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nr. 8 | 2013

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassen채rztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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August 2013 | 16. Jahrgang

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Bundestagswahl 2013

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Richtungsentscheidung in der Gesundheitspolitik


Inhalt seite

rubrik/Thema

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TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

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Analyse zur Bundestagswahl 2013: Gesundheitspolitik in den Wahlprogrammen

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Reformierte Dualität: Ambulante Versorgung und einheitlicher Krankenversicherungsmarkt

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Dr. Christian Sellschopp, Vorsitzender der Abgeordnetenversammlung: „Schwarz-gelbe Koalition in Argumentationsnöten?“

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Dr. Volker Leienbach, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Verbands der Privaten Krankenversicherung: „Bürgerversicherung – Eine Reform zulasten der Patienten“

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Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbands Deutschland: „Eine solidarische Bürgerversicherung ist möglich“

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Martin Litsch, Vorsitzender der AOK NordWest: „Mehrere Wege führen zum Ziel“

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Nachrichten Kompakt

Dualismus aus Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung oder Einführung einer Bürgerversicherung? Die politischen Parteien gehen mit zwei vollkommen unterschiedlichen gesundheitspolitischen Konzepten in die Bundestagswahl. Das Nordlicht hat die Wahlprogramme der im Bundestag vertretenen Parteien analysiert und prominente Meinungen zur umstrittene Bürgerversicherung eingeholt.

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Gesundheitspolitik 20

Umfrage: Versicherte vergeben Top-Noten für Schleswig-Holsteins Ärzte

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Bewertungportal: Zwischenbilanz des KBV-Krankenkassen-Navigators

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Kommentar: Nebelschwaden

Praxis & KV 24

Alles soll besser werden: Fragen und Antworten zur Impfsaison 2013/2014

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Bindeglied zur Basis: Dr. Bettina Schultz ist neue Kreisstellenvorsitzende in Ostholstein

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Bedarfsplanung: Neuregelung des Sonderbedarfs

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Von der Abrechnung zum Honorar: Das passiert mit Ihren Abrechungsunterlagen

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Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen

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Neues aus KBV und KVen

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Handlungsbedarf bei Gruppenpsychotherapie: Die Probleme bleiben

Die Menschen im Land 34

Praxisjubiläum: 40 Jahre Freude am Beruf

Service

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Sicher durch den Verordnungsdschungel: Arzneimittelrezepte und STIKO-Impfempfehlung

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Sie fragen – wir antworten

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Telematik: Wenn der Bundesnachrichtendienst nicht mitlesen soll

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Seminare Nordlicht

Für die Patienten ist der Fall eindeutig: Die niedergelassenen Ärzte in Schleswig-Holstein verdienen Bestnoten. In einer Umfrage bewerten 93 Prozent der Befragten die fachliche Kompetenz des zuletzt besuchten Arztes mit „ gut“ oder „ sehr gut“. Das Vertrauensverhältnis zum Arzt beschreiben 95 Prozent als „ gut“ oder „ sehr gut“ – im Ländervergleich ist das der beste Wert.

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Eggert Schiele hat allen Grund zum Feiern. Der Hausarzt führt seit 40 Jahren seine Praxis in Wrist. Er ist damit einer der fünf dienstältesten Hausärzte in SchleswigHolstein. Im NordlichtInterview zieht der überzeugte Landarzt eine eindeutige Bilanz: „ Ich würde es wieder so machen.“

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht nr. 8 | 2013 EDITORIAL Dr. Ralph Ennenbach, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, Mythen, Mystik und Märchen in der Gesundheitspolitik ... lassen sich mitunter von den Fakten schlecht trennen. Das gilt wohl generell für Systeme, die komplex oder undurchschaubar erscheinen. Wenn etwas kompliziert genug wird, macht man sich umso schönere, einfache Ersatzbilder und vertraut auf deren Glanz. Je weniger Einsicht in Details und deren oft verschachtelte Zusammenhänge, umso einfacher lassen sich leichte Bilder bedienen. Ein „leichtes Bild“ ist dasjenige der Bürgerversicherung. Auf den ersten Blick passt alles zusammen: Alle Bürger sind vor den Augen der Kassenfinanzen gleich. Ein jeder wird gleichbehandelt. Je länger man sich mit dieser naiven Malerei auseinandersetzt, umso mehr Zweifel müssen einem kommen. Erstens neigen solche Systeme über kurz oder lang zum totalen Stillstand, während eine existente Privatversicherung immer quasi die Alternative vor Augen führt, damit Druck auf die Gesetzliche Krankenversicherung erzeugt wird und so zur Verjüngung der GKV beiträgt. Zweitens nimmt man dem Gesamtsystem eine Finanzierungssäule weg, ohne mit der notwendigen Klarheit den Ersatz dafür zu beschreiben. Ob es den jemals geben würde, bleibt eher eine offene Frage. Drittens buttert das Diktat der Gleichheit andere Prinzipien wie die Eigenverantwortlichkeit noch weiter unter, als es in den letzten Jahren ohnehin schon passiert ist. Aber soll man sich hier beirren lassen? Für mich ist die Vorstellung der Bürgerversicherung eine Illusion, die an diversen rechtlichen und politischen Widerständen scheitern wird. Am Ende wird sich ohnehin niemand mit den Beamten anlegen wollen. Sie werden womöglich fragen: Warum wird dann von einigen Parteien soviel auf das Thema gegeben? Ich denke, weil es eine perfekte Ablenkung von der Realität ist. Auf dem Grabbeltisch von Gleichheit und Solidarität braucht man sich über Konkretes keine Gedanken zu machen. Das eigentliche Thema „Gesundheitsversorgung konkret“ wirkt derzeit wie geparkt. Es gilt offenbar das alte Bonmot, dass man mit diesem Thema zwar Wahlen verlieren aber nicht gewinnen kann. Trotz allem Sommertheater möchten wir Ihnen in diesem Heft Gelegenheit geben, sich über die Bilder der Parteien zum Thema Gesundheit zu informieren. Auch wenn die Gesundheitspolitik aktuell ein Dornröschen sein mag, wird auch dieses irgendwann von der Realität wachgeküsst. In dem Sinne viel Spaß beim Lesen,

Ihr

Dr. Ralph Ennenbach

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Titelthema B u n destagswahl 2 0 1 3

Parteien zur Wahl

Was die Wahlprogramme zur Gesundheitspolitik sagen. Ihre Programme seien im Wesentlichen gleich, die Unterschiede immer weniger erkennbar. So lautet ein viel bemühtes Klischee über die Parteien. Der Bürger habe, so das Vorurteil, gar keine richtige Wahl mehr, egal, wo er auf dem Stimmzettel sein Kreuz mache. Selbst Heribert Prantl, renommierter Journalist der Süddeutschen Zeitung, urteilte kürzlich, dass „die fundamentalen Unterschiede zwischen den großen Parteien so gut wie verschwunden“ seien.

Ebenso deutlich ist die Absage der Koalition an eine Bürgerversicherung. Sie werde, warnte der liberale Gesundheitsminister Daniel Bahr beim Deutschen Ärztetag in Hannover, „die Versicherten und Patienten zum Bittsteller einer Einheitskasse machen.“ Ein Blick in die Wahlprogramme zeigt: In der Gesundheitspolitik sind die Unterschiede zwischen den Parteien deutlich erkennbar. Und das nicht nur beim Thema „Bürgerversicherung“. Union verspricht Kontinuität

Mag dieser Eindruck bei flüchtiger Betrachtung in dem einen oder anderen Politikfeld entstehen, so gilt dies nicht für die Gesundheitspolitik. Denn in der gesundheitspolitisch zentralen Frage, wie die Krankenversicherung in Deutschland künftig organisiert sein soll, stehen im Herbst zwei grundverschiedene Ansätze zur Wahl. Während die derzeitigen Regierungsparteien CDU/CSU und FDP am bewährten Dualismus aus Gesetzlicher (GKV) und Privater Krankenversicherung (PKV) festhalten wollen, fordern die Oppositionsparteien im Bundestag, SPD, Grüne und Linkspartei, einen radikalen Kurswechsel. Für den Fall eines Wahlsieges haben sie die Einführung einer Bürgerversicherung und damit das Aus für die PKV in ihrer bisherigen Form angekündigt. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat im Februar gegenüber „Spiegel Online“ hervorgehoben, welchen zentralen Stellenwert dieses Vorhaben für ihre Partei hat: „Wir werden die Bürgerversicherung zu einem der Top-Themen im Wahlkampf machen.“ 4

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CDU und CSU setzen den Forderungen nach einer Bürgerversicherung ein kurzes, aber deutliches „Nein“ entgegen: „Eine staatliche Einheitsversicherung für alle lehnen wir ab“, stellen die Schwesterparteien in ihrem gemeinsamen Wahlprogramm fest und heben ausdrücklich die Pluspunkte für die PKV hervor: „Die Private Krankenversicherung mit ihren individuellen Kapitalrücklagen, um steigende Kosten im Alter abzudämpfen, leistet einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Umsetzung von Neuerungen im Gesundheitswesen.“

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Titelthema Auch im Bereich der GKV halten Christdemokraten und Christsoziale wenig von einer Einheitskasse: „Wir bekennen uns zum Wettbewerb der Krankenkassen.“ Im Wahlprogramm weisen die Unionsparteien zudem stolz auf die aus ihrer Sicht gute Bilanz des eigenen Regierens hin und argumentieren, dass ihre „erfolgreichen Reformen“ die GKV-Beiträge stabil gehalten und für „erhebliche Rücklagen“ bei Gesundheitsfonds und Krankenkassen gesorgt hätten. Geld, das nach Ansicht von CDU und CSU den Versicherten gehört. Deshalb, so die Ankündigung, sollen die Krankenkassen verpflichtet werden, Rücklagen, die „die gesetzliche Mindestreserve um ein Mehrfaches überstiegen“ als Prämie an ihre Mitglieder auszuschütten. In ihrem Wahlprogramm bekennen sich die beiden Parteien zu einer „gut erreichbaren Versorgung durch Ärzte und Krankenhäuser, vor allem in ländlichen Regionen“ und fordern eine Steigerung der Attraktivität des Hausarztberufes, ohne Einzelheiten zu nennen, wie dies erreicht werden soll. Zudem sprechen sich CDU und CSU dafür aus, dass der Notendurchschnitt nicht mehr alleiniges Kriterium bei der Vergabe von Medizinstudienplätzen sein soll. Persönliche Eignung, Engagement und einschlägige berufliche Vorerfahrungen sollen ebenso Berücksichtigung finden wie die Bereitschaft des Studienplatzbewerbers, nach der Ausund Weiterbildung in einer vom Ärztemangel bedrohten Region tätig zu werden. Eher allgemein bleiben die Aussagen zur Krankenhausversorgung. Die Union hat sich jedoch vorgenommen, in ländlichen Regionen und strukturschwachen Stadtteilen die Leistungsangebote der Kliniken „noch besser“ aufeinander abzustimmen. Das „Regierungsprogramm 2013-2017“ enthält auch einige grundsätzliche Positionierungen, so z. B. das klare Bekenntnis zur freien Arzt- und Krankenhauswahl, zur Therapiefreiheit und zur Unabhängigkeit der freien Gesundheitsberufe als „Kern unseres freiheitlichen Gesundheitswesens“. Die Union benennt als übergeordnetes Ziel ihrer Gesundheitspolitik, dass auch in Zukunft jeder Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung unabhängig von Einkommen, Alter oder gesundheitlichem Zustand haben soll, ergänzt aber, dass in einem „solidarischen Gesundheitswesen“ die Hilfe für Kranke und Ältere und die Eigenverantwortung „zwei Seiten ein und derselben Medaille sind.“ FDP gegen Staatsmedizin Auch die FDP, die seit 2009 den Gesundheitsminister stellt, spricht sich in ihrem Bundestagswahlprogramm für ein „freiheitliches Gesundheitssystem“ aus, das „Solidarität und Eigenverantwortung“ verbindet. Deutlich grenzen sich die Liberalen von jenen ab, die eine Bürgerversicherung und mehr Staatseinfluss auf die Gesundheitsversorgung befürworten: „Wir sind gegen eine zentralistisch gelenkte Staatsmedizin, die nur zu Bevormundung, Mangelverwaltung und Wartelisten führt und den Patienten zum Bittsteller macht. (...) Einer Einheitskasse mit Einheitsversorgung für den Einheitspatienten erteilen wir eine Absage.“ Die FDP betont die Bedeutung der Wahlfreiheit für die Bürger auch im Gesundheitswesen, hebt in diesem Zusammenhang insbesondere die freie Wahl des Arztes und des Krankenhauses, die Therapiefreiheit sowie die freie Wahl der Krankenversicherung hervor, und verbindet dies mit einem Bekenntnis zu einer starken Privaten Krankenversicherung. 8 | 2013

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Als einzige im Bundestag vertretene Partei fordert die FDP explizit die „Abschaffung der Budgetmedizin“, eine leistungsgerechte Vergütung und die Einführung des Kostenerstattungsprinzips. Ausdrücklich hebt der kleine Koalitionspartner hervor, dass die Freiberuflichkeit ein Garant für ein leistungsfähiges Gesundheitswesen sei. Das moderne Gesundheitswesen stellt die FDP in ihrem Programm fest, „versteht die Beteiligten nicht als Einzelkämpfer.“ Vielmehr spielten Kooperation, Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung eine große Rolle. Die Partei setze sich aber dafür ein, „dass die Aufgaben zwischen den Beteiligten klar geregelt und verteilt sind.“ Bei der Frage der Finanzierung der Gesundheitsversorgung in Zeiten des demografischen Wandels enthält das liberale Wahlprogramm ein Alleinstellungsmerkmal: Die FDP ist die einzige Partei, die sich für eine Stärkung der Kapitaldeckung ausspricht. In der privaten Pflege-Vorsorgeförderung habe die FDP einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung erreicht: „Diesen Weg wollen wir fortsetzen“, so die Ankündigung. SPD setzt auf Bürgerversicherung Wichtigstes gesundheitspolitisches Vorhaben der SPD ist die Einführung einer Bürgerversicherung „als Krankenvoll- und Pflegeversicherung“ für alle Bürger. Die Partei hebt hervor, dass sie „an einem gegliederten, öffentlich-rechtlichen und selbstverwalteten Kassensystem als tragende Säule der Gesetzlichen Krankenversicherung“ festhalten wolle. Bisherigen PKV-Versicherten soll eine Frist von einem Jahr eingeräumt werden, um zu entscheiden, ob sie in der PKV bleiben oder in die Bürgerversicherung wechseln wollen. Untersagt werden soll der PKV jedoch, neue Kunden zu gewinnen: „Für alle Neu- und bislang gesetzlich Versicherten wird die Bürgerversicherung verbindlich eingeführt“, so die unmissverständliche Ankündigung der SPD. Ziel der Bürgerversicherung sei die Stärkung der „Solidarität zwischen hohen und niedrigen Einkommen.“ Die einkommensunabhängigen Zusatzbeiträge, von der schwarz-gelben Koalition 2011 eingeführt, sollen abgeschafft werden. Das Einfrieren des Arbeitgeberanteils zur Krankenversicherung will die Partei wieder aufheben, um eine „tatsächliche Parität“ herzustellen. Zudem kündigt die SPD an, eine Stabilisierung der Finanzierung der Gesundheitskosten durch eine „stetig ansteigende Steuerfinanzierung“ erreichen zu wollen. Die Bürgerversicherung wird, so ist dem Wahlprogramm zu entnehmen, deutliche Folgen für die Vergütung der Ärzte haben. So kündigt die SPD an: „Mit der Bürgerversicherung werden wir ein einheitliches Versicherungssystem mit einer einheitlichen Honorarordnung für die Gesetzlichen wie Privaten Krankenversicherungen einführen.“ Zwar verspricht die Partei, dass das „Gesamthonorarvolumen“ nicht „geschmälert“, sondern nur „gerechter verteilt“ werde, geht aber nicht weiter ins Detail. Darüber hinaus kündigt die SPD an, die „Honorierung ambulanter Leistungen im ambulanten und stationären Bereich“ angleichen zu wollen.

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Titelthema B u n destagswahl 2 0 1 3 Als Antwort auf eine von der Partei befürchtete Verschärfung der Versorgungssituation, etwa in ländlichen Regionen oder sozialen Brennpunkten, will die SPD unter anderem „die flächendeckende hausarztzentrierte Versorgung sowie die Vernetzung zwischen Leistungserbringern der verschiedenen Gesundheitsberufe“ stärken. Eine Renaissance soll die integrierte Versorgung erleben, die die SPD „mit einer eigenständigen zweckgebundenen Finanzierung neu anstoßen und verstetigen“ will. Hiervon verspricht sich die SPD eine „qualitätsgesicherte Zusammenarbeit zwischen haus-, fach- und spezialärztlichem Bereich, den nicht-ärztlichen Heilberufen, den ambulanten und stationären Sektoren sowie zwischen pflegerischem, rehabilitativem und medizinischem Bereich.“ Dieser Grundphilosophie folgt auch die Forderung nach einer „sektorenübergreifenden Bedarfsplanung.“ Im Bereich der Krankenhausfinanzierung liegt der Fokus der SPD darauf, „gute Arbeitsbedingungen“ für die Beschäftigten zu schaffen. Deshalb sollen „die Personalkosten ausreichend berücksichtigt werden, damit die Krankenhäuser nicht auf ungerechtfertigte Mengenausweitung ausweichen.“ Darüber wollen die Sozialdemokraten Prävention und Gesundheitsförderung zu Schwerpunkten ihrer Politik machen und die Patientenrechte ausweiten. Grüne sehen Schieflage im Gesundheitssystem Bei den Grünen steht die Bürgerversicherung ganz oben auf der Prioritätenliste. Aus Sicht der Partei ist das Gesundheitssystem „in eine Schieflage geraten“, da Privatversicherte „häufig privilegiert“ seien, „Vorzugsbehandlungen“ erhielten und nur ihr „eigenes, meist unterdurchschnittliches Krankheitsrisiko“ versicherten. Die Grünen kündigen deshalb an: „Diese Zwei-Klassen-Medizin in unserem Gesundheitswesen wollen wir beenden. Unsere Alternative ist die grüne Bürgerversichung: eine für alle statt jeder für sich.“ Im Gegensatz zur SPD wollen die Grünen „alle Einkommensarten gleichbehandeln und zur Finanzierung heranziehen. Also neben Arbeitseinkommen und Renten auch Kapitaleinkommen, zum Beispiel durch Aktiengewinne, Zinsen, Spekulationsgewinne und Mieteinnahmen.“ Darüber hinaus sollen die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung auf das in der Rentenversicherung geltende Niveau angehoben und das Festschreiben des Arbeitgeberbeitrags rückgängig gemacht werden. Die Grünen betonen, dass ihre Bürgerversicherung keine Einheitsversicherung sei. Sowohl gesetzliche als auch private Krankenversicherer könnten die Versicherung anbieten. Zugleich aber macht die Partei deutlich: „Allerdings gilt eine gemeinsame Honorarordnung.“ Art und Ausmaß der Behandlung, so die Grünen weiter, dürften nicht davon abhängen, ob der Patient gesetzlich oder privat versichert sei. Zudem wird angekündigt, dass die Beiträge zur Bürgerversicherung „strikt einkommensbezogen“ zu erheben seien, womit der bisherigen Beitragskalkulation der PKV die Grundlage entzogen wäre. Ähnlich wie die SPD versprechen die Grünen, dass die „höheren Honorare, die heute über die Privatversicherten an die Ärzteschaft und an die anderen Gesundheitsberufe fließen, insgesamt erhalten bleiben und gerechter verteilt werden.“ Wie eine gerechte Verteilung aussehen soll, wird jedoch nicht präzisiert. 6

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Ein weiteres Anliegen der Grünen: Die Stärkung einer Primärversorgung, in „der Haus- und Kinderärzte sowie Angehörige weiterer Gesundheitsberufe auf Augenhöhe“ zusammenarbeiten. Zur Etablierung einer solchen Primärversorgung fordert die Partei u. a. „die Aufwertung der Hausärzte und des Berufsbildes der Pflege, eine veränderte Aufgabenverteilung zwischen den Gesundheitsberufen und ein Vergütungssystem (...), das die besonderen Leistungen der Primärversorgung, wie die Beratung und Begleitung der Patienten, berücksichtigt.“ Auch Hausarztverträge wollen die Grünen stärken, ohne jedoch ihre verbindliche Einführung einzufordern: „Hausarztverträge können dabei ein Beitrag sein, um eine wohnortnahe Primärversorgung zu gewährleisten und die Qualität der Versorgung zu verbessern.“ Bei der „Ausgestaltung der Gesundheitsversorgung“ will die Partei, dass Kommunen und „regionalen und lokalen Zusammenschlüssen von Patientinnen und Patienten sowie Gesundheitsberufen künftig eine größere Rolle“ zukommt, damit die Versorgungsstrukturen stärker auf den örtlichen Bedarf ausgerichtet und mit kommunalen sozialen Diensten verknüpft werden können. Mit Blick auf die Kliniken versprechen die Grünen eine bessere Finanzausstattung und kündigen an, dass der Patientennutzen und die Behandlungsqualität stärker in die Vergütung eingehen sollen. Um die Versorgung insbesondere in ländlichen Regionen zu stärken setzt die Partei auf eine bessere Zusammenarbeit der Krankenhäuser untereinander und mit den ambulanten Strukturen, wobei die Grünen beim letztgenannten Punkt tiefere Eingriffe in die bisherigen Strukturen planen: „Dafür streben wir unter anderem ein einheitliches Vergütungssystem für alle fachärztlichen Leistungen an, gleichgültig, ob sie im Krankenhaus oder in der Facharztpraxis erbracht werden.“ Zudem fordern die Grünen mehr Transparenz und Informationsangebote für die Patienten, unter anderem durch die Schaffung einer der „Stiftung Warentest“ vergleichbaren Einrichtung für das Gesundheitswesen und eine Stärkung der unabhängigen Patientenberatung. Sie sprechen sich für mehr Anstrengungen im Bereich der Prävention aus, auch durch die Einbeziehung der Stadtplanung sowie der Umwelt-, Verkehrs-, Schul- und Sportpolitik in die diesbezüglichen Anstrengungen. Linkspartei will Trennung von ambulanter und stationärer Versorgung aufheben Eine Bürgerversicherung („eine Kasse für alle“) will auch die Linkspartei einführen. Die private Vollversicherung sei dann „überflüssig und wird abgeschafft“. Ähnlich wie die Grünen wollen auch die Linken alle Einkommensarten beitragspflichtig machen. Die Beitragsbemessungsgrenze soll gänzlich entfallen. Die Partei verspricht, dass in ihrem Bürgerversicherungsmodell der Beitragssatz für Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf einheitlich 5,25 Prozent gesenkt werden könnte (statt derzeit 8,2 bzw. 7,3 Prozent). Die Linke kündigt an, dass sie „jegliche Zuzahlungen und Zusatzbeiträge“ abschaffen will.

