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nr. 8 | 2016

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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August 2016 | 19. Jahrgang

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Urlaubszeit – Vertretungszeit

se r ab vi se ces it ei e te 32 n

„Ich bin dann mal weg“


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 8 | 2016

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

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Urlaubszeit – Vertretungszeit: Was Praxen wissen sollten

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Vertretung ist Vertrauenssache: Interview mit Andreas Stanisak, Allgemeinmediziner aus Osterrönfeld

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Vorsicht ist gut, Kontrolle ist besser: Erläuterungen von Dr. Albrecht Wienke, Fachanwalt für Medizinrecht

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Nachrichten Kompakt

Wenn Ärzte sich in die Ferien verabschieden, müssen sie vorab einiges regeln und bedenken. Damit bei der Praxisvertretung und der Information der Patienten alles rund läuft, haben wir für Sie im Titelthema die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Gesundheitspolitik 13

AV-Wahl 2016: Engagement in der Selbstverwaltung

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Zukunftsmodell aus dem Norden: Gesundheitszentrum Büsum eröffnet

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Notfallversorgung: Rückenwind für Portalpraxen

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Pflegeheimversorgung – Praxisassistenten jetzt auch für Fachärzte

Das Gesundheitszentrum Büsum ist nach insgesamt 15 Monaten Bauzeit fertiggestellt. Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kristin Alheit eröffnete das rund 750 Quadratmeter große neue Gebäude. Wir berichten von der Eröffnungsveranstaltung.

Praxis & KV 19

Infotag Praxisübergabe/-nahme: Erfolgsgeschichte geht weiter

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Bekanntmachungen und Meldungen

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Vielfalt in der Psychotherapie: Norddeutscher Psychotherapeutentag

Die Menschen im Land 26

Allgemeinmedizinerin Heidi Brockhaus rettete eine historische Scheune

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Serie: Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

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Kommentar: Nichtstun

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Glosse: Skurriles aus der Sprechstunde

Service 32

Sicher durch den Verordnungsdschungel: Was Praxen wissen sollten

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Sie fragen – wir antworten

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Die unendliche Geschichte: Vitamin D3 und Calcium

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Seminare

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Termine

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Wer ein Haus baut, kann viel erzählen. Das gilt ganz besonders für Heidi Brockhaus. Die Allgemeinmedizinerin versetzte gemeinsam mit ihrem Mann Gunter Lorenz und vielen anderen freiwilligen Helfern und versierten Handwerkern die historische Scheune „ De Borgschüün“ in Niendorf.

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht nr. 8 | 2016 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, „Ich bin dann mal weg“ Dieser Satz von Hape Kerkeling hat sich zu einem geflügelten Wort entwickelt und es nun auch auf die Titelseite des Nordlichts geschafft. Wer ihn benutzt, sagt: Ich brauche mal Ruhe, lasst mich mal alle zufrieden, ich möchte mal andere Gesichter und andere Gegenden sehen. Wir Menschen brauchen das. Abstand und Erholung bekommt unser Hirn offensichtlich am besten durch Beschäftigung mit anderen Dingen. Das ist dann wohl sicher nicht die Steuererklärung, die im Urlaub noch erledigt werden soll. Das ist eher die endlose Weite des Wassers unterm Segelbootkiel, das Ausschlafen am Strand, das Klettern in den antiken Trümmern von Pompeji oder eben der Jakobsweg. Wir alle werden jeden Tag geradezu bombardiert mit Problemen, und das nicht nur mehr im Arbeitsalltag. Inzwischen stürzen dazu noch mehrfach pro Woche schreckliche Ereignisse auf uns ein, die uns fassungslos machen und denen wir machtlos gegenüberstehen. Kein Wunder, dass das Gefühl „Nur weg von alledem“ jeden Tag größer wird. Weglaufen tun wir nicht und wollen wir auch nicht. Urlaub lässt uns auftanken. Er trägt dazu bei, dass manches vielleicht nicht mehr als Problem, sondern wieder als Aufgabe empfunden wird, für deren Lösung man Kraft hat. Am Ende der Urlaubsphase steht in diesem Jahr die KV-Wahl zur Abgeordnetenversammlung. Der Vorstand bittet Sie herzlich, Ihr Wahlrecht auszuüben. „Mitschwimmen oder Mitstimmen“ ist das Motto unserer Wahlkampagne. Nehmen Sie es wörtlich! Durch Ihre Wahlbeteiligung stärken Sie nicht nur die Selbstverwaltung an sich, Sie geben Ihren Kandidaten zu erkennen, dass Sie Engagement für die Selbstverwaltung anerkennen. Ich wünsche Ihnen eine schöne Urlaubszeit.

Ihre

Dr. Monika Schliffke

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Titelthema P ra x isvertretung

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Urlaubszeit – Vertretungszeit

Sie möchten Ihre Praxis schließen und Urlaub machen. Dazu brauchen Sie jemanden, der in dieser Zeit die Versorgung Ihrer Patienten übernimmt. Damit bei der Praxisvertretung alles rund läuft, haben wir für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema zusammengestellt. Wann darf ich mich vertreten lassen? Als Vertragsarzt sind Sie zwar grundsätzlich an die Präsenzpflicht sowie die Pflicht zur persönlichen Leistungserbringung gebunden. Sie müssen aber nicht 365 Tage pro Jahr rund um die Uhr für die Patientenversorgung zur Verfügung stehen. Bei Urlaub, Krankheit, Fortbildung, Erziehung von Kindern, Pflege naher Angehöriger in häuslicher Umgebung oder wenn Sie an einer Wehrübung teilnehmen, können Sie sich innerhalb von zwölf Monaten insgesamt

bis zu drei Monate vertreten lassen. Sind Sie Vertragsärztin, sind es sogar maximal zwölf Monate, wenn die Vertretung wegen der Entbindung Ihres Kindes einspringen muss.

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Wie muss ich meine Abwesenheitszeiten melden? Sie müssen der KVSH nicht nur längere Urlaubszeiten, sondern jede Praxisabwesenheit mitteilen. Das legen Zulassungsverordnung, Honorarabrechnungsordnung und Bundesmantelvertrag Ärzte verbindlich fest. Von der Dauer Ihrer Abwesenheit hängt ab, ob lediglich eine Anzeigepflicht besteht oder ob die Vertretung von der KVSH vorab genehmigt werden muss. 8 | 2016


Titelthema Übersicht Abwesenheitsregelungen Dauer der Abwesenheit

Eintrag der Abwesenheitszeiten

Hinweise

Weniger als eine Woche*

Tragen Sie Ihre Angaben bitte im OnlinePortal im Formular „eAbwesenheitsmeldung“ ein.

Die gemeldeten Zeiten werden automatisch in Ihre Sammelerklärung übernommen.

Innerhalb von 12 Monaten bis zu einer Dauer von drei Monaten ab einer Woche zusammenhängend

Tragen Sie Ihre Angaben bitte im OnlinePortal im Formular „eAbwesenheitsmeldung“ ein.

Vertretung: Anzeigepflicht! Diese ist mit der Abgabe des OnlineFormulars erfüllt. Die online angegebenen Abwesenheitszeiten werden Ihrer Sammelerklärung automatisch hinzugefügt.

Länger als drei Monate

Tragen Sie Ihre Angaben bitte im OnlinePortal im Formular „eAbwesenheitsmeldung“ ein.

Vertretung: Vorherige Genehmigungspflicht! Bitte beachten Sie, dass diese nur dann erteilt werden wird, wenn die Gründe für die Vertretung – dies wird bei derart langer Dauer oftmals eine Erkrankung sein – vorübergehend sind. Das Ausfüllen des Online-Formulars ersetzt in diesem Fall nicht den Antrag. Die Genehmigung kann nicht rückwirkend erteilt werden. Bitte richten Sie Ihren Antrag deshalb vor Beginn der Vertretung schriftlich an: Abteilung Zulassung/Praxisberatung der Kassenärztlichen Vereinigung Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 883 255, Fax 04551 883 276 E-Mail zulassung@kvsh.de

* Bei regelmäßigen tageweisen Vertretungen, die mehr als drei Monate überschreiten, gelten die Ausführungen am Ende der Tabelle.

Wann ist eine Vertretung nicht zulässig? Fall 1: Ein Arzt arbeitet einmal in der Woche privatärztlich und will sich gleichzeitig in seiner kassenärztlichen Praxis vertreten lassen. Fall 2: Eine radiologische Berufsausübungsgemeinschaft verfügt über genehmigte, ausgelagerte Praxisräume zum Betrieb eines MRT. Darf der eine Praxispartner ausschließlich dort arbeiten und sich in der „Hauptpraxis“ vertreten lassen? Antwort: In beiden Fällen ist eine Vertretung nicht zulässig, denn es liegt kein sogenannter Vertretungsfall vor. Der Vertragsarzt ist eben nicht aufgrund der bereits aufgeführten Gründe an der Ausübung seines Berufes gehindert. Er möchte ärztlich arbeiten und sich gleichzeitig vertreten lassen, was nicht zulässig ist. Wer darf mich vertreten? Sie können sich durch einen Fachkollegen in oder außerhalb Ihrer Praxisräume vertreten lassen. Die Vertretung außerhalb der Praxis kann entweder durch einen Kollegen aus der Umgebung oder – bei einer Praxisgemeinschaft – durch den Praxispartner erfolgen. Der Vertreter muss im Arztregister eingetragen sein oder die Voraussetzungen für die Arztregistereintragung (Approbationsurkunde und Facharztanerkennung) erfüllen. Er muss kein zugelassener Vertragsarzt sein. Fachärzte dürfen sich nur von Kollegen desselben Fachgebietes vertreten lassen.

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Partner einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) können sich nicht untereinander vertreten. Die Behandlung durch einen anderen Arzt der BAG stellt keine Vertretung im Rechtssinne dar. Die anwesenden Partner führen die Behandlung der Patienten fort, da die Partner einer BAG einen gemeinsamen Versorgungsauftrag haben. Welche Leistungen darf mein Vertreter erbringen? Lassen Sie sich in Ihren Praxisräumen vertreten, darf Ihr Vertreter alle Leistungen erbringen, die auch zu Ihrem Leistungsspektrum gehören. Bei genehmigungspflichtigen Leistungen müssen Sie sich vorher davon überzeugen, dass der Vertreter auch über die entsprechende Fachkunde verfügt. Lassen Sie sich durch einen Fachkollegen in dessen eigener Praxis vertreten, darf dieser alle Leistungen erbringen, die zu seinem Leistungsspektrum gehören. Bei genehmigungspflichtigen Leistungen (z. B. Ultraschall, Radiologie etc.) darf der Vertreter nur die Leistungen erbringen und abrechnen, für die er eine Genehmigung hat. Wie rechne ich die Leistungen des Vertreters ab? Lassen Sie sich durch einen Kollegen in Ihren Praxisräumen vertreten, rechnet der Vertreter die Leistungen auf einem Originalschein als Ihre Leistungen ab. Der Vertreter kennzeichnet die Leistungen mit Ihrer LANR und BSNR. Beachten Sie bitte, dass Sie auch für die von Ihrem Vertreter ausgestellten Verordnungen gerade stehen ak t u e l l

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Titelthema P ra x isvertretung müssen, z. B. im Falle der Wirtschaftlichkeitsprüfung. Der Vertretene muss seinen Vertreter anweisen, wirtschaftlich zu verordnen. Das kann insbesondere beim Einsatz von Krankenhausärzten in der Vertretung wichtig sein, da Krankenhausärzte mit der wirtschaftlichen Arzneimittelverordnung in einer Arztpraxis oft nicht so vertraut sind. Lassen Sie sich durch einen Kollegen in dessen Praxis vertreten, rechnet dieser seine Leistungen auf dem Vertreterschein ab. Der Vertreter kennzeichnet die Leistung mit seiner LANR und BSNR. Für die von ihm ausgestellten Verordnungen ist er selbst verantwortlich.

Gibt es besondere Regelungen für Psychotherapeuten? Bei genehmigungspflichtiger Psychotherapie und probatorischen Sitzungen ist eine Vertretung nicht erlaubt. Diese Regelung gilt für alle ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten sowie für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Sie sollten der KVSH trotzdem melden, wann und für wie lange Sie Ihren Urlaub planen. Wird eine psychotherapeutische Praxis für längere Zeit geschlossen (Elternzeit oder Krankheit) sollten Sie sich von der Zulassungsabteilung der KVSH beraten lassen, denn möglicherweise ist ein Antrag auf Ruhen der Zulassung zu empfehlen. Jakob Wilder, KVSH

I nformation f ü r P atienten

„Ich bin dann mal weg“ reicht nicht aus Der Sommerurlaub steht vor der Tür. Alles ist soweit geregelt. Aber was passiert eigentlich mit den Patienten? Sie müssen richtig und umfassend über die Abwesenheitszeiten informiert werden. ƒƒ Passen Sie bitte den Ansagetext auf dem Anrufbeantworter der Praxis an. Nennen Sie Namen und Sprechzeiten der Vertreterpraxis, die den Patienten während Ihrer Abwesenheit zur Verfügung steht. Sie sind verpflichtet, die Vertretung vorher mit dem Vertreter abzusprechen. Ein vager Hinweis auf eine Vertretung durch „umliegende Praxen“ oder „alle Ärzte am Ort“ reicht nicht aus. Weisen Sie außerdem auf die Nummer des Rettungsdienstes 112 für Notfälle, sowie auf die Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 unter Nennung der Bereitschaftszeiten hin. Textvorschlag für den Praxis-Anrufbeantworter: Sie sind mit der Praxis xxx verbunden. Wir befinden uns vom ..... bis ..... im Urlaub. Die Vertretung übernimmt die Praxis (Name, Anschrift, Telefonnummer). Deren Sprechzeiten sind: ..... Den Ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen Sie montags, dienstags und donnerstags von 18.00 Uhr bis 8.00 Uhr am Folgetag, mittwochs und freitags von 13.00 Uhr bis 8.00 Uhr am Folgetag sowie sonnabends, sonntags und feiertags von 8.00 Uhr bis 8.00 Uhr ganztags unter der Telefonnummer 116 117. In lebensbedrohlichen Notfällen wählen Sie bitte die Nummer des Rettungsdienstes 112.

Ihre Ansprechpartner zum Thema Praxisvertretung Abteilung Zulassung/Praxisberatung der KVSH

ƒƒ Bitte beachten Sie: Es ist unzulässig, die Patienten während der Sprechstundenzeiten an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst der KVSH zu verweisen.

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ƒƒ Bringen Sie ein gut sichtbares Schild mit Angaben über den Praxisabwesenheitszeitraum und die Vertreterpraxis/ -praxen an der Praxistür an. ƒƒ Zu einer Anzeige in der Zeitung sind Sie nicht verpflichtet. Dies kann aber eine zusätzliche Möglichkeit sein, die Patienten über Praxisabwesenheit und Vertreterpraxen zu informieren. Auch ein Text auf der Praxishomepage ist eine sinnvolle Maßnahme. Jakob Wilder, KVSH

Bei Fragen zur Abrechnung während der Vertretungszeit wenden Sie sich bitte an die Abrechnungsabteilung unter der Nummer Tel. 04551 883 361. Fragen zu Qualifikationsvoraussetzungen und -nachweisen richten Sie bitte an die Abteilung Qualitätssicherung unter Tel. 04551 883 262.

