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Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassen채rztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Juni 2015 | 18. Jahrgang

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Digitale Kommunikation

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Sicher vernetzt


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 6 | 2015

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

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Digitale Kommunikation in der Arztpraxis: KVSH bietet attraktive Online-Dienste

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Wie sicher sind Schleswig-Holsteins Praxen? Interview mit Udo Karlins, Leiter des Fachbereichs Telematik und IT-Sicherheitsbeauftragter der KVSH

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Historisches: So funktionierte in früheren Zeiten die Datenverarbeitung in der KVSH

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Nachrichten Kompakt Gesundheitspolitik

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„Mehr.Arzt.Leben!“: PJ-Infotag an der ChristianAlbrechts-Universität zu Kiel und Werbeaktionen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

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KBV-Vertreterversammlung: zwischen politischer Positionsbestimmung und internen Dissonanzen

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Zehn Jahre QuaMaDi: Eine Erfolgsbilanz

Im Titelthema stellen wir die verschiedenen Online-Dienste vor, mit denen die KVSH die digitale Kommunikation in den Praxen unterstützt. Im Interview zeigt IT-Experte Udo Karlins Möglichkeiten und Grenzen digitaler Kommunikation auf und warnt vor digitalen „ Stolperfallen“. Das Fotoarchiv der KVSH gewährt Einblicke in längst vergangene Zeiten, in denen noch Großrechner und Lochkartensysteme das Abrechnungsgeschehen dominierten.

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Praxis & KV 18

Richtig umgehen mit der Diagnose Keuchhusten

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Masern-Schutzimpfung – Informationen für den Praxisalltag

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KBV-Fortbildungsportal über KV-SafeNet nutzbar

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Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen

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Psychotherapie: Die Probatorische Sitzung

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Neues aus KBV und KVen

Die Menschen im Land 30

Kinderarzt Dr. Wolfgang Nödl engagierte sich in den Slums von Kalkutta

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Glosse: Skurriles aus der Sprechstunde

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Serie: Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

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Kommentar: Meilensteine

Die Qualitätsgesicherte Mammadiagnostik (QuaMaDi) ist zehn Jahre nach ihrer landesweiten Einführung zu einem wichtigen Bestandteil der Brustkrebsdiagnostik und Regelversorgung in Schleswig-Holstein geworden. Studienergebnisse zeigen, dass sich Diagnostik und Erkennung von Brustkrebs für Frauen mit einer Indikation zur Mammographie in allen Altersklassen deutlich verbessert haben.

16 30 Dr. Wolfgang Nödl engagiert sich seit vielen Jahren in verschiedenen Hilfsprojekten der „ German Doctors“. Anfang dieses Jahres lag sein Reiseziel in Indien. Dort war der Kinderarzt aus Grödersby für drei Monate in den Slums von Kalkutta im Einsatz.

Service 36

Sicher durch den Verordnungsdschungel: Heilmittelverordnung

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Sie fragen – wir antworten

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Seminare

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Termine

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht

aktuell

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Nordlicht nr. 6 | 2015 EDITORIAL Dr. Ralph Ennenbach, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, Schall und Rauch sind vergängliche Größen, nach kurzem und großem Effekt kehren Ruhe und klare Luft zurück. So ähnlich müssen Sie auch den Konflikt in der KBV empfunden haben, der kurz vor dem Deutschen Ärztetag um den KBV-Vorsitzenden Dr. Andreas Gassen laut wurde. Jetzt herrscht plötzlich wieder Ruhe? Und was war passiert? Anlass war ein Brief von Herrn Gassen und der Deutschen Krankenhausgesellschaft an die Politik mit der Forderung, in der „Ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung“ (ASV) zukünftig die Einschränkungen auf schwere Verlaufsformen fallen zu lassen. Das kann – falsch umgesetzt – durchaus die Sorge auslösen, einen großen Teil der fachärztlichen ambulanten Versorgung zumindest partiell an Krankenhäuser abzugeben. Bei der Interpretation der Motive für diesen Brief standen Vorwürfe der Verquickung des KBV-Amtes mit Interessen des Spitzenverbandes der Fachärzte (SpiFa) im Raum, dem Herr Gassen bis zum KBV-Amtsantritt handelnd und danach mit „ruhender“ Wirkung vorstand. Wollte nicht genau dieser Verband hier im größeren Umfeld Abrechnungsaufgaben zulasten der KV übernehmen? Steckte also die Absicht dahinter, dem Verband ein größeres Kuchenstück zuzuschieben? Herr Gassen hat in der Vertreterversammlung der KBV sein Tun im Verhältnis zum SpiFa für uns als Ihre Vertreter durchaus nachvollziehbar begründet. Für den Vorwurf weiter reichender Absichten finden sich keine griffigen Ansatzpunkte mehr. Der Brief war keine diplomatische Glanzleistung, allein schon deswegen, weil man die Sachlage zuvor hätte intensiv erörtern müssen. Um es in einem Bild zu sagen: Gassen hat es versalzen, aber nicht vergiftet. Hätte es wirklich dieser selbstzerlegenden öffentlichen Inszenierung bedurft? Ich denke übrigens tatsächlich, dass manche im SpiFa gerade nach dem Amtsantritt von Gassen größer geträumt haben als offiziell zugegeben wird und es den KVen recht sein kann. Ich denke aber auch, dass dieses Träumen von einer freien Macht nebst Kapital neben der KV für viele andere Verbände typisch ist und darauf von den KV-Vertretern durchaus unterschiedlich reagiert wird. Die begleitenden Angriffe gegen den SpiFa sind jedenfalls auffallend massiv. Hier liegt für mich auch der Kernpunkt des Konflikts, was die Lautstärke von Vertretern aus dem Umfeld von medi und des Hausärzteverbandes erklärt. Zudem beteiligten sich gerade die Vertreter besonders intensiv, die sonst stets eine Dominierung hausärztlicher Themen durch fachärztliche Vertreter behaupten – bei einem zu 99 Prozent fachärztlichen Thema. Sehen wir hierin Bretter vor Köpfen oder nicht doch eher Kalkül aufgrund einer Sorge vor Wettbewerb mit einem starken SpiFa? Es ist kein Zufall, dass ein Hauptprotagonist aus Westfalen kurz nach der KBV-Vertreterversammlung die eigentliche Ursache des Konflikts daran festmachte, dass der Vorsitzende der KBV in das Ressort seiner KBV-Kollegin hineinregieren könne. Sie ahnen, dass das Eine mit dem Anderen wenig bis gar nichts zu tun hat. Wer das Spiel der Sektionierung spielt, nutzt eben gern jede nützliche Ablenkung. Und da kann man Pyrotechnik nebst Knalleffekten gut gebrauchen. Und seien Sie sicher, die nächste Ablenkung kommt bestimmt. Das Thema ASV ist ernst, gerade in unserem Bundesland und wir nehmen das zum Anlass, die ASV im kommenden Nordlicht in den Mittelpunkt zu stellen. An dieser Stelle nur so viel: Da die ASV nun einmal gesetzlich verankert ist und nicht einfach wieder aus dem Gesetz herausfällt, wollen und müssen wir erreichen, dass Sie als unsere Mitglieder in diesem Wettbewerbsfeld so erfolgreich wie möglich agieren. Letzteres auf Augenhöhe mit den Kliniken und gern auch ein wenig darüber hinaus. Dabei wollen und werden wir Beeinträchtigungen für nicht beteiligte Fachärzte weitgehend ausschließen. Rauch um nichts? Nein, aber an der falschen Stelle. Man muss sich die ASV anschauen und sie nicht vernebeln. Herzliche Grüße Ihr Ralph Ennenbach

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Titelthema D igitale K ommunikation

Sicher vernetzt mit der KVSH

Der Einsatz von Informationstechnik zur digitalen Kommunikation gehört in den Praxen von Ärzten und Psychotherapeuten zur täglichen Routine. Abrechnung, Patientenverwaltung, Laborwerteübersicht oder ein Verordnungsabgleich sind ohne IT-Unterstützung nicht mehr vollstellbar. Die KVSH unterstützt und fördert die elektronische Vernetzung und bietet eine Reihe von attraktiven und sicheren digitalen Diensten an. eKVSH Unter dem Sammelbegriff eKVSH stellt Ihnen die KVSH attraktive Online-Dienste zur Verfügung, mit denen Sie Zeit und Geld sparen können. Um die Angebote und Services von eKVSH zu nutzen, benötigen Sie lediglich einen Computer und einen KV-

Dienst

Anschluss

Anmeldung

Internet eAbrechnung Übermittlung der Abrechnungsdatei am eKVSH-Web-Portal

Kennwort

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eArztausweis2

eHBA3

ja

ja

ja

ja

ja

ja, (Bericht ohne Patientennamen)

ja

ja

ja

ja

eSammelerklärung Ausfüllen der Quartals-Sammelerklärung

ja

ja

Ja, aber Übertragung per Fax notwendig

Ja, aber Übertragung per Fax notwendig

ja

eAbwesenheitsmeldung Melden von Praxisabwesenheiten bei Urlaub, Krankheit usw.

ja

ja

ja

ja

ja

eHonorarbescheid Frühzeitigerer Honorarbescheid als PDF-Datei

ja

ja

nein

ja

ja

nein

ja

ja

rechtsverbindliche Unterschrift von Arztbriefen möglich

eAbrechnungsCheck Vorabprüfung der Abrechnung auf Leistungsstreichung

SafeMail Sicherer Datenaustausch von Befund-, Entlass- und Arztbriefen

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SafeNet*- oder Internet-Anschluss. Loggen Sie sich einfach unter www.ekvsh.de bzw. www.ekvsh.kv-safenet.de ein und nutzen Sie Service-Angebote, wie die Online-Abrechnung, die eDokumentation (z. B. für Koloskopie, Zytologie oder DMP) und die Schnellinformation zu Ihren Verordnungsdaten. Sie bestellen unter eKVSH elektronisch Formulare, füllen sie online aus und versenden sie (z. B. die Sammelerklärung). Sie können auch an Diskussionsforen teilnehmen, in einem Terminkalender KVSHVeranstaltungen und Fort- und Weiterbildungsangebote einsehen, auf sämtliche Newsletter der letzten Jahre zugreifen oder durch den eAbrechnungscheck online eine „Vorprüfung“ Ihrer Abrechnung durchführen. Das Ergebnis kann in der Praxis eingesehen und vor der abschließenden Übermittlung an die KVSH noch einmal überarbeitet werden. Dabei wird automatisch geprüft, ob die erbrachten Leistungen plausibel sind und ob sie überhaupt abgerechnet werden dürfen. Fehlende oder falsche Angaben, die früher zur Streichung von ganzen Leistungen geführt haben, können Sie also noch rechtzeitig rückgängig machen und auf diese Weise so manchen Euro Honorar „retten“. Die Online-Angebote werden durch Videos, die durch die jeweiligen Menüs und die Benutzeroberfläche führen, erläutert. Außerdem gibt es Hilfebuttons mit

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1 Anmeldung mit Benutzernamen und Kennwort 2 Kostenloser eArztausweis der Ärztekammer Schleswig-Holstein oder gleichwertige „fortgeschrittene“ Signaturkarte 3 Kostenpflichtiger eHeilberufeausweis oder gleichwertige „qualifizierte“ Signaturkarte

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Titelthema erklärenden Texten. Die KVSH gewährleistet auf eKVSH größtmögliche Sicherheit, denn die Daten sind bei der Übertragung zwischen Praxis und KVSH bestens geschützt. Das gilt allerdings nicht automatisch und nicht für alle Daten, die sich auf Ihrem PC oder Laptop befinden. Darum müssen Sie Ihren Rechner, den Sie für den Internet-Zugang benutzen, ausreichend mit Firewall und Antivirus-Software schützen. KV-SafeNet* Wenn Sie sich selbst um die Sicherheit Ihres Praxis-PC kümmern möchten, kann der normale Internet-Zugang für Sie durchaus eine sinnvolle Lösung sein, um die Online-Dienste der KVSH zu nutzen. Wenn Sie jedoch sicherheitsrelevante Dienste zum Datentransfer nutzen und sich dabei von Profis unterstützen lassen wollen, sollten Sie lieber das KV-SafeNet nutzen. Der Vorteil: Hier wird Ihnen die Sorge um den Schutz Ihrer Praxis abgenommen. Ein KV-SafeNet-Anschluss ist zwar etwas teurer als ein normaler Internetzugang, dafür sind die SafeNet-Anbieter verpflichtet, ausreichende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, damit Ihre Praxisdaten geschützt sind. Einerseits schützt das KV-SafeNet Ihre Praxis-EDV vor schädlichen Zugriffen aus dem Internet. Andererseits verbindet es Ihre Praxis auf gesichertem Weg mit dem KV-System, mit anderen Praxen und weiteren Institutionen, wie Krankenhäuser oder der Privatärztlichen Verrechnungsstelle. Die KVSH fördert den Anschluss an das KV-SafeNet mit 500 Euro.

wurde vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) intensiv überprüft und zertifiziert. Der Versand und der Empfang von Befunden über SafeMail werden sogar extra honoriert. Für das Empfangen einer SafeMail bekommen Sie 30 Cent, für das Versenden 20 Cent. Wenn Ihr Praxissystem strukturierte eArztbriefe verarbeiten kann, werden die Pauschalen auf 60 Cent bzw. 40 Cent verdoppelt. Telematik-Hotline Telefon 04551 883 888 E-Mail portal@kvsh.de Fax 04551 883 7296 Fragen zur Praxis-EDV, Praxissystemberatung, eGK Telefon 04551 883 286 E-Mail edv-beratung@kvsh.de Fax 04551 883 322 Alle anderen Fragen Service-Hotline Telefon 04551 883 388 E-Mail service@kvsh.de Jakob Wilder, KVSH

Infoflyer „eKVSH – Die Online-Dienste der KVSH“ Die KVSH hat eine Neuauflage des Infoflyers „eKVSH – Die Online-Dienste der KVSH“ veröffentlicht. Im Flyer werden die verschiedenen Serviceangebote der KVSH erläutert, die Ärzte und Psychotherapeuten im Internet oder im KV-SafeNet nutzen können. Es gibt außerdem Hinweise zum erforderlichen Anschluss und zum Anmeldeverfahren. Der Flyer steht auf www.kvsh.de/Praxis/IT in der Arztpraxis zum Download zur Verfügung. Praxen können ihn außerdem kostenlos über die Formularausgabe der KVSH bestellen, Tel. 04551 883 250 oder E-Mail an formular@kvsh.de. SafeMail Daneben gibt es noch einen weiteren Pluspunkt, den KV-SafeNet bietet: Den Zugang zu SafeMail. Dieser von der KVSH entwickelte E-Mail-Dienst verbessert die Kommunikation zwischen Arztpraxen, aber auch zwischen Arzt und Krankenhaus, und bietet die Möglichkeit, auf einem geschützten, elektronischen Weg Arztbriefe mit Kollegen und Krankenhäusern auszutauschen. Mit SafeMail können Patientendaten unkompliziert untereinander ausgetauscht und zum Beispiel Arztbriefe, Befunde, Laborwerte oder Röntgenbilder versendet und empfangen werden. Das zeitaufwendige Ausdrucken, Versenden und Scannen von Dokumenten entfällt. SafeMail ist dabei direkt in die meisten Praxisverwaltungssysteme eingebunden. Alle E-Mails sind verschlüsselt. SafeMail

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* B itte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht.

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Titelthema D igitale K ommunikation

Interview

Alles „safe“ in SchleswigHolsteins Praxen?

Udo Karlins, Leiter des Fachbereichs Telematik und IT-Sicherheitsbeauftragter der KVSH, erläutert im Interview Möglichkeiten und Grenzen digitaler Kommunikation in der Arztpraxis. Nordlicht: Sie begleiten als IT-Berater und Entwickler seit vielen Jahren Schleswig-Holsteins Ärzte und Psychotherapeuten auf ihrem Weg ins digitale Zeitalter. Wie sind die Praxen im Bereich elektronische Kommunikation momentan aufgestellt? Udo Karlins: Die „Pflicht“-Kommunikation mit der KVSH, also eAbrechnung, eAbwesenheitsmeldung und eSammelerklärung, läuft bereits zu 100 Prozent „online“. Damit sind wir bundesweit führend. Von einer flächendeckenden, digitalen Arzt-Arzt-Kommunikation sind wir jedoch noch etwas entfernt. Die Regionen mit telematisch-aktiven Ärztenetzen, Anlaufpraxen und Krankenhäusern sind klar zu erkennen und breiten sich erfreulicherweise auch gut aus. Dazwischen gibt es aber noch viel „freies Land“.

