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nr. 6 | 2017

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Juni 2017 | 20. Jahrgang

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Reform Medizinstudium

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Das richtige Rezept gegen Ă„rztemangel?


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 6 | 2017

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

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Masterplan zur Reform des Medizinstudiums

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Großer Wurf oder kleiner Schritt? Reaktionen auf den Masterplan Medizinstudium 2020

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Statements zum Masterplan Medizinstudium

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Nachrichten Kompakt

„Nach dem Plan muss die Umsetzung kommen“: Interview mit Prof. Hanna Kaduszkiewicz, Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Nach langem Ringen haben Bund und Länder den Masterplan Medizinstudium 2020 verabschiedet. Nicht jede der beschlossenen Maßnahmen, die das Medizinstudium reformieren und für mehr Hausärzte sorgen sollen, löst Beifall aus. Besonders die Landarztquote bei der Vergabe von Studienplätzen sorgt weiter für Diskussionen.

Gesundheitspolitik 13

Beratender Fachausschuss für angestellte Ärzte

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Nachwuchskampagne „Mehr.Arzt.Leben!“: Uni-Aktionen werben für die Niederlassung

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Praxis & KV 16

Serie: Kreisstelle Flensburg stellt sich vor

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Diabetes-Präventionsprojekt „Dimini“ wird vom Innovationsfonds gefördert

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„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“: Interview mit Dr. Carsten Petersen, ärztlicher Leiter des Dimini-Projektes

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Bekanntmachungen und Meldungen

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Neues aus KVen und KBV

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Psychotherapie: Probatorische Sitzung als Doppelstunde

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Erste Zahlen: Terminvermittlung bei Psychotherapeuten über die Terminservicestelle

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Jubiläum: Dr. Joachim von Hahn arbeitet seit 40 Jahren als niedergelassener Arzt in Wedel

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Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

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Kommentar: Wunschzeiten

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Glosse: Skurriles aus der Sprechstunde

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Sie fragen – wir antworten

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Seminare

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Termine

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Dr. Joachim von Hahn feierte sein 40-jähriges Praxisjubiläum: Für den hausärztlichen Internisten aus Wedel noch lange kein Grund, den Arztberuf an den Nagel zu hängen.

Service Sicher durch den Verordnungsdschungel: Schutzimpfungen, aber richtig

2020

Neue Mittel für den Kampf gegen die Volkskrankheit Diabetes: Das länderübergreifende Präventionsprojekt „ Dimini – Diabetes mellitus? Ich nicht!“ erhält rund vier Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Bundes.

Die Menschen im Land

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Masterplan Medizinstudium

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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aktuell

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Nordlicht nr. 6 | 2017 EDITORIAL Dr. Ralph Ennenbach, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, es geht doch voran – mit einem Bekenntnis zur Stärkung der medizinischen Aus- und Weiterbildung. Zwar ist alles, was perspektivisch bei Bund und Ländern Geld kosten wird, etwas zäh und langwierig, und oft sind Fragen des Verteilungsschlüssels die kompliziertesten überhaupt. Als KV wissen wir dies, solange es einen Honorarverteilungsmaßstab geben wird, selbst am besten. Aber mit dem politischen Bekenntnis zu einem Masterplan Medizinstudium ist unübersehbar die Einsicht verbunden, dass Reform- und vor allem auch Erweiterungsbedarf besteht. Die „Alterspyramide“ wird auf einige Jahrzehnte falsch herum stehen (und eher einem Kegel denn einer Pyramide gleichen). Und wer soll diese Aufgabe gerade in der Grundversorgung bewältigen, wenn es ein Ungleichgewicht der Anreize gibt, sich in der Spezialisierung stark zu beheimaten? Da man aber beides braucht (eine reine Abkopplung von der Möglichkeit der Spezialisierung wäre auch grundfalsch), bedarf es einerseits gleichermaßen attraktive Berufsbilder und am langen Ende auch mehr Studienplätze. Das letzte Bekenntnis fehlt noch, womöglich weil die Hoffnung existiert, weitere Lücken durch neue Assistenzberufe zu schließen. Hier ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Übrigens geht es auch regional voran. Die Honorarvereinbarung mit den Krankenkassen für 2017 ist fast fertig (wenngleich die letzten Abstimmungen noch laufen): Cum grano salis werden die Vergütungen gegenüber dem Vorjahr um nahezu drei Prozent steigen. Davon ist etwa ein halbes Prozent für Strukturmaßnahmen oder anderweitig zweckgebunden zu verwenden. Letzteres betrifft sowohl die rheumatologische, die schmerztherapeutische als auch die geriatrische Versorgung. Das Gesamtergebnis klingt „normal“ und liegt dennoch um fast einen Prozentpunkt oberhalb des Bundesschnitts, weil die Raten der Morbiditätsentwicklung und der Preisanhebung dieses Jahr insgesamt niedrig ausfielen. Das Thema der „Konvergenz“ an den Bundesschnitt ist damit positiv erledigt. Näheres in einer der nächsten Nordlicht-Ausgaben.

Dr. Ralph Ennenbach

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Titelthema R eform M edizinstudium

Landarztquote gegen Ärztemangel

Masterplan Medizinstudium © istock.com/pixinoo

2020

Der „ Masterplan Medizinstudium 2020“ ist beschlossene Sache. Viele Fragen sind allerdings noch offen, einige der rund 40 geplanten Maßnahmen umstritten. Ist die Landarztquote geeignet, den drohenden Landarztmangel zu beheben? Wer bezahlt die Reform? Zur Klärung dieser und anderer Fragen gibt es in dieser Ausgabe ein Interview mit Professor Hanna Kaduszkiewicz, Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Außerdem haben wir Reaktionen auf den Masterplan von Politik, Ärzteverbänden und Medizinstudenten gesammelt. Zunächst aber ein Überblick der wichtigsten Reformpunkte. Mit dem Masterplan 2020 soll das Medizinstudium in Deutschland in den kommenden Jahren umgekrempelt werden. Ziel des Beschlusses von Bund und Ländern ist es, den Ärztenachwuchs für die medizinische Versorgung von morgen auszubilden und dem zunehmenden Hausarztmangel entgegenzuwirken. Studieninhalte Das Medizinstudium soll künftig patientenorientierter und praxisnäher gestaltet werden. Theoretische und klinische Inhalte sollen vom ersten Semester an miteinander verknüpft werden. Lehrpraxen sollen stärker in die Ausbildung integriert, neue Praxen gewonnen werden. Ein besonderes Augenmerk legt der Masterplan auf die Arzt-Patienten-Kommunikation, „die maßgeblich die 4

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Arzt-Patienten-Beziehung, den Behandlungserfolg und das Wohlbefinden der Patienten beeinflusst.“ Im Studium sollen daher die Grundlagen für eine gute ärztliche Gesprächsführung als zentrales Element in der ärztlichen Tätigkeit gelegt werden. Zulassung und Prüfung Im Auswahlverfahren für das Medizinstudium sollen neben der Abiturnote oder der Bereitschaft, als Landarzt zu arbeiten, weitere Kriterien herangezogen werden. Dies betrifft vor allem soziale und kommunikative Fähigkeiten. Auch eine Ausbildung, Tätigkeit oder ehrenamtliches Engagement im medizinischen Bereich werden künftig berücksichtigt.

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© istock.com/ skynesher

Titelthema

Die Hochschulen werden unterstützt, die Auswahlverfahren entsprechend anzupassen und etwa Auswahlgespräche als Instrument anzuwenden. Eine Erhöhung der Studienplatzzahl ist im Masterplan ausdrücklich nicht vorgesehen. Das Studium umfasst die Ärztliche Prüfung, die in drei Abschnitten abzulegen ist: ƒƒ ­Nach dem ersten Studienabschnitt wird eine einheitliche staatliche Prüfung vorgegeben. Diese besteht aus einem schriftlichen (nach vier Semestern) und einem mündlichpraktischen Teil (nach sechs Semestern). ƒƒ ­Für den zweiten, schriftlichen Abschnitt der Staatsprüfung wird das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) den bisher faktenorientierten Gegenstandskatalog in Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Fakultätentag überarbeiten. ƒƒ ­Die dritte staatliche Prüfung am Ende des Studiums beinhaltet wie bisher die Prüfung am Patientenbett und wird zusätzlich um Fragestellungen ausschließlich zu Innerer Medizin, Chirurgie und Allgemeinmedizin sowie einem Wahlfach ergänzt. Stärkung der Allgemeinmedizin Nicht nur in ländlichen Gebieten herrscht Hausarztmangel, auch in ärmeren Bezirken von Städten ist er inzwischen spürbar. Ein Grund: Nach dem Medizinstudium wählen nur zehn Prozent der Studenten die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin – zu wenig, um die Versorgungslücken zu schließen. Daher soll der Stellenwert der Allgemeinmedizin in der Ausbildung erhöht werden, sodass sich am Ende mehr Nachwuchsmediziner für eine Tätigkeit als Hausarzt entscheiden.

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Um dies zu erreichen: ƒƒ Werden künftig alle Medizinstudenten im Staatsexamen auch im Fach Allgemeinmedizin geprüft. ƒƒ Wird die Struktur des Praktischen Jahres von Tertiale auf Quartale umgestellt. Innere Medizin und Chirurgie bleiben Pflichtquartale; hinzu kommen zwei Wahlfächer, von denen eines in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung absolviert werden muss. ƒƒ Sollen Lehrveranstaltungen in der Allgemeinmedizin durch „regelmäßig wiederkehrende Hospitationen“ in Hausarztpraxen von Beginn des Studiums an flankiert werden. Geplant ist auch, dass an allen medizinischen Hochschulen Lehrstühle für Allgemeinmedizin eingerichtet werden. An SchleswigHolsteins beiden medizinischen Hochschulen in Kiel und Lübeck gibt es diese bereits. Als Rezept gegen den Ärztemangel sieht das Eckpunktepapier außerdem eine sogenannte Landarztquote vor. Mit ihr sollen Hochschulen zehn Prozent der Medizin-Studienplätze an Bewerber vergeben können, die sich verpflichten, nach der Facharztweiterbildung bis zu zehn Jahre lang in Gebieten zu arbeiten, in denen Hausarztmangel herrscht. Bisher haben nur Bayern und Niedersachsen angekündigt, eine Landarztquote einzuführen. Marco Dethlefsen, KVSH

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Titelthema I nterview

„Die Landarztquote ist nicht das richtige Signal“ Prof. Hanna Kaduszkiewicz ist seit drei Jahren Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Im Interview stellt sie den Masterplan Medizinstudium 2020 auf den Prüfstand. Kaduszkiewicz: Diese Rechnung würde nicht aufgehen, da mehr Studienplätze das Fach Allgemeinmedizin nicht automatisch attraktiver machen. Da der Masterplan vorsieht, dass sich die Inhalte des Studiums künftig mehr an der Regelversorgung orientieren sollen, wird der Allgemeinmedizin künftig automatisch eine wichtigere Rolle zufallen als bisher, wo eher noch die klinischen Spezialdisziplinen erste Wahl und im Vorteil sind. Nordlicht: Die Universitäten können künftig bis zu zehn Prozent der Medizinstudienplätze vorab an Bewerber geben, die nach Abschluss des Studiums und der fachärztlichen Weiterbildung später als Landarzt praktizieren. Ist das ein geeignetes Mittel gegen den Ärztemangel auf dem Land, oder werden so Ärzte „zweiter Klasse“ ausgebildet?

Nordlicht: Der „Masterplan Medizinstudium 2020“ setzt vor allem auf eine Stärkung der allgemeinärztlichen Ausbildung. Bekommen wir durch die Reform automatisch mehr Hausärzte als bisher? Prof. Hanna Kaduszkiewicz: Der Masterplan 2020 ist momentan ein erster Aufschlag mit einer sehr guten und richtigen Zielsetzung. Die Mühen der Ebene kommen aber erst noch. Es gibt leider keinen Automatismus zur Produktion von mehr Allgemeinmedizinern, denn bis zur Umsetzung muss der Plan auf Bundes-, Länder- und Universitätsebene noch einige gesetzgeberische Hürden nehmen. Ohne ganz klar definierte gesetzliche Finanzierungsregelungen und Zuweisung von zusätzlichen Mitteln an die Allgemeinmedizin wird sich nicht viel bewegen. Nordlicht: Auf eine Ausweitung der Studienplätze um zehn Prozent bzw. rund 1.000 Plätze konnte man sich nicht einigen. Die Länderfinanzminister setzten sich mit ihren Bedenken durch. Wäre die Gleichung „mehr Studienplätze – mehr ärztlicher Nachwuchs für Stadt und Land“ die bessere Lösung gewesen?

