicher unzufrieden geworden“, gibt Miklik zu. Noch ein weiterer Grund sprach aus seiner Sicht für den Ausstieg auf Raten. Der Allgemeinmediziner ist seit vielen Jahren Notdienstbeauftragter der KVSH. Dieses zeitraubende Amt will er auch in Zukunft ausführen. „Mir ist es in diesem Zusammenhang wichtig, dass ich den Kontakt zu den anderen Notdienstärzten behalte. Das geht am besten, wenn ich weiterhin mit einem halben Bein im ärztlichen Geschäft bleibe und selbst Bereitschaftsdienst mache. Das neue Arbeitsmodell macht das möglich“, so Miklik.

Lösung in der Familie Der altgediente Hausarzt freut sich, die Praxisübergabe schon langfristig in der eigenen Familie organisiert zu haben. Da die drei Ärzte familiär eng miteinander verbunden und sogar Nachbarn sind, besteht ein besonderes Vertrauensverhältnis. Sowohl Stephan Miklik als auch Dennis Kramkowski haben schon als Ärzte in Weiterbildung in Mikliks Praxis mitgearbeitet. „Das hat schon sehr gut funktioniert. Natürlich ist das ein Traum, wenn die eigene Praxis in der Familie fortgeführt wird. Hieb- und stichfeste Verträge und eine ausführliche Rechtsberatung sind zwar trotzdem nötig, aber ich bin mir sicher, dass es auch in Zukunft gut passen wird“, erklärt Miklik. Auch für die beiden jüngeren Ärzte bietet die Lösung viele Vorteile. Sie haben einen erfahrenen Hausarzt an ihrer Seite, der flexibel eingesetzt werden kann, wenn Not am Mann ist. „Wir kennen uns alle schon sehr lange und haben immer sehr gut zusammen gearbeitet. Jeder weiß also, worauf er sich einlässt“, erklärt Kramkowski. Auch für Stephan Miklik stimmt der gemeinsame Weg. Als junger Arzt wollte er zum Einstieg in den neuen Beruf erst einmal halbtags und im Angestelltenverhältnis arbeiten. „Durch unsere Kooperation haben wir alle Vorteile und bleiben auch in Zukunft flexibel. Das neue medizinische Wissen, das wir Jüngeren aus dem Studium mitbringen, ergänzt sich außerdem sehr gut mit der großen medizinischen Erfahrung meines Vaters. Von dieser Kombination profitieren auch die Patienten“, findet er. Auch für die Zukunft haben die drei Ärzte bereits Pläne geschmiedet. „Für die nächsten drei bis fünf Jahre trägt diese Lösung. Falls ich dann ausscheide, haben wir viele Möglichkeiten. Mein Sohn könnte dann meine halbe Stelle übernehmen. Vielleicht als angestellter Arzt, vielleicht aber auch als Praxissitz-Inhaber im Rahmen einer Berufsausübungsgemeinschaft mit meinem Schwiegersohn. Es bleibt also spannend“, so Thomas Miklik. Jakob Wilder, KVSH

10 | 2015

Nordlicht

aktuell

5


Titelthema P ra x isabgabe

„Weniger ist mehr“

Interview

Einige Ärzte, die ihre Praxis aus Altersgründen schrittweise abgeben wollen, teilen zunächst ihre Zulassung und arbeiten noch einige Jahre auf einem halben Arztsitz weiter, bevor sie ganz aufhören. Die andere Hälfte der Zulassung erhält ein anderer Arzt, der dann später den vollen Praxissitz übernehmen kann. So sieht auch das Übergabemodell von Dr. Martin Böhm (63) aus Husum aus. Im Nordlicht-Interview berichtet er über seinen Weg in den Ruhestand. Nordlicht: Sie sind seit 1987 als Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie und Pulmologie niedergelassen. Zunächst arbeiteten Sie in einer Einzelpraxis, seit 2008 zusammen mit einem Kollegen in einer Berufsausübungsgemeinschaft. Seit Anfang 2013 haben Sie einen „hälftigen Versorgungsauftrag“, also einen halben Arztsitz. Welcher Plan steckt dahinter? Dr. Martin Böhm: Seit ich mit meinem Kollegen Dr. Manfred Ziegenhagen in einer Berufsausübungsgemeinschaft arbeite, konnte ich meine Arbeitszeit schrittweise reduzieren. Anfangs war es nur ein Nachmittag. Im Verlauf kam dann weitere sprechstundenfreie Zeit für mich dazu. Als abzusehen war, dass ich mit meiner vollen Zulassung nur noch die Hälfte der Patientenzahl einer durchschnittlichen Facharztpraxis für Lungen- und Bronchialheilkunde versorgte, haben mein Praxispartner und ich uns einvernehmlich von einer halben Zulassung, die auf meinen Namen lief, getrennt. Dieser halbe Facharztsitz wurde ausgeschrieben und von einer kardiologischen Facharztpraxis übernommen. Die Kardiologen werden seitdem durch die neu hinzugewonnenen Kapazitäten sehr entlastet. Wenn ich in knapp zwei Jahren 65 werde, steht mir die volle Altersversorgung zu und ich werde voraussichtlich ganz aus der Praxis ausscheiden. Mein Praxiskollege wird dann über die Nachbesetzung meiner halben Stelle entscheiden. Nordlicht: Wie hat sich Ihr Arbeitsalltag in der Praxis durch die Halbierung Ihrer Zulassung verändert? Böhm: Weniger ist bekanntlich manchmal mehr. Ich wurde vom ersten Tag an spürbar entlastet und konnte meine Arbeitszeit wie gewünscht reduzieren.

6

Nordlicht

Nordlicht: Viele Ärzte lassen sich zum Ausklang aus dem Berufsleben noch einmal in ihrer alten Praxis anstellen. Warum war das nichts für Sie? Böhm: Eine Anstellung käme für mich erst nach 65 in Frage, da wir bis dahin eine Gemeinschaftspraxis bleiben wollen. An dieser Stelle muss ich einschieben, wie gut wir die Honorarverteilung dank des Rates unseres Steuerberaters unter uns gelöst haben. Nordlicht: Wie sieht die Regelung aus? Böhm: Am Anfang haben wir das Honorar in ungefährem Proporz zu den geleisteten Wochenstunden unter uns aufgeteilt. Ab 2012 kamen wir dann zu der Lösung, es lieber in Relation zur Zahl der behandelten Patienten zu setzen. Dabei ist es egal, ob es Kassen- oder Privatpatienten sind. Mit dieser Lösung sind wir beide sehr zufrieden, zumal auf diese Weise jeder immer wieder vor Augen geführt bekommt, dass er auch an allen Ausgaben in diesem Verhältnis beteiligt ist. Diese Lösung könnte ich mir auch vorstellen, wenn ich noch über das Alter von 65 Jahren hinweg arbeiten sollte. Selbst wenn ich dann z. B. nur noch zehn Prozent aller Patienten versorge, bliebe ich drin und alles könnte so weiter laufen. Eine Anstellung wäre eher etwas für einen jüngeren Kollegen, der nicht in die unternehmerische Verantwortung eingebunden sein möchte. Nordlicht: Die eigene Praxis schrittweise abzugeben ist eine Lebensentscheidung. Jede Änderung hat auch Auswirkungen auf das Budget. Was sollten Ärzte, die abgeben wollen, unbedingt beachten? Böhm: Jeder Fall ist da anders. Mein Vorgehen und meine Erfahrungen lassen sich nur bedingt auf andere Fälle übertragen. Wir hatten von Anfang an zwei volle Kassenarztsitze. Wenn ein

aktuell

10 | 2015


Titelthema

Kollege reduzieren will, sollte er möglichst frühzeitig über die Abgabe eines Teils seiner Zulassung nachdenken. Bei nur einem Kassenarztsitz sollte er eventuell die Variante des Jobsharings in Erwägung ziehen. Nordlicht: Das Zulassungsrecht ist eine komplizierte Materie. Wo haben Sie sich beraten lassen? Böhm: Ich bin mittlerweile – mit einer kurzen Unterbrechung – schon einige Jahre Kreisstellenvorsitzender in Nordfriesland und war zudem lange Zeit Abgeordneter in Bad Segeberg. Ich habe daher ganz gute Kontakte zur Zulassungsabteilung der KVSH. Dort hat man mich – auch telefonisch – gut beraten. Nordlicht: Der medizinische Nachwuchs wird stark umworben und auch in Nordfriesland stehen die Bewerber nicht gerade Schlange. Welche Vorteile bietet Ihr Modell einem potenziellen Praxisnachfolger? Böhm: Ausgehend von einer Einzelpraxis böte sich einem Einsteiger z. B. im Jobsharing die Möglichkeit, einen sanften Einstieg zu finden. Natürlich sind auch andere Varianten möglich. Man könnte zum Beispiel einen festen Sockelbetrag von 40 Prozent der jährlichen Praxiseinnahmen im Proporz zur geleisteten Arbeitszeit vergeben und den Rest auf die Anzahl der behandelten Patienten verteilen. Nordlicht: Als langjähriger Kreisstellenvorsitzender in Nordfriesland wissen Sie, dass so mancher Kollege die Abgabe seiner Praxis lange Zeit vor sich her schiebt. Warum ist das so?

Böhm: Wer gut zu tun hat und sich leistungsfähig fühlt, freut sich über sein Tun und auch darüber, dass ein akzeptables Honorar dabei herauskommt. Je älter man wird und je schwerer einem ein langer Arbeitstag fällt, desto weniger findet man die Zeit, um über zukünftige Strategien nachzudenken. Wenn man sich dann langsam aber sicher dem Burnout nähert, ist es eigentlich schon zu spät. Man sollte daher so früh wie möglich kreativ und zunächst in vielen Blaupausen über die mögliche Zukunft nachdenken und dann Schritt für Schritt seinen Ausstieg planen. Wenn das möglich ist, am besten perspektivisch gemeinsam mit einem potenziellen Nachfolger.

„Je älter man wird und je schwerer einem ein langer Arbeitstag fällt, desto weniger findet man die Zeit, um über zukünftige Strategien nachzudenken.“ Nordlicht: Wo sehen Sie Ihre Praxis in fünf Jahren? Böhm: Meine Praxis für Lungen- und Bronchialheilkunde wird von meinem Kollegen weitergeführt und ich weiß, dass unsere Patienten auch dann gut versorgt sind. Meinem Kollegen wünsche ich, dass sich ein Pulmologe findet, der ihn unterstützt, so wie ich durch ihn entlastet wurde, und dass dieser dann später einmal seine Praxis fortführt. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

10 | 2015

Nordlicht

aktuell

7


Titelthema E x istenzgründeranal y se

Attraktives Landarztleben

Eine Analyse der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zum Niederlassungsverhalten von ärztlichen Existenzgründern zeigt, dass sich gerade die jüngeren Existenzgründer wieder häufiger in ländlichen Gebieten niederlassen. Außerdem belegen die Zahlen, dass die Einzelpraxis keineswegs ein Auslaufmodell ist. Die apoBank und das Zi haben sich das Niederlassungsverhalten von knapp 2.300 ärztlichen Existenzgründern, die sich in den Jahren 2013 und 2014 niedergelassen haben, genauer angeschaut. Dabei kam sie zu dem Ergebnis, dass gerade die jüngeren Existenzgründer sich häufiger auf dem Land niederlassen als die älteren Jahrgänge (Abb. 1). Von den Ärzten bis 35 Jahre, die sich in den Jahren 2013/2014 niedergelassen haben, bevorzugten mit acht Prozent doppelt so viele eine Tätigkeit in ländlichen Gebieten wie in den Altersgruppen 36 bis 40 Jahre (3,6 Prozent) und 41 bis 45 Jahre (3,0 Prozent). Die Arbeit als Landarzt ist also durchaus angesagt, wenn die Rahmenbedingungen vor Ort gut sind. „Ob ein Standort attraktiv ist, dafür sind vor allem die öffentliche Infrastruktur sowie Arbeits- und Lebensbedingungen ausschlaggebend. Und wenn das Konzept dann auch noch stimmt, scheut die nachfolgende Ärztegeneration die Niederlassung auf dem Land nicht“, so Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank.

Einwohner) statt. Ihr Anteil verringerte sich allerdings in den vergangenen drei Jahren von 49,1 auf 46,2 Prozent (Abb. 2) . Die Verschiebungen vollzogen sich zugunsten der Klein-und Mittelstädte (zwischen 5.000 und 100.000 Einwohnern). Abb. 2

Großstadt verliert Praxislage: Hausärzte und Fachärzte

49,1 %

48,4 %

46,2 %

29,1 %

28,8 %

30,4 %

17,2 %

17,8 %

19,0 %

Abb. 1

Junge Gründer häufiger auf dem Land als ältere Praxislage und Alter

40,1 %

45,8 %

47,3 %

48,0 %

4,5 %

5,0 %

4,5 %

2011/2012

2012/2013

2013/2014

Großstadt

Mittelstadt

Kleinstadt

Ländliches Gebiet

Ländliches Gebiet: unter 5.000 Einw. Mittelstadt: 20.000 bis 100.000 Einw. Kleinstadt: 5.000 bis 20.000 Einw. Großstadt: 100.000 und mehr Einw. Quelle: apoBank/Zi (Existenzgründungsanalyse Ärzte 2013/2014 | Mai 2015)

31,7 %

20,2 %

30,4 %

20,2 %

8,0 %

30,6 %

29,5 %

18,4 %

17,9 %

3,6 %

3,0 %

bis 35 Jahre

36 bis 40 Jahre

bis 45 Jahre

Großstadt

Mittelstadt

Kleinstadt

5,3 % über 45 Jahre

Mit 4,5 Prozent aller ärztlichen Existenzgründer blieb die Entwicklung auf dem Land in den letzten drei Jahren insgesamt relativ konstant. Als „ländlich“ werden dabei alle Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern definiert. Die meisten Praxisgründungen und -übernahmen finden in Großstädten (über 100.000

Die Auswertung zeigt außerdem, dass der Anteil der weiblichen Existenzgründer stetig zunimmt. Innerhalb der letzten drei Jahre ist der Frauenanteil von 50,4 Prozent auf 53,6 Prozent gestiegen. Dabei ist der Trend zur Feminisierung vor allem bei Fachärzten zu beobachten (Abb. 3): Hier nahm der Anteil der Existenzgründerinnen im gleichen Zeitraum von 49,9 Prozent auf 54,2 Prozent zu. Bei Hausärzten hat er sich dagegen kaum verändert und schwankte zwischen 51,2 und 51,9 Prozent. Ärzte sind im Schnitt 42 Jahre alt, wenn sie sich für die Niederlassung entscheiden. Damit sind sie ein halbes Jahr älter als die Existenzgründer aus den Jahrgängen 2011/2012.

8

aktuell

Ländliches Gebiet

Ländliches Gebiet: unter 5.000 Einw. Mittelstadt: 20.000 bis 100.000 Einw. Kleinstadt: 5.000 bis 20.000 Einw. Großstadt: 100.000 und mehr Einw. Quelle: apoBank/Zi (Existenzgründungsanalyse Ärzte 2013/2014 | Mai 2015)

Nordlicht

10 | 2015


Titelthema Abb. 4

Einzelpraxis versus Kooperationen Hausärzte: Art der Existenzgründung 100 %

80 %

8,9 %

7,3 %

4,4 %

37,3 % 49,1%

34,8 % 48,4%

36,9 % 46,2%

29,1% 53,8 %

28,8% 57,9 %

30,4% 58,7 %

17,2%

17,8%

60 %

40 %

20 %

0%

4,5%

5,0%

2011/2012

Sonstige Kooperationen Praxisgemeinschaften, MVZ etc.

2012/2013

19,0% 4,5% 2013/2014

Berufsausübungsgemeinschaften (BAG), Neugründung, Übernahme, Beitritt/Einstieg, sowie Überführung in BAG

Einzelpraxis

Quelle: apoBank/Zi (Existenzgründungsanalyse Ärzte 2013/2014 | Mai 2015)

Abb. 3

Trend zur Feminisierung

Fachärzte: Art der Existenzgründung

Fachärzte: Existenzgründer nach Geschlecht

100 %

100 %

80 %

49,9 %

50,8 %

80 %

54,2 %

60 %

60 %

40 %

40 %

20 %

0%

50,1 %

2011/2012

49,2 %

2012/2013 Frauen

Abb. 5

Einzelpraxis versus Kooperationen

45,8 %

13,8 %

10,6 %

8,1 %

35,5 % 49,1%

35,6 % 48,4%

34,1 % 46,2%

29,1% 50,8 %

28,8% 53,8 %

30,4% 57,8 %

17,2%

17,8%

20 %

0%

2013/2014 Männer

Quelle: apoBank/Zi (Existenzgründungsanalyse Ärzte 2013/2014 | Mai 2015)

4,5%

5,0%

2011/2012

Sonstige Kooperationen Praxisgemeinschaften, MVZ etc.