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Titelthema Auch die ambulante Versorgung soll, geht es nach den Vorstellungen der Partei, ein völlig neues Gesicht bekommen. So wird im Wahlprogramm angekündigt: „Die Trennung von ambulanter und stationärer Versorgung muss aufgehoben und den Krankenhäusern erlaubt werden, eine Ambulanz oder Poliklinik zu führen.“ Entsprechend soll auch die Bedarfsplanung „sektorenübergreifend“ erfolgen und alle Gesundheitsberufe, nicht nur die Ärzte, umfassen. Die Krankenhausfinanzierung will die Linkspartei ebenfalls umkrempeln. Die DRGs seien als „marktwirtschaftliches Entgeltsystem“ unvereinbar mit Sinn und Zweck von „Einrichtungen der Daseinsvorsorge“. Die Partei spricht sich nicht nur gegen weitere Privatisierungen von Krankenhäusern aus, sondern fordert, auch bereits privatisierte Häuser zurück „in öffentliche und nichtkommerzielle Trägerschaft“ zu überführen.

Nach der Wahl könnte es spannend werden Die Bundestagswahl ist, die Aussagen der Parteien in ihren Programmen verdeutlichen es, auch eine Richtungsentscheidung in der Gesundheitspolitik. Kommt eines der „Lager“ an die Macht, ist es einfach. Gewinnt schwarz-gelb die Bundestagswahl, wird sich am System von GKV und PKV wenig ändern. Beide Parteien setzen auf Kontinuität und wollen an ihre Politik der vergangenen vier Jahre anknüpfen. Gibt es eine rot-grüne Mehrheit, stehen alle Zeichen auf Einführung einer Bürgerversicherung einschließlich der Umwälzungen, die sich dadurch in der ambulanten Versorgung ergeben, z. B. durch ein Einheitshonorarsystem. Spannender wird es, wenn die Wahl ausgeht, wie es viele der Umfragen vorhersagen, nämlich dass keines der Lager eine eigene Mehrheit erreicht und es zu einer Großen Koalition kommt. Wie dann ein Kompromiss zwischen den grundverschiedenen Ansätzen von CDU/CSU und SPD aussehen könnte, ist offen. Delf Kröger, KVSH

Die Programme der Parteien zur Bundestagswahl in voller Länge CDU/CSU www.cdu.de/regierungsprogramm SPD www.spd.de/95466/regierungsprogramm_2013_2017 B’90/Die Grünen www.gruene.de/partei/gruenes-wahlprogramm-2013.html FDP www.fdp.de/Der-Weg-zum-Buergerprogramm/1793b658/index.html Linkspartei www.die-linke.de/wahlen/wahlprogramm/

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Titelthema R eformplä n e

Ambulante Versorgung und einheitlicher Krankenversicherungsmarkt Bleibt es nach der Bundestagswahl bei dem dualen Krankenversicherungssystem aus Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung oder kommt es zu einer Reform, bei der am Ende die sogenannte Bürgerversicherung steht? Die SPD hat sich in dieser Frage klar positioniert und setzt sich vehement für einen Systemumbau ein. Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der Sozialdemokraten und Mitglied im Kompetenzteam von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, trommelt für die Bürgerversicherung und hat dabei vor allem die Vorteile für die Versicherten im Blick. Die Beiträge zur Gesetzlichen Krankenversicherung würden dann sinken, weil künftig mehr junge Gutverdiener in das System einzahlen, prophezeite Lauterbach jüngst in einem Zeitungsinterview. Außerdem – fügte der SPD-Politiker hinzu – gebe es mit der Bürgerversicherung keine Patienten zweiter Klasse mehr, weil die Honorare für Ärzte und Kliniken angeglichen würden. Für das Nordlicht analysiert Dr. Thomas Drabinski, Leiter des Kieler Instituts für Mikrodaten-Analyse, die Reformpläne und die Auswirkungen einer Bürgerversicherung auf den ambulanten Bereich.

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Titelthema Treiber des Diskussionsprozesses Konzepte eines einheitlichen Krankenversicherungsmarktes werden in verschiedenen Versionen und Ausgestaltungen von Parteien und Organisationen im gesundheitspolitischen Diskussionsprozess gefordert. Im politischen Bereich firmiert der einheitliche Krankenversicherungsmarkt unter dem Begriff „Bürgerversicherung“, im Bereich der Organisationen auch unter dem Begriff „einheitliche“ oder „integrierte“ Krankenversicherung.1

Zu den finanzierungsseitigen Maßnahmen zählen insbesondere: ƒƒBeitragsbemessungsgrundlage: Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und aus Zins- und Kapitalerträgen sollen zusätzlich in der Beitragsbemessungsgrundlage berücksichtigt werden. Dies wäre mit neuen Meldeverfahren zwischen Finanzamt und Krankenkasse verbunden. Auch wäre eine Verbeitragung direkt durch das Finanzamt möglich, wodurch die Gesetzlichen Krankenkassen überflüssig wären und die Einheitskasse dann von den Finanzämtern administriert würde. ƒƒZusätzlich sollen die Bundeszuschüsse (= Steuermittel) erhöht werden, indem neue Gesundheitssteuern (z. B. Gesundheits-Solidarzuschlag) bzw. eine Erhöhung bestehender Steuersätze (z. B. Kapitalertragsteuer) umgesetzt werden, um den Anteil der Steuersubventionen im Gesundheitsfonds zu erhöhen. ƒƒDie Beitragsbemessungsgrenze soll angehoben werden: Für Arbeitgeber wird unter anderem auch ein Wegfall der Beitragsbemessungsgrenze diskutiert, wodurch der Arbeitgeberbeitrag eine echte ArbeitgeberGesundheitssteuer würde. Die Beitragsbemessungsgrenze der Arbeitnehmer soll bis auf das Niveau der Rentenversicherung (von 3.937,50 Euro auf 5.800,00 Euro) angehoben werden. ƒƒEinige Konzepte sehen vor, dass nichterwerbstätige Ehepartner zur Beitragszahlung herangezogen werden sollen, wenn sie keine Erziehungs- oder Pflegeaufgaben erfüllen.

Krankenversicherungssystem im einheitlichen Krankenversicherungsmarkt Gegenüber dem Status quo des dualen Krankenversicherungssystems aus GKV und PKV sollen im einheitlichen Krankenversicherungsmarkt („Einheitsmarkt“) die PKV-Unternehmen aufgelöst und in die GKV-Struktur nach SGB V integriert werden. Zugang zur PKV geschlossen Der Zugang zur PKV-Krankenvollversicherung wird geschlossen: Für Neubeamte, für Berufseinsteiger sowie für Selbstständige und Angestellte mit höheren Einkommen soll es verboten sein, sich in einer PKV-Krankenvollversicherung zu versichern. Wechselrechte Für PKV-Bestandsversicherte sollen Wechselrechte in den Einheitsmarkt eröffnet werden. Mit dem Wechsel sollen auch die in der PKV gebildeten Alterungsrückstellungen (ca. 50-150 Euro je Versicherter je Monat, abhängig vom abgeschlossenen PKV-Vertrag) quasi als Eintrittsgeld in das solidarische System in den Gesundheitsfonds eingezahlt werden. Die Schließung der PKV für Neukunden und die Eröffnung von Wechselrechten aus der PKV in die GKV sollen das heutige Geschäftsmodell der PKV beenden. Ob für die PKV in diesem Zusammenhang ein Versicherungsmarkt für Private Zusatzversicherungen verbleibt, ist ungeklärt, da zu erwarten ist, dass die dort abzusichernden medizinischen Leistungen eher Teil des Leistungskatalogs des Einheitsmarktes sein werden. Finanzierungssystem im einheitlichen Krankenversicherungsmarkt Ziel des einheitlichen Krankenversicherungsmarktes ist es, die Demografie bedingte Ausgabendynamik sowie die Kostendynamik des medizinisch-technischen Fortschritts so weit wie möglich abzufangen. Hierzu sind finanzierungsseitig zusätzliche Einkommensumverteilungen sowie ein Konzentrationsprozess hin zur „Einheitskasse“ nötig. Versorgungsseitig sind Rationalisierungen durch Eingriffe in Form der „Staatsmedizin“ notwendig.

1 Aktuelle Konzepte der „Organisationen“ sind: Bertelsmann Stiftung (2013). Gerecht, nachhaltig, effizient. Studie zur Finanzierung einer integrierten Krankenversicherung. Friedrich Ebert Stiftung (2013). Wettbewerb, Sicherstellung, Honorierung. Neuordnung der Versorgung im deutschen Gesundheitswesen. Heinrich-Böll-Stiftung (2013). Wie geht es uns morgen? Wege zur mehr Effizienz, Qualität und Humanität in einem solidarischen Gesundheitswesen. Bericht der Fachkommission für Gesundheitspolitik der Heinrich-Böll-Stiftung. Hans Böckler Stiftung (2013). Robert Paquet. Auswirkungen der Bürgerversicherung auf die Beschäftigung in der Gesetzlichen und der Privaten Krankenversicherung. Arbeitspapier 284. Sozialverband Deutschland (2013). Solidarische Bürgerversicherung. Anforderungen des SoVD an eine leistungsfähige Gesetzliche Krankenversicherung.

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Versorgungssystem im einheitlichen Krankenversicherungsmarkt Die Inhalte zum Versorgungssystem im einheitlichen Krankenversicherungsmarkt sind vielgestaltig. Kern aller Konzepte ist es, die Dualität der Vergütungssysteme zu beenden, um dadurch auch eine Vereinheitlichung der Versorgung (= Staatsmedizin) umzusetzen. In der Folge werden private Vergütungssysteme und privatwirtschaftliche Versorgungsstrukturen im Einheitssystem zusammengefasst. Heutige PKV-Vergütungen bei niedergelassenen Ärzten, Apotheken, im Krankenhaus und bei den übrigen Anbietern medizinischer Güter und Dienstleistungen werden dem Vergütungsniveau der preis- und mengenregulierten GKV angepasst. Einnahmeverluste Da dies Einnahmeverluste zum Beispiel bei den niedergelassenen Haus- und Fachärzten bewirkt, aktuelle Berechnungen gehen von Verlusten von mindestens 5,38 Mrd. Euro aus,2 wird infolge die Zahl der Haus- und Facharztpraxen schrumpfen. Somit wird die medizinische Infrastruktur im Einheitsmarkt kleiner als heute sein. Eine Wartelistenmedizin ist dann wahrscheinlich. Aktuelle Berechnungen im Auftrag der TK zeigen in diesem Zusammenhang alleine für Schleswig-Holstein Einnahmeverluste von 170 Millionen Euro3. P  VS Verband (2013). Hans-Joachim Kaiser. Die Bedrohung der medizinischen Infrastruktur durch die Bürgerversicherung. 3 TK (2013). Jürgen Wasem, Florian Buchner, Gerald Lux, Lennart Weegen, Anke Walendzik. Ambulante ärztliche Vergütung in einem einheitlichen Versicherungssystem: Kompensation ärztlicher Einkommensverluste in der Konvergenz? 2

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Titelthema R eformplä n e Schnittstelle ambulant/stationär Die Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung soll neu definiert werden, um die Gesamtausgaben des Einheitsmarktes zu senken. Hierzu sollen stationäre Leistungsbereiche mit ambulantem Bezug (z. B. Tagesfälle, Operationen und Behandlungen mit kurzen Liegezeiten) aus dem Krankenhaus herausgelöst, über eine neue Gebührenordnung vergütet und in den Wettbewerb zu den Niedergelassenen gestellt werden. Staatsmedizin im einheitlichen Krankenversicherungsmarkt Die Veränderung der Morbidität führt vor allem auch demografisch bedingt zu einem steigenden Behandlungsbedarf. Dieser soll im einheitlichen Krankenversicherungsmarkt durch Patientensteuerung aufgefangen werden, die von staatlichen Planungsautoritäten ausgeübt wird. Patientensteuerung Die Patientensteuerung soll durch die Einschränkung der Wahlfreiheit des Patienten sowie durch den Übergang des Sicherstellungsauftrages auf staatliche Managed Care-Planungseinheiten erfolgen. Kassenärztliche Vereinigungen würden demzufolge einen großen Teil ihres heutigen Aufgabenbereiches und ihrer Beschäftigten verlieren, da der Sicherstellungsauftrag in der Staatsmedizin von Politik und Einheitskasse wahrgenommen wird. Zweiklassenmedizin Medizinische Leistungen, die heute über den Selbstzahlermarkt finanziert werden (z. B. IGeL), sollen in den Leistungskatalog der Staatsmedizin integriert werden, um einer „Zweiklassenmedizin“ entgegenzuwirken.4 Dieses (mittelfristig vorübergehende) uneingeschränkte Leistungsversprechen wird über sinkende Vergütungen, Wartezeiten und einen weiter ansteigenden Einkommensumverteilungsbedarf „finanziert“. Konsequenzen Im einheitlichen Krankenversicherungsmarkt geht es im Kern für Haus- und Fachärzte darum, die GOÄ abzuwickeln und eine neue einheitliche Gebührenordnung zu entwickeln, deren Basis „morbiditätsbasierte Pauschalen, kombiniert mit Qualitätssicherungsmaßnahmen und qualitätsbezogenen Vergütungsanteilen“ sein sollen. Eine Honorierung ärztlicher Leistungen soll nur dann erfolgen, wenn amtliche Qualitätsvorgaben, Kodierungsvorgaben und Leitlinien umgesetzt werden. Die neue Gebührenordnung wird dann voraussichtlich unter Federführung des InEK (Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus) erarbeitet, das Institut des Bewertungsausschusses soll zuarbeiten. Die so erarbeiteten Morbi-Pauschalen sollen flächendeckend für alle Fachärzte gelten. Für Hausärzte werden final leitliniengerechte Gatekeeper-Budgets vorgesehen sein. Reformierte Dualität als Alternative Ausgangslage: Da ein einheitlicher Krankenversicherungsmarkt kein generationengerechtes Finanzierungs- und Versorgungssystem für die deutsche Krankenversicherung bereitstellt, wird derzeit diskutiert, Inhalte für eine Gesundheitsreform als „reformierte Dualität“ umzusetzen. Die reformierte Dualität setzt ordnungspolitisch auf eine maßvolle Weiterentwicklung des dualen Gesundheitssystems aus GKV und PKV auf der Versicherungs-, Versorgungs- und Vergütungsseite. Ziel ist es, im Bereich der GKV ein

generationengerechtes System zu entwickeln und die PKV als Teil der sozialen Marktwirtschaft zu etablieren. Demografisches Problem Deutschland steht wie kaum ein anderes OECD-Land vor dem sogenannten demografischen Problem: Vor allem die geburtenstarken Jahrgänge 1953 bis 1970 haben zu wenige Kinder bekommen. Für das deutsche Gesundheitssystem resultiert daraus, dass in der GKV der Generationenvertrag des Umlageverfahrens spätestens ab dem Jahr 2030 nicht mehr funktionieren wird, da bereits in fünf Jahren der erste geburtenstarke Jahrgang in Rente geht. Da das Ausmaß der demografischen Defizite zu groß ist, können „fehlende“ Versicherte nicht mehr über Zuwanderung und Neugeborene „gewonnen“ werden. Schließung der PKV Auch eine Schließung der PKV, wie sie im Zusammenhang mit dem einheitlichen Krankenversicherungsmarkt diskutiert wird, würde die Defizite in der Alterspyramide und deren Auswirkungen auf die langfristige Unterfinanzierung des Umlageverfahrens nicht ausgleichen können, da zu wenige Personen und insgesamt nicht überdurchschnittlich hohe Finanzmittel aus der PKV in die GKV kommen würden. Lösungsansätze Damit die GKV generationengerecht wird, ist insbesondere das Finanzierungssystem aus Gesundheitsfonds und Beitragsbemessung anzupassen. Denn die Finanzierung der GKV sollte demografieresistent, konjunkturunabhängig, erwerbsunabhängig sowie sozial ausgeglichen sein. Hierzu ist eine Gesundheitspauschale von rund 150 Euro je Erwachsener und ein sozialer Ausgleich für finanziell Überlastete umzusetzen. Der soziale Ausgleich ist über die Finanzmittel des Gesundheitsfonds zu finanzieren und wird nicht direkt über das Steuersystem finanziert. Der Gesundheitsfonds wird überwiegend durch Arbeitgeberbeiträge, aber auch durch Rentenversicherungsbeiträge und Bundeszuschüsse für versicherungsfremde Leistungen finanziert. Zusätzlich müssen Rücklagen für eine generationengerechte Finanzierung gebildet werden, um die Ansprüche der geburtenstarken Jahrgänge in den Jahren 2020 bis 2050 vollständig erfüllen zu können. Um die PKV als Teil der sozialen Marktwirtschaft zu festigen, sollten Alterungsrückstellungen (rund 170 Mrd. Euro) zwischen den PKV-Unternehmen portabel sein, um beim Wechsel des PKV-Unternehmens von den Versicherten mitgenommen werden zu dürfen. Verbindliche Mindestkriterien für den Versicherungsschutz müssen eine Vergleichbarkeit und Sicherheit des Versicherungsschutzes gewährleisten. Elemente, die eine soziale Marktwirtschaft stören, sind abzubauen: Hierzu zählen die viel zu hohen Makler-Provisionen sowie eine nicht sachgemäße finanzielle Überforderung von bestimmten privat Versicherten. Auch die Finanzierung der PKV-Kinder ist neu zu regeln. Neue Studie Die Inhalte der reformierten Dualität werden ausführlich in der neuen Studie „GKV/PKV-Reformagenda: Reformierte Dualität – Konzept einer Generationen-Gerechtigkeit“ diskutiert, die Anfang August 2013 als Band 24 in der IfMDA-Schriftenreihe erscheint. Dr. Thomas Drabinski, Leiter des unabhängigen Instituts für Mikrodaten-Analyse (IfMDA), Kiel

4 Tatsächlich wird mittel- und langfristig dadurch eine „echte“ Zweiklassenmedizin zulasten Einkommensschwacher umgesetzt. 10

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Titelthema S tateme n t z u r B ürgerversicher u n g

„Schwarz-gelbe Koalition in Argumentationsnöten?“ Droht wirklich die Abschaffung der PKV? Es scheint, als könnte dieses Szenario Wirklichkeit werden. Damit entfiele ein wesentlicher Teil der Versorgung, der die bisher weitgehende staatliche Unabhängigkeit der Patienten-Arzt-Beziehung garantierte. Es entfiele der Teil der Versorgung, der die Praktikabilität der Kostenerstattung seit Jahrzehnten beweist. Unangefochten von Konkurrenz feierte dann ein intransparentes GKV-System mit staatlich-planwirtschaftlicher Zuteilung medizinischer Sachleistungen fröhliche Urstände. schließlich allzu häufig auf CD gespeicherte Nahrung prominentesten Ursprungs findet. Zudem – auch das ist Allgemeingut – sind Steuermittel zu leicht flüchtig, als dass man sich für zweckgebundene Finanzierungen darauf verlassen könnte.