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Kaduszkiewicz: Eine Landarztquote ist nicht das richtige Signal, denn sie arbeitet mit Sanktionen. Wer als Arzt später nicht die geforderte Zeit auf dem Land arbeitet, wird finanziell bestraft. Einige Studierende, die die Quote als Fahrschein zum Medizinstudium nutzen, werden das Risiko sicher bewusst in Kauf nehmen. Wer es sich leisten kann, wird dann die fällige Strafe zahlen und sich freikaufen. Bei der Qualifikation sehe ich kein Problem, da alle Bewerber aus dem Pool der Besten kommen. Vielleicht sollte man sich in diesem Zusammenhang lieber die Gruppe der an der Landarztmedizin interessierten Studierenden genauer anschauen. Wir wissen aus Studien, dass relativ viele Studierende, die auf dem Land aufgewachsen sind, es sich später gut vorstellen können, dort auch als Arzt tätig zu werden. Insofern wären vielfältige Unterrichtsveranstaltungen, die sich genau an diese Gruppe richten, bessere Lösungsansätze. Nordlicht: Sie würden also eher darauf setzen, die Studierenden zu stärken, die sich im Studium entscheiden, Landarzt zu werden? Kaduszkiewicz: Das wäre der bessere Weg. Wir setzen am Lehrstuhl schon jetzt darauf, diese Zielgruppe im Studium zu identifizieren und ihr Blockpraktika in ländlichen Gebieten zu ermöglichen. Die KVSH unterstützt dieses Angebot mit der Übernahme der Fahrtkosten. Das ist sehr hilfreich. Wir haben auch schon ein „Spezialcurriculum Allgemeinmedizin – landärztliche

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Titelthema

Versorgung“ entwickelt und erfolgreich durchgeführt. Eine Wiederholung des Kurses scheitert momentan leider an den Finanzen. So einen Kurs kann ich nicht aus der Portokasse bezahlen. Nordlicht: Wie viel Geld müsste denn in die Hand genommen werden? Kaduszkiewicz: Allein für das ambulante Pflichtquartal und die Einführung der Allgemeinmedizin als verpflichtendes viertes Prüfungsfach im Staatsexamen kämen wir für Kiel auf rund 400.000 Euro Mehrkosten pro Jahr. Dabei ist die Übernahme von Reise- und Unterkunftskosten für Studierende, die ihr ambulantes Quartal auf dem Lande absolvieren möchten, noch nicht einmal enthalten.

„Es drohen harte Verteilungskämpfe mit ungewissem Ausgang.“

Nordlicht: Neben der Abiturnote sollen zusätzlich weitere Kriterien bei der Vergabe der begehrten Medizinstudienplätze berücksichtigt werden. Dazu gehören unter anderem soziale und kommunikative Fähigkeiten oder Berufserfahrungen. Bekommen wir dadurch bessere Ärzte als früher? Kaduszkiewicz: Es ist sehr schwer zu definieren, was ein guter Arzt ist. Die Universitäten gehen bei den Auswahlverfahren sehr unterschiedliche Wege. Es gibt momentan noch keinen wissenschaftlichen Beleg, der ein bestimmtes Verfahren im Vorteil sieht. Meine Überzeugung ist, dass Aufbau und Inhalte des Studiums wichtiger sind als Auswahlverfahren. Nordlicht: Das „Praktische Jahr“ muss künftig zu einem Viertel in einer Arztpraxis absolviert werden. Studierende sollen außerdem durch zusätzliche Hospitationen in allgemeinmedizinischen Praxen Erfahrung in der Hausarzttätigkeit gewinnen. Ohne neue Ausbildungskapazitäten und Mehrarbeit der Lehrpraxen wird das kaum gehen. Wie wollen Sie das an Ihrem Lehrstuhl organisieren? Kaduszkiewicz: Wir werden künftig mehr Lehrpraxen brauchen und noch intensiver mit ihnen zusammenarbeiten. Das wird aber ohne zusätzliches Personal und zusätzliche Mittel nicht funktionieren, denn auch die Lehrpraxen müssen für ihren Mehraufwand eine angemessene Vergütung erhalten. Nordlicht: Was feststeht, ist die Förderung von Forschungsprojekten zur Allgemeinmedizin im Rahmen von 20 Millionen Euro. Zudem werden mit drei Millionen Euro Studien gefördert, die „kompetenzbezogene Auswahlverfahren“ im Medizinstudium ermitteln. Sind dazu auch Projekte aus den beiden Lehrstühlen für Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein zu erwarten?

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Kaduszkiewicz: Sobald dazu eine Ausschreibung kommt, werden wir uns bewerben. Wir haben in Schleswig-Holstein genug Forschungsideen und gute Projekte, die wir ins Rennen schicken können. Nordlicht: Der Masterplan steht unter „Haushaltsvorbehalt“ und soll „möglichst mit den gegebenen Mitteln und Ressourcen“ umgesetzt werden. Besteht nicht die Gefahr, dass die Universitäten am Ende auf den zu erwartenden Mehrkosten sitzen bleiben und Sie als Konsequenz in Ihrem Lehrstuhl mit Bordmitteln klar kommen müssen? Kaduszkiewicz: Die Rechnung ist ziemlich einfach: Wenn die Universität kein zusätzliches Geld bekommt und die Allgemeinmedizin trotzdem besser ausstatten will, müsste sie einem anderen Lehrstuhl etwas wegnehmen. Dann drohen harte Verteilungskämpfe mit ungewissem Ausgang. Da wird Kiel keine Ausnahme sein. Letztlich legt momentan die Fakultät den Unterrichtsumfang der einzelnen Fächer fest, und der Zahl der Unterrichtsstunden folgt das Geld. Nordlicht: Wie sieht das für die Allgemeinmedizin in Kiel aus? Kaduszkiewicz: Unser Anteil am klinischen Studium ist sehr gering. Er liegt momentan bei zwei Semesterwochenstunden an Vorlesungen und Seminaren. In den drei Jahren klinischer Ausbildung durchläuft jeder Medizinstudent also 14 mal 90 Minuten Allgemeinmedizin. Das entspricht einem Anteil von 1,5 Prozent an allen Vorlesungen und Seminaren, die es im klinischen Studienabschnitt gibt, hinzu kommen zwei Wochen Blockpraktikum, die in der Approbationsordnung vorgeschrieben sind. Der Masterplan Medizinstudium 2020 sieht vor, dass „die Allgemeinmedizin im Studium den Stellenwert erhalten muss, der ihr auch in der Versorgung zukommt“. Wenn dieses Ziel Realität werden soll, müssen aus meiner Sicht in der Approbationsordnung sehr konkrete Vorgaben gemacht werden. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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Titelthema R eaktionen

Lob und Kritik

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

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„Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen Medizinstudium. “

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Die Beschlüsse des Masterplans Medizinstudium 2020 wurden bundesweit sehr unterschiedlich bewertet.

„Enttäuschend ist, dass sich Bund zt ek am m © Bu nd es är

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und Länder nicht über eine klare und langfristige Finanzierungsvereinbarung einigen konnten. Bloße Absichtserklärungen bringen uns nicht weiter. Hier muss dringend nachgeschärft werden.

lichen ambulanten Pflichtabschnitt im Praktischen Jahr und einer zu einseitigen Fokussierung auf das Fach Allgemeinmedizin setzt man in wichtigen Fragen eher auf Zwang und Lenkung statt auf Motivation und Freiheit.

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„Mit der optionalen Landarztquote, einem zusätz-

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Prof. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer

Moritz Völker, Vorsitzender des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund

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Titelthema

„Es ist gut, dass zukünftig auch ver-

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mehrt ambulante Praxen in das Medizinstudium einbezogen werden und die Allgemeinmedizin gestärkt wird. Nur so kann die ärztliche Versorgung unserer Bevölkerung langfristig auf einem hohen Niveau und kosteneffektiv gesichert werden.

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Prof. Erika Baum, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM)

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„Mit dem Masterplan werden die “

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Herausforderungen an die nächste Medizinergeneration definiert und Weichen für deren Ausbildung gestellt. Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka

Prof. Eva Quante-Brandt, Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz und Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien Hansestadt Bremen

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kommission ist zu begrüßen, denn sie begleitet die Reform der Medizinerausbildung und beschäftigt sich mit den Kosten.

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„Die Einrichtung einer Experten-

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Titelthema statements

Endlich Wir haben lange genug darauf gewartet. Und wir mussten sehen, wie der Marburger Bund realitätsblind versuchte, die Stärkung der ambulanten Medizin, speziell der Allgemeinmedizin, zu verhindern. Aber die Politik hat Wort gehalten und mit dem Masterplan 2020 eine richtige und dringend notwendige Reform des Medizinstudiums angestoßen. Im neuen Konzept ist die Allgemeinmedizin fester und verpflichtender Teil der Medizinerausbildung und der ärztlichen Prüfungen. Ohne Erfahrung in der ambulanten Medizin wird niemand mehr Ärztin oder Arzt werden können. Die entscheidende Rolle der hausärztlichen Medizin für die Versorgung unserer Gesellschaft wird an vielen Stellen des Masterplans deutlich herausgestellt. Dringend notwendig ist, dass jetzt auch die finanziellen Bedingungen geschaffen werden, die hohen Ziele umzusetzen. Um das Konzept zum Erfolg werden zu lassen, müssen KV und Ärztekammer diese neue Schwerpunktsetzung in ihre berufspolitische Arbeit übernehmen. Die medizinischen Universitäten sind aufgefordert, die Lehrstühle für Allgemeinmedizin in jeder Hinsicht zu fördern und zu unterstützen. Der Hausärzteverband wird einerseits alle positiven Bemühungen unterstützen und anderseits nicht hinnehmen, wenn Bremser und Verweigerer die notwendigen Reformen torpedieren. Dr. Thomas Maurer, Vorsitzender des Hausärzteverbands Schleswig-Holstein

Wir brauchen eine ehrliche Debatte Wir Medizinstudierende verbinden mit den 37 Maßnahmen des Masterplans Medizinstudium 2020 große Erwartungen. Das Reformvorhaben bietet – angefangen beim Zulassungsverfahren zum Studium bis hin zum Praktischen Jahr – die Grundlage für eine langfristige und innovative Weiterentwicklung der ärztlichen Ausbildung. Insbesondere begrüßen wir die stärkere Verzahnung von praktischen und theoretischen Studieninhalten sowie die Fokussierung auf ärztliche Grundfertigkeiten und Kompetenzen in den Lehrveranstaltungen und Staatsexamina. Auf der anderen Seite stellt die sogenannte „Landarztquote“ eine unverhältnismäßige Einschränkung der beruflichen Wahlmöglichkeiten dar, die keine nachhaltige Lösung für unterversorgte Regionen bietet. Stattdessen braucht es vielfältige Lösungsansätze, eine Beteiligung der Studierenden in der Umsetzungsphase des Masterplans sowie eine ehrliche Debatte über die Gründe, warum es junge Ärztinnen und Ärzte nicht in ausreichendem Maße in unterversorgte, ländliche Regionen zieht. Carolin Siech, Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e. V. (bvmd)

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NACHRICHTEN  KOMPAKT M ein P ra x is C heck

Ä rzte in W eiterbildung

Online-Test Patientensicherheit

Traineeprogramm

Berlin – Mit dem neuen Online-Test „Mein PraxisCheck Patientensicherheit“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) können Ärzte und Psychotherapeuten ihren Umgang im Praxisalltag mit dem Thema Patientensicherheit überprüfen. Patienten vor Schaden zu schützen, ist ein Hauptziel des Qualitätsmanagements in Praxen. Daneben geht es darum, haftungsrechtlichen Konsequenzen vorzubeugen. Mit dem Online-Test auf www.kbv.de/ praxischeck können Praxen mit wenigen Klicks herausfinden, wie es bei ihrer täglichen Arbeit um Gefahrenquellen und Risiken für Patienten steht. Die Themen reichen von sicheren Behandlungsabläufen und Arbeitsbedingungen bis zum Verhalten im Schadensfall. Konkret geht es beispielsweise um Aspekte, wie Praxisausstattung, Gerätesicherheit, Hygiene, Infektions- und Strahlenschutz sowie Regeln zur Kommunikation und Informationsweitergabe.

Bad Segeberg – Vor der Sommerpause findet eine weitere Runde des Traineeprogramms für Ärzte in Weiterbildung, für angestellte Ärzte in Arztpraxen und für alle Kollegen, die sich für eine Niederlassung interessieren, statt. Auf vielfachen Wunsch steht dann erneut das Thema "Abrechnung" im Zentrum der Veranstaltung. Aber auch persönliche Erfahrungen aus der Praxis werden eine wichtige Rolle spielen: ƒƒ Der Neurologe Dr. Jan-Andreas Wessig berichtet über seine persönlichen Erfahrungen als Praxisinhaber. ƒƒ Doris Scharrel, niedergelassene Frauenärztin aus Kronshagen, und Ernst Sievers, stellvertretender Leiter der KVSH-Abrechnungsabteilung, erläutern aus Sicht einer Praxisinhaberin und aus Sicht der Verwaltung, wie sich die Abrechnung im Praxisalltag organisieren lässt. ƒƒ André Zwaka, stellvertretender Leiter der Abteilung Zulassung/Praxisberatung, wird auf die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung in Schleswig-Holstein eingehen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Für Verpflegung ist gesorgt. Sie erhalten sieben Fortbildungspunkte.

Q ualitätszirkel

Datum: 8. Juli 2017, von 10 bis 16 Uhr Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg

KBV-Website bietet neue Inhalte

Bitte senden Sie Ihre Anmeldung bis zum 30. Juni 2017 per Fax 04551 803 751 oder per E-Mail an akademie@aeksh.de. Bei Fragen wenden Sie sich an Bettina Fanselow aus der Zulassungsabteilung der KVSH (Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de) oder an Sylvia Kühne von der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung (Tel. 04551 803763, E-Mail: sylvia.kuehne@aeksh.de).