2012/2013

19,0% 4,5% 2013/2014

Berufsausübungsgemeinschaften (BAG), Neugründung, Übernahme, Beitritt/Einstieg, sowie Überführung in BAG

Einzelpraxis

Quelle: apoBank/Zi (Existenzgründungsanalyse Ärzte 2013/2014 | Mai 2015)

Sowohl bei den Hausärzten als auch bei den Fachärzten ist die Einzelpraxis die häufigste Form der Existenzgründung (Abb. 4 und Abb. 5). Auf die Fachärzte entfielen 57,8 Prozent, gefolgt von der Berufsausübungsgemeinschaft (34,1 Prozent) und weiteren Kooperationen wie Praxisgemeinschaften und Medizinischen Versorgungszentren mit 8,1 Prozent der Fälle.

Die Existenzgründungsanalyse Ärzte 2013/2014 ist mit weiteren Statistiken unter www.apobank.de einzusehen.

Jakob Wilder, KVSH

10 | 2015

Nordlicht

aktuell

9


Titelthema P ra x isabgabe

Existenzgründung fast ohne Risiko

Interview

Drei Fragen an Dietmar Godt, Direktor der Lübecker Filiale der Deutschen Apothekerund Ärztebank (apoBank). Nordlicht: Herr Godt, die jüngste Existenzgründeranalyse der apoBank hat ergeben, dass die Niederlassung sehr attraktiv ist. Gerade jüngere Ärzte lassen sich wieder häufiger in ländlichen Regionen nieder. Wie sieht die Entwicklung in Schleswig-Holstein aus? Dietmar Godt: Prinzipiell lassen sich in Schleswig-Holstein die meisten Ärzte in Klein- und Mittelstädten nieder. Die Wahl des bevorzugten Standorts unterscheidet sich dabei stark zwischen einzelnen Fachrichtungen. Insbesondere Hausärzte wählen auch häufig ländliche Gegenden. Fachärzte lassen sich mehrheitlich in Städten nieder, da sie in dünn besiedelten Regionen oftmals ihre Praxen nicht auslasten können. Hier unterscheidet sich Schleswig-Holstein nicht von anderen Bundesländern.

liche und finanzielle Fragen rund um die Existenzgründung sorgfältig zu beantworten: Welche Investitionen sind geplant? Welche laufenden Praxiskosten in Form von Miete, Personal etc. fallen an? Welche privaten Ausgaben sind zu berücksichtigen? Auf dieser Basis lässt sich dann ermitteln, wie hoch die Einnahmen aus dem Praxisbetrieb sein müssen, damit sich die Praxis wirtschaftlich trägt. Prinzipiell gilt: Ein individuelles und realistisch kalkuliertes Finanzierungskonzept ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Existenzgründer ihr Investitionsvorhaben erfolgreich stemmen können. Unsere Auswertungen zeigen: Von 1.000 apoBank-Existenzgründungsfinanzierungen können 998 problemlos bedient werden. Nordlicht: Immer mehr ältere Ärzte organisieren die Abgabe ihrer Praxis langfristig. Sie lassen sich vom künftigen Praxisinhaber anstellen oder arbeiten nur noch auf einem halben Arztsitz. Was sollten sie bei einem „Ausstieg auf Raten“ in finanzieller Hinsicht beachten?

Nordlicht: Jüngere Ärzte schrecken oft wegen angeblich zu hoher Kosten vor einer Niederlassung zurück und lassen sich zunächst erst einmal anstellen. Ist diese Sorge begründet? Godt: Eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel zum erfolgreichen Schritt in die Selbstständigkeit. Dabei ist die finanzielle und wirtschaftliche Planung ein zentraler, aber auch komplexer Bestandteil. Die scheinbar hohen Kosten einer Existenzgründung relativieren sich, wenn man das Gesamtbild betrachtet. Im Rahmen einer Investitions- und Kostenanalyse ist es uns

„Von 1.000 apoBank-Existenzgründungsfinanzierungen können 998 problemlos bedient werden.“ zum Beispiel möglich, auszurechnen, welche Gesamteinnahmen erforderlich sind, um die Vorstellungen des (Zahn-)Arztes hinsichtlich Praxisinvestitionen und privater Lebenshaltung realisieren zu können. Als erstes muss die Kostenstruktur der Praxis erarbeitet werden. Es empfiehlt sich daher, betriebswirtschaft-

10

Nordlicht

Godt: Sowohl bei einer Anstellung als auch bei der Reduktion des Versorgungsauftrags sollte man prüfen, wie sich die freie Liquidität entwickelt, und ob dieses Quelle: apoBank Vorhaben finanziell machbar und sinnvoll ist. Ein Angestelltenverhältnis bedeutet allerdings für den bisherigen Praxischef eine völlig neue Situation: Er muss nun gegebenenfalls Weisungen des neuen Praxisinhabers entgegennehmen. Für einen Arzt, der den Großteil seiner Berufstätigkeit selbstständig war, bedeutet das eine Umstellung. Bei der Entscheidung, nur einen halben Arztsitz abzugeben, sind steuerliche Aspekte zu beachten, denn der Veräußerungsgewinn muss versteuert werden. Es gibt zwar die Möglichkeit, bei Betriebsaufgabe Steuerbegünstigungen – wie die 1/5-Methode oder der ermäßigte Steuersatz – in Anspruch zu nehmen, doch dies ist in diesem Zusammenhang nur ein einziges Mal möglich, und nur dann, wenn der Arzt die Praxistätigkeit am bisherigen Ort ganz aufgibt. In jedem Fall sollte hier ein fachkundiger Steuerberater hinzugezogen werden. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

aktuell

10 | 2015


NACHRICHTEN  KOMPAKT H onorarverhandlungen K B V

K rankengeld

Orientierungswert steigt um 1,6 Prozent

Gesetzgeber vereinfacht Regelung

Berlin – Mit dem Beschluss zum Orientierungswert und damit zu den Preisen für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen sind die Honorarverhandlungen für das Jahr 2016 auf Bundesebene beendet. Im nächsten Jahr stehen damit insgesamt rund 800 Millionen Euro mehr für die ambulante Versorgung der rund 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten zur Verfügung. Davon entfallen etwa 550 Millionen Euro auf den höheren Orientierungswert. Der Orientierungswert für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen steigt im nächsten Jahr um 1,6 Prozent auf 10,4361 Cent. Das hat der Erweiterte Bewertungsausschuss am 22. September 2015 gegen die Stimmen der Ärzteseite festgelegt. Weitere rund 250 Millionen Euro müssen die Krankenkassen mehr bereitstellen, um den steigenden Behandlungsbedarf aufgrund zunehmender Krankheiten und einer immer älter werdenden Bevölkerung zu decken. Die genaue Höhe dieses Betrages werden die Kassenärztlichen Vereinigungen mit den Krankenkassen auf Landesebene verhandeln. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, bezeichnete das Ergebnis als „enttäuschend“. Der Anstieg des Orientierungswertes liege deutlich unter dem, was die KBV gefordert habe, sagte Gassen in einem Video-Interview mit KV-on, dem Web-TV von KBV und KVen. Er kritisierte, dass die gestiegenen Investitions- und Praxiskosten nicht in voller Höhe ausgeglichen würden.

D iako

Martin Wilde tritt Amt an Flensburg – Martin Wilde ist seit Anfang Oktober Mitglied des Aufsichtsrats der Ev.-Luth. Diakonissenanstalt zu Flensburg. Vorher war er Geschäftsführer der imland Klinik GmbH. „Mit Martin Wilde ist es gelungen, einen hervorragenden Kenner des Krankenhausbereichs in Schleswig-Holstein mit besten Kontakten im Lande zu gewinnen“, freuten sich Rektor Wolfgang Boten, Vorstandsvorsitzender der Diako, und der scheidende Kaufmännische Vorstand Karl-Heinz Vorwig über den reibungslosen Übergang in der Vorstandsarbeit. Martin Wilde hat seit 2007 die Gesundheitseinrichtungen der imland Klinik GmbH mit rund 2.500 Beschäftigten geführt. Der 48-Jährige ist verheiratet, hat zwei Töchter und wohnt in Handewitt.

10 | 2015

Nordlicht

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat auf eine vereinfachte Regelung für Patienten, die Krankengeld von ihrer Krankenkasse erhalten, hingewiesen. Seit Inkrafttreten des Versorgungsstärkungsgesetzes Ende Juli 2015 müssen sich Patienten erst am Tag nach Auslaufen der alten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei ihrem Arzt vorstellen. Damit gilt für das Krankengeld dieselbe Regelung wie für die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber: Gilt die AU-Bescheinigung zum Beispiel bis Dienstag, muss sich der Patient für den Bezug von Krankengeld spätestens am Mittwoch erneut beim Vertragsarzt vorstellen. Dann erhält er ab Mittwoch von seiner Krankenkasse weiter Krankengeld. Nach der alten Regelung hätte er bereits am Dienstag in die Praxis kommen müssen, um ab Mittwoch Krankengeld zu beziehen. In der Vergangenheit war es laut der KBV immer wieder vorgekommen, dass Patienten den Anspruch auf Krankengeld verloren hatten, weil sie die Arbeitsunfähigkeit gegenüber der Kasse nicht lückenlos nachweisen konnten. In einigen Fällen kam es sogar zu Schadensersatzansprüchen gegen Ärzte, weil die Patienten den Vorwurf erhoben, nicht informiert worden zu sein. Auch für Ärzte gibt es eine Verbesserung: Mit der neuen AUBescheinigung (Muster 1) fällt der sogenannte Auszahlschein für Krankengeld (Formular 17) weg. Er wird in die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung integriert, sodass es für „Krankschreibungen“ nur noch ein Formular gibt. Auf die Vereinfachung hatten sich KBV und GKV-Spitzenverband verständigt. Mehr Informationen unter www.kbv.de/html/arbeitsunfaehigkeit.php.

aktuell

11


NACHRICHTEN  KOMPAKT R uhende Z ulassungen

P atienteninformationen

Liste betroffener Arzneimittel veröffentlicht

Bauchspeicheldrüsenkrebs und Restless-Legs-Syndrom

Berlin – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat unter www.bfarm.de eine aktualisierte Liste von Arzneimitteln mit ruhenden Zulassungen veröffentlicht. Hintergrund sind mangelhafte Studien aus Indien. In Deutschland sind mehr als 50 Arzneimittel betroffen. Europaweit ruhen seit dem 21. August 2015 die Zulassungen von rund 700 Generika. Mit den ruhenden Zulassungen setzt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte einen Beschluss der Kommission der Europäischen Union (EU) vom 16. Juli 2015 um. Die betroffenen Arzneimittel dürfen bis auf Widerruf nicht mehr von pharmazeutischen Unternehmen, Großhändlern, Apotheken oder anderen Stellen abgegeben oder verkauft werden. Die jeweils aktuelle Version der Liste steht ausschließlich auf der Seite des BfArM. Auf der Liste befinden sich auch 17 Arzneimittel, die die EU-Kommission in ihrem Beschluss nicht genannt hat. Das BfArM begründete seine Entscheidung damit, dass bei diesen Arzneimitteln die Zulassung zwar schon erloschen ist, sie aber in Deutschland zeitlich begrenzt „abverkauft“ werden dürfen. Der Abverkauf wurde nun ebenfalls gestoppt.

Berlin – Die Patienteninformationen zum Bauchspeicheldrüsenkrebs und zum Restless-Legs-Syndrom sind aktualisiert worden. Auf jeweils zwei Seiten werden in den Informationsblättern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die wichtigsten Fakten zur Erkrankung vermittelt. Die Leser erhalten auch Hinweise, was sie selbst zum besseren Umgang mit der Erkrankung beitragen können. Die Dokumente stehen allen Ärzten zum kostenlosen Download im Internet zur Verfügung: www.kbv.de /html/3635.php. In Deutschland erkranken jährlich etwa 16.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Vom „Syndrom der ruhelosen Beine“, dem Restless-Legs-Syndrom, sind 3 bis 10 von 100 Menschen betroffen. Hilfreiche Tipps findet der Leser in der Rubrik „Was Sie selbst tun können“. Erstellt werden die Patienteninformationen vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag der KBV und der Bundesärztekammer. Insgesamt hat das ÄZQ bereits über 50 Wartezimmerinformationen verfasst. Die Themen reichen von Erkrankungen, wie Diabetes, Herzschwäche und Schuppenflechte bis hin zu Hinweisen zur Antibiotikatherapie. Zudem entwickelte das ÄZQ auch Kurzinformationen zu seltenen Erkrankungen, wie Mukoviszidose. Einige Infoblätter gibt es auch in Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Türkisch und Arabisch.

S tatistik

Deutschlands Ärzte werden immer älter

N eue K odierhilfe

Infektionen und Immundefekte Berlin – Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat ein neues Kodier-Manual zu Infektanfälligkeit und Immundefekten veröffentlicht. Ärzte finden darin eine Zusammenstellung der wichtigsten Kodes und erläuternde Informationen zu den entsprechenden Krankheitsbildern. Das Handbuch „Abwehrschwäche, Infektanfälligkeit oder Immundefekt?“ soll Ärzten helfen, bei komplexen Krankheiten die richtige Kodierung auszuwählen. Eine grafisch aufbereitete Zusammenstellung der ICD-10-Kodes zu beiden Themenkomplexen sowie Kriterien für die Verschlüsselung der Behandlungsdiagnosen ergänzen die Veröffentlichung. Das neue Manual und viele andere Kodierhilfen stehen unter www.kvsh.de/Praxis/Abrechnung/Diagnosekodierung zum Download bereit. 12

Nordlicht

Wiesbaden – Mehr als ein Viertel der Niedergelassenen waren Ende 2013 über 60 Jahre oder älter. Das berichtet das Statistische Bundesamt in einer aktuellen Veröffentlichung. Knapp zwei Drittel der in Praxen tätigen Ärzte war mindestens 50 Jahre alt. Im Vergleich dazu sind die insgesamt 5,1 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen deutlich jünger: Ende 2013 waren nur 36 Prozent von ihnen 50 Jahre oder älter. aktuell

10 | 2015


NACHRICHTEN  KOMPAKT Musik Intensivkurs

Kostenfreier Fachnachmittag für ambulant operierende Praxen Kiel – Ende November bietet die Abteilung Gesundheitsschutz des Landesamtes für soziale Dienste (LAsD) zusammen mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung einen Fachnachmittag für ambulant operierende Praxen an. Alles dreht sich um den komplexen Aufbereitungszyklus von Medizinprodukten: sachgerechte Reinigung und Desinfektion, geeignete Verpackungssysteme, Sterilisa-tionsverfahren, Dokumentation und notwendige Routinekontrollen. Nach einer theoretischen Einführung mit Experten unter anderem aus dem Robert Koch-Institut und dem Uniklinikum Schleswig-Holstein haben Sie die Möglichkeit, wesentliche Anforderungen der Aufbereitung vor Ort an unterschiedlichen Stationen auch praktisch zu erproben. Nutzen Sie die Möglichkeit zur Diskussion mit den Referenten! Termin: 25. November 2015, 13.00-18.30 Uhr Die Veranstaltung ist von der Ärztekammer SchleswigHolstein als ärztliche Fortbildung anerkannt. Fortbildungspunkte: 7 (Kategorie C) Veranstaltungsort: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes SchleswigHolstein, Raum 468, Adolf-Westphal-Straße 4, 24143 Kiel Anmeldung: Die Teilnehmerzahl pro Praxis ist begrenzt (max. 2 Personen). Bitte melden Sie sich für den Termin bis zum 18. November 2015 unter Angabe Ihrer Kontaktdaten (Name, Institution, Postadresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse) unter folgender Fax an: 0431 988 5416, z. Hd. Frau Reese-Knobling Nähere Informationen (Flyer zur Veranstaltung, Anmeldeformular) erhalten Sie im Internet unter: www.schleswigholstein.de/LASD/DE Medizinprodukteüberwachung  Ringveranstaltungen

10 | 2015

Nordlicht

Ärzteorchester und Ärztechor suchen Mitglieder Quickborn – Bereits im Mai dieses Jahres haben sich ein Ärztechor und ein Ärzteorchester mit Mitgliedern aus dem gesamten norddeutschen Raum gegründet. Nach wie vor werden neue Mitglieder gesucht, besonders aus den Bereichen Männerstimmen, Bratschen, Celli und Kontrabässe. „Mitglieder aus anderen Sparten sind natürlich auch herzlich willkommen. Wir sind außerdem für jede Form der Mundpropaganda dankbar“, erklärte Initiator Dr. Lothar Löser, Facharzt für Anästhesiologie aus Quickborn. Die Mitgliederzahl beläuft sich derzeit auf ca. 80 Mediziner. Die offizielle Gründungsversammlung fand Ende August in Bad Segeberg statt. Interessenten können sich unter der E-Mail: Wolfgang@Ellenberger.hamburg melden. Weiterführende Informationen sind unter www.aerzteorchester.online zu finden.