Melanie Lübker , Tel. 04551 883 427 E-Mail melanie.luebker@kvsh.de Christian Schrade, Tel. 04551 883 634 E-Mail christian.schrade@kvsh.de

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Titelthema

Vertretung ist Vertrauenssache

Interview

Andreas Stanisak war 30 Jahre lang als Hausarzt in eigenen Praxen und zwei Jahre in Teilzeit als Angestellter tätig, dazu vier Jahre als beratender Arzt bei der KVSH. Nun vertritt der Allgemeinmediziner aus Osterrönfeld regelmäßig Kollegen. Im Nordlicht-Interview erläutert er, was für ihn den Reiz dieser Arbeit ausmacht. seine Partnerin wussten also ebenso wie ich, worauf wir uns einlassen, als ich dort zusagte. Es passt gut, denn wir arbeiten alle auf einer Wellenlänge. Nordlicht: Viele ältere Ärzte arbeiten durchaus auch gern als angestellter Arzt. Warum kam das für Sie nicht mehr in Frage? Stanisak: Als Vertretungsarzt bin ich nun wieder voll freiberuflich tätig. Das gefällt mir besser, als mich im hohen Alter von 69 Jahren noch anstellen zu lassen. Außerdem wollte ich nicht mehr regelmäßig eine bestimmte Stundenzahl in der Woche arbeiten und spreche mich lieber kurzfristig mit dem Praxisinhaber ab, sodass ich flexibler bin als früher. Wenn ich mal zwei Monate nicht gebraucht werde, dann komme ich eben nicht in die Praxis. Auch für den Praxisinhaber schafft dieses Modell übrigens mehr Freiheiten. Nordlicht: Inwiefern? Nordlicht: Sie vertreten regelmäßig Kollegen, z. B. wenn diese Urlaub machen wollen. Warum eigentlich? Sie könnten doch längst Ihren wohlverdienten Ruhestand genießen.

Stanisak: Er muss z. B. nicht zahlen, wenn ich krank werde. Anspruch auf Urlaub, Krankengeld oder den Arbeitgeberbeitrag für die Krankenversicherung habe ich nicht.

Andreas Stanisak: Wenn Sie mir diese Frage mit Anfang fünfzig gestellt hätten, hätte ich sicher geantwortet: Ich kann mir nicht vorstellen, länger als bis 63 zu arbeiten. Jetzt bin ich aber mittlerweile schon 69 Jahre alt und stelle fest, dass ich auch als Senior immer noch richtig Lust auf die Arbeit als Allgemeinmediziner habe. So kann man sich also täuschen. Ich sehe einen Sinn in meiner Arbeit als Vertretungsarzt, denn ich werde gebraucht, sowohl von den Kollegen, die ich vertrete, als auch von den Patienten, die ich behandle. Alle sind froh, dass ich komme, und alle profitieren davon. Ich am meisten, weil ich weiterhin als Arzt arbeiten kann und außerdem ein fester Teil eines tollen Praxisteams bin.

Nordlicht: Was verdienen Sie denn als Vertretungsarzt?

Nordlicht: In welcher Form arbeiten Sie als Vertretungsarzt? Stanisak: Ich arbeite überwiegend fest in einer Berufsausübungsgemeinschaft, in der ich jetzt schon im dritten Jahr bei Bedarf Kollegen vertrete – meistens am Dienstag- oder Mittwochvormittag. In dieser Praxis habe ich übrigens vorher bereits zwei Jahre lang als angestellter Arzt gearbeitet. Der Kollege und

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Stanisak: Von einer Pauschale halte ich nichts. Ich konnte mein Honorar selbst aushandeln und schreibe dem Praxisinhaber Rechnungen. Ich orientiere mich dabei an der Notdienstvergütung. Nordlicht: Viele ältere Praxisinhaber wollen beruflich sicher gern ein bisschen kürzer treten. Wäre es da nicht ein gutes Ventil, sich öfter vertreten zu lassen? Stanisak: Das ist sicher so. Viele ältere Kollegen wollen entlastet werden und mal den einen oder anderen Tag frei haben, ohne gleich die Praxis schließen zu müssen. Das muss dann nicht unbedingt Urlaub sein und gilt besonders für Kollegen, die auf dem Land arbeiten, wo es nur wenig andere Ärzte gibt und wo man seine Praxis eben nicht mal so einfach dicht machen kann. In diese Lücke passen andere ältere ehemalige Kollegen, die gern auch noch jenseits der 65 arbeiten möchten und in der Nähe wohnen, gut hinein.

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Titelthema P ra x isvertretung Nordlicht: Welche Kompetenzen sollte ein Vertretungsarzt mitbringen, damit beide Seiten am Ende zufrieden sind? Stanisak: Er sollte möglichst erfahren sein, eine gewisse Sicherheit ausstrahlen und sich regelmäßig fortbilden. Ich betrachte mich selbst als Teil einer stillen Reserve von älteren Ärzten, die andere ältere Praxisinhaber oder große Praxen gut entlasten könnten. So würde man allen gerecht werden. Nordlicht: Inwiefern ist das so? Stanisak: Der Praxisinhaber könnte sich darauf verlassen, einen kompetenten und versierten Kollegen als Vertretung zu bekommen und keinen Unbekannten. Wir Seniorärzte haben zwar unsere eigene Praxis schon seit längerer Zeit abgegeben, bringen aber trotzdem jede Menge Berufserfahrung und Menschenkenntnis mit, die es weiter zu nutzen gilt. Wir wissen, wie man schnell und unkompliziert ein Vertrauensverhältnis zum Praxisteam und zu den Patienten aufbaut. Das gilt übrigens auch für den ganzen bürokratischen Kram, den Sie als Vertretungsarzt ja auch nebenbei erledigen müssen. Ich weiß damit umzugehen und rege mich auch nicht mehr darüber auf, weil es nur unnötig Kraft kostet. Nordlicht: Wie reagieren die Patienten auf Sie, wenn Sie vertreten? Stanisak: Ich verstelle mich nicht, passe mich aber dem gewohnten Ablauf der Praxis an. Die Patienten kennen mich ja bereits aus meiner Zeit als angestellter Arzt und wissen, woran sie bei mir sind. Ich kann nur das behandeln, was ich auch gesehen habe. Ich verschreibe nichts, was ich nicht verantworten kann. Der manchmal von Patienten geäußerte Satz „das ist doch nur eine Unterschrift“ gilt für mich nicht. Das wurde bisher auch überall so akzeptiert. Ein Hinweis auf die ärztliche Sorgfaltspflicht ist nur selten nötig. Nordlicht: Ist die Arbeit in einem neuen Umfeld nicht manchmal ein Abenteuer?

Stanisak: Ich empfinde das nicht so. Ich würde mir z. B. zutrauen, überall in Deutschland auf einen Schlag eine Praxis zu führen. Im letzten Dezember vertrat ich ohne zu zögern 14 Tage lang einen plötzlich erkrankten, bekannten Nachbarkollegen in seiner großen Praxis. Seine Frau und er konnten sich in dieser Zeit ganz entlastet seiner Gesundung in einer RehaKlinik widmen. Nordlicht: Was sagt Ihre Frau dazu, dass Sie immer noch als Arzt arbeiten? Stanisak: Sie findet das gut. Ich mache ja auch regelmäßig Notdienst; beispielsweise in jedem Sommermonat ein Wochenende in der Anlaufpraxis Büsum. Wir übernachten dann in unserem kleinen Wohnwagen, dem Schwalbennest von Knaus, mit dem wir auch gemeinsam reisen. Dafür bleibt genug Zeit und wir können uns das durch den Zuverdienst auch leisten. Und es bleibt genug Zeit für das große Anwesen und die Familie – auch unsere Enkelkinder kennen ihren Opa nicht nur vom Foto. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Ärzte für Vertreterliste gesucht Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein führt eine Liste, auf die sich Ärzte eintragen lassen können, die eine Vertretertätigkeit ausüben möchten. Auf diese Liste kann sich jeder Arzt setzen lassen, der im Arztregister eingetragen ist oder die Voraussetzungen für die Eintragung ins Arztregister erfüllt (Approbation, Facharztanerkennung). Vertragsärzte, die einen Vertreter suchen, bekommen auf Anfrage die Kontaktdaten geeigneter Vertretungsärzte übermittelt und können sich dann mit ihnen in Verbindung setzen. Der Eintrag in die Vertreterliste ist ein Jahr lang gültig. Für die Aufnahme in die Vertreterliste hält die Zulassungsabteilung ein entsprechendes Antragsformular bereit.

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Anmeldung und weitere Informationen: Abteilung Zulassung/Praxisberatung der KVSH Melanie Lübker, Tel. 04551 883 427 E-Mail melanie.luebker@kvsh.de Christian Schrade , Tel. 04551 883 634 E-Mail christian.schrade@kvsh.de

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Vorsicht ist gut, Kontrolle ist besser Auch wenn für den Vertragsarzt das Gebot der persönlichen Leistungserbringung gilt, kann er seinen Patienten selbstverständlich nicht immer und jederzeit zur Verfügung stehen. Nach der Zulassungsverordnung für Ärzte kann er sich deshalb innerhalb von zwölf Monaten bis zur Dauer von drei Monaten vertreten lassen, wenn ein Vertretungsgrund vorliegt. Derartige Gründe können z. B. Urlaub, Krankheit, Schwangerschaft, Fortbildung oder die Teilnahme an einer Wehrübung sein. Häufig greifen Ärzte dabei auf denselben Vertreter zurück, sodass es selten Probleme gibt. Dass jedoch eine formal unwirksame oder unzulässige Vertretung unter anderem dazu führen kann, dass die Kassenärztliche Vereinigung das Honorar kürzt bzw. vollständig streicht, ist vielfach unbekannt. Da es im Hinblick darauf in der Praxis immer wieder zu Problemen und Zweifelsfällen kommt, sollen im Folgenden die Grundzüge der Praxisvertretung in einem Überblick dargestellt und insbesondere darauf eingegangen werden, welche Prüfpflichten den Praxisinhaber im Hinblick auf die erforderlichen Qualifikationen des Vertreters treffen. Genehmigungspflicht Für die Beschäftigung eines Vertreters über einen Zeitraum von länger als drei Monaten innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten ist die vorherige Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung erforderlich. Rechtsstellung des Vertreters Der Praxisvertreter handelt stellvertretend für den Praxisinhaber, also mit Wirkung für und gegen diesen. Da er selbstständig und nicht weisungsgebunden tätig wird, ist er nicht Arbeitnehmer. Insofern handelt es sich auch nicht um ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, sondern um einen freien Dienstvertrag. Um Missverständnissen und späteren Auseinandersetzungen von Anfang an vorzubeugen, sollten diese Rechtsbeziehungen zwischen Praxisinhaber und Vertreter in einem schriftlichen Vertrag festgehalten werden, der alle wesentlichen Punkte ausdrücklich umfasst. Entsprechende Musterverträge können bei den verschiedenen Berufsverbänden bezogen werden und können je nach Bedarf im Einzelfall um weitere Aspekte ergänzt bzw. angepasst werden. Die Vergütung des Vertreters ist frei verhandelbar. Zulässig sind sowohl die Vereinbarung eines Pauschalhonorars als auch die Honorierung nach fest vereinbarten Tagesoder Stundensätzen. Nachweis der Qualifikation des Vertreters Der Praxisinhaber sollte sich in jedem Fall davon überzeugen, dass der Vertreter persönlich und fachlich geeignet ist, die Vertretung zuverlässig zu übernehmen. Grundsätzlich können sich Ärzte nur durch einen Facharzt desselben Fachgebiets vertreten lassen. Vertragsärzte dürfen sich nur durch andere Vertragsärzte oder durch Ärzte vertreten lassen, die die Voraussetzungen für 8 | 2016

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Dr. Albrecht Wienke, Fachanwalt für Medizinrecht, Köln

die Eintragung in das Arztregister erfüllen (Approbation und Facharztanerkennung für das zu vertretende Fachgebiet). Um etwaige haftungsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden, ist bei der Auswahl des Vertreters höchste Sorgfalt anzuwenden. Daher sollte sich der Praxisinhaber sowohl die Approbationsurkunde als auch die Facharzturkunde vorlegen lassen. Aufgrund der Wichtigkeit dieser Dokumente und um nicht möglicherweise auf Fälschungen hereinzufallen, ist es empfehlenswert, auf der Vorlage des Originals bzw. einer beglaubigten Kopie zu bestehen. Da die Facharzturkunde nicht auch zugleich die Arzteigenschaft beweist, ist deren alleinige Vorlage nicht ausreichend bzw. geeignet, die erforderliche Qualifikation des Vertreters nachzuweisen. Wer ganz sicher gehen will, sollte sich nach Vorlage der Originalurkunden bei der zuständigen Ärztekammer nach der Existenz des ins Auge gefassten Vertreters erkundigen und sich dies schriftlich bestätigen lassen. Möchte der Vertragsarzt auch die Leistungen des Vertreters abrechnen, die genehmigungspflichtig sind (z. B. Röntgen, Sonografie) oder von sonstigen Qualifikationen abhängen, muss dieser ak t u e l l

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ebenfalls über gegebenenfalls notwendige spezielle vertragsärztliche Qualifikationsnachweise verfügen. Auch diesbezüglich hat sich der Praxisinhaber im Vorfeld der Vertretung durch Vorlage entsprechender Nachweise zu vergewissern. Praxisvertretungen sind auch möglich, wenn der Vertreter nicht über eine Approbation, wohl aber über eine Berufserlaubnis verfügt. In diesem Fall muss es sich aber um eine Berufserlaubnis handeln, die ausdrücklich eine selbstständige Tätigkeit als Vertreter gestattet, was zumeist nicht der Fall ist. Eine Berufserlaubnis, die nur eine unselbstständige Tätigkeit als Assistent erlaubt, reicht daher nicht aus. Auch die Berufserlaubnis ist dem Praxisinhaber entsprechend vorzulegen. Im Hinblick auf die persönliche Eignung des Praxisvertreters ist darauf zu achten, dass dieser nicht drogen- oder alkoholabhängig ist und sich mit den Patienten und Mitarbeitern ausreichend verständigen kann, der deutschen Sprache also hinreichend mächtig ist. Haftung Sollte dem Vertreter ein Behandlungsfehler unterlaufen, haftet dafür vertraglich – neben der deliktischen Haftung des Vertreters – auch der Praxisinhaber, da der Behandlungsvertrag auch während seiner Abwesenheit mit ihm selbst und nicht mit dem Vertreter zustande kommt. Der Praxisinhaber kann sich somit nicht damit entlasten, dass er überhaupt nicht tätig geworden ist bzw. dass er den Vertreter sorgfältig überprüft und ausgewählt hat. Da die Einstandspflicht im schlimmsten Fall existenzvernichtend sein kann, muss vorab sichergestellt werden, dass die Haftung des 10

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Praxisinhabers für Behandlungsfehler des Vertreters von seiner Berufshaftpflichtversicherung umfasst ist. Der Vertreter benötigt darüber hinaus ebenfalls eine eigene Berufshaftpflichtversicherung für seine selbstständige Tätigkeit. Fazit Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass es doch hin und wieder Betrügern gelingt, mit gefälschten Kopien als Vertretungsärzte tätig zu werden. Selbst wenn im besten Fall die medizinische Behandlung durch diese falschen Vertreter nicht zu beanstanden ist, kann es dennoch zu hohen Honorarrückforderungen durch die Kassenärztlichen Vereinigungen kommen, die hier unter Bezug auf die Rechtsprechung zu fehlerhaften KV-Abrechnungen allein auf formale Aspekte abstellen. Es nützt also nichts, darauf hinzuweisen, dass die vom falschen Vertreter erbrachten Leistungen indiziert und ordnungsgemäß waren und daher weder dem Patienten noch den Krankenkassen oder der Kassenärztlichen Vereinigung ein wirtschaftlicher Schaden entstanden sei. Nach der insoweit ständigen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts reicht es für die Zulässigkeit der Honorarrückforderung vielmehr aus, dass die Leistungen nicht formal ordnungsgemäß erbracht wurden. So können Honorarbescheide, die Leistungen von solchen falschen Vertretern enthalten, um diese Leistungen gekürzt werden. Dies kann nach Paragraf 45 des Bundesmantelvertrages-Ärzte auch vier Jahre rückwirkend erfolgen. Bei der Auswahl des Vertreters ist daher peinlich genau darauf zu achten, dass dieser seine Qualifikation durch Vorlage der Originalurkunden oder zumindest durch beglaubigte Kopien nachweisen kann. Dr. Albrecht Wienke, Fachanwalt für Medizinrecht, Köln ak t u e l l

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NACHRICHTEN  KOMPAKT G-BA

U ntersuchung

Kontinuierliche Glukosemessung künftig Kassenleistung

Ärzte künftig noch mehr gefragt

Berlin – Die kontinuierliche interstitielle Glukosemessung mit Real-Time-Messgeräten ist künftig eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Dieser Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gilt für Diabetiker, die einer intensivierten Insulinbehandlung bedürfen. Die Stoffwechseleinstellung kann hiermit verbessert werden. Die Anwendung der kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung mit Real-Time-Messgeräten in der vertragsärztlichen Versorgung ist mit qualitätssichernden Vorgaben verbunden. Danach dürfen nur Fachärzte mit einer Spezialisierung auf den Gebieten Endokrinologie und Diabetologie diese Glukosemessung anbieten. Festgelegt sind außerdem die Dokumentation des individuellen Therapieziels und des Behandlungsverlaufs sowie die Schulung der Patienten. Zudem müssen die Messgeräte als Medizinprodukt zugelassen sein und über eine Alarmfunktion mit individuell einstellbaren Glukosegrenzwerten verfügen. Wenn beim Einsatz des Gerätes personenbezogene Daten verwendet werden, darf kein Dritter Zugriff haben.

