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Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Mai 2011 | 14. Jahrgang

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Junge Ă„rzte braucht das Land

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KVSH startet Kampagne


Inhalt TiTelThema

Aus dem Inhalt

TITELTHEMA Junge04Ärzte Kampagne: Junge Ärzte braucht das Land braucht das Land 06 Handfeste Anreize für den Landarzt

TITELTHEMA

08 Beruf Hausarzt – Auslaufmodell oder

Ärztemangel auf dem Land und kein Nachfolger in Sicht – damit das nicht so bleibt, hat die KVSH die Image- und Informationskampagne „ Land.Arzt.Leben!“ gestartet. Ungewöhnliche Maßnahmen werben bei Medizinstudenten und jungen Ärzten für eine Tätigkeit auf dem Land.

unersetzlich?

11 Plädoyer für einen Berufsstand 12 Schleswig-Holsteins jüngste niedergelassene Ärztin im Interview

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Interview: Medizinstudent Malte Noack über die Kampagne

15 Statements: Minister Dr. Heiner Garg und Verbandschef Dr. Thomas Maurer

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NACHRICHTEN Kompakt Gesundheitspolitik

21 GKV-Versorgung: Konturen werden deutlicher verschärfen: etwa die Hälfte der rund 1.900 Hausärzte im Land ist 50 oder älter. Jeder fünfte ist sogar schon über 60. Ähnlich sieht es bei den Fachärzten aus. In den nächsten Jahren werden rund 900 Hausärzte in den ruhestand gehen – nachwuchs in der selben größenordnung ist nicht in Sicht. zwar werden rechnerisch genügend junge mediziner an den Universitäten ausgebildet, um all diese ausscheidenden Ärzte zu ersetzen. doch nur 99 Ärzte befinden sich derzeit in der Weiterbildung zum Facharzt für allgemeinmedizin, 65 davon sind Frauen und nicht alle werden bereit sein, ihre Familienplanung dem Job in der arztpraxis unterzuordnen.

Praxis & KV

22 Neuer „Vorsorgechecker“ für die Praxis (Kopiervorlage)

es gilt, den trend umzukehren. der nachwuchs muss davon überzeugt werden, dass es sich lohnt Landarzt zu sein. allein schon der tatsache wegen, dass in den kommenden Jahren viele wirtschaftlich sehr gut aufgestellte Landarztpraxen einen nachfolger suchen und die Jobaussichten im niedergelassenen Bereich wegen des hohen Bedarfs an ärztlichem nachwuchs nahezu optimal sind. Und genau hier setzt die Kampagne an: Sie räumt mit vielen Vorurteilen auf und bringt gute argumente pro Landarzttätigkeit. Sie zeigt z. B., dass die KVSH arbeitszeitmodelle entwickelt, die dem individuellen Bedürfnis nach Familie und Freizeit gerecht werden. So ist

25 Ärztetag an der Förde

26 Hinter dem Konvergenzhorizont geht‘s weiter 27 Ausgleich überproportionaler Honorarverluste

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aktuell

durch die Umstrukturierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes die arbeitsbelastung nicht mehr so hoch wie früher. außerdem sind gerade Haus- und Fachärzte auf dem Land gut vernetzt, keiner ist auf sich allein gestellt. Und auch medizinisch ist die arbeit des Landarztes oft abwechslungsreicher als etwa im Krankenhaus. Hinzu kommt: als Landarzt ist man noch wer, genießt innerhalb der gemeinde hohes ansehen.

„Was sind Sie denn für einer?“

Ärztemangel auf dem Land und kein Nachfolger in Sicht – damit das nicht so bleibt, hat die KVSH die Image- und Informationskampagne „ Land.Arzt.Leben!“ gestartet. Ungewöhnliche Maßnahmen werben bei Medizinstudenten und jungen Ärzten für eine Tätigkeit auf dem Land. Fragt man heute medizinstudenten, ob sie sich eine tätigkeit in einer ländlichen region vorstellen können, lautet die antwort immer öfter: Landarzt? nein danke! einen großteil des ärztlichen nachwuchses zieht es in die Städte, viele kommen erst gar nicht in der ambulanten Versorgung an. Stattdessen gehen sie ins ausland, in die pharmaindustrie oder Forschung – oder bleiben festangestellt mit halbwegs geregelten arbeitszeiten am Krankenhaus. Schließlich will der arzt von morgen neben seinem Job auch noch etwas von seiner Familie haben und schreckt daher zunehmend vor der vermeintlich hohen arbeitsbelastung auf dem Land zurück. ebenso abschreckend wirkt die annahme, auf dem Land sei „tote Hose“: kein Kino, kein theater, kein gar nix. Hinzu kommt die angst, die tätigkeit als selbstständiger praxisarzt könne zum wirtschaftlichen risiko werden, weil die Verdienstmöglichkeiten auf dem Land schlechter seien als in den Ballungszentren. all das hat zur Folge, dass der Ärztemangel an immer mehr orten in Schleswig-Holstein konkret spürbar ist. Bereits 18 Hausarztsitze in den Kreisen Steinburg und dithmarschen sind zurzeit nicht besetzt. Hinzu kommt eine reihe von Landpraxen, in denen Ärzte entgegen ihrer planung noch weiterarbeiten müssen, weil sie keinen nachfolger finden. diese Situation wird sich in zukunft noch

TiTelThema

heft 5 | 2011

seite rubrik/Thema Kampagne pro Landarzt

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Um medizinstudenten und junge Ärzte auf die option, sich in kleineren Städten und gemeinden niederzulassen, frühzeitig aufmerksam zu machen, setzt die KVSH in ihrer Kampagne auf ungewöhnliche mittel in der Sprache der zielgruppe. So wird an den Universitäten in Kiel und Lübeck mit einem traktoranhänger samt plakat für das „Land.arzt.Leben!“ geworben. außerdem gibt es an den Unis aktionen mit Coffee-to-go-Bechern und abreißzetteln. Im Herbst werden die Botschaften dann per Lichtprojektionen an Häuserwände gebannt und per “Streetbranding“ auf gehwege fixiert. alle aktionen lenken hin auf ein breites Informationsangebot zum thema „niederlassung auf dem Land“. neben einem flyer gibt es die extra eingerichtete Internetseite www.landarztleben.de unter anderem mit wichtigen Beratungsangeboten der KVSH für angehende Landärzte, Unterstützungsmöglichkeiten für Famulanten und Weiterbildungsassistenten und hilfreichen tipps für einen erfolgreichen Start als praxisarzt.

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www.landarztleben.de dass es neben Schattenseiten als Landarzt auch viel positives gibt, vermitteln auf dem Webportal mehrere Ärzte: rio morawe aus Flintbek schätzt besonders die Vielfalt seiner arbeit. „zudem bin ich sehr nah dran an den menschen und kann sie oft über einen sehr langen zeitraum durch die unterschiedlichsten Lebensphasen medizinisch begleiten“, so morawe. Und nicola ehmke, Landärztin aus Karby/damp betont: „anders als in der Klinik bleibt mir in der eigenen praxis ein größerer gestaltungsspielraum. Ich kann mir termine und Behandlungen so legen, wie ich will.“ Und wer wissen will, ob er überhaupt für eine tätigkeit in der ländlichen region geeignet ist, der macht einfach online den Landarzt-test mit dem typ-o-med. nach dem motto „Was sind Sie denn für einer?“ kann es nach der Beantwortung von zehn Fragen dann heißen Landarzt? Ja bitte! marCo detHLeFSen, KVSH

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31 Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen 32 AV-Klausur: Wichtig für Positionsbestimmung 34 Ein Tag für Niedergelassene und ärztlichen Nachwuchs

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35 Glosse: Hausbesuche auf dem Lande 36 Psychotherapie: KVSH benötigt Daten der Anerkennungsbescheide

Unsere Konvergenzregelung ist mit Ende des 2. Quartals 2010 ausgelaufen. Besorgte Ärzte und Berufsverbände stellten die Frage, wie es ab dem 3. Quartal 2010 weitergeht.

37 Neues aus KVen und KBV 38 Sie fragen – wir antworten

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Forum 39 Leserbrief zum Thema Burnout

Die Menschen im Land

Arzt, Literat und Maler: Dr. Jürgen Schwalm (79) ist ein in vielen Bereichen versierter Mann. Bis Ende Juni stellt er seine Bilder unter dem Titel „ Gläsernes Licht“ in der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein aus.

