Page 1

nr. 9 | 2015

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassen채rztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

A

K

T

U

E

September 2015 | 18. Jahrgang

L

L

Gemeinsame Institutsgr체ndung

se r ab vi se ces it ei e te 26 n

Qualit채tssicherung in 채rztlicher Hand


Inhalt seite

4

rubrik/Thema

heft 9 | 2015

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

Kooperation: Institut für Ärztliche Qualität in Schleswig-Holstein – Patienten sollen von gemeinsamer Qualitätssicherung profitieren

KVSH, Ärztekammer und Krankenhausgesellschaft haben das „ Institut für Ärztliche Qualität in Schleswig-Holstein“ gegründet. Es soll die Qualitätssicherung in der Medizin optimieren und die Patientenbehandlung verbessern. Im Titelthema erläutern wir Struktur und Aufgaben der neuen Einrichtung und lassen die Gründer zu Wort kommen.

5

Statements zur Gründung des „Instituts für Ärztliche Qualität in Schleswig-Holstein“

6

FAQ: Beteiligte – Aufgaben – Hintergründe

8

Nachrichten Kompakt Gesundheitspolitik

10

Flüchtlinge in der Arztpraxis: Zwischenstation Boostedt

12

Dr. Georg Ludwig, Vorsitzender des Vereins „Medizinische Hilfe für Griechenland e. V.“: „Die Lage ist dramatisch“

14

Harald Stender, hausärztlicher Koordinator des Kreises Dithmarschen, zieht eine Zwischenbilanz: „Meine Aufgabe hat noch viel Potenzial“

04

Praxis & KV 16

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen

17

Heilmittelpreise

18

Psychotherapie-News

20

Neues aus KBV und KVen

Der Praxisalltag von Dr. Minu Seddigh-Brettschneider, Dr. Victor Brettschneider und Dr. Frank Homoet hat sich in den letzten Monaten verändert. In ihrer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis in Boostedt werden immer häufiger Flüchtlinge aus der nahe gelegenen Erstaufnahmeeinrichtung behandelt.

Die Menschen im Land 21

Serie: Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

22

Dr. Uwe Denker stellt sein Buch „Praxis ohne Grenzen – Medizin in einem reichen Land“ vor: Mittelschicht im Wartezimmer

24

Glosse: Skurriles aus der Sprechstunde

Service 26

Sicher durch den Verordnungsdschungel: So verordnen Sie wirtschaftlich

27

Sie fragen – wir antworten

28

Kommentar: Vorsorge

29

Seminare

31

Termine

10 22 Dr. Uwe Denker hat ein Buch veröffentlicht. Der Gründer der „ Praxis ohne Grenzen“ beschreibt darin exemplarische Fälle aus dem Praxisalltag der Hilfseinrichtung. Er kommt zu dem Schluss, dass immer häufiger Menschen aus der Mitte der Gesellschaft vom sozialen Abstieg bedroht sind.

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

2

Nordlicht

aktuell

9 | 2015


Nordlicht nr. 9 | 2015 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, während Sie den Sommer und sicher Ihre Ferien genossen haben, hat der Bund das umstrittene Versorgungsstärkungsgesetz in Kraft gesetzt. Nun gibt es das Enddatum, bis zu dem die ungeliebten Terminservicestellen der KVen stehen müssen. Jetzt muss zwischen uns allen die Diskussion stattfinden, was denn überhaupt der erträglichste – sprich: der mit dem wenigsten Aufwand für alle verbundene Weg ist, der gleichzeitig akzeptabel funktioniert. Der Herr Professor mit der Fliege wird sicher den medialen Tsunami organisieren, der für den 1. Februar 2016 schon vorauszusehen ist. Der Gesetzgeber ermöglicht grundsätzlich auch, den Terminservice zusammen mit den Krankenkassen zu gestalten. Nicht, dass wir sie fragen wollten! Aber damit sie für die Augen von Politik und Öffentlichkeit gar nicht erst in Versuchung geführt werden, haben die Krankenkassen nun wie Banken und DAX-Unternehmen ihre Wirtschaftsdaten des ersten Quartals veröffentlicht. Vom Finanzvolumen passen sie ja auch in diese Reihe. Wen wundert´s, dass immer die ersten Quartale Minuszahlen haben. Wenn in den Praxen am meisten los ist, hat die Baubranche Pause, bleiben in den Nord- und Ostseebädern die meisten Restaurants geschlossen, Urlauber tragen ihr Geld in die Sonne von Mallorca und Gran Canaria. So what? Sind die Zahlen also nichts als Begleitmusik zu den Berliner Honorarverhandlungen? Ein bisschen Angstmache? Im Sinne von: Freut euch bloß nicht zu früh, dass da am Ende eine gute Drei vorm Komma stehen könnte? Schauen wir eher auf andere Zahlen. „Die neue Völkerwanderung“ titulierte neulich eine Zeitung die rasante Flüchtlings- und Zuwanderungswelle. Sie könnte recht haben, dass Globalisierung, Internet und Co sowie die wirtschaftliche Attraktivität unseres Landes uns noch lange nicht zu der Normalität und Integration führen werden, die wir wollen und können, und dass wir erst noch beweisen müssen, dass wir mit einer solchen Problematik auch fertig werden. Ein herzlicher Dank an die Kollegen, die sich bereits jetzt mit großer Menschlichkeit und trotz großer Sprachbarrieren und damit verbundener diagnostischer Unsicherheit um die Akutbehandlung bemühen. Schauen Sie in diesem Heft in den Bericht zur Boostedter Praxis. Medizin mit den Mitteln aller Sinne wird wieder gefordert, sie war noch nie die schlechteste Basis. Ihre

Dr. Monika Schliffke

9 | 2015

Nordlicht

aktuell

3


Titelthema K ooperation

Patienten sollen von gemeinsamer Qualitätssicherung profitieren Die Kassenärztliche Vereinigung, die Ärztekammer und die Krankenhausgesellschaft gehen im Gesundheitswesen neue Wege. Sie haben das „ Institut für Ärztliche Qualität in Schleswig-Holstein“ mit Sitz in Bad Segeberg gegründet. Ziel des Instituts ist es, die Qualitätssicherung in der Medizin zu optimieren und damit die Patientenbehandlung zu verbessern. Viele medizinische Leistungen werden heute sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich erbracht. Patienten werden während einer Erkrankung häufig in mehreren Sektoren behandelt. So kann auf die Diagnose in einer Arztpraxis eine Therapie im Krankenhaus folgen und die Weiter- oder Nachbehandlung dann wiederum ambulant durchgeführt werden. Die dazugehörige Qualitätssicherung der medizinischen Leistungen läuft allerdings bislang getrennt voneinander. Das soll sich nun ändern – zum Vorteil für Patienten und Ärzte. Künftig soll es in der ambulanten und stationären Versorgung einheitliche Qualitätsstandards geben. Dazu melden die behandelnden Ärzte relevante Behandlungsdaten der Patienten an das Institut. Dort werden die Daten ausgewertet, sodass Behandlungsverläufe im Ganzen beurteilt werden können: Ist die Behandlung zu aller Zufriedenheit verlaufen oder hat es Probleme gegeben? Aus dieser Analyse werden dann Rückschlüsse gezogen, wie die Qualität medizinischer Leistungen weiter verbessert und Behandlungsstrategien aus den Bereichen „Klinik“ und „Arztpraxis“ aufeinander abgestimmt werden können. Schlüsse ziehen, Behandlungsabläufe optimieren „Qualitätssicherung ist mehr als das Sammeln von Daten und das Erstellen von Statistiken“, sagte Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. „Sie ergibt nur dann Sinn, wenn daraus auch Schlüsse gezogen werden können, die den Arzt in seiner Behandlung bestätigen oder ihm zeigen, was sinnvollerweise zu ändern wäre.“ Die Gründung des Instituts geschieht unter anderem mit Blick auf die zum 1. Januar 2016 geltende Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in Berlin. Diese sieht eine sektorenübergreifende Qualitätssicherung zunächst für die Untersuchung und Behandlung der Herzkranzgefäße (Koronarangiografie und perkutane Koronarintervention) vor. Im weiteren Verlauf sollen unter anderem die Erfassung und Vermeidung von Krankenhausinfektionen, die Versorgung psychischer Erkrankungen sowie Kniegelenkspiegelungen hinzukommen. In Planung ist auch, dass telemedizinische Verfahren und das Zweitmeinungsverfahren vor ausgewählten Operationen in Zukunft zum Aufgabenbereich des Instituts gehören. 4

Nordlicht

„Die mit dem ‚Institut für Ärztliche Qualität in Schleswig-Holstein’ angestrebte noch engere Verzahnung der einzelnen Versorgungsangebote ist ein richtungsweisender weiterer Schritt, um die ohnehin schon sehr gute medizinische Versorgung zu verbessern“, betonte Petra Thobaben, Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein. Qualität in der Medizin als urärztliches Anliegen Alle drei Organisationen wollen mit der Institutsgründung aber auch vorhandene Kompetenzen zusammenführen und ein Zeichen setzen: „Qualität in der Medizin ist primär ein urärztliches Anliegen und fußt ebenso auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und technischen Entwicklung wie auf einem vertrauensvollen individuellen Arzt-Patienten-Verhältnis. Diese Expertise wollen wir noch umfassender mit Kennzahlen hinterlegen, um sie dann in gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Überlegungen zum bestmöglichen Benefit für die schleswig-holsteinische Versorgungslandschaft einzubringen“, so Dr. Carsten Leffmann, ärztlicher Geschäftsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Mit diesem Kompetenzzentrum für Qualität in der Gesundheitsversorgung lasse sich die für alle Beteiligten nötige Transparenz verbessern, um die Behandlungsqualität zu steigern und Behandlungsfehler möglichst zu vermeiden. Redaktion aktuell

9 | 2015


Titelthema Statements

„Wir leben Qualität“

Qualität ist in der Medizin ein Begriff, der untrennbar mit der beruflichen Identität jedes Arztes verbunden ist. Qualitätssicherung bedeutet auch den ständigen Spagat zwischen Erwartungshaltung von Bevölkerung, Kassen und Politik sowie technischem und bürokratischem Aufwand. Mit dem „Institut für Ärztliche Qualität in Schleswig-Holstein“ wollen wir die sich erweiternden Herausforderungen annehmen und für Ärzte wie für Patienten nutzbar machen. Für Ärzte steht im Vordergrund, dass der wichtigste Qualitätsindikator einer Behandlung immer die intensive vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung mit zielerreichendem Nutzen ist und bleibt. Dieses zentrale, von subjektiven Inhalten getragene Element ist der Kern medizinischer Behandlung und darf nicht durch externe Überregulierungsmaßnahmen zerstört werden. Dazu müssen wir als Ärzteschaft und Standesorganisationen selbst beitragen. Ärzte in Praxen und Kliniken unterscheiden sich nicht in ihrer intrinsischen beruflichen Motivation. Das Institut soll daher die Bemühungen aller unterstützen, die Werteinhalte des Berufes unabhängig von Sektoren gegen Regulierungswahn und Ökonomisierung zu verteidigen. Nur so ist das Vertrauen, das die Bevölkerung diesem Beruf entgegenbringt, zu rechtfertigen und zu erhalten. Wir leben Qualität – das Ärztliche Qualitätsinstitut macht diese auch nach außen sichtbar und erlebbar. Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

„Ärztliche Qualität ist unteilbar“ Unter dem Signum dieser gemeinsamen Überzeugung fanden vor mehr als zwei Jahren erste Sondierungsgespräche zwischen der Ärztekammer Schleswig-Holstein und der Kassenärztlichen Vereinigung statt. Primäres Ziel war die Überwindung der zunehmenden Fremdbestimmung sogenannter Qualitätsmerkmale ärztlichen Handelns und ärztlicher Tätigkeit. Erwartete Synergieeffekte bei der Zusammenführung bereits existierender Verfahren in beiden Institutionen waren ein zusätzliches Motiv für die Grundidee. Die zwischenzeitliche Entwicklung im politischen Umfeld hat aus dem gemeinsamen Wunsch zweier Institutionen zu einer notwendigen und unverzichtbaren Erweiterung um den dritten Partner, der schleswig-holsteinischen Krankenhausgesellschaft, geführt. Nur so scheint gewährleistet, dass alte und neue Qualitätsverfahren aus gesetzlichen Aufträgen sowie selbst gesetzte Qualitätsziele nach ärztlich definierten Kriterien und über die klassischen Sektorengrenzen hinweg umgesetzt werden können. Dr. Franz-Joseph Bartmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein

„Engere Verzahnung der einzelnen Versorgungsangebote“ Es ist elementarer Teil des Berufsverständnisses der Ärzte und Pflegenden in den Kliniken, mit einer möglichst fehlerfreien und komplikationslosen Behandlung die Gesundheit der Patienten wieder herzustellen oder die Beschwerden zu lindern. Die Krankenhäuser in SchleswigHolstein engagieren sich deshalb schon seit langem für eine hohe Qualität. Dazu sind umfangreiche Qualitätssicherungsverfahren etabliert. Diese reichen von bundesweiten Strukturvorgaben und Mindestmengen über landesweite Überprüfungen, wie zum Beispiel der Schlaganfallversorgung oder bei Krebserkrankungen bis hin zu Zertifizierungen und Maßnahmen zur Risikobegrenzung. Besonders hervorzuheben ist die externe stationäre Qualitätssicherung, an deren Entwicklung die schleswig-holsteinischen Kliniken bereits Ende der 80er Jahre als erstes Bundesland maßgeblich mitgewirkt haben. Die mit dem Institut angestrebte noch engere Verzahnung der einzelnen Versorgungsangebote ist ein weiterer richtungsweisender Schritt, um die ohnehin schon sehr gute medizinische Versorgung zu verbessern. Bernd Krämer, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein

9 | 2015

Nordlicht

aktuell

5


Titelthema FAQ

Beteiligte – Aufgaben – Hintergründe Was niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten über das „ Institut für Ärztliche Qualität in Schleswig-Holstein“ wissen sollten.