N A V - V irchow - B und

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat ihr Webangebot zum Thema Qualitätszirkel aktualisiert. Zielgruppen sind Moderatoren und Tutoren von Qualitätszirkeln sowie andere interessierte Gruppen. Sie sollen so noch besser in ihrem Engagement für Qualitätsförderung und Patientensicherheit unterstützt werden. Unter einer neuen Rubrik speziell für Moderatoren stehen dazu alle Themen-Module des Handbuchs „Qualitätszirkel“ kostenfrei zum Download bereit. Moderatoren können dort aus einem Angebot von mehr als 30 Themen wählen und die Umsetzungsempfehlungen für die Gestaltung ihrer Zirkelarbeit nutzen. Aktuell wurden die Module „Ethikberatung im Qualitätszirkel“ und „Suchtmittelgebrauch“ online gestellt. Darüber hinaus sind auf der Themenseite die Ansprechpartner für die Qualitätszirkelarbeit in den Kassenärztlichen Vereinigungen aufgelistet. Mehr zum Thema unter www.kbv.de/html/qualitaetszirkel.php

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Mehr Eigenverantwortung der Patienten gefordert Berlin – Der NAV-Virchow-Bund hat in seinem gesundheitspolitischen Grundsatzprogramm zur Bundestagswahl mehr Eigenverantwortung der Patienten gefordert. Erreicht werden soll dieses Ziel durch eine sozial gestaltete Eigenbeteiligung oder eine Steuerung der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Außerdem soll das Vergütungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf feste, wirtschaftlich kalkulierte Preise umgestellt werden. „Die seit 30 Jahren andauernde Budgetierung hat die Versorgung an keinem Punkt verbessert und nur innerärztliche Verteilungseffekte verursacht“, heißt es im Programm. Die Budgetierung des zur Verfügung stehenden Geldes bei gleichzeitig unbegrenztem Leistungsversprechen führe das Gesundheitswesen in eine Sackgasse. Der Verband kritisiert, dass die Budgetierung einer der Hauptgründe dafür sei, dass junge Ärzte den Schritt in die eigene Praxis scheuten. Darüber hinaus müsse die gemeinsame Grundversorgung zwischen Haus- und Fachärzten neu geordnet werden. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT D armkrebs - S tuhltest

K ampagne

KBV stellt Infoblatt bereit

Medikamente entsorgen, aber richtig

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will mit Bad Segeberg – Alte ArzneimitWas kann jeder tun? einem Infoblatt für das Wartezimmer Ärzte bei der Information tel gehören in den Müll und nicht der Patienten über den neuen Darmkrebs-Stuhltest unterstützen. ins Abwasser, doch nur wenige Der quantitative immunologische Test (iFOBT) zur Früherkennung Verbraucher halten sich daran von Darmkrebs steht seit 1. April 2017 gesetzlich Versicherten und die Entsorgungswege sind in als Kassenleistung zur Verfügung. Das Infoblatt informiert über den Landkreisen und kreisfreien das Darmkrebs-Früherkennungsprogramm und das neue StuhlStädten Schleswig-Holsteins oft test-Verfahren. Der Stuhltest ist Teil des Programms zur Frühunterschiedlich geregelt. Gemeinerkennung von Darmkrebs. Er kann bei Frauen und Männern im sam mit Ärzte-, Tierärzte- und Alter zwischen 50 und 55 Jahren jedes Jahr durchgeführt werApothekerkammer hat das Kieler den. Hausärzte, Gynäkologen, Facharztinternisten, Hautärzte, Umweltministerium deshalb eine Urologen und Chirurgen können den Stuhltest ausgeben. Ab Informationskampagne gestartet, 55 Jahren haben die Versicherten Anspruch auf bis zu zwei Frühdie über die richtige Entsorgung erkennungskoloskopien im Abstand von zehn Jahren oder alle von Arzneimitteln informiert. Die zwei Jahre auf einen Test auf okkultes Blut im Stuhl. Ist der StuhlKVSH unterstützt die Aktion und befund positiv, erfolgt zur weiteren Abklärung eine Darmspiestellt deshalb jeder Praxis jeweils gelung. Studien haben gezeigt, dass mit immunologischen Tests 25 Patientenflyer und ein Poster nicht sichtbares Blut im Stuhl insbesondere mit einer höheren zum Aushang zur Verfügung. Der Sensitivität nachgewiesen werden kann. Der Gemeinsame BunVersand des Info-Materials erfolgt desausschuss hatte daher festgelegt, den Guajak-basierten Test mit der nächsten PZV-Mitteilung abzulösen; die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie wurde entsprein der 19. Kalenderwoche (19. bis chend geändert. 25. Juni 2017). Herausgeber

Jeder einzelne kann dazu beitragen, dass Arzneimittel nicht unnötig in die Umwelt gelangen. Und das ist auch nicht schwer umzusetzen:

R Überprüfen Sie vor dem Kauf Ihre Hausapotheke, ob die Medikamente, die Sie benötigen, bereits vorhanden sind. R Bei Selbstmedikation lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker über die Notwendigkeit und Zielsetzung der Medikation beraten.

R Kaufen Sie die richtigen Packungsgrößen, um Reste zu vermeiden. R Entsorgen Sie die Restbestände in den Blistern und Fläschchen über den in diesem Flyer unter „Entsorgungsmöglichkeiten“ angegebenen Weg.

Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein Mercatorstraße 3 | 24106 Kiel pressestelle@melur.landsh.de Apothekerkammer Schleswig-Holstein Düsternbrooker Weg 75 24105 Kiel geschaeftsstelle@ak-sh.aponet.de

Ärztekammer Schleswig-Holstein Bismarckallee 8-12 | 23795 Bad Segeberg info@aeksh.de

Der richtige Umgang mit Arzneimitteln für gutes Wasser in unseren Gewässern

Tierärztekammer Schleswig-Holstein Hamburger Straße 99 a | 25746 Heide schleswig-holstein@tieraerztekammer.de

Die Landesregierung im Internet www.landesregierung.schleswig-holstein.de

www.wrrl.schleswig-holstein.de.wrrl.schleswig-holstein.d

Fotos: A. Steffens (Tabl.), I. Wandmacher (Kinder), Vladimir Wrangel/fotolia (Gründling) Gestaltung und Druck: meyerbogya | gestaltung Dieser Flyer ist auf 100% Altpapier gedruckt. Stand Feb. 2017

Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der schleswig-holsteinischen Landesregierung herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von Personen, die

Wahlwerbung oder Wahlhilfe betreiben, im Wahlkampf zum Zwecke der Wahlwerbung

verwendet werden. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die Druckschrift nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme der Landesregierung zugunsten einzelner Gruppen verstanden werden könnte. Den Parteien ist es

Zum Download des Posters oder des Flyers.

gestattet, die Druckschrift zur Unterrichtung ihrer eigenen Mitglieder zu verwenden.

Schleswig-Holstein. Der echte Norden.

Themenseite Darmkrebs: www.kbv.de/html/praevention_ darmkrebsfrueherkennung.php

R eha - N achsorge bei R ückenschmerzen

M ultiresistente E rreger

Patienteninformation in sechs Sprachen

Hausarztzentriertes Projekt wird gefördert

Berlin – Die Patienteninformation des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) zum Thema multiresistente Erreger ist jetzt in sechs Sprachen erschienen. Unter der Überschrift „MRSA und Co. – Was Sie über diese Erreger wissen sollten“ werden auf zwei Seiten in verständlicher Form Risikofaktoren und Hygieneregeln erläutert. Infektionen durch Bakterien lassen sich meist gut mit Antibiotika behandeln. Einige Bakterien sind jedoch unempfindlich gegenüber vielen Antibiotika: Bei multiresistenten Erregern (MRE), am bekanntesten ist der Methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA), wirken die meisten Antibiotika nicht. Diese und andere Zusammenhänge fasst die Information jetzt in Englisch, Arabisch, Französisch, Russisch, spanisch und Türkisch für Patienten zusammen. In deutscher Sprache war sie bereits vor zwei Jahren veröffentlicht worden. Das ÄZQ hat bereits über 60 solcher Informationen verfasst, viele davon in mehreren Sprachen. Die Themen reichen von Krebs über Herzschwäche und Hauterkrankungen bis hin zu Hinweisen zur Antibiotikatherapie.

Lübeck – Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses fördert ein Projekt in Schleswig-Holstein. Das neue Forschungsprojekt Hausarztzentrierte Reha-Nachsorge bei Rückenschmerzen („HaReNa“) will Hausärzte stärker in die Nachsorge nach einer medizinischen Rehabilitation einbinden. Zum Hintergrund: Viele Studien belegen, dass es den meisten Patienten nicht gelingt, in der Reha erlerntes Gesundheitsverhalten in den Alltag zu transferieren. Sie benötigen dabei wohnortnahe Unterstützung, die der Hausarzt am besten gewährleisten kann. Es ist bekannt, dass Hausärzte sich hier engagieren wollen, bisher haben jedoch gesundheitspolitische Strukturen die Einbindung von Hausärzten in das Reha-Geschehen erschwert. Im Herbst 2017 startet deshalb ein Forschungsprojekt, das genau diese Problematik aufgreift und durch hausarztzentrierte Nachsorge lösen will. Das Projekt wird am Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck in Kooperation mit dem Institut für Allgemeinmedizin und vier norddeutschen Reha-Kliniken durchgeführt. Nähere Beschreibungen zum Projekt und weitere Informationen, wie Ärzte daran teilnehmen können, werden in der September-Ausgabe des „Nordlicht“ veröffentlicht.

Alle Dokumente stehen unter www.kbv.de/html/3001.php zum Download zur Verfügung.

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gesundheitspolitik B eratende F achausschüsse

Was liegt an? Ende April trafen sich die Mitglieder des Fachausschusses angestellte Ärzte zu ihrer konstituierenden Sitzung in Bad Segeberg. Dr. Heidrun Mumm wurde zur Vorsitzenden gewählt. Wir haben bei der Fachärztin für Allgemeinmedizin aus Leck nachgefragt, wie die Agenda dieses wichtigen Gremiums der Selbstverwaltung für die nächsten Jahre aussieht.

Dr. Tomasz Warns, Dr. Heidrun Mumm, Dr. Matthias Tennie, Dr. Till Oppermann

Derzeit arbeiten mehr als 1.000 angestellte Ärzte in Arztpraxen und Medizinischen Versorgungszentren in Schleswig-Holstein und übernehmen damit Verantwortung für die Sicherung der Versorgung. Da die Interessen von Praxisinhabern und angestellten Ärzten in manchen Fragen durchaus verschieden sein können, wurde es Zeit, uns eine Stimme in der KV zu geben. Im jetzigen Fachausschuss angestellte Ärzte sind Haus- und Fachärzte aus Praxis und MVZ ausgeglichen vertreten. Dr. Tomasz Warns und Dr. Till Oppermann sind erst kurze Zeit niedergelassen, Dr. Matthias Tennie hat als ehemaliger Praxisinhaber langjährige Berufserfahrung. Ein angestellter Psychotherapeut stellte sich leider nicht zur Wahl.

Laut Satzung soll der Ausschuss zu „den die Sicherung der Versorgung durch angestellte Ärzte berührenden wesentlichen Fragen“ Stellung nehmen. Solche Fragestellungen können sich in den Fachausschüssen ergeben, weshalb wir an den Sitzungen der jeweiligen Fachausschüsse Fachärzte und Hausärzte – wenn auch nicht stimmberechtigt – teilnehmen werden, um über die aktuell diskutierten Thematiken informiert zu sein. Wir sind gespannt. Dr. Heidrun Mumm, Vorsitzende beratender Fachausschuss angestellte Ärzte

Ich bin seit neun Jahren niedergelassen und fühle mich als Angestellte sehr wohl, aber das mag nicht allen angestellten Kollegen so gehen. Für deren Belange, die anderswo kein Gehör finden, können wir ein Ansprechpartner sein.

Mitglieder des Fachausschusses für angestellte Ärzte Vorsitzende: Dr. Heidrun Mumm, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Praxis Dr. Thomas Maurer, Leck, Stellvertretender Vorsitzender: Dr. Matthias Tennie, Facharzt für Chirurgie, Praxis Roland Emme, Glinde, Dr. Tomasz Warns, Facharzt für Allgemeinmedizin, Praxis Ubl und Kollegen, Elmshorn Dr. Till Oppermann, Facharzt für Augenheilkunde, MVZ Nordblick, Schönberg Stellvertreterin Dr. Annette Tetzlaff, Fachärztin für Augenheilkunde, Praxis Dr. Bernhard Bambas, Bad Segeberg

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gesundheitspolitik N achwuchskampagne

Niederlassung schmackhaft machen Kräutertöpfe mit Rezepten – Campus.Info.Snack – Frag´ den Doc!: Die KVSH hat den ärztlichen Nachwuchs mit mehreren Aktionen auf entspannte und informative Art und Weise über die vielfältigen Möglichkeiten sich niederzulassen, informiert.