40 Vor Ort: Wanderer zwischen den Welten

SERVICE 42 Sicher durch den Verordnungs-Dschungel: Ernährung zu Kassenlasten

43 Seminare

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Nordlicht nr. 5 | 2011 EDITORIAL von Dr. Ingeborg Kreuz, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, Liebe Leserinnen und Leser, der sich auch in Schleswig-Holstein abzeichnende Ärztemangel insbesondere im ländlichen Raum hat uns veranlasst, mit eher ungewöhnlichen Maßnahmen für eine ärztliche Tätigkeit auf dem Land zu werben. Mit der Kampagne „Land.Arzt.Leben!“ wollen wir nicht nur Aufmerksamkeit bei unseren Nachwuchsmedizinern erregen, sondern neben einem breiten Informationsangebot auch die spezifischen Vorzüge einer ärztlichen Tätigkeit auf dem Land an den Mann bzw. die Frau bringen. Da Schleswig-Holstein hier einiges zu bieten hat, könnte die Kampagne auch über die Landesgrenzen hinaus wirken. Dass wir hierbei durchaus unserer Zeit voraus sind, zeigt der seit mehreren Jahren umstrukturierte ärztliche Bereitschaftsdienst und jetzt ganz aktuell der im Rahmen des Honorarvertrages abgeschlossene Strukturfonds zur Sicherstellung der Versorgung im ländlichen Raum. Hier warten wir nicht, ob und wenn ja, wann der Gesetzgeber tätig wird, sondern ergreifen als Selbstverwaltung gemeinsam mit unseren Vertragspartner von der Kassenseite die Initiative. Dass Selbstverwaltung funktioniert, hat in Schleswig-Holstein gute Tradition, und so möge sich die Politik auch im Rahmen des jetzt diskutierten Versorgungsgesetzes auf Rahmenvorgaben beschränken. Auch eine Imagekampagne ist eine der Maßnahmen gegen Ärztemangel, die von der Politik ins Spiel gebracht wird. Dabei genießt der Landarzt bei seinen Patienten schon höchstes Ansehen. Dies sollte sich aber auch in der ärztlichen Ausbildung niederschlagen, und so warten wir in Schleswig-Holstein leider immer noch auf eine Besetzung des Lehrstuhl Allgemeinmedizin. Mit der Kampagne „Land.Arzt.Leben!“ werden wir natürlich nicht alle Probleme des Ärztemangels lösen können, aber sie ist ein Anfang. Diese macht – das gebe ich an dieser Stelle gerne zu – allen damit befassten Mitarbeitern des Hauses viel Spaß und wird maßgeblich von der aktiven Teilnahme der hausärztlichen Kollegen und dem hausärztlichen Berufsverband getragen. Auch dafür ein herzliches Danke schön. Eine unterhaltsame Lektüre wünscht Ihnen Ihre

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Titelthema K ampagne pro L andarzt

Junge Ärzte braucht das Land

Ärztemangel auf dem Land und kein Nachfolger in Sicht – damit das nicht so bleibt, hat die KVSH die Image- und Informationskampagne „ Land.Arzt.Leben!“ gestartet. Ungewöhnliche Maßnahmen werben bei Medizinstudenten und jungen Ärzten für eine Tätigkeit auf dem Land. Fragt man heute Medizinstudenten, ob sie sich eine Tätigkeit in einer ländlichen Region vorstellen können, lautet die Antwort immer öfter: Landarzt? Nein Danke! Einen Großteil des ärztlichen Nachwuchses zieht es in die Städte, viele kommen erst gar nicht in der ambulanten Versorgung an. Stattdessen gehen sie ins Ausland, in die Pharmaindustrie oder Forschung – oder bleiben festangestellt mit halbwegs geregelten Arbeitszeiten am Krankenhaus. Schließlich will der Arzt von morgen neben seinem Job auch noch etwas von seiner Familie haben und schreckt daher zunehmend vor der vermeintlich hohen Arbeitsbelastung auf dem Land zurück. Ebenso abschreckend wirkt die Annahme, auf dem Land sei „tote Hose“: kein Kino, kein Theater, kein gar nix. Hinzu kommt die Angst, die Tätigkeit als selbstständiger Praxisarzt könne zum wirtschaftlichen Risiko werden, weil die Verdienstmöglichkeiten auf dem Land schlechter seien als in den Ballungszentren. All das hat zur Folge, dass der Ärztemangel an immer mehr Orten in Schleswig-Holstein konkret spürbar ist. Bereits 18 Hausarztsitze in den Kreisen Steinburg und Dithmarschen sind zurzeit nicht besetzt. Hinzu kommt eine Reihe von Landpraxen, in denen Ärzte entgegen ihrer Planung noch weiterarbeiten müssen, weil sie keinen Nachfolger finden. Diese Situation wird sich in Zukunft noch 4

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verschärfen: Etwa die Hälfte der rund 1.900 Hausärzte im Land ist 50 oder älter. Jeder fünfte ist sogar schon über 60. Ähnlich sieht es bei den Fachärzten aus. In den nächsten Jahren werden rund 900 Hausärzte in den Ruhestand gehen – Nachwuchs in derselben Größenordnung ist nicht in Sicht. Zwar werden rechnerisch genügend junge Mediziner an den Universitäten ausgebildet, um all diese ausscheidenden Ärzte zu ersetzen. Doch nur 99 Ärzte befinden sich derzeit in der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin, 65 davon sind Frauen und nicht alle werden bereit sein, ihre Familienplanung dem Job in der Arztpraxis unterzuordnen. Es gilt, den Trend umzukehren. Der Nachwuchs muss davon überzeugt werden, dass es sich lohnt Landarzt zu sein. Allein schon der Tatsache wegen, dass in den kommenden Jahren viele wirtschaftlich sehr gut aufgestellte Landarztpraxen einen Nachfolger suchen und die Jobaussichten im niedergelassenen Bereich wegen des hohen Bedarfs an ärztlichem Nachwuchs nahezu optimal sind. Und genau hier setzt die Kampagne an: Sie räumt mit vielen Vorurteilen auf und bringt gute Argumente pro Landarzttätigkeit. Sie zeigt z. B., dass die KVSH Arbeitszeitmodelle entwickelt, die dem individuellen Bedürfnis nach Familie und Freizeit gerecht werden. aktuell

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Titelthema

So ist durch die Umstrukturierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes die Arbeitsbelastung nicht mehr so hoch wie früher. Außerdem sind gerade Haus- und Fachärzte auf dem Land gut vernetzt, keiner ist auf sich allein gestellt. Und auch medizinisch ist die Arbeit des Landarztes oft abwechslungsreicher als etwa im Krankenhaus. Hinzu kommt: Als Landarzt ist man noch wer, genießt innerhalb der Gemeinde hohes Ansehen.

„Was sind Sie denn für einer?“ Um Medizinstudenten und junge Ärzte auf die Option, sich in kleineren Städten und Gemeinden niederzulassen, frühzeitig aufmerksam zu machen, setzt die KVSH in ihrer Kampagne auf ungewöhnliche Mittel in der Sprache der Zielgruppe. So wird an den Universitäten in Kiel und Lübeck mit einem Traktoranhänger samt Plakat für die Kampagne „Land.Arzt.Leben!“ geworben. Außerdem gibt es an den Unis Aktionen mit Coffee-to-go-Bechern und Abreißzetteln. Im Herbst werden die Botschaften dann per Lichtprojektionen an Häuserwände gebannt und per “Streetbranding“ auf Gehwege fixiert. Alle Aktionen lenken hin auf ein breites Informationsangebot zum Thema „Niederlassung auf dem Land“. Neben einem Flyer gibt es die extra eingerichtete Internetseite www.landarztleben.de unter anderem mit wichtigen Beratungsangeboten der KVSH für angehende Landärzte, Unterstützungsmöglichkeiten für Famulanten und Ärzte in Weiterbildung und hilfreichen Tipps für einen erfolgreichen Start als Praxisarzt.

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www.landarztleben.de Dass es neben Schattenseiten als Landarzt auch viel Positives gibt, vermitteln auf dem Webportal mehrere Ärzte: Rio Morawe aus Flintbek schätzt besonders die Vielfalt seiner Arbeit. „Zudem bin ich sehr nah dran an den Menschen und kann sie oft über einen sehr langen Zeitraum durch die unterschiedlichsten Lebensphasen medizinisch begleiten“, so Morawe. Und Nicola Ehmke, Landärztin aus Karby/Damp betont: „Anders als in der Klinik bleibt mir in der eigenen Praxis ein größerer Gestaltungsspielraum. Ich kann mir Termine und Behandlungen so legen, wie ich will.“ Und wer wissen will, ob er überhaupt für eine Tätigkeit in der ländlichen Region geeignet ist, der macht einfach online den Landarzt-Test mit dem Typ-O-Med. Nach dem Motto „Was sind Sie denn für einer?“ kann es nach der Beantwortung von zehn Fragen dann heißen Landarzt? Ja bitte! Marco Dethlefsen, KVSH

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Titelthema K ampagne pro L andarzt

Handfeste Anreize für den Landarzt Kommunen und Krankenkassen ziehen mit der KVSH am selben Strang.