M ammographie - S creening

Jahresberichte liegen vor

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Berlin – Die Deutschen werden in der Zukunft niedergelassene Ärzte zeitlich stärker beanspruchen als bisher. Einige Facharztgruppen sind dabei besonders betroffen. Das ergab eine Untersuchung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Die deutsche Bevölkerung wird älter und konzentriert sich zunehmend in Städten. Die Folgen für die medizinische Versorgung haben die Wissenschaftler des Zi auf der Basis einer neu entwickelten Modellrechnung für die rund 400 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland ermittelt. Der Index zeigt, mit welcher zusätzlichen Beanspruchung die niedergelassenen Ärzte aufgrund des demografischen Wandels in den kommenden 20 Jahren rechnen müssen. Die Liste der Facharztgruppen, die zeitlich stärker beansprucht werden, wird von Urologen, Augenärzten, Internisten und Hausärzten angeführt. Im Bundesdurchschnitt werde die Beanspruchung der Urologen um 23 Prozent steigen, die der Augenärzte um 20 und die der Internisten um 15. Für Hausärzte erwarten die Wissenschaftler eine zusätzliche Frequentierung von durchschnittlich neun Prozent. Mehr Informationen zur Modellrechnung unter www.versorgungsatlas.de

E rkrankungen

Krebsatlas Schleswig-Holstein veröffentlicht Berlin – Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie hat ihre neuen Jahresberichte Evaluation und Qualitätssicherung des deutschen Mammographie-Screening-Programms veröffentlicht. 2013 wurden bundesweit rund 2,9 Millionen Frauen untersucht. Bei rund 17.500 Frauen wurde Brustkrebs diagnostiziert. Bei gut 13.500 Diagnosen handelte es sich um einen invasiven Brustkrebs, der in knapp 80 Prozent der Fälle kleiner als zwei Zentimeter und ohne Lymphknotenbefall war. Die Teilnahmerate steigt leicht auf 57 Prozent an. Eine Untersuchung der Wartezeit zwischen Erstellung der Mammographieaufnahmen und Befundermittlung ergab, dass 92 Prozent der untersuchten Frauen innerhalb von sieben Tagen das Ergebnis mitgeteilt bekamen. Alle Berichte 2013 stehen unter http://fachservice. mammo-programm.de/publikationen-und-stellungnahmen zum Download zur Verfügung.

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Lübeck – In Schleswig-Holstein erhalten jedes Jahr rund 19.000 Einwohner die Diagnose Krebs. Das geht aus dem neuen Krebsatlas für Schleswig-Holstein hervor, den das Krebsregister Schleswig-Holstein veröffentlicht hat. Mehr als 7.500 SchleswigHolsteiner sterben pro Jahr an dieser Krankheit. Damit ist Krebs nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache im nördlichsten Bundesland. Der Krebsatlas stellt die Anzahl der Krebserkrankungen zum ersten Mal in kleinräumigen Karten in einem Zehnjahreszeitraum dar. Übersichten für die mehr als 1.000 Gemeinden des Landes und rund 170 Ämter und amtsfreie Gebiete zeigen, wie sich Erkrankungsrisiko, Überlebenszeiten und Krebssterblichkeit verteilen. Mehr Informationen unter www.krebsregister-sh.de/ berichte/index.html

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NACHRICHTEN  KOMPAKT V ideo - T utorial

Pneumokokken-Impfraten bei Senioren zu gering

Patientenfallkonferenz im Qualitätszirkel © istock.com/monkeybusinessimages

V ersorgungsatlas

Berlin – Ältere Menschen zwischen 60 und 64 Jahren sind zu selten gegen Pneumokokken geimpft. Das ergab eine aktuelle Studie der Wissenschaftler vom Versorgungsatlas. Nur zehn Prozent der 500.000 gesetzlich Versicherten, deren Daten ausgewertet wurden, hatten diesen Impfschutz. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Standardimpfung für über 60-Jährige. „Um die Impfraten zu verbessern, müssen Zielgruppen intensiver über diese Schutzimpfung aufgeklärt werden“, fordert Dr. Jörg Bätzing-Feigenbaum, Leiter des Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung. „Das dürfte am ehesten den Ärzten gelingen, die den Gesundheitszustand ihrer Patienten sowie Notwendigkeit und Risiken einer Impfung einschätzen können.“ Die Wissenschaftler empfehlen angesichts der nahezu identischen Indikationen den Status von Influenza- und Pneumokokken-Impfung gleichzeitig abzufragen.

Berlin – Das Gestalten einer Patientenfallkonferenz im Qualitätszirkel können Moderatoren unter www. youtube.com jetzt per Video erlernen. In der 15-minütigen elektronischen Anleitung wird diese Methode von Experten anschaulich erläutert und simuliert. Prof. Marcus Siebolds, einer der Autoren des Qualitätszirkel-Konzeptes, sowie Tutoren aus verschiedenen Kassenärztlichen Vereinigungen präsentieren in dem Video Schritt für Schritt den Ablauf einer Patien-tenfallkonferenz als ein Modul der Qualitätszirkel. Diese sind eine etablierte Form der Fortbildung, in denen sich Ärzte und Psychotherapeuten in moderierten Arbeitskreisen austauschen, reflektieren und neues Wissen aneignen. Die Zirkel gelten seit 20 Jahren als eine anerkannte, auf ärztliche Eigeninitiative beruhende Methode der Qualitätssicherung. Ein Instrument ist dabei die Patientenfallkonferenz. Dabei wird jeweils ein konkreter komplizierter Behandlungsfall gemeinsam besprochen und dafür ein alternativer Therapieansatz gesucht. Im vergangenen Jahr haben sich bundesweit etwa 61.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten in knapp 9.000 Qualitätszirkeln fortgebildet. Derzeit gibt es rund 7.000 Qualitätszirkel-Moderatoren.

W artezimmer

Patienteninformation zu Tuberkulose

A rzneimittelkommission

Überblick zur rheumatoiden Arthritis Berlin – Die rheumatoide Arthritis steht im Fokus der aktuellen Ausgabe „Arzneiverordnung in der Praxis“. Die vierteljährlich erscheinende Online-Publikation der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft informiert pharmaunabhängig über Arzneimittel und deren Verordnung. Die aktuelle Ausgabe beschäftigt sich insbesondere mit der Diagnostik und Therapie der rheumatoiden Arthritis. Frühzeitiges Erkennen der Krankheit ist entscheidend für deren weiteren Verlauf. Die unmittelbare Einleitung einer Basistherapie trägt wesentlich zur Minimierung der typischen Gelenkveränderungen sowie zur längeren Lebenserwartung bei. Leitlinien geben einen optimalen Zeitraum von zwölf Wochen bis zum Therapiebeginn an. Schon ein geringer zeitlicher Verzug hat der Arzneimittelkommission zufolge ungünstige Auswirkungen. Klassifikationskriterien und Indikation sind sehr gut etabliert, sodass in den meisten Fällen auch der Nicht-Rheumatologe die Erkrankung erkennen kann.

Berlin – Die Patienteninformation zum Thema „Tuberkulose“ steht jetzt in insgesamt sechs Fremdsprachen (Arabisch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch und Türkisch) zur Verfügung. Patienten erfahren etwas über Anzeichen der Krankheit sowie deren Behandlung. Zudem informiert die zweiseitige Publikation des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) über Risikogruppen und Meldepflicht. Die Leser erhalten außerdem Hinweise, was sie selbst tun können, wenn sie an Tuberkulose erkrankt sind. In Deutschland sind jährlich über 4.000 Menschen betroffen. Das ÄZQ hat bereits über 60 Patienteninformationen verfasst. Die Themen reichen von Erkrankungen wie Diabetes, Krebs, Herzschwäche und Schuppenflechte bis hin zu Hinweisen zur Antibiotikatherapie. Die Patienteninformation steht zum Download unter www.kbv.de bereit.

Mehr Informationen unter www.akdae.de

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gesundheitspolitik A V - W ahl 2 0 1 6

Wer steht zur Wahl? Ihre Kandidaten auf einen Klick Die Wahlvorschläge für die Wahl zur Abgeordnetenversammlung 2016 stehen fest. Wer sind die Kandidaten und welche berufspolitischen Ziele haben sie? Damit sich die Wähler rechtzeitig vor dem Wahltermin (5. bis 21. September 2016)

ein eigenes Bild machen können, veröffentlichen wir auf www.av-wahl.de fortlaufend Steckbriefe der Wahlkandidaten. Schauen Sie vorbei und verschaffen Sie sich selbst einen Überblick.

Engagement in der Selbstverwaltung Bringen Sie Ihre Erfahrung und Ihr Wissen ein und arbeiten Sie in den Gremien der Selbstverwaltung mit. Auf www.av-wahl.de finden Sie eine Übersicht über die verschiedenen Mitmachmöglichkeiten. Schwimmen Sie nicht mit, sondern werden Sie Entscheider Nicht nur in der Abgeordnetenversammlung, sondern auch in den beratenden Fachausschüssen, in den mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten besetzen Qualitätssicherungskommissionen und den Kreisstellen auf regionaler Ebene: Wer sich in eigener Sache engagieren, sein Fachwissen einbringen und etwas verändern will, hat dazu viele Möglichkeiten. Überblick auf www.av-wahl.de

Die KVSH lebt vom ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder. Dieses gibt ihr eine besondere Legitimität, auch im Auftreten gegenüber Krankenkassen, Politik und Öffentlichkeit. Und es ermöglicht Entscheidungen, die nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg getroffen werden, sondern von und mit ihnen. Ihre Mitarbeit bedeutet also Mitbestimmung und Transparenz. Außerdem ist die KVSH auf die Sachkompetenz von Ärzten und Psychotherapeuten angewiesen. Als einzige Organisation vereint die KVSH die Gesamtinteressen der niedergelassenen Ärzte und der Psychotherapeuten. Unabhängig davon, ob Sie allein oder gemeinsam arbeiten, Inhaber einer Praxis sind oder dort als Angestellter arbeiten, ob als Arzt mit Unternehmergeist oder in bewährter Einzelpraxis, ob als Ärztin oder Arzt, als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut, ob Sie einer kleinen oder großen Fachgruppe angehören, ob Sie Generalist oder Spezialist sind.

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Alle Informationen über die verschiedenen Gremien der Selbstverwaltung finden Sie auf www.av-wahl.de. Wählen Sie dort einfach einen der folgenden vier Bereiche aus und informieren Sie sich über die Aufgaben, die personelle Zusammensetzung der verschiedenen Gremien der Selbstverwaltung und Ihre Mitmachmöglichkeiten: Ehrenamt in den Gremien der Selbstverwaltung der KVSH Ehrenamt in den Regionen Ehrenamt in der Qualitätssicherung Ehrenamt in den Gremien der gemeinsamen Selbstverwaltung von Krankenkassen und KVSH

Ihre Ansprechpartnerin in der KVSH: Regine Roscher, Assistentin der Selbstverwaltung Tel. 04551 883 218, E-Mail regine.roscher@kvsh.de Jakob Wilder, KVSH

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gesundheitspolitik Ä rztliche V ersorgung auf dem L and

Zukunftsmodell aus dem Norden Das neue Gesundheitszentrum Büsum ist nach insgesamt 15 Monaten Bauzeit fertiggestellt. Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kristin Alheit eröffnete das rund 750 Quadratmeter große Gebäude, in dem mit dem Ärztezentrum Büsum auch die bundesweit einzige kommunale Eigeneinrichtung untergebracht ist.

Ärztezentrum Büsum offiziell eröffnet: (v. l.) Gerd Gehrts, Bürgervorsteher der Gemeinde Büsum, Harald Stender, Koordinator ambulante Versorgung des Kreises Dithmarschen, Kristin Alheit, Gesundheitsministerin Schleswig-Holstein, Hans-Jürgen Lütje, Bürgermeister von Büsum und Volker Nielsen, 1. Stellv. Landrat des Kreises Dithmarschen und Bürgermeister von St. Michaelisdonn

Kristin Alheit lobte in ihrer Begrüßungsrede das Büsumer Konzept. „Es ist geeignet, als bundesweit einzigartiges Leuchtturmprojekt dem drohenden Hausärztemangel in ländlichen Regionen entgegenzuwirken“, erklärte sie auf der offiziellen Eröffnungsveranstaltung vor rund 100 geladenen Gästen. „Schleswig-Holstein ist damit Vorreiter“, so die Ministerin. Das Ärztezentrum Büsum betreibt seit dem 1. April 2015 vier Hausarztpraxen in der Westerstraße 30 im Nordseeheilbad. Kurz darauf begannen erste Umbaumaßnahmen im alten Praxisgebäude, in dem bis dahin vier Ärzte organisatorisch voneinander getrennt in Einzelpraxen tätig waren. Für die Patienten änderte sich nichts, denn der Umbau erfolgte bei laufendem Praxisbetrieb. Erfolgsgeschichte Büsum Alheit wies auf das sehr gute Zusammenspiel von Gemeinde und KVSH hin. In Büsum sei so eine intelligente Lösung gefunden worden, die gerade jungen Medizinern die Möglichkeit einer Tätigkeit 14

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in Anstellung – auch in Teilzeit – biete. Offensichtlich ein erfolgversprechender Ansatz, denn mittlerweile arbeiten insgesamt sechs Ärzte im Ärztezentrum Büsum, darunter zwei angestellte Ärztinnen in Teilzeit. Dazu kommt noch ein Arzt in Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Für die vorher selbstständigen und nun bei der Kommune angestellten Ärzte sieht Alheit viele Vorteile. Sie hätten ihre Praxis in eine zukunftsfähige Struktur eingebracht, die es ihnen erlaube, zu einem berechenbaren Zeitpunkt ohne die Belastung durch die Suche nach einem Praxisübernehmer in den Ruhestand zu gehen. Kommunales Engagement Auch Büsums Bürgermeister Hans-Jürgen Lütje zog eine durchweg positive Bilanz. „Wir mussten handeln, bevor es zu spät ist und Büsum und die Umgebung am Ende ohne ordentliche ärztliche Versorgung dagestanden hätten“, erläuterte er die Motive seiner Kommune, das Projekt umzusetzen. Mit der kommunalen ak t u e l l

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gesundheitspolitik

Kristin Alheit sieht Rückenwind für das „Leuchtturmprojekt“

KVSH-Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke und Marcus Jünemann, Mitglied des Vorstands der Ärztegenossenschaft Nord

Eigeneinrichtung sei dann ein attraktives Modell ins Spiel gekommen, das für jüngere Ärzte interessant sei. Die Kommune richte sich dabei nach den veränderten Arbeitsbedürfnissen der nachwachsenden Medizinergeneration und übernehme als Betreiber auch das wirtschaftliche Risiko. Das finanzielle Engagement der Gemeinde in Höhe von vier Millionen Euro sei eine mutige und gleichzeitig richtige Investition in die Zukunft, so Lütje.

sind eine Apotheke, ein Heilpraktiker und ein Anbieter von Pflegedienstleistungen mittlerweile Mieter im Gesundheitszentrum. Für Stender sitzt ein wichtiger Erfolgsgarant des Projekts in Bad Segeberg. „Dass eine KV das Projekt mit eigenen Mitteln aus dem Strukturfonds so massiv unterstützt, ist nicht üblich.“ Marcus Jünemann, Mitglied des Vorstands der Ärztegenossenschaft Nord und Facharzt für Innere Medizin in Großhansdorf, umriss am Ende noch einmal die Aufgaben seiner Organisation im Rahmen des Gesamtprojekts. Die Genossenschaft kümmere sich stellvertretend für die Gemeinde um alle administrativen Fragen, wie die Ausstattung der Räume, das Personal und die Abrechnung. Außerdem stellt sie mit Thomas Rampoldt den Geschäftsführer des Ärztezentrums.

