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nr. 7 | 2017

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Juli 2017 | 20. Jahrgang

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Telematikinfrastruktur se r ab vi se ces it ei e te 37 n

Startschuss mit Anschlussproblemen


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 7 | 2017

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

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Startschuss für die Telematikinfrastruktur

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Technische Ausstattung: Was Praxen benötigen

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Kostenübernahme für TI-Anbindung

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Ihre Fragen – unsere Antworten

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IT- und TI-Kauderwelsch

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Nachrichten Kompakt

Die Telematikinfrastruktur (TI) soll perspektivisch alle Praxen, Krankenhäuser, Apotheken und weitere Akteure im Gesundheitswesen elektronisch miteinander vernetzen. Doch noch hakt es in vielen Bereichen. Wir stellen den aktuellen Stand der Dinge vor und erklären, wie sich die Praxen in Schleswig-Holstein nach dem Start der TI verhalten sollen.

Gesundheitspolitik 13

Jamaika-Koalition am Start

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Kommentar: Mutig

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Bericht von der Abgeordnetenversammlung

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Praxis & KV 18

Praxis-Tour für Medizinstudenten

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Laborauftrag auch elektronisch möglich

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„Der Aufwand hat sich gelohnt“: Hausarzt Dr. Torsten Diederich aus Wentorf hat beim Pilotprojekt „digitaler Laborbeauftrag“ mitgemacht

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Serie: Kreisstelle Steinburg stellt sich vor

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Qualitätsoffensive Antibiotikaverordnung

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Bekanntmachungen und Meldungen

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Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM)

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Neues aus KVen und KBV

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Psychotherapie: Krankenhauseinweisung und Krankenbeförderung

Die Menschen im Land 34

Mobile Sprechstunde in der Flüchtlingsunterkunft

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Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

Die KVSH bot bei der vierten Auflage der „ Mehr.Arzt.Leben!“Praxistour dem medizinischen Nachwuchs wieder spannende Einblicke in die Arbeits- und Lebenswelt niedergelassener Ärzte in Schleswig-Holstein. Stationen waren Praxen in Elmshorn, Wilster, St. Margarethen und das Strandbad in Wedel.

18 34 Die „ rollende Arztpraxis“ war fünfzehn Monate lang zur Unterstützung der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen im Kreis Herzogtum Lauenburg unterwegs. Eine der letzten mobilen Bus-Sprechstunden fand in der Flüchtlingsunterkunft in Büchen statt.

Service 37

Sicher durch den Verordnungsdschungel: So verordnen Sie richtig

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Sie fragen – wir antworten

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Termine

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht

aktuell

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Nordlicht nr. 7 | 2017 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, von einer Autobahn mal ganz ohne Autos träumt wohl jeder, der sich nun zur Urlaubszeit auf den Weg in den sonnigen Süden machen will. Mal so ganz entspannt durchrauschen und zum geplanten Zeitpunkt auch gut ankommen. Und wie sieht es aus? Lange Baustellen, Fahrbahnverengungen mit entsprechenden Staus, Umleitungen, LKW-Schlangen und viele unappetitliche Rastplätze. Mit der jetzt neu eröffneten Autobahn sollen wir alles Negative vergessen und uns endlich auf den Weg in die Zukunft machen, heißt es. Die neue Telematikinfrastruktur (TI) verläuft im gesamten deutschen Orbit und soll Auf- und Abfahrten in jeder Praxis und jeder Klinik bekommen. Wir sehen sie nicht, wir hören sie nicht und man sagt uns, ihre Schutzwände seien die sichersten der Welt. Der Gesetzgeber legt fest, dass wir sie alle zu befahren haben und zwar ohne Wenn und Aber. Denn wenn wir es nicht tun, nimmt er sich im nächsten Sommer das Recht auf Honorarkürzung heraus. Beklagen sollten sich die Ärzte schon gar nicht, weil alle Kosten von der Gesetzlichen Krankenversicherung zu tragen seien. Solche bestimmenden Töne kommen aus der Politik. Trotzdem Chaos aller Orten zur Eröffnung. Die virtuellen Autos heißen Konnektor, SMC-B, Lesegerät und eHBA und an den Namen ist schon zu erkennen, dass weder VW, noch Volvo, noch BMW oder Ford die Produzenten sein können. Connected Drive ist bei diesen Firmen längst Realität. Das Chaos ist da, weil für den neuen Produkte-Markt offensichtlich keine Profis am Werk waren. Es gibt sie nicht, die neuen Daten-Autos. Irgendwann in den nächsten zwölf Monaten sollen sie kommen. Ihre Softwarehäuser werden Sie informieren, wenn Produkte verfügbar sind. Warten Sie das in Ruhe ab. Bei allem momentanen Fatalismus über die Startprobleme, sollten wir auch die Chancen der neuen Technologie nicht vergessen. In diesem Heft finden Sie Grundlagen der Technik, die Finanzierungsvereinbarung und eine erste FAQ-Liste, die wir auf der KVSH-Webseite ständig ergänzen. Wir werden Sie in den nächsten Monaten laufend zum Thema TI weiter informieren. Nichts überstürzen – und vor allem: Behalten Sie Ihren SafeNet-Anschluss. Die neue Technologie kann zunächst nur Stammdatenmanagement, alles andere kommt irgendwann. Alle SafeNetAnwendungen, wie z. B. SafeMail, eDoku oder Abrechnungscheck werden wohl noch auf längere Zeit hinaus nicht in der TI verfügbar sein. … aber suchen Sie schon mal nach dem Passwort Ihres DSL-Routers ...

Ihre

Dr. Monika Schliffke

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Titelthema T elematikinfrastruktur

Startschuss mit Anschlussproblemen

© istock.com/Pogonici

Die Einführung der bundesweiten Telematikinfrastruktur (TI) war schon lange angekündigt. Seit dem 1. Juli wird sie nach dem Willen des Gesetzgebers schrittweise ausgerollt. Für die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten bedeutet dies, dass für eine Anbindung ihrer Praxen an die TI neue technische Komponenten, wie der Konnektor und das E-Health-Kartenterminal, angeschafft und installiert werden müssen. Laut der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) werden die ersten zugelassenen Produkte allerdings voraussichtlich erst ab Herbst dieses Jahres auf dem Markt verfügbar sein. Auch wenn der Anschluss an die digitale Datenautobahn mit Startschwierigkeiten verbunden ist, führt an der weiteren elektronischen Vernetzung im Gesundheitswesen und damit an der Telematikinfrastruktur kein Weg vorbei. Dieser und die nachfolgenden Artikel sollen daher einen ersten Überblick geben, was die TI leisten soll und welche technischen Geräte Ärzte und Psychotherapeuten benötigen, um ihre Praxen mit der TI zu verbinden. Die KVSH wird ihre Mitglieder über aktuelle Entwicklungen des Rollouts auf dem Laufenden halten. 4

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Titelthema Was ist die Telematikinfrastruktur? Die Telematikinfrastruktur ist eine digitale Plattform für den sicheren Datenaustausch, die in Zukunft alle Akteure des deutschen Gesundheitswesens vernetzen soll: Praxen, Krankenhäuser, Apotheken und Pflegedienste. Das Projekt ist gigantisch, denn hunderttausende Nutzer aus unterschiedlichen Bereichen werden zukünftig an das Netz angeschlossen sein und hochsensible personenbezogene Daten austauschen. Sämtliche Online-Anwendungen, wie der Versand elektronischer Arztbriefe oder Telekonsile, sollen künftig über die TI laufen. Für all diese Anwendungen gelten höchste Sicherheitsanforderungen. Deshalb werden zum Beispiel sämtliche technischen Komponenten, wie Konnektoren und Kartenterminals, vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert und von der gematik zugelassen. Die gematik ist verantwortlich für den Aufbau und Betrieb des digitalen Netzwerkes. Sie wurde von den Spitzenverbänden des Gesundheitswesens, darunter der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Bundesärztekammer, gegründet. TI-Einführung beginnt mit Versichertenstammdatenmanagement Mit Einführung der TI werden auch Online-Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK), die derzeit nur offline genutzt wird, weiter ausgebaut. Die erste Online-Anwendung der eGK ist das sogenannte Versichertenstammdatenmanagement (VSDM): Wird die eGK ins Kartenterminal der Praxis gesteckt, erfolgt eine automatische Prüfung, ob die Karte noch gültig ist und die gespeicherten Stammdaten des Versicherten aktuell sind. Eine Aktualisierung erfolgt ebenfalls automatisch und online. Sollte bei der Krankenkasse eine Adressänderung des Versicherten hinterlegt sein, wird diese auf die eGK geschrieben. Weitere Anwendungen, wie die Speicherung von Notfalldaten und des Medikationsplans auf der elektronischen Gesundheitskarte, sollen folgen.

Aktueller Stand: TI ist für Rollout vorbereitet Wie sieht nun der aktuelle Stand aus? Die Gesellschafter der gematik haben am 1. Juni 2017 die Freigabe für den Online-Betrieb erteilt. Die Architektur der Telematikinfrastruktur steht, alle nötigen Sicherheits- und Betriebskonzepte, sämtliche Spezifikationen für die Technik etc. liegen vor. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband haben sich zudem auf eine Finanzierungsregelung für die technische Ausstattung der Praxen und den laufenden Betrieb geeinigt. Darin sind unter anderem Pauschalen für Konnektoren und Kartenterminals festgelegt, die die Krankenkassen bereitstellen (siehe Seite 7). Industrie muss jetzt Komponenten bereitstellen Jetzt ist die Industrie am Zuge, ihre Produkte zur gematik-Zulassung einzureichen. Ihre Aufgabe ist es, Konnektoren für den Anschluss der Praxen an die TI und passende Kartenterminals bereitzustellen. Die gematik geht davon aus, dass die ersten zugelassenen Produkte ab Herbst 2017 auf dem Markt verfügbar sein werden. Erst dann können sie in den Praxen installiert und eingesetzt werden. Dies alles erhöht den Zeitdruck enorm. Hinzu kommt, dass allein die Ausstattung der bundesweit rund 165.000 Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten mit der neuen Technik eine große logistische Herausforderung darstellt und innerhalb von zwölf Monaten nur schwer zu schaffen sein dürfte. Die KBV ist deshalb bereits mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe im Gespräch. Sie will erreichen, dass der Zeitraum des OnlineRollouts wieder auf die ursprünglich vorgesehenen zwei Jahre festgesetzt wird und somit das VSDM erst ab Juli 2019 für alle Praxen Pflicht wird. Auch die Gesellschafterversammlung der gematik stellt in ihrem Beschluss zum Start der TI fest, dass die Frist von einem Jahr für den flächendeckenden Rollout nicht ausreicht.

Gesetzgeber gibt engen Zeitplan vor Der Zeitplan ist extrem eng: Innerhalb nur eines Jahres, so schreibt es das E-Health-Gesetz vor, sollen alle Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten, sämtliche Krankenhausambulanzen sowie Zahnärzte an die TI angeschlossen sein und mit der ersten OnlineAnwendung, dem Abgleich der Versichertendaten auf der eGK, beginnen. Praxen, die das Versichertenstammdatenmanagement ab 1. Juli 2018 nicht durchführen, drohen gesetzlich vorgeschriebene Honorarkürzungen. Ursprünglich waren für den TI-Anschluss zwei Jahre vorgesehen. Da die Industrie die Technik nicht rechtzeitig liefern konnte, wurde der Starttermin durch den Gesetzgeber vom 1. Juli 2016 auf den 1. Juli 2017 verschoben und damit der Zeitraum für die Anbindung der Praxen an die TI von zwei auf ein Jahr reduziert.

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Titelthema T elematikinfrastruktur

Technische Ausstattung: Was Praxen benötigen Für den Anschluss an die TI benötigen Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten verschiedene Dienste und technische Komponenten. Sie müssen für ihre Praxen zum Beispiel einen sogenannten Konnektor anschaffen. Die bisherigen stationären Kartenterminals müssen durch neue ersetzt werden. Die gematik geht davon aus, dass die ersten zugelassenen Produkte ab Herbst dieses Jahres auf dem Markt verfügbar sein werden. Erst dann können sie in den Praxen installiert und eingesetzt werden. Informationen über Beschaffung und Installation der technischen Komponenten erhalten Ärzte und Psychotherapeuten bei ihren betreuenden Systemhäusern. Darüber hinaus wird für die Nutzung der TI eine elektronische Institutionskarte (SMC-B) als „ Praxisausweis“ benötigt. Außerdem brauchen Vertragsärzte und -psychotherapeuten künftig den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA), der sie eindeutig im elektronischen Netz identifiziert und eine rechtssichere digitale Unterschrift ermöglicht.

© istock.com/Murat Deniz

Typ B (SMC-B) eingelesen. Nur wenn die Praxis mittels SMC-B registriert ist, kann der Konnektor eine Verbindung zur Telematikinfrastruktur aufbauen.

Konnektor Der Zugang zur TI erfolgt über einen Konnektor – ähnlich einem Internet-Router, allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau. Der Konnektor ist mit den stationären Kartenterminals der Praxis sowie dem Praxisverwaltungssystem per Netzwerk verbunden. Er enthält auch das notwendige Modul für das Versichertenstammdatenmanagement.

Mobile Kartenterminals Mobile Kartenterminals ermöglichen den Vertragsärzten, zum Beispiel bei Hausbesuchen, abrechnungsrelevante Versichertenstammdaten zu lesen und zwischenzuspeichern. Für den Betrieb eines mobilen Kartenterminals wird eine SMC-B oder ein eHBA zur Identifikation benötigt. VPN-Zugangsdienst Für den Zugang zur TI wird außerdem ein sogenannter VPNZugangsdienst benötigt, der von einem speziellen Dienstleister bereitgestellt wird. VPN steht für Virtual Private Network und ist ein über das Internet betriebenes Netzwerk mit Datenverschlüsselung. Anpassung PVS Auch das Praxisverwaltungssystem (PVS) muss angepasst werden, damit das Auslesen und gegebenenfalls Aktualisieren der Versichertendaten auf der eGK möglich sind.

Neue Kartenterminals, eHBA und SMC-B Mit den neuen stationären Kartenterminals werden die elektronische Gesundheitskarte (eGK) des Patienten, der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) des Arztes/Psychotherapeuten und die Praxis- beziehungsweise Institutionskarte Security Module Card 6

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Titelthema

Kosten für TI-Anbindung werden erstattet Nach den gesetzlichen Vorgaben sind die Krankenkassen verpflichtet, die Kosten für die technische Erstausstattung der Praxen für die Telematikinfrastruktur und den laufenden Betrieb in voller Höhe zu übernehmen. Kassenärztliche Bundesvereinigung und GKVSpitzenverband haben eine Finanzierungsvereinbarung getroffen.

© istock.com/matejmo

Die Eckpunkte der Vereinbarung sehen folgende Erstattungsbeträge vor: Konnektor inklusive Funktion für qualifizierte elektronische Signatur und stationäre Kartenterminals Praxen mit bis zu drei Ärzten erhalten für einen Konnektor (mit Funktion für die qualifizierte elektronische Signatur) und neue stationäre Kartenterminals ab Juli 3.055 Euro. Dieser Betrag gilt für das dritte Quartal 2017. In den drei Folgequartalen sinkt der Betrag, da der für den Konnektor inkludierte Preis jedes Quartal um jeweils zehn Prozent abgesenkt wird. Insgesamt etwas höher fällt der vereinbarte Erstattungsbetrag aus, wenn mehr als drei Ärzte oder Psychotherapeuten (Vollzeitäquivalente) in einer Praxis arbeiten, da dort gegebenenfalls mehrere stationäre Kartenterminals benötigt werden. Bis Ende Juni 2018 – so schreibt es das E-Health-Gesetz vor – sollen alle Praxen mit der neuen Technik ausgestattet sein. Der Erstattungsbetrag beträgt danach (ab 3. Quartal 2018) je nach Praxisgröße nur noch 1.155 Euro bis 2.025 Euro. KBV und Krankenkassen gehen davon aus, dass sich die Preise für die benötigte Technik in den kommenden Monaten entsprechend entwickeln. 7 | 2017

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Erstattungspauschale „Konnektor“ und „stationäres Kartenterminal“ in Euro Quartal der erstmaligen Nutzung*

Anzahl der Ärzte in der Praxis (Vollzeitäquivalente) 1 bis 3

4 bis 6

7 und mehr

3/2017

3055,00

3490,00

3925,00

4/2017

2793,00

3228,00

3663,00

1/2018

2557,20

2992,20

3427,20

2/2018

2344,98

2779,98

3214,98

ab 3/2018

1155,00

1590,00

2025,00

*Für die Praxen ist zu beachten, dass für die Höhe der Pauschale nicht das Quartal der Bestellung des Konnektors, sondern das Quartal der erstmaligen Nutzung des Konnektors relevant ist. Das heißt, es gilt das Quartal, in dem in der Praxis der erste Online-Abgleich der Versichertenstammdaten erfolgt ist.