Finanzielle Anreize Vielfältige Hilfen der Gemeinden Handbuch für Gemeinden Kommunalkonferenzen

Was erwartet die „Land-willigen“ Nachwuchsärzte? Jede Menge Wertschätzung und praktische Unterstützung. Der Landarzt in Schleswig-Holstein genießt ein hohes Ansehen in den Gemeinden. Auch die KVSH hat sich einige Innovationen einfallen lassen. Mit den Krankenkassen wurde eine Stützung der großen ländlichen Versorgerpraxen vereinbart. Finanzielle Anreize Ein Spaziergang war es nicht, aber am Ende überzeugte die KVSH die regionalen Krankenkassen: Landärzte mit besonders hohen Fallzahlen werden künftig nicht mehr durch Abstaffelung ihres Honorars ab einer bestimmten Fallzahl bestraft. Ab sofort werden sie von der Abstaffelung ihres Fallwertes ausgenommen. Das heißt, dass jetzt auch in den großen ländlichen Versorgerpraxen jeder Fall voll vergütet wird. „Der Strukturfonds ist mit insgesamt vier Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre ausgestattet und soll dazu dienen, die ambulante medizinische Versorgung auf dem Land zu stärken“, so Dr. Ingeborg Kreuz, Vorstandsvorsitzende der KVSH. Den Betrag teilen sich KVSH und Kassen. Der Strukturfonds ergänzt die gemeinsame Förderung von Ärzten in Weiterbildung mit 3.500 Euro monatlich. 6

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Attraktive Lehrpraxen Wer sich zum Facharzt für Allgemeinmedizin oder für eine andere Fachrichtung ausbilden lassen möchte, bekommt Unterstützung von der KVSH. Eine Kooperationsstelle für die Verbundweiterbildung organisiert den ambulanten Teil der Weiterbildung und vermittelt dem Arzt in Weiterbildung eine zweijährige Anstellung bei einem niedergelassenen Arzt. In Zukunft kann sich der Arzt in Weiterbildung „seine“ Praxis schon vorab im Internet ansehen. Hierzu wird die KVSH die Lehrpraxen, in denen erfahrene Mediziner den Nachwuchs ausbilden, nach und nach vorstellen. Im Netz haben wir in unserer Praxisbörse den Menü- und Suchpunkt "Weiterbildung" aufnehmen. Hier können sich dann die anbietenden Weiterbildungspraxen in einem eigenen Bereich darstellen. Suchende Ärzte in Weiterbildung können sich wiederum hier über das aktuelle Angebot informieren und auch gleich einen Blick auf die anderen Angebote der Praxisbörse werfen. Vielfältige Hilfen der Gemeinden Aber nicht nur die KVSH macht es dem medizinischen Nachwuchs so leicht wie möglich, auch die Gemeinden selbst bemühen sich aktiv um Landärzte. Und sie haben ihnen außer der frischen aktuell

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Titelthema

In Arbeit: Handbuch für Gemeinden Nach welchen rechtlichen Grundlagen sich die ärztliche Niederlassung richtet, das sollen die Gemeinden bald in einem speziell für sie entwickelten Handbuch nachschlagen können. Mit Best Practice Beispielen aus Schleswig-Holstein soll auch die Kommunikation unter den Gemeinden gefördert werden. Denn eins ist klar: Auch wenn alle an einem Strang ziehen, nicht jeder Ort wird mehr über den „eigenen“ Arzt verfügen. Abstimmung und Zusammenarbeit werden auch für die kommunale Seite an Bedeutung gewinnen. Absage an die Quote Regulative Ansätze, Ärzte für eine Tätigkeit auf dem Land zu begeistern, hält die KVSH dagegen für ungeeignet. Von einer Landarztquote zum Beispiel, mit der Medizinstudenten – ähnlich wie früher bei der Bundeswehr – verpflichtet werden sollen, eine bestimmte Zeit als Arzt auf dem Land zu praktizieren, verspricht sich die KVSH nichts. „Das klingt ja, als sei der Beruf des Landarztes eine Strafe“, meint die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Ingeborg Kreuz, und wehrt sich gegen die Entwertung einer ärztlichen Tätigkeit auf dem Land.

Attraktive Lehrpraxen

Die KVSH setzt vielmehr auf Mediziner, die die Vorteile einer Landarzttätigkeit für sich erkennen und die gern und freiwillig auf dem Land leben wollen, zum Beispiel, weil die Bandbreite des Tätigkeitsfeldes größer ist als in der Stadt, weil man als Arzt in ländlichen Gemeinden ganze Familiengeschichten kennenlernt und in die Diagnose und Therapie mit einbeziehen kann, weil die Grundstückspreise günstiger sind, weil sie die städtische Hektik gern hinter sich lassen, weil die Kinderbetreuung gewährleistet ist, und und und ...

Landluft noch eine Menge mehr zu bieten. Dabei gibt es kein Patentrezept, mit dem Gemeinden Landarztpraxen halten oder gewinnen können. Aber die Kommunen in Schleswig-Holstein sind kreativ und haben ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Ärzte. Beispiele für die vielfältigen Hilfen der schleswigholsteinischen Gemeinden finden Sie im „Landarztplaner“ unter www.landarztleben.de. Sie reichen vom Bau eines Ärztehauses über das Stellen von Praxisräumen bis hin zu Mieterleichterungen. Kommunalkonferenzen in Tarp und Bad Segeberg Die ambulante medizinische Versorgung auf dem Land ist auch Gegenstand zweier Kommunalkonferenzen in Tarp und Bad Segeberg, die die KVSH mit dem Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag in diesem Jahr veranstaltet. Zielgruppe sind in erster Linie die Bürgermeister, Amtsvorsteher und Leitenden Verwaltungsbeamten der über 1.000 Landgemeinden. Sie sollen über die lokale Versorgungslage ebenso informiert werden wie über die rechtlichen Grundlagen für die ärztliche Niederlassung. Auf den Kommunalkonferenzen kommen junge Ärzte, die darüber Auskunft geben, was für sie bei ihrer Entscheidung zum Landarzt maßgeblich war und was ihnen geholfen hat, ebenso zu Wort wie Vertreter von Gemeinden, die Ärzte erfolgreich an sich gebunden haben.

„Der Landarzt ist nicht der Eiermann“ Auch dem „Doc-Mobil“ erteilen die Ärzte im Norden eine klare Absage. Das Modell des reisenden Doktors erfuhr in der politischen Debatte zur Bekämpfung des Ärztemangels eine überraschende Wiedergeburt, nachdem die frühere sozialdemokratische Sozialministerin des Landes es bereits zur Lösung des Landarztschwundes feilgeboten hatte – freilich erfolglos. Auch bei einer aktuellen und repräsentativen Umfrage in einem Landkreis mit einigen freien Arztsitzen haben sich keine Ärzte gefunden, die bereit gewesen wären, ihren Beruf im Umherfahren auszuüben. „Der Landarzt ist eben nicht der Eiermann“, so die KV-Vorsitzende Kreuz. Ganz abgesehen davon, stehen dem Modell des fahrenden Doktors derzeit noch berufsrechtliche Vorgaben im Wege. Außerdem wird so wertvolle Arztzeit auf der Straße statt im Sprechzimmer verbracht. Auch andere Fragen bleiben unbeantwortet, zum Beispiel: Wo warten eigentlich die Patienten des umherreisenden Doktors? Landesmittel Fehlanzeige Ein Schelm, wer denkt, dass politische Strohhalme wie das „DocMobil“ davon ablenken sollen, dass das Land sich bei der finanziellen Unterstützung von Landärzten außen vor hält. Wer hier an die Selbstverwaltung appelliert, sollte konsequenterweise auch dann auf sie vertrauen, wenn es darum geht, die Zulassungsgremien neu zu strukturieren. Wer mitreden will, muss auch mitzahlen. Das Land muss sich entscheiden. Am besten – das müssten gerade liberale Politiker so sehen – gegen staatliche Einflussnahme. Das ist in jeder Hinsicht günstiger. Esther Rüggen, KVSH

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Titelthema K ampagne pro L andarzt

Beruf Hausarzt: Auslaufmodell oder unersetzlich? Bevor wir uns dieser Frage zuwenden können, sollten erst einmal die Hauptprobleme identifiziert und diskutiert werden, die junge Ärzte, die in Schleswig-Holstein in zunehmendem Maße wieder das Berufsziel „ Hausarzt“ angeben, davon abhalten könnten, auch wirklich hausärztlich tätig zu werden.