über der KVSH nach, dass sie einen strukturierten Arztbrief an unsere Adresse kv.telematik@ekvsh.kv-safenet.de schicken – natürlich ohne echte Patientendaten. Die Höchstgrenze der Vergütung liegt aber bei 350 Euro pro Quartal und Praxis. Mehr gibt es nicht, damit genug für „alle“ da ist. Nordlicht: Ob elektronische Gesundheitskarte oder elektronische Signatur. Zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung entwickeln sich IT-Projekte im Gesundheitswesen auf Bundesebene immer im Schneckentempo. Warum ist das auf regionaler Ebene in Schleswig-Holstein anders? Karlins: Man könnte den Eindruck gewinnen, dass politische Positionen oftmals wichtiger sind als funktionierende Lösungen. Mittelmäßige Ideen werden aber per Diktat nicht zu guten. Im Norden haben wir das Glück, dass alle Akteure nicht nur ihre eigenen Interessen im Fokus haben und pragmatisch veranlagt sind. Da die Ressourcen relativ knapp sind, muss man schnell zu funktionierenden Lösungen kommen. Bei SafeMail haben selbst konkurrierende Softwarehersteller, Krankenhäuser, Labore und Krankenkassen schnell zusammen gefunden und ein gutes Produkt ermöglicht.

Nordlicht: Mit dem E-Health-Gesetz sollen telematische Anwendungen fest etabliert und vergütet werden. Die geplanten Kommunikationskomponenten des Gesetzes, also Entlass- und Arztbrief, scheinen mit dem SafeMail-Dienst in Schleswig-Holstein bereits umgesetzt zu sein. Inwiefern ist das so? Karlins: Im letzten Quartal wurden in Schleswig-Holstein mehr als 17.000 Entlass- und Arztbriefe via SafeMail ausgetauscht. Die Krankenhäuser tragen mit einem Anteil von 25 Prozent zu diesem Ergebnis bei. Der im Gesetz beschriebene Austausch – auch über die Sektorengrenzen hinweg – funktioniert bei uns also schon. Selbst eine Vergütung der Transaktionen gibt es mit Hilfe der ARGE eGK.SH, wenn auch in anderem Zuschnitt, als es das E-Health-Gesetz vorsieht. Nordlicht: Wie hoch ist die Vergütung der Transaktionen? Karlins: Für das Empfangen einer SafeMail bekommen Praxen 30 Cent (GOP 99892 EBM), für das Versenden 20 Cent (GOP 99891 EBM). Wenn das Praxissystem mit strukturierten eArztbriefen umgehen kann, werden die Pauschalen auf 60 Cent bzw. 40 Cent verdoppelt. Die Praxen weisen das gegen-

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Nordlicht: In der elektronischen Kommunikation im Gesundheitswesen soll alles möglichst gleichzeitig schnell, bequem und sicher sein. Geht das überhaupt? Karlins: Der Wechsel vom Fax und Papier hin zur digitalen Kommunikation ist kein Selbstgänger, da sich eingespielte Arbeitsabläufe ändern. Viele Praxen, die diesen Schritt gegangen sind, berichten aber von spürbaren Geschwindigkeits- und Qualitätsverbesserungen. Eine Praxis forderte sogar von uns: „Sorgen Sie bitte dafür, dass alle Praxen und Krankenhäuser per SafeMail mit mir kommunizieren“. Es läuft aber nicht immer alles glatt.

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Titelthema

Nordlicht: Wo hakt es denn noch? Karlins: Ganz wichtig ist, dass das Praxisverwaltungssystem mitspielt. Hier gab es immer wieder mal Probleme. Da die Softwarehersteller mit SafeMail kein Geld verdienen, hat es dort nicht die höchste Priorität. Dank dem beharrlichen Nachfragen vieler Praxen haben die Systemhäuser aber reagiert. So wurde oder wird SafeMail in den gängigen Systemen integriert und optimiert. Nordlicht: In Deutschland soll bis 2018 die Umwandlung in ein vollständig IP-basiertes Netz abgeschlossen sein. Daten werden dann nur noch über ein Computernetz übertragen. Was müssen Arztpraxen beachten? Karlins: Der Fax-Versand kann zum Glücksspiel werden. Je nach Telefon-Provider des Absenders und Empfängers kann es gut, mäßig oder schlecht funktionieren. Einige gefrustete Praxen mit alten Faxgeräten und neuen ALL-IP-Anschlüssen haben bei uns nach Hilfe gefragt – leider sind uns da die Hände gebunden. Ein anderes Problem ist generell die Sprachübertragung im Internet. Richtig sicher ist nur eine verschlüsselte Voice-Over-IP-Verbindung zwischen beiden Gesprächspartnern. Dies funktioniert noch innerhalb einer Telefonanlage. Wenn das Gespräch aber zur Gegenstelle ins Internet geleitet wird, ist an dieser Stelle meist Schluss mit Verschlüsselung. Die Gefahr abgehört zu werden, steigt dadurch an und kann nur durch die Telekommunikationsanbieter minimiert werden.

„Richtig sicher ist nur eine verschlüsselte Voice-Over-IP-Verbindung zwischen beiden Gesprächspartnern.“ Nordlicht: Was raten Sie? Karlins: Lassen Sie sich beim Wechsel auf einen ALL-IPAnschluss von der Telefongesellschaft bestätigen, dass der Abhörschutz und die Sicherheit gleichwertig oder besser ist als bei der bestehenden Telefonverbindung.

die Pateientendaten und das Vertrauensverhältnis. Ein höherer Schutzaufwand ist natürlich oft aufwendiger oder teurer. Wenn er aber dazu beiträgt, dass eine Verletzung der Schweigepflicht verhindert werden kann, ist er unbezahlbar wertvoll. Nordlicht: Die KVSH präsentiert ihre Telematik-Produkte auch außerhalb von Schleswig-Holstein. Momentan beteiligt sie sich mit SafeMail am „eGovernment-Wettbewerb“. Worum geht es da? Karlins: Unter Schirmherrschaft des Bundesinnenministeriums sucht eine internationale Jury nach IT-Projekten in Verwaltungen mit positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft. In der Kategorie E-Health hat sich SafeMail gegen 60 andere Projekte durchgesetzt und steht im Finale. Das ist eine tolle Bestätigung, dass wir bei Konzept, Betrieb und Sicherheit wohl alles richtig gemacht haben. Schauen wir doch mal aufs Finale.

Nordlicht: Wenn Sie in einer Praxis drei Dinge in Sachen „ITSicherheit“ umsetzen dürften. Welche wären das? Karlins: Ganz einfach: SafeNet-Anschluss bestellen, SafeMailKonto beantragen, eArztausweis besorgen, Anti-Virus-Programme installieren, Kollegen und Praxisteam auf IT-Sicherheit sensibilisieren, „ordentliche“ Kennworte verwenden, Betriebssystem und Software regelmäßig aktualisieren, verschlüsselte Backups im Safe aufbewahren. Zugegeben, das waren jetzt schon einige Dinge mehr.

Nordlicht: Ist es für die Praxen ein Vor- oder ein Nachteil, dass Schleswig-Holstein mit Thilo Weichert einen strengen Datenschützer hat?

Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Karlins: Ganz klar ein Vorteil. Sicherheitsmaßnahmen dürfen nicht abhängig von der Tagesform der Beteiligten sein, sondern müssen immer funktionieren. Da Krankendaten sensible Informationen über einen Menschen enthalten, müssen sie besonders sorgfältig geschützt werden. Wenn gesetzliche Vorschriften ein hohes Sicherheitsniveau erzwingen, schützt es

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Titelthema D igitale K ommunikation

Die „schnellen Brüter“ der KVSH

Die KVSH arbeitete im Bereich der Datenverarbeitung auch in den Jahrzehnten, als die Abrechnung noch nicht computergestützt lief, technisch immer auf höchstem Niveau. Die Fotos aus der goldenen Ära der wuchtigen Großrechner Zuse Z16, Z31 und UNIVAC erinnern dabei in ihrer Optik an alte James-Bond-Filme.

Das Herzstück der Abrechnung: Blick auf die Zuse Z31 Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Großrechner das Nonplusultra zur Datenerfassung und -verarbeitung. Auch in Bad Segeberg kamen diese technischen Wunderwerke zum Einsatz. Für Abrechnung und Finanzbuchhaltung führte die KVSH bereits 1959 die „Hollerith-Technik“ auf IBM-Lochkartenmaschinen ein. Eine immer komplexere Gebührenordnung machte bald den Einsatz modernster Rechnertechnik erforderlich. Umgesetzt wurde sie 1964 mit der Rechenanlage Zuse Z31 des legendären Computer-Erfinders Konrad Zuse. Von diesem Modell wurden weltweit nur sieben Exemplare gebaut. Zunächst stand die sechs Meter breite und zweieinhalb Meter hohe Maschine noch in einer Garage in der Moltkestraße in Bad Segeberg. Die Z31, die aus rund tausend Transistoren bestand und exakt 48.000 Worte speichern konnte, wurde für die Abrechnung der Krankenscheine nach der Reichs- Abrechnungsunterlagen versicherungsordnung (RVO) erhalten den Eingangsstempel 8

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und aus dem Bereich der Ersatzkassen eingesetzt. 18 Mitarbeiterinnen fütterten den Zuse-Großrechner. Diese „Locherinnen“ mussten zur zentralen Gebührenabrechnung rund neun Millionen Gebührenordnungspositionen in Lochstreifen-Schrift eintippen. Im Vergleich zur heutigen Computerarbeit war das keine geräuschlose Angelegenheit. Zur Eingabe standen Rechner des Typs Zuse Z16 zur Verfügung. Mit ihnen wurden lange Papierstreifen gelocht, die danach von einem Lesegerät aufgenommen und weiterverarbeitet wurden. Riss ein Lochstreifen, musste mit Schere und Klebstoff korrigiert werden. Von den insgesamt 68 Tasten waren 30 mit den häufigsten Gebührenziffern belegt. Die häufigsten Ziffern waren die „1“ für „Beratung“ und die „65“ für „Besuch“. Ende der 60er Jahre wurden so pro Quartal 1,5 Millionen Krankenscheine von circa 2.000 Kassenärzten abgerechnet. UNIVAC und UNISYS Über die Jahre entwickelte sich die Rechnerarchitektur immer weiter. Den ersten leistungsstarken UNIVAC-Großrechner vom Typ 1004 schaffte die KVSH Anfang der 60er Jahre an. Mit ihm wurden die gesamte Buchhaltung und alle Abrechnungskonten der Ärzte geführt. Neu war, dass der UNIVAC als externen Speicher erstmals ein Magnetband nutzte. Als Zuse mehr und mehr vom Markt gedrängt wurde, war die KVSH die erste KV, die den kompletten Übergang zu einer Großrechenanlage vom Typ UNIVAC 1106 wagte. Dazu wurde 1973 das heutige Rechenzentrum gegenüber der jetzigen Hauptverwaltung gebaut. 1981 kaufte die KVSH die Rechenanlage UNIVAC 1100/61 und in den späten 90er Jahren drei weitere Anlagen der Serien UNISYS 1100 bzw. UNISYS 2200. Sie waren alle „kompatibel“ und konnten ohne Anpassungsprobleme eingesetzt werden. Mit der Übertragung des Abrechnungssystems in die PC-Welt schlug dann 2008 die letzte Stunde der UNISYS-Großrechenanlage. Sie war überflüssig geworden und so endete die fast 45-jährige Ära der „schnellen Brüter“. Ein Rechner überlebte. Der Zuse Z16 der KVSH steht heute im Deutschen Technikmuseum in Berlin. Jakob Wilder, KVSH

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Titelthema

Tastenziffernsortiment

Ein lauter Arbeitsplatz: „Locherinnen“ bei der Dateneingabe in die Zuse Z16

Wartungsarbeiten an der Relaisstation der Zuse Z31

Dateneingabe an der Zuse Z16 6 | 2015

Datenkontrolle bei der Zuse Z31 Nordlicht

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NACHRICHTEN  KOMPAKT B arrierearme A rztpra x is

D A K - G esundheit

Software hilft bei Planung

Polypharmaziecheck ist weiterhin gültig Bad Segeberg – Die KVSH weist darauf hin, dass der mit der DAK-Gesundheit seit dem 1. Januar 2013 bestehende Vertrag über die Durchführung eines Arzneimittelchecks bei Versicherten nach Vollendung des 50. Lebensjahres jetzt unbefristet gültig ist.

Berlin – Ärzte und Psychotherapeuten können beim Neubau oder Umbau ihrer Praxisräume ein neues Online-Werkzeug nutzen, um möglichst barrierefrei planen und bauen zu können. Das kostenlose „Praxis-Tool Barrierefreiheit“ der Stiftung Gesundheit erstellt einen individuellen Leitfaden und informiert über Fördermöglichkeiten und Ansprechpartner. In einem OnlineFragebogen werden zunächst die individuellen Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Ziele der Praxis abgefragt. Der Nutzer kann gezielt bestimmte Räumlichkeiten oder Themenbereiche, für die er sich interessiert, auswählen. Mit den Eingaben des Nutzers wird ein Profil erstellt und eine speziell auf die Situation der Praxis ausgerichtete Hilfestellung gegeben. Im Praxisleitfaden erhalten die Nutzer Informationen zur Barrierefreiheit, über passende Fördermittel sowie mögliche Bau- und Gestaltungsmaßnahmen, um ihre Praxis barrierefrei zu gestalten. Aufgeführt sind auch befähigte Dienstleister, Architekten und Hersteller. Das Praxis-Tool „Barrierefreiheit“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, des Vereins Gesundheit Fördergemeinschaft e. V. und der Stiftung Gesundheit. Es kann unter www.praxis-tool-barrierefreiheit.de eingesehen werden.

Die Vertragsunterlagen finden Sie auf unserer Homepage www.kvsh.de unter Verträge/Downloadcenter/Polypharmazie.

B eiträge

Berufshaftpflicht für Gynäkologen immer teurer

S pitzenverband F achärzte

Schroeder im Vorstand Berlin – Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) hat einen neuen Vorstand. Neben dem Bundesvorsitzenden des NAV-Virchow-Bunds Dr. Dirk Heinrich, der zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, zog mit Dr. Axel Schroeder ein SchleswigHolsteiner als 2. Vorsitzender in das Gremium ein. Er ist niedergelassener Urologe in Neumünster und Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologen. Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte, wurde zum 3. Vorsitzenden gewählt. Neuer 4. Vorstand des SpiFa ist Hans-Friedrich Spies, der außerdem zweiter Vize-Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) ist. 10

Im Januar 2015 hatte die DAK-Gesundheit erneut ihre Versicherten angeschrieben und über das Thema Arzneimittelsicherheit und das Angebot eines Arzneimittelchecks informiert. Entscheidet sich der Patient für den Arzneimittelcheck, kann er bei der DAK-Gesundheit eine individuelle „Medikamentenliste“ anfordern. Diese bekommt er in zweifacher Ausführung: eine für sich und eine für den behandelnden Arzt. Darüber hinaus erhält er eine Bestätigung für die Durchführung des Arzneimittelchecks und geht damit zu seinem Hausarzt. Im Rahmen des Checks nimmt der behandelnde Arzt eine Bewertung aller haus- und fachärztlichübergreifend verordneten Arzneimittel auf Basis der durch die DAK-Gesundheit gesendeten Verordnungsaufstellung vor. Außerdem erfolgt eine Beratung im Hinblick auf eine abgestimmte Arzneimitteltherapie mit dem Ziel der Vermeidung von Doppelverschreibungen sowie unerwünschter Neben- und Wechselwirkungen. Bei Bedarf sollte der behandelnde Arzt mit den verordnenden Fachärzten in Kontakt treten. Der durchgeführte Arzneimittelcheck wird mit der GOP 99045A abgerechnet. Die Bestätigung darüber muss vom behandelnden Arzt an die DAK-Gesundheit zurückgeschickt werden (Adresse ist aufgedruckt). Dafür gibt es eine extrabudgetäre Vergütung in Höhe von 30 Euro.

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Berlin – Gynäkologen müssen mit teils drastischen Beitragssteigerungen für die ärztliche Berufshaftpflicht zurecht kommen. Das zeigt eine Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI). Die Beiträge von Frauenärzten stiegen demzufolge zwischen 2009 und 2013 überwiegend im zweistelligen Prozentbereich an. Die absoluten Belastungen erreichen damit teils fünfstellige Höhen und liegen deutlich über denen für andere Fachgruppen. Am meisten erhöhten sich die Haftpflichtbeiträge für ambulant und stationär tätige Gynäkologen, die zum Beispiel als Belegärzte oder in der Geburtshilfe arbeiten. Ein Viertel von diesen Befragten musste 2013 über 6.800 Euro mehr für die Versicherung ausgeben als 2009, fünf Prozent sogar gut 19.000 Euro mehr. Das ZI hatte bei seiner Befragung die Antworten von rund 2.000 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten ausgewertet. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT I nselklinik

S oziotherapie

Parlamentarier informierten sich

Neue Richtlinie erlaubt breiteren Einsatz Berlin – Soziotherapie kann ab sofort bei einem breiteren Spektrum an krankheitsbedingten Fähigkeitsstörungen angewendet werden. Auch der Kreis der Fachärzte, die Soziotherapie verordnen können, ist jetzt größer. Das sieht die neue Soziotherapie-Richtlinie vor. Der Gemeinsame Bundesauschuss hatte im Januar die Änderung der Richtlinie beschlossen. Dies war notwendig, da durch die alte Regelung die Soziotherapie für schwer psychisch kranke Menschen in manchen Regionen kaum zugänglich war. Mit der Veröffentlichung der Richtlinie am 14. April im Bundesanzeiger ist die Neufassung in Kraft getreten. Neu aufgenommen in die Richtlinie wurde eine Öffnungsklausel, die in begründeten Einzelfällen unter bestimmten Bedingungen bei den Diagnosen mit den ICD-10-Codes F00 bis F99 (Psychische und Verhaltensstörungen) eine Verordnungsmöglichkeit von Soziotherapie vorsieht. Zu den Bedingungen zählen unter anderem psychiatrische und/oder somatische Komorbiditäten sowie Fähigkeitseinschränkungen im Alltag.