Die Diskussion um die Bürgerversicherung bzw. ihr Gegenstück, die Gesundheits- oder Kopfpauschale wird meist verkürzt geführt. Sie beschränkt sich auf die Art und Herkunft der Beiträge für ein System, das demographie- und fortschrittsbedingt zwangsläufig immer teurer werden muss. Nicht nur aufgrund des Euphemismus Bürgerversicherung gegenüber den vergleichsweise unattraktiven Begriffen der Koalitionsfraktionen sind SPD und Grüne bei der vox populi in der Diskussion im Vorteil. Weit über alle Parteiengrenzen hinweg ist es Grundkonsens, dass jeder Bürger unabhängig von Einkommen, Alter oder Gesundheitszustand Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung haben soll. Das System ist also, darin besteht Einigkeit, solidarisch zu finanzieren. Vor diesem Hintergrund ist es tatsächlich nur schwer zu vermitteln, warum bestimmte Einkommensarten und Verdienste oberhalb einer Schwelle von der Bemessung solidarischer Krankenkassenbeiträge ausgenommen werden sollten. Wenn im populistischen Vergleich Bürgerversicherung vs. Kopfpauschale dann noch dem Generaldirektor die Krankenschwester mit gleicher Pauschale gegenübergestellt wird, geht der Hinweis auf den in anderen Systemen aus Steuermitteln finanzierten solidarischen Ausgleich in Hohngelächter unter. Es nützt auch nichts, dass Steueraufkommen und Leistungsfähigkeit des Einzelnen viel besser korrelieren, als andere Parameter. Zu tief sitzt das Misstrauen der Stammtische gegenüber der Gerechtigkeit unseres Steuersystems, das

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Wenn man die Vielfalt des Angebotes unterschiedlicher Krankenversicherungen, die im Wettbewerb untereinander die bestmögliche Versorgung ihrer Mitglieder sichern, erhalten möchte, wird man über andere Formen des solidarischen Ausgleichs unterschiedlicher Leistungsfähigkeit der Versicherten nachdenken müssen. Vielleicht könnte dies ein Fonds sein, aus dem die Krankenversicherungen ihren selbst kalkulierten Beitrag in Euro und Cent erhalten, in den aber die Versicherten nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit einzahlen. Die individuelle Leistungsfähigkeit kann als Maßzahl ausgedrückt werden, die sich ergibt als Verhältnis des individuellen Einkommens zu einem Referenz-Einkommen (Die Größe dieses Referenzeinkommens bestimmt die Größe des Fonds.). Mit dieser Maßzahl wäre der Anteil des individuellen Versicherungsbeitrages zu multiplizieren, der für einen für alle Versicherten gültigen und zwingend zu versichernden Katalog an Grundleistungen kalkuliert wurde. Für Kinder könnte eine entsprechende steuerfinanzierte Stützung in den Fonds fließen etc., etc. Auch eine dem individuellen Leistungsvermögen angepasste Eigenbeteiligung ist über einen solchen Fonds leicht realisiert, wenn ein erkrankungsabhängig definierter Eigenanteil in Euro und Cent aus dem Fonds beglichen wird, nachdem dieser Betrag zuvor multipliziert mit der oben genannten Versichertenmaßzahl hineinfloss. Fazit Die schwarz-gelbe Koalition ist in Argumentationsnöten, wenn es um den gesamtgesellschaftlich geforderten solidarischen Ausgleich unterschiedlicher Leistungsfähigkeit im Zugang zu medizinischen Leistungen geht. Dass ein solcher Ausgleich steuerfinanziert funktioniert, wird ihr kaum jemand abnehmen. Vielleicht lohnt es sich, über alternative Lösungen nachzudenken. Dr. Christian Sellschopp, Vorsitzender der Abgeordnetenversammlung der KVSH

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Titelthema S tateme n t z u r B ürgerversicher u n g

Eine Reform zulasten der Patienten

Die Befürworter der Bürgerversicherung wollen leichtfertig ein gut funktionierendes System zerstören: die medizinische Versorgung in Deutschland. Denn das Miteinander von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung ist gut für alle Patienten, auch für die gesetzlich Versicherten. Was SPD, Grüne und Linkspartei unter dem Deckmantel der sozialen Gerechtigkeit verkaufen, ist daher nicht nur ein Anschlag auf die Therapiefreiheit der Ärzte. Es wäre auch ein ungedeckter Scheck zulasten der kommenden Generationen. Auch für die ärztliche Versorgung sind unter einer Bürgerversicherung starke Nachteile zu erwarten: Die höheren Honorare der Privatversicherten sind vor allem für niedergelassene Ärzte eine wichtige Finanzierungsquelle. Über 11 Milliarden Euro würden dem Gesundheitssystem fehlen, wenn es keine private Vollversicherung mehr gäbe; rund die Hälfte davon entfallen auf den ambulanten Bereich. Mit diesem Geld können Ärzte den hohen medizinischen Standard sichern, von dem alle Versicherten profitieren.

Der Beweis liegt sozusagen vor der Haustür: In Ländern mit Einheitssystemen lassen sich viel stärkere Versorgungsprobleme als in Deutschland beobachten. Während man hier beispielsweise darüber streitet, ob ein Unterschied von wenigen Tagen bei der Terminvergabe Anzeichen für eine Zwei-Klassen-Medizin ist, wartet man in Großbritannien auf einen Facharzttermin im Schnitt achtzehn Wochen. In den Niederlanden sind es sogar bis zu sechs Monate. Viele Niederländer reagieren pragmatisch: Sie kommen zu uns. Das Nebeneinander von Privater und Gesetzlicher Krankenversicherung sorgt auch dafür, dass den Ärzten in Deutschland bei der Behandlung ein hoher Grad an Unabhängigkeit erhalten bleibt. Denn der Wettbewerb mit der Privaten Krankenversicherung und ihrem lebenslangen Leistungsversprechen macht Einschnitte in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen schwerer durchsetzbar. Diese stabilisierende Rolle der PKV wird umso wichtiger, umso mehr die Gesetzliche Krankenversicherung mit ihrer Umlagefinanzierung im demografischen Wandel an ihre Grenzen stößt: Immer weniger junge Erwerbstätige werden künftig in immer stärkerem Ausmaß die steigenden Gesundheitskosten der alternden Gesellschaft finanzieren müssen. Dadurch wird der Druck auf den Leistungskatalog der GKV zunehmen.

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Eine Studie des Verbands der Privatärztlichen Verrechnungsstellen hat vor kurzem berechnet, welche massiven Verluste niedergelassenen Ärzten bei Einführung einer Bürgerversicherung drohen: im Schnitt rund 43.000 Euro pro Praxis und Jahr. Das entspricht dem Einkommen von bis zu zwei Sprechstundenhilfen. Jeder sechste Arzt rechnet sogar damit, seine Praxis schließen zu müssen. Die Bürgerversicherung würde sich also nicht nur für die Versicherungswirtschaft, sondern auch für medizinische Berufe als Jobkiller erweisen. Wartezeiten lassen sich dadurch wohl kaum verkürzen. Stattdessen würde erst die Bürgerversicherung eine Zwei-KlassenMedizin erschaffen, die ihren Namen verdient. Denn in vielen angeblich gerechten Einheitssystemen im Ausland lässt sich beobachten, dass diejenigen, die es sich leisten können, ihre Leistungen am staatlichen System vorbei kaufen. Die Folge ist eine getrennte Versorgung für Wohlhabende und Arme. Das Miteinander von GKV und PKV ist der beste Schutz davor. Es ist jetzt und in Zukunft der beste Garant für den Zugang aller Versicherten zu einer flächendeckenden Versorgung, kurze Wartezeiten, die freie Arztwahl und die schnelle Teilhabe am medizinischen Fortschritt. Dr. Volker Leienbach, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Verbands der Privaten Krankenversicherung e.V.

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Titelthema S tateme n t z u r B ürgerversicher u n g

Eine solidarische Bürgerversicherung ist möglich

Jahrelange sogenannte „ Reformen“ haben dazu geführt, dass behinderte, ältere und sozial benachteiligte Menschen in Deutschland einseitig mit Gesundheitskosten belastet werden. muss dabei insbesondere auch den Belangen der Menschen mit Behinderung Rechnung getragen werden. Das verlangt die UN-Behindertenrechtskonvention. Alle Bürger müssen einen gleichberechtigten, barrierefreien Zugang zu bedarfsgerechten Gesundheitsleistungen haben. Das Modell des SoVD sieht drei grundlegende Weichenstellungen vor, um eine solidarische Bürgerversicherung zu gewährleisten. Neben einem umfassenden Leistungsspektrum muss die Bürgerversicherung nach Auffassung des Verbandes an erster Stelle eine gute Versorgung – auch in den ländlichen Gebieten – gewährleisten. Die Inanspruchnahme von Leistungen darf dabei nicht von Zuzahlungen abhängig sein. Der SoVD fordert zweitens die Abschaffung des einseitigen Sonderbeitrags von 0,9 Prozentpunkten. Darüber hinaus ist es nach Überzeugung des Verbandes sozialer, neben dem Arbeitsentgelt und der Rente weiteres Einkommen für die Beitragsbemessung heranzuziehen – zum Beispiel aus Vermietung oder Verpachtung. Dabei kommt es jedoch darauf an, die Beitragsfreiheit von Einkünften aus kleinen Sparguthaben zu gewährleisten. Ausgegliederte oder gekürzte Leistungen und neue Hürden durch Eigenbeteiligungen beim Bezug von Arzneien haben eine fatale Wirkung erzielt. Rund sieben Millionen Menschen sind derartig einseitig durch Gesundheitskosten belastet, dass sie sich diesen Zustand in öffentlichen Institutionen bescheinigen lassen müssen. Diese Zahl spricht Bände. Es ist unverkennbar, dass ein enormer Handlungsbedarf besteht, um diese Entwicklungen zu stoppen und den Betroffenen Perspektiven aufzuzeigen.

Drittens fordert der SoVD, die Bürgerversicherung als Vollversicherung mittelfristig an ein öffentlich-rechtlich organisiertes System zu binden. Dazu gehört es auch, bis zur Einführung der Bürgerversicherung mittelfristig einen Finanzausgleich zwischen Privater Krankenversicherung und Gesetzlicher Krankenversicherung zu schaffen. Schließlich muss die Beitragssatzautonomie der einzelnen Krankenkassen wiederhergestellt werden. Eine solidarische Bürgerversicherung und eine leistungsfähige Gesetzliche Krankenversicherung sind möglich!

Einige Kritiker lehnen bereits die Grundidee einer Bürgerversicherung ab, obwohl fest steht, dass sich die umlagefinanzierte Gesetzliche Krankenversicherung bis heute bewährt hat. Denn ihre solidarische Struktur, das umlagefinanzierte System, ermöglicht eine verlässliche Finanzierbarkeit. Ganz anders sieht es bei der privaten Vorsorge aus. Die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise hat das einmal mehr bewiesen.

Das Konzept ist in einer Broschüre zusammengefasst. Das Forderungspapier „Solidarische Bürgerversicherung – Anforderungen des SoVD an eine leistungsfähige Gesetzliche Krankenversicherung“ kann unter www.sovd.de/buergerversicherung_2013/ aus dem Internet heruntergeladen werden.

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat erst vor wenigen Wochen ein tragfähiges Konzept für eine Bürgerversicherung vorgelegt. Dazu gehört neben organisatorischen und finanziellen Elementen vor allem ein verbessertes Leistungsspektrum. In einem solidarischen Krankenversicherungssystem

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Zudem hat der Sozialverband Deutschland vor kurzem die Aktionsreihe „sozial – solidarisch – gerecht“ gestartet, um die politischen Parteien im Wahlkampf zu prüfen. Im Zentrum steht auch hier die Forderung nach einem gerechten Gesundheitssystem. Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbandes Deutschland (SoVD)

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Titelthema S tateme n t z u r B ürgerversicher u n g

Mehrere Wege führen zum Ziel „ Bürgerversicherung“ und „ Kopfpauschale“ sind Synonyme für einige zentrale Herausforderungen, vor denen unser Gesundheitssystem steht: Wie soll die Finanzierung demografiefest gestaltet werden? Wie sichern wir für alle Bürger weiterhin den Zugang zu hochwertigen Gesundheitsleistungen? Wie organisieren wir mehr Wettbewerb um Qualität und Effizienz im Gesundheitswesen und gibt es eine veränderte Rollenverteilung zwischen GKV und PKV? Beide Modelle gehen von der gleichen Grundannahme aus: Die lohnbezogene Beitragsfinanzierung wird unter Druck geraten und allein aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Lohnquote mittelfristig weiter sinken. Will man dann die Beitragssätze konstant halten, erfordern Ausgabensteigerungen oberhalb der Grundlohnentwicklung eine breitere Finanzierungsbasis. Davon ausgehend setzen die Modelle an unterschiedlichen Punkten an: Die Bürgerversicherungsmodelle setzen im Kern weiter auf eine solidarische Beitragsfinanzierung. Jeder soll in die Versicherung einbezogen werden und prozentual zu seinem Einkommen Beiträge zahlen. Je nach Modell soll die Finanzierungsbasis durch die Einbeziehung anderer Einkunftsarten wie z. B. Kapital- oder Mieteinnahmen und/oder die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen verbreitert werden. Prinzipiell funktioniert diese Rechenmechanik und könnte sogar zu Beitragssenkungen führen. Allerdings würden die Lohnnebenkosten in personal- bzw. lohnintensiven Branchen steigen. Das ist ein ernsthaft zu diskutierender Kritikpunkt an diesem Finanzierungsmodell. Die Gesundheits- oder Kopfpauschalenmodelle streben dagegen die Entkoppelung vom Beschäftigungsentgelt an. Faktisch sollen die Versicherten dann die über den Grundlohnzuwachs hinausgehenden Ausgabensteigerungen allein finanzieren. Auch wenn dann soziale Härten über Steuermittel ausgeglichen werden sollen, ist fraglich, ob eine solche Abkehr von der Parität und vom solidarischen Beitragsprinzip mehrheitsfähig ist.

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Nach der bisherigen Diskussion über Kopfpauschalen bezweifle ich das. Die Abhängigkeit von Steuermitteln ist zudem abhängig von der Kassenlage des Bundes und damit volatil; die Selbstverwaltung wird damit deutlich geschwächt. Für beide Varianten gilt: Wir brauchen eine möglichst breite gesellschaftliche Akzeptanz, sonst geraten Solidarprinzip und Generationenvertrag ins Wanken. Unabhängig von der Finanzierungsseite brauchen wir mehr Möglichkeiten, um Qualität und Effizienz in der Versorgung zu fördern. Die derzeitigen Vergütungs- und Vertragssysteme, insbesondere im stationären Bereich, fördern medizinisch nicht erklärbare Mengenzuwächse. Das geht auch zulasten der Qualität. Das können und sollten wir uns nicht weiter leisten. Hinsichtlich der Diskussion, die PKV-Versicherten in die GKV einzubeziehen, stelle ich eine interessante Wende in der politischen Diskussion fest: Früher ging es vorrangig darum, Besserverdienende als Beitragszahler in die GKV zu integrieren. Heute geht es in erster Linie darum, die ausufernden Prämien in der PKV für ältere Versicherte einzudämmen. Gleichzeitig soll aber das Vergütungsniveau bei Privatabrechnungen nicht angetastet werden. Die auf der Basis überhöhter Preise selbstgemachten Finanzprobleme der PKV dürfen keinesfalls zulasten der Beitragszahler der Gesetzlichen Krankenkassen gelöst werden. Äquivalenzbzw. Solidarprinzip sind nun einmal nicht nach Belieben austauschbar. Naturgemäß führen mehrere Wege zum Ziel. Wir brauchen in jedem Fall bald eine klare Orientierung, welchen Weg wir gehen wollen. Ein Verschieben dieser Fragen von Legislatur zu Legislatur hilft nicht weiter und erhöht den Handlungsdruck. Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST

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NACHRICHTEN  KOMPAKT A rbeitsmarkt

Ne u er V ertrag mit der K n appschaft

Umworbene Freiberufler Berlin – In den freien Berufen in Deutschland gibt es immer mehr Selbstständige. Zu Jahresbeginn waren es 1,23 Millionen. Das sind gut drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie eine aktuelle Statistik des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) ausweist. Zu den freien Berufen zählen Architekten, Ingenieure, Rechtsanwälte, Steuerberater, Ärzte und andere Heilberufe, aber auch viele Kreativberufe.

Augenärztliche Vorsorgeuntersuchung für Kleinkinder

Besonders kräftig mit 4,7 Prozent legte in Sachen Selbständigkeit die Gruppe der technisch-naturwissenschaftlichen Freiberufler zu. In den Heilberufen waren es 3,6 Prozent mehr Selbstständige, bei den rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Berufen 2,8 Prozent und bei den freien Kulturberufen 1,7 Prozent. „Die Berufsperspektiven für freie Berufe sind gut“, sagte BFB-Präsident Dr. Rolf Koschorrek, Freiberufler seien umworben. Neben der Selbständigkeit sei deshalb „für so manchen potenziellen Gründer“ eine Festanstellung eine Alternative. Der Berufsstand müsse aus diesem Grunde deutlich machen, wie attraktiv es sei, „sein eigener Herr zu sein“. Neben den Selbstständigen arbeiten derzeit noch knapp 2,88 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in den freien Berufen, ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

A mb u la n te O peratio n e n

AOP-Strukturvertrag zum Jahresende gekündigt Bad Segeberg – Der AOP-Strukturvertrag wurde von den Krankenkassen zum 31. Dezember 2013 gekündigt. Als Grund für die Kündigung nannten sie das rechtskräftige Urteil des Bundessozialgerichts vom 27. Juni 2012, das die entsprechenden Beschlüsse des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Verhinderung ungewollter Honorarverluste für besonders förderungswürdige Leistungen endgültig für aufgehoben erklärte. Die Krankenkassen sehen aufgrund des Urteils keine Finanzierungsgrundlage mehr für den aktuellen AOP-Strukturvertrag. Gleichzeitig bekräftigten sie jedoch, dass der AOP-Strukturvertrag durch eine neue Vereinbarung zur Förderung des ambulanten Operierens ersetzt werden soll. Über die Inhalte der neuen Vereinbarung steht die KVSH mit den Vertragspartnern bereits im Austausch. Wir werden Sie über die Verhandlungen auf dem Laufenden halten. Die in der Honorarvereinbarung 2013 geregelte extrabudgetäre Vergütung der Leistungen aus Kapitel 31 EBM sowie der operativen Leistungen einschließlich Anästhesien aus dem Katalog zum AOP-Vertrag nach Paragraf 115b SGB V werden von der Kündigung des AOP-Strukturvertrags nicht berührt.

