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nr. 7 | 2015

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Juli 2015 | 18. Jahrgang

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Neuer Versorgungsbereich

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ASV – noch Luft nach oben


Inhalt seite

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rubrik/Thema

heft 7 | 2015

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

ASV-Starthilfe für Niedergelassene: Interview mit Dr. Ralph Ennenbach, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

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Ambulante spezialfachärztliche Versorgung: Übersicht der wichtigsten Regelungen

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Gründung einer ASV-Dienstleistungsgesellschaft

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Nachrichten Kompakt Gesundheitspolitik

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Bericht von der Abgeordnetenversammlung

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Bekanntmachung der KVSH: HVM-Änderungen zum 1. Juli 2015

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Halbzeitbilanz: Interview mit Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

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Ärztegenossenschaft mit neuem Sprecherduo

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Koalition entschärft Aufkaufregelung für Arztsitze

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Tag der Allgemeinmedizin in Kiel

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Praxis-Tour für Medizinstudierende nach Lübeck-Moisling und auf die Insel Fehmarn

Praxis & KV 26

Neuer Service für Patienten: KVSH startet Online-Arztsuche

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Einheitliches Formular für Arbeitsunfähigkeit und Krankengeld kommt ab 1. Januar 2016

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Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen

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Leserbriefe

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Neues aus KBV und KVen

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Psychotherapie: Versorgungsstärkungsgesetz

Die Menschen im Land 33

Serie: Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein: Licht und Schatten

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Rallye Richtung Orient: Föhrer Hausarzt war dabei

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Kommentar: Reformdebakel

Im April 2014 startete die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) . Im Titelthema stellen wir die wichtigsten Regeln des neuen Behandlungsangebots vor. Im Interview erläutert der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Ralph Ennenbach, wie die Perspektiven der ASV aussehen und wie die KVSH die Niedergelassenen bei einer Teilnahme unterstützen will. Denkbar ist die Gründung einer ASV-Dienstleistungsgesellschaft durch die KV Hamburg und die KVSH. Zwei Fachärzte beurteilen Chancen und Risiken dieser Idee.

04 Um dem medizinischen Nachwuchs die vielfältigen Möglichkeiten der Niederlassung näherzubringen, organisierte die KVSH im Rahmen der Nachwuchskampagne Mehr.Arzt.Leben! eine Busfahrt für Medizinstudierende der Universität zu Lübeck. Haltestationen der Praxis-Tour waren das „ Paracelsus Gesundheitszentrum“ in Lübeck-Moisling und das „ Ärztehaus Fehmarn“ in Burg.

24 34 Der Föhrer Hausarzt Helmut Marczinkowski nahm an der dreiwöchigen „ AllgäuOrient-Rallye“ teil. Die Route führte sein Team „ Friese BIX“ quer durch Mittel- und Osteuropa, Griechenland, die Türkei und Israel bis ins Zielland Jordanien.

Service

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Seminare

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Sicher durch den Verordnungsdschungel: Arzneimittelrezepte auf Muster 16

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Sie fragen – wir antworten

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Diagnostische Pfade in der Laboratoriumsmedizin

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Termine

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht nr. 7 | 2015 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, Wikipedia ist schon etwas Tolles. An einem verregneten Sonntag landete ich neulich auf der Suche nach dem Wortstamm des Begriffes Qualität auf einer Seite, die mir sagte, es käme vom lateinischen Adjektiv qualis = wie beschaffen. Der Begriff sei erst im 16. Jahrhundert im europäischen Wortschatz aufgetaucht und tatsächlich zuerst in der Heilkunde im Rahmen der sogenannten Temperamentenlehre benutzt worden. Erst noch einmal hundert Jahre später geriet er in die Kaufmannssprache und ist seitdem sowohl mit Beschaffenheit als auch mit Güte verbunden. Man kann noch viel weiter graben und Abiturwissen auffrischen. Die vier Kategorien des Immanuel Kant „Quantität, Qualität, Relation und Modalität“ waren längst den Hirnschubladen entschwunden. Kant war der Meinung, die Kategorien seien ausschließlich Werkzeuge des Urteilens und des Denkens, als solche dienten sie nur der Anwendung und hätten keine Existenz, sie seien nicht Ausdruck des täglichen Seins der Dinge an sich. An dieser Stelle fragt man sich, warum die Welt nicht theoretisch und philosophisch geblieben ist, sondern wie und warum der heute übliche Gebrauch des Wortes Qualität so verbreitet und geradezu inflationär geworden ist. Auch da weiß Wikipedia Bescheid und berichtet von William Edwards Deming, der nach der Kriegsniederlage Japans dorthin ging und mit der Theorie „Plan-Do-Check-Act“ die Wirtschaft so auf die Füße brachte, dass Amerika das Prinzip in den 80er Jahren übernahm und in die Welt schickte. Es dauerte bis in die 90er Jahre, dass Qualität in der Medizin ein Thema wurde. Nach und nach kamen die Begriffe „Qualitätsmanagement“ und „Qualitätssicherung“ wie eine neue Wissenschaft in den Alltag der Ärzte. Leitlinien wurden entwickelt und das Sozialgesetzbuch erhielt neue Paragrafen. Was man als Arzt mit der eigenen beruflichen Identität verband, nämlich das Handeln nach bestem Wissen und Gewissen zum Wohle des Patienten, wurde jetzt organisiert, geregelt, eingeschätzt, überwacht und geprüft. Warum erzähle ich Ihnen diese Geschichte? Qualität in der Medizin ist jetzt auf dem besten Wege, für fremde planerische und ökonomische Zwecke benutzt und ausgenutzt zu werden. Politik und Krankenkassen steuern dies so subtil, dass wir die uns lenkende Absicht außer durch bürokratische Auflagen kaum bemerken. Ärztliche Entscheidungen, die nichts mit unmittelbar technisch Messbarem zu tun haben, werden nach und nach mit Indikatoren und Benchmarks versehen, um sie messbar, regelbar und prüfbar zu machen. Qualitätssicherungsrichtlinien sind erschienen, bei denen Sie nicht nur Gerätetechnik und Maßnahmendurchführung sondern auch Indikationsstellung und Differenzialdiagnostik durch nachprüfbare externe Dokumentation nachweisen müssen. Mindestmengenregelung sowie Zu- und Abschlagsdiskussionen bei Einhalten oder Nichteinhalten von Vorgaben werden jetzt gerade per Gesetz für die Kliniken beschlossen, weit weg sind sie von den Vertragsärzten auch nicht mehr. Kant – das Sein der „Dinge an sich“ ist doch existent. Schleswig-Holsteins Ärzte wollen die Definition zu qualitativ richtigem ärztlichen Handeln behalten. Sie schaffen sich eine eigene Einrichtung, die ihre Skepsis gegenüber der um sich greifenden Fremdbestimmung aufnimmt und nach außen dokumentiert: das „Institut für Ärztliche Qualität in Schleswig-Holstein“. In diesem Heft ein erster Hinweis im Interview „Halbzeit“. Wir werden in der nächsten Zeit noch oft das Thema aufnehmen. Ihnen eine schöne Sommerzeit

Dr. Monika Schliffke 7 | 2015

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Titelthema N euer V ersorgungsbereich

ASV-Starthilfe für Niedergelassene

Interview

Mit dem Start der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) gibt es seit April 2014 ein neues Behandlungsangebot für Patienten, die an einer seltenen oder schweren Erkrankung leiden. Das Besondere an der ASV: Die Behandlung erfolgt durch interdisziplinäre Ärzteteams in Praxen und Kliniken. Erstmals übernehmen niedergelassene Fachärzte und Krankenhausärzte gemeinsam die ambulante hochspezialisierte Versorgung und das zu gleichen Rahmenbedingungen. Im NordlichtInterview beantwortet Dr. Ralph Ennenbach, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH, die Frage, ob Niedergelassene in einem fairen Wettbewerb mit den Kliniken stehen und warum KVSH und KV Hamburg eine ASV-Dienstleistungsgesellschaft gründen wollen. Nordlicht: Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung gibt es seit mehr als einem Jahr. Bei der Umsetzung der ASV hakt es aber noch gewaltig. Kann die ASV noch zu einem Erfolgsmodell einer sinnvollen Symbiose von ambulanten und stationären Versorgungsangeboten werden? Dr. Ralph Ennenbach: Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten und zwar deshalb, weil Erfolg oder Misserfolg der ASV von sehr vielen Faktoren abhängen, deren Auswirkungen sich auch nur schwer vorhersagen lassen. Es ist heute zum Beispiel nicht einmal klar, mit welcher Geschwindigkeit der Gemeinsame Bundesausschuss weitere Krankheitsbilder in die ASV aufnehmen wird. Rechnet man die derzeitige Geschwindigkeit hoch, handelt es sich jedenfalls eher um ein Schneckentempo. Und da die Politik eher Erwartungen an eine andere Dynamik hat und alle zwei bis drei Jahre alles Mögliche reformiert, bin ich nicht sicher, wie die ASV im Jahre 2020 aussehen wird. Für mich hat die ASV dann die Chance ein Erfolgsmodell zu werden, wenn alle Player begreifen, dass es erstens nur im Zusammenwachsen ambulanter und stationärer ärztlicher Strukturen geht und dies zweitens eben komplex ist und daher auch Zeit braucht. Nordlicht: Wird denn der niedergelassene, spezialisierte Facharzt in Zukunft von der ASV profitieren können? Ennenbach: Das hängt davon ab, was man unter spezialisiert versteht. Ich glaube, dass die ASV im Regelfall nur ein Standbein neben anderen sein wird. Ich glaube auch, dass die Fachärzte sich eher in Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) denn in Einzelpraxen aufstellen, und dass innerhalb der BAG dann

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verschiedene Versorgungsangebote gemacht und diverse Vertragsebenen bespielt werden. Da wird es ein abgesprochenes Nebeneinander von Kollektiv- und Sonderverträgen, Kooperationen mit dem stationären Bereich und eben auch der ASV geben. In diesem Sinne wird der Spezialist immer Teil einer Einheit mehrerer Ärzte sein. Diese Einschätzung habe ich übrigens ganz unabhängig davon, wie die ASV sich als eine Spielwiese weiterentwickelt. Nordlicht: In der ASV wird es laut Bundesgesundheitsministerium für Niedergelassene und Krankenhäuser die gleichen Wettbewerbsbedingungen geben. Ist das Wunsch oder Wirklichkeit?

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Titelthema

Ennenbach: Zumindest ist mit der Reform des Paragrafen 116b SGB V und der Einführung der jetzigen ASV ein Schritt in Richtung Gleichberechtigung getan. In den nächsten Jahren wird es weitere sogenannte Konkretisierungen der Indikationen in der ASV geben. Und dann wird man immer wieder neu beurteilen müssen, inwieweit in praxis bestehende ambulante Strukturen eine faire Mitwirkungschance haben. Der Gesetzgeber hat von sich aus jedenfalls den Raum dafür geschaffen. Jetzt geht es für die Kassenärztliche Bundesvereinigung als Vertreterin der niedergelassenen Ärzte darum, im Gemeinsamen Bundesausschuss für ausgewogene Beschlüsse zu sorgen. Die Frage hat aber noch eine zweite Komponente. Nämlich die, ob niedergelassene Ärzte sich genauso schnell kollektiv operationalisieren können wie ein Krankenhaus. Im Fall des Krankenhauses sagt der Chef: Wir machen bei der ASV-XY mit und dann gilt das. Bei den Niedergelassenen müssen mehrere bereit sein, sich in ein ambulantes Team zu integrieren, welches es vorher so nicht gegeben hat. Dazu gehören diverse Komponenten wie zum Beispiel Vertrauen in die anderen Teilnehmer und organisatorischer Wille. Das fällt nicht so vom Himmel und muss erarbeitet werden. Hier haben die Niedergelassenen einen Startnachteil. Nordlicht: Wie groß ist die Gefahr, dass einzelne Krankenhäuser das Geschäft allein machen wollen und kein Interesse an einer breiten Kooperation mit Vertragsärzten haben? Ennenbach: Nahe Null. Sieht man einmal von Hochschulen und deren Ambulanzen ab, so kenne ich kein regionales Krankenhaus, das einen „Traum“ ausleben könnte, die Niedergelassenen aus deren Refugium zu vertreiben. Allein schon die mangelnden ärztlichen Ressourcen verhindern regelhaft eine reale Komplettübernahme der ASV. Unsere Krankenhäuser haben den alten Paragrafen 116b zwar geliebt, weil es ein Tummelplatz ohne Verpflichtungen oder Prüfungen war. Genau deswegen wünschen diese ja auch vielfach einen Dauerbestandsschutz für die nach Alt-Recht ausgesprochenen Genehmigungen zur Durchführung ambulanter Behandlungen am Krankenhaus. Nordlicht: Um die Wettbewerbsbedingungen für den ambulanten Bereich in der ASV zu verbessern, plant die KVSH zusammen mit der KV Hamburg eine Dienstleistungsgesellschaft für Fachärzte zu gründen, die bei der ASV mitmachen wollen. Welche Vorteile hat das für die Niedergelassenen? Ennenbach: Um die Großmetropole Hamburg herum werden Teams entstehen, die Ärzte beider Bundesländer betreffen und auch beinhalten. Von daher ergibt es Sinn, sich der Aufgabe gemeinsam zu stellen. Ziel ist die kompetente Beratung von Ärzten, die im Bereich ASV mitmachen wollen, was alle rechtlichen Fragen, vor allem aber das Aufstellen von Teams und Organisationsfragen betrifft. Die Abrechnung war ohnehin eher ein Nebengleis dieser Idee und wird infolge der neuen Gesetzgebung außerhalb der Dienstleistungsgesellschaft erfolgen. Ich kann mir aber vorstellen, dass die Beratung auch die Frage der internen Honorarverteilung im Team betrifft, sofern das von den Teams gewünscht würde.

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Ganz wesentlich ist mir dabei, dass wir die Gesellschaft im guten Einvernehmen mit den Berufsverbänden gestalten wollen. Schließlich geht es im gemeinsamen Interesse darum, die Teilnahmemöglichkeit der Niedergelassenen an der ASV auszugestalten. Nordlicht: Warum muss es dafür eine Dienstleistungsgesellschaft geben, könnte die KVSH dies nicht direkt machen? Ennenbach: Weil die KV hier in privatrechtliche Dinge hineinberaten würde. Stellen Sie sich vor, die KV würde helfen, einzelne Ärzte in ein Team zusammen zu führen, dies aber womöglich in einem Auswahlverfahren zu anderen Ärzten gestalten bzw. mitgestalten. Sie ahnen, dass dies zu einer Kollektivorganisation nicht passen kann. Bei einer Dienstleistungstochter werden die Ärzte beraten, die sich an diese wenden; eine direkte Verpflichtung gegenüber all unseren Mitgliedern gibt es nicht. Nordlicht: Obwohl es die ASV seit mehr als einem Jahr gibt, ist sie bislang noch kein „Herzensthema“ der Niedergelassenen. Kann die geplante Dienstleistungsgesellschaft dabei helfen, dass künftig mehr Fachärzte die ASV ins Herz schließen? Ennenbach: Ja und es ist auch strategisch die einzige Option. Natürlich mag der ein oder andere träumen, dass die ASV und mit ihr der ganze dahinter liegende Gedanke verschwindet. Ich bin zwar persönlich sehr wohl der Auffassung, dass wir zu viele Krankenhäuser haben, und dass der ambulante Sektor zulasten des stationären Bereichs wachsen sollte. Eben weil ambulant noch mehr ginge, wenn man es denn wollte und die Finanzen entsprechend verlagert gehören. Nur leider verläuft es eben umgekehrt, das ist politische Realität. Ergo muss es darum gehen, so viel wie möglich an niedergelassener Beteiligung zu erreichen. Damit kann man die Morbiditätsdynamik, die den ASV-Bereichen innewohnen wird, auch direkt und eben unbudgetiert in ambulante Finanzierung ummünzen. Man muss es auch so sehen: Wenn sich Niedergelassene nicht beteiligen, wirkt das politisch wie eine Offenbarung des Verharrens. Das würde den Vorteil einer unternehmerischen Freiberuflichkeit als Säule, auf die man als Politiker bauen kann, entwerten. Dann noch eine falsche Regierungsfarbe und wir müssten um den fachärztlichen Sektor fürchten. Nordlicht: Kritiker sehen durch die ASV die Grundversorgung durch Haus- und Fachärzte bedroht. Sie befürchten, dass dadurch Patienten ins Krankenhaus abwandern und die niedergelassenen Ärzte weniger Einnahmen haben. Sind diese Sorgen berechtigt? Ennenbach: Hausärzte sind von einer Honorarbereinigung gar nicht betroffen, weil der Bereinigungsbeschluss des Bewertungsausschusses explizit den hausärztlichen Vergütungsbereich nach der Trennung ausschließt. Das scheint bei einigen turbulenten Diskussionen in der jüngsten Vergangenheit übrigens nicht bekannt gewesen zu sein.

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Titelthema N euer V ersorgungsbereich

lastung der Grundversorger. Es liegen derzeit keine Anzeichen dafür vor, dass ein relevanter Teil der Ziffernkränze auf solche Leistungen entfallen würde. Der Effekt ist also nicht gleich Null, aber extrem weit weg von den Befürchtungen, die derzeit geäußert werden. Aber man darf festhalten, die Qualität der Arbeit der KBV im Bereich der ASV wird auch daran zu messen sein, dass der Anteil der „Grundleistungen“ eine absolute Randgröße bleibt. Nordlicht: KBV-Chef Dr. Andreas Gassen und Georg Baum von der Deutschen Krankenhausgesellschaft haben an Bundesminister Gröhe einen Brief geschickt. Darin schlugen sie vor, die schweren Verlaufsformen als Zugangsvoraussetzung für die ASV zu streichen? Für dieses Vorgehen gab es heftige Kritik einiger KVen bis hin zu Rücktrittsforderungen. Wie beurteilen Sie das Vorgehen der KBV?

Bei den Fachärzten ist die Bereinigung ein komplexer Vorgang, der zum weit überwiegenden Teil die Fachärzte betreffen wird, die im Segment der ASV tätig werden. Ein geringer Resteffekt wird aber verbleiben, egal wie verursachergerecht man es umsetzt. Das muss ich sicher ausführlicher erklären. Bereinigt wird die Gesamtvergütung ja deswegen, weil in der ASV die Leistung nicht mehr zulasten des Kollektivvertrags abgerechnet, sondern vielmehr direkt vergütet wird. Je genauer man den Kreis der potenziellen Erbringer von ASV-Leistungen eingrenzen kann, desto spezifischer ist eine Honorarbereinigung möglich und umso weniger werden Dritte belastet. Kann man den Kreis auf einen einzelnen Arzt eingrenzen, stellt sich das Problem also nicht. Handelt es sich bei dem Kreis um die Gruppe, verteilt sich die Honorarverlagerung auf diese. Nur dann, wenn die Leistung keiner Untergruppe der Fachärzte zuordnungsfähig ist, erfolgt eine Umlage auf alle und damit eigentlich eine Beteiligung aller Fachärzte. Hier ist eine Fragestellung derzeit noch unklar. So sollen die fachärztlichen Grundleistungen von der Bereinigung ausdrücklich nicht betroffen sein, es fehlt aber die verbindliche Definition des Begriffes was fachärztliche Grundleistungen sind. Man könnte dies so deuten, dass die Bereinigung der fachärztlichen Grundpauschale unterbleiben soll, der Begriff aus dem Gesetz ließe sich aber auch umfassender interpretieren. Hier steht eine endgültige Debatte für mich noch an.

