Issuu on Google+

nr. 7 | 2012

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassen채rztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

A

K

T

U

E

L

Juli 2012 | 15. Jahrgang

L

Neuer HVM

se r ab vi se ces it ei e te 40 n

Vieles besser Machen


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 7 | 2012

Aus dem Inhalt

TITELTHEMA 04 Neuer HVM: Was sich ab dem vierten Quartal 2012 ändert

Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat entschieden, dass in Zukunft folgender honorarpolitischer Grundsatz gilt: Mehr Schleswig-Holstein – weniger Berlin in der Honorarverteilung. Lesen Sie im Titelthema, welche konkreten Neuerungen ab dem 4. Quartal 2012 im neuen HVM verankert sind.

08 Abgeordnetenversammlung: Abstimmung und Abschied

12

NACHRICHTEN Kompakt Gesundheitspolitik

14 Zwei Frauen an der Spitze

des Gesundheitsministeriums

04

16 Kieler Spitze: „Be Schleswig-Holstein“ 17

Bilanz nach fünf Jahren: MammographieScreening-Programm in Schleswig-Holstein

Praxis & KV 18 Interview mit dem neuen KVSH-Vorstand 20 Umfrage: Arztberuf mit Licht und Schatten 21

Leserbriefe

22 Keine Chance den Keimen: Das bringt das neue Infektionsschutzgesetz

24 Mehr Sicherheit und Wirtschaftlichkeit: Arzneiverordnungssoftware mit neuen Funktionen

26 Anmelderekord beim Info-Tag für

Existenzgründer und Praxisabgeber

28 Tag der Niedergelassenen in Berlin 30 Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen 33 „Klug kodieren leicht gemacht“: Neubildungen (Teil 1)

35 ZIPP: Bundesweite Befragung zu Praxiskosten 36 Vertragspsychotherapie von A bis Z (3. Teil)

Die Menschen im Land 38 Ausbildung in Szene gesetzt: Film ab in der Lehrpraxis von Dr. Johannes Gerber

SERVICE 40 Sicher durch den Verordnungs-Dschungel:

Seit dem 1. Juli 2012 stehen die neue Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Ralph Ennenbach an der Spitze der KVSH. Lesen Sie im Interview, welche inhaltlichen Schwerpunkte sich das neue Führungsduo setzt, wo beide die größten Herausforderungen und Hindernisse erwarten und wie sie sich die Zusammenarbeit vorstellen.

18 38

Die Praxis von Dr. Johannes Gerber in Burg auf Fehmarn ist Lehrpraxis für Allgemeinmedizin und wurde nun zum Drehort. Ein Team der KVon-Redaktion filmte dort während eines ganz normalen Ausbildungstags.

Neues aus der Welt der Verordnungen

41 Sie fragen – wir antworten 42 Seminare

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

43 Termine 2

Nordlicht

aktuell

7 | 2012


Nordlicht nr. 7 | 2012 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, was Sie sich wünschen … von einer neuen Vorstandsvorsitzenden hat man mir in den letzten Wochen vor Amtsantritt von vielen Seiten mit auf den Weg gegeben: Freiberuflichkeit betonen, Flagge in Kassenverhandlungen zeigen, Ärzte aller Fachrichtungen näher zusammenbringen, politisch klug agieren, Berlin immer kritisch beobachten, für Ärztenachwuchs sorgen, endlich die Bürokratie abbauen. Die Liste lässt sich fortsetzen und sie zeigt, wie vielfältig und spannend die Aufgaben dieses Amtes sein werden. Dabei ist noch nicht mal davon gesprochen worden, wie es ist, wenn man die Chefposition eines 5-Frau-Betriebes mit der einer 300-Mann/Frau-Firma tauscht. Was ich mir wünsche … ist eine immer offene, sachgerechte und zielgerichtete Kommunikation. Innerhalb der Ärzteschaft und mit den Mitarbeitern des Hauses, mit unseren Vertragspartnern, mit der Aufsichtsbehörde und all denen, mit denen eine KV immer im Gespräch bleiben will. Gemeinsame Zielerreichung und die Stärkung der Attraktivität unseres Berufsstandes gelingen nur auf diese Weise. Es wird für Sie alle immer ein offenes Ohr und Einsatz da sein. Alle guten Wünsche an mich endeten immer mit dem Satz: „Mache es mal so wie Ingeborg Kreuz, dann wird´s schon werden!“ Ist das nicht das schönste Kompliment, das man ihr zu ihrem Ausscheiden machen kann? Auf gute Zusammenarbeit!

Dr. Monika Schliffke

7 | 2012

Nordlicht

aktuell

3


Titelthema D er n e u e H V M

Vieles besser machen

< Es gab einmal einen D-Mark-Schein, der auf seiner Rückseite das Holstentor zeigte. Mit damaliger Einführung neuer D-Mark-Noten wurde das Lübecker Wahrzeichen aus dem Geldverkehr gezogen. Von da an zierte das Brandenburger Tor einen Geldschein. Nach Beschluss der Abgeordnetenversammlung vom 12. Juni 2012 ist mit Wirkung ab dem vierten Quartal dieses Jahres wieder mehr Schleswig-Holstein als Berlin in unserer Honorarverteilung. Ein großer Schritt auf dem Weg zurück ins Land ist die Basierung der RLV-Fachgruppentöpfe auf dem Vorjahresquartal. Der Bewertungsausschuss hatte im Vorblick auf die Re-Regionalisierung der Honorarverteilung die Arztgruppentöpfe auf Basis des Jahres 2008 belassen. Ein HVM im Jahr 2013, der Gruppenbesitzstände fünf oder mehr Jahre bewahrt, engt auch die Entwicklungsmöglichkeiten des einzelnen Arztes ein. Mit dem Bezug Vorjahresquartal werden nun RLV- und QZV-Fallzahlen mit den Arztgruppentöpfen synchronisiert (siehe Abb. 1). Dadurch konnten im neuen HVM einige Sonderreglungen abgelöst werden. So entfällt die Topfanpassung, wenn sich die Zahl der Ärzte innerhalb einer Gruppe um ± 10 Prozent gegenüber 2008 änderte. Auch der systematische Ausgleich eines praxisindividuellen Honorarverlusts von mehr als 15 Prozent gegenüber 2008 entfällt. Nach vier Jahren Honorarreform muss zunächst einmal von der Anpassungsfähigkeit in den Arztpraxen ausgegangen werden. Individuelle Härten werden auf Antrag eines Arztes weiterhin geprüft. 4

Nordlicht

BAG-Aufschläge Allerdings sorgt die neue Basierung auch für neue Verwerfungen zwischen den Arztgruppen. Mit Hilfe von Gewinn- und Verlustanalysen zeigte sich in den Diskussionen des HVM-Ausschusses, dass durch eine Änderung der Aufschläge für Berufsausübungsgemeinschaften (BAG-Aufschläge) die Verwerfungen abgemildert werden konnten. Wichtigste Änderung ist, dass die QZV nicht mehr aufschlagfähig sind. Da sie zumeist aus Einzelleistungen gebildet werden, ist eine Benachteiligung von BAG gegenüber Einzelpraxen nicht gegeben. Des Weiteren wird der Aufschlag für alle BAG mit 10 Prozent festgesetzt. Für fach- und/oder ortsübergreifende BAG entfällt die Ermittlung nach dem Kooperationsgrad. Auch hier gilt: Praxisbesonderheiten werden auf Antrag eines Arztes geprüft (siehe Abb. 2).

aktuell

7 | 2012


7 | 2012

Nordlicht

aktuell

Teilermächtigte Hausärzte

Kinderpneumologen

Kinderkardiologen

Kinderärzte

12%

Hausärzte

Teilermächtigte Fachärzte & KH

Humangenetiker

Kinder- & Jugendpsychiater ohne SPV

Kinder- & Jugendpsychiater mit SPV

Psychiater

Radiologen & Nuklearmediziner

Kardiologen & Angiologen

Rheumatologen

Pneumologen

Nephrologen

Onkologen

Gastroenterologen

Endokrinologen

Fachinternisten ohne SP

Neurologen

Urologen

Orthopäden -2,5%

-86.183 € Teilermächtigte Hausärzte -59,9%

92.017 € -84.465 €

127.044 € Kinderkardiologen 18,1% Kinderpneumologen -7,6%

324.574 € Hausärzte 0,5% Kinderärzte 2,3%

-305.335 € Teilermächtigte Fachärzte & KH -24,6%

7.341 € Kinder- & Jugendpsychiater ohne SPV 5,9% -247.901 €

Kinder- & Jugendpsychiater mit SPV 10,3%

Humangenetiker -66,8%

462.011 € 92.675 €

Psychiater 75,2%

180.222 €

-378 €

Radiologen & Nuklearmediziner 2,4%

Kardiologen & Angiologen 0,0%

63.462 €

44.187 €

24.928 €

-7.835 €

171.348 €

59.784 €

755 €

4.162 €

9.891 €

705.759 €

152.109 €

3.805 €

158.169 €

236.096 €

-148.812 €

-186.536 €

-36.393 €

-193.395 €

-155.437 €

Pneumologen 10,2%

Neuregelung

Rheumatologen 19,0%

Nephrologen -8,8%

Onkologen 4,8%

Gastroenterologen 2,2%

Endokrinologen -6,9%

Fachinternisten ohne SP -10,1%

Neurologen 38,3%

Urologen 3,0%

Physikalisch-Rehab. Mediziner -7,2%

-800.000 €

-1.021.696 €

-1.000.000 €

Nervenärzte -20,4%

Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen 1,9%

Hautärzte 0,1%

Phoniater 15,1%

HNO-Ärzte 17,8%

Gynäkologen 2,1%

Neurochirurgen 0,8%

Chirurgen -4,2%

-600.000 €

Physikalisch-Rehab. Mediziner

Orthopäden

Nervenärzte

Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen

Hautärzte

Phoniater

HNO-Ärzte

-1.200.000 €

Gynäkologen

-400.000 € -54.370 €

200.000 €

Augenärzte 2,9%

0€

Anästhesisten -5,8%

400.000 €

Neurochirurgen

-200.000 €

Chirurgen

Augenärzte

Anästhesisten

Titelthema

Abb. 1 Veränderung der Gesamtvolumen durch Basierung Vorjahresquartal & BAG-Aufschlag auf RLV 10% & Neuregelung NER/NEU/PSY Simulation RLV 3/2011

800.000 €

600.000 €

Abb. 2

Prozentualer Anteil des BAG- Aufschlags am Gesamtvolumen Simulation RLV 3/2011

16%

14%

bisher neu

10%

8%

6%

4%

2%

0%

Die Konzentration der BAG-Aufschläge auf die RLV und die Abkehr vom Kooperationsgrad kann insbesondere Auswirkungen bei Nephrologen, Internisten ohne Schwerpunkt, sowie Physikalische Rehabilitative Medizin haben. Hier ist ein Einzelfall auf Antrag des Arztes bzw. der Praxis zu prüfen.

5


Titelthema D er n e u e H V M

QZV

RLV

Nervenfächer Eine Sondersituation gibt es bei den Nervenärzten. Der Fachgruppentopf 2008 war nach den Vorgaben des Bewertungsausschusses um über 40 Prozent zu erhöhen, weil die Neustrukturierung der EBM-Kapitel in 2010 Berücksichtigung finden sollte. Weil Nervenärzte gemäß Weiterbildungsordnung nicht mehr nachwachsen und damit eine rückläufige Arztzahl aufweisen, soll der Verlust an Versorgung durch Neurologen und Psychiater kompensiert werden. Aus diesem Grund werden die Arztgruppentöpfe der drei Nervenfächer auf Basis des durchschnittlichen nervenärztlichen Leistungsbedarfs des Vorjahresquartals zusammengeführt. Während die Psychiater weiterhin als eigenständige Arztgruppe in diesem Topf verbleiben, gelten für Nervenärzte und Neurologen einheitliche RLV und QZV. Die kleine Gruppe der Kinder- und Jugendpsychiater klassischer Prägung – also ohne Teilnahme an der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung – wird den Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gleichgestellt. Sie erhalten eine zeitbezogene Kapazitätsgrenze und sind damit nicht mehr der starken Arztgruppentektonik ausgesetzt. HNO-Ärzte und Phoniater Für die Gruppen der HNO-Ärzte und der Phoniater werden die Fachgruppentöpfe mindestens auf Basis 2008 plus 12,8 Prozent berechnet. Dies sichert den beiden Gruppen bis Ende 2013 die Umsetzung der neuen EBM-Leistungen in den Praxisalltag. Freie Leistungen Schmerztherapeuten mit regelhafter Abrechnung der 30704 EBM erhalten für die Leistungen 30.7.1 EBM eine Vergütung mit Preisen der Euro-Gebührenordnung. Regelhaft bedeutet, dass die 30704 EBM nicht vereinzelt, sondern in fast jedem schmerztherapeutischen Fall angesetzt wird. Damit entfällt die seit dem 3. Quartal 2010 eingeführte Förderung dieser Leistungen. Die Beratungen zur künstlichen Befruchtung (08520 und 08521 EBM) waren ehemalige aMGV-Leistungen und sind gemäß dem Übereinkommen im Arbeitsausschuss des Bewertungsausschusses der MGV zuzuordnen.

6

Nordlicht

Neues bei RLV und QZV Aus dem Kreis der Abgeordneten kam die Anregung, bei der Fallwertminderung für Ärzte in BAG die durchschnittliche RLV-Fallzahl der fachgleichen Ärzte in der BAG zu berücksichtigen. Diese Anregung ist nun in eine entsprechende HVM-Regelung übergegangen. Die Möglichkeit, Ärzte in Kleingruppen (weniger als 20 Ärzte) von der Fallwertminderung auszunehmen, ist erweitert worden. Dies entlastet sogenannte Versorgerpraxen. Das QZV (bzw. Praxisbesonderheit) Polysomnografie wird im fachärztlichen Versorgungsbereich arztgruppenübergreifend auf Basis 2011 fixiert. Ab dem 4. Quartal 2012 gilt für die Zuweisung nicht mehr der Leistungsfall, sondern der prozentuale Anteil des Arztes an der entsprechenden Vergütung im Vorjahresquartal. Damit entfällt auch die seit dem 1. Quartal 2011 bestehende Förderungsmaßnahme für diesen Leistungsbereich. Die bisherigen QZV der speziellen schmerztherapeutischen Versorgung werden für Ärzte, die nicht die 30704 EBM abrechnen, ebenfalls entsprechend der Vergütung im Vorjahresquartal zugewiesen. Die seit dem 3. Quartal 2010 bestehende Förderungsmaßnahme kann entfallen. Im Bereich der Sonderregelungen wurde konkretisiert, dass • auch bei Nachbesetzungen von Arztstellen die Fallzahl des Vorgängers zur RLV-Bestimmung herangezogen werden kann, sofern die Vorgängerpraxis nicht mehr als 500 m vom jetzigen Standort entfernt war, • bei Rückgabe der Zulassung eines fachgleichen Praxispartners das RLV in der weitergeführten Praxis verbleibt (bei ortsungleichen BAG innerhalb eines Umkreises von 500 m), • Praxisbesonderheiten im RLV-Fallwert vorliegen, wenn die Fallpunktzahl des Arztes mindestens 30 Prozent über der durchschnittlichen Fallpunktzahl seiner Gruppe liegt, • bei unangemessener Auswirkung von der Fallwertminderung abgesehen werden kann, • EBM-bedingte Honorarverluste keine unbilligen Härten darstellen.

aktuell

7 | 2012


Titelthema

ON Sonderregelungen

HVM

Das war die erste große Etappe Richtung Holstentor. Im Schatten des Brandenburger Tors verbleiben die von der KBV zu bestimmenden Vergütungsregelungen vor Trennung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Die bedeutendsten Änderungen finden im Laborbereich statt. Vergütung der Laboratoriumsmedizin Der Vorwegabzug für den Leistungsbereich Labor wird, weil er zu den Vergütungen vor Trennung zählt, nach den Vorgaben der KBV gebildet. Er basiert auf dem Leistungsbedarf aus dem entsprechenden Quartal 2008, korrigiert um eine HVV-Quote Labor und weiterentwickelt mit den Steigerungen der MGV ab 2009. Aus diesem Vorwegabzug sind zu den Preisen der regionalen EuroGebührenordnung zu vergüten • der Laborwirtschaftlichkeitsbonus, • die Grundleistungen für Laborärzte (12220 und 12221 EBM) mit dem Anpassungsfaktor 1,4588, was dann einem Punktwert von 5,11 Cent entspricht, • die Laborversandpauschale 40100 EBM sowie • die Gebührenordnungspositionen 32025, 32026, 32027, 32035, 32036, 32037, 32038, 32039, 32097 und 32150 EBM. Die übrigen Laboratoriumsuntersuchungen der Abschnitte 32.2 und 32.3 EBM werden auf Basis der Preise der regionalen EuroGebührenordnung, multipliziert mit der bundeseinheitlichen Abstaffelungsquote „Q“, vergütet. Sie beträgt derzeit rund 95 Prozent. Mit dieser Quote hat die KBV bundeseinheitliche Preise für die betreffenden Laborleistungen gebildet.

Arztgruppen

Referenzfallwert in Euro

Rheumatologen, Endokrinologen

40

Nuklearmediziner, Hämatologen

21

Dermatologen, Gynäkologen, Pneumologen, Urologen

4

Das Budget wird aus der aktuellen Fallzahl und dem Fallwert gebildet. Innerhalb des Budgets werden die Kostenerstattungen 32.3 EBM mit der bundeseinheitlichen Abstaffelungsquote „Q“ vergütet. Bei einer Budgetüberschreitung erfolgt die Vergütung praxisindividuell quotiert. Die Budgets sind nicht mit RLV und QZV verrechnungsfähig. Organisierter Bereitschaftsdienst Der Vorwegabzug für den organisierten Bereitschaftsdienst und Notfallbehandlungen wird nun über einen Anteil von 3,1 Prozent der MGV bestimmt. Dies entspricht den bisherigen Mitteln in Höhe von 24,3 Mio. Euro pro Jahr. Dieses Minimum soll auch weiterhin gelten. Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass im HVM nun drei Honorarausgleichsfonds verankert sind. Die Vergütungsanteile vor Trennung, sowie die separaten Anteile für Hausärzte und für Fachärzte erfordern dies. Die Fonds dienen dem Ausgleich von Schwankungen im Fremdkassenzahlungsausgleich sowie den Rückflüssen aus Regressen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen.

Allerdings gilt dieser bundeseinheitliche Preis nicht für „NichtLaborärzte‘‘. Unter dieser neuen Arztbezeichnung führt die KBV die Spezial-Eigenlabore diverser Arztgruppen. Für sie gelten arztgruppenspezifische fallwertbezogene Budgets.

Ekkehard Becker, KVSH

Abgeordnetenversammlung HVM beschlossen Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat am 13. Juni 2012 einen Honorarverteilungsmaßstab (HVM) mit Wirkung zum 1. Oktober 2012 beschlossen. Den HVM finden Sie auf der Homepage der KVSH unter www.kvsh.de/KVSH/Rechtsquellen/HVM. Auf Anfrage senden wir Ihnen eine Druckversion zu (Cordelia Dost Tel. 04551 883 486).

7 | 2012

Nordlicht

aktuell

7


Titelthema A bgeord n ete n versamml u n g

Abgeordnete segnen neuen HVM ab Letzter Auftritt der scheidenden Vorstandsvorsitzenden vor dem Ärzteparlament Zwei Höhepunkte prägten die Juni-Sitzung der Abgeordnetenversammlung, einer emotional, der andere eher trocken: Dr. Ingeborg Kreuz trat ein letztes Mal als Vorstandsvorsitzende vor die gewählten Vertreter der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten und verabschiedete sich nach sechs Jahren Vorstandszugehörigkeit von den Mitgliedern des Gremiums. Darüber hinaus stand eine für die Ärzteschaft im Norden wichtige Abstimmung auf der Tagesordnung: Die Beschlussfassung über einen neuen Honorarverteilungsmaßstabes (HVM).

nimmt, ist er doch das Resultat sehr umfassender Beratungen, insbesondere im HVM-Ausschuss. Das verdeutlichte der Vorsitzende des Gremiums, der Abgeordnete Prof. Dr. Jens-Martin Träder aus Lübeck. Die Ausschussmitglieder hatten sich mit einer Reihe von Modellen beschäftigt und diese durchrechnen lassen. Überzeugen konnte jedoch keine der möglichen Varianten, weshalb sich die Erkenntnis durchsetzte, dass es besser sei, den bisherigen HVM zur Grundlage zu nehmen und dort nachzusteuern, wo Handlungsbedarf erkennbar wird.