Institut für Ärztliche Qualität in Schleswig-Holstein

6

Wer sind die Gründer und Träger des Instituts? Die Gründer des „Instituts für Ärztliche Qualität in SchleswigHolstein gGmbH (ÄQSH)“ sind: ƒƒ die Ärztekammer Schleswig-Holstein ƒƒ die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein ƒƒ die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein Jede der drei Organisationen ist mit gleichen Anteilen Träger dieses neuen Kompetenzzentrums. Aus ihren Reihen wird zudem ein Lenkungsausschuss gebildet, der entscheidet, welche Projekte das Institut künftig zur Bearbeitung annehmen wird. Das Institut wird seinen Sitz in Bad Segeberg haben.

der Ärzte und Krankenhäuser über die durchgeführten Behandlungen entgegenzunehmen und entsprechend den Vorgaben zu verarbeiten sowie die Auswertung der Daten vorzunehmen. ƒƒ Die sektorenübergreifende Qualitätssicherung soll, wie gesetzlich vorgegeben, auf weitere Behandlungen ausgedehnt werden. Damit wachsen auch die Aufgaben des Instituts. Perspektivisch können Qualitätssicherungsverfahren beispielsweise auch bei telemedizinischen Verfahren oder Zweitmeinungsverfahren vor ausgewählten Operationen gewinnbringend zum Einsatz kommen.

Welche Aufgaben hat das Institut? ƒƒ Mit der Gründung des Instituts wird eine Struktur geschaffen, die Expertise und jahrelange Erfahrung im Qualitätsmanagement für künftige Qualitätssicherungsprojekte bevorzugt in der Schleswig-Holsteinischen Gesundheitsversorgung zusammenführt. Diese Kompetenz soll vor allem für Verfahren zur Verfügung stehen, bei denen ein sektorenübergreifender Ansatz sinnvoll ist. ƒƒ Ab 2016 gelten für bestimmte Behandlungen, die sowohl in Krankenhäusern als auch in Arztpraxen durchgeführt werden, einheitliche Qualitätsstandards. Eine erste Aufgabe des Instituts wird es sein, die Meldungen

Weshalb ist es wichtig, dass das Institut in ärztlicher Hand ist? ƒƒ Ärztekammer, KVSH und Krankenhausgesellschaft wollen mit der Institutsgründung sehr deutlich machen, dass die Messung und Beurteilung der Qualität ärztlichen Handelns auch primär in ärztliche Hand gehört. ƒƒ Im Sinne der Transparenz der Behandlungsabläufe und deren qualitativen Beurteilung wird das Institut dann Daten und Ergebnisse für die externe Aufarbeitung und Veröffentlichungund damit die profunde Basis für den weiteren Diskurs bereitstellen.

Nordlicht

aktuell

9 | 2015


Titelthema

ƒƒ S owohl in Kliniken als auch unter niedergelassenen Ärzten gibt es bereits seit vielen Jahren einen intensiven Austausch über Behandlungsoptionen und Krankheitsverläufe mit dem Ziel, voneinander zu lernen. Im Sinne eines strukturierten Qualitätsmanagements benötigen Ärzte unter anderem aber auch vergleichende Daten zur Analyse von Stärken und Schwächen, umgezielte Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Versorgung ergreifen zu können. ƒƒ Das Institut tritt mit dem klaren Ziel an, den sektorenübergreifenden ärztlichen Austausch zu Fragen der Behandlungsqualität zu stärken und zu erweitern. Was haben die Patienten davon? ƒƒ Ziel des Instituts ist es, Qualitätsverbesserungsmaßnahmen in der Gesundheitsversorgung kompetent methodologisch zu unterstützen und damit Dienstleister von Professionellen und Patienten gleichermaßen zu sein. ƒƒ Vergleichende Betrachtungen von Behandlungsdaten lassen Schlüsse zu, die den Arzt in seiner Behandlung bestätigen oder ihm aufzeigen, was sinnvollerweise zu ändern wäre. ƒƒ Qualitätsmanagement ist deshalb mehr als das Sammeln und Melden von Daten und das Erstellen von Statistiken und Berichten. Vielmehr hat eine auf die Versorgungsverbesserung ausgerichtete Maßnahmenergreifung die verschiedensten medizinischen Aspekte zu berücksichtigen. Eine auf formale Kenndaten gestützte Betrachtung reicht nicht aus. Worum geht es bei der neuen sektorenübergreifenden Qualitätssicherung ab 2016? ƒƒ Obwohl es medizinische Leistungen gibt, die sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich erbracht werden, erfolgt die Qualitätsbetrachtung bisher streng nach Sektoren getrennt. ƒƒ Das soll sich sinnvollerweise ändern. Für Leistungen, die sowohl in Praxen als auch in Kliniken erbracht werden, wird es künftig einheitliche Qualitätsstandards geben. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte und Krankenkassen, ist gesetzlich beauftragt, die Standards für einzelne Behandlungen festzulegen. ƒƒ Ab Januar 2016 wird diese sektorenübergreifende Qualitätssicherung zunächst für die Untersuchung und Behandlung der Herzkranzgefäße (Koronarangiografie und perkutane Koronarintervention) konkret umgesetzt. In der Planung sind weiterhin einheitliche Standards für

die Erfassung und Vermeidung von Krankenhausinfektionen, für die Versorgung psychischer Erkrankungen sowie für Kniegelenkspiegelungen. Weshalb ein gemeinsames Institut für diese Aufgaben? ƒƒ Die Richtlinien des G-BA zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung sehen vor, dass die Krankenhausgesellschaften die Patientendaten der Klinikärzte und die Kassenärztlichen Vereinigungen die der niedergelassenen Ärzte entgegennehmen und weiterleiten. ƒƒ Schleswig-Holstein geht mit der Institutsgründung einen anderen Weg, der doppelte Strukturen vermeidet und unnötige Bürokratie gar nicht erst entstehen lässt. ƒƒ Statt neue Parallelwelten von ambulant und stationär zu schaffen, bündeln die Ärztekammer, die Krankenhausgesellschaft und die KVSH ihre Kompetenzen zum Nutzen der Qualität in der Medizin in einem gemeinsamen Institut. Meldewege und EDV können so schlank gehalten werden, der Personalbedarf fällt geringer aus, Kosten werden eingespart. ƒƒ Für ärztlich besetzte Auswertungskommissionen werden bei der gemeinsamen Lösung weniger Ärzte benötigt: Ärztliche Fachkompetenz beider Sektoren wird in gemeinsamen und gleichrangigen Kommissionen vereint. Auch dies ist ein Beitrag, Ressourcen effizient zu nutzen und ärztliches Engagement nicht zu überfordern. ƒƒ In Sachen Qualität in der Medizin wird es in Zukunft einen Ansprechpartner in Schleswig-Holstein geben – egal, ob es um ambulante oder stationäre Versorgung geht. Die Qualität ärztlichen Handelns am Patienten ist nicht nach Sektoren teilbar. Das Anliegen, eine bestmögliche Qualität in der Versorgung von Patientinnen und Patienten zu bieten vereint alle Akteure im Gesundheitswesen. Die Hauptrepräsentanten der Anbieter ärztlicher Leistungen haben sich konsequenterweise hier zusammengetan. Redaktion

9 | 2015

Nordlicht

aktuell

7


NACHRICHTEN  KOMPAKT M usik in der P raxis

P atienteninformation

Ärzte müssen keine GEMA-Gebühr zahlen

Multimedikation

Karlsruhe – Damit Ärzte und Psychotherapeuten in ihrer Praxis Hintergrundmusik aus dem Radio abspielen dürfen, müssen sie keine Lizenzbeiträge an die GEMA zahlen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Praxisinhaber können ihre bestehenden Verträge mit der GEMA kündigen. Der Bundesgerichtshof begründete seine Entscheidung damit, dass die Wiedergabe von Hörfunkprogrammen in Arztpraxen nicht öffentlich und damit auch nicht vergütungspflichtig sei. Damit schlossen sich die Richter der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) an. Inhaber von Arztpraxen sind damit nicht mehr verpflichtet, Lizenzbeiträge an die GEMA zu bezahlen. Praxisinhaber, die bereits eine vertragliche Vereinbarung mit der GEMA abgeschlossen haben, können diese zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen. Ärzte, die sich neu niederlassen, sollten erst gar keinen Lizenzvertrag abschließen und Zahlungsaufforderungen mit Verweis auf die Rechtslage nicht nachkommen. Der BGH urteilte zugunsten eines Düsseldorfer Zahnarztes. Dieser ließ in seinem Wartezimmer Radiomusik im Hintergrund laufen und hatte dafür einen Lizenzvertrag mit der GEMA. Den kündigte er 2012 angesichts eines Urteils des EuGH auf. Der EuGH hatte 2012 im Falle eines italienischen Zahnarztes entschieden, dass es sich bei der Musik in der Praxis nicht um eine gebührenpflichtige öffentliche Wiedergabe handelt. Der BGH musste nun klären, ob das Urteil des EuGH auf deutsche Verhältnisse angewandt werden kann und entschied, dass der italienische Sachverhalt in wesentlichen Punkten mit dem deutschen übereinstimme.

V erträge

Früherkennungsuntersuchung U10/U11 und J2 mit der AOK NordWest Bad Segeberg – Der Vertrag zu den Früherkennungsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche wurde zum 1. Juli 2015 angepasst. Die Vergütung der Früherkennungsuntersuchungen U10, U11 und J2 (Pseudoziffern 99055B, 99055C und 99055D) wurde von 50 Euro auf 53 Euro erhöht. Die Vertragsunterlagen sind im Downloadcenter auf www.kvsh.de zu finden. Auf Wunsch werden die Unterlagen auch per Post zugestellt (Tel. 04551 883 331). 8

Nordlicht

Berlin – Um die Frage „Multimedikation – Nehme ich zu viele Medikamente ein?“ geht es in einer neuen Patienteninformation der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Patienten erfahren, wann es notwendig ist, verschiedene Arzneimittel gleichzeitig einzunehmen, und was dabei zu beachten ist. Die Broschüre erläutert, wie es zu einer Multimedikation kommen kann und welche Folgen mitunter damit verbunden sind. Die Leser erhalten Tipps, was sie tun können, um mögliche Risiken zu vermeiden. Das zweiseitige Informationsblatt will dafür sensibilisieren, dass nicht jede gesundheitliche Störung medikamentös behandelt werden muss. Die Einnahme vieler Arzneimittel kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Deshalb sollten Patienten ihrem Arzt ungewöhnliche Symptome sogleich mitteilen und auch Ängste und Sorgen schildern. Erstellt wurde die Information vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag von KBV und Bundesärztekammer. Die Patienteninformation steht zum Download auf der Internetseite der KBV unter www.kbv.de bereit.