Kiel 14

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gesundheitspolitik Die KVSH war im Rahmen ihrer Nachwuchskampagne „Mehr.Arzt. Leben!“ in den vergangenen Wochen wieder dort, wo die niedergelassenen Ärzte von morgen sich heute aufhalten: Auf dem Gelände der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Universität zu Lübeck und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Zunächst versorgte das Kampagnen-Team die Studierenden an mehreren Tagen mit Kräutertöpfen, denen jeweils ein leckeres Rezept zum Nachkochen beigefügt war. Großer Andrang herrschte wie im vergangenen Jahr bei der Aktion „Campus.Info.Snack“. Den Nachwuchsmedizinern wurde eine spätere Niederlassung durch gute Argumente und jede Menge geldwerter Informationen schmackhaft gemacht. Im Zentrum standen dabei die vielfältigen Niederlassungsmöglichkeiten, unterschiedliche Praxismodelle

und die finanziellen Förderungen im Blockpraktikum, während der Famulatur und im Praktischen Jahr. Das Wetter spielte mit, sodass die Studenten die gut gefüllten Lunchboxen und den Gratis-Kaffee im Freien genießen konnten. Die Liegestühle, Sitzsäcke und der Tischkicker – alles im „Mehr.Arzt.Leben!-Look gestaltet – blieben da nicht lange unbesetzt. Auch die neue Aktion „Frag´ den Doc!“ kam im ersten Praxistest sehr gut an. Gloria Lawrenz beantwortete am Info-Stand die Fragen der Nachwuchsmediziner rund um die Niederlassung. Die Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie aus Alt Duvenstedt und elf weitere Ärzte aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde stehen künftig Medizinstudierenden als Mentoren mit Rat und Tat zur Seite. Jakob Wilder, KVSH

Hamburg

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Lübeck

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PRAXIS  &  KV N eue S erie

Kreisstelle Flensburg

Das sind die Kreisstellen Ärztliche Selbstverwaltung funktioniert nicht von allein, sondern sie braucht regionale Vertreter, die den Ärzten und Psychotherapeuten vor Ort schnell und unbürokratisch mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Schleswig-Holstein füllen die Kreisstellen diese wichtige Rolle aus. Grund genug für das Nordlicht, den 15 Kreisstellen die Gelegenheit zu geben, sich vorzustellen.

Motto Mit frischem Wind voran!

Vorsitzende Dr. Christine Stegmann Fachärztin für Innere Medizin (hausärztlich) Telefon: 0461 4041 kreisstelle-flensburg@kvsh.de

Kreisstelle

Flensburg Stellvertreter Dr. Ralf Wiese Facharzt für Anästhesiologie Telefon: 0461 3107010

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Weitere Beiratsmitglieder

Sekretariat

Bettina Eichmeier-Harksen, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Dr. Stefan Hansen, Facharzt für Innere Medizin (hausärztlich), Facharzt für Anästhesie, Dr. Ingeborg Kreuz, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Dr. Ute Kruse, Fachärztin für Neurologie-Neurochirurgie, Dr. Sven Outzen, Facharzt für Kinderheilkunde, Dr. Ralph Puhlmann, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Meisenstr. 16 24939 Flensburg Telefon: 0461 4 29 39 Fax: 0461 4 68 91 kreisstelle.flensburg@kvsh.de

Nordlicht

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PRAXIS  & KV

Nächste Beiratssitzung 2017 19. Juni 2017, 20 Uhr bei Dr. Sven Outzen Adelbylund 6 24943 Flensburg

Aktuelle Projekte in Flensburg ƒƒ A  rbeitskreis Krankenhäuser – Kreisbeirat zur Verbesserung des Informationsflusses, z. B. bei Einweisungen und Entlassungen ƒƒ Paragraf 116b – Bestandsaufnahme und Entwicklung eines Leitfadens vor Ort  ƒƒ mit einem Feierabend-Segeltörn im Juli beginnende lose Veranstaltungsreihe zum kollegialen Austausch

Drei gute Gründe, sich in der Kreisstelle Flensburg zu engagieren 1. Nur wer mit anpackt, kann den Kurs mitbestimmen. 2. Interesse an Mitgestaltung lokaler Projekte  3. Die Kreisstelle sorgt für den Informationsfluss von der Basis zur KVSH und umgekehrt.

Die Kreisstelle Flensburg kümmert sich auch um den ärztlichen Nachwuchs und unternimmt dazu Folgendes: ƒƒ N  eu niedergelassene Kollegen werden durch ein Mitglied des Beirates persönlich begrüßt. ƒƒ Diese erhalten ein Informationsschreiben zu den ärztlichen Organisationen vor Ort.

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PRAXIS  &  KV D iabetes - P rävention

Dimini erhält Förderung aus dem Innovationsfonds Das länderübergreifende Präventionsprojekt „ Dimini – Diabetes mellitus? Ich nicht!“ wird mit rund vier Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Bundes gefördert. durch den Arzt, die – über mehrere Termine verteilt – maximal 15 Monate dauert und beispielsweise eine oder mehrere Beratungen zu Ernährung und Bewegung enthalten kann. Die Teilnahme ist in den Regionen Schleswig-Holstein und Hessen für Versicherte über 18 Jahre der am Konsortium beteiligten Krankenkassen möglich und für die Versicherten freiwillig und kostenlos. Der Hausarzt unterstützt seinen jeweiligen Risikopatienten dabei, mehr Bewegung und eine gesündere Ernährungsweise dauerhaft in seinen Alltag zu integrieren. Die Gesundheitskompetenz des Patienten steigt und er kann selbstständig bessere Entscheidungen für seine Gesundheit treffen und somit Typ-2-Diabetes aktiv vorbeugen.

© istock.com/vgajic

Ziel von Dimini ist es, die Gesundheitskompetenz von Menschen mit erhöhtem Risiko für Typ-2-Diabetes zu stärken. Damit soll einerseits die Entstehung von Typ-2-Diabetes verzögert oder sogar verhindert werden, andererseits sollen Kosten für die medizinische Versorgung gesenkt werden. Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein und Konsortialführerin, sieht in Dimini ein partnerschaftliches Leuchtturmprojekt für das deutsche Gesundheitswesen: „DiabetesPrävention und die Förderung der Gesundheitskompetenz sind Themen, die in Zukunft eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen spielen werden.“ Frank Dastych, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) unterstützt das Projekt in Hessen: „Diabetes ist eine der größten Volkskrankheiten. Das Dimini-Projekt soll Möglichkeiten zur Vorbeugung prüfen, die sich in der Praxis anwenden lassen.“ Professor Dr. Baptist Gallwitz, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), betont die Bedeutung des Projektes für die Gesellschaft: „Das Dimini Diabetes-Präventionsprojekt wird sehr wichtige Daten darüber liefern, wie mit einer Lebensstiländerung die Volkskrankheit Diabetes am besten verhindert werden kann. Mit einem solchen Programm, das wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird, lassen sich besonders wirksame Strategien entwickeln, die nach wie vor besorgniserregende Zunahme des Diabetes zu stoppen.“ Individuelles Risikoprofil Da nur das frühzeitige Erkennen eines hohen Diabetesrisikos eine wirksame Vorbeugung ermöglicht, ermitteln die an dem Projekt teilnehmenden Ärzte zunächst das individuelle Risikoprofil der teilnehmenden Versicherten. Dazu setzt Dimini auf den bewährten FINDRISK-Test, der aus acht Fragen, wie z. B. Größe, Gewicht, Taillenumfang und Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, besteht und sehr einfach in wenigen Minuten durchgeführt werden kann. Je nach Risiko erfolgt die weitere Betreuung 18

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Wirksamkeitsnachweis Für das Dimini-Projekt kooperieren unter der Konsortialführung der KVSH und dem ärztlichen Projektinitiator Dr. Carsten Petersen aus Schleswig die Krankenkassen AOK NordWest, BARMER, DAKGesundheit und die Techniker Krankenkasse, die KVH und die AOK Hessen. Zu den weiteren Partnern in beiden Regionen gehören die Fachgesellschaften DDG und Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation (DGPR), das forschende Pharmaunternehmen MSD, das Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav) sowie die Bundesagentur für Arbeit. Die nächsten Schritte sind: Die Projektteilnehmer finalisieren die Unterlagen und bereiten den Start des Projektes vor. Unter der wissenschaftlichen Leitung des ärztlichen Projektinitiators Dr. Carsten Petersen soll der Nachweis über Wirksamkeit des Diabetes-Präventionsprojektes Dimini in den Bundesländern SchleswigHolstein und Hessen erbracht werden. Voraussichtlich ab Herbst 2017 können sich die Ärzte in das Projekt einschreiben. Nach Durchführung der Schulungsmaßnahmen für die Ärzte können die Versicherten der beteiligten Krankenkassen in die Studie aufgenommen werden. Die Durchführung der Evaluation leitet das inav. Die Projektpartner setzen damit gemeinsam ein Zeichen für die Vorbeugung von Diabetes in Deutschland. Redaktion/PM

Mittel aus dem Innovationsfonds fließen Mit dem Innovationsfonds soll die Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland qualitativ weiterentwickelt werden. Die zur Verfügung stehende Fördersumme beträgt in den Jahren 2016 bis 2019 jeweils 300 Millionen Euro jährlich. Weitere Informationen zum Dimini-Projekt, wie Zitate und Experteninterviews, finden Sie unter www.kvsh.de

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PRAXIS  & KV I nterview

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ Dr. Carsten Petersen ist Initiator und ärztlicher Leiter des Lebensstil-Interventionsprogramms aha! und des Dimini-Projektes. Der Facharzt für Innere Medizin in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis in Schleswig beschreibt die Rolle, die Ärzte bei der Vorbeugung von Typ-2-Diabetes spielen können. Nordlicht: Dr. Petersen, die Zahlen der an Diabetes erkrankten Menschen steigen. Wie wirken sich die steigenden Zahlen von Menschen mit Typ-2-Diabetes auf Ihren Praxisalltag aus? Dr. Carsten Petersen: Global hat die Entwicklung von Typ2-Diabetes pandemische Ausmaße angenommen. Im Vergleich dazu steigen die Zahlen in Deutschland moderat. Sehr deutlich ist, dass immer mehr junge Menschen an Typ-2-Diabetes erkranken. Längst ist der verharmlosende Ausdruck „Altersdiabetes“ nicht mehr angebracht. Die Menschen leben heute viel länger mit dieser Erkrankung, die zu makro- und mikrovaskulären Komplikationen führen kann. Wir haben eine Vielzahl potenter Medikamente zur Behandlung zur Verfügung. Doch die klassischen Säulen der Diabetestherapie, nämlich Ernährung und Bewegung werden oft zu wenig genutzt. Nordlicht: Diabetes tritt als stiller Begleiter, ohne Schmerzen und häufig ohne schwere Symptome in das Leben der Patienten. Wie können Sie Menschen die Diagnose Typ-2-Diabetes und den Umgang mit der Krankheit vermitteln? Petersen: In der Tat geht gerade Typ-2-Diabetes oftmals mit wenigen Symptomen einher. Diese nimmt der Betroffene manchmal gar nicht wahr, weil sie sich so langsam entwickeln. Erst wenn der Stoffwechsel wieder ausgeglichen ist, bemerken die Betroffenen, dass sie durchaus Krankheitszeichen hatten. Merkwürdigerweise betrachten viele Menschen Diabetes als harmlose Erkrankung. Doch das Gegenteil ist der Fall. Aufklärungen und Schulungen, an denen jeder Versicherte mit Diabetes im Rahmen des Disease-Management-Programms (DMP) teilnehmen kann, unterstützen die Betroffenen beim Umgang mit ihrer Erkrankung. Ergänzend ermöglichen gesunde Ernährung, körperliche Bewegung und wirksame, gut verträgliche Medikamente eine überwiegend gute Kontrolle des Diabetes.