Mehr Schleswig-Holstein, weniger Berlin So verschieden beide Tagesordnungspunkte zunächst klingen, so sehr stehen sie in einem Zusammenhang. Denn der Vorstand der KVSH mit Kreuz an der Spitze hatte in den zurückliegenden Jahren mit Unterstützung der Abgeordneten unermüdlich für eine Rückverlagerung vor allem der Kompetenzen im Honorarbereich in die Regionen gekämpft. Die Forderung unter dem Motto „Mehr Schleswig-Holstein, weniger Berlin“ durchzog die Vorstandsarbeit in der zu Ende gehenden Amtszeit wie ein roter Faden.

Und doch fügen sich die Änderungen im Detail zu einem Ganzen. Deutlich wurde aus den Erläuterungen Träders, dass es Richtschnur des Handelns war, eine hohe Planungssicherheit zu bieten und dort, wo Änderungen nötig sind, diese pragmatisch und mit dem Ziel der Vereinfachung vorzunehmen.

Der Erfolg des Einsatzes für eine Rücknahme der Entmachtung der KVen in Honorarfragen durch die Zentralisierungspolitik der einstigen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wurde mit der Abstimmung über den neuen HVM – den ersten HVM „Made in SchleswigHolstein“ seit Jahren – erlebbar.

„Ziel ist es, den Praxen ein Höchstmaß an Planungssicherheit zu geben.“ Prof. Dr. Jens-Martin Träder

Mit dem im Januar in Kraft getretenen Versorgungsstrukturgesetz wurde nicht nur die Zuständigkeit für den HVM wieder in die Hände der regionalen ärztlichen Selbstverwaltung gelegt. Zugleich beschnitt der Gesetzgeber das bisherige Mitspracherecht der Krankenkassen. War bislang Einvernehmen mit den Krankenkassen herzustellen, reicht es nach der neuen Rechtslage aus, sie ins Benehmen zu setzen, d. h. im Wesentlichen über den neuen HVM zu unterrichten. Dieser gesetzlichen Pflicht ist die KVSH durch einen gemeinsamen Erläuterungstermin mit den Vertretern der Krankenkassen nachgekommen. Diese hätten, berichtete Ekkehard Becker, Leiter der Geschäftsstelle Operative Prozesse der KVSH, den HVM „generell wohlwollend“ zur Kenntnis genommen. HVM-Ausschuss setzt auf Kontinuität Obwohl der neue HVM keinen radikalen Bruch mit dem bisherigen Regelwerk darstellt, sondern sich auf den Abbau erkannter Defizite beschränkt und in einigen Bereichen Vereinfachungen vor8

Nordlicht

So bleiben RLV und QZV grundsätzlich bestehen. Mit Blick auf das Verfahren zur Berechnung der QZV habe sich der Ausschuss für möglichst viel Konstanz entschieden, erläuterte Träder. Ziel sei es, den Praxen bis zum Vorliegen eines überarbeiteten EBM, der für Mitte oder Ende 2014 angekündigt ist, ein Höchstmaß an Planungssicherheit zu bieten. Wesentlichste Änderung ist, dass sich das Basisjahr für die Berechnungen sogenannten Fachgruppentöpfe ändere. Um der Entwicklung des Leistungsbedarfs Rechnung zu tragen, wird künftig jeweils das Vorjahresquartal zur Berechnung herangezogen statt wie bisher das Jahr 2008. Eine weitere Sonderregelung fällt weg: Bisher galt, dass Praxen befristete Ausgleichszahlungen erhielten, wenn sich das Gesamthonorar um mehr als 15 Prozent gegenüber dem entsprechenden Quartal des Jahres 2008 verringerte. Dieser Automatismus entfällt im neuen HVM. Ebenfalls neu: Bei den Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) wird der Kooperationszuschlag auf zehn Prozent vereinheitlicht, für fach- und ortsübergreifende BAG entfällt die bürokratische Ermittlung von Kooperationsgraden. Durch den BAG-Aufschlag wird künftig nur noch das RLV, nicht aber das QZV erhöht. Träder warb dafür, bei Praxisbesonderheiten über Härtefallentscheidungen Lösungen herbeizuführen, die auf die tatsächliche Situation des Einzelfalls zugeschnitten sind. Die Abgeordneten honorierten die Fleißarbeit der Mitglieder des HVM-Ausschusses und gaben bei nur drei Enthaltungen und ohne Gegenstimme grünes Licht für den neuen HVM, der zum 4. Quartal 2012 in Kraft treten soll. Alle HVM-Neuerungen im Überblick finden sich ab Seite 4 dieser Nordlicht-Ausgabe.

aktuell

7 | 2012


Titelthema

Neuer stellvertretender AV-Vorsitzender: Dr. Uwe Bannert

Dr. Ingeborg Kreuz sprach zum letzen Mal als Vorstandsvorsitzende vor den Abgeordneten Der Bericht zur Lage der Vorstandsvorsitzenden war diesmal weit mehr als ein regelmäßiger Rechenschaftsbericht, denn Kreuz trat zum letzten Mal als KVSH-Chefin vor die Versammlung. Sie nutzte die Gelegenheit, Worte des Dankes an all jene zu richten, die sie in den zurückliegenden Jahren beim Einsatz für die gemeinsamen Interessen der schleswigholsteinischen Ärzteschaft unterstützt hatten. Ihr Dank galt den Mitgliedern der Abgeordnetenversammlung und des Beirates, dem langjährigen Vorsitzenden der AV, Dr. Jochen-Michael Schäfer und seinem Nachfolger, Dr. Christian Sellschopp sowie den Ehrenvorsitzenden der KVSH. Kreuz hob hervor, dass die Abgeordneten, wenn eine Entscheidung gefallen war, immer zu 100 Prozent hinter dem Vorstand gestanden hätten, was eine große Hilfe beim Engagement für die Anliegen der Ärzteschaft aus SchleswigHolstein gewesen sei. Anerkennung äußerte sie auch für die Arbeit der Kreisstellenvorsitzenden, die „das Herz und der Kern der KVSH“ seien. Ihr Engagement in den Regionen leiste einen wesentlichen Beitrag, die KVSH stark zu machen. Auch die enge Abstimmung mit den Berufsverbandsvorsitzenden hob die bisherige Vorstandsvorsitzende lobend hervor. „Eine so gute Zusammenarbeit gibt es woanders nicht“, zeigte sich Kreuz überzeugt. Mit Blick auf ihre Vorstandsarbeit der vergangenen sechs Jahre resümierte Kreuz, es sei eine Herausforderung, an der Spitze einer KV zu stehen, aber angesichts des konstruktiven Umgangs aller Beteiligten miteinander sei es in Schleswig-Holstein auch „besonders schön“, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung zu sein. 7 | 2012

Nordlicht

Im Namen der Abgeordnetenversammlung dankte der AV-Vorsitzende Sellschopp Kreuz ausdrücklich für das gute Miteinander von Vorstand und Ärzteparlament und die geleistete Arbeit in der zu Ende gehenden Amtszeit. Die Mitglieder der Versammlung und die anwesenden Vertreter der Kreisstellen und Berufsverbände verabschiedeten Kreuz mit minutenlangen stehenden Ovationen. Neuer Vize-Vorsitzender der Abgeordnetenversammlung Durch den Wechsel von Dr. Monika Schliffke an die Spitze der KVSH wurde eine Nachwahl erforderlich, denn bisher war die Ratzeburger Hausärztin stellvertretende Vorsitzende der Abgeordnetenversammlung. Um ihre Nachfolge bewarben sich drei Ärzte: Dr. Uwe Bannert, Psychiater aus Bad Segeberg, Dr. Axel Kloetzing, Hausarzt aus Horst im Kreis Steinburg sowie der Ostholsteiner Allgemeinmediziner Eckhardt Kibbel. Im ersten Wahlgang erreichte keiner der drei Aspiranten die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen (Bannert: 19 Stimmen, Kloetzing 14, Kibbel 5). In der Stichwahl schließlich hatte der Bad Segeberger Psychiater Bannert, der bereits in der vorherigen Wahlperiode das Amt des Vize-Vorsitzenden der Versammlung innehatte, die Nase vorn. Mit 21 Stimmen (Kloetzing 15 Stimmen) wurde er zum Stellvertreter des AV-Vorsitzenden gewählt. Da Dr. Monika Schliffke ab dem 1. Juli 2012 neue Vorstandsvorsitzende der KVSH ist, rückt Dr. Torsten Bartels aus Groß Grönau als Abgeordneter für sie nach. Seine Stellvertreterin ist Dr. Meike Will. Sie kommt ebenfalls aus Groß Grönau. Delf Kröger, KVSH

aktuell

9


NACHRICHTEN  KOMPAKT G e n eralversamml u n g

Niedersachse n / B a y er n

Ärztegenossenschaft sieht positiven Trend

Finanzspritzen für Landärzte Hannover/München – Das Land Niedersachsen stellt für die Niederlassung von Haus- und Fachärzten in ländlichen Regionen ab sofort zwei Millionen Euro Fördergeld zur Verfügung. Mit dem Geld wird in erster Linie die hausärztliche Tätigkeit gefördert. Aber auch Fachärzte können bis zu 30 Prozent der Fördersumme beanspruchen. Maßgebliches Kriterium für die Mittelvergabe ist das Unterschreiten eines bestimmten Versorgungsgrades in der Region, in der die Ärztin bzw. der Arzt aktiv wird. Gefördert werden Aufwendungen für den Erwerb, die Ausstattung oder vergleichbare Ausgaben, die mit der Einrichtung und dem Betrieb einer (Zweig-)Praxis zusammenhängen. Das können beispielsweise Nebenerwerbskosten, Kosten für medizinische Gerätschaften oder Praxismobiliar sein. Auch Anwerbungskosten für anzustellende Ärzte fallen darunter. Nicht förderfähig sind beispielsweise Vergütungsansprüche des Praxispersonals. Die Mittel könnten für die Jahre 2012 und 2013 beantragt werden.

Rendsburg – Die Kurve zeigt nach oben – so das Resümee des Vorstands der Ärztegenossenschaft Nord bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2011 auf der diesjährigen Generalversammlung. Geschäftsführer Thomas Rampoldt konnte ein positives Ergebnis präsentieren, das sogar über der Prognose lag. Die Mitglieder begrüßten den Kurs des Vorstandes, die Praxisnetze bei der Verbesserung regionaler Versorgungsstrukturen zu unterstützen. Hierzu zählen unter anderem verschiedene Projekte zur Entwicklung von Behandlungspfaden. Auch das Bemühen, neue Kooperationsformen zur Sicherstellung der Versorgung zu etablieren, fand Zustimmung. „Vieles, was wir schon vor Jahren prophezeit haben, ist so gekommen”, sagte Vorstandssprecher Dr. Klaus Bittmann zur aktuellen Situation. Und das, so waren sich alle Anwesenden sicher, rechtfertige positive Stimmung und Vorfreude auf die Zukunft der genossenschaftlichen Arbeit. Aber erfolgreiches Handeln allein mobilisiert nicht automatisch das Interesse der Genossenschaftsmitglieder an einer Zusammenkunft. Für die nächste Generalversammlung planen Vorstand und Aufsichtsrat mehr als einen Jahresbericht anzubieten, um neben wichtigen Gästen und einem kleinen Kreis der „Getreuen“ mehr Mitglieder anzusprechen.

D e u tscher B er u fsverba n d der H N O - Ä rzte

Neuer Landesvorsitzender Neumünster – Dr. Jan Löhler ist von den Mitgliedern des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. in SchleswigHolstein als Landesvorsitzender gewählt worden. Der 43-jährige Bad Bramstedter tritt somit die Nachfolge von Frau Dr. Doris Hartwig-Bade, Lübeck, an, die nach drei Amtsperioden nicht erneut kandidierte. Zu seinem Stellvertreter wurde Dr. Thomas Harder, Kiel, gewählt. Beide erhielten 94 Prozent der Stimmen. 10

Nordlicht

Auch der Freistaat Bayern will den ärztlichen Nachwuchs im ländlichen Bereich mit Subventionen und Stipendien fördern. Die Staatsregierung plant dafür insgesamt 4,5 Millionen Euro ein. Dazu soll die Gründung oder Übernahme von Hausarztpraxen in unterversorgten Gebieten mit 60.000 Euro unterstützt werden, teilte die Staatskanzlei mit. Voraussetzung ist, dass sich der Hausarzt in einem Ort mit höchstens 25.000 Einwohnern niederlässt und dort mindestens fünf Jahre als hausärztlicher Vertragsarzt tätig ist. Außerdem gibt es ein Stipendienprogramm für Medizinstudenten, die 300 Euro monatlich für maximal vier Jahre erhalten sollen. Wenn die Nachwuchsmediziner anschließend mindestens fünf Jahre im ländlichen Raum arbeiten, muss das Stipendium nicht zurückgezahlt werden. „Innovative Versorgungskonzepte“ können künftig mit bis zu 200.000 Euro gefördert werden. Das gilt z. B. für Ärztehäuser mit familienfreundlichen Arbeitszeiten oder Berufsausübungspraxen, die an jedem Wochentag von einem anderen Facharzt genutzt werden.

B roschüre

Neues Herzgruppenverzeichnis erschienen Kiel – Ab sofort steht die 7. Auflage des Herzgruppenverzeichnisses für Schleswig-Holstein als Broschüre zur Verfügung. Mit aktuellen Daten der anerkannten Herzgruppen und der Selbsthilfegruppen des Deutschen Diabetiker Bundes ist das Verzeichnis als Hilfestellung für alle Berufsgruppen gedacht, die mit Herzkreislauf-Patienten und/oder Diabetikern arbeiten und sich für die Weitervermittlung ihrer Patienten in die ambulanten Herzgruppen sowie den Selbsthilfegruppen vor Ort einen schnellen Überblick verschaffen wollen. Auskunft und Bestelladresse: Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e.V. Auguste-Viktoria-Str. 16; 24103 Kiel, Tel. 0431 5303136, E-mail info@herzintakt.net, www.herzintakt.net

aktuell

7 | 2012


NACHRICHTEN  KOMPAKT A O P - S tr u kt u rvertrag

P V S V erba n d

Vergütung ab 1. Juli 2012

Dr. Jochen-Michael Schäfer erneut Vorsitzender

Bad Segeberg – Die im Rahmen des mit der AOK Nordwest, dem BKK-Landesverband NORD, dem IKK-Landesverband Nord, der LKK Schleswig-Holstein und Hamburg, der Knappschaft sowie den durch den vdek vertretenen Ersatzkassen abgeschlossenen AOPStrukturvertrag abrechenbaren extrakapsulären Extraktionen der Linse (ECCE) der Kategorie 1 sowie der Kategorie 2 werden ab 1. Juli 2012 wie folgt vergütet: GOP

Vergütung

Operation

31351

432,49 Euro

Anästhesie

31822

133,99 Euro

Postop. Überwachung

31503

57,70 Euro

Anästhesie (alternativ)

31820

20,54 Euro

Anästhesie (alternativ)

31831

48,81 Euro

Dies betrifft folgende Operationsschlüssel: 5-144.35, 5-144.36, 5-144.37, 5-144.39, 5-144.3a, 5-144.3b, 5-144.3c, 5-144.3e, 5-144.3f, 5-144.3g, 5-144.55, 5-144.56, 5-144.57, 5-144.59, 5-144.5a, 5-144.5b, 5-144.5c, 5-144.5e, 5-144.5f, 5-144.5g

Berlin – Auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes der Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS Verband) wurde turnusgemäß ein neuer Vorstand gewählt. Der Geschäftsführende Vorstand wurde mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Einstimmig wurde Dr. Jochen-Michael Schäfer (PVS Schleswig-Holstein/ Hamburg), Facharzt für Allgemeinmedizin aus Kiel, erneut zum Vorsitzenden des Verbandes gewählt. Der PVS Verband sprach sich in einer einstimmig gefassten Resolution für die Beibehaltung des zweigliedrigen Krankenversicherungssystems aus. „Die Versorgungsqualität und finanzielle Stabilität des deutschen Gesundheitswesens beruhen ganz wesentlich auf der Dualität von gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Hiervon profitieren in der gemeinsamen Versorgungsstruktur alle Versicherten“, heißt es.

Die Vergütung gemäß oben stehender Tabelle ist für drei Jahre festgeschrieben. Die Vertragsunterlagen finden Sie auf unserer Homepage www.kvsh.de im Downloadcenter.

K ooperatio n e n

„Schmerznetz Flensburg“ schließt Versorgungslücke

Ä rzteschaft

Qualitätsmanagement positiv bewertet

 

Flensburg – Eine Lücke im Gesundheitswesen konnte in der Region Flensburg geschlossen werden: Dank der Kooperation verschiedener Partner im „Schmerznetz Flensburg“ konnte eine Schmerzambulanz etabliert werden. Sie befindet sich in den Räumlichkeiten der Anästhesie-Gemeinschaftspraxis Flensburg, im Haus Pniel der Diako in der Duburger Straße 81a. „Die hervorragende Zusammenarbeit der beiden Flensburger Krankenhäuser, der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein und der niedergelassenen Ärzte hat den Aufbau der Schmerzambulanz ermöglicht“, freut sich Christoph Vollmer, Facharzt in der Anästhesie-Gemeinschaftspraxis. Neben Vollmer stehen die Ärzte Dr. Friedrich von Velsen vom Diakonissenkrankenhaus, Dr. HansPeter Hansen vom Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital und die niedergelassene Neurochirurgin Dr. Gisela Runge bereit, um ab sofort die oft chronischen Leiden der Schmerzpatienten zu lindern. In mehreren Treffen und Schritten seit Sommer letzten Jahres haben die beiden Krankenhäuser und die niedergelassenen Ärzte die Schmerzambulanz auf ein neues Fundament gestellt. 7 | 2012

Nordlicht

Hamburg – Die niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte in Deutschland beurteilen Qualitätsmanagement (QM) positiver als vor zwei Jahren. Das berichtet die Stiftung Gesundheit in Hamburg. Sie stützt sich dabei auf die Studie „Qualitätsmanagement, Patientensicherheit und Hygiene in der ärztlichen Praxis 2012“. Danach gibt rund die Hälfte (49 Prozent) der Befragten an, die Arbeitsabläufe in ihrer Praxis hätten sich verbessert, seitdem sie ein QM-System eingeführt hätten. Sechs Prozent meinen, QM wirke sich eher negativ aus. 2010 verzeichneten 46 Prozent der Ärzte eine Verbesserung und 17 Prozent eine Verschlechterung. Der Rest der Befragten stellt keinerlei Einfluss des QM fest. Der Bereich, der am meisten von QM profitiert, ist das Sicherheitsmanagement, wozu zum Beispiel Fehlermanagement und Hygienepläne zählen: 58 Prozent der Ärzte erkennen hier Verbesserungen, während vier Prozent negative Effekte feststellen. Bei patientenbezogenen Prozessen wie Anamnese und Anmeldung sehen rund 40 Prozent der Ärzte Verbesserungen aufgrund des QM, drei Prozent kritisieren Verschlech­terungen. aktuell

11


NACHRICHTEN  KOMPAKT IDH

K ieler W oche

Medienpreis 2011 verliehen

Experten diskutierten über Versorgung

Kiel – Die Interessengemeinschaft der Heilberufe in SchleswigHolstein (IDH) hat den mit 2.000 Euro dotierten Medienpreis Gesundheit an Christian Trutschel von den Kieler Nachrichten verliehen. Ausgezeichnet wurde in erster Linie der Beitrag „Das große Vergessen“ im Journal der Kieler Nachrichten vom 29. Januar 2011, einer Doppelseite zur Alzheimerkrankheit. Insgesamt aber auch das aus mehreren Beiträgen bestehende Jahreswerk von Trutschel, „dem man ein echtes Interesse an der Medizin, insbesondere aber an den Betroffenen anmerke. Die Sachverhalte werden aus den Blickwinkeln verschiedener Akteure allgemeinverständlich beschrieben, sodass sich stets ein schlüssiges Gesamtbild ergibt“, so Dr. Carsten Leffmann, Hauptgeschäftsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein, bei der Preisverleihung, der auch noch ein Jurymitglied mit den Worten zitierte: „Man liest Herrn Trutschel einfach gerne“. In der IDH sind die Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung, Apothekerkammer und Apothekerverband, Psychotherapeutenkammer, Zahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Vereinigung zusammengeschlossen. Im 36. Jahr ihres Bestehens wurde der Medienpreis zum 11. Mal vergeben. Ausgezeichnet werden jeweils herausragende, objektive Berichte zu Gesundheitsthemen des Vorjahres.