B roschüre

IGeL-Ratgeber für Ärzte und Patienten Berlin – Über den richtigen Umgang mit Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) informiert eine Broschüre der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer. Checklisten, ein Muster-Behandlungsvertrag und weiterführende Adressen ermöglichen einen umfassenden Überblick zum Thema. Der Ratgeber soll vor allem zum offenen Gespräch zwischen Arzt und Patient anregen und beiden Seiten hierfür eine Orientierung bieten. Der Ratgeber möchte einen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit IGeL leisten und stellt klar: Ärzte dürfen Patienten auf keinen Fall drängen, eine IGeL in Anspruch zu nehmen. Sie handeln berufswidrig, wenn sie ihren Patienten eine IGeL ohne überzeugende Begründung, aber mit großem Nachdruck nahelegen. Der IGeL-Ratgeber steht ausschließlich in elektronischer Form zur Verfügung und kann als PDF-Dokument heruntergeladen werden: http://www.kbv.de/ html/igel.php aktuell

9 | 2015


NACHRICHTEN  KOMPAKT P olitik

W artezimmer

Bundeskabinett beschließt Gesetz gegen Korruption

Neue Patienteninformation zu multiresistenten Erregern

Berlin – Das Bundeskabinett hat ein Gesetz zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen beschlossen. Damit soll ein neuer Straftatbestand „Bestechlichkeit im Gesundheitswesen“ in das Strafgesetzbuch eingeführt werden. Die neuen Paragrafen 299a und 299b Strafgesetzbuch sehen vor, dass „wer als Angehöriger eines Heilberufes im Zusammenhang mit der Ausübung seines Berufes einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen lässt oder annimmt“ mit einer Geldstrafe oder einer bis zu dreijährigen Haftstrafe bestraft wird. Gleiches gilt für die Person, die einem Angehörigen eines Heilberufes „in Zusammenhang mit dessen Berufsausübung einen Vorteil für diesen oder einen Dritten als Gegenleistung anbietet“. „Korruption ist immer dann, wenn etwas verordnet wird, was medizinisch nicht angezeigt, sondern eher zum finanziellen Vorteil für denjenigen ist, der etwas verschreibt“, erklärte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, beurteilte den Kabinettsentwurf skeptisch: „Wichtig ist, dass Kooperationen, die für eine gute Patientenversorgung wünschenswert sind, nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Es wäre am besten, das Gesetz benennt klare Regeln und Beispiele, wann Korruption vorliegt.“ Ähnlich wie Gassen hatte bereits Anfang des Jahres der Präsident der Bundesärztekammer, Frank-Ulrich Montgomery, bei der Bewertung des Referentenentwurfes klargestellt: „Wir wollten ein Anti-Korruptionsgesetz, das für alle im Gesund­heitswesen gilt – keine lex specialis nur für Ärzte.“ So werden beispielsweise Klinikbetreiber oder andere Entscheidungsträger von anderen Gesundheitseinrichtungen nicht speziell erwähnt. Das Gesetz soll nach der Sommerpause in die parlamentarische Beratung und dann spätestens Anfang 2016 in Kraft treten.

V ordrucke

Grünes Rezept mit neuem Hinweis Berlin – Das Grüne Rezept, das Ärzte für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel ausstellen können, wurde überarbeitet. Es enthält jetzt den Hinweis, dass einzelne Krankenkassen die Kosten für bestimmte nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel als Satzungsleistung übernehmen. „Dieses Rezept können Sie bei vielen gesetzlichen Krankenkassen zur Voll- oder Teilerstattung als Satzungsleistung einreichen.“ Dieser Satz auf dem Grünen Rezept löst nach Angaben des Deutschen Apothekerverbands ab sofort den alten, nicht mehr zutreffenden Hinweis ab, wonach Patienten das Grüne Rezept nicht zur Erstattung bei den gesetzlichen Krankenkassen einreichen könnten. Der Hinweis auf die mögliche Erstattungsfähigkeit von OTC-Arzneimitteln als Satzungsleistung befindet sich auf allen neu ausgestellten GrüneRezept-Formularen. Vertragsärzte können diese bei Bedarf kostenlos bei der „Initiative Grünes Rezept“ bestellen unter www.ini.gruenerezepte.de. Ältere Formulare für das Grüne Rezept können aufgebraucht werden. 9 | 2015

Nordlicht

Berlin – Eine neue Patienteninformation der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) erklärt, für wen multiresistente Erreger wirklich bedrohlich sind und wie man sich und andere schützen kann. Infektionen durch Bakterien lassen sich meist gut mit Antibiotika behandeln. Einige Bakterien sind jedoch unempfindlich gegenüber vielen Antibiotika: Bei multiresistenten Erregern (MRE), am bekanntesten ist der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), wirken die meisten Antibiotika nicht. Diese und andere Zusammenhänge fasst die neue Information „MRSA und Co. – Was Sie über diese Erreger wissen sollten“ für Patienten auf zwei Seiten zusammen. Der Text erläutert zum Beispiel, wie MRE entstehen, welche Risikofaktoren es für eine Infektion gibt und welche Hygieneregeln man einhalten sollte. Erstellt wurde die Patienteninformation im Auftrag von KBV und Bundesärztekammer vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Das ÄZQ hat bereits über 50 solcher Informationen verfasst, einige davon in mehreren Sprachen. Die Themen reichen von Krebs über Herzschwäche und Hauterkrankungen bis hin zu Hinweisen zur Antibiotikatherapie. Die Dokumente stehen zum kostenlosen Download im Internet zur Verfügung: www. patienten-information.de.

V erordnung

Impfungen für Flüchtlinge Bad Segeberg – Die Impfstoffe für Impfungen von Flüchtlingen dürfen nicht aus dem Praxisvorrat genommen und auch nicht über das Impfstoffrezept bezogen werden. Kostenträger ist das Land SchleswigHolstein. Die Impfstoffe sind vom jeweiligen Amt zu tragen und über Einzelverordnung zu beziehen.

K rankenkassen

Organspendeausweise kommen mit der Post Berlin - Mehr als 70 Millionen Versicherte in Deutschland erhalten in den nächsten Wochen von ihrer Krankenkasse einen Organspendeausweis zugeschickt. Nach der Reform des Transplantationsgesetzes von 2012 sind die Kassen verpflichtet, alle zwei Jahre einen solchen Vordruck allen Bürgern ab 16 Jahren zukommen zu lassen. Die Zahl der Organspender in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2015 erstmals seit längerem wieder gestiegen. Von Januar bis Ende Juni gab es 464 Organspender gegenüber 435 im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mitteilte. aktuell

9


gesundheitspolitik F lüchtlinge in der A rztpraxis

Zwischenstation Boostedt Während die Politik noch über den richtigen Umgang mit der wachsenden Zahl von Flüchtlingen diskutiert, sind die Menschen längst in den Praxen der niedergelassenen Ärzte angekommen. Auch der Alltag von Dr. Minu Seddigh-Brettschneider, Dr. Victor Brettschneider und Dr. Frank Homoet aus Boostedt hat sich in den letzten Monaten verändert. Sie behandeln immer häufiger Flüchtlinge und Asylbewerber, denn nicht weit von ihrer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis entfernt liegt eine der Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes Schleswig-Holstein.

(v. l.) Dr. Victor Brettschneider, Dr. Frank Homoet und Dr. Minu Seddigh-Brettschneider

Boostedt im Hochsommer. Der Asphalt flimmert in der Mittagshitze. Die Luft ist schwül und für den Nachmittag sind schwere Gewitter für die ländliche Region um Neumünster angesagt. Trotz der hohen Temperaturen sind auf dem schmalen Gehweg neben der vielbefahrenen Bundesstraße vor dem Ortseingangsschild auffallend viele Menschen unterwegs. Es sind Flüchtlinge, die einzeln oder in kleineren Gruppen zu Fuß in Richtung des knapp zwei Kilometer entfernt liegenden Zentrums der 4.600-Einwohner-Gemeinde unterwegs sind. Die meisten wollen in einem der Supermärkte oder an der Tankstelle Kleinigkeiten einkaufen. Sie benutzen für einen Teil ihres Weges eine alte Panzerstraße, die zu einem versteckt hinter hohen Kiefern liegenden hinteren Teil der Rantzau-Kaserne führt. Das Gras am Weg ist frisch gemäht. Hohe Bäume und Büsche verdecken von außen den Blick auf die 10

Nordlicht

eingezäunten Unterkünfte. In der Kaserne ist seit April dieses Jahres eine der Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge und Asylbewerber untergebracht, betrieben vom Deutschen Roten Kreuz im Auftrag des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten. Rund 500 Flüchtlinge, die einen Asylantrag in Deutschland stellen wollen, kommen dort während der ersten Wochen ihres Asylverfahrens unter, bevor sie auf verschiedene Kommunen weiter verteilt werden. Die meisten von ihnen stammen aus Syrien, Eritrea, Afghanistan, dem Irak, dem Kosovo, Albanien oder dem Jemen. Auf dem Gelände gibt es zwei Beratungsbüros des Deutschen Roten Kreuzes und des Landesamts, einen Speisesaal, eine Polizeistation und eine medizinische Servicestelle, die für die Erstversorgung der Asylsuchenden zuständig ist und sie unter anderem bei der Vermittlung von Terminen bei Fachärzten unterstützt. aktuell

9 | 2015


gesundheitspolitik

Hausärztliche Gemeinschaftspraxis Boostedt

Hausarztpraxis Teil der Versorgungskette Eine der Praxen, in der seit Eröffnung der Erstaufnahmeeinrichtung immer häufiger Flüchtlinge behandelt werden, ist die hausärztliche Gemeinschaftspraxis Boostedt. Sie hat sich in den letzten Monaten zu einem festen Bestandteil der medizinischen Versorgungskette für diesen Patientenkreis entwickelt. Die Praxis liegt neben einer Apotheke im alten Ortskern. Dort sind seit 1993 die beiden Allgemeinmediziner Dr. Minu Seddigh-Brettschneider und Dr. Victor Brettschneider sowie der hausärztliche Internist Dr. Frank Homoet, der 2005 in die Praxis einstieg, niedergelassen. Als das Ärzteehepaar Anfang der 90er Jahre aus Berlin nach Boostedt kam und sich dort niederließ, waren schon einmal Flüchtlinge in der Rantzau-Kaserne untergebracht: Spätaussiedler aus Russland und Kasachstan, die nach Deutschland kamen. „Wir erleben jetzt sozusagen ein Déjà-vu. Damals sind wir in die Kaserne gefahren, um erkrankte Menschen zu behandeln. Jetzt kommen sie eben zu uns“, berichtet Brettschneider, der pragmatisch denkt und handelt. Für die erste Kontaktaufnahme zu den neuen Patienten hat sich der Allgemeinmediziner sicherheitshalber einige arabische Redewendungen auf einen Spickzettel geschrieben. Gut organisierte Abläufe Als Anfang dieses Jahres klar wurde, dass die Erstaufnahmeeinrichtung nach Boostedt kommt, nahmen Seddigh-Brettschneider, Brettschneider und Homoet Kontakt zu den Verantwortlichen bei Kommune, Kreis und dem Land auf. Sie boten an, Flüchtlinge in ihrer Praxis zu behandeln. Sie wollten deren Behandlung aber nicht über eine Sondersprechstunde regeln, sondern in den laufenden Praxisbetrieb integrieren. So kam es auch. Seit April melden die beiden Mitarbeiterinnen aus der medizinischen Servicestelle in der Erstaufnahmeeinrichtung regelmäßig Patienten an. Die Fallzahlen steigen kontinuierlich. Im zweiten Quartal 2015 wurden 90 Patienten aus der Ersteinrichtung behandelt. Im dritten Quartal sind es jetzt schon 115 Patienten. „Bei uns wird niemand abgewiesen. Wir haben die Praxisabläufe darauf eingestellt, dass neue Patienten hinzukommen. Die Flüchtlinge sind sehr freundlich und dankbar, wenn sie zu uns kommen. Wir haben bisher nur gute Erfahrungen mit ihnen gemacht und behandeln sie gern“, berichtet Seddigh-Brettschneider. Die drei Ärzte beteiligen sich auch an der regelmäßig stattfindenden Impfsprechstunde in der Erstaufnahmeeinrichtung, die personell über das Medizinische Praxisnetz Neumünster organisiert wird. 20 bis 30 Patienten werden jeden Mittwoch geimpft. Kaum höherer Aufwand Die Flüchtlinge, überwiegend Männer, kommen in der Regel mit einem festen Termin und in Begleitung eines Dolmetschers oder eines sprachkundigen Angehörigen in die Praxis. Manchmal sind 9 | 2015