Wirtschaftlichkeit als Pluspunkt Harald Stender wies darauf hin, dass in Büsum ein funktionierendes Geschäftsmodell entstanden sei, das bundesweit sicher Nachahmer finden werde. Auch wirtschaftlich sei die kommunale Eigeneinrichtung auf einem guten Weg. „Nach gut einem Jahr Betrieb haben wir eine schwarze Null erreicht“, erklärte der Koordinator für die ambulante Versorgung in Dithmarschen. Außerdem 8 | 2016

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Jakob Wilder, KVSH

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gesundheitspolitik N otfallversorgung

Rückenwind für Portalpraxen

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Gesundheitsminister der Länder fordern auf ihrer Jahrestagung mehr Kooperation in der Notfallversorgung.

Auf ihrer jährlichen Tagung Ende Juni arbeiteten die für Gesundheitspolitik zuständigen Ressortchefs der 16 Bundesländer eine lange Tagesordnung in Warnemünde ab. Aus Sicht SchleswigHolsteins besonders hervorzuheben: Die Minister und Senatoren griffen den Portalpraxis-Gedanken auf und sprachen sich dafür aus, die Kooperation zwischen Bereitschaftsdienst und Notall ambulanzen „weiterzuentwickeln, um eine echte sektorenübergreifende Zusammenarbeit (…) zu ermöglichen.“ Die schleswig-holsteinische Gesundheitsministerin Kristin Alheit hatte das Thema in die Beratungen mit ihren Amtskollegen eingebracht. Nach dem Beschluss zog sie ein positives Resümee und betonte, dass es Ziel der Weiterentwicklung der Strukturen in der Notfallversorgung sein müsse, dass diese in „Abhängigkeit von der Versorgungssituation vor Ort“ zu einer „echten sektorenübergreifenden Zusammenarbeit ausgebaut“ werde, um „die Brücke zwischen ambulant und stationär sinnvoll zu schließen.“ 16

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Landesregierung hofft auf zügige Umsetzung Die „Kieler Nachrichten“ meldeten, dass das Ministerium davon ausgehe, dass auf Bundesebene die notwendigen Voraussetzungen geschaffen würden, um Brückenpraxen – so der Ministeriumsbegriff für die Portalpraxen – zu ermöglichen. „Danach will Schleswig-Holstein das System zügig nutzen“, so die Zeitung. Einen Zeitplan gibt es jedoch nicht. Die Gesundheitsministerkonferenz ist kein Gesetzgebungsorgan, sondern ein gesundheitspolitisches Koordinierungsgremium der Länder. Nach dem Beschluss in Warnemünde liegt der Ball nun erneut im Spielfeld der Bundespolitik, in deren gesetzgeberische Zuständigkeit die ambulante Notfallversorgung fällt. Es bleibt zunächst unklar, ob der Bund das Thema kurzfristig erneut aufgreifen wird.

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gesundheitspolitik Denn in gleich zwei Gesetzen, die in den zurückliegenden zwölf Monaten in Kraft traten, wurden bereits die Regelungen zur Kooperation von klinischen Notfallambulanzen und vertragsärztlichem Bereitschaftsdienst konkretisiert: Im Versorgungsstärkungsgesetz und im Krankenhausstrukturgesetz. Die in Schleswig-Holstein bereits seit 2007 praktizierte Kooperation mit dem stationären Sektor durch Schaffung von Anlaufpraxen des Bereitschafsdienstes an Krankenhäusern wurde mit dem Versorgungsstärkungsgesetz zur Standardlösung erklärt. Im Krankenhausstrukturgesetz finden sich zudem Gedanken des Portalpraxiskonzepts aus dem Norden, so unter anderem, dass dort, wo Portalpraxen geschaffen werden, diese zumindest zu Bereitschaftsdienstzeiten als erste Anlaufstelle eine Zuordnung der Patienten zu den Versorgungsebenen vornehmen sollen. Portalpraxen als Steuerungsinstrument auch außerhalb der Bereitschaftsdienstzeiten Ein zentraler Punkt fand bisher allerdings nicht den Weg in das Gesetz. Trotz der rechtlichen Präzisierungen in zwei Gesetzen blieb es unverändert bei der Regelung, dass sich die Kooperation stets auf die klassischen sprechstundenfreien Zeiten bezieht. Die Forderung aus Schleswig-Holstein hingegen lautet, dass sektorenübergreifende Portal- oder Brückenpraxen auch tagsüber, wenn die Arztpraxen geöffnet sind, tätig sein sollten. Denn gerade zu diesen Zeiten werden nach den Beobachtungen sowohl der Kliniken als auch von niedergelassenen Ärzten vermehrt Patienten in den Klinikambulanzen vorstellig, die keinen Notfall darstellen. Äußerungen aus dem Bundesgesundheitsministerium, ob es Pläne gibt, nach der Länderkonferenz zügig eine erneute Gesetzgebungsinitiative zu ergreifen, waren bislang nicht zu vernehmen. Der einstimmig gefasste Beschluss der Ressortchefs der Länder macht aber deutlich: Sie sind sich einig, dass über die bisherigen gesetzlichen Regelungen zur Kooperation von Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten in der Notfallversorgung hinaus weiterer Handlungsbedarf besteht. Da der Bundesgesundheitsminister traditionellerweise als Gast an der Konferenz seiner Länderkollegen teilnimmt, dürfte er die Botschaft vernommen haben. Ambulantes Pflichtquartal im Praktischen Jahr Auch mit der Reform des Medizinstudiums, die – ausgehend von einer Festlegung im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD auf Bundesebene – seit einiger Zeit unter dem Schlagwort „Masterplan Medizinstudium 2020“ erarbeitet wird, beschäftigten sich die Gesundheitsminister. Sie sprachen sich auf ihrer Tagung in

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Mecklenburg-Vorpommern dafür aus, das Praktische Jahr (PJ) künftig in vier Quartale, statt wie bisher, drei Tertiale zu gliedern. Einer der vier Abschnitte soll als Pflichtquartal in der ambulanten Versorgung absolviert werden, wobei die Fachrichtung nicht vorgegeben werden soll. Allerdings fordern die Ressortchefs aus den Ländern eine obligatorische Prüfung in der Allgemeinmedizin nach dem Praktischen Jahr. Die Gesundheitsministerkonferenz beschloss zudem, dass im Zuge der Reform des Medizinstudiums den Ländern die Möglichkeit eingeräumt werden solle, eine sogenannte Landarztquote einzuführen, d. h. bei der Auswahl der Studierenden eine gewisse Zahl von Plätzen für Studienplatzbewerber zu reservieren, die sich nach dem Studium für eine Tätigkeit auf dem Land verpflichten. Hierzu wollen die Gesundheitsminister Gespräche mit den Kultus- bzw. Wissenschaftsministern führen. Ausweitung der Delegationsmöglichkeiten Auf Initiative der Landesregierung aus Schleswig-Holstein stand auch das Thema Delegation auf der Tagesordnung. Im mehrheitlich gefassten Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz wird das Bundesgesundheitsministerium gebeten, „zu prüfen, ob durch eine Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen der Gesundheitsfachberufe erweiterte Delegationsmöglichkeiten ärztlicher Leistungen eröffnet werden können.“ Perspektivisch wollen es die Minister allerdings nicht bei der Delegation belassen. Im selben Beschluss bitten sie das Bundesgesundheitsministerium, „in die weiteren Überlegungen auch die Möglichkeit einer etwaigen Substitution einzubeziehen.“ Öffentlicher Gesundheitsdienst soll attraktiver werden Insgesamt fassten die Gesundheitsminister und -senatoren der Länder auf ihrer Jahrestagung rund 30 Beschlüsse. Schwerpunktthema der Konferenz war die Lage des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Dieser leidet unter einem zunehmenden Ärztemangel und soll künftig – unter anderem durch eine bessere Bezahlung und eine engere Verzahnung mit der Wissenschaft – attraktiver werden. Darüber hinaus beschäftigte sich die Fachministerkonferenz unter anderem mit der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen, der Bekämpfung des Abrechnungsbetrugs in der Pflege und Fragen der Impfstoffversorgung. Alle Beschlüsse sind auf der Internetseite der Gesundheitsministerkonferenz unter www.gmkonline.de nachzulesen. Delf Kröger, KVSH

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gesundheitspolitik P flegeheimversorgung

Praxisassistenten jetzt auch für Fachärzte

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat mit den Krankenkassen für die ärztliche Betreuung von Heimbewohnern im Rahmen von speziellen Kooperationsverträgen Regelungen zur Vergütung vereinbart. Neu ist zudem, dass neben den Hausärzten demnächst auch Fachärzte eine zusätzliche Vergütung für Heimbesuche durch qualifizierte nichtärztliche Praxisassistenten erhalten. Die Beschlüsse des Bewertungsausschusses traten zum 1. Juli 2016 in Kraft.

© istock.com/&#169 Alexandru Kacso

abgeschlossen haben. Damit wird der erhöhte Aufwand der Ärzte im Kooperationsvertrag honoriert, unter anderem für die Koordination von diagnostischen, therapeutischen und rehabilitativen Maßnahmen sowie der pflegerischen Versorgung, die Kooperation mit weiteren Ärzten und einbezogenen Pflegefachkräften, den Besuch des Patienten und die patientenorientierten Fallkonferenzen. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

Ziel ist es, die Betreuung der Patienten in Pflegeheimen durch eine verbesserte Vernetzung und Kooperation der betreuenden Ärzte und Pflegekräfte zu optimieren. Neue Leistungen im EBM Für die Berechnung der zusätzlichen ärztlichen Kooperations- und Koordinationsleistungen wurden zum 1. Juli zusätzliche Gebührenordnungspositionen (GOP) in ein neues Kapitel 37 des Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Durch die Ausweitung der Delegation sollen die Ärzte gleichzeitig entlastet werden. Auch hierfür werden zum Quartalsbeginn die Abrechnungsmöglichkeiten im EBM angepasst und ein neues Kapitel 38 eingeführt. Förderung im Rahmen von Kooperationsverträgen Die neuen Leistungen des Kapitels 37 können von Ärzten abgerechnet werden, die mit Heimen spezielle Kooperationsverträge 18

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Die Förderung der kooperativen und koordinierten Versorgung in Pflegeheimen hat der Gesetzgeber mit dem Hospiz- und Palliativgesetz vorgegeben. Sie ist beschränkt auf Kooperationsverträge nach Paragraf 119b Abs. 2 SGB V, die den Anforderungen der Anlage 27 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte entsprechen. Bislang wurden Maßnahmen für eine bessere Vernetzung und Kommunikation aller Beteiligten in der Regel nicht zusätzlich honoriert. Dies ist jetzt mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses möglich. Nichtärztliche Praxisassistenten auch für Fachärzte Zur Stärkung der Heimversorgung trägt außerdem bei, dass neben den Hausärzten künftig auch im fachärztlichen Bereich tätige Vertragsärzte für die Delegation von Leistungen an qualifizierte nichtärztliche Praxisassistenten eine zusätzliche Honorierung erhalten. Hierzu fasste der Bewertungsausschuss einen weiteren Beschluss. Das neue EBM-Kapitel 38 für delegationsfähige Leistungen enthält auch die bisherigen Kostenpauschalen 40240 und 40260 für ärztlich angeordnete Hilfeleistungen von Praxismitarbeitern (neu: GOP 38100 und 38105), für die es nun eine höhere Bewertung gibt. Bislang erfolgte eine Förderung von qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten nur im hausärztlichen Bereich. Der Einsatz des fachärztlichen Assistenten ist auf die Versorgung in Pflegeheimen beschränkt und muss, wie bei den Hausärzten, vorab von der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung genehmigt werden. Regelung gilt auch für Hausärzte Die Regelung zur Förderung nichtärztlicher Praxisassistenten im fachärztlichen Bereich gilt auch für Haus- und Kinderarztpraxen. Damit können kleinere Hausarztpraxen von der Förderung profitieren, die bislang aufgrund ihrer Fallzahl keine Genehmigung für einen Assistenten erhalten konnten. KBV/Redaktion ak t u e l l

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PRAXIS  & KV

Die Erfolgsgeschichte geht weiter

I nfotag

Mitte Juni fand der mittlerweile 8. Gemeinsame Info-Tag für Existenzgründer und Praxisabgeber der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, der Ärztekammer SchleswigHolstein und der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein statt.

(v. l.) Dietmar Godt, Direktor der Lübecker Filiale der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank), Dr. Henrik Herrmann, Vizepräsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, André Zwaka, stellvertretender Leiter der Abteilung Zulassung/Praxisberatung der KVSH

Bei herrlichem Sommerwetter fanden sich rund 120 Ärzte in den Räumen der Akademie der Ärztekammer in Bad Segeberg ein. Ziel der Veranstaltung war es, den Existenzgründern die Bedenken vor der Niederlassung zu nehmen und Praxisinhaber bestmöglich auf die Praxisabgabe vorzubereiten. Wie in den vergangenen Jahren richteten sich die Vormittagsvorträge an alle Besucher. André Zwaka, stellvertretender Leiter der Zulassungsabteilung/Praxisberatung der KVSH, referierte über die formalen Voraussetzungen. Rechtsanwalt Theo Sander stellte die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten im Vertragsarztrecht vor. In der Mittagspause gab es für die Besucher dann die Gelegenheit, Fragen an die Veranstalter und die anderen ausstellenden Dienstleister zu stellen. Die Referenten erörterten tiefergehende Probleme und diskutierten über Einzelfälle. Am Nachmittag standen dann separate Vorträge, die sich entweder an die Gruppe der Praxisabgeber oder die der 8 | 2016

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Existenzgründer richteten, auf dem Programm. Für die Existenzgründer ging es unter anderem um das „Kleingedruckte“ in Praxiskauf-, Gesellschafts- und Mietverträgen. Fachanwalt Dr. Klaus Kossen gab dazu wichtige Hinweise und Tipps. Berater der apoBank stellten Finanzierungsmöglichkeiten für eine Praxisübernahme vor. Für die Praxisabgeber stand das Thema „Vermögensplanung für den Ruhestand“ auf der Tagesordnung. Steuerberater Alexander Gut erörterte für beide Gruppen die steuerlichen Aspekte des Themas Praxisübergabe/-nahme und bot konkrete Hilfen an. Aufgrund der großen Beliebtheit dieser Veranstaltung wird auch im kommenden Jahr (17. Juni 2017) wieder ein Info-Tag stattfinden. André Zwaka, KVSH ak t u e l l

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Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung____________________________________________20 Beratung und Betreuung von Patienten mit erhöhtem Versorgungsbedarf Neuer Vertrag mit der AOK NordWest zum 1. Juli 2016_______________________24 Neufassung der Entschädigungsregelungen der KVSH________________________24

Aus der Zulassungsabteilung Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de):