K orr u ptio n s u rteil

BGH stärkt ärztliche Freiberuflichkeit Berlin – Kassenärzte, die für die Verordnung von Arzneimitteln Geschenke von Pharma-Unternehmen entgegennehmen, machen sich nicht wegen Bestechlichkeit nach Paragraf 299 StGB strafbar. Das hat der Große Senat für Strafsachen des Bundesgerichtshofs entschieden. Der niedergelassene Arzt handele weder als „Amtsträger“ noch als Beauftragter der gesetzlichen Krankenkassen, hieß es zur Begründung. Es sei vielmehr Aufgabe des Gesetzgebers, Regelungen zu schaffen, um illegales Verhalten im Gesundheitswesen strafrechtlich verfolgen zu können (Az. GSSt 2/11). 12

Nordlicht

Kiel – Wie in den vorangegangenen elf Jahren war auch 2012 wieder ein hochkarätig besetztes Expertengremium der Einladung des Fritz Beske Instituts für Gesundheits-SystemForschung zur gesundheitspolitischen Veranstaltung im Rahmen der Kieler Woche gefolgt. Thema war die Versorgung in Gesundheit und Pflege morgen und übermorgen.

Die Diskutanten, unter anderem der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses Dr. Rainer Hess, der Vorstandsvorsitzende der AOK NordWest Martin Litsch und der Sprecher der Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein Dr. Klaus Bittmann, waren sich grundsätzlich einig, dass der zunehmende Mangel an Ressourcen in Zukunft der bestimmende Faktor für die Gesundheitsversorgung und die Versorgung von Pflegebedürftigen sein wird. Es könne zwar regionale Unterschiede und innereuropäische Entwicklungen geben, die Einfluss auf die Dimension des Problems haben könnten, aber der Trend sei eindeutig. Prof. Fritz Beske, der plant, sich noch in diesem Jahr aus dem gesundheitspolitischen Tagesgeschäft zurückzuziehen, nutzte seine „Abschiedsvorstellung“ auf der Kieler Woche noch einmal, um eindringlich an die politisch Verantwortlichen zu appellieren, nicht länger die Augen vor den demografischen Tatsachen zu verschließen und der Bevölkerung rechtzeitig die Wahrheit über die bevorstehenden Herausforderungen zu sagen. Litsch warnte vor der Gefahr einer Instrumentalisierung der von Prof. Beske vorgelegten Zahlen durch einzelne Interessengruppen. Er sprach sich zudem für eine Priorisierungsdebatte und mehr ehrenamtliches Engagement aus. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) Wolfram-Arnim Candidus forderte, dass die unbequemen Zahlen auch an die Politik weitergegeben werden müssen. Er setzt zudem auf mehr Eigeninitiative und regte ein Bündnis aller im Gesundheitswesen Beteiligten an, die konkrete Lösungsvorschläge erarbeiten sollen. aktuell

7 | 2012


NACHRICHTEN  KOMPAKT O peratio n K arriere

K ampag n e

Messe für Medizinstudenten in Hamburg

Land.Arzt-Leben! goes Klinik

Hamburg – Am 1. Juni fand auf dem Gelände des Universitätsklinikums Eppendorf eine vom Deutschen Ärzte-Verlag organisierte Messe für Medizinstudenten unter dem Namen „Operation Karriere“ statt. 30 Kliniken und Gesundheitsunternehmen gaben Informationen über die zukünftigen Betätigungsfelder von angehenden Medizinern.

Hamburg – Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) setzt ihre Kampagne zur Gewinnung von Landärzten auch außerhalb der Hochschulstandorte Schleswig-Holsteins fort. Um Medizinstudenten für eine Arbeit als Landarzt zwischen Nordund Ostsee zu begeistern, informierte die KVSH nun am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE). Das Motto „Sei Chefarzt – werde Landarzt“, als Blickfang aufgedruckt auf eine ganze Serie von Umzugskartons, kam bei den Studierenden gut an. Viele nutzten die Gelegenheit für ein informatives Gespräch.

 

Niederlassungsberater der vier Nord-KVen beantworteten Fragen über die Voraussetzungen zur Führung einer eigenen Praxis und zu Fördermöglichkeiten für die Niederlassung. Von den 300 anwesenden Studenten fand jedoch nur ein kleiner Teil den Weg zum KV-Stand. Größere Resonanz fand der Stand bei den 120 Fachbesuchern. Hier handelte es sich überwiegend um ausgebildete Ärzte aus Hamburger Krankenhäusern. Die Niederlassungsberater konnten wichtige Informationen über ausgeschriebene Praxen, Regularien zur Vergabe von Zulassungen und insbesondere zu den neuesten Gesetzesänderungen – z. B. Aufhebung der Residenzpflicht – geben. Die KVSH nutzte die Messe außerdem, um bei den Medizinstudenten für die Tätigkeit als Landarzt zu werben. Promoterinnen informierten dazu über die Kampagne Land.Arzt.Leben! An die Messebesucher wurden Kongresstaschen mit Flyern, Aufklebern und „Edgar-Cards“ mit den Slogans „Mehr Arzt sein“ und „Sei Chefarzt, werde Landarzt“ verteilt.

B eha n dl u n gskoste n

PKV spart bei den Ärzten Berlin – Die Behandlung ihrer Versicherten bei niedergelassenen Ärzten hat die privaten Krankenversicherer (PKV) im Jahr 2011 weniger gekostet als im Jahr zuvor. Während die Versicherungsleistungen um 2,9 Prozent zunahmen, reduzierten sich die Kosten für ambulante Behandlungen um 0,9 Prozent. Wie die Ärzte-Zeitung berichtet, finden sich im PKV-Rechenschaftsbericht 2011 weitere Informationen: Die stärksten Steigerungen gab es bei den Zahnleistungen, die um 7,3 Prozent zulegten, für die stationäre Versorgung gab die PKV je Versicherten 6,5 Prozent mehr aus. Die Ausgaben für die Arzneimittelversorgung fielen dagegen um 2,2 Prozent.

7 | 2012

Nordlicht

M ilzbra n d

RKI rät Ärzten zu erhöhter Sensibilität Berlin – Nach zwei neuen Milzbrandfällen bei Heroinsüchtigen in Bayern hat das Robert Koch-Institut (RKI) Ärzte zu erhöhter Sensibilität aufgefordert. Mediziner sollten bei ausgeprägten Hautschwellungen an Beinen oder Armen frühzeitig eine Milzbrandinfektion in Erwägung ziehen, riet eine RKI-Sprecherin. „Das Problem ist, dass die Symptome einer Milzbrandinfektion schwer von einer normalen Haut- oder Weichteil-Infektion zu unterscheiden sind.“ Im Raum Regensburg hatten sich jüngst zwei Drogensüchtige mit Milzbrand infiziert, einer von ihnen starb kurz darauf. Seit 2009 sind nach RKI-Angaben in Deutschland fünf Drogensüchtige an Milzbrand erkrankt. Zu den Symptomen der durch Bakterien verursachten Krankheit gehören zum Beispiel Fieber, Schwellung und Verfärbung der Milz sowie ein allgemeiner Kräfteverfall. aktuell

13


gesundheitspolitik Nach der L a n dtagswahl

Weibliches Duo an der Spitze des Gesundheitsministeriums Foto: Thomas Eisenkrätzer

Foto: Kolja von der Lippe

Pinneberger Bürgermeisterin Kristin Alheit (SPD) wird Ministerin.

Kristin Alheit

Anette Langner

Namen sind Nachrichten. Und so spekulierte die Landespresse in den Wochen zwischen Landtagswahl und Ende der Koalitionsverhandlungen wild, wer wohl welches der Ministerien im Kabinett des neuen Regierungschefs Torsten Albig übernehmen könnte. Auch für das Sozial- und Gesundheitsressort zirkulierten in den Medien eine Reihe von Namen. Zum Zuge kam aber keiner der Gehandelten, sondern eine landespolitische Newcomerin: Kristin Alheit (SPD).

Plöner Landtagsabgeordnete Anette Langner wird Staatssekretärin Auch für die künftige Nummer zwei im Sozialministerium, das künftig offiziell den Namen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung tragen wird, stand die Gesundheitspolitik bislang nicht im Mittelpunkt ihres politischen Wirkens. Die neue Staatssekretärin Anette Langner (SPD) gehörte seit 2005 bis zu ihrer Ernennung zur Staatssekretärin dem Landtag an und war in der vergangenen Wahlperiode Mitglied des Wirtschaftsund des Europaausschusses des Parlaments. Die 51-Jährige aus Heikendorf im Kreis Plön studierte Rhetorik, Literaturwissenschaft und Geschichte in Tübingen und arbeitete nach ihrer Hochschulausbildung unter anderem als Marketingassistentin sowie als Personalentwicklerin und Geschäftsführerin in arbeitsmarktpolitischen Projekten. Der Ostholsteiner Anzeiger nannte die SPDPolitikerin kürzlich eine „als kompetent und fleißig bekannte Stegner-Kritikerin“.

Neue Ressortchefin landespolitisch ein unbeschriebenes Blatt Die 44-jährige Juristin Kristin Alheit kommt aus der Kommunalpolitik. Seit 2008 stand sie als Bürgermeisterin an der Spitze der Pinneberger Stadtverwaltung. Außerhalb der Kreisstadt ist die verheiratete Mutter zweier Kinder politisch bislang kaum in Erscheinung getreten. Einziges Amt auf Landesebene: Seit 2011 gehört sie als Beisitzerin dem Landesvorstand der SPD an. Alheit, in Kassel und Bremen aufgewachsen, studierte in Bremen und Frankfurt am Main Rechtswissenschaften und Politologie und arbeitete vor ihrer Wahl zur Bürgermeisterin als Rechtsanwältin sowie in den Finanzressorts von Hessen und Hamburg. Gesundheitspolitisch ist die neue Ministerin ein unbeschriebenes Blatt. In einem Presseinterview bekannte sie, zwar Vorkenntnisse über die anderen Zuständigkeitsbereiche des Ministeriums in der Kieler Adolf-Westphal-Strasse mitzubringen, sich in die Gesundheitspolitik aber erst „neu einarbeiten“ zu müssen.

14

Nordlicht

Gesundheitspolitik im Koalitionsvertrag nur Randthema Welche gesundheitspolitischen Schwerpunkte das neue Führungsduo setzen wird, ist bislang erst in Umrissen erkennbar, denn im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und SSW nimmt die Gesundheitspolitik keinen breiten Raum ein. Aussagen zur ambulanten Versorgung fehlen nahezu gänzlich. Die drei Parteien bekennen sich zwar allgemein dazu, dass es angesichts des demografischen Wandels „eine der großen Herausforderungen“ sei, „überall in Schleswig-Holstein eine gute aktuell

7 | 2012


gesundheitspolitik

Gesundheits- und Pflegeversorgung zu gewährleisten“, verzichten aber darauf, konkrete Maßnahmen zu benennen, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Einzig die Ausrichtung regionaler Gesundheits- und Pflegekonferenzen sowie einer Landesgesundheitsund -pflegekonferenz werden angekündigt. Teilnehmen sollen nach dem Willen der neuen Landtagsmehrheit „die Bevölkerung vor Ort und alle relevanten Akteure im Gesundheitswesen“. Wenig Konkretes zur ambulanten Versorgung In nur wenigen Zeilen wird die ambulante Versorgung abgehandelt. So kündigen die Koalitionspartner an, dass sie zur Sicherung einer flächendeckenden und wohnortnahen medizinischen Versorgung „die sektorenübergreifende medizinische Versorgung mit der Kassenärztlichen Vereinigung und der Krankenhausgesellschaft vorantreiben“ wollen. Auch das Bekenntnis zur Medizinerausbildung sowohl in Kiel als auch in Lübeck wird mit der „Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung“ begründet. In diesem Zusammenhang strebt die neue Regierungsmehrheit „die Stärkung des Faches Allgemeinmedizin auch durch die dauerhafte Besetzung des Lehrstuhls Allgemeinmedizin“ an. Lediglich in einem als Anhang zur Koalitionsvereinbarung veröffentlichten Dokument findet sich der ergänzende Hinweis, wonach es im ambulanten Bereich vor allem darum gehe, die „haus- und fachärztliche Versorgung auch in ländlichen Regionen zu sichern“. Hierfür seien „eine flexible Zusammenarbeit und neue Formen der Arbeitsteilung zwischen den Gesundheitsberufen“ erforderlich. Die neue Koalition setzt im Kapitel zur Gesundheitspolitik ganz eigene Prioritäten: Während sich die künftigen Regierungspartner zu den zunehmenden Schwierigkeiten, Arztsitze in den ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins nachzubesetzen, auf einen dürren Satz beschränken, wird unter dem Stichwort Prävention detailliert angekündigt, sich „im Dialog mit der regionalen Ernährungswirtschaft“ dafür einsetzen zu wollen, dass in allen Kantinen und Mensen in öffentlicher Hand künftig „mindestens ein vegetarisches Gericht“ auf dem Menüplan steht und „vorrangig regionale und saisonale Produkte, möglichst aus biologischem Anbau, verwendet werden.“ Koalition kündigt Landeskrankenhausgesetz an Auch dem Krankenhausbereich, dem die Parteien, die nun die Regierung bilden, traditionell stärkere Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, widmen die Koalitionäre nur einen kurzen Abschnitt. So enthält die Koalitionsvereinbarung ein Bekenntnis zur öffentlichen Trägerschaft des UKSH und die erwartbare Ankündigung, sich auf Bundesebene weiter für einen einheitlichen Basisfallwert einsetzen zu wollen. Darüber hinaus wollen die drei Parteien die „Belange der qualifizierten stationären Versorgung in einem Landeskrankenhausgesetz zusammenfassen“, die Krankenhausplanung eng mit den Kreisen und kreisfreien Städten abstimmen

7 | 2012

Nordlicht

und schließlich „die kommunalen und freigemeinnützigen Krankenhäuser stärken“, ohne jedoch näher zu erläutern, wie dies geschehen soll. Zwar kündigen die Regierungsparteien an, den Gestaltungsspielraum auf Landesebene „aktiv“ nutzen und sich auf Bundesebene für den Ausbau der Kompetenzen des Landes in der Gesundheitspolitik einsetzen zu wollen. Vor dem Hintergrund der wenig detaillierten Aussagen zur Gesundheitspolitik bleibt jedoch vorerst nur in Ansätzen erkennbar, zur Erreichung welcher konkreter Ziele die neue Landesregierung ihre Handlungsmöglichkeiten einsetzen will. Fraktionen setzen auf Kontinuität Die Landtagsfraktionen haben die Zeit seit der Wahl genutzt, ihre gesundheitspolitischen Sprecher zu benennen. Im Kreis der bisher schon im Landtag vertretenen Parteien gibt es nur einen neuen Namen: Karsten Jasper aus Dithmarschen übernimmt von Ursula Sassen, die im Mai nicht erneut für das Landesparlament kandidierte, das Amt des gesundheitspolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion. Die übrigen Fraktionen setzen auf bekannte Gesichter. Die Ärztin Dr. Marret Bohn bleibt die erste Ansprechpartnerin der Grünen in der Gesundheitspolitik, Anita Klahn kümmert sich wie schon in der vorherigen Wahlperiode für die FDP um dieses Politikfeld. Auch SPD und SSW setzen mit den Abgeordneten Bernd Heinemann und Flemming Meyer auf Kontinuität. Der Parlamentsneuling Wolfgang Dudda komplettiert die Runde der Gesundheitspolitiker der Fraktionen. Der 54-jährige Ermittlungsbeamte im Zollfahndungsdienst aus Kiel gehört für die Piratenpartei dem Sozialausschuss des Landtages an. Delf Kröger, KVSH

Vita/Kristin Alheit • Kristin Alheit wurde am 23. September 1967 in Kassel geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. • Studium der Rechtswissenschaften und Politologie an der Universität Bremen und an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt a. M. • Rechtsanwältin in einer Wirtschaftskanzlei in Frankfurt/ Main von November • Leiterin des Referats für Parlaments- und Kabinettsangelegenheiten im Hessischen Finanzministerium • Sachgebietsleiterin in der Hamburger Finanzverwaltung • Referentin in der Hamburger Finanzbehörde im Amt für Bezirke und Verwaltungsreform. • Bürgermeisterin der Stadt Pinneberg

aktuell

15


gesundheitspolitik K ieler S pitze n

Be Schleswig-Holstein „Dont be a maybe“ wirbt seit einigen Monaten eine Zigarettenmarke um die rauchende Kundschaft. Das Produkt selbst ist starker Tobak und die Werbebotschaft lautet: Wer diese Zigarette raucht, schmeckt den Tabak und nicht das Papier. Gesundheitsgefährdung? Vergiss es! No risk, no fun! „Wenn schon, denn schon“, lernen wir und mit dieser Übersetzung können wir auch mehr anfangen, als mit „maybe“. Wir könnten uns zum Beispiel sagen: „Wenn wir schon ein kleines Bundesland sind, dann müssen wir mit umso mehr Intensität unsere Interessen vertreten.“ – Ein guter Vorsatz, vorausgesetzt wir kennen unsere Interessen. Selbstverständlich kennen wir die. Das ist doch die Wunschliste, die schon der Großvater hatte und an die immer rangeschrieben wurde, was noch fehlt. Denn Interessen sind doch auch immer Wünsche – oder nicht? Eher nicht, liebe Leser. Für ein Land sind Interessen an Ziele gekoppelt, die man sich setzt, um seine Interessen, seine Leistungen, seine Begabungen „an den Mann“ zu bringen und durchzusetzen: Schwerpunkte der eigenen Leistungsfähigkeit, die niemand anders setzen kann. Das schafft Ansehen und Image, das prägt Selbstbewusstsein und eigene Identität, das sorgt für Wettbewerbsstärke und Standortqualität.

Der Schleswig-Holsteiner prahlt nicht gern. Wenn die Bayern mal wieder aufschneiden und die Sachsen von ihrer Kultur und Baukunst schwärmen, dann dreht sich der Holsteiner eher weg. Das ist nicht seine Welt. Und ärgert sich trotzdem, dass die anderen mit Dingen angeben, die wir auch haben und in vielen Fällen noch viel besser. Obendrein bringt ihm sein Schweigen auch noch den Ruf des Langweilers ein. Und das ärgert ihn dann doch. So wird es nichts. Was wir brauchen, um SchleswigHolstein voranzubringen und auf welche Stärken wir bauen können, sollte die neue Landesregierung in Kiel zusammentragen – und sich dabei von der Kompetenz der Interessenvertretungen der Berufe und Branchen in unserem Land bedienen zu lassen. Exzellenz gibt es in SchleswigHolstein an vielen Stellen – nicht nur an den Universitäten. Bei der Überschrift eines solchen Profils unserer Stärken könnte man bei der Werbung abkupfern – frei nach dem Motto: „Dont be a maybe“ – „Be Schleswig-Holstein! “, meint Ihr Criticus

Was in Schleswig-Holstein dazu gehört, weiß man, wenn man hier lebt. Aber wissen es auch die anderen, die von denen wir gern hätten, dass sie hierherkommen, Geld ausgeben und damit Arbeitsplätze schaffen, sich wohlfühlen und es weitersagen?