Ennenbach: Vorschnell und übereilt, weil mit den Länder-KVen nicht abgestimmt und in Bezug auf mögliche Folgen nicht abgewogen genug. Ich verstehe den Impuls der KBV, weil er entstand, um einen dauerhaften Bestandsschutz des Paragrafen 116 alter Fassung – der einen Nachteil für die Niedergelassenen in Schleswig-Holstein dargestellt hätte – beim Gesetzgeber zu verhindern. Ich verstehe auch, dass die Abgrenzung nach schweren Verlaufsformen fachlich offenbar häufig nicht trägt. Und ich weiß, dass die KBV 2011 derzeitige Vorstellungen offiziell vertreten hat, um bei der Geburt von Paragraf 116b alt Erleichterungen zu erhalten. Trotzdem hätte man die Folgen auf die kurzfristige Wettbewerbsgleichheit betrachten müssen. Eine Korrektur infolge der Beratungen in der KBV führte dann ja auch zu einem eingrenzenden neuerlichen Brief, der die Entwicklung relativieren konnte. Im geplanten Versorgungsstärkungsgesetz sind bei onkologischen und rheumatologischen Erkrankungen die schweren Verlaufsformen nun als Zugangsvoraussetzungen gestrichen worden. Das ist wohl ein noch tragbares Ergebnis, weil die Niedergelassenen im Onkologiebereich durch eine Sonderklausel im Gesetz einerseits eine präferierte Teilnahmemöglichkeit besitzen und andererseits durch die Onkologievereinbarung vorgeprägte Strukturen haben. Im Rheumabereich ist die Eingrenzung „leicht/schwer“ offenbar wenig sinnvoll. Nordlicht: Muss man am Ende über die ASV sagen: Gut gedacht, zu kompliziert gemacht? Ennenbach: Falls jemand einen Sportwagen wollte, so muss er sich wohl eher mit einem Raupenschlepper behelfen. Das Interview führte Marco Dethlefsen, KVSH

Unabhängig davon darf man aber schon fragen, wie relevant und häufig diese Konstellation auftritt. Hier kommt nämlich auch der sogenannte Ziffernkranz ins Spiel, der für jede ASVIndikation verschieden aussieht, die zu bereinigenden Leistungen vorsieht und vom Bewertungsausschuss festgelegt wird. Beinhaltet dieser nur spezielle Leistungen, erfolgt keine Be-

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Titelthema

ASV – Das Wichtigste im Überblick

Anfang 2012 wurde per Gesetz die bisherige Regelung der ambulanten Behandlung im Krankenhaus in Paragraf 116b SGB V durch die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) ersetzt. Interdisziplinär und sektorenverbindend sind Kennzeichen des neuen Versorgungsbereichs, denn in der ASV sollen Ärzte sowohl aus dem niedergelassenen als auch aus dem stationären Bereich die Behandlung von Menschen übernehmen, die z. B. an einer seltenen Krankheit leiden. Doch wie funktioniert der neue Versorgungsbereich genau, wie sind die Strukturen, wer arbeitet mit wem zusammen? Das Nordlicht stellt die wichtigsten Regeln vor.

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung ist ein Angebot für Menschen, deren Behandlung besonders hohe Anforderungen an die Ärzte stellt. Um welche Indikationen es sich handelt, hat der Gesetzgeber bereits im Paragrafen 116b SGB V festgelegt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) kann diesen Katalog ergänzen. Die Teilnahme an der ASV ist für die Patienten freiwillig.

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Um diese Erkrankungen geht es Zu den Erkrankungen, die über die ASV behandelt werden sollen, gehören: ƒƒ schwere Verlaufsformen von Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen ƒƒ seltene Erkrankungen und Erkrankungszustände mit geringen Fallzahlen aktuell

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Titelthema N euer V ersorgungsbereich ƒƒ h  ochspezialisierte Leistungen, zum Beispiel CT`-/MRTgestützte interventionelle schmerztherapeutische Leistungen Der G-BA hat für die ASV eine Richtlinie formuliert und darin alle wichtigen Grundlagen des neuen Versorgungsbereichs zusammengefasst. In Anlagen konkretisiert er nach und nach für die einzelnen Krankheitsbilder, wie der Behandlungsumfang aussieht und welche Anforderungen es unter anderem an Teilnehmer bzw. Ausstattung gibt. Die ersten ASV-Konkretisierungen: Zu schweren Verlaufsformen von Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen: ƒƒ Gastrointestinale Tumoren/Tumoren der Bauchhöhle (seit dem 26. Juli 2014 in Kraft) ƒƒ Gynäkologische Tumoren (Beschluss vom 22. Januar 2015, noch nicht in Kraft) ƒƒ Rheumatologische Erkrankungen (in Planung) ƒƒ Herzinsuffizienz (in Planung)

lare notwendig, die die KVSH zur Verfügung stellt. Der Ausschuss prüft, ob die Teams und deren Mitglieder die Voraussetzungen erfüllen. Er hat dafür zwei Monate Zeit. Die Frist beginnt mit Einreichen der vollständigen Unterlagen, frühestens allerdings mit Veröffentlichung des jeweiligen Beschlusses im Bundesanzeiger. Die ASV-Berechtigung gilt immer nur für einen Bereich, z. B. gastrointestinale Tumoren, nicht für alle ASV-Krankheitsbilder. Die Kooperation in der ASV ist auf verschiedenen Ebenen möglich: innerhalb eines Sektors (z. B. Vertragsarzt – Vertragsarzt, Vertragsarzt – MVZ, Krankenhaus – Krankenhaus) oder sektorenübergreifend (z. B. Vertragsarzt – Krankenhaus, Krankenhaus – MVZ). Bei der Behandlung von Krebspatienten schreibt die ASV-Richtlinie allerdings den Abschluss einer sektorenübergreifenden Kooperationsvereinbarung vor. Das bedeutet, dass in das Team mindestens ein Arzt aus dem anderen Sektor einbezogen werden muss. So könnte zu dem Kernteam aus niedergelassenen Ärzten ein Chirurg aus dem Krankenhaus gehören.

Zu seltenen Erkrankungen: ƒƒ Tuberkulose und atypische Mykobakteriose (seit dem 24. April 2014 in Kraft) ƒƒ Marfan-Syndrom ƒƒ Pulmonale Hyptertonie (in Planung) ƒƒ Mukoviszidose (in Planung) ƒƒ Primär sklerosierende Cholangitis (in Planung)

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Das interdisziplinäre Team besteht aus drei Ebenen:

Wer darf mitmachen? Die Behandlung der ASV-Patienten übernehmen interdisziplinäre Teams von Spezialisten verschiedener Fachrichtungen, wobei je nach Krankheitsbild unterschiedliche Vorgaben gelten. Die Teams können bei Bedarf weitere Ärzte und Psychotherapeuten hinzuziehen, um die Patienten so individuell wie möglich zu versorgen. Je nach Indikation sieht die ASV auch die Zusammenarbeit mit sozialen oder palliativmedizinischen Diensten vor. Zur ASV berechtigt sind niedergelassene Fachärzte, Medizinische Versorgungszentren, gegebenenfalls ermächtigte Ärzte und Krankenhäuser, die ƒƒ die Anforderungen und Voraussetzungen der ASV-Richtlinie erfüllen und ƒƒ dies gegenüber dem Erweitertem Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen unter Beifügung entsprechender Belege angezeigt haben. Ärzte und Krankenhäuser, die für einen bestimmten Bereich an der ASV teilnehmen wollen, zeigen dies dem Erweiterten Landesausschuss gemeinsam als Team an. Dazu sind bestimmte Formu8

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Ebene 1 – Teamleitung: Der Teamleiter koordiniert die ambulante spezialfachärztliche Versorgung fachlich und organisatorisch. Bei ihm laufen alle Fäden zusammen; er ist für die Patienten der erste Ansprechpartner. Die Aufgabe des Teamleiters übernimmt in der Regel der Facharzt, der die Patienten aufgrund seiner Fachkunde schwerpunktmäßig betreut. Wer die Aufgabe des Teamleiters übernehmen kann, ist klar definiert. Bei der Tuberkulose kann es beispielsweise der Pneumologe sein. Ebene 2 – Kernteam: Die Mitglieder des Kernteams sind Fachärzte, die aufgrund ihrer Kenntnisse und Erfahrungen bei der Behandlung der jeweiligen Krankheit mitwirken. Sie arbeiten eng mit dem Teamleiter zusammen. Um den Patienten möglichst lange Wege zu ersparen, müssen die Mitglieder des Kernteams in angemessener Nähe zum Teamleiter praktizieren und an dem Standort des Teamleiters einmal in der Woche eine Sprechstunde anbieten. Weitere Sprechstunden am eigenen Standort des Kernteam-Mitglieds sind möglich. Ebene 3 – Hinzuzuziehende Fachärzte: Hinzuzuziehende Fachärzte und Psychotherapeuten sind solche, deren Kenntnisse und Erfahrungen typischerweise bei einem Teil der Patienten ergänzend benötigt werden. Ihr Tätigkeitsort muss ebenfalls in angemessener Nähe von der Praxis des Teamleiters liegen.

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Die Ärzte sind in der Regel nicht nur in der ASV tätig: Ein Pneumologe zum Beispiel, der in einem ASV-Team Patienten mit Tuberkulose behandelt, betreut in seiner Praxis weiterhin diese Patienten mit anderen Erkrankungen.

Ort der Behandlung und Behandlungsumfang Die Behandlung erfolgt in den Praxen der jeweiligen ASV-Ärzte beziehungsweise in den Räumen der teilnehmenden Krankenhäuser. Die Teammitglieder müssen nicht unter einem Dach tätig sein. Sie können an unterschiedlichen Orten praktizieren, solange mindestens an einem Tag in der Woche von jedem Arzt eine Sprechstunde am Praxisort der Teamleitung abgehalten wird. Zum Behandlungsumfang gehören EBM-Leistungen sowie ausgewählte neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden. Welche Leistungen das sind, wird für jede Erkrankung in der jeweiligen Anlage zur ASV-Richtlinie festgelegt: In einem „Appendix“ sind alle Gebührenordnungspositionen, die für die jeweilige Erkrankung abgerechnet werden können, für jedes beteiligte Fachgebiet einzeln aufgeführt. Dort stehen auch die Leistungen, die noch nicht Bestandteil des EBM sind und trotzdem in der ASV abgerechnet werden dürfen.

Hohe Qualitätsanforderungen Der Name „ambulante spezialfachärztliche Versorgung“ verdeutlicht, dass die Teilnahme besondere fachärztliche Qualifikationen voraussetzt. Die Teammitglieder müssen über ausreichend Erfahrung in der Behandlung der Erkrankungen verfügen und sich auf dem Gebiet regelmäßig fortbilden. Der G-BA legt für jede Erkrankung fest, welche Anforderungen das ASV-Team erfüllen muss. Diese können von Geräten zur bildgebenden Diagnostik über eine 24-Stunden-Notfallversorgung bis zum Vorhalten einer Intensivstation reichen. Doch nicht alles kann und muss das Team selbst vorhalten. Es reicht, wenn die Ärzte eine schriftliche Kooperationsvereinbarung mit Einrichtungen (z. B. Krankenhäusern) schließen, die das Geforderte bereitstellen. All dies muss gegenüber dem Erweiterten Landesausschuss dokumentiert werden.

Wie werden ASV-Leistungen vergütet? Jeder Arzt rechnet seine ASV-Leistungen selbst ab. Es gibt bislang also keine Sammelabrechnung für das ASV-Team. Niedergelassene Fachärzte können über die KV, die Krankenkassen oder eine andere Stelle wie private Verrechnungsstellen abrechnen. Die Vergütung ist für Praxis- und Klinikärzte einheitlich. Alle 7 | 2015

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Leistungen werden zu festen Preisen bezahlt, extrabudgetär und ohne Mengenbegrenzung. Der GKV-Spitzenverband, die KBV und die Deutsche Krankenhausgesellschaft haben die Aufgabe, eine eigene Vergütungssystematik für die ASV zu entwickeln. Bis dahin gelten die Preise des EBM. Leistungen, die nicht im EBM enthalten sind und laut ASV-Richtlinie abgerechnet werden dürfen, werden vorübergehend nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) honoriert.

Verordnungen und Formulare Die Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln unterliegt dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit. Anders als in der vertragsärztlichen Versorgung gibt es in der ASV jedoch keine Richtgrößen, die einzuhalten sind. Die Verordnungen fallen nicht unter die Wirtschaftlichkeitsprüfungen des Kollektivvertrages. Ärzte nutzen in der ASV grundsätzlich die Formulare, die sie auch in der vertragsärztlichen Versorgung verwenden.

Ausblick Die bestehenden Regelungen zur ASV werden regelmäßig überarbeitet. So sieht das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz unter anderem vor, dass im Bereich der Onkologie und der Rheumatologie das Kriterium der „schweren“ Verlaufsform gestrichen werden soll.

Mehr Informationen zur ASV Für Ärzte, die Interesse an einer Teilnahme an der ASV haben, hat die KVSH im Internet einen Servicebereich eingerichtet. Unter www.kvsh.de  Praxis  ASV sind weitergehende Informationen hinterlegt und es ist ein Downloadbereich für Formulare eingerichtet. Ansprechpartner bei Fragen für das Anzeigeverfahren zur ASV sind: Abteilung Zulassung/Praxisberatung ƒƒ Tyneke Evert Tel. 04551 883 462 tyneke.evert@kvsh.de ƒƒ Daniel Jacoby Tel. 04551 883 259 daniel.jacoby@kvsh.de Marco Dethlefsen, KVSH Mit Material der KBV

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Titelthema N euer V ersorgungsbereich

Initialzündung durch Dienstleistungsgesellschaft Um an der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) teilnehmen zu können, müssen sich Ärzte unter anderem in Teams organisieren und interdisziplinär zusammenarbeiten. Um niedergelassene Fachärzte dabei zu unterstützen, will die KVSH zusammen mit der KV Hamburg eine ASV-Dienstleistungsgesellschaft gründen. fen ist. Und die Planung für eine solche Budgetbereinigung ist bereits in vollem Gange! Hier versprechen wir uns eine gewisse Initialzündung und auch anhaltende Unterstützung durch eine ASV-Dienstleistungsgesellschaft. Während wir schon genug mit der fachlichen und konzeptionellen Umsetzung der ASV-Richtlinien zu tun haben, fehlt uns die Zeit und zumeist auch die erforderliche Erfahrung für notwendige Verhandlungsgespräche mit einzelnen Krankenkassen, nicht zuletzt in Fragen der ASV-AbrechDr. Michael Schroeder, Gastroenterologe, Kiel Dr. Human Bolouri, Hämatologe, Kiel nung. Die Modalitäten der Vergütung Klar ist, dass die Einführung der ASV von den betroffenen Berufs- und Abrechnung sind heute noch weitgehend ungeregelt. Im verbänden eindeutig begrüßt wird: Als Ersatz des bisherigen aktuell gültigen EBM ist zwar bereits ein Kapitel 50 „GebühParagrafen 116b SGB V sollen – lang erwartet und gefordert renordnungspositionen der ambulanten spezialfachärztlichen – die Bedingungen zur ambulanten Versorgung von Patienten Versorgung“ eingefügt worden. Dort finden sich bisher jedoch mit schwerwiegenden Krankheitsverläufen, z. B. bei Tumorer- nur 3 Abrechnungspositionen. krankten im vertragsärztlichen Sektor und im Bereich der Krankenhausambulanzen angeglichen werden. Hierbei sind sowohl Während das Verfahren, wie sich ASV-Teams bilden und beim Qualifikation der Leistungserbringer, Qualität der Behandlung Erweiterten Landesausschuss den notwendigen Antrag stellen, als auch gleiche Vergütung von entscheidender Bedeutung. noch relativ klar beschrieben ist, fehlen aber beispielsweise so elementare Hinweise, wie in einem ASV-Team haftungsrechtUnd sicher hat die ASV mit Blick auf so umfassende Indikati- liche Aspekte geregelt werden müssen. onsbereiche, wie gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle bzw. gynäkologische Tumoren, das Zeug dazu, Dr. Ralph Ennenbach hat die Idee einer ASV-Dienstleistungssich in Zukunft quasi als eine große und eigenständige Säule in gesellschaft in Schleswig-Holstein relativ früh in die Debatte der ambulanten Versorgung zu etablieren, zumal alle anderen eingebracht. Auch der Spitzenverbandes Fachärzte (SpiFa) vergroßen Organbereiche noch folgen werden. folgt zusammen mit der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) in Berlin dieses Konzept. Wir unterstützen grundIm Moment fehlt aber so etwas wie ein Katalysator, um die sätzlich die Idee einer solchen Dienstleistungsgesellschaft und ASV auf den Weg zu bringen. Dass dies aber langsam Zeit wird, favorisieren diese in der Anfangsphase allerdings in Schleswigmuss spätestens dann jedem Betroffenen klar werden, wenn Holstein, da es sich in der Vergangenheit immer bewährt hat, er von einer Budgetbereinigung zukünftiger ASV-Fälle betrof- Informationen zwar möglichst direkt von der bundespolitischen

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Titelthema

Bühne zu bekommen, regional aber gut aufgestellt zu sein, zumal hier auch die Verhandlungen zu führen sind. Ob später eine solche Gesellschaft perspektivisch Zug um Zug an die Berufsverbände übergehen könnte, wie Dr. Ennenbach schon überlegte, und die KV ihr investiertes Kapital zurückerhält, bliebe abzuwarten. Hauptsächlich kann momentan natürlich niemand sicher einschätzen, ob und wie sich die ASV zukünftig entwickeln wird. Damit verbunden sind vor allem wirtschaftliche Risiken, in

„Für uns hat eine ASV-Dienstleistungsgesellschaft also klar eine Chance. Risiken sehen wir mehr grundsätzlicher Art.“

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erster Linie für die betroffenen Fachgruppen und zwar egal, ob der einzelne für die ASV prädestinierte Arzt nun ausdrücklich hieran teilnimmt oder nicht. Dementsprechend besteht für eine ASV-Dienstleistungsgesellschaft natürlich ebenfalls ein finanzielles Risiko. Aktuell kommen wir zu dem vorläufigen Schluss, dass die Fachgruppen niedergelassener Spezialisten, die an der ASV teilnehmen können, gar nicht umhin kommen, dies nicht zu tun. Allein die vermutlich auf jeden von der ASV einzelnen betroffenen Arzt zukommende Budgetbereinigung wird ihm sonst Honorar nehmen, das er nur in der ASV wieder kompensieren könnte. Dr. Michael Schroeder, Gastroenterologe, Kiel und Dr. Human Bolouri, Hämatologe, Kiel

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NACHRICHTEN  KOMPAKT P atientenmagazin

F acharzttermine

„A!“ für das Wartezimmer

IKK-Umfrage sieht keine langen Wartezeiten

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) stellt Praxen ein neues Patientenmagazin für das Wartezimmer zur Verfügung. „A! – Das Patientenmagazin“ bietet auf über 60 Seiten Unterhaltung für wartende Patienten. Ärzte und Psychotherapeuten erhalten einige Exemplare kostenfrei zugeschickt. Die Zeitschrift orientiert sich an gängigen Unterhaltungsmagazinen und soll gleichzeitig die Leser für die Arbeits- und Lebenswelt von Ärzten und Psychotherapeuten sensibilisieren. Jede Ausgabe widmet sich einem Schwerpunktthema. Neben Berichten, Interviews und Reportagen gibt es auch eine Kinderseite mit Rätseln. Das Patientenmagazin erscheint zunächst zweimal jährlich, die zweite Ausgabe wird Mitte Oktober ausgeliefert. Die Auflage beträgt jeweils 365.000 Exemplare. Jede Praxis erhält drei Exemplare zur Auslage im Wartezimmer. Das Wartezimmermagazin ist Teil des neuen Info-Pakets der Kampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“, wozu auch ein Praxisplakat und mehrere Terminzettelblöcke gehören.