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Name

Fachgruppe

Ort

Dr. med. Joachim Georgi

Innere Medizin

Damp

Prof. Dr. med. Jose M. Valdueza

Neurologie

Bad Segeberg

Dr. med. Thomas Thomsen

Innere Medizin

Brunsbüttel

Dr. med. Andreas Franke

Gastroenterologie

Flensburg

Reza Ashrafi

Innere Medizin und Pneumologie

Flensburg

Dr. med. Clemens von Reusner

Kardiologie

Wyk auf Föhr

Priv.-Doz. Dr. med. Jürgen Eggers

Neurologie

Lübeck

Dr. med. Udo Desch

Kardiologie

Lübeck

Dr. med. Bernd Kisse

Plastische Chirurgie

Neustadt

Dr. med. Achim Niesel

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Preetz

Dr. med. Björn Hauptmann

Neurologie

Bad Segeberg

Prof. Dr. med. Diether Ludwig

Innere Medizin

Bad Segeberg

Renate Paulssen-Wolf

Psychiatrie

Kaltenkirchen

Dr. med. Uwe Heilenkötter

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Itzehoe

Christine Hilper

Psychiatrie und Psychotherapie

Geesthacht

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Bekanntmachungen und Meldungen

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten:

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Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Dr. med. Ozan Haase

23558 Lübeck, Moislinger Allee 95

Haut- und Geschlechtskrankheiten

01.07.2016 Priv.-Doz. Dr. med. Dr. rer. nat. Jürgen Kreusch

Dr. med. 21509 Glinde, Yahya-Shahram Zolmajd Am Markt 14

Chirurgie

01.07.2016 –

Dr. med. Cornelia Beck

24211 Preetz, Markt 9

Allgemeinmedizin

01.07.2016 Dr. med. Ursula Murke

Bettina Dethloff

21509 Glinde, Markt 16

Innere Medizin – hausärztlich

02.07.2016 Dr. med. Dorothea Koersten

Natalija Vysniauskaite

24568 Kaltenkirchen, Holstenstraße 2

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.07.2016 Dr. med. Ralph Rathmann

Bianca Timmler

23779 Neukirchen, Dorfstraße 22

Allgemeinmedizin

01.07.2016 Klaus Dreyer

Dr. med. Andrea Mühlpfordt

25421 Pinneberg, Bismarckstraße 6

Neurologie und Psychiatrie und Psychotherapie

04.07.2016 Dr. med. Holger Korkisch

Dr. med. Thomas King

24937 Flensburg, Süderhofenden 12

Neurologie

01.07.2016 Manfred Fehr

Dr. med. Robert Kalow – halbe Zulassung –

23560 Lübeck, Kronsforder Allee 5

Allgemeinmedizin

01.07.2016 Dr. med. Brigitte Oevermann – halbe Zulassung –

Dr. med. Mette Bornbusch

21509 Glinde, Markt 16

Innere Medizin – hausärztlich

01.07.2016 Dr. med. Hartmut Bornbusch

Dr. Dominik Adamczak – halbe Zulassung –

24939 Flensburg, Burgstraße 27

Psychologische Psychotherapie

01.07.2016 Dipl.-Psych. Batilde Rottmann-Arfsten

Constanze Brandenburg

24103 Kiel, Rathausstraße 4

Innere Medizin – hausärztlich

01.07.2016 Dr. med. Carl-Wilhelm Geraedts

Wiat Mandich

22851 Norderstedt, Poppenbütteler Straße 178

Allgemeinmedizin

01.07.2016 –

Pascal Gasirabo

24576 Bad Bramstedt, Ochsenweg 26

Allgemeinmedizin

01.07.2016 Dr. med. Marion Baden-Seeliger

Dr. med. Anne-Katrin Reschke – halbe Zulassung –

24148 Kiel, Schönberger Straße 11

Innere Medizin und Innere Medizin, Schwerpunkt Kardiologie

01.07.2016 Dr. med. Hans-Peter Rebeski – halbe Zulassung –

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Nachfolger von

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Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten:

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Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Gülnur Dizman

24558 Henstedt-Ulzburg, Beckersbergstraße 2

Kinder- und Jugendmedizin

01.08.2016

Saskia Brunnberg – halbtags – Sonderbedarf

Peter Grosfeld und Dr. med. Susanne Link

23743 Grömitz, Wicheldorfstraße 15

Allgemeinmedizin

01.07.2016

Alexander Leopold – ganztags –

WestDoc MVZ Brunsbüttel GmbH

25541 Brunsbüttel, Delbrückstraße 2

Orthopädie

06.09.2016

Dr. med. Frieder Traulsen – halbtags –

MVZ Neurozentrum am Klosterforst

24568 Kaltenkirchen, Brauerstraße 1– 3

Neurologie

08.07.2016

Doris Krause – ganztags –

Henning Lübbe

25524 Itzehoe, Breite Straße 19

Allgemeinmedizin

04.07.2016

Ruta Rakeviciute – ganztags –

Prof. Dr. med. Jan Raethjen und Prof. Dr. med. Gunnar Wasner

24105 Kiel, Preußer Straße 1 –9

Neurologie

21.07.2016

Dr. med. Barbara Schmalbach – halbtags –

Universitäres MVZ Lübeck der Ambulanzzentrum des UKSH gGmbH

23538 Lübeck, Ratzeburger Allee 160, Haus 40

Anästhesiologie

04.07.2016

Dr. med. Jutta Bähre – ganztags –

MVZ Meesenring der Ambulanzzentrum des UKSH gGmbH

23538 Lübeck, Ratzeburger Allee 160, Haus 40

Kinderchirurgie

01.07.2016

Dr. med. Franziska BackPetersen – halbtags –

Wiat Mandich

22851 Norderstedt, Poppenbüttler Straße 178

Allgemeinmedizin

01.07.2016

Dr. med. Susanne Ramm – ganztags –

Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Hartmut Göbel

24149 Kiel, Heikendorfer Weg 9 –27

Neurologie

01.07.2016

Dr. med. Katja HeinzeKuhn – vierteltags –

Dr. med. Christiane Rieber und Dr. med. Jörg Pöppelmeier

23730 Neustadt, Klosterstraße 12

Allgemeinmedizin

01.07.2016

Dr. med. Elisabeth Konrad – halbtags –

Augenklinik Rendsburg MVZ

24768 Rendsburg, Provianthausstraße 9

Augenheilkunde

09.06.2016

Sonja Weiß – vierteltags –

Roman Gorfunkel

25764 Wesselburen, Dohrnstraße 11

Allgemeinmedizin

09.06.2016

Viktoriya Gorfunkel – halbtags –

Dr. med. Ben Petersen und Dr. med. Julia Ankermann

24106 Kiel, Holtenauer Straße 236

Allgemeinmedizin

09.06.2016

Dr. med. Anne-Charlotte Eberstein – halbtags –

Dr. med. Knut Löck und Dr. med. Berthold von Breska

24103 Kiel, Sophienblatt 12

Innere Medizin und Pneumologie

01.07.2016

Dr. med. Hinrich Willms – ganztags –

Überörtliche BAG abts und partner/Frauenärzte

24986 Mittelangeln OT Satrup, Glücksburger Straße 1a

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.07.2016

Dr. med. Axel Klug – vierteltags –

Überörtliche BAG abts und partner/Frauenärzte

24937 Flensburg, Westerallee 8

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.07.2016

Dr. med. Christian Christiansen – ganztags –

nordBLICK MVZ GmbH

24143 Kiel, Elisabethstraße 68

Augenheilkunde

01.07.2016

Bahador Movaghar – ganztags –

Dr. med. Reiner Bodecker, Dr. med. Jens Christiansen und Silke Pohl-Wegener

21465 Reinbek, Am Rosenplatz 3,

Allgemeinmedizin

01.07.2016

Dr. med. Kathrin Fiege – ganztags –

Antje Stibbe

24837 Schleswig, Friedrichstraße 78

Innere Medizin – hausärztlich

01.07.2016

Natalia Kern – ganztags –

Nordlicht

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Bekanntmachungen und Meldungen

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Dipl.-Psych. Niels Münz – halbe Zulassung –

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

24534 Neumünster, Haartallee 2

24536 Neumünster, Friedrich-Wöhler-Straße 52

04.07.2016

Iris Schäfer

Kinder- und Jugendmedizin

23558 Lübeck, Karavellenstraße 1

23558 Lübeck, Moislinger Allee 61f

01.01.2017

Johannes Schlick

Allgemeinmedizin

24787 Fockbek, Rendsburger Straße 30

24787 Fockbek, Rendsburger Straße 50a

19.07.2016

Dr. med. Walter Voß

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

24306 Plön, Eutiner Straße 17–18

24306 Plön, Markt 14

22.08.2016

Dr. med. Carola Lönnecke

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

25813 Husum, Brinckmannstraße 16

25813 Husum, Erichsenweg 16

01.07.2016

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Björn Mayer

Innere Medizin und Innere Medizin, Schwerpunkt Kardiologie

23560 Lübeck, Kronsforder Allee 3 b

23564 Lübeck, St.-Jürgen-Ring 43

04.07.2016

K orrektur :

In der Juli-Ausgabe Nordlicht wurde diese Tabelle leider mit einer falschen Überschrift abgedruckt. Wir veröffentlichen sie daher an dieser Stelle erneut. Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten.

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Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

MVZ Steinburg gGmbH, Dr. med. Georg Sekanina

Chirurgie

25524 Itzehoe, Viktoriastraße 2

25524 Itzehoe, Robert-Koch-Straße 2

02.06.2016

Farhad Saedi

Innere Medizin

24619 Bornhöved, Kieler Tor 1

24619 Bornhöved, Am Alten Markt 9

01.06.2016

Uta Saedi

Allgemeinmedizin 24619 Bornhöved, Kieler Tor 1

24619 Bornhöved, Am Alten Markt 9

01.06.2016

Kay-Sancho Panzer

Praktischer Arzt

21465 Wentorf, Hamburger Landstraße 36

21465 Wentorf, Zwischen den Toren 1

01.04.2016

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Michael Fabel

Radiologie

24143 Kiel, Karlstal 32

24106 Kiel, Steenbeker Weg 25

01.07.2016

Dr. med. Silke Bechthold

Innere Medizin

24996 Sterup, Kappelner Straße 1

24996 Sterup, Alte Dorfstraße 5

01.07.2016

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Bekanntmachungen und Meldungen

Beratung und Betreuung von Patienten mit erhöhtem Versorgungsbedarf – Neuer Vertrag mit der AOK NordWest Zum 1. Juli 2016 hat die KVSH gemeinsam mit der AOK NordWest einen neuen Vertrag zur Stärkung der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung abgeschlossen: „Erhöhung der Betreuungsintensität für Patienten mit gesteigertem Versorgungsbedarf“ Der Vertrag dient der Aufrechterhaltung und Stärkung der ambulanten haus- und fachärztlichen sowie psychotherapeutischen Versorgung. Die Rolle des Vertragsarztes im Versorgungsmanagement, insbesondere für beratungs- und betreuungsintensive Patienten, soll gefördert werden. Der Arzt erhält für seinen zusätzlichen Aufwand, abhängig von der Anzahl vorliegender gesicherter und behandlungsrelevanter Erkrankungen (Übersicht der Diagnosen auf www.kvsh.de  Betreuungsvertrag AOK NordWest), quartalsweise eine Vergütungspauschale. Die Diagnosen sind, je nach Schwere der Erkrankung, nach Betreuungsstufen und Indikationsgruppen eingeteilt. Die drei Betreuungsstufen werden mit einem Euro, zwei Euro oder zehn Euro vergütet. Je Indikationsgruppe ist nur die höchste Betreuungsstufe abrechenbar. Es sind mehrere unterschiedliche Indikationsgruppen nebeneinander berechnungsfähig. An dem Vertrag teilnehmen bzw. die Ziffer für den zusätzlichen Betreuungsaufwand abrechnen, können im Bereich der KVSH zugelassene, ermächtigte sowie in einer Praxis oder MVZ angestellte Ärzte und Psychotherapeuten. Die Teilnahme an diesem Vertrag ist für den Arzt und den Versicherten freiwillig und bedarf keiner Teilnahmeerklärung. Die Vergütungspauschale kann einmalig im Behandlungsfall abgerechnet werden und bedingt einen Arzt-Patientenkontakt. Für die Abrechnung ist nur die Angabe der GOP 99340 (wie beim Betreuungsvertrag Techniker Krankenkasse und dem BKK-Landesverband NordWest) notwendig. Die KVSH zählt die gültigen Diagnosen und setzt das passende Suffix (M-O). Die GOP ist nur im Zusammenhang mit einer medizinisch notwendigen Behandlung von den ausgewählten Krankheitsbildern (Diagnoseliste) abrechenbar. Die Vertragsunterlagen sind im Downloadcenter auf www.kvsh.de unter dem Punkt „Verträge“ zu finden. Die Unterlagen werden bei Bedarf auch per Post zugestellt, Maren Fiedler, Tel. 04551 883 331.

Neufassung der Entschädigungsregelungen der KVSH Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihren Sitzungen am 18. November 2015 und 17. Februar 2016 die Entschädigungsordnung der KVSH geändert bzw. neu gefasst. Die Änderungen betreffen die Erhöhungen der Entschädigungsbeträge für das Jahr 2016 und für das Jahr 2017 sowie die Trennung der Entschädigungsregelungen in einen Teil I für Mitglieder der Abgeordnetenversammlung und einen Teil II für KV-Mitglieder, die nicht der Abgeordnetenversammlung angehören. Die Entschädigungsbeträge sind identisch. Aufgrund gesetzlicher Regelungen ist aber nur noch Teil I Satzungsbestandteil. Die Neufassungen/Änderungen wurden mit Vermerk der Aufsichtsbehörde vom 11. Juli 2016 genehmigt und treten am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft. Die Veröffentlichung erfolgt im Internet unter www.kvsh.de  KVSH  Rechtsquellen  Entschädigungsregelungen. Im Einzelfall wird der Text der Bekanntmachung auf Anforderung in Papierform zur Verfügung gestellt.