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Nordlicht: Die hohen Fallzahlen lassen oft darüber hinwegsehen, dass sich Typ-2-Diabetes durch vorbeugende Maßnahmen – vor allem durch Bewegung und Gewichtsreduktion – oft verhindern ließe. Damit es Menschen leichter fällt, ihren Lebensstil zu ändern, haben Sie ein Lebensstil-InterventionsProgramm mitentwickelt. Wie sieht dies aus? Petersen: Im Kern geht es darum, die Gesundheitskompetenz zu stärken, um bereits vor einer Erkrankung aktiv zu werden: Die Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes sollen die Zusammenhänge von Ernährung, Bewegung und Gesundheit besser verstehen. Es gilt zu lernen, Zucker- und Fettfallen zu enttarnen, beziehungsweise zu vermeiden und zu spüren, dass man sich sehr bald besser und fitter fühlen kann. Hierbei helfen klare Hinweise, welche Lebensmittel eine gesunde Ernährung fördern. Daneben ist ein wichtiges Thema zu vermitteln, wie viel Nahrung und Kalorien der Körper am Tag benötigt, wie viel Energie der Körper in unterschiedlichen Situationen – in Ruhe oder bei Bewegung – verbrennt und wie sich dies auf das individuelle Gewicht auswirken kann. Nordlicht: Gesundheitskompetenz ist in unserer Gesellschaft zunehmend wichtig, damit Menschen aus eigener Kraft gesund bleiben können. Die Politik hat das Thema erkannt, doch wie kann die Umsetzung in der Praxis gelingen? Petersen: Wir leben in einer Welt, die die Entwicklung von Übergewicht und auch von Typ-2-Diabetes fördert. Diese adipogene und diabetogene Wirkung ursächlich im Sinne einer Verhältnisprävention zu verändern, ist Sache eines gesellschaftlichen und politischen Diskurses. Zielrichtung für eine individuelle Verhaltensprävention ist der Alltag. So sind leider Lebensmittel mit hohem Zucker- oder Fettgehalt selten klar gekennzeichnet. Vielfach werden sie bereits für Kinder beworben und von diesen gegenüber Obst und Gemüse oft bevorzugt. Außerdem kommt

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PRAXIS  &  KV

für viele Menschen die Bewegung im Alltag zu kurz. Deshalb sind gute und leicht erreichbare Informationsangebote zur Förderung eines gesunden Lebensstils schon ab dem Kindesalter wichtig. Wenn es zu vermitteln gelingt, dass gesundes Essen und Bewegung Freude bereiten und Wohlbefinden vermitteln, fällt die Umstellung leichter. Nordlicht: Welche Erfolge konnten Sie in Schleswig-Holstein mittels Lebensstilintervention bei Typ-2-Diabetes erreichen? Petersen: Mit aha! ist erstmals die gezielte Bestimmung des Typ-2-Diabetes-Risikos in die Versorgungslandschaft eingezogen. Es gab über die Jahre den Erkenntnisgewinn, dass die vorhandenen Verfahren zur Früherkennung breiter angewendet werden sollten. Bei aha! ist eine große Gruppe von fast 1.000 Versicherten, die ein überdurchschnittliches Diabetes-Risiko aufwiesen, mit dem FINDRISK-Test angesprochen worden. Die ersten Auswertungen zeigen, dass das aha!-Startset den Teilnehmern sehr gut dabei hilft, gesünder zu essen, sich mehr zu bewegen und damit vor allem die gefährlichen Fettdepots im Bauchraum zu vermindern.

Nordlicht: Welchen Handlungsbedarf sehen Sie aus Sicht niedergelassener Ärzte? Petersen: Diabetes geht alle an. Über sechs Millionen Menschen sind allein in Deutschland betroffen. Die Krankheit verursacht nicht nur viel Leid bei den Einzelnen, sondern verbraucht enorme ökonomische Ressourcen. Ärzte können auf vielfache Weise dazu beitragen, Menschen mit erhöhtem Risiko für Typ-2-Diabetes bei der Vorbeugung zu unterstützen, die Krankheit frühzeitig zu erkennen und damit gesundheitliche Folgekomplikationen zu vermeiden. Nordlicht: Warum unterstützen Sie das Typ-2-DiabetesPräventionsprojekt Dimini? Petersen: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, dieses berühmte Zitat von Erich Kästner trifft auch auf die DiabetesPrävention zu. Die Entwicklung von Diabetes gleicht einer längst rollenden Welle. Nur durch Zusehen wird das Problem nicht gelöst. Dimini wird helfen, praktische Erfahrungen zu sammeln, damit die Vermeidung von Diabetes eine Selbstverständlichkeit wird.

© istock.com/Fertnig

Das Interview führte Anna Seidinger, München

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Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung____________________________________________21 DAK-Gesundheit und BKK-Landesverband Nordwest kündigen Betreuungsvertrag____________________________________________23 Änderung der Verträge zur U10/U11 und J2 mit der Knappschaft_______________23

Aus der Zulassungsabteilung Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann. Name

Fachgruppe/Schwerpunkt

Niederlassungsort

Niederlassungsdatum

Dr. med. Andrea Ortfeld

Kinderchirurgie

23552 Lübeck, An der Obertrave 16 a

01.01.2018

Dr. med. Franziska Back-Petersen

Kinderchirurgie

23552 Lübeck, An der Obertrave 16 a

01.01.2018

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de): Name

Fachgruppe

Ort

Dr. med. Gerhard Steinort

Allgemeinmedizin

Hallig Hooge

Oleg Mitrofanov

Neurologie

Helgoland

Dr. med. Burkhard Schmieding

Anästhesiologie

Elmshorn

Dr. med. Sonko Borstelmann

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Geesthacht

Dr. med. Alexander Leins

Chirurgie

Kiel

Dr. med. Jens Drost

Chirurgie

Kiel

Ansgar Leidinger

Innere Medizin

Eutin

Priv.-Doz. Dr. med. Ernst-Peter Horn

Anästhesiologie

Pinneberg

Dr. med. Wolfram Kluge

Anästhesiologie

Itzehoe

Prof. Dr. med. Diether Ludwig

Innere Medizin

Bad Segeberg

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten:

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Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Kerstin Schneider

25335 Elmshorn, Königstraße 12

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Dr. med. Mira Park

Dr. med. Michael Preuß

24937 Flensburg, Süderhofenden 12

Radiologie

01.04.2017

Dr. med. Nadja Papadopoulos

24148 Kiel, Grabastraße 51

Innere Medizin/ hausärztlich

01.07.2017

Dipl.-Psych. Caroline Constanze Pohl

24534 Neumünster, Großflecken 39

Psychologische Psychotherapie

01.05.2017

Dipl.-Psych. Susanne Green

Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Wiebke Sander – halbe Zulassung –

23560 Lübeck, Geniner Straße 32

Psychologische Psychotherapie

01.04.2017

Dr. med. Birgit-Dorothea Höling – halbe Zulassung –

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aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen

Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dipl.-Psych. Dagmar Dahl – halbe Zulassung –

24149 Kiel, Lüderitzstraße 2

Psychologische Psychotherapie

07.04.2017

Dr. med. Maria Seefluth – halbe Zulassung –

Dr. med. Anouchka Nazarenus

23568 Lübeck, Heiligen-Geist-Kamp 1 c

Innere Medizin/ hausärztlich

01.07.2017

Dr. med. Frauke Harms

Dipl.-Psych. Bettina Wetzel – halbe Zulassung –

24975 Husby, Flensburger Straße 4 a

Psychologische Psychotherapie

01.07.2017

Dr. med. Eva Schuster – halbe Zulassung –

Constanze Lorenz

25813 Husum, Am Binnenhafen 62

Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

01.07.2017

Bernd Münstermann

24148 Kiel, Schönberger Straße 5 – 11

Orthopädie und Unfallchirurgie

01.07.2017

Dr. med. Malte Harjes – weitere halbe Zulassung –

24944 Flensburg, Mürwiker Straße 162

Kinder- und Jugendmedizin

01.07.2017

Eva-Maria Schafmeister

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Westdoc MVZ Heide gGmbH

25746 Heide, Esmarchstraße 50

Innere Medizin

27.04.2017

Dr. med. Hans-Günter Linke – halbtags – – Sonderbedarf –

Dr. med. Christoph Apel, Dr. med. Jens Becker

23611 Bad Schwartau, Am Kurpark 1

Innere Medizin, Schwerpunkt Pneumologie

27.04.2017

Dr. med. Johan Christian Leder – halbtags – – Sonderbedarf –

Dres. med. Horn und Kollegen

24211 Preetz, Am Krankenhaus 5

Radiologie

01.07.2017

Dr. med. Christine Gierloff – halbtags – – Sonderbedarf –

Dr. med. Jens Nissen

25421 Pinneberg, Rübekamp 25

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

02.05.2017

Hana Akpalo – ganztags –

MVZ Ritter-Wulf-Platz

21493 Schwarzenbek, Ritter-Wulf-Platz 3

Psychologische Psychotherapie

01.05.2017

Dipl.-Psych. Peter Rotermund – ganztags –

Dr. med. Claudia Bergmann-Köster

23627 Groß Grönau, St. Hubertus 28 a

Radiologie

01.05.2017

Dr. med. Julia Hayen – halbtags –

Dr. med. Elke Langenau

24340 Eckernförde, Marienthaler Straße 20

Pathologie

02.05.2017

Dr. (Univ. Padua) Alexander Mausch – halbtags –

MVZ Klinikum Nordfriesland GmbH

25813 Husum, Erichsenweg 16

Neurochirurgie

01.05.2017

Dr. med. Sarah Ihle – ganztags –

Dres. med. Ingrid Heidemann und Peter Heidemann

23611 Bad Schwartau, Rathausgasse 2

Neurologie

01.05.2017

Dr. med. Anja Hiller – halbtags –

MVZ Uetersen GmbH

25436 Uetersen, Röpckes Mühle 2

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

27.04.2017

Kerstin Koopmann – halbtags –

Dr. H.-Chr. von Zezschwitz/J. Neumann

25348 Glückstadt, Am Fleth 42

Allgemeinmedizin

01.05.2017

Nina Schwartkop – halbtags –

Dr. med. Sven Lie, Dr. med. Ute Marckmann und Dr. med. Jens Wachholtz

24534 Neumünster, Kuhberg 43 – 45

Innere Medizin/ hausärztlich

03.04.2017

Dr. med. Norbert Siebrasse – ganztags –

Allgemeinmedizin

01.05.2017

Dr. med. Beatrix Braack – ganztags –

Dr. med. Ralph Asmussen 24937 Flensburg, Holm 13

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Bekanntmachungen und Meldungen

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Gabriele Doßmann

Allgemeinmedizin

25980 Sylt OT Westerland, Friedrichstraße 18

25996 Wenningstedt, Hauptstraße 5

24.04.2017

Dr. med. Thomas Harrer

Allgemeinmedizin

24601 Wankendorf, Röterberg 2

24601 Wankendorf, 08.03.2017 Theodor-Storm-Straße 9

Dr. med. Dörte Althoff

Psychiatrie und Psychotherapie

24106 Kiel, Holtenauer Straße 236

24106 Kiel, Steenbeker Weg 33

01.08.2017

Dr. med. Peter Kern

Anästhesiologie

24116 Kiel, Freiligrathstraße 13

24118 Kiel, Gutenbergstraße 4

27.04.2017

DAK-Gesundheit und BKK-Landesverband Nordwest kündigen Betreuungsvertrag Der BKK-Landesverband Nordwest und die DAK-Gesundheit haben den gemeinsamen Betreuungsvertrag zum 30. Juni 2017 gekündigt. Die Leistungen des Vertrages können für Patienten der DAK und den teilnehmenden BKK ab dem 1. Juli 2017 nicht mehr erbracht und abgerechnet werden. Dies betrifft für den Vertrag mit dem BKK-Landesverband Nordwest die Gebührenordnungsposition 99340 und für die DAK-Gesundheit 99402A bis 99402D.

Änderung der Verträge zur U10/U11 und J2 mit der Knappschaft Die Verträge über die zusätzlichen U-Untersuchungen U10, U11 und J2 mit der Knappschaft und der bvkj.Service GmbH mussten aufgrund einer Beanstandung durch das Bundesversicherungsamt (BVA) zum 1. April 2017 angepasst werden. Die Umsetzung erfolgt jedoch erst zum 1. Juli 2017. Ab diesem Zeitpunkt wird eine Abrechnung der Untersuchungen nur noch möglich sein, wenn die Versicherten ihre Teilnahme schriftlich bestätigt haben und die Teilnahmeerklärung an die Knappschaft übermittelt wurde. Die bisher ohne Genehmigung durch die KVSH teilnehmenden Kinderärzte müssen zum 1. Juli 2017 beantragen. Ansonsten ist eine Abrechnung der Leistungen nach dem 1. Juli 2017 nicht mehr möglich. Die Teilnahmeerklärung für die Versicherten und alle weiteren Unterlagen stehen auf www.kvsh.de im Downloadcenter unter Verträge zur Verfügung oder können bei Bedarf per Post (Heike Koschinat, Tel. 04551 883 328) zugesandt werden.

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PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Versorgungskonferenz der KV Bayerns

KV Hessen fordert Impfpflicht für Masern

Nürnberg – Mit über 120 Teilnehmern aus Politik und Gesundheitswesen fand eine von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) organisierte regionale Versorgungskonferenz statt. Im Fokus der Veranstaltung stand dabei die Frage, wie die ambulante medizinische Versorgung in den nördlichen Regierungsbezirken Bayerns auch in Zukunft flächendeckend sichergestellt werden kann. „Wir haben uns bewusst entschieden, die Konferenz in diesem Jahr speziell der Versorgung in Franken und der Oberpfalz zu widmen“, erläuterte der Vorstand der KVB, Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp. Die Versorgungssituation in Nordbayern sei zwar nicht grundsätzlich anders zu bewerten als beispielsweise in Oberbayern oder Schwaben. Die Herausforderungen, vor denen die ambulante Versorgung generell stehe, könnten den nördlichen Teil Bayerns jedoch früher erreichen. Indizien dafür seien der vergleichsweise hohe Altersschnitt der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sowie die drohende oder bereits vorhandene ärztliche Unterversorgung in einigen Planungsbereichen Frankens und der Oberpfalz.