A npassung

Sonderverträge zum Hautkrebs-Screening Bad Segeberg – Die Sonderverträge der KVSH mit der Techniker Krankenkasse, der BARMER GEK und des BKK-Landesverbandes NordWest zum Hautkrebs-Screening wurden zum 1. Juli 2015 in einigen Punkten angepasst. Die Verträge der BARMER GEK und Techniker Krankenkasse erhielten neue Teilnahmeerklärungen für die Versicherten. Der Vertrag mit dem BKK-Landesverband NordWest musste auch inhaltlich angepasst werden, sodass ab dem 1. Juli 2015 keine jährliche Inanspruchnahme des HautkrebsScreenings mehr möglich ist. Stattdessen gilt nun ein Zweijahresrhythmus, wie in den vergleichbaren Verträgen mit den anderen Krankenkassen. Dafür wurde die Vergütung von 21 Euro auf 26 Euro erhöht. Die teilnehmenden Ärzte werden noch per Newsletter über die erfolgten Anpassungen informiert.

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Berlin – Mehr als drei Viertel der Deutschen bekommen beim Facharzt ihren Wunschtermin. Und mehr als die Hälfte wird auch in ländlichen Gebieten innerhalb von zwei Wochen beim Facharzt untersucht. So zwei Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der Krankenkasse IKK classic. „Die Studie ,Arztwahl und Arztsuche 2015‘ belege, dass Versorgungsengpässe oder Terminprobleme in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit eine geringere Rolle spielten als erwartet“, so Gerd Ludwig, Vorstandsvorsitzender der IKK classic. Bei der Wahl des Facharztes vertrauen die Deutschen laut IKK-Umfrage vor allem ihrem Hausarzt (39 Prozent). Auf dem Land müssen die Menschen etwa doppelt so oft lange Wege von mehr als zehn Kilometern zum Facharzt in Kauf nehmen als in der Stadt. Den Hausarzt suchen die Deutschen vor allem in der Nachbarschaft. Bis zu 50 Prozent nennen die räumliche Nähe als wichtigstes Entscheidungsmerkmal. Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld spielen bei 40 Prozent außerdem eine wichtige Rolle. Anders als in anderen Studien sind Internetrecherchen (sieben Prozent) laut IKK-Studie bei der Hausarztwahl kaum relevant. Noch weniger genutzt werden demnach nur Telefonbücher (vier Prozent). Die Studie kann unter www.ikk-classic. de/umfrage als PDF heruntergeladen werden.

A ntibiotika

Weniger Verordnungen Kiel – Nach aktuellen Auswertungen der Techniker Krankenkasse (TK) hat die Zahl der Antibiotikaverordnungen in SchleswigHolstein im vergangenen Jahr leicht abgenommen. Statistisch gesehen haben die Ärzte im Jahr 2014 jedem Beschäftigten im Land durchschnittlich 4,9 Tagesdosen (empfohlene Tageseinnahme eines Medikaments) des Arzneistoffes verschrieben. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um rund sechs Prozent gesunken und liegt damit knapp unter dem Bundesdurchschnitt. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT P V S V erband

P raxis ü bergabe / - nahme

Schäfer erneut Vorsitzender

7. Gemeinsamer Infotag

Foto: Georg L. Lopata

Berlin – Dr. Jochen-Michael Schäfer ist mit überragender Mehrheit als Vorsitzender des Verbandes der Privatärztlichen Verrechnungsstellen e. V. wiedergewählt worden. Er unterstrich nach seiner Wahl, dass der Verband allen Bestrebungen, das Gesundheitssystem immer weiter staatlich zu reglementieren, entgegentreten werde. „Gerade bei der Verabschiedung des Versorgungsstärkungsgesetzes mussten wir erleben, wie den Ärzten durch eine Änderung des Paragrafen 116b SGB V, der die Abrechnung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung regelt, mit einem in letzter Minute eingebrachten Änderungsantrag zuvor verbriefte Wahlrechte wieder entzogen wurden. Das bedauern wir sehr“, konstatierte der Facharzt für Allgemeinmedizin aus Kiel, der das Amt des Vorstandvorsitzenden des PVS Verbandes bereits seit fünfzehn Jahren ausübt. Schäfer war von 1997 bis 2010 Vorsitzender der Abgeordnetenversammlung der KVSH.

V erträge

Beitritt der Deutschen BKK zum Homöopathievertrag Bad Segeberg – Zum 1. Juli 2015 ist die Deutsche BKK dem Homöopathievertrag nach Paragraf 73c SGB V der AG Vertragskoordinierung mit der SECURVITA Krankenkasse beigetreten. Für Versicherte der Deutschen BKK können deshalb ab dem 1. Juli 2015 (nach der Fusion der Deutschen BKK und der BKK Essanelle) Leistungen erbracht und abgerechnet werden. Vertragsärzte, die bereits an diesem Vertrag teilnehmen, müssen keine neue Teilnahmeerklärung beantragen. Es nehmen nun insgesamt folgende Krankenkassen an der Versorgung mit klassischer Homöopathie im Rahmen des SECURVITA-Vertrages teil: ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ

Bad Segeberg – Am Pfingstwochenende fand zum siebten Mal der Gemeinsame Info-Tag für Existenzgründer und Praxisabgeber statt. Veranstalter waren die Deutsche Apothekerund Ärztebank (apoBank), die Ärztekammer Schleswig-Holstein und die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein. Insgesamt 121 Ärzte fanden sich in der Akademie der Ärztekammer ein. Ziel der Veranstaltung war es, Existenzgründern die Angst vor der Niederlassung zu nehmen und Praxisabgeber bestmöglich auf die Praxisabgabe hinzuweisen. Wie gewohnt wurden die Vorträge am Vormittag für alle Besucher gemeinsam abgehalten. Dabei standen viele Inhalte im Zeichen des geplanten Versorgungsstärkungsgesetzes. Bianca Hartz, Leiterin der Zulassungsabteilung/Praxisberatung der KVSH referierte, was sich in nächster Zeit ändern soll. In der Mittagspause beantworteten Mitarbeiter der Veranstalter, ausstellende Dienstleister und Referenten Fragen und diskutierten über Einzelfälle. Am Nachmittag ging es für die Existenzgründer unter anderem um das „Kleingedruckte“ in Praxiskauf-, Gesellschafts- und Mietverträgen. Bernd Goldbach, Berater der apoBank, stellte außerdem die Finanzierungsmöglichkeiten einer Praxisübernahme vor. Für die Praxisabgeber war die „Vermögensplanung für den Ruhestand“ ein wichtiger Tagesordnungspunkt. Beide Gruppen wurden von einem Steuerberater auf die steuerlichen Aspekte hingewiesen. Im kommenden Jahr wird der Gemeinsame Info-Tag wieder Mitte Juni stattfinden.

S tatistik

Krankenstand leicht gestiegen Kiel – Der Krankenstand in Schleswig-Holstein lag im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 4,4 Prozent. Das teilte die Techniker Krankenkasse (TK) in einer Vorabveröffentlichung ihres Gesundheitsreports mit. Dies entsprach einer durchschnittlichen Fehlzeit von 16,1 Tagen pro Erwerbsperson. Damit stieg die Fehlzeit gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Tage an. Schleswig-Holstein lag über dem Bundesdurchschnitt (14,8 Tage Krankheitstage). Für die höchsten Fehlzeiten sorgten Muskel-Skelett-Erkrankungen (3,4 Tage). Die höchste Steigerung gab es bei den psychisch bedingten Krankheitstagen (3,2 Tage gegenüber 2,9 Tage im Vorjahr).

SECURVITA Krankenkasse BKK Linde Daimler BKK BKK 24 BKK Pfaff BKK Herkules actimonda Krankenkasse Novitas BKK

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Zufriedene Veranstalter: Bianca Hartz, Leiterin der Zulassungsabteilung/Praxisberatung (KVSH), Dr. Uta Kunze, Leiterin Qualitätsmanagement (Ärztekammer Schleswig-Holstein) und Dietmar Godt, Direktor Filiale Lübeck (apoBank)

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aktuell

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gesundheitspolitik A bgeordnetenversammlung

Schliffke kündigt Gründung eines ärztlichen Qualitätsinstituts an Neue Einrichtung soll ärztliche Position stärken. kenhausgesellschaft eingehend, betonte Schliffke, dass die Ärzteschaft in der Qualitätsfrage geschlossen auftreten müsse, um Versuchen zu begegnen, „bei diesem Thema die Organisationen, alle Fachgruppen und alle Kliniken gegeneinander auszuspielen.“ Die Vorstandsvorsitzende betonte: „Qualitätssicherung ist mehr als das Sammeln und Melden von Daten und das Erstellen von Statistiken und Berichten daraus. Sie macht überhaupt nur Sinn, wenn man aus erhobenen Daten auch Schlüsse ziehen kann, die entweder den Arzt selbst in seinen Behandlungen bestätigen oder ihm aufzeigen, was sinnvollerweise zu ändern wäre.“ Sektorenübergreifende Qualitätssicherung startet 2016 Die Gründung geschehe mit Blick auf ab 2016 geltenden G-BARichtlinien, die – beginnend mit Koronarangiografie und perkutanen Koronarinterventionen (PCI) – erstmals einheitliche Erfassungsitems für Krankenhäuser und Praxen vorsehen, erläuterte Schliffke. Da sowohl KVen als auch die Krankenhausgesellschaft verpflichtet seien, die vorgesehenen Meldewege zu schaffen, sei die Frage aufgekommen, wie der Aufbau von Parallelwelten verhindert werden könne, „wenn es um ein und dieselbe Sache geht.“ Mit der Institutsgründung, die bundesweit ohne Vorbild ist, würden Doppelstrukturen vermieden. „Das Thema Qualität ist bei Politik und Kassen so hoch im Kurs, dass es immer phantastischere Ideen gibt, die sich dann im SGB V, als G-BA- oder QS-Richtlinie und in Kontrollorganisationen ausprägen werden“, so die Prognose der KVSH-Vorstandsvorsitzenden Dr. Monika Schliffke in der Juni-Sitzung der Abgeordnetenversammlung. Um für diese Entwicklung gewappnet zu sein und die ärztliche Position in der Qualitätssicherung zu stärken, wird die KVSH neue Wege gehen. Schliffke kündigte an, dass die KVSH gemeinsam mit der Ärztekammer und der Landeskrankenhausgesellschaft ein sektorenübergreifendes „Institut für Ärztliche Qualität in Schleswig-Holstein“ gründen wird. Die ärztliche Initiative über Sektorengrenzen hinweg begründete sie damit, dass die Rolle der Mediziner in der Qualitätssicherung immer öfter in Frage gestellt werde: „Als KV-Vorsitzende und Ärztin musste ich mir bereits von Kassenvorständen sagen lassen, Ärzte hätten in der Qualitätssicherung eigentlich nichts zu suchen. Das sei Sache von Kaufleuten, Betriebswirten und Verwaltungsmenschen.“ Qualitätssicherung ist mehr als das Sammeln von Daten Mit der Institutsgründung werde ein Signal gesetzt, „dass niemand beim Thema Qualität an der Ärzteschaft vorbeikommt.“ Auf das gemeinsame Handeln mit der Ärztekammer und der Kran14

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Schliffke hob mit Blick auf künftig zu erwartende weitere sektorenübergreifende Qualitätsvorgaben hervor, dass mit der Institutsstruktur „jedes Projekt der nächsten Jahre“ bearbeitet werden könne. Ein weiterer strategischer Aspekt war ihr wichtig: Das Institut beruhe auf „Respekt und Vertrauen zwischen den Sektoren und Organisationen.“ Die Gefahr weiterer Bestrebungen, eine Qualitätssicherung ohne Ärzte schaffen zu wollen, „ist schon real und schweißt zusammen.“ Aus dem Zusammenrücken in der Qualitätsfrage könnten deshalb „langfristig dauerhafte positive Allianzen auch für andere Fragen entstehen.“ Einstimmig nahmen die Abgeordneten das Vorhaben des Vorstandes zur Gründung des Instituts zur Kenntnis. Handlungsunfähige KBV Zuvor hatte Schliffke über die aktuelle Entwicklung auf der Bundesebene berichtet, wo die Konflikte innerhalb der KBV weiterhin ungelöst sind. Sie bemängelte, dass es nur um „Positionskämpfe“ gehe, die „öffentlich in einer die KBV-Spitze diffamierenden Form ausgetragen werden, in der Sache unangemessen und im Ton völlig intolerabel.“ Das Ziel sei es, den KBV-Vorstandsvorsitzenden aktuell

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gesundheitspolitik Gassen „abzusägen.“ Schliffke stellte klar, dass Aufklärung sein beraten. Bis zur September-Tagung der Abgeordnetenversammmüsse, wenn etwas „unklar oder verdächtig“ ist, aber „an der lung sollen alle Einzelheiten geklärt sein, sodass nach dem Somrichtigen Stelle, von den richtigen Gremien, in geordneter Art und mer eine Beschlussfassung möglich sein wird. Weise und nicht als Alibi für andere Interessen.“ Neues Mitglied im Fachausschuss der Fachärzte Angesichts des internen Streits sei die KBV momentan politisch Ein neues Gesicht gibt es im beratenden Fachausschuss Fachärzte. „fast handlungsunfähig“ und könne „froh sein, dass das Versor- Die Abgeordneten wählten den Kieler Anästhesisten Dr. Götz gungsstärkungsgesetz durch ist“, so das bittere Resümee der Vor- Serocki als stellvertretendes Mitglied in das Gremium. Delf Kröger, KVSH standsvorsitzenden. Sorgenvoll blickte sie deshalb auf die Honorarverhandlungen für 2016 und formulierte ihre Erwartung: „Wir fordern von der KBV Verhandlungen um die „big points“, die wir regional nicht verhandeln können, z. B. die Zusatzpauschalen für die Hausärzte und die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung.“ Nach aktuellen Meldungen zur KBV-Verhandlungslinie habe sie die Befürchtung, so Schliffke, dass die Hausärzte im Norden „wie im letzten Jahr wieder abgehängt werden“, da die KBV erneut besondere Angebote, wie Geriatrie und Palliativversorgung in den Fokus rücke, von denen nicht alle Hausärzte profitierten. ASV-Bereinigung keine Gefährdung der Grundversorgung Auf die anhaltende Diskussion um die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) ging der stellvertretende KVSH-Vorstandsvorsitzende Dr. Ralph Ennenbach ein. Den Zahlen über das Volumen einer möglichen Honorarbereinigung, die derzeit durch die Öffentlichkeit geistern, begegnete er mit einer detaillierten Darstellung des geplanten Bereinigungsverfahrens. Meldungen über ein Bereinigungsvolumen von bundesweit 7,5 Milliarden Euro seien „Unsinn“, stellte Ennenbach klar. Er wies zudem Behauptungen zurück, eine Bereinigung werde auch Hausärzte treffen. Dies sei ausgeschlossen, versicherte Ennenbach, da die Bereinigung „zu 100 Prozent“ bei den Fachärzten erfolge.

A brechnungsabgabe

Fristverlängerung beschlossen Bad Segeberg – Sie haben künftig 5 Tage mehr Zeit für die Abgabe Ihrer Abrechnungsunterlagen. Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 17. Juni 2015 eine bereits in der Februar-Sitzung angekündigte entsprechende Änderung der Honorarabrechnungsordnung (HAO) beschlossen. Die Änderungen treten zum 1. Juli 2015 in Kraft und gelten für die ab dann einzureichenden Quartalsabrechnungen. Die Änderungen im Detail: ƒƒ Die Frist für die Einreichung der Quartalsabrechnungen wird vom 10. auf den 15. des Einreichemonats verlängert. ƒƒ B  ei Überschreitung dieser Frist wird der Kürzungsbetrag für einen Zeitraum von vier Wochen ab dem 15. des Einreichemonats auf insgesamt und höchstens 500 Euro begrenzt.

Auch für die Fachärzte gelte, dass die Bereinigung vorrangig diejenigen betreffe, die selbst ASV-Teilnehmer seien. Nur ein Restbetrag von Leistungen, die aus technischen Gründen nicht einzelnen teilnehmenden Ärzten oder Gruppen zugeordnet werden könnten, werde aus dem fachärztlichen Gesamttopf bereinigt. „Im Wesentlichen erfolgt die Bereinigung dort, wo auch die Leistung erbracht wird“, fasste Ennenbach zusammen und legte Wert auf die Feststellung, dass die fachärztliche Grundversorgung in keiner Weise gefährdet werde. Derzeit sei ohnehin offen, welche Bedeutung die ASV perspektivisch erlangen werde, denn noch seien bundesweit nur 20 ASV-Teams zu verzeichnen, teilte Ennenbach mit: „Und ob es überhaupt schon einen eingeschriebenen Patienten gibt, ist unklar.“

Ab Ablauf des Vier-Wochen-Zeitraums greift dann die bisherige Regelung, wonach für jeden Tag der weiteren Überschreitung eine Minderung des Honoraranspruchs um ein Promille erfolgt. Die Möglichkeit, aus besonderen Gründen vorab eine Fristverlängerung zu beantragen, bleibt bestehen.