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Durch die Organisation einer Verbundweiterbildung, die wir bisher für den Süden Schleswig-Holsteins geschaffen haben, wird dieses Problem entschärft. Dadurch gibt es einen Arbeitsvertrag und einen Geldgeber für fünf Jahre Weiterbildung sowie die Möglichkeit, nach der Facharztprüfung eine Praxis und nach ausreichender Einarbeitung günstig zu übernehmen. Dieses Modell wollen wir gerne demnächst auf die nördlichen Landesteile ausweiten. Dann hätten wir flächendeckend dieses System installiert, und bei Mehrbedarf wäre auch mit dem einen oder dem anderen Krankenhausträger über die Einrichtung von zusätzlichen Stellen 8

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zu sprechen – sind doch gut ausgebildete Hausärzte in der Umgebung, die das Haus und die Qualitäten der Abteilungen kennen, verlässliche Einweiser und Kooperationspartner.

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Ausbildung Die Institutionalisierung der Allgemeinmedizin in der Universität ist schon ein gutes Stück vorangekommen (Blockpraktikum, Seminare, Praktisches Jahr in der Allgemeinmedizin) – das Angebot wird von den Studenten gut angenommen. Am Ende des Studiums folgte dann bisher der „Flaschenhals“: Weiterbildungsstellen waren rar und häufig schlecht bezahlt. Bisher war es für angehende Hausärzte zudem ein Problem, die erforderlichen Ausbildungszeiten zu erlangen bzw. deren Abfolge lückenlos zu organisieren. Will heißen: Meistens gab es nur Halbjahres- oder Jahresverträge, meistens lagen zwischen dem Ende des einen und dem Beginn des anderen Arbeitsvertrages zeitliche (und finanzielle …) Lücken.

Zudem wird die Weiterbildungszeit in den Hausarztpraxen nun mit 3.500 Euro pro Monat (hälftig von Krankenkassen und der KV bezahlt) gefördert. In den Praxen sollte die Aufstockung auf ein reguläres Weiterbildungsgehalt nun jeder Praxis möglich sein. Die Assistenzzeit im Krankenhaus wird ebenfalls finanziell gefördert, sodass beide Seiten einen Gewinn von der Anstellung von Ärzten in Weiterbildung haben. Diese Problematik kann man als gelöst bezeichnen – nun muss das System noch vollends 5 | 2011


Titelthema ausgenutzt werden. Wie auch bei der Förderung der Ärzte in Weiterbildung gibt es auch in der Verbundweiterbildung noch freie Plätze, was zum Teil daran liegt, dass dieses System einerseits noch nicht ausreichend bekannt ist, und dass die Studenten andererseits lange Vorlaufzeiten für ihre Planungen einkalkulieren. Im „Nordlicht“ habe ich in vielen Artikeln über Teilgebiete dieser Problematik berichtet. Hier sollten wir aber weiter die „Werbetrommel rühren“, und zudem müssen wir wohl auch nur etwas Geduld haben. Dienstbelastung Die Kassen (und auch die Patienten) hätten gerne eine 24-stündige und 7-tägige Dienstbereitschaft der Hausärzteschaft pro Woche, ohne Urlaub, Fortbildung oder gegebenenfalls auch mal Krankheit des Praxisinhabers. Dieses System ist natürlich nicht umsetzbar. Ein häufig genannter Grund für die mangelnde Akzeptanz des „Berufsbildes Hausarzt“ lag in der hohen Arbeitsbelastung und Dienstbelastung durch Nacht- und Wochenenddienste. In der Umfrage der KVSH aus dem Jahr 2005, ergab sich in Schleswig-Holstein eine Arbeitszeit von ca. 55 Stunden pro Woche für „Vollzeit-Hausärzte“, welche durch eine zunehmende Bürokratisierung eher mehr als weniger werden wird. Der epidemiologische Faktor mit einer Überalterung der Gesellschaft und die strukturierte Behandlung chronischer Erkrankungen führen ebenfalls eher zu einer Arbeitszeitzunahme. Das Hauptproblem der Nacht- und Wochenenddienste konnte in Schleswig-Holstein durch die Umstrukturierung des organisierten Notdienstes weitgehend gelöst werden. Von ehemals über 150 Notdienstringen im Lande ausgehend sind jetzt nur noch 27 Ambulanzen mit den entsprechenden Notrufzentralen eingerichtet. Die Befragung hinsichtlich der Akzeptanz bei den Patienten haben wir an 3.500 Patienten durchgeführt und hatten eine positive Resonanz bei über 90 Prozent der Patienten. Eine Befragung der Akzeptanz bei den Ärzten lag ebenfalls bei ca. 90 Prozent Zustimmung. Über diese Befragungen haben wir im „Nordlicht, November 2010“ wiederholt berichtet.

Nicht nur die Patienten, sondern auch die beteiligten Ärzte sind mit dem „neuen“ System des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in der Regel zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Die Dienstbelastung ist im Land Schleswig-Holstein von teilweise 10 bis 15 Diensten im Monat auf im Schnitt einen Dienst pro Monat reduziert worden. Mangel an „dienstwilligen“ Ärzten gibt es kaum noch, und so können Kollegen, die keine Dienste leisten wollen, sich für einige Zeit aus dem Notdienst komplett zurückziehen. Die Honorierung wird noch etwas angepasst werden müssen, dann wird dieser Dienst noch etwas attraktiver werden. Für eine Reduktion der Bürokratie könnte z. B. die Einführung von Karenztagen führen – Arbeitnehmer, die einen banalen Infekt haben, könnten einen oder zwei Tage ohne Krankschreibung bei der Arbeit fehlen, ohne gleich am ersten Tag der Arbeitsunfähig5 | 2011

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keit die Hausarztpraxen bevölkern zu müssen. Dadurch wäre in diesem Winter in unserer Praxis eine geschätzte Verringerung der Patientenzahl von 25 bis 30 Prozent pro Tag erreichbar gewesen. Mit der gewonnenen Zeit hätten wir uns schneller und ausführlicher um die anderen, ernsthaften Kranken kümmern können. Die „Bescheinigungswut“ der Krankenkassen, des Medizinischen Dienstes und der Rentenversicherungsträger ließe sich auf Sinnhaftigkeit untersuchen – geschätzt die Hälfte der Anfragen halte ich für überflüssig. Früher ging es mit weniger Nachfragen viel glatter. Die Anfragen sollten sich auch auf dem zeitgemäßen, elektronischen Weg abarbeiten lassen. Dinge wie das „Antragsformular zur Anforderung eines Antragsformulars“ für die Rehabilitation der Primärkassen müssen zurückgenommen werden. Honorar Nicht nur im Notdienst, sondern auch in der Honorierung der „normalen Hausarztpraxis“ hat sich die Höhe des Honorars als ein wesentlicher Diskussionspunkt erwiesen. Das Hausarzthonorar liegt in der Skala der ärztlichen Einkommensliste seit Jahrzehnten immer an unterster Stelle – man spricht nicht umsonst davon, dass wir Hausärzte die „rote Laterne“ (früher das Kennzeichen für das Ende des Eisenbahnzuges …) haben und sie seit Jahrzehnten nicht abgeben konnten. Es hat sich zwar einiges in der Honorierung gebessert, von einer leistungsgerechten Honorierung sind wir noch Meilen entfernt. Hierbei ist die Frage, ob wir durch eine Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) finanziell besser dastehen würden, und ob eine Vereinfachung des Abrechnungssystems durch Pauschalen eine sinnvolle Alternative darstellen könnte. Pauschalen kann man schnell auch wieder absenken, und es bliebe die Gefahr der Intransparenz. Eine Einzelleistungsvergütung mit einer Kostenerstattung hätte eine hohe Transparenz für Ärzte, Patienten und Kostenträger. Pauschalen werden von den Kassen fast immer „mit befreiender Wirkung“ gezahlt. Schon jetzt erfolgt die Honorierung seitens der Kassen „mit befreiender Wirkung“, also pauschal. Mehr Honorar gibt es nicht, oder wenn, dann nur nach langen und schwierigen Verhandlungen, die aber immer nur regional erfolgen können. Bei der zunehmenden Zentralisierung im Gesundheitswesen werden die Möglichkeiten der regionalen Korrektur immer weniger möglich sein. aktuell

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Titelthema K ampagne pro L andarzt