16

Nordlicht

aktuell

7 | 2012


gesundheitspolitik M ammographie - S cree n i n g

Brustkrebs wird immer häufiger frühzeitig erkannt

Foto: AOK NordWest

Vor fünf Jahren startete in Schleswig-Holstein das Mammographie-Screening – das Programm zur Früherkennung von Brustkrebs. Auf einer Pressekonferenz in Lübeck zog das Netzwerk „ Betrifft Brust“ ein positives Zwischenfazit. Wie wichtig eine Wiederholung dieser Untersuchung ist, zeigt das Beispiel von Monika Schütt aus Lübeck. Beim ersten MammographieScreening im Jahre 2007 wurde bei der 57-Jährigen eine gutartige Kalkablagerung in ihrer Brust entdeckt. Beim zweiten Screening war es anders. Dieses Mal lautete die Diagnose Brustkrebs – zum Glück in einem sehr frühen Stadium. „Ich empfehle jeder Frau, dringend auch die zweite und jede weitere Einladung zum Mammographie-Screening anzunehmen“, so die Lübeckerin.

Das Mammographie-Screening-Programm startete in Schleswig-Holstein am 23. Mai 2007. Es ist eine zusätzliche, freiwillige BrustkrebsFrüherkennungsuntersuchung für alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Sie haben einen Anspruch auf diese Untersuchung und werden alle zwei Jahre von der Zentralen Stelle in Bad Segeberg dazu eingeladen. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.

Zogen ein positives Zwischenfazit: Dr. Ingeborg Kreuz, Dr. Dieter Paffrath, Monika Schütt und Dr. Susanne Wulff

Im Kampf gegen Brustkrebs zeichnen sich in SchleswigHolstein messbare Erfolge ab. Seit dem Start des MammographieScreenings zur Früherkennung von Brustkrebs haben die beteiligten Ärzte rund 3.000 Tumoren entdeckt. Die meisten davon wurden frühzeitig erkannt, sodass die Frauen sehr gute Chancen auf eine Heilung haben. „Wir entdecken sehr viel mehr kleine Tumoren. Jeder dritte bösartige Knoten in der Brust, der bei den Reihenuntersuchungen gefunden wird, ist kleiner als zehn Millimeter“, sagte Dr. Ingeborg Kreuz. Früher fielen diese Knoten meistens erst dann auf, wenn sie schon viel größer waren und gestreut hatten. Neben besseren Heilungschancen profitieren die teilnehmenden Frauen außerdem von einer schonenderen Therapie: „Viele Patientinnen können ihre Brust behalten, weil Chirurgen nicht mehr so viel Gewebe entfernen müssen“, betonte Dr. Susanne Wulff, Fachärztin für Gynäkologie aus Lübeck und Programmverantwortliche Ärztin für die Screening-Region „Östliches SchleswigHolstein“. Auch seien belastende Chemotherapien und Bestrahlungen viel seltener notwendig. Teilnahmequote steigt Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ist die Teilnehmerinnenquote deutlich gestiegen: Inzwischen nimmt jede zweite Schleswig-Holsteinerin zwischen 50 und 69 Jahren das Angebot der kostenlosen Reihenuntersuchung wahr. Insgesamt waren es in den vergangenen fünf Jahren mehr als 364.000 Frauen. „Das ist zwar ein gutes Ergebnis, wir möchten aber noch mehr Frauen von den Vorteilen des Mammographie-Screenings überzeugen“, sagte Dr. Dieter Paffrath, Vorstand der AOK NordWest. Ziel sei, die Teilnehmerquote auf 70 Prozent zu steigern, so wie es die EU-Leitlinien vorsehen, um die Brustkrebssterblichkeit deutlich zu senken. 7 | 2012

Nordlicht

Befunde meistens unauffällig Die Untersuchung im Mammographie-Screening dauert etwa acht Minuten. Die Röntgenbilder werden von zwei speziell ausgebildeten Fachärzten unabhängig voneinander begutachtet. Die Frauen bekommen den Befund dann spätestens nach sieben Tagen zugesandt. Rund 96 Prozent der Frauen sind gesund, bei vier Prozent müssen Auffälligkeiten weiter untersucht werden. Durchgeführt wird das Screening in einer der sechs stationären Einheiten in Schleswig-Holstein, oder aber wohnortnah in dem sogenannten Mammobil, das durch das ganze Land tourt. Unter dem Dach der Gesundheitsinitiative der Landesregierung hatten das Gesundheitsministerium, die gesetzlichen Krankenkassen, die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein und die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein bereits im Jahr 2005 gemeinsam das Netzwerk „BETRIFFT BRUST“ gegründet. Das Mammographie-Screening bildet eine der vier Säulen zur Brustkrebsfrüherkennung und -versorgung. Weitere Informationen unter: www.mamma-screening-sh.de und www.betrifft-brust.de. Marco Dethlefsen, KVSH

aktuell

17


PRAXIS  &  KV I n terview

Vertrauen in die Selbstverwaltung

Ausblick auf die kommende Amtsperiode: Die neue Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Ralph Ennenbach im Interview. Nordlicht: Welche Schwerpunkte wollen Sie in den nächsten sechs Jahren in der Vorstandsarbeit setzen? Dr. Monika Schliffke: Zum einen ist es der Bereich innerärztliche Kommunikation und Kooperation über alle Fachgrenzen hinweg. Wir arbeiten alle an dem einen Ziel der guten medizinischen Versorgung unserer Bevölkerung und dem haben sich unsere Strukturen anzupassen, die sich jetzt in einem besonderen Wandel befinden. Zum anderen ist es der Bereich Sicherstellung und die damit zusammenhängende Bedarfsplanung. Wir wollen an das Thema mit einer genauen Analyse unserer vorhandenen Kapazitäten herangehen und erwarten von Krankenkassen und Politik Vertrauen in die Selbstverwaltung und positive Begleitung. Die ärztliche Versorgung wird sich infolge Demografie und Morbidität verändern, sie kostet mehr Manpower und Geld, und wir haben die Bürger darauf vorzubereiten. Dr. Ralph Ennenbach: Ich kann dem nur zustimmen. Die Bürger und damit die Politik müssen verstehen, dass der offenkundige Bedarf ohne Finanzen nicht gedeckt werden kann. Je mehr die Politik sich der Frage des Bedarfs zuwendet und dessen Deckung fordert, um so mehr muss sie sich bei Vorgaben zurückhalten, welche die Finanzen angehen. Erstmalig kommen in unserer Amtszeit die neuen Spielräume der Honorarvereinbarung zum Tragen. Hier geht es um Morbidität, förderungswürdige Leistungen, regional abweichende Kosten und einiges mehr und die Krankenkassen können sich nicht mehr pauschal 18

Nordlicht

auf die gesetzliche Ausrede der Beitragssatzstabilität berufen. Und immer wenn es ums Geld geht, bekommt man nichts hinterhergeworfen sondern man muss darum fighten. Natürlich erst einmal argumentativ und immer mit Blick auf die politische Wirksamkeit, die höher sein wird als früher. Nordlicht: Welche Herausforderungen, die in den nächsten Jahren auf die KVSH zukommen, reizen Sie besonders? Schliffke: Mehr als 30 Prozent der Hausärzte in SchleswigHolstein werden in meiner nun beginnenden Amtsperiode in den Ruhestand gehen und in der fachärztlichen Grundversorgung sieht es nicht anders aus. Das ist eine riesige Herausforderung, denn Nachwuchs in gleicher Größenordnung ist nicht in Sicht. Mit unserer Kampagne Land.Arzt.Leben! werden wir weiter um junge Ärzte werben, ebenso mit den aufgelegten Förderprogrammen. Aber das wird noch nicht reichen. Die Prioritäten der jungen Arztgeneration haben sich von den Anreizen Selbständigkeit und Freiberuflichkeit hinbewegt zu Vereinbarkeit von Familie und Beruf, was naturgemäß besonders für den Anteil der weiblichen Studenten gilt, der inzwischen Zweidrittel ausmacht. Die KVSH wird dies also nicht allein schaffen, sie erscheint der Politik oft mächtiger als sie ist. Unsere tatsächlichen Möglichkeiten sind begrenzt, vor allem wegen des budgetierten Honorarsystems, an dem auch das Versorgungsstrukturgesetz mit mehr regionalem Spielraum nichts geändert hat.

aktuell

7 | 2012


PRAXIS  & KV

Nordlicht: Was erwarten Sie von der neuen Landesregierung? Schliffke: Eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, so wie es auch in den letzten Jahren gewesen ist. Im neuen Koalitionspapier ist Gesundheitspolitik kleingeschrieben, möglicherweise muss sich hier eine Linie noch finden. Wir signalisieren jederzeit unsere Gesprächsbereitschaft und bringen unsere Kompetenz ein, erwarten im Gegenzug Unterstützung für den Erhalt der flächendeckenden Versorgung. Ein großes Anliegen meinerseits wäre die Komplettierung des Lehrstuhls für Allgemeinmedizin um den Forschungsbereich in Lübeck.

Ennenbach: Das Eine, nämlich die Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen, habe ich ja schon erwähnt. Das Zweite wäre die Frage des Bedarfs immer mit der Zielsetzung einer Bewusstseinsänderung der Gesellschaft in Verbindung zu bringen. Das Thema Eigenverantwortung werden wir in Deutschland wieder neu erlernen müssen. Ich sehe da gerade eine große Volkspartei vor einer Wandlung der Vorstellungen, weil die Alternative Planwirtschaft sich als nicht tragend herausstellt.

Ennenbach: Fairness und auch Respekt vor dem Handeln der Selbstverwaltung. Natürlich macht diese auch mitunter Fehler, aber die Haltung, es mit weniger Erfahrung und ohne Finanzverantwortung besser machen zu können, wäre ganz falsch. Was die Politik aber erwarten darf, ist eine zum Dialog bereite KV, die für ihr Tun einsteht und dafür auch Gründe hat. Für gute Ideen sind wir offen.

Und das Dritte wäre ein innerärztliches Thema. Es muss der KV und dem gesamten KV-System gelingen, allen Mitgliedern klar zu machen, dass die Selektivvertraglichkeit nur als Ergänzung für die Ärzteschaft zu verträglichen Situationen führt. Die Rauslösung aus dem Kollektiv bedeutet am Ende auch, ein kleiner Spieler in der Hand mächtiger Player zu sein. Das kann uns aber nur gelingen, wenn das wirtschaftliche Ergebnis im Kollektivvertrag überhaupt erträglich bleibt. Und das kann man im Bereich der konservativen Medizin ohne Chance auf extrabudgetäre Leistungen mitunter sehr in Zweifel ziehen. Nordlicht: Aus welcher Richtung befürchten Sie den heftigsten Gegenwind für die KVSH?

Nordlicht: Wie werden Sie die Zusammenarbeit im neuen Vorstandsduo gestalten?

Schliffke: Im nächsten Jahr sind Bundestagswahlen und die Fahnen der Bürgerversicherung werden gehisst werden, ohne den Bürgern zu sagen, dass sich damit keines der Probleme im Gesundheitswesen lösen lässt. Nicht der Fachkräftemangel, nicht die Budgetierung, nicht die Morbiditätsentwicklung. Bei allen Versprechungen von mehr Gerechtigkeit hat man letztlich nur die finanzielle Zusammenlegung von GKV und PKV im Visier. Wir können dagegen nur immer wieder betonen, dass wir die Mitverantwortung der Bürger brauchen, die sich auch in eigenen finanziellen Beiträgen ohne die leidige Praxisgebühr darstellen muss. Ennenbach: Möglicherweise von der Politik, wenn diese sich im Angesicht des Ärztemangels zu sehr zum Paten der Krankenhausbelange berufen fühlt. Sollte es gar zu einer Neuauflage von Ideen kommen, schleichend niederländische Verhältnisse zu erreichen (dann gehen die Fachärzte nämlich automatisch an die Krankenhäuser), dann gehen wir in sehr stürmische Zeiten. Ansonsten werden die Kassen schon dafür sorgen, dass die Trauben in der fairen Honorierung hoch hängen.

7 | 2012

Nordlicht

Schliffke: Ich komme in ein Haus, das von beiden Vorgängern im Vorstandsamt ebenso wie von den Abteilungsleitern gut bestellt ist und bin natürlich froh über die zweite Amtsperiode, die Erfahrung und die Kompetenz von Ralph Ennenbach. Die bisherige Aufgabenverteilung im Vorstand hat sich bewährt, die Stimmung ist gut, kommunikativ und vertrauensbildend. Ich werde meinen Teil dazu beitragen, dass es so bleibt. Ennenbach: Wir kennen uns ja aus den letzten Jahren schon recht gut und das Grundvertrauen in den anderen ist da. Warum sollten wir nicht versuchen, es ähnlich wie in den letzten vier Jahren anzugehen? Das hieße, die Abteilungen des Hauses stehen beiden Vorständen offen; grundlegende Entscheidungen im Schwerpunktbereich des anderen trifft man selbstredend nicht. So bleibt das Haus ohne Fürstentümer und Geheimniskrämerei. Letztlich kann das zwar nur mit den richtigen Personen funktionieren, aber danach sieht es gerade aus. das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

aktuell

19


20

0

40

60

80

100

PRAXIS  &  KV Ä rztemo n itor

Spaß bei der Arbeit Niedergelassene Ärzte beklagen eine hohe Arbeitsbelastung und zu wenig Zeit für ihre 20 80 100 40 60 20 30 00 10 40 50 Patienten. Das hat eine Umfrage von Kassenärztlicher Bundesvereinigung und NAV20 80 100 40 60 0 Virchow-Bund ergeben. Trotzdem sind sie mit ihrer Arbeit deutlich zufriedener als die übrige Bevölkerung. „Meine Arbeit macht mir Spaß“

0 0

„Am Ende eines Arbeitstages bin ich völlig erledigt“

Gesamt Deutschland

93

Schleswig-Holstein

95

0

5

10

15

20

25

30

„Für die Behandlung meiner Patienten steht mir ausreichend Zeit zur Verfügung“

0

0

Gesamt Deutschland

42

Schleswig-Holstein

48

10

5

10

20

15

30

20

40

25

10

15

20

20

10

30

25

40

47

30

50

infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft

Gestörtes Familienleben Laut Umfrage sind die Psychotherapeuten am zufriedensten und die Hausärzte am wenigsten zufrieden. Das liege sicher auch daran, dass Psychotherapeuten mehr Zeit für ihre Patienten hätten und sich ihre Arbeitszeit besser einteilen könnten, so die KBV. Dagegen seien Ärzte häufig zu einer Fließbandarbeit mit hoher Taktung gezwungen. Die Verwaltungsarbeit macht den zweit20 40 0 10 30 50 größten Anteil an der Gesamtarbeitszeit aus. „Ärzte brauchen wieder Freiräume, um für ihre Patienten da sein zu können. Das Motto muss lauten: versorgen statt verwalten!“, forderte Köhler. Unzufrieden sind viele Ärzte auch mit der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass berufliche Verpflichtungen oft das Familienleben stören. 0

5

10

15

20

25

30

„Zufriedenheit mit dem monatlichen Einkommen“ 56

Gesamt Deutschland

0 0

50 30

infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft

An der Belastungsgrenze Die Umfrage zeigt aber auch: Jeder zweite Arzt ist am Abend „völlig erledigt“. Fast jeder Dritte fühlt sich durch seine Arbeit sogar ausgebrannt. Dies betrifft vor allem die Gruppe zwischen 45 und 59 Jahren. „Die Versorgerpraxen arbeiten an der Belastungsgrenze“, so der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bunds, Dr. Dirk Heinrich. Die Arbeitsbelastung der Ärzte sei insgesamt hoch, sagte KBV-Chef Dr. Andreas Köhler. Im Schnitt arbeiten Haus- und Fachärzte mehr als 55 Stunden in der Woche. Dabei 20als 40 30 40am Tag, 0 Fachärzte 10 mehr 50 Hausärzte behandeln Patienten sogar mehr als 50. Besonders gravierend: Zwei von drei Ärzten 0 10 20 30 40 50 60 70 80 gaben in der Befragung an, sie hätten nicht ausreichend Zeit für ihre Patienten. Von den durchschnittlich 55 Stunden Wochenarbeitszeit entfallen bei den Hausärzten rund 60 Prozent auf Patientensprechstunden. Die Fachärzte widmen 62 Prozent direkt den Patienten. 20

5

Schleswig-Holstein

0

20 80 100 40 60 infas Institut 20 für angewandte 30 10 40Sozialwissenschaft 50

Im Auftrag von KBV und NAV-Virchow-Bund hatte das Institut für angewandte Sozialwissenschaften infas rund 11.000 niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten interviewt. Der sogenannte Ärztemonitor 2012 zeichnet ein insgesamt positives Bild des Arztberufes. Danach bewerten 98 Prozent der Befragten ihre Arbeit als „nützlich und sinnvoll“. 93 Prozent macht die Arbeit Spaß und 90 Prozent sind mit ihrer Tätigkeit zufrieden – nach Angaben von infas sind das deutlich höhere Werte als im Bevölkerungsschnitt. Außerdem würden 82 Prozent der Befragten ihren Beruf wieder ergreifen, fast genauso viele sehen ihren Beruf 20 30 0 10 40 50 als Berufung. 0

50

Gesamt Deutschland

Nordlicht

Schleswig-Holstein

10

10

20

20 30 30 40 50

40 60 70

61

50 80

infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft

Geteiltes Bild bei der Einschätzung der wirtschaftlichen und finanziellen Lage 56 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten sind mit ihrem Einkommen zufrieden, 43 Prozent unzufrieden. Außerdem sind 59 Prozent mit der wirtschaftlichen Situation ihrer Praxis zufrieden. Dabei bewerten Ärzte in kooperativen Praxisformen ihre Einkommenssituation positiver als in der Einzelpraxis. Ein Zusammenschluss beinhalte zudem die Möglichkeit des Bürokratieabbaus. „Die Förderung von Kooperationen muss ausgebaut werden“, forderte darum der NAV-Virchow-Bund. Rah60 der70schwierigen 80 0 10 20 30 40 50 Trotz menbedingungen sei dieser Berufsstand im Großen und Ganzen ein durchaus zufriedener, lautet das Resümee der KBV. „Vor allem ist es einer, der seinen Selbstwert nicht nur aus materiellen Aspekten zieht, wie uns von interessierter Seite fälschlicherweise immer wieder vorgeworfen wird“, so Köhler. Marco Dethlefsen, KVSH aktuell

7 | 2012


Leserbriefe PRAXIS  & KV Leserbriefe sind keine Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen. Bitte geben Sie Ihren Namen, die vollständige Adresse und für Rückfragen Ihre Telefonnummer an. Wir freuen uns auf Ihre Leserbriefe. Bitte schicken Sie diese per E-Mail an: nordlicht@kvsh.de, per Post: KVSH Redaktion Nordlicht, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg, per Fax: 04551 883 396

Nordlicht 6   |   2 0 1 2 Zum Artikel „Kampf den Keimen“

„Es gibt bei den Antibiotikaverordnungen viel zu tun“ Es ist nicht zu bestreiten, dass Antibiotika nicht nur im Krankenhaus, sondern auch in der Praxis zu oft und unnötigerweise eingesetzt werden, was zur Zunahme von Resistenzen führen kann. Aus meiner Sicht als langjährig niedergelassener Kinder- und Jugendarzt sind hierfür mehrere Gründe ausschlaggebend, die wir Ärzte nur zum Teil beeinflussen können:   1. Reagierten weite Kreise der Bevölkerung noch in den 80er Jahren überwiegend kritisch, wenn man als Arzt ein Antibiotikum verordnen wollte, so wird heutzutage seitens vieler Eltern von „Infekt-Kindern“ das Antibiotikum spätestens dann abverlangt, wenn z. B. der Schul- oder Kindergartenbesuch nicht rasch wieder möglich ist und die berufstätigen Eltern länger am Arbeitsplatz ausfallen würden. Hier könnte durch (zeit-)intensive Aufklärung über den natürlichen Verlauf von Infektionen eventuell Abhilfe geschaffen werden. Aber unsere Kassen-Gebührenordnung bestraft leider auf vielfältige Weise  gerade diejenigen Ärzte, die sich ausgiebig Zeit nehmen für den einzelnen Patienten.