Niedergelassene müssen den Wettbewerb aufnehmen „Das Gesetz ist da“, forderte Ennenbach Realitätssinn ein, „und die Niedergelassenen müssen den Wettbewerb aufnehmen.“ Den Kopf in den Sand zu stecken sei keine Alternative. Zumal nach den bundesweiten Vorgaben eine ASV-Bereinigung auch dann stattfinde, wenn sich nur Krankenhäuser an der neuen Versorgungsform beteiligten. Deshalb warb er dafür, dass möglichst viele niedergelassene Fachärzte an der ASV teilnehmen.

B ekanntmachung der K V S H

Um die Vertragsärzte dabei zu unterstützen, die Chancen der ASV aktiv zu nutzen, plant die KVSH gemeinsam mit der KV Hamburg und unter einer möglichen Einbeziehung von Berufsverbänden die Gründung einer Dienstleistungsgesellschaft. Ihre Aufgabe wird es sein, interessierte Fachärzte in allen Fragen rund um die ASV zu 7 | 2015

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Der vollständige Text der HAO ist im Internet unter www. kvsh.de  Praxis  Rechtsquellen veröffentlicht. Sie können die geänderte HAO auch in Papierform bei der Formularausgabe der KVSH bestellen (Sylvia Warzecha, Tel. 04551 883 250 oder Fax 04551 883 209).

HVM-Änderungen zum 1. Juli 2015 Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 17. Juni 2015 Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) mit Wirkung zum 1. Juli 2015 beschlossen. Die aktuelle Fassung des HVM finden Sie auf unserer Homepage www.kvsh.de. Auf Anforderung wird der Text der Bekanntmachung in Papierform zur Verfügung gestellt, Tel. 04551 883 48.

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gesundheitspolitik A mtszeit

Interview

Halbzeit

Dr. Monika Schliffke steht seit dem 1. Juli 2012 an der Spitze der KVSH. Im Nordlicht-Interview zieht die Vorstandsvorsitzende eine Bilanz der ersten Hälfte ihrer Amtszeit und umreißt die Aufgaben und Projekte, die sie als nächstes in Angriff nehmen will. Nordlicht: Frau Dr. Schliffke, vor drei Jahren tauschten Sie die Chefposition in Ihrer „Fünf-Frauen-Praxis“ mit der in der ungleich größeren KVSH. Was war die größte Herausforderung im neuen Amt? Dr. Monika Schliffke: Als Vertragsarzt fühlt man sich ja schon durch viele Vorschriften gegängelt. Aber dieses Amt ist gespickt mit einer Unzahl von Rechts- und Verwaltungsvorschriften aus SGB V, LSG- und BSG-Urteilen, KBV-Vorgaben oder Kassenverträgen. Das, was wir als regionale KV zu diesem Dschungel beitragen, z. B. HVM oder Notdienstsatzung, ist dabei mit Abstand der kleinste Teil. Man braucht etwa ein Jahr, um sich

Schliffke: Eine Vorstandsvorsitzende kann nur so gut sein, wie ihr ganzes sie umgebendes Team. Das in dieser KV zu haben, ist per se ein Glücksfall und versetzt überhaupt erst in die Lage, Ziele für sich in Angriff zu nehmen. Alle von Ihnen genannten Ziele sind strategischer Art, manche können schneller, manche langsamer realisiert werden und zu manchen kann man vielleicht nur einen Hauch beitragen. Für Honorarzuwachs zu sorgen, ist eine Kernaufgabe eines KV-Vorstandes. Der Illusion, dass Bürokratie abnehmen könnte, geben wir uns nicht hin, da können wir aber deutlich an Arbeitserleichterung durch Digitalisierung erreichen, was wir auch tun. Nachwuchsgewinnung ist ein Langzeitziel, das an tausend verschiedenen Fäden hängt und die Verteidigung der Freiberuflichkeit ein politisches, das allen Aktivitäten das Ausrufezeichen versetzt. Nordlicht: Sie haben sich bei Ihrem Amtsantritt vor allem eine offene, sachgerechte und zielgerichtete Kommunikation innerhalb der Ärzteschaft, mit den Mitarbeitern des Hauses, den Vertragspartnern und der Aufsichtsbehörde gewünscht. Was ist aus diesem Wunsch geworden?

einigermaßen zurechtzufinden und man muss lernen, jede Idee zunächst abzuklopfen: Geht das überhaupt oder steckt man sie gleich in die Tonne? Es gibt viele berechtigte Anliegen aus der Arztposition heraus. Aber wenn man die als Vorstand in Angriff nehmen will, stehen an fast jeder Kreuzung große rote StoppSchilder. Nordlicht: Von einer Vorstandsvorsitzenden wird viel erwartet: für Honorarzuwachs sorgen, Ärzte aller Fachrichtungen zusammenbringen, Bürokratie abbauen, ärztlichen Nachwuchs gewinnen und Freiberuflichkeit verteidigen. Wie sieht Ihre „Halbzeitbilanz“ aus?

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Nordlicht

Schliffke: Hier im Land erfüllt sich dieser Wunsch weitgehend, zumindest bis jetzt und auf jeden Fall innerhalb des Hauses. Für Berlin gilt das leider nicht so. Wie es immer ist, die handelnden Personen bestimmen Art und Ton des Umgangs miteinander. Inhaltliche Kontroversen müssen sein. Eine KV ist dazu da, die Interessen der niedergelassenen Ärzte nach außen wahrzunehmen und diese auch mit Nachdruck zu vertreten. Nach innen hin geben wir uns alle Mühe, den Interessensausgleich zwischen den Arztgruppen mit der größtmöglichen Gerechtigkeit immer wieder herzustellen. Von Kassenseite her scheint es jetzt rauer zu werden. Mit dem Ministerium gibt es nur einen strittigen Punkt, zu dem man Argumente und Vorschläge der Ärzteseite gar nicht erst hören wollte: das Krebsregistergesetz. Und natürlich gibt es Kontroversen mit einzelnen Ärzten, manchmal auch von heftigem polemischem Anti-KV-Ton getragen, mit dem man fertig werden muss, an den ich mich aber nicht gewöhnen kann.

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gesundheitspolitik

„Eine KV ist dazu da, die Interessen der niedergelassenen Ärzte nach außen wahrzunehmen und diese auch mit Nachdruck zu vertreten.“ Nordlicht: Das Versorgungsstärkungsgesetz ist verabschiedet. Welches Vorhaben von Bundesgesundheitsminister Gröhe würden Sie am liebsten sofort stoppen? Schliffke: Natürlich die Terminservicestelle. Dieses Ding ist ein reines Politikum, in der Sache unsinnig, wird viel Ärger machen, greift in die Freiberuflichkeit und die freie Arztwahl ein, kostet die Ärzteschaft Geld und kaum ein Patient wird Nutzen davon haben. Der klassische Fall von Ausnutzen der KV als verlängerter Arm der Politik. Nordlicht: Was würden Sie stattdessen neu ins Gesetz aufnehmen? Schliffke: Nichts, wir sind doch bereits überreguliert. Nordlicht: Aus Berlin kommen in letzter Zeit nur selten positive Nachrichten: Querelen im KBV-Vorstand, tiefe Gräben zwischen Haus- und Fachärzten, Fraktionsbildung innerhalb der Länder-KVen. Wie kann das KV-System wieder flott gemacht werden? Schliffke: Da komme ich zurück auf meinen Startwunsch: offene, sachgerechte und zielgerichtete Kommunikation. Jedes Anliegen hat ernst genommen, diskutiert, gegebenenfalls aufgeklärt und – wenn erforderlich – mehrheitlich abgestimmt zu werden. Und danach hat es auch so etwas wie Akzeptanz und Loyalität zu geben. Momentan erleben wir in Berlin die Vermischung von Sachfragen mit persönlichen Machtansprüchen einzelner und das auch leider noch in persönlich diffamierender Form. Das ist extrem schädlich für das KV-System. Man beschädigt damit nicht nur die Außendarstellung. Man stellt das seit Jahrzehnten bestehende und bewährte System, von dem 150.000 Ärzte, ihre Familien und ihre Mitarbeiter leben, selbst auf des Messers Schneide und spielt Politik und Kassen in die offenen Hände. Ich bin überhaupt kein Anhänger von Fraktionszwang, aber die Funktionäre der Ärzteschaft sollten sich schon einig sein, dass sie einer Institution vorstehen, die sie für alle Ärzte und Psychotherapeuten in die Pflicht nimmt. Wir haben ein auf Freiberuflichkeit beruhendes Gesundheitssystem zu erhalten, gleichermaßen mit Hausärzten, mit Fachärzten, mit Psychotherapeuten. Da haben weder Graben- noch Machtkämpfe etwas zu suchen.

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Nordlicht: Ein Schwerpunkt Ihrer Arbeit war der Bereich elektronische Kommunikation. Dort ist die KVSH sehr gut aufgestellt: Digitale Dienste unter eKVSH, ein zertifizierter E-Mail-Dienst SafeMail und finanzielle Förderungen. Was können die Praxen in Zukunft noch erwarten? Schliffke: Ihre Frage ist eigentlich eher umzukehren. Wie wollen sich Praxen in Zukunft aufstellen und wie kann eine KV sie dabei unterstützen? Die meisten gesellschaftlichen Bereiche, von Industrie über Handwerk zu Verwaltung, Steuerberater und Anwälte, haben den Schritt der Digitalisierung getan, weil sie dies als Vorteil für sich empfinden. Das gilt für viele Praxen noch nicht. Bei ihnen steht immer noch der „IchMuss-Ja-Wohl-Gedanke“ im Vordergrund und die mit Digitalisierung verbundenen Veränderungen der Arbeitsabläufe werden eher als Bedrohung wahrgenommen. Das möchten wir mit unseren Angeboten ändern. Es wird sicher zukünftige Zwänge geben, wie z. B. jetzt schon die Onlineabrechnung oder demnächst in den Bereichen, in denen sich das neue E-Health-Gesetz bewegt, auch in der Qualitätssicherung. Irgendwie haben es aber in hundert Jahren mal alle geschafft, vom Pferd aufs Auto umzusteigen. Nordlicht: Sie setzen außerdem auf eine Professionalisierung der Praxisnetzarbeit. Die KVSH nahm Geld in die Hand und fördert mittlerweile sechs Praxisnetze. Was werden die nächsten Schritte sein, damit Schleswig-Holstein in diesem Bereich bundesweit weiterhin eine Vorreiterrolle einnimmt? Schliffke: Netzarbeit ist regionale Versorgung, die an sich selbst höhere Anforderungen stellt als der Kollektivvertrag. Ich sage bewusst „an sich selbst“, denn derjenige, der dies nicht möchte, muss nicht dabei sein. Wenn es sich also um Gruppen von Ärzten handelt, die einiges besser machen wollen, kann eine KV diese Qualitätsarbeit auch gezielt weiter unterstützen. Damit ist z. B. Datenanalyse gemeint, Hilfestellung in der Entwicklung von Qualitätsindikatoren oder ähnliches. Wir werden in regelmäßigem Kontakt mit den Netzen bleiben und schauen, welche Art Unterstützung sie brauchen und wie wir diese leisten können. Nordlicht: Sie wollen auch die Schnittstellen zwischen ambulantem und stationärem Sektor optimieren. Die KVSH denkt z. B. darüber nach, sogenannte Portalpraxen zu etablieren. Was ist geplant und was soll damit erreicht werden? Schliffke: Dieses Thema ist ein ziemlich großes Fass. Es hat nichts mit dem Gespenst weiterer Öffnung von Krankenhäusern zu tun, es geht um vernünftig koordinierte Zusammenarbeit in der Akutversorgung. Grundsätzlich stehen hinter dem Begriff zwei Tatsachen: Es gibt zum einen die zunehmende Tendenz der Bevölkerung, mit jeder Erkrankung sofort eine Klinik aufzusuchen, zum anderen sind wir konfrontiert mit allgemein abnehmender Arztressource im ambulanten wie im

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gesundheitspolitik A mtszeit Nordlicht: Weshalb war Ihnen dabei der Schulterschluss mit Kammer und Kliniken wichtig? Schliffke: Politisch sehen wir uns zunehmend mit der Situation konfrontiert, dass der Ärzteschaft das Thema Qualität aus der Hand genommen wird. Von Politik und Kassen wird Intransparenz und fehlende Unabhängigkeit unterstellt, besonders wurde dies im Rahmen des Krebsregistergesetzes angeführt. Mit dieser Argumentation will man sich das Recht erkaufen, Qualität nur noch über Benchmarking zu lenken, extern zu begutachten und am Ende auch nur darüber zu bezahlen. Dagegen müssen wir ein Signal setzen, und zwar als gesamte Ärzteschaft. Arztberuf ist mehr als das Sammeln von Daten. Wir müssen sicherstellen, dass erhobene Daten auch noch in unserer Hand zur Auswertung bleiben, anders ist keine Qualitätsentwicklung möglich. Genau dies soll das Institut tun.

stationären Bereich. Lange kann man sich die Doppelstruktur von Anlaufpraxis und Klinikambulanz nicht mehr leisten. Warum also nicht an den Standorten, wo wir heute schon Anlaufpraxen betreiben, diese mit der Klinikambulanz zu einer Organisation verschmelzen und rund um die Uhr gemeinsam besetzen? Niedergelassene haben heute dieses Recht einer solchen Beteiligung nicht. Anlaufpraxen dürfen nur zu sprechstundenfreien Zeiten betrieben werden. Unser erster Schritt ist deshalb – zusammen mit dem Ministerium und der Krankenhausgesellschaft – ein Rechtsgutachten, um der Politik eine Gesetzesformulierung vorzuschlagen, mit der wir regionale Optionen zur Verhandlung mit einzelnen Kliniken erhielten. Späteres Organisatorisches ist dabei noch völlig offen. Nordlicht: Auch bei der Qualitätssicherung setzt die KVSH ein sektorenübergreifendes Signal. Gemeinsam mit Ärztekammer und Krankenhausgesellschaft erfolgt die Gründung des „Instituts für Ärztliche Qualität in Schleswig-Holstein“. Was wird die Aufgabe der Einrichtung sein? Schliffke: Das Institut soll zunächst einmal eine gemeinsame Einrichtung im Rahmen der neuen intersektoralen Qualitätssicherung sein. Der Gesetzgeber sieht vor, dass ab 2016 für bestimmte Untersuchungen, wie Herzkatheter, Kniearthroskopien etc., elektronische Dokumentationen wie beim Krebsregister zu leisten sind. Diese Dokumentationen werden für den stationären und ambulanten Bereich gleichartig sein. Also ergibt es Sinn, eine gemeinsame Datenannahmestelle und Geschäftsstelle dazu zu führen. Später ab 2017 werden dann auch Fachkommissionen aus dem stationären und ambulanten Bereich benötigt, die je nach Thema über das Institut organisiert werden sollen. Dies ist der formale und pragmatische Anlass der Institutsgründung.

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„Politisch sehen wir uns zunehmend mit der Situation konfrontiert, dass der Ärzteschaft das Thema Qualität aus der Hand genommen wird.“

Nordlicht: Welche weiteren Projekte stehen für die zweite Halbzeit Ihrer Amtszeit noch auf der Agenda? Schliffke: Es ist einiges auf den Weg gebracht, was es zu konsolidieren gilt. Jetzt stellt zusätzlich das Versorgungsstärkungsgesetz neue Aufgaben, z. B. den Terminservice oder auch den geplanten Ausschuss für angestellte Ärzte. Ein beherrschendes Thema wird sicher auch Nachwuchsgewinnung für die Selbstverwaltung sein. 2016 sind Wahlen zur Abgeordnetenversammlung. Wie können wir für Kollegen Selbstverwaltung interessant genug machen und Willen zur Mitgestaltung wecken? Im nächsten Jahr läuft unser mehrjähriger Honorarvertrag aus und wir wollen mehr Versorgungsschwerpunkte setzen. Nordlicht: Ihre Amtszeit endet am 30. Juni 2018. Ist dann definitiv Schluss? Schliffke: Ja, das denke ich. Ich möchte nämlich nochmal Gartendesign studieren und auch ausführen. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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gesundheitspolitik G eneralversammlung

Neues Sprecherduo Veränderungen an der Spitze der Ärztegenossenschaft Nord

Foto: Schnack

Das neue Sprecherduo der Ärztegenossenschaft Nord: Dr. Svante Gehring (links) und Dr. Klaus Bittmann

Neuer zweiter Sprecher und damit designierter Nachfolger von Dr. Klaus Bittmann an der Vorstandsspitze ist der 52-Jährige hausärztliche Internist Dr. Svante Gehring aus Norderstedt. Neu im Vorstand der Ärztegenossenschaft sind der in Großhansdorf niedergelassene Allgemeinmediziner Dr. Marcus Jünemann und die in der Rendsburger Augenklinik angestellte Anästhesistin Dr. Eefje Barber. Die neuen Vorstandsmitglieder wurden im Rahmen der Generalversammlung am 10. Juni 2015 in Rendsburg vorgestellt. Gehring folgt auf den im vergangenen Jahr tödlich verunglückten Andreas Rinck. Er will Praxisnachfolger und jüngere Ärzte in die Organisation holen. Viele der zur Gründung im Jahr 2000 beigetretenen Mitglieder scheiden derzeit aus, weil sie ihre berufliche Tätigkeit aufgeben. Dies wirkt sich auf den Mitgliederbestand aus: Zum Jahresende war die Mitgliederzahl auf 1.951 gesunken. Höchststand war vor vier Jahren mit 2.235 Mitgliedern. Gehring will eine Aufbruchstimmung erreichen, um auch die nachrückende Generation von der Genossenschaftsidee zu überzeugen. „Dazu sollten wir uns einerseits auf die genossenschaftlichen Grundwerte besinnen und gleichzeitig den Mut aufbringen, die ambulante Versorgung neu zu denken und neu zu gestalten“, sagte Gehring in Rendsburg. Die Genossen sollten sich nach seiner Ansicht gegen eine „Industrialisierung der Medizin, die Gesundheit zur Ware deklariert und Patienten in Wertschöpfungsketten ausnehmen möchte“, stemmen. Auch unter Klinikärzten, für die die Genossenschaft seit einiger Zeit geöffnet ist, sieht Gehring für diese Linie Rückhalt. Der erste Sprecher Dr. Klaus Bittmann nutzte die Versammlung zu einer Abrechnung mit der Standespolitik auf Bundesebene. Im Zentrum seiner Kritik stand die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Mit Blick auf die anhaltenden Konflikte in der Vorstandsspitze und die nach seiner Wahrnehmung undifferenzierte Kritik am Versorgungsstärkungsgesetz hält Bittmann den 7 | 2015

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öffentlichen Eindruck der KBV für verheerend. Er sprach von Intrigen und einem „missratenen System“. „Die KBV hat keine Glaubwürdigkeit mehr“, sagte Bittmann, der lange Zeit der KV in Schleswig-Holstein vorstand und deren Ehrenvorsitzender er ist. Weitaus besser sieht er die Krankenkassen und die Ärzteverbände auf Bundesebene aufgestellt. Das Verhältnis zur KV SchleswigHolstein betrachtet er als intakt. Ein Thema, bei dem Genossen und KVSH an einem Strang ziehen, ist das Ärztehaus in kommunaler Trägerschaft in Büsum. Die KVSH hat hierfür eine Anschubfinanzierung geleistet, die Genossenschaft ist für Umsetzung und Geschäftsführung verantwortlich. Zur wirtschaftlichen Seite: Bei einem Umsatz von 1,3 Millionen Euro erwirtschaftete die Genossenschaft 2014 ein Minus von rund 8.000 Euro. Für das laufende Jahr erwartet Geschäftsführer Thomas Rampoldt einen weiteren Anstieg des Verlustes. Grund ist unter anderem das erschwerte Geschäft in der Abwicklung von Selektivverträgen. Ersatzkassen haben bereits angekündigt, sich aus einem von der Genossenschaft betreuten Vertrag mit Augenärzten zurückzuziehen, was zu Einbußen führen wird. Insgesamt hatte sich das Geschäft mit Selektivverträgen in den vergangenen Jahren aber kontinuierlich nach oben entwickelt. 1.534 Ärzte nehmen inzwischen an den von der Genossenschaft betreuten Verträgen teil. Sie haben 28.650 Patienten eingeschrieben und erhalten ein Honorarvolumen von 25,4 Millionen Euro. Die Genossen erhielten für die Abwicklung dieser Verträge im vergangenen Jahr 433.000 Euro. Wichtigster Umsatzträger für die Organisation sind Provisionserlöse (550.000 Euro), unter anderem für die Vermittlung von Dienstleistungen. Die Ärztegenossenschaft ist auf einen profitablen Geschäftsbetrieb angewiesen, weil sie keine Mitgliedsbeiträge erhebt. Dirk Schnack, Journalist

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gesundheitspolitik V ersorgungsstärkungsgesetz

Koalition entschärft Aufkaufregelung für Arztsitze Versorgungsstärkungsgesetz mit Änderungen im Bundestag verabschiedet.