Nordlicht

sie aber auch allein. Die Ärzte haben durch die Behandlung so gut wie keinen bürokratischen Mehraufwand, weil die Absprache mit den beiden Mitarbeiterinnen in der Erstaufnahme sehr gut funktioniert. Den erforderlichen Krankenbehandlungsschein des Landesamtes, der vom medizinischen Personal in der Erstaufnahmeeinrichtung ausgestellt wird, hat jeder Flüchtling dabei. Dazu kommt ein Laufzettel mit den wichtigsten Vorinformationen über die Beschwerden, vorherige Behandlungen und Medikamentengaben. Die Praxismitarbeiterinnen legen jeden Behandlungsfall zweimal an: eine Dokumentation geht an den Arzt, die andere ist für die Erstaufnahmeeinrichtung bestimmt. „So fällt für die Helferinnen vielleicht etwas mehr Dokumentationsaufwand an, als wenn wir gleich die elektronische Gesundheitskarte nutzen könnten wie die Kollegen in Hamburg oder Bremen“, erklärt Brettschneider. Sprachlich ist die Praxis gut auf die Flüchtlinge vorbereitet. Das gilt auch für den Fall, dass diese nicht mit einem vom Landesamt bezahlten Dolmetscher in die Sprechstunde kommen. Alle drei Ärzte sprechen Englisch, das auch viele Syrer gut beherrschen. Es gibt im Praxisteam eine Arzthelferin, die Türkisch kann. Seddigh-Brettschneider spricht Persisch, eine Sprache, die von vielen Afghanen verstanden wird. Wenn sprachlich nichts mehr geht, hat sich ein telefonischer Dolmetscherdienst bewährt. „Das geht schneller, als wenn erst extra ein Dolmetscher aus Neumünster zu uns kommen muss“, erläutert Homoet. Schicksale in der Sprechstunde Das Spektrum der behandelten Erkrankungen bei den Flüchtlingen ist sehr breit. Besonders häufig sind Fälle von Diabetes, Bluthochdruck und Durchfall- bzw. Hauterkrankungen. Da es sich um schwerere Erkrankungen handelt, planen die Ärzte etwas mehr Behandlungszeit ein. Welche Vorgeschichte die Kranken haben, erfahren sie trotz der guten Vorinformationen aus der Erstaufnahme oft nicht, denn die Flüchtlinge bringen in der Regel keine Krankenakten aus ihrer Heimat mit. Viele sind durch Folter oder die Strapazen einer oft monatelangen Flucht traumatisiert. Ihre genauen Schicksale bleiben für die Ärzte oft im Dunkeln. Doch wenn die Kommunikation sehr gut läuft, erfahren sie mehr. Ein Flüchtling berichtete, dass er auf einem völlig überfüllten Flüchtlingsboot über das Mittelmeer kam. Das Schiff ging im Sturm unter. Dabei sind auch Angehörige seiner Familie ertrunken. Brettschneider ist sich bewusst, dass die ambulante Behandlung von Flüchtlingen immer eine Gratwanderung ist. Er liest dazu eine Passage aus dem entsprechenden Paragrafen des Asylbewerberleistungsgesetzes vor, nach dem Asylbewerber mit Krankenbehandlungsschein nur Anspruch auf ärztliche Behandlung bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen, einschließlich der Versorgung mit Arznei- und Verbandsmitteln sowie sonstiger zur Genesung, zur Besserung oder zur Linderung von Krankheiten oder Krankheitsfolgen erforderlichen Leistungen haben. „Klassische hausärztliche Abklärungsmedizin dürfen wir in dem sonst üblichen Maße nicht anwenden. Gleiches gilt für Therapien. Wir sind auch bei der Neueinstellung von Medikamenten defensiver, da wir wegen der kurzen Verweildauer der Patienten in der Erstaufnahme nicht nachprüfen können, ob ein neues Medikament besser vertragen wird.“ Was aus den Menschen, die sie behandelt haben, am Ende wird, erfahren die Ärzte nicht. Sie wissen, dass Boostedt für ihre Patienten aus der Erstaufnahmeeinrichtung nur eine Zwischenstation ist. Jakob Wilder, KVSH

aktuell

11


gesundheitspolitik E ngagement

„Die Lage ist dramatisch“ Dr. Georg Ludwig ist Vorsitzender des Vereins „ Medizinische Hilfe für Griechenland e. V.“, der regelmäßig Hilfstransporte in das krisengeschüttelte Land organisiert. Im Nordlicht-Interview beschreibt der Orthopäde aus Bad Schwartau die katastrophalen Zustände im griechischen Gesundheitswesen und erläutert, warum gerade jetzt weiter Hilfe geleistet werden muss. Nordlicht: Sie haben schon vor gut zwei Jahren mit einigen Mitstreitern den gemeinnützigen Verein „Medizinische Hilfe für Griechenland“ gegründet und seitdem mehrere Hilfstransporte organisiert. Wie sieht ihre Hilfe konkret aus?

Nordlicht: Dr. Ludwig, das griechische Gesundheitssystem steht nach Jahren der Krise kurz vor dem Kollaps. Anfang August traten die 8.000 griechischen Kassenärzte für eine Woche aus Protest gegen die Sparmaßnahmen in einen Ausstand. Patienten müssen häufig direkt beim Arzt zahlen, bevor sie behandelt werden. Wie ist die Situation vor Ort? Dr. Georg Ludwig: Sehr schlecht. Immer mehr Menschen verarmen und können sich keine Krankenversicherung mehr leisten. Nicht nur der griechische Staat ist pleite, sondern auch die Krankenkassen. Sie vergüten daher seit geraumer Zeit die erbrachten Leistungen nicht mehr ausreichend. Apotheken lösen Rezepte daher schon länger nur noch gegen Cash ein. Mich überrascht es daher nicht, dass griechische Kassenärzte das auch so machen. Schließlich müssen sie ja von etwas leben. In den drei karitativen Praxen auf Kreta, die wir durch unseren Hilfsverein mit Spenden beliefern, behandeln die Ärzte ihre Patienten natürlich kostenlos. Dorthin kommen Menschen, die besonders hart von der Krise getroffen wurden und sich nicht selbst helfen können, vor allem ältere Menschen.

12

Nordlicht

Ludwig: Apotheken, Altenheime und Sanitätshäuser liefern uns ihre überschüssigen Arznei- und Hilfsmittel. Das Ganze wird dann vor dem Transport geprüft und ist entsprechend hochwertig. Wir werben auch dafür, Geld zu spenden, damit wir den relativ teuren Transport bezahlen können. Alle Spendenmittel gehen an drei Sozialpraxen. Sie liegen in Chania, Rethymnon und Heraklion an der Nordküste Kretas. Dort werden Bedürftige und chronisch Kranke von ehrenamtlich tätigen Haus- und Fachärzten kostenlos behandelt. Leider konnten wir bisher keine Impfstoffe für Kinder nach Griechenland bringen. Dabei wäre das besonders wichtig, denn viele Kinder können dort nicht mehr geimpft werden. Momentan wird sozusagen gewürfelt, welches Kind geimpft wird, weil es nicht genug Impfstoff für alle gibt. Der Transport bis Griechenland ist allerdings sehr teuer, denn es muss eine lückenlose Kühlkette gewährleistet sein. Wir sind daher dringend auf Geldspenden angewiesen, damit wir den Impfstoff in Griechenland vor Ort kaufen und den Behandlern dann direkt zur Verfügung stellen können. Nordlicht: Kreta ist eine Insel, die viele Deutsche aus dem Urlaub kennen. Wie sieht die Situation der Menschen dort nach fünf Jahren Dauerkrise aus? Ludwig: Wer sich eher in den Tourismus-Hochburgen aufhält, mit dem Mietauto unterwegs ist und nicht genauer hinschaut, sieht so gut wie nichts von der Not. Die Griechen sind ein sehr stolzes Volk und verstecken die Armut so gut es geht. In den öffentlichen Krankenhäusern sieht es ganz anders aus. Dort regiert der Mangel: kaputte Türen, fehlende Handläufe an den Wänden, ausgetretene Stufen. Überall warten kranke Menschen in langen Schlangen auf eine Behandlung. Verbandsmaterial und Medikamente gibt es kaum. In den ohnehin maroden und seit Jahren unterfinanzierten Kliniken fehlt es an Ärzten und Pflegepersonal. Viele Fachkräfte wurden entlassen oder sind ausgewandert.

aktuell

9 | 2015


gesundheitspolitik

Nordlicht: Der monatelange Schuldenstreit mit Griechenland hat das deutsch-griechische Verhältnis schwer belastet. Gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen vergifteten das Klima. Wie ist die Stimmung im Land?

Nordlicht: Sie haben wieder einen Hilfstransport von hohem Wert auf die Reise geschickt. Wie können Sie sicher sein, dass alles bei den Bedürftigen ankommt und nicht in dunklen Kanälen versickert?

Ludwig: Sehr schlecht und angespannt. Die Menschen sind sehr aufgebracht und sehen in Deutschland den Hauptverantwortlichen für die Krise. Das ist natürlich viel zu kurz gedacht, ist aber leider die vorherrschende öffentliche Meinung. Dass die Griechen und vor allem ihre Eliten selbst für einen großen Teil der Misere verantwortlich sind, wird dagegen in weiten Teilen der Bevölkerung ignoriert. Das ist auch den Medien zu verdanken, die häufig sehr undifferenziert über Deutschland berichten.

Ludwig: Ich vertraue den Menschen auf Kreta, die jede Woche in den von uns belieferten Sozialpraxen kostenlos Dienst tun. Darunter sind Ärzte aller Fachrichtungen, Zahnärzte und Krankenschwestern. Viele kenne ich persönlich. Die Lieferung, die jetzt rausging, werde ich sogar selbst in Empfang nehmen und persönlich an die Helferteams übergeben. Nordlicht: Wie reagieren die Menschen auf Kreta auf die Hilfe? Ludwig: Hocherfreut. Viele können zuerst gar nicht glauben, dass die Hilfe ausgerechnet aus Deutschland kommt. Wir informieren deshalb auch die griechische Öffentlichkeit über unser Projekt, um zu zeigen, dass Deutschland auch solidarisch handelt.

„Wir müssen uns in der Krise antizyklisch verhalten und gerade jetzt helfen.“

Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Nordlicht: Umgekehrt gibt es auch in Deutschland Stimmen, die sagen, dass Griechenland ohnehin nicht mehr zu helfen sei und sich allein aus der Krise befreien müsse. Hat sich diese „Ohne-mich“-Einstellung auf die Spendenbereitschaft ausgewirkt? Ludwig: Ja, und zwar sehr negativ. Die Unterstützung brach ziemlich ein. Die Hilfslieferung im Wert von rund 15.000 Euro, die jetzt heraus ging, ist die erste in diesem Jahr. Sonst haben wir immer zwei bis drei Lieferungen im Wert von mehreren zehntausend Euro zusammen bekommen. Viele potenzielle Spender misstrauen Griechenland. Dafür ist sicher zum Teil auch eine gewisse Negativberichterstattung mitverantwortlich. Nordlicht: Die weitverbreitete Korruption in Griechenland lässt sich aber schwer wegdiskutieren. Ludwig: Leider stimmen viele Vorwürfe. Die politische und wirtschaftliche Elite hat Griechenland über Jahrzehnte zugrunde gerichtet. Ohne das Geld im Briefumschlag, den sprichwörtlichen „Fakelaki“, funktioniert vieles in diesem Land tatsächlich nicht. Wir sollten aber Tsipras und Varoufakis erst einmal vergessen und an die Menschen denken, die unter der Krise leiden und nicht mehr medizinisch versorgt werden. Denen muss geholfen werden. Ressentiments und gegenseitige Schuldzuweisungen haben da keinen Platz. Ich hoffe, dass wir über die humanitäre Hilfe beitragen können, wieder eine gemeinsame Ebene mit den Griechen zu bekommen. Wir müssen uns in der Krise antizyklisch verhalten und gerade jetzt helfen.

9 | 2015

Nordlicht

Info-Flyer für das Wartezimmer

Sie können den Hilfsverein mit einer Spende unterstützen. „Medizinische Hilfe für Griechenland e. V.“ Spendenkonto: BIC: NOLADE 21 SPL IBAN: DE 25 23050101 0 162961221

aktuell

13


gesundheitspolitik Z wischenbilanz

„Meine Aufgabe hat noch viel Potenzial“

Interview

Seit circa einem dreiviertel Jahr ist Harald Stender als hausärztlicher Koordinator des Kreises Dithmarschen im Einsatz. Der ehemalige Geschäftsführer des Westküstenklinikums berät und unterstützt Städte und Gemeinden, die einen Hausarzt suchen. Der Kreis hatte die Stelle neu geschaffen, an der Finanzierung beteiligt sich auch die KVSH. Im Nordlicht-Interview zieht Stender eine Zwischenbilanz.

14

Nordlicht: Wie fällt Ihre vorläufige Bilanz als hausärztlicher Koordinator aus?

Nordlicht: Gibt es etwas, von dem Sie sagen: Das hätte ich mir leichter vorgestellt?

Harald Stender: Zunächst ist bemerkenswert, welche bundesweite Aufmerksamkeit sowohl die Schaffung der Stelle des Koordinators im Kreis Dithmarschen als auch das Projekt „Eigeneinrichtung Büsum“ erhalten hat. In Medien und Vorträgen in ganz Deutschland wird der Kreis Dithmarschen und auch die KVSH mit dieser Vorwärtsstrategie als extrem fortschrittlich und zukunftsorientiert dargestellt. Eine persönliche Bilanz nach einem halben Jahr fällt positiv aus. Die Eigeneinrichtung Büsum ist bereits tätig und wird bis Anfang 2016 baulich neu gestaltet. Es ist gelungen, insgesamt drei Hausärzte als Nachfolger für die Eigeneinrichtung Büsum sowie Praxen in Tellingstedt, Wöhrden/Neuenkirchen für das Kreisgebiet zu gewinnen. Drei weitere Ärzte haben zusammen mit dem Weiterbildungsprogramm des Westküstenklinikums eine Weiterbildungsstelle in Praxen im Kreisgebiet erhalten. Alle drei werden nach dem Abschluss der Weiterbildung mit Sicherheit Praxen in Dithmarschen übernehmen oder im Kreisgebiet angestellt werden. In weiteren Gemeinden sind wir mit den Hausärzten zusammen in der Nachfolgesucher aktiv und haben gute Aussichten sogar überörtliche Gemeinschaftspraxen/Berufsausübungsgemeinschaften zu bilden. Die Aktivitäten im Kreis Dithmarschen ziehen bereits Bewerber aus anderen Teilen des Bundesgebietes an. Die Bestrebungen zur Nachwuchsgewinnung werden also immer mehr zum „Selbstläufer“.