Kiel – Die KVSH hat mit der Knappschaft einen Vertrag zur Durchführung einer augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung bei Kleinkindern vereinbart. Ziel ist es, Sehschwäche bei Kleinkindern frühzeitig zu entdecken. Der Vertrag gilt seit dem 1. Juli 2013. Anspruchsberechtigt sind alle bei der Knappschaft versicherten Kinder im Alter vom 31. Lebensmonat bis zum 42. Lebensmonat sowie Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Monaten, die zu einer Risikogruppe gehören. Zu den Risikofaktoren zählen zum Beispiel eine bei den Eltern oder Geschwistern diagnostizierte Amblyopie, Schielen, größere Anisometropie oder eine deutliche Hyperopie sowie Frühgeburt vor der 37. Schwangerschaftswoche. Am Vertrag können alle niedergelassenen und angestellten Augenärzte in Schleswig-Holstein teilnehmen. Die Erbringung und Abrechnung der Leistung ist nicht genehmigungspflichtig; die Teilnahme erfolgt automatisch durch Abrechnung der Pseudo-Gebührenordnungsposition 99250 im Rahmen der Quartalsabrechnung. Die Vorsorgeuntersuchung ist einmal je Patient abrechenbar. Für die Durchführung der Untersuchung erhält der Augenarzt eine extrabudgetäre Vergütung in Höhe von 40 Euro. Die Vorsorgeuntersuchung umfasst unter anderem: Anamnese des Kindes, ophthalmologische Familienanamnese, Sichtung eventueller Vorbefunde des Kinderarztes, Visusbestimmung, objektive Refraktionsbestimmung, Untersuchung auf Stellung der Motilität, morphologische Untersuchung, Abschlussgespräch mit Befunderläuterung, Beratung zur Sehentwicklung. Die Durchführung der Untersuchung wird in einem Befundbogen (Anlage 1 zum Vertrag) dokumentiert. Das Original verbleibt in der Praxis, die Kopie erhält der/die Erziehungsberechtigte/n zur Vorlage beim Kinderarzt. Sollten die Ergebnisse der Untersuchung den Verdacht oder das Vorliegen einer Erkrankung bestätigen, soll sofort eine Diagnose gestellt und gegebenenfalls eine Therapie durchgeführt werden. Den Patienten soll möglichst innerhalb von 28 Tagen nach Kontaktaufnahme ein Untersuchungstermin angeboten werden. Die Wartezeit für vorab vereinbarte Termine soll idealerweise nicht länger als 30 Minuten betragen. Den Vertrag sowie den Befundbogen finden Sie als Download auf unserer Homepage unter www.kvsh.de  Praxis  Downloadcenter  Verträge  Früherkennungsuntersuchungen Kinder.

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NACHRICHTEN  KOMPAKT I n ter n etdate n ba n k

O n li n e - H ilfe - P ortal

Unerwünschte Arz­neimittelwirkungen

www.hilfeportal-missbrauch.de gestartet

Berlin – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinpro­dukte (BfArM) bietet unter http://nebenwirkung.bfarm.de einen Online-Zugang zu seiner Datenbank („UAW-Datenbank“) an. Alle dem BfArM seit 1995 gemeldeten Verdachtsfälle unerwünschter Arz­ neimittelwirkungen aus Deutschland sind hier gelistet. Damit gibt es jetzt eine weitere Möglichkeit, sich intensiver über Arzneimittelrisiken zu informieren. Das BfArM betont allerdings, dass Gebrauchsinformationen für Patienten und Fachinformationen für Ärzte weiterhin die entscheidenden Informationsquellen zu Anwendung und Risiken von Arzneimitteln blieben, da diese im Gegensatz zu den jetzt zugänglichen Rohdaten der Ver­ dachtsmeldungen bereits das Ergebnis einer behördlichen Bewertung darstellten und somit konkret anwendbare Informationen und Empfehlungen böten.

S ch n ittstelle n ma n ageme n t

Umfrage zu Checklisten Berlin – Eine interdiszip­linäre Arbeitsgruppe hat unter Moderation des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) Empfehlungen zum ärztlichen Schnittstellenmanagement zwischen den Versorgungssektoren erarbeitet. Die erste Auflage der neuen Checklisten liegt nun vor. Diese enthalten Kriterien für die Einweisung beziehungsweise Aufnahme in das Kran­kenhaus sowie Entlassungsvorbereitung und Entlassung aus der Klinik. Die Check­ listen sollen Medizinern in Krankenhaus und Praxis als Orientierungshilfe für die Gestaltung des Schnittstellenmanagements in der eigenen Einrichtung dienen. Unter http:// leitlinienportal.aezq.de können die Checklisten noch bis zum 16. August 2013 kritisch begutachtet werden. Ärzte aus ambulanten und stationären Einrichtungen können ihre Erfahrungen online zurück­zumelden, um die Checklisten noch pra­xistauglicher zu gestalten. Dabei besteht die Möglichkeit, die Prak­tikabilität und Notwendigkeit der einzelnen Abschnitte und Empfehlungen der Check­listen zu evaluieren. Außerdem möchten die Autoren der Checklisten von den Teil­nehmern erfahren, ob in ihren Einrichtungen bereits ein organisiertes Schnittstellen­management etabliert ist. 16

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Berlin – Von sexuellem Missbrauch Betroffene sowie deren Angehörige können sich ab sofort auf dem Online-Portal www. hilfeportal-missbrauch.de über Beratungs-, Hilfs- und Versorgungsangebote informieren. Teil der Plattform ist eine Adressdatenbank, über die Hilfsangebote vor Ort schnell gefunden werden sollen. Psychotherapeuten und Ärzte, die über Erfahrung in der Therapie von Betroffenen sexuellen Missbrauchs verfügen, sind dazu aufgerufen, sich mit ihren Kontaktdaten in die Suche aufnehmen zu lassen. Über den Link www.datenerfassung. hilfeportal-missbrauch.de können Therapeuten und Ärzte ihre Daten eingeben. Sie werden nach folgenden Angaben gefragt, die später in der Datenbank abgebildet werden: Name, Fachgebiet, Adresse, Telefon, gegebenenfalls E-Mail/Webseite. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, beispielsweise Sprachkompetenzen anzugeben. Der Eintrag ist kostenfrei. Über 160 Ärzte und Therapeuten haben sich bereits in die Datenbank aufnehmen lassen. Entwickelt und umgesetzt wurde das Online-Hilfe-Portal vom Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs.

Q u alifizier u n gsa n gebote

Neue Förderungen für Ärzte in Weiterbildung und PJ-Studenten Bad Segeberg – Ärzte in der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin werden von KVSH und Krankenkassen gezielt gefördert. Diese erhalten für von der Ärztekammer SchleswigHolstein anerkannte Kurse oder ähnliche Qualifikationsmaßnahmen einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 300 Euro. Außerdem: Die Fortbildung der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung zum Thema Allgemeinmedizin („Update Allgemeinmedizin“) ist künftig kostenfrei. Sie richtet sich an alle Ärzte in Weiterbildung, die am Förderprogramm der Allgemeinmedizin der KVSH teilnehmen und an alle PJ-Studenten der Humanmedizin, die in ihrem Wahltertial das Fach Allgemeinmedizin gewählt haben.  ak t u e l l

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NACHRICHTEN  KOMPAKT I n ter n et

V ersorg u n gsforsch u n g

Neues Webportal zur Krebsforschung

Zentralinstitut warnt vor Praxisschließungen Berlin – Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) hat gefordert, die ambulante Versorgung in Deutschland zu stärken. Nur so sei der demografische Wandel bezahlbar, fasste Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des ZI, eine Analyse des Instituts zusammen. Das ZI wehrt sich damit gegen Forderungen, die der GKV-Spitzenverband in seinem Positionspapier für die neue Legislaturperiode erhoben hat. Nach Auffassung der Krankenkassen gibt es in den Ballungsräumen zu viele niedergelassene Ärzte. Der GKV-Spitzenverband hatte deshalb vorgeschlagen, dass Kassenärztliche Vereinigungen verpflichtet werden sollten, frei werdende Praxissitze aufzukaufen und zu schließen. Das ZI warnt in diesem Zusammenhang vor einer fatalen Entwicklung. „Die Krankenkassen übersehen, dass immer mehr Behandlungsmaßnahmen aus dem Krankenhaus in die ambulante Versorgung durch die niedergelassenen Ärzte verlagert werden“, so von Stillfried. Das sei gut für die Patienten, es erfordere aber auch mehr ambulante Behandlungs­kapazitäten. Die Ballungsräume übernehmen dabei eine wichtige Versorgungsfunktion für das Umland.

Stuttgart – Das neues Webportal „Granatum“ soll Ärzte und Grundlagenwissenschaftler künftig im Bereich Onkologie unterstützen. Die offen zugängliche Plattform stellt unter www. granatum.org Wissen über Methoden und bereits bekannte Wirkstoffe in der Krebsforschung zur Verfügung. Entwickelt wurde „Granatum“ vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT. Über die Vernetzung und die Datenbereitstellung hinaus bietet die Plattform Werkzeuge zur Simulation von Wirkstoffen – zugeschnitten auf spezifische Anwendungsfelder und Krankheitsbilder.

H a u tkrebs - S cree n i n g

Q u alitätszirkel

Änderungen beim Vertrag mit BARMER GEK

Mitglieder gesucht

Bad Segeberg – Der Vertrag für Dermatologen zum HautkrebsScrenning für Versicherte bis zum 35. Lebensjahr mit der BARMER GEK wurde zum 1. Juli 2013 geändert. Aufgrund einer Beanstandung durch das Bundesversicherungsamt mussten eine Teilnahmeerklärung und eine Patienteninformation als Anlagen 1 und 2 in den Vertrag aufgenommen werden. Außerdem wurde die Vergütung der Leistung mit der Pseudoziffer 99473C auf 25,50 Euro angehoben. Die unterschriebene Teilnahmeerklärung ist an die Krankenkasse zu senden, die Patienteninformation dem Versicherten auszuhändigen. Alle Unterlagen stehen im Downloadcenter  Verträge  Hautkrebs-Screening für Sie bereit oder können über die Formularausgabe der KVSH angefordert werden (Tel. 04551 883 250). 8 | 2013

Die ZI-Wissenschaftler haben in ihrer Studie die Regionen in Deutschland identifiziert, in denen jeweils die höchsten Anteile ärztlicher Versorgung und die niedrigsten von Krankenhausbehandlung vorliegen. In diesen „Best-Practice“-Regionen werden die Menschen deutlich günstiger behandelt. Würden die Versorgungsstrukturen und die Arbeitsteilung zwischen der ambulanten und stationären Versorgung überall in Deutschland nach dem Vorbild dieser „Best-Practice“-Regionen entwickelt, könnten trotz der demografischen Alterung bis zum Jahr 2020 rund zwei Milliarden Euro eingespart werden, bis 2030 beträgt die Einsparung danach vier Milliarden Euro. Ein Zwangsaufkauf von niedergelassenen Arztsitzen in Ballungsräumen wäre deshalb das falsche Signal für die Zukunft. „Die ambulanten Versorgungsstrukturen müssen mit Augenmaß weiterentwickelt werden“, forderte von Stillfried.

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Neumünster – Der überörtliche Qualitätszirkel für Naturheilverfahren in Neumünster, in dem sich Ärzte verschiedener Fachrichtungen (Allgemeinmedizin, Strahlentherapie, HNO) mit unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten treffen, sucht neue Mitglieder. Der Zirkel befasst sich u. a. mit Themen und Therapien der Komplementärmedizin, die die Schulmedizin bei akuten und chronischen Erkrankungen basierend auf den fünf Säulen der Naturheilkunde ergänzen und unterstützen. Erarbeitet werden die Themen über Referate der einzelnen Mitglieder, Fallbeispiele und Fachvorträge. Die Qualitätszirkeltreffen finden wechselnd in Lübeck und Neumünster statt. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei: petra@kitzmann-voss.de

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NACHRICHTEN  KOMPAKT Z I - P ra x is - P a n el

G es u n dheitspolitik

Befragung zu Praxiskosten gestartet

Teure Wahlversprechen

Berlin – Mehrere tausend Praxen erhalten seit Mitte Juni Post vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI). Unter dem Motto „ZIPP zählt!“ sind sie aufgefordert, sich bis zum 30. September an der bundesweiten Kostenstrukturerhebung im Rahmen des ZI-Praxis-Panels (ZiPP) zu beteiligen. Die Befragung liefert den Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) eine wichtige Datengrundlage für die Verhandlungen mit den Krankenkassen. Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, die Entwicklung der Betriebsund Investitionskosten bei der jährlichen Anpassung der Vergütungen für die niedergelassenen Ärzte zu berücksichtigen. Nach den bisherigen Ergebnissen erreichten die von den Gesetzlichen Krankenkassen gezahlten Honorare nicht den von Krankenkassen und KBV vereinbarten Referenzwert für ein Arztgehalt im Krankenhaus. Aufgerufen zur Teilnahme sind sowohl Ärzte und Psychotherapeuten, die sich bereits in den vergangenen Jahren beteiligt haben, als auch solche, die in einem repräsentativen Stichprobenverfahren ausgewählt wurden. Wer bereits teilgenommen hat, ist für das Panel besonders wichtig.

Die Union mache zur Finanzierung des Gesundheitssystems nur „äußerst vage Andeutungen“ und bei der FDP deuteten „die programmatischen Aussagen zur Gesundheitspolitik eher auf einen Erhalt des Status quo hin“, kritisierte das Institut. Bündnis 90/Die Grünen bekenne sich zwar allgemein zu Prävention und mehr Transparenz im Gesundheitswesen, lasse aber konkrete Maßnahmen vermissen. Die gesamte Auswertung ist unter www.iwkoeln.de veröffentlicht.

S ch u l u n g bei D iabetes

Fakten und Tipps für Patienten

Um die Teilnahme zu fördern, bietet das ZI: ƒƒfür Einzelpraxen gibt es eine Aufwandsentschädigung von 200 Euro, ƒƒGemeinschaftspraxen erhalten wegen des höheren Aufwands 350 Euro. ƒƒSteuerberater erhalten über DATEV und ADDISSON eine Software, um den Fragebogen aus vorliegenden Steuererklärungen mit geringstem Aufwand zu erstellen. ƒƒAlle ZiPP-Teilnehmer erhalten den Jahresbericht und einen individuellen Praxisbericht mit Vergleichskennzahlen. ƒƒAuch die Berufsverbände erhalten Auswertungen für ihre Fachgruppe nach Versorgungsschwerpunkten. Bei Rückfragen können die angeschriebenen Ärzte und Psychotherapeuten die Telefon-Hotline 030 4005 2444 nutzen. Detailliertere Informationen unter www.zi.de.

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Köln – Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat die ökonomischen Auswirkungen der gesundheitspolitischen Wahlversprechen der politischen Parteien analysiert. Im Bereich Gesundheit wirft das Institut der SPD und der Partei Die Linke vor, keine geeigneten Maßnahmen gegen die mangelnde Kostenverantwortung der Versicherten und den fehlenden (Preis-)Wettbewerb auf den Versicherungs- und Leistungsmärkten parat zu haben.

Nordlicht

Berlin – Die neueste Kurzinformation des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin informiert über Patientenschulungen bei Diabetes. Interessierte finden hier wichtige Fakten und praktische Tipps. Verweise auf weiterführende Informationen und Kontakthinweise zur Selbsthilfe runden das Informationsblatt ab. Alle Informationen der Reihe „Kurzinformationen für Patienten“ (KiP) stehen niedergelassenen Ärzten kostenlos zur Verfügung. Zu einigen Themen liegen Übersetzungen in Arabisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Türkisch vor. Die Kurzinformation „Schulung bei Diabetes“ sowie Informationen zu mehr als 30 weiteren Themen können unter www.arztbibliothek.de/kurzinformation-patienten/kurzinformation-fuer-patienten abgerufen werden.

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NACHRICHTEN  KOMPAKT G ehaltstarifvertrag

A llgemei n medizi n

Mehr Geld für Medizinische Fachangestellte

Neue Famulaturbörse im Internet

Berlin – Die Tarifpartner der niedergelassenen Ärzte und der Medizinischen Fachangestellten haben sich auf einen neuen Gehaltstarifvertrag mit einer Laufzeit vom 1. April 2013 bis 31. März 2016 geeinigt. Er sieht Gehaltserhöhungen in zwei Stufen vor: ab 1. September 2013 um 4,5 Prozent, ab 1. April 2014 um drei Prozent.

Frankfurt a. M. – Eine Arbeitsgruppe von Studierenden und Lehrenden innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat eine neue Famulaturbörse für das Internet aufgebaut. Wenn Hausärzte – auch solche mit einer halben Zulassung – Interesse an der studentischen Lehre haben, dann können sie sich in der Famulaturbörse unter www. degam-famulaturboerse.de registrieren und hier genauere Details zu ihrer Praxis vorstellen. Das ermöglicht Studierenden, die nach einer Famulatur suchen, eine optimale Praxisauswahl. Seit dem Sommersemester 2013 ist für alle Medizinstudierenden, die in den klinischen Studienabschnitt starten, eine einmonatige Famulatur in einer Hausarztpraxis Pflicht. Dazu sind bundesweit rund 10.000 Famulaturplätze pro Jahr erforderlich.

Was ändert sich noch? ƒƒFür die fünf Monate von April bis August 2013 gibt es im September eine Einmalzahlung in Höhe von 375 Euro für alle Vollzeitbeschäftigten, für Teilzeitbeschäftigte anteilig. ƒƒErstmals gilt ab 2014 ein Eingangsstundenlohn für Berufsanfängerinnen von zehn Euro. ƒƒDie Ausbildungsvergütungen steigen ab 1. September 2013 in allen drei Ausbildungsjahren um 30 Euro monatlich und zwar auf 640 Euro, 680 Euro und 730 Euro. Auszubildende erhalten eine Einmalzahlung von 150 Euro für April bis August. Jeweils zum 1. April 2014 und 2015 erhöhen sich die Ausbildungsvergütungen um weitere 30 Euro monatlich. ƒƒKernstück des Abschlusses ist eine geänderte Vergütungsstruktur. Dazu wurden zwei weitere Tätigkeitsgruppen geschaffen und die Einstufungskriterien überarbeitet. Die neue Struktur soll das breit gefächerte Feld von Qualifizierungs-, Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für Medizinische Fachangestellte besser abbilden. ƒƒEine Regelung zur Besitzstandswahrung begleitet den Übergang in die neue Struktur.

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Nordlicht

Die KVSH unterstützt Famulanten mit einem monatlichen Zuschuss in Höhe von bis zu 200 Euro. Er wird maximal für die Dauer von zwei Monaten gewährt. Auch die Ärztekammer Schleswig-Holstein zahlt Famulaturen in hausärztlichen Praxen 110 Euro monatlich für maximal zwei Monate.

V erträge

2. Ergänzungsvereinbarung zur Honorarvereinbarung 2013 Bad Segeberg – Die 2. Ergänzungsvereinbarung zur Honorarvereinbarung für das Jahr 2013 ist auf der Homepage der KVSH unter www.kvsh.de/Praxis/Verträge/Honorarvereinbarungen zu finden. Sie gilt ab dem 3. Quartal 2013. Bei Bedarf senden wir sie Ihnen auch gerne in Papierform zu (Tel. 04551 883 331).

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gesundheitspolitik K B V - V ersicherte n befrag u n g

Spitzen-Noten für Ärzte im Norden

Schleswig-Holsteins Haus- und Fachärzte genießen bei ihren Patienten eine hohe Wertschätzung. Das geht aus einer Versichertenbefragung hervor, die die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung durchgeführt hat.