Primärarztsysteme, wie sie in Holland, England oder in Skandinavien seit Jahrzehnten etabliert sind, haben Vorteile – allerdings sind sie, was die Akzeptanz in der Bevölkerung angeht – nicht so hoch angesiedelt wie unser Gesundheitssystem. Wesentliche Teile der Politik streben dieses System an. Wenn es in Deutschland zur Installation eines Primärarztsystemes käme, sollten wir dabei allerdings die Fehler dieser „Vorbilder“ zu vermeiden versuchen (Wartezeit auf Termine, Wartezeit für wichtige Eingriffe, häufig wechselnde Behandler ...). Wir haben also im Falle einer grundlegenden Morbiditätsänderung (mehr alte, mehr chronisch kranke Patienten …) oder z. B. nur durch eine „deftige“ Grippewelle im Spätwinter das finanzielle Morbiditätsrisiko noch immer komplett auf unserer Seite. Das sollte man nach Möglichkeit wieder auf die Seite der Kassen – wo es ja logischerweise hingehört – zurückverlagern. Keine Versicherung dieser Welt kann das Kostenrisiko auf die Seite der Leistungserbringer verlagern, nur das deutsche Gesundheitswesen schafft das seit 1988 durchgehend. Das wäre ja vergleichsweise so, dass die Tankstellen in ihrem Benzinpreis vom Durchschnittsverbrauch der Autos, die dort tanken, abhängig wären. Allerdings wäre das aber nicht, wie sonst in der freien Marktwirtschaft üblich, positiv korreliert („viel Nachfrage – hoher Preis“), sondern invers („viel Nachfrage – niedriger Preis“) … Ansehen der Fachgruppe Das Ansehen der Hausärzte ist bei den Patienten sehr hoch – dort liegen wir mit an der Spitze des professionellen Ansehens. Innerhalb der Ärzteschaft ist es eher umgekehrt, dort genießt derjenige am meisten Ansehen, der von einem sehr schmalbasigen Gebiet sehr viel weiß. In vielen anderen Ländern sind die Generalisten, die also die gesamte Medizin überblicken müssen, die vieles wissen und können, die aber auch ihre fachlichen Grenzen kennen und akzeptieren, bei ihren Kollegen besser angesehen. Hier haben wir in Deutschland noch etwas Nachholbedarf. Ich denke allerdings, dass wir auf einem guten Weg sind. Einerseits wird die fünfjährige Weiterbildungszeit, die ja noch nicht so 10

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lange besteht, und andererseits die gut strukturierte curriculare Weiterbildungsordnung dazu führen, das wir besser ausgebildete, erfahrenere Nachfolger haben werden, die für die Anforderungen des Alltags von Anfang an besser gerüstet sind. Leider ist durch die Arbeitsbelastung – zumal in den Winterquartalen – von der Arbeit und den Erfolgen der Hausärzte kaum etwas zu hören oder zu lesen. Die wenigsten Kollegen setzen sich abends noch hin und schreiben Artikel oder nehmen an Podiumsdiskussionen teil, bei denen sie über ihren Alltag berichten. Hier könnten wir etwas mehr unternehmen und damit etwas mehr Medienpräsenz erreichen. Für uns sollte es eine Aufforderung sein, weiterhin mit Patienten, mit Kollegen und mit Medienvertretern im Gespräch zu bleiben und zu zeigen, dass wir interessiert sind, dass wir kooperativ sind, und dass wir eine wichtige Funktion erfüllen, ohne die unser Gesundheitswesen kaum einen Tag lang reibungslos funktionieren könnte. Das Ansehen der Hausärzte in der Medienlandschaft und bei den ärztlichen Kollegen kann noch verbessert werden – das müssen wir allerdings gemeinsam, das muss also jeder Einzelne selbst in die Hand nehmen. Hier sollte man auf die „breite Masse“ setzen und nicht erwarten, dass wenige „Vorturner“ das schon für alle 1.900 Hausärzte in Schleswig-Holstein „reißen“ werden. Für angehende und praktizierende Hausärzte bleibt die Genugtuung, dass der Hausarzt im Ranking der Patienten unter den ärztlichen Berufen ganz oben steht. Fazit • Die Dienstbelastung ist durch geeignete Maßnahmen deutlich reduziert worden. • Der Bürokratieabbau ist hingegen leider noch nicht weiter vorangeschritten. • Das ärztliche Honorar hat sich in Schleswig-Holstein für die Hausärzte etwas verbessert, ist aber in dieser Höhe noch nicht ausreichend. • Die Ausbildung ist verbessert und strukturiert, hier müssen wir aber auf das „Einfahren der Ernte“ noch etwas warten. • Das Ansehen der Hausärzte in der Medienlandschaft und bei den ärztlichen Kollegen kann noch verbessert werden. Bei den Patienten sind wir schon „Spitze“. Prof. Dr. Jens-Martin Träder, Allgemeinarzt, Lübeck

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Titelthema

Plädoyer für einen Berufsstand

Was ist es nur, was junge Me­diziner von der anspruchsvollen, aber sehr attraktiven Arbeit als Hausarzt abhält?

Ist es die Sorge vor hoher Arbeitsbelastung und die Angst, dass dadurch Familie und Frei­zeit zu kurz kommen könnten? Ist es die Furcht vor der Auseinandersetzung mit teilweise unsinnigen Anfragen und Formularen von Krankenkassen, Ämtern und Behör­den? Ist es die Angst vor Regressen aufgrund von Medikamenten­ verordnungen oder Heilmittelrezepten? Ist es die unsichere finanzielle Zukunft bei sich ständig än­dernden Honorar­regeln ohne verläss­liche Planungssi­cherheit? Oder vielleicht auch feh­lende Risikobereit­schaft? Sicher liegt in vielen von diesen Punkten ein Fünkchen Wahrheit, aber sie sollten Nachwuchsmediziner nicht davon abhalten, Hausarzt zu werden. Attraktive Arbeit Wenn mich jemand fragt, warum ich trotz aller Widrigkeiten die hausärztliche Tätigkeit immer noch für einen der schönsten und interessantesten Berufe halte? Weil jeden Morgen die Tür zu meinem Sprechzim­mer aufgeht und ich nicht weiß, mit wel­ chen gesundheitlichen Problemen mich meine Patienten dieses Mal aufsuchen. Natürlich kenne ich die Patienten meist sehr gut, aber kommt jemand heute wegen Schmerzen im Bein, einer Grippe oder gar we­gen Eheproblemen? Oder will er mit mir über die neuen Tabletten sprechen, die ihm verschrieben wurden? Wir Hausärzte dürfen uns mit einer großen Palette medizinischer Fachge­biete beschäftigen. Das ist sehr attraktiv, weil nie lähmende Routine aufkommt.

Berufszufriedenheit Meine Motivation Hausarzt zu werden, war außerdem auch die Vorstellung, Menschen über längere Lebensphasen medizinisch begleiten zu dürfen. Das ist auch eines der entscheidenden Merkmale, welches sich wie ein roter Faden durch den hausärztlichen Berufsalltag zieht. Ich gehe von der Behandlung im Kleinkindalter bis zur Sterbebegleitung gemeinsam mit meinen Patienten oft durch sehr lange Lebensphasen. Ich bin dabei nicht nur behandelnder Arzt und Therapeut, sondern auch Gesundheits- und Lebensberater in sehr vielen Bereichen. Das empfinde ich als sehr, sehr reizvoll und die vielen positiven Rückmeldungen meiner Patienten lassen mich und mein Praxisteam täglich mit Freude in die Praxis gehen. Hausarztnachwuchs Ich würde Studenten und jungen Kollegen empfehlen, dass sie sich möglichst rechtzeitig einen persönlichen Einblick in die Arbeit eines Hausarztes bzw. Landarztes gestatten. Also „rein in die Realität“, einfach ein Praktikum beim Hausarzt machen und frühzeitig die entsprechenden Kontakte knüpfen. Natürlich muss ich als Hausarzt relativ viel arbeiten, aber es gibt ganz selten Tage, an denen ich nicht mit Lust und Freude zur Arbeit gehe. Dennoch denke ich, dass viele junge Mediziner und auch ältere Kollegen kein richtiges Bild von der Vielfältigkeit dieses Berufes haben. Das liegt neben der verzerrten medialen Darstellung des Berufes natürlich auch an der Breite des Tätigkeitsfeldes, die ein Hausarzt in seiner täglichen Arbeit abzudecken hat. Jeder Tag kann neue Herausforderungen bringen. Rio Morawe, Facharzt für Allgemeinmedizin, Flintbek

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Titelthema K ampagne pro L andarzt

„Die Mischung macht den Unterschied“ Nicola Ehmke führt seit Januar 2010 eine eigene Hausarztpraxis in Damp (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Die 32-Jährige ist die jüngste niedergelassene Ärztin in Schleswig-Holstein.