2. Zunehmender Druck auf Ärzte, wegen möglicher Versäumnisse oder Behandlungsfehler beschuldigt zu werden. Dies führt besonders im Notdienst, wenn man den Patienten eigentlich nicht kennt und auch nicht zur Verlaufskontrolle wieder einbestellen kann, zu häufigen Antibiotikaverordnungen.   3. Unsere Kassen-Gebührenordnung verhindert noch an anderer Stelle ein differenzierteres Vorgehen bei der Verordnung von Antibiotika: So könnte durch einen CRPSchnelltest im Praxisalltag die Differenzialdiagnose viraler/ bakterieller Infekt genauer geklärt werden. Aber solange wir Vertragsärzte bei dieser Untersuchung auch noch zuzahlen müssen (und das hat die KV/KBV zu verantworten), wird sich dieses Verfahren nicht weiter durchsetzen. Es gibt bei den Antibiotikaverordnungen viel zu tun und die KVSH bzw. KBV könnte hier bei sich selber anfangen. Dr. Peter Schröder, Kinder- und Jugendarzt, Nortorf

Nordlicht 6   |   2 0 1 2 Zum Artikel „Leistungseinschränkungen unvermeidlich“

Medizinische Rehabilitation ist keine „Milchkuh“ des Gesundheitswesens Angesichts knapper Kassen die zukünftige Entwicklung des Gesundheitswesens kritisch zu betrachten, ist sicherlich angemessen und richtig. Dabei sollten aktuelle Gegebenheiten aber nicht außer Acht gelassen werden.So ist in der näheren Zukunft mit einer steigenden Nachfrage nach Leistungen der medizinischen Rehabilitation zu rechnen. Ursächlich hierfür sind neben der Demografie Änderungen in der akutmedizinischen Versorgung und in der Pflege älterer Menschen. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsförderung (RWI) prognostiziert allein bedingt durch die Demografie einen Anstieg der Zahl der Fälle von 2009 –2020 um insgesamt 5,6 Prozent. Eine Analyse der Prognos AG aus dem Jahr 2009 zeigt, dass die Volkswirtschaft bereits heute für jeden in die medizinische Rehabilitation investierten Euro fünf Euro zurückerhält. Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass die medizinische Rehabilitation in Deutschland gerade einmal rund drei

Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben ausmacht, wäre es kontraproduktiv, gerade diesen Bereich der Gesundheitsversorgung einschränken zu wollen. Schleswig-Holstein als ausgewiesener Rehabilitationsstandort würde dabei zudem durch eine schlechtere medizinische Versorgung und einen erheblichen Verlust von Arbeitsplätzen, insbesondere in strukturschwachen Regionen, sogar doppelt Schaden nehmen. Um die Vorteile der medizinischen Rehabilitation noch besser zu nutzen und damit vor allem auch die Pflegebedürftigkeit und Leistungen der Pflegeversicherung zu vermeiden, sind nicht Leistungseinschränkungen, sondern zumindest Probleme der Schnittstelle zwischen Kranken- und Pflegeversicherung zu beseitigen. Bernd Krämer, Geschäftsführer Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein, Kiel

7 | 2012

Nordlicht

aktuell

21


PRAXIS  &  KV I n fektio n ssch u tzgesetz

Das ändert sich für Ihre Praxisarbeit Verbindlichkeit für alle medizinisch Tätigen wird erhöht.

Das 2011 geänderte Infektionsschutzgesetz (IfSG) unterscheidet bei den Anforderungen an die Infektionsprävention deutlicher zwischen medizinischen und nicht medizinischen Einrichtungen. Paragraph 23 verpflichtet medizinische Einrichtungen, also auch alle Vertragsärzte, zur Einhaltung von Maßnahmen zur Infektionsprävention nach dem neuesten Stand der medizinischen Wissenschaft: „Die Leiter folgender Einrichtungen haben sicherzustellen, dass die nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um nosokomiale Infektionen zu verhüten und die Weiterverbreitung von Krankheitserregern, insbesondere solcher mit Resistenzen, zu vermeiden ...“ Die Empfehlungen von KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention) und ART (Kommission Antiinfektiva, Resistenz und Therapie) gelten als Stand der medizinischen Wissenschaft und sind der Maßstab für Maßnahmen der Infektionsprävention. Von diesen Empfehlungen darf nur abgewichen werden, wenn die Wirksamkeit für die abweichenden Maßnahmen selbständig dargelegt, begründet und belegt werden kann. 22

Nordlicht

Folgende medizinische Einrichtungen werden hier (Paragraf 23, Absatz 3) genannt: • Krankenhäuser • Einrichtungen für ambulantes Operieren • Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt • Dialyseeinrichtungen • Tageskliniken • Entbindungseinrichtungen • Behandlungs- oder Versorgungseinrichtungen, die mit den o. g. Einrichtungen vergleichbar sind • Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe Erlass von Landesverordnungen zur Infektionsprävention Eine weitere Änderung in Paragraf 23 Absatz 8 IfSG verpflichtet alle Bundesländer, Rechtsverordnungen zur Infektionsprävention für bestimmte medizinische Einrichtungen zu erlassen. Die Schleswig-Holsteinische Landesverordnung (Medizinische Infektionspräventionsverordnung – MedIpVO vom 8. September 2012) regelt insbesondere folgende Punkte:

aktuell

7 | 2012


PRAXIS  & KV

1. Strukturelle und personelle Voraussetzungen zur Einhaltung von Maßnahmen der Hygiene für bestimmte medizinische Einrichtungen Im ambulanten Bereich sind dies folgende Einrichtungen: • Einrichtungen für ambulantes Operieren • Dialyseeinrichtungen • Tageskliniken Die strukturellen und personellen Anforderungen richten sich jeweils nach dem Risikoprofil der Einrichtung. Für den ambulanten Bereich wird die Beratung durch eine Hygienefachkraft (weitergebildete Gesundheits- und Krankenpfleger), die Bestellung eines hygienebeauftragten Arztes, die Bestellung eines Hygienebeauftragten bei medizinischem Assistenzpersonal und die Aus- und Fortbildung von Ärzten und Assistenzpersonal auf dem Gebiet der Hygiene gefordert (bis 31. Dezember 2016). Hygienebeauftragte sind Ansprechpartner und Multiplikatoren. Sie unterstützen das Hygienefachpersonal, in diesem Fall die Hygienefachkraft, bei der Umsetzung sämtlicher Hygienemaßnahmen: Desinfektions- und Aufbereitungsprozesse, Vorgehen bei invasiven Maßnahmen (aseptisches Arbeiten etc.), Vorgehen bei Auftreten von Infektionserkrankungen, Umgang mit infektiösen Patienten etc. Die Einbeziehung der ärztlichen Ebene ist deshalb wesentlich. 2. Weitergabe infektionsschutzrelevanter Informationen Durch diese Neuregelung in Paragraph 11 der Landesverordnung soll sichergestellt werden, dass Patienten nicht ohne Informationen über notwendige Hygienemaßnahmen verlegt werden. „Bei Verlegung, Überweisung oder Entlassung von Patienten sind Informationen, die zur Verhütung und Bekämpfung von nosokomialen Infektionen und von Krankheitserregern mit Resistenzen erforderlich sind, in unmittelbarem Zusammenhang mit der Maßnahme an Einrichtungen, die Notfallrettung und Krankentransport betreiben, die aufnehmende Einrichtung oder an den weiterbehandelnden niedergelassenen Arzt weiterzugeben.“

Die Hygienemaßnahmen sind dabei abhängig vom Erreger bzw. vom Übertragungsweg des Erregers. Deshalb ermöglicht nur die präzise Informationsweitergabe (Benennung des Erregers) ein adäquates Handeln. Die Informationen sind an die Personen weiterzugeben, die mit den Patienten bei Verlegung, Überweisung oder Entlassung in Kontakt kommen. Explizit genannt sind der Rettungsdienst, die aufnehmende Einrichtung und weiterbehandelnde niedergelassene Ärzte. Werden die entsprechenden Informationen nicht weitergegeben, kann ein Bußgeld erhoben werden. Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang den multiresistenten Erregern zu. Detaillierte (und im ÖGD Schleswig-Holstein abgestimmte) Informationen zum Umgang mit Patienten mit multiresistenten Erregern sind öffentlich zugänglich unter www.sh-mre.de. 3. Erfassung und Bewertung von nosokomialen Infektionen und von Erregern mit Resistenzen und Multiresistenzen, Erfassung des Antibiotikaverbrauchs Paragraph 7 der Landesverordnung zielt auf die Umsetzung der Regelungen im IfSG Paragraf 23 Absatz 4 ab und betrifft die dort genannten Einrichtungen –­ Krankenhäuser und ambulant operierende Einrichtungen. Wesentlicher Bestandteil dieser Regelung ist die über das bloße Erfassen von entsprechenden Daten hinausgehende Bewertung und die Ableitung von Konsequenzen für das Hygienemanagement. Im Internet finden Sie den vollständigen Text der Landesverordnung über die Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen unter www.kvsh.de/Praxis/Qualität und Fortbildung/Hygiene und Medizinprodukte/Hygiene. Ihre Ansprechpartnerin in der KVSH zum Thema Hygiene: Angelika Ströbel, Qualitätssicherung Tel. 04551 883 204, E-Mail: angelika.stroebel@kvsh.de Jakob Wilder, KVSH

7 | 2012

Nordlicht

aktuell

23


PRAXIS  &  KV P ra x issoftware

Arzneiverordnungssoftware mit neuen Funktionen Eine Anpassung der Praxissoftware soll die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Verordnung weiter stärken. Diese wird zum 1. Juli vorgenommen.

Eine Praxissoftware muss die relevanten Informationen objektiv bereitstellen, die es dem Arzt in angemessener Zeit ermöglichen, sicher und wirtschaftlich zu verordnen. Seit 2006 haben die KBV und der Spitzenverband der Krankenkassen den Auftrag dies sicherzustellen. Die gesetzlichen Vorgaben wurden daher im sogenannten Software-Anforderungskatalog konkretisiert. Der KBV wurde zusätzlich die Aufgabe übertragen, die Arzneisoftware zu zertifizieren. Die Umsetzung der Anforderungen durch die Praxissoftwarehersteller wird seit 2008 im Detail geprüft. Die aktuelle Überarbeitung des Kataloges zum 1. Juli wurde unter anderem aufgrund gesetzlicher Änderungen erforderlich, zum Beispiel durch die neue Packungsgrößenverordnung. Zudem widersprachen einige Voreinstellungen dem gesetzlichen Kriterium für eine manipulationsfreie Software. Darüber hinaus liegt 24

Nordlicht

es im Interesse vieler Ärzte, dass die Software auf Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse durch die Arzneimittelrichtlinie (AM-RL) bei konkreten Präparaten hinweist. Gerade hier gab es in letzter Zeit vermehrt Prüfanträge von Krankenkassen. Den Anwendern werden daher zukünftig mehr Informationen digital und manipulationsfrei zur Verfügung gestellt und somit die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Verordnung weiter gestärkt. Folgende Anpassungen werden zum 1. Juli 2012 vorgenommen: Verordnungseinschränkungen Ist die Verordnung von Präparaten nur eingeschränkt möglich, weist die neue Software darauf hin. Es können nun die vollständigen Texte aus der AM-RL oder Hinweise aus Arzneimittelvereinbarungen angezeigt werden. Die Hinweise erscheinen nicht mehr als Pop-up-Fenster, die ständig aktiv weggeklickt werden müssen. Die Informationen insgesamt sind abschaltbar, bleiben jedoch im System hinterlegt. aktuell

7 | 2012


PRAXIS  & KV

OTC-Präparate erst ab zwölf Jahren Die Software weist nur bei Patienten ab 12 Jahren auf OTCPräparate, die nicht zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden dürfen, hin. Bislang erhielten Ärzte diese Hinweise auch bei Kindern, für die die OTC-Regelung nicht gilt. Manipulationsfreie Verschreibung Werbung ist nur in gekennzeichneten Fenstern zulässig. Hinter einer Werbung darf keine Funktion hinterlegt sein, die unmittelbar zum Ausstellen einer Verordnung oder einer Veränderung auf dem Rezept (etwa des aut idem-Status) führt. Werbung darf nicht vom Verordnungsvorgang ablenken oder den Workflow unterbrechen. Bestimmte Einstellungen zu aut idem sind nicht mehr erlaubt. Einige Software-Systeme waren in der Vergangenheit so voreingestellt, dass beispielsweise bei bestimmten Herstellern oder Präparaten automatisch das aut idem-Häkchen gesetzt wurde. Dies ist nur noch in medizinisch begründeten Fällen möglich. Die Software kann ein gesetztes aut idem-Kreuz in der Patientenhistorie speichern. Bei einer Folgeverordnung für denselben Patienten würde es automatisch übernommen. Mit sogenannten Tagesfreischaltungen konnten bisher Produkte sponsernder Hersteller sofort freigeschaltet werden, andere Produkte mit demselben Wirkstoff aber erst mit dem nächsten Update. Zukünftig wird stets der Gesamtdatenbestand aktualisiert. Kennzeichnung von Rabattverträgen Die neue Software muss Informationen zu Rabattverträgen enthalten. Der Anwender sollte bereits in der Auswahl- und Hausliste oder Karteikarte des Patienten erkennen können, ob ein Produkt rabattiert ist. Genauso wird sichtbar sein, ob ein für die Substitution geeignetes rabattiertes Arzneimittel existiert. Die Preise rabattierter Medikamente sind leider weiterhin nur der Krankenkasse und dem jeweiligen pharmazeutischen Unternehmen bekannt.

den Austausch eines Medikamentes in der Apotheke ausschließt (aut idem-Kreuz), darf eine Pharmazentralnummer (PZN) aufgedruckt werden. Das Aufdrucken einer Menge, beispielsweise die Anzahl der Tabletten, ist gestattet. Bei einem Reimport ist auf das Rezept entweder der Importeur oder der Zusatz „Importeur“ oder „Reimport“ aufzudrucken. Unzulässig sind Hersteller- oder präparatbezogene Einstellungen zu aut idem und Reimporten sowie die Vorbelegung mit PZN-bezogenen Verordnungsbegründungen. Werbefreiheit Softwareanbieter müssen nun auch werbefreie Versionen anbieten. Diese sind in der Regel etwas teurer, da die Einnahmen aus der Werbung für die Software-Anbieter wegfallen. In Zukunft sollen auch Verbandstoffe, Teststreifen und bilanzierte Diäten zur enteralen Ernährung in den Anforderungskatalog aufgenommen werden, sodass auch zu diesen Produkten elektronische Unterstützung gegeben werden kann. Dazu ist jedoch eine, von der KBV schon eingebrachte, Gesetzesänderung notwendig. Die Hinweise einzelner Softwarehäuser auf angeblich erhebliche Behinderungen in der Rezepterstellung und das Erfordernis erheblicher Aufrüstung in der Hardware aufgrund der oben beschriebenen Änderungen sollten die Anwender nicht verunsichern. Mehrere Software-Anbieter in Schleswig-Holstein haben der KVSH auf Nachfrage mitgeteilt, dass eine Umsetzung der neuen Vorgaben bei vielen Anbietern problemlos möglich sein dürfte.

Bei Unklarheiten oder im Fall der Nichtumsetzung in Ihrer Software fragen Sie bitte bei der KBV oder der KVSH nach: KBV: Prüfstelle, Dezernat 6 – Informationstechnik, Telematik und Telemedizin, Tel. 030 4005 2121, E-Mail: pruefstelle@kbv.de KVSH: Timo Rickers, Tel. 04551 883 286 timo.rickers@kvsh.de Timo Emcke, Tel. 04551 883 920 timo.emcke@kvsh.de

Rezeptbedruckung Auf Rezepten sind Angaben wie „keine Substitution“/„kein aut idem“, „das Medikament ist zuzahlungsbefreit“ oder Verordnungsbegründungen unzulässig. In den Fällen, in denen der Vertragsarzt

7 | 2012

Nordlicht

Timo Emcke, KVSH

aktuell

25


PRAXIS  &  KV V era n stalt u n g

Anmelderekord beim Info-Tag Mehr als 150 Ärzte kamen zum vierten gemeinsamen Info-Tag für Existenzgründer und Praxisabgeber nach Bad Segeberg. Dort konnten sie sich umfangreich über das komplexe Thema der Praxisabgabe/-übernahme informieren.

Zufriedene Veranstalter: Dr. Carsten Leffmann, Hauptgeschäftsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Bianca Hartz, Leiterin der Abteilung Zulassung/Praxisberatung der KVSH, Dietmar Godt, Leiter der apoBank, Lübeck

Die Teilnehmerzahl übertraf nochmals den Anmelderekord des letzten Jahres und stellte die Veranstalter, aber auch das Vitalia Seehotel vor logistische Probleme. Pünktlich zum Start der Veranstaltung waren aber alle Probleme gelöst und die 71 Praxisgründer und 85 Praxisabgeber fanden sich um neun Uhr im Vitalia Seehotel ein. Wie in den Vorjahren wurden am Vormittag parallele Veranstaltungen für Existenzgründer und Praxisabgeber durchgeführt, während nach dem Mittagessen ein gemeinsames Veranstaltungs- bzw. Vortragsprogramm auf der Tagesordnung stand. Am Vormittag wurden zunächst einmal die Existenzgründer durch verschiedene Referenten umfassend darüber informiert, was bei einer Praxisgründung zu beachten ist. Von den formalen Voraussetzungen einer Zulassung über steuerliche Fragen der Praxisgründung bis hin zur Finanzierung wurden alle relevanten Themen erläutert und selbstverständlich war jeweils auch Zeit, um Fragen zu stellen. Die Praxisabgeber wurden am Vormittag ebenso umfassend informiert. Die sozialrechtlichen Vorgaben, das Verfahren im Bereich der KVSH und die Erfahrungen eines im letzten Jahr zugelassenen Arztes waren die Programmpunkte. Wie bereits im letzten Jahr 26

Nordlicht

schilderte Dr. Alexander Schmied, Neurologe aus Itzehoe, seine Anlaufschwierigkeiten und empfahl den Praxisabgebern ausdrücklich, ihren potenziellen Nachfolgern die Angst vor der Niederlassung zu nehmen. Hierbei wurde deutlich, dass die Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden sollte, dass die Praxis gut für eine Übergabe vorbereitet ist und dem Praxisübernehmer das Gefühl vermittelt werden sollte, wie er die Selbstständigkeit ohne größere Hindernisse bewältigen könne. Gerade in der jetzigen Zeit, in der sich Bewerber Praxen aussuchen könnten, könne eine gute Vorbereitung den Ausschlag über den Verkauf einer Praxis geben. Die Praxisübernehmer wurden in ähnlicher Art und Weise von Dr. Ingo Seidel, einem Anästhesisten aus Großhansdorf, über die Schritte in die Selbstständigkeit informiert. Dr. Ingo Seidel war nunmehr das dritte Jahr mit seinem Vortrag vertreten und hatte bereits in den Vorjahren Begeisterung bei den Existenzgründern ausgelöst mit seinen sehr konkreten Planungstipps und einem gut nachvollziehbaren Erfahrungsbericht. Durch diese beiden Vorträge von jungen Niedergelassenen konnte erneut ein wichtiger Praxisbezug hergestellt werden. Für die Beantwortung von Fragen zwischen den Vorträgen stanaktuell

7 | 2012


PRAXIS  & KV

Ein kleiner Infomarkt der KVSH mit den Ständen der Zulassung/Praxisberatung, Abrechnung, Qualitätssicherung und des Verordnungsmanagements rundeten das Beratungsangebot ab.

den im Übrigen Mitarbeiter der Veranstalter und weiterer ausstellender Dienstleister den ganzen Tag über im Foyer zur Verfügung. Auch die Referenten selbst waren gerne bereit, in den Pausen tiefergehende Fragen zu erörtern bzw. über Einzelfälle zu diskutieren.

Der letzte Vortrag wurde von einem Rechtsanwalt gehalten, der Tipps und Tricks bei der Formulierung von Verträgen gab und über Hindernisse bei der Vertragsgestaltung informierte. Wie schon in den letzten Jahren war das Interesse der Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt noch sehr hoch.

Ein kleiner Infomarkt der KVSH mit den Ständen der Zulassung, Abrechnung, Qualitätssicherung und des Verordnungsmanagements rundeten das Beratungsangebot ab. Trotz zahlreicher Mitarbeiter herrschte in den Pausenzeiten häufig starker Andrang, da neben den Fragen und der Mitnahme von Formularen auch der Kontakt zu den Mitarbeitern im Fokus stand. Interessanterweise hatte kein Existenzgründer Fragen zum Verordnungsbereich. Über die Gründe hierfür kann man nur spekulieren.