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Titelthema T elematikinfrastruktur Mobile Kartenterminals für Besuche KBV und GKV-Spitzenverband haben für mobile Kartenterminals einen Erstattungsbetrag in Höhe von einmalig 350 Euro je Gerät vereinbart. Anspruch haben Ärzte, die mindestens drei Hausbeziehungsweise Heimbesuche im Quartal durchführen oder an einem Kooperationsvertrag zur ambulanten Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen (Paragraf 119b SGB V) teilnehmen. Der Betrag wird dann je Vertragsarzt mit mindestens halber Zulassung gezahlt. Ausgelagerte Praxisstätten erhalten unabhängig davon ein mobiles Kartenterminal, damit sie sich keinen Konnektor anschaffen müssen. TI-Startpauschale für Anschlusskosten Zusätzlich zu den Geldern für Konnektor und Kartenterminal erhalten Ärzte und Psychotherapeuten eine einmalige Startpauschale in Höhe von 900 Euro. Damit werden vor allem Kosten erstattet, die im Zusammenhang mit der technischen Ausstattung stehen, zum Beispiel für den Zeitaufwand während der Installation des Konnektors und der Anpassung des Praxisverwaltungssystems. Die Pauschale ist also nicht für die reine Installation durch einen IT-Dienstleister vorgesehen. Laufende Betriebskosten Auch für die Finanzierung des laufenden Betriebs erhalten die Praxen eine Erstattung: Die Betriebskostenpauschale für die Wartung der Technik und deren Updates (einschließlich laufende Kosten für VPN-Zugangsdienst) beträgt vom dritten Quartal 2017 bis zum zweiten Quartal des kommenden Jahres 298 Euro je Quartal, danach nur noch 248 Euro je Quartal. Darüber hinaus werden auch die Betriebskosten für den Praxisausweis in Form der SMC-B Smartcard (23,25 Euro je Quartal und Karte) sowie den Arztausweis in Form der HBA Smartcard (11,63 Euro je Quartal und Karte) vergütet. Hinweis: Im ersten Quartal der Nutzung werden die laufenden Betriebskosten ab dem Monat, in dem die Praxis an die TI angeschlossen ist, anteilig übernommen.

Daher gilt: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Unterschreiben Sie möglichst keinen Vertrag, wenn die Firma Ihnen nicht zusichern kann, dass der Konnektor noch im selben Quartal in Ihrer Praxis installiert wird. Anderenfalls sollten Sie darauf drängen, dass Sie das Gerät zu dem Preis erhalten, der durch die Höhe der Finanzierungspauschale zum Zeitpunkt der Installation abgedeckt ist. Verbindliche Bestellungen mit langen Lieferzeiten können ansonsten problematisch sein. Der Grund ist, dass sich die Höhe der Finanzierungspauschale nicht nach dem Zeitpunkt der Bestellung richtet, sondern nach der Inbetriebnahme. Genauer gesagt: Sämtliche Pauschalen und Zuschläge, die die Krankenkassen Ihnen für den Anschluss und den Betrieb der TI zahlen, erhalten Sie erst ab dem ersten Versichertenstammdatenmanagement – also, wenn Sie die erste elektronische Gesundheitskarte mit Ihrem neuen Kartenterminal eingelesen haben und dabei die Versichertendaten des Patienten auf der Chipkarte automatisch online geprüft wurden. Diese Regelung gilt auch für den Zuschuss zum elektronischen Heilberufsausweis. Bei der Bestellung des Konnektors sollten Sie zudem darauf achten, ob das Gerät bereits für die qualifizierte elektronische Signatur geeignet ist. Eventuell anfallende Kosten für ein späteres Update sind in der Finanzierungspauschale für den Konnektor, die Sie bekommen, enthalten. Mehr Informationen finden Sie auch auf den Internetseiten der gematik unter www.gematik.de und der KBV www.kbv.de/html/telematikinfrastruktur.php. Erster Ansprechpartner sollte jedoch immer Ihr IT-Dienstleister sein. Dieser kann sehr gut beurteilen, wann für Sie und Ihre PraxisIT ein guter Zeitpunkt für einen Anschluss an die Telematikinfrastruktur ist. Fragen zur Kostenerstattung? Timo Rickers, IT-Berater der KVSH, Tel. 04551 883 286, timo.rickers@kvsh.de

Marco Dethlefsen, KVSH

Darauf sollten Sie achten: Sie sollten genau abwägen, wann der richtige Zeitpunkt für den Anschluss Ihrer Praxis an die Telematikinfrastruktur ist. Nach den aktuellen gesetzlichen Vorgaben haben Sie bis zum 30. Juni 2018 Zeit. Die gematik geht davon aus, dass in den kommenden Monaten weitere Hersteller Geräte auf den Markt bringen werden. Damit hätten Sie eine größere Auswahl. Nach Angaben der KBV ist außerdem zu erwarten, dass die Preise für die Konnektoren fallen werden. Das ist im Übrigen auch ein Grund, warum die Finanzierungspauschalen, die die Krankenkassen für die Konnektoren bereitstellen, pro Quartal um zehn Prozent sinken. Sollten sich die Preise nicht wie gewünscht entwickeln, wollen KBV und GKV-Spitzenverband nachverhandeln.

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mit Material der KBV

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Titelthema T elematikinfrastruktur

Ihre Fragen – unsere Antworten Welche technischen Voraussetzungen brauche ich in meiner Praxis, um die Telematik-infrastruktur (TI) nutzen zu können? Sie brauchen in Ihrer Praxis zunächst einmal einen Internetanschluss, damit der Konnektor sich mit der TI verbinden kann. Außerdem müssen an jedem Platz, an dem ein Kartenterminal betrieben werden soll, ein Strom- und ein Netzwerkanschluss vorhanden sein. Die Kartenterminals werden nicht mehr direkt am PC angeschlossen, sondern kommunizieren über das Praxisnetzwerk mit dem Konnektor und dem Praxisverwaltungssystem.

Kann ich mit dem TI-Konnektor im Internet surfen? Der TI-Konnektor bietet der Praxis einen „sicheren“ Kanal zur Nutzung des Internet – Sicherer Internet Service (SIS) – genannt. Die Internetzugriffe über diesen Zugang werden durch verschiedene Techniken, wie z. B. das Filtern von unerwünschten Webseiten, abgesichert.

Bisher bin ich mit meiner Praxis nicht online. Wird meine Praxis-EDV jetzt bei der Installation eines TI-Konnektors automatisch mit dem Internet verbunden? Nein, eine Verbindung der Praxis-EDV mit dem offenen Internet erfolgt nicht automatisch. Dafür bietet der TI-Konnektor einen sicheren Kanal zur Nutzung des Internets. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die TI-Geräte (Konnektor, Kartenterminal etc.) von Ihrem Praxis-Netzwerk zu trennen. Hierbei handelt es sich um eine Stand-alone-Variante. Ein Konnektor und ein Kartenterminal werden dabei ausschließlich für das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) benutzt und es gibt keine Verbindung zu Ihrem PVS.

Funktioniert die Online-Abrechnung weiterhin über die gewohnten Wege? Ja, die Online-Abrechnung können Sie wie gewohnt über das eKVSH-Portal oder direkt aus Ihrem Praxisverwaltungssystem (PVS) per Knopfdruck ausführen.

Kann ich mit dem TI-Konnektor auch das KV-SafeNet nutzen?

Christian Goetze, KVSH

Das KV-SafeNet wurde mit der Telematikinfrastruktur gekoppelt, damit Sie in der Praxis nicht mehrere Router vorhalten müssen. Trotzdem können Sie das KV-SafeNet nicht uneingeschränkt mit einem TI-Konnektor nutzen, da jede Anwendung im SafeNet (eKVSH-Portal, SafeMail, eDoku-Portal usw.) von der gematik einzeln freigeschaltet werden muss. Da dort eine Registrierung bzw. Zertifizierung notwendig ist, stehen Ihnen nicht alle Anwendungen aus dem SafeNet über den TI-Konnektor sofort zur Verfügung. SafeMail und eKVSH-Portal befinden sich bereits in der Registrierung und werden auch zügig über einen TI-Konnektor nutzbar sein.

Ich habe bereits einen KV-SafeNet-Anschluss in meiner Praxis. Was passiert jetzt damit? Ihren bestehenden KV-SafeNet-Anschluss können Sie zunächst einfach weiter nutzen. Es gibt auch noch keinen Stichtag, ab dem die Provider die KV-SafeNet-Anschlüsse abschalten. Sobald für Ihre Praxis ein TI-Konnektor zur Verfügung steht, haben Sie jedoch ein Sonderkündigungsrecht für Ihren KVSafeNet-Vertrag. ACHTUNG: Kündigen Sie auf keinen Fall jetzt voreilig Ihren KVSafeNet-Anschluss! Der Konnektor bietet Ihnen nicht unbedingt alle Funktionen Ihres KV-SafeNet-Routers.

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s E-Health-Gesetzes Wichtige Eckdaten de Seit 1. Oktober 2016 ept verordnete, d mehr auf Kassenrez Versicherte, die drei un aft gleichzeitig erh Medikamente dau systemisch wirkende onsplan. ati dik uch auf einen Me anwenden, haben Anspr Ab 1. Januar 2017 efes bis Ende 2017, Förderung des eArztbri g. lun danach Neuverhand Ab 1. April 2017 dbeurteilung zinkonsilen bei der Befun Vergütung von Telemedi n. von Röntgenaufnahme Ab 1. Juli 2017 chstunden. Förderung von Videospre Ab 1. Januar 2018 lldaten auf der eGK. Speicherung von Notfa Ab 1. Juli 2018 zur Prüfung der euten sind gesetzlich Ärzte und Psychotherap tet. n auf der eGK verpflich Versichertenstammdate Ab 2019 Patientenfach. akte und elektronisches Elektronische Patienten Quelle : KBV aktuell

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Titelthema T elematikinfrastruktur

IT- und TI-Kauderwelsch IT

VoIP

Informationstechnologie oder Informationstechnik Sammelbegriff für vernetzte Computersysteme, PC-Anwendungen und Dienste. Das, was früher EDV (Elektronische Daten Verarbeitung) hieß.

Voice over IP. Kunstwort für Sprachübertragung (Telefonie) über Computernetzwerke.

TI

Kunstwort für einen Internet-Anschluss, mit dem man nicht nur im Internet surfen und E-Mails austauschen, sondern auch telefonieren (siehe VoIP) und faxen kann. Verlangen Sie von Ihrem All-IP-Anbieter, dass Telefonate nicht abgehört werden können.

Telematik-Infrastruktur. Sammelbegriff für die Vernetzung der GKV-Akteure (Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser, Apotheken, Krankenkassen etc.) zum sektoren- und systemübergreifenden Austausch von Informationen.

SMC-B Security Module Card – Typ B. Kleiner Chip, ähnlich der SIM-Karte beim Mobiltelefon, der in ein modernes Kartenlesegerät gesteckt wird. Auf dem Chip sind Daten eingebrannt, mit der sich eine Praxis in der TI anmelden und ausweisen kann.

eHBA Elektronischer Heilberufsausweis. Plastikausweis für Ärzte, auf dem neben Bild und Personenangaben auch ein Chip eingebaut ist. Dieser Chip ist für die elektronische Unterschrift notwendig und kann für die Anmeldung an Web-Portalen, z. B. www.eKVSH.de, genutzt werden.

Elektronische Signatur Erweiterung einer Datei – meist PDF-Dokumente – mit der die Unversehrtheit und der Autor des Dokuments sichergestellt werden.

VPN Virtuelles privates Netzwerk. Eine durch Verschlüsselung gesicherte Verbindung zwischen Computern, die mit unsicheren Leitungen (z. B. Internet) aufgebaut wird.

All-IP

VSDM Versichertenstammdatenmanagement. Dienst, mit dem die Gültigkeit einer elektronischen Gesundheitskarte überprüft und Angaben aktualisiert werden können.

gematik Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH. Berliner Firma mit derzeit 260 IT-Experten, die Vorgaben für den Aufbau und den Betrieb der Telematik-Infrastruktur sowie den darin verfügbaren Diensten festlegt. Die Gesellschafter sind Bundesärztekammer, Bundeszahnärztekammer, Deutscher Apothekerverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft, GKV-Spitzenverband, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung.

eGK Elektronische Gesundheitskarte. Plastikausweis für GKV-Patienten, auf dem neben Bild und Personenangaben auch ein Chip eingebaut ist. Auf dem Chip sind Daten, wie z. B. die Adresse des Patienten gespeichert. Auch können weitere Informationen, wie z. B. Notfalldaten, sicher auf dem Chip abgelegt werden.

TI-Konnektor Besonders abgesichertes Gerät (Router), das für den Anschluss einer Praxis an die Telematik-Infrastruktur benötigt wird. Ähnlich einem KV-SafeNet*-Router.

* Bitte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht.

Udo Karlins, kvsh

Praxen

Kliniken

Telematikinfrastruktur KVen

Apotheken

KZVen

Krankenkassen 10

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NACHRICHTEN  KOMPAKT B erufsverbände

Zi

Tobis führt den Hartmannbund

Befragung zur Situation von MVZ

Hamburg – Die Delegierten des Hartmannbundes Schleswig-Holstein haben ihren Vorstand neu gewählt. An der Spitze des Landesverbandes steht nun Dr. Mark  Fabian Tobis. Der Augenarzt aus Eckernförde wurde ohne Gegenstimme gewählt. Sein langjähriger Vorgänger Bernd Thomas, Augenarzt aus Heiligenhafen, stand aus Altersgründen nicht mehr für das Amt zur Verfügung. Die Delegierten wählten Thomas einstimmig als Beisitzer in den Vorstand. Neuer 1. stellvertretender Vorsitzender ist Udo Falkenberg (Neurologe, Eckernförde). Matthias Seusing (Allgemeinmediziner, Kiel) wurde als 2. stellvertretender Landesvorsitzender im Amt bestätigt. PD Dr. Robert  Linke (Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Wedel) übernimmt das Amt des Finanzbeauftragten sowie des 1. Beisitzers. Für die bis 2021 andauernde Legislaturperiode wählten die Delegierten neben Bernd Thomas als weitere Beisitzer Dr. Volker Frey (Chirurg, Eckernförde), Dr. Jörg Stüber (Allgemeinmediziner, Geesthacht) sowie Prof. Dr. Felix-Rüdiger Giebler (Chirurg, Friedrichstadt) in den Landesvorstand.

G rippesaison 2 0 1 6 / 2 0 1 7

Deutlich mehr gemeldete Fälle als im Vorjahr

© istock.com/cyano66

Kiel – Die letzte Grippesaison hat Schleswig-Holstein schwer getroffen. Im Zeitraum von Anfang Oktober 2016 bis Ende April 2017 wurden insgesamt 2.288 Influenza-Infektionen gemeldet. Das waren 46,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das teilte die AOK NordWest auf Basis aktueller Zahlen des Robert Koch-Instituts in Berlin mit. Hochsaison hatten die Grippeviren vor allem von Anfang Februar bis Anfang März. In diesem Zeitraum erkrankten 1.482 Schleswig-Holsteiner. Wie die AOK mitteilte, hatten alle Krankenkassen für ihre Versicherten in Schleswig-Holstein während der gesamten Grippesaison ausreichend Impfstoff geordert, der jederzeit verfügbar war.