(v. l.) André Stoschus, Geschäftsführer der Sana Kliniken Ostholstein, Bundestagsabgeordneter Ingo Gädechens (CDU), Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Hubert Waldheim, niedergelassener Chirurg, Alexander Paquet, Leiter der Notdienstabteilung der KVSH, Mitglieder des Landtages Anita Klahn (FDP), Karsten Jasper (CDU) und Lars Winter (SPD)

Burg auf Fehmarn – Dass auf Fehmarn die enge Zusammenarbeit von ambulant und stationär längst Versorgungsalltag ist, davon konnten sich der Ostholsteiner Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens (CDU) und die Mitglieder des Landtages Anita Klahn (FDP), Lars Winter (SPD) und Karsten Jasper (CDU) bei einem Besuch der Inselklinik auf Einladung von KVSH und Sana Kliniken Ostholstein überzeugen. Eine der sektorenübergreifenden Besonderheiten: Die Gemeinschaftspraxis der niedergelassenen Chirurgen Dr. Hubert Waldheim und Dr. Antonio Monroy ist im 2012 eröffneten Krankenhausneubau ansässig. Die Rezeption der 30-Betten-Klinik und der Empfang der Praxis teilen sich einen Tresen. Die Kooperation geht aber weit darüber hinaus: Praxisinhaber Waldheim ist zugleich teilangestellt für das Krankenhaus als ärztlicher Direktor tätig. Er berichtete den Abgeordneten von seinen positiven Erfahrungen als Arzt, der in beiden Versorgungsbereichen ein Standbein hat. André Stoschus, Geschäftsführer der Sana Kliniken Ostholstein, und Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH, informierten die Politiker über weitere Felder der Zusammenarbeit: So halten niedergelassene Fachärzte vom Festland in der Klinik regelmäßig Zweigpraxen-Sprechstunden ab, die Anlaufpraxis des KVSH-Bereitschaftsdienstes ist ebenfalls im Inselkrankenhaus zu finden. Sowohl KVSH- als auch Sana-Vertreter machten deutlich, dass für eine gute Zusammenarbeit Voraussetzung ist, dass sich die Sektoren mit ihren jeweiligen Stärken im Interesse der Patienten ergänzten. Dies gelte umso mehr für eine Insellage wie Fehmarn, wo ambulante und stationäre Versorgung vor ähnlichen Problemen stehen, etwa bei der Gewinnung ärztlichen Personals. 6 | 2015

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Bislang durften Fachärzte mit der Bezeichnung Psychiatrie oder Nervenheilkunde Soziotherapie verordnen. Jetzt gilt dies auch für Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie für Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Andere Vertragsärzte überweisen Patienten, die für Soziotherapie in Frage kommen, an einen dieser Fachärzte. Ist der Patient nicht in der Lage, diese Überweisung selbstständig in Anspruch zu nehmen, kann der Arzt nun bis zu fünf Therapieeinheiten verordnen, um den Patienten zu motivieren (Verordnung auf Muster 28). Bisher waren maximal drei Therapieeinheiten dafür vorgesehen.

I nnere M edizin

Leitlinien-App für alle Wiesbaden – Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hat ihre Leitlinien-App auch für Nicht-Mitglieder zugänglich gemacht. Ab sofort kann jeder Nutzer via Smartphone und Tablet bestimmte S2- und S3-Leitlinien abrufen. „Dieses wertvolle Angebot hat sich bei den FachgesellschaftsMitgliedern bewährt – und nun möchten wir, dass alle Ärzte davon profitieren“, sagte DGIM-Generalsekretär Ulrich Fölsch. Die App umfasst Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Venenthrombose, Lungenembolie, Chronischer Pankreatitis, Nosokomialer Pneumonie, Chronischen Obstipationen, Lungenkarzinomen und zur Rheumatoiden Arthritis. Interaktive Elemente erleichtern den Medizinern die leitliniengerechte Diagnose und Therapie im Alltag. Dafür fragt die App Symptome und Diagnoseparameter ab und führt die Nutzer je nach Antwort unmittelbar zu den leitliniengerechten Therapiewegen und Medikationen. Die App steht sowohl für iPhone und iPad als auch Android zur Verfügung und kann in den jeweiligen App-Stores kostenfrei heruntergeladen werden. aktuell

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gesundheitspolitik M ehr . A rzt . L eben !

Perspektive Niederlassung Die KVSH warb am PJ-Infotag an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel für die attraktiven Arbeitsmöglichkeiten, die die Niederlassung bietet. Viele Medizinstudenten interessierten sich außerdem für die Fördermöglichkeiten der KVSH. ambulanten Bereich und die Fördermaßnahmen der KVSH. Circa 150 PJler besuchten die Veranstaltung. Viele Studierende ließen sich am Stand der KVSH beraten. In den Gesprächen am Info-Stand erfuhren die Studierenden, dass die Niederlassung attraktive Karrierechancen bietet. Insbesondere Ärztinnen, die eine Familie planen und beruflich flexibel bleiben möchten, können von den vielfältigen und vor allem flexiblen Arbeitsformen, die sich den jeweiligen individuellen Bedürfnissen anpassen, profitieren; eine Botschaft, die überzeugte.

Bei vielen Medizinstudierenden rückt die Entscheidung, später im niedergelassenen Bereich zu arbeiten, gegen Ende des Studiums immer mehr ins Bewusstsein. Die KVSH war deshalb, wie in den vergangenen Jahren, auf dem Informationstag zum Praktischen Jahr an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit einem eigenen Info-Stand vertreten. Im Mittelpunkt stand dabei die Beratung der Nachwuchsmediziner über die verschiedenen Niederlassungsmöglichkeiten, die guten Berufsperspektiven im Finanzielle Förderung im Praktischen Jahr Die finanziellen Unterstützungsleistungen, die die KVSH speziell für Medizinstudenten anbietet waren ein weiterer Beratungsschwerpunkt. „Informationen zu den Fördermaßnahmen, die wir für das Praktische Jahr anbieten, waren besonders gefragt. So mancher Studierende konnte sich nach der Beratung über einen kleinen Zuschuss freuen, von dem er vorher noch nichts wusste“, berichtet Renate Tödt aus der Zulassungsabteilung der KVSH. Die KVSH unterstützt Medizinstudenten mit 100 Euro pro Woche bis zu 16 Wochen, wenn diese ihr Praktisches Jahr im Wahlfach Allgemeinmedizin absolvieren. Außerdem zahlt die KVSH Famulanten – unabhängig von der Fachrichtung – einen monatlichen Zuschuss von 200 Euro. Der Förderungszeitraum beträgt dabei maximal zwei Monate. Jakob Wilder, KVSH

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Entspannt niederlassen! Unter diesem Motto sorgte die KVSH im Mai mit verschiedenen Aktionen auf dem Campus Lehre am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf für hohe Aufmerksamkeit. Am Info-Stand hatten die Medizinstudierenden die Möglichkeit, sich ganz entspannt auf Sitzsack oder Sonnenliege über die vielfältigen Niederlassungs- und Fördermöglichkeiten in SchleswigHolstein und das Online-Angebot via Tablet-PC zu informieren. Diese Kommunikation auf Augenhöhe wurde gern angenommen.

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Ein echter Hingucker und zusätzlicher Beitrag für eine bequeme Auszeit zwischen den Vorlesungen war die Sitzbankpromotion: Bankpolster im neuen Kampagnendesign. Schnell vergriffen waren die Baumwolltaschen mit nützlichen Utensilien für den Uni-Alltag und Informationsmaterialien zur Kampagne.

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gesundheitspolitik KBV-VV

Gassen warnt vor Bedeutungsverlust der Selbstverwaltung KBV-Vertreterversammlung zwischen politischer Positionsbestimmung und internen Dissonanzen Dokumente aus eben diesen rechtlichen Gründen mitgezeichnet. Mittlerweile sei die Aufbauphase des Verbandes abgeschlossen, weshalb auch formal der Wechsel an der Spitze des SpiFa erfolgt sei.

Quelle: Meike Ackermann/KBV

„Mehr als ein reiner Routinetermin“ sei die diesjährige KBVVertreterversammlung (KBV-VV) im Vorfeld des Ärztetages in Frankfurt am Main. Dies stellte der KBV-Vorstandsvorsitzende, Dr. Andreas Gassen, zu Beginn seiner Rede fest. Zumindest in diesem Punkt dürfte Einigkeit unter den Delegierten geherrscht haben. Denn der seit Wochen mit zunehmender Schärfe ausgetragene Konflikt innerhalb der kassenärztlichen Strukturen – die FAZ sprach von einer „Schlammschlacht unter Kassenärzten“ – sorgte für besondere Spannung und mediale Aufmerksamkeit. Die KBV-Führung nutzt die Vertreterversammlung auch für eine Positionsbestimmung der Selbstverwaltung in der aktuellen gesundheitspolitischen Landschaft. Gassen legt Aktivitäten im Facharztverband offen Während eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Fragen, die innerhalb der Vertreterversammlung zu Konflikten geführt hatten, im nicht öffentlichen Abschnitt der Sitzung stattfand, nahm der Vorstandsvorsitzende zu seinem Engagement beim Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa) bereits im öffentlichen Teil Stellung. Der Vorwurf, er habe die Tätigkeiten für den Verband und für die KBV vermengt, war neben der Frage des Umgangs mit der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) ein wesentlicher Punkt, an dem sich die Kritik einiger KVen entzündet hatte. Gassen betonte, dass er den Vorsitz im Spitzenverband seit seinem Amtsantritt als KBV-Vorstandvorsitzender habe ruhen lassen. Da er formal noch im Vereinsregister eingetragen war, habe er in Einzelfällen, in denen es vereinsrechtlich unumgänglich war, 14

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Der KBV-Chef ging auf die Kritik ein, dass der fachärztliche Spitzenverband in Konkurrenz zu den KVen die Abrechnung von ASVLeistungen übernehmen wolle und er dies unterstützt habe. Dies wies Gassen zurück. Die vom SpiFa entwickelte Software sei technisch nicht in der Lage, ASV-Leistungen an den KVen vorbei abzurechnen. Das angedachte Angebot des SpiFa erstrecke sich vielmehr auf ergänzende Funktionen, etwa technische Hilfen, um die Leistungen in der Praxissoftware korrekt als ASV-Leistungen zu kennzeichnen.

Weitere Sonder-VV angekündigt Weitere Fragen wurden im nicht öffentlichen Teil der Tagung diskutiert. Gassen zeigte sich hinterher gegenüber der Presse zuversichtlich, dass er Bedenken habe ausräumen können. Es gebe jedoch weiteren Gesprächsbedarf, weshalb eine weitere SonderVertreterversammlung geplant sei. Spielmacher oder Statist? Bereits zuvor war Gassen indirekt auf die Debatten der zurückliegenden Wochen eingegangen und hatte dazu aufgerufen, „nicht mehr übereinander zu reden, sondern miteinander die Zukunftsfähigkeit unserer Arbeit für die nächsten Jahre unter Beweis zu stellen.“ Nach der Klärung der offenen Fragen müsse von Frankfurt das „klare Signal an die Politik“ ausgehen: „Wir sind eine durchsetzungsstarke, kämpferische, aber auch solidarische kassenärztliche Selbstverwaltung.“ Gassen warnte vor einer schleichenden Verschiebung der Gewichte hin zu einem Gesundheitssystem, das der Selbstverwaltung und dem Arzt immer weniger Freiräume lasse. Auch im Versorgungsstärkungsgesetz finde weiter ein „langsamer und kaum merklicher, aber elementarer Richtungswechsel statt.“ Statt die Selbstverwaltung Lösungen finden zu lassen, werden diese „von oben verordnet“, beklagte der KBV-Chef. Schuld sei nicht nur die Politik. Das KV-System laufe Gefahr, von dynamischen Entwicklungen im Gesundheitswesen überrollt zu werden, so Gassen: „Zurzeit gefallen wir uns wieder einmal gut darin, vor allem als die großen Verhinderer in Erscheinung zu treten.“ Es schwinde deshalb zusehends die Bereitschaft der aktuell

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gesundheitspolitik Politik, „unsere Vorschläge anzuhören und zu diskutieren.“ Das KV-System müsse eine grundsätzliche Entscheidung treffen, ob es Spielmacher sein wolle oder nur Statist. Gassen sprach sich klar für eine aktive Rolle aus. Es sei erforderlich, innovative Antworten auf die gesellschaftspolitischen Herausforderungen zu geben. Unter den derzeitigen Bedingungen, insbesondere den Budgetbeschränkungen, könne in Zukunft nicht mehr „jeder Bedarf in jeder Ecke des Landes befriedigt werden.“ Das KV-System dürfe sich nicht darauf beschränken, dies deutlich zu machen, sondern müsse Alternativen anbieten. Gassen mahnte: „Tun wir das nicht, tun das andere.“

„Das KV-System muss eine grundsätzliche Entscheidung treffen, ob es Spielmacher sein will oder nur Statist.“

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung als Chance Als Beispiel für die Notwendigkeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen, nannte Gassen die ASV. Da die Begleitung des ASVEngagements der Ärzte keine hoheitliche Aufgabe sei, müssten sich die KVen „im Markt beweisen“ und „quasi Dienstleister“ werden. Er zeigte sich überzeugt, dass das KV-System dies leisten könne. Es seien aber noch Hürden zu überwinden, so die Schieflage, dass die KVen zwar von Vertragsärzten mit der Abrechnung beauftragt werden können, nicht aber von anderen Leistungserbringern. „Ich habe wiederholt eingefordert, dass auch für die Krankenhäuser die Abrechnung über KVen möglich sein muss.“, so Gassen, der sich optimistisch zeigte, dass es Änderungen zugunsten der Vertragsärzte geben werde. Der KBV-Chef erinnerte an die Positionierung der Vertreterversammlung zum Koalitionsvertrag aus dem vergangenen Jahr. Dort sei das ASV-Modell als „eine Blaupause für die gesamte vor- und nachstationäre Diagnostik und Therapie im Zusammenhang mit Leistungen des Paragrafen 115a SGB V“ gesehen worden, verbunden mit der Forderung, alle Formen der institutionellen Öffnung des Krankenhauses in die ASV mit einzubetten. „Wir haben auch gefordert, dass die Behandlungen in Praxiskliniken sowie die teilund kurzstationäre Behandlung von bis zu drei Tagen Verweildauer mit in die ASV einbezogen werden soll“, so Gassen. Dabei ginge es um ein Volumen von vier Milliarden Euro. Gassen betonte, dass es sein Ziel sei, diese Milliarden denjenigen zukommen zu lassen, die „diese Leistungen im Rahmen der zunehmenden Ambulantisierung und Verlagerung stationärer Leistungen erbringen – und das sind die niedergelassenen Fachärzte ebenso wie die Hausärzte.“ Eine Durchsetzung der Forderung würde zudem ein zusätzliches Abrechnungsgeschäft für die Kassenärztlichen Vereinigungen bedeuten. Gassen kündigt Arbeitsgruppe zur ASV an Für die ASV müsse gelten, was die KBV im vergangenen Jahr beschlossen habe: Dass das geordnete Nebeneinander von Selektiv- und Kollektivvertrag möglich sein soll. „Warum gilt dies nicht auch für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung, zumal wir hier ja geradezu die Möglichkeit – und per Gesetz auch die 6 | 2015