Auch in diesem Jahr konnten die Veranstalter an der hohen Teilnehmerzahl und den regen Diskussionen in den Pausen erkennen, dass das Ziel, umfangreich über die Möglichkeiten bei der Praxisübergabe/-übernahme zu informieren, erreicht wurde. Für die Veranstalter, denen die komplexen Zusammenhänge bewusst sind, steht fest, dass sowohl Praxisabgeber als auch Existenzgründer sich rechtzeitig informieren müssen, damit vermeidbare Fehler im Zusammenhang mit der Praxisübergabe nicht geschehen. André Zwaka, KVSH

Dr. Carsten Leffmann, Hauptgeschäftsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein, betonte, dass der Erhalt der Freiberuflichkeit im Interesse der Ärztekammer sei und auch die Ärztekammer Unterstützung anbiete. Er erwähnte insoweit die Angebote der Ärztekammer sowie der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung. 7 | 2012

Nordlicht

aktuell

27


PRAXIS  &  KV T ag der Niedergelasse n e n

Wege in die Niederlassung fördern Im Zentrum der Veranstaltung stand eine Podiumsdiskussion über das von der KBV entworfene Modell zur neuen Bedarfsplanung.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) haben zum vierten Mal den Tag der Niedergelassenen veranstaltet. Er fand am ersten Tag des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit am 13. Juni 2012 statt. Das Motto in diesem Jahr: Wege in die Niederlassung fördern. Etwa 300 Vertragsärzte und -psychotherapeuten beteiligten sich bei Workshops sowie der sogenannten Speakers‘ Corner an verschiedenen gesundheitspolitischen Diskussionen. Den Höhepunkt bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema „Versorgung sichern für die Zukunft – die neue Bedarfsplanung“. Der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler, debattierte dazu mit Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDUBundestagsfraktion, Jörg Freese, Beigeordneter des Deutschen Landkreistages, Matthias Mohrmann, designierter Vorstand der AOK Rheinland-Hamburg, Jürgen Schulz, Landrat des Landkreises Lüchow-Dannenberg und Stefan Zutz, Landarzt mit eigener Praxis in Neubukow. Im Fokus der Debatte stand die Frage, wie eine Niederlassung für junge Mediziner attraktiver gestaltet werden kann und wie dem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken ist. „Das Versorgungsstrukturgesetz bietet viele Instrumente, um eine flächendeckende ambulante medizinische Versorgung sicherzustellen. Grundlage dafür ist eine überarbeitete Bedarfsplanung. Nur so 28

Nordlicht

können die Kassenärztlichen Vereinigungen auch von den Instrumenten Gebrauch machen“, sagte Köhler. Das Modell für eine neue Bedarfsplanung der KBV sieht unter anderem vor, die Bedarfsgruppen von bisher 14 auf 21 zu erhöhen und neu einzuteilen. Für Hausärzte beispielsweise sollen 4.000 kleinere Planungsbereiche geschaffen werden. Das Konzept soll eine flächendeckende Versorgung gewährleisten, mehr Flexibilität schaffen und regionale Besonderheiten stärker berücksichtigen. Die Vorschläge der KBV seien ein guter Ansatz, sagte Spahn. Allerdings müsse man sich bewusst sein, dass eine neue Bedarfsplanungs Richtlinie nicht automatisch Ärzte aufs Land ziehe. Wichtiger sei es, attraktivere Rahmenbedingungen für Niederlassungswillige zu schaffen und auf die Veränderungen der Infrastruktur einzugehen. Für junge Mediziner sei das auch eine Frage der Lebensqualität, erklärte Spahn. Für Mohrmann war es unstrittig, dass die Bedarfsplanung überarbeitet werden müsse. Es gelte aber erst einmal herauszufinden, wo Grenzen und Möglichkeiten steckten. Außerdem solle das Augenmerk stärker regionalen Problemen und der Versorgung im ländlichen Raum gelten. Für schlecht versorgte Gebiete reiche die KBV-Richtlinie so nicht aus, sagte er. aktuell

7 | 2012


PRAXIS  & KV

Viele Besucher tummeln sich vor der Speakers‘ Corner.

Freese, Schulz und Zutz waren sich einig, dass die Planungsbereiche bislang zu groß seien. Schulz forderte, die kommunale Ebene stärker einzubeziehen. Es fehle an Flexibilität, mahnte er. Freese vertrat die Auffassung, dass man stärker das Gespräch mit den KVen suchen müsse, um die Versorgung gezielt zu planen und anzupassen. Eine neue Richtlinie ändere nichts auf der Ärzteebene, sagte Zutz. Wichtiger sei die Patientensteuerung. Vor allem aber müsse man bessere Rahmenbedingungen für junge Mediziner schaffen und überlegen, was diese vor einer Niederlassung abschreckt. Dazu gehörten seiner Meinung nach die Praxisgebühr und zu viel Bürokratie.

Experten aus dem Gesundheitswesen und der Politik lieferten sich in der Speakers‘ Corner einen verbalen Schlagabtausch. Dr. Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Hartmannbundes und Mechthild Rawert, MdB und Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion, führten die Diskussion unter dem Motto „IGeL: Alles nur Abzocke“. Rawert forderte strengere Kontrollen bei Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Es solle gesetzlich geregelt werden, welche IGeL sinnvoll sind und welche nicht, sagte sie. Würden einzelne IGeL für Patienten keinen Nutzen haben, so müssten diese abgeschafft werden. IGeL seien ohnehin hauptsächlich für Besserverdienende vorgesehen.

Am Tag der Niedergelassen gab es Info-Veranstaltungen zum Schwerpunkt „Niederlassung fördern“. Ein Workshop behandelte eine aktuelle Diskussion über das Thema „Delegation statt Substitution: Zusammenarbeit im Team“. Als Referenten traten Dr. Wolfgang-Axel Dryden, Vorstandsvorsitzender der KV Westfalen-Lippe, Dr. Max Kaplan, Vizepräsident der Bundesärztekammer und Bernd Tews, Geschäftsführer des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, an das Mikrofon.

Reinert kritisierte ein von Rawert vorgeschlagenes „IGeL-Gesetz“. IGeL seien notwendig und wichtig. Der Impuls darüber zu entscheiden, welche IGeL sinnvoll sind, solle aber nicht von den Krankenkassen und schon gar nicht von einem IGel-Monitor ausgehen, sondern von der Basis der Ärzte. Am Ende solle man dem Patienten die Wahl lassen, welche Leistungen er in Anspruch nehmen möchte, sagte der Chef des Hartmannbundes.

Parallel standen zwei weitere Workshops „Eine Welt: Praxis und Familie vereinbaren“ und „Richtig investieren in die eigene Praxis“ auf dem Programm.

In den drei Tagen des Hauptstadtkongresses präsentierten KBV und KVen an ihrem Info-Stand auch ihr Dienstleistungsangebot und stellten unter anderem Wege in die Niederlassung vor. Mathias Bonatz, Kassenärztliche Bundesvereinigung

7 | 2012

Nordlicht

aktuell

29


PRAXIS  &  KV B eka n n tmach u n ge n

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/ Psychotherapeuten deren Praxen zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Fachgebiet

Planungs­bereich* Praxisform Bewerbungs­frist**

Ausschreibungs­nummer

Kinder- u. Jugendlichenpsychotherapeuten - halbe Zulassung Sonderbedarf

NMS/RD-E

EP

31.08.2012

6664/2012

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

Kiel

EP

31.07.2012

6761/2012

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

Kiel

EP

31.08.2012

6703/2012

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

Kiel

EP

31.08.2012

6704/2012

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

Kiel

EP

31.08.2012

6662/2012

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

Pinneberg

EP

31.08.2012

6984/2012

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

NMS/RD-E

EP

31.08.2012

6759/2012

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

Segeberg

EP

31.08.2012

7156/2012

Psychotherapeuten

Nordfriesland

EP

31.08.2012

7186/2012

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

NMS/RD-E

EP

31.08.2012

7185/2012

Psychotherapeuten - halbe Zulassung -

NMS/RD-E

EP

31.08.2012

7530/2012

Psychotherapeutenhalbe Zulassung

Stormarn

EP

31.08.2012

7531/2012

Psychotherapeuten - halbe Zulassung

NMS/RD-E

EP

31.08.2012

7532/2012

* Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL). ** Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt, es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maxi mal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Aus schreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde. 30

Nordlicht

aktuell

7 | 2012


PRAXIS  & KV

Nähere Informationen zu den ausgeschriebenen Praxen erhalten Sie unter folgenden Telefonnummern: Flensburg

04551 883 378 04551 883 291

Schleswig-Flensburg Nordfriesland

Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behörden­ führungszeugnis) zu beantragen.

RendsburgEckernförde

Kiel Plön Ostholstein

Dithmarschen Neumünster

Hinweis: Die Wartelisteneintragung ersetzt nicht die Bewerbung!

Segeberg

Steinburg

Lübeck

Pinneberg

Bewerbungen richten Sie bitte an: KVSH, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg

Stormarn

Herzogtum Lauenburg

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden zur Vertragspraxis zugelassen. Diese Beschlüsse sind noch nicht rechtskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann: Kreis Nordfriesland Herr Dipl.-Psych. Stephan Stolz als Psycho-logischer Psychotherapeut im Rahmen einer Sonderbedarfsfeststellung gemäß Paragraf 24a Bedarfsplanungs-Richtlinie für 25856 Hattstedt, Amtsweg 10.

Kreis Ostholstein Frau Dr. phil. Dipl.-Psych. Susanne Rahman als Psychologische Psychotherapeutin im Rahmen einer Sonderbedarfsfeststellung gemäß Paragraf 24a Bedarfsplanungs-Richt-linie für einen halben Versorgungsauftrag für 23730 Neustadt, Schiffbrücke 13.

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden rechtskräftig zur Vertragspraxis zugelassen: Kreis Herzogtum Lauenburg Frau Dipl.-Psych. Heike Bentz als Psychologische Psychotherapeutin für einen halben Versorgungsauftrag für 21465 Wentorf, Gartzer Ring 3 b, als Nachfolgerin von Herrn Dipl.-Psych. Rainer Ewe.

Stadt Lübeck Herr Dipl.-Psych. Helmut Velke als Psychologischer Psychotherapeut für einen halben Versorgungsauftrag für 23568 Lübeck, Adolfplatz 6, als Nachfolger von Frau Dr. phil. Dipl.-Psych. Susanne Gerckens.

Stadt Kiel Die Zulassung von Frau Dr. phil. Dipl.-Psych. Kristiane Fago als Psychologische Psychotherapeutin für Kiel gemäß Paragraf 101 Abs. 1 Nr. 4 und Abs. 3 SGB V in Verbindung mit Paragraf 23 a – h Bedarfsplanungs-Richtlinie ist aufgrund des Ablaufs des 10-Jahres-Zeitraumes zum 20. Juni 2012 nicht mehr an eine gemeinsame Berufsausübung mit Herrn Dr. med. Thomas Fago, Psychologischer Psychotherapeut in Kiel, gebunden.

Frau Dipl.-Psych. Lore Köpp als Psychologische Psychotherapeutin für einen halben Versorgungsauftrag für 23560 Lübeck, Sophienstraße 15, als Nachfolgerin von Herrn Dr. phil. Dipl.Psych. Michael Mehrgardt.

Frau Dipl.-Psych. Heike Orloff, Psychologische Psychotherapeutin mit halbem Versorgungsauftrag in 24105 Kiel, Yorckstraße 6, hat die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis nach 24105 Kiel, Esmarchstraße 64, erhalten.

Kreis Nordfriesland Herr Detlef Bobrowski, ausschließlich psychotherapeutisch tätiger Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit halbem Versorgungsauftrag in Bredstedt, zusätzlich als ausschließlich psychotherapeutisch tätiger Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie für einen halben Versorgungsauftrag für 25821 Bredstedt, Markt 6, als Nachfolger von Herrn Michael Lumme. Frau Dipl.-Psych. Denise Bouman-Kempter als Psychologische Psychotherapeutin für einen halben Versorgungsauftrag für 25813 Husum, Norderstraße 17, als Nachfolgerin von Frau Dr. med. Karin Carstesen-Ziegler.

7 | 2012

Nordlicht

aktuell

31


PRAXIS  &  KV Kreis Pinneberg Herr Dr. rer. nat. Ralf Schweer, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut in 25336 Elmshorn, Süderstraße 12, hat die Genehmigung zur Verlegung seiner Vertragspraxis nach 25336 Elmshorn, Kaltenweide 54, erhalten.

Herr Dr. med. Christian Rohrbacher ab 1. August 2012 als ausschließlich psychotherapeutisch tätiger Facharzt für Innere Medizin für einen halben Versorgungsauftrag für 24340 Eckernförde, Langebrückstraße 20, als Nachfolger von Herrn Dr. med. Manfred Gaissmaier.

Frau Dipl.-Psych. Nicole Ihle ab als Psychologische Psychotherapeutin für 25451 Quickborn, Harksheider Weg 74, als Nachfolgerin von Frau Dipl.-Psych. Dagmar Papworth.

Kreis Segeberg Frau Dipl.-Soz. päd. Karola Schäfer, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Psychologische Psychotherapeutin in 22848 Norderstedt, Ochsenzoller Straße 176, hat die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis nach 22848 Norderstedt, Ochsenzoller Straße 147, erhalten.

Kreis Rendsburg-Eckernförde Frau Dipl.-Psych. Katrin Brinkmann als Psychologische Psychotherapeutin für einen halben Versorgungsauftrag für 24161 Altenholz, Altenholzer Straße 5 – 7, als Nachfolgerin von Frau Ute Range. Herr Dr. med. Alfred Behnisch, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in 24103 Kiel, Herzog-Friedrich-Straße 91, und Frau Dagmar Feldt, Fachärztin für Kinderund Jugendpsychiatrie, 24242 Felde, Klein Nordseer Straße 5 a, haben die Genehmigung zur Beschäftigung von Frau Dipl.Psych. Maren Marcello als vierteltags (10 Stunden wöchentlich) angestellte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in der Nebenbetriebsstätte in 24242 Felde, Klein Nordseer Straße 5 a, erhalten. Übernahme einer vierteltags Angestelltenstelle von Frau Dipl.Rehapsych. Anja Trautmann. Frau Trautmann hat ihre Tätigkeit als angestellte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in der vorgenannten Vertragspraxis von ganztags (40 Stunden) auf dreivierteltags (30 Stunden) reduziert.

Frau Dipl.-Psych. Bärbel Niermann, Psychologische Psychotherapeutin in 22846 Norderstedt, Rathausallee 35, hat die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis nach 22848 Norderstedt, Ochsenzoller Straße 147, erhalten. Kreis Steinburg Frau Dipl.-Psych. Angelika Maib, Psychologische Psycho-therapeutin mit halbem Versorgungsauftrag in Herzhorn, zusätzlich als Psychologische Psychotherapeutin für einen halben Versorgungsauftrag für 25379 Herzhorn, Wilhelm-Ehlers-Straße 10, als Nachfolgerin von Herrn Dr. med. Christian Kramm-Freydag.

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten bzw. Krankenhäuser wurden zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Überweisungspraxis ermächtigt. Diese Beschlüsse sind noch nicht rechtskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann: Kreis Rendsburg-Eckernförde Frau Dipl.-Psych. Claudia Tiefert, Psychologische Psychotherapeutin, Rendsburg, wurde mit Wirkung ab 1. Juli 2012, befristet bis zum 31. Dezember 2012 für 24768 Rendsburg, Moltkestraße 4, zur Beendigung der im Rahmen des JobSharings mit Frau Hofmann, Neumünster, begonnenen Therapien bei den im Antrag namentlich benannten Patienten ermächtigt.

32

Nordlicht

Kreis Schleswig-Flensburg Die bis zum 30. September 2012 befristete Ermächtigung von Herrn Dr. med. Eckhardt H. Weber, Langacker 29, 24857 Fahrdorf, wurde bis zum 30. September 2014 verlängert.

aktuell

7 | 2012


PRAXIS  & KV

i Sammelexemplar 10

leicht gemacht

Neubildungen (Teil 1) Allgemeine Hinweise zur Diagnosedokumentation

• Diagnosen, die gesichert sind, mit dem Zusatz „G“ verschlüsseln • Kodierung dem Verlauf/Schweregrad der Erkrankung anpassen

• Erfassung aller Behandlungsdiagnosen in der Abrechnungssoftware • Alle Diagnosen sind mit der ICD-10-GM so spezifisch wie möglich zu kodieren

Kodierhilfe

Hinweise zur Handhabung der Kodierhilfe • Die Übersicht soll als Arbeitshilfe dienen und enthält nur einen Ausschnitt aus dem Diagnosespektrum der ICD-10-GM 2012. ICD-10-GM 2011 Bösartige Neubildungen 1.-3. Stelle

C00 - C14 C15 - C26 C30 - C39 C40 - C41 C43 - C44 C45 - C49 C50 C51 - C58 C60 - C63 C64 - C68 C69 - C72 C73 - C75 C76 - C80

Bösartige Neubildungen der Lippe, der Mundhöhle und des Pharynx

C81 - C96

Bösartigen Neubildungen des lymphatischen, blutbildenden und verwandten Gewebes, als primär festfestellt oder vermutet

C97!

Bösartige Neubildungen als Primärtumoren an mehreren Lokalisationen

Bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane Bösartige Neubildungen der Atmungsorgane und sonstiger intrathoraler Organe Bösartige Neubildungen des Knochens und des Gelenkknorpels Melanom und sonstige bösartige Neubildungen der Haut Bösartige Neubildungen des mesothelialen Gewebes und des Weichteilgewebes Bösartige Neubildungen der Brustdrüse (Mamma) Bösartige Neubildungen der weiblichen Genitalorgane Bösartige Neubildungen der männlichen Genitalorgane Bösartige Neubildungen der Harnorgane Bösartige Neubildungen des Auges, des Gehirns und sonstiger Teile des Zentralnervensystems Bösartige Neubildungen der Schilddrüse und sonstiger endokriner Drüsen Bösartige Neubildungen ungenau bezeichneter, sekundärer und nicht näher bezeichneter Lokalisationen

• Die Kodes für den Primärtumor, den Rezidivtumor und/oder die Metastase(n) sind immer mit dem Zusatzkennzeichen „G“ zu verschlüsseln, wenn diese Diagnose(n) durch histologischen Nachweis gesichert oder durch eindeutige Kombination von laborchemischen, klinischen, intraoperativen Befunden und/oder bildgebenden Verfahren hinreichend gesichert sind. Dabei sind die Befunde aller Versorgungsbereiche heranzuziehen. • Dies gilt für alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bis zum endgültigen Abschluss der Behandlung des Primärtumors/Rezidivtumors als auch der Behandlung von Metastasen (z. B. durch Chemo-/Strahlentherapie, Palliativtherapie, Hormontherapie, wait and see, active surveillance).

7 | 2012

Nordlicht

• Werden nach abgeschlossenerer Behandlung weitere TumorNachuntersuchungen durchgeführt, ist das primäre Malignom mit dem Zusatzkennzeichen „Z“ zu verschlüsseln. • Für die Kodierung der Tumor-Nachuntersuchung ist eine Schlüsselnummer aus Z08.- (Nachuntersuchung nach Behandlung wegen bösartiger Neubildung) zu kodieren. • Das lokale Rezidiv eines primären Malignoms ist als primäres Malignom, d. h. wie ein Primärtumor, zu verschlüsseln. • Metastasen werden mit den Schlüsselnummer C77 – C79 entsprechend ihrer Lokalisation als sekundäre Neubildung verschlüsselt, z. B. mit C78.0 (Sekundäre bösartige Neubildung der Lunge).

aktuell

33

Neubildungen (Teil 1)

Kodierhilfe

Klug kodieren


PRAXIS  &  KV

Weitere mögliche Verschlüsselungen • Die Kategorien C76 – C80 umfassen u.a. bösartige Neubildungen, bei denen keine eindeutige Angabe über deren Ursprungsort vorliegt, oder Neubildungen ohne Angabe des Ursprungsortes, die als „disseminiert“, „ausgebreitet“ oder „ausgedehnt“ bezeichnet sind. In diesen Fällen wird der Ursprungsort als unbekannt angesehen. • Eine mit einer Neubildung zusammenhängende funktionelle Aktivität kann mit einer zusätzlichen Schlüsselnummer angegeben werden. So erhält z. B. ein katecholaminbildendes bösartiges Phäochromozytom der Nebenniere die Schlüsselnummer C74 und den zusätzlichen Kode E27.5. ICD-10-Kode

• Bei bösartigen Neubildungen mit Überlappung der Lokalisationsgrenzen ist die Subkategorie .8 (mehrere Teilbereiche überlappend) zu verwenden, sofern die Kombination nicht an anderer Stelle speziell aufgeführt ist. Ein Karzinom der Speiseröhre und des Magens wird beispielsweise speziell mit C16.0 (Kardia) klassifiziert, während ein Karzinom der Spitze und der Ventralfläche der Zunge mit C02.1 verschlüsselt werden sollte.