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Nordlicht

Berlin – Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat Mitte Juni eine Online-Umfrage gestartet, um die wirtschaftliche Situation der knapp 2.500 Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) zu ermitteln. Die Erhebung erfolgt im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenärztlichen Vereinigungen und wird durch den Bundesverband MVZ unterstützt. Ziel ist es, mehr Informationen insbesondere zur Kostenund Versorgungsstruktur sowie den Rahmenbedingungen, unter denen MVZ ihre Patienten versorgen, zu erhalten. Die Daten werden vor allem für die Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen benötigt, bei denen die Entwicklung der Betriebsund Investitionskosten eine entscheidende Rolle spielen. Die Umfrage läuft noch bis zum 15. Juli 2017. Weitere Informationen sowie Link zum Fragebogen: www.zi-pp.de/mvz_befragung.php

JADE

Neuer Stammtisch für junge Allgemeinmediziner Flensburg – In Flensburg hat sich ein neuer JADE-Stammtisch für junge Allgemeinmediziner zum lockeren Austausch, Kennenlernen und Vernetzen gegründet. Die JADE (Junge Allgemeinmedizin Deutschland) ist die Nachwuchsorganisation der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin) und offen für junge Allgemeinmediziner in der Weiterbildung sowie für Fachärzte für Allgemeinmedizin bis fünf Jahre nach der Facharztprüfung. Die Treffen finden jeweils am zweiten Mittwoch im Monat statt. Ansprechpartner und Initiatoren sind Dr. Annette Barlak und Dr. Jens Lassen (flensburg@jungeallgemeinmedizin.de). Der neue Flensburger Stammtisch ergänzt die bestehenden Angebote in Kiel (jeden 1. Montag im Monat um 20 Uhr in der Forstbaumschule; Organisation: Julia HansmannWiest, kiel@jungeallgemeinmedizin.de) sowie in Lübeck (nächstes Treffen: 18. Juli 2017, um 19.30 Uhr im „Alten Zolln“, Mühlenstr. 93; Organisation: Dr. Thomas Koetter, luebeck@ jungeallgemeinmedizin.de). aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT K ampagne

P s y chotherapie

„Kein AIDS für alle!“

Neue Leistungen besser vergütet Berlin – Psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung werden rückwirkend zum 1. April 2017 höher bewertet. Sie werden nun genauso vergütet wie die Gebührenordnungspositionen der Richtlinien-Psychotherapie. Das hat der Bewertungsausschuss (BA) entschieden, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mitteilte. Ursprünglich waren die neuen Leistungen der Psychotherapie niedriger bewertet worden. Dagegen hatte die KBV vor dem Landessozialgericht Berlin-Brandenburg geklagt. „Diese Klage werden wir nun zurückziehen“, kündigte KBV-Chef Gassen an. Im ursprünglichen Vergütungsbeschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses (EBA) vom 29. März 2017, der mit Stimmen des GKV-Spitzenverbandes und des Vorsitzenden Jürgen Wasem gegen die Stimmen der KBV gefallen war, waren für die Sprechstunde sowie für die Akutbehandlung bei einer Dauer von mindestens 25 Minuten 42,75 Euro, bei 50 Minuten 85,50 Euro vorgesehen. Das waren etwa 3,5 Prozent weniger als die Krankenkassen für die Richtlinien-Psychotherapie bezahlen.

Berlin – „Kein AIDS für alle!“ – Unter diesem Motto hat die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) eine dreijährige Kampagne gestartet. Ziel: Ab dem Jahr 2020 soll in Deutschland niemand mehr an Aids erkranken müssen. HIV muss nicht mehr zu AIDS führen. Trotzdem erkranken zurzeit in Deutschland jährlich weit mehr als 1.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit – die meisten, weil sie nichts von ihrer HIV-Infektion wissen. Knapp 13.000 Menschen leben in Deutschland unwissentlich mit HIV. Andere haben keinen Zugang zu HIV-Medikamenten. Sie alle laufen Gefahr, an AIDS zu erkranken. Die DAH-Kampagne arbeitet zur besseren Aufklärung mit vielfältigen Informationsmaterialien, darunter befindet sich unter anderem auch ein Gesprächsleitfaden für Ärzte und das Fortbildungsangebot „Let’s talk about sex“ für Ärzte. Mehr Informationen unter www.kein-aids-fuer-alle.de

Außerdem hat der Bewertungsausschuss festgelegt, dass die psychotherapeutische Sprechstunde zu den Leistungen der Grundversorgung gezählt wird. Dadurch können Psychotherapeuten die Pauschale zur Förderung der fachärztlichen Grundversorgung (PFG) nunmehr auch für die Behandlungsfälle erhalten, bei denen eine psychotherapeutische Sprechstunde abgerechnet wurde. Die psychotherapeutische Sprechstunde und die Akutbehandlung wurden im Rahmen der Überarbeitung der Psychotherapie-Richtlinie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss zum 1. April 2017 neu eingeführt. Ziel der Neuerungen war, Menschen mit psychischen Problemen einen schnelleren und niedrigschwelligen Zugang zum Therapeuten zu ermöglichen.

Zusammenschluss der Diagnostikfächer Berlin – Die Fachgebiete Radiologie, Pathologie, Nuklearmedizin, Laboratoriumsmedizin sowie Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie haben sich zu einem neuen Dachverband Ärztlicher Diagnostikfächer (DVÄD) zusammengeschlossen. Er soll die Fächer in der Gesundheitspolitik vertreten. „Auf unserer Diagnostik basiert die gesamte ärztliche Versorgung. Hinzu kommt die rasante Entwicklung diagnostischer Möglichkeiten“, so der Sprecher des DVÄD, Detlef Wujciak. Zugleich wies er Befürchtungen zurück, dies könne zu unübersehbaren finanziellen Belastungen führen. Es sei gerade die Rolle der Ärzte in der Diagnostik, Machbares aber Überflüssiges von Notwendigem zu trennen. Das sei gleichzeitig Patientenschutz und Schutz des solidarischen Gesundheitssystems. „Nicht Diagnostik ist teuer, sondern Therapie“, heißt es außerdem in einem Positionspapier des neuen Verbandes. Nordlicht

K rankenkassen

Cord-Eric Lubinski leitet neue Landesvertretung SchleswigHolstein Kiel – Die DAK-Gesundheit hat jetzt eine eigene Landesvertretung in SchleswigHolstein. Leiter ist Cord-Eric Lubinski. Der 50-jährige Volkswirt ist seit 22 Jahren bei der Krankenkasse tätig – zuletzt als Vertragschef der DAK-Gesundheit in Schleswig-Holstein. aktuell

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B erufsverbände

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Jetzt erhalten die Vertragsärzte und -psychotherapeuten für eine Sitzung von mindestens 25 Minuten 44,33 Euro, bei einer Dauer von 50 Minuten 88,56 Euro. Das entspricht einer Therapiestunde im Rahmen der Richtlinien-Therapie.

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gesundheitspolitik N ach der L andtagswahl

Jamaika-Koalition legt los

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Dr. Heiner Garg (FDP) wird erneut Gesundheitsminister.

aufgewachsen in Freiburg, zog im Jahr 2000 erstmals als Abgeordneter in den Landtag ein. Seit 2011 ist Garg auch Vorsitzender der Landes-FDP, zudem gehört er dem FDP-Bundesvorstand an.

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Neuer Staatssekretär mit Ministeriumserfahrung Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren – so der künftige Name – wird Dr. Matthias Badenhop. Auch für den 38-jährigen ist es eine Rückkehr: Er leitete in der ersten Amtszeit von Heiner Garg den Stabsbereich des Ministeriums. Zuletzt war als Fachbereichsleiter Soziales, Jugend, Bildung und Sport im Kreis Ostholstein tätig.

Trotz neuer Koalition ist der künftige Gesundheitsminister des Landes ein alter Bekannter: Dr. Heiner Garg, FDP, wird erneut an der Spitze des Sozial- und Gesundheitsressorts stehen. Eine Position, die er bereits von 2009 bis 2012 innehatte. Der Vorgänger der bisherigen SPD-Ministerin Kristin Alheit ist somit auch ihr Nachfolger. Garg blieb nach dem Ende der schwarz-gelben Regierung vor fünf Jahren der Sozial- und Gesundheitspolitik treu und war zuletzt – neben anderen Funktionen – auch gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Der 51-jährige Volkswirt, geboren und 7 | 2017

Nordlicht

Bekenntnis zur Freiberuflichkeit In ihrem Koalitionsvertrag bekennt sich die aus CDU, Grünen und FDP bestehende Jamaika-Koalition zur Freiberuflichkeit und zur Selbstverwaltung. Die Sicherstellung der medizinischen Versorgung in Schleswig-Holstein, so die Koalitionäre, sei „nur gemeinsam mit freiberuflich tätigen Ärztinnen und Ärzten, Zahnärztinnen und Zahnärzten, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Apothekerinnen und Apothekern sowie allen weiteren Akteurinnen und Akteuren der Gesundheits- und Pflegeberufe denkbar.“ Das neue Regierungsbündnis setzt ausdrücklich auf die Zusammenarbeit mit der Selbstverwaltung. Die Koalition werde „gemeinsam mit den Partnern der Selbstverwaltung“ für eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige medizinische und pflegerische Versorgung im Land sorgen. aktuell

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gesundheitspolitik Angekündigt wird, „gemeinsam mit Universitäten und Selbstverwaltung“ auszuloten, wie angehende Mediziner schon im Studium „für eine freiberufliche Tätigkeit gewonnen werden können.“ Auch eine Landarztquote ist geplant: Zehn Prozent der Medizinstudienplätze sollen an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, später in unterversorgten Regionen zu arbeiten. Außerdem sollen Stipendien für Studierende geprüft werden, die nach ihrer Aus- und Weiterbildung eine Tätigkeit in bestimmten Teilen des Landes aufnehmen. Delegation nur mit enger Anbindung an die Arztpraxis In ihrer 115-seitigen Vereinbarung begrüßen die Parteien der Jamaika-Koalition die Delegation ärztlicher Leistungen. Hervorgehoben wird, dass die Delegation einer Abstimmung mit den niedergelassenen Ärzten bedarf und es eine enge Einbindung der mit diesen Leistungen betrauten Personen in den Praxisalltag geben muss. Die sektorenübergreifende Versorgung wollen die künftigen Regierungspartner voranbringen und sprechen sich unter anderem für die weitere Unterstützung des Umbaus der Klinik in Brunsbüttel zu einem „Integrierten Versorgungszentrum“ aus. In Berlin will sich die Koalition für eine Entbürokratisierung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung stark machen. Versorgungssicherungsfonds geplant Um in Zukunft „versorgungspolitisch sinnvolle und politisch gewollte ambulante, stationäre und intersektorale Angebote“ aufrechtzuerhalten oder weiterzuentwickeln, soll ein aus Landesmitteln gespeister Versorgungssicherungsfonds geschaffen werden. Als Bereiche, die aus diesem Fördertopf unterstützt werden könnten, werden die Notfallversorgung, die Geburtshilfe, die Kinderheilkunde sowie die Geriatrie genannt. Telemedizin als Teil der Digitalisierungsstrategie Die „Chancen der Telematik im Gesundheitswesen“ sollen genutzt werden und das Land sich „mit Projekten und auch strukturell an der Ausgestaltung beteiligen.“ Die Koalitionspartner betonen, dass die Telemedizin den persönlichen Arztkontakt nicht ersetzen, sondern „sinnvoll unterstützen“ soll. Konkret sollen unter anderem gemeinsam mit der Ärztekammer berufs- und standesrechtliche Anforderungen für die Nutzung der Telemedizin weiterentwickelt und die Versorgung von Inseln und Halligen durch telemedizinische Lösungen gesichert werden.

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Krankenhäuser bekommen mehr Geld Den Kliniken verspricht die neue Mehrheit eine Aufstockung der Krankenhausinvestitionsmittel um mindestens 50 Millionen Euro über die Legislaturperiode. Das Universitätsklinikum SchleswigHolstein (UKSH) „als Garant für höchste Qualität des Medizinstudiums und der ärztlichen Ausbildung, für universitäre Spitzenforschung und als Maximalversorger“ soll besonders unterstützt werden. Alte und neue Gesichter im Landtag In der SPD-Fraktion, künftig größte Oppositionsfraktion, ist der bisherige gesundheitspolitische Sprecher auch der künftige: Bernd Heinemann aus Kiel bleibt Ansprechpartner der SPD für Fragen der medizinischen Versorgung. Die bisherige SPD-Ministerin Kristin Alheit und ihre Staatssekretärin Anette Langner sind mit dem Regierungswechsel aus der Landespolitik ausgeschieden. Beide hatten auf eine Kandidatur für den Landtag verzichtet. Dr. Marret Bohn von den Grünen gehört weiterhin dem Landesparlament an und ist auch in der neuen Wahlperiode gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Sie ist unverändert die einzige Ärztin im 73-köpfigen Landtag. Beim SSW wird sich Flemming Meyer um die Gesundheitspolitik kümmern. Bei den Liberalen gibt es ein neues Gesicht: Dennys Bornhöft, der neu in das Landesparlament gewählt wurde, kümmert sich künftig für die Landtags-FDP um die Gesundheitspolitik Nachdem der bisherige gesundheitspolitische Sprecher der CDUFraktion, Karsten Jasper, nicht erneut für den Landtag kandidiert hatte, wird in der neuen Wahlperiode der im Wahlkreis Rendsburg gewählte Abgeordnete Hans Hinrich Neve diese Funktion übernehmen. Während die „Piraten“ den Einzug in den Landtag verfehlt haben, gehört mit der AfD eine neue Partei dem Landesparlament an. Wer sich bei den Parlamentsneulingen um die Gesundheitspolitik kümmern wird, war zum Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Delf Kröger, KVSH

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gesundheitspolitik K ommentar

Mutig „Politik ist die Kunst des Möglichen“. Nimmt man diese Weisheit Otto von Bismarcks als Maßstab für den Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung in Kiel, dann haben die Partner von CDU, FDP und Grünen ihr Möglichstes gegeben – jeder für sich, aber letztlich mit dem Ziel, das Land voranzubringen. „Das Ziel verbindet“ – so die Überschrift des Vertrages – klingt zwar etwas nach therapeutischem Allerweltkonsens. Aber angesichts der Quadratur der Kreise, die nach Lesart der Programme einen gemeinsam getragenen Koalitionsvertrag zu Beginn der Gespräche als reale Utopie erscheinen ließ, nötigt das inzwischen von allen Parteien gebilligte Ergebnis Respekt für den Willen ab, den guten Absichten hoffentlich gute Taten folgen zu lassen. Nun muss sich zeigen, was möglich ist. Die großen Herausforderungen des Landes sind immer wieder beschrieben worden mit den Stichworten Infrastruktur, Demografischer Wandel, Digitalisierung – um nur eine Auswahl der Bereiche zu nennen, in denen das Land von anderen Standorten abgehängt wurde. Welche Folgen der Rückstand schon jetzt nach sich zieht, ist auch den Koalitionspartnern bewusst. Man will beschleunigen und investieren, setzt markante Ziele und verspricht neue Partnerschaften quer durch die eng begrenzten Ebenen staatlicher Verwaltung, verbandlicher Interessen und wirtschaftlicher Zwänge. Chancen und Risiken liegen hier eng beieinander. Deshalb lohnt es, zu Beginn der Amtszeit der neuen Landesregierung namentlich in der Gesundheitspolitik Webfehler, wie die Landarztquote, klar zu benennen. KVSH und Ärztekammer haben es bereits getan, als der Bundesgesundheitsminister damit die Fachwelt überraschte, und haben es in dieser Ausgabe des Nordlichts wiederholt. Die Verpflichtung von Medizinstudenten vor Studienbeginn auf die Ausübung einer Tätigkeit nach dem Abschluss deklassiert die Arbeit von Landärzten – erst recht im Tausch gegen die Zulassung zum Studium ohne den erforderlichen NC. Verträge dieser Art sind von Gerichten immer wieder als „sittenwidrig“ untersagt worden. Warum erweckt die Koalition jetzt den Eindruck, man könne mit einer solchen Studienplatzquote den Ärztemangel in ländlichen Regionen beseitigen?

„Was fehlt, ist ein vehementes Eintreten für eine Attraktivitätssteigerung der ländlichen Räume.“ Kommunale Versorgungszentren können ein Mittel sein, die Folgen der Versorgungsdefizite zu mildern. Dafür müssen sich vornehmlich Kreise und Kommunen bewegen und sich ihrer Mitverantwortung für die strukturellen Defizite vor ihrer Haustür stellen. Der geübte Hinweis auf leere Kassen ist nicht erst seit der Nullzinsphase ein Argument von gestern. Es übersieht vor allem, dass Steuereinnahmen nur dort sprudeln, wo Geld verdient wird. Und falls andere stadtnahe Qualitätsmerkmale fehlen, dann braucht es eine starke Bündelung der Interessen, damit das Land nicht zur Museumslandschaft abrutscht. Wie man das im Gesundheitssektor verhindern kann, zeigt beispielhaft das kommunale Gesundheitszentrum Büsum. Getragen von der Gemeinde sichern vier Hausärzte, eine Apotheke, eine physiotherapeutische Praxis und weitere Anbieter die medizinische Grundversorgung. Dass obendrein Steuern und Einnahmen am Ort bleiben, die Stadt ihre Attraktivität für Einwohner und Touristen behält und der Return des städtischen Investments nur eine Frage von kurzer Dauer sein dürfte, zeigt, wie man aus einer Not noch sehr viel mehr machen kann, als nur eine Tugend. Neudeutsch könnte man auch von einer nachhaltigen Win-Win-Situation sprechen. Lösungen wie diese braucht es auch in anderen Bereichen, in denen neue Wege unmöglich erscheinen. Das Beispiel der Jamaika-Koalition macht Mut, denn auch die neue Landesregierung ist das Ergebnis früherer Unmöglichkeit. Und das gibt der Weisheit Bismarcks eine ganz andere, aktuelle und moderne politische Bedeutung. Man sollte sie beherzigen, SchleswigHolstein kann nur gewinnen. Peter Weiher, Journalist

Was fehlt, ist ein vehementes Eintreten für eine Attraktivitätssteigerung der ländlichen Räume. Denn stärker als der quotierte Zwang zur Berufsausübung auf dem Land, wirkt die Aussicht auf eine sichere berufliche Existenz. Ist die nicht gegeben, nützt der Nachlass beim Numerus clausus nichts. Statt auf Sonderregelungen zu vertrauen, die sich als erstes im jahrelangen Weg durch die juristischen Instanzen bewähren müssten, sollte das Land gemeinsam mit Kammer und KV andere Wege zur Behebung des Landarztmangels suchen – notfalls im bundesweiten Alleingang.