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Pflicht – haben, uns als KV-System unmittelbar einzubringen“, so Gassen. Um die Diskussion zu versachlichen, kündigte er die Bildung einer Arbeitsgruppe zur ASV aus Mitgliedern der Vertreterversammlung an. Unzureichende Vergütung der Grundversorgung bleibt Kernproblem Ungelöst bliebe aber das „Kernproblem“, die unzureichende und nicht sicher zu kalkulierende Vergütung der Grundversorgung. Deshalb, so die Forderung, sei eine Definition der haus- und fachärztlichen Grundversorgung nötig, nicht zuletzt wegen der Bereinigungsvorgaben zur ASV. Nötig sei zudem eine EBM-Reform. Für diese müsse aber gelten: Sorgfalt vor Eile, weshalb der einst geplante Einführungstermin 2016 nicht zu halten sei, so Gassens Einschätzung. Neue Strategie für Honorarverhandlungen Für künftige Honorarverhandlungen kündigte der Vorstandsvorsitzende eine neue Strategie an. Die KBV will mit konkreten Versorgungszielen in die nächsten Gespräche mit den Krankenkassen gehen. Diese Ziele seien die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung beim Älterwerden, die Förderung der ärztlichen Versorgung beim Aufwachsen, die Förderung der Grundversorgung in der Psychiatrie und Psychotherapie, die Verbesserung der Schnittstelle zwischen konservativer und ambulant operativer Versorgung sowie die Schaffung bundeseinheitlicher Vergütungen in besonderen Leistungsbereichen. Diese Versorgungsziele hätten angesichts des demografischen Wandels und des medizinischen Fortschritts eine besondere gesellschaftliche Bedeutung. Gleichzeitig seien es Bereiche, in denen die Betreuung der Patienten mit einem hohen Aufwand verbunden ist, der in der Vergütung bislang nicht abgebildet sei, erläuterte Gassen. Er warnte aber vor Illusionen, denn die KVen blieben Mangelverwalter: „Vielleicht sollten wir endlich mal dazu stehen und Lösungen im Rahmen des Machbaren aufzeigen, dies aber dann auch so benennen. Und das kann am Ende des Tages dann eben auch heißen: Leistungsbegrenzung“, so Gassen. Klare Absage an Direktzugang zu Heilmittelerbringern KBV-Vorstand Regina Feldmann ging in ihrer Rede auf die steigenden Angestellten- und parallel rückgängigen Niederlassungszahlen ein. Dies sei einerseits ein „Alarmsignal“, weil insbesondere in ländlichen Regionen Übernehmer für Einzelpraxen gebraucht würden, böte aber auch Chancen. Die jungen Ärzte lehnten die Niederlassung nicht per se ab. „Sie möchten schon, aber sie trauen sich nicht so recht“, so Feldmann. An diesem Punkt könnten die KVen Hilfen anbieten, um dem Nachwuchs die Angst vor der Niederlassung zu nehmen. Sie nannte Eigeneinrichtungen, in denen jungen Ärzten eine „Niederlassung auf Probe“ ermöglicht werde, als Beispiel. Eine klare Absage erteilte Feldmann dem Vorstoß aus den Reihen von CDU/CSU, Patienten ohne ärztliche Verordnung den Direktzugang zur Behandlung von Heilmittelerbringern zu ermöglichen: „Diagnose und Indikationsstellung sind ärztliche Kernkompetenzen und müssen es bleiben.“ Delf Kröger, KVSH

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gesundheitspolitik Q ua M a D i

Eine Erfolgsbilanz Zehn Jahre nach ihrer landesweiten Einführung ist die Qualitätsgesicherte Mammadiagnostik (QuaMaDi) integraler Bestandteil der Brustkrebsdiagnostik und Regelversorgung in Schleswig-Holstein. So können nicht nur Frauen im Mammographie-Screening sondern auch im kurativen Umfeld von den Vorteilen einer Zweitbefundung und Qualitätssicherung profitieren.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau in Schleswig-Holstein. Jedes Jahr erkranken über 3.000 Frauen neu an Brustkrebs. Mit einer Brustkrebsdiagnose innerhalb der letzten zehn Jahre leben in Schleswig-Holstein etwa 22.000 Frauen. Im nationalen Vergleich liegt Schleswig-Holstein bei Brustkrebs bedauerlicherweise in der Spitzengruppe. Sowohl Neuerkrankungen (ca. 20-25 Prozent) als auch Todesfälle (ca. 10-15 Prozent) liegen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Erfreulich ist ein Rückgang der Brustkrebssterblichkeit von 2003 auf 2013 um 16 Prozent (Bundesdurchschnitt 11 Prozent). Die Gründe für die hohe Brustkrebsinzidenz sind unklar, sie dürften aber in ungünstigen Risiken vor etwa 20-30 Jahren zu finden sein. Auf jeden Fall ist in Schleswig-Holstein heute eine hohe Belastung der weiblichen Bevölkerung mit Brustkrebs festzustellen und auch weiterhin damit zu rechnen.

Brustkrebszentren gegründet. Zur Früherkennung wurde seit 2007 das Mammographie-Screening eingeführt. Ergänzt wird die Brustkrebsfrüherkennung seit dem Jahr 2005 landesweit in Schleswig-Holstein durch QuaMaDi, die Qualitätsgesicherte Mammadiagnostik. Der Mammadiagnostik kommt in der Versorgung von Brustkrebs eine besondere Bedeutung zu. Da im Mammographie-Screening nur etwa 25 Prozent aller Brustkrebsfälle auftreten (50 Prozent in der Altersgruppe 50-69 Jahre, davon etwa 50 Prozent im Screening entdeckt), taucht der überwiegende Anteil der Brustkrebsfälle in der diagnostischen Situation auf. Auch für diese Frauen gilt in Schleswig-Holstein das, was für Frauen im Mammographie-Screening selbstverständlich ist: höchste Qualität mit einer unabhängigen Zweitbefundung und gegebenenfalls diagnostischen Abklärung in einem Referenzzentrum. Dies ist für Deutschland einmalig.

Diese Herausforderung macht eine optimierte Versorgung von Brustkrebs-Patientinnen erforderlich. Im Bereich der Therapie wurden in Schleswig-Holstein flächendeckend zertifizierte

Wie funktioniert QuaMaDi? Die Qualitätsgesicherte Mammadiagnostik ist im Gegensatz zum Mammographie-Screening offen für Frauen aller Altersgruppen.

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gesundheitspolitik Voraussetzung für die Teilnahme einer Patientin an QuaMaDi ist das Vorliegen von Symptomen oder Risikofaktoren von Brustkrebs. Diese Indikation wird vom behandelnden Gynäkologen nach definierten Kriterien festgestellt und dokumentiert sowie nach Überweisung vom Radiologen geprüft. Die Mammographien – und bei röntgendichter Brust zusätzliche Sonografien – werden von zwei Radiologen unabhängig befundet. Bei Dissens oder verdächtigem Befund erfolgen eine Drittbefundung und gegebenenfalls eine feingewebliche Abklärung in einem der vier Referenzzentren. Neben Zweit- und Expertenbefundung sind regelmäßige Prüfungen der Geräte, Qualifizierung des Personals, Dokumentation und halbjährliche Feedbackberichte an alle beteiligten Ärzte sowie Fallkonferenzen wichtige Elemente der Qualitätssicherung. Was sind die wesentlichen Ergebnisse und Vorteile von QuaMaDi? In den letzten zehn Jahren wurden über 680.000 Mammographien unter den qualitätsgesicherten Bedingungen durchgeführt; dabei wurden über 13.000 Mammakarzinome diagnostiziert. Die wichtigsten Kennzahlen zeigt die Tabelle. Die Zahlen verdeutlichen auch den diagnostischen Charakter von QuaMaDi in Abgrenzung zum Mammographie-Screening. Im Screening liegt die Tumorentdeckungsrate aufgrund der asymptomatischen Ausgangssituation bei nur 0,6-0,8 Prozent, in QuaMaDi ist diese mehr als doppelt so hoch. Der Anteil an Screening-typischen Frühstadien (in situ-Karzinome) ist in QuaMaDi mit 11 Prozent nur halb so hoch wie im Mammographie-Screening. Bei invasiven Karzinomen konnte mit QuaMaDi die Tumorstadienverteilung verbessert werden, was für eine frühere und sichere Diagnostik spricht. Kennzahlen QuaMaDi 2013 Anzahl der Patientinnen im Jahr 2013

73.415

Altersverteilung ƒƒ <50 ƒƒ 50-69 ƒƒ ≥70

32% 41% 27%

Hauptindikationen* ƒƒ Familiär erhöhte Disposition ƒƒ Vorbefund ≥ BI-RADS 3 ƒƒ Alter ≥ 70 ƒƒ Mammakarzinom in der Anamnese ƒƒ Mastodynie ƒƒ Tumornachsorge ƒƒ Tastbarer Befund

43% 33% 27% 22% 21% 15% 6%

Sonografie bei dichter Brust (ACR III/IV)

>95%

Konsens 1. und 2. Befundung der Mammographie

89%

Wiedereinbestellungsrate

3,7%

Entdeckte Mammakarzinome (bei BI-RADS 4-6)

1,6%

Anteil duktales Karzinom in situ

11%

Die wesentlichen Ergebnisse der Studien kurz zusammengefasst: ƒƒ D  urch die Zweitbefundung und den konsequenten Einsatz der Sonografie bei Frauen mit dichter Brust wurde die Tumorentdeckungsrate um 15,9 Prozent gesteigert. ƒƒ Die in QuaMaDi detektierten Tumoren waren im Vergleich zu Tumoren, die nicht in QuaMaDi detektiert wurden, deutlich kleiner (Anteil Tumore unter 2 cm (T1): 54,5 Prozent vs. 43,5 Prozent). ƒƒ Das Überleben von Brustkrebs-Patientinnen, diagnostiziert in QuaMaDi, war gegenüber Brustkrebs-Patientinnen außerhalb von QuaMaDi um 22 Prozent verbessert. ƒƒ Die Tumorentdeckungsrate nach BI-RADS 3-Verlaufskontrollen liegt bei 1,5 Prozent. Diskussion und Fazit Mit QuaMaDi wurde die Diagnostik und sichere, frühe Erkennung von Brustkrebs für Frauen mit einer Indikation zur Mammographie und aller Altersklassen deutlich verbessert. Damit ist die Qualität der Mammadiagnostik in Schleswig-Holstein nachweislich mit der hohen Qualität im Mammographie-Screening, das sich ausschließlich an asymptomatische Frauen im Alter von 50-69 Jahre richtet, vergleichbar. Das ist einzigartig in Deutschland. Dass eine hohe Qualität in der Mammadiagnostik wichtig ist, ergibt sich nicht nur durch die hohe Belastung mit Brustkrebs in SchleswigHolstein, sondern auch durch die Tatsache, dass 75 Prozent der Brustkrebserkrankungen nicht in einer Screening-Situation, sondern im diagnostischen Setting auftauchen. Mit beiden Programmen – dem Mammographie-Screening und QuaMaDi – ist nun ein umfassendes Angebot zur Früherkennung und Diagnostik umgesetzt. Für die Zukunft gibt es aber noch weitere Herausforderungen zu meistern. Die adäquate Zuweisung von Frauen zum indikationsbezogenen QuaMaDi bzw. zum Screening kann weiter optimiert werden. Hier haben die Gynäkologen eine besondere Verantwortung – asymptomatische Frauen ohne Befund werden im Rahmen des Screenings untersucht, bei einer Indikation zur Mammographie sollte diese unter QuaMaDi-Bedingungen durchgeführt werden. Prof. Dr. Alexander Katalinic, Dipl. Inf. Heiner Fauteck, Institut für Krebsepidemiologie e. V., Lübeck

Weitere Informationen zu QuaMaDi und Literaturhinweise finden sich unter www.quamadi.de

Quelle: Qualitätssichernde Evaluation der Qualitätsgesicherten Mammadiagnostik (QuaMaDi) – Jahresbericht – Berichtszeitraum: 01.01.2013 bis 31.12.2013 * Mehrfachnennungen

Auf Basis der vorliegenden Daten wurden mehrere wissenschaftliche Studien zur Frage der Effekte von QuaMaDi durchgeführt. Dazu wurde auch ein Abgleich der QuaMaDi-Patientinnen mit dem Krebsregister Schleswig-Holstein vorgenommen.

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PRAXIS  &  KV M eldepflicht

Umgang mit Keuchhusten Seit März 2013 besteht bundesweit eine Arzt- und Labormeldepflicht für Keuchhusten, Krankheitsverdacht oder Tod nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). In diesem Artikel erfahren niedergelassene Ärzte alles zu den Themen Meldepflicht, Diagnostik und Ausbreitung von Keuchhusten.

Relevante Komplikationen zu beobachten Der gramnegative Erreger Bordetella pertussis wird durch Husten weiterverbreitet und ist hoch ansteckend, die Kontagiosität liegt bei 80 –100 Prozent. Neugeborene und Säuglinge sind die am stärksten gefährdete Personengruppe, ein Großteil der Letalität, die die WHO für Industrieländer auf 0,04 – 0,5 Prozent schätzt, fallen auf sie. Keuchhusten ist die häufigste infektiöse Todesursache bei Neugeborenen und jungen Säuglingen in Deutschland. Gut fünf Prozent der Fälle von plötzlichem Kindstod in Deutschland werden auf die Infektion mit Bordetella pertussis zurückgeführt.Keuchhusten ist keine harmlose Kinderkrankheit. Als häufigere Komplikationen werden Pneumonien, Otitis media durch Sekundärinfektionen, sehr selten zerebrale Krampfanfälle und die hypoxische Enzephalopathie beschrieben. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kommt es zudem auch zu Gewichtsverlust, Krampfanfällen, Synkopen, Inkontinenz, Pneumothorax, Rippenbrüchen, Leistenhernien. Charakteristik des Hustens nicht pathogonomisch Die für Keuchhusten typischen Anfälle zeigen sich meist nur bei jüngeren Kindern. Bei Säuglingen können Apnoen beobachtet werden. Der Husten bei älteren Kindern und Erwachsenen imponiert oft vollständig unspezifisch, zu den typischen Keuchhustenanfällen kommt es hier oft nicht. Bei Erwachsenen werden 10 –20 Prozent der länger als sieben Tage dauernden Hustenerkrankungen auf Pertussis bezogen (auch als „Reizhusten“). So ist 18

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es schwierig, Keuchhusten klinisch von anderen Infektionen des Respirationstraktes zu unterscheiden, der „klinische Blick“ zum Ausschluss einer Keuchhustenerkrankung ist nicht verlässlich. Vorherige Infektionen und Impfungen schützen nur unvollständig Eine Infektion mit Bordetella pertussis sichert nur für etwa 3,5 bis 12 Jahre einen Schutz vor Reinfektion. Ebenso schützt eine Impfung gemäß der geltenden Standards Kinder im Alter von 2 –18 Jahren lediglich unvollständig. In Abhängigkeit von der Altersgruppe und somit Abstand von der letzten Impfung, ist eine Impfeffektivität zwischen 24 und 79 Prozent, im Mittel über alle Altersgruppen von 51 Prozent, zu beobachten. Nasopharyngeal-Abstrich mit PCR ist die Wahl in der Umgebungsuntersuchung und zur individualdiagnostischen Abklärung Zum Nachweis einer therapiebedürftigen Infektion und der Ansteckungsfähigkeit sind Nasopharyngeal-Abstriche oder abgesaugte Sekrete aus dem tiefen Rachenraum bzw. den Bronchien geeignet. Hierbei ist die sichere Probennahmetechnik zu gewährleisten. Abstriche vom Rachen oder den Nasenvorhöfen sind ungeeignet. Die PCR ist schnell und sehr sensitiv und kann somit auch bei Geimpften sowie bei Jugendlichen und Erwachsenen mit deutlich höherer Sensitivität als die Kultur eingesetzt werden. Die Erfahrung des jeweiligen Labors ist entscheidend. aktuell

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PRAXIS  & KV Schutz der Säuglinge und Neugeborenen Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt „für enge Kontaktpersonen ohne Impfschutz in der Familie, der Wohngemeinschaft oder in Gemeinschaftseinrichtungen … eine Chemoprophylaxe mit Makroliden. Diese sollte so früh wie möglich nach dem Kontakt zur erkrankten Person verabreicht werden, da die spätere Gabe in einigen Studien mit einer geringeren Effektivität assoziiert war. Geimpfte Kontaktpersonen sind vor der Erkrankung weitgehend geschützt, können aber vorübergehend mit Bordetellen besiedelt sein und damit eine Infektionsquelle darstellen. Daher sollten auch geimpfte enge Kontaktpersonen vorsichtshalber eine Chemoprophylaxe erhalten, wenn sich in ihrer Umgebung gefährdete Personen befinden, wie z. B. ungeimpfte oder nicht vollständig geimpfte Säuglinge oder Kinder mit kardialen oder pulmonalen Grundleiden.“

Bleibt die PCR negativ, kann im Einzelfall der Nachweis spezifischer IgG-Antikörper gegen das Pertussis-Toxin (PT) Hinweise auf einen kürzlichen Kontakt geben. Der Nachweis von IgAAntikörpern gegen das PT ist ebenfalls sehr spezifisch, weist aber eine geringere Sensitivität auf. Bei unklarer Bedeutung der IgM-Antikörper wird deren Bestimmung nicht empfohlen. IgG- und IgA-Antikörper gegen andere Antigene haben ebenfalls keine Bedeutung in der Pertussis-Diagnostik, da eine Abgrenzung zur Infektion mit anderen Bordetellen serologisch nicht möglich ist. Ein Merkblatt zum praktischen Vorgehen kann bei dem Autor angefordert werden, E-Mail: dr.fink@kreis-rz.de Praxislaborbudget wird nicht belastet Zur Abrechnung kommt die Ausnahmeindikations-Kennziffer GOP 32006 EBM. Sie ist bei Erkrankungen oder dem Verdacht auf Erkrankungen, bei denen eine gesetzliche Meldepflicht besteht, anzuwenden. Die Untersuchung ist dann außerhalb des Laborbudgets des einsendenden Arztes gestellt.