Stender: Ja. Ich hätte mir vorgestellt, dass sich die Politik in den zentralen Orten gleichmäßig und schneller davon überzeugen lässt, dass die Orte in wenigen Jahren ein Problem in der hausärztlichen Versorgung bekommen, wenn nicht schon jetzt vorausschauend gehandelt wird. Ein Teil dieser Orte hat das Problem erkannt; ein Teil sieht bei den finanziellen Problemen der Gemeinden zurzeit keinen Handlungsbedarf und lässt das Thema erst einmal auf sich zukommen. Ich konnte bisher in Dithmarschen nur circa 50 Prozent der zentralen Orte von der Notwendigkeit überzeugen, bei der Nachfolgersuche schon jetzt gestalterisch tätig zu werden. Dieser Prozentsatz ist jedoch immer noch deutlich höher als in anderen Regionen mit ländlicher Prägung. Es geht aber besser!

Nordlicht

Nordlicht: Vielen Bürgermeistern – so haben Sie es einmal formuliert – sei noch nicht bewusst, dass sie kein Anrecht auf eine Arztstelle in ihrem Ort hätten und sie sich darum selbst um den Nachwuchs bemühen müssten. Hat sich das mittlerweile geändert? Stender: Ja. In zehn Regionalkonferenzen und Gemeindevertretersitzungen zum Thema „hausärztliche Versorgung“ ist im Kreis Dithmarschen das Bewusstsein für die komplexe Thematik „Bedarfsplanung“ deutlich gesteigert worden. Dennoch ist das Vertrauen in die „Selbstheilungskräfte“ bei der Nachfolgersuche für bestehende Praxen immer noch sehr groß. Ich betone in jeder Veranstaltung, dass der Wettbewerb um die nächste

aktuell

9 | 2015


gesundheitspolitik

Generation der Hausärzte und eine geringere Zahl an Nachwuchskräften für die hausärztliche Versorgung bereits begonnen hat. Das Thema ist also weitgehend bekannt.

„Die Aktivitäten zur Nachwuchsgewinnung werden immer mehr zum ‚Selbstläufer’.“

Nordlicht: Welche Ziele setzen Sie sich jetzt?

Nordlicht: Sie haben zu Beginn ihrer Tätigkeit gesagt, Sie wollten Gemeinden, Städte und niedergelassene Ärzte ermutigen, „neue Wege zu gehen“. Genau das hat Büsum gemacht und die bundesweit erste kommunale Eigeneinrichtung gegründet. Dagegen haben sich Lunden und St. Michaelisdonn von der Idee einer „Gemeindepraxis“ offensichtlich wieder verabschiedet. Woran liegt das? Stender: Neue Wege zu gehen – obwohl noch keine Unterbesetzung in der Gemeinde vorliegt – bedeutet, dass man die vorhandenen – zum großen Teil älteren Ärzte – davon überzeugen muss, sich in eine Gemeinschaftspraxis oder Eigeneinrichtung einzubringen. Die niedergelassenen Ärzte sind Individualisten und nicht überall davon zu überzeugen, ihre Praxis in eine solche Gemeinschafts- und Zukunftslösung einzubringen. Die Ärzte schließen dann lieber ihre Praxis irgendwann, anstatt sich vorausschauend in eine Gemeinschaftslösung mit anderen einzubringen. Das Scheitern solcher Bemühungen liegt dann nicht an den Gemeinden, die weiterhin engagiert sind, sondern an

9 | 2015

der mangelnden Bereitschaft der Ärzte, sich zum Wohle der Versorgungsicherheit mit ihren eigenen Interessenlagen dem Gemeinwohl unterzuordnen. Die Gemeinden werden also in diesen Fällen warten müssen, bis die ersten Kassenarztsitze unbesetzt bleiben. Das Ziel „Gemeindepraxis“ ist aufgeschoben, nicht aufgehoben.

Nordlicht

Stender: Ich werde versuchen, weitere „Verbundlösungen“ – z. B. Gemeinschaftspraxen, Gemeindepraxen und überörtliche Berufsausübungsgemeinschaften zu unterstützen und Ärzte davon zu überzeugen, sich rechtzeitig zusammenzuschließen, bevor sie als Einzelpraxen keine Nachfolger mehr finden. Das mustergültige Weiterbildungsverbundkonzept mit den Westküstenkliniken soll weiter ausgebaut werden. Die Eigeneinrichtung Büsum wird mit meiner Unterstützung derzeit um weitere Anbieter im Bereich des Gesundheitswesens ergänzt und bekommt damit eine zunehmende Bedeutung als regionales Gesundheitszentrum. Die Gemeinde und die Ärztegenossenschaft werden sich mit meiner Unterstützung um eine längere Finanzierung von weitergehenden Innovationen durch die Robert Bosch Stiftung bewerben. Außerdem entsteht eine über den Kreis Dithmarschen hinausgehende Task Force für die Besetzung schwieriger Hausarztstandorte mit Vertretern der KVSH, Ärztegenossenschaft Nord und Techniker Krankenkasse, an der ich mich mit meiner Erfahrung gerne beteilige. Das Interview führte Marco Dethlefsen, KVSH

aktuell

15


PRAXIS  &  KV M itteilungen der K V S H Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dipl.-Psych. Uta Oberbeck

25348 Glückstadt, Am Fleth 19

Psychologische Psychotherapeutin

27.07.2015

Dipl.-Psych. Rudi Gebhardt

Dipl.-Psych. Veronika Immelmann – halbe Zulassung –

25840 Friedrichstadt, Lohgerberstraße 31

Psychologische Psychotherapeutin

01.03.2015

Folgende Ärztin/Psychotherapeutin/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten:

16

Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Annika Sahlee

Psychologische Psychotherapeutin

24105 Kiel, Holtenauer Straße 69

24105 Kiel, Feldstraße 111-113

04.05.2015

Nordlicht

aktuell

9 | 2015


PRAXIS  & KV

Heilmittelpreise Auch in diesem Jahr haben Sie die Möglichkeit, Ihre Ausgaben anhand einer aktualisierten Übersicht zu den Heilmittelpreisen zu kontrollieren. Die Übersicht beinhaltet die jeweiligen Preise der einzelnen Krankenkassen/-verbände mit den Leistungserbringern. Neu ist, dass Sie an dieser Stelle nur noch die jeweils umsatzstärksten Heilmittel* finden. Die ausführliche Liste mit allen Heilmittelpreisen finden Sie, wie gewohnt auf der Internetseite www.kvsh.de  Praxis  Verordnungen. Mit den hier aufgeführten Preisen decken Sie in der Regel fast den gesamten Bereich Ihrer Heilmittelverordnungen ab.

listung einen Preisvergleich bezogen auf die unterschiedlichen Heilmittel. Zum anderen können Sie die jeweiligen Preise Ihrer Richtgrößensumme (Produkt aus den drei Richtgrößen für Mitglieder, Familienmitglieder und Rentner und den jeweiligen Fallzahlen) gegenüberstellen. So haben Sie einen Richtwert für die von Ihnen veranlassten Heilmittelverordnungskosten.

Empfehlenswert ist es, die gelisteten Preise (am besten den jeweiligen Maximalpreis) für Ihre Heilmittelverordnungen in Ihrer Praxis-EDV zu hinterlegen. Zum einen ermöglicht Ihnen diese AufStand 01.07.2015

Leistungsbezeichnung

Dauer in Minuten**

Min.

Max.

in Euro

in Euro

15-25

15,10

16,00

60

25,80

28,49

Krankengymnastik zur Behandlung von zentralen Bewegungsstörungen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres nach Bobath oder Vojta

30-45

23,05

29,45

Krankengymnastik zur Behandlung von zentralen Bewegungsstörungen nach Vollendung des 18. Lebensjahres nach Bobath, Vojta oder PNF

25-35

19,35

22,70

Physiotherapie Krankengymnastik, auch auf neurophysiologischer Grundlage als Einzelbehandlung Gerätegestützte Krankengymnastik (KG-Gerät), parallele Einzelbehandlung bis zu drei Patienten, je Patient

Klassische Massagetherapie (KMT)

15-20

10,00

10,86

Manuelle Therapie

15-25

17,25

19,09

Manuelle Lymphdrainage (MLD) – Ganzbehandlung

60

32,70

40,00

Manuelle Lymphdrainage (MLD) – Großbehandlung

45

23,60

28,00

Warmpackung einzelner oder mehrerer Körperteile

20-30

Hausbesuch inklusive Wegegeld Hausbesuch in einer sozialen Einrichtung inklusive Wegegeld, je Patient

7,80

8,80

10,51

11,50

4,74

6,50

Ergotherapie Ergotherapeutische Einzelbehandlung bei motorisch-funktionellen Störungen

30-45

27,75

28,41

Ergotherapeutische Einzelbehandlung bei sensomotorischen/perzeptiven Störungen

45-60

37,05

38,38

Ergotherapeutische Einzelbehandlung als Hirnleistungstraining/neuropsychologisch orientiert

30-45

26,42

31,15

Ergotherapeutische Einzelbehandlung bei psychisch-funktionellen Störungen

60-75

40,14

48,15

9,20

12,85

Hausbesuch ohne Wegegeld Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie

64,53

75,00

Stimm-, sprech- und sprachtherapeutische Einzelbehandlung

Logopädische Befunderhebung 30

23,66

26,56

Stimm-, sprech- und sprachtherapeutische Einzelbehandlung

45

35,30

39,61

Stimm-, sprech- und sprachtherapeutische Einzelbehandlung

60

43,02

52,80

9,69

12,65

28,05

28,85

7,58

11,00

Hausbesuch inklusive Wegegeld Podologie Podologische Komplexbehandlung (beider Füße)

45-50

Hausbesuch inklusive Wegegeld

*Quelle: www.gkv-his.de **Die Zeitangaben bedeuten „Zeit mit dem Patienten“

9 | 2015

Nordlicht

aktuell

17


PRAXIS  &  KV P s y chotherapie

Psychotherapie-News

Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen – Gruppenpsychotherapie – Unterlagen an den Medizinischen Dienst

Keine ausreichende Versorgung von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen Die neuesten Ergebnisse der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS-Studie) des Robert Koch-Instituts Berlin (RKI) zeigen im Bereich der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen besorgniserregende Zustände auf. Die Untersuchung ergab beispielsweise, dass ungefähr 20 Prozent der Jugendlichen im Alter von 3–17 Jahren in Deutschland zu der Risikogruppe für psychische Auffälligkeiten gehörten. Hierbei waren Jungen mit 23,4 Prozent häufiger betroffen als Mädchen (16,9 Prozent). Bis zur Pubertät seien Jungen anfälliger für psychische Probleme, in der Pubertät kippe dies aber zulasten der Mädchen. Kinder aus Familien mit niedrigem Sozioökonomischem Status (SES) waren um das 3,4 bis 3,7-fache häufiger betroffen. In diesen Familien waren häufiger „emotionale Probleme“ zu finden, während bei Familien mit höherem Status über häufiger „Verhaltensauffälligkeiten“ berichtet wurden. Von der Risikogruppe, die immerhin ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ausmacht, seien nur wenige der auffällig klassifizierten Kinder und Jugendlichen aktuell oder im letzten Jahr in Behandlung bei einem Facharzt, Psychotherapeuten oder in Kontakt mit der Jugendhilfe gewesen. Von Psychotherapeuten und Fachärzten werden diese Zustände immer wieder bemängelt. So auch jüngst erst von den Kinder- und Jugendärzten. Auf ihrem diesjährigen Kinder- und Jugendärztetag machten sie „Seelische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen“ zum Schwerpunktthema und empfanden die Situation als höchst bedenklich. Ein Grund hierfür wurde in der mangelnden Versorgung von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen gesehen. Und sie machten deutlich, dass das Risiko von Chronifizierung und psychischer Erkrankung im Erwachsenenalter bei dieser Risikogruppe besonders hoch sei. Die beste Prävention hierfür sei eine adäquate Behandlung im Kindesalter.

18

Nordlicht

aktuell

9 | 2015


PRAXIS  &  KV

Gruppenpsychotherapie – Gemeinsamer Bundesausschuss beschließt Erweiterung

Datenschutz Vertragsärzte und -psychotherapeuten müssen Unterlagen direkt an den MDK schicken

Im Juli hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine geringfügige Änderung der Psychotherapie-Richtlinie beschlossen.