Nordlicht: Jungmediziner haben momentan auf dem Arbeitsmarkt sehr viel Auswahl. Warum wollten Sie Hausärztin werden? Nicola Ehmke: Ich wollte gerne einen abwechslungsreichen Beruf haben. Er sollte nicht auf eine spezielle Erkrankung, ein Fachgebiet oder auf die Patientengruppen beschränkt sein. Genau das habe ich auch bekommen. Ich kann vom Säugling bis zum Menschen im hohen Alter alles behandeln und dabei die ganze Bandbreite ärztlicher Arbeiten ausführen. In meiner Praxis kommt einfach alles vor: Von der Schnittverletzung bis zum Verdacht auf Herzinfarkt. So wird es niemals langweilig und kein Tag ist wie der andere. Nordlicht: Welche Erwartungen an den Beruf hatten Sie, als Sie sich entschlossen Hausärztin zu werden? Ehmke: Direkt nach der Uni wollte ich noch nicht gleich Hausärztin werden. Ich habe erst in der Neurologie angefangen. Doch ich merkte schnell, dass man dort eben nur eine sehr begrenzte Patientenklientel behandeln kann. In der Allgemeinmedizin habe ich dann die Mischung und die Abwechslung gefunden, die mir so gefällt. 12

Nordlicht

Nordlicht: Wie würden Sie die Rolle, die Sie als Hausärztin eingenommen haben, beschreiben? Ehmke: Ich bin zu einem großen Teil Koordinatorin, die den Überblick behalten muss, denn als Hausärztin betreue ich meine Patienten ja oft über einen sehr langen Zeitraum. Ich habe den besten Einblick in die Krankengeschichte oder auch die Medikation der einzelnen Patienten. Nordlicht: Wie sieht denn ein ganz normaler Arbeitstag bei Ihnen aus? Ehmke: In der Regel fange ich schon rechtzeitig vor Beginn der Sprechstunde mit der Arbeit an und bereite alles vor. In der Mittagspause mache ich entweder Hausbesuche oder erledige Formalitäten und den Papierkram. Dadurch, dass wir in Schleswig-Holstein den organisierten Bereitschaftsdienst haben, ist mein Tagesablauf immer ziemlich überschaubar und damit auch gut planbar. Ab 19 Uhr bzw. mittwochs und freitags ab 13 Uhr ist der KV-Dienst für die Patienten da, sodass es möglich ist, seinen Tagesablauf relativ gut zu planen. Im Vergleich zu meiner Tätigkeit in der Klinik ist der zeitliche Aufwand jetzt aber nicht höher. Im Gegenteil, die Arbeit in der eigenen Praxis ist aktuell

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Titelthema

flexibler. Ich kann mir als Selbständige alles selbst einteilen, wie zum Beispiel den Urlaub und Fortbildungszeiten. Das ist in einer Klinik immer schwierig bzw. unmöglich. Es gibt jedoch auch viele Richtlinien und Vorschriften, die zu erfüllen sind.

weiß, was man an Einkünften haben wird bzw. die Abrechnung von bestimmten Leistungen nicht geklärt ist. Da ich eine relativ alte Praxis übernommen habe, hatte ich den Vorteil, dass ich von Anfang an alles so gestalten und einrichten konnte, wie ich es haben wollte. Diese Selbstbestimmtheit habe ich nur in der eigenen Praxis.

„Die Arbeit in der eigenen Praxis ist flexibler.“

Nordlicht: Wie können sich junge Nachwuchsmediziner am besten auf den Schritt in die Selbständigkeit vorbereiten?

Nordlicht: Sie haben also im Vergleich zur Arbeit im Krankenhaus in der eigenen Praxis mehr Zeit und auch mehr Freiheiten?

Ehmke: Sie sollten möglichst rechtzeitig Praktika in Landarztpraxen machen und einfach mal reinschnuppern, wie die Arbeit dort wirklich ist. Außerdem lohnt es sich, rechzeitig mit anderen jungen Ärzten Netzwerke zu bilden, in denen man sich sowohl austauschen als auch gegenseitig beraten kann. So vermeidet man viele Anfängerfehler und bekommt auch viel Unterstützung.

Ehmke: Ja, ich kann z. B. Patiententermine entsprechend legen oder wenn ich an einem Tag mal eher Ultraschall oder die DMPUntersuchungen machen möchte, dann vereinbare ich für den Tag eben mehr von diesen Terminen. Ich habe in der Klinik keine geregelten Arbeitszeiten erlebt, sondern eher viele Überstunden, sodass ich jetzt mehr Freiheiten und Zeit habe.

„Ich habe in der Klinik keine geregelten Arbeitszeiten erlebt.“

Nordlicht: Sie fühlen sich offensichtlich wohl in Ihrem Beruf. Wo liegen denn die Schattenseiten? Ehmke: Die negativen Seiten lernt man natürlich auch schnell kennen. Man erfährt als junger Arzt nicht besonders viel Unterstützung, was die ganze Bürokratie angeht und man bekommt auch wenig konkrete Anleitungen, besonders wenn man eine Praxis neu übernimmt. Auch ich musste mich erst mühsam freischwimmen. Wenn ich nicht so viel Unterstützung von meiner alten Weiterbildungspraxis bekommen hätte, wäre alles noch sehr viel schwieriger gewesen. Die finanzielle Situation ist natürlich auch nicht einfach, wenn man eine Praxis übernimmt, neue Geräte anschaffen muss und erst einmal nicht genau

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Nordlicht: Sie bekommen im Juli ein Kind. Wie wollen Sie dann den Spagat zwischen Familie und Praxis bewältigen? Ehmke: Ich muss da ganz auf meine Familie setzen, die mich sehr stark unterstützen wird. Am Anfang werde ich mein Kind sicher auch einmal mit in die Praxis nehmen. Dadurch, dass ich mir meine Zeit ziemlich frei einteilen kann, wird das hoffentlich kein Problem. Ansonsten wird mich mein Mann unterstützen, der auch selbstständig ist. Wir werden sehen, wie es läuft. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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Titelthema K ampagne pro L andarzt

Interview

„Die Kampagne gibt uns das Gefühl, gebraucht zu werden“ Malte Noack, 26, studiert in Kiel im 10. Semester Medizin und engagiert sich in der Fachschaft. Er kommt aus Hitzhusen bei Bad Bramstedt. Die Kampagne der KVSH zur Gewinnung von Landärzten findet er gut. Aber der Weg zurück aufs Land kommt für den angehenden Chirurgen persönlich nicht in Frage. Die Gründe dafür sind vielfältig. Nordlicht: Warum zieht es Ihrer Meinung nach so wenige Jungmediziner aufs Land? Noack: Das hat eine ganze Reihe von Gründen, und jeder für sich genommen stellt schon ein Hemmnis für eine Niederlassung auf dem Land dar. Ich fange mal an bei der Abstaffelung der Vergütung, die großen Praxen droht, und Landarztpraxen sind nun mal häufig groß, weil sie das gesamte ländliche Umfeld mitversorgen. Aber es gibt weitere Dinge, die einen vor einer der Tätigkeit als niedergelassener Arzt zurückschrecken lassen: Die finanzielle Bedrohung durch Regresse, der immense bürokratische Aufwand, der die ärztliche Tätigkeit in den Hintergrund treten lässt, fehlende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und und und ... Nordlicht: Für Sie persönlich kommt eine Tätigkeit als niedergelassener Orthopäde oder Chirurg also erst mal nicht in Frage?

Nordlicht: Herr Noack, die Kampagne Land.Arzt.Leben! richtet sich vornehmlich an angehende Ärzte. Wie gefällt Ihnen die Kampagne? Noack: Das größte Verdienst der Kampagne besteht für mich darin, dass sie das Thema Niederlassung zu einem frühen Zeitpunkt an uns heranträgt. Das war bisher nicht der Fall und kommt bei mir gut an. Außerdem räumt sie auf mit so manchem Klischee über die Tätigkeit als Landarzt. Und sie gibt uns das Gefühl, erwünscht zu sein und gebraucht zu werden, was in diesem Land nicht häufig ist.

Noack: Nein, ich persönlich brauche mehr Planungssicherheit, und die sehe ich in der Niederlassung allgemein derzeit nicht gegeben. Dazu ist die Frequenz der Änderungen im Gesundheitswesen einfach zu groß. Außerdem sehe ich im Personalabbau in den Kliniken eine zusätzliche Gefahr für Landärzte: Sie müssen ihre Patienten länger ambulant versorgen, als eigentlich angezeigt wäre, und tragen selbst das medizinische Risiko inklusive der Regressbedrohung. Das schreckt mich ab. Außerdem müsste, wer heute eine eigene Praxis wirtschaftlich betreiben möchte, eigentlich auch noch ein Studium der Gesundheitsökonomie hinterherschieben, die betriebswirtschaftlichen Grundlagen, die man zum Führen einer Praxis braucht, werden im Medizinstudium überhaupt nicht vermittelt.