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gesundheitspolitik A bgeordnetenversammlung

„Gutes und pragmatisches Ergebnis“

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Honorarabschluss Thema der Abgeordnetenversammlung

Die Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen für das Jahr 2017 konnten nach monatelangen Gesprächen abgeschlossen werden – und das Ergebnis kann sich insgesamt sehen lassen. Das war die Hauptnachricht des KVSH-Vorstandes auf der jüngsten Sitzung der Abgeordnetenversammlung. Das Gesamtplus werde rund drei Prozent oder gut 25 Millionen Euro betragen, berichtete Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH. Die auf Bundesebene verhandelten Zuwächse beim Orientierungswert und den Veränderungsraten wirken sich in Schleswig-Holstein mit einem Zuwachs von 17,3 Millionen aus, aus den regionalen Verhandlungen kämen weitere 8,3 Millionen Euro hinzu. „Wir halten das für angemessen und sogar für gut angesichts der Tatsache, dass ein Angebot der Kassen von Null die Ausgangsbasis war“, bewertete Schliffke das Ergebnis. Konvergenz sorgte für lange Verhandlungsdauer Eine Besonderheit habe das diesjährige Ringen um die Honorare besonders verlängert. Einmalig habe der Gesetzgeber den Kassenärztlichen Vereinigungen das Recht eingeräumt, in den Verhandlungen für 2017 eine sogenannte Konvergenz zu fordern, d. h. die „Beseitigung der Unterschiede in der Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) pro Versichertem zwischen den 16

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KV-Bereichen“, erläuterte Schliffke. Im vom Gesetzgeber festgelegten Referenzjahr 2014 gehörte Schleswig-Holstein zu den KVBereichen, in denen die MGV je Versicherten unter dem Bundesschnitt lag. Diese noch bestehenden Unterschiede, erklärte die Vorstandsvorsitzende die Historie, seien ein Relikt aus den neunziger Jahren und davor, als noch im Wesentlichen regionale Krankenkassen existierten, die je nach Wirtschaftskraft des Bundeslandes unterschiedliche MGVen ausschütten konnten. „Manche werden sich erinnern, der Süden hatte immer mehr MGV pro Versichertem als wir, was oft zu Diskussionen führte.“ Die besondere Schwierigkeit der aktuellen Forderung nach Angleichung lag darin, dass das Gesetz eine Honorarerhöhung nach der Konvergenzregelung nur vorsieht, wenn die Unterschreitung des Bundesschnitts unbegründet ist. Was dazu führte, wie die Vorstandsvorsitzende darlegte, dass die Krankenkassen sich in dieser Frage wenig gesprächsbereit zeigten: „Über die Konvergenz wollte man am Anfang überhaupt nicht reden mit der Begründung, dass nach dem Gesetz die KV einen Rückstand rechnerisch zu beweisen hat.“

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gesundheitspolitik Nach dem aktuellen Honorarabschluss betrage der Rückstand der MGV je Versicherten in Schleswig-Holstein nur noch ein Prozent zum Bundesschnitt, erklärte Schliffke. Hierüber seien mit den Krankenkassen keine Verhandlungen mehr möglich, da tatsächlich die schleswig-holsteinische Morbidität auch rund ein Prozent unter dem Bundesdurchschnitt liege: „Das glücklichste Bundesland ist auch noch ein bisschen gesünder als der Rest der Republik“, so ihr Resümee. Dr. Ralph Ennenbach, stellvertretender KVSH-Vorstandsvorsitzender, bekräftigte: „Im Ergebnis ist das Thema Angleichung an den Bundesschnitt als erledigt zu betrachten.“ Die insgesamt erreichten drei Prozent bewertete er als ein auch im Vergleich zu anderen KV-Bereichen „gutes und pragmatisches Ergebnis“. Bessere Vergütung der Bereitschaftsdienste an Feiertagen geplant Ennenbach ging auf die Verteilung der „Konvergenzmittel“ ein, die – so ist es im Gesetz festgeschrieben – zweckgebunden zur Verbesserung der Versorgungsstruktur einzusetzen sind. Ein Teil der Summe – 2,5 Millionen Euro – werde zur Anhebung der Punktzahlvolumina bei Haus- und Fachärzten eingesetzt. Weitere Mittel dienten der Förderung der Schmerztherapie und der rheumatologischen Versorgung sowie der Fortführung des Strukturfonds ländlicher Raum, aus dem Ärzte Zuschüsse erhalten können, die in einer unterversorgten Region tätig sind. Gestärkt würden durch das Verhandlungsergebnis auch die fachärztliche Grundversorgung (PFG) und die Geriatrie. Rund eine Million Euro kommen dem Bereitschaftsdienst zugute: Die ärztliche Telefonberatung der Leitstelle solle zeitlich erweitert werden, zudem ist eine bessere Vergütung der Feiertagsdienste geplant. Lob und Tadel für Koalitionsvertrag Die Vorstandsvorsitzende lobt vor den Abgeordneten, dass sich im Koalitionsvertrag der neuen „Jamaika-Koalition“ aus CDU, FDP und Grünen ein Bekenntnis zur Freiberuflichkeit sowie die Ankündigung, eng mit den „Partnern der Selbstverwaltung“ zusammenarbeiten zu wollen, finde. Auch das Vorhaben, mit Selbstverwaltung und Universitäten ausloten zu wollen, wie schon im Studium Nachwuchsmediziner frühzeitig für eine freiberufliche Tätigkeit gewonnen werden können, bewertete sie positiv – und verwies auf das Engagement der KVSH: „Unsere Aktion Mehr.Arzt.Leben! steht jetzt im Regierungsprogramm.“ Kritische Worte fand sie für die Ankündigung der Jamaika-Koalitionäre, zehn Prozent der Medizinstudienplätze künftig für Bewerber zu reservieren, die sich verpflichten, nach ihrer Weiterbildung auf dem Land tätig zu werden. „Das ist“, kritisierte Schliffke, „die Gröhesche Landarztquote, von der wir weder von der Realitätsnähe noch vom Sinn überzeugt sind.“ „Abwartendes Beobachten“ Weiteres Thema des Berichts der Vorstandsvorsitzenden: Der Stand des Aufbaus der Telematikinfrastruktur (TI). Das E-Health Gesetz gibt vor, dass diese zum 1. Juli dieses Jahres funktionieren müsse. Kritisch merkte Schliffke an, dass längst noch nicht alle Voraussetzungen geschaffen seien. Zwar gäbe es mittlerweile eine Finanzierungsvereinbaung zwischen KBV und GKV-Spitzen-

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verband, um die in den Praxen anfallenden Investitionskosten und bestimmte Betriebskosten gegenzufinanzieren. Aber viele technische Fragen seien noch offen. So würden zertifizierte Konnektoren derzeit nur von einem einzigen Hersteller geliefert, der damit den Preis bestimmen könne.

„Das glücklichste Bundesland ist auch noch ein bisschen gesünder als der Rest der Republik.“ Dr. Monika Schliffke

Rein formal werde die gematik die gesetzliche Bestimmung erfüllen, am 1. Juli eine funktionsfähige Infrastruktur nachweisen zu können, zumal das E-Health-Gesetz nicht vorgebe, dass zu diesem Zeitpunkt die TI bereits für alle Teilnehmer funktionieren müsse. Mit einem Vergleich verdeutlichte Schliffke den Stand der Umsetzung: „Wir haben zum 1. Juli eine lange schöne neue Autobahn mit großen stabilen Sicherheitsleitplanken, nur: wir haben keine Autos, die sie befahren könnten.“ Sie sei deshalb skeptisch, dass das Versichertenstammdatenmanagement, wie vom Gesetz vorgegeben, ab Juli 2018 in allen Praxen durchgeführt werden könne. Da noch viele Fragen ungeklärt seien, insbesondere mit Blick auf die Konnektoren, riet die Vorstandsvorsitzende, sich durch die Zeitpläne oder die Werbung mancher Firmen nicht unter Druck setzen zu lassen. Schliffke: „Abwartendes Beobachten, wie der Mediziner sagt, ist das Gebot der Stunde.“ Rücklagen aufgelöst Die Abgeordneten beschäftigen sich mit der Frage der Verwendung von nicht mehr erforderlichen Rücklagen der KVSH. Wie Ennenbach darlegte, dienten diese Rücklagen der Risikovorsorge. Sozialgerichtsurteile, Härtefälle oder Unwägbarkeiten des Fremdkassenzahlungsausgleichs führten regelmäßig zu Nachzahlungen. Würden diese aus den laufenden Ausgaben bestritten, hätte dies Auswirkungen auf die regulären Honorarzahlungen, die durch die Rückstellungen vermieden werden können. Die aktuelle Höhe der Rückstellungen liege über den erforderlichen „Puffern“, sodass unter Beibehaltung einer vernünftigen Risikovorsorge rund 15 Millionen Euro in die Versorgung zurückfließen könnten, wie Ennenbach erläuterte. Die Abgeordneten beschlossen, dass diese für eine Erhöhung der Punktzahlvolumina rückwirkend ab dem ersten Quartal sowie für die Stützung des Restpunktwertes genutzt werden sollen. Konkret bedeutet dies, dass ein höherer Anteil der erbrachten Leistungen zum vollen Preis vergütet und zudem für einen Zeitraum von acht Quartalen - möglicherwiese länger – ein Restpunktwert von mindestens 3,5 Cent garantiert werden kann. Delf Kröger, KVSH

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PRAXIS  &  KV N achwuchskampagne

Praxis-Tour 4.0 Die Vorteile einer Niederlassung in Schleswig-Holstein persönlich erleben, die Lebensund Arbeitswelt von Haus- und Fachärzten kennenlernen und dabei auch noch Spaß haben: Das alles bot die KVSH bei der mittlerweile vierten Auflage der „ Mehr.Arzt.Leben!“Praxistour, die in diesem Jahr zum ersten Mal in Hamburg startete und dann in Elmshorn, Wilster, St. Margarethen und Wedel Station machte.

Zehn Medizinstudenten aus Hamburg, Kiel und Lübeck waren der Einladung der KVSH gefolgt, drei Praxismodelle in Schleswig-Holstein zu besuchen. Die Tour startete zum ersten Mal in Hamburg, um auch die Medizinstudenten aus der Freien und Hansestadt anzusprechen und über die Vorteile einer Niederlassung im benachbarten Schleswig-Holstein zu informieren. Es hat sich für die Nachwuchsmediziner gelohnt, denn nicht nur das Wetter spielte mit und zeigte den „echten Norden“ von seiner besten Seite. Die gastgebenden Ärztinnen und Ärzte boten den Studenten auf jeder der drei Stationen spannende Einblicke in ihre vielseitige Arbeit als niedergelassene Mediziner und gaben ihnen außerdem noch jede Menge Tipps und Hinweise rund um die Themen Niederlassungsmöglichkeiten, Arbeitszeiten und Verdienst. Auch ein späteres Praktikum ist überall möglich. Versorgerpraxis in Elmshorn Die erste Tour-Station der Reisegruppe war die Praxis am Hogenkamp in Elmshorn. 15 Hausärzte und hausärztliche Internisten arbeiten dort in einer großen Berufsausübungsgemeinschaft zusammen: als Praxisteilhaber, als angestellte Ärzte in Voll18

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Einblicke in der Niederlassung (v. l.): Dr. Thomas Fronzek, Patrick Ueck, Dr. Tomasz Warns, Julia Müller-Lambeck

oder Teilzeit oder als Ärzte in Weiterbildung. Dr. Tomasz Warns, Dr. Thomas Fronzek und die beiden Ärzte in Weiterbildung Julia Müller-Lambeck und Patrick Ueck gaben ein überzeugendes Plädoyer für die Niederlassung und das Fach Allgemeinmedizin aktuell

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PRAXIS  & KV

ab. Sie überzeugten die Studenten durch sehr gute Argumente. Teamwork bestimme ihren Arbeitsalltag. Verwaltungsaufgaben werden vom Management-Team übernommen, das mit zur Praxis gehört, erläuterte Fronzek. So bleibe genug Zeit, um sich auf die medizinischen Aufgaben zu konzentrieren. „Bei uns findet sich für jede Lebensphase das passende Arbeitsmodell“, erläuterte Warns. Über das Angestelltenverhältnis könnten junge Ärzte, wie er selbst, in einem sanften Übergang langsam in die Rolle des Praxisinhabers hineinwachsen. Bei einem Rundgang bei laufendem Praxisbetrieb zeigten die Ärzte den Studenten, wie eine große Versorgerpraxis funktioniert. Auch bei einer Sonografie und einer Wundbehandlung am diabetischen Fuß durften sie live dabei sein. Hochspezialisierte Medizin in Wilster Als zweite Station fuhr der Tour-Bus nach Wilster. In der Kleinstadt im Kreis Steinburg liegt die internistisch-kardiologische Facharztpraxis von Dr. Jörg Wendtland. Der Kardiologe führte die Medizinstudenten durch seine Praxis und brach eine Lanze für die Selbstständigkeit: „Es macht richtig Spaß, in der eigenen Praxis Chef zu sein“. Sein Praxismodell, als niedergelassener Facharzt hochspezialisierte Medizin in einer ländlichen Region zu praktizieren, funktioniere sehr gut. Wendtland machte deutlich, warum es sich lohne, „im Windschatten von Hamburg“ tätig zu sein. „Es ist ein ruhigeres Arbeiten. Ich habe hier alles, was ich brauche, kann mich übers Internet oder Telefon mit anderen Ärzten austauschen.“ Als niedergelassener Facharzt werde er von den Patienten sehr gut wahrgenommen. „Die Anerkennung ist hoch, denn die Menschen sind dankbar, dass sie für eine gute fachärztliche Versorgung nicht weit in die Großstadt fahren müssen“, erläuterte Wendtland.