Von ihren Patienten bekommen die niedergelassenen Ärzte in Vertrauensverhältnis zum Schleswig-Holstein Bestnoten: 93Arzt Prozent der Befragten bewerten (Auswahl: „Ja“, war im letzten Jahr beim Arzt; letzter Arztbesuch) die fachliche Kompetenz des zuletzt besuchten Arztes mit „gut“ oder „sehr gut“. Das Vertrauensverhältnis zum Arzt beschreiben sehr gut gut Länder95 Prozent der Patienten als „gut“ oder „sehr gut“ – im vergleich ist das der beste Wert. 92

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(Auswahl: „Ja“, war im letzten Jahr beim Arzt; letzter Arztbesuch) 36

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(Auswahl: „Ja“, war im letzten Jahr beim Arzt; letzter Arztbesuch) 43

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Auch bei den Themen „Terminvergabe und Wartezeiten“ schneiden die Ärzte in Schleswig-Holstein überdurchschnittlich gut ab. Die Hälfte aller bekam sofort einen Termin50bzw. hatte 51 49 46 46 Befragten 46 44 43 39 48 48 46 44 47 47 45 40 44 maximal drei Tage Wartezeit. Außerdem werden die Patienten im hohen Norden besonders schnell behandelt: 58 Prozent haben bei alle BW HE SL B MV S SH TH BE NO HB RP SA WL N HH BB ihrem Arzt maximal 15 Minuten gewartet, bis sie in der SprechFGW Telefonfeld: Versichertenbefragung der KBV 05/2013 (n=5.186); Summenabweichung rundungsbedingt stunde an der Reihe waren. Dies ist ebenfalls bundesweit der Spitzenwert. ak t u e l l

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gesundheitspolitik

Wartezeit für Termin: Keine/bis zu drei Tagen

Wartezeit in der Praxis: Bis zu 15 Minuten

(Auswahl: „Ja“, war im letzten Jahr beim Arzt; letzter Praxisbesuch)

(Auswahl: „Ja“, war im letzten Jahr beim Arzt; letzter Praxisbesuch)

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FGW Telefonfeld: Versichertenbefragung der KBV 05/2013 (n=5.186)

„Die Patienten sind mit ihren Haus- und Fachärzten sehr zufrieden – trotz aller öffentlicher Debatten und Diffamierungen gegenüber der Ärzteschaft“, sagte Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Abgefragt wurden auch die umstrittenen Selbstzahlerleistungen. Danach bekamen bundesweit 21 Prozent der Umfrageteilnehmer schon einmal von ihrem Arzt eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten (18 Prozent in Schleswig-Holstein). Insgesamt 90 Prozent der Betroffenen hielten die Bedenkzeit für ausreichend, um sich für oder gegen das Angebot zu entscheiden. „Die Ergebnisse zeigen, dass die große Mehrheit der Ärzte sinnvoll mit IGeL umgeht“, so Schliffke. Nachholbedarf bei Vorsorgeuntersuchungen Die Versichertenbefragung belegt außerdem ein gesundheitsbewusstes Verhalten der Bevölkerung. Viele Schleswig-Holsteiner tun im Bereich Ernährung oder Sport sehr viel für ihre Gesundheit. Allerdings gehen nur 64 Prozent regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen. „Hier gibt es Nachholbedarf“, betonte Schliffke. Kassenärztliche Bundesvereinigung und Kassenärztliche Vereinigungen haben darum eine gemeinsame Präventionsinitiative gestartet, damit mehr Menschen kostenlose Vorsorgeuntersuchungen in der Arztpraxis nutzen. Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Gesundheitsuntersuchung Check-up 35.

IGeL-Leistungen: Angebot von Seiten des Arztes (Auswahl: „Ja“, war im letzten Jahr beim Arzt, gesetzlich versichert)

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Die ausführlichen Ergebnisse der Versichertenbefragung finden Sie im Internet unter www.kvsh.de – im Bereich KVSH aktuell. Marco Dethlefsen,KVSH alle

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FGW Telefonfeld: Versichertenbefragung der KBV 05/2013 (n=6.093)

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gesundheitspolitik K B V - K ra n ke n kasse n - Navigator

„Es ist eine Unverschämtheit“ Auf dem Bewertungsportal der KBV können niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten Krankenkassen mit Schulnoten bewerten. In Freitextangaben nennen sie auch konkrete Kritikpunkte. Eine Zwischenbilanz:

Seit der Krankenkassen-Navigator der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im September 2012 online gegangen ist, haben sich über 600 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten angemeldet. Nachdem die Ärzte von Seiten der Kassen öffentlich häufig Kritik einstecken müssen, finden Sie hier Gelegenheit, ihrem Ärger Luft zu machen, aber auch Lob zu verteilen. Mit etwa 11.000 Bewertungen in Form von Schulnoten dokumentierten sie bisher ihre persönlichen Erfahrungen mit den Krankenkassen in den Kategorien Therapiefreiheit, Regresse, Bürokratie, Selektivverträge, Service und Information. Die besten Noten hat die Siemens Betriebskrankenkasse bekommen. Sie erreicht nach 18 Bewertungen einen Durchschnitt von 2,2 und steht damit an der Spitze des Krankenkassenrankings. Mit ihrem Erfolg wirbt sie sogar auf ihrer Website. Ein Beispiel dafür, dass die Krankenkassen den Navigator durchaus ernst nehmen. Schlusslicht der Liste ist die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland mit der Note 4,9 (36 Bewertungen). Mindestens zehn Bewertungen pro Krankenkasse sind nötig, damit sie im Ranking auftaucht. Aktuell ist dies bei 19 Krankenkassen der Fall. Die meisten Bewertungen bekam die Barmer GEK mit 105 Eintragungen. Sie steht mit der Note 4,4 auf Platz 16. Viele Bewertungen bekamen zudem die Techniker Krankenkasse (94) und die DAK Gesundheit (84, Note 4,1, Platz 12). Kassen verweigern Leistungen In ihren Freitextantworten kritisieren die Niedergelassenen häufig zu viel Bürokratie sowie Einschränkungen in der Therapiefreiheit von Seiten der Kassen. Nutzer „schueri“ schreibt über die DAK: „Höhepunkt: Heute wurde einer Patientin mit doppelseitiger Hörstörung nur EIN Hörgerät bewilligt! Tragen Kassenfunktio22

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näre Brillen oder noch Monokel wie zu Kaiser Wilhelms Zeiten?“ Nutzer „unserdoc“ zum Vorgehen der AOK Bayern: „Psychisch kranke Patienten werden von AOK-Mitarbeitern regelrecht über Ihre Erkrankung ausgefragt, um die entsprechenden Informationen, die der Arzt aus guten Gründen im Detail nicht bekannt gegeben hat, zu eruieren. Gerade diese Patientengruppe kann sich gegen diese Fragen kaum wehren.“ Ebenfalls gegen die AOK Bayern richtet sich der Kommentar des Nutzers „repo56“: „Die Verordnung einer Leselupe für einen Patienten, dem zuvor ein Blindenführhund gewährt wurde, wurde monatelang blockiert!“ Nutzer dahinten kritisiert die DAK in Sachen Bürokratie: Es dauere bei einer Langfristverordnung von Heilmitteln acht Wochen bis überhaupt der Medizinische Dienst der Krankenkassen prüfe. „Eine Zumutung!“ Bei einer anderen Patientin lautet die Aussage: „Diesen Antrag kennen wir nicht; gibt es nicht.„ Über die TK schreibt Nutzer „asmayer“, diese Kasse fordere ihre Patienten explizit auf, sich Privatrezepte für alternative für Therapien ausstellen zu lassen. „Es ist eine Unverschämtheit, die Ärzte somit in zeitaufwendige Diskussionen mit ihren Patienten zu bringen und uns hierdurch permanent zu nötigen, unsinnige alternative Therapien zu rezeptieren.“ Nur sieben Kommentare veröffentlichte die KBV bisher nicht – sie widersprachen den Nutzungsbedingungen. Auf der Website www.krankenkassennavigator.kbv.de können sich Ärzte und Psychotherapeuten für die Teilnahme am Krankenkassen-Navigator anmelden und ihre Bewertungen abgeben. Sie müssen sich mit ihrem Namen, der Fachrichtung und der lebenslangen Arztnummer registrieren. Meike Ackermann, KBV

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gesundheitspolitik K omme n tar

Nebelschwaden Stell Dir vor, es sind Wahlen, und keiner geht hin. Dieser abgedroschene Witz steht zur Neuauflage am 22. September an, dann nämlich sind wir aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. Wenn der Ende Oktober zusammentritt, wählt er die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler. Es ist nicht umgekehrt, auch wenn man derzeit den Eindruck haben kann. Denn wer spricht schon über Programme und Parteien, wer kennt seine Bundestagsabgeordneten persönlich und weiß, wie sie über die Herausforderungen der nächsten Jahre denken – wohlmöglich noch im großen Themenfeld Gesundheitspolitik. Niemand; nur die Kanzlerin lächelt angestrengt auf allen medialen Kanälen. Angela Merkel stellt alles in den Schatten, sie ist das Programm. Neu sind solche Situationen in der jüngeren deutschen Geschichte nicht. Parteien nennt man dann Kanzlerwahlverein, in diesem Fall ist es die Mehrheit der Deutschen auch. Denn zumindest die letzten Umfragen lassen nicht erkennen, wer außer Angela Merkel Bundeskanzlerin in der nächsten Wahlperiode werden sollte. Ein wenig „L’état, c’est moi!“ schwingt da trotz der Erfahrungen des Zeitalters der Aufklärung immer noch mit, auch in unserer aufgeklärten Demokratie. Das ist bedauerlich – nicht nur für die Demokratie. Denn einerseits geht dadurch die Wahlbeteiligung ständig zurück. Und andererseits weiß man nicht, was die Kanzlerin und die Parteien künftig vorhaben, schon gar nicht in großen, aber in den Details sehr spezialisierten Bereichen, wie sie im Gesundheitswesen zusammengefasst werden. Klar – alles soll besser werden, das wissen wir schon. Aber wie, wer es bezahlt, wem es zugute kommt, was sich konkret ändern soll – da hängt es durch wie der Frühnebel in der Wiese. Sicher, wir haben weiterhin die Themen, bei denen Schnappatmung einsetzt: Kita-Plätze und Betreuungsgeld, um nur beispielhaft etwas zu nennen. Und wir haben die Themen, bei denen die Politik tiefenentspannt ist und bleibt: Demografischer Wandel, Arztversorgung auf dem Land, Nachwuchs für die Medizinberufe, Privatversicherung, gesetzliche Krankenkasse … Bürgerversicherung! Jetzt haben wir’s. Die Bürgerversicherung, das ist doch der Wahlkampfkracher. Liebe Leser, bleiben Sie unbesorgt, atmen Sie weiter gut durch – ich quäle Sie jetzt nicht mit diesem Thema. Dazu ist wirklich alles gesagt und inzwischen sogar von jedem. Nein, auch dieses Thema aus dem hintersten Winkel einer Schublade im Schreibtisch des SPD-Spitzenkandidaten reißt die Wählermassen nicht hoch – nicht mal jetzt in der Sommerpause, wo doch fast alles zum Aufregen herhalten muss.

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Anders betrachtet versteht man vielleicht eher das Dilemma der Politik: Weil das Gesundheitswesen in Deutschland weiterhin eine Großbaustelle ist, traut sich niemand Festlegungen in Einzelfragen zu und belässt es bei Allgemeinplätzen. Mit rund 4,5 Millionen Beschäftigten, 70 Millionen gesetzlich und etwa neun Millionen privat Versicherten sowie einem Gesamtumsatz in Höhe des Bundeshaushalts ist das Gesundheitswesen wegen der enormen Vielzahl von Einzelinteressen ein einziges Minenfeld. Bahnbrechende Lösungen kann es da gar nicht geben. Aber gibt das der Politik das Recht, Themen unter den Tisch zu kehren und zu schweigen? Ganz sicher nicht, und schon gar nicht vor Wahlen.

"Das Gesundheitswesen ist ein einziges Minenfeld." Umso weniger, als das Gesundheitswesen zwar eine Großbaustelle, aber noch vielmehr ein Wachstumsfaktor ist, wie wir keinen zweiten in der deutschen Volkswirtschaft haben. Wer die Alterung der Gesellschaft nur beklagt, kann ihre Chancen nicht nutzen. Denn anders betrachtet ist die Alterung einer der Motoren, die Umsatz und Arbeitsplätze schaffen. So sind im letzten Jahr 70.000 neue Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft entstanden – fast dreimal mehr als in der gesamten deutschen Automobilindustrie, der Schlüsselbranche der deutschen Wirtschaft. Warum daraus keine Themen zu machen sind, mit denen auch Mediziner und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, vor allem aber wahlberechtigte Bürger, für die eine oder die andere politische Richtung zu begeistern sind, wissen die Wahlstrategen in den Parteizentralen wahrscheinlich selber nicht. Vielleicht liegt es auch nur am schönen Sommerwetter, dass alles etwas dösig erscheint und die Frage nach dem Lichtschutzfaktor der Sonnenmilch im Strandgepäck aktuell wichtiger ist, als die nach den gesundheitspolitischen Zielvorstellungen der Parteien in den nächsten vier Jahren. Hauptsache, es gibt heute keinen Sonnenbrand und nach dem 22. September nicht das böse Erwachen. Peter Weiher, Journalist

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PRAXIS  &  KV G rippeimpf u n g

Alles soll besser werden

Lieferengpässe, ratlose Ärzte, verunsicherte Patienten: Das Chaos um die Grippeimpfung im vergangenen Herbst wird sich in der kommenden Impfsaison nicht wiederholen - versprechen zumindest die Krankenkassen. Wir haben für Sie und Ihr Praxisteam die wichtigsten Fragen und Antworten zum geplanten Ablauf der Grippeschutzimpfung zusammengestellt. Wie ist die Versorgung mit Grippeimpfstoffen 2013/2014 geregelt? Generell gilt, dass nur der von den Krankenkassen vereinbarte Impfstoff Vaxigrip® genutzt werden darf. Der Impfstoff Vaxigrip® wird in der 10er-Packung ohne Kanüle mit der PZN 04533785 geliefert. Kanülen zählen übrigens zu den Praxiskos­ ten und sind mit der Gebühr abgegolten. Welches Pharmaunternehmen hat den Zuschlag bekommen? Den Zuschlag hat die Firma Sanofi Pasteur MSD GmbH bekommen. Wie läuft das Bestellverfahren und welche Termine muss ich beachten? Die Vorbestellung von 50 Prozent des Bedarfes sollte bis zum 15. Juni 2013 bei der Apotheke ihres Vertrauens erfolgt sein. Nachbestellungen sind mit einer Vorlaufzeit von fünf Werktagen bei Verbrauch der vorbestellten Menge möglich. Bitte versehen Sie dazu das Muster 16a „Impfstoffe“ mit dem Zusatz „Grippeimpfstoff 2013/2014 – Schleswig-Hol­stein – Vaxigrip®“. Dürfen andere Grippeimpfstoffe außer dem vereinbarten verwendet werden? Der nasale Impfstoff Fluenz® darf gemäß Impfvereinbarung und bei medizinischer Begründung bei Kindern unter sechs Jahren verwendet werden. Ansonsten darf nur bei begründeter medizinischer Indikation in Einzelfällen von der Verschreibung des vereinbarten Impfstoffes Vaxigrip® abgewichen werden. Welche Bestellmuster sollen verwendet werden? Bitte verwenden Sie das Muster 16a Impfstoffe. Was passiert, wenn kein Grippeimpfstoff zur Verfügung steht? Die vereinbarten Termine sehen vor, dass der Impfstoff am 18. September 2013 in der Apotheken verfügbar sein muss. Sollte das nicht so sein, werden wir mit den Krankenkassen eine Lösung verhandeln. Wir werden Sie in jedem Fall rechtzeitig informieren. Wen kann ich anrufen, falls noch Fragen bestehen? Thomas Frohberg Verordnung (Team Beratung der KVSH) Tel. 04551 883 304 thomas.frohberg@kvsh.de

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PRAXIS  & KV K reisstelle n

Die Zukunft mitgestalten Dr. Bettina Schultz ist neue Kreisstellenvorsitzende der KVSH in Ostholstein. Die Gynäkologin aus Eutin äußert sich im Nordlicht-Interview zu ihrer neuen Rolle als Bindeglied zur Basis. so klar ist, welchen Nutzen eine solche Tätigkeit hat. Die Strukturen der KVSH und z. B. auch der Kammer sind für viele „NichtInsider“ ziemlich unübersichtlich. Weiterhin denke ich, dass die nachwachsende Generation Y eine ganz andere Lebensauffassung und eine anders gewichtete work-life-balance hat als z. B. noch meine Generation. Nordlicht: Wie könnte man Ärztinnen und Ärzte davon überzeugen, sich ebenfalls ehrenamtlich in den KV-­Gremien zu engagieren? Schultz: Sicher nicht mit Kinderbetreuung während der Sitzungen. Eine größere Transparenz in den Strukturen und Abläufen innerhalb der KV und das Bestreben möglichst wie ein Dienstleister für die niedergelassenen Kollegen aufzutreten, könnte das Bild der KV weiter verbessern und den Kollegen so eine Identifikation mit „ihrer“ KV erleichtern. Das könnte dann eine Motivation sein, sich doch zu engagieren. Wichtig ist, dass klar ist, welche Gestaltungsmöglichkeiten damit verbunden sind. Für mich sind nach wie vor manche Schreiben der KVSH unverständlich, zu juristisch formuliert. Nordlicht: Worin bestehen die wesentlichen Gestaltungsmöglichkeiten Ihres neuen Amtes?

Nordlicht: Was hat den Ausschlag gegeben, dass Sie sich für die Wahl des Kreisstellenvorsitzes für Ostholstein bewarben? Dr. Bettina Schultz: Durch das Ausscheiden von Dr. Thomas Schang als Kreisstellenvorsitzender war es naheliegend, dass ein Mitglied des Beirats nachrückt. Trotz der großen Fußstapfen, die mein Vorgänger hinterlässt, hat mich die Aufgabe gereizt. An dieser Stelle möchte ich noch einmal meinen Dank an Dr. Schang für vorbildliche, engagierte Arbeit aussprechen. Ich halte nach wie vor ein ehrenamtliches Engagement für wichtig. Da ich ja sicher noch über zehn Jahre in der Praxis tätig sein werde, macht es in meinen Augen Sinn, die Zukunft mitzugestalten. Nordlicht: Der Anteil der Frauen in der Medizin wächst stetig. Warum sind trotzdem noch relativ wenige Frauen in den ärztlichen Gremien aktiv? Schultz: Das hat sicher unterschiedliche Gründe. Zum einen kosten solche Posten Zeit, die viele verständlicherweise in die Arbeit in der Praxis stecken oder mit der Familie verbringen. Zum anderen könnte ich mir gut vorstellen, dass vielen nicht

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Schultz: Ich sehe mich als Bindeglied zwischen den niedergelassenen Ärzten des Kreises Ostholstein und der KV. In der Sicherung der regionalen Versorgung, aber auch in der Vertretung der Interessen der niedergelassenen Kollegen der Region. Nordlicht: Wo sehen Sie die Grenzen des Amtes? Schultz: Die Gestaltungsmöglichkeiten einer Kreisstellenvorsitzenden sind begrenzt. Auch ich habe kein Patentrezept, wie wir die Kassensitze der bald in den Ruhestand gehenden Allgemeinmediziner besetzen sollen. Nordlicht: Welche Projekte wollen Sie in der nächsten Zeit im Kreis Ostholstein angehen? Schultz: Zunächst eine Kreisstellenversammlung zum neuen HVM und EBM organisieren. Dann würde ich gern auch den Netzgedanken in der Region Ostholstein ausbauen. Mich würde freuen, wenn sich noch mehr Ärzte aktiv in Ärztenetzen organisieren. ­D as Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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PRAXIS  &  KV B edarfspla n u n g

Neuregelung des Sonderbedarfs

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat sich erneut mit der Bedarfsplanungs-Richtlinie befasst und die noch offene Änderung der Regelungen für den Sonderbedarf beschlossen. Diese ist am 4. Juli 2013 in Kraft getreten.