Wiesbaden – Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen hat den hessischen Gesundheitsminister Stefan Grüttner in seinem Engagement für die Aktion „Hessen impft. GEGEN MASERN“ unterstützt. Aus Sicht der KV gibt es keine Alternative zu einer Impfpflicht für alle Kinder – angelehnt an den Impfkalender für Standardimpfungen des Robert Koch-Instituts. Die Vorstände der KV Hessen, Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, sind davon überzeugt, dass auch das Impfrisiko zu vertreten ist: „Wir werden dieser gefährlichen Infektionskrankheit nur dann Herr werden, wenn wir die Impfpflicht verbindlich vorschreiben. Immer öfter vorkommende Masernausbrüche belegen, wie hoch das Infektionsrisiko mittlerweile ist. Die Mythen, die von Impfgegnern über Jahre gestreut wurden, wirken sich an dieser Stelle katastrophal aus. Auch das Argument hoher Kosten darf in diesem Zusammenhang sicher vernachlässigt werden.“

KBV verlangt gesetzliche Klarstellung zu Mischpreisen KV Nordrhein fordert deutliche Nachbesserungen Düsseldorf – Die Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein hat mit einer Resolution auf die Beschlüsse des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Vergütung der Psychotherapeutischen Sprechstunde sowie der Psychotherapeutischen Akutbehandlung reagiert. Auf Antrag des Beratenden Fachausschusses Psychotherapie der KV Nordrhein verabschiedeten die VV-Delegierten nahezu einstimmig eine Stellungnahme, in der sie das Vorgehen der gesetzlichen Krankenkassen in den zurückliegenden Honorarverhandlungen scharf kritisieren. Das Agieren der Kassen „konterkariert die berechtigten Hoffnungen der Patienten auf eine verbesserte Versorgung und benachteiligt die ohnehin unterfinanzierten psychotherapeutischen Leistungserbringer zusätzlich“, heißt es in der Resolution. Die VV-Mitglieder fordern das Bundesministerium für Gesundheit auf, den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses insoweit zu beanstanden, dass eine rechtlich einwandfreie und sichere Finanzierung der Behandlung psychisch Kranker durch die neuen psychotherapeutischen Leistungen zu realisieren sei.

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Nordlicht

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat zum Thema „Mischpreisbildung von Arzneimitteln“ eine gesetzliche Klarstellung gefordert. Anderenfalls befürchtet die Ärztevertretung angesichts des Beschlusses des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg eine massive Verschärfung des Regressrisikos. Zwar liege das abschließende Urteil noch nicht vor, aber schon jetzt zeichne sich ab, dass der Gerichtsbeschluss zu einer „erheblichen Verordnungsunsicherheit bei den niedergelassenen Ärzten führt“, betonte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende, Dr. Stephan Hofmeister. Folge für die Patienten wäre, dass bestimmte Arzneimittel nicht mehr verordnet werden. Er kündigte an, bei der öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages einzufordern, dass vereinbarte Erstattungsbeträge für Arzneimittel die Wirtschaftlichkeit über das gesamte Anwendungsgebiet herstellen müssen. Komme der Gesetzgeber dieser Forderung nicht nach, würden Ärzten bei der Verschreibung betroffener Arzneimittel Regresse über viele tausend Euro drohen. Von dem Beschluss des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg betroffen sind Arzneimittel, bei denen der Gemeinsame Bundesausschuss für bestimmte Patientengruppen einen Zusatznutzen festgestellt hat, für andere dagegen nicht. Für diese Arzneimittel werden Mischpreise festgelegt – also ein Erstattungsbetrag, der sowohl die Patientengruppen mit als auch jene ohne Zusatznutzen einpreist. Nach Auffassung des Gerichts können solche Mischpreise nicht als wirtschaftlich erachtet werden, wenn das Arzneimittel für die Patientengruppe ohne Zusatznutzen teurer ist als die zweckmäßige Vergleichstherapie. aktuell

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PRAXIS  &  KV Ä nderung im E B M

Probatorische Sitzung als Doppelstunde

Hinter den heftig und vielfach kritisierten Entscheidungen des Erweiterten Bewertungsausschusses von Ende März dieses Jahres sind die wenigen positiven Veränderungen in den Hintergrund getreten. Hierzu gehört, dass nun endlich auch im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) eine Formulierung gefunden wurde, die es ermöglicht, die Probatorische Sitzung als Doppelstunde abzurechnen. Die Abrechnung als Doppelstunde ist nun möglich, da die Formulierung, die den Ansatz dieser Gebührenordnungsposition entscheidend bestimmt, verändert wurde. Es heißt jetzt, „die Position kann je vollendete 50 Minuten“ angesetzt werden. Nachdem es gemäß Psychotherapie-Richtlinie und Psychotherapie-Vereinbarung schon immer zulässig war, die Probatorische Sitzung als Doppelstunde bzw. auch in 100 Minuten durchzuführen, hat diese Möglichkeit nun auch im Bereich der Abrechnung Berücksichtigung gefunden. Das Paradoxon, dass die Leistung zwar erbracht werden durfte, aber nicht abgerechnet werden konnte, ist damit aufgelöst. Weiterhin gilt, dass Probatorische Sitzungen nur als Einzeltherapie und damit nicht in Gruppen durchgeführt werden dürfen.

Außerdem gilt, dass bei der Abrechnung einer Probatorischen Sitzung im Rahmen einer Behandlung eines Kindes oder Jugendlichen, dann ein „B“ hinter die Abrechnungsposition GOP 35150 zu setzen ist, wenn dieses Erstgespräch mit einer oder mehreren Bezugspersonen ohne die Anwesenheit des Kindes oder Jugendlichen stattgefunden hat. Das Kontingent von insgesamt höchstens sechs Probatorischen Sitzungen bei Kindern und Jugendlichen bleibt davon unberührt. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

Terminvermittlung: große Nachfrage bei Psychotherapie-Terminen Seit April 2017 muss die Terminservicestelle (TSS) der KVSH auch bestimmte Termine bei Psychotherapeuten vermitteln. Seitdem ist die Zahl der Anrufe bei der TSS im Vergleich zum Vorjahr um rund 160 Prozent gestiegen.

Mai 2017 bisher

1.234 Anrufe (Stand 14. Mai 20

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nrufe 2.128 A TSS bei der April 2

Rund 70 Prozent der Anrufer in der TSS wollten ei n Erstgespräch in einer Psychoth erapeutischen Sprechstunde. 80 9 Termine wurden vermittel t. Außerdem wurden 20 Term ine für eine Akutbehandlung vereinbart.

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die menschen im land V or O rt

Einmal Arzt, immer Arzt Dr. Joachim von Hahn feierte ein Jubiläum der ganz besonderen Art. Der hausärztliche Internist ist seit 40 Jahren niedergelassener Arzt in Wedel. Ans Aufhören denkt der 72-Jährige deshalb aber noch lange nicht, wie er im Interview verrät.

Nordlicht: Sie sind in Wedel und Hamburg aufgewachsen, haben in Hamburg studiert und dort Ihre Facharztausbildung absolviert. Nun sind Sie seit 40 Jahren in Wedel niedergelassen. Was sagt das über Sie als Mensch aus? Dr. Joachim von Hahn: Dass ich mich an diesem Ort immer sehr wohl gefühlt habe und meine Arbeit und meine Patienten sehr schätze. Ich nehme diese lange Zeitspanne selbst aber gar nicht als so lang wahr. Ich wundere mich nur manchmal, dass mittlerweile fast alle meine Kollegen deutlich jünger sind als ich alter Knabe. Schön ist, dass ich noch viele Patienten habe, die seit der Praxisgründung vor 40 Jahren bei mir in Behandlung sind.

von Hahn: Ich war schon in der Schule der Jüngste in der Klasse, musste nicht zur Bundeswehr und hatte deshalb einen kleinen Altersvorsprung. An der Klinik merkte ich schnell, dass ich dort nicht die Karrieremöglichkeiten haben würde, wie in der Niederlassung. Da lag es nahe, den Schritt in die eigene Praxis sehr schnell zu machen. Ich ließ mich zunächst als praktischer Arzt und später als hausärztlicher Internist in Wedel nieder. Meine Praxis wuchs schnell, ich verdiente besser als am Krankenhaus und die Arbeit machte mir von Anfang an sehr viel Spaß. Eine Besonderheit war, dass ich als junger Internist auch Hausbesuche machte. Dass kam bei den Patienten sehr gut an. Nordlicht: Welche Rolle spielte Ihre Familie?

Nordlicht: Kann Sie bei Ihrer langen Berufserfahrung im Praxisbetrieb eigentlich noch irgendetwas in medizinischer Hinsicht überraschen? von Hahn: Durchaus. Das Schöne an der Hausarztmedizin ist, dass sie bei aller Routine nie langweilig wird. Noch heute erlebe ich fast jede Woche irgendetwas Interessantes in der Praxis, was ich so noch nie erlebt habe. Vor neuen Erfahrungen, guten und schlechten, ist man nie sicher. Nordlicht: Sie waren erst 32 Jahre alt als Sie sich 1977 in Wedel niederließen. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

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von Hahn: Ich habe 1964 meine Frau kennengelernt und mit ihr vier Kinder bekommen. Unser zweites Kind starb als Baby. Der Älteste ist auch Mediziner und arbeitet als Professor für Innere Medizin und Virologie an der Hochschule in Hannover. Unsere Tochter leitet das Hauptstadtbüro einer deutschen Kupferhütte und unser jüngster Sohn ist Jurist in einem großen russisch-deutschen Energiekonzern. Ich kann mir also in fast jeder Lebenslage bei einem von ihnen Rat holen. Die Rollenverteilung zwischen mir und meiner Frau war anfangs – ehrlich gesagt – eher konservativ. Sie hat sich zu Hause um die Kinder gekümmert und ich mich um die Praxis, wo ich richtig Vollgas gegeben habe. Unsere Kinder sah ich eigentlich nur am Wochenende und am Mittwochabend. Aber wir haben sehr viele gemeinsame Familienurlaube unternommen. aktuell

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Nordlicht: Ihre Frau Ute von Hahn ist auch Ärztin. Hat sich an der Rollenverteilung in den Jahren nach der Praxisgründung etwas geändert? von Hahn: Ja. Als die Kinder aus dem Gröbsten raus waren, ist meine Frau 1988 als Allgemeinmedizinerin mit in die Praxis eingestiegen. Wir wurden also eine Art Familienunternehmen. Sie ist in der Netzbewegung sehr aktiv, hat das Gesundheitsnetz Region Wedel im Jahr 2000 mit gegründet, war bis 2015 Vorsitzende und ist jetzt Ehrenmitglied. 2012 gab sie ihren Kassenarztsitz ab, den meine jetzige Kollegin Maria Ruholl übernahm.

Nordlicht: Haben Sie Pläne für den Ruhestand? von Hahn: Ich würde sehr gern möglichst weiterhin als Arzt arbeiten. Vielleicht ehrenamtlich in der Flüchtlingsversorgung oder bei einer Hilfsorganisation. Ein ganz persönliches Ziel hätte ich allerdings doch noch. Nordlicht: Welches wäre das? von Hahn: Ich würde sehr gern einen Kurs in Porträt-Malerei machen. Bisher habe ich immer Landschaften gemalt. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Nordlicht: In Ihrer Praxis hängen viele Bilder, die alle von Ihnen stammen. Neben dem Arztberuf ist die Malerei Ihre große Leidenschaft. Wir kamen Sie dazu? von Hahn: Ich begann schon als Kind und malte meine ersten Bilder mit Eitempera-Farben, einer altmeisterlichen Lasurtechnik. Mein bestes Fach in der Schule war Zeichnen und ich habe deshalb auch privaten Unterricht bei dem damals recht bekannten Hamburger Maler Volker Meier genommen. Später malte ich während unserer Urlaube, z. B. in der Bretagne, den USA oder Australien. Immer Landschaften und immer in der freien Natur. Malen ist für mich wie ein innerer Drang und ich habe in den letzten sechzig Jahren sehr viele Bilder gemalt. Leider habe ich bisher noch keinen Kunsthändler getroffen, der mir meine Werke zu einem guten Preis abnimmt. Nordlicht: Sie wirken sehr zufrieden. Können Sie es sich überhaupt vorstellen, Ihre Praxis eines Tages einmal abzugeben? von Hahn: Ehrlich gesagt, nein. Ich arbeite sehr gern. So lange meine Gesundheit noch mitspielt, die Arbeit mir Freude macht und die Praxis weiter so gut läuft, mache ich weiter. Nach einem Nachfolger habe ich mich noch nicht umgesehen, denn dann wüsste ich ja, wann ich aufhören muss. 6 | 2017

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. Annika Ratjen Geburtsdatum: 04.07.1973 Geburtsort: Bremen Familie: verheiratet, 2 Kinder Fachrichtung: Innere Medizin, Geriatrie, hausärztlich tätig Sitz der Praxis: Schönkirchen (Kreis Plön) Niederlassungsform: Hausärztliche Gemeinschaftspraxis Neu niedergelassen seit dem 2. Januar 2017

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Das war schon immer eine Option für mich. Als mein Kollege mich fragte, ob ich Lust hätte, in der Praxis mitzuarbeiten, habe ich zugesagt. Nach 16 Jahren Klinik war eine Veränderung fällig. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Die Freude, wenn es durch mein Handeln gelingt, dass es anderen Menschen besser geht. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Ausreichend lange vorher in der Praxis hospitieren, um die Abläufe und das Computerprogramm kennenzulernen. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Barack Obama. Ich wüsste gern, wie es sich anfühlt, wenn man ein so verantwortungsvolles Amt ausgefüllt hat und wie es ist, wenn der Nachfolger die eigenen Ziele und erreichten Veränderungen wieder zurücknimmt. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Walken und mit einer guten Freundin quatschen. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Ich habe kein Lieblingsbuch. Ich lese gern und viel. Vorwiegend Krimis. 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Ich mag die Nähe zum Meer und die raue Herzlichkeit der Einwohner. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … Gute Frage. Wenn ich heute überlege, was ich alternativ machen würde, wäre ich gern Fotografin.