Die deutliche Kritik der Ärzteschaft am Vorhaben der Bundesregierung, der Ausschreibung von Arztpraxen in gesperrten Planungsbereichen künftig einen Riegel vorzuschieben und sie im Regelfall durch die Kassenärztlichen Vereinigungen aufkaufen und stilllegen zu lassen, blieb in Berlin nicht ohne Wirkung.

In Planungsbereichen mit einem Versorgungsgrad zwischen 110 und 140 Prozent hingegen bleibt es bei der bestehenden schwächeren „Kann-Regelung“, die den Ausschüssen zwar die Möglichkeit einräumt, einen Arztsitz nicht wieder auszuschreiben, dies aber nicht als Regelfall vorschreibt.

Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD nutzten die Beratungen im Gesundheitsausschuss des Bundestages für eine Korrektur und entschärften die umstrittene Regelung. Die Vorgabe, wonach die Zulassungsausschüsse von der Ausschreibung eines Arztsitzes absehen „sollen“, wenn im betreffenden Planungsbereich ein Versorgungsgrad von mindestens 110 Prozent und damit eine rechnerische Überversorgung besteht, wird abgeschwächt und soll nun erst ab einem Versorgungsgrad von 140 Prozent greifen. Nur in diesen Fällen kommt die im Gesetz vorgesehene Verschärfung zur Anwendung, wonach die Nichtausschreibung der Standardfall sein soll, wenn eine Nachbesetzung aus Versorgungsgründen nicht erforderlich ist.

Da im Zuge der Debatte immer wieder die Frage aufgeworfen wurde, welche Aussagekraft die bisherige Bedarfsplanung besitzt, hat die Koalition die Abschwächung der Aufkaufregelung mit einem Auftrag an den G-BA verbunden, bis Ende 2016 die Bedarfsplanung bedarfsgerechter und kleinräumiger neu zu regeln.

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Getrennte Abstimmung nach Versorgungsbereichen nur in der KBV-Vertreterversammlung Auch beim Vorhaben, gesetzlich vorzuschreiben, dass in den KVVertreterversammlungen Abstimmungen künftig getrennt nach Versorgungsbereichen zu erfolgen haben und die Stimmen bei gemeinsamen Entscheidungen so zu gewichten sind, dass eine aktuell

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gesundheitspolitik Parität hausärztlicher und fachärztlicher Stimmenanteile gegeben ist, gab es einen Teilrückzug. Die Koalitionsfraktionen beschlossen, dass dieser rechtlich umstrittene Eingriff in die Selbstverwaltung auf die Bundesebene (KBV-Vertreterversammlung) beschränkt bleibt. Für die regionalen Vertretersammlungen in den Ländern und damit auch für die KVSH-Abgeordnetenversammlung bedeutet dies, dass die bewährte Arbeit nach bisherigen Regeln fortgesetzt werden kann. Keine Bewegung bei den Terminservicestellen Keine Bewegung gab es allerdings bei den Terminservicestellen. Trotz des Gegenwindes aus den Reihen der Ärzteschaft und darüber hinaus haben die Gesundheitspolitiker von Union und SPD auch in den Ausschussberatungen in vollem Umfang an ihrem Vorhaben festgehalten. Im Gegenteil: Die Zuständigkeit der Terminservicestellen wurde ausgeweitet. Ab 2017 sollen sie zusätzlich Termine bei Psychotherapeuten vermitteln. Erweiterte Verordnungsbefugnisse für Psychotherapeuten Vorausgehen soll dieser Vermittlung von Psychotherapeutenterminen eine umfassende Überarbeitung der PsychotherapieRichtlinie. Der Gesundheitsausschuss hat die bereits im Regierungsentwurf enthaltenen Vorgaben für die Neufassung präzisiert und um eine „psychotherapeutischen Sprechstunde“ unter anderem zur Förderung der frühzeitigen diagnostischen Abklärung ergänzt. Eine weitere Änderung, die die Psychotherapeuten betrifft: Die Koalitionsfraktionen haben in den parlamentarischen Beratungen dem Gesetzentwurf eine Regelung hinzugefügt, mit der die Befugnisse der Psychotherapeuten zur Verordnung von bestimmten Leistungen, wie z. B. Leistungen zur psychotherapeutischen Rehabilitation oder die Verordnung von Krankentransporten, Krankenhausbehandlung oder Soziotherapie, erweitert werden. Der G-BA wird mit der Konkretisierung der Verordnungsvoraussetzungen beauftragt.

Ausweitung der Förderung der Weiterbildung auf grundversorgende Fachärzte Zusätzliche Bestimmungen brachten die Ausschussberatungen auch für die Weiterbildung: So sollen künftig mit bis zu fünf Prozent der Fördersumme für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin Einrichtungen, die die Qualität und Effizienz der Weiterbildung verbessern, wie universitär angebundene Kompetenzzentren, unterstützt werden können. Auch findet die aus der Ärzteschaft erhobene Forderung nach einer Stiftungslösung für die Weiterbildung nun als perspektivisches Ziel zur Stärkung und Straffung der Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin und der grundversorgenden fachärztlichen Versorgung Eingang in die Gesetzesbegründung. Neu aufgenommen wurde zudem eine Ausweitung der Förderung der Weiterbildung auf „grundversorgende Fachärzte“. Bis zu 1.000 zusätzliche Stellen sollen von Kassen und KVen gefördert werden. Die Vertragspartner sollen festlegen, welche Arztgruppen aus dem Bereich der allgemeinfachärztlichen Versorgung zu den grundversorgenden Fachärzten zählen; das Gesetz nennt aber in der neugefassten Begründung die Weiterbildung für Kinder- und Frauenärzte sowie konservativ tätige Augenärzte als besonders zu berücksichtigen. Die Hochschulambulanzen sind in den parlamentarischen Beratungen ebenfalls gestärkt worden. Der Gesundheitsausschuss hat den im Regierungsentwurf vorgesehenen fakultativen Überweisungsvorbehalt für die Behandlung von Patienten „in dem für Forschung und Lehre erforderlichen Umfang“ gestrichen. Zustimmung für das Versorgungsstärkungsgesetz im Bundestag Nachdem der Bundestag in der Schlussabstimmung im Juni grünes Licht für das Versorgungsstärkungsgesetz gegeben hat, fehlt nur noch eine abschließende Beratung im Bundesrat. Diese ist für den 10. Juli vorgesehen, sodass mit einem Inkrafttreten des Gesetzes im August zu rechnen ist.

ASV-Einschränkung auf schwere Verlaufsformen entfällt bei onkologischen und rheumatologischen Erkrankungen Auch im Bereich der innerhalb der Ärzteschaft in den vergangenen Wochen viel diskutierten ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) hat die Koalition in den Ausschussberatungen Änderungen vorgenommen. Künftig entfällt bei Krankheiten mit besonderen Krankheitsverläufen im Bereich der onkologischen und rheumatologischen Erkrankungen die Einschränkung auf schwere Verlaufsformen. Der Bestandsschutz für Angebote der Krankenhäuser nach Paragraf 116b in seiner alten Fassung wird jetzt doch auf drei Jahre befristet, nachdem im Regierungsentwurf zunächst eine unbefristete Fortführung dieser Angebote vorgesehen war.

Delf Kröger, KVSH

Schließlich haben die Gesundheitspolitiker von CDU/CSU und SPD eine Forderung der KBV aufgegriffen und die rechtliche Möglichkeit geschaffen, dass Krankenhäuser Kassenärztliche Vereinigungen mit der Abrechnung der ASV-Leistungen beauftragen können. Darüber hinaus wurde eine Klarstellung in das Versorgungsstärkungsgesetz aufgenommen, dass die Abrechnung von ASV-Leistungen grundsätzlich nur durch öffentlich-rechtliche Stellen erfolgen darf.

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gesundheitspolitik V eranstaltung

Tag der Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein Am 30. Mai 2015 fand in Kiel der 1. Tag der Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein statt. Zu dieser „ Premiere“ hatten sich rund 100 Teilnehmer im Wissenschaftszentrum eingefunden. Mit diesem Format der Fortbildungsveranstaltungen von Ärzten für Ärzte, Praxisteams, medizinische Fachangestellte, Ärzte in Weiterbildung und für Studierende betritt Schleswig-Holstein Neuland. In anderen Bundesländern gibt es diese Idee einer pharmafreien Fortbildungsmöglichkeit unter dem Generalthema der Allgemeinmedizin schon länger. Es sollen möglichst viele Facetten des ärztlichen Alltags berücksichtigt werden. Die Veranstaltung bot außerdem einen Überblick über den momentanen Stand in Lehre und Forschung des Faches Allgemeinmedizin in Kiel und in Lübeck. Ein Forschungsschwerpunkt betrifft den „Peer Review Allgemeinmedizin“, eine Art Hospitation von Kollegen bei Kollegen mit anschließendem Feedback über das Erlebte. Hierüber wird berichtet und das Ergebnis wissenschaftlich aufgearbeitet. Allerdings muss das Feedback-Geben auch erst erlernt werden. Die ersten Fortbildungsveranstaltungen sind gelaufen. Ein anderer Foschungsschwerpunkt betrifft Versorgungsmodelle im ländlichen Raum. In diesem Fall geht es schwerpunktmäßig um die Insel Pellworm. Allgemeinmedizin an der Universität zu Lübeck In Lübeck ist die Professur für Forschung in der Allgemeinmedizin (W3) seit dem 1. Oktober 2014 durch Prof. Jost Steinhäuser besetzt. Seine Antrittsvorlesung fand unter reger Beteiligung der Universität und vielen Interessierten statt. Prof. Steinhäuser hat mittlerweile vier wissenschaftliche Mitarbeiter auf zwei Planstellen einstellen können. Eine weiterer Aufbau ist geplant. Meine Professur für Lehre in der Allgemeinmedizin (halbe Stelle, W2) besteht weiterhin.

(v. l.) Prof. Dr. Jens-Martin Träder, Dr. Hans-Otto Wagner (UKE), Edmund Fröhlich (Geschäftsführer DEGAM), Prof. Dr. Hanna Kaduszkiewicz und Prof. Jost Steinhäuser

Allgemeinmedizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Im Februar 2014 hat Prof. Hanna Kaduszkiewizc ihre Professur in Kiel angetreten. Ihr Bestreben ist es, die Lehre für das Fach Allgemeinmedizin in Kiel neu aufzustellen und das Fach studienbegleitend von den ersten Fachsemestern bis zum Praktischen Jahr (PJ) intensiver im Curriculum zu verankern. Bisher ist das im Bereich der klinischen Ausbildung schon gut vorangekommen. Das Institut beschäftigt mittlerweile vier wissenschaftliche Mitarbeiter auf zwei Planstellen. Gut angenommen und evaluiert ist das Blockpraktikum in Hausarztpraxen. Es sind ca. 100 Lehrpraxen beteiligt, die sich mit viel Engagement der Ausbildung der Studierenden widmen. Das PJ in der Allgemeinmedizin ist weiter im Aufbau, die Resonanz ist auch hier gut. Zurzeit werden 15 Dissertationen betreut, davon sind 10 Arbeiten „neue“ Arbeiten, die in Kiel begonnen wurden. Fünf „alte“ Arbeiten wurden aus Hamburg, dem vorherigen Arbeitsschwerpunkt von Prof. Kaduszkiewicz, nach Kiel „mitgebracht“. 22

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Seit 2004 gibt es ein Blockpraktikum: Jeder Studierende in Lübeck geht für zwei Wochen in eine hausärztliche Lehrpraxis. In Lübeck wurden insgesamt 90 Lehrpraxen akquiriert. Diese Veranstaltung ist weiterhin sehr beliebt und wird hervorragend evaluiert. Die Online-Einschreibung für das Blockpraktikum in Lübeck ist für die Studierenden, die Praxen und das Sekretariat eine große Erleichterung. Alle Studierenden können auf einer Internetseite zwischen den Lehrpraxen (mit ihren verschiedenen Schwerpunkten) und den unterschiedlichen möglichen Terminen wählen und diesen Termin online „buchen“.

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gesundheitspolitik

In den Workshops standen praktische Übungen im Mittelpunkt.

Seit 2006 werden in 30 ausgewählten Lehrpraxen Studierende im PJ in der Allgemeinmedizin ausgebildet. Für das Studienjahr 2013 wurden 32 Studierende in Lübeck für das PJ in Lehrpraxen vermittelt, im Jahr 2014 waren es 29 Studierende. Die Evaluation der Studierenden ist überwältigend – das PJ in Hausarztpraxen ist heiß begehrt. Mittlerweile können allen Aspiranten einen Platz vermittelt werden. Prof. Steinhäuser hat als Forschungsschwerpunkte die Kapitel Verbundweiterbildung, Versorgung ländlicher Räume, ärztlicher Wiedereinstieg nach Berufspausen und Manuelle Medizin im Blick. Er betreut bisher 13 Dissertationen. Ich betreue neun Promovenden. Praxisnahe Workshops Nach dieser Plenarveranstaltung ging es in die Workshops – hier war das Angebot breit gestreut. Es gab Veranstaltungen, die sich an alle (Ärzte, MFA, Ärzte in Weiterbildung) gleichermaßen richteten. In allen Workshops wurde rege und engagiert diskutiert – gemäß dem aus den ärztlichen Qualitätsszirkeln bekannten Motto: „Jeder weiß eine Menge, doch gemeinsam wissen wir mehr.“ Im Folgenden findet sich eine Auswahl der behandelten Themen: ƒƒ Palliativmedizin ƒƒ Geriatrie ƒƒ Wundmanagement ƒƒ Lungenfunktion – Refresherkurs mit praktischen Übungen ƒƒ Konflikte im Team erfolgreich bewältigen ƒƒ Notfälle in der Allgemeinarztpraxis ƒƒ Impfen – Refresher

Für Ärzte sowie Assistenzärzte waren die folgenden Themen gedacht: ƒƒ Schulterschmerz – was tun? ƒƒ Polypharmazie bei Multimorbidität ƒƒ Gerontopsychiatrie ƒƒ Palliativmedizin – Fallbesprechungen Es gab ein breites Angebot für die mehr als 100 Teilnehmer, von denen geschätzt 50 Prozent Ärzte, 30 Prozent MFAs und 20 Prozent Ärzte in Weiterbildung sowie Studierende waren. Mittags gab es nach dem Essen eine Stunde lang eine interaktive Fallbesprechung, bei denen einige typische komplexere hausärztliche Fälle von Prof. Kasduzkiewicz und von Dr. H.-O. Wagner (UKE Hamburg) vorgestellt und diskutiert wurden. Das Auditorium konnte über TED-Abstimmgeräte die unterschiedlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen „mitbestimmen“. Die divergierenden Meinungen waren gute Kristallisationskerne für engagierte und teils auch kontroverse Diskussionen, um eine eventuelle postprandiale Müdigkeit rasch zu beseitigen. Staffelübergabe Der ereignisreiche Tag wurde nach neun Stunden beendet. Prof. Kaduszkiewicz übergab den „Staffelstab“ von Kiel nach Lübeck an Prof. Steinhäuser, denn im kommenden Jahr wird der zweite Tag der Allgemeinmedizin am 28. Mai 2016 in Lübeck stattfinden. Wir werden ihn auf vielen Kanälen ankündigen und anschließend darüber berichten. Prof. Dr. Jens-Martin Träder, Facharzt für Allgemeinmedizin, Lübeck

Andere Veranstaltungen waren für ganze Praxis-Teams gedacht: ƒƒ Reanimationskurs Teil I + II ƒƒ EKG in der Praxis – Routineableitungen bis Herzinfarkt ƒƒ Kommunikationstraining Für die Ärzte in Weiterbildung gab es spezielle Angebote: ƒƒ Prüfungsvorbereitung Facharztanerkennung ƒƒ Einführung in die KV-Abrechnung ƒƒ Einige Themen wandten sich an medizinische Fachangestellte

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gesundheitspolitik N achwuchskampagne

Praxis-Tour für Medizinstudierende Die KVSH organisierte im Rahmen ihrer Nachwuchskampagne „ Mehr.Arzt.Leben!“ eine Busfahrt für Medizinstudierende der Universität zu Lübeck. Haltestationen der PraxisTour waren das „ Paracelsus Gesundheitszentrum“ in Lübeck-Moisling und das „ Ärztehaus Fehmarn“ in Burg. Der ärztliche Nachwuchs wurde durch die Aktion über die vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten im hausärztlichen und fachärztlichen Bereich informiert.

Der Fehmaraner Hausarzt Dr. Johannes Gerber stellt den Medizinstudierenden sein Praxiskonzept vor.