Q u ali t ä t s ma n ag e m e n t

Neue Servicebroschüre der KBV Berlin – Zeit sparen, Kosten senken, Risiken frühzeitig erkennen: Wie Qualitätsmanagement – kurz QM – den Praxisalltag erleichtern kann und was alles dazu gehört, zeigt eine neue Broschüre der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Das Serviceheft „Qualitätsmanagement in der Praxis“ richtet sich an Ärzte und Psychotherapeuten sowie an das Praxisteam. Sie erhalten auf 20 Seiten zahlreiche Tipps, wie sie von Qualitätsmanagement profitieren können. Die Broschüre stellt verschiedenste Instrumente vor, um fachliche und organisatorische Abläufe in der Praxis zu gestalten und Schwachstellen zu erkennen. Themen sind beispielsweise Notfallmanagement, Hygienemanagement oder Risiko- und Fehlermanagement. Infokästen zeigen auf, welche Umsetzungsvorschläge und Muster-dokumente das Qualitätsmanagement-Verfahren der KBV und der Kassenärztlichen Vereinigungen „QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen“ bietet. Ärzte und Psychotherapeuten berichten, wie Qualitätsmanagement sie bei ihrer Arbeit unterstützt und was es ihnen, ihrem Team und den Patienten bringt. Neu Niedergelassene, die QM in ihrer Praxis etablieren müssen, erfahren in der Übersicht „Qualitätsmanagement in 10 Schritten“, wo und wie sie am besten starten. Die Broschüre liefert außerdem spezielle QM-Hinweise für Psychotherapeuten. Die Broschüre „Qualitätsmanagement in der Praxis“ ist in der Reihe „PraxisWissen“ erschienen und kann bei der KBV kostenlos per E-Mail bestellt werden (versand@kbv.de). Im Internet steht sie als PDF zum kostenlosen Download bereit: www.kbv.de/html/ praxiswissen.php. aktuell

13


gesundheitspolitik A bgeordnetenversammlung

Keine falschen Erwartungen wecken Abgeordnetenversammlung diskutierte über Terminservicestelle.

Nachdem die Koalition in Berlin trotz aller Proteste an ihren Plänen zur Schaffung von Terminservicestellen festgehalten hat, läuft der Countdown zur Umsetzung. Ende Januar, so die rechtliche Vorgabe, sollen sie an den Start gehen. In der September-Sitzung diskutierten die Mitglieder der Abgeordnetenversammlung nun Vorgehensweisen, wie die KVSH diesem gesetzlichen Auftrag nachkommen soll. Terminservicestellen: nicht sinnvoll, aber Gesetz Dr. Ralph Ennenbach, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH, betonte, dass es in einem Rechtsstaat keine Alternative zur Umsetzung gesetzlicher Vorschriften gebe. Dies ändere aber nichts an seiner Haltung zu den Terminservicestellen. Niemand bezweifle, dass diese Regelung „Unsinn“ sei, wurde Ennenbach deutlich und verwies darauf, dass Deutschland die kürzesten Wartezeiten und die höchste Facharztdichte in der westlicher Welt habe. Er sprach sich dafür aus, die Vorgabe aus dem Versorgungsstärkungsgesetz so umzusetzen, dass ein möglichst geringer Eingriff in den Praxisablauf erfolge und wenig Diskussionen in den Praxen ausgelöst würden. Zudem sollten keine falschen Erwartungen bei den Patienten geweckt werden. Durch eine Aufklärungskampagne werde die KVSH verdeutlichen, was die Terminservicestelle nicht leisten werde, nämlich den Wunschtermin beim Arzt des Vertrauens zu vermitteln, so Ennenbach.

14

Nordlicht

Gutschein-Modell für Facharzttermine Der Projektleiter für die Schaffung der Terminservicestelle, Alexander Paquet, stellte den Abgeordneten ein Modell vor, das die KVSH unter dem Arbeitstitel „Gutschein-Modell“ entwickelt hat, und das auf Anregungen aus dem Kreis der Berufsverbandsvorsitzenden zurückgeht. Die Grundidee ist, dass der überweisende Hausarzt nicht nur die Arztgruppe angibt, an die er den Patienten überweist, sondern auch eine von der KVSH zur Verfügung gestellte Code-Nummer auf die Überweisung kleben kann. Dieser Code ermöglicht es dem Patienten, wenn er dies wünscht, die Terminservicestelle zu nutzen. Nach Angabe des Codes benennt diese einen Facharzt, bei dem der Patient innerhalb der gesetzlichen Frist von vier Wochen einen Termin vereinbaren kann. Jedoch setzt die konkrete Terminabsprache die Initiative des Patienten voraus. Er bekommt zwar eine Praxis benannt, muss dort den konkreten Termin aber selbst vereinbaren. Die Facharztpraxis erhält von der Terminservicestelle die Nachricht, dass ein Gutschein für einen Termin in ihrer Praxis vergeben wurde und dieser zu berücksichtigen ist. Bei der Zuordnung der Patienten zu den Facharztpraxen wird dafür Sorge getragen, dass es zu einer gleichmäßigen Belastung der Fachärzte einer Fachgruppe in einer Region kommt. Der Vorteil des Modells: Ein direkter Zugriff der aktuell

10 | 2015


gesundheitspolitik Terminservicestelle auf den Kalender der Praxis, der in anderen Modellen angedacht wird, unterbleibt. Der Patient wird zudem stärker in die Verantwortung genommen. Die Abgeordneten debattierten verschiedene Aspekte dieser und anderer Lösungen und machten deutlich, dass sie einverstanden sind, dass der Vorstand das vorgestellte Modell weiterverfolgt. Flüchtlingskrise kommt in der medizinischen Versorgung an Ein weiteres Thema, das die Ärzte im Land derzeit bewegt, sprach die KVSH-Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke an: Die hohe Zahl von Asylbewerbern, die derzeit in Schleswig-Holstein Zuflucht suchen. Ausdrücklich bedankte sie sich bei den Ärzten und ihren Mitarbeitern für das große Engagement bei der Versorgung der Flüchtlinge, das an vielen Orten zu beobachten sei. Sie berichtete, dass das Sozialministerium die KVSH Mitte September gebeten habe, eine hausärztliche Versorgung für die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Rendsburg einzurichten. Stolz zeigte sich Schliffke, dass innerhalb einer Woche eine Praxis in einem Container aufgebaut werden konnte und sich mehr als 30 Ärzte spontan bereit erklärten, bei der Versorgung der Asylsuchenden zu helfen. Ihr besonderer Dank galt den Ärzten, die professionell und schnell vor Ort die Versorgung organisiert haben. „Die KVSH ist in diesem Fall Mittler und Organisator und übernimmt für die Kollegen die Abrechnung mit dem Land“, betonte Schliffke. Die Versorgung in den Erstaufnahmeeinrichtungen sei nicht Teil der vertragsärztlichen Versorgung. Da die Asylbewerber ab dem Zeitpunkt ihrer Unterbringung in den Kommunen durch die niedergelassenen Haus- und Fachärzte versorgt werden, verwies Schliffke auf das neugeschaffene Informationsangebot der KVSH im Internet, das alle Informationen zur Versorgung von Flüchtlingen zusammenfasse. Da sich in den kommenden Monaten in den eng belegten Asylbewerberunterkünften das Problem von Atemwegsinfektionen und Grippe in besonderer Weise stelle, appellierte Schliffke an die Politik, rechtzeitig Impfstoffe in ausreichender Menge nachproduzieren zu lassen. In einer Resolution, nachzulesen auf der KVSHInternetseite, unterstützten die Abgeordneten diese Forderung.

Für die Psychotherapeuten wird es aufgrund weiterer Berliner Beschlüsse eine Vergütungssteigerung geben. Eine Einigung zwischen KBV und GKV-Spitzenverband über die Neubewertung psychotherapeutischer Leistungen bewirke, dass die Bewertung antrags- und genehmigungspflichtiger psychotherapeutischer Leistungen rückwirkend ab 2012 um 2,7 Prozent angehoben wird. Dies bedeute pro Jahr in Schleswig-Holstein ein Zuwachs von drei Millionen Euro, so Ennenbach. Er schränkte aber ein, dass diese Neubewertung auch eine rückwirkend höhere Bereinigung der MGV um diese mittlerweile extrabudgetär vergüteten Leistungen nach sich ziehe. Regionale Honorargespräche ohne schnelle Ergebnisse Die anstehenden regionalen Verhandlungen mit den Kassen bewertet Ennenbach skeptisch. Es sei erkennbar, dass die Krankenkassen auf eine Zeit der Zusatzbeiträge zusteuerten. Bei allen Kassen herrsche derzeit die Furcht, als erste einen zusätzlichen Beitrag von ihren Versicherten erheben zu müssen. Dies lähme die Verhandlungsbereitschaft. Zudem seien Diskrepanzen zwischen der AOK und den Ersatzkassen erkennbar. Mit einem Ergebnis der regionalen Gespräche rechne er deshalb erst im Frühjahr. Ziel bleibe eine Verlängerung des Honorarvertrages, in dessen Mittelpunkt Effizienzziele bei Arznei- und Heilmitteln stünden. Sollte dies nicht möglich sein, habe die KVSH zusätzliche Forderungen formuliert. Grünes Licht für ASV-Beratungsgesellschaft Nachdem die Gründung einer Beratungsgesellschaft für spezialisierte Fachärzte, die an der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) teilnehmen wollen, bereits in vorherigen Abgeordnetenversammlungen diskutiert wurde, gaben die Abgeordneten dem Vorstand nun endgültig ohne Gegenstimme bei nur einer Enthaltung grünes Licht. Ennenbach hatte darauf hingewiesen, dass der Vorstand für diese Gründung formal keine Zustimmung des Gremiums benötige. Dem Vorstand sei diese aber wichtig, insbesondere eine Zustimmung der Hausärzte. Entsprechend zufrieden zeigte sich der Vorstand mit dem eindeutigen Votum. Die Gesellschaft wird gemeinsam mit der KV Hamburg gegründet. Die Berufsverbände werden über einen Beirat einbezogen. Aufgabe soll es sein, Fachärzte dabei zu unterstützen, die Chancen der ASV wahrzunehmen, um diese nicht allein den Kliniken zu überlassen. Delf Kröger, KVSH

Honorarrunde 2016 mit Licht und Schatten Eine Steigerung des Orientierungswertes (OW) um 1,6 Prozent ab Januar 2016 und ein Plus bei der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) in Schleswig-Holstein um 2,38 Prozent – das sind die bisher feststehenden Ergebnisse der Honorarrunde 2016 auf Bundesebene, die Dr. Ralph Ennenbach den Abgeordneten darlegen konnte. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende beklagte in diesem Zusammenhang den Stil der Verhandlungen mit den Kassen in Berlin. Soll die OW-Anhebung eigentlich Kostensteigerungen in den Praxen und Zuwächse beim kalkulatorischen Arztgehalt abbilden, so seien die Gespräche hierzu „jedes Jahr Anlass zu einer betriebswirtschaftlichen Schlammschlacht“ und „keine exakte mathematische Lösung“. Die Steigerung der MGV bedeute für Schleswig-Holstein ein Plus von 35 Millionen Euro, rechnete Ennenbach vor und warnte vor zu großen Hoffnungen. „Das Geld kommt in Schleswig-Holstein an, aber nicht gleichmäßig bei jedem Arzt“, so Ennenbach mit Blick auf die Vielzahl von Vorgaben, die bei der Honorarverteilung wirksam werden. 10 | 2015

Nordlicht

HVM-Änderungen zum 1. Oktober 2015 Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 23. September 2015 Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) mit Wirkung zum 1. Oktober 2015 beschlossen. Die aktuelle Fassung des HVM finden Sie auf unserer Homepage www.kvsh.de. Auf Anforderung wird der Text der Bekanntmachung in Papierform zur Verfügung gestellt, Tel. 04551 883 486.

aktuell

15


gesundheitspolitik F lüchtlingshilfe

Sprechstunde im Container Die medizinische Versorgung von Flüchtlingen in Schleswig-Holstein stellt alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen. In der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Rendsburg sind mittlerweile über 800 Asylbewerber in Wohncontainern untergebracht. Die KVSH hat dort Anfang September zur Entlastung der dort tätigen Ärzte eine ärztliche Nachmittagssprechstunde für Flüchtlinge eingerichtet.

Die KVSH kam mit diesem Schritt einer gemeinsamen Bitte des schleswig-holsteinischen Innen- und Gesundheitsministeriums nach und organisierte innerhalb weniger Tage die ärztliche Basisversorgung in der Ende August eingerichteten Flüchtlingsunterkunft in Rendsburg. Die Erstuntersuchung der Flüchtlinge übernahmen zunächst UKSH-Ärzte. Mittlerweile liegt sie in der Verantwortung der Imland Klinik Rendsburg. Die KVSH stellt nun die weitere ärztliche Versorgung der Flüchtlinge durch einen ärztlichen Nachmittagsdienst in der EAE sicher. Die Sprechstunde findet von Montag bis Samstag immer von 16 bis 19 Uhr in einem eigens für diesen Zweck eingerichteten Behandlungscontainer statt. Sie kann von Asylbewerbern besucht werden, die während ihres Aufenthaltes in der Erstaufnahmeeinrichtung erkranken oder bei denen im Anschluss an die Erstuntersuchungen weitere basismedizinische Behandlungen notwendig sind. Nach einem entsprechenden Aufruf, den die KVSH gemeinsam mit der Kreisstelle Rendsburg-Eckernförde gestartet hatte, meldeten sich knapp 30 Haus- und Fachärzte, um Dienste zu übernehmen. Auch der Ärzteverein Rendsburg fand Freiwillige. Arzthelferinnen, Krankenschwestern und Dolmetscher unterstützen die Ärzte bei ihrer Arbeit.

16

Nordlicht

Gut besuchte Sprechstunde Henning Schmidt ist einer der Ärzte, die sich sofort bereit erklärt hatten, erkrankte Asylbewerber basismedizinisch zu behandeln. Zusammen mit Krankenschwester Brigitte Utermark kümmert er sich während der Montagssprechstunde im Behandlungscontainer um die Behandlung der Flüchtlinge. Eigentlich ist der 71-Jährige, der 28 Jahre lang in Rendsburg als Facharzt für Innere Medizin niedergelassen war, schon seit einigen Jahren im Ruhestand. Für ihn stand aber von Anfang an fest, dass er vor Ort helfen will, zumal er die Arbeit mit Migranten bereits aus seiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der „Praxis ohne Grenzen“ sehr gut kennt. „Für mich als Arzt ist es selbstverständlich, mich in der Flüchtlingshilfe zu engagieren und deshalb auch einige Dienste in der Erstaufnahmeeinrichtung zu übernehmen“, berichtet Schmidt über seine Motive. In einer langen Reihe warten die Menschen geduldig vor dem Arzt-Container, bis sie an der Reihe sind. Jeder Flüchtling hat zur Identifikation einen gelben Zettel mit seinen persönlichen Daten und einem aufgedruckten Passfoto dabei. Die meisten stammen aus Syrien oder dem Irak. Im Container ist es eng, da außer Schmidt, Utermark und dem Patienten in der Regel noch ein Dolmetscher oder ein Angehöriger aktuell

10 | 2015


gesundheitspolitik des Erkrankten bei der Untersuchung mit dabei ist. Viele Flüchtlinge sind von den Strapazen ihrer Flucht geschwächt. Sie leiden häufig an Erkältungen, starken Kopfschmerzen oder Hauterkrankungen. Ein kleiner Junge aus Syrien, der gemeinsam mit seinem Vater zur Sprechstunde gekommen ist, hat plötzlich leichtes Fieber bekommen. Im Container stehen Schmidt alle Mittel für eine basismedizinische Behandlung zur Verfügung. Die wichtigsten Medikamente sind griffbereit in einem Rollschrank untergebracht. Sie stammen zum Teil aus den Beständen der „Praxis ohne Grenzen“. An den Wänden hängen Listen mit Ansprechpartnern in den Behörden und Notizzettel mit wichtigen Telefonnummern. Auf einem kleinen Tisch liegen Behandlungs- und Überweisungsunterlagen bereit. Schmidt kennt Fachärzte in der Region,

an die er gegebenenfalls Patienten überweisen kann, wenn es erforderlich ist. Brigitte Utermark organisiert in dringenden Fällen dann sofort per Telefon einen Behandlungstermin. Niedergelassene helfen auch in Kiel Mittlerweile sind auch in Kiel niedergelassene Ärzte in die medizinische Versorgung von Flüchtlingen eingebunden. Die Landeshauptstadt hatte Mitte September am Schwedenkai eine Notunterkunft für Asylbewerber eingerichtet, in der zeitweise über 300 Flüchtlinge untergebracht waren. Um ihre medizinische Versorgung zu gewährleisten, suchte die Stadt Kiel mit Unterstützung der Kreisstelle Ärzte, die eine „hausärztliche Sprechstunde“ übernehmen. Über 30 Ärzte meldeten sich und boten ihre Hilfe an. Jakob Wilder, KVSH

S ervice

Auf der Startseite von www.kvsh.de finden Interessierte praxisrelevante Hinweise:

Informationsangebot auf www.kvsh.de gibt Praxen Hilfestellung

ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ

Durch die steigende Zahl von Flüchtlingen, die nach SchleswigHolstein kommen, steigt auch die Anzahl der behandelten Asylbewerber in den Praxen. Vor allem Haus- und Kinderarztpraxen haben vermehrt mit Patienten mit Migrationshintergrund zu tun. Um Missverständnisse zu vermeiden und um den Praxisteams eine Hilfestellung zu bieten, hat die KVSH wichtige Informationen zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen zusammengestellt.