Gesetzliche Besuchsverbote und Wiederzulassung zu Kindergemeinschaftseinrichtungen Als Krankheitsverdächtige sind Personen zu sehen, die einen gesicherten Kontakt zu einem bestätigten Keuchhustenfall in dessen infektiöser Phase hatten und selbst husten (Kontaktpersonen). Durch den resultierenden Verdacht auf eine Pertussisinfektion besteht nach Paragraf 34 (1) Nr. 7 IfSG ein unmittelbar greifendes, gesetzliches Betretungsverbot von Schulen, Kindergärten und ähnlichen Kindergemeinschaftseinrichtungen. Das Kindergarten- bzw. Schulbetretungsverbot bleibt bestehen bis ƒƒ durch einen nasopharyngealen Rachenabstrich bei einem niedergelassenen Arzt dieser Verdacht ausgeschlossen ist und der Befund schriftlich im Gesundheitsamt vorliegt, oder ƒƒ drei Tage nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie, die durch ärztliche Bescheinigung nachgewiesen wurde (eine Kopie der ärztlichen Verordnung ist hier ausreichend), oder ƒƒ fünf Wochen nach Beginn des Hustens (Dauer der infektiösen Phase bei Pertussis). Dr. Eckhart Fink, Leiter Fachdienst Gesundheit der Kreisverwaltung DES KreisES Herzogtum Lauenburg in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ralf Bialek, LADR GmbH, Dr. Kramer und Kollegen Geesthacht

Quellen: • http://www.impfschaden.info/keuchhusten.html

• Witt et al: Unexpectedly Limited Durability of Immunity Following

• Riffelmann et al: Pertussis – nicht nur eine Kinderkrankheit; Dtsch Arztebl 2008; 105(37): 623-8; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0623

Acellular Pertussis Vaccination in Preadolescent in a North American Outbreak in Clinical Infectious Diseases 2012;54 (12):1730-5

• Heiniger et al: A controlled study of the relationship between

• ECDC (European centre for disease prevention and control): „Guidance

Bordetella pertussis infections and sudden unexpected deaths among

and protocol for the use of real-time PCR in laboratory diagnosis of

German infants; Pediatrics. 2004 Jul;114(1):e9-15.

human infection with Bordetella pertussis or Bordetella parapertus-

• Longo et al: Harrisons Innere Medizin; ABW Wissenschaftsverlag 18. Auflage S. 1332

sis“ • Falldefinitionen des Robert Koch-Instituts zur Übermittlung von

• Diagnose und Therapie des akuten Hustens bei Erwachsenen; Dtsch Ärztebl Int 2014; 111(20): 356-63; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0356 • Wichmann: Neue Meldepflichten: Was Ärzte beachten sollten; Dtsch Ärztebl 2013; 110(18): A-879 / B-766 / C-762

Erkrankungs- oder Todesfällen und Nachweisen von Krankheitserregern – Ausgabe 2007 • Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) vom 20.07.2000,

• Wirsing von König CH, Halperin S, Riffelmann M, Guiso N: Pertussis of

zuletzt geändert 07.08.2013

adults and infants. Lancet Infect Dis 2002; 2: 744–50.

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PRAXIS  &  KV P rävention

Masern-Schutzimpfung – Informationen für den Praxisalltag In Deutschland sind zu wenig Menschen gegen Masern geimpft. Etwa die Hälfte aller Masernfälle betreffen Jugendliche und Erwachsene, die gar nicht oder nicht ausreichend geimpft sind. Wir die wichtigsten Informationen zu diesem Thema zusammengestellt. Ärzte und Praxisteams können bei der KVSH Info-Karten „ Masern-Schutzimpfung bei Erwachsenen“ zur Auslage im Wartezimmer bestellen.

Aktuelle Impfempfehlung der STIKO Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen nach 1970 geborenen Erwachsenen in folgenden Fällen eine einmalige Impfung gegen Masern: ƒƒ wenn sie bisher nicht gegen Masern geimpft sind ƒƒ wenn sie nur einmal in der Kindheit geimpft wurden ƒƒ wenn der Impfstatus gegen Masern unklar ist

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Bei Kleinkindern empfiehlt die STIKO, die Grundimmunisierung (1. und 2. Impfung) bereits im zweiten Lebensjahr abzuschließen. Dabei soll die erste Masernimpfung im Alter von 11 bis 14 Monaten – bei frühzeitigem Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung (Kindertagesstätte) ab neun Monaten – und die zweite Impfung zwischen 15 und 23 Monaten erfolgen. Danach besteht ein vollständiger Impfschutz. Fehlende Impfungen bei Kindern und Jugendlichen sollten so schnell wie möglich bis zu einem Alter von

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PRAXIS  & KV 18 Jahren nachgeholt werden. Diese STIKO-Empfehlungen wurden in die Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses übernommen. Sie legt fest, welche Impfungen Regelleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind. Zur Impfung soll vorzugsweise ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR) verwendet werden. Impfung bei Frauen mit Kinderwusch Frauen sollten vor einer Schwangerschaft über einen Schutz vor Masern verfügen, da eine Infektion mit Masern während der Schwangerschaft die Gefahr einer Früh- oder Fehlgeburt erhöht. Und Frauen, die gegen Masern immun sind, schützen automatisch auch ihr Kind in den ersten Lebensmonaten, in denen es noch nicht geimpft werden kann (Nestschutz). Bestenfalls erfolgt eine noch fehlende Impfung mindestens drei Monate vor Beginn der Schwangerschaft. Das gilt auch für Frauen, die bereits einmal gegen Masern geimpft wurden. Während der Schwangerschaft ist die Impfung nicht mehr möglich (Lebendvakzine). Impfschutz des Praxisteams prüfen Prüfen Sie, ob auch Ihr Praxisteam ausreichend geschützt ist. Informationen zu beruflich empfohlenen Impfungen finden Sie in der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV).

Masern-Erkrankung und Todesfälle. Die Meldung muss innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Es empfiehlt sich, die erforderlichen Meldeformulare in der Praxis vorrätig zu haben. Die Formulare erhalten Sie bei dem für Ihre Praxis zuständigen Gesundheitsamt. Vergütung von Impfleistungen Impfungen im Rahmen der Schutzimpfungs-Richtlinie werden ohne Mengenbegrenzung zu festen Preisen vergütet, d. h. die Krankenkassen stellen für jede durchgeführte Impfleistung zusätzliches Geld bereit. Die KVen schließen hierzu regionale Impfvereinbarungen mit den Krankenkassen. Informationen zur Masern-Erkrankung Masern sind eine hoch ansteckende Infektionskrankheit. MasernViren werden durch das Einatmen von Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten und Niesen von Erkrankten entstehen, übertragen. Die Inkubationszeit beträgt bis zu 18 Tage, im Durchschnitt acht bis 14 Tage. Masern-Erkrankte sind fünf Tage vor und bis vier Tage nach Auftreten des Hautausschlags ansteckend. Neben Komplikationen wie Mittelohr- oder Lungenentzündung kommt es bei etwa jeder 1.000 Erkrankung zu einer Entzündung des Gehirns. Sie kann tödlich enden oder zu bleibenden körperlichen Schäden führen. KBV

Masern-Erkrankungen sind meldepflichtig Masern-Erkrankungen sind meldepflichtig: Namentlich gemeldet werden müssen dem – für den Aufenthalt des Patienten zuständigen – Gesundheitsamt bereits der Krankheitsverdacht sowie die

Info-Karte als Wartezimmerinformation Zur Information der Patienten bietet die KVSH eine Info-Karte zum Thema „Masern-Schutzimpfung bei Erwachsenen“ an. Diese kann kostenlos über die Formularausgabe der KVSH bezogen, Tel. 04551 883 250 oder per E-Mail bestellt werden, formular@kvsh.de.

Mehr Informationen zum Thema „Masernimpfung“ finden Sie auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts unter www.rki.de/Infektionskrankheiten von A bis Z.

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PRAXIS  &  KV K V - S afe N et

KBV-Fortbildungsportal zieht um Das Angebot im „ Sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen“ (SNK) wächst: Ab Sommer können Vertragsärzte dort auch Online-Schulungen absolvieren. Das Fortbildungsportal der KBV zieht dazu aus dem Internet in das SNK um. Nutzer benötigen zum Zugang einen Anschluss an das sichere Netz, beispielsweise über KV-SafeNet*.

Bereits jetzt steht im sicheren Netz eine Fülle von Anwendungen zur Verfügung, die den Praxisalltag erleichtern. Das Spektrum reicht von der Online-Abrechnung über die elektronische Dokumentation bis zum Versand von Arztbriefen. Mit dem Umzug des Fortbildungsportals in das SNK sind dann auch Online-Fortbildungen möglich. Fortbildungen zu Arzneimitteln und MRSA In ihrem Fortbildungsportal bietet die KBV interessierten Vertragsärzten unabhängige, zertifizierte Online-Schulungen zu verschiedenen Arzneimitteln und zum Methicillin-resistenten Staphylococcus-aureus-Keim (MRSA) an. Das Portal zählt aktuell rund 8.000 Nutzer. Sie können das Angebot auch künftig nutzen. Investition für die Zukunft Die elektronische Vernetzung von Arztpraxen untereinander, mit den KVen sowie anderen Partnern des Gesundheitswesens wird auch vom Gesetzgeber vorangetrieben. So sieht das geplante E-Health-Gesetz unter anderem Anreize für eine sichere elektronische Kommunikation vor. *B  itte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht.

Das Fortbildungsportal der KBV Informationsgrundlage für die Online-Fortbildung ist die Publikation Wirkstoff AKTUELL, die die KBV gemeinsam mit der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft regelmäßig herausgibt. Nach dem Selbststudium können Vertragsärzte ihr Wissen anhand von Multiple-Choice-Fragen testen. Beantworten sie alle zehn Fragen richtig, erhalten sie zwei CME-Punkte. Bei sieben bis neun richtigen Kreuzen gibt es einen Punkt. Alle erreichten Fortbildungspunkte werden auf Wunsch automatisch an die zuständige Ärztekammer übermittelt. Bislang nutzen mehr als 8.000 Vertragsärzte das wechselnde Angebot im Portal. Neben der aktuellen Fortbildung zu Lacosamid zur Behandlung von Epilepsiepatienten sind derzeit Schulungen zu folgenden Themen möglich: Immuntherapeutika bei Plaque-Psoriasis, Febuxostat zur Behandlung der chronischen Hyperurikämie, Raloxifen zur Behandlung der Osteoporose sowie Glycopyrronium zur Symptomlinderung bei erwachsenen Patienten mit COPD. Darüber hinaus werden Themen wie der Methicillin-resistente Staphylococcus-aureus-Keim und die Antibiotikatherapie bei Infektionen der oberen und unteren Atemwege behandelt. Zu allen bislang erschienenen Ausgaben des Wirkstoff AKTUELL und zum Fortbildungsportal gelangen Interessenten über diesen Link: www.kbv.de/html/wirkstoff_aktuell.php. Redaktion/KBV

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PRAXIS  & KV M itteilungen der K V S H

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/ Psychotherapeuten deren Vertragsarztsitz zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Hinweise: ƒƒ Bewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg.  ƒƒ Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behördenführungszeugnis) zu beantragen.  ƒƒ Die Bewerbung wird nicht durch eine eventuell erfolgte Wartelisteeintragung ersetzt!

ƒƒ Um Vertragsarztsitze/Vertragspsychotherapeutensitze können sich auch Vertragsärzte/Vertragspsychotherapeuten und Medizinische Versorgungszentren bewerben, um einen anderen Arzt/eine andere Ärztin bzw. mehrere Ärzte/Ärztinnen anzustellen. Der Arzt/die Ärztin/die Ärzte muss bzw. müssen namentlich genannt werden und die oben bezeichneten Unterlagen sind für ihn/sie einzureichen. ƒƒ E s besteht die Möglichkeit, dass ein für einen vollen Versorgungsauftrag ausgeschriebener Vertragsarztsitz/Vertragspsychotherapeutensitz von zwei Ärzten/Ärztinnen übernommen wird, die den Sitz übernehmen und ihren Versorgungsauftrag jeweils auf einen halben Versorgungsauftrag beschränken.

Für nähere Informationen hierzu stehen Ihnen unter der Tel. 04551 883 und den angegebenen Durchwahlen unsere Sachbearbeiter zur Verfügung: Durchwahl

Kreise

-378

ƒƒ Kreis Pinneberg

-596

ƒƒ Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde ƒƒ Kreis Herzogtum Lauenburg ƒƒ Kreis Stormarn

Flensburg Nordfriesland SchleswigFlensburg Kiel

-258

RendsburgEckernförde

ƒƒ Stadt Lübeck ƒƒ Kreis Ostholstein

Dithmarschen

Plön

Neumünster Ostholstein

-561

ƒƒ Kreis Nordfriesland

-634

ƒƒ Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg ƒƒ Stadt Kiel ƒƒ Kreis Plön

Steinburg

Segeberg Lübeck

-427

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Pinneberg

Stormarn Herzogtum Lauenburg

ƒƒ Kreis Dithmarschen ƒƒ Kreis Segeberg ƒƒ Kreis Steinburg

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PRAXIS  &  KV

Fachgebiet/Arztgruppe

Planungs­bereich*

Praxisform Bewerbungs­frist**

Ausschreibungs­ nummer

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Kreis Pinneberg

EP

31.07.2015

13954/2014

Psychotherapeuten – Sonderbedarf – – halbe Zulassung –

Kreis Stormarn

EP

31.07.2015

3224/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Lübeck

EP

31.07.2015

2882/2015

Psychotherapeuten

Kreis Segeberg

EP

31.07.2015

4209/2015

Psychotherapeuten

Stadt Kiel

EP

31.07.2015

4210/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Pinneberg

EP

31.07.2015

3227/2015

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg

EP

31.07.2015

3520/2015

Psychotherapeuten

Kreis Plön

EP

31.07.2015

4944/2015

* Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL). ** Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maximal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird, das beantragte Fachgebiet eindeutig angegeben ist, ein Arztregisterauszug beigefügt wurde und der Antrag unterschrieben ist.

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann.

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Name

Fachgruppe/Schwerp.

Niederlassungsort

Niederlassungsdatum

Dipl.-Psych. Birthe Popp

Psychologische Psychotherapeutin ausschließlich für die neuropsychologische Behandlung

24943 Flensburg, Mürwikerstraße 110

01.10.2015

Dipl.-Psych. Nico Mach – halbe Zulassung –

Psychologischer Psychotherapeut

24837 Schleswig, Stadtweg 36

07.05.2015

Dipl.-Päd. Birgit Merkel – halbe Zulassung –

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

24589 Nortorf, Bahnhofstraße 2

01.07.2015

Dipl.-Päd. Frank Schoof – halbe Zulassung –

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

24589 Nortorf, Bahnhofstraße 2

01.07.2015

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PRAXIS  & KV

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben. Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de. Name

Fachgruppe

Ort

Ingrid von Hänisch

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Wobbenbüll

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dipl.-Psych. Jana Stipp

24321 Lütjenburg, Posthofstraße 2 a

Psychologische Psychotherapeutin

30.01.2015

Dr. rer. hum. biol. Dipl.-Psych. Berit Wedel – halbe Zulassung –

23552 Lübeck, Breite Straße 1– 5

Psychologische Psychotherapeutin

01.04.2015

Dipl.-Psych. Hans-Dieter Strätgen – halbe Zulassung –

Dipl.-Psych. Claudia Lindemann

23758 Oldenburg, Burgtorstraße 3

Psychologische Psychotherapeutin

01.04.2015

Dr. med. Dagmar Quitzau – halbe Zulassung –

25337 Elmshorn, Osterfeld 4 a

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (ausschließlich psychotherapeutisch tätig)

15.04.2015

Dr. med. Katharina Laban – halbe Zulassung –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Dipl.-Psych. Ute Theissing

Psychologische Psychotherapeutin

24837 Schleswig, Michaelisstraße 2

24837 Schleswig, Lollfuß 69

01.09.2015

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PRAXIS  &  KV P sychotherapie

Die Probatorische Sitzung – Darauf sollten Sie achten In der Regel beginnt der Start in eine Psychotherapie mit Erstgesprächen – den sogenannten Probatorischen Sitzungen. Zum Thema Probatorische Sitzungen gibt es immer wieder vielerlei Fragen und Probleme. Im Nachfolgenden finden Sie eine Zusammenfassung wichtiger Aspekte.

Bestandteile der Leistung Probatorische Sitzungen sind Sitzungen vor der eigentlichen Psychotherapie. Dabei kann der Patient den Psychotherapeuten und der Psychotherapeut den Patienten kennenlernen – beide prüfen, ob eine psychotherapeutische Beziehung möglich ist. Der Psychotherapeut hat darüber hinaus festzustellen, ob eine Indikation zur Anwendung von Psychotherapie gegeben ist und der Patient Voraussetzungen hinsichtlich Motivationslage und Umstellungsfähigkeit mitbringt, die einen Behandlungserfolg erwarten lassen. Die Sitzungen dienen der Überprüfung auf Einleitung einer antrags- und genehmigungspflichtigen Psychotherapie. Antrag auch ohne Probatorische Sitzung möglich Tatsächlich ist es statthaft, auch ohne die Durchführung jeglicher Probatorischer Sitzungen einen Antrag auf Psychotherapie einzuleiten, auch wenn dieses fachlich kaum vorstellbar und wenig 26

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sinnvoll erscheinen mag. Aber die Formulierung in Paragraf 11 Abs. 1 der Psychotherapie-Vereinbarungen (PTV) lässt diese Möglichkeit zu. Wie viele Sitzungen und wie lang? Vor einer Psychotherapie – in den Psychotherapie-Richtlinien (PTR) heißt es vor Antragstellung – sind bis zu fünf, bei der analytischen Psychotherapie bis zu acht Probatorische Sitzungen von mindestens 50 Minuten Dauer bei einem Psychotherapeuten möglich. Der Ansatz der GOP 35150 EBM setzt in der Regel eine Dauer von mindestens 50 Minuten voraus. Es können jedoch auch zwei Einheiten von jeweils mindestens 25 Minuten Dauer durchgeführt werden. Zu beachten ist hierbei, dass der Leistungsinhalt erst mit der zweiten Sitzung erfüllt ist und somit die GOP-Ziffer 35150 EBM erst zu diesem Zeitpunkt berechnungsfähig ist.