(v. l.) Dr. Mireille Untiedt, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Wencke Krüger, Medizinische Fachangestellte und Nichtärztliche Praxisassistentin

Landärztin in St. Margarethen Quer durch die Wilstermarsch ging die Fahrt weiter Richtung St. Margarethen, einem kleinen Dorf an der Unterelbe. Dort übernahm Dr. Mireille Untiedt vor einigen Jahren eine Landarztpraxis. Die Allgemeinmedizinerin baute sie mit viel Liebe zum Detail ganz nach ihren Vorstellungen um, modernisierte IT und Praxismanagement und erfüllte sich so ihren ganz persönlichen Praxistraum. „Die Arbeit als Landärztin ist aufregend und vielseitig. Sie lässt mir vor allem aber genügend Freiraum, um Beruf und Familie gut miteinander zu vereinbaren“, berichtet Untiedt. Die Landärztin setzt dabei in ihrem Praxiskonzept auf Delegation und beschäftigt zwei Nichtärztliche Praxisassistentinnen, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen und ihr viele Hausbesuche abnehmen. Zum Ende der Tour lud die KVSH die Studenten zu einem gemeinsamen Essen ins Strandbad Wedel ein. Elbblick und dicke Pötte inklusive, denn in Schleswig-Holstein kann man als niedergelassener Arzt eben nicht nur gut arbeiten, sondern auch gut leben. Jakob Wilder, KVSH

Dr. Jörg Wendtland mit Studenten

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PRAXIS  &  KV D igitale V ordrucke

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Laborauftrag elektronisch möglich

Laboraufträge können ab dem 1. Juli 2017 auch elektronisch von der Arztpraxis an das Labor übermittelt werden, ohne dass dazu ein Formular ausgedruckt werden muss. Das sorgt für Bürokratieabbau und mehr Effizienz in der Praxis sowie eine fehlerfreie Probenzuordnung im Labor. Zu diesem Ergebnis kommt auch ein Pilotprojekt aus SchleswigHolstein, in dem Arztpraxen des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg (PNHL) die Laborbeauftragung ohne Papier erprobten. Mit den Muster 10 „Überweisungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen als Auftragsleistung“ und dem Muster 10A „Anforderungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen bei Laborgemeinschaften werden ab dem 1. Juli 2017 zwei Vordrucke digitalisiert, die am häufigsten im Praxisalltag zum Einsatz kommen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung werden deutschlandweit jedes Jahr rund 94 Millionen Überweisungs- und Anforderungsscheine ausgestellt. Erfolgreiches Pilotprojekt Wie gut die Digitalisierung im Praxisalltag funktionieren kann, zeigt ein Pilotprojekt zur komplett papierlosen Laborbeauftragung in Schleswig-Holstein, das vor etwa zwei Jahren startete. Beteiligt sind neben dem Deutschen Gesundheitsnetz, die KVSH, der LADR – Laborverbund Dr. Kramer & Kollegen und Arztpraxen des 20

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Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg (PNHL). Allein im vergangenen Jahr wurden im Rahmen des Projektes rund 50.000 Laboranforderungen qualifiziert signiert und online übertragen. So funktioniert es: Ärzte und Praxismitarbeiter erzeugen mit dem Labor Order Entry Modul (LOEM) – einem Softwaremodul auf dem KV-SafeNet-Router – Laboraufträge in digitaler Form. Um den Schutz der Patientendaten zu gewährleisten, übermitteln die teilnehmenden Praxen ihre Laboranforderungen ausschließlich über das KV-SafeNet. Für die geforderte Punkt-zu-Punkt-Verschlüsselung der übertragenen Daten sorgt SafeMail, der durch das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz und die Kassenärztliche Bundesvereinigung zertifizierte Datendienst der KVSH. Jakob Wilder, KVSH aktuell

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PRAXIS  & KV I nterview

„Der Aufwand hat sich gelohnt“ Die Praxis von Dr. Torsten Diederich in Wentorf hat sich am Pilotprojekt zur komplett papierlosen Laborbeauftragung beteiligt. Der Allgemeinmediziner und hausärztliche Vorstandssprecher des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg zieht Bilanz.

© Diederich

„LOEM ist Teil unseres Praxisalltags geworden.“

Nordlicht: Mit welchen Erwartungen ist Ihre Praxis in das Projekt digitaler Laborauftrag gestartet? Dr. Torsten Diederich: Wir wollten die praktische Umsetzung unserer papierlosen Praxis konsequent weiter fortsetzen. Das mühsame und bei der Übertragung fehlerträchtige Ausfüllen von Laufzetteln und Laboranforderungen war meinen Mitarbeiterinnen und mir dabei schon lange ein Dorn im Auge. Der Prozess „Laborabwicklung“ sollte zeitgemäßer, schneller und im Ablauf einfach schlanker werden.

- allerdings weniger die grundsätzliche Anbindung der Routine, sondern vielmehr Kleinigkeiten im Ablauf, z. B. bei bestimmten Parametern im Rahmen der Unterscheidung von Gerinnungsparametern bei präoperativer Vorbereitung oder bei fortlaufender Antikoagulation. Das erforderte wieder den Kontakt mit der Hotline des Labors, des AIS und des Deutschen Gesundheitsnetzes (DGN). Diese drei haben aber erstaunlicherweise geduldig und miteinander kooperativ alle Probleme gelöst. Nun läuft es und ich kann nur sagen, der Aufwand hat sich wirklich gelohnt. LOEM ist Teil unseres Praxisalltags geworden. Nordlicht: In welchen Bereichen könnten ähnliche digitale Lösungen in den Praxen zum Einsatz kommen? Diederich: Überall dort, wo digitales Gut ausgedruckt und dann per Post oder Fax verschickt wird. Aber auch dort, wo Papier, das vorher digital bearbeitet wurde, redigitalisiert werden muss, schreit es förmlich nach primär digitaler Bearbeitung und Übertragung. Das betrifft in erster Linie den medizinisch-ärztlichen Schriftverkehr – intersektoral und vor allem auch sektorenübergreifend. Ich halte uns in Deutschland in dieser Hinsicht für zu konservativ. Strenger Datenschutz und fehlende Schnittstellen hemmen die Entwicklung. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Nordlicht: Haben sich die Hoffnungen erfüllt? Diederich: Der Start erforderte erhebliches organisatorisches Umdenken. Die anfängliche Umsetzungsstruktur war holprig, weil wir unseren vollkommen neuen Ablaufprozess in der Praxis mit den Möglichkeiten des Laborprogramms „LOEM“ kombinieren mussten. Jahrelang eingefahrene Strukturen wurden eingestampft. LOEM erforderte ein völliges Umdenken. Schwierig war die Einbindung in unser AIS - bei uns ADV Frey Quincy

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PRAXIS  &  KV N eue S erie

Kreisstelle steinburg

Das sind die Kreisstellen Ärztliche Selbstverwaltung funktioniert nicht von allein, sondern sie braucht regionale Vertreter, die den Ärzten und Psychotherapeuten vor Ort schnell und unbürokratisch mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Schleswig-Holstein füllen die Kreisstellen diese wichtige Rolle aus. Grund genug für das Nordlicht, den 15 Kreisstellen die Gelegenheit zu geben, sich vorzustellen. Vorsitzender Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin (hausärztlich) Bürgermeister-Schinkel-Straße 8 25348 Glückstadt Tel. 04124 2822 Fax 04124 7871 kreisstelle.steinburg@kvsh.de

Motto Aktive lebendige Mitarbeit – Selbst ist die Verwaltung

Selbstverständnis der Kreisstelle Die Kreisstelle Steinburg ist ein wichtiger Ansprechpartner für Klinik, Gesundheitsamt, Rettungsdienst, Kommunalpolitik , Bevölkerung, Ärzteverein, Verein niedergelassener Ärzte, Presse und viele andere Vertreter des gesellschaftspolitischen Lebens.

Kreisstelle

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Stellvertreter Christopher Schäfer, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin in Itzehoe Tel. 04821 156030

Weitere Beiratsmitglieder Sekretariat Dr. Christian Brinckmann, Facharzt für Allgemeinmedizin in Itzehoe Dr. Katrin Klewitz, Fachärztin für Innere Medizin (hausärztlich) in Schenefeld Dr. Axel Klötzing, Facharzt für Allgemeinmedizin in Horst Dr. Alexander Schmied, Facharzt für Neurologie in Itzehoe Dr. Rainer Sempell, Facharzt für Hautund Geschlechtskrankheiten in Itzehoe Dr. Jörg Wendtland, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie in Wilster

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Corda Petersen medizinisch-technische Radiologieassistentin Haupstr.73 25715 Averlak Tel. 0151 53803447 Kreisstelle-steinburg@ web.de

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PRAXIS  & KV

Nächste Beiratssitzungen 2017 Do. 5. Okt. 2017 und Do. 30. Nov. 2017 jeweils um 19.30 Uhr im Cafe Schwarz, Breitenburger Str.14, 25524 Itzehoe

Aktuelle Projekte der Kreisstelle in Steinburg ƒƒ Erarbeitung einer Kreisstellen-Homepage ƒƒ Arbeitsgruppe „die Kreisstelle im ländlichen Raum“

Gute Gründe, sich in der Kreisstelle Steinburg zu engagieren 1. Die Kreisstelle Steinburg umfasst alle im Kreis niedergelassenen und in der Niederlassung angestellte Ärzte und Psychotherapeuten. Die Kreisstelle, das sind also wir mit unseren Belangen. 2. Medizin findet immer individuell und unmittelbar vor Ort statt. 3. Die lokal auftretenden Fragestellungen und Probleme sind nach Rücksprache mit der KVSH in Bad Segeberg vor Ort zu lösen und zu beantworten. 4. Die Nachfolgeregelung ist wesentlich abhängig von lokalen Verhältnissen. 5. Die Kreisstelle und der Beirat können eine wichtige Beratungs- und Dienstleistungsstelle für alle Ärzte und Psychotherapeuten des Kreises sein.

Geplante Veranstaltungen: ƒƒ n  eues Konzept zur Berechnung des Arzneimittelbudgets (Vortrag Timo Emcke, KVSH) ƒƒ jährliches Notfallsymposium im November 2017

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aktuell

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PRAXIS  &  KV A ntibiotikaverordnung

„No action today, no cure tomorrow!“ Experten aus verschiedenen Fachrichtungen und Vertreter von Ärztenetzen diskutierten in der KVSH das Thema „ Antibiotikaresistenzentwicklung“ und erarbeiteten erste Grundsätze für eine landesweite „ Qualitätsoffensive Antibiotikaverordnung“. Die Teilnehmer – Allgemeinmediziner, Urologen, Labormediziner, Infektiologen, klinische Pharmakologen, Pharmazeuten, Statistikexperten und Vertreter der Ärztenetzen – machten es sich dabei zur Aufgabe, den Trend zunehmender Resistenzentwicklung bei vielen bakteriellen Erregern umzukehren. Dazu verständigten sie sich auf folgendes Vorgehen: 1. Der Verbrauch von Antibiotika zur systemischen Anwendung (ATC J01) soll mit der Resistenzsituation und -entwicklung in Beziehung gesetzt werden. 2. Aus diesen Daten sollen praktische Empfehlungen zur antibiotischen Therapie in den Regionen Schleswig-Holsteins abgeleitet werden. 3. Die Verbrauchsdaten sind daraufhin zu untersuchen, ob es in einzelnen Regionen erhöhte Verschreibungs- und Resistenzraten gibt und was die Ursachen dafür sind. 4. Daraus soll ein Beratungsangebot entwickelt werden. Für die Qualität der Antibiotikaverordnung ist es zukünftig auch im Hinblick auf die Vergütung entscheidend, dass die rationale Verordnung von Antibiotika nach ATC J01 durch ƒƒklinisch eindeutige Symptome und Befunde ƒƒlabortechnische oder mikrobiologische Befunde gesichert ist und der Arzt Vor- und Nachteile einer antibiotischen Behandlung möglichst gemeinsam mit dem Patienten abgewogen hat. Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaften bezüglich Behandlung von Infektionen sollten berücksichtigt werden. „Kalkulierte Antibiotika-Verordnung“ in der Praxis So heißt die schriftliche Empfehlung zur Antibiotikatherapie bei unbekanntem Erreger, die den Mitgliedern im Ärztenetz Plön und im Netz Eutin/Malente als Kitteltaschenratgeber oder Schreibtischauflage zur Verfügung steht. Die „Qualitätsoffensive Antibiotikaverordnung“ will diese Initiative ergänzen und künftig landesweit verbreiten. Zunächst soll aber der Status quo von Verordnung und Resistenzlage statistisch analysiert werden, um den verordnenden Ärzten regional gewichtete Empfehlungen zur kalkulierten Antibiotikaanwendung anzubieten. In einem zweiten Schritt soll es landesweite Angebote zur Vertiefung von pharmakologischem und mikrobiologischem Basiswissen geben – vor allem bei Infektionen der oberen Luftwege und Zystitiden. In einem dritten Schritt bekommen Ärzte Argumentationshilfen für die Praxis an die Hand und erfahren dort unter anderem, wie sie der Erwartungshaltung vieler Patienten, die bei Infektionen der oberen Luftwege und Zystitis auf ein Antibiotikum bestehen, begegnen können. Stephan ReuSS, beratender Arzt, KVSH

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Nordlicht

Antibiotikaresistenzentwicklung – ein akutes Problem Antibiotika zählen zu den Therapiestandards der ärztlichen Behandlung. Seit der Entdeckung des Penicillins 1928 und der Entwicklung von immer mehr aus der Natur stammenden Wirkstoffen hat sich ein Arsenal an unterschiedlichen Wirkstoffen gegen bakterielle Infektionen entwickelt. Diese Waffen im Kampf gegen mikrobiell verursachte Erkrankungen drohen durch übermäßigen, nicht rational begründeten Gebrauch, stumpf zu werden. Die World Health Organization (WHO) und nationale Gesundheitsorganisationen sind sich deshalb einig, dass dies eine erhebliche Bedrohung der Weltgesundheit darstellt, deren Vorboten wir bereits heute zu spüren bekommen. Dafür sprechen die mehrfachen oder totalen Resistenzen bei unterschiedlichen Krankheitserregern wie Acinetobacter baumannii., Klebsiella pneumoniae, Staphylokkokus aureus, E.coli usw. Besonders besorgniserregend ist die Resistenz von Mycobacterium tuberculosis, die besonders in Asien, Afrika und Osteuropa zunimmt. Die Entwicklung quantitativ und qualitativ neuer antiinfektiver Wirkstoffklassen ist seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts im Wesentlichen ausgeblieben. Situation in Europa und Deutschland Die Resistenz-Situation in Europa wird von einem ausgeprägten Nord-Süd-Gefälle gekennzeichnet. Dies bedeutet, dass parallel zum hohen Verbrauch in Südeuropa dort die meisten resistenten Keime festgestellt werden. Deutschland befindet sich in dieser Hinsicht mit moderat rückläufigen Resistenzraten bei MRSA auf einem scheinbar guten Weg. Innerhalb Deutschlands zeigt sich dabei ein geografisches Gefälle im Bereich der Verordnung der Antibiotika mit Zunahme der Defined Daily Dose (DDD) pro Kopf von Ost nach West. Schleswig-Holstein liegt im unteren Drittel der Verordnungen. Der Rückgang der Verordnung von Antibiotika zur systemischen Behandlung ATC J01 (ATC = anatomisch-therapeutisch-chemischer Kode der WHO) kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit dem Preisverfall von einstmals teuren Wirkstoffen der Reserve, nämlich Cephalosporine und Fluorchinolone (Gyrasehemmer), in Deutschland deutlich mehr verordnet wird als im Rest von Europa (Preiselastizität). Verschiebungen der Verordnungen von Penicillinen/Aminopenicillinen hin zu Reserveantibiotika sind mit ein Grund für zunehmende Resistenzraten der Erreger. Durch diese in ihrem Spektrum breiten Wirkstoffe werden nicht nur Zielerreger durch die Behandlung getroffen, sondern weitere Bewohner des menschlichen Organismus einer Selektion unterworfen. aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung____________________________________________25 Sicherstellungsstatut geändert – Bezuschussung der Weiterbildung neu geregelt_____________________________________________30 Vertrag mit der DAK-Gesundheit_________________________________________30 Ärztlicher Bereitschaftsdienst – Brückentage 2018___________________________31 Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM)__________________________31 Honorarvereinbarung 2017_____________________________________________31

Aus der Zulassungsabteilung Hinweise: ƒƒBewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg. ƒƒDer Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behördenführungszeugnis) zu beantragen. Bitte verwenden Sie für Ihre Bewerbung das unter www.kvsh.de hinterlegte Formular (Antrag auf Zulassung zur vertragsärztlichen Tätigkeit). ƒƒDie Bewerbung wird nicht durch eine eventuell erfolgte Wartelisteeintragung ersetzt! ƒƒUm Vertragsarztsitze/Vertragspsychotherapeutensitze können sich auch Vertragsärzte/Vertragspsychotherapeuten und Medizinische Versorgungszentren bewerben, um einen anderen Arzt/eine andere Ärztin bzw. mehrere Ärzte/Ärztinnen anzustellen. Der Arzt/die Ärztin/die Ärzte muss bzw. müssen namentlich genannt werden und die oben bezeichneten Unterlagen sind für ihn/sie einzureichen. Bitte verwenden Sie für Ihre Bewerbung das unter www.kvsh.de hinterlegte Formular (Antrag auf Genehmigung zur Beschäftigung eines angestellten Arztes). ƒƒEs besteht die Möglichkeit, dass ein für einen vollen Versorgungsauftrag ausgeschriebener Vertragsarztsitz/Vertragspsychotherapeutensitz von zwei Ärzten/Ärztinnen übernommen wird, die den Sitz übernehmen und ihren Versorgungsauftrag jeweils auf einen halben Versorgungsauftrag beschränken. ƒƒUm die Übernahme von ausgeschriebenen Vertragspsychotherapeutenpraxen können sich Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychologische Psychotherapeuten, Kinderund Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Ärzte, die beabsichtigen, ausschließlich psychotherapeutisch tätig zu werden, bewerben.

Öffentliche Ausschreibung von Vertragsarztsitzen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/Psychotherapeuten deren Vertragsarztsitz zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Im Nordlicht erfolgen Ausschreibungen von Praxen, die psychotherapeutisch tätig sind. Ausschreibungen von Ärzten befinden sich im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt.