Das Wetter spielte von Anfang an mit, als der Tour-Bus am 10. Juni 2015 pünktlich um 9 Uhr bei strahlendem Sonnenschein auf dem Uni-Campus in Lübeck startete. Der erste Eindruck: Die Medizin wird weiblicher. 12 der 14 Teilnehmer waren Studentinnen. Sie wollten einen Tag lang moderne ambulante Versorgung erleben und dabei mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten vor Ort ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung wurde schon zum zweiten Mal von der KVSH organisiert. Im vergangenen Jahr hatte sie Medizinstudenten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel eingeladen, Arztpraxen in Rendsburg und Kropp zu besuchen. Schnell machten im Bus die ersten Fragen die Runde: Welche Niederlassungsvarianten gibt es? Wie kann ich Beruf und Familie miteinander vereinbaren? Gibt es Teilzeitmodelle? Die Organisatoren der Praxis-Tour hatten sich auf diese Erwartungshaltung eingestellt und zwei Praxen ausgesucht, die eine besonders große Vielfalt an ärztlichen Fachrichtungen und Beschäftigungsformen bieten.

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Niederlassungsvielfalt Die erste Station war das „Paracelsus Gesundheitszentrum“ in Lübeck-Moisling. Rund 30 Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten haben sich dort in mehreren Einzel- oder Gemeinschaftspraxen unter einem gemeinsamen organisatorischen Dach zusammengeschlossen und bieten ihren Patienten ein umfangreiches ärztliches Angebot: Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Augenheilkunde, Dermatologie, Gynäkologie, Neurologie, Orthopädie, Pädiatrie, Psychiatrie, Psychotherapie und Urologie. Die Allgemeinmediziner Dr. Gerhard Castan und Dr. Harald Buermann begrüßten die Studierenden und zeigten ihnen auf einem Rundgang, wie in ihrer Praxis ein Rad ins andere greift. Dr. Robert Schulz bot den Studierenden Einblicke in seine Arbeit als fachärztlicher Internist. In der anschließenden Diskussionsrunde kamen aktuell

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gesundheitspolitik

Dr. Gerhard Castan zeigt den Studierenden auf einem Rundgang, wie in ihrer Praxis ein Rad ins andere greift.

noch die angestellte Allgemeinmedizinerin Dr. Bettina Sommer, weitere Ärzte und ein junger Facharzt in Weiterbildung dazu. Die Studierenden erfuhren, welche Vorteile eine größere organisatorische Einheit den dort arbeitenden Ärzten bietet. „Wir haben einen sehr guten Austausch über Fachgrenzen hinweg, kurze Wege und ein interessantes medizinisches Spektrum“, berichtete Buermann. Auch die Niederlassungsmöglichkeiten und Arbeitsmodelle sind entsprechend vielfältig. Alle Ärzte arbeiten in Einzel- und Gemeinschaftspraxen, entweder als Praxisinhaber oder sie sind in Voll- oder Teilzeit angestellt und entsprechend flexibel eingesetzt. „Da ist für jeden etwas dabei. Für mich als vierfache Mutter ist das wichtig, denn in der Niederlassung kann ich auch als angestellte Ärztin selbstbestimmt arbeiten“, erklärte Dr. Sommer. Ihr Arbeitsmodell stieß besonders bei den Medizinstudentinnen auf großes Interesse.

sein Vater und Praxisgründer Dr. Eberhard Gerber und Dr. Karola Balzer-Joyce begrüßten die Studierenden auf der praxiseigenen Terrasse. Dr. Gerber junior erläuterte danach auf einem Rundgang durch den denkmalgeschützten Altbau das Wichtigste zum Praxisbetrieb und zur Personalstruktur. In der Praxis arbeiten noch ein Arzt in Weiterbildung und eine hausärztliche Internistin im Angestelltenverhältnis. Danach ging es dann ab ans Wasser. Beim Barbecue in einem Restaurant am Südstrand in Burgtiefe standen die Gerbers den Studierenden in entspannter Atmosphäre noch einmal Rede und Antwort, bevor der Bus am späten Nachmittag zur Rückfahrt Richtung Lübeck startete. Die Praxis-Tour endete dort, wo sie am Morgen begann: 14 etwas erschöpfte Studierende waren sich einig, dass dieser Tag nicht nur eine willkommene Abwechslung zum Uni-Alltag war, sondern auch jede Menge neuer Einblicke in die vielen noch unbekannte Welt der niedergelassenen Ärzte geboten hat.

Selbstverwirklichung auf der Insel Als zweite Station stand das „Ärztehaus Fehmarn“ in Burg auf dem Programm, eine familiengeführte Hausarztpraxis, die mit verschiedenen fachärztlichen Zweigstellen und Therapeuten kooperiert. Dr. Johannes Gerber,

Jakob Wilder, KVSH

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PRAXIS  &  KV W ebportal

Neuer Service für Patienten: KVSH startet Online-Arztsuche Patienten, die einen Arzt oder Psychotherapeuten suchen, können dafür ab sofort das neue Online-Portal der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) nutzen.

Sie suchen in Lübeck einen Hausarzt?

Ihr Arzt kann auch Dänisch sprechen.

Unter www.arztsuche.kvsh.de finden Patienten schnell, einfach und übersichtlich Namen, Adressen und Kontaktdaten. Außerdem kann die Suche verfeinert werden, um Informationen über Spezialisierungen, wie Kardiologie oder Gastroenterologie zu erhalten. Darüber hinaus sind Fremdsprachenkenntnisse oder rollstuhlgerechte Praxen zu finden. Alle Angaben beruhen auf Selbstauskünften der Ärzte und Psychotherapeuten, die sich für das Online-Portal registriert haben.

Nach Eingabe der Suchkriterien wird der Sitz der Arztpraxis auf einer Landkarte angezeigt. Der Nutzer hat die Möglichkeit, die Route bzw. die Entfernung von seinem Wohnsitz zur Praxis berechnen zu lassen. Die Arztsuche der KVSH kann auch mobil mit einem Smartphone oder einem Tablet-PC genutzt werden. Zwei Drittel schon registriert Bisher haben sich mehr als 3.300 der insgesamt knapp 5.100 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein für die Arztsuche registrieren lassen. Eine automatische Veröffentlichung aller Ärzte und Psychotherapeuten ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. Damit aber noch mehr Ärzte und Psychotherapeuten ihre Daten zur Verfügung stellen, wird die KVSH das Online-Portal immer wieder in der Ärzteschaft gezielt bewerben. Außerdem werden die Angaben regelmäßig aktualisiert. Eine Empfehlung oder Vermittlung von Ärzten und Psychotherapeuten ist mit dem neuen Suchservice nicht verbunden. Sie sind Arzt oder Psychotherapeut und Ihre Angaben sind nicht auf dem neuesten Stand oder gar nicht aufgeführt? Bitte teilen Sie uns Ihre Änderungen schriftlich per Fax unter dem Stichwort „Arztsuche“ mit: Tel. 04551 883 276.

Das Profil der Praxis

Marco Dethlefsen, KVSH

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PRAXIS  & KV B ü rokratieabbau

Einheitliches Formular für Krankschreibung und Krankengeldbezug

Für Krankschreibungen gibt es ab 2016 nur noch ein Formular. Das bisherige Formular zum Bezug von Krankengeld fällt dann weg. Auf die Vereinfachung haben sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband geeinigt. Verfahren vereinfacht. Die doppelte Dokumentation fällt ebenso weg wie das handschriftliche Ausfüllen des Auszahlscheins – dieser war wegen seiner kassenindividuellen Ausgestaltung häufig nicht im Praxisverwaltungssystem hinterlegt.

Der sogenannte Auszahlschein für Krankengeld (Muster 17) wird zum 1. Januar 2016 in die klassische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Muster 1) integriert. Auf dem neuen Muster 1 bescheinigen Vertragsärzte dann sowohl eine Arbeitsunfähigkeit während der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber als auch während der Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse. Neu ist außerdem, dass Patienten künftig einen Durchschlag der Krankschreibung erhalten. Dieser enthält einen Hinweis, dass für den Bezug von Krankengeld ein lückenloser Nachweis der Arbeitsunfähigkeit erforderlich ist. Die AU-Bescheinigung wird dafür um einen Durchschlag erweitert. Bislang erhalten nur die Krankenkasse und der Arbeitgeber eine Kopie. Deutliche Vereinfachungen für Ärzte Derzeit existiert eine Vielzahl verschiedener kassenindividuell ausgestalteter Auszahlscheine für Krankengeld. Mit dem neuen einheitlichen Formular zur AU-Bescheinigung soll dieser „Wildwuchs“ beendet werden. Und noch ein Problem wird gelöst: Viele Ärzte stellen bisher im Krankengeldfall parallel zu Muster 17 auch Muster 1 aus, da die Patienten eine Bescheinigung für ihren Arbeitgeber brauchen. Durch die jetzt vereinbarte Lösung wird das 7 | 2015

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Wichtiger Hinweis zum Krankengeld Mit der Information zum Bezug von Krankengeld auf der neuen AU-Bescheinigung reagieren KBV und Krankenkassen darauf, dass Patienten in der Vergangenheit den Anspruch auf Krankengeld verloren haben, weil sie gegenüber ihrer Kasse ihre Arbeitsunfähigkeit nicht lückenlos nachgewiesen haben. Dafür entscheidend ist der Zeitpunkt, an dem der Arzt die Arbeitsunfähigkeit feststellt. Den Vertragsarzt sichert der Hinweis zudem vor möglichen Schadensersatzansprüchen ab. Auf dem PatientenDurchschlag der AU-Bescheinigung steht deshalb ab 2016 folgender Hinweis: „Achten Sie bei Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit auf einen lückenlosen Nachweis. Hierfür stellen Sie sich bitte spätestens an dem Werktag, der auf den letzten Tag der aktuellen AU-Bescheinigung folgt, bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin vor. Bei verspäteter Vorlage der Bescheinigung bei der Krankenkasse oder lückenhaftem Nachweis der AU droht Krankengeldverlust. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse.“ Der Hinweis berücksichtigt schon die Änderungen vom Bundestag verabschiedeten Versorgungsstärkungsgesetzes. Die AU-Bescheinigung gilt danach künftig ab dem Tag der Ausstellung und nicht mehr wie bisher erst ab dem Folgetag. Dies bedeutet: Gilt eine AU-Bescheinigung zum Beispiel bis Dienstag, muss sich der Patient für eine Fortzahlung des Krankengeldes spätestens am Mittwoch erneut beim Vertragsarzt vorstellen und sich eine Folgebescheinigung ausstellen lassen. Dann erhält er ab Mittwoch weiter Krankengeld. KBV/Redaktion

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PRAXIS  &  KV M itteilungen der K V S H

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/ Psychotherapeuten deren Vertragsarztsitz zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Hinweise: ƒƒ Bewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg.  ƒƒ Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behördenführungszeugnis) zu beantragen.  ƒƒ Die Bewerbung wird nicht durch eine eventuell erfolgte Wartelisteeintragung ersetzt!

ƒƒ Um Vertragsarztsitze/Vertragspsychotherapeutensitze können sich auch Vertragsärzte/Vertragspsychotherapeuten und Medizinische Versorgungszentren bewerben, um einen anderen Arzt/eine andere Ärztin bzw. mehrere Ärzte/Ärztinnen anzustellen. Der Arzt/die Ärztin/die Ärzte muss bzw. müssen namentlich genannt werden und die oben bezeichneten Unterlagen sind für ihn/sie einzureichen. ƒƒ E s besteht die Möglichkeit, dass ein für einen vollen Versorgungsauftrag ausgeschriebener Vertragsarztsitz/Vertragspsychotherapeutensitz von zwei Ärzten/Ärztinnen übernommen wird, die den Sitz übernehmen und ihren Versorgungsauftrag jeweils auf einen halben Versorgungsauftrag beschränken.

Für nähere Informationen hierzu stehen Ihnen unter der Tel. 04551 883 und den angegebenen Durchwahlen unsere Sachbearbeiter zur Verfügung: Durchwahl

Kreise

-378

ƒƒ Kreis Pinneberg

-596

ƒƒ Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde ƒƒ Kreis Herzogtum Lauenburg ƒƒ Kreis Stormarn

Flensburg Nordfriesland SchleswigFlensburg Kiel

-258

RendsburgEckernförde

ƒƒ Stadt Lübeck ƒƒ Kreis Ostholstein

Dithmarschen

Plön

Neumünster Ostholstein

-561

ƒƒ Kreis Nordfriesland

-634

ƒƒ Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg ƒƒ Stadt Kiel ƒƒ Kreis Plön

Steinburg

Segeberg Lübeck

-427

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Pinneberg

Stormarn Herzogtum Lauenburg

ƒƒ Kreis Dithmarschen ƒƒ Kreis Segeberg ƒƒ Kreis Steinburg

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PRAXIS  & KV

Fachgebiet/Arztgruppe

Planungs­bereich*

Praxisform Bewerbungs­frist**

Ausschreibungs­ nummer

Psychotherapeuten

Kreis Segeberg

EP

31.07.2015

4210/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Plön

EP

31.07.2015

4944/2015

* Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL). ** Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maximal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird, das beantragte Fachgebiet eindeutig angegeben ist, ein Arztregisterauszug beigefügt wurde und der Antrag unterschrieben ist.

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dr. rer. hum. biol. Dipl.-Psych. Berit Wedel – halbe Zulassung –

23552 Lübeck, Breite Straße 1 – 5

Psychologische Psychotherapeutin

07.05.2015

Dipl.-Psych. Hans-Dieter Strätgen – halbe Zulassung –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name

von

nach

Datum

Dipl.-Psych. Waltraut Metz-Wörtge Psychologische Psychotherapeutin

23552 Lübeck, Breite Straße 1 – 5

23568 Lübeck, Waldstraße 34

08.05.2015

Dipl.-Psych. Claudia Lindemann

Psychologische Psychotherapeutin

23758 Oldenburg, Kuhtorstraße 17 b

23758 Oldenburg, Burgtorstraße 3

07.05.2015

Dipl.-Psych. Sabine Bartholmei

Psychologische Psychotherapeutin

24939 Flensburg, Marienhölzungsweg 24

24955 Harrislee, Am See 7a

01.06.2015

Dr. med. Dipl.-Psych. Stefanie Spitzner

Psychotherapeutische Medizin

23552 Lübeck, Breite Straße 1 – 5

23564 Lübeck, Travelmannstraße 41-43

01.06.2015

Dipl.-Soz.-Päd. Ireen Feldmann

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

25980 Sylt, Erich-Johannsen-Wai 5

25980 Sylt, Doktor-Nicolas-Straße 3

01.04.2015

Dipl.-Päd. Irene Holla

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

25821 Bredstedt, Markt 8

25821 Bredstedt, Alleestraße 8

01.08.2015

Dipl.-Psych. Ines Neuber

Psychologische Psychotherapeutin

24539 Neumünster, Kampstraße 22

24539 Neumünster, Op de Koppel 38

01.06.2015

Dipl.-Psych. Sabine Beckmann

Psychologische Psychotherapeutin

22848 Norderstedt, Ochsenzoller Straße 173

24598 Boostedt, Auweg 22

01.07.2015

Dipl.-Psych. Karin Fromm

Psychologische Psychotherapeutin

25709 Marne, Königstraße 20

25704 Meldorf, Burgstraße 10

01.07.2015

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Fachgruppe

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Leserbriefe

PRAXIS  &  KV

Leserbriefe sind keine Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen. Bitte geben Sie Ihren Namen, die vollständige Adresse und für Rückfragen Ihre Telefonnummer an. Wir freuen uns auf Ihre Leserbriefe. Bitte schicken Sie diese per E-Mail an: nordlicht@kvsh.de, per Post: KVSH Redaktion Nordlicht, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg, per Fax: 04551 883 396

N ordlicht 0 5 | 2 0 1 5 D er H ausarzt ist kein E rf ü llungsgehilfe auf Z uruf , S eite 24

Amputation ärztlichen Handelns Nein, natürlich ist der Hausarzt kein Erfüllungsgehilfe (der Facharzt übrigens auch nicht). Wohl aber sollte er auf begründetes Ersuchen hin eine Hilfe für uns Ermächtigte sein, denen es weder gestattet ist, Labordaten zu erheben noch Überweisungen auszustellen. Diese Amputation ärztlichen Handelns beeinträchtigt die Qualität insbesondere in der Schmerztherapie und führt immer wieder zu Frust sowohl bei Patienten als auch beim Schmerztherapeuten, da etliche Hausärzte sich weigern, notwendige Laborkontrollen (z. B. unter der Therapie mit Antidepressiva oder -konvulsiva) oder Überweisungen (zur analgetischen Röntgenbestrahlung, zur fachärztlichen Zweitmeinung) vorzunehmen. Ich würde das alles selber veranlassen – denn ich kann es beurteilen – allein, die rigide Auslegung des Zulassungsrechts läßt es nicht zu! Dr. Harald Lucius, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Schleswig

N ordlicht 0 6 | 2 0 1 5 A lles „ safe “ in S chleswig - H olsteins P raxen ?, S eite 6

Ehrenwort Keine Angst, liebe Kolleginnen und Kollegen und sehr geehrte Patienten! Ihre medizinischen Daten sind genauso sicher wie das Handy unserer Frau Bundeskanzlerin, die Internetpräsenz des Deutschen Bundestages oder der Regierungspersonaldatencomputer der USA. Darauf gebe ich Ihnen mein Ehrenwort! Dr. Martin Gattermann, Allgemeinarzt, St. Peter-Ording

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PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Neuer Vertrag zur Betreuung bei Alkoholproblemen

KV Hessen kritisiert Exmatrikulation

Berlin – Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin hat mit der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) einen neuen Versorgungsvertrag zur Betreuung von Patienten mit kritischem Alkoholkonsum geschlossen. „Vielen Menschen ist die Grenze zum problematischen Alkoholkonsum gar nicht klar. Männer, die mehr als 0,6 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein täglich trinken, leben riskant; für Frauen gilt die Hälfte dieser Werte“, erklärten die Vertragspartner. In Deutschland hätten über sieben Millionen Menschen Alkoholprobleme, fast zwei Millionen seien alkoholabhängig. Der neue Vertrag sieht vor, dass der behandelnde Hausarzt Patienten mit entsprechenden Anzeichen oder auffälligen Laborwerten dafür gewinnen soll, mit seiner Unterstützung den Alkoholkonsum zu reduzieren. Falls der Patient interessiert ist, folgen mehrere Beratungsgespräche sowie gegebenenfalls weitere Hilfestellungen. Teilnehmende Ärzte erhalten für das 20-minütige Erstgespräch und die Einschreibung des Patienten eine Vergütung von 42 Euro. Die KKH stellt das Geld für den Vertrag außerhalb der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung zur Verfügung. An dem Vertrag teilnehmen können alle Vertragsärzte in Berlin. Sie müssen über eine Berechtigung der „psychosomatischen Grundversorgung“, über die Zusatzweiterbildung „Suchtmedizinische Grundversorgung“ oder den schriftlichen Nachweis über eine von einer Ärztekammer zertifizierte Schulung im „Motivational Interviewing“ verfügen.