Nordlicht: Was können wir noch besser machen? Noack: Besonders toll wäre es, wenn die Kampagne noch mehr interaktive Möglichkeiten eröffnen würde, also wenn wir darüber direkt mit den Ärzten und Entscheidungsträgern ins Gespräch kommen könnten. Die Uni-Sprechstunde ist dafür ein Anfang, mehr davon wäre gut!

Nordlicht: Die KVSH plant, an beiden Uni-Standorten einmal im Semester zu einem Runden Tisch einzuladen. Welche Themen würden Sie dort gern adressieren? Noack: Der Runde Tisch ist eine tolle Idee, besonders wenn auch die Politik mit am Tisch sitzt. Themen mit KV-Bezug sind aus meiner Sicht, wie man die Niederlassung schon in der Ausbildung attraktiver machen kann, wie man die Planungssicherheit erhöhen kann und wie man insgesamt wieder zufriedenere Ärzte bekommt. Das Interview führte Esther Rüggen, KVSH

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Nordlicht

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Titelthema

Statement

Erstrebenswertes Berufsziel: Landarzt Der Ärztemangel auf dem Land ist da. Und langsam ist er auch in den Köpfen der Verantwortlichen angekommen. Es mangelt nicht an Initiativen und Vorschlägen, wie Kollegen aufs Land gelockt oder gezwungen werden sollen. Ob jedoch irgendwelche dirigistischen Maßnahmen erfolgreich sein können, ist mit guten Gründen zu bezweifeln. Wer mit mehr oder weniger subtilem Druck aufs Land gezwungen wird, wird jede Chance nutzen, dort wieder weg zu kommen. Was wir brauchen sind Ärzte, die diesen Job wirklich machen wollen. Und genau da setzt richtigerweise die Kampagne Land.Arzt.Leben! an.

Landärzte wussten es schon immer. Unser Beruf ist nicht nur interessant und ärztlich hoch anspruchsvoll, sondern bietet neben viel Arbeit und meist auch gutem finanziellen Auskommen eine ganze Reihe „grüner Vorteile“. Landarzt zu sein ist nicht ein trauriges Schicksal, sondern ein erstrebenswertes Berufsziel für junge Ärzte. Wenn dann die Politik noch die Rahmenbedingungen verbessert, steht einem Erfolg der Kampagne nichts mehr im Wege. Der Hausärzteverband beteiligt sich daher gern an der Initiative der KVSH. Dr. Thomas Maurer, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Schleswig-Holstein, Leck

Statement

Umfassendes Informationsangebot für Mediziner Drohender Ärztemangel ist keine neue Erkenntnis, zumal aus Sicht der KVSH, die als für die Sicherstellung der flächendeckenden Arztversorgung verantwortliche Institution wie keine zweite mit dem Thema befasst ist. Seit längerem zeichnet sich für Schleswig-Holstein, wie für andere Flächenländer auch, eine Unterversorgung mit Ärzten ab. Seit längerem ist klar, dass dies insbesondere für ländliche Regionen, gerade im ambulanten – aber auch im stationären Sektor – gelten wird. Alle Akteure der Gesundheitsversorgung sind hier gefragt, gemeinsam und wirksam gegenzusteuern. Die Anregung einer mobilen Ergänzung von ambulanten Angeboten in Gegenden mit Versorgungsengpässen durch ein sogenanntes „Doc-Mobil“ sehe ich als Diskussionsbeitrag in diesem Sinne. Ein Allheilmittel soll es nicht sein – und wenn die KVSH erfolgreichere Wege zur ärztlichen Versorgung der Menschen auf dem Land präsentiert, bin ich der letzte, der darüber traurig wäre. Als Teil ihrer spezifischen „Hausaufgaben“ haben die LandesGesundheitsminister erst vor Kurzem ihre einhelligen Anforderungen an ein Versorgungsgesetz des Bundes formuliert. Die Länder brauchen endlich größere Gestaltungsmöglichkeiten, d. h. mehr Mitsprache-, Beratungs- und Initiativrechte für die Versorgungssicherung, die in Schleswig-Holstein anders aussehen wird als in Sachsen oder Berlin. Aber auch heute, unter geltenden bundesrechtlichen Rahmenbedingungen gehen wir das Thema Sicherstellung der Arztversorgung an. So sind wir Anfang des Jahres mit unserem 5 | 2011

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gemeinsam mit verschiedenen Akteuren – darunter der KVSH – entwickelten Informationsportal „hausarzt-sh.de“ online gegangen, um für die Tätigkeit als Arzt in Schleswig-Holstein zu interessieren und zu gewinnen. Es richtet sich mit einem umfassenden Informationsangebot an Mediziner – auch bereits in der Phase von Studienplatzwahl und Studium. Denn es ist völlig klar, dass man Ärztenachwuchs so früh wie möglich ansprechen muss, um ihn von Schleswig-Holstein und von einer Niederlassung auf dem Land zu überzeugen. Diesen Gedanken greift auch die Kampagne „Land.Arzt.Leben!“ auf. Sie ergänzt damit das bisherige Maßnahmenbündel um den Aspekt der Imagewerbung. Eine Idee, die ich begrüße und die mehr Substanz hat, als ihre Kritiker meinen. Die Kampagne kann auf die Ergebnisse langjähriger Überlegungen und Aktivitäten verweisen, mit denen sich die KVSH zur Sicherstellung der Kassenärztlichen Versorgung in unserem Land positioniert hat. Die Idee, mit originellen „Hinguckern“ gewonnene Aufmerksamkeit auf handfeste Informationsangebote zu lenken, ist gut. Wenn die KVSH mit längerfristiger Präsenz an den medizinischen Hochschulen ihr Werben um junge Mediziner für die Tätigkeit auf dem Land intensiviert, freue ich mich darüber im Sinne der Menschen in Schleswig-Holstein und wünsche unserer KV mit ihrer Aktion viel Erfolg. Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT B rosch ü re

KVSH

Beispiele für eine engere Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsberufen

Infotag für Existenzgründer und Praxisabgeber

Berlin – Eine Broschüre mit beispielhaften Konzepten für eine engere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gesundheitsberufen hat die Konferenz der Fachberufe bei der Bundesärztekammer (BÄK) vorgelegt. „Nun liegt es an der Politik, an den Verantwortlichen in den Gesundheitseinrichtungen, aber auch an den dort Beschäftigten, diese Vorschläge mit Leben zu füllen und umzusetzen“, betonte Dr. Cornelia Goesmann, Vizepräsidentin der BÄK und Vorsitzende der Fachberufekonferenz. Die Notwendigkeit einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen den im Gesundheitswesen tätigen Professionen begründete sie mit der demografischen Entwicklung, einer gestiegenen Komplexität der Versorgung, sowie mit begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen. Die Broschüre mit dem Titel „Prozessverbesserung in der Patientenversorgung durch Kooperation und Koordination zwischen den Gesundheitsberufen“ ist auf www.baek.de als PDF-Dokument verfügbar.

H autkrebs - S creening

Überweisung zur Histopathologie muß eindeutig sein Bad Segeberg – Wir bitten die Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Überweisungen zur Histopathologie im Rahmen des Hautkrebs-Sreening eindeutig auszufüllen: Bei einer Überweisung zur histopathologischen Untersuchung von Präparaten im Rahmen des Hautkrebs-Screenings entsprechend der Qualitätssicherungsvereinbarung nach Paragraf 135 Abs. 2 SGB V muss der auf Überweisung tätig werdende Arzt eindeutig erkennen, ob eine histopathologische Untersuchung im Nachgang zu einem Hautkrebs-Screening gemäß der Krebsfrüherkennungsrichtlinie angefordert wird. Bitte beachten Sie deshalb, dass der Auftrag auf dem Überweisungsschein klar definiert ist und daraus deutlich wird, dass es sich um eine Untersuchung im Rahmen des HautkrebsScreenings handelt. 16