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Fachgebiet/Arztgruppe

Planungsbereich

Praxisform Bewerbungsfrist* Ausschreibungsnummer

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Dithmarschen

EP

31.08.2017

4435/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Ostholstein

EP

31.08.2017

5324/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Segeberg

EP

31.07.2017

3631/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Pinneberg

EP

31.08.2017

4434/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Plön

EP

31.08.2017

3360/2017

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen

Fachgebiet/Arztgruppe

Planungsbereich

Praxisform Bewerbungsfrist* Ausschreibungsnummer

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Dithmarschen

EP

31.08.2017

3629/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreisregion Stadt Neumünster/ EP Kreis Rendsburg-Eckernförde

31.08.2017

3807/2017

Psychotherapeuten

Stadt Lübeck

EP

31.08.2017

4438/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Kiel

EP

31.08.2017

4709/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Stormarn

EP

31.08.2017

5050/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Nordfriesland

EP

31.08.2017

5627/2017

Psychotherapeuten

Kreis Pinneberg

EP

31.08.2017

4993/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Nordfriesland

EP

31.08.2017

3458/2017

Psychotherapeuten

Kreisregion Stadt Neumünster/ EP Kreis Rendsburg-Eckernförde

31.08.2017

3509/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Kiel

EP

31.08.2017

3331/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung – – Sonderbedarf –

Kreis Segeberg

EP

31.08.2017

3154/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Stormarn

EP

31.08.2017

2916/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Pinneberg

EP

31.08.2017

3743/2017

* Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maximal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird, das beantragte Fachgebiet eindeutig angegeben ist, ein Arztregisterauszug beigefügt wurde und der Antrag unterschrieben ist.

Folgende Psychotherapeutensitze waren bereits ausgeschrieben, jedoch hat sich innerhalb der Bewerbungsfrist niemand beworben, sodass Sie sich um diese Sitze weiterhin bewerben können: Fachgebiet/Arztgruppe

Planungsbereich

Praxisform

Ausschreibungsnummer

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Nordfriesland

EP

12657/2016

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Nordfriesland

EP

94/2017

Für nähere Informationen stehen Ihnen unter Tel. 04551 883 378 und 258 unsere Sachbearbeiter zur Verfügung.

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Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann. Name

Fachgruppe/Schwerpunkt

Niederlassungsort

Niederlassungsdatum

Dr. med. Rico Hausmann – halbe Zulassung –

Urologie

24837 Schleswig, Stadtweg 27

01.01.2018

Dr. med. Tahsin Balli

Innere Medizin, Schwerpunkt Pneumologie/Pulmologie

25335 Elmshorn, Königstraße 11

01.10.2017

Birgit Jacobs – halbe Zulassung –

Innere Medizin/hausärztlich

24534 Neumünster, Parkstraße 26

01.07.2017

Tim Berke – halbe Zulassung –

Urologie

24534 Neumünster, Haart 87 – 89

08.06.2017

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de):

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Name

Fachgruppe

Ort

Dr. med. Stephanie Schön

Ärztliche Psychotherapie

Schleswig

Dr. med. Volker Stein

Orthopädie und Unfallchirurgie

Schleswig

Dr. med. Hartmut Wegener

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Itzehoe

Dr. med. Uwe Heilenkötter

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Itzehoe

Dr. med. Constanze Reutlinger

Kinder- und Jugendmedizin

Geesthacht

Dr. med. Frank Ramaker

Innere Medizin/Gastroenterologie

Rendsburg

Dr. med. Hans-Ralph Burow

Anästhesiologie

Niebüll

Dr. med. Hans-Carsten Joachim

Innere Medizin/Kardiologie

Eckernförde

Dr. med. Harald Held

Innere Medizin/Hämatologie

Neumünster

Reza Ashrafi

Innere Medizin und Pneumologie

Flensburg

Dr. med. Dietrich Rudolf Haritz

Neurochirurgie

Damp

Dr. med. Jens Stahmer

Innere Medizin/Gastroenterologie

Reinbek

Prof. Dr. med. Stefan Jäckle

Innere Medizin/Gastroenterologie

Reinbek

Dr. med. Dirk-Peter Drescher

Innere Medizin/Kardiologie

Flensburg

Dr. med. Ulrich Rauschenbach

Innere Medizin/Kardiologie

Flensburg

Alexander Steinmetz

Radiologie

Sylt/Westerland

Bernhard Schwartau

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Eutin

Dr. med. Knut Peer Walluscheck

Gefäßchirurgie

Flensburg

Dr. med. Cornelia Spevak

Diagnostische Radiologie

Flensburg

Dr. med. Daniel Winter

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Flensburg

Dr. med. Klaus von Oertzen

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Geesthacht

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Enno Schmidt

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Lübeck

Dr. med. Eike Burmester

Innere Medizin

Lübeck

Dr. med. Volker Jentzen

Innere Medizin

Neumünster

Dr. med. Nils-Lennart Saß

Innere Medizin/Gastroenterologie

Husum

Dr. med. Jens-Henning Wacks

Gefäßchirurgie

Rendsburg

Dr. med. Tim Büchner

Gefäßchirurgie

Rendsburg

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen

Name

Fachgruppe

Ort

Stephanie Liedtke

Anästhesiologie

Bad Segeberg

Dr. med. Christian Rybakowski

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Bad Segeberg

Prof. Dr. med. habil. Prof. h. c. Dirk Kieback

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Schleswig

Dr. med. Jörn Pfeiffenberger

Chirurgie

Itzehoe

Dr. med. Christoph zur Verth

Innere Medizin/Hämatologie

Itzehoe

Oliver-Gerd Kron

Innere Medizin/Hämatologie und Internistische Onkologie

Itzehoe

Dr. med. Telke Kock

Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie

Itzehoe

Dr. med. Peter Diekstall

Orthopädie

Niebüll

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Kerstin Schneider

25335 Elmshorn, Königstraße 12

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Dr. med. Frank Papengut

24226 Heikendorf, Teichtor 19

Neurologie

01.07.2017

Dr. med. Ulrich Drerup

Dr. med. Julian Krasa – halbe Zulassung –

24784 Westerrönfeld, Am Glockenturm 10

Innere Medizin/ hausärztlich

18.05.2017

Dr. med. Uta Dörtelmann

Dr. med. Songül Gräfendorf

25421 Pinneberg, Fahltskamp 6

Allgemeinmedizin

01.07.2017

Dr. med. Thomas Loeck

Dr. med. Carola Lindenkamp

23566 Lübeck, Marlistraße 101

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.07.2017

Dr. med. Christoph Schöttler

Annette Villwock

22846 Norderstedt, Rathausallee 83 f

Praktische Ärztin

01.07.2017

Dr. med. Christiane Eberlein-Riemke

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

nordBLICK MVZ GmbH

24103 Kiel, Raiffeisenstraße 1

Augenheilkunde

17.05.2017

Nabil Grada – halbtags –

Maximilian Kropp

23554 Lübeck, Lindenplatz 5

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Dr. med. Bettina Brandt – vierteltags –

Dr. med. Florian Seidel

24768 Rendsburg, Obereiderstraße 28

Allgemeinmedizin

01.06.2017

Michael Severus – halbtags –

Matthias Eggert

22851 Norderstedt, Mittelstraße 70

Allgemeinmedizin

01.06.2017

Dr. med. Christin Haufs – halbtags –

Dres. med. Achim Leybold/ Gitta Lüdemann

24103 Kiel, Alter Markt 11

Innere Medizin/ hausärztlich

18.05.2017

Dr. med. Sven Hellmann – ganztags –

Dr. med. Ralf-Günter Wegers

24837 Schleswig, Memeler Straße 12

Allgemeinmedizin

01.06.2017

Dr. med. Wolfgang Ermes – halbtags –

Dr. med. Jens-Michael 24376 Kappeln, Jensen und Bastian van Holt Konsul-Lorentzen-Straße 3 – Sonderbedarf –

Haut- und Geschlechtskrankheiten

01.06.2017

Mirja Evensen – halbtags –

MVZ Glückstadt gGmbH

25348 Glückstadt, Steinburgstraße 17

Anästhesiologie

27.04.2017

Frauke Stiehm-Wagener – vierteltags –

MVZ Glückstadt gGmbH

25348 Glückstadt, Steinburgstraße 17

Anästhesiologie

27.04.2017

Susanne Brinckmann – vierteltags –

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Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen

Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

MVZ Glückstadt gGmbH

25348 Glückstadt, Steinburgstraße 17

Anästhesiologie

27.04.2017

Frauke Petersen – vierteltags –

LADR GmbH MVZ Dr. Kramer und Kollegen

21502 Geesthacht, Lauenburger Straße 67

Laboratoriumsmedizin

09.05.2017

Anja Lüllau – dreivierteltags –

MVZ Uetersen GmbH

25337 Elmshorn, Agnes-Karll-Allee 17

Allgemeinmedizin

01.06.2017

Dr. med. Almut Hartmaring – halbtags –

St. Franziskus MVZ Am Hang gGmbH

24955 Harrislee, Am Hang 1

Innere Medizin, 15.05.2017 Schwerpunkt Gastroenterologie

Dr. med. Kerstin Langenberg – dreivierteltags –

MVZ Stormarn GmbH – Sonderbedarf –

22844 Norderstedt, Langenharmer Weg 19

Innere Medizin, Schwerpunkt Hämatologie und Internistische Onkologie

18.05.2017

Dr. med. Daniel Gharaei – halbtags –

MVZ Stormarn GmbH

22844 Norderstedt, Langenharmer Weg 19

Innere Medizin, Schwerpunkt Hämatologie und Internistische Onkologie

18.05.2017

Dr. med. Anna Tavassol – halbtags –

DIAKO MVZ GmbH – Standort Niebüll

25899 Niebüll, Bahnhofstraße 24

Chirurgie, Schwer01.04.2017 punkt Unfallchirurgie

Dr. med. Jochen Caesar – ganztags –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten:

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Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Dr. med. Nicole Horvat

Physikalische und Rehabilitative Medizin

24576 Bad Bramstedt, Kirchenbleeck 2

24568 Kaltenkirchen, Hamburger Straße 68

01.06.2017

Dr. med. Annette Richter

Augenheilkunde

23617 Stockelsdorf, Rathausmarkt 2 b

23617 Stockelsdorf, Segeberger Straße 16 – 22

01.06.2017

Dr. med. Ulrich von Rath

Innere Medizin/ hausärztlich, Allgemeinmedizin

23570 Lübeck, Moorredder 34

23570 Lübeck, Am Hafenplatz 1

01.07.2017

Dr. med. Birgit Velke

Psychiatrie und Psychotherapie, ausschließlich psychotherapeutisch

21502 Geesthacht, Markt 24

21502 Geesthacht, Sandstraße 18

15.06.2017

Dr. phil. Dipl.-Psych. Klaus Thomsen

Psychologische Psychotherapie

24937 Flensburg, Südergraben 33

24937 Flensburg, Nikolaikirchhof 5

01.08.2017

Dipl.-Psych. Susanne Körkemeyer

Psychologische Psychotherapie

23568 Lübeck, Adolfplatz 6

23552 Lübeck, Königstraße 58

19.06.2017

Dipl.-Psych. Volker Grömm

Psychologische Psychotherapie

24111 Kiel, Ruthkamp 3

24111 Kiel, Erlenhorst 17

01.08.2017

Karl-Wilhelm Meier

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

23568 Lübeck, Adolfplatz 6

23568 Lübeck, Lange Reihe 16

19.06.2017

Dipl.-Psych. Kristina Meyer

Psychologische Psychotherapie

23552 Lübeck, Beckergrube 67

23564 Lübeck, Moltkestraße 34

10.07.2017

Dr. med. Anna Fürniß-Ihns

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

23879 Mölln, Wasserkrüger Weg 6

23879 Mölln, Wasserkrüger Weg 7

01.07.2017

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen

Sicherstellungsstatut geändert – Bezuschussung der Weiterbildung neu geregelt Die Abgeordnetenversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein hat in ihrer Sitzung am 21. Juni 2017 das Sicherstellungsstatut der KVSH mit Wirkung zum 1. Juli 2017 geändert. Die Änderung führt dazu, dass für mehr Arztgruppen die Weiterbildung bezuschusst werden kann als bisher. Weiterhin werden neben einer unbegrenzten Anzahl in der Allgemeinmedizin in weiteren Arztgruppen insgesamt 34,75 Stellen (Vollzeitäquivalente) pro Jahr gemeinsam mit den Krankenkassen in Höhe von 4.800 Euro/Monat bezuschusst. Die Stellen werden mit Wirkung ab 1. Juli 2017 wie folgt aufgeteilt: 1. 10 Stellen (Vollzeitäquivalente) für die Arztgruppe Kinder- und Jugendmedizin 2. 12,75 Stellen (Vollzeitäquivalente) für die Arztgruppe, die den höchsten Anteil an Ärzten ab einem Alter von 60 Jahren aufweist (außer Kinder- und Jugendmedizin). Hinweis: Es handelt sich hierbei nach wie vor um die bedarfsplanerische Arztgruppe der Nervenheilkunde. 3. 12 Stellen (Vollzeitäquivalente) für die weiteren vier Arztgruppen, die den nächsthöchsten Anteil ab einem Alter von 60 Jahren aufweisen (außer Kinder- und Jugendmedizin). Hinweis: Hierbei handelt es sich momentan um folgende Arztgruppen: ƒƒ Augenheilkunde, ƒƒ Chirurgie (außer Herzchirurgie), ƒƒ Frauenheilkunde und Geburtshilfe, ƒƒ Haut- und Geschlechtskrankheiten. Gefördert werden nur solche Praxen, die sich nicht in kreisfreien Städten befinden – dies gilt nicht für die Nervenheilkunde – und ausschließlich überwiegend konservativ tätige und nicht spezialisierte Praxen. Grundsätzlich erfolgt die Bezuschussung für mindestens zwölf zusammenhängende Monate. In zwei Jahren wird die Altersrangfolge überprüft werden, sodass dann möglicherweise andere Arztgruppen gefördert werden. Die Bezuschussung der Weiterbildung auch außerhalb der Allgemeinmedizin war zum 1. Oktober 2016 auf Bundesebene beschlossen worden. Die Kassenärztlichen Vereinigungen mussten sich damals mit den Kassen darüber einigen, welche Arztgruppen gefördert werden sollen. Wir hatten uns auf die Arztgruppen Kinder- und Jugendmedizin und Nervenheilkunde geeinigt und nunmehr jedoch festgestellt, dass im Bereich der Nervenheilkunde die Mittel in 2017 bei weitem nicht ausgeschöpft werden können, weil sich insoweit nicht genügend Ärzte in der Weiterbildung im ambulanten Bereich befinden. Es wurde zunächst überlegt, ob lediglich die restlichen Fördermittel für das Jahr 2017 anders verteilt werden sollten, jedoch haben wir uns letztendlich darauf verständigt, schon zum 1. Juli 2017 die Förderung umzustellen, wobei ein großer Teil der Stellen weiterhin für Nervenheilkunde reserviert wurde. Für Fragen stehen Sabrina Pingel und Renate Tödt (Tel. 04551 883 384 oder -358) zur Verfügung. Das Sicherstellungsstatut steht unter www.kvsh.de  KVSH  Rechtsquellen Statut zum Download bereit.