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PRAXIS  &  KV

Probatorische Sitzung nicht als Doppelstunde Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat vor einiger Zeit auf eine besonders unsinnige Konstellation hingewiesen. Zwar darf der Psychotherapeut gemäß PTR und PTV die Probatorische Sitzung als Doppelstunde erbringen. Aber dies bedeutet nicht, dass er diese dann auch als Doppelstunde abrechnen darf. Für die Abrechnung ist der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) zuständig und der lässt so etwas nicht zu. Hiernach ist die GOP 35150 EBM in derselben Sitzung nur einmal bei mindestens 50 Minuten Erbringungszeit abzurechnen. Auch wenn dieselbe Sitzung 100 Minuten dauert, kann die Position nur einmal angesetzt werden. Finden jedoch mehrere Sitzungen uhrzeitlich getrennt an einem Tag statt, kann je Sitzung einmal die GOP 35150 EBM angesetzt werden. Den Positionen ist dann unbedingt jeweils eine Uhrzeit zuzuordnen (Tagtrennung).

des Eingangs der Unterlagen angesetzt. Das ist falsch – das ist das Eingangsdatum und nicht das Antragsdatum. Entscheidend werden die Daten dann, wenn nach dem Antragsdatum aber vor dem Eingangsdatum antrags- und genehmigungspflichtige psychotherapeutische Leistungen erbracht und abgerechnet werden. Denn hier greift die Regel: keine antrags- und genehmigungspflichtigen Leistungen vor Antragstellung (Antragsdatum). Da das Eingangsdatum immer und gegebenenfalls um mehrere Wochen (Warten auf Konsiliarbericht, Zeit für Berichterstellung etc.) nach dem Antragsdatum liegt, kann dabei ein Zeitfenster entstehen, in dem schon die eine oder andere Sitzung erbracht wurde. Diese Sitzungen aber können dann eventuell – wenn keine aufmerksame Kontrolle und kein korrigierender Abgleich erfolgt ist, aufgrund der im Praxisverwaltungsprogramm hinterlegten abweichenden Daten nicht vergütet werden.

Beispiel für die Tagtrennung: 01.00.2015, 35150 (11.00) 01.00.2015, 35150 (15.00) Die Darstellung der Uhrzeitangabe kann abhängig vom Praxisverwaltungsprogramm unterschiedlich ausfallen!

Sonderfall – zunächst keine Behandlung Zwar verlangen die PTR und PTV einen erkennbaren Zusammenhang mit der Überprüfung auf Einleitung einer genehmigungspflichtigen Psychotherapie, jedoch spricht nichts dagegen, dass sich diese Fragestellung im Laufe eines Jahres durchaus häufiger stellen kann. Es ist der Fall denkbar, dass nach den ersten fünf Probatorischen Sitzungen der gemeinsame Beschluss von Patient und Psychotherapeut lautet, zunächst keine antragspflichtige Psychotherapie einzuleiten. Der Patient wird nun aber beispielsweise nach einen halben Jahr erneut in derselben Praxis vorstellig. Jetzt sind gemäß EBM durchaus wieder bis zu fünf bzw. acht Probatorische Sitzungen durchführbar und in Abrechnung zu stellen. Die Notwendigkeit hierzu ergibt sich aus fachlicher Sicht besonders dann, wenn in der Zwischenzeit keinerlei Psychotherapeut-Patientenkontakt erfolgte oder aber dann, wenn der Patient aufgrund einer gänzlich anderen Symptomatik in der Praxis erscheint. Selbstverständlich gilt diese Möglichkeit nur solange, bis kein Antrag gestellt wurde und bei derselben Symptomatik nicht endlos.

Normalfall – Probatorik vor Psychotherapie Wie oben bereits erwähnt, gilt zunächst der Grundsatz, Probatorische Sitzungen nur vor antrags- und genehmigungspflichtiger Psychotherapie. Nach der Antragstellung können keine Probatorischen Sitzungen mehr abgerechnet werden. Allein aufgrund dieser Regel ist es ratsam, die Quartalsabrechnung vor dem Einreichen bei der KV unbedingt zu kontrollieren. Eine Schlüsselstellung nimmt hierbei das Datum des Antrages auf Leistungsfeststellung seitens des Versicherten ein. Fehlerquelle Antragsdatum Es gibt Praxisverwaltungsprogramme, die übernehmen beim Ausdruck von Formularen automatisch in die Therapiedaten des Patienten das Datum des Tages, an dem dieser Ausdruck erfolgt ist. Wird nun das Antragsformular schon einige Zeit vor der tatsächlich letzten Probatorischen Sitzung ausgedruckt, kann das dazu führen, dass in der elektronischen Praxisverwaltung ein deutlich früheres Datum hinterlegt ist, als der Zeitpunkt, an dem das letzte Erstgespräch tatsächlich stattgefunden hat. Werden diese, dem realen Ablauf gar nicht entsprechenden Daten mit der Abrechnung übermittelt, führt dies zur Streichung von Probatorischen Sitzungen – nach dem Antragsdatum liegende Probatorische Sitzungen können nicht vergütet werden. Um Ärger zu vermeiden, ist es ratsam, das Antragsdatum des Verwaltungsprogramms stets mit dem Datum, an dem der Patient tatsächlich das Formular unterschrieben hat, abzugleichen. Dringend empfohlen: Daten kontrollieren Auch dringend zu empfehlen ist, das von der Krankenkasse als Antragsdatum des Versicherten auf dem Genehmigungsbescheid (PTV 7) notierte Datum genau zu überprüfen – vor allem dann, wenn es von hieraus in die EDV übernommen wird. Häufig wird von den Krankenkassen als Antragsdatum der Tag 6 | 2015

Sonderfall – neuer Krankheitsfall Ein weiterer besonderer Fall entsteht dann, wenn nach Abschluss einer antrags- und genehmigungspflichtigen Psychotherapie ein Patient nach einer Weile wieder in der gleichen Praxis zu Erstgesprächen erscheint. In der Abrechnung gegenüber der KV kann es hier zu Problemen kommen. In der Regel werden mit der Quartalsabrechnung Antragsdatum, Genehmigungsdatum, Anzahl der genehmigten und der stattgefundenen Sitzungen übermittelt. Allein das Antragsdatum ist ausreichend, um die Abrechnung von Probatorischen Sitzungen auszuschließen. Im vorliegenden Fall ist die antragsund genehmigungspflichtige Psychotherapie abgeschlossen worden, eine gewisse Zeit ohne Psychotherapeut-Patientenkontakt verstrichen und nun ist abzuklären, ob eine erneute Behandlung gegebenenfalls auch aufgrund eines anderen Krankheitsbildes notwendig ist. Es handelt sich klassischerweise um einen neuen Krankheitsfall, nur bedauerlicherweise werden mit der Quartalsabrechnung „ältere“ Daten – Daten, die mit diesem Krankheitsfall eigentlich nichts zu tun haben, übermittelt und diese führen nun im Zuge der elektronischen

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PRAXIS  &  KV Datenverarbeitung zur Streichung der „neuen“ Probatorischen Sitzungen. Die Abrechnungsabteilung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) bittet bei derartigen Fällen, die „neuen“ Probatorischen Sitzungen einmal im Behandlungsfall mit dem Hinweis „neuer Krankheitsfall“ („neuer KHF“) zu kennzeichnen. Die KVSH prüft derartige Fälle einzeln und wird aufgrund dieser Hinweise die Leistung anerkennen und vergüten. Nebeneinanderberechnungsausschlüsse Die GOP 35150 EBM ist laut Einheitlichem Bewertungsmaßstab nicht neben anderen Gesprächs-, Beratungs- und Betreuungsleistungen berechnungsfähig. Es ist am selben Behandlungstag nicht möglich, Probatorische Sitzungen und die Gebührenpositionen 01210, 01212, 01214, 01216, 01218, 04355, 04356, 14220 bis 14222, 14310, 14311, 16226, 21220 bis 21222, 22220 bis 22222, 23220, 30702, 35100, 35110 bis 35113, 35120, 35140 bis 35142, 35200 bis 35203, 35205, 35208, 35210, 35211, 35212 und 35220 bis 35225 zur Abrechnung zu bringen. Eine Ausnahme wird durch die sogenannte Tagtrennung geschaffen. Sie wird vollzogen, wenn einzelnen Gebührenordnungspositionen eine Uhrzeit zugeordnet wird. Ein Nebeneinanderberechnungsausschluss wird durch die Tagtrennung aufgelöst – anhand der Uhrzeiten wird klar kenntlich, es handelt sich um zwei voneinander unabhängige Behandlungseinheiten. Probatorische Sitzung nur als Einzeltherapie Probatorische Sitzungen können nur als Einzeltherapie durchgeführt werden (Paragraf 14 Abs. 2 PTV). Gemeint ist damit der Ausschluss von Probatorischer Gruppenpsychotherapie, nicht beispielsweise die Gestaltung eines Erstgespräches zusammen mit Eltern und einem betroffenen Kind. Kinder- und Jugendpsychiatrie: Probatorische Sitzung allein mit Bezugsperson Die Abrechnungsabteilung der KVSH bittet, bei der Abrechnung einer Probatorischen Sitzung im Rahmen einer Behandlung eines Kindes oder Jugendlichen, ein „B“ hinter die GOP 35150 EBM zu setzen, wenn dieses Erstgespräch mit einer oder mehreren Bezugspersonen ohne die Anwesenheit des Kindes oder Jugendlichen in der Praxis stattgefunden hat. Die Kontingente der Probatorischen Sitzungen bleiben hiervon unberührt. Auch hier ist, trotz Kennzeichnung „B“, unter Umständen die Tagtrennung (Angabe von Uhrzeiten) durchzuführen. Dann, wenn beispielsweise morgens ein Elterngespräch als Erstgespräch und am selben Tag nachmittags mit dem Kind eine Probatorische Sitzung stattfand. Es ist diesen Sitzungen (Leistungen) unbedingt jeweils eine Uhrzeit beizufügen. Die Kennzeichnung „B“ allein ist nicht ausreichend,

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um die Zulässigkeit dieser Form der Erbringung und Abrechnung am selben Tag deutlich zu machen (siehe blauen Kasten: Doppelstunde - Tagtrennung). Leistung nicht delegierbar – Prüfzeit Die Probatorische Sitzung ist persönlich vom Psychotherapeuten zu erbringen. Die Leistung ist nicht delegierbar. Von daher fließt sie auch vollumfänglich mit einer Prüfzeit von 70 Minuten in das Tages- wie Quartalsprofil des Psychotherapeuten ein. Vergütung Die Probatorische Sitzung wird zu einem festen Euro-Betrag, ohne Mengenbegrenzung, extrabudgetär vergütet. Die Vergütung liegt zurzeit (immer noch) deutlich unterhalb der einer antrags- und genehmigungspflichtigen Psychotherapie-Sitzung. Sachlich und fachlich betrachtet gibt es für diese Minderbewertung keinen Grund. Der Ansatz der Probatorischen Sitzung schließt den Erhalt der „Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung“ (PFG) für einen Patienten nicht aus. Abklärung für den Patienten Aus Sicht des Patienten sind durchaus weitere Probatorische Sitzungen bei anderen Psychotherapeuten möglich, denn es ist wichtig zu klären, ob eine tragfähige therapeutische Beziehung hergestellt werden kann. Insofern ist es einem Patienten gestattet, vor der Einleitung einer Psychotherapie bei mehreren Psychotherapeuten Erstgespräche zu führen, falls der Aufbau einer therapeutischen Allianz zum Beispiel beim ersten Psychotherapeuten nicht gelingt. Aber auch nach einem Erstantrag ist es dem Patienten möglich, bei einem anderen Psychotherapeuten erneut Probatorische Sitzungen in Anspruch zu nehmen, zum Beispiel dann, wenn ein Therapeutenwechsel erwogen wird. Probatorische Sitzungen werden gemäß PTV nicht auf die für die Psychotherapie des Patienten genehmigten Behandlungsstunden angerechnet. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

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PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Kooperation bei Weiterbildungs-Förderung Frankfurt a. M./Weimar – Die Kassenärztlichen Vereinigungen Hessen und Thüringen fördern gemeinsam die Weiterbildung einer jungen Ärztin im hessischen Philippsthal. Die Ärztin arbeitet bereits seit zwei Jahren in einer Allgemeinarztpraxis, die letzten zwölf Monate bis zur Facharztprüfung waren bisher aber nicht finanziert. Ohne die Förderung hätte sie die unterversorgte Grenzregion wahrscheinlich verlassen. Um das zu verhindern, kooperieren die beiden KVen nun ländergrenzüberschreitend und übernehmen seit Mai die anfallenden Weiterbildungskosten. Formal sei eigentlich keine Förderung der Weiterbildungsassistentin mehr möglich gewesen, daher habe man gemeinsam mit dem Vorstand der KV Thüringen nach einer Lösung gesucht, erklärten die beiden Vorsitzenden der KV Hessen, Frank Dastych und Dr. Günter Haas. Die beiden KVen haben vereinbart, dass sie sich jeweils mit 1.750 Euro pro Monat für ein Jahr an den Kosten der Weiterbildung beteiligen. Sie hoffen darauf, die junge Ärztin damit in der Region halten zu können, auch nach ihrer Weiterbildung. „Eine junge Ärztin zu unterstützen, die auf dem Land Patienten versorgt, empfinden wir als selbstverständlich“, sagte Dr. Annette Rommel, Vorsitzende der KV Thüringen.

Lasertherapie und Radiofrequenztherapie als Kassenleistung Hannover – Die AOK Niedersachsen (AOKN) hat einen speziellen Vertrag zur Behandlung von Krampfadern mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) abgeschlossen. Damit stehen den AOK-Versicherten neben dem herkömmlichen Venen-Stripping bei dafür qualifizierten Ärzten noch die Lasertherapie oder die Radiofrequenztherapie zur Verfügung. Diese beiden Verfahren zeichneten sich durch ein geringeres Ausmaß des operativen Eingriffes, ein kleineres Risiko von postoperativen Blutungen und Wundinfektionen sowie in der Regel geringfügigere Beschwerden nach dem Eingriff aus, erklärten die Vertragspartner. Bislang waren diese Behandlungsmethoden Privatleistungen und für die Patienten mit beträchtlichen Kosten verbunden. Als erste Krankenkasse in Niedersachsen habe sich die AOKN daher entschlossen, sie zum Bestandteil ihres Leistungskataloges zu machen. In Niedersachsen werden jährlich zwischen 35.000 und 40.000 Eingriffe an den oberflächlichen Venen bei einem Krampfadernleiden durchgeführt.

Angebot für Kommunen

Online-Service „Ort sucht Arzt“

Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) schafft für Städte und Gemeinden in Nordrhein eine Möglichkeit, für sich zu werben und Nachwuchsmediziner auf sich aufmerksam zu machen. Die Kommunen können sich dazu mit einem neuen „Gemeinde Profil“ niederlassungswilligen Ärzten und Psychotherapeuten vorstellen, ihre Vorzüge darstellen und Ansprechpartner nennen, die Interesse an einer Praxisübernahme oder -gründung haben. „Das neue Angebot wirkt auf doppelte Weise: Die Kommunen können sich adäquat anhand wichtiger Parameter, insbesondere zu ihrer Infrastruktur, im Vergleich zu anderen präsentieren und einen Ansprechpartner vor Ort benennen. Die Interessenten erhalten schnell einen Überblick über Angebote, die ihnen bekanntlich wichtig sind: Wer sich in ländlichen Bereichen niederlassen möchte, braucht Informationen zur Verkehrsanbindung und zu geeigneten Immobilien, aber auch zu Kinderbetreuung, Schulen und Freizeitangeboten“, sagt Dr. Peter Potthoff, Vorsitzender der KV Nordrhein. „Unser Angebot soll helfen, Kommunen und Ärzte zusammenzubringen.“

Mainz – Mit der Aktion „Ort sucht Arzt“ will die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) Gemeinden, die einen Arzt oder einen Psychotherapeuten suchen, mit Ärzten und Psychotherapeuten zusammenbringen, die sich für eine Niederlassung interessieren. Die Idee: Die Gemeinden präsentieren mit einem Gesuch ihre Vorzüge und werben für sich als Praxisstandort. Niederlassungswillige können dann zwischen verschiedenen Angeboten wählen und direkt mit den Gemeinden Kontakt aufnehmen. Die Aktion ist Teil eines Maßnahmenpakets, mit dem die KV dem drohenden Ärztemangel in Rheinland-Pfalz entgegenwirken will. Der Online-Service einschließlich der Teilnahmevoraussetzungen sowie eines Formulars, über das die Gemeinden ihre Gesuche schalten können, ist unter www.ort-sucht-arzt.de erreichbar und kostenfrei nutzbar. Dr. Sigrid Ultes-Kaiser, Vorstandsvorsitzende der KV RLP, wertet „Ort sucht Arzt“ als weitere wichtige Maßnahme zum Erhalt einer flächendeckenden ambulanten medizinischen Versorgung im Land: „Mit dem neuen Online-Service wollen wir dem bereits heute spürbaren und sich weiter verschärfenden Mangel insbesondere an Haus- und grundversorgenden Fachärzten in vielen Regionen von Rheinland-Pfalz entgegenwirken.“

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die menschen im land V or O rt

Humanitärer Einsatz Dr. Wolfgang Nödl engagiert sich seit vielen Jahren in verschiedenen Hilfsprojekten der „ German Doctors“. Zuletzt arbeitete der Kinderarzt aus Grödersby (Kreis SchleswigFlensburg) für drei Monate in den Slums von Kalkutta.