10 | 2015

Nordlicht

zur Behandlung zur Abrechnung von Leistungen zum Versichertenstatus von Asylbewerbern Anamnesebögen in verschiedenen Sprachen und weitere Hilfsmittel zum Downloaden

Das Informationsangebot wird ständig aktualisiert und je nach Bedarf erweitert. Ärzte, die bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen helfen möchten oder Kontakt zu geflüchteten Ärzten und Pflegekräften aus dem Irak und Syrien haben, werden gebeten, sich bei der Ärztekammer zu melden: fluechtlingshilfe@aeksh.de, Telefon 04551 803 125. Weitere aktuelle Informationen unter www.aeksh.de

aktuell

17


gesundheitspolitik K B V - V ersichertenbefragung

Gute Noten für SchleswigHolsteins Ärzte und Psychotherapeuten Die Patienten in Schleswig-Holstein haben weiterhin ein hohes Vertrauen in ihre Ärzte und Psychotherapeuten und schätzen deren Fachkompetenz. 93 Prozent der Patienten bezeichnen das Vertrauensverhältnis zu dem Arzt, den sie zuletzt besucht haben, als „ gut“ bis „ sehr gut“. Außerdem bewerten 91 Prozent die fachliche Qualität ihres Arztes als „ gut“ oder „ sehr gut“. Das geht aus der aktuellen Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor. Zu lange Wartezeiten? Eher nicht! Aufschlussreich sind die Umfrageergebnisse auch im Hinblick auf die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Einrichtung von Terminservicestellen, die vermeintlich zu lange Wartezeiten auf einen Facharzttermin verkürzen sollen. Die Befragung zeigt, dass das Thema offenbar in Politik und Medien viel größer dargestellt wird, als es tatsächlich ist. Bundesweit findet nur jeder zehnte Patient, dass die Wartezeiten beim Arzt zu lang sind. In Schleswig-Holstein liegt der Wert bei 13 Prozent. Fast zwei Drittel aller Befragten – sowohl im Bund als auch in Schleswig-Holstein – bekommen innerhalb von drei Tagen einen Termin beim Arzt. Nur etwa jeder zehnte Patient muss sich länger als drei Wochen gedulden. Im internationalen Vergleich sind diese Wartezeiten gering und kürzer als die Wartezeiten, die die Terminservicestellen umsetzen sollen. Ein Grund für die hohe Patientenzufriedenheit sei die freie Arztwahl, erklärte Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen, die im Auftrag der KBV die Versichertenbefragung durchgeführt hat. Denn wenn ein Patient mit seinem Arzt unzufrieden sei, könne er einen anderen aufsuchen. Von dieser Möglichkeit machten in Schleswig-Holstein elf Prozent Gebrauch.

Wartezeit – Wie lange hat es gedauert, bis Sie für Ihren letzten Praxisbesuch einen Termin bekommen haben? Auswahl: war in den letzten 12 Monaten beim Arzt KV-Bezirk Schleswig-Holstein sofort Termin

Vertrauensverhältnis zum Arzt, bundesweit und KV-Bezirke Auswahl: „Ja“, war im letzten Jahr beim Arzt; letzter Arztbesuch sehr gut

Angaben in Prozent 92

51

41

94

94

52 59

42 35

93

93

92 92

46 52

54

53

48 41

92 92

48

38

40

43

HE

B

BE

91 91

44 52

50

48 39

41

91 90 90

47

45

51

39

48

42

90

47

43

gut

89 89

52

37

49

40

88

44

44

29 %

1 Tag

6%

2 bis 3 Tage

6%

bis 1 Woche

12 %

bis 3 Wochen

12 %

über 3 Wochen

12 %

ohne Termin

17 %

gibt keine Termine

3%

Termin nicht notwendig

1%

weiß nicht mehr, oder keine Angabe nicht gefragt

2% –

FGW Telefonfeld: Versichertenbefragung der KBV 05/2015

alle

SL BW RP

SH

S

TH BB

N

MV SA

HH NO WL HB

FGW Telefonfeld: Versichertenbefragung der KBV 05/2015

18

Nordlicht

aktuell

10 | 2015


gesundheitspolitik

Genügend Ärzte in der Nähe – noch Gefragt wurde außerdem, wie zufrieden die Patienten in Schleswig-Holstein mit der Versorgungssituation seien. Diese wird bei den Hausärzten als gut eingeschätzt. 82 Prozent der Befragten gaben an, dass es am Wohnort genügend Allgemeinmediziner gebe. Nur 17 Prozent sehen einen Mangel. Es bleibt abzuwarten, ob es auch in Zukunft solch gute Umfragewerte geben wird: Aufgrund der Altersstruktur werden rund 600 der insgesamt 1.900 Hausärzte in Schleswig-Holstein in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Die Herausforderung besteht darin, genügend Nachfolger zu finden. Ein anderes Bild dagegen ergibt sich bei den Fachärzten: Nur rund die Hälfte der Patienten ist der Ansicht, dass es genügend Fachärzte in ihrer Nähe gibt. Auch dieses Ergebnis sollte dem Gesetzgeber zu denken geben. Denn das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz sieht vor, Praxissitze in größerer Zahl perspektivisch stillzulegen. Dies beträfe insbesondere Facharztpraxen.

Ein weiteres Thema der Versichertenbefragung waren die Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Der überwiegende Teil der Patienten in Schleswig-Holstein (80 Prozent), dem diese Zusatzleistungen angeboten wurden, hatte nach eigenen Angaben ausreichend Bedenkzeit, sich für diese zu entscheiden. 20 Prozent wurde nach eigenem Empfinden zu wenig Zeit eingeräumt. Etwa 70 Prozent gaben an, die – meistens vom Facharzt – angebotene Selbstzahlerleistung auch angenommen zu haben. Für die Versichertenbefragung hatte die Forschungsgruppe Wahlen knapp 6.100 zufällig ausgewählte Bürger in ganz Deutschland telefonisch befragt. Marco Dethlefsen, KVSH

„Zu wenig“ Hausärzte am Wohnort Bundesweit und KV-Gebiete

46 45

Angaben in Prozent 41 36 35

21 21

20

alle

SA BB TH S

MV HE N

18 17 16 16 16

BW SH B

14 12 11 10 9

BE RP NO WL SL HB HH

FGW Telefonfeld: Versichertenbefragung der KBV 05/2015 10 | 2015

Nordlicht

aktuell

19


gesundheitspolitik P atienteninformation

Wartezeiten-Plakat für die Praxis Die KVSH liefert den Praxen eine praktische Hilfe bei der Diskussion über Wartezeiten bei der Terminvergabe. Ärzte und Psychotherapeuten können ihre Patienten ab sofort mit einem neuen Plakat über die Hintergründe aufklären.

Einige Patienten gehen offenbar fest davon aus, dass sie einen gesetzlichen Anspruch auf einen Termin in einer bestimmten Frist bei einem von ihnen gewünschten Arzt haben. Entsprechend fordernd treten sie jedenfalls in den Praxen auf. Ein Grund für dieses Verhalten könnte die Diskussion um das Versorgungsstärkungsgesetz und die geplanten Terminservicestellen sein. Mit einem informativen Plakat für das Wartezimmer können Ärzte und -psychotherapeuten ihre Patienten nun darauf hinweisen, dass es keinen gesetzlichen Anspruch auf einen bestimmten Termin bei einem Wunscharzt gibt. Die Botschaft auf dem Plakat setzt dabei auf Auf20

Nordlicht

klärung und wirbt um Verständnis: „Wir lassen Sie ungern warten. Aber manchmal ist es unvermeidbar.“ Es folgen kurze Tipps für Terminabsprachen, um Wartezeiten möglichst gering zu halten. Das Wartezimmerplakat kann bei der Formularausgabe der KVSH bestellt werden, Tel. 04551 883 250 oder formular@kvsh.de. Es steht außerdem als Download auf der Startseite von www.kvsh.de zur Verfügung.

aktuell

10 | 2015


gesundheitspolitik K ommentar

Hilfe! Der Ansturm von Flüchtlingen auf Europa und nach Deutschland hat Ausmaße erreicht, die alle Prognosen und damit auch alle Vorbereitungsmaßnahmen über den Haufen werfen. Die erkennbaren Folgen dieser Herausforderung lässt viele Menschen nicht mehr ruhig schlafen. Niemand weiß, was in dieser Situation richtig und was falsch ist. Und einmal mehr stellen die Bürger fest, dass unser Land vor einem politischen Scherbenhaufen steht. Seit den Bürgerkriegen auf dem Balkan vor 20 Jahren wusste man, dass ein wohlhabendes Land wie Deutschland in der Asylpolitik nicht ohne ein Zuwanderungsgesetz und nachfolgende Regelungen auskommen kann. Doch dazu reichte es mal wieder nicht. Jetzt heißt es erneut, dass es keine Alternative gibt. Zur Rettung der Banken gab es auch keine Alternative, ebenso wenig wie zur Abwendung des Staatsbankrotts in Griechenland. Zur jetzt erforderlichen Flüchtlingshilfe gibt es tatsächlich keine Alternative. So wenig daran zu deuteln ist, so wenig macht es die Sache einfacher – zumal das Ultimative in dieser Situation eine Polarisierung in Gang setzt, in der jeder, der zusätzlich zur „Willkommenskultur“ auch Augenmaß für die Integrationschancen einfordert, schnell in die Ecke des rechten Pöbels gestellt wird. Völlig übersehen wird dabei, dass wir es waren und sind, die bei den Flüchtlingen Erwartungen geweckt haben, an denen wir uns jetzt messen lassen müssen – und in größter Gefahr sind, dem nicht gerecht werden zu können, angesichts der nicht endenden Zuwanderung. Zum Glück steht eines außer Frage: Erste Hilfe und medizinische Basisleistungen können durch Ärzte und Pflegekräfte in Praxen und Krankenhäusern sichergestellt werden. Niemand wird abgewiesen und jeder erhält Hilfe. Das ist ein Beleg für Qualität und Kompetenz sowohl in der Organisation als auch in der Behandlung, der angesichts der Herausforderungen in der ganzen Welt einmalig sein dürfte. Und das ist der vielleicht wichtigste Beitrag für die Flüchtlinge, aber auch für die Bürger. Denn wo Flüchtlinge aus Asien und Afrika, dem Balkan und Osteuropa zusammentreffen, da konzentrieren sich Gesundheitsprobleme und -gefahren, die zum Schutz Aller ungeschönt angegangen werden müssen.

gute alte Krankenschein wieder zu Ehren. Wer hilft, darf nicht auch noch auf den Kosten sitzen bleiben. Die Risiken ärztlicher Tätigkeit mag man aus heutiger gesellschaftlicher Sicht als Selbstverständlichkeit bei vermeintlichen Gutverdienern ansehen. Tatsächlich sind sie es nicht. Denn die Gefahren, die von Krankheiten ausgehen können, die hierzulande durch Impfkampagnen lange überwunden sind, dürfen nicht unterschätzt werden.

„Am Ende der Hilfs- und Handlungskette steht aber wieder die Politik.“

Die Herausforderungen des Ansturms werden wir bewältigen können. Wenn unser Land etwas kann, dann sind es Management und Organisation in Krisenlagen. Und dort wo gesetzlicher Regulierungswahn notwendige Sofortentscheidungen blockiert, wird man „improvisieren“. Auch das ist eine unserer bekannten guten Eigenschaften. Am Ende der Hilfs- und Handlungskette steht aber wieder die Politik. Sie muss sich zwingend dem Thema „Integration“ zuwenden, wenn aus den Flüchtlingen Mitbürger werden sollen: Bildung, Ausbildung, Arbeit und Selbstverantwortung sind die Bereiche, in denen Konzepte gefragt sind, die zusätzlich zu den Aufgaben für die eigene Bevölkerung zügig angepackt werden müssen. Und wer nicht bleiben kann oder will, dem sollte auch geholfen werden, in der Rückkehr für sich eine Perspektive zu sehen. Völlig verklärt hatte kürzlich eine prominente Spitzenpolitikerin in Bezug auf die Zuwanderungswelle von einem „SommerMärchen“ gesprochen. Wenn es das wäre, dann hieße es jetzt aufzuwachen. Die Flüchtlinge brauchen nicht unser Mitleid, sondern unsere Hilfe. Politisches Gesülze hilft da nicht, sondern klarer Verstand. Nur mit seiner Hilfe werden wir die größte Herausforderung, vor der unser Land jemals stand, bewältigen. Peter Weiher, Journalist

Insbesondere in den Erstaufnahmeeinrichtungen leisten Ärzte und medizinische Helfer Großartiges. Einige der niedergelassenen schleswig-holsteinischen Ärzte haben eine Praxis in der Erstaufnahme eingerichtet. Solange die Gesundheitskarte für Zuwanderer noch auf sich warten lässt, kommt der

10 | 2015

Nordlicht

aktuell

21


PRAXIS  &  KV D iabetes mellitus T y p 2

Der aha!-Effekt Vor gut einem Jahr hat die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein gemeinsam mit der AOK NordWest, der BARMER GEK und der DAK-Gesundheit einen neuen Vertrag zur Erkennung und Behandlung von Menschen mit hohem Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 abgeschlossen. Nutzen Sie die Gelegenheit teilzunehmen und geben Sie Ihren Patienten die Möglichkeit, vom aha!-Programm zu profitieren. Mit aha! (ab-heute-anders!) sollen in hausärztlichen Praxen Versicherte der teilnehmenden Krankenkassen angesprochen werden, bei denen ein Risikoprofil zum Diabetes mellitus Typ 2 vorliegt. Mit einem standardisierten Fragebogen (FINDRISK-Test), den der Versicherte in der Praxis ausfüllt und abgibt, wird das individuelle Risiko, in den nächsten zehn Jahren an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, ermittelt. Erhärtet sich der Verdacht, kann der Versicherte an einem 15-monatigen Programm teilnehmen. Ziel ist, mit Hilfe ärztlicher Beratung und Betreuung sowie angebotenen und unterstützten Lebensstilinterventionen das Auftreten der Erkrankung zu verzögern oder gar zu vermeiden sowie die Lebensqualität zu verbessern. Erfolge lassen sich messbar nachweisen Im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, dass das Programm sowohl auf ärztlicher Seite als auch auf Seite der teilnehmenden Versicherten auf Akzeptanz und Anerkennung stößt, da sich Erfolge messbar nachweisen lassen: zum Beispiel anhand sinkendem Gewicht, geringerem Body-Mass-Index oder auch mittels des Ernährungs- und Bewegungstagebuchs, in welchem einfach und übersichtlich die Umstellung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten nachvollzogen werden kann.