Frankfurt a. M. – Die Vertreterversammlung (VV) der KV Hessen hat Kritik an der Entscheidung des Dekans der Goethe-Universität Frankfurt a. M. geübt, elf Medizinstudenten trotz bestandenem Physikum zu exmatrikulieren. Der Grund: Die Studenten hatten sich ins Studium eingeklagt und haben damit nur eine Zulassung für den vorklinischen Teil des Studiums. In anderen Bundesländern ist dies kein Grund für eine Exmatrikulierung. In einer Resolution fordert die VV „die Übernahme von Studenten, die erfolgreich ihr Physikum in Hessen bestanden haben, in die klinischen Studiensemester, so wie dies auch in anderen Bundesländern bereits zielführend gehandhabt wird.“ Es sei nicht einzusehen, dass erfolgreiche Medizinstudenten in Zeiten zunehmenden Ärztemangels auf die Straße gesetzt werden.

Fachärztebedarf in Hessen

KV finanziert Medizinstudium

Wiesbaden - In Hessen erreicht der Ärztemangel in der ambulanten Versorgung auch die Fachärzte. Das ist ein Ergebnis des Fachärztereports, den die Kassenärztliche Vereinigung Hessen als Ergänzung zum vorangegangenen Regionalen Gesundheitsreport 2014 veröffentlicht hat. Darin wird unter anderem die Altersentwicklung bei den fünf Facharztgruppen der Chirurgen, Hautärzte, Nervenärzte, Orthopäden und Psychotherapeuten dargestellt. Das Durchschnittsalter aller Fachärzte steigt und es wird in den kommenden Jahren zu einem erhöhten Wiederbesetzungsbedarf – insbesondere in ländlichen Gebieten – kommen, warnt die KV Hessen. Die Fachärztereporte sind im Internet zu finden unter www.kvhessen.de/ fachaerztereporte.

Magdeburg – Im Kampf gegen Hausärztemangel will die KV Sachsen-Anhalt vier Studienplätze für geeignete Bewerber an der Uni Witten/Herdecke finanzieren. Nach einer Vereinbarung mit der Universität sollen zwei Studienplätze Bewerbern vorbehalten bleiben, die sich vorher verpflichten, nach dem Studium für mindestens fünf Jahre als Allgemeinmediziner in Sachsen-Anhalt zu praktizieren. Gelder für die Finanzierung kommen aus einem Strukturfonds, in den die KV SachsenAnhalt und gesetzliche Krankenkassen seit 2013 jährlich rund 1,4 Millionen Euro einzahlen. Bei der Auswahl der Bewerber sind nicht nur die Schulnoten ausschlaggebend, sondern auch Fähigkeits- und Persönlichkeitstests.

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PRAXIS  &  KV P sychotherapie

Versorgungsstärkungsgesetz: Licht und Schatten Der Deutsche Bundestag hat am 11. Juni 2015 das Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-VSG) verabschiedet. Laut Bundesgesundheitsminister Herman Gröhe zielt das Gesetz darauf ab, auch in Zukunft eine gut erreichbare medizinische Versorgung der Patienten auf hohem Niveau sicherzustellen. Ob mit dem Gesetz diese Ziele erreicht werden können, wird von vielen Experten bezweifelt. Die Politik hat sich durchgesetzt. Vornehmlich ging es um die Bedienung der zwischen den Regierungsparteien im Koalitionsvertrag getroffenen Vereinbarungen und darum, möglichst populäre Regelungen zu treffen. Viele Regelungen des Gesetzes sind selbstverständlich auch unter Psychotherapeuten umstritten. Allerdings enthält dieses Gesetz auch Passagen, die von dieser Berufsgruppe ausdrücklich begrüßt werden. Überfällige Reform wird vorangetrieben Um die psychotherapeutische Versorgung zu verbessern, wird der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragt, die Psychotherapie-Richtlinie zu überarbeiten. Diese gesetzliche Vorschrift zur längst überfälligen Reform findet unter Psychotherapeuten große Zustimmung. Mit der Einführung einer niedrigschwelligen psychotherapeutischen Sprechstunde, frühzeitiger diagnostischer Abklärung, von Akutversorgung und Rückfallprophylaxe wird den Patienten zukünftig ein differenzierteres Spektrum an psychotherapeutischer Versorgung zur Verfügung stehen. Diese jetzt durch das Gesetz vorgesehenen neuen Leistungen werden aber nur bei angemessener Vergütung realisierbar sein. Außerdem soll Psychotherapeuten die Verordnung von Krankenhausbehandlung, Krankentransport, Rehabilitation und Soziotherapie ermöglicht werden. Ein großer Schritt zur Verbesserung der sektorenübergreifenden Kooperation zugunsten der Patienten. Schwächung der Versorgung droht Als besonders problematisch wird die Regelung für den Ankauf von Praxen durch die Kassenärztlichen Vereinigungen angesehen. Zukünftig sollen Zulassungsausschüsse die Ausschreibung eines Praxissitzes verweigern, wenn in dem Planungsbereich für diese Fachrichtung ein Versorgungsgrad von 140 Prozent erreicht ist. Die jetzige Regelung wird Praxen für Psychotherapie auch mit hoher Versorgungsnotwendigkeit verschwinden lassen. Hoffnung besteht nur aufgrund eines Passus im Gesetz, der es möglich macht, kleinräumiger zu planen. „Wir setzen daher darauf, dass die im VSG ebenfalls vorgesehene bedarfsgerechte und kleinräumige Neuregelung der Bedarfsplanung die Versorgung mit Psychotherapie verbessern wird“, erklärte die Vorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung, Barbara Lubisch. In Schleswig-Holstein sind nach Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigung ungefähr 80 psychotherapeutische Praxen durch das Versorgungsstärkungsgesetz gefährdet. Es würde vor allem die Städte Kiel und Lübeck sowie die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Pinneberg betreffen.

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Anerkennung für die Psychotherapie Die Möglichkeiten für Jobsharing und Anstellung werden für psychotherapeutische Praxen zukünftig erleichtert, was sich positiv auf die Versorgungskapazitäten auswirken dürfte. Auch die Delegation von Leistungen durch Psychotherapeuten sowie die spezifische Aufgabe der Psychotherapeutischen Ausbildungsambulanzen wurden in eigenen Regelungen des Gesetzes berücksichtigt. „Mit dem VSG wird der Beitrag der Psychotherapie in der Gesundheitsversorgung weiter anerkannt. Das ist ein sehr guter Erfolg, zu dem Verbände, die Bundespsychotherapeutenkammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Landespsychotherapeutenkammern mit ihren Vorschlägen und Stellungnahmen gemeinsam beigetragen haben“, betonte Lubisch. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. Christof Nickel Geburtsdatum: 26.08.1969 Geburtsort: Stuttgart Familie: Verheiratet, 1 Kind Fachrichtung: Chirurgie/Gefäßchirurgie Sitz der Praxis: Hermann-Ehlers-Weg 4, 25337 Elmshorn Niederlassungsform: Einzelpraxis Neu niedergelassen seit dem 01.04.2015

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Weil es schon immer mein Wunsch war. Schon als Arzt im Praktikum hatte ich das langfristige Ziel, irgendwann in einer eigenen Praxis zu arbeiten. Der Weg dahin war jedoch steinig. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Es gibt viele Aspekte. Zunächst einmal die überwiegend netten Patienten. Zweitens zu sehen, wie es Patienten mit einer kritischen Durchblutungsstörung nach einer Katheterintervention unmittelbar nach dem Eingriff besser geht. Drittens die Zusammenarbeit mit Kollegen und der interdisziplinäre Austausch. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Beharrlich bleiben! Bei mir hat es von den ersten Planungen sechs Jahre gedauert. Es wurden unzählige Gespräche geführt, viele Praxen angeschaut und Möglichkeiten geprüft. Am Ende hat es mit der Eröffnung einer Einzelpraxis geklappt. Lag vielleicht an der Spezialisierung als Gefäßchirurg. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Ob er berühmt ist, weiß ich nicht, aber ich würde gerne einmal Ian Walker – Skipper der Volvo Ocean 65 „Abu Dhabi Ocean Racing“ fragen, wie es so ist, bei 30 Knoten Wind mit 25 Knoten Bootsgeschwindigkeit fünf Meter hohe Wellen herunterzugleiten. Wer es sich einmal anschauen will, dem empfehle ich folgenden Link: www.volvooceanrace.com/en/ video/37637_Cape-Horn-from-the-sky.html 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Alle Arten von Wassersport: Kitesurfen, Wellenreiten, Stand Up Paddling auf dem Meer und auf Seen, z. B. Westensee oder Schaalsee) 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Ein spezielles Lieblingsbuch gibt es nicht. Aber mein Lieblingsautor ist Neal Stephenson und damit auch seine Bücher. 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Das Land zwischen den Meeren! Man kann in jede Richtung fahren, um kurzfristig ans Meer zu kommen. Nach Süden dauert es eben etwas länger. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … Architekt. Einen Studienplatz in Stuttgart hatte ich schon. Aber Medizin war besser. 7 | 2015

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die menschen im land V or O rt

Humanitärer Roadtrip mit hohem Fun-Faktor Von Bayern bis Jordanien: 111 Teams mit 666 Fahrern und 333 Old- und Youngtimern starteten bei der zehnten „ Allgäu-Orient-Rallye“. Der Föhrer Haus- und Inselarzt Helmut Marczinkowski (59) war mit seinem sechsköpfigen Team „ Friese BIX“ dabei. Nicht das erste Rennabenteuer, das der Rallyeexperte aus dem Norden erfolgreich meisterte.

Fotos: Clemens Pasch

Die Strecke führte die Nordlichter um Teamchef „Hannibal“ Marczinkowski von Oberstaufen in Bayern bis nach Amman in Jordanien, quer durch Mittel- und Osteuropa, die Türkei und Israel. Auf seiner dreiwöchigen Reise legte das Team dabei mit seinen vier Fahrzeugen – einem VW Golf 2 GT, einem VW Passat TDI GL mit Anhänger, einem Renault Kangoo und einem Mercedes 260 SE – über 7.000 Kilometer zurück. Schnelligkeit und „Kilometerfressen“ standen aber nicht im Vordergrund. Die Reise sollte vor allem Spaß machen und einer guten Sache dienen. Alle Teams brachten mit ihren Autos und Motorrädern Sachspenden und Hilfsgüter nach Jordanien, die für die dort in mehreren großen Zeltlagern untergebrachten Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien bestimmt waren. Durch die abschließende Versteigerung der Rallye-Fahrzeuge kamen weitere Spendengelder dazu, mit denen eine Käserei, ein Wasserlabor zur Trinkwasseraufbereitung und Hörgeräte für über 1.100 hörgeschädigte Kinder finanziert werden. „Wir wollten nicht nur unseren Spaß haben, sondern auch 34

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helfen. Deshalb hatten wir neben 2.000 Euro an Spenden auch Schulranzen, Schulhefte, Decken und andere Hilfsgüter an Bord“, berichtet Marczinkowski. Er steuerte außerdem die vier Autos bei, die am Ende der Tour „unter den Hammer“ kamen. Die Rallye und ihre Gesetze Die „Allgäu-Orient-Rallye“ ist im Vergleich zu vielen anderen Rennen dieser Art eine Low-Budget-Aktion, die ihren eigenen Regeln folgt. „Die Veranstalter haben sich vermutlich über die hohen Kosten, die allein für die Anmeldung bei der berühmten Rallye Paris-Dakar anfallen, geärgert und suchten nach einer Alternative. Bei einem Feierabendbierchen entstand dann wohl die Idee, für einen guten Zweck von Oberstaufen bis nach Amman zu fahren“, vermutet Marczinkowski. Dem rallyeverrückten Inselarzt, der bereits an mehreren Extremtouren wie der Rallye Dakar 2005 und der Rallye Düsseldorf-Shanghai 2007 und 2012 teilnahm, gefiel das Grundkonzept des „Rennens der besonderen Art“: Einfache aktuell

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die menschen im land

Team „Friese BIX“ formiert sich zum Etappenstart

Kurdische Hose statt Friesennerz

Erste Hilfe nach einer kleineren Panne

„Kontinentales“ Frühstück auf dem Kofferraum

Autos, relativ leichte Strecken, die mit kleinen Sonderaufgaben garniert sind. Außerdem reizten ihn das Abenteuer und die Länder, die auf der Route lagen. Die Bedingungen der Veranstalter, die auf den ersten Blick vielleicht etwas skurril wirken, sagten ihm spontan zu. Die eingesetzten Fahrzeuge durften jeweils höchstens 1.111 Euro gekostet haben und mussten mindestens 20 Jahre alt sein. Übernachtungskosten durften pro Person im Durchschnitt 11,11 Euro nicht übersteigen. Autobahnen oder sonstige mautpflichtigen Strecken waren tabu, Navigations- oder andere GPSGeräte verboten. Als wichtigstes Hilf- und Navigationsmittel blieb das „Roadbook“. Es gab vor, welche Orte angesteuert werden mussten und welche Aufgaben dort zu lösen waren.

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„Weltenbummler“ Helmut Marczinkowski zurück in seiner Hausarztpraxis in Midlum/Föhr

Die Tour Die erste Etappe der Rallye führte von Oberstaufen bis nach Istanbul. Marczinkowski fuhr die Route über Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Serbien, Bulgarien, Mazedonien und Griechenland. Sein Sohn Hauke wählte im „dicken DiplomatenBenz“ die Strecke über Kroatien, Albanien und Griechenland. In Istanbul traf man sich wieder. Nach einem dreitägigen Aufenthalt auf dem Hippodrom, dem zentralen Platz vor der Blauen Moschee, fuhr das Starterfeld dann zunächst am Schwarzen Meer entlang durch die Zentraltürkei bis zur Hafenstadt Mersin am Mittelmeer. Unterwegs galt es, einige „Sonderprüfungen“ zu bewältigen. „Wir haben auf einem Schildkrötenstrand Müll gesammelt. Außerdem mussten wir Sehenswürdigkeiten finden und für das Roadbook fotografieren“, erzählt Marczinkowski. Sein Sohn fuhr inzwischen mit dem Mercedes zu einem kurdischen Hilfsprojekt in den NordIrak weiter, Die anderen drei Fahrzeuge von Team „Friese BIX“ überquerten das Mittelmeer zusammen mit den anderen Startern mit der Autofähre Richtung Israel. Alle Fahrer wurden mit Sonderflügen nach Tel Aviv gebracht und übernahmen erst in Haifa wieder ihre Fahrzeuge. „Im Anschluss ging es über Bethlehem und das Tote Meer ins Zielland Jordanien zur finalen Wüstenprüfung, bei der Fahrzeugen und Fahrern noch einmal alles abverlangt wurde“, so der Allgemeinmediziner.

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die menschen im land Abenteuer und Hilfsleistung Am Ende hielten trotz diverser Pannen und Abschleppaktionen alle Autos von Team „Friese BIX“ bis zum Zielempfang im jordanischen Zaatari durch. Als Siegprämie lockte ein echtes Kamel, überreicht durch den jordanischen Tourismusminister. „Das Siegerteam durfte diesen Preis aber nicht mit nach Hause nehmen. Es wurde am Ende zusammen mit den 333 Rallye-Fahrzeugen für einen guten Zweck versteigert“, erklärt Marczinkowski. Er selbst schloss das Rennen mit seinem Team auf einem „ehrenvollen“ vierten Platz ab. Diesen Platz mussten sich die Schleswig-

Holsteiner allerdings mit allen Teams teilen, die keinen der vordersten drei Plätze belegten. „Was am Ende aber wirklich zählte, war die gute Mischung aus Abenteuer und gutem Zweck und dass wir mit heiler Haut wieder nach Hause gekommen sind“, resümiert der Rallyearzt, der bereits neue Pläne im Kopf hat. Die nächsten Touren sollen ihn ins Himalaya-Gebirge und nach Turkmenistan führen. Jakob Wilder, KVSH

Nach 7.000 Kilometern, Pannen und Abschleppaktionen am Ziel der Träume: Team „Friese BIX“ in Jordanien 36

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die menschen im land K ommentar

Reformdebakel Einmal mehr steht in diesen Monaten die Gesundheitspolitik der Bundesregierung im Kreuzfeuer der Kritik. Einhellig bemängeln Ärzte, Krankenhäuser, Gewerkschaften, Arbeitgeber, Krankenkassen und Sozialverbände sowie nicht zuletzt die Opposition im Bundestag die Pläne für eine Klinikreform in Deutschland. Die Regierung will die rund 2000 Krankenhäuser stärker nach der Qualität ihrer Arbeit vergüten, mögliche Überkapazitäten an Betten abbauen und Leistungen konzentrieren. Auch die Umwidmung von Kliniken in Hospize oder Pflegezentren ist Teil der Pläne. Was beim ersten Hinsehen vernünftig klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als wohl formulierte Allgemeinplätze, mit denen das Debakel vieler Krankenhäuser übertüncht werden soll. Zwar räumt die Bundesregierung ein, dass bei vier von zehn Kliniken die Erträge weder für eine gute Personalausstattung noch für Investitionen reichen. Doch durch eine, gerade im Gesundheitswesen sattsam bekannte Politik des Umsteuerns, sollen die Probleme gelöst und das Krankenhauswesen flott gemacht werden. Zwei Instrumente sollen dieses Kunststück möglich machen: Das ist zum einen eine Qualitätsmessung der medizinischen Leistungen und zum anderen ein Strukturfonds in Höhe von einer Milliarde Euro für Investitionsfinanzierungen, die von den Ländern gegenfinanziert werden müssen. Spätestens jetzt schwillt Fachleuten der Kamm. Kein anderer Begriff ist in den letzten Jahrzehnten von Politikern und Lobbyisten derart missbräuchlich eingesetzt worden wie „Qualität“. Das stetige Anmahnen und Einfordern von mehr Qualität im Gesundheitswesen erweckt den Eindruck, in Praxen und Krankenhäusern wird auf Gartenliegen behandelt und das OP-Besteck besteht aus Messer, Gabel und Gartenschere. Zum Verständnis der Politik von Qualität gehören auch „unnötige“ Operationen und schlechte Behandlungsergebnisse. Zyniker könnten entgegnen, dass die Politik in diesem Punkt möglicherweise das schlechteste denkbare Vorbild abgibt. Fachleute schüttelt es angesichts einer derart sachfremden, naiven Betrachtungsweise, die so tut, als wären Fehler, wie sie auch in Krankenhäusern passieren, systemimmanent und hätten allein das Ziel, für eine bewusste Mangelleistung das gleiche Geld wie in der Spitzenmedizin zu kassieren. Damit „Qualität“ ein objektiver – und damit auch justiziabler – Begriff wird, ist die Einrichtung des Bundesinstituts für Qualität und Transparenz vorgesehen. Es soll „Indikatoren“ entwickeln, um die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität zu messen. Diese Parameter sollen in die Krankenhausplanung der Länder einfließen und in Qualitätsberichten aufbereitet werden, damit