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die menschen im land K ommentar

Wunschzeiten Wahlzeiten sind Wunschzeiten. Was das heißt, zeigt sich in diesen Wochen, in denen in Kiel CDU, Grüne und FDP versuchen eine neue Landesregierung zu bilden. In dieser Phase ist die Gelegenheit günstig, sich mit Forderungen zu Wort zu melden und gehört zu werden. Als erster meldete sich UKSH-Chef Jens Scholz. Gemeinsam mit den 54 Klinikdirektoren aus Kiel und Lübeck informierte er Mitarbeiter und Öffentlichkeit, dass man in diesem Jahr die vom Land geforderte schwarze Null erreicht – und damit die Voraussetzungen zum Erlass von 325 Millionen Euro Altschulden schafft. Das klingt gut, aber 325 Millionen sind auch für den Landeshaushalt kein Pappenstiel. Und damit man nicht wieder in die roten Zahlen rutscht, sollte der Landeszuschuss um jährlich 50 Millionen Euro erhöht werden und das Land einen Basisfallwert einklagen, wie er in anderen Bundesländern gezahlt wird, legt Scholz noch eins drauf. Der Mann versteht sein Geschäft. Alles andere wäre auch verwunderlich, schließlich ist Scholz nicht nur Kaufmann und Manager, sondern auch ein politischer Kopf. Den braucht man auch, wenn im richtigen Leben aus Wünschen Wirklichkeit werden soll. Dabei muss es nicht einmal um Geld in Größenordnungen wie im Fall des UKSH gehen. Vieles lässt sich bewegen, ohne den Steuerzahler zu belasten – auch im Gesundheitssektor. Natürlich hat Geld in unserer Gesellschaft seine Anreizwirkung. Aber Geld allein löst die Probleme nicht, wenn niemand bereit ist, sich in den Dienst der Sache zu stellen. Das gilt für den demografischen Wandel ebenso wie für die Herausforderungen in der Pflege, den Ärztemangel auf dem Land und nicht zuletzt für ein gemeines Verständnis, welchen Stellenwert Gesundheit und Vorsorge künftig haben sollen. Damit sollen die Probleme in anderen Bereichen nicht klein geredet werden: Der Zustand unserer Infrastruktur ist stellenweise beklagenswert – und zwar nicht nur auf Straßen, Schienen und Kanälen, sondern auch in Kindergärten, Schulen und Universitäten; die Energiewende versandet mehr und mehr im Dickicht föderaler Interessenkollisionen; und Bildung und Ausbildung – um nur zwei der gesellschaftlich folgenschwersten Beispiele zu nennen – hinken dem digitalen Wandel schon jetzt um Jahre hinterher. Zwar sind die Staatskassen gefüllt wie nie, aber für kurzfristige Korrekturen und Verbesserungen reicht nicht einmal das. Public-Private-Partnership könnte ein Ausweg sein, um insbesondere bei Investitionen in die Infrastruktur voranzukommen. Aber so sehr die Politik in großen Worten von der Bürgergesellschaft spricht, so wenig Vertrauen bringt sie letztlich auf, um das Geld der Bürger für die Gesellschaft nutzbar zu machen.

fachlichen Auflagen, staatlicher Regulierung und steuerlichen Belastungen? Wer soll sich denn heute ernsthaft dafür entscheiden, Landarzt in eigener Praxis zu werden, wenn er oder sie ebenso gut „nine-to-five“ in Festanstellung in der Großstadt arbeiten kann und wenn er/sie frei hat, auch frei ist und sich, wenn andere „auf der Piste“ sind, nicht noch die Steuerklärung, die Abrechnung oder die betriebswirtschaftliche Auswertung für die Bank vornehmen muss?

„Der Glaube, dass nur der Staat alles regeln kann, ist in Deutschland, wie in keinem anderen Land, verbreitet.“ Wer Selbstständige braucht, weil unser System ohne sie nicht funktioniert, der muss sie auch fördern. Das gelingt ganz sicher nicht durch Quoten für Studienanfänger, die bereit sind, sich für eine spätere Tätigkeit als Landarzt zu entscheiden. Das kann gelingen über Zuschüsse und Fördermaßnahmen, aber auch über ein sichtbares Engagement des Landes für die ländlichen Regionen im Allgemeinen und dort tätige Branchen und Berufe im Besonderen. Auch hier fehlen Konzepte und die Bereitschaft für eine Partnerschaft von Politik, Wirtschaft, Verbänden und Bürgern. Wenn der letzte Bäcker vor Ort zumacht, wenn Post und Sparkasse schon vor Jahren dicht gemacht haben, wenn der Bus nur noch morgens und abends kommt, wer will es dann jungen Akademikern verdenken, um diese Einöde einen großen Bogen zu machen? Die neue Landesregierung hat es in der Hand: Sie kann in allen beispielhaft genannten Bereichen neue Wege gehen. Sie kann Krankenhäuser fit machen für die Zukunft, sie kann mit den Kommunen einen Demografie-Fahrplan entwickeln, sie kann in der Pflege eigene Schwerpunkte setzen und sie kann – last but not least – eine Kampagne starten für eine neue Lebensqualität auf dem Land mit der Landarztpraxis als einen der Leistungsträger vor Ort. Eines ist dabei ganz sicher: Darüber bräuchte man nicht lange zu verhandeln, die Türen bei den Gesprächspartnern in den verschiedenen Interessenvertretungen stehen sperrangelweit offen. Peter Weiher, Journalist

Dass andere Länder Meilen weiter sind, sei nur am Rande vermerkt. Der Glaube, dass nur der Staat alles regeln kann, ist in Deutschland, wie in keinem anderen Land, verbreitet. Was dabei mehr und mehr abstirbt, ist Vertrauen und persönliche Initiative. Wie viel Enthusiasmus und Elan werden gebremst von

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die menschen im land G losse

Skurriles aus der Sprechstunde t leidenschaftlicher is t og V ar m ei R r. D : Zum Autor Seine Patienten n. he sc ar hm it D in Landarzt aus Pahlen n aber z geschlossen, was ih er H s in t rz sa au H r hat de isse in seiner Arztbn le Er le ri ur sk , lt hä nicht davon ab t halten. Im Nordlich zu st fe t el hw ac N e di praxis für was Augenzwinkern das, m ne ei it m t og V bt . beschrei alles passieren kann so t rz A er en ss la ge einem als nieder

La Catrina oder

Was eine mexikanische Totengöttin auf einem Dithmarscher Oberarm zu suchen hat

Mit nunmehr 51 Zählern auf der Lebensuhr bin ich wahrlich nicht mehr jung. Bin ich aber auch schon alt? Oder neuhochdenglisch ein „Best-Ager“? Der allmorgendliche Kontakt mit meinem spiegelverkehrten Konterfei findet noch unter dem Motto statt „Halb-sechs-und-schon-wieder-Schaum-vorm-Mund“ und zum Glück nicht „Ich-kenne-Dich-zwar-nicht-aber-ich-wasche-Dichtrotzdem“. Betrachtet man das Durchschnittsalter der niedergelassenen Ärzteschaft, bin ich unter den Alten noch eher ein Junger. Also … gefühlt würde ich sagen, ich bin „halb-alt“. Aber manchmal fühle ich mich steinalt. Meistens dann, wenn mir Dinge widerfahren, die ich so gar nicht mehr kapiere. Aber schön der Reihe nach, jede Geschichte braucht bekanntlich einen Anfang sowie eine Steigerung in der Mitte. Das Ende meiner Geschichte ist nicht ganz so entscheidend, denn schließlich dauert diese hoffentlich noch ein bisschen an … so 16 Jahre etwa, wie mir neulich die Ärzteversorgung Schleswig-Holstein mitteilte. Im schönsten und ältesten Landkreis Deutschlands betritt eine sportliche, junge Frau mein Sprechzimmer: Durchtrainiert, braun gebrannt, dichtes, dunkles, langes Haar, Bizepse wie ein Dithmarscher Katenschinken. Auf eben einem dieser großvolu-

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migen Armbeuger lugt unter ihrem Poloshirt eine Tätowierung hervor in Form eines grinsenden, knallbunten Totenschädels. Stellen Sie sich das mal vor! Eine bildschöne und junge (!) Dame … mit einem farbenfrohen Totenkopf auf dem Oberarm! Ich beginne die Konversation mit der Frage, ob die mir seit Jahren bekannte Dame nunmehr unter die Bestatter gegangen sei. Sie stutzt … und fragt, wieso ich dieser Fehleinschätzung unterliege. Ich antworte, dass die Tätowierung auf ihrem Arm-Mucki doch neu sei und irgendeine Beziehung zu ihr haben müsse. „Das ist doch kein Totenschädel, Doc!“, erhalte ich lachend zur Antwort, „das ist La Catrina“. Ich frage nach: „Was für eine Latrine?“, und erfahre nunmehr, dass La Catrina eine Art mexikanische Totengöttin sei. Diese stünde symbolhaft für den Dia de los Muertos, den Tag der Toten in Mexiko, welcher irgendwann zwischen Ende Oktober und Anfang November gefeiert würde und ein gaaanz wichtiges Event ebendort im südlichen Nordamerika sei. Da ich immer noch nicht verinnerlicht habe, was denn nun La Catrina auf einem knackigen Dithmarscher Oberarm zu suchen hat, hake ich noch einmal nach. Nööö, in Mexiko war sie noch nicht und will da auch vorerst nicht hin. Aber: „Das Tattoo ist einfach cool!“, bekomme ich zur Antwort. Ebenso den Hinweis, dass der Tod als Teil des Lebens in Mexiko bunt und laut gefeiert würde und nicht wie im alten Europa schwarz und still. Abschließend vernehme ich folgendes Kompliment: „Sei nicht so spießig, Doc! Du bist doch einer von den Lockeren, sonst wäre ich gar nicht Patientin hier. So ein Tattoo würde dir auch gut stehen.“ Ich entscheide dann aber doch ad hoc, nicht mit einer mexikanischen Totenheiligen auf dem Oberarm Sprechstunde abhalten zu wollen. Eigentlich mit gar keiner Tätowierung. Als ich noch wirklich jung war, hatten entweder Insassen einer Justizvollzugsanstalt oder Seeleute diese Körperkunst für sich entdeckt. Da ich zu Ersteren niemals gehören möchte und mich auch nie

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Die Neigung der noch wirklich jungen Generation, ihre Haut einer Werbefläche gleich mit Tätowierungen zu verzieren, kann ich nun zwar immer noch nicht verstehen, aber der Hinweis auf drohende Spießigkeit und die Zuerkennung des Adjektivs „locker“ helfen mir, Tattoos als Aufheiterungen im Sprechstundenalltag zu akzeptieren … so eine Art „PatientenTV“. Und was es da alles zu betrachten gibt! Ein junger Dithmarscher trägt ein für mein Kunstempfinden extrem rotes Fantasietier auf dem Rücken, in seiner Ausdehnung reicht das entfernt einem Fisch ähnelnde Schuppengebilde von rechter Schulter bis zum linken Glutaeus maximus. Ich erfahre, dass es sich hierbei um einen Koi handelt, welcher ja nicht nur im japanischen Kulturraum (!) als Glücksbringer gilt, sondern auch für besonders reines Wasser stehen würde. Nein, Kois würde er selbst nicht züchten. Aha! Na denn … da wird sich mein Freund Sven, der Radiologe, aber gar nicht freuen, wenn die rote Farbe des Kois durch eisenhaltige Tattoo-Tinte erzeugt wurde und der junge Mann mal ein MRT braucht. Hauterwärmungen durch die Magnetfelder eines Kernspintomografen braucht wiederum ein Dithmarscher Eingeborener nicht zu befürchten, der sich in schwarzer Farbe Kreuze, Sterbedaten und Namen all seiner Haustiere auf den Körperstamm hat stechen lassen. Sehr viel Fortüne scheint dieser Mensch nicht in der Tierzucht gehabt zu haben, liegen doch die Kreuze zeitlich im Durchschnitt nur 18 Monate auseinander.