Hier drei Fallbeispiele: ƒƒ Weibliche Teilnehmerin, geboren 1981, 160 cm groß, Diagnose „Zustand nach Gestationsdiabetes“, BMI 32,0 (Adipositas Grad I), Gewicht 81,8 kg, Bauchumfang 102,0 cm und HbA1c 6,4 Prozent. Ergebnis beim FINDRISK-Test vom 14. Oktober 2014: 20 Punkte. Nach vier Monaten war der BMI auf 30,4 (immer noch Adipositas Grad I) und das Gewicht auf 77,8 kg gesunken, der Bauchumfang lag nur noch bei 93,0 cm, der HbA1c betrug 5,4 Prozent. Weitere sechs Monate später hatte die Teilnehmerin die nächste BMI-Gewichtsklasse „Übergewicht“ erreicht (BMI 28,1), das Gewicht konnte nochmals um 5,8 kg auf 72,0 kg gesenkt werden, der Bauchumfang betrug nur noch 88,0 cm (minus 14 cm!), der HbA1c 5,2 Prozent.

ƒƒ M  ännlicher Teilnehmer, geboren 1948, 172 cm groß, mit Hypertonie, COPD und Gelenkerkrankungen, BMI 57,8 (Adipositas Grad III), Gewicht 171 kg, Bauchumfang 161,0 cm, Hüftumfang 152,0 cm. Der Teilnehmer änderte seine Ernährung (ballaststoffreiche, zucker- und fettarme Kost, weitgehend kein Naschen) und bewegte sich regelmäßig. Zudem nahm er am Praedias-Kurs teil. Nach neuneinhalb Monaten betrug der BMI noch 49,9 (immer noch Adipositas Grad III), das Gewicht konnte jedoch um 23,5 kg gesenkt werden (auf 147,5 kg), der Bauchumfang maß noch 147,5 cm, der Hüftumfang 145 cm.

ƒƒ W  eibliche Teilnehmerin, geboren 1950, 160 cm groß, BMI 28,1 (Übergewicht), Gewicht 72 kg, Bauchumfang 98,0 cm, Hüftumfang 104,0 cm. Die Teilnehmerin konnte sich insbesondere für die empfohlene Lebensstilintervention „Bewegung“ begeistern und verbesserte ihren BMI innerhalb von drei Monaten auf 23,9 (normal!), das Gewicht auf 61,2 kg (minus 10,8 kg), den Bauchumfang auf 83,0 cm und den Hüftumfang auf 92,0 cm. Die Teilnehmerin musste in ihrer Motivation direkt gebremst werden und wurde zunächst zu einer Haltephase aufgefordert.

22

Nordlicht

aktuell

10 | 2015


PRAXIS  & KV Nachweis der Wirksamkeit des Programms – Evaluation Um die Wirksamkeit des Programms auch wissenschaftlich fundiert nachweisen zu können, wird aha! vom Institut für angewandte Versorgungsforschung GmbH („inav“) unter Mitwirkung von Herrn Univ.-Prof. Dr. oec. Volker E. Amelung evaluiert. Machen Sie mit! Gerade mit Blick auf den bereits im letzten Jahr vom Bundesrat beschlossenen Nationalen Diabetesplan und die sowohl in der Politik als auch in der Öffentlichkeit zunehmende Präsenz der Themen Prävention, Adipositas und Diabetes gilt es jetzt, zeitnah wirksame Lösungsansätze zur Minderung und/oder Vermeidung der Volkskrankheit Diabetes mellitus Typ 2 zu finden und umzusetzen. Das aha!-Programm kann eine Lösung sein! Das ursprünglich vom aha!-Netzwerk unter Leitung von Dr. Carsten Petersen entwickelte aha!-Programm wurde bereits erfolgreich als Pilotprojekt in den Jahren 2007 bis 2011 im Kreis SchleswigFlensburg erprobt und brachte eindrucksvolle Ergebnisse, weshalb es im Jahr 2012 für den MSD-Gesundheitspreis für vorbildliche Versorgungsprojekte nominiert wurde. MSD Sharp & Dohme engagiert sich daher auch im aktuellen aha!-Programm und steht mit Außendienstmitarbeitern für Fragen zum aha!-Programm zur Verfügung.

Welche Patienten kommen für die Teilnahme am Vertrag in Frage? Erwachsene Versicherte (ab 18 Jahren) der AOK NordWest, BARMER GEK oder DAK-Gesundheit, die vom Arzt aufgrund der folgenden Kriterien subjektiv als Risikopatienten eingestuft werden: ƒƒ Erkennbare abdominelle Adipositas ƒƒ Familienanamnese ƒƒ Bewegungsarmer Lebensstil Die Versicherten müssen grundsätzlich willens und in der Lage sein, aktiv und mittels der getroffenen Maßnahmen zur Lebensstilintervention am aha!-Programm teilzunehmen. Extrabudgetäre Vergütung Zehn Euro pro Patient für die Besprechung des FINDRISKErgebnisses (bei Score ≥ 7 bzw. BMI ≥ 30/Adipositas) und die gegebenenfalls aus dem Ergebnis resultierende Einleitung weiterer Maßnahmen, sowie jeweils zehn Euro für die Nachbeobachtungs- und Beratungstermine nach 3, 9 und 15 Monaten. Letzteres gilt jedoch nicht für Patienten, die in das DMP Diabetes mellitus Typ 2 eingeschrieben werden. Hier greift die DMPVergütung. Die Abrechnung der extrabudgetären Leistungen erfolgt im Rahmen der Quartalsabrechnung über die KVSH mittels Ansatz der Pseudoziffern 99270A bis 99270F. Eine detaillierte Leistungsbeschreibung finden Sie auf unserer Homepage. Anpassung der Verträge mit der BARMER GEK und der DAKGesundheit Die Verträge mit der BARMER GEK und der DAK-Gesundheit mussten aufgrund von Anmerkungen des Bundesversicherungsamtes neu aufgesetzt werden. Seit dem 1. Juli 2015 gilt für die BARMER GEK nun der Vertrag nach Paragraf 73c SGB V, seit dem 1. Oktober 2015 für die DAK-Gesundheit der Vertrag nach Paragraf 140a SGB V. Für beide Verträge gilt jetzt, dass Versicherte vor Beginn der Teilnahme eine Teilnahme- und Einwilligungserklärung unterzeichnen müssen. Der Ablauf des aha!-Programms hat sich durch die Vertragsanpassungen jedoch nicht geändert.

Nutzen Sie die Gelegenheit teilzunehmen und geben Sie Ihren Patienten die Möglichkeit, vom aha!-Programm zu profitieren. Die Verträge zum aha!-Programm sind zeitlich befristet und enden zum 30. Juni 2016. Die Behandlung der bis zum 30. Juni 2016 eingeschriebenen Versicherten kann selbstverständlich über das Vertragsende hinaus bis zum Abschluss des Programms fortgeführt werden. Welche Ärzte können an dem Vertrag teilnehmen? In den Vertrag können sich Vertragsärzte und angestellte Ärzte mit Genehmigung zur Teilnahme am DMP Diabetes mellitus Typ 2 der KVSH einschreiben. Für die Teilnahme am Vertrag wird nach Antragstellung eine zusätzliche Genehmigung der KVSH erteilt. 10 | 2015

Nordlicht

Fragen? – Das aha!-Büro Zur Durchführung des aha!-Programms wurde das „aha!Büro“ eingerichtet. Das aha!-Büro wird ärztlich geleitet und ist zuständig für den Versand der Erstausstattung an die teilnehmenden Ärzte, die Entgegennahme und Auswertung der FINDRISK-Bögen, den Versand der Ergebnisberichte der FINDRISK-Bögen an den jeweiligen Arzt sowie die Zusammenstellung und den Versand der Dokumentationsmappen. Außerdem bietet das aha!-Büro eine Telefon-Hotline für teilnehmende Versicherte und teilnehmende Ärzte an und steht unter der Telefonnummer 04621 855425 gerne für Fragen zur Verfügung. Weitere Informationen Den Vertrag zur Durchführung des aha!-Programms zwischen den teilnehmenden Krankenkassen und der KVSH sowie Teilnahmeerklärungen, Behandlungspfad und die Leistungs- und Vergütungsübersicht finden Sie auf unserer Homepage unter www.kvsh.de  Praxis  Downloadcenter  Verträge  aha!-Programm Silke Utz, KVSH

aktuell

23


PRAXIS  &  KV I mpfsaison

Neues Info-Material von der KBV Zu Beginn der Grippeschutz-Impfsaison 2015/2016 hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) wieder eine Reihe von Informationsmaterialien für die Praxisteams zusammengestellt. Es gibt unter anderem ein Plakat für das Wartezimmer und eine neue Patienteninformation. Beide können kostenlos bei der KBV bestellt werden (E-Mail an versand@kbv.de). Alle Materialien sind außerdem unter www.kbv.de/html/4195.php zum Download zu finden.

24

Nordlicht

aktuell

10 | 2015


PRAXIS  & KV

10 | 2015

Nordlicht

aktuell

25


PRAXIS  &  KV M itteilungen der K V S H

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/ Psychotherapeuten deren Vertragsarztsitz zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Hinweise: ƒƒ Bewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg.  ƒƒ Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behördenführungszeugnis) zu beantragen.  ƒƒ Die Bewerbung wird nicht durch eine eventuell erfolgte Wartelisteeintragung ersetzt!

muss bzw. müssen namentlich genannt werden und die oben bezeichneten Unterlagen sind für ihn/sie einzureichen. ƒƒ E s besteht die Möglichkeit, dass ein für einen vollen Versorgungsauftrag ausgeschriebener Vertragsarztsitz/Vertragspsychotherapeutensitz von zwei Ärzten/Ärztinnen übernommen wird, die den Sitz übernehmen und ihren Versorgungsauftrag jeweils auf einen halben Versorgungsauftrag beschränken. ƒƒ U  m die Übernahme von ausgeschriebenen Vertragspsychotherapeutenpraxen können sich Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Ärzte, die beabsichtigen, ausschließlich psychotherapeutisch tätig zu werden, bewerben.

ƒƒ Um Vertragsarztsitze/Vertragspsychotherapeutensitze können sich auch Vertragsärzte/Vertragspsychotherapeuten und Medizinische Versorgungszentren bewerben, um einen anderen Arzt/eine andere Ärztin bzw. mehrere Ärzte/Ärztinnen anzustellen. Der Arzt/die Ärztin/die Ärzte

Für nähere Informationen hierzu stehen Ihnen unter der Tel. 04551 883 und den angegebenen Durchwahlen unsere Sachbearbeiter zur Verfügung: Durchwahl -378

Kreise ƒƒ Kreis Pinneberg Flensburg

-596

-258

ƒƒ Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde ƒƒ Kreis Herzogtum Lauenburg

Nordfriesland SchleswigFlensburg

ƒƒ Stadt Lübeck ƒƒ Kreis Ostholstein

-561

ƒƒ Kreis Nordfriesland ƒƒ Kreis Stormarn

-634

ƒƒ Stadt Kiel ƒƒ Kreis Plön ƒƒ Kreis Segeberg

Kiel RendsburgEckernförde Dithmarschen

Ostholstein

Steinburg

-427

26

Plön

Neumünster

Segeberg Lübeck

Pinneberg

Stormarn Herzogtum Lauenburg

ƒƒ Kreis Dithmarschen ƒƒ Kreis Steinburg ƒƒ Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg

Nordlicht

aktuell

10 | 2015


PRAXIS  & KV

Fachgebiet/Arztgruppe

Planungs­bereich*

Praxisform Bewerbungs­frist**

Ausschreibungs­ nummer

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Stormarn

EP

31.10.2015

12107/2014

Psychotherapeuten

Kreis Herzogtum Lauenburg

EP

30.11.2015

5502/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Nordfriesland

EP

30.11.2015

5757/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg- Eckernförde

EP

30.11.2015

7271/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Segeberg

EP

30.11.2015

7903/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Kiel

EP

30.11.2015

8301/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreisregion Stadt Neumünster/ Kreis Rendsburg Eckernförde

EP

30.11.2015

5945/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreisregion Stadt Neumünster/ Kreis Rendsburg Eckernförde

EP

30.11.2015

8533/2015

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

Kreisregion Stadt Flensburg/ Kreis Schleswig-Flensburg

EP

30.11.2015

9419/2015

* Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL). ** Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt, es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maximal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird, das beantragte Fachgebiet eindeutig angegeben ist, ein Arztregisterauszug beigefügt wurde und der Antrag unterschrieben ist.

Folgender Psychotherapeut wurde im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Dieser Beschluss ist noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann. Name

Fachgruppe/Schwerp.

Niederlassungsort

Niederlassungsdatum

Dipl.-Psych. Katja Losleben – halbe Zulassung –

Psychologische Psychotherapeutin

22951 Bargteheide, Baumschulenstraße 23

01.10.2015

Folgendes MVZ hat eine Anstellungsgenehmigung erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name des anstellenden MVZ Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

ZoGeZ Zollhaus Gesundheitszentrum Brücke MVZ GmbH – Sonderbedarf –

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

10.09.2015

Merét Thale – halbtags –

10 | 2015

24340 Eckernförde, Schiffbrücke 8

Nordlicht

aktuell

27


PRAXIS  &  KV M itteilungen der K V S H Folgende Psychotherapeuten wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten:

28

Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dipl.-Psych. Dr. phil. Katja Apel – halbe Zulassung –

25524 Itzehoe, Feldschmiedekamp 4

Psychologische Psychotherapeutin

01.09.2015

Dipl.-Psych. Monika Alda – halbe Zulassung –

Dipl.-Psych. Julia Lichau – halbe Zulassung –

24568 Kaltenkirchen, Schulstraße 9 a

Psychologische Psychotherapeutin

01.08.2015

Heike Lixenfeld – halbe Zulassung –

Dipl.-Päd. Birgit Merkel – halbe Zulassung –

24589 Nortorf Am Markt 7,

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

01.09.2015

Ulrike von Puttkamer

Nordlicht

aktuell

10 | 2015


PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Bessere Versorgung chronisch kranker Menschen in Bayern

KV Thüringen gründet eigene Notdienst-Zentrale

München – Die Leistungen der Haus- und Fachärzte, die sich an Disease Management Programmen (DMP) beteiligen, werden künftig besser honoriert. Darauf haben sich die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern (ARGE) und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) nach intensiven Verhandlungen verständigt. Ziel ist es, die Behandlung chronisch kranker Menschen flächendeckend in Bayern zu verbessern. Ab sofort erhalten Ärzte, die an DMP teilnehmen, die Möglichkeit, Einzelschulungen für bestimmte Patientengruppen anzubieten, für die eine Gruppenschulung nicht zielführend wäre. So profitieren auch Patienten, für die Gruppenschulungen wegen Sprachproblemen oder wegen ihres hohen Alters nicht geeignet sind, von individuellen Einzelschulungen. Dies gilt auch für Patienten in einer besonderen Lebenssituation, für die es sinnvoll ist, einzeln geschult zu werden, wie beispielsweise für Diabetikerinnen in der Schwangerschaft. Die Schulung der Patienten ist ein grundlegendes Element der DMP, um ihnen den eigenverantwortlichen und aktiven Umgang mit ihrer Erkrankung zu vermitteln. Neben einer leistungsgerechteren Vergütung der Schulungen haben die Krankenkassen und die KVB auch eine Ausweitung des bestehenden Schulungsangebots für Typ 1 Diabetiker sowie eine Erhöhung der Betreuungspauschalen für die Diabetikerbehandlung vereinbart. Somit erhalten die teilnehmenden Ärzte in Zukunft höhere Pauschalen für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus Typ 1, von Diabetikerinnen mit Kinderwunsch sowie von Schwangeren mit Diabetes.

Weimar – Mit der Gründung einer KVT-Notdienst Service GmbH hat die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen den Aufbau einer landesweiten Vermittlungszentrale für Notfälle in die Wege geleitet. Ab 2016 soll die bundesweit einheitliche Rufnummer 116 117 dort, statt wie derzeit bei den Rettungsleitstellen, auflaufen. Die Notdienst-Zentrale wird in den Räumen der KV Thüringen untergebracht. Hier soll medizinisches Fachpersonal die Anrufer beraten und dann entweder einen Hausbesuch des ärztlichen Notdienstes vermitteln, über die nächstgelegene Notdienstsprechstunde informieren oder aber den Rettungsdienst verständigen. Bei der 116 117 gehen nach Angaben der KV Thüringen derzeit jährlich mehr als 100.000 Anrufe ein.

Neue Förderrichtlinie für Niederlassungen in Hessen Wiesbaden – Die KV Hessen und die hessischen Krankenkassen wollen den Ärztemangel mit einer neuen Förderrichtlinie bekämpfen. Sie sieht für die ersten Jahre in der eigenen Praxis bis zu 55.000 Euro vor. Ziel ist es, die zukünftige kleinteiligere Bedarfsplanung schon vorwegzunehmen und in einem „schlanken Förderverfahren“ mit bewusst vereinfachter Antragsstellung den ärztlichen Nachwuchs gezielt in Regionen zu steuern, in denen sich in den nächsten Jahren vermehrt Ärzte in den Ruhestand verabschieden. Dafür sollen jährlich bis zu 800.000 Euro aus dem Strukturfonds nach Paragraf 105 Abs. 1a SGB V eingesetzt werden. Seit Juli 2015 lassen sich damit bis zu 36 Haus- und 27 Facharztsitze fördern.