Bösartige Neubildung in der Eigenanamnese Z85.-

Einige wichtige Kodes für Vorsorgeuntersuchungen:

Verdauungsorgane

Z85.0

Gynäkologische Untersuchung (Krebsvorsorge Frauen einschl. Papanicolaou-Zellabstrich)

Z01.4

Trachea, Bronchien oder Lunge

Z85.1

Atmungs- und intrathorakale Organe

Z85.2

Röntgenuntersuchung, anderorts nicht klassifiziert (Screeningmammographie)

Z01.6

Brustdrüse (Mamma)

Z85.3

Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Neubildungen des Darmtraktes (Vorsorgekoloskopie)

Z12.1

Genitalorgane

Z85.4

Harnorgane

Z85.5

Leukämie

Z85.6

Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Neu- Z12.5 bildungen der Prostata (Krebsvorsorge Männer)

lymphatisches, blutbildendes oder verwandtes Gewebe

Z85.7

Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Neubildungen sonstiger Lokalisationen (Hautkrebsscreening)

sonstige Organe

Z85.8

n.n.b.

Z85.9

Z12.8

Nachuntersuchung nach Behandlung wegen bösartiger Neubildung

Z08.-

nach chirurgischem Eingriff

Z08.0

nach Strahlentherapie

Z08.1

nach Chemotherapie

Z08.2

nach Kombinationstherapie

Z08.7

nach sonstiger Behandlung

Z08.8

nach n.n.b. Behandlung

Z08.9

Beispiel 1 Eine Patientin erhielt vor 3 Jahren eine brusterhaltende Operation und Radiatio wegen eines Mammakarzinoms im oberen, äußeren Quadranten rechts mit Befall der axillären Lymphknoten (T2, N1, M0). Die Patientin kommt zur Fortsetzung der adjuvanten Hormontherapie mit Tamoxifen. Behandlungsdiagnose C50.4 G R Bösartige Neubildung der Brustdrüse (Mamma), oberer äußerer Quadrant der Brustdrüse C77.3 G R Sekundäre und nicht näher bezeichnete bös artige Neubildung der Lymphknoten, axilläre Lymphknoten und Lymphknoten der oberen Extremität

Sonstiges Strahlentherapie-Sitzung

Z51.0

Chemotherapie-Sitzung wegen bösartiger Neubildung

Z51.1

Kombinierte Strahlen- und ChemotherapieSitzung wegen bösartiger Neubildung

Z51.82

Bösartige Neubildungen in der Familienanamnese

Z80.-

Verdauungsorgane

Z80.0

Trachea, Bronchien oder Lunge

Z80.1

Atmungs- und intrathorakale Organe

Z80.2

Brustdrüse (Mamma)

Z80.3

Genitalorgane

Z80.4

Harnorgane

Z80.5

Leukämie

Z80.6

lymphatisches, blutbildendes oder verwandtes Gewebe

Z80.7

sonstige Organe

Z80.8

n.n.b.

Z80.9

34

Beispiel 2 Eine Patientin erhielt vor fünf Jahren eine brusterhaltenden Operation und Radiatio wegen eines Mammkarzinoms im oberen äußeren Quadranten rechts mit Befall der axillären Lymphknoten (T2, N1, M0). Die Patietin kommt zur Nachuntersuchung mit Staging. Kein Nachweis eines Rezidivs oder von Metastasen. Die adjuvante Hormontherapie mit Tamixifen wurde im vergangenen Quartal beendet. Behandlungsdiagnose: Z08.7 G Nachuntersuchung nach Kombinationstherapie wegen bösartiger Neubildung C50.4 Z R Bösartige Neubildung der Brustdrüse (Mamma), oberer äußerer Quadrant der Brustdrüse C77.3 Z R Sekundäre und nicht näher bezeichnete bös artige Neubildung der Lymphknoten, axilläre Lymphknoten und Lymphknoten der oberen Extremität Nordlicht

aktuell

7 | 2012


PRAXIS  & KV Z I - P ra x is - P a n el ( Z i P P )

Bundesweite Befragung zu Praxiskosten

Mehrere tausend Praxen erhielten Ende Juni wieder Post vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI). Unter dem Motto „ZIPP zählt!“ sind sie aufgefordert, sich bis zum 30. September an der bundesweiten Kostenstrukturerhebung im Rahmen des ZI-Praxis-Panels (ZiPP) zu beteiligen. Es ist die dritte Befragung, die das ZI im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Kassenärztlichen Vereinigungen seit 2010 durchführt. Bei der aktuellen Erhebung geht es um die Praxiskosten im vergangenen Jahr. Die Daten werden benötigt, um steigende Ausgaben für Personal, Miete, Geräte und ähnliches nachweisen und in den Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen geltend machen zu können. Aufgerufen zur Teilnahme sind sowohl Ärzte und Psychotherapeuten, die sich bereits in den vergangenen Jahren beteiligt haben, als auch solche, die erstmalig mitwirken. Die angeschriebenen Praxen sind durch eine Zufallsstichprobe ermittelt worden. Das ZI-Praxis-Panel ist die einzige fachübergreifende repräsentative Kostenstrukturerhebung, in der die wirtschaftliche Situation der Praxen über einen längeren Zeitraum beobachtet wird. Da die teilnehmenden Praxen ihre Daten über mehrere Jahre liefern, können wichtige Informationen zum Nachweis der Kostenentwicklung gewonnen werden. „Diese Informationen sind wichtig, um den Punktwert und das ärztliche Honorar weiterzuentwickeln. Nur mit diesen Daten können die berechtigten Interessen der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten gegenüber den Krankenkassen durchgesetzt werden“, erläutert ZI-Geschäftsführer Dr. Dominik Graf von Stillfried. Die Kassen erwarten valide Daten, die nur über eine solche Erhebung gewonnen werden könnten. Deshalb sei es wichtig, dass jährlich 7.000 Praxen Auskunft zu ihrer Kostenstruktur geben. Ergebnisse der ersten ZiPP-Befragung Im März 2012 hat das ZI den ersten ZIPP-Jahresbericht veröffentlicht. Rund 4.700 Praxen hatten an der ersten Datenerhebung im Jahr 2010 teilgenommen. Heraus kam, dass die Ausgaben in den Praxen zwischen 2006 und 2008 deutlich zugenommen haben, und dass die Praxen sich mit Neu- und Ersatzinvestitionen stark zurückhielten. Über alle Fachgruppen hinweg sind die Praxiskosten um 3,5 Prozent gestiegen, während die Investitionen um mehr als 30 Prozent zurückgingen. In den Praxen, in denen weiterhin auf hohem Niveau investiert wurde, stiegen auch die Betriebskosten stärker (7,5 Prozent). Im gleichen Zeitraum betrug die Inflationsrate 5 Prozent. Das ZI leitet daraus ab, dass der Punktwert jährlich um das 1,5-fache der Inflationsrate steigen sollte, um wieder Spielraum für Investitionen in den Praxen zu schaffen.

Die Befragung zeigt auch, dass Vertragsärzte und Psychotherapeuten insgesamt erheblich mehr arbeiten, als bei der Kalkulation des Punktwerts zugrundegelegt wurde. Trotzdem wurde 2008 das dem EBM zugrundegelegte Referenzeinkommen nicht erreicht. Fazit: Es gibt einen deutlichen Nachholbedarf bei der Vergütung – das ZI beziffert diesen auf rund 3,5 Milliarden Euro. Je größer der Rücklauf, desto aussagefähiger ist die Datengrundlage. Das Besondere am ZiPP ist die langfristige Beobachtung, die Testierung der Angaben durch den Steuerberater der Praxis, die Gewichtung der Ergebnisse nach der Struktur des Bundesarztregisters und die Verknüpfung mit Abrechnungsdaten. Für diese Datengrundlage ist es notwendig, dass Praxen, die bereits am ZiPP teilgenommen haben, sich auch in den Folgejahren möglichst regelmäßig beteiligen. Des Weiteren müssen neue Teilnehmer gewonnen werden. „Je größer der Rücklauf, desto aussagefähiger ist die Datengrundlage“, erläutert der ZI-Geschäftsführer. Das Institut bemühe sich, die Rücklaufrate nach Möglichkeit zu fördern. Dazu gehören folgende Maßnahmen: • Praxen erhalten für die Einsendung eine Aufwandsentschädigung. Diese berücksichtigt ab 2012 den höheren Aufwand für die Einbeziehung der Steuerberater in Berufsausübungsgemeinschaftspraxen. Der Fragebogen ist stark vereinfacht worden und erlaubt die Nutzung durch alle Facharztgruppen und Fachkombinationen. • Steuerberater erhalten über DATEV und Addison eine Software, mit deren Hilfe die Beantwortung des Fragebogens aus vorliegenden Steuererklärungen binnen weniger Minuten erstellt werden kann. • Alle Teilnehmer erhalten einen individuellen Auswertungsbericht mit Vergleichskennzahlen, der ihnen bei der Einschätzung der Organisation und der wirtschaftlichen Situation ihrer Praxis helfen kann. Zudem wird ihnen der Jahresbericht nach Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Die Berufsverbände erhalten fachgruppenspezifische Auswertungen auch nach Versorgungsschwerpunkten.

ZI-Geschäftsführer Dr. Dominik Graf von Stillfried hofft auf eine hohe Beteiligung an der Befragung. „Unser Ziel ist erreicht, wenn 7.000 Praxen teilnehmen und damit Ärzte aus allen Fachgruppen und Regionen ihre Angaben machen.“ Weitere Informationen Bei Rückfragen können die angeschriebenen Ärzte und Psychotherapeuten die Telefon-Hotline 030 4005 2444 nutzen. Detailliertere Informationen, etwa der Jahresbericht, stehen unter www.zi-pp.de. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

7 | 2012

Nordlicht

aktuell

35


PRAXIS  &  KV P s y chotherapie

Vertragspsychotherapie von A bis Z (3. Teil) Letzter Teil von unserer Serie mit wichtigen Definitionen, Erklärungen und Regelungen aus dem Bereich der Psychotherapie. Vollzeittätigkeit eines Arztes oder Psychotherapeuten ist der Grundsatz an dem in der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte (Ärzte-ZV) festgehalten wird. Erst im zweiten Absatz des Paragrafen 19a Ärzte-ZV wird die Flexibilisierung der Tätigkeit ermöglicht. Hier heißt es, der Arzt oder Psychotherapeut kann sofort bei Beantragung einer Zulassung einen halben Versorgungsauftrag anstreben oder erst zu einem späteren Zeitpunkt eine entsprechende Erklärung abgeben.

Tagtrennung wird vollzogen, wenn einzelnen Gebührenordnungspositionen eine Uhrzeit zugeordnet wird. Dieses ist wichtig, wenn für EBM-Ziffern ein Nebeneinanderberechnungsausschluss besteht. In der Regel ist dieser gekennzeichnet mit dem Hinweis: „ ... ist nicht neben den Gebührenordnungspositionen ... berechnungsfähig.“ Das bedeutet, dass es am selben Behandlungstag nicht möglich ist, beide genannten Leistungen zur Abrechnung zu bringen. Ein Nebeneinanderberechnungsausschluss wird durch die Tagtrennung aufgelöst – anhand der Uhrzeiten wird klar kenntlich, es handelt sich um zwei voneinander unabhängige Behandlungseinheiten. Urlaubsvertretung in einer psychotherapeutischen Praxis bei der Durchführung von antrags- und genehmigungspflichtigen Leistungen einschließlich der probatorischen Sitzungen ist grundsätzlich unzulässig (Paragraf 14 Abs. 3 Satz 1 BMV-Ä u. Paragraf 20 Abs. 4 BMV-Ä/Ersatzkassen und PTV). Deshalb ist eine Vertretung während einer laufenden Psychotherapie in der eigenen Praxis bzw. durch benachbarte Praxen nur in Form einer Krisenintervention oder eines Halt gebenden psychotherapeutischen Gespräches möglich. Eine derartige Leistung bspw. zu Urlaubszeiten abzurechnen, ist möglich über die EBM-Ziffer 22220 bzw. 23220. Damit können Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten eingeschränkt auch die Urlaubs- oder krankheitsbedingte Vertretung der Kollegen übernehmen.

36

Nordlicht

Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit Auch für eine psychotherapeutische Behandlung gilt, dass die Notwendigkeit der Leistung, die Eignung der Leistung zur Erreichung des therapeutischen Ziels und die Angemessenheit der durch die Leistung verursachten Kosten im Hinblick auf das Behandlungsziel beachtet werden müssen. Das in den PTR und PTV verankerte Gutachterverfahren nimmt Aufgaben der in Bereichen der medizinischen Versorgung meist nachfolgenden Wirtschaftlichkeitsprüfung vorweg. Zulassungsausschuss der Psychotherapeuten besteht aus zwei Vertretern der Psychotherapeuten, zwei Ärzten sowie vier Vertretern der Krankenkassen. Der Ausschuss fasst Beschlüsse und trifft Entscheidungen in Angelegenheiten wie Zulassung und Ermächtigung von Psychotherapeuten, Entziehung und Ruhen der Zulassung, Genehmigung der gemeinsamen Ausübung vertragspsychotherapeutischer Tätigkeiten und Anstellungen. Gegen Entscheidungen des Zulassungsausschuss können die am Verfahren beteiligten Ärzte und Psychotherapeuten, die Kassenärztliche Vereinigung sowie die Krankenkassen beim Berufungsausschuss Widerspruch einlegen. Die Zulassungsgremien sind selbständige Einrichtungen der gemeinsamen Selbstverwaltung und ihre Mitglieder sind nicht weisungsgebunden. Sie treffen ihre Entscheidungen im Rahmen ihres pflichtgemäßen Ermessens. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

aktuell

7 | 2012


PRAXIS  &  KV n e u es a u s K V e n u n d K B V

Bayerns Bereitschaftspraxen in Not

KVB startet Hausarztkampagne

München – Die geringe Vergütung der Leistungen im Ärztlichen Bereitschaftsdienst und der Wegfall der Förderung von Bereitschaftspraxen, die von den gesetzlichen Krankenkassen bis Ende 2011 gezahlt wurde, stellt viele bayerische Bereitschaftspraxen aktuell vor große wirtschaftliche Probleme, die für die Hälfte dieser Praxen sogar das Aus bedeuten. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) mit Vertretern von Bereitschaftspraxen aus ganz Bayern.

München – Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) und der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) starten gemeinsam eine Kampagne für den Hausarztberuf. Dazu erklärten Dr. Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der KVB, und Dr. Ernst Engelmayr, Fortbildungsbeauftragter des BHÄV und Lehrbeauftragter für Allgemeinmedizin an der FriedrichAlexander-Universität Erlangen-Nürnberg: „Unser Ziel ist es, mehr Medizinstudierende für das Fach Allgemeinmedizin und die berufliche Perspektive Hausarzt zu begeistern.“ KVB und BHÄV richten sich daher mit ihrer Kampagne an Medizinstudierende verschiedener Semester.

Dazu sagte Dr. Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der KVB: „Vom kurzfristig anberaumten Treffen ging ein Hilferuf der bayerischen Bereitschaftspraxen aus. Die Lage ist für viele dramatisch. Etliche Vertreter haben sehr konkret angekündigt, den Betrieb ihrer Bereitschaftspraxis ohne finanzielle Förderung wie bisher nicht mehr lange fortsetzen zu können.“ Diese Entwicklung sei besonders gefährlich, da der Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte außerhalb der üblichen Sprechstundenzeiten aktuell ohnehin nur noch mit großem Aufwand flächendeckend aufrecht erhalten werde.

So werden beispielsweise Lehrbeauftragte künftig in der Vorlesung „Allgemeinmedizin“ den Studierenden neben Fachwissen auch Informationen zum praktischen Tätigkeitsfeld des Hausarztes, zu Aus- und Weiterbildung sowie zu Forschungsmöglichkeiten vermitteln. Einen weiteren Schritt in Richtung Hausarztpraxis bietet das neue Mentorenprogramm: Ab dem fünften Semester werden Studierende auf Wunsch von einem Hausarzt als Mentor betreut, der ihnen als kompetenter Ansprechpartner rund um das Thema Hausarztpraxis zur Verfügung steht. Dabei ist vorgesehen, dass die Studierenden Einblicke in den Praxisalltag ihres Mentors und so ein realistisches Bild von der Arbeit als Hausarzt bekommen.

Verordnungsdaten: Praxen bekommen aktuelle Auswertung Düsseldorf – Zur schnellen Information über Arzneimittelverordnungen bietet die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein ihren Mitgliedern einen weiteren Service an. Praxen in Nordrhein können aktuelle Auswertungen ihrer Arzneimittelverordnungen über das KVNO-Portal abrufen. „Wir wollen unsere Mitglieder zeitnah über ihr Verordnungsverhalten informieren und ihnen eine Rückkopplung zu den erfassten Daten geben“, sagt Dr. med Peter Potthoff, Vorsitzender des Vorstands. Die erste Frühinformation basiert auf den Verordnungen des ersten bis vierten Quartals 2011. Aktuelle Analysen folgen. Die Auswertungen geben einen Überblick über die Arzneimittelkosten der Praxis insgesamt, die Altersstruktur der Patienten, die Quotenziele und die häufigsten Wirkstoffe und Standardaggregate (Handelsnamen) mit Kosten und Dosen.

7 | 2012

Nordlicht

Der Vorteil für die Praxen liegt in der Schnelligkeit, denn die Verordnungsdaten werden direkt in den Apothekenrechenzentren abgezogen. Die Dokumente sollen künftig circa sechs Wochen nach Quartalsende zur Verfügung stehen. Ferner findet bei einzelnen Kennzahlen ein Vergleich mit der Fachgruppe statt, sodass eine Praxis auf diese Weise zum Beispiel Praxisbesonderheiten erkennen kann.

aktuell

37


die menschen im land V or O rt

Film ab auf Fehmarn Im Blockpraktikum Allgemeinmedizin wird der medizinische Nachwuchs frühzeitig an den Hausarztberuf herangeführt. Die KVon-Redaktion drehte einen Filmbeitrag für das Web-TV der KVen in der Lehrpraxis von Dr. Johannes Gerber in Burg.

Es ist vieles anders an diesem „ganz normalen” Mittwoch im Ärztehaus Gerber in der Kästnerstraße in der Inselmetropole Burg auf Fehmarn. Im Flur der Altbaupraxis und vor dem Empfang stehen heute große Koffer und Rucksäcke mit Kamera- und Beleuchtungsausrüstung. Das Praxis-Team ist ein bisschen aufgeregter als sonst. Das KVon-Filmteam wird von den Patienten neugierig gemustert, gegen Aufnahmen hat aber niemand etwas einzuwenden. Es hat sich nämlich schnell herumgesprochen, was heute passiert: „Es geht um den ärztlichen Nachwuchs. Unser Doktor bildet ja immer wieder junge Medizinstudenten aus und darüber soll ein Film gemacht werden”, weiß ein junger Mann. Er hat den großen Flipchart im Eingangsbereich gelesen, der die Patienten darüber informiert, dass heute ein Filmteam in der Praxis drehen wird und ist sofort bereit, sich als „Komparse“ bei der Behandlung filmen zu lassen. „Wenn das hilft, noch einen jungen Mediziner nach Fehmarn zu locken, mache ich gerne mit“, sagt er. Lehrpraxis für Allgemeinmedizin Im Praxisflur hängt ein unscheinbares Zertifikat der ChristianAlbrechts-Universität zu Kiel. Darin wird Dr. Johannes Gerber die Berechtigung ausgesprochen, die Bezeichnung „Akademische Lehrpraxis“ zu führen. Er ist der jüngste Lehrarzt in SchleswigHolstein. Der 37-Jährige war durch die Lehrpraxis-Serie im Nordlicht auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, sich direkt in der Ausbildung des medizinischen Nachwuchses zu engagieren und Medizinstudenten während ihres Blockpraktikums zu betreuen.