Indien faszinierte Dr. Wolfgang Nödl schon immer. Er schätzt die Kultur des Subkontinents, insbesondere die Literatur. Das einzige, was er von seinem letzten Hilfseinsatz aus Kalkutta mit nach Hause brachte, waren indische Bücher, z. B. von Literaturnobelpreisträger Rabindranath Tagore oder von Amit Chaudhuri. Trotzdem weiß der Kinderarzt aus eigener Erfahrung, dass das Land auch ein anderes Gesicht hat und immer noch von extremer Armut und Hunger geprägt ist. Die medizinische Versorgung breiter Teile der Bevölkerung ist nicht gesichert. Nödl hat diese Widersprüche, die er in ihren extremsten Formen während seiner Hilfseinsätze kennengelernt hat, auf vielen eindrucksvollen Fotos festgehalten. „Für mich als Mensch und Arzt war jeder Einsatz trotzdem eine Bereicherung. Ich wollte schon immer Menschen versorgen, denen es nicht so gut geht wie uns in Europa“, beschreibt der 72-Jährige, der bis 2008 in Kappeln als Kinderarzt niedergelassen war, seine Motivation. „Als Niedergelassener habe ich meine Praxis seit 1997 alle zwei bis drei Jahre im Sommer für sechs Wochen geschlossen und in einem Projekt der ,German Doctors‘ mitgearbeitet. Im Ruhestand konnte ich dann jedes Jahr teilnehmen. Meine beiden Einsätze 2013/2014 und 2015 dauerten jeweils drei Monate“, berichtet Nödl, der außer in Indien mehrfach auf den Philippinen und in Bangladesch war.

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Hilfe für die Ärmsten Sein bisher letzter Einsatz führte ihn Anfang dieses Jahres für drei Monate in die Slums von Kalkutta. „Dort hat man es nicht mit Tropen-, sondern mit Armutsmedizin zu tun. Infektionskrankheiten, wie Tuberkulose spiegeln dabei die unzureichende Ernährung und die mangelnden Hygieneverhältnisse wider“, stellt Nödl fest. Die Erwachsenen in den Armenvierteln wiesen Körpergewichte zwischen 30 und 40 Kilogramm auf. Von den Kindern im Alter von drei Jahren hatten über 40 Prozent Zeichen einer erheblichen Unterernährung und eines nahrungsmangelbedingten Minderwuchses. „Speziell die Neugeborenen sind oft in einem extrem untergewichtigen Zustand. Das mittlere Geburtsgewicht liegt bei nur 2.500 Gramm“, so der Kinderarzt. Schwerer Vitaminmangel sei weit verbreitet und eine direkte Folge des Fehlens wertvoller Nahrungsmittel. So bekämen viele Kinder praktisch nie oder nur an wichtigen Feiertagen Fleisch, Fisch oder Eier zu essen. Auch Obst sei für die Mehrheit der Bevölkerung kaum erschwinglich. Als Folge komme es vor allem bei Kindern zu einem weitverbreiteten Vitamin A-Mangel sowie zu Mangel an Zink, Jod und Vitamin D. Dieser Mangel schwäche wiederum die Abwehrkraft gegen ansteckende Krankheiten. „Wir haben es mit einem Teufelskreis aus Unterernährung und Infektionskrankheiten zu tun“, erklärt Nödl. Die „German Doctors“ haben aus diesem Grund in Kalkutta neben der Slumambulanz eine eigene Kinderstation aufgebaut. Dort aktuell

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die menschen im land

werden schwer unterernährte Kinder und Kinder mit schweren Akuterkrankungen aufgenommen, die zu Hause nicht ausreichend versorgt werden können. Aufklärung Parallel dazu läuft in Kooperation mit der Kindernothilfe und indischen Partnerorganisationen in Kalkutta ein sogenanntes „Malnutrition-Project“. Es richte sich speziell an Mütter mit unterernährten Kindern, erläutert Nödl. In den meisten Ländern Südasiens haben die Frauen einen schlechten Sozialstatus und Bildungsstand. Dies bedeutet für sie, dass sie in den Familien am wenigsten zu essen bekommen und medizinisch oft schlecht versorgt sind. „Unterernährte Mütter bringen in der Regel Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht zur Welt. Wegen der Unterernährung reicht dann die Muttermilch oft nicht aus, um das Kind zu ernähren. Über Zusatznahrung für die Mutter konnten wir meistens ein ausreichendes Stillen gewährleisten. Viele Frauen sind außerdem nur schlecht oder gar nicht darüber informiert, wie sie ihr Kind besser ernähren können. An dieser Stelle setzten wir mit Aufklärung und Präventionsmaßnahmen an“, berichtet Nödl. Man wisse aus Studien, dass die Auswirkungen der Unterernährung in den ersten 1.000 Tagen eines Menschen besonders verheerende Folgen für das spätere Leben haben. Eine ausgewogene und ausreichende Ernährung während dieser 1.000 Tage sei für das weitere Leben des Kindes entscheidend. „Wir versuchen deshalb, Unterernährung in diesem für die Kindesentwicklung entscheidenden Zeitraum zu verhindern und erklären den Frauen nach dem Prinzip ,learning by doing‘, wie sie ihr Kind mit einfachen Mitteln und wenig Geld durchbringen können.“ Dafür stand dem Team aus einheimischen Sozialarbeitern auch eine speziell ausgebildete Ernährungsberaterin zur Seite. Sie bereitete gemeinsam mit den circa 30 bis 40 Müttern, die in die Sprechstunde kamen, günstige und trotzdem nahrhafte Mahlzeiten zu. 6 | 2015

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Grenzen der Hilfe Trotz vieler guter Ansätze sind Nödl die Grenzen seines Engagements sehr bewusst. Viele Inder müssen Krankenhausbesuche aus Geldmangel lange hinauszögern. Auch für wichtige Medikamente fehlt oft das Geld. „Ich weiß, dass ich als behandelnder Arzt unter diesen Bedingungen schon mit kleinen Fortschritten zufrieden sein muss. Der Tod gehörte leider zu unserem Alltag“, erklärt Nödl, der sich neben vielen Erfolgsgeschichten auch an einige besonders traurige Fälle erinnert. Besonders im Gedächtnis blieb ihm eine junge Mutter, die mit ihrem zehn Monate alten Kind zu ihm kam. Es wog nur 2.700 Gramm und hatte eine Lungenentzündung. Die Frau erklärte ihm, dass sie ihr Kind nicht in die Klinik geben könne, weil sie zu Hause noch vier andere Kinder habe, die sie ernähren müsse. „Ich wusste in diesem Moment, dass dieses Kind zu Hause keine Überlebenschance haben wird und musste es trotzdem akzeptieren“, stellt Nödl resigniert fest. Jakob Wilder, KVSH

Spendenkonto der „German Doctors“ Evangelische Bank Kto.-Nr.: 4 88 888 0 BLZ: 520 604 10 IBAN: DE12 5206 0410 0004 8888 80 BIC: GENODEF1EK1 Stichwort: Hilfe weltweit Informationen für Ärzte, die sich an einem humanitären Einsatz beteiligen möchten: www.german-doctors.de

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die menschen im land G losse

Skurriles aus der Sprechstunde leidenschaftlicher t is t og V ar m ei R r. D Zum Autor: ten arschen. Seine Patien hm it D in en hl Pa s au Landarzt n aber z geschlossen, was ih er H s in t rz sa au H r hat de isse in seiner Arztbn le Er le ri ur sk , lt hä nicht davon ab lten. Im Nordlicht ha zu st fe t el hw ac N e praxis für di was Augenzwinkern das, m ne ei it m t og V bt . beschrei alles passieren kann so t rz A er en ss la ge einem als nieder

Wurmzeit Dithmarschen bleibt das letzte Abenteuer Europas! „Alles hat seine Zeit“ … ich plagiiere hier allgemeingültige Wahrheiten, die Literaten von Prediger 3.1 (Bibel) bis hin zu ISBN-13: 978-3462027266 (Remarque) beschäftigt haben. Diese Weisheit unterstellend, scheint in Dithmarschen derzeit die Wurmzeit angebrochen zu sein. Zur wahren Geschichte: Ein Mensch bringt eine Tupper-Schüssel in meine Praxis, darin befindlich die drei Tage alten, verdauten Reste des ehemaligen Inhalts … samt einem Wurm. Die Schüssel nebst unappetitlichem Inhalt wird meinen Helferinnen mit den Worten überreicht, der Doktor möge doch – bitteschön! – ein Wurmmittel aufschreiben und das Rezept zur Apotheke schicken. Das sei ja nun schließlich eine Bagatelle, für die es sich nicht lohnt, seine kostbare Zeit durch Aufenthalt im Wartezimmer zu verplempern und überhaupt … Nun, der Doktor in meiner Gestalt sieht sich den Inhalt der zweckentfremdeten Kunststoff-Schale zunächst genauer an und erinnert sich an das vorklinische Medizinstudium. Unser Fachbereich kann ja so kriminalistisch-spannend sein! Was mag das wohl für ein Helminth sein? Rund, etwa zehn cm lang, weißrosa, wenig abgrenzbare Glieder! Hm … für einen Madenwurm eindeutig zu groß, gegen einen Rinder- und Schweinebandwurm sprechen die fehlenden Proglottiden, ein Spulwurm … das erscheint möglich! Es erfolgt die Entscheidung, die netten

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Kollegen im Vertragslabor auch an der Parasiten-Schnitzeljagd teilhaben zu lassen, sodass das Corpus delicti eben dorthin eingeschickt wird. Die Stuhlreste verbleiben in dem Produkt der Firma Tupperware®, deren Deckel bekanntlich bombenfest und vor allem dicht halten. Hinweg mit der Schale in die Mülltonne! Wie gut, dass morgen die Müllabfuhr ihren vertraglichen Verpflichtungen nachkommen wird. An meine Helferinnen richte ich die Bitte, den potenziell wurmtragenden Menschen zu einer Visite in meine Praxis einzuladen. So ein bisschen Anamnese und Untersuchung kann bekanntlich nicht schaden und eine „frische“ Stuhlprobe zur Detektion von Wurmeiern wäre möglicherweise durchaus hilfreich. Der Mensch hat aber – wie bereits berichtet – wenig Verständnis für derartig akademische Abläufe von Behandlungen. Nun ja, die neuerliche Untersuchung seiner Körperausscheidungen ergibt viel Sinn aus seiner Sicht, daher liefert der Mensch nur zu gerne eine weitere Stuhlprobe in einem weiteren Tupper-Gefäß an, von denen offensichtlich im Haushalt des Menschen reichlich vorhanden sind. Meine Helferinnen weigern sich allerdings, einen zweiten Speisebehälter mit Ekelfaktor entgegenzunehmen. Daher entscheidet sich der Mensch auf dem Parkplatz kurzerhand den Inhalt seiner Tupperschale in das eigens vom Labor für solche Zwecke kostenlos zur Verfügung gestellte Behältnis namens „Stuhlröhrchen“ in doppelter Verpackung umzuschichten. Nachdem nun die Untersuchungsprobe für die Wurmeier anstandslos die Seiten des Praxisempfanges gewechselt hat, bittet der Mensch darum, sein bei der ersten Konsultation überreichtes Tupperware®-Eigentum zurückzuerhalten. „Waaasss? Der Doktor hat die Schüssel in den Müll geworfen?“ Das war schließlich Tupperware® und hat seinen Preis! Und überhaupt … das muss der Doktor ersetzen!

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Den nächsten Höhepunkt in dieser Geschichte der etwas anderen Art erfahre ich bereits am folgenden Tag: Mein fähiges Vertragslabor hat weder Materialkosten noch personelle Mühen gescheut, um Licht in dieses dunkle Kapitel norddeutscher Arzt-Patient-Beziehungen zu bringen. Mikrobiologisches Untersuchungsergebnis Bei dem eingeschickten Wurm handelt es sich nicht um einen Spulwurm, sondern um einen Regenwurm. Dazu passend wurden in der zweiten Probe keine Wurmeier gefunden. Potzblitz! Ein Regenwurm! Wie kommt der denn? Und überhaupt! Ist dieser Mensch ein zweiter Rüdiger Nehberg, ein „Sir Vival“, der sich von solchen Kreaturen ernährt? Ist das Gliedertier versehentlich verschluckt worden? Hm … aber wie soll das gehen? Oder ist der Wurm möglicherweise durch die Kanalisation geschwommen und hat sich eindeutig den falschen „Ausstieg“ über die Toilette des betreffenden Menschen gesucht? Andererseits … was muss man eigentlich mit seinen fäkalen Hinterlassenschaften anstellen, um einen Wurm zu entdecken, zumal doch eigentlich – den physikalischen Gesetzen der Schwerkraft folgend – das von oben Kommende das von unten Aufstrebende unterdrückt? Nun … Fragen über Fragen … die sich nicht mehr klären lassen werden! Der Mensch hat mir nämlich über meine Helferinnen mitteilen lassen, dass er sich nicht gut durch mich betreut fühlt. Andere Ärzte … und erst recht sein früherer Hausarzt! … ja, die hätten ohne diese akademische Besserwisserei sogleich den Rezeptblock gezückt und seinem ja wohl voll und ganz berechtigten Wunsch nach einer Entwurmungskur entsprochen! Wozu zahlt man denn Krankenkassenbeiträge?

ten Kollegen den entsprechend der Datenschutzvorschriften unkenntlich gemachten schriftlichen Untersuchungsbefund zuzufaxen, zusammen mit ein paar erklärenden Worten. Die Antwort des guten Freundes lässt nicht lange auf sich warten. In Form eines Antwortfaxes mit der Randnotiz „Wurmzeit? Da kann ich mithalten!“ erhalte ich ebenfalls ein mikrobiologisches Untersuchungsergebnis. Dort ist zu lesen: Bei dem eingesandten Material handelt es sich nicht um einen Wurm, sondern um Klopapierreste,die zu einem Strang zusammengerollt wurden. Mit einem Allgemeinplatz beginnt diese Story, ebenso soll sie auch enden! „Die besten Geschichten schreibt das Leben“ oder eben: „Dithmarschen – das letzte Abenteuer Europas!“. Von wütenden, angewiderten Leserbriefen ob des nicht gerade gesellschaftsfähigen Themas dieses Beitrages bitte ich abzusehen und verweise nur zu gerne auf die für den Arztberuf essenziell erforderliche „Spaltungswahrnehmung“. Vielleicht hat sich ja sogar die/ der eine oder andere Kollege/-in amüsiert!? „Lachen ist die beste Medizin“ … das ist bekanntlich auch so eine allgemeingültige Volksweisheit!

Etwas fassungslos über den Ablauf dieser Geschichte sieht sich der Doktor in meiner Gestalt veranlasst, einem befreunde-

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Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. rer. nat. Silke Roth Geburtsdatum: 29.05.1968 Geburtsort: Merseburg an der Saale Familie: verheiratet Fachrichtung: Psychologische Psychotherapeutin Sitz der Praxis: Bargteheide (Kreis Stormarn) Niederlassungsform: Einzelpraxis in Praxisgemeinschaft Niedergelassen seit dem 1. April 2015

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Mir gefällt, dass ich weitgehend selbstständig arbeite und die Arbeitsbedingungen im Großen und Ganzen selbst gestalten kann. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Der doch recht intensive und anrührende Kontakt zu anderen Menschen, sie in schwierigen Lebenssituationen beim Finden einer Lösung zu unterstützen, sie ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten und ihre Entwicklung miterleben zu dürfen. Was mir an meinem Beruf auch gefällt, ist – sofern es die Gesundheit zulässt und sofern man es möchte – dass man auch als Seniorin noch lange in dem Beruf arbeiten kann. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Sich langfristig auf eine Tätigkeit in eigener Niederlassung vorbereiten und sich dabei gegebenenfalls beraten zu lassen. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Albert Einstein, um zu erfahren, was aus seiner Tochter Lieserl geworden ist. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Singen. Man lernt dabei tief zu atmen, kommt in Kontakt mit dem eigenen Körper, der eigenen Stimme und kann die Gefühle damit beeinflussen. Der Kopf wird frei. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Ich lese gerne Biografien. Ein spezielles Lieblingsbuch habe ich nicht. Jeder Mensch ist für mich einzigartig und auf seine Art liebenswürdig. 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Die Weite der Landschaft mit ihren freundlichen, ruhigen und verbindlichen Menschen. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … ... wahrscheinlich Physikerin geworden.