10 | 2015

Nordlicht

KBV fordert einheitliche Rahmenbedingungen für Palliativversorgung Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat für eine bundesweite ambulante Palliativversorgung einheitliche Rahmenbedingungen gefordert. Zudem müssten vorhandene Versorgungsangebote enger miteinander verzahnt werden. Anlässlich der Bundestagsdebatte zum geplanten Palliativund Hospizgesetz betonte KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann in einer Pressemitteilung, dass erfolgreiche Modelle der ambulanten allgemeinen Palliativversorgung (AAPV), die sich regional bewährt haben, „vertragssicher im ganzen Bundesgebiet übernommen“ werden sollten. Als Beispiel nannte sie das Modellprojekt der KV Westfalen-Lippe. Bislang sah der Gesetzgeber vor, dass sich spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) auf einem wettbewerbsorientierten Markt behaupten muss. Unter diesen Bedingungen konnte sich jedoch keine flächendeckende ambulante Palliativversorgung etablieren, wie Feldmann betonte. Es habe sich gezeigt, dass sich diese besondere Form der Versorgung nicht als Wettbewerbsfeld eigne. Vielmehr sollte diese „wichtige und sensible Begleitung von Menschen auf ihrem letzten Lebensweg kollektiv organisiert und ermöglicht werden“.

aktuell

29


PRAXIS  &  KV P s y chotherapie

Terminservicestellen für Psychotherapie Das im Juli 2015 in Kraft getretene Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-VSG) verlangt die Einrichtung von Terminservicestellen für die angemessene und zeitnahe Zurverfügungstellung von Behandlungsterminen bei Fachärzten. Termine bei Psychotherapeuten sind hiervon zunächst ausgenommen. Außerdem prallen in dem Gesetz stark gegensätzliche Regelungen aufeinander. Dies wird die psychotherapeutische Versorgung nicht verbessern. Terminservicestellen – was wird verlangt Ende Januar 2016 haben die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) Terminservicestellen einzurichten. Sie haben dem Versicherten bei Vorliegen einer Überweisung zu einem Facharzt innerhalb einer Woche einen Behandlungstermin zu vermitteln. Dieses gilt nicht für verschiebbare Routineuntersuchungen und in Fällen von Bagatellerkrankungen. Bei Terminen zum Augenarzt oder Frauenarzt bedarf es keiner Überweisung. Die Wartezeit auf diesen Termin darf dann vier Wochen nicht überschreiten. Kann kein Termin in dieser Frist vermittelt werden, soll ein Termin in einem Krankenhaus angeboten werden. Überarbeitung der Psychotherapie-Richtlinien an erster Stelle Von diesen Forderungen ist die psychotherapeutische Behandlung zunächst ausgenommen. Der Gesetzgeber hat dabei folgenden Gedanken gehabt: Erst einmal soll der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Psychotherapie-Richtlinien überarbeiten. Es sollen Regelungen zur Flexibilisierung des Therapieangebotes, zur Einrichtung von psychotherapeutischen Sprechstunden, zur Förderung der diagnostischen Abklärung und der Akutversorgung, zur Förderung der Gruppenpsychotherapie und der Rezidivprophylaxe sowie zur Vereinfachung des Antrags- und Gutachterverfahrens getroffen werden. Hierzu ist dem Ausschuss bis zum 30. Juni 2016 Zeit gegeben worden. Vermittlungstelle Psychotherapie Erst in der Folge – ab dem 1. Januar 2017 – wird erwartet, dass die Vermittlung eines Termins für ein Erstgespräch im Rahmen der psychotherapeutischen Sprechzeiten und der sich aus der Abklärung ergebenden zeitnah erforderlichen Behandlungstermine in Anspruch genommen werden kann. Einer Überweisung bedarf es im Bereich der Psychotherapie nicht. Damit eröffnet sich für die Patienten ein vollkommen ungefilterter Zugang zu den Vermittlungsstellen der KVen. Da in der Regel ambulante psychotherapeutische Versorgung – anders als bei anderen fachärztlichen Leistungen – nicht durch entsprechende stationäre psychotherapeutische Krankenhäuser ersetzt werden kann, soll in diesem Bereich bei Unvermögen kein Ersatztermin in einem Krankenhaus erfolgen. 30

Nordlicht

Ein Gesetz voller Widersprüche Im Bereich der Psychotherapie erscheinen die Vorstellungen des Gesetzgebers nahezu utopisch. Selten hat es innerhalb eines Gesetzes so widersprüchliche Regelungen gegeben, wie es im GKV-VSG der Fall ist. Parallel zur Einrichtung der Terminservicestellen sollen zeitgleich in fast allen Planungsbereichen in Deutschland Praxissitze von Psychotherapeuten aufgekauft und damit stillgelegt werden. Was dann zwangsläufig zu dem führt, was durch die Terminservicestellen überwunden werden soll: Engpässe und noch längere Wartezeiten für psychisch kranke Menschen. Auf der einen Seite erkennt der Gesetzgeber an, dass ambulante Psychotherapie nicht so einfach von Krankenhäusern übernommen werden kann. Andererseits erfahren Kliniken und Krankenhäuser durch das GKV-VSG enorme Unterstützung bei der Errichtung von weiteren Einrichtungen weit entfernt von ihrem eigentlichen Standort. Entwicklungen und Erfahrungen abwarten Es gilt nun, die Entwicklungen und vor allem die Erfahrungen der KVen mit den zum Anfang des nächsten Jahres einzurichtenden Terminservicestellen besonnen und in Ruhe abzuwarten. Im Laufe des kommenden Jahres werden sich dann die KVen und Psychotherapeuten gemeinsam Gedanken darüber machen müssen, wie eine Vermittlungsstelle im Bereich der psychotherapeutischen Versorgung zu gestalten ist. Aber auch mit noch so großem Zwang läßt sich nicht einfach etwas herbeischaffen, was es nicht gibt – ausreichend freie und zeitnah zur Verfügung stehende Plätze für eine psychotherapeutische Behandlung. Da kann eine dem Populismus geschuldete gesetzliche Regelung auch nicht helfen. Solange die Planung der ambulanten medizinischen wie psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland auf Annahmen fußt, die mit tatsächlicher Bedarfsprüfung und -feststellung nur sehr wenig zu tun haben, und sich die Feststellung von Niederlassungsmöglichkeiten von Ärzten und Psychotherapeuten ökonomischen Zwängen unterzuordnen hat, wird alles beim Alten bleiben. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

aktuell

10 | 2015


die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. Britta Zybura Geburtsdatum: 18.10.1966 Geburtsort: Kiel Familie: geschieden, zwei Kinder Fachrichtung: Allgemeinmedizin Sitz der Praxis: Rendsburg Niederlassungsform: Gemeinschaftspraxis Neu niedergelassen seit 1. April 2015

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Mit einfachen Worten: raus aus der Klinik-Mühle, rein ins eigene Biotop. Hier kann es tatsächlich gelingen, das Ideal von der patientenorientierten Medizin umzusetzen. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Generell ist es ein schönes Gefühl, lindern und helfen zu können. Längst lässt sich nicht immer alles heilen. Aber Symptome zu mildern oder Leidensdruck zu nehmen, manchmal schon durch ein simples Gespräch, schafft einen hohen Grad an Berufszufriedenheit. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Ganz wichtig: Man muss schauen, dass Harmonie im Team besteht. Mein Dank an dieser Stelle geht an Florian Seidel, Heidi Strüven und Simone Weischer. Das Fach sollte einem Spaß machen. Man darf sich nicht von dem unvermeidlichen Teilgebiet BWL unterjochen lassen. Wenn man versucht, die Patienten da abzuholen, wo sie stehen, danken sie es einem und die Flauten im Wartezimmer bleiben gering. Dann wird manchmal in der Sprechstunde eben eine halbe Kleenex-Box weggeweint. In der Klinik lag so etwas kaum drin. Außerdem versuche ich, mir einen guten Überblick über die Zuweiser-Adressen zu verschaffen. Ich möchte einschätzen können, wohin ich meine Patienten schicke. Weiterhin braucht es für die Niederlassung eine Prise Organisationstalent. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Man trifft im Alltag genug interessante Menschen, die ihr Leben meistern. Nelson Mandela fällt mir spontan ein. Aber der lebt leider nicht mehr. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Ein langer Strand- oder Waldspaziergang, eine Runde Sport und anschließend ins Spa. Mit meinen Kindern Zeit verbringen. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? „Grundformen der Angst“ von Fritz Riemann 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Ich bin hier geboren und liebe die Landschaft, die Nähe zum Meer, das sanfte Hügelland mit Wiesen, Knicks und Auen. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … wahrscheinlich Biologin

10 | 2015

Nordlicht

aktuell

31


die menschen im land V or O rt

Arzt sein, wo andere Urlaub machen Seit sechs Jahren führt Frank Hennig eine Zweigpraxis in Maasholm. Arbeit gibt es für den Allgemeinmediziner aus Kappeln genug. Wenn in den Sommermonaten jeden Tag hunderte Urlauber zum Segeln und Campen in das malerische Fischerdorf an der Schleimündung kommen, ist er besonders gefordert. fach erhielt die Gemeinde die Auszeichnung „Schönes Dorf Schleswig-Holsteins“. Sie gilt außerdem bei vielen Seglern als Geheimtipp. 450 Boote liegen im modernen Sportboothafen, der ein ideales Sprungbrett für einen Segeltörn in die Schlei bis Schleswig oder in die „Dänische Südsee“ ist.

Septembermorgen – die Sonne wärmt schon nicht mehr richtig. Am Himmel ziehen die ersten dunklen Regenwolken über die Schlei hinweg. Die meisten Geschäfte und Gaststätten in Maasholm sind so früh noch geschlossen. In den kleinen Straßen und verwinkelten Gassen sind nur wenige Menschen unterwegs. Die meisten von ihnen kommen vom nahe gelegenen Wohnmobilplatz oder von ihrem Segelboot, um beim Bäcker frische Brötchen zu holen. In der 600-Einwohner-Gemeinde steht nach der Saison nun für einige Monate wieder die Zeit still. Im Sommer sieht es in Maasholm anders aus. Der Hafen, die denkmalgeschützten Anlegestellen der Schleikähne, die Petrikirche, die 1916 erbaute Seenot-Rettungsstation und die malerischen Fischerkaten locken dann viele Touristen zu einem Rundgang in den kleinen Ort. Die meisten Einheimischen leben direkt oder indirekt vom Tourismus und legen großen Wert darauf, den traditionellen Charakter ihres Dorfes zu pflegen und zu erhalten. Mit Erfolg, denn schon mehr32

Nordlicht

Standortfaktor Arzt Auch Frank Hennig segelt gern. Der Allgemeinmediziner kommt aber in der Regel nicht zum Freizeitvergnügen nach Maasholm. Der 57-Jährige arbeitet, wo andere Urlaub machen. Hennig ist seit 1989 im zwölf Kilometer entfernten Kappeln niedergelassen und führt seit 2009 in Maasholm eine Zweigpraxis. Seitdem bietet er dort jeden Mittwoch und Samstag eine hausärztliche Sprechstunde an. In den Sommermonaten kommt wegen des erhöhten Patientenaufkommens sogar noch eine dritte Sprechstunde am Montagabend hinzu. Die Initiative zur Gründung der Zweigpraxis ging Anfang 2009 von einigen Bürgermeistern der Region aus. Sie stellten angesichts des demografischen Wandels akuten Handlungsbedarf fest. Maasholm und die umliegenden Dörfer sind überaltert. Die Folge ist, dass immer mehr ältere Menschen bettlägerig und auf Hausbesuche angewiesen sind. Die nächstgelegenen Arztpraxen liegen in Gelting oder Kappeln. Sie problemlos zu erreichen, war für viele Senioren schwer bis unmöglich. Als dann noch einige Arztpraxen in der ländlichen Region ohne Nachfolger blieben und geschlossen wurden, wandten sich die Kommunalvertreter an die Landespolitik und die KVSH. Die Gemeinden waren sehr an einer dauerhaften Präsenz eines Arztes in der Region interessiert, stellt diese doch einen immer wichtigeren Teil der touristischen Infrastruktur dar. Nicht jeder erkrankte oder verunglückte Segler hat sein Auto dabei. Ältere Wohnmobiltouristen fahren ungern in die enge Kappelner Innenstadt zum Arzt. Attraktive Zweigpraxis Die Überlegungen der Gemeinden zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung vor Ort passten gut zu Hennigs eigenen Planungen. Er wollte sich vergrößern und suchte schon seit längerem nach aktuell

10 | 2015


die menschen im land

Bis auf den letzten Platz gefüllt: Maasholmer Sportboothafen

Zentral gelegen: Zweigpraxis von Frank Hennig in der Hauptstraße 31

Auch im Spätsommer immer noch gut besucht: Der Wohnmobilplatz liegt direkt am Wasser

einem geeigneten Standort. Im Mai 2009 – pünktlich vor der Sommersaison – war es dann soweit. Der Zulassungsausschuss gab grünes Licht und die Zweigpraxis in Maasholm konnte ihren Betrieb aufnehmen. Die Gemeinde war bei der Suche nach einer geeigneten Immobilie behilflich. Die Praxis wurde in der gerade frei gewordenen Sparkassenfiliale in der zentral gelegenen Maasholmer Hauptstraße untergebracht. Noch heute kann die massive Hintertür deshalb nur von innen geöffnet werden. Die Patienten nahmen das neue medizinische Angebot von Anfang an sehr gut an. „Ich habe seit der Gründung regelmäßig circa 300 Patienten im Quartal. In den Sommermonaten entsprechend mehr. Der Bedarf ist also vorhanden“, so Hennig. Die Doppelbelastung und das Pendeln stören den Hausarzt in dritter Generation nicht. Ihm gefällt, dass die Wege in Maasholm kurz sind. Einige Patienten wohnen sogar in der Straße, in der auch die Zweigpraxis liegt. Viele Hausbesuche kann Hennig daher zu Fuß erledigen. Außerdem hat die Arbeit in einer Region mit saisonalem Tourismusbetrieb für ihn einen ganz besonderen Reiz. Im Sommer muss Hennig nämlich dann und wann sogar zu einem „Bootsbesuch“ Richtung Seglerhafen ausrücken. „Wenn Segler z. B. eine GallenKolik oder einen Hexenschuss in der Koje bekommen und nicht selbst in die Praxis kommen können, ruft mich der Hafenmeister an und ich schaue dann selbst an Bord vorbei“, so der Allgemeinmediziner. Außerdem muss er in der Ferienzeit häufig als Folge von Segelunfällen diverse Schnittverletzungen, Prellungen und 10 | 2015

Nordlicht

Verstauchungen behandeln. „Da gibt es nichts, was es nicht gibt. Einmal trugen mir einige gestandene Fischer einen verunglückten Segler sogar direkt in die Praxis. Die hatten sogar noch ihr nasses Gummizeug an“, berichtet Hennig. Jakob Wilder, KVSH

aktuell

33


die menschen im land G losse

Skurriles aus der Sprechstunde leidenschaftlicher t is t og V ar m ei R r. D Zum Autor: ten arschen. Seine Patien hm it D in en hl Pa s au Landarzt n aber z geschlossen, was ih er H s in t rz sa au H r hat de isse in seiner Arztbn le Er le ri ur sk , lt hä nicht davon ab lten. Im Nordlicht ha zu st fe t el hw ac N e praxis für di was Augenzwinkern das, m ne ei it m t og V bt . beschrei alles passieren kann so t rz A er en ss la ge einem als nieder

Außerirdische Der Kalli hat ‘ne Bank gemacht. Ich weiß ja nicht, wie Sie als geneigter Leser zu WeltraumSagen stehen. Ob Sie sich – je nach Lebensalter – an Star Wars, Raumschiff Enterprise oder Raumpatrouille Orion erfreuen oder wegschalten. Aber … haben Sie nicht auch schon einmal die Beobachtung gemacht, dass im Patientenstamm einige wenige Personen sind, die garantiert außerirdischer Herkunft sind? Die ganz bestimmt nicht aus diesem Sonnensystem stammen, sondern als Menschen getarnt unter uns leben? Die eine grundsätzlich andere Einstellung … hm … vielleicht besser „Programmierung“ besitzen als unsereins? Die mit uns Erdlingen zu diskutieren anfangen über Grundsätzliches, das eigentlich von jedem Homo sapiens akzeptiert wird? Die auch feststehende Wahrheiten bezweifeln, wie zum Beispiel „der Himmel ist blau“ und der „Rasen ist grün“? Die daraufhin antworten, sie hätten aber – kurz vor einem Sturm – auch schon mal einen grünen Himmel gesehen und im Zwielicht der Morgendämmerung würde das Gras blau schimmern? Da soll mir kein PsychoKollege etwas von Persönlichkeitsstörung erzählen. Nein, das sind Außerirdische. Ich meine das auch gar nicht böse und selbst, wenn ich es nie beweisen kann: Diese Exemplare Erdoberflächenbenutzer sind extraterrestrisch! Sie glauben mir nicht? Dann lesen Sie weiter! In meiner Sprechstunde im tiefsten Dithmarschen erscheint eine Frau, die ich seit ein paar Jahren kenne und betreue. Alles an ihr sieht ein wenig außergewöhnlich aus und gekrönt wird ihre Erscheinung durch eine bunte Frisur wie beim Struwwelpeter, in die sie kunstvoll Schmuck hineinzuflechten pflegt.