38

Nordlicht

Seit Oktober 2011 ist seine Praxis nun offiziell Lehrpraxis für Allgemeinmedizin und seitdem haben schon fünf Medizinstudenten ihr einwöchiges Blockpraktikum auf Fehmarn abgeleistet. Für Gerber ist eine frühzeitige Nachwuchsgewinnung im hausärztlichen Bereich elementar wichtig. „Auch mir als noch relativ jungem Arzt muss daran gelegen sein, die Medizinstudenten möglichst früh und möglichst gut an den Beruf des Hausarztes heranzuführen. Schließlich sind das die Kollegen von morgen, die wir auch auf Fehmarn dringend brauchen werden. Ich möchte schließlich nicht eines Tages allein vor den Patienten stehen. Also engagiere ich mich im Bereich meiner Möglichkeiten“, sagt er. Im November 2011 hielt Gerber die erste Uni-Sprechstunde der KVSH im Rahmen der Kampagne Land.Arzt.Leben! an der CAU Kiel ab und informierte die Studierenden über seinen spannenden Alltag als Hausarzt in einer ländlichen Region. Sprechstunde und Hausbesuch Im Behandlungszimmer warten Gerber und Medizinstudentin Katharina Schau nun auf ihren ersten Einsatz. Frau Schau studiert im 10. Semester Medizin in Kiel. Die 24-Jährige hatte sich ganz bewusst für die Lehrpraxis Gerber entschieden. Das Praxiskonzept hatte sie sehr angesprochen und außerdem wollte sie gerne zu einem jungen Arzt. Für die Zeit des Praktikums ist sie in der komfortablen Ein-Zimmer-Wohnung direkt über der Praxis untergebracht. Nach zwei Tagen Blockpraktikum ist sie bereits fest in das Team und in die wichtigsten Arbeitsabläufe integriert. Sie fühlt sich gut aufgehoben und die Arbeit an der Seite des Lehrarztes gefällt ihr sehr gut. aktuell

7 | 2012


die menschen im land

Arzt, Studentin und Patient sind bereit für die Filmaufnahmen. Es kann also losgehen. KBV-Filmredakteurin Kristal Davidson gibt noch letzte Regieanweisungen: „Bitte nicht direkt in die Kamera gucken! Beachten Sie mich am besten gar nicht!” Sie postiert sich an einer besonders günstigen Position, um die besten Bilder von der Behandlungssituation einzufangen. Gerber beginnt mit dem Patientengespräch und Frau Schau hört aufmerksam zu und schaltet sich dann immer wieder mit präzisen Zwischenfragen ein. Am Ende darf sie den Patienten selbst untersuchen. Die Kamera ist auch bei den nächsten beiden Untersuchungen immer dabei und schon bald merkt keiner mehr, dass sie überhaupt da ist. Nur eine Sequenz muss am Ende noch einmal neu gedreht werden. „Herr Gerber, könnten wir die Verabschiedungsszene mit dem Händeschütteln bitte noch einmal drehen?“, fragt die Redakteurin. Der Angesprochene macht geduldig alles mit, was von ihm verlangt wird. Gerber sieht sich trotz des ungewöhnlichen Drehtags und der erhöhten Aufmerksamkeit nicht als „Vorzeigearzt”. Ihm geht es darum, dem Filmteam einen ganz normalen Ausbildungstag in der Lehrpraxis zu bieten, mit allen Facetten, allen Probleme, und 7 | 2012

Nordlicht

natürlich den Dingen am Hausarztleben, die ihm besonders viel Spaß machen und die er deshalb auch seiner Praktikantin zeigen möchte. Dazu gehört neben der Sprechstunde vor allem der Hausbesuch, der heute auch noch auf dem Drehplan steht. An grünen Gersten- und Weizenfeldern vorbei führt die Fahrt nach einem kurzen Stopp auf einem Bauernhof in Sahrensdorf in den kleinen Ort Landkirchen. Hier werden Gerber und Frau Schau bereits von Lore Weetendorf erwartet. Die 90-Jährige, die schon bei Gerbers Vater Eberhard Patientin war, wohnt in einem reetgedeckten Haus direkt hinter der Dorfkirche und hat sich für den Arztbesuch extra schick gemacht. Sie trägt ihre schönste Bluse und ein Halstuch. Sie hat keine Angst vor der Kamera und lässt sich auch gerne bei der Untersuchung durch Gerber und Frau Schau filmen. Nur in die Lokalzeitung möchte sie dann doch nicht. Jakob Wilder, KVSH

Den fertigen Film können Sie voraussichtlich ab Mitte Juli im Web-TV der KVen unter www.kv-on.de sehen. Er wird auch den Instituten für Allgemeinmedizin in Kiel und Lübeck zur Verfügung gestellt.

aktuell

39


SERVICE T eam B erat u n g Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungs-Dschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungs-Dschungel

Neues aus der Welt der Verordnungen K orrekt u r Nordlicht Nr . 4 Zwischen Ethikfalle und Budgetbegrenzung In diesem Artikel wurde ausgeführt, dass das Heimpersonal die Bewohner nicht nur zum Frisör, sondern auch zum Physiotherapeuten begleiten muss. Diese Aussage kann so nicht stehen bleiben. Die Rahmenverträge sehen eine Begleitung außerhalb des Heimgeländes nicht explizit vor. Es heißt zwar, dass eine Begleitung zu stellen ist, wenn das persönliche Erscheinen des Bewohners zwingend erforderlich ist, hier sind jedoch nur solche Fälle gemeint, in denen das Erscheinen behördlich angeordnet wurde. Somit ist bei erforderlicher Therapie weiterhin der Hausbesuch mit zu verordnen, sofern dies aus medizinischen Gründen zwingend notwendig ist.

Trobalt® Der G-BA hat festgestellt, dass ein Zusatznutzen des Wirkstoffes gegenüber der Vergleichstherapie nicht belegt ist. Dieses Präparat wird am 1. Juli 2012 vom deutschen Markt genommen. Für Patienten, die auf dieses Medikament eingestellt sind, ist eine Verordnung zu Kassenlasten weiterhin möglich. Aufgrund der gesetzlichen Regelungen wird das Medikament ab diesem Zeitpunkt nicht mehr ad hoc in der Apotheke verfügbar sein, sodass Sie sich auf eine Lieferfrist von einigen Tagen einstellen müssen.

Haben Sie Fragen? Dann rufen Sie das Team Beratung der KVSH an: Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf

Ihr Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe

Heidi Dabelstein Tel. 04551 883 353 heidi.dabelstein@kvsh.de

Thomas Frohberg Tel. 04551 883 304 thomas.frohberg@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Plath Tel. 04551 883 362 anna-sofie.plath@kvsh.de

40

Nordlicht

aktuell

7 | 2012


Service S ervice

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Antworten des Service-Teams Wenn wir Urlaub haben und die Praxis schließen, können wir von allen umliegenden Ärzten vertreten werden ohne dass diese namentlich genannt werden? Nein, die Vertretung erfolgt in Absprache und ist dem Patienten durch Aushang und Anrufbeantworter-Text bekannt zu geben. Grundsätzlich können aber mehrere Ärzte die Vertretung übernehmen, wenn sie informiert wurden. Nimmt der Patient einen anderen Arzt als den offiziellen Vertreter in Anspruch, muss er hier nochmals die Kassengebühr entrichten.

Laut Krebsfrüherkennungs-Richtlinien kann das Hautkrebsscreening bei GKV-Versicherten ab dem 35. Geburtstag alle zwei Kalenderjahre zulasten der Krankenkasse abgerechnet werden. Wie verhält sich dies bei den Sonstigen Kostenträgern Polizei, Bundespolizei und Postbeamtenkrankenkasse? Diese Sonstigen Kostenträger rechnen auch nach EBM-Vorgaben ab und bei den Patienten mit dieser Kostenträgerzugehörigkeit kann das Hautkrebsscreening auch ab 35 Jahren alle zwei Kalenderjahre erbracht und abgerechnet werden.

Zum 1. April 2012 wurde in SchleswigHolstein ein Vertrag mit der Hanseatischen Krankenkasse für die Auflichtmikroskopie geschlossen. Kann die Ziffer 99472E ab dem 35. Jahren neben der 01745 abgerechnet werden? Ja, die Ziffer 99472E ist ab dem 35. Lebensjahr neben der Ziffer 01745 abrechenbar. Versicherte ab 35 Jahren, für die eine Hautkrebsvorsorgeleistung gemäß der EBM-Ziffer 01745 erbracht wurde, sind anspruchsberechtigt.

Wie rechnet eine Arztpraxis die Hautkrebsvorsorgeuntersuchung von Versicherten der Hanseatischen Krankenkasse ab dem 1. April 2012 ab? Vom 18. bis zum vollendeten 34. Lebensjahr setzt die Praxis die 99472A (Hautkrebsscreening) und die 99472E (Auflichtmikroskopie) an. Ab dem 35. Lebensjahr sind die EBM-Ziffern 01745 (Hautkrebsscreening) und 99472E (Auflichtmikroskopie) nebeneinander abrechenbar.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 7 | 2012

Nordlicht

aktuell

41


SERVICE was , wa n n , wo ?

Seminare

Zu Seminaren wird nicht mehr persönlich eingeladen. Bekanntmachungen erfolgen ausschließlich über das Nordlicht.

für Ärzte und Psychotherapeuten

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: Moderatorengrundausbildung

thema: QEP®-Einführungsseminar

für Qualitätszirkel

datum: 24. August, 15.00 bis 21.00 UHR

datum: 28. September, 15.00 bis 21.00 Uhr 29. September, 9.00 bis 17.00 Uhr

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkeldramaturgien erwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen.

Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung

25. August, 9.00 bis 17.00 UHR

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • Dramaturgien • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln

Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge – erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

ORT: Sitzungssaal der Abgeordnetenversammlung im Hause der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Teilnahmegebühr: 200 Euro pro Person, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung Fortbildungspunkte: 18

Teilnahmegebühr: 200 Euro pro Person, inkl. Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte: 20

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung bzw. im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Detlef Greiner Tel. 04551 883 527 Fax 04551 883 7527 E-Mail: detlef.greiner@kvsh.de

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

42

Regina Steffen 04551 883 292 04551 883 7292 regina.steffen@kvsh.de Nordlicht

aktuell

7 | 2012


Service

Veranstaltungen

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

KVSH

Schleswig-Holstein

25. Juli, 15.00 bis 18.00 Uhr

30. August, 20.00 Uhr

Infomarkt der KVSH

Einblicke in die Sexualmedizin

Ort: Saal der Abgeordnetenversammlung der KVSH Info: Bianca Hartz, Abteilung Zulassung/Praxisberatung, Tel. 04551 883 255, E-Mail: bianca.hartz@kvsh.de Marco Dethlefsen, Gesundheitspolitik und Kommunikation, Tel. 04551 883 381, E-Mail: marco.dethlefsen@kvsh.de www.kvsh.de

20. September, 20.00 Uhr

Ort: Conventgarten, Rendsburg Info: Referent: Prof. H. Bosinski, Kiel E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

Herz, Hirn, Schlaf – artirieller Hypertonus aus neurologischer und cardiologischer Sicht

Ab 1. August, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zusassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat für alle niederlassungswilligen Ärzte und Ärzte, die ihre Praxis abgeben möchten. Ohne vorherige Terminvergabe. Das Angebot gilt auch für Psychotherapeuten. Sabrina Pingel, Zusassung/Praxisberatung, Tel. 04551 883 255, E-Mail: sabrina.pingel@kvsh.de www.kvsh.de

KVSH-Kreisstellen

Ort: Conventgarten, Rendsburg Info: Referent: Dr. U. Pulkowski, PD Dr. El Mokhtari E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

25. Oktober, 20.00 Uhr

Psoriasis – eine Systemerkrankung Ort: Conventgarten, Rendsburg Info: Referent: Prof. U. Mrowietz, Kiel E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

24. November, 9.00 Uhr

23. August, 19.00 Uhr

Klinische Leitsymptome – Fallbeispiele

Sonographie bei Varicosis

Ort: ACO Academy Büdelsdorf Info: Referent: Prof. H. Dittrich, Rendsburg E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

Ort: Diako, Fliednersaal Info: Nähere Informationen unter: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder unter Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, für Veranstaltungen des ECS, Anmeldung und Kontakt unter: 04551 883130 oder www.aeksh.de/ecs

29. August, 16.00 Uhr

Rotatorenmanschettenverletzung-Update, Diagnostik und Therapie Ort: Diako, Fliednersaal Info: Nähere Informationen unter: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder unter Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, für Veranstaltungen des ECS, Anmeldung und Kontakt unter: 04551 883130 oder www.aeksh.de/ecs

29. August, 17.30 Uhr

Physikalische Grundlagen neuer Techniken in der Strahlentherapie

Wiederbeginn der Balintgruppe in Eckernförde Ort: Praxis Dr. Gaissmaer, Langebrückstraße 20, 24340 Eckernförde Info: Referent: Prof. H. Dittrich, Rendsburg E-Mail: dr.m.f.x.gaissmaier@t-online.de

13. bis 15. September, 8.00 bis 19.oo Uhr (auSSer 15. September: 8.00 bis 16.00 Uhr)

Clinical Skills Laboratory for Advanced Ort: Universität zu Lübeck, Institut für Anatomie, Haus 63, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck Info: Anmeldung bis 30. August, Tel. 0451 500 2022, Fax 0451 500 2249; Tagungsgebühr: 840 Euro E-Mail: petra.schuhr@uk-sh.de www.uksh.de

26. September, 17.00 bis 19.oo Uhr

Ort: Diako, Fliednersaal Info: Nähere Informationen unter: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder unter Tel. 0461 816 2511, www.malteser-franziskus.de, für Veranstaltungen des ECS, Anmeldung und Kontakt unter: 04551 883130 oder www.aeksh.de/ecs

7 | 2012

26. September, 19.30 Uhr

Nordlicht

Tumor und Thrombose Ort: Konferenzraum der Neurochirurgie, Haus 41 am Campus Kiel Info: Anmeldung bis 19. September, Tel. 0431 597 3493, Fax 0431 597 4739 E-Mail: regina.barg@uksh.de www.uksh.de

aktuell

43


Service ko n takt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Nina Söth����������������������������������������������������������������������������������������� 571 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Brigitte Gottwald����������������������������������������������������������������������������� 255 Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Betriebswirtschaftliche Beratung Marion Grosse���������������������������������������������������������������������������������� 343 Chirotherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dermatohistologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 44

Nordlicht

DMP Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Helga Hartz ������������������������������������������������������������������������������������� 453 Caroline Polonji ������������������������������������������������������������������������������ 280 Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 326 Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Janin Looft��������������������������������������������������������������������������������������� 324 Tobias Kantereit������������������������������������������������������������������������������� 320 Ermächtigungen Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������� 378 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Tyneke Grommes����������������������������������������������������������������������������� 462 ESWL Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Kruse����������������������������������������������������������������������������������� 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Esther Rüggen (Leiterin)����������������������������������������������������������������� 431 Hautkrebs-Screening Kevin Maschmann�������������������������������������������������������������������������� 326 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 326 HIV/AIDS Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Homöopathie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 326 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Invasive Kardiologie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Interventionelle Radiologie Daniela Leisner ������������������������������������������������������������������������������� 533 aktuell

7 | 2012


Service ko n takt

Kernspintomographie Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Koloskopie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Mammographie (kurativ/Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Niederlassung/Zulassung/Psychotherapeuten Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Niederlassung/Zulassung/Zweigpraxis/Ärzte Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Tyneke Grommes����������������������������������������������������������������������������� 462 Daniel Jacoby����������������������������������������������������������������������������������� 259 Nicole Geue������������������������������������������������������������������������������������� 303 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Karsten Wilkening��������������������������������������������������������������������������� 561 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 533 Onkologie Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Patientenauskunft Paragraf 305 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Personal Christine Storm��������������������������������������������������������������������������������� 260 Lars Schönemann������������������������������������������������������������������������������ 275 Anke Tonn����������������������������������������������������������������������������������������� 295 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygraphie/Polysomnographie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444

7 | 2012

Nordlicht

Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Carmen Dreyer�������������������������������������������������������������������������������� 360 Röntgen (Anträge) Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Carmen Dreyer�������������������������������������������������������������������������������� 360 Rückforderungen der Kostenträger Heinz Szardenings��������������������������������������������������������������������������� 323 Schmerztherapie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonographie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Sonographie (Qualitätssicherung) Susanne Paap���������������������������������������������������������������������������������� 228 Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 315 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 533 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin)��������������������������������������������������������� 331 Simone Eberhard (stellv. Leiterin)��������������������������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Team Beratung Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Team Verordnung Hilfsmittel Anna-Sofie Plath������������������������������������������������������������������������������ 362 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie, BKK VAG-Nord, BARMER GEK, Bahn-BKK Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Umweltmedizin/Umweltausschuss Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Vakuumbiopsie Dagmar Martensen ������������������������������������������������������������������������� 687

aktuell

45


Service ko n takt

Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444

Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251 An diese Stelle nach Paragraf 81a SGB V kann sich jede Person wenden. Es handelt sich um eine organisatorisch verselbstständigte und weisungsungebundene Einrichtung. Sie hat im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages allen genügend substanziierten Hinweisen auf Sachverhalte nachzugehen, die auf Unregelmäßigkeiten oder auf eine rechtswidrige oder zweckwidrige Nutzung von Finanzmitteln im Zusammenhang mit den Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein hindeuten und die aufgrund der einzelnen Angaben oder der Gesamtumstände glaubhaft erscheinen.

Nordlicht aktuell Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Prüfungsstelle Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 901022 Vorsitzender des Beschwerdeausschusses Dr. Johann David Wadephul�������������������������������������������������������� 90100 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)������������������������������������������ 90100 Leiter der Dienststelle Markus Eßfeld���������������������������������������������������������������������������� 901021 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ������������������������������������������������������������������������ 901023 Dr. Michael Beyer���������������������������������������������������������������������� 901015 Dorthe Flathus-Rolfs������������������������������������������������������������������ 901015 Astrid Stamer����������������������������������������������������������������������������� 901024 Arznei-/Pharmakotherapie-Beratung (prüfungsbezogen) Elsbeth Kampen ������������������������������������������������������������������������ 901023 Dr. Michael Beyer���������������������������������������������������������������������� 901015 Evelyn Sonnenrein��������������������������������������������������������������������� 901024 Honorarprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������� 901012 Zweitmeinungsverfahren Gastroenterologie Zweitmeinungsverfahren Rheuma Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������� 901012 Service Verordnungsprüfung Manuela Johnsen����������������������������������������������������������������������� 901020 Tanja Bauer............................................................................ ..... 901016 Susanne Schuldt.................................................................... ..... 901025 Service Honorarprüfung Sabine Kruse ����������������������������������������������������������������������������� 901016

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg 46

Impressum

Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Ingeborg Kreuz (v.i.S.d.P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke; Esther Rüggen Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel.: 04551 883 356, Fax: 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

7 | 2012


Service K o n takt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Berglücke 5, 24943 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Dithmarschen@kvsh.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Dr. Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ����������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 7 | 2012

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Thomas Schang, Chirurg Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 72606 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04521 409433 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

aktuell

47


EINLADUNG

INFOMARKT DER KVSH 25. Juli 2012 von 15.00 bis 18.00 Uhr im Abgeordnetensaal der KVSH, Haus 2, 3. Stock, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg

Die St채nde: - Abrechnung - Honorarverteilung - IT in der Praxis - Qualit채tssicherung - Verordnungen - Struktur und Vertr채ge - Praxisberatung

ldung ist Eine Anme erlich. nicht erford

Bei R체ckfragen wenden Sie sich bitte an: Bianca Hartz Tel.: 04551 883 255 E-Mail: bianca.hartz@kvsh.de Marco Dethlefsen Tel: 04551 883 381 E-Mail: marco.dethlefsen@kvsh.de


Nordlicjt_07_2012