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Meilensteine Der Bundestag und die Bundesregierung haben kürzlich in der Gesundheitspolitik Meilensteine gesetzt. Mit dem Präventionsgesetz sowie mit dem Hospiz- und Palliativgesetz nimmt sich die Politik zwei Aufgabenbereiche vor, deren Regelung dringend erforderlich ist. Auf den ersten Blick könnten hier zwei Gesetzeswerke gelingen, deren Qualität sich deutlich vom Versorgungsstärkungsgesetz abhebt. Insbesondere das in 1. Lesung vom Bundestag debattierte Hospiz- und Palliativgesetz ist auf einen breiten parlamentarischen und gesellschaftlichen Konsens gestoßen. Alles andere wäre bei diesem Thema auch unverantwortlich gewesen. Denn einerseits kann es für die medizinische und pflegerische Begleitung Sterbender nur einen Maßstab geben, nämlich die Leidenszeit vor dem Tod so menschenwürdig wie möglich zu gestalten. Zum anderen gilt es, die Arbeit der überwiegend privat initiierten und betriebenen Hospizvereine zu stärken und insbesondere die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nicht zu verprellen. Denn ohne deren Engagement wäre die Hospizbewegung zum Scheitern verurteilt – daran könnte auch das beste Gesetz nichts ändern. Gleichwohl – und damit soll nicht nur der Hauch eines Schattens auf die bisher geleistete Freiwilligenarbeit fallen – verlangen die besonderen Herausforderungen einer guten palliativen Medizin und Pflege gesetzgeberische Hilfestellungen. Sie werden vielfach sogar gewünscht, um stetig die Qualität der Leistungen verbessern und die besonderen Belastungen von Ärzten, Pflegern und Freiwilligen erträglich machen zu können. Hinzu kommt oft genug die Unsicherheit, was rechtlich zulässig, was vertretbar und was untersagt ist. Gerade die Freiwilligen und ihre Arbeit leiden in vielen Fällen darunter. Einmal mehr bestätigt sich auch in diesem Kontext die Bedeutung des Hausarztes als Rückgrat des Gesundheitssystems. Keiner kennt seine Patienten wie er oder sie, kaum ein anderer Arzt hat zu seinen Patienten ein vielfach über Jahrzehnte gewachsenes Vertrauensverhältnis, das in dieser letzten Lebensphase mindestens ebensoviel wert ist, wie eine gute Medikation. Der Hausarzt ist für viele Menschen gerade in Extremsituationen immer noch wie ein Familienmitglied, das immer Rat und Hilfe bringt.

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In ähnlicher Weise gilt diese Sonderstellung auch in der Prävention. Ohne die häufig vorbildliche Arbeit der Krankenkassen damit zu schmälern, so bleibt es doch der rechtzeitigen ärztlichen Diagnose vorbehalten, die Wege einer präventiven Vorsorge zu zeigen und mit Kompetenz und Konsequenz auch umzusetzen. Das beginnt bei der Sensibilisierung für den Impfschutz, der durch selbsternannte Experten fast schon sträflich verwässert worden ist. Und das hört nicht auf, bei der Nutzung der vielen Vorsorgeangebote zur Früherkennung von Krankheiten und der Anleitung zu einer gesunden Lebensführung. Andernfalls wäre der Zugewinn an Lebenserwartung nur das Ergebnis einer fortschrittlichen Altersmedizin und nicht einer bis ins Alter erhaltenen Vitalität aus der Lebensmitte.

„So und nicht anders sollte der Gesetzgeber seine Rolle stets verstehen.“ So oft man bei den Vorstößen des Gesetzgebers in der Vergangenheit nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen konnte – die Beispiele sind geläufig – so deutlich kann man im Kontext der beiden neuen Gesetzesvorhaben erkennen, dass hier nicht die letzten Stellschräubchen staatlicher Einflussmöglichkeiten justiert, sondern Weichenstellungen vorgenommen werden, damit die Züge in die richtige Richtung fahren. So und nicht anders sollte der Gesetzgeber seine Rolle stets verstehen. Er erfüllt damit nicht nur die Vorgaben unserer Verfassung, sondern er stärkt damit auch denjenigen den Rücken, die für die Umsetzung von Gesetzen durch Verordnungen sorgen sollen – den Fachleuten in Verwaltung, Krankenkassen und den Spezialisten in den breit gefächerten Organisationen der medizinischen Selbstverwaltung. Peter Weiher, Journalist

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SERVICE

Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Heilmittelverordnung Bei der Verordnung von Heilmitteln zulasten der Krankenkassen tauchen immer noch Fragen auf, die hier geklärt werden sollen. Zunächst geht es um die Verordnung von Fußpflege. Die Verordnung ist im Heilmittelkatalog im Kapitel DF (diabetisches Fußsyndrom) geregelt. Aus dieser Bezeichnung ergibt sich schon, dass die Fußpflege nur bei einem diabetischen Fußsyndrom Klassifikation nach Wagner (0-5) und Armstrong (A-D) zulasten der Krankenkassen 0 1 2 3 verordnungsfähig ist. Die Diagnosen Rheuma, Adipositas oder auch fehlende Sehkraft lösen keine Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen aus. Die einzige Diagnose ist das diabetische Fußsyndrom mit Neuropathie und/ oder Angiopathie im Stadium Wagner 0.

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A

Prä- oder postulzerierte Läsion

Wunde bis Wunde bis Oberflächliche zur Ebene von zur Ebene von Wunde Sehne oder Knochen oder Kapsel Gelenk

Nekrose von Teilen des Fußes

Nekrose des gesamten Fußes

B

Mit Infektion

Mit Infektion

Mit Infektion

Mit Infektion

Mit Infektion

Mit Infektion

C

Mit Ischämie

Mit Ischämie

Mit Ischämie

Mit Ischämie

Mit Ischämie

Mit Ischämie

Mit Infektion Mit Infektion Ein weiteres Problem ist die D und Ischämie und Ischämie Verordnung von zwei vorrangigen Heilmitteln auf einem Rezept. Zum Beispiel Krankengymnastik und Massagen. Die Heilmittelrichtlinie sieht in Paragraf 12 vor, dass auf einem Rezept zu einem vorrangigen Heilmittel (A) oder optionalen Heilmittel (B) nur ein ergänzendes Heilmittel (C) kombiniert werden darf. Die Kombination von zwei vorrangigen oder optionalen Heilmitteln auf einem Muster 13 ist nicht zulässig. Sollten Sie bei komplexen Schädigungen/Funktionsstörungen mit zwei Leitsymptomatiken mehrere vorrangige Heilmittel verordnen wollen, so kann dies unter der D-Kombination (z. B. WS2g) erfolgen. Zu beachten hierbei ist jedoch, dass die D-Kombination nur für maximal zehn Einheiten verordnet werden darf. Bei der D-Kombination muß der Therapeut in 60 Minuten mindestens drei vorrangige Heilmittel (KG, KG-Gerät, manuelle Therapie, Massage) mit ergänzenden Heilmitteln (Wärme-, Kälte-, Elektrotherapie) kombinieren. Der verordnende Arzt sollte hier spezifizieren, welche Maßnahmen gewünscht sind.

Mit Infektion und Ischämie

Mit Infektion und Ischämie

Mit Infektion und Ischämie

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Team Beratung der KVSH Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Thomas Frohberg, Tel. 04551 883 304 E-Mail: thomas.frohberg@kvsh.de Ellen Roy, Tel. 04551 883 931 E-Mail: ellen.roy@kvsh.de Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein, Tel. 04551 883 353 E-Mail: heidi.dabelstein@kvsh.de Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard, Tel. 04551 883 362 E-Mail: anna-sofie.reinhard@kvsh.de aktuell

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Service

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

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Antworten des Service-Teams Wie lange dürfen wir Fälle aus Vorquartalen als Nachzügler zur Abrechnung einreichen? Vorquartalsfälle können maximal vier Quartale nach dem maßgeblichen Abgabetermin eingereicht werden. Später eingereichte Scheine werden nicht mehr berücksichtigt (Paragraf 7 Ziffer 11 HAO).

Ich habe gehört, dass die Akupunktur-Ziffer GOP 30791 EBM auch bei den beiden Indikationen, die von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, nur zehnmal abrechenbar ist. Stimmt das? Nein, laut EBM kann die GOP 30791 je Indikation bis zu zehnmal, mit besonderer Begründung bis zu 15-mal im Krankheitsfall abgerechnet werden. Ausgenommen von dieser Regelung ist allerdings die Abrechenbarkeit der Eingangsdiagnostik und Abschlussuntersuchung (GOP 30790 EBM). Diese kann indikationsunabhängig nur einmal im Krankheitsfall (vier Quartale) abgerechnet werden.

Gibt es eine Ziffer für die reine Impfberatung, auch wenn keine Impfung erfolgt? Für die reine Impfberatung gibt es keine Abrechnungsziffer. Wenn auf die Beratung aber eine Impfung erfolgt, kann die entsprechende Impfziffer abgerechnet werden.

Welche ICD-Verschlüsselung tragen wir bei Patienten mit Verdacht auf MRSA oder nachgewiesenen MRSA ein, um die GOP 30942, 30944 und 30950 EBM abrechnen zu können? Für diese Gebührenordnungspositionen ist die Angabe der Sekundärkodes nach ICD-10-GM U80.00 oder U80.01 erforderlich. Sekundärcodes können nicht alleine codiert werden und erfordern die Angabe einer zusätzlichen gesicherten Diagnose nach ICD-10-GM.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 6 | 2015

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SERVICE was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte in Weiterbildung

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: T  raineeprogramm

thema: QEP®-Einführungsseminar

datum: 26. Juni 2015, 10.00 bis 16.00 Uhr

datum: 9. Oktober 2015, 15.00 bis 21.00 Uhr 10. Oktober 2015, 9.00 bis 17.00 Uhr

Im Rahmen ihres Traineeprogramms für Ärzte in Weiterbildung lädt die KVSH angehende Fachärzte aller Fachrichtungen zu einer weiteren Fortsetzungsveranstaltung ein. Folgende Themen haben wir für Sie vorbereitet: • Dr. Henrik Herrmann, Vorstandsmitglied der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, wird darüber informieren, was am Ende der Weiterbildungszeit zu beachten ist. Wann melde ich mich zur Prüfung an? Woher bekomme ich die nötigen Informationen? Welche Fallstricke gilt es zu vermeiden? • Anka Behrens, Gynäkologin aus Brunsbüttel, wird in ihrem Vortrag „Plötzlich Chef – warum Ärzte keine Angst vor Personalführung haben müssen“ zeigen, dass die Scheu vor der ungewohnte Rolle des Vorgesetzten unbegründet ist, wenn man sich gut vorbereitet. • Dr. Alexander Horak, seit zwei Jahren als Hausarzt in eigener Einzelpraxis in Glückstadt und zuvor als angestellter Allgemeinmediziner tätig, wird erläutern, weshalb er den Schritt in die Selbstständigkeit nicht bereut hat, welche Fehler man bei der Praxisübernahme vermeiden sollte und weshalb die Aufhebung der Residenzpflicht für Ärzte neue Möglichkeiten eröffnet. • Dr. Peter Renner, Facharzt für Urologie aus Lübeck, ist Partner einer größeren Gemeinschaftspraxis, die sich in unmittelbarer Nähe zu einer Klinik angesiedelt hat. Unter dem Titel „Vielfalt im Arztberuf – Verknüpfung ambulanter und stationärer Tätigkeit“ wird er zeigen, weshalb Niederlassung und Krankenhaustätigkeit kein Gegensatz sein müssen.

Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung

Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg

Fortbildungspunkte: 18

Teilnahmegebühr: Die Teilnahme ist kostenfrei Fortbildungspunkte:.7 TEILNAHMEBEDINGUNG: Anmeldungen bitte bis zum 19. Juni 2015 unter: akademie@aeksh.org oder per Fax 04551 8813 194

kontakt + anmeldung Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung

Abt. Zulassung/Praxisberatung der KVSH

Alexander Waschkau Tel. 04551 8813 206 Fax 04551 8813 194 E-Mail akademie@aeksh.org

Tyneke Evert Tel. 04551 883 462 Fax 04551 883 7462 E-Mail tyneke.evert@kvsh.de

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Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge – erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 200 Euro, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung und im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

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Service

Veranstaltungen KVSH

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

19. Juni 2015, 16.30 Uhr

Personalisierte Medizin – (wie) geht das?

1. Juli 2015, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Ort: Hermann Ehlers Akademie, Gurlittstraße 1–3, 24106 Kiel Info: Anmeldung entweder per Fax 0431 3892 38 oder per e-Mail an: bratz@hermann-ehlers.de, weitere Info unter Tel. 0431 3892 0. E-Mail: info@hermann-ehlers.de www.hermann-ehlers.de

24. Juni 2015, 20.00 Uhr

Morbus Parkinson und Alzheimer – die häufigsten degenerativen Hirnerkrankungen Ort: Globetrotter Lodge, Am Aschberg 3, 24358 Ascheffel Info: Referent: Prof. K. Witt E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

27. Juni 2015, 9.30 bis 14.30 Uhr

Neues vom amerikanischen Krebskongress 2015 Ort: Hotel Maritim Bellevue, Bismarckallee 2, 24105 Kiel Info: Eine verbindliche Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 12. Juni 2015 erbeten! Inges Kunft, Tel. 0431 1697 5220, Fax 0431 1697 1264 E-Mail: i.kunft@med2.uni-kiel.de www.med2-kiel.uk-sh.de

KVSH-Kreisstellen 10. Juni 2015, 16.00 Uhr

Sommerfest der KVSH-Kreisstelle Ostholstein Ort: Gut Sierhagen, Heidberg 1, 23730 Sierhagen Info: Motto der Veranstaltung: „come together“, Anmeldungen: bitte per Fax bis 26. Mai 2015 an 04521 8306632. Für weitere Fragen: Frau Röwe, Tel. 04521 8306631. Familie (Partner/in und Kind/er) sind auch willkommen. E-Mail: roewe@aerztenetz-eutin.de

Schleswig-Holstein

8. Juli 2015, 14.30 bis 18.00 Uhr

Brustkrebs – Neue psychoonkologische Ergebnisse Rezidivangst und Auswirkungen auf die Partnerschaft Ort: Hotel Mercure, Hanseatenplatz 2, 25524 Itzehoe Info: Referent: Prof. Dr. Tanja Zimmermann, Veranstalter: Forum Psychotherapie Steinburg e. V., Akkreditierung beantragt E-Mail: praxis@dr-braukhaus.de http://psychotherapie-steinburg.de/Fortbildungsplanung.html

8. Juli 2015, 16.30 bis 18.50 Uhr

10. Juni 2015, 15.00 Uhr

Gemeinsames pädiatrisch-internistisch labormedizinisches, Kolloquium mit klinischen Falldiskussionen, Thrombophilie und Wachstumshormon

Generalversammlung der Ärztegenossenschaft Nord Ort: Kulturzentrum Rendsburg, Arsenalstr. 2-10, 24768 Rendsburg E-Mail: kontakt@aegnord.de www.aegnord.de

Ort: Hörsaal Kinderklinik, Eingang Schwanenweg 20, Haus 9, 24105 Kiel Info: Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 26. Juni 2015 erbeten! Sekretariat: Petra Jeske, Tel. 0431 597 3840, Fax 0431 597 1675 E-Mail: Petra.Jeske@uksh.de www.uksh.de

17. Juni 2015

Die Ambulantisierung in der Medizin – Anspruch und Wirklichkeit am Beispiel Hamburgs Ort: Elbkuppelsaal des Hotels Hafen Hamburg, Seewartenstraße 9, 20459 Hamburg Info: Tel. 040 22802 534, E-Mail: jochen.kriens@kvhh.de www.kvhh.de

3. September 2015, 20.00 Uhr

Interventionelle Therapiemöglichkeiten an Herz und Hirn Ort: Conventgarten, Rendsburg Info: Referent: Dr. U. Pulkowski, Prof. Dr. E. El Mokhtari, Rendsburg, Fortbildungspunkte werden beantragt E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

17. Juni 2015, 13.30 bis 15.00 Uhr

DSM V – Was ist wirklich neu? Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9-15, 23562 Lübeck, Vortragsraum Haus 2 Info: Referent: Dr. Markus Weber, Chefarzt, AHG Klinik Lübeck, Tel. 0451 5894 0, Fax 0451 5894 331, die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck 6 | 2015

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 40

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Delegations-Vereinbarung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Helga Hartz ������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Janin Looft��������������������������������������������������������������������������������������� 324 Ermächtigungen Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 aktuell

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Service kontakt

Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 6 | 2015

Nordlicht

Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 577 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Christopher Lewering����������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Paap���������������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin)��������������������������������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445

aktuell

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Service kontakt

Umweltmedizin/Umweltausschuss Tanja Glaw �������������������������������������������������������������������������������������� 685 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Impressum

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Nordlicht aktuell Prüfungsstelle

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v.i.S.d.P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������������� buero@kreisstelle.dithmarschen

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 6 | 2015

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

aktuell

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1. Juli | 5. August | 2. September 7. Oktober | 4. November | 2. Dezember

2015

An jedem ersten Mittwoch im Monat 

für  alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) ohne vorherige Terminvergabe

Ort

Zulassung/Praxisberatung der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg Kontakt Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Nordlicht 06 2015 web2  
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