Zukünftig sollen auch in der tiefenpsychologisch fundierten und in der analytischen Psychotherapie regelhaft Einzel- und Gruppentherapie kombinierbar sein. Diese Möglichkeit gab es bislang nur für die Verhaltenstherapie. Durch die Richtlinienänderung können nun auch die psychoanalytisch begründeten Verfahren jeweils als Einzelbehandlung, als Gruppenbehandlung oder in Kombination durchgeführt werden. Der G-BA verspricht sich allein von dieser Flexibilisierung eine Zunahme der durchgeführten Gruppenpsychotherapie. Betroffene Psychotherapeuten sehen dies eher skeptisch. Damit tatsächlich mehr Gruppenpsychotherapien angeboten und durchgeführt werden, bedarf es einer durchgreifenden Novellierung der Psychotherapie-Richtlinie mit deutlichen Verbesserungen. Und genau diese Forderung haben die Regierungsparteien in Berlin nicht ohne Grund in ihren Koalitionsvertrag mit aufgenommen. Was der G-BA jetzt abgeliefert hat, ist für die Praxis fast belanglos und dient dem Ziel, Gruppenpsychotherapien zu fördern, sicherlich kaum. Der Beschluss wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zunächst zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Eine Beanstandung seitens des Ministeriums ist jedoch nicht zu erwarten.

Wie bereits im Nordlicht 8 | 2015 berichtet, stellt die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationssicherheit klar, dass ärztliche und psychotherapeutische Unterlagen direkt an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) geschickt werden müssen. Eine Weiterleitung über die Krankenkassen verstößt gegen den Datenschutz. Das sogenannte Umschlagsverfahren, bei dem Vertragsärzte und -psychotherapeuten die Unterlagen über die Krankenkassen an den MDK weiterleiten, ist – bis auf weiteres – nicht erlaubt. Hintergrund sind Verstöße der Krankenkassen gegen den Datenschutz. Die Bundesbeauftragte weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass Unterlagen an den MDK – wie vom Gesetz vorgeschrieben – auch „unmittelbar“ an diesen zu übermitteln sind (Paragraf 276 Abs. 2 SGB V). Hinweise zum Gutachterverfahren Psychotherapie Bis auf weiteres nicht betroffen von der Stellungnahme der Bundesbeauftragten ist das sogenannte Gutachterverfahren nach der Psychotherapie-Richtlinie. Hier besteht deswegen ein Unterschied, weil hier keine gesetzliche Regelung vorliegt, die eine unmittelbare Übersendung der Daten an den Gutachter vorgibt. Insofern verbleibt es hier bei den bisherigen Regelungen, die besagen, dass der Psychotherapeut seinen Bericht im verschlossenen und extra dafür vorgesehenen Umschlag an die Krankenkasse zur Weiterleitung an den Gutachter übersendet. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

9 | 2015

Nordlicht

aktuell

19


PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Hausarztvertrag für Barmer GEK-Versicherte in Bremen

Stiftungslehrstuhl wird zum ordentlichen Lehrstuhl

Bremen – Für eine optimierte medizinische Versorgung soll ein neuer Hausarztvertrag sorgen, den die Barmer GEK und die Kassenärztliche Vereinigung Bremen abgeschlossen haben. Seit dem 1. Juli 2015 können sich Versicherte der Barmer GEK aus Bremen und Bremerhaven bei ihrem Hausarzt einschreiben. Der Vertrag folgt bekannten Mustern: Die teilnehmenden Ärzte erfüllen besondere qualitätsorientierte Versorgungsstandards und übernehmen für die teilnehmenden Versicherten die Steuerung der Behandlung. Sie koordinieren alle diagnostischen, therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen. Bei Bedarf vereinbart der Hausarzt einen schnellen Termin bei einem Facharzt zur Mit- oder Weiterbehandlung. Für die Versicherten ist die Teilnahme an diesem Vertrag freiwillig und kostenlos. Im Bundesland Bremen bieten neben der Barmer GEK bereits die AOK Bremen/Bremerhaven, die hkk, die IKK gesund plus sowie rund 60 Betriebskrankenkassen Hausarztverträge an, die über die KV Bremen abgewickelt werden. 110.000 Patienten sind eingeschrieben – eine der höchsten prozentualen Beteiligungsquoten in Deutschland.

München – Der vor sechs Jahren von der AOK Bayern und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) ins Leben gerufene Stiftungslehrstuhl für Allgemeinmedizin an der Technischen Universität München hat sich als feste Einrichtung in der Aus- und Weiterbildung der Hausärzte und in der Versorgungsforschung etabliert. Zum 1. Juli 2015 wurde dieser deshalb in einen ordentlichen Lehrstuhl umgewandelt. Die Initiatoren des Lehrstuhls, AOK Bayern und KVB, begrüßen dies als wichtiges Signal für den Erhalt und die Stärkung der hausärztlichen Versorgung in Bayern und sehen sich damit in ihrer damaligen Entscheidung bestätigt, ein solches Vorhaben zu planen und zu finanzieren. AOK Bayern und KVB finanzierten den Stiftungslehrstuhl jeweils mit über 930.000 Euro.

„Ärztlich willkommen“ in Niedersachsen Ulrich Thamer verstorben Dortmund – Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) trauert um ihren ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Ulrich Thamer. Der engagierte Berufspolitiker und Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie aus Herten erlag am 31. Juli im Alter von 70 Jahren einer langen schweren Krankheit. Der zweifache Familienvater war von 1989 bis 2010 berufspolitisch aktiv, zunächst als Mitglied der KVWL-Vertreterversammlung, seit 1993 als ehrenamtliches Mitglied des Vorstandes und ab Januar 2001 als erster hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender der Körperschaft. Über die regionalen Grenzen hinaus vertrat der Hertener Facharzt die Interessen der westfälisch-lippischen Ärzteschaft als KVWL-Delegierter in der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sowie als Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss und im Bundesschiedsamt. Ulrich Thamer war außerdem im Vorstand des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung engagiert.

20

Nordlicht

Hannover – 26 Kommunen aus den Landkreisen Diepholz, Nienburg und Verden, die regionalen Wirtschaftsförderungen und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen verkündeten den offiziellen Startschuss ihrer gemeinsamen Initiative zur Gewinnung von Hausärzten für die Mitte Niedersachsens. Ab sofort starten die Maßnahmen der eigens entwickelten Kampagne „Ärztlich willkommen“ in den teilnehmenden Kommunen und an den Universitäten Niedersachsens. Innerhalb von zwei Jahren hatte die Arbeitsgruppe zusammen einen Lösungsansatz entwickelt, um die zukünftige ärztliche Versorgung im ländlichen Raum proaktiv und vor allem rechtzeitig und flächendeckend zu sichern. Hierzu sind Maßnahmen entwickelt worden, die ab diesem Sommer in der Region für mehr Zusammenhalt und Sensibilität für das Thema sorgen. Mit Live-Aktionen an den medizinischen Fakultäten in Oldenburg, Göttingen und Hannover, sollen so den zukünftigen Ärzten die Vorteile einer Niederlassung in der Mitte dieses Bundeslandes näher gebracht werden. Die Kampagne ist für drei Jahre ausgelegt. Unter www.aerztlich-willkommen.de finden Interessenten Informationen zur Region sowie zu gezielten Förderungsmöglichkeiten durch die Kommunen und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsens. Interessierte Studierende und Ärzte mit abgeschlossener Weiterbildung finden auf der Seite außerdem konkrete Ansprechpartner: Einen Regionslotsen, der als erster Ansprechpartner der Initiative die Interessierten navigiert sowie Ortslotsen, die vor Ort in ihrer Kommune beraten.

aktuell

9 | 2015


die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Burkhard Rudolph Geburtsdatum: 15.09.1966 Geburtsort: Hamburg Familie: verheiratet Fachrichtung: Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie Sitz der Praxis: Eutin Niederlassungsform: Gemeinschaftspraxis Neu niedergelassen seit 1. April 2015

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Mein berufliches Ziel ist seit der Studienzeit die Niederlassung und das selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Der soziale Aspekt, Menschen zu helfen, ist sehr schön, aber auch die Zusammenarbeit mit Kollegen und die Freude an der apparativen Medizin sind wichtig. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Machen! 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? René Goscinny, ob er mir eine Geschichte erzählen kann. Edward Snowden, ob er weitere Geheimnisse kennt. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Boule (Petanque: französisches Kugelspiel) spielen und mit dem Hund spazieren gehen. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? „Der kleine Prinz“ von Saint-Exupéry 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Arbeiten, wo andere Urlaub machen 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … ausgewandert.

9 | 2015

Nordlicht

aktuell

21


die menschen im land V or O rt

Mittelschicht im Wartezimmer Fünf Jahre nach dem Start seiner mittlerweile bundesweit anerkannten Initiative veröffentlichte Dr. Uwe Denker das Buch „ Praxis ohne Grenzen – Medizin in einem reichen Land“. Der Allgemeinmediziner aus Bad Segeberg beschreibt darin den Praxisalltag in der Hilfseinrichtung und stellt eine zunehmende soziale Schieflage fest, die in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

Welche Menschen kommen eigentlich in eine Hilfseinrichtung wie die „Praxis ohne Grenzen“? Diese Frage konnte auch Dr. Uwe Denker noch nicht beantworten, als er Anfang 2010 die erste „Praxis ohne Grenzen“ in Bad Segeberg gründete. Eine Einrichtung, die sich von Anfang an nur aus Spendengeldern finanzierte. Mittlerweile unterstützen 74 Mediziner und Therapeuten aller Fachrichtungen das Projekt und behandeln kostenlos ambulant Patienten. Fünf bis zehn Patienten kommen im Schnitt in die Sprechstunde, die immer mittwochs von 15 bis 17 Uhr in der Kirchstraße stattfindet. Über 500 Patienten werden inzwischen in der Praxiskartei geführt. Dazu kommen viele Menschen, die Denker zu Hause anrufen und am Telefon um Rat fragen. Beim Projektstart vermuteten viele, dass vor allem Langzeitarbeitslose, Alkoholiker, Obdachlose oder Flüchtlinge erscheinen würden, um sich bei Denker und seinen Helfern behandeln zu lassen. Es kam anders, wie Denkers Auswertungen zeigen, denn den Löwenanteil der Patienten machten von Anfang an Handwerker, Taxifahrer, Bauzeichner, Bauunternehmer, Gastronomen, Kaufleute, Ver22

Nordlicht

sicherungsvertreter und Angehörige anderer finanziell eigentlich eher gut gestellten Berufsgruppen aus. Das ist eine der vielen überraschenden Erkenntnisse aus dem Arbeitsalltag, den der vielfach ausgezeichnete Allgemeinmediziner in seinem gerade erschienenen Buch „Praxis ohne Grenzen – Medizin in einem reichen Land“ schildert. „Über die Hälfte unserer Patienten sind ehemalige Mittelständler“, berichtet Denker. „Diese Menschen kommen fast nie aus der Region Segeberg. Viele haben sogar eine gute soziale Position in ihrer Heimatgemeinde. Nun schämen Sie sich für ihre Notlage und wollen aus Angst vor Gesichtsverlust nicht erkannt werden.“ Probleme mit der Versicherungspflicht In der Veröffentlichung betreibt Denker Ursachenforschung. Er sieht als Hauptgrund für die soziale Unwucht, die immer mehr gerade die Mitte der Gesellschaft trifft, die seit 2009 in Deutschland geltende Versicherungspflicht. „Jeder Bundesbürger muss versichert sein. Doch die Realität, die sich ungeschminkt in aktuell

9 | 2015


die menschen im land

Eingang zur „Praxis ohne Grenzen“ in Bad Segeberg, Kirchstraße 2

unserer Patientenklientel widerspiegelt, sieht anders aus“, so Denker. Die betroffenen Patienten stammen aus zwei Gruppen, berichtet er. Zum einen kämen Menschen, die auch früher schon nicht versichert waren und mehr oder weniger freiwillig darauf verzichten, sich bei einer Krankenkasse anzumelden. Eine zweite, stetig wachsende Gruppe bestehe aber aus Menschen, die die Beiträge zu ihrer Krankenversicherung nicht mehr zahlen können. In der Regel fallen mehrere hundert Euro Beitrag pro Monat an. Kann der Versicherte nicht mehr zahlen, wird er zum Schuldner seiner Versicherung. Folge: Er wird von ihr heruntergestuft und die Krankenversicherung muss nur noch die Behandlung von akuten Krankheiten und Schmerzen zahlen. Andere Leistungen entfallen ersatzlos. Die Versicherungspflicht habe die Situation vieler Selbstständiger, die früher gut verdient haben, im Endeffekt also eher verschlechtert, prangert Denker in seinem Buch an. „Dieser Personenkreis, zu dem oft auch die Ehepartner und die Kinder der Betroffenen gehören, hat von einem Tag auf den anderen keinen Versicherungsschutz mehr. Die finanzielle Notlage weitet sich dann immer mehr aus, denn diese Menschen können ja nicht mehr so ohne weiteres aus der Krankenversicherung austreten. Die Beitragsforderungen der Versicherungen türmen sich immer mehr auf, zumal auch bis zu fünf Prozent Zinsen im Monat und eine Meldung bei der SCHUFA dazu kommen“, erläutert der Allgemeinmediziner. Fälle und Forderungen Denker, der bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2005 eine eigene Praxis in Bad Segeberg geführt hat, liefert in seinem Buch eine Reihe von bedrückenden Fallbeispielen. Neben den 14 menschlichen Schicksalen, die er beschreibt, kämpft er mit seiner Veröffentlichung immer auch ein Stück gegen die vorherrschende öffentliche Meinung an. In einem von sozialer Absicherung geprägten Gemeinwesen wie Deutschland dürfte es doch eigentlich niemanden ohne Krankenversicherung geben. „Zu uns kommt aber der Scheinselbstständige, der seine Beiträge nicht mehr bezahlen kann, weil er seinen einzigen Auftraggeber verloren hat. Zu uns kommt auch der Unternehmer, dem ein Auftrag wegplatzt, obwohl er schon in Material und Personal investiert hat“, so Denker. „Wir geben Katastrophenalarm, weil mit dem Mittelstand die tragende Säule unserer Gesellschaft zu uns kommt. Da muss strukturell etwas passieren.“ Als Antwort auf diesen Missstand hat 9 | 2015