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„Als Witz, über den allerdings niemand lachen kann, entpuppt sich der Strukturfonds.“ sich auch die Patienten ein Bild machen können. Bei bestimmten Operationen sollen „Mindestmengen“ vorgegeben werden. Wenn das kommt, weiß man was folgt: Eine weitere Lawine an Bürokratie, die auf den Stationen abgearbeitet werden muss – wo denn auch sonst? Schwestern und Ärzte werden noch mehr zu Dokumentationsassistenten eines Systems, in dem Messbarkeit von allem und jedem die Messlatte für den Erfolg ist – koste es, was unter dem jetzt schon bestehenden Arbeitsdruck an menschlicher Zuwendung überhaupt noch möglich ist, was es wolle. Hauptsache die Planvorgaben werden erfüllt. Noch Fragen? Als Witz, über den allerdings niemand lachen kann, entpuppt sich der Strukturfonds. Nach jahrzehntelanger Desinvestition in die Grundstruktur der meisten deutschen Krankenhäuser besteht nach einschlägigen wissenschaftlichen Schätzungen ein Investitionsbedarf in mittlerer dreistelliger Milliardenhöhe. Sonderbelastungen, die möglicherweise umfangreiche Zusatzinvestitionen erfordern und wie sie durch die epidemische Ausbreitung neuer oder auch alter Krankheiten entstehen könnten, sind selbstverständlich nicht eingepreist. Und die Bundesregierung meint allen Ernstes zur Linderung dieser Misere mit einer Milliarde Euro etwas bewegen zu können? Es ist weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein, zumal kaum ein Bundesland in der Lage sein dürfte, die geforderte Co-Finanzierung aufzubringen. Allein für das UKSH haben Fachleute in einem von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten vor wenigen Jahren einen Investitionsbedarf von 750 Millionen Euro errechnet. Selbst über Jahre verteilt, sprengt das den Strukturfonds und entlarvt ihn als Placebo-Maßnahme, die den tatsächlichen Problemen der Kliniken nicht einmal im Ansatz gerecht wird. Monatelang, so preist das Bundesgesundheitsministerium seine Konsenskultur, habe man mit den Betroffenen der Krankenhausreform verhandelt. Genützt hat es offenbar nichts, denn die Kritik am Ergebnis ist trotzdem vernichtend. Jetzt müssen Bundestag und Bundesrat ran, um ein weiteres Reformdebakel in der Gesundheitspolitik zu verhindern. Peter Weiher, Journalist

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SERVICE was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter thema: QEP®-Einführungsseminar

datum: 9. Oktober 2015, 15.00 bis 21.00 Uhr 10. Oktober 2015, 9.00 bis 17.00 Uhr Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge; erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 200 Euro, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung Fortbildungspunkte: 18 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung und im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de 38

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Service T eam B eratung

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Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Arzneimittelrezepte auf Muster 16 Ab dem 1. Juli 2015 müssen Sie beim Ausstellen einige Neuerungen beachten.

Die Arzneimittelverschreibungsverordnung wurde zum 1. Juli 2015 geändert. Der Gesetzgeber hat entschieden, dass folgende Angaben auf dem Arzneimittelrezept (Muster 16) im Vergleich zur vorherigen Regelung verpflichtend sind: Name, Vorname, Berufsbezeichnung des Verschreibenden (Arzt, Tierarzt oder Zahnarzt), Anschrift der Praxis oder Klinik (einschließlich einer Telefonnummer zur Kontaktaufnahme). Verschreibende Ärzte müssen sicherstellen, dass ihre Telefonnummer auf ihrem Praxisaufdruck/Stempel genannt wird. Thomas Frohberg, KVSH

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Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard

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aktuell

04551 883 362

anna-sofie.reinhard@kvsh.de

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SERVICE

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Antworten des Service-Teams Wir möchten die Ziffer GOP 02310 EBM (Behandlung von sekundär heilenden Wunden und/oder von Druckgeschwüren) abrechnen. Unsere Praxissoftware sperrt die Abrechnung mit dem Hinweis „zwei weitere Ziffern sind erforderlich“. Warum ist das so? Laut Einheitlichem Bewertungsmaßstab (EBM) erfordert diese Ziffer bei Erbringung und/oder Wechsel einer Wundtamponade mindestens drei persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Quartal. Sie darf also erst am dritten Behandlungstag abgerechnet werden. Rechnen Sie z. B. am ersten Behandlungstag die Grund- oder Versichertenpauschale ab und am zweiten Tag die Platzhalterziffer GOP 99090 EBM, so dürfen Sie am dritten Tag die Ziffer GOP 02310 EBM ansetzen.

Muss die Ziffer GOP 90410P EBM (Kennzeichnung für Haus- und Heimbesuche bei Patienten mit Pflegestufe II oder III) bei jedem Hausbesuch abgerechnet werden? Diese Fallkennung muss unabhängig vom Alter des Patienten in jedem Quartal einmal pro zutreffendem Behandlungsfall angesetzt werden. Die KVSH fügt dann bei Haus- und Heimbesuchen den Zuschlag zu den HVM-gestützten Leistungen hinzu.

Dürfen wir als allgemeinärztliche Praxis die Allergie-Testungen nach den Ziffern GOP 30110 und 30111 EBM abrechnen oder brauchen wir dafür eine besondere Qualifikation? Allgemeinmediziner dürfen die Ziffern GOP 30110 und GOP 30111 EBM nur dann erbringen und abrechnen, wenn sie die Zusatzbezeichnung "Allergologie" führen.

Muss immer ein entsprechender Schein zur Behandlung eines Asylbewerbers mit zur Abrechnung eingereicht werden? Ja, unbedingt. Eine Abrechnung zulasten der Krankenkassen durch die KVSH ist ohne Kostenübernahme- bzw. Bürgschaftsschein nicht möglich.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 40

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Service S erie

Eine der häufigsten gerinnungsphysiologischen Zufallsbefunde stellt eine isolierte verlängerte aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT) dar. Meist fällt dies im Zuge einer präoperativen Diagnostik auf und führt in zahlreichen Fällen zu einer Verschiebung des Operationstermins. Als einer der klassischen Gruppenteste erfasst die aPTT das endogene Gerinnungssystem in seiner Gesamtheit (Faktor VIII, IX, XI, XII) und dient deshalb zur Überprüfung des intrinsischen Aktivierungsweges der plasmatischen fibrinbildenden Gerinnung. Eine Verlängerung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit – und dies kann nicht häufig genug betont werden – ist nicht in jedem Fall mit einer klinisch wirksamen Gerinnungshemmung gleichzusetzen. So kann eine aPTT-Verlängerung sowohl asymtomatisch sein (Faktor XII-Mangel) oder im Fall von Lupusantikoalgulantien durchaus in bestimmten Situationen auch mit einer erhöhten Thrombosebereitschaft einhergehen. Bei einem Patienten mit einer verlängerten aPTT kann also sowohl eine Blutungs- wie auch eine Thromboseneigung vorliegen. Nicht selten lässt sich aber auch keines dieser klinischen Bilder sicher nachweisen. Aus diesem Grund ist eine Befundinterpretation bei verlängerter aPTT ohne klinische Information kaum möglich, sodass besonders in Bezug auf therapeutische Konsequenzen eine enge Absprache mit dem Facharzt für Laboratoriumsmedizin über die weitere diagnostische Vorgehensweise erfolgen sollte. Neben asymptomatischen Patienten und solchen mit einer Thromboseneigung findet sich eine verlängerte aPTT noch bei folgenden klinischen Krankheitsbildern: ƒƒ A  ktivitätsminderung eines Faktors (Faktor VIII, IX, XI, XII) oder der Faktoren des Kallikrein-Kinin-Systems ƒƒ Therapieüberwachung bei Antikoagulation mit parenteralen Antikoagulantien (Heparin, Hirudin) ƒƒ Verdacht auf Hemmkörper (Lupus Antikoagulanz Faktor VIII) Sorgfältige Einhaltung der präanalytischen Bedingungen Wie bei allen Untersuchungen des Gerinnungssystems, gilt auch bei der Bestimmung der aPTT eine sorgfältige Einhaltung der präanalytischen Bedingungen. Dazu gehört eine Blutabnahme im möglichst ungestauten Zustand genauso wie die vollständige Füllung des Citratröhrchens mit anschließendem leichten Umschwenken. Längere Lagerung oder Transportzeiten (Gesamtdauer > 4 h) sind absolut zu vermeiden, da der in-vitro-Abfall des labilen Faktors VIII einen Mangel vortäuschen kann. Anamnestisch sollten vor einer weiterführenden Diagnostik die Gabe von niedermolekularem Heparin (Halbwertszeit 100-800 Min.) und der neuen oralen Antikoagulantien (NOAK) (Halbwertszeit 720 7 | 2015

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Min.) ausgeschlossen werden, da beide Therapien zu einer aPTTVerlängerung führen. Bei asymptomatischen Patienten mit einer aPTT-Verlängerung sollte neben einem Faktor XII-Mangel auch ein Prä-Kallikrein-Mangel und in seltenen Fällen auch ein High-molecular-Weight-Kininogen-Mangel ausgeschlossen werden. Vor der Durchführung dieser hochspezifischen Teste, die nur von wenigen Speziallaboratorien angeboten werden, sollte in jedem Fall Kontakt zum Facharzt für Laboratoriumsmedizin aufgenommen werden. Liegt dagegen eine Thromboseneigung vor, muss in jedem Fall ein Antiphospholipidsyndrom (APS) ausgeschlossen werden. Zum Nachweis eines Antiphospholipid-Antikörpersyndroms gehören die Bestimmung der Anti-Cardiolipin-Antikörper (aus Serum), die sich nicht auf die Gerinnungsteste auswirken und der Nachweis von gerinnungswirksamen Phospholipiden, den sogenannten Lupus-Antikoagulantien, bei deren Nachweis das Thromboserisiko deutlich gesteigert ist. Während die Lupus-Antikoagulantien neben einem besonders sensitiven Test für die aPTT auch durch die Messung der „Dilute Russell‘s viper venom time (dRVVT)“ bestimmt werden können, werden die Anti-Cardiolipin-Antikörper mittels eines ELISA-Testes bestimmt. Hinweise durch erhöhte Blutungungsneigung Eine erhöhte Blutungsneigung bei aPTT-Verlängerung deutet dagegen auf einen angeborenen oder in seltenen Fällen auch erworbenen Faktorenmangel im intrinsischen System hin. So tritt der Faktor VIII-Mangel bei der Hämophilie A und bei einigen Konduktoren der Hämophilie A auf. Außerdem findet man ihn bei bestimmten Fällen des von Willebrand-Syndroms (Typ 2, Normandie). Eine ebenfalls verlängerte aPTT mit Blutungsneigung findet sich auch bei der Hämophilie B und einigen Konduktoren der Hämophilie B, die durch einen Faktor IX-Mangel verursacht werden. Äußerst selten dagegen ist ein Faktor XI-Mangel Ursache für eine Blutung. Sollte dagegen eine Blutung ohne Faktorenmangel vorliegen, könnte dies auf eine Fibrinpolymerisationsstörung hinweisen, die durch den Nachweis einer verlängerten Thrombin- oder Reptilasezeit bestätigt werden kann. Bei einem bestätigten Faktorenmangel sollte das weitere diagnostische Vorgehen, wie der Einsatz von molekulargenetischen Testen sowie eine Multimeren-Analyse im Fall eines Verdachtes auf von Willebrand Faktor mit dem Facharzt für Laboaktuell

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aPTT

Isolierte Verlängerung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit

Diagnostische Pfade

Sammelexemplar 14

Diagnostische Pfade in der Laboratoriumsmedizin

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SERVICE S erie ratoriumsmedizin abgesprochen werden, um eine zügige und kostenschonende Stufendiagnostik einzuleiten. Die Durchführung von Messungen des Hemmkörperspiegels nach der BethesdaMethode ist ebenfalls nur nach Absprache zwischen diagnostisch und therapeutisch tätigen Ärzten sinnvoll.

Differenzialdiagnosen entstehen kann, deren Abklärung nur gelingen kann wenn ein enger Austausch von klinischen und laboratoriumsmedizinischen Ergebnissen zwischen den ambulant tätigen Haus- und Fachärzten und den Fachärzten für Laboratoriumsmedizin möglich ist.

Zusammenfassend ist also auch die Abklärung einer zufällig festgestellten Verlängerung der aPTT ein gutes Beispiel, wie aus einem einfachen Testergebnis ein ganzer Strauß von möglichen

Literatur:

Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt, Lübeck „Labor und Diagnose“, L. Thomas TH Books Verlagsgesellschaft mbH 8. Auflage 2012

Isolierte Verlängerung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit

Isolierte aPTT-Verlängerung

Eingangsdiagnostik Zufallsbefund

Erneute aPTT-Bestimmung (nicht unter Heparin)

verlängert

Vorbefund: Heparin lange Lagerung langer Transport unterfüllte Monovetten

Nein

Ja Verdachtsdiagnose Klin. Bild

Labor

Nein

Diagnose

Abklärung weitere Ursachen

Asymptomatisch

Thromboseneigung

Blutungsneigung

Faktor XII

Antiphospholipid AK

Faktor VIII,IX,XI vWF

vermindert

positiv

Ja

Nein

Faktor XII-Mangel

vermindert

Ja

Nein

Antiphospholipidsyndrom

V. a. Fibrinpolymerisationsstörung

Ja

Bestätigungsuntersuchung

Präkallikrein/High-molecularWeight-Kininogen

vermindert Nein

Diagnose

Normvariante

vermindert Ja

Nein

VorfaktorenMangel

Thrombinzeit Reptilasezeit

„Transienter“ Faktorenmangel

Ja

Einzelfaktorenmangel oder von WillebrandErkrankung

Nach „Klinikhandbuch Labordiagnostische Pfade“, W. Hofmann, J. Aufenanger, G. Hoffmann (Hrsg.), De Gruyter Verlag, 2. Auflage, 2014

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Service

Veranstaltungen KVSH

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

12. September 2015, 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr

CT und MRT des Herzens – 1. Teil: Herz-MRT

5. August 2015, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe

Ort: Elbkuppelsaal des Hotels Hafen Hamburg, Seewartenstraße 9, 20459 Hamburg Info: Sekretariat: M. Schumacher, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck. Tel. 0451 500 2129, Fax 0451 500 6497. Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 28.8.2015 erbeten. E-Mail: sekretariat-radnuk@uksh.de www.uksh.de

12. September 2015, 9.00 Uhr bis 19.30 Uhr

3. Schleswig-Holsteiner Psychotherapeutentag der DPtV

Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Ort: Wissenschaftszentrum Kiel, Fraunhoferstraße 13, 24118 Kiel Info: Workshops zu verschiedenen Themen: Die Wege zum Vertragspsychotherapeuten, Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen, Interkulturelle Aspekte in der psychotherapeutischen Praxis, Geschlechtsidentitätsstörungen und vieles mehr. Anmeldeformular unter: www.dptv-sh.de

23. September 2015, 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Notfallmanagement in der Arztpraxis

Schleswig-Holstein 8. Juli 2015, 14.30 bis 18.00 Uhr

Brustkrebs – Neue psychoonkologische Ergebnisse – Rezidivangst und Auswirkungen auf die Partnerschaft Ort: Hotel Mercure, Hanseatenplatz 2, 25524 Itzehoe Info: Referent: Prof. Dr. Tanja Zimmermann, Veranstalter: Forum Psychotherapie Steinburg e. V., Akkreditierung beantragt E-Mail: praxis@dr-braukhaus.de http://psychotherapie-steinburg.de/Fortbildungsplanung.html

15. Juli 2015, 13.30 bis 15.00 Uhr

EtG – ein Marker für Alkoholkonsum – Nachweis und Bedeutung

Ort: media docks, Willy-Brandt-Allee 31a, 23554 Lübeck Info: Anmeldung: Ärztegenossenschaft Nord eG, Bahnhofstr. 1-3, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 9999 0 E-Mail: kontakt@aegnord.de www.aegnord.de

23. September 2015, 13.30 bis 15.00 Uhr

Zeichen und Symbole von Subkulturen Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9-15, 23562 Lübeck, Vortragsraum Haus 2 Info: Sibille Wolfgram, Kunsttherapeutin, AHG Klinik Lübeck, Tel. 0451 5894 0, Fax 0451 5894 331, die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9-15, 23562 Lübeck, Vortragsraum Haus 2 Info: Referent: Dr. Detlef Haase, Bereichsleiter Toxikologie, Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin, Helios Klinik Schwerin, Tel. 0451 5894 0, Fax 0451 5894 331, die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

30. September 2015, 19.30 Uhr

3. September 2015, 20.00 Uhr

Ort: Conventgarten, Rendsburg Info: Referent: Prof. Dr. K. Maser, Kiel, Fortbildungspunkte werden beantragt E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

Interventionelle Therapiemöglichkeiten an Herz und Hirn Ort: Conventgarten, Rendsburg Info: Referent: Dr. U. Pulkowski, Prof. Dr. E. El Mokhtari, Rendsburg, Fortbildungspunkte werden beantragt E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

7 | 2015

Nordlicht

Balintgruppe Eckernförde Ort: Langebrückstraße 20, 24340 Eckernförde Info: Dr. Gaissmaier – Tel. 04351 76 77 38. E-Mail: dr.m.f.x.gaissmaier@t-online.de

15. Oktober 2015, 20.00 Uhr

Umwelttoxikologie – was ein Arzt wissen sollte

aktuell

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 44

Nordlicht

Delegations-Vereinbarung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Helga Hartz ������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Janin Looft��������������������������������������������������������������������������������������� 324 Ermächtigungen Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 aktuell

7 | 2015


Service kontakt

Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 7 | 2015

Nordlicht

Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 577 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Christopher Lewering����������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Paap���������������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin)��������������������������������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445

aktuell

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Service kontakt

Umweltmedizin/Umweltausschuss Tanja Glaw �������������������������������������������������������������������������������������� 685 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Impressum

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Nordlicht aktuell Prüfungsstelle

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v.i.S.d.P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������������� buero@kreisstelle.dithmarschen

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 7 | 2015

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

aktuell

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EINLADUNG

INFOMARKT DER KVSH 22. Juli 2015 von 14.00 bis 17.00 Uhr im Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg

ldung ist Eine Anme erlich. nicht erford

Die Stände: - Abrechnung - Honorarverteilung - IT in der Praxis - Qualitätssicherung - Verordnungen - Struktur und Verträge - Praxisberatung

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: André Zwaka Tel: 04551 883 327 E-Mail: andre.zwaka@kvsh.de

Nordlicht 07 2015 web  
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