Nordlicht

Bad Segeberg – Die einen wollen sich niederlassen, die anderen ihre Praxis abgeben. Beide Seiten bringen Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Ärztekammer Schleswig-Holstein und KVSH erneut zusammen und veranstalten bereits zum dritten Mal einen Informationstag für Existenzgründer und Praxisabgeber. Dieser findet am 25. Juni 2011 von 9 bis 17 Uhr im Vitalia Seehotel in Bad Segeberg statt. Alle drei Organisationen wollen den Arztberuf in der Freiberuflichkeit erhalten. Dies wird wegen der gesetzlichen Regelungsdichte in diesem Bereich zunehmend schwieriger. Abgabewillige Ärzte suchen immer länger nach einem Nachfolger und potenziell niederlassungswillige Ärzte scheuen das wirtschaftliche Risiko einer Niederlassung. Vorträge sowohl ausschließlich für Praxisabgeber bzw. für Existenzgründer als auch für beide Gruppen gemeinsam sollen alle wichtigen Informationen vermitteln. Hierfür sind ein Rechtsanwalt sowie ein Steuerberater und Vertreter der Veranstalter als Referenten vorgesehen. Zudem wird ein ehemaliger Existenzgründer über seine Erfahrungen berichten, um Mut zur Niederlassung zu machen und Tipps für die Vermeidung von Fehlern zu geben. Mitarbeiter der Veranstalter stehen den Teilnehmern den ganzen Tag für Rückfragen zur Verfügung. Wertvolle Tips werden auch insbesondere Wiedereinsteiger bekommen, d. h. Ärzte, die noch nichts von den neuen Möglichkeiten für eine Niederlassung wie der halben Zulassung gehört haben. Außerdem erhalten die potenziellen Praxisabgeber im Vorfeld der Veranstaltung die Möglichkeit, ein Praxisexposé einzureichen. Hierfür wird ein Formular auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (www.kvsh.de/ Praxis/Zulassung) bereitgestellt, das nur noch ausgefüllt zu werden braucht, damit es dann am 25. Juni 2011 an interessierte Bewerber verteilt werden kann. Ziel der Veranstaltung ist auch, dass Praxisabgeber und Existenzgründer Kontakte knüpfen. Die Teilnehmergebühr beträgt 35 Euro und umfasst die Seminarunterlagen, die Tagungsgetränke und das Mittagessen. Ein Anmeldeformular finden Sie auf der Homepage der KVSH unter www.kvsh.de. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT D iabetes

S chwangerschaftsabbr ü che

Eingeschränkte Verordnungsfähigkeit von Blutzuckerteststreifen

Preisanstieg bei Mifegyne/Mifepreston

Berlin – Harn- und Blutzuckerteststreifen sind künftig nur noch dann zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnungsfähig, wenn sie für Patienten wirkliche Vorteile haben. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entschieden. Patienten, die Insulin spritzen, sind von der Regelung nicht betroffen, unabhängig davon, ob sie an einem Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 leiden. Die Einschränkung der bisher nicht begrenzten Verordnungsfähigkeit von Harn- und Blutzuckerteststreifen gilt ausschließlich für nicht insulinpflichtige Diabetiker mit Diabetes mellitus Typ 2, teilt der G-BA mit. Für diese Patientengruppe hat der G-BA eine Nutzenbewertung der Blutzuckerselbstmessung vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) durchführen lassen. Dabei zeigte sich, dass nicht insulinpflichtige Patienten, die orale Antidiabetika einnehmen, von einer Selbstmessung nicht profitieren, weil sich daraus keinerlei direkte Konsequenzen auf die Therapie ergeben. Eine eventuell erforderliche Anpassung der Tablettendosis wird in größeren Abständen regelmäßig und ausschließlich durch den behandelnden Arzt beurteilt und durchgeführt. Die Selbstmessung hat nach dem Bewertungsergebnis des IQWiG für diese Patienten keinen Nutzen hinsichtlich des Verlaufs der Erkrankung.

Bad Segeberg – Seit dem 1. Januar 2011 sind die Kosten für das Medikament Mifegyne/Mifepreston von bisher 81,81 Euro inkl. MwSt. (Pseudoziffer 99234) auf 85,68 Euro inkl. MwSt. angestiegen. Im Rahmen der Vereinbarung über Schwangerschaftsabbrüche in besonderen Fällen wurden Ihnen bislang nur die ursprünglichen Kosten in Höhe von 81,81 Euro erstattet. Nach Verhandlungen der KVSH mit dem Ministerium für Arbeit , Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein werden Ihnen nun rückwirkend zum 1. Januar 2011 die erhöhten Kosten in Höhe von 85,68 Euro erstattet. Die beteiligten Krankenkassen, welche bei der Erstattung des Medikaments in Vorleistung treten, sind hierüber ebenfalls informiert worden.

M ammographie - S creening

Erfolgreich aufgeklärt

Der Beschluss sieht allerdings eine weitreichende Ausnahmeregelung vor, die in Abstimmung mit den im G-BA mitberatenden Patientenvertretern getroffen wurde. Demnach können Vertragsärzte Harn- und Blutzuckerteststreifen weiterhin verordnen, wenn eine instabile Stoffwechsellage vorliegt. Patientenorganisationen hatten im Vorfeld gefordert, die Krankenkassen sollten die Teststreifen weiter bezahlen. Jährlich werden bundesweit 1,2 Milliarden Euro mit BlutzuckerTeststreifen umgesetzt, schreibt das „Deutsche Ärzteblatt“. 900 Millionen Euro davon werden bislang als Kassenleistung abgerechnet. Eine Packung mit 50 Teststreifen kostet gut 30 Euro. Der Beschluss wird nach Prüfung durch das Bundesgesundheitsministerium im Sommer in Kraft treten.

Z ulassung

Neue Regelung für Berufsausübungsgemeinschaften Bad Segeberg – Sofern alle Ärzte einer Berufsausübungsgemeinschaft die Genehmigung zur Anstellung eines Arztes beantragen, wird der Zulassungsausschuss ab sofort in der Genehmigung über die Anstellung feststellen, welchem Gesellschafter der Berufsausübungsgemeinschaft die Arztstelle zugeordnet werden soll. Eine entsprechende schriftliche Erklärung aller Partner der Berufsausübungsgemeinschaft ist erforderlich. Dies gilt für die Anstellung mit und ohne Punktzahlobergrenze.

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Kiel – Unter den über 100 Ausstellern der Messe „Klima & Leben“, die am 26. und 27. März über 4.000 Besucher an den Kieler Ostseekai lockte, war auch die Zentrale Stelle Mammographie-Screening Schleswig-Holstein mit einem Info-Stand vertreten. Die Leiterin der Zentralen Stelle, Dagmar Hergert-Lüder, zog ein positives Fazit: „Wir haben das Mammographie-ScreeningProgramm auf der Messe präsentiert und viele Gespräche mit Frauen aller Altersgruppen geführt.“ Hergert-Lüder erhofft sich durch die Aufklärungsarbeit einen positiven Effekt auf die Teilnahmequote, insbesondere im Raum Kiel.“ Mehr Informationen im Internet unter www.mamma-screening-sh.de aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT A ufbereitung von M edizinprodukten

Sie erhalten Informationen aus erster Hand! Die Mitarbeiter des Dezernates „Medizinprodukteüberwachung“ im Landesamt für soziale Dienste tragen durch Marktüberwachung dafür Sorge, dass nur sichere und geeignete Medizinprodukte in den Verkehr gebracht, betrieben und angewendet werden. Sie kennen die „Problemzonen“ der Praxen und sind gerne bereit, Sie bei allen Fragen zu praktischen Umsetzung zu beraten.

Kostenfreie Fortbildung für ambulant operierende Praxen Kiel – Bei der Aufbereitung von Medizinprodukten sind Praxisinhaber, medizinische Fachangestellte und Hygienefachkräfte in besonderer Weise gefordert. Infektionsprävention und Qualitätssicherung verlangen eine hohe Fach-, Beurteilungs- und Entscheidungskompetenz. Für Praxisteams ambulant operierender Praxen, die im Umgang mit den hohen gesetzlichen Anforderungen bei der Aufbereitung von Medizinprodukten sicherer werden möchten, bietet die Abteilung Gesundheitsschutz des Landesamtes für soziale Dienste (LAsD) in diesem Jahr erstmals eine kostenfreie Ringveranstaltung an.

Termine 2. Fachnachmittag – Sterilisation und Routinekontrollen Mittwoch, 29. Juni 2011, 14.00-18.30 Uhr 3. Fachnachmittag – Aufbereitung von Endoskopen und endoskopischen Zusatzinstrumenten Mittwoch, 14. September 2011, 14.00-18.30 Uhr 4. Fachnachmittag – Thema noch offen Mittwoch, 14. Dezember 2011, 14.00-18.30 Uhr Veranstaltungssort Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein, Raum 468, Adolf-WestphalStraße 4, 24143 Kiel

An praxisnahen und anwenderorientierten Fachnachmittagen werden ausgewählte Themen des Aufbereitungszyklus behandelt. Die Ringveranstaltung startete im März mit dem thematischen Schwerpunkt „Reinigung und Desinfektion von Medizinprodukten“. Die zweite Ringveranstaltung befasst sich mit dem Thema Sterilisation von Medizinprodukten. Sowohl die Anforderungen an die räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Sterilisation als auch die Möglichkeiten der Verpackung von Sterilprodukten und die Sterilisationsverfahren mit