Nordlicht

er zehn Forderungen erarbeitet, die im Klappentext des Buches zu finden sind. Er fordert unter anderem eine Grundversicherung für alle mit einkommensabhängigen Beiträgen und der Möglichkeit der privaten Zusatzversicherung, die Senkung der Mehrwertsteuer auf verschreibungspflichtige Medikamente, die zurzeit in Deutschland 19 Prozent beträgt und einen Krankenhauszugang zum Notfalltarif für nicht versicherte Kranke. Weiterhin Bedarf für „Praxis ohne Grenzen“ Denker sieht auch in Zukunft großen Bedarf für die „Praxis ohne Grenzen“. „Schätzungen gehen von etwa 800.000 Menschen in Deutschland aus, die ganz ohne oder ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz sind“, so Denker. Dazu kämen in letzter Zeit immer mehr EU-Bürger in die Praxis, die keinen Versicherungsschutz haben, aber akut erkrankt sind. „Außerdem erscheinen immer häufiger Patienten aus der ganzen Welt bei uns, die dringend behandelt werden müssen. Das muss man sich mal vorstellen. Wir hatten im kleinen Bad Segeberg sogar schon Patienten aus der Mongolei“, erklärt der Allgemeinmediziner. Den meisten kann sofort geholfen werden. Wirklich schwierig werde es aber erst dann, wenn die Behandlung richtig teuer werde, etwa bei chronischen Erkrankungen oder wenn ein Krankenhausaufenthalt nötig ist. Dann helfen oft nur noch Bittbriefe oder Spendengelder. Denkers Initiative ist bundesweit inzwischen mehrfach ausgezeichnet und nachgeahmt worden. In Schleswig-Holstein gibt es „Praxen ohne Grenzen“ außer in der „Keimzelle“ Bad Segeberg noch in Flensburg, Husum, Rendsburg, Preetz, Pinneberg, Neustadt und Stockelsdorf. Dazu kommt eine in Solingen und zwei täglich geöffnete Praxisambulanzen in Hamburg und in Mainz. Jakob Wilder, KVSH

Spendenkonto: Praxis ohne Grenzen – Region Bad Segeberg e. V. Spendenkonto bei der Volksbank Raiffeisenbank eG Konto: 56 800 000 BLZ: 212 900 16 IBAN: DE61 2129 0016 0056 8000 00 BIC: GENODEF1NMS www.praxisohnegrenzen.de

aktuell

23


die menschen im land G losse

Skurriles aus der Sprechstunde leidenschaftlicher t is t og V ar m ei R r. D Zum Autor: ten arschen. Seine Patien hm it D in en hl Pa s au Landarzt n aber z geschlossen, was ih er H s in t rz sa au H r hat de isse in seiner Arztbn le Er le ri ur sk , lt hä nicht davon ab lten. Im Nordlicht ha zu st fe t el hw ac N e praxis für di was Augenzwinkern das, m ne ei it m t og V bt . beschrei alles passieren kann so t rz A er en ss la ge einem als nieder

Spaß mit den Grundrechenarten Pippi Langstrumpf kam auch ohne Rechnen durchs Leben

Sie kennen sicher den Song von Astrid Lindgrens rothaariger Göre: „Zwei mal drei macht vier, widde-widde-witt und drei macht neune. Ich mach‘ mir die Welt, widde-widde wie sie mir gefällt ...“. Wie ich dieser Tage erkennen musste, kommt man nicht nur in Schweden, sondern auch in Dithmarschen ohne Kenntnis der Grundrechenarten durchaus kommod durchs Leben. Ein männliches Exemplar der Gattung Homo sapiens dithmarsicus hat einen Termin zur Sonografie des Abdomens bei mir gebucht. Diese Untersuchung dient zur weiteren Abklärung chronischer Bauchbeschwerden, nachdem Anamnese, klinische Untersuchung sowie Labormedizin einschließlich Urinstatus keine Erleuchtung gebracht haben. Im heimeligen Schummerlicht des Untersuchungsraumes stelle ich Organ für Organ eine unauffällige Lage, Form, Größe und Atemverschieblichkeit fest und bin in meiner Examination mittlerweile an der Harnblase angelangt. Obwohl selbiges Organ nicht unbedingt prall gefüllt ist, scheint dem Manne die Bildgebung der Vesica urinaria unangenehm zu werden; er wird unruhig und fragt dann mit fester Stimme, was – bitte-schön! – ich denn „da unten“ suchen würde. Ich antworte, dass mein

24

Nordlicht

Begehr ein zweidimensionales Bild seiner Harnblase sei … und kann dann doch nicht umhin, dem Schalk im Nacken nachzugeben: „Außerdem zähle ich gerade ihre Hoden … eins, zwei, drei … ja, da sind vier Stück!“. Ich strahle den Mann auffordernd an, ein vortrefflicher Spaß am Morgen vertreibt Praxis-Kummer und Patienten-Sorgen. Doch der Mann blickt unsicher zurück und wünscht zu wissen, ob das vielleicht ein Witz gewesen sei. Natürlich! … befleißige ich mich zu versichern, die Hoden könne man aus dieser Perspektive – und noch dazu in dieser Anzahl! – nur in sehr ungünstigen Situationen detektieren. Um das volle Vertrauen meines Patienten zurückzuerobern, erzähle ich den asbach-uralten Scherz vom Manne, der festgestellt habe, dass drei Testes sein eigen sind. Er sucht den Arzt auf und verbirgt sein Anliegen in einer Rechenaufgabe: „Herr Doktor, wenn wir ihre und meine Hoden zusammenzählen, kommen wir auf fünf“. Daraufhin fragt in diesem Ulk der Arzt verblüfft nach: „Wie, sie haben nur einen?“ Für diesen Spaß erhält man bekanntlich im benachbarten Bundesland Hamburg schon Rentenzahlung, aber normalerweise ruft die Erzählung beim Gegenüber zumindest das pflichtbewusste „Hahaha“ hervor. Nicht so bei meinem Patienten, der stumm bleibt. Hm … habe ich mich nun vollends unbeliebt gemacht? Ich frage den Menschen nach dem Grund des Ausbleibens jeglicher Heiterkeit, ob er den Witz schon gekannt habe? „Nööö“, bekomme ich zur Antwort, die Erzählung sei ihm zu schnell gegangen, so fix könne er nicht rechnen. Nachdem ich dergestalt erheitert den Menschen mit der beruhigenden Mitteilung komplett unauffälliger sonomorphologischer Befunde entlassen und den nächsten Untersuchungsschritt, die Planung von Allergie- und Zucker-Intoleranztests, terminiert habe, trage ich die Ultraschall-Ergebnisse in meine Praxissoftware ein. Während die Tastatur mit festem Anschlag malträtiert

aktuell

9 | 2015


die menschen im land

wird, kichere ich leise vor mich hin. Dies lockt eine meiner fleißigen Mitarbeiterinnen aus dem Flur an, die – von einer Praktikantin gefolgt – zu wissen verlangt, was mich so amüsiere. Ich erzähle die oben geschilderten Begebenheiten und derweil sich meine Angestellte köstlich erheitert, fragt die Praktikantin nach, ob ich die Rechnung nochmal langsam wiederholen könne, denn: „Zwei plus drei macht … äähhh … fünf … minus vier … ergibt … äh … das ist doch zwei, oder? Die Antwort ist doch zwei, oder Herr Doktor?“ Nun ist es an mir, zu verstummen. Als verständnisvoller Ausbilder biete ich aber selbstverständlich an, in der Mittagspause diese Geschichte nochmals eingehend zu beleuchten unter besonderer Berücksichtigung der drei … oder waren das vier? … Grundrechenarten.

9 | 2015

Nordlicht

aktuell

25


SERVICE T eam B eratung

Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

So verordnen Sie wirtschaftlich Das Wirtschaftlichkeitsgebot – notwendig, zweckmäßig und ausreichend – ist den verordnenden Ärzten schon in Fleisch und Blut übergegangen. Nichtsdestotrotz sollten Sie sich eine Stelle der Arzneimittelrichtlinie (AMR) in Erinnerung rufen. Es handelt sich hier um den Paragrafen16 Absatz 2 Satz 5 AMR. Dort ist festgelegt, dass die Verordnung von fixen Wirkstoffkombinationen unwirtschaftlich ist, wenn an deren Stelle das angestrebte Behandlungsziel mit therapeutisch gleichwertigen Monopräparaten medizinisch zweckmäßiger und/oder kostengünstiger zu erreichen ist. Die KVSH hatte aus diesem Grund bereits im Newsletter vom 29. Juli 2015 auf das Kombipräparat Sincronium® mit den Wirkstoffen Atorvastatin, ASS und Ramipril hingewiesen. Die Polypille Sincronium® kostet im Monat circa 30 Euro, während die Verordnung gleichwertiger Generika als Einzelkomponenten circa 9,50 Euro im Monat kostet. Ähnliches gilt auch für die Standardkombinationen wie Amlodipin mit Valsartan und gegebenenfalls

HCT und vergleichbare Kombinationen. Darüber hinaus ist es fraglich, ob nicht frei gewählte Wirkstoffmengen zielführender sein können. MCP-Tropfen Ebenfalls neu bzw. wieder auf dem Markt ist Metoclopramid (MCP) in Tropfenform. Diese werden gerade in den Praxen beworben. Sie sind zwar zulasten der Krankenkassen verordnungsfähig aber unwirtschaftlich. 100 Milliliter MCP-Lösung kosten circa 16,45 Euro. 100 MCP-Tabletten mit zehn Milligramm Wirkstoff kosten circa 15,55 Euro. Das klingt zunächst nicht dramatisch. Die Tageshöchstdosis beträgt jedoch 30 Milliliter, sodass man mit 100 Millilitern gerade einmal drei Tage auskommt, während die Tablettenform bei einer Gabe von 30 Milligramm pro Tag für 30 Tage reicht. Thomas Frohberg, kvsh

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard 26

04551 883 362 Nordlicht

anna-sofie.reinhard@kvsh.de aktuell

9 | 2015


Service

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

i

Antworten des Service-Teams In welchem Zeitraum kann der eAbrechnungsCheck durchgeführt werden? Der eAbrechnungs-Check steht ab dem 20. des letzten Monats des Quartals bis zum Fristende der Abrechnungsabgabe also dem 15. des ersten Monats des neuen Quartals im OnlinePortal der KVSH zur Verfügung.

Sind Asylbewerber bei Arznei-/Heil- und Hilfsmitteln zuzahlungspflichtig? Nein, Asylbewerber sind von Zuzahlungen befreit.

Ist die Verwendung des Musters 7 (Überweisung vor Aufnahme einer Psychotherapie zur Abklärung somatischer Ursachen) noch notwendig? Sofern ein Konsiliarbericht angefordert wird, ist das Muster 7 verbindlich zu verwenden.

Ist es richtig, dass die probatorischen Sitzungen nach der GOP 35150 nur bis zum Antragsdatum der Psychotherapie erbracht und abgerechnet werden dürfen? Ja, die probatorischen Sitzungen dienen ausschließlich dem Zweck festzustellen, ob ein Antrag auf Psychotherapie gestellt werden soll. Somit darf die GOP 35150 nur vor Antragsstellung abgerechnet werden.