Grund für Ausnahmetatbestand Die Berufsausübungsfreiheit ist ein Grundrecht und darf nur unter bestimmten Voraussetzungen eingeschränkt werden. Die vertragsärztliche Bedarfsplanung schränkt die Berufsausübungsfreiheit in zulässiger Art und Weise ein. Ist jedoch eine solche Einschränkung nicht notwendig, weil die Gefahr einer „Überversorgung“ durch Ärzte nicht besteht, sondern bestimmte Ärzte fehlen sogar, besteht kein Grund für eine Zulassungsbeschränkung bzw. Einschränkung der Berufsausübungsfreiheit und deswegen muss die Bedarfsplanung stets Ausnahmen zulassen. Ziel der aktuellen Änderungen Der Gemeinsame Bundesausschuss hat unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts die Regelungen zum Sonderbedarf geändert und der heutigen Versorgungssituation angepasst. Aus den tragenden Gründen zu dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses geht hervor, dass bundesweit eine einheitlichere Praxis der Zulassungsausschüsse bei der Prüfung von Anträgen zum Sonderbedarf gewährleistet werden soll. Betont wird jedoch, dass die Prüfung eines Antrags auf Sonderbedarf in jedem Fall eine Einzelfallentscheidung ist, die von den Zulassungsausschüssen vor Ort zu treffen ist.

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Welche Arten von Sonderbedarf gibt es Zwei Arten der Sonderbedarfsfeststellung sind zu unterscheiden. Einerseits gibt es den lokalen Sonderbedarf, bei dem ein Fachgebiet bzw. eine Arztgruppe in einer Region nicht oder zu wenig vertreten ist. Andererseits existiert weiterhin der qualifikationsgebundene Sonderbedarf, der sich auf Qualifikationen nach den Weiterbildungsordnungen bezieht. Voraussetzungen für erfolgreichen Sonderbedarfsantrag Sowohl lokaler als auch qualifikationsbezogener Sonderbedarf ist im Hinblick auf eine bestimmte räumliche Konstellation zu prüfen. Die Prüfung erfolgt jeweils im Hinblick auf eine Region, die vom Ort des beantragten Sitzes aus versorgt werden soll. Beim qualifikationsbezogenen Sonderbedarf bezieht sich die Prüfung auf das konkret angegebene Versorgungsspektrum, das durch den antragstellenden Arzt erbracht werden soll. Auch ein qualifikationsbezogener Sonderbedarf hat folglich einen räumlichen Bezug aufzuweisen, da auch er sich auf die zu versorgenden Patienten einer Region bezieht. Der Zulassungsausschuss muss die Versorgungslage in der jeweiligen Region als unzureichend bewerten, damit ein Sondebedarfsantrag erfolgreich sein kann. Nennt der Antragsteller keine ak t u e l l

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PRAXIS  & KV Bezugsregion, ist der Antrag abzulehnen, weil der Zulassungsausschuss die Versorgungssituation nicht bewerten kann bzw. keine Grundlage für die Bewertung hat. Dies ist neu und sollte zukünftig von den Antragstellern beachtet werden. Zudem hat der Zulassungsausschuss zukünftig zu berücksichtigen, dass der Standort, für den der Antrag gestellt wird, bestimmte strukturelle Mindestbedingungen erfüllen soll, die für das beantragte Versorgungsspektrum angemessen sind. Beispielsweise soll der Zentralitätsgrad des Standortes berücksichtigt werden. Je nach Spezialisierung kann beispielsweise die Klassifizierung des Standortes als Ober- oder Mittelzentrum als Prüfkriterium herangezogen werden. Der Standort sollte mit dem öffentlichen Nah-/ oder Regionalverkehr erreichbar sein und innerhalb der regionalen Verflechtungsbeziehungen eine dem beantragten Versorgungsspektrum gegenüber angemessene Bedeutung besitzen. Zudem soll der Standort einen Einzugsbereich aufweisen, in dem eine für das Versorgungsspektrum angemessene Zahl an Patienten zu erwarten ist. Anhaltspunkt hierfür kann beispielsweise die Verhältniszahl der jeweiligen Arztgruppe sein. Ferner werden in den tragenden Gründen zu dem Beschluss die Fallzahlen von Ärzten mit einem vergleichbaren Versorgungsspektrum in dem jeweiligen KV-Bezirk als Prüfkriterium für die angemessene Patientenzahl genannt. Durch dieses Kriterium wird auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit des geplanten Standortes für den antragstellenden Arzt berücksichtigt. Dies entspricht der höchstrichterlichen Rechtsprechung, wonach ein Sonderbedarfsantrag existenzsichernd sein soll. Neu ist, dass der beantragte Standort bestehende Versorgungsstrukturen nicht destabilisieren soll. Sonderbedarf soll nur dort erfolgreich sein können, wo die Versorgung durch bereits existierende Praxen nicht ausreicht. Eine lediglich marginale Verbesserung zum Zugang zur Versorgung zulasten bereits bestehender Praxen soll so verhindert werden. Nach wie vor muss der möglicherweise festgestellte Sonderbedarf auch dauerhaft sein. Anderenfalls kommt lediglich eine Ermächtigung in Betracht. Abrechnungsfähig sind über eine Zulassung aufgrund eines qualifikationsbezogenen Sonderbedarfs nur die ärztlichen Leistungen, welche im Zusammenhang mit dem Ausnahmetatbestand stehen. Öffnung des Planungsbereiches Zukünftig werden Zulassungen, die im Rahmen einer Sonderbedarfsfeststellung erteilt wurden, bei Öffnung des maßgeblichen Planungsbereichs nicht mehr automatisch in eine volle unbeschränkte Zulassung umgewandelt, sondern die im Sonderbedarf zugelassenen Ärzte/Psychotherapeuten müssen sich um die freie Stelle bewerben und treten damit in Konkurrenz zu anderen Bewerbern. Ein Kriterium für die Auswahl unter diesen Bewerbern ist die bestmögliche Versorgung der gesetzlich Versicherten im Hinblick auf die räumliche Wahl des Vertragsarztsitzes. Folglich kann der Zulassungsausschuss zu dem Ergebnis kommen, dass ein anderer Bewerber dem bereits im Sonderbedarf zugelassenen Vertragsarzt/-psychotherapeuten vorzuziehen ist, weil dieser beispielsweise einen zentraleren Ort für seine Niederlassung gewählt hat. Erhält der im Sonderbedarf Zugelassene nicht die freie Stelle bedeutet dies, dass er weiterhin nicht verlegen kann und für den aufgrund eines qualifikationsgebundenen Sonderbedarfs Zuge-

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lassenen, dass er weiterhin nur die Leistungen abrechnen kann, die im Zusammenhang mit der Qualifikation stehen, die Grundlage für seine Zulassung ist. Verlegung Nach wie vor wird die Verlegung eines Praxissitzes ausgeschlossen, wenn die Zulassung auf einer Sonderbedarfsfeststellung beruhte. Dies gilt sowohl für den lokalen als auch für den qualifikationsgebundenen Sonderbedarf. Jede Verlegung ist ein neuer Antrag auf Sonderbedarfszulassung. Praxisübergabe Bereits in der Vergangenheit konnte ein im Rahmen einer Sonderbedarfsfeststellung zugelassener Vertragsarzt nur dann an einen Nachfolger übergeben, wenn der Zulassungsausschuss erneut den Fortbestand des Sonderbedarfs festgestellt hatte. Diese Regelung gilt weiterhin und zwar sowohl für den lokalen als auch für den qualifikationsbezogenen Sonderbedarf. Ist der Zulassungsausschuss der Auffassung, dass kein Sonderbedarf mehr besteht, beispielsweise weil sich ein Arzt mit der gleichen Qualifikation wie der im Sonderbedarf Zugelassene in dessen Nähe niedergelassen hat, erfolgt keine Entschädigung durch die Kassenärztliche Vereinigung, wie dies in anderen Fällen eines erfolglosen Ausschreibungsantrages neuerdings wäre. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat hierzu ausgeführt, die Anwendung dieser Regelung würde dem Charakter des Sonderbedarfs, der unter bestimmten engen Voraussetzungen in überversorgtem Gebieten gewährt wird, nicht gerecht. Ausblick Insgesamt sind die Änderungen sinnvoll und zu begrüßen. Die anhängigen Anträge werden auf der Grundlage der neuen Regelungen beschieden und die Antragsteller hierüber informiert. Es wird sich zeigen, inwieweit die Änderungen die Arbeit der Zulassungsinstanzen erleichtern, denn die Entscheidung über Sonderbedarfsanträge waren nie einfach. Behauptungen der Antragsteller mussten überprüft und mit Abrechnungsdaten und Stellungnahmen der Kreisstellenvorsitzenden und eventuell vorhandener Ärzte/Psychotherapeuten mit gleichem Leistungsspektrum wie der Antragsteller abgeglichen werden. Zu entscheiden war, welche Entfernungen zumutbar sind für welche Leistungen, ob behauptete Wartezeiten existieren oder nicht und ob ein womöglich bestehender Bedarf auch dauerhaft ist. Zudem sollte die beantragte Zulassung existenzsichernd sein. Die Prüfung ist zukünftig ähnlich. Hilfreich dürfte sein, dass die Antragsteller jetzt angeben müssen, auf welche Region sich ihr Antrag bezieht, und dass der angegebene Ort der Niederlassung strukturelle Mindestanforderungen erfüllen soll. Potenzielle Antragsteller sollten beachten, dass sie bei Erfolg ihres Antrages mit großer Wahrscheinlichkeit dauerhaft an den gewählten Vertragsarztsitz gebunden wären, ihre Investitionen im Falle einer Praxisaufgabe nicht unbedingt von einem Nachfolger erstattet bekommen und dauerhaft auf ein möglicherweise relativ stark eingegrenztes Leistungsspektrum eingeschränkt sind. Bianca Hartz, KVSH

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PRAXIS  &  KV V o n der A brech n u n g z u m H o n orar

Hinter den Kulissen Circa 3.620 Abrechnungen mit rund fünf Millionen Behandlungsfällen werden pro Quartal in der KVSH bearbeitet. Doch welchen Weg durchläuft die im ersten Monat eines Quartals vom Arzt eingereichte Abrechnung, bis dieser zu Beginn des Folgequartals seinen fertigen Honorarbescheid in den Händen hält? Das Nordlicht hat den Weg der eingereichten Unterlagen begleitet.

1. Schritt:

Die Zeiten, in denen körbeweise Abrechnungsscheine gesichtet und per Hand ausgewertet wurden, sind lange vorbei. Im Abrechnungsquartal 1/2013 übermittelten die niedergelassenen Ärzte und Vertragspsychotherapeuten ihre circa 3.570 Abrechnungen – und damit fast 99 Prozent – online. Andere wichtige Unterlagen, wie die Sammelerklärung, wurden zu etwa 40 Prozent online ausgefüllt.

ten Bereich. Hier lässt sich die Abrechnungsdatei mit wenigen Mausklicks an die KVSH übertragen. Nachdem die Daten eingetroffen sind, erhält jede Praxis per Mail eine Bestätigung. Eine Versandhistorie gibt jederzeit Auskunft darüber, welche Daten an die KVSH übermittelt wurden. Daneben bietet die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein weitere Serviceangebote über eKVSH an. So können beispielsweise auch Dialyse-, Hautkrebs- oder DMP-Daten an die KVSH geschickt, GamSi-Berichte eingesehen oder Formulare für die Praxis bestellt werden.

Die entsprechenden Daten wurden vor allem über das komfortable Internetportal www.ekvsh.de versandt. Dies spart Zeit und lässt sich auch bequem von zu Hause erledigen. Der Schritt zur Online-Abrechnung ist schnell und unkompliziert: Die Praxen müssen sich nur im Onlineportal der KVSH unter www. ekvsh.de mit einem persönlichen Benutzernamen und einem Passwort anmelden. Danach gelangen sie in einen geschütz-

AbrechnungsCheck Online-Abrechner können außerdem, sofern Sie KV-SafeNet Nutzer sind, eine Testabrechnung an die KVSH übermitteln. Bei der Online-Testabrechnung werden die Abrechnungsdaten von einem aktuellen Testregelwerk bearbeitet und alle Abrechnungsscheine mit Auffälligkeiten zeitnah in einem separaten Protokoll auf dem eKVSH-Portal an die Praxis zurückgemeldet.

Eingang der Abrechungsunterlagen – Vorsprung durch Online-Abrechnung

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PRAXIS  & KV Das Protokoll enthält patientenbezogene Informationen zur formalen und inhaltlichen Richtigkeit, unabhängig von der eingesetzten Praxisverwaltungssoftware. Die Praxis kann ihre Abrechnung anhand dieser Hinweise korrigieren, bevor sie anschließend die „Echt-Abrechnung“ übermittelt. Dieser Service steht Praxen in einem Zeitraum von 20 Tagen vor Abgabe der Honorarabrechnung zur Verfügung.

Ablauf des AbrechnungsChecks „„ Die Praxis überträgt ihre Daten an die KVSH. „„ Schon nach wenigen Minuten erhält die Praxis dann ihr Auswertungsergebnis in einem Prüfprotokoll. Dieses wird auf dem eKVSH Portal abgelegt. „„ Die Praxis kann die Fälle aufgrund der im Prüfprotokoll aufgeführten patientenbezogenen Hinweise ändern. „„ Ob, beziehungsweise welche Fälle geändert werden, entscheidet die Praxis. Es besteht keine Verpflichtung zur Änderung. „„ Die Praxis übermittelt die nunmehr geänderte (oder auch nicht geänderte) Abrechnung als „Echt-Abrechnung“. Vorteile für die Praxis „„ Sie erhalten viele Hinweise sehr zeitnah. „„ Fehler und Auffälligkeiten können umgehend abgestellt werden. „„ Viele der gegebenenfalls erforderlichen Änderungen können direkt in der Abrechnung erfasst werden. Dadurch minimiert sich der spätere schriftliche Aufwand und ein Honorarverlust kann vermieden werden.

3. Schritt: Die Prüfung der Abrechnung Mit Hilfe einer entsprechenden Verarbeitungssoftware werden die Abrechnungen weiter geprüft. Dabei durchläuft sie „nicht-sichtungspflichtige“ und „sichtungspflichtige“ Prüfungen. Im ersten Teil der Abrechnungsbearbeitung erfolgen die „sichtungspflichtigen“ Prüfungen. Hier zeigt das Regelwerk der Sachbearbeiterin die Fälle an, bei denen Auffälligkeiten festzustellen sind. Dazu zählen neben dem Bereich der Genehmigungsprüfung, die Kontrolle der Fehlzeitenangabe der Sammelerklärung sowie grundsätzliche formale Hilfen wie die Umsetzung von Fusionen und Suffixkorrekturen. Nach Abschluss der sogenannten sachlich-rechnerischen Korrektur erfolgen die „nicht-sichtungspflichtigen Prüfungen“. Hier nimmt das Regelwerk automatisch Korrekturen durch vordefinierte „harte“ Regeln vor. Diese „harten“ Regeln resultieren überwiegend aus eindeutigen EBM-Bestimmungen oder vertraglichen Grundsätzen. Die gesamte Prüfung benötigt in etwa einen Zeitraum von neun Wochen. Mit der direkten sachlich-rechnerischen Korrektur sind in der KVSH etwa 20 Mitarbeiterinnen betraut.

4. Schritt: Die Honorarermittlung Nach Abschluss der Beregelung werden die Abrechnungsdaten in eine separate Datenbank übertragen und an die Abteilung Informationstechnologie übergeben. Hier finden dann die Honorarberechnungen statt. Als Ergebnis wird der Honorarbescheid erstellt. Dieser Prozess nimmt inklusive der qualitätssichernden Maßnahmen nochmals einen Zeitrahmen von etwa drei Wochen in Anspruch.

Jakob Wilder, KVSH

2. Schritt: Sachlich-rechnerische Prüfung Bevor die Abrechnungen einer genaueren Prüfung unterzogen werden, müssen sie in die verarbeitende Software der KVSH importiert werden. Dazu zählt auch die Entschlüsselung der Daten und die Prüfung auf formale Richtigkeit der Dateistrukturen. Für alle Praxen erfolgt eine sogenannte Vollständigkeitsüberprüfung. Die Abrechnungsdateien von Praxen mit mehreren Abrechnungsdateien und/oder mehreren Betriebsstätten werden zusammengeführt, sofern sie getrennt eingereicht wurden. Sind die Abrechnungen komplett, werden Sie im nächsten Arbeitsschritt auf ihre sachlich-rechnerische Richtigkeit hin geprüft.

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PRAXIS  &  KV B eka n n tmach u n ge n

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/ Psychotherapeuten deren Praxen zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Fachgebiet/Arztgruppe

Planungs­bereich*

Praxisform

Bewerbungs­frist**

Ausschreibungs­nummer

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

NMS/RD-E

EP

30.09.2013

3226/2013

* Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL). ** Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt, es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maxi mal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Aus schreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde.

Nähere Informationen zu den ausgeschriebenen Praxen erhalten Sie unter folgenden Telefonnummern: Ärzte und Psychotherapeuten Flensburg

04551 883 259 04551 883 346 04551 883 561 04551 883 462 04551 883 378 04551 883 291

Schleswig-Flensburg Nordfriesland

RendsburgEckernförde

Kiel Plön Ostholstein

Dithmarschen

Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behörden­ führungszeugnis) zu beantragen.

Neumünster

Segeberg

Steinburg

Lübeck

Hinweis: Die Wartelisteneintragung ersetzt nicht die Bewerbung!

Pinneberg

Stormarn

Herzogtum Lauenburg

Bewerbungen richten Sie bitte an: KVSH, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

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PRAXIS  & KV Folgende Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Name

Fachgruppe/Schwerp.

Niederlassungsort

Niederlassungsdatum

Dipl.-Psych. Sandra Janke

Psychologische Psychotherapeutin – ausschl. Neuropsychologie –

22885 Barsbüttel, Schulland 1

24.06.2013

Dipl.-Psych. Heike Schellin – halbe Zulassung –

Psychologische Psychotherapeutin – ausschl. Neuropsychologie –

24105 Kiel, Holtenauer Straße 93

01.08.2013

Dipl.-Psych. Kerstin Hintelmann

Psychologische Psychotherapeutin – ausschl. Neuropsychologie –

22869 Schenefeld, Bogenstraße 85

01.07.2013

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dr. phil. Dipl.-Psych. Eckhard Görlitz – halbe Zulassung –

23552 Lübeck, An der Untertrave 12 –13

Psychologischer Psychotherapeut

01.08.2013

Dr. phil. Monika Schmielau

Dipl.-Psych. Stephan Kawski-ter Haseborg – halbe Zulassung –

22926 Ahrensburg, Hagener Allee 20 –24

Psychologischer Psychotherapeut

01.07.2013

Dr. phil. Dipl.-Psych. Carmen Lange

Annika Sahleé – halbe Zulassung –

24105 Kiel, Holtenauer Straße 69

Psychologische Psychotherapeutin

01.07.2013

Dipl.-Psych. Christa Schmülling-Dormeier

Dipl.-Soz. Arb./Dipl.-Soz. Päd. Daniel Lübke – halbe Zulassung –

24105 Kiel, Fleethörn 73

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

03.06.2013

Dr. med. Maren Fritzke

Heike Gutbrodt – halbe Zulassung –

24943 Flensburg, Fruerlunder Straße 52

ausschließlich psychotherapeutische tätige Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

15.07.2013

Priv.-Doz. Dr. med. Ursula Gast

Dipl.-Psych. Manfred Tallarek – halbe Zulassung –

22926 Ahrensburg, Bornkampsweg 36

Psychologischer Psychotherapeut

01.09.2013

Dipl.-Psych. Bert Jan Herrmann

Dipl.-Psych. Bettina Köster – halbe Zulassung –

25832 Tönning, Kinder- und JugendJohann-Adolf-Straße 7/9 lichenpsychotherapeutin

01.07.2013

Ingke Ketels-Dammann

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PRAXIS  &  KV n e u es a u s K V e n u n d K B V

Warnung vor kassenzentrierter Telematik

Konflikt wegen Wirtschaftlichkeitsprüfungen

Hannover – Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat den Beschluss der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) begrüßt, eine rein kassenzentrierte Telematikinfrastruktur abzulehnen. „Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen wird sich weiterhin gegen ein verpflichtendes Versichertenstammdatenmanagement in den Arztpraxen einsetzen und fordert den Gesetzgeber auf, dieses abzuschaffen. Es kann nicht sein, dass die Kassen ihre originären Aufgaben in die Arztpraxen outsourcen wollen. Die Aktualisierung der Versichertenstammdaten ist und bleibt eine Verwaltungsaufgabe der gesetzlichen Krankenkassen“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVN, Dr. Jörg Berling. Eine Lösung könnten sogenannte eKioske sein, bei denen die Versicherten in den Filialen der Krankenkassen ihre Karten an einem Terminal selbst aktualisieren und ihre Daten verwalten können. Die ursprüngliche Intention des Gesetzgebers sei der elektronischen Gesundheitskarte schon lange nicht mehr anzusehen. Sie sollte die Kommunikation verbessern – zwischen Ärzten und Psychotherapeuten, zwischen Praxen und Krankenhäusern sowie mit den Versicherten. „Aber das spielt kaum noch eine Rolle in den aktuellen Planungen. Verflogen ist auch unsere Hoffnung auf einen Bürokratieabbau in den Kassenarztpraxen“, so der stellvertretende KVN-Vorsitzende. Geplant sei jetzt vielmehr eine rein kassenzentrierte Telematikinfrastruktur für Verwaltungsaufgaben wie das Versichertenstammdatenmanagement in den Praxen. „Wir sind in den Praxen für die Versorgung der Patienten zuständig und nicht für die Pflege der Versichertendaten für die Krankenkassen“, kritisierte Berling.

München – Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) hat die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern für ihre Aussagen zu den Arzneimittelprüfungen kritisiert. Diese seien „unsachlich und geradezu zynisch“, so der KVB-Vorstand. Hintergrund ist eine Pressemitteilung der Krankrankenkassenverbände, in der sie die Regressgefahr bei Arzneimittelverordnungen als minimal bezeichnen. Demzufolge seien 2012 nur knapp ein Prozent der niedergelassenen Ärzte in Bayern von Regress­zahlungen bei Arzneimittelverordnungen betroffen gewesen. In diesem Zusammenhang bezeichnete die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern die „übertriebene Darstellung des Gefahrenpotenzials der Regresse“ durch die KVB als pure Polemik.

Die KBV-Vertreterversammlung hatte per Beschluss die Mitarbeit in der gematik und in den Testregionen der elektronischen Gesundheitskarte abgelehnt, wenn diese weiterhin nur an den Interessen der gesetzlichen Krankenkassen ausgerichtet sei. Notfalls solle die KBV die Auflösung der gematik einfordern.

Aus Sicht des Vorstands der KVB sorge allein schon die Nachricht, dass gegen eine Praxis auf Antrag einer oder mehrerer Krankenkassen ein Prüfverfahren eröffnet wurde, bei den betroffenen Ärzten für Stress und große Sorgen. Im weiteren Verlauf des Prüfverfahrens müssten die Ärzte sich dann mit aufwendigen, zeitraubenden und lückenlosen Dokumentationen rechtfertigen, um mögliche Strafzahlungen zu vermeiden – und das, obwohl sie keinen Schaden verursacht oder sich bereichert, sondern lediglich ihren Patienten die für sie notwendigen Arzneimittel verordnet hatten. „Die Presseinformation der Krankenkassenverbände zeigt ganz klar, dass sie gar keinen Sinn darin sehen, eine sachgerechte, faire Prüfung durchzuführen“, erklärten die KVB-Vorstände Wolfgang Krombholz, Pedro Schmelz und Ilka Enger. Sie bedrohten vielmehr alle Ärzte mit dem permanenten Damoklesschwert einer Rückforderung für angeblich unwirtschaftliche Verordnungen.

Neue Niederlassungsmöglichkeiten in Westfalen-Lippe Dortmund – 176 zusätzliche Niederlassungsmöglichkeiten für Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten wird es in Westfalen-Lippe geben. Das sieht die neue Bedarfsplanung des Landesteils vor, den das NRW-Gesundheitsministerium als Aufsichtsbehörde bereits genehmigt hat.

Niederlassungen möglich. Zudem können sich noch weitere 15 Ärzte niederlassen, die der spezialisierten fachärztlichen Versorgung angehören. Dazu zählen zum Beispiel Kinder- und Jugendpsychiater und Anästhesisten.

Insgesamt werden zusätzlich für Hausärzte 102, für grundversorgende Fachärzte 14,5 und für Psychotherapeuten 44 neue

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PRAXIS  &  KV G r u ppe n ps y chotherapie

Grundlegender Wandel notwendig

Obwohl nach Auffassung von Experten bei der Durchführung der ambulanten Gruppenpsychotherapie grundlegender Handlungsbedarf besteht, hat der Gemeinsame Bundesausschuss jetzt nur marginale Veränderungen beschlossen.

Im Frühjahr 2012 führte die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) auf Initiative ihres Fachausschusses Psychotherapie eine Umfrage zur Gruppenpsychotherapie in Schleswig-Holstein durch. Fast zeitgleich begannen intensive Erörterungen über die Situation der ambulanten Gruppenpsychotherapie im Beratenden Fachausschuss Psychotherapie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Deutlich zeichnete sich grundlegender Handlungsbedarf ab, wenn sich die ambulante Versorgung mit Gruppenpsychotherapie verbessern soll. Nichts passierte, jetzt verkündet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) marginale Veränderungen des Reglements. Mängel und Hürden sind bekannt Die Umfrage des Fachausschuss Psychotherapie der KVSH wie auch die Erörterungen im Beratenden Fachausschuss der KBV offenbarten ein ziemlich einheitliches Bild von den Mängeln und Missständen im Bereich der ambulanten Gruppenpsychotherapie. Eindrücklich zeigte sich, will man das Angebot an Psychotherapien in Gruppen erhöhen, dann muss das Reglement für die Gruppenpsychotherapie grundlegende Veränderung erfahren. Dabei müssen unbedingt neueste Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Bereich der Psychotherapie in Gruppen Berücksichtigung finden. Bürokratische Hürden müssen abgebaut werden, die Gruppengrößen müssen variabler sein, das Verhältnis von Einzelgesprächen zu Gruppensitzungen muss überdacht und auch die Vergütungsstruktur muss überarbeitet werden. Getan hat sich seitdem eigentlich nichts. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Fachausschüsse keine Beschlussorgane sind, sondern lediglich beratend tätig werden können. Zwei kleine Veränderungen der Richtlinie Für Änderungen der Richtlinien oder den Erlass gänzlich neuer Richtlinien ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zustän8 | 2013

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dig. Der G-BA ist oberstes Beschlussorgan für bindende Richtlinien in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Oft wird dieser Bundesausschuss als übermächtiges und bürokratisches Monster (der langsamen Art) bezeichnet. Der G-BA besteht aus mehreren Unterausschüssen, Stäben und Abteilungen. Mitglieder sind der GKV-Spitzenverband, die Krankenhausgesellschaft sowie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), und etliche Patienten- und Selbsthilfeorganisationen kommen hier auch zu Gehör. Immerhin können jetzt aus dem Hause des G-BA zwei Veränderungen der Psychotherapie-Richtlinie hinsichtlich der Gruppenpsychotherapie verkündet werden – auch wenn diese eher von marginaler Art sind. Gruppenpsychotherapie bei Kindern und Jugendlichen erfährt Erleichterung Die eine betrifft die Gestaltung der Gruppen bei Kindern und Jugendlichen. Durch entsprechende Änderung der Richtlinie ist die mögliche Mindestteilnehmerzahl in der tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Gruppenpsychotherapie von Kindern und Jugendlichen jetzt drei Teilnehmer. Vormals galt hier eine Mindestteilnehmerzahl von sechs. Somit kann eine entsprechende Gruppe jetzt aus mindestens drei und höchstens neun Kindern und Jugendlichen bestehen. Die Verringerung der Mindestteilnehmerzahl trägt altersspezifischen Entwicklungsbedingungen und den besonderen therapeutischen Erfordernissen bei einigen Diagnosen Rechnung, heißt es in der Begründung. Verhaltenstherapie ausschließlich als Gruppe möglich Eine weitere Änderung der Psychotherapie-Richtlinie sieht vor, dass eine Verhaltenstherapie jetzt auch als alleinige Gruppentherapie durchgeführt werden kann. Die zwingende Kombination mit Einzelgesprächen ist entfallen. Der Psychotherapeut entscheidet in seiner Behandlungsverantwortung nun wirklich eigenständig darüber, ob neben der Gruppenbehandlung noch Einzelbehandlungen stattfinden oder nicht. Beide Veränderungen sind nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und Bekanntmachung im Bundesanzeiger am 19. Juni 2013 in Kraft getreten. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel ak t u e l l

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die menschen im land V or O rt

Die Freude am Beruf ist geblieben Eggert Schiele eröffnete mit nur 28 Jahren die erste Arztpraxis in Wrist (Kreis Steinburg). Nun feierte er mit seinem Team 40-jähriges Praxisjubiläum. Damit ist Schiele einer der fünf dienstältesten Hausärzte in Schleswig-Holstein. Im NordlichtInterview zieht der überzeugte Landarzt Bilanz.

Von links: Eggert Schiele, Andrea Hendrischke, Elke Schiele, Sandra Meyer, Annegret Winter (Arzthelferin), Dr. med. Maja Jeßen

Nordlicht: Mit welchen Erwartungen gründeten Sie vor 40 Jahren Ihre eigene Praxis? Eggert Schiele: Ich wollte in ländlicher Umgebung patientennah arbeiten. Als gebürtiger Holsteiner wollte ich dabei meiner Heimatregion treu bleiben und natürlich bei zufriedenstellendem Einkommen täglich Spaß bei meiner Arbeit haben. Nordlicht: War das auch eine bewusste Entscheidung für eine freiberufliche Tätigkeit? Sie hätten ja auch ans Krankenhaus gehen können. Schiele: Da ich vorher im Krankenhaus gearbeitet hatte, war es eine sehr bewusste Entscheidung für die freiberufliche Tätigkeit. Hauptsächlich reizte mich die hausärztliche Tätigkeit. Ich wollte im gesamten Spektrum der Allgemeinmedizin tätig sein. Dazu gehörte die Versorgung der Menschen vom Säuglings- bis ins hohe Alter über alle Fachrichtungen hinweg. Diese Ausübungsform des Berufes war damals als angestellter Mediziner noch nicht möglich. Nordlicht: Erinnern Sie sich noch an den ersten Tag? Was geschah genau vor 40 Jahren?

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Nordlicht

Schiele: Unsere ersten Praxisräume lagen in einer 4-Zimmer Wohnung, die wir sowohl zum Wohnen als auch für die Arbeit nutzten. Das bedeutete, dass wir das Schlafzimmer zum Sprechzimmer umfunktionierten, aus der Küche wurde das Labor, ein Kinderzimmer diente als Wartezimmer und die Anmeldung befand sich im Flur. Geschlafen haben wir im kombinierten Wohn-Schlafzimmer. Zunächst waren wir besorgt, ob überhaupt Patienten kommen würden. Eine halbe Stunde vor offizieller Eröffnung war die erste Patientin schon da. Sie war ein gutes Beispiel für die typischen alltäglichen Erkrankungen in der Praxis. Die Patientin befürchtete eine schlimme Infektionskrankheit, war aber lediglich übersät mit Mückenstichen. Sie ist im Übrigen bis heute regelmäßig bei uns in der Praxis. Nordlicht: Warum fiel Ihre Wahl auf den ländlich gelegenen Standort Wrist? Schiele: Eine Schulfreundin meiner Frau lebte mit ihrer Familie und ihrem an Asthma erkrankten Sohn in Wrist. Zu der Zeit, als wir uns niederlassen wollten, berichtete sie von der schlechten Versorgung auf dem Land, und dass man bei nächtlichen Notfällen lange auf Hilfe warten musste. Es war in der Gemeinde mit 2.500 Einwohnern also ein dringender Bedarf für einen Hausarzt vorhanden. Dies bedeutete für mich auch, dass ich erwarten konnte, nicht vor einem leeren Wartezimmer zu sitzen. ak t u e l l

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die menschen im land

Nordlicht: Wie fällt heute Ihre persönliche Bilanz aus? Schiele: Ich hatte 40 Jahre lang Spaß an meinem Berufsalltag und habe ihn heute noch. Wir haben überwiegend nette Patienten, eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit alltäglichen aber auch spannenden bis hin zu dramatischen Fällen. Außerdem war es immer möglich, die Arbeit mit einem schönen Familienleben zu verbinden und mit der Familie eng zusammen zu leben und zu arbeiten. Durch die vielen Umstrukturierungen in der Gesundheitspolitik gab es aber auch viele Situationen, in denen uns die Arbeit schwer gemacht wurde und die finanzielle Lage schwer abzuschätzen war. Trotzdem habe ich mir die Freude an meinem Beruf nicht nehmen lassen. Nordlicht: Was haben Sie Ihrer Meinung nach richtig gemacht und was hätte anders laufen können? Schiele: Die Entscheidung, sich als Landarzt niederzulassen, hat sich als absolut richtig herausgestellt. Die Planung der 1978 gebauten Praxis- und Wohnimmobilie würde heute sicherlich anders ausfallen mit einer deutlichen Trennung der Arbeits- und Wohnräume. Dadurch könnte ich die Praxisräume mit Renteneintritt besser vermieten, ohne die Wohnräume mit abgeben zu müssen. Nordlicht: Mit welchem Selbstverständnis haben Sie Ihre Patienten behandelt? Schiele: Es geht weniger um das Selbstverständnis, mit dem man die Patienten behandelt, als vielmehr um das Verständnis, das man für die Patienten aufbringt. Nur so ist es möglich, eine Vertrauensbasis aufzubauen, sodass die Arbeit für beide Seiten erfolgreich ist. Die Offenheit der Patienten im Kontakt erleichtert die Arbeit und zeigt, dass dieser Weg der richtige war und ist. Nordlicht: Der Beruf des Landarztes scheint zurzeit etwas aus der Mode gekommen zu sein. Warum ist das eigentlich so? Schiele: Hier spielen sicherlich mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen wollen die jungen Familien heute lieber einen Arbeitsplatz in der Nähe zu weiterführenden Schulen, Theater, Kino, also zu größeren Städten haben. Zum anderen ist die finanzielle Lage der Allgemeinmediziner nicht mehr so überzeugend wie früher. Auch die Möglichkeit von Regressforderungen und hohen Investitionssummen schreckt viele Kollegen ab. Außerdem ist die Arbeitszeit in der Klinik mehr oder weniger geregelt und es gibt ein sicheres Einkommen. Als Selbstständiger arbeitet man selbst und ständig. Nordlicht: Sie können aus der Distanz vieler Berufsjahre einen Blick zurück werfen. Wie hat sich das ärztliche Berufsbild im Laufe der Jahre verändert? Schiele: Das Spektrum von medizinischem Wissen und Technik ist in den letzten 40 Jahren deutlich größer geworden. Wo man früher die Patienten noch alleine gut versorgen konnte, ist jetzt enge interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich. Heute fällt vermehrt Verwaltungsarbeit an. Trotzdem nehme ich mir noch

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immer viel Zeit für den einzelnen Patienten. So hat man noch später Feierabend oder Wochenende. Eine weitere entscheidende Änderung betrifft die Notdienstregelung. Die ersten vier Jahre nach der Niederlassung war ich bis auf den Urlaub rund um die Uhr für Notfälle erreichbar. Dies wich einem geteilten Dienstplan mit Kollegen aus benachbarten Orten. Jetzt bringt der geregelte Bereitschaftsdienst der KVSH in den Nachtstunden und am Wochenende Entlastung. Nordlicht: Würden Sie jungen Kollegen heute raten, sich als Landarzt niederzulassen? Schiele: Ich kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen und bin der Meinung, dass der angenehme Berufsalltag immer noch die erwähnten Nachteile aufwiegt. Ich begrüße es sehr, wenn junge Kollegen im Rahmen von Hospitationen und Praktika den Beruf des Landarztes im Alltag kennenlernen und denke, dass auf diese Art einige Nachfolger Begeisterung für ihren Weg finden werden. Nordlicht: Wie stellen Sie sich Ihre Nachfolgeregelung vor? Schiele: Da ich seit inzwischen sieben Jahren mit meiner Tochter als angestellter Ärztin zusammen arbeite, wäre es wünschenswert, dass meine Tochter die Praxis auch weiterführt. Da die Praxis aber inzwischen auf zwei Ärzte ausgerichtet ist, müsste dennoch ein weiterer Kollege gefunden werden, der die Praxis mit übernimmt. Die weitere Planung kann aber natürlich erst erfolgen, wenn ich tatsächlich irgendwann in Rente gehe. Nordlicht: Gibt es bei Ihnen ein Leben neben der Praxis? Wenn ja, wie sieht es aus? Schiele: Viele Jahre waren meine Frau Elke und ich gemeinsam sportlich. Wir haben Tennis gespielt, sind gelaufen oder haben auf Turnieren getanzt. Das Leben neben der Praxis wird heute entscheidend mitgestaltet von unseren drei erwachsenen Kindern, sieben Enkelkindern und einem Urenkelkind. Wir haben die Familie oft hier zu Besuch im Haus und die Kinder können hier im Garten und auch in der Praxis verstecken spielen. Eine strikte Trennung von Beruf- und Privatleben haben wir aber nicht, sondern beides geht nahtlos ineinander über. Ich entscheide abends spontan mit meiner Frau, ob wir noch zwei Stunden gemeinsam Anträge und Ablage bearbeiten oder wir uns doch lieber vor den Kamin setzen. Nordlicht: Was geben Sie jüngeren Kollegen, die eine Praxis übernehmen wollen, als Rat mit auf den Weg? Schiele: Ich würde ihnen gratulieren, dass sie sich für den schönsten Beruf der Welt entschieden haben. Nein, im Ernst, ich würde sie wohl ermutigen, sich nicht von der negativen Presse, die von Medizinpolitik und Berufsverbänden ausgeht, entmutigen zu lassen. Dass man ein gutes Verhältnis zu seinen Patienten braucht, versteht sich sicherlich von selbst. Auch eine gute Kommunikation mit den Kollegen im Umkreis erleichtert einem die Arbeit und die interdisziplinäre Zusammenarbeit und führt dazu, dass der Beruf einfach mehr Spaß macht. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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SERVICE T eam B erat u n g Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungs-Dschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungs-Dschungel

Denken Sie daran! Hilfreiche Hinweise und Empfehlungen

Korrektes Ausfüllen der Arzneimittelrezepte Nicht nur bei Verordnungen von Betäubungsmitteln wird genau hingesehen, sondern von einzelnen Kassen verstärkt auch bei den Verordnungen auf dem Muster 16. Die Arzneimittelverschreibungsverordnung verlangt neben Name, Berufsbezeichnung und Anschrift des Arztes, die eigenhändige Unterschrift der verschreibenden Person. In Berufsausübungsgemeinschaften kommt es gelegentlich im Praxisalltag vor, dass eine Verordnung auf die Lebenslange Arztnummer des Partners A ausgestellt wurde und Partner B gerade vorbeikommt und unterschreibt. Dies ist nach der oben genannten Verordnung nicht zulässig. Die Apotheker haben zunehmend Probleme, solche Verordnungen bezahlt zu bekommen. Bitte achten Sie auf die Einhaltung der Vorgaben.