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PRAXIS  &  KV N orddeutscher P sychotherapeutentag

Die ganze Vielfalt Auch in diesem Jahr greift die Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein die Tradition, einen Norddeutschen Psychotherapeutentag durchzuführen, wieder auf. Unter dem Motto „Vielfalt in der Psychotherapie“ werden am Sonnabend, dem 24. September in Kiel zu verschiedenen Bereichen der Psychotherapie Fortbildungen angeboten. peuten. Ausdrücklich sollen auch Studierende bspw. der Psychologie und Psychotherapeuten in Ausbildung angesprochen werden. Für sie stehen in den Vormittagsstunden zusätzlich Infotische mit gezielter Beratung über die Ausbildung zum Psychotherapeuten bzw. die verschiedenen beruflichen Möglichkeiten für die Zeit nach Abschluss der Ausbildung bereit. Programm Gleich zwei Workshops beschäftigen sich mit sehr aktuellen Themen. In dem einem geht es um die besondere therapeutische Herausforderung, die entsteht, wenn traumatisierte Flüchtlinge behandelt werden. Im Anschluß beschäftigt sich ein weiterer Workshop mit den interkulturellen Aspekten in der Psychotherapie mit Migranten. Hierin geht es vornehmlich um Sensibilität für kulturelle, ethnische und religiöse Unterschiede. Aber auch der Workshop „Mediales Suchtverhalten“ ist mit seiner Thematik nicht minder zeitgemäß. Ist doch in unserer Gesellschaft eine zunehmende Internetabhängigkeit in allen Alters- und Bevölkerungsschichten zu beoabachten. Ein weiterer Workshop befasst sich mit Elternschaft und ihrer Bedeutung in einer Psychotherapie. Mitunter stehen elterliche Funktionen nur eingeschränkt zur Verfügung und führen zu Belastungen, die dann wiederum Psychotherapie notwendig machen. Das hat Auswirkungen auf die Entstehung wie auch auf die Behandlung psychischer Erkrankungen bei Kindern wie bei Erwachsenen. Zu relevanten Themen gehört weiterhin auch Burn-out, sodass selbstverständlich auch hierzu ein Workshop angeboten wird. Weitere Information und Anmeldung Die komplette Übersicht über alle acht angebotenen Workshops des Tages ist bei der Psychotherapeutenkammer SchleswigHolstein, Alter Markt 1-2, 24103 Kiel zu erhalten. Am einfachsten jedoch ist ein Blick auf die Homepage der Kammer: www.pksh.de – hier ist das vollständige Programm sowie ein Anmeldeformular zu finden. Veranstaltungsort ist das Wissenschaftszentrum Kiel. Die Teilnahme an den Workshops ist kostenpflichtig. Durch die Teilnahme werden Fortbildungspunkte erlangt. Aktuelle Inhalte und vielfältige Themen Die Themenauswahl spiegelt aktuelle psychotherapeutische Arbeitsbereiche und Fragen wider, wie sie von einer großen Anzahl von angestellten wie niedergelassenen Kammermitgliedern an die Psychotherapeutenkammer herangetragen wurden. „Vielfalt und Relevanz bei der Auswahl an Fortbildungsthemen zu vereinigen, das war unser vornehmlichstes Ziel bei der Gestaltung des 4. Norddeutschen Psychotherapeutentages“, so der Präsident der Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein Dr. Oswald Rogner. Zugänglich ist dieser Fortbildungstag für alle Psychothera-

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4. Norddeutscher Psychotherapeutentag Vielfalt in der Psychotherapie Termin: 24. September 2016, 9.00 – 18.00 Uhr Ort: Wissenschaftszentrum Kiel www.pksh.de Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

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die menschen im land vor ort

„Wir retteten ein Denkmal“ Heidi Brockhaus kann zwar keine Berge versetzen, aber die Allgemeinmedizinerin aus Sandesneben (Kreis Herzogtum Lauenburg) schaffte es immerhin gemeinsam mit ihrem Mann Gunter Lorenz und vielen anderen Helfern die historische Scheune „ De Borgschüün“ in Niendorf komplett abzutragen und an anderer Stelle originalgetreu wieder aufzubauen. aus alten Feldsteinen die Grundierung des künftigen Gebäudes. Zimmerleute bauten danach aus den vorsortierten Balken und Holzstreben das „Scheunen-Gerippe“. Als die Dachdecker kamen, begannen die ganze Familie und Freunde die Gefache auszumauern. Dann wurde langsam aber sicher die Zeit knapp. Sommer und Herbst fielen komplett ins Wasser und die Außenhülle inklusive des Reetdaches mussten trotzdem bis Mitte November fertig sein. In dieser Zeit war der Bau die Hauptattraktion der ganzen Gegend. „Wir hatten ständig Besuch und mussten gleichzeitig schnell vorankommen und pünktlich fertig werden, damit die letzten Fördergelder fließen“, erzählt sie. Es wurde am Ende eine echte Punktlandung: Am 15. November 2007 war die neue alte Scheune – zumindest von außen – fertig und der Innenausbau konnte beginnen. 2008 wurde ein Betonboden gegossen und in der Scheune fand die erste Hochzeitsfeier statt: Die Bauherrin heiratete dort ihren zweiten Mann Gunter Lorenz.

Die Geschichte des ungewöhnlichen Bauprojekts begann vor 14 Jahren. Heidi Brockhaus hatte sich gerade in Sandesneben als Hausärztin niedergelassen, als sie erfuhr, dass in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrem Wohnhaus in Niendorf eine historisch wertvolle Scheune – eine sogenannte Drei-Ständer-Durchfahrtsscheune – abgerissen werden sollte. „Mein damaliger Mann war Architekt und wir hatten eine bessere Idee. Wir wollten die Scheune kaufen und woanders wieder aufbauen“, berichtet sie. Der Besitzer, ein alter Lauenburger Landwirt, war schließlich einverstanden und verkaufte auch das passende Grundstück dazu. Das Bauprojekt konnte im Frühjahr 2004 mit Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege und des Kreises Herzogtum Lauenburg beginnen. Brockhaus hatte zwar bereits einige Vorerfahrung in der Restaurierung alter Häuser, doch „De Borgschüün“ war ein Projekt von ganz anderer Dimension. Die ganze Familie musste deshalb mit anpacken und unter der Regie eines versierten Zimmermannes die alte Scheune Stück für Stück abtragen. Alle Bauteile wurden zunächst sorgfältig nummeriert und wetterfest verpackt. Erst drei Jahre später ging der Bau richtig los. Alle notwendigen Genehmigungen lagen vor und die Finanzierung stand auf halbwegs sicheren Füßen. Der Wiederaufbau Zunächst musste der Boden ausgetauscht werden. „Das war nötig, denn in unserer Gegend gibt es Moorboden und in einigen Jahren wäre die Scheune ansonsten sicher komplett abgesackt“, erläutert Brockhaus. Danach kamen die Steinmetze und fertigten 26

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Die Nutzung Beide gingen dann gemeinsam auf Materialsuche für den Innenausbau. In einer Sägerei im Elsass fanden sie geeignete Eichenbohlen, die sie in großen Bündeln nach Schleswig-Holstein transportierten. Steine kamen aus einem abgebrannten Gasthof. Sie wurden für die Scheunendiele genutzt. Ein buntes InterieurSammelsurium kam hinzu: z. B. machten Freunde auf ein AbrissHotelchen an der Ostsee aufmerksam, dass komplett leegeräumt werden durfte (Küche mit Hexe, Türen, Tresor, Waschbecken, Tische, Stühle usw.). 2010 konnte dann die Einweihung der neuen Innenräume gefeiert werden. Danach stellte sich die Frage, wie die Scheune sinnvoll genutzt werden kann. Die Eheleute hatten nach den großen Erfolgen von Einweihungsfeier und Herbstmarkt die Idee, dort künftig Hochzeiten, Konfirmationen und andere Familienfeiern zu veranstalten. Sie bauten dazu noch zwei Wohnungen für die Gäste ein. Das Nutzungskonzept ging auf. „Im letzten Sommer hatten wir insgesamt über 20 Feiern. Ohne Werbung und nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda“, erzählt Lorenz. Selbst das Schleswig-Holstein-Musik-Festival fragte schon an, doch „De Borgschüün“ bot trotz toller Akustik wohl zu wenig Besuchern Platz. Die treuesten Fans hat die rund 300 Quadratmeter große Scheune bis heute unter den Handwerkern. „Sie hatten so viel Spaß, dass ihre Augen heute noch leuchten, wenn sie vom Bau sprechen. Außerdem konnten sie viele alte Bautechniken, wie z. B. geschnitzte Holznägel an die Lehrlinge weitergeben. Unsere rund 250 Jahre alte Scheune ist eben kein modernes Haus von der Stange“, berichtet Brockhaus.

Jakob Wilder, KVSH

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die menschen im land

Gunter Lorenz und Heidi Brockhaus

Alte Steine mussten vom Mörtel befreit werden

Aufbau des neuen Dachstuhls

Zimmerleute beim Richtfest

Das „Gerippe“ des alten Scheunendaches

Reetdecker bei der Arbeit am neuen Dach

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. Jens-Ole Katzenstein Geburtsdatum: 29. Januar 1971 Geburtsort: Hamburg Familie: verheiratet, zwei Kinder (10 und 12 Jahre) Fachrichtung: Nervenheilkunde Sitz der Praxis: Norderstedt Niederlassungsform: Einzelpraxis Neu niedergelassen seit dem 1. Januar 2016

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Ich wollte mehr Freiheit in meiner Arbeitsgestaltung erleben und unabhängig von Vorgesetzten sein. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Wenn Patienten nach einigen Wochen wiederkommen und mir erzählen, dass ich ihnen tatsächlich helfen konnte. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Macht mal einen „Probelauf“ und lasst Euch für sechs bis zwölf Monate in einer Praxis anstellen (gegebenenfalls auch in Teilzeit). 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Ich hätte gerne Sir Peter Ustinov getroffen, um mir das Geheimnis einer guten, humorvollen Geschichte erzählen zu lassen, aber damit werde ich wohl bis zu meinem nächsten Leben warten müssen. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? An kalten Tagen vor dem Kamin sitzen und den Flammen zusehen. An warmen Tagen vor dem Meer stehen und den Wellen zusehen. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? „Die Wassermusik“ von T.C. Boyle 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Ein Land mit weitem Horizont, vom Meer umschlungen und sehr sympathischen Menschen bewohnt – das ist schon sehr, sehr gut. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … wahrscheinlich Biochemiker geworden (aber auf jeden Fall einer von den Lustigen)

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die menschen im land K ommentar

Nichtstun Ferien, endlich Sommerferien. Ne fais rien – so wissen wir aus der Schule – heißt: „Mach nichts“, spanne aus, schau in den Himmel oder aufs Wasser, lass die Seele baumeln und genieße jeden freien Tag. Was für wunderbare Aussichten auf die schönsten Wochen des Jahres. Kein Ärger mit Mathe, den Nachbarn, übellaunigen Patienten und phlegmatischem Personal – und gefühlt kommt man ohnehin nicht wieder. Oh wie schön ist Panama, fällt einem da nur noch ein – und wird aufgeschreckt von mahnenden Fragen, ob die Sonnencreme eingepackt, das Auto vollgetankt und die Pässe, die man jetzt wieder braucht, auch noch gültig sind. Vor den Erfolg haben die Götter eben den Schweiß gesetzt – auch vor den Sommerferien. Stressforscher wissen schon lange, dass Urlaub alles andere als pure Erholung ist. Nicht nur wegen der ungewohnten Sommerhitze drehen Herz und Kreislauf auf Hochtouren. Auch die Nervosität und Hektik auf Flughäfen und Bahnhöfen, die Sorgen um Kinder, Gepäck und Gesundheit und oft genug der Hintermann auf der Autobahn, der so fährt, als hätten er und seine Familie ein zweites Leben im Rucksack, sorgen für ungewohnte Drehzahlen im Körper – kurz: der Biorhythmus steht Kopf. Dabei hatte doch auch der Nachbar gesagt: Sie müssen sich mal richtig erholen, spannen Sie aus und fahren Sie in die Ferien. Da steht er nun, der Ferienmensch, und ob im Stau oder einer anderen Warteschlange ist er nun in der Realität angekommen, nach der er sich so unglaublich gesehnt hat. Wer jetzt den Fehler macht und denkt, wär ich doch zu Hause geblieben, kein Mensch da, die Sonne scheint auch dort, im Kühlschrank kalte Getränke griffbereit und kein Genöle von niemand – der hat verloren. Jetzt heißt es beherzt lächeln, das Gespräch mit Leidensgenossen suchen und vielleicht eine kurze oder längere Pause einlegen – es sind doch Ferien, da kommt es auf eine Stunde nicht an. Vielleicht ist diese eine Stunde der größte Gewinn des ganzen Urlaubs. Denn wenn man sich gleich am Anfang zwingt, einen Gang runterzuschalten und nicht wie jeden Tag alle fünf Minuten auf die Uhr zu schauen, dann macht sich vielleicht schon ganz vorsichtig das schöne Gefühl einer gewissen Lässigkeit im Umgang mit den selbst auferlegten Vorgaben breit. Klar, es soll niemand merken, was für ein Stress Urlaub ist und deshalb muss alles reibungslos funktionieren. Und was wenn nicht? Wenn es plötzlich heißt zu improvisieren, weil etwas Unvorhergesehenes geschieht?

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Dann passiert oft genug etwas ganz Erstaunliches: Es wird spannend, es gibt ein Problem zu lösen, jeder kann seine Hilfe einbringen und am Ende ist nicht nur der Stress abgebaut, sondern alle haben etwas erlebt, wovon sie erzählen können – ganz nach dem Motto: So geht Urlaub, so ist es in der Wirklichkeit – selbst wenn es mit der bunten Bilderwelt des Fernsehens wenig zu tun hat. Doch die hatte schon immer ihre Risse, heute vielleicht mehr denn je. Die süßen Lügen der Werbung haben so wenig mit der Wirklichkeit des Lebens zu tun. Sie müssen es auch nicht, denn das Leben an sich kann schön genug sein, wenn man es selbst entdeckt. Auch dafür sind Ferien da, vielleicht sogar speziell dafür.

„Stressforscher wissen schon lange, dass Urlaub alles andere als pure Erholung ist.“ Mit einem dementsprechenden inneren Abstand entlocken einem die heißen Meldungen dieser Tage auch nur das sprichwörtlich müde Grinsen. Natürlich finden die alljährlich zur Sommerzeit aufgewärmten Geschichten auch in diesem Jahr ihre Abnehmer, wenn es um die Arztversorgung in Stadt und Land geht oder um „Millionenhonorare“, die Ärzte von der Pharmaindustrie für bestimmte Verschreibungen erhalten oder um sonstige Sensationsnachrichten, die einem den Atem stocken lassen sollen. Was da hilft? Lesen, lachen, wegwerfen oder besser: gar nicht zur Kenntnis nehmen. Wenn die Welt untergeht, erfährt man es ohnehin nicht aus der Zeitung. Auch das kann eine ganz erstaunliche Urlaubserfahrung sein. In diesem Sinne wünscht der Kolumnist gute Erholung, spannen Sie aus, seien Sie übermütig und vergessen Sie mindestens die Sonnencreme. Die gibt es nämlich garantiert auch an Ihrem Urlaubsort. Und Sie fühlen sich irgendwie unglaublich revolutionär. Denn das gab‘s bestimmt noch nie: Papa hat die Sonnencreme vergessen. Die Kinder werden noch Jahre später davon erzählen. Probieren Sie es doch mal aus, rät Peter Weiher, Journalist

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die menschen im land G losse

Skurriles aus der Sprechstunde t leidenschaftlicher is t og V ar m ei R r. D : Zum Autor Seine Patienten n. he sc ar hm it D in Landarzt aus Pahlen n aber z geschlossen, was ih er H s in t rz sa au H r hat de isse in seiner Arztbn le Er le ri ur sk , lt hä nicht davon ab t halten. Im Nordlich zu st fe t el hw ac N e di praxis für was Augenzwinkern das, m ne ei it m t og V bt . beschrei alles passieren kann so t rz A er en ss la ge einem als nieder

Glasauge sei wachsam oder

mit „ dem Zweiten“ sieht man nicht immer besser. Sicher kennen Sie das: Es gibt Situationen im Leben ganz allgemein und erst recht im Berufsleben eines ärztlich tätigen Menschen, in denen man am liebsten beide Augen fest schließen und sich ganz weit weg träumen möchte. Das sind diese Situationen ... Bilder, Geräusche und Gerüche ... die der Homo sapiens medicus ertragen muss, auch wenn sie oder er dies sicherlich nicht gerne tut. Interessanterweise charakterisierte die Autorin Hera Lind unsere Berufsgruppe in einem ihrer ersten Bücher so: „Ärzte sind die Leute, die immer Magazine mit ekligen Bildern vorne drauf zugeschickt bekommen“. Andererseits gab es vor einigen Jahren einen heutzutage „Shitstorm“ genannten Aufschrei der ethischen Entrüstung, als das Deutsche Ärzteblatt den Leserbrief eines Arztes veröffentlichte, in dem sich dieser ablehnend zu dem verwendeten Titelfoto eines gebrauchten Harnblasen-Dauerkatheters äußerte. Ich stelle somit fest, dass es schwierig ist, den erträglichen Grenzwert für schwer Erträgliches zu definieren. Wollte man einen solchen Parameter definieren, wäre es würdig – und so wie heute üblich – eine Arbeitsgruppe zu gründen, die abschließend einen mutmaßlich Individual Fear Factor zu benennenden und mit „IFF“ abzukürzenden Gruselfaktor darlegt.