34

Nordlicht

Diese Dame sitzt mir gegenüber, als ich wie üblich gut gelaunt und mit forschem Schritt das Sprechzimmer betrete. „Naaa, was kann ich Ihnen denn antun?“, beginne ich die Konversation. Es erfolgt keine verbale Antwort. Nein, die Frau verzieht das Gesicht augenblicklich in tiefer Traurigkeit. Erstaunt verfolge ich die physiognomische Umschaltung von „normal“ in „zu Tode betrübt“. „So schlimm?“, forsche ich nach, „na, dann erzählen Sie doch mal, was Sie bedrückt“. Ich erfahre, dass es um ihren Freund, den Kalli gehe. Dem gehe es ja so schlecht. Da eine stellvertretende Behandlung naturgemäß schwierig ist, eruiere ich, wieso denn sie und nicht der Kalli zugegen sei. „Na, der sitzt doch!“, bekomme ich zur Antwort. Noch etwas begriffsstutzig frage ich nach: „Wo sitzt denn der Kalli?“ „Na, im Knast!“ Ohhh! „Wieso sitzt denn der Kalli in der Justizvollzugsanstalt?“ „Na, der hat doch ‘ne Bank gemacht“, erfährt diese Begebenheit eine weitere Aufklärung. Aha! So, so. „Eine Bank machen“ scheint wohl der Insider-Ausdruck für einen bewaffneten Banküberfall zu sein. Ich erinnere mich in diesem Moment, irgendwann in den vergangenen Wochen bei der Frühstück-assoziierten Lektüre der Tageszeitung, von Prozess und Verurteilung eines Dithmarschers wegen eben dieses Deliktes gelesen zu haben. „Und wie kann ich da nun helfen?“, verlange ich zu wissen. Zunächst aber holt die Dame rhetorisch aus und so lausche ich den dramatisch vorgetragenen, an Metaphern reichen Schilderungen meiner Patientin, dass dem Kalli der Freiheitsentzug so gar nicht bekommen würde, dort sei alles so eng und auch nicht gerade komfortabel, der Kaffee würde nach Rost schmecken und überhaupt gebe es im Gefängnis noch viele weitere, der Situation nach für mich durchaus nachvollziehbare Störungen des Wohlbefindens. Ich knüpfe erneut an: „Ja, so ein Aufenthalt im Knast ist bestimmt kein Reiterurlaub auf dem Ponyhof. Aber das ist ja auch seine Strafe, meinen Sie nicht?“ Nun kommt meine Patientin auf den Punkt und formuliert ihr Begehren. Sie habe sich überlegt, dass ich ein Attest schreiben müsse. Ein

aktuell

10 | 2015


die menschen im land

Attest, dass es aus physischen, psychischen und auch sonst noch allen möglichen, mir einfallenden Gründen dem Kalli nicht zuzumuten sei, die Haftstrafe weiter fortzusetzen. Und: „Ich zahle natürlich für das Attest!“ Etwas verdattert erläutere ich der Dame, dass ein solches Attest nicht das Papier und den Druckertoner wert sei, da von vornherein aussichtslos: „Wenn es so einfach wäre, jemanden aus dem Gefängnis zu holen, könnten wir die Justizvollzugsanstalten doch gleich schließen!“ Meine Patientin gibt aber noch nicht auf und versucht es nun mit folgender Masche: Durch den Gefängnisaufenthalt des Kalli gehe es ihr aber auch sooo schlecht! Sie leide an Schwindel und weiterem Übel. Sie säße schließlich nicht im Knast, ursächlich für ihre Nöte sei die Abwesenheit vom Kalli und schließlich sei es meine Verpflichtung, ihr zu helfen. Sie wolle keine Medikamente und kein HNO-Konsil, sie wolle ihren Kalli zurück. Sofort! Mit Hinweis darauf, dass in dieser Angelegenheit a) alles gesagt sei und b) ich das erstrebte Attest definitiv nicht zu schreiben gedenken würde, ferner c) andere Patienten auf mich warten würden, verabschiede ich mich von dieser Dame.

Worten: „Beim Bolschoi-Theater sucht man noch eine Besetzung für die Hauptrolle des ‚sterbenden Schwans‘. Vielleicht wäre das was für Sie!?“ Wenn ich daran denke, dass der Kerl mithilfe einer Schusswaffe „ ‘ne Bank gemacht“ hat, wird mir jetzt ganz schwindelig. Richtig außerirdisch schwindelig.

„Ich soll Sie übrigens noch schön vom Kalli grüßen“, erwidert meine Patientin meine Abschiedsworte. Wieso … kenne ich denn den Kalli? Und so erfahre ich, dass der Kalli sporadisch Patient in meiner Sprechstunde war. Ja … da fällt es mir wieder ein! Der Bursche war zuletzt vor etwa einem halben Jahr in meiner Sprechstunde und begehrte eine am besten mehrwöchige Krankschreibung wegen eines milden Befalls mit banalem Fußpilz. Meinem fotografischen Gedächtnis ist geschuldet, dass ich mich sogar noch daran erinnere, dass ich dem Kalli diesen Wunsch verweigerte mit den fröhlichen

10 | 2015

Nordlicht

aktuell

35


SERVICE T eam B eratung

Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Impfen zulasten der Krankenkassen Bei den Impfleistungen wird zwischen Pflichtleistung (Krankenkassenleistung) und Satzungsleistung (freiwillige Leistung der jeweiligen Kasse) unterschieden. Die Pflichtleistungen sind bundeseinheitlich in der Schutzimpfungs-Richtlinie geregelt. Die Schutzimpfungs-Richtlinie bezieht sich auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Die STIKO gibt in jedem Jahr neue Impfempfehlungen heraus. Wird eine neue Impfung empfohlen, die bisher noch nicht zu den Pflichtleistungen gehört, muss mit der Impfung abgewartet werden, bis der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Empfehlung übernimmt und die KVSH die entsprechende Impfziffer dafür veröffentlicht. Das bedeutet, dass von der STIKO-Empfehlung bis zur Umsetzung in der Praxis circa sechs Monate vergehen können. Der umlageführenden Krankenkasse (AOK NordWest) ist aufgefallen, dass im Jahr 2014 große Differenzen zwischen abgerechneten Impfleistungen und den dazugehörigen Impfstoffen bestehen.

Deutliche Abweichungen gab es z. B. bei: Hepatitis A:

2.500 abgerechnete Fälle, aber nur 400 Impfstoffe

Pneumokokken Kinder:

73.000 Fälle, aber 83.000 Impfstoffe

Pneumokokken Erwachsene:

25.200 Fälle, aber nur 20.500 Impfstoffe

Tetanus:

5.200 Fälle, aber 14.000 Impfstoffe

Die Impfvereinbarung finden Sie auf www.kvsh.de unter Verträge. Die jeweils gültige Schutzimpfungs-Richtlinie finden Sie unter www.g-ba.de Thomas Frohberg, KVSH

Diese Abweichnungen sind nicht nachzuvollziehen. Bitte achten Sie bei der Bestellung und Abrechnung auf die korrekte Dokumentation. Impfstoffe für Privatpatienten und für Flüchtlinge dürfen nicht aus dem Bestand genommen werden! Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard

36

04551 883 362

Nordlicht

anna-sofie.reinhard@kvsh.de

aktuell

10 | 2015


Service

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

i

Antworten des Service-Teams Was ist bei der Abrechnung der Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs zu beachten? Die Abrechnung der Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs erfolgt über die GOP 01745. Wird in demselben Behandlungsfall die Gesundheitsuntersuchung nach GOP 01732 durchgeführt, muss die GOP 01746 „Zuschlag zur GOP 01732 für die Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs“ angesetzt werden.

Ist es richtig, dass die Untersuchung auf Blut im Stuhl nach der GOP 01734 bei Frauen nur im Rahmen der Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen bei der Frau nach GOP 01730 erbracht werden darf? Nein, der Test nach der GOP 01734 kann von allen auch sonst an Krebsfrüherkennungsprogrammen teilnehmenden Ärzten durchgeführt werden.

Wann wird die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) von der KVSH zugesetzt? Anspruchsberechtigte Fachärzte erhalten die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung als Zuschlag zu ihrer jeweiligen Grundpauschale zugesetzt, wenn keine der im Anhang 3 mit „*“ gekennzeichneten Leistungen in demselben Behandlungsfall zum Ansatz kommt.

Gibt es Kinderfrüherkennungsuntersuchungen, die über die „normalen“ U-Untersuchungen (U1-U9 bzw. J1) hinausgehen? Ja, die KVSH hat mit den Krankenkassen TK, Knappschaft, AOK NordWest und der Barmer GEK Sonderverträge abgeschlossen, in denen die Zusatzuntersuchungen U10, U11 und J2 enthalten sind. Haus- und Kinderärzte brauchen für die Erbringung dieser Leistungen eine gesonderte Genehmigung der KVSH. Die Inhalte dieser Verträge und die Zugangsvoraussetzungen für Ärzte können Sie auf der Internetseite: www.kvsh.de  Praxis  Verträge  Downloadcenter  Früherkennungsuntersuchungen Kinder einsehen.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 10 | 2015

Nordlicht

aktuell

37


SERVICE H y giene in der A rztpra x is

Praxisbegehungen Für Arztpraxen ist die Einhaltung von Hygienestandards eine Selbstverständlichkeit. Praxisinhaber werden jedoch ständig vor neue Herausforderungen gestellt, da eine Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien, Normen und Regeln den Praxisalltag bestimmen. Nachdem die gesetzlichen Vorgaben für Praxen noch verbindlicher gestaltet wurden und die Behörden neue Auflagen bekommen haben, müssen Praxisinhaber in regelmäßigen Abständen mit dem Besuch eines Behördenmitarbeiters rechnen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Interview

Bettina Buchholz ist ein echter „ Begehungsprofi“. Die Dezernatsleiterin des Bereiches Medizinprodukteüberwachung der Abteilung Gesundheits- und Verbraucherschutz im Landesamt für soziale Dienste (LAsD) berichtet im Nordlicht-Interview über ihre Arbeit und gibt wichtige Tipps, die Praxen beachten sollten. Nordlicht: Frau Buchholz, warum haben viele Praxisteams in letzter Zeit das Gefühl, dass es verstärkt Praxisbegehungen gibt? Bettina Buchholz: Was das LAsD und die Medizinprodukteüberwachung angeht, hat das mit Gefühl wenig zu tun. Wir haben seit dem Jahr 2013 unser Personal um mehr als 100 Prozent aufgestockt. Für die Betreiberüberwachung heißt das konkret, dass statt 3,6 Mitarbeiter jetzt 6,5 Mitarbeiter bei uns im LAsD damit beschäftigt sind, Praxen zu begehen. Seit dem 1. Januar 2013 gibt es eine Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Medizinproduktegesetzes, die die Durchführung der Überwachung des geltenden Medizinproduktegesetzes regelt. Hier wird in Paragraf 2 ein gemeinsames Konzept der Länder zu den Grundsätzen der Überwachung gefordert. Dieses Konzept ist von der Arbeitsgruppe „Medizinprodukte“ der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden erarbeitet und von der Gesundheitsministerkonferenz gebilligt worden. Darin werden unter anderem die Grundsätze der risikoorientierten Überwachung – nämlich Umfang, Tiefe, Intervall – und auch Eckpunkte für die personelle und sachliche Ausstattung der zuständigen Behörden präzisiert. Angestrebt werden in der Betreiberüberwachung Überwachungsintervalle von

38

Nordlicht

drei bis sechs Jahren, je nach Risikoprofil der Praxis. Ambulant operierende Praxen sind demnach – wie übrigens Krankenhäuser auch – alle drei Jahre zu überprüfen, andere Facharztpraxen alle sechs Jahre. Wir versuchen diesen Turnus einzuhalten. Nordlicht: Mit welcher Intention gehen Sie an eine Praxisbegehung heran? Sind Sie die vielbesagten „Kontrollettis“, die sich freuen, wenn sie etwas gefunden haben? Buchholz: Unser Ansinnen ist ausdrücklich nicht, uns klammheimlich die Hände zu reiben und uns über aufgedeckte „Unreinheiten“ zu freuen. Mir und allen meinen Kollegen ist sehr wohl bewusst, dass die Anforderungen an die Hygiene in den Arztpraxen hoch sind und viel Aufwand, Spezialwissen und Know-how erforderlich sind, diese alle umzusetzen. Natürlich müssen wir unserem Auftrag nachkommen und dafür sorgen, dass die gesetzlichen Vorgaben umgesetzt werden. Uns ist aber auch sehr wichtig, Praxen auf ihre Schwachstellen hinzuweisen, ihnen die Hintergründe zu erläutern und sie, soweit es uns möglich ist, zu unterstützen. Wir bieten deshalb auch regelmäßig kostenfreie Fachnachmittage bei uns in Kiel an. Neben Vorträgen von Experten zu nachgefragten Themen beantworten wir dort gern alle Fragen im Zusammenhang mit der Anwendung und Aufbereitung

aktuell

10 | 2015


Service

von Medizinprodukten. Uns ist daran gelegen, mit Ärzten und Praxisteams in Kontakt zu kommen und auch das ein oder andere Missverständnis aus der Welt zu schaffen. Nordlicht: Wie läuft so eine Praxisbegehung im Detail ab? Buchholz: Zunächst ist es so, dass wir uns per Post bei den Praxen melden und wesentliche Unterlagen zur Vorbereitung einer Begehung anfordern. An diesen können wir häufig schon erkennen, ob die Praxis gut aufgestellt ist oder ob Defizite vorhanden sind. Gleichzeitig lassen wir uns die Teilnehmer seitens der Praxis für den Tag der Begehung nennen. Die Begehung selbst findet dann an einem ganz normalen Praxistag, also während des Betriebes statt. Zunächst werden in einem Vorgespräch schon einige Sachverhalte geklärt, so zum Beispiel die Qualifikation der Mitarbeiter und die Art der Eingriffe, die die Praxis durchführt. Vorab werden die eingereichten Unterlagen besprochen. Wert legen wir auch auf den Umgang mit besonderen Vorkommnissen: Praxen sind verpflichtet, besondere Vorkommnisse in Bezug auf Medizinprodukte bei der zuständigen Bundesbehörde, dem Bundesinstitut für Arzneimittelüberwachung, zu melden. Eine Gefahr geht grundsätzlich von Medizinprodukten aus, die nicht in Ordnung sind und dadurch die Gesundheit der Anwender und der Patienten schädigen könnten. Beispielsweise wenn Instrumente während der medizinischen Untersuchung oder Einmalspritzen mit Produktionsresten verunreinigt sind. Wir – das LAsD – sind auch mit der Überwachung der Medizinproduktehersteller beauftragt. Die Vorkommnismeldungen sind deshalb sehr wertvoll für uns, denn es gibt leider immer mal „schwarze Schafe“ auf dem Medizinproduktemarkt. Nordlicht: Welche Schwachstellen gibt es in den Praxen am häufigsten und wo gibt es oft Verbesserungspotenzial? Buchholz: Wir sehen sehr häufig Mängel bei der Aufbereitung von Medizinprodukten. Es fehlt die Risikoeinstufung von genutzten Instrumenten oder die Dokumentation der Aufbereitung ist lückenhaft. Aus Erfahrung würde ich sagen, dass auch die Themen Reinigung, Desinfektion und Sterilisation der Medizinprodukte problematisch sind. Egal, ob eine maschinelle oder manuelle Reinigung und Desinfektion (R&D) der verwendeten Medizinprodukte durchgeführt wird, häufig passen die angewendeten Verfahren nicht zu den klassifizierten Medizinprodukten. Und was wir auch sehr häufig sehen: Weder die manuellen noch die maschinellen R&D-Verfahren noch das Sterilisationsverfahren sind validiert. Nordlicht: Was ärgert Sie bei einer Begehung wirklich? Buchholz: Persönlich lasse ich mich während einer Begehung eigentlich nicht ärgern. Ärgerlich in Bezug auf die Begehung finde ich es jedoch, wenn die Maßnahmen seitens der Praxis, trotz unserer vorherigen schriftlichen Ankündigung, nicht vorbereitet sind. Also, wenn kompetente Ansprechpartner nicht verfügbar sind oder die geforderten Unterlagen nicht zur Einsichtnahme herausgesucht wurden. Das verlängert die Begehungszeit für uns, aber auch für die Praxis und ist für alle Beteiligten nervenaufreibend und verfälscht eventuell das Begehungsergebnis.