Vertrag mit der DAK-Gesundheit  ie 4. Änderungsvereinbarung zum Vertrag mit der DAK-Gesundheit über die frühzeitige Diagnostik und Behandlung von D Begleiterkrankungen des Diabetes mellitus nach Paragraf 73c SGB V tritt zum 1. Juli 2017 in Kraft. Die DAK-Gesundheit und die KVSH haben sich im Rahmen der Änderungsvereinbarung über die Aktualisierung der nachfolgenden Anlagen geeinigt: ƒƒ Die Teilnahmeerklärung der Versicherten (Anlage 7, Version 982-803A/01.17) wurde aktualisiert. ƒƒ Zur Vereinfachung der Abrechnung erfolgte eine inhaltliche Anpassung der gesamten Anlage 9. ƒƒ In der Vergangenheit musste jeder Arzt bei einem erstmalig positiven Befund der Module 1-5, eine Abrechnungsziffer (99290 B, F, I, L oder O) zur Aufnahme in das Versorgungsprogramm in Ansatz bringen. Diese Abrechnungsziffern wurden aus dem Vertrag gestrichen, da sie die Weiterbetreuung „mit Befund“ darstellen. ƒƒ Ab dem 3. Quartal 2017 wird nur noch unterschieden zwischen dem Versorgungsprogramm „ohne Befund“ (99290 A, E, H, K und N), das einmal im Krankheitsfall erbracht werden kann und der Weiterbetreuung „mit Befund“ (99290 C, G, J, M und P) die zweimal im Krankheitsfall erbracht werden kann. Die 4. Änderungsvereinbarung sowie die Anlagen 7 und 9 finden Sie im Downloadbereich Verträge auf www.kvsh.de

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Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen

Ärztlicher Bereitschaftsdienst – Brückentage 2018 Die Gremien von Ärztekammer und Kassenärztlicher Vereinigung Schleswig-Holstein haben gemäß gemeinsamer Notdienstsatzung (Abschnitt VI, Abs. 2 d) für das Jahr 2018 folgende Tage als „Brückentage“ festgelegt: Montag, 30.04.2018 (Tag vor Tag der Arbeit) Freitag, 11.05.2018 (Tag nach Christi Himmelfahrt) An diesen Tagen findet der Ärztliche Bereitschaftsdienst in Schleswig-Holstein von 8:00 bis 8:00 Uhr am Folgetag statt. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst und damit alle allgemein- und kinderärztlichen Anlaufpraxen, der Fahrdienst sowie der HNOund augenärztliche Bereitschaftsdienst sind wie an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag geöffnet. Ärzte sind, sofern sie die ärztliche Versorgung nicht selbst sicherstellen und ihre Praxis schließen, verpflichtet, die Ansage des Anrufbeantworters mit einem Verweis auf den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 zu versehen.

Beispiele: „Sie sind mit der Praxis xxx verbunden. Unsere Praxis ist am Montag, 30. April 2018 und Dienstag, 1. Mai 2018 geschlossen. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist von Freitag, 27. April 2018, 13:00 Uhr, bis Mittwoch, 2. Mai 2018, 8:00 Uhr, unter der Telefonnummer 116117 durchgängig erreichbar. In dringenden Notfällen wählen Sie bitte die Nummer des Rettungsdienstes 112.“ „Sie sind mit der Praxis xxx verbunden. Unsere Praxis ist von Donnerstag, 10. Mai 2018 bis Sonntag, 13. Mai 2018 geschlossen. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist von Mittwoch, 9. Mai 2018, 13:00 Uhr, bis Montag, 14. Mai 2018, 8:00 Uhr, unter der Telefonnummer 116117 durchgängig erreichbar. In dringenden Notfällen wählen Sie bitte die Nummer des Rettungsdienstes 112.“ Verweisen Sie bitte nur auf einen Vertreter, sofern dies explizit für den Fall des Brückentages mit ihm abgestimmt ist und die vertretende Praxis tatsächlich geöffnet hat. Wir möchten außerdem darum bitten, dass Sie Ihre Patienten (z. B. mit Dauermedikation, Verbandswechsel oder Ähnlichem) vor den Brückentagen ausreichend versorgen.

Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 21. Juni 2017 Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) mit Wirkung zum 1. Juli 2017 beschlossen. Die aktuelle Fassung des HVM finden Sie auf unserer Homepage www.kvsh.de. Auf Anforderung wird der Text der Bekanntmachung in Papierform zur Verfügung gestellt, Tel: 04551 883 486.

Änderungen der Entschädigungsregelungen der KVSH  ie Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 22. Februar 2017 die Entschädigungsregelungen Teil I und D II der KVSH geändert.  ie für Teil I erforderliche Genehmigung der Aufsichtsbehörde wurde mit Vermerk vom 13. Juni 2017 erteilt. Sämtliche D Änderungen treten am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft. Die Veröffentlichung erfolgt im Internet unter www.kvsh.de  KVSH  Rechtsquellen  Entschädigungsregelungen Teil I oder Entschädigungsregelungen Teil II. Im Einzelfall wird der Text der Bekanntmachung auf Anforderung in Papierform zur Verfügung gestellt, Tel. 04551 883 230.

Honorarvereinbarung 2017 Die Honorarvereinbarung für das Jahr 2017 kann unter www.kvsh.de im Downloadbereich Verträge eingesehen und heruntergeladen werden. Die Vereinbarung gilt ab dem 1. Januar 2017. Bei Bedarf senden wir Ihnen die Honorarvereinbarung in Papierform zu, Tel. 04551 883 331. 7 | 2017

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PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Praxisbörsentag in Nordrhein Düsseldorf – Rund 400 Ärzte und Psychotherapeuten haben den nordrheinischen Praxisbörsentag der KV Nordrhein besucht und sich über die Themen Praxisabgabe und Praxisübernahme informiert. Über den Tag verteilt griffen verschiedene Fachvorträge wichtige Aspekte, wie die Praxiswertermittlung, steuerliche Aspekte sowie die Finanzierung einer Praxisgründung auf. Zudem konnten sich die Besucher zur Praxis-IT, Abrechnung sowie zu möglichen Niederlassungsvarianten beraten lassen. Besucher, die eine Praxis abgeben oder übernehmen wollten, hatten Gelegenheit, entweder ihre Wunschpraxis im Rheinland oder einen geeigneten Praxis-Nachfolger zu suchen.

Überflüssige Krankenhäuser für ambulante Versorgung nutzen Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat vorgeschlagen, nicht mehr benötigte Krankenhäuser in ambulante medizinische Zentren umzuwandeln. Damit würde die komplette Schließung von zumeist kleinen Kliniken verhindert und der Standort für die medizinische Versorgung der Bevölkerung erhalten bleiben, erläuterte KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister. Der Politik falle es ungeheuer schwer, selbst die kleinsten Krankenhäuser zu schließen, die weder gebraucht würden noch einen echten Mehrwert für die Bevölkerung darstellten, so Hofmeister. „Um diesen Schritt etwas leichter zu machen, könnte man sich überlegen, ob man an den Standorten solcher Krankenhäuser auch unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur ambulante Zentren einrichtet“, sagt er. In diesen Zentren könnte neben der hausärztlichen Versorgung tageweise eine fachärztliche Sprechstunde angeboten werden. Ergänzend sei eine kleinere Belegabteilung möglich. Der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende sieht darin auch eine Möglichkeit, wie Patienten in dünn besiedelten Gebieten weiterhin gut versorgt werden können. Mit dem Wegzug von immer mehr Menschen aus den ländlichen Regionen in die Städte würden die Wege zum Arzt dort unweigerlich größer. Das medizinische Angebot müsse deshalb viel stärker zentriert werden. Von dem Vorschlag, Ärzte über das Land fahren zu lassen, hält Hofmeister nichts: „Während der Arzt im Auto sitzt, geht seine Arbeitszeit für Patienten verloren.“ Hofmeister hofft, dass die Politik das Konzept unterstützen wird. Rechtlich sei nicht sehr viel zu tun, es sei eher eine politische Frage, sagte er. Auch müsse dafür gesorgt werden, dass das Geld aus der ehemals stationären Versorgung in die ambulante Versorgung fließe, die das dann übernimmt.

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KV Thüringen unterstützt Ärzte bei Telemedizin Weimar – Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen will die ambulant tätigen Ärzte bei der Nutzung telemedizinischer Anwendungen unterstützen. Die 1. Vorsitzende des Vorstandes, Dr. Annette Rommel, hat dazu drei Projekte angekündigt. So können Nichtärztliche Praxisassistentinnen bei Hausbesuchen Diagnosedaten digital direkt in die Arztpraxis übertragen. Zur Versorgung von Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen soll ein telemedizinisches Expertenkonsil aufgebaut werden, über das spezialisierte Fachärzte von Ärzten der Grundversorgung in Fachfragen konsultiert werden können. Schließlich will die KV Thüringen für Notärzte ein System der elektronischen Erfassung und Übertragung von Einsatzdaten aufbauen. Alle drei Projekte hat die KV im Rahmen der Thüringer Strategie für die digitale Gesellschaft nun zur Förderung eingereicht.

Weiterbildungsordnung muss Schritt halten Hamburg – Die Weiterbildung zum Facharzt in der Medizin müsse sich stärker an ambulanten Weiterbildungsinhalten orientieren, fordern Dr. Dirk Heinrich, der Vorsitzender Vertreterversammlung der KV Hamburg, und Dr. Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). „Die Medizin hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stark verändert. Immer mehr Patienten können und werden nahezu ausschließlich im ambulanten Bereich behandelt werden. Das betrifft zum Beispiel die Augenheilkunde, die Diabetologie oder die Versorgung von Patienten mit HIV/AIDS“, von Stillfried. „Wenn nun die Weiterbildung zum Facharzt ausschließlich in Krankenhäusern durchgeführt wird, finden wesentliche Inhalte der Medizin nicht mehr statt.“ Auch die in der Patientenversorgung tätigen Ärzte bedauern, dass die Weiterbildung zu wenige ambulante Inhalte widerspiegelt. So jedenfalls lautet das Ergebnis einer Zi-Studie. Selbst für Ärzte, die nie vorhaben, in einer ambulanten Praxis zu arbeiten, seien ambulante Weiterbildungsinhalte wichtig, da sie so die Anforderungen und Spezifika der ambulanten Patientenversorgung kennenlernen könnten. Dies erleichtere später die sektorenübergreifende ärztliche Zusammenarbeit. Dr. Dirk Heinrich unterstrich die Notwendigkeit einer zügigen Novellierung der Weiterbildungsordnung: „Derzeit hinkt sie der Realität um Jahrzehnte hinterher. Das müssen wir als Ärzteschaft zügig und ohne weitere Verzögerungen angehen. Sonst verliert der Facharztstatus ein wesentliches Qualitätsmerkmal: das vollumfängliche Überblicken eines Fachgebiets.“ aktuell

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PRAXIS  &  KV V erordnungsm ö glichkeiten für P s y chotherapeuten

Krankenhauseinweisung und Krankenbeförderung

Durch eine Festlegung im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) hatte der Gesetzgeber verlangt, Verordnungsmöglichkeiten für Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zu schaffen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) musste hierzu mehrere Richtlinien anpassen. Zwei davon sind jetzt in Kraft getreten. Ab sofort dürfen Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Krankenhausbehandlung und Krankenbeförderung verordnen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte insgesamt vier voneinander unabhängige Richtlinien zu ändern. Neben den Richtlinien zur Krankenhauseinweisung und zum Krankentransport betraf es noch die zur Verordnung von Soziotherapie und von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation. Die letzten beiden Richtlinien sind noch nicht umsetzbar, da das Ausstellen dieser Verordnungen gesondert honoriert wird. Hier hat der Bewertungsausschuss sechs Monate Zeit entsprechende Änderungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab vorzunehmen. Insgesamt sollen die Vertragspsychotherapeuten damit mehr Entscheidungsspielraum bei der Versorgung ihrer Patienten erhalten. Klinikeinweisung Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten dürfen, wenn bestimmte Diagnosen vorliegen, Patienten in eine Klinik einweisen. Die Verordnung ist zulässig für Diagnosen, bei denen nach der Psychotherapie-Richtlinie eine Psychotherapie oder nach der Neuropsychologie-Richtlinie eine neuropsychologische Therapie möglich ist. Durchweg gilt, dass Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten vor einer Einweisung alle ambulanten Behandlungsangebote und -möglichkeiten in Erwägung gezogen haben müssen. Außerdem schreibt die Richtlinie vor, dass sie den Patienten über sämtliche Angebote informieren müssen. Die Verordnung erfolgt auf Muster 2 Krankenhausbehandlung. Formulare erhalten Psychotherapeuten über die Kassenärztliche Vereinigung. Auf dem Formular muss die Diagnose dokumentiert sowie die stationäre Behandlung begründet werden. Ein Blatt erhält der Patient, um die Genehmigung seiner Krankenkasse einzuholen. Die zweite Seite hat Auskunft über die bisherigen Untersuchungsergebnisse und Behandlungsmaßnahmen zu geben. Sie ist für den Krankenhausarzt bestimmt.

kenversicherung verordnet werden kann. Es ist möglich, einem Patienten eine Fahrt zu einer stationären (psychischen) Behandlung zu verordnen, wenn dieser aus medizinisch-psychotherapeutischen Gründen nicht selbst fahren kann. Eine Genehmigung durch die Krankenkasse des Versicherten ist nicht erforderlich. Verordnet werden können Fahrten zur ambulanten Behandlung für Patienten, die einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“ oder einen Pflegebescheid mit Grad 3, 4 oder 5 haben und dauerhaft in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Die Mobilitätseinschränkungen können dabei somatische oder kognitive Ursachen haben. Patienten müssen sich die verordneten Fahrten zur ambulanten Behandlung von ihrer Krankenkasse genehmigen lassen, damit die Kosten übernommen werden. Grundbedingungen Alle Verordnungen unterliegen dem Wirtschaftlichkeitsgebot. Das heißt, sie müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein und dürfen das notwendige Maß nicht überschreiten. Die entsprechenden Formulare sind vollständig und korrekt auszufüllen. Diese sind auch über die Praxisverwaltungs-Software elektronisch erzeugbar. Krankenhauseinweisung und Fahrten zur ambulanten Behandlung muss sich der Patient vorher von seiner Krankenkasse genehmigen lassen. Bei der Krankenhausbehandlung sowie der Krankenbeförderung muss sich der Versicherte über einen Eigenanteil an den Gesamtkosten beteiligen. Weitere und detaillierte Informationen sind auf der Homepage der KBV zu finden unter Krankenhauseinweisungs-Richtlinie, Krankentransport-Richtlinie und der Themenseite Verordnungen. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

Krankenbeförderung Die Verordnung erfolgt auf dem Muster 4. Hierauf sind der Grund für die Fahrt, das Beförderungsmittel und der Weg anzugeben. Bei der Krankenbeförderung wird unterschieden zwischen Fahrten zu ambulanten Behandlungen und einer Fahrt zu einem Klinikaufenthalt (stationär). Generell gilt auch hier die Maßgabe der zwingenden Notwendigkeit, damit zulasten der gesetzlichen Kran7 | 2017

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die menschen im land V or O rt

Ausgerollt Ein umgebauter Transporter war fünfzehn Monate lang zur Unterstützung der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen im Kreis Herzogtum Lauenburg unterwegs. Ende Juni lief das Projekt „ rollende Arztpraxis“ aus. Das Nordlicht war bei einer der letzten Sprechstunden in der Flüchtlingsunterkunft Büchen mit dabei.

Dichter Regen peitscht über das Industriegebiet „Am Hesterkamp“ in Büchen. Seit zwei Jahren liegt dort neben Lagerhallen, Bürogebäuden und Werkstätten eine Flüchtlingsunterkunft des Kreises Herzogtum Lauenburg. Das Gelände wirkt leer und verlassen. Nur ein älterer Mann bricht gerade mit seinem Fahrrad Richtung Ortszentrum auf. Zwei Jugendliche trotzen dem launischen schleswig-holsteinischen Sommer und spielen Fußball im hohen Gras. Da 2017 deutlich weniger Asylbewerber als erwartet nach Deutschland kamen, sank auch in Büchen die Belegungsquote. 50 Bewohner sind dort noch in Wohn-Containern untergebracht. Es waren schon einmal erheblich mehr. Die verbliebenen Menschen kommen aus Eritrea, Armenien, Syrien, Somalia und dem Jemen. Zum größten Teil sind es junge Männer, aber auch einige Familien mit kleinen Kindern.

Oldesloe zum Einsatzort nach Büchen gebracht. Der rot-weiße VWCrafter steht den Flüchtlingen heute von 15 bis 18 Uhr für eine hausärztliche Sprechstunde zur Verfügung. Außer in Büchen war das Fahrzeug in den vergangenen Monaten auch in den Flüchtlingsunterkünften in Salem und Gramkow im Einsatz. Von draußen sieht der Transporter wie eine Mischung aus Rettungswagen und Wohnmobil aus. Betrachtet man das Innere, entpuppt er sich als komfortable Allgemeinarztpraxis im Miniatur-Format. Alles hat seinen festen Platz. Es gibt Strom und einen kleinen Empfangsbereich mit Praxis-PC und Lesegerät zur Aufnahme der Patienten. Auch eine Krankenliege ist fest installiert. Auf einer Ablage finden sich – sauber aufgereiht – alle wichtigen Formulare, Vordrucke und Überweisungsbögen, die der Arzt für den administrativen Teil seiner Arbeit benötigt.