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Bevor ich mich aber zu sehr in Ankündigungen ergehe, lesen Sie am besten selbst, was im Dithmarscher Outback passiert ist und definieren Sie Ihren individuellen Level des Grauens selbst! In meiner Notdienst-Sprechstunde erscheint ein Mensch, der es offensichtlich liebt, nicht ganz ordinär sein Motiv für die Konsultation zu benennen, sondern durch einen gewissen Spannungsbogen Salz in die Suppe des Arbeitsalltages zu streuen: „Schauen Sie mir mal in die Augen, dann sehen Sie, woran ich leide!“ Nun lehne ich als ganz klassisch ausgebildeter Schulmediziner einerseits die Irisdiagnostik ab, andererseits begrenzt sich bei dem vor mir sitzenden Menschen die Inspektion der Augen auf ein singuläres Exemplar; das zweite büßte der Mensch anamnestisch vor langer Zeit ein. Ich halte es folglich wie Humphrey Bogart in „Casablanca“ und blicke aus rund 30 Zentimetern Abstand konzentriert auf das originale Sehorgan. Da ich dort zunächst nichts Krankhaftes zu erkennen vermag, bitte ich den Menschen um eine kleine Hilfestellung bei der diagnostischen Schnitzeljagd. „Ich habe eine Bindehautentzündung“, meint mein Gegenüber. Das vermag ich so gar nicht nachzuvollziehen, weder eine periphere noch eine ziliare Gefäßinjektion oder gar mukopurulente Absonderungen in den Augenwinkeln sind zu erkennen. „Neeee, das andere ist krank!“, tönt es mir daraufhin entgegen. Entrüstet lehne ich mich zurück: Sehr lustig ... eine Bindehautentzündung am Glasauge!?? Bevor ich mich aber verbal empört erregen kann, entscheidet der Mensch, dass es nun an der Zeit ist, dem begriffsstutzigen Doktor in meiner Gestalt zur Hilfe zu eilen. Er greift mit dem Daumen in seine Augenhöhle und luxiert das dort befindliche Glasauge nach außen. Einer Trophäe gleich streckt er nun

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die menschen im land

„Und da drin“, der Patient deutet mit seinem Zeigefinger in die leere Augenhöhle, „da ist ’ne Entzündung“. Ich gebe zu, es kostet mich etwas Überwindung, mit der Untersuchungslampe die enukleierte Orbita zu examinieren. Aber tatsächlich ... ist eine diffuse Rötung dort erkennbar und auch mein Riechorgan vermeldet die Information, dass Bakterien ganz in der Nähe sein müssen. Nach einem mikrobiologischen Abstrich, einer Laborentnahme sowie einem Untersuchungstermin beim ophthalmologischen Fachkollegen verordne ich dem Menschen ein Breitspektrum-Antibiotikum und vereinbare für den übernächsten Tag eine Wiedervorstellung. Ich biete dem Menschen an, eine Augenklappe zu erhalten, damit der antimikrobiell wirksame Luftsauerstoff an die entzündete Augenhöhle gelangt. „Ach, das tut nicht not“, entscheidet der Mensch und bevor ich aufschreien kann, steckt er sich flugs das Glasauge in den Mund, lutscht es sauber (!!!) und setzt es wieder in die Augenhöhle ein. DAS GLAUBT MIR KEINER, durchzuckt mich der Gedanke! Zum zweiten Mal an diesem Tag und bei diesem Menschen verspüre ich einen perakuten Speichelmangel im Mund sowie eine Wortfindungsstörung. Als ich meine Sprache zurückerlange, hat der Mensch bereits fröhlich winkend das Sprechzimmer verlassen.

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Wie vereinbart erscheint der Mensch zwei Tage später zur Kontrolle. Ja, es gehe ihm schon viel besser und zum Augenarzt gehe er deshalb auch nicht hin: „Da tut nix mehr jucken und zwicken!“ Jovial klopft mir der Mensch auf die Schulter: „Da ha‘m sie sich aber schon erschrocken, als ich da so mein Auge ausgebaut habe, nicht?“ Nun ja, einen gewissen „IFF“ (siehe oben) habe die Gesamtsituation und noch dazu die mangelnde Vorbereitung für mich schon dargestellt, befleißige ich mich zu erwidern. Beim zweiten Mal hingegen bin ich gewissermaßen schon der sprichwörtlich „alte Hase“ und kann die Untersuchung zügig, professionell und noch dazu mit verbaler Untermalung durchführen. Wenn Sie als geneigte Leserin und Leser bis zu dieser Stelle des Textes gelangt sind, kann ich Ihnen attestieren, dass Sie sehr tapfer sind und folglich einen geringen „IFF“ aufweisen. Meine Frau hingegen steckte sich zur „Halbzeit“ (Glasauge auf Daumenkuppe) die Zeigefinger in die Ohren und verbot mir vehement, den weiteren Verlauf dieser Geschichte zu schildern.

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das auf der Kuppe seines Pollux sitzende Kunstauge stolz in die Höhe. Ich glaube noch nicht so ganz, was meine Augen gerade eben aufgenommen haben ... schaut mich tatsächlich eine auf dem Daumen sitzende Augenprothese an? Mir fehlen die Worte ... zugegebenermaßen ein seltener Zustand in meinem Leben.

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SERVICE © istock.com/RedlineVector

T eam B eratung Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Was Praxen wissen sollten Hilfsmittelversorgung bei schlafbezogenen Atemstörungen (CPAP-Systeme) Die AOK NordWest hat die Hilfsmittelversorgung von Patienten mit schlafbezogenen Atemstörungen ab dem 1. Juli 2016 neu geregelt. Die Versorgung ist vorher ausgeschrieben worden und Schleswig-Holstein wurde in die Bereiche Nord und Süd eingeteilt. Für den Süden ist nun die Firma Linde Gas per Losentscheid zuständig, für den Norden die Firma critical care. Seit dem 1. Juli 2016 dürfen nur noch CPAP-Systeme der beiden genannten Firmen zulasten der AOK NordWest verordnet werden. Eine Liste mit der Nord-Süd-Einteilung nach Postleitzahlen ist im Internet unter www.kvsh.de  Praxis  Verordnungen zu finden. Hilfsmittelversorgung – Stoma-Artikel Die Produkte Cavilonspray und -lolly, die bei der Stoma-Versorgung eingesetzt werden, sind aus dem Verzeichnis der verordnungsfähigen Pflegemittel gestrichen worden. Andere Hautpflegeprodukte sind nach wie vor verordnungsfähig.

nicht verordnungsfähig und dürften somit auch nicht über den SSB bezogen werden. Die KVSH hat dazu eine andere Auffassung. Diese wird aber von der Prüfungsstelle nicht akzeptiert. Wir raten Praxen deshalb davon ab, Externa zur Behandlung von stumpfen Traumen und Prellungen über den SSB und auf Einzelrezept zu beziehen. Sechsfach-Impfstoff für Säuglinge und Kleinkinder Es gab und gibt immer wieder Engpässe bei der Impfstoffversorgung, insbesondere beim Sechsfach-Impfstoff für Säuglinge und Kleinkinder. Die Hersteller orientieren sich nach eigenen Angaben bei der Produktion von Impfstoff an der statistisch zu erwartenden Geburtenrate. Die Versorgungsprobleme könnten also auch dadurch entstehen, dass Praxen sich bevorraten. Sie sollten deshalb bitte immer nur so viel Impfstoff bestellen, wie auch tatsächlich benötigt wird. Die Herstellung des Impfstoffs Infanrix Hexa dauert beispielsweise immerhin zwei Jahre. Thomas Frohberg, KVSH

Sprechstundenbedarf – Voltaren Emulgel Die AOK NordWest stellt derzeit verstärkt Anträge auf Schadenersatz bei der Verordnung von Voltaren Emulgel über den Sprechstundenbedarf (SSB). Begründung: Externa seien grundsätzlich

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard 32

04551 883 362 Nordlicht

anna-sofie.reinhard@kvsh.de ak t u e l l

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Service

Sie fragen wir antworten

Service-team Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Fragen und Antworten Wann wird der Zuschlag für die Behandlung von Patienten mit mindestens einer lebensverändernden chronischen Erkrankung (GOP 03220/03221 oder GOP 04220/04221 EBM) mit einem „H“ gekennzeichnet? Die H-Kennzeichnung muss erfolgen, wenn der Patient zuvor bei einem anderen Hausarzt in Behandlung gewesen ist und wenn im Zeitraum der letzten vier Quartale wegen derselben gesicherten chronischen Erkrankung(en) jeweils mindestens ein Arzt-Patienten-Kontakt pro Quartal in mindestens drei Quartalen in derselben Praxis stattgefunden hat. Die H-Kennzeichnung muss die nächsten vier Quartale erfolgen.

In der Praxisverwaltungssoftware (PVS) wird im Zusammenhang mit dem Sozialversicherungsabkommen (SVA) die Auswahl „Zwischenstaatlich“ oder „Pauschal“ verlangt. Was ist hierunter zu verstehen? „Zwischenstaatliche“ Patienten arbeiten im Ausland, wohnen jedoch in Deutschland (sogenannte Grenzgänger). Diese sind mit der Personengruppe 7 zu kennzeichnen. „Pauschale“ Patienten sind z. B. Touristen, die sich nur vorübergehend in Deutschland aufhalten. Diese sind mit der Personengruppe 8 zu kennzeichnen.

Unter welchen Voraussetzungen kann das hausärztlich-geriatrische Basisassessment auch bei Patienten unter 70 Jahren erbracht und abgerechnet werden? Für das Erbringen und Abrechnen des hausärztlichgeriatrischen Basisassessments (GOP 03360 EBM) müssen folgende Erkrankungen vorliegen: ƒƒ F00-F02 dementielle Erkrankungen ƒƒ G30 Alzheimer-Erkrankungen ƒƒ G20.1 Primäres Parkinson Syndrom mit mäßiger bis schwerer Beeinträchtigung ƒƒ G20.2 Primäres Parkinson Syndrom mit schwerster Beeinträchtigung Angabe des ICD-Kodes gemäß der ICD-10-GM, der den geriatrischen Versorgungsbedarf dokumentiert. Diese Indikationen sind für Patienten unter 70 Jahren zwingend erforderlich. Zum 1. Juli 2016 wurde der EBM um neue Gebührenordnungspositionen für die „Spezialisierte geriatrische Diagnostik und Versorgung“ (Kapitel 30.13 EBM) erweitert. Ausführliche Informationen zu diesem Thema haben wir für Sie bereits in unserer Nordlicht-Ausgabe Nr. 6 (Juni 2016) bereitgestellt. Außerdem können Sie zu diesem Thema eine Praxisinformation unter www.kbv.de  Mediathek  Praxisinformation herunterladen.

Gibt es eine aktuelle ICD-10-GM-Übersicht? Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hält auf seiner Homepage unter www.dimdi.de eine Übersicht aller aktuellen ICD-Kodierungen vor.

Service-Team Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr

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SERVICE V erordnung

Die unendliche Geschichte

Vitamin D3 und Calcium – Was ist gesichert, sinnvoll und überprüft?

Wer in der alltäglichen Praxis kennt nicht die Fragen von Patienten nach Verordnung von Vitamin D3 und Calcium auf Kassenrezept? Und wer hat sich als Arzt nicht schon die Frage gestellt, wie sinnvoll ist Vitamin D3 eigentlich, abgesehen vom wirtschaftlichen Vorteil für Hersteller und Vertrieb? Ist, nachdem was in der Fachöffentlichkeit publiziert und in den Medien breit ausgerollt wurde und wird, eine breitgestreute prophylaktische Verordnung (und Diagnostik) von Vitamin D3 und Calcium überhaupt sinnvoll? Und wann sollte eine qualifizierte Diagnostik durchgeführt werden? Welche Kosten entstehen? Die Diskussion um Vitamin D3 ist jedenfalls nicht zu übersehen, wie der Blick auf Herstellerseiten von Vitamin D3-Testkits und Herstellern von Vitaminen und Nahrungssupplementen zeigt. Dort heißt es unter anderem, dass Symptome von Vitamin D3Unterversorgung sein können: allergische Reaktionen, Immunschwäche, Depression, Übergewicht, Schlafstörungen, Hauterkrankungen, Akne, Asthma, Diabetes, Krebs, Osteoporose (sic!) und viele andere mehr. Personengruppen, welchen die prophylaktische Einnahme von Vitamin D3 empfohlen wird, sind laut eines Pharmaherstellers Büromenschen, Senioren und ältere Menschen besonders in Pflegeeinrichtungen, Computerkids, Anwender von Hautcremes mit Lichtschutzfaktoren, Menschen mit dunkler Hautfarbe, Übergewichtige und Menschen mit Grunderkrankungen. Hier werden zum Teil spekulative Krankheitszusammenhänge zwischen Personengruppen und Vitamin D3-Unterversorgung (bei oft völlig ungesicherter Studienlage) und den tatsächlich durch Vitamin D-Mangel verursachten Krankheitsbildern hergestellt und wild gemischt. In diesem häufig durch Halbwahrheiten gekennzeichneten Gemenge ist es für nicht Fachkundige oft schwer, die wichtigen Botschaften zu erfassen und von Behauptungen zu trennen.

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Es ist z. B. wahr, dass ab Lichtschutzfaktor 8 bereits 97 Prozent aller UV-B Strahlung auf der Haut weggefiltert werden, d. h. die dauerhafte Abschirmung der Haut gegen UV-B Strahlung, sei es mit Cremes oder durch Kleidung, führt unter Umständen einen Vitamin D3-Mangel herbei. Australien mag als Beispiel dafür dienen, dass ein auf die Spitze getriebener Sonnenschutz tatsächlich zu weit verbreitetem Vitamin D3-Mangel führen kann.