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Totenkult im weitesten Sinne mag auch der Grund dafür gewesen sein, dass ich neulich beim Hausbesuch in einem Altenpflegeheim eine junge Dame erblickte, die dort ihrer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung mit der Tätowierung eines Sensenmannes auf dem Unterschenkel nachgeht. Hm … nun ja, die Bewohner des Heimes sind ganz bestimmt fehlsichtig und erkennen nicht mehr so ganz genau, dass Gevatter Tod mit dem Schnitterwerkzeug beim Waschen, Anziehen und der Mobilisation behilflich ist. Tja, nach der Globalisierung durch japanische Glücksbringer und mexikanische Totengöttinnen freut man sich doch, gelegentlich etwas „Europäisches“ im Dithmarscher Kutangewebe verewigt zu sehen wie die Tätowierung eines perfekten Lippenstift-Kussmundes im Abdominalbereich eines jungen Westküsten-Bewohners. Für die völlig grenzbegabten Partner steht daneben noch das Wort „Love“ in geschwungenen Lettern eingeritzt. Und manchmal kommt man sogar in den Genuss, etwas Muttersprachliches in der Haut zu lesen. Neulich hat sich mein Rettungsteam tüchtig gefreut, als wir im Rahmen eines Notarzt-Einsatzes ein am ganzen Körper tätowiertes Unfallopfer versorgten; nach dem Entfernen der Bekleidung war ein Tattoo in Form eines Hinweisschildes zu lesen: „Kein Trinkwasser!“ Und nun überlasse ich meine Leser ihrer Fantasie, WO wir diese Körperbepinselung fanden …

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für letztere Berufsgruppe entschieden habe, werde ich also unangepinselt oder vielmehr unangestochen mein weiteres Leben verbringen.

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T eam B eratung Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Schutzimpfungen, aber richtig Grippeschutzimpfung Das Thema Schutzimpfungen beschäftigt momentan sehr viele Arztpraxen. Dabei taucht immer wieder die Frage auf, wie die Grippeschutzimpfung 2017 geregelt ist. Die KVSH hatte mit dem Newsletter vom 19. April 2017 die Praxen bereits darüber informiert, dass auch dieses Jahr wieder die bereits bekannte Vor- und Nachbestellsystematik empfohlen wird. Natürlich ist uns bekannt, dass der Gesetzgeber seit April 2017 die Ausschreibungspraxis der Krankenkassen bezüglich der Impfstoffe untersagt hat. Das gilt aber nicht für bereits bestehende Verträge. Einige Hersteller verweisen daher auf Aussagen des Bundesministeriums für Gesundheit, dass die Rabattverträge ihr Alleinstellungsmerkmal verloren haben und daher bedenkenlos alle zur Verfügung stehenden Grippeimpfstoffe für die Saison 2017/2018 zulasten der Kassenkassen bezogen werden können. Diese Aussage ist vom Grundsatz her zwar korrekt, es droht aufgrund des Wirtschaftlichkeitsgebotes jedoch eine Schadenersatzanforderung durch die Krankenkassen, wenn in größerem Umfang – ohne besondere medizinische Begründung – andere als die rabattierten Impfstoffe abgefordert werden. Es ist zumindest in diesem Jahr noch sinnvoll, den Empfehlungen des Newsletters vom 19. April 2017 zu folgen. Sie finden ihn unter www.kvsh.de  Praxis  Downloadcenter  Newsletter 2017.

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Polio-Impfung Die routinemäßige Auffrischung des Polioimpfschutzes alle zehn Jahre ist keine Leistung der Krankenkassen. Nach den geltenden Bestimmungen kann lediglich die Grundimmunisierung gegen Poliomyelitis zulasten der Krankenkassen erbracht werden. Als vollständig grundimmunisiert gilt, wer vier nachgewiesene Impfungen erhalten hat. Thomas Frohberg, KVSH

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

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Thomas Frohberg

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Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

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Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

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Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard 32

04551 883 362 Nordlicht

anna-sofie.reinhard@kvsh.de aktuell

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Service

Sie fragen wir antworten

Service-team Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Fragen und Antworten In welchem Alter darf nach Vorgaben der Schutzimpfungsrichtlinie die HPV-Impfung abgerechnet werden? Die Schutzimpfung gegen Humane Papillomviren darf laut Schutzimpfungsrichtlinie bei Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren erbracht und abgerechnet werden. Zusätzlich gilt aber, dass Patientinnen, bei denen der Impfzyklus fehlt oder unvollständig ist, dieser bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden kann.

Für einen Patienten, der über die Wehrbereichsverwaltung versichert ist, muss Labor veranlasst werden. Benötigt der Laborarzt/ die Laborgemeinschaft dann zur Abrechnung einen weiteren Originalschein der Bundeswehr oder reicht eine Überweisung mit Muster 10 bzw. 10A aus?

Wie wird der Besuch in demselben Pflegeoder Altenheim bei mehreren Patienten verschiedener Kostenträger abgerechnet? Wird pro Krankenkasse ein Besuch abgerechnet? Nein, bei dem ersten Patienten in einem Pflege- oder Altenheim kommt die GOP 01410 zum Ansatz. Alle anderen Patienten werden mit der GOP 01413 (Besuch eines weiteren Kranken) abgerechnet. Das Wegegeld wird nur beim „Erstbesuch“ abgerechnet.

Durch wen erfolgt der Ansatz des Wirtschaftlichkeitsbonus` nach der GOP 32001? Die GOP 32001 EBM wird nicht durch die Praxis angesetzt. Diese Ziffer wird von der KVSH automatisch bei jedem kurativ-ambulanten Behandlungsfall zugesetzt. Im Honorarbescheid wird die Höhe des Wirtschaftlichkeits-bonus` und die Berechnung in Anlage S ausgewiesen.

Werden für einen Bundeswehrangehörigen Laborleistungen bei einer Laborgemeinschaft angefordert, wird hierfür das Muster 10A benötigt. Bei einer Laboranforderung bei einem Laborarzt wird Muster 10 verwendet. Ein Originalschein ist in beiden Fällen nicht erforderlich.

Service-Team Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr 6 | 2017

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SERVICE was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: Refresherkurs/Fortbildungskurs

thema: Qualitätsmanagement –

Säuglingshüfte

die G-BA-Richtlinie erfüllen

datum: 17. Juni 2017, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 28. Juni 2017, 14.00 bis 18.00 Uhr

Der Kurs entspricht den Vorgaben der derzeit geltenden Ultraschallvereinbarung gemäß Anlage V Paragraf 11 Abs. 3 Anhang 1

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: Für niedergelassene Ärzte aus Schleswig-Holstein kostenlos. Ansonsten: 150 Euro inkl. Verpflegung Fortbildungspunkte:.10 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen (bei kostenpflichtiger Teilnahme) können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung bzw. im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 50 Euro Fortbildungspunkte:.5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Tel. Fax E-Mail

Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 Fax 04551 883 7204 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de

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Ute Tasche Tanja Steinberg 04551 883 485 Tel. 04551 883 315 04551 883 7485 Fax 04551 883 7315 sonographie@kvsh.de E-Mail sonographie@kvsh.de Nordlicht

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Service

Veranstaltungen KVSH

21. Juni 2017, 13.00 bis 18.30 Uhr

Aufbereitung von Medizinprodukten: Intensivkurs Aufbereitung flexibler Endoskope und endoskopischen Zusatzinstrumentariums

5. Juli 2017, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de

Ort: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, Raum 468, Adolf-Westphal-Straße 4, 24143 Kiel Info: Bitte melden Sie sich bis zum 12. Juni 2017 schriftlich an. 7 Fort-bildungspunkte der Kategorie C. Tel. 0431 988 0, Fax 0431 988 5416 E-Mail: info@lasd.landsh.de www.schleswig-holstein.de

24. Juni 2017, 9.00 bis 13.00 Uhr

6. Lübecker Dermato-Onkologie Symposium

Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Ort: Atlantic Hotel Lübeck, Schmiedestraße 9 – 15, 23552 Lübeck Info: Tel. 0451 500 415 05, Fax 0451 500 415 34. Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 16. Juni 2017 erbeten, 4 Fortbildungspunkte. E-Mail: wiebke.schmidt@uksh.de www.uksh.de/dermatologie-luebeck

26. Juli 2017, 14.00 bis 17.00 Uhr

Infomarkt der KVSH Ort: Abgeordnetensaal der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Info: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. www.kvsh.de

28. Juni 2017, 14.30 bis 18.00 Uhr

Psychobiologische Aspekte von Partnerschaft und Paarinteraktion Ort: Hotel Mercure, Hanseatenplatz 2, 25524 Itzehoe Info: Referent: Prof. Dr. Beate Ditzen und Dr. Corinna Aquilar-Raab, Veranstalter ist Forum Psychotherapie Steinburg e. V. Akkreditierung: PKSH 4 Punkte (beantragt) www.psychotherapie-steinburg.de/Fortbildungsplanung.html

Schleswig-Holstein 16. Juni 2017, 20.00 Uhr

Präimplantationsdiagnostik (PID) Ort: Globetrotter Lodge, Am Aschberg 3, 24358 Ascheffel Info: Referent: Prof. Dr. Griesinger (gemeinsame Veranstaltung mit dem Ärzteverein Eckernförde) E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

17. Juni 2017, 9.00 bis 17.00 Uhr

Infotag für Existenzgründer und Praxisabgeber Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Ansprechpartner ist die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Seminar-Nr.: 0617-20 E-Mail: seminare@apobank.de

17. Juni 2017, 8.30 bis 13.20 Uhr

Uni-Treff: Eine gemeinsame Fortbildungsveranstaltung Ort: Kunsthalle Kiel, Düsternbrooker Weg 1, 24105 Kiel Info: Sekretariat: Dorothee Gruler, Tel. 0431 500 24014, Fax 0431 500 24028. Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 10. Juni 2017 erbeten. 4 Fortbildungspunkte E-Mail: Dorothee.Gruler@uksh.de www.uksh.de

6 | 2017

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

Nordlicht

30. Juni 2017, 9.00 bis 17.15 Uhr

1. Kieler Workshop: Interventionelle Endosonographie Ort: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Abteilung für Interdisziplinäre Endoskopie, Arnold-Heller-Str. 3, Haus 18, 24105 Kiel Info: Eylem Oguz, Tel. 0431 500 22371/-372, Fax 0431 500 22378. Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 26. Mai 2017 erbeten E-Mail: eylem.oguz @uksh.de www.uksh.de

5. Juli 2017, 13.30 bis 15.00 Uhr

Der Wein ist von Gott, doch der Trinker ist des Teufels: Kleine Kulturgeschichte des Alkohols Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9–15, 23562 Lübeck Info: Referent: Dr. Kai Wendt, Oberarzt E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

8. Juli 2017, 10.00 bis 16.00 Uhr

Traineeprogramm Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Bitte senden Sie eine Anmeldung per Fax 04551 803 751 oder per E-Mail bis zum 30. Juni 2017. Die Teilnahme ist kostenfrei. 7 Fortbildungspunkte E-Mail: akademie@aeksh.de www.aeksh.de

aktuell

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������� 458 Alice Lahmann���������������������������������������������������������������������������������� 360 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366

36

Nordlicht

Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach § 95d SGB V Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Früherkennungsuntersuchung Kinder Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesund schwanger Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 aktuell

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Service kontakt Hörgeräteversorgung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Doreen Dammeyer ������������������������������������������������������������������������� 578 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 578 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Michelle Teegen������������������������������������������������������������������������������� 596 Frederik Schröder����������������������������������������������������������������������������� 427 Maximilian Mews����������������������������������������������������������������������������� 462 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 PET/PET-CT Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 6 | 2017

Nordlicht

Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Qualitätsmanagement Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Ute Tasche........................................................................................ 485. Doreen Dammeyer��������������������������������������������������������������������������������� 578. Christine Sancion..................................................................................... 470 Röntgen (Anträge) Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 578 Röntgen (Qualitätssicherung nach SGB) Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Theresa Gerdts���������������������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Tanja Steinberg�������������������������������������������������������������������������������� 315 Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 aktuell

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Service kontakt

Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)��������������������������������������������������������������������� Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� Zytologie Michaela Schmidt����������������������������������������������������������������������������

930 304 351 439 255 276 266

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Impressum

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22

Nordlicht aktuell

Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

38

Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Jakob Wilder; Borka Totzauer (Layout) Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� kreisstelle.kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Facharzt für Laboratoriumsmedizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail��������������������������������������������������������������� kreisstelle.luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Christine Stegmann, Fachärztin für Innere Medizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������������ 0461 4041 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 4043 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztlicher Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt und Facharzt für Chirurgie Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Björn Steffensen, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04884 1313 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04884 903300 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.nordfriesland@kvsh.de 6 | 2017

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail���������������������������������������������������������� kreisstelle.ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Facharzt für Orthopädie Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ kreisstelle.ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Eckard Jung, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04351 3300 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04351 712561 E-Mail������������������������������������� kreisstelle.rendsburg-eckernfoerde@kvsh.de

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Ilka Petersen-Vollmar, Fachärztin für Allgemeinmedizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������ 04551 968600 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 968602 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� kreisstelle.stormarn@kvsh.de

aktuell

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5. Juli | 2. August | 6. September 4. Oktober | 1. November | 6. Dezember

2017

An jedem ersten Mittwoch im Monat 14.00 bis 17.00 Uhr 

für  alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) ohne vorherige Terminvergabe

Ort

Zulassung/Praxisberatung der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg Kontakt Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Nordlicht 06 2017 web  
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