Wir erhalten eine Überweisung zur postoperativen Behandlung vom Operateur. Müssen wir die Überweisung als Schein anlegen, wenn der Patient vorher im Quartal schon bei uns behandelt wurde? Nein, bei einem Patienten für den schon ein Schein in der Abrechnung angelegt wurde, muss in diesem Fall kein zweiter Schein angelegt werden. Der Überweisungsschein wird vier Quartale in der Praxis aufbewahrt.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 9 | 2015

Nordlicht

aktuell

27


SERVICE kOMMENTAR

Vorsorge Es sind bewegende Bilder, die wir tagtäglich von Menschen auf der Flucht zu sehen bekommen. Man kann ihre Schicksale nur ahnen und wünschen, dass sich ihre Hoffnungen auf ein Leben in Sicherheit und Wohlergehen erfüllen. Ihre Not fordert uns in nicht geahnter Weise. Einerseits gilt es, der Humanitas Bahn zu brechen, gerade gegen Widerstände. Andererseits müssen wir mit klarem Blick sehen, was machbar ist. Schon jetzt zeichnen sich die Grenzen der Belastbarkeit ab. Sie zu negieren hieße, die Hoffnungen der Flüchtlinge ebenso zu enttäuschen wie unsere eigenen Erwartungen an unsere Hilfsmöglichkeiten. Was dabei auf dem Spiel steht, macht die Entscheidung der Bundeskanzlerin und des französischen Staatschefs deutlich, die „das Flüchtlingsproblem“ gemeinsam zur Chefsache erklärt haben.

rio, dem eine Krise zugrunde liegt? Wie werden Helfer und Pflegekräfte auf die absehbaren Belastungen vorbereitet? Wie geht man mit religiösen oder anderen Vorbehalten gegen medizinisch notwendige Therapien um? Wie kann man insbesondere in ländlichen Regionen eine Versorgung sicherstellen, wenn es schon jetzt vielfach kneift?

Besonders gefordert sind Länder, Kreise und Gemeinden. Hier wird sich erweisen müssen, ob die vielbeschworene Willkommenskultur den Belastungen eines nicht erlebten Zustroms an Flüchtlingen standhalten kann. Noch erscheint alles handhabbar. Auch wenn es beim Auf- und Ausbau von Unterkünften hier und da stockt, muss niemand auf der Straße schlafen. Und auch die medizinische Erstversorgung funktioniert. Die beabsichtigte Ausstattung der Flüchtlinge mit Gesundheitskarten ist ein richtiger Schritt. Und viele Ärzte sind Vorbilder für ihren Einsatz in und außerhalb von Praxen und Kliniken. Über einige Beispiele wird in diesem Heft berichtet.

Das Sonntagsfahrverbot für schwere LKW aufzuheben, um den Aufbau von Unterkünften nicht zu erschweren, ist ein richtiger, wenn auch sehr kleiner Schritt, den im Übrigen der Wirtschaftsminister veranlasst hat. Wo bleibt die Initiative der Sozialministerin, um noch rechtzeitig gemeinsam mit Kreisen und Kommunen, Krankenkassen und Krankenhäusern, Ärztekammer und KV, dem DRK und anderen Hilfsorganisationen eine Planung aufzustellen, damit der Notfall nicht eintritt oder falls doch, alle notwendigen Maßnahmen im Vorwege geklärt sind?

Damit sind die Probleme aber nicht vom Tisch. Denn was derzeit noch mit Hilfe in Einzelfällen getan ist, muss künftig flächendeckend angeboten werden. Und dabei ist es fast unerheblich, ob die Zahl der Flüchtlinge die prognostizierten Werte erreicht. In jedem Fall werden es so viele sein, dass das System der medizinischen Versorgung an den Rand des Kollapses gerät. Ohne planerische Vorsorge wird es also nicht gehen. Das fängt bei der Erfassung freier Behandlungskapazitäten in Praxen und Krankenhäusern an und hört bei der Frage von Bezahlung und Abrechnung nicht auf. Es geht aber auch darum, worauf deutsche Patienten zeitweilig verzichten können. Und dabei wird es sicher nicht um die Termingarantie beim Facharzt gehen. Was passiert zum Beispiel, wenn eine ganz „normale“ Grippeepidemie unser Land heimsucht – von anderen, schwereren Krankheiten nicht zu reden? Letztmals war der Vorrat an Impfstoff verbraucht, bevor die Grippewelle anschwoll. Was plant die Industrie jetzt? Gibt es überhaupt ein Planungsszena-

28

Nordlicht

„Noch ist Zeit zur Vorsorge, aber die Zeit drängt.“

Der im Mai verkündete Flüchtlingspakt der Landesregierung mit Verbänden, Kammern, Wohnungsunternehmen und zahlreichen hilfsbereiten Organisationen ist gut und richtig. Er ist aber nicht das Instrument, um die medizinischen und sozialen Herausforderungen des bevorstehenden Winterhalbjahres zu meistern. Dafür müssen andere Experten an den Tisch. Das Kieler Innenministerium zeigt, wie es geht. Dort tagt inzwischen regelmäßig eine Runde hochrangiger Fachleute des Landes und der Kommunen sowie der Sicherheits- und Hilfsorganisationen, die sich unter anderem mit den Themen Erstaufnahme, Unterbringung, der öffentlichen Sicherheit sowie rechtlichen und finanziellen Fragen beschäftigt. Wann gibt es eine entsprechende Runde im Kieler Sozialministerium? Noch ist Zeit zur Vorsorge, aber die Zeit drängt. Krisenmanagement ist angesagt – und das sollte auch in Schleswig-Holstein Chefsache sein. Peter Weiher, Journalist

aktuell

9 | 2015


Service was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: QEP®-Einführungsseminar

thema: Qualitätsmanagement –

die G-BA Richtlinie erfüllen

datum: 9. Oktober 2015, 15.00 bis 21.00 Uhr 10. Oktober 2015, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 11. November 2015, 14.00 bis 18.00 Uhr

Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge; erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt.

ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Teilnahmegebühr: 200 Euro, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung

Teilnahmegebühr: 50 Euro Fortbildungspunkte:.5

Fortbildungspunkte: 18 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung und im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de 9 | 2015

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de Nordlicht

aktuell

29


SERVICE

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten thema: Moderatorengrundausbildung

für Qualitätszirkel datum: 27. November 2015, 15.00 bis 21.00 Uhr 28. November 2015, 9.00 bis 17.00 Uhr Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umgehen. Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte:.20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Paul Brandenburg Regina Steffen Tel. 04551 883 637 04551 883 292 Fax 04551 883 7637 04551 883 7292 E-Mail paul.brandenburg@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de 30

Nordlicht

aktuell

9 | 2015


Service

Veranstaltungen KVSH

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

23. September 2015, 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Notfallmanagement in der Arztpraxis

7. Oktober 2015, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de

Ort: media docks, Willy-Brandt-Allee 31a, 23554 Lübeck Info: Anmeldung: Ärztegenossenschaft Nord eG, Bahnhofstr. 1–3, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 9999 0 E-Mail: kontakt@aegnord.de www.aegnord.de

25. bis 26. September 2015, Fr. 9.00 bis 18.30 Uhr, Sa. 9.00 bis 12.30 uhr

Transplantationsnephrologie Ort: Hörsaal der Klinik für Dermatologie, Haus 19, Arnold-Heller-Str. 3, 24105 Kiel Info: Organisation: A. Blunk, B. Ueberle, Tel. 0431 597 1338, Fax 0431 597 1337, Anmeldung online über: www.nephrologie-uni-kiel.de

Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de

26. September 2015, 9.00 bis 16.00 Uhr

www.kvsh.de

PEER REVIEW VERFAHREN in der Allgemeinmedizin

KVSH-Kreisstellen 16. September 2015, 18.00 bis 20.00 Uhr

Zufallsbefunde – wie geht‘s weiter? Ort: Alte Post, Flensburg Info: Medizinische Klinik I, Klinik für Chirurgie, Medizinische Klinik II Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 www.aeksh.de

Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Vermittelt werden Inhalte und Ausführungsdetails des Peer Review Verfahrens sowie Kompetenzen in der Rolle als Peer. Teilnahmegebühr: 150 Euro. Anmedlung schriftlich unter Angabe der Kontaktdaten (vollständiger Name, Adresse, Telefon) per E-Mail oder Fax (formlos). Akademie für med. Fort- und Weiterbildung, Birte Wachholz, Tel. 04551 8813 145, Fax 04551 8813 194 E-Mail: akademie@aeksh.de www.aeksh.de

30. September 2015, 19.30 Uhr

Balintgruppe Eckernförde

Schleswig-Holstein 12. September 2015, 9.00 Uhr bis 19.30 Uhr

3. Schleswig-Holsteiner Psychotherapeutentag der DPtV Ort: Wissenschaftszentrum Kiel, Fraunhoferstraße 13, 24118 Kiel Info: Workshops zu verschiedenen Themen: Die Wege zum Vertragspsychotherapeuten, Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen, Interkulturelle Aspekte in der psychotherapeutischen Praxis, Geschlechtsidentitätsstörungen und vieles mehr. Anmeldeformular unter: www.dptv-sh.de

23. September 2015, 13.30 bis 15.00 Uhr

Zeichen und Symbole von Subkulturen Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9-15, 23562 Lübeck, Vortragsraum Haus 2 Info: Sibille Wolfgram, Kunsttherapeutin, AHG Klinik Lübeck, Tel. 0451 5894 0, Fax 0451 5894 331, die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

Ort: Langebrückstraße 20, 24340 Eckernförde Info: Dr. Gaissmaier – Tel. 04351 76 77 38 E-Mail: dr.m.f.x.gaissmaier@t-online.de

15.Oktober 2015, 16.45 bis 20.00 Uhr

Reanimationsguidelines 2015 Fortbildung für Ärzte und Rettungsdienstpersonal Ort: UKSH, Campus Kiel, Hörsaal der Chirurgie Info: Am 15. Oktober 2015 erscheinen weltweit die neuen Reanimationsempfehlungen (ILCOR). Gemeinsam mit dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) werden am UKSH Standort Kiel eine der deutschlandweit zeitgleich stattfindenden Präsentationen organisiert, die in vier Beiträgen die Highlights der neuen WiederbelebungsEmpfehlungen vorstellt. Zur Veranstaltungsplanung ist eine namentliche Anmeldung zwingend bis zum 8. Oktober 2015 per E-Mail notwendig. E-Mail: notfallmedizin@uksh.de www.uksh.de

15. Oktober 2015, 20.00 Uhr

Umwelttoxikologie – was ein Arzt wissen sollte Ort: Conventgarten, Rendsburg Info: Referent: Prof. Dr. K. Maser, Kiel, Fortbildungspunkte werden beantragt E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

9 | 2015

Nordlicht

aktuell

31


Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 32

Nordlicht

Delegations-Vereinbarung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif Esser������������������������������������������������������������������������������������������ 307 Ermächtigungen Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Kristina Kramar�������������������������������������������������������������������������������� 561 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 aktuell

9 | 2015


Service kontakt

Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Kristina Kramar�������������������������������������������������������������������������������� 561 Melanie Lübker�������������������������������������������������������������������������������� 427 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459

9 | 2015

Nordlicht

Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 527 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Christopher Lewering����������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin)��������������������������������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488

aktuell

33


Service kontakt

Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Umweltmedizin/Umweltausschuss Tanja Glaw �������������������������������������������������������������������������������������� 685 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

34

Nordlicht

Impressum

Nordlicht aktuell Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v.i.S.d.P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

9 | 2015


Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������������� buero@kreisstelle.dithmarschen

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 9 | 2015

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

aktuell

35


Sicher, schnell und unkompliziert

Die Online-Dienste der KVSH

Online-Abrechnung e-Dokumentationen

eKVSH

Formulare

AbrechnungsCheck

Diskussionsforum Schnellinformationen

eKVSH ist das Schlagwort für die verschiedenen OnlineDienste der KVSH, die Sie im Internet oder im KV-SafeNet* nutzen können. eKVSH gewährleistet Ihnen größtmögliche Sicherheit. Ihre Daten sind bei der Datenübertragung zwischen Praxis und KVSH bestens geschützt.

Sammelerklärung

Terminkalender

 er SafeMail-Dienst bietet D Ihnen die Möglichkeit, Arztbriefe und Befunde schnell und sicher zu kommunizieren – direkt aus dem Praxisverwaltungssystem heraus. Weitere Informationen finden Sie unter safemail.ekvsh.de.

 it dem AbrechnungsCheck M können Sie ihre Abrechnungsdaten vorab durch die Regelwerke der KVSH prüfen lassen. So werden honorarrelevante Fehler schon vor Abgabe der Abrechnungsunterlagen vermieden.

Telematik-Hotline: Telefon 04551 883 888 | E-Mail portal@kvsh.de | Fax 04551 883 7296 Fragen zur Praxis-EDV, Praxissystemberatung, eGK: Telefon 04551 883 286 | E-Mail edv-beratung@kvsh.de | Fax 04551 883 322 Alle anderen Fragen über die Service-Hotline: Telefon 04551 883 388 | E-Mail service@kvsh.de

www.ekvsh.de | www.ekvsh.safenet.de

*Bitte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht.

Die Vorteile für Sie und Ihre Praxis

Nordlicht 09 2015 web  
Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you