Die Masernimpfung ist eine Kassenleistung bei Personen, die nach 1970 geboren wurden und älter sind als 18 Jahre und kein vollständigen Impfstatus haben. Die Impfung erfolgt vorzugsweise mit einem MMR-Impfstoff (Muster 16a Impfstoffe). Eine Titerbestimmung vor der Impfung – z. B. bei unklarem Impfstatus – ist gemäß STIKO nicht erforderlich. Sollte ein Patient darauf bestehen, ist es eine Individuelle Gesundheitsleistung. Nachzulassung Das Präparat Linoladiol N® hat am 11. Juli 2013 die Zulassung als rezeptpflichtiges Arzneimittel erhalten und kann somit bei entsprechender Indikation unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes zu Kassenlasten verordnet werden. Thomas Frohberg, KVSH

Impfempfehlung der STIKO für Erwachsene Zurzeit wird öffentlich über die Notwendigkeit der Masernimpfung für Erwachsene und die Kostenübernahme durch die GKV diskutiert.

Haben Sie Fragen? Dann rufen Sie das Team Beratung der KVSH an: Ihr Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Ellen Roy Tel. 04551 883 931 ellen.roy@kvsh.de

Thomas Frohberg Tel. 04551 883 304 thomas.frohberg@kvsh.de Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein Tel. 04551 883 353 heidi.dabelstein@kvsh.de

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Service

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

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Antworten des Service-Teams Wann rechnen wir als hausärztliche Praxis die Gebührenordnungspositionen (GOP) 03120-03122 als Versichertenpauschale ab? Diese Versichertenpauschale ist gültig bei Überweisung zur Mit- und Weiterbehandlung durch einen in der Präambel 3.1 Nr. 1 genannten Vertragsarzt oder bei einer Behandlung im Vertretungsfall. Bei einem Definitionsauftrag sind diese Gebührenordnungspositionen nicht abrechenbar.

Wir sind eine hausärztliche Berufsausübungsgemeinschaft und rechnen die Versichertenpauschale nach 03110-03112 ab. In der Honorarabrechnung werden diese um den Buchstaben „R“ ergänzt. Müssen wir dies schon in der Praxis machen und was bedeutet das „R“? Laut Allgemeinen Bestimmungen 5.1 des EBM bekommen fachgleiche Berufsausübungsgemeinschaften einen Aufschlag in Höhe von zehn Prozent auf die Grund- oder Versichertenpauschalen. Der Suffix „R“ wird von der KV in der Honorarabrechnung ergänzt.

Das Hautkrebs-Screening nach der EBMZiffer 01745 bzw. 01746 darf alle zwei Jahre bei Patienten ab 35 Jahren erbracht und abgerechnet werden. Sind diese zwei Jahre monatsgenau einzuhalten? Nein, laut Krebsfrüherkennungs-Richtlinie Teil D Paragraf 29 Abs. 2 darf die Untersuchung alle zwei Kalenderjahre abgerechnet werden. Hat ein Patient im Dezember 2012 ein Hautkrebs-Screening durchführen lassen, besteht frühestens im Januar 2014 wieder Anspruch auf diese Untersuchung. Es ist daher kein zwingender Zeitraum von 24 Monaten einzuhalten.

Korrektur Nordlicht-Ausgabe 7 | 2013 Zu der Frage: Wir haben bei einer Patientin mit dem Impfzyklus für die HPV-Impfung begonnen, als diese noch 17 Jahre alt war. Nun ist die Patientin bei der letzten Impfung schon 19 Jahre alt, kann das trotzdem noch über die Krankenkasse abgrechnet werden? Nein, bei eingehaltenem Impfzyklus kann die Impfung zwar auch nach dem 18. Geburtstag komplettiert werden, allerdings darf die Patientin noch keine 19 Jahre alt sein.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 8 | 2013

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SERVICE

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T elematik

Wenn der Bundesnachrichtendienst nicht mitlesen soll ... Wie der Zugang zu PC und (E-Mail-)Konten mit sicheren Kennworten geschützt wird, ist im letzten Nordlicht nachzulesen. Wie man eine E-Mail sicher „ zuklebt“, wird hier beschrieben. Eine E-Mail legt auf ihrem Weg vom Absender zum Empfänger oft mehrere tausend Kilometer zurück und wird dabei von vielen Servern und Routern weitergeleitet – selbst wenn Absender und Empfänger in der selben Straße wohnen. An jeder dieser Weiterleitungsstellen kann die E-Mail gelesen und kopiert werden, und wie wir von der NSA gerade erfahren haben, wird es ja auch gemacht.

Einstellung im Outlook

Gegen das Mitlesen kann man sich nicht wehren, man kann aber die Daten verschlüsseln, sodass sie dem „Spion“ nichts nützen. Der einfachste Weg ist die Verschlüsselung des Datenstroms zwischen Ihrem PC und dem Mail-Server, der die E-Mail zur Abholung bereithält oder zum Versand abnimmt. Bei nahezu allen Mail-Programmen können an Stelle der unverschlüsselten Verfahren SMTP (Port 25) und POP (Port 110) auch verschlüsselte Methoden (SSL/ TLS) auf den Ports 465 bzw. 995 ausgewählt werden.

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Einstellung im Thunderbird Das war es auch schon. Der gesamte Datenstrom zum und vom Mailserver wird jetzt verschlüsselt und keiner kann die E-Mail mitlesen. Das funktioniert übrigens auch bei Smartphones und iPhones! Doch Achtung: Wenn Sie Ihr Mail-Programm so eingestellt haben, testen Sie zuerst, ob Sie selbst eine E-Mail schicken können. Bei manchen Mail-Server erhalten Sie einen Hinweis, dass das sogenannte Server-Zertifkat („Personalausweis“ des Mailservers) nicht vertrauenswürdig ist. Das ist ärgerlich, aber nicht schlimm. Das können Sie akzeptieren, denn die Verschlüsselung funktioniert trotzdem. Sollte der Mail-Server jedoch keine SSL/ TLS-Verbindungen annehmen und auch die Verbindungssicherheitseinstellung STARTTLS nicht zum gewünschten Erfolg führen, wäre das vielleicht ein Grund, den Anbieter zu wechseln. Ein nahezu hundertprozentiger sicherer E-Mail-Austausch im Gesundheitssystem bietet Ihnen SafeMail (http://SafeMail. eKVSH.de). Hier werden nicht nur die Übertragungswege mehrfach verschlüsselt, auch jede einzelne E-Mail ist so geschützt, dass nur der Empfänger an den Inhalt gelangt. Somit erhalten die sensiblen Patientendaten den Schutz, den sie benötigen. Leider ist SafeMail derzeit nur in Schleswig-Holstein verfügbar, wird dort aber in steigendem Umfang in Praxen und Krankenhäusern eingesetzt. Udo Karlins, KVSH

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SERVICE was , wa n n , wo ?

Seminare

Zu Seminaren wird nicht mehr persönlich eingeladen. Bekanntmachungen erfolgen ausschließlich über das Nordlicht.

fÜR medizinische Fachkräfte thema: Qualitätssicherung in der Röntgen-

diagnostik nach der Röntgenverord nung – Konstanzprüfung bei digitaler Bildverarbeitung – (Bild wiedergabe und Digitale Projektions radiographie) datum: 4. September, 15.30 bis 19.00 Uhr

Die Abteilung Qualitätssicherung der Kassenärztlichen Vereinigung lädt alle Praxismitarbeiter/-innen, die Konstanzprüfungen im digitalen Bereich durchführen bzw. zukünftig diese Aufgabe übernehmen werden, sehr herzlich zu einem Seminar nach Bad Segeberg ein. Dieses Seminar wird in Zusammenarbeit mit der Ärztlichen Stelle zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik bei der Kassenärztlichen Vereinigung durchgeführt. Ziel dieser Veranstaltung ist es, Ihren Mitarbeitern eine theoretische Einführung über den Umfang und die Durchführung der Konstanzprüfungen bei digitalen Bildempfängersystemen zu geben. Des Weiteren werden Fallbeispiele über Fehlermöglichkeiten gezeigt. Um auch praktisch die Durchführung der Konstanzprüfung am Röntgengerät demonstrieren zu können, werden wir, nach dem theoretischen Abriss und der praktischen Durchführung der Konstanzprüfung am Bildwiedergabegerät, in die Räumlichkeiten des Edmund-Christiani-Seminars, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg, wechseln (Fußweg ca. 5-10 min). Ort:

Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Haus 2; 2. OG, Sitzungsraum der RadiologieKommission (Raum 2.2.100)

Teilnahmegebühr: kostenfrei TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, gilt die Teilnahme als bestätigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Nadine Pries Telefon 04551 883 332 Fax 04551 883 374 E-Mail nadine.pries@kvsh.de 40

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Service

Für mammographisch tätige Mitarbeiter

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: Workshop: Konstanzprüfung am

thema: Qualitätsmanagement –

analogen Mammographiegerät

die G-BA Richtlinie erfüllen

datum: 25. September, 15.30 bis 18.30 Uhr

datum: 30. September, 14.00 bis 18.00 Uhr

Für den Austausch von Tipps und Tricks sowie zur Erweiterung des Fachwissens veranstaltet die Abteilung Qualitätssicherung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit der Ärztlichen Stelle RöV – Mammographie – bei der KVSH für Praxismitarbeiter, die für die Durchführung von Konstanzprüfungen am Mammographiegerät im kurativen Bereich verantwortlich sind, diesen Workshop.

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen ggf. ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Das Seminar richtet sich auch an Praxismitarbeiter, die künftig mit der verantwortungsvollen Aufgabe der Konstanzprüfungsdurchführung betraut werden. Zielsetzung des Workshops: • Praktische Durchführung der Konstanzprüfung am Mammographiegerät und der Filmentwicklungsmaschine • Vertiefung der theoretischen Kenntnisse zur Durchführung der Prüfkörperaufnahmen • Tipps und Tricks zur Vermeidung von Fehlermöglichkeiten bei den Konstanzprüfungen • Erläuterung der Prüfkriterien zur Beurteilung der Konstanzprüfungen

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben nützlichen Informationen u. a. auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem wie Sie Ihre KV bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1–    6, 23795 Bad Segeberg,

Ort:

Gynäkologische Praxis Dr. Pietschmann, Hüxtertorallee 23, 23564 Lübeck

Teilnahmegebühr: 50 Euro

Teilnahmegebühr: Das Seminar ist kostenfrei.

Fortbildungspunkte:.5

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist auf max. 10 begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Nach Eingang der Anmeldung erhalten Sie eine Anmeldebestätigung.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Nadine Pries Telefon 04551 883 332 Fax 04551 883 374 E-Mail nadine.pries@kvsh.de

Angelika Ströbel Regina Steffen Telefon 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

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SERVICE

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

für Ärzte und Psychotherapeuten

thema: QEP®-Einführungsseminar

thema: Moderatorengrundausbildung

für Qualitätszirkel

datum: 18. Oktober, 15.00 bis 21.00 Uhr 19. Oktober, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 22. November, 15.00 bis 21.00 UHR

Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkeldramaturgien entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert: • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen.

23. November, 9.00 bis 17.00 UHR

Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge – erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1–    6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 200 Euro pro Person, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • Dramaturgien • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Fortbildungspunkte: 18 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung bzw. im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

Teilnahmegebühr: 200 Euro pro Person, inkl. Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte: 20

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

Detlef Greiner Tel. 04551 883 527 Fax 04551 883 7527 E-Mail detlef.greiner@kvsh.de

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Regina Steffen 04551 883 292 04551 883 7292 regina.steffen@kvsh.de 8 | 2013


Service

Veranstaltungen KVSH

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

28. August, 13.30 bis 15.00 uhr

Alkoholbedingte Ernährungsprobleme und ihre Behandlung

7. August, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Sabrina Pingel, Zulassung/Praxisberatung, Tel. 04551 883 255, E-Mail: sabrina.pingel@kvsh.de www.kvsh.de

KVSH-Kreisstellen

Ort: AHG Klinik Lübeck, Vortragsraum Haus 2 Info: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Tel. 0451 5894 0, Fax 0451 5894 331 E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

24. August, 9.00 bis 11.30 uhr

Chronische Pankreatitis – was spricht für die Endoskopie, – was für die Chirurgie? Ort: Atlantic Hotel Lübeck, Schmiedestraße 9 –15, 23552 Lübeck Info: Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 17. August 2013 erbeten. Sekretariat Dr. Dietlind Tittelbach-Helmrich, Dagmar Gebhardt, Tel. 04531 500 35 83, Fax 04531 500 20 69 E-Mail: dagmar.gebhardt@uksh.de www.uksh.de

3. Oktober, 16.00 uhr 11. September, 13.30 bis 15.00 uhr

Erhöhte Leberwerte, was tun? Ort: Strandhotel Glücksburg Info: Nähere Informationen unter: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder unter Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de www.aeksh.de/ec

Schleswig-Holstein

Ort: AHG Klinik Lübeck, Vortragsraum Haus 2 Info: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Tel. 0451 5894 0, Fax 0451 5894 331 E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

18. September

6. MRSA-Netzwerktreffen

10. August, 11.00 bis 17.00 uhr

Bindungstheorie und Praxis der ambulanten Gruppentherapie

Ort: Gesundheitshaus, Norderstraße 58-60, 24939 Flensburg Info: Informationen unter: Tel. 0461 85 2113, oder www.infektionsschutz@flensburg.de

Ort: Praxis Leinz, Wilhelminenstr. 28, 24103 Kiel Info: Begrenzte Teilnehmerzahl, Fortbildungspunkte beantragt, Kosten: 60 Euro E-Mail: Anmeldung: info@psychoanalyse-in-gruppen.de info@praxis-leinz.de www.praxis-leinz.de - Fortbildung www. psychoanalyse-in-gruppen.de

25. September, 9.30 bis 14.00 uhr

Suchtberatung in der AHG Klinik Lübeck Ort: Hörsaal der Chirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Arnold-Heller-Strasse 3, 24105 Kiel Info: Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 21. September 2013 erbeten. Tel. 0431 597 12 72, Fax 0431 597 12 48 www.uksh.de

14. August, 13.30 bis 15.00 uhr

Hepatitis, Ursachen, Krankheitsbild und Behandlung Ort: AHG Klinik Lübeck, Vortragsraum Haus 2 Info: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Tel. 0451 5894 0, Fax 0451 5894 331 E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

25. September, 16.30 bis 20.00 uhr

3. Palliativmedizinisches Symposium Lübeck Ort: Atlantic Hotel, Schmiedestr. 9 –15, 23552 Lübeck Info: Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 15. September 2013 erbeten. Organisation: Dr. med. Norman Kripke Tel. 0451 500 22 94, Fax 0451 500 43 05 E-Mail: Norman.Kripke@uksh.de www.uksh.de

14. August, 13.45 bis 17.30

Nordfriesische Symposium für Psychiatrie und Psychotherapie Ort: Fachkliniken Nordfriesland (Standort A),Gammeltoft 8-15, 25821 Riddorf/Breklum, in der Multifunktionshalle (A03) und in der Ambulanz (EG) im Krankenhausgebäude (A04). Info: Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten, Anmeldungen bis zum 31. Juli 2013 per Fax 04671 408 3909, Tel. 04671 408 3900 Email: ambulanz.riddorf@fklnf.de www.fklnf.de 8 | 2013

Psychologische Diagnostik – praktisch

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9. November, 9.00 bis 14.00 uhr

20 Jahre Schleswiger Schmerztagung 1993–2013 Ort: Aula der Gehörlosenschule, Seminarweg 20, 24837 Schleswig Info: Fortbildungspunkte beantragt E-Mail: harald.lucius@helios-kliniken.de www.helios-kliniken.de

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Service ko n takt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Ines Deichen������������������������������������������������������������������������������������� 571 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Söth����������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Betriebswirtschaftliche Beratung Marion Grosse���������������������������������������������������������������������������������� 343 Chirotherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dermatohistologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 44

Nordlicht

Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Helga Hartz ������������������������������������������������������������������������������������� 453 Caroline Polonji ������������������������������������������������������������������������������ 280 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Janin Looft��������������������������������������������������������������������������������������� 324 Tobias Kantereit������������������������������������������������������������������������������� 320 Ermächtigungen Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������� 378 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Tyneke Grommes����������������������������������������������������������������������������� 462 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Karsten Wilkening��������������������������������������������������������������������������� 561 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������ 381 Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Hautkrebs-Screening Christine Sancion���������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 HIV/AIDS Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 ak t u e l l

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Service ko n takt

Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Invasive Kardiologie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Interventionelle Radiologie Daniela Leisner ������������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomographie Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Mammographie (kurativ/Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Niederlassung/Zulassung/Zweigpraxis Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Tyneke Grommes����������������������������������������������������������������������������� 462 Daniel Jacoby����������������������������������������������������������������������������������� 259 Karsten Wilkening��������������������������������������������������������������������������� 561 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 533 Onkologie Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Patientenauskunft Paragraf 305 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Personal Christine Storm��������������������������������������������������������������������������������� 260 Lars Schönemann������������������������������������������������������������������������������ 275 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 8 | 2013

Nordlicht

Polygraphie/Polysomnographie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonographie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Sonographie (Qualitätssicherung) Susanne Paap���������������������������������������������������������������������������������� 228 Christina Witt����������������������������������������������������������������������������������� 315 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 533 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Kommissarische Leiterin)���������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Umweltmedizin/Umweltausschuss Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Vakuumbiopsie Dagmar Martensen ������������������������������������������������������������������������� 687 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 ak t u e l l

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Service ko n takt

Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251 An diese Stelle nach Paragraf 81a SGB V kann sich jede Person wenden. Es handelt sich um eine organisatorisch verselbstständigte und weisungsungebundene Einrichtung. Sie hat im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages allen genügend substanziierten Hinweisen auf Sachverhalte nachzugehen, die auf Unregelmäßigkeiten oder auf eine rechtswidrige oder zweckwidrige Nutzung von Finanzmitteln im Zusammenhang mit den Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein hindeuten und die aufgrund der einzelnen Angaben oder der Gesamtumstände glaubhaft erscheinen.

Prüfungsstelle

Nordlicht aktuell

Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 901022 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)��������������������������������� 90100 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)������������������������������������������ 90100 Leiter der Dienststelle Markus Eßfeld���������������������������������������������������������������������������� 901021 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ������������������������������������������������������������������������ 901023 Dr. Michael Beyer���������������������������������������������������������������������� 901015 Dorthe Flathus-Rolfs������������������������������������������������������������������ 901015 Astrid Stamer����������������������������������������������������������������������������� 901024 Evelyn Sonnenrein��������������������������������������������������������������������� 901024 Katja Junge�������������������������������������������������������������������������������� 901024 Ina Buchholz������������������������������������������������������������������������������ 901024 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������� 901012 Catherin Weh����������������������������������������������������������������������������� 901011 Iris Flägel����������������������������������������������������������������������������������� 901011 Stefanie Kuhlee������������������������������������������������������������������������� 901013 Zweitmeinungsverfahren Gastroentereologie, Rheuma und Plaque-Psoriasis Nadja Kleinert���������������������������������������������������������������������������� 901025 Organisation Dorina Schadendorf ������������������������������������������������������������������ 901020 Tanja Bauer............................................................................ ..... 901016 Sabine Kruse ����������������������������������������������������������������������������� 901016 Elisabeth Möller-Kammritz ������������������������������������������������������� 901017 Gabriele Stüven ������������������������������������������������������������������������ 901017 Susanne Schuldt.................................................................... ..... 901017 Melanie Buchbach................................................................. ..... 901019 Lina Fitzner............................................................................ ..... 901019

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Impressum

Nordlicht

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v.i.S.d.P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke; Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

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Service K o n takt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Berglücke 5, 24943 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail����������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen@kvsh.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 8 | 2013

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

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Vorschau +++ +++ +++ Liebe Leserinnen und Leser, das nächste Nordlicht erscheint Anfang Oktober.

7. August | 4. September | 2. Oktober 6. November | 4. Dezember | 14.00 BIS 17.00 UHR

+++ +++ +++

2013

An jedem ersten Mittwoch im Monat 

für  alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) ohne vorherige Terminvergabe

Ort

Zulassung/Praxisberatung der KVSH Kontakt

Sabrina Pingel, Zulassung/Praxisberatung, Tel. 04551 883 255, E-Mail: sabrina.pingel@kvsh.de www.kvsh.de

Nordlicht 08 2013 web  
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