Nordlicht: Was freut Sie besonders? Buchholz: Wenn wir Praxen begehen, die die Anforderungen aus den Gesetzen und Richtlinien nicht nur als notwendiges Übel ansehen, sondern daraus die Chance erkannt haben, an ihrem eigenen qualitätsgestützten Handeln zu arbeiten. Nordlicht: Wenn nun das LAsD zur Begehung in der Praxis war, warum kommt dann auch noch das Gesundheitsamt und prüft? Aus Praxissicht prüfen die beiden Behörden doch dasselbe? Buchholz: Leider ist das nicht vermeidbar. Das Gesundheitsamt hat die Aufgabe, die Einhaltung des Infektionsschutzgesetzes zu überprüfen. Wir überprüfen die Einhaltung aus der Perspektive der Medizinproduktebetreiberverordnung. Einige Überwachungsbereiche, wie beispielsweise die allgemeine Praxishygiene überschneiden sich tatsächlich. Jedoch ersetzt die eine Überwachung die andere nicht vollumfänglich. Nordlicht: Können die Behörden hier nicht besser zusammen arbeiten? Von Praxen wird im Sinne eines Qualitätsmanagements doch auch verlangt, dass sie mit Zuweisern gut kooperieren, um z. B. Doppelbefundungen zu vermeiden. Buchholz: Diese Gedanken haben wir uns natürlich gemacht. Wir versuchen – zumindest teilweise – Praxisbegehungen zusammenzulegen bzw. Termine so einzurichten, dass die Praxis nicht in zwei aufeinanderfolgenden Wochen von beiden Behörden geprüft wird. Was die Inhalte der Begehung angeht, gibt es zwar Überschneidungen, aber die Schwerpunkte liegen anders. Wir überprüfen die Wartung, Instandsetzung, sicherheitstechnische Kontrollen der in der Praxis verwendeten Medizinprodukte und den gesamten Aufbereitungsprozess der wiederverwendbaren steril bzw. keimfrei zur Anwendung kommenden Medizinprodukte. Zur Überwachung der hygienischen Aufbereitung von Medizinprodukten müssen unsere Inspektoren über ein umfangreiches Spezialwissen in allen Teilschritten der Aufbereitung verfügen. Dies ist in der Regel in dem breitgefächerten Überwachungsrahmen eines Hygieneinspektors nicht möglich. Nordlicht: Welchen Rat geben Sie den Praxisteams, wenn der Brief mit der Ankündigung zur Begehung in die Praxis flattert? Buchholz: Grundsätzlich sollten sie die im Anschreiben angeforderten Unterlagen in Kopie an uns schicken bzw. die gestellten Fragen beantworten. Das erleichtert unsere Vorbereitung auf den Termin in der Praxis und verkürzt somit die Begehungszeit vor Ort. Sie können auch mit uns Kontakt aufnehmen, wenn ein gesetzter Termin überhaupt nicht realisierbar ist. Sinnvoll als Vorbereitung kann auch eine Selbstüberprüfung der Praxis sein. Man hinterfragt noch einmal die eigene Routine. Das gibt allen mehr Sicherheit und möglicherweise erkennt man dabei die eigenen Schwachstellen schon vor der Begehung. Die KVen stellen übrigens einen ganz guten und aktuellen Selbstcheck zur Verfügung, der die wesentlichen Anforderungen beider Behörden beinhaltet und gleichzeitig auch Erläuterungen zu den einzelnen Anforderungen enthält. Das Interview führte Angelika Ströbel, KVSH

10 | 2015

Nordlicht

aktuell

39


SERVICE H y giene in der A rztpra x is

Hintergrundinformationen Hygiene Die Ursachen für die stärkere Überwachung im Gesundheitswesen liegen – teilweise im wahrsten Sinne des Wortes – auf der Hand: In den letzten Jahren wurden immer wieder Hygienedefizite in Krankenhäusern gefunden, die zum Teil schwerste Folgen für Patienten hatten oder hätten haben können. Im Bereich der Medizinprodukte war der Skandal um minderwertige Brustimplantate der Grund für konsequentere Regelungen. Und nicht zuletzt spielt auch das häufigere Auftreten resistenter Keime eine Rolle, wie beispielsweise im Januar dieses Jahres in der Kieler Uniklinik. Gesetzliche Grundlagen für die zuständigen Behörden sind unter anderem das Infektionsschutzgesetz (IfsG), das Medizinproduktegesetz (MPG) und die Medizinproduktebetreiberverordnung (MPBetrV). Die Vorgaben zum Schutz des Praxispersonals sind außerdem im Arbeitsschutzgesetz, in speziellen berufsgenossenschaftlichen Richtlinien und sogenannten Technischen Regeln definiert. Auch einige Qualitätssicherungsrichtlinien, die von der KV umzusetzen sind, schreiben Hygienemaßnahmen für die Praxen vor. In Schleswig-Holstein ist die Umsetzung des Infektionsschutzgesetzes Aufgabe der Gesundheitsämter der jeweiligen Kreise und kreisfreien Städte. Die Überprüfung der Umsetzung des Medizinproduktegesetzes und der Medizinproduktebetreiberverordnung liegen im Aufgabenbereich des Landesamtes für Soziale Dienste, Abteilung Gesundheits- und Verbraucherschutz. Beide Behörden führen die Kontrollen vor Ort durch. Praxisbegehungen: Was Ärzte beachten sollten: ƒƒ Eigene Prozesse selbst oder mit externe Unterstützung kritisch betrachten ƒƒ Mitarbeiter schulen (Sachkunde) ƒƒ Praxisbegehung rechtzeitig vorbereiten ƒƒ Ansprechpartner für den Bereich Hygiene und Medizinprodukte müssen verfügbar sein ƒƒ die erforderlichen Unterlagen zur Einsichtnahme heraussuchen/bereit halten ƒƒ besondere Vorkommnisse in Bezug auf Medizinprodukte beim Bundesinstitut für Arzneimittelüberwachung melden ƒƒ kostenlose Fachnachmittage des Landesamtes für Soziale Dienste zur Information und zur Klärung von Fragen nutzen

Nützliche Informationen zur Vorbereitung auf eine Praxisbegehung: Hygiene in der Arztpraxis – ein Leitfaden ƒƒ Der Hygieneleitfaden wurde vom Kompetenzzentrum (CoC) Hygiene und Medizinprodukte der Kassenärztlichen Vereinigungen und Kassenärztlichen Bundesvereinigung entwickelt. Mit Hilfe des Leitfadens können Sie Ihr Hygienemanagement in der Praxis selbst überprüfen, Hygienepläne erstellen oder bereits vorhandene Unterlagen aktualisieren und verbessern. Der Leitfaden beinhaltet folgende Kapitel:  Rechtliche Rahmenbedingungen  Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit in der Arztpraxis  Hygienemanagement in der Arztpraxis  Medizinprodukte  Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten Der Aufbau ermöglicht sowohl die systematische als auch die selektive Herangehensweise über ein Stichwortverzeichnis. www.hygiene-medizinprodukte.de/download/hygieneleitfaden-coc ƒƒ „ Hygiene und Medizinprodukte – Feststellung des Status Quo in der Arztpraxis“ Mit dem Fragebogen lässt sich der „Status Quo“ des Hygienemanagements in der Praxis ermitteln – zahlreiche Anforderungen zum Thema Hygiene und Medizinprodukte sind darin gebündelt. Zu allen Fragen im Check gibt es Erläuterungen – außerdem wird auf das zugehörige Kapitel des Hygieneleitfadens verwiesen. www.hygiene-medizinprodukte.de/download/statusquo-in-der-arztpraxis ƒƒ Mein PraxisCheck Testen Sie online, wie gut Ihre Praxis Hygienevorschriften umsetzt: www.kbv.de/html/mein_praxischeck.php (Hygiene und weitere Themen)

Fragen zum Thema Hygiene? Qualitätsicherung Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 E-Mail: angelika.stroebel@kvsh.de

40

Nordlicht

aktuell

10 | 2015


Service was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte in Weiterbildung

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

thema: F  ortbildungsveranstaltung zum

thema: Moderatorengrundausbildung

Facharzt für Allgemeinmedizin

für Qualitätszirkel

datum: 4. November 2015, 15.00 bis 18.00 Uhr

datum: 27. November 2015, 15.00 bis 21.00 Uhr 28. November 2015, 9.00 bis 17.00 Uhr

Die ambulante Versorgung ist im Wandel. Mehr als 600 Hausärzte werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand treten und suchen Nachfolger. Durch diesen Generationswechsel ergeben sich für Fachärzte für Allgemeinmedizin viele Möglichkeiten, nach der Weiterbildung in SchleswigHolstein tätig zu werden. Gern wollen wir mit angehenden Fachärzten für Allgemeinmedizin über die beruflichen Chancen in der ambulanten Versorgung und die medizinischen Herausforderungen in der Hausarztpraxis ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung zielt nicht allein darauf ab, medizinische Themen zu vermitteln, sondern wird auch Themen rund um die Niederlassung beinhalten. Die Teilnehmer können sich untereinander austauschen und auch mit der KVSH in Kontakt kommen. So soll geklärt werden, welche Unterstützung junge Allgemeinmediziner benötigen, um sich niederzulassen.

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen.

• Die Veranstaltung wird von Prof. Dr. Jens-Martin Träder, Lehrprofessor für Allgemeinmedizin an der Universität Lübeck, geleitet, der zu dem medizinischen Thema „Sonografie Abdomen“ referieren wird. • Aenne Villwock, Leiterin der Abteilung Qualitätssicherung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, wird über „DiseaseManagement-Programme (DMP)“ informieren. • Thomas Frohberg, Teamleiter Beratung/Verordnung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, wird über das Thema „Verordnungsmanagement“ informieren. Ort: S itzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, (Fahrtkostenerstattung in Höhe von 20 Cent/km)

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte:.20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben.

Teilnahmegebühr: Die Teilnahme ist kostenfrei Fortbildungspunkte:.4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Anmeldungen bitte bis zum 28. Oktober 2015

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung/Praxisberatung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Petra Fitzner Tel. 04551 883 384 Fax 04551 883 7384 E-Mail weiterbildung@kvsh.de 10 | 2015

Paul Brandenburg Regina Steffen Tel. 04551 883 637 04551 883 292 Fax 04551 883 7637 04551 883 7292 E-Mail paul.brandenburg@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de Nordlicht

aktuell

41


SERVICE

fÜR Ärzte und Mitarbeiter

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: Moderne Wundversorgung

thema: Qualitätsmanagement –

die G-BA Richtlinie erfüllen

datum: 13. Januar 2016, 15.00 bis 18.00 Uhr

datum: 20. Januar 2016, 14.00 bis 18.00 Uhr

In dem Seminar werden Arten und Ursachen von Wunden behandelt: • Warum heilen Wunden nicht? • Woran scheitert die gute Wundversorgung so oft? • Lokaltherapie und Wundauflagen • eine Systematik • Kosten und Nutzen der modernen Wundtherapie

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Referent: Werner Sellmer, Fachapotheker für klinische Pharmazie, Vorstandsmitglied im Wundzentrum Hamburg e. V., Beiratsmitglied der ICW (Initiative Chronische Wunde) ORT: Abgeordnetensaal der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene?

Teilnahmegebühr: kostenlos Fortbildungspunkte: 4 (Bringen Sie bitte Ihren Barcode-Aufkleber mit) TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt. Parkmöglichkeiten finden Sie entweder direkt bei der KVSH in der Bismarckallee oder auf der nahe gelegenen „Rennkoppel“ in der Eutiner Straße.

In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 50 Euro Fortbildungspunkte:.5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

kontakt + anmeldung Abt. Struktur und Verträge/Team Beratung Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Ellen Roy Tel. 04551 883 931 Fax 04551 883 390 E-Mail ellen.roy@kvsh.de 42

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Anna-Sofie Reinhard 04551 883 362 04551 883 390 anna-sofie.reinhard@kvsh.de Nordlicht

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

aktuell

10 | 2015


Service

Veranstaltungen

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

KVSH

Schleswig-Holstein

4. November 2015, 14.00 bis 17.00 Uhr

15. Oktober 2015, 20.00 Uhr

Umwelttoxikologie – was ein Arzt wissen sollte

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe

Ort: Conventgarten, Rendsburg Info: Referent: Prof. Dr. K. Maser, Kiel, Fortbildungspunkte werden beantragt E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de

Die Bedeutung der Ernährungsberatung und -therapie bei Alkoholabhängigen Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9-15, 23562 Lübeck, Vortragsraum Haus 2 Info: Referent: Sabine Offenborn, Diätassistentin, AHG Klinik Lübeck, Tel. 0451 5894 0, Fax 0451 5894 331, die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

KVSH-Kreisstellen

28. Oktober 2015, 13.30 bis 15.00 Uhr

Fachtagung

14. Oktober 2015, 18.00 bis 20.00 Uhr

Diagnostik und Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen Ort: Strandhotel Glücksburg Info: Klinik für Chirurgie, Medizinische Klinik II (St. Franziskus-Hospital), Kinder- und Jugendmedizin (DIAKO) Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 www.aeksh.de

4. November 2015, 18.00 bis 19.30 Uhr

Chronische Schmerzen: Was gibt‘s Neues? Ort: Strandhotel Glücksburg Info: Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Klinik für Strahlentherapie Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 www.aeksh.de

14. November 2015, 9.00 bis 14.00 Uhr

5. Baltisches und 26. Flensburger hämatologisch/onkologisches Symposium Ort: Alte Post Flensburg, Medizinische Klinik I Info: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 www.aeksh.de

10 | 2015

21. Oktober 2015, 13.30 bis 15.00 Uhr

Nordlicht

Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9-15, 23562 Lübeck, Vortragsraum Haus 2 Info: Tel. 0451 5894 0, Fax 0451 5894 331, die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

12. November 2015, 20.00 Uhr

Rhonchopathie und Schlafapnoe Ort: Conventgarten, Rendsburg Info: Referent: Dr. C. Cordes, Prof. Dr. St. Gottschlich, Rendsburg, Fortbildungspunkte werden beantragt E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

14. November 2015, 14.00 bis 17.00 Uhr

Welt Diabetes Tag Ort: Kreishaus Schleswig, Flensburger Straße 8 Info: Tel. 04621 855425, Im Anschluß wird Schloss Gottorf mit UN-blauem Licht angestrahlt www.ab-heute-anders.de

27. November 2015, 17.00 Uhr

FKQS – SYMPOSION – computergestützte Patientenführung Ort: Kieler Wissenschaftszentrum, Fraunhoferstraße 13, 24118 Kiel Info: Optimierung in der Patientenversorgung und Beherrschbarkeit der Bürokratie und Vertragsvielfalt, Anmeldung: Geschäftsstelle FKQS, Marion David, Telefon 04551 803 168. E-Mail: fkqs@aeksh.de www.foerderkreis-qs.de

aktuell

43


Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 44

Nordlicht

Delegations-Vereinbarung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif Esser������������������������������������������������������������������������������������������ 307 Ermächtigungen Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Kristina Kramar�������������������������������������������������������������������������������� 561 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 aktuell

10 | 2015


Service kontakt

Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Kristina Kramar�������������������������������������������������������������������������������� 561 Melanie Lübker�������������������������������������������������������������������������������� 427 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459

10 | 2015

Nordlicht

Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 527 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Christopher Lewering����������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin)��������������������������������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488

aktuell

45


Service kontakt

Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Umweltmedizin/Umweltausschuss Tanja Glaw �������������������������������������������������������������������������������������� 685 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� 351 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Impressum

Nordlicht aktuell Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

46

Nordlicht

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v.i.S.d.P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

10 | 2015


Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail���������������������������������������������������� buero@kreisstelle.dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 10 | 2015

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

aktuell

47


Nordlicht 10 2015 web neu  
Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you