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Service Die Empfehlungen des Bundesamtes für Strahlenschutz lauten: Für eine ausreichende Vitamin D-Synthese genügt es nach derzeitigen Erkenntnissen, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Hälfte der minimalen sonnenbrandwirksamen UV-Dosis (0,5 MED) auszusetzen, also der Hälfte der Zeit, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde. Beispielsweise bedeutet dies für Menschen mit Hauttyp II bei hohen sonnenbrandwirksamen UV-Bestrahlungsintensitäten (UV-Index 7) rein rechnerisch eine Bestrahlungszeit von circa 12 Minuten. Ein Sonnenbrand ist grundsätzlich zu vermeiden. Bei längeren Aufenthalten in der Sonne sind UV-Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Als Orientierungshilfe über die herrschende sonnenbrandwirksame UV-Bestrahlungsstärke und ab wann welche UVSchutzmaßnahmen zu ergreifen sind, wird der UV-Index (UVI) empfohlen. Der UV-Index ist ein weltweit einheitliches Maß für die an einem Tag mögliche höchste sonnenbrandwirksame UV-Bestrahlungsstärke. Den einzelnen UVI-Werten sind Empfehlungen für die hellhäutige Bevölkerung bezüglich der zu ergreifenden UV-Schutzmaßnahmen zugeordnet. Bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen ist besonders darauf zu achten, hohe UV-Belastungen und Sonnenbrände zu vermeiden, denn besonders in der Kindheit und Jugendzeit erhöhen starke UV-Belastungen und Sonnenbrände das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Säuglinge sollen grundsätzlich nicht direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden. Von starken, nicht ärztlich kontrollierten UV-Bestrahlungen (Sonne oder Solarium) zum Zweck der Vitamin D-Bildung, der Selbsttherapie eines Vitamin D-Mangels oder der Bräunung wird dringend abgeraten. Die erstmalige Nutzung eines Solariums in jungen Jahren (< 35 Jahre) verdoppelt annähernd das Risiko, an schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) zu erkranken. In Deutschland ist für Minderjährige die Nutzung eines Solariums gesetzlich verboten. Wirtschaftliche Aspekte Der Umsatz von Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland liegt (noch) im einstelligen Milliardenbereich (laut Angaben der Industrie zwischen 907 Mio und 1,02 Milliarden Euro) und wächst jedes Jahr zwischen drei und fünf Prozent. Vitamin D3 hat daran sicher einen gehörigen Anteil. Die Beobachtung, dass es bei vielen Krankheitszuständen zu einem Mangel an Vitamin D3 kommen kann, bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass der Mangel krankheitsver-ursachend ist. Die meisten dazu angestellten Studien geben diesen Zusammenhang bislang nicht wieder, z. B. konnte kein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Auftreten und Verlauf von Mamma-Ca, KHK, Depression, Diabetes (HbA1c Erniedrigung) und der prophylaktischen Einnahme von Vitamin D3 gesehen werden. Es konnte bei einigen Erkrankungen (z. B. rektales Coloncarzinom) der Nachweis geführt werden, dass eine Vitamin D3-Unterversorgung den Krankheitsverlauf möglicherweise negativ beeinflusst. Diese Ergebnisse haben bislang kein Signifikanzniveau erreicht. 8 | 2016

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Ursachen für Vitamin D3-Mangel

ƒƒ Z unehmendes Alter verringert die Syntheserate in der Haut um ca. 75 Prozent ƒƒ Psoriasis (Verdickung der Hornschicht, Verminderung der D3-Synthese) ƒƒ Adipositas (Fettgewebe als Speicher fettlöslicher Vitamine) ƒƒ Medikamente (z. B. Antiepileptika) ƒƒ Lebererkrankungen (Hepatitis, Leberzirrhose) ƒƒ Niereninsuffizienz ƒƒ Genetische Mutation der Hydroxylase ƒƒ Tumoren ƒƒ Granulomatöse Erkrankungen ƒƒ Erkrankungen der Nebenschilddrüse ƒƒ Malabsorption (M. Crohn, Colitis ulcerosa) ƒƒ Pankreasinsuffizienz ƒƒ Sonnenlichtdefizit Die Aufnahme des Vitamin D3 über Nahrung beträgt lediglich zwischen 10 und 20 Prozent des Bedarfs und ist als alleinige Quelle zur Versorgung nicht ausreichend. Das heißt die wichtigste Quelle für Vitamin D3 ist das auf die Haut fallende Sonnenlicht. Viele ältere vor allem immobile Menschen, Menschen mit stark pigmentierter Haut und die aus kulturellen Gründen (Verhüllung, Verschleierung) kein Sonnenlicht in genügender Menge an ihre Haut lassen, können einen tatsächlichen Mangel an Vitamin D3 entwickeln. Auch der Anteil von mit Vitamin D3 unterversorgten Jugendlichen ist gerade bei jugendlichen Migranten deutlich höher als bei Jugendlichen aus Familien mit einheimischen Wurzeln. Verordnungssituation Die Verordnungsfähigkeit von Vitamin D3 und Calcium im Bereich der GKV ist eingeschränkt auf die in der Anlage I zum Abschnitt F der Arzneimittelrichtlinie (OTC-Übersicht) genannten Krankheitszustände:

ƒƒ n  ur zur Behandlung der manifesten Osteoporose (mit Fraktur ohne adäquates Trauma) ƒƒ nur zeitgleich zur Steroidtherapie, die voraussichtlich mindestens eine sechsmonatige Behandlung in einer Dosis von wenigstens 7,5 mg Prednisolon-Äquivalent bedarf ƒƒ bei Bisphosphonat-Behandlung gemäß der Angabe der jeweiligen Fachinformation bei zwingender Notwendigkeit Diagnostik Die regelhafte Bestimmung des Vitamin D-Spiegels als Screening ist keine Leistung der Krankenkassen. Die Kosten im EBM betragen für 25-OH-Cholecalciferol derzeit 18,40 Euro und für 1,25-diOH-Cholecalciferol 33,80 Euro. Bei Bestimmung des Parathormons fallen 14,80 Euro und für die Isoenzyme der akalischen Phosphatase (Knochenphosphatase) nochmals 21,40 Euro an. Die gesamt alkalische Phosphatase kostet hingegen nur 25 Cent. Als Bezugsparameter zur Diagnostik eines Vitamin D3-Mangels wird in der Regel 25-OH-Cholecalciferol Plasmaspiegel bestimmt, da es mit einer Halbwertzeit von 19 Tagen den Status der Versorgung mit Vitamin D3 am besten widerspiegelt. 1,25-di-OH-Cholecalciferol ist das im Serum vorhandene aktive Vitamin D3 und unterliegt starken Schwankungen und ist für die Fragestellung eines Mangels an Vitamin D3 weniger geeignet.

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SERVICE

Man unterscheidet in der Fachliteratur zwischen einem schweren bis mäßigen Mangel mit Symptomen von Krankheitswert (Frakturen, Deformationen des Knochens etc.) und einer Unterversorgung gemessen am 25-OH-Cholcalciferol. Von einem Vitamin D3-Mangel spricht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bei einem Spiegel für 25-OH-Cholecalciferol bei einem Wert von unter 12,5 nmol/l, eine Unterversorgung liegt vor bei Werten 25 ≤ 50 nmol/l gemessen im Blutplasma.

Selbst bei der Osteoporose und gerade im Vorfeld der durch Fraktur manifest dokumentierten Erkrankung an Osteoporose besitzt die körperliche Aktivität einen herausragenden Stellenwert (Simon von Stengel, Uni Erlangen-Nürnberg) zur Beeinflussung der Knochendichte im Vergleich zu alleinigen Vitamin D3 und Calcium-Gaben. Sturzprophylaxe mittels Training sturzrelevanter motorischer Fähigkeiten, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Gleichgewichtstraining sind die Stichworte dazu.

Therapie Die Sinnhaftigkeit einer therapeutischen Verordnung von Vitamin D3 und gegebenenfalls Calcium bei bestimmten, noch zu benennenden Erkrankungen, Risikogruppen und zur Rachitisprophylaxe im Säuglings- und Kleinkindessalter ist gegeben. Die meisten der vermeintlich unterversorgten, jungen, nicht zur Risikogruppen gehörenden Personen, die eine Substitution mit Vitamin D3 in der Praxis des niedergelassenen Arztes einfordern, könnten durch einen kurzen Aufenthalt im Freien in der Zeit von Mai bis Oktober unter den vom Bundesamt für Strahlenschutz genannten Rahmenbedingungen ihren Vitamin D3-Spiegel wieder anheben.

Die Osteoporose verursacht etwa 450.000 Frakturen in Deutschland pro Jahr. Mit ca. 130.000 Frakturen des Hüftgelenks vor allem bei älteren Menschen in Deutschland stellt diese Erkrankung eine große volkswirtschaftliche Belastung dar.

Wo der optimale Bereich der Versorgung mit Vitamin D3 liegt ist bislang weltweit nicht klar beantwortet, da jede nationale Fachgesellschaft, die sich des Themas annimmt, eigene Werte publiziert (diese schwanken zwischen 40-125 nmol/l nach Scharla et. al., Holick Amer. Endokrinologen, Leitlinie Osteoporose/Institut of medicine). Auf Grundlage derart divergierender Angaben eine breit angelegte prophylaktische Substitution zu initiieren, erscheint fraglich.

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Fazit Die Verordnung von Vitamin D3 und Calcium zulasten der Krankenkassen ist auf wenige Krankheitszustände bzw. therapiebegleitende Umstände begrenzt. Sicher sind prophylaktische Vitaminsubstitutionen für Risikogruppen außer Säuglingen aus ärztlicher Sicht wünschenswert. Über deren Wirksamkeit, bei Unkenntnis darüber, welches der optimale Plasmaspiegel von Vitamin D3 ist, wird gestritten. Es bleibt dem niedergelassenen Arzt wieder einmal überlassen, seine Schlüsse daraus zu ziehen und seine Patienten dementsprechend zu beraten, gegebenenfalls selbst für Ihre Vitamin D3-Zufuhr zu sorgen, z. B. durch Aufenthalt im Freien. Stephan ReuSS, KVSH

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Service was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und Mitarbeiter

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

thema: Heilmittelverordnungen bei Kindern

thema: Moderatorengrundausbildung

für Qualitätszirkel datum: 31. August 2016, 15.00 bis 18.00 Uhr

datum: 9. September 2016, 15.00 bis 21.00 Uhr 10. September 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr

Die Verordnungszahlen für Heilmittel liegen in Schleswig-Holstein seit Jahren deutlich über dem Bundesdurchschnitt, ohne dass es dafür eine Evidenz gibt. Seit 2014 führt die KVSH Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte und Mitarbeiter zum Thema „Verordnungen“ durch.

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können.

Aufgrund eines Infobriefes an Kinder- und Jugendärzte, Hausärzte sowie Kinder- und Jugendlichenpsychiater zum Thema „Ergotherapie bei Kindern“ haben wir die Rückmeldung erhalten, dass ein großes Interesse an weiterführenden Informationen besteht. Dr. Michael Hauch ist Kinderarzt in Düsseldorf und hat das Buch „Kindheit ist keine Krankheit“ geschrieben. Er schildert darin den Alltag eines Kinderarztes, der häufig mit Wünschen von Eltern oder Erziehern für eine Therapie bei Kindern konfrontiert wird. Wir haben Herrn Dr. Hauch eingeladen, hier in Schleswig-Holstein einen Vortrag zum Thema „Heilmittelverordnungen bei Kindern“ zu halten. ORT: Hörsaal der Chirurgie der Universitätsklinik Schleswig-Holstein, Arnold-Heller-Str. 7, Haus 18, 24105 Kiel Teilnahmegebühr: kostenlos

Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen. Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln

Fortbildungspunkte: 4 (Bitte Barcode-Aufkleber mitbringen) Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1–6, 23795 Bad Segeberg TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird die rechtzeitige Anmeldung empfohlen. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt und gelten als bestätigt, sofern Sie keine anderweitige Meldung bekommen!

Teilnahmegebühr:  200 Euro inkl. Material und Verpflegung Fortbildungspunkte:.20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abteilung Struktur und Verträge Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Anna-Sofie Reinhard Ellen Roy Tel. 04551 883 362 04551 883 931 Fax 04551 883 390 04551 883 390 E-Mail anna-sofie.reinhard@kvsh.de ellen.roy@kvsh.de 8 | 2016

Regina Steffen Tel. 04551 883 292 Fax 04551 883 374 E-Mail regina.steffen@kvsh.de Nordlicht

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Paul Brandenburg 04551 883 637 04551 883 374 paul.brandenburg@kvsh.de 37


SERVICE

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte und Mitarbeiter

thema: QEP®-Einführungsseminar

thema: Rund um Verordnungen

datum: 23. September 2016, 15.00 bis 21.00 Uhr 24. September 2016, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 28. September 2016, 15.00 bis 18.00 Uhr 5. Oktober 2016, 15.00 bis 18.00 Uhr

Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung

Was gibt es zu beachten bei Arzneimitteln, Heilmitteln, Hilfsmitteln, Impfungen oder Krankentransporten? Unser Ziel ist es, Sie bei einer qualitätsgesicherten und wirtschaftlichen Verordnungsweise zu unterstützen.

Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge; erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis

Teilnahmegebühr: k ostenlos

ORT/September-termin: C onventGarten, Hindenburgstr. 38–42, 24768 Rendsburg ORT/Oktober-termin: Genießer Hotel „Altes Gymnasium“, Süderstr. 2-10, 25813 Husum

Fortbildungspunkte: 4 (Bitte Barcode-Aufkleber mitbringen) TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 2 00 Euro, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung Fortbildungspunkte: 18 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung und im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Struktur und Verträge

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

Heidi Dabelstein Tel. 04551 883 353 Fax 04551 883 7353 E-Mail heidi.dabelstein@kvsh.de

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Service

Veranstaltungen KVSH

14. September 2016, 16.00 bis 18.00 Uhr

Effiziente Ödemtherapie für mehr Lebensqualität

7. September 2016, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de

Ort: media docks Lübeck, Eames Room, Willy-Brandt-Allee 31a Info: Anmeldung bis 7. September 2016 unter Fax 0451 8907123, Fortbildungspunkte sind beantragt, organisiert wird die Veranstaltung durch das Lymphnetzwerkes Lübeck e. V.

E-Mail: anmeldung@schuett-grundei.de www.lymphnetzwerk-luebeck.de 14. September 2016, 18.00 bis 20.00 Uhr

Lebererkrankungen Ort: Strandhotel Glücksburg, Kirstenstraße 6, 24960 Glücksburg Info: Tel. 0461 816 2511, Referenten: PD Dr. A. Franke, Prof. Dr. S. Timm, Medizinische Klinik II, Klinik für Chirurgie (St. Franziskus-Hospital) www.malteser-franziskus.de

Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de

17. September 2016, 9.00 bis 17.10 Uhr

www.kvsh.de

CT und MRT des Herzens, 1. Teil: Herz-MRT Ort: Universität zu Lübeck, Audimax, Hörsaal AM4, Mönkhofer Weg, 23562 Lübeck Info: Tel. 0451 500 2129, Fax 0451 500 6497 Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 9. September 2016 erbeten! www.uksh.de/radiologie-luebeck

26. Oktober 2016, 14.00 bis 17.00 Uhr

Infomarkt der KVSH Ort: Abgeordnetensaal der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Info: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. www.kvsh.de

17. September 2016, 10.00 bis 16.30 Uhr

Schleswig-Holstein

Achtsamkeit und Meditation

3. September 2016, 13.00 bis 18.00 Uhr

Edmund-Christiani-Seminar (ECS): Meet & Greet Ort: Bildungszentrum Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 2, 23795 Bad Segeberg Info: Ärzte, medizinisches Assistenzpersonal, Pflegekräfte und alle Interessierte können einen Blick hinter die Kulissen des ECS werfen und Neues aus dem medizinischen Assistenzbereich und dem Fort- und Weiterbildungskonzept des ECS erfahren. Rabea Brunke, Tel. 04551 803 706, Fax 04551 803 701. Die KVSH stellt den sicheren Kommunikationsdienst SafeMail und aktuelle eHealth-Projekte vor. E-Mail: rabea.brunke@aeksh.de www. aeksh.de

14. September 2016, 15.00 bis 18.30 Uhr

Einsteigerkurs: Spermiogrammanalyse nach WHO 2010 Ort: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Sektion für gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, Kursraum Transitorium, Haus 53 (Eingang gegenüber Pathologie) Info: Aus organisatorischen Gründen wird um eine Voranmeldung bis zum 31. August 2016 gebeten, Annett Sarömba, 0451 500 2144, Fax 0451 500 3446 E-Mail: Annett.Saroemba@uksh.de www.uksh.de

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Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

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Ort: Zenkreis Kiel e. V., Grasweg 30-32, 24118 Kiel Info: Anerkannte Fortbildungsveranstaltung, Kategorie C, 5 Punkte, Tel. 0431 5448836 E-Mail: dr.kubsda@gmx.de

23. September 2016, 9.00 bis 18.30 Uhr 24. September 2016, 9.00 bis 12.15 Uhr

16. Summerschool: Transplantationsnephrologie Ort: Hörsaal der Klinik für Dermatologie, Haus 19, Arnold-Heller-Str. 3, 24105 Kiel Info: Anmeldung online über: www.nephrologie-uni-kiel.de „Veranstaltungen – Summerschool 2016“, A. Blunk, B. Ueberle, Tel. 0431 597 1338, Fax 0431 597 1337 E-Mail: barbara.ueberle@uksh.de www.nephrologie-uni-kiel.de

28. September 2016, 16.30 Uhr

Bebo-Konferenz: Update sakrale Neuromodulation bei der Behandlung der Stuhlinkontinenz Ort: UKSH, Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, Haus 13 Info: Anmeldung: Tel. 0451 500 6113, Referent: Dr. Bouchard, Chirurgie www.uksh.de

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 40

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Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 ak t u e l l

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Service kontakt

HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Melanie Lübker�������������������������������������������������������������������������������� 427 Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 8 | 2016

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Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Paul Brandenburg���������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 527 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Theresa Gerdts���������������������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 ak t u e l l

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Service kontakt

Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� 351 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Impressum Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht aktuell

Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 8 | 2016

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

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