Miniaturpraxis auf Rädern Wie jeden zweiten Mittwoch im Monat steht ein auffälliger Transporter vor den grauen Wohncontainern. Ein Fahrer der Autokraft GmbH hat die „rollende Arztpraxis“ aus dem Depot in Bad

Patientenversorgung Wie immer, wenn die „rollende Arztpraxis“ nach Büchen kommt, ist Qassem Mohammad diensthabender Arzt. Der 53-jährige Afghane flüchtete 1996 vor den Taliban nach Deutschland, erhielt

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die menschen im land

Qassem Mohammad mit Dolmetscherin Kimberley Sass

2010 seine Approbation und ist seit Anfang dieses Jahres als Allgemeinmediziner in Hamburg-Bergedorf niedergelassen. Er kennt den Kreis Herzogtum Lauenburg sehr gut, denn er nimmt dort regelmäßig am ärztlichen Bereitschaftsdienst teil. Die medizinische Versorgung der Flüchtlinge im Transporter funktioniert reibungslos. „Ich bin im Transporter ebenso Hausarzt wie in meiner eigenen Praxis in Bergedorf. Die Menschen in der Unterkunft kennen mich und vertrauen mir“, berichtet er. Das ist wichtig, da viele Patienten traumatisiert sind. Neben psychosomatischen Erkrankungen hatte Mohammad es bei seinen Fällen aber auch oft mit Diabetes-Erkrankungen zu tun. Obwohl er sehr gut Persisch und Russisch beherrscht, war die Kommunikation zwischen Arzt und Patienten manchmal nicht einfach, berichtet er. Um die Sprachbarrieren zu beseitigen, war während der mobilen Sprechstunden immer eine vom Kreis gestellte Dolmetscherin dabei. Heute ist Kimberley Sass mit an Bord. Sie studiert in Hamburg Islamwissenschaften und hilft mit ihrem Arabisch immer dann weiter, wenn Mohammads Sprachkünste an ihre Grenzen stoßen. „Die Patienten sprechen allerdings oft Dialekte, sodass es manchmal etwas dauert, bis wir uns verstehen“, berichtet sie. Viel Arbeit gibt es für die beiden heute nicht, denn nur drei Flüchtlinge nehmen die Sprechstunde in Anspruch. Jakob Wilder, KVSH

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Arztpraxis rollt nach Sachsen Ziel des von der Damp-Stiftung finanzierten, fünfzehnmonatigen Projektes war es zum einen, Engpässe in der medizinischen Versorgung von Asylbewerbern aufzufangen und so die Arztpraxen vor Ort zu entlasten. Dazu wurden auch Sprachmittler eingesetzt, die die Ärzte bei der mobilen Sprechstunde unterstützten. Insgesamt wurden nach Angaben des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg im Projektzeitraum rund 100 Patienten in den Flüchtlingsunterkünften Büchen (Qassem Mohammad), Grambek und Salem (Dr. Ulrich Berghof und Dr. Arjen Teetzmann) medizinisch versorgt. Zum anderen sollte erprobt werden, ob ein derartiges Konzept künftig ein unterstützendes Modell für die Regelversorgung in ländlichen Regionen werden könnte. Die Universität zu Lübeck hat das Projekt wissenschaftlich begleitet. Nun beginnt die Auswertungsphase. Zum einen wird die angestrebte Optimierung der einrichtungsübergreifenden medizinischen Versorgung von Flüchtlingen untersucht. Zum anderen wird die Entwicklung einer flächendeckend einsetzbaren, einheitlichen Form der medizinischen Dokumentation bei Flüchtlingen (Anamnesebögen und Patienteninformationen) analysiert. Voraussichtlich im September werden erste Untersuchungsergebnisse vorliegen. Die „rollende Arztpraxis“ soll nun nach Sachsen verlegt werden, wo sie voraussichtlich zur Unterstützung der hausärztlichen Versorgung von Patienten in ländlichen Regionen eingesetzt wird. aktuell

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. Christian Breuer Geburtsdatum: Jahrgang 1979 Geburtsort: Borken (Westf.) Familie: verheiratet Fachrichtung: Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kindergastroenterologie Sitz der Praxis: Norderstedt Niederlassungsform: Gemeinschaftspraxis Neu niedergelassen seit dem 1. Januar 2017

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Weil die Arbeitsorganisation als Niedergelassener meiner Wunschvorstellung von Arbeit am nächsten kommt. Ich arbeitete gern und viel, möchte aber dann selbst entscheiden können, wie ich meinen Arbeitsalltag gestalte. Das ist in den heutigen Klinikstrukturen nur schwer möglich. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Morgens auch mal unausgeschlafen und genervt in den Tag starten zu können und am Ende des Tages festzustellen, dass man zufrieden nach Hause geht. Der Beruf als Kinderarzt hat einfach so viele schöne Facetten, dass ich mich schwer tue, mir einen anderen Beruf vorzustellen, der auf Dauer eine ähnliche Befriedigung vermittelt. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Es sportlich anzugehen und nicht nur auf den Finanzberater, sondern auch auf den Bauch zu hören. Wenn es sich gut anfühlt – Just do it! 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Mir ist keiner eingefallen, der mich wirklich interessiert. Ich glaube, als Ärzte haben wir jeden Tag so viel mit interessanten Menschen zu tun, dass uns die „Normalos“ schon reichen. Da braucht es nicht noch einen Promi. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Ein gutes Buch mit einem Glas Rotwein oder ein langer Lauf um die Alster. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry für die Seele und „A Short History of Nearly Everything“ von Bill Bryson für den Geist. 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Weil die Mischung stimmt. Der Charakter der Menschen ähnelt denen der Münsterländer, mit denen ich groß geworden bin. Zudem ist Hamburg nah dran, sodass man auch immer ein bisschen Weltstadt-Flair schnuppern kann. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … ... einfach Kind geblieben. Mein erster Berufswunsch als Kind war bei Lego die Baupläne zu zeichnen – hat leider nicht geklappt.

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T eam B eratung

Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

So verordnen Sie richtig Langfristiger Heilmittelbedarf – Methadonverordnung – Pregabalinmissbrauch bei Substitutionspatienten Weitere Lympherkrankungen anerkannt Lymphödeme im Stadium II werden jetzt als langfristiger Heilmittelbedarf anerkannt. Die Liste der Diagnosen, die einen langfristigen Heilmittelbedarf begründen, wurde ergänzt. Entsprechende Verordnungen unterliegen nicht der Wirtschaftlichkeitsprüfung. Bereits bei Lymphödemen ab Stadium II besteht eine schwere und dauerhafte funktionelle beziehungsweise strukturelle Schädigung. Auf den erforderlichen langfristigen Behandlungsbedarf und die entsprechende Ergänzung der Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf hatten insbesondere medizinische Fachgesellschaften hingewiesen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf (Anlage 2 der Heilmittel-Richtlinie) im Bereich der Lymphödeme am 16. März angepasst. Der Beschluss ist am 30. Mai in Kraft getreten. Dadurch unterliegen Verordnungen von manueller Lymphdrainage für Lymphödeme des Stadiums II und III nicht der Wirtschaftlichkeitsprüfung und die Ärzte werden entsprechend entlastet. In den Praxisverwaltungssystemen wird die Änderung ab dem 1. Juli 2017 berücksichtigt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung stellt die aktualisierte Diagnoseliste im PDF-Format bereit: www.kbv.de/media/ sp/Heilmittel_Diagnoseliste_Mai_2017.pdf

Methadonverordnung In der Presse wird seit kurzem das Präparat Methadon zur Behandlung von chronischen Schmerzen und auch zur Tumorbehandlung als Behandlungsoption dargestellt. Eine Verordnung zulasten der gesetzlichen Krankenkassen ist jedoch nur als off-label-use mit schriftlicher Genehmigung der jeweiligen Kasse möglich, da der Wirkstoff lediglich die Zulassung zur Substitutionstherapie hat. Pregabalinmissbrauch bei Substitutionspatienten Substituierende Ärzte haben festgestellt, dass der Missbrauch von Pregabalin durch Substitutionspatienten zunimmt. Pregabalin ist beim Screening auf Beikonsum nicht nachweisbar. Wir möchten Sie daher bitten, bei dem Wunsch nach Pregabalinverordnung auch an eventuelle Drogensubstitution zu denken. Hinweis zum Artikel Polio-Impfung in Nordlicht | 6 Die routinemäßige Auffrischung des Polioimpfschutzes alle zehn Jahre ist keine Leistung der Krankenkassen. Nach den geltenden Bestimmungen kann lediglich die Grundimmunisierung gegen Poliomyelitis zulasten der Krankenkassen erbracht werden. Als vollständig grundimmunisiert gilt, wer vier nachgewiesene Impfungen erhalten hat. Diese Regelung gilt für Personen ab 18. Jahren. Thomas Frohberg, KVSH

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard 7 | 2017

04551 883 362 Nordlicht

anna-sofie.reinhard@kvsh.de aktuell

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SERVICE

Sie fragen wir antworten

Service-team Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Fragen und Antworten Kann im Rahmen des neuen Verfahrens zur Untersuchung auf Blut im Stuhl (iFOBT) die GOP 01738 in der Praxis des Veranlassers abgerechnet werden?

Muss vor der Beantragung einer Kurzzeittherapie noch ein Konsiliarbericht vom Hausoder Facharzt durch den Psychotherapeuten eingeholt werden?

Nein, die GOP 01738 kann nur für die immunologische Bestimmung auf occultes Blut im Stuhl im Rahmen der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie angesetzt und nur vom auswertenden Arzt (in der Regel dem Facharzt für Laboratoriumsmedizin) abgerechnet werden. Zudem unterliegt die Leistung einer gesonderten Genehmigungspflicht.

Ja, bevor eine Psychotherapie nach der PsychotherapieRichtlinie beantragt wird, muss durch Ausstellung des Musters 7 (Überweisung vor einer Psychotherapie zur Abklärung somatischer Ursachen) ein Konsiliarbericht vom Haus- oder Facharzt des Patienten angefordert werden.

Wenn bei der präventiven Untersuchung auf occultes Blut im Stuhl im Rahmen der Krebsfrüherkennung ein positiver Befund vorliegt und zur weiterführenden Abklärung des auffälligen Befundes eine Koloskopie durchgeführt wird, ist diese dann kurativ oder präventiv abzurechnen?

Ist für die Abrechnung der palliativmedizinischen Versorgung im haus- und kinderärztlichen Bereich eine besondere Genehmigung/ Qualifikation erforderlich? Nein, für die GOP 03370 bis 03372 und 04370 bis 04372 ist keine besondere Genehmigung erforderlich. Zu beachten sind jedoch die jeweiligen EBM-Vorgaben und Abrechnungsvoraussetzungen.

Bei einem positiven Test auf occultes Blut im Stuhl (iFOBT) ist für Patienten im Alter ab 50 Jahren zur weiteren Abklärung die präventive Koloskopie gemäß GOP 01741 abrechenbar (Paragraf 37 Abs. 4 KFE-RL).

Wann muss die Quartalsabrechnung bei der KVSH eingegangen sein? Die Quartalsabrechnung muss bis zum 15. des auf das Abrechnungsquartal folgenden Monats vollständig eingereicht werden.

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Service-Team Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr Nordlicht

aktuell

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Service

Veranstaltungen KVSH

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

9. September 2017, 9.00 bis 16.40 Uhr

CT und MRT des Herzens – 1. Teil: Herz-MRT

Ort: Abgeordnetensaal der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Info: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. www.kvsh.de

Ort: Universität zu Lübeck, Audimax, Hörsaal AM4, Mönkhofer Weg 245, 23562 Lübeck Info: Eine Voranmeldung wird aus organisatorischenGründen bis zum 1. September 2017 erbeten. Tel. 0451 500 17001, Fax: 0451 500 17004 E-Mail sekretariat-radnuk@uksh.de www.uksh.de

2. August 2017, 14.00 bis 17.00 Uhr

23. September 2017, 9.00 bis 15.30 Uhr

26. Juli 2017, 14.00 bis 17.00 Uhr

Infomarkt der KVSH

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

CT der interstitiellen Lungengerüsterkrankungen Ort: ATLANTIC Hotel Kiel GmbH, Raiffeisenstraße 2, 24103 Kiel, (direkt am Hauptbahnhof) Info: Organisation/Veranstaltungsmanagement: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Binger Straße 173, 55216 Ingelheim am Rhein, Bettina Oswald, Tel. 0151 15021539, Karolin Botta, Agentur Brigitte Süss GmbH, Tel. 06103 833 57 24, Fax 06103 833 57 15 E-Mail karolin.botta@agentur-suess.de www.uksh.de

27. September 2017, 13.30 bis 15.00 Uhr

Schizophrenie – Diagnose und Behandlung Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9–15, 23562 Lübeck Info: Referent: Dr. Markus Weber, Chefarzt E-Mail luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

Schleswig-Holstein

25. November 2017, 9.30 bis 15.00 Uhr

8. Juli 2017, 10.00 bis 16.00 Uhr

Traineeprogramm für Ärzte in Weiterbildung Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Bitte senden Sie eine Anmeldung per Fax 04551 803 751 oder per E-Mail bis zum 30. Juni 2017. Die Teilnahme ist kostenfrei. 7 Fortbildungspunkte E-Mail: akademie@aeksh.de www.aeksh.de

Unternehmerschulung Arbeitsmedizin und Sicherheitstechnik in Kooperation mit der Ärztekammer SchleswigHolstein Ort: Tagungszentrum Martinshaus, Kanalufer 48, 24768 Rendsburg Info: Ärtzegenossenschaft Nord eG, 3 Fortbildungspunkte, Anmeldungen bis zum 29. September 2017 per Fax und Post. E-Mail kontakt@aegnord.de www.aegnord.de

8. September 9.00 bis 22.00 Uhr 9. September 9.00 bis 12.15 Uhr

17. Summerschool – Transplantationsnephrologie Ort: Hörsaal der Klinik für Dermatologie, Haus 19, Kiel Info: Barbara Ueberle, Tel. 0431 500 230 01, Fax 0431 500 230 04 E-Mail barbara.ueberle@uksh.de www.uksh.de

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Justitiar

Klaus-Henning Sterzik���������������������������������������������������������������������� 230 Alexandra Stebner (stellv. Justitiarin)��������������������������������������������� 230

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Maria Behrenbeck (stellv. Leiterin)������������������������������������������������� 251 Alexandra Stebner��������������������������������������������������������������������������� 230 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������� 458 Alice Lahmann���������������������������������������������������������������������������������� 360 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 40

Nordlicht

Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 332 Fortbildungspflicht nach § 95d SGB V Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Früherkennungsuntersuchung Kinder Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesund schwanger Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Hautkrebs-Screening Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 aktuell

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Service kontakt HIV/AIDS Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Daniela Leisner ������������������������������������������������������������������������������� 578 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Michelle Teegen������������������������������������������������������������������������������� 596 Frederik Schröder����������������������������������������������������������������������������� 427 Maximilian Mews����������������������������������������������������������������������������� 462 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 PET/PET-CT Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 7 | 2017

Nordlicht

Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsprüfung Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Sabrina Bardowicks�������������������������������������������������������������������������� 691 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Qualitätsmanagement Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Ute Tasche........................................................................................ 485. Daniela Leisner................................................................................. 578. Christine Sancion.............................................................................. 470 Röntgen (Anträge) Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Röntgen (Qualitätssicherung nach SGB) Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Theresa Gerdts���������������������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Tanja Steinberg�������������������������������������������������������������������������������� 315 Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888

aktuell

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Service kontakt

Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� Tonsillotomie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)��������������������������������������������������������������������� Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� Zytologie Michaela Schmidt����������������������������������������������������������������������������

231 445 930 304 351 439 255 276 266

Impressum Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

Nordlicht aktuell Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Jakob Wilder; Borka Totzauer (Layout) Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

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Nordlicht

aktuell

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� kreisstelle.kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Facharzt für Laboratoriumsmedizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail��������������������������������������������������������������� kreisstelle.luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Christine Stegmann, Fachärztin für Innere Medizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������������ 0461 4041 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 4043 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt und Facharzt für Chirurgie Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Björn Steffensen, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04884 1313 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04884 903300 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.nordfriesland@kvsh.de 7 | 2017

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail���������������������������������������������������������� kreisstelle.ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Facharzt für Orthopädie Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ kreisstelle.ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Eckard Jung, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04351 3300 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04351 712561 E-Mail������������������������������������� kreisstelle.rendsburg-eckernfoerde@kvsh.de

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Ilka Petersen-Vollmar, Fachärztin für Allgemeinmedizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������ 04551 968600 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 968602 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� kreisstelle.stormarn@kvsh.de

aktuell

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EINLADUNG

INFOMARKT DER KVSH 26. Juli 2017 von 14.00 bis 17.00 Uhr im Abgeordnetensaal der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Die Stände: - Abrechnung - Honorarverteilung - IT in der Praxis - Qualitätssicherung - Verordnungen - Struktur und Verträge - Praxisberatung - Ärztlicher Bereitschaftsdienst

ldung ist Eine Anme erlich. nicht erford

Nordlicht 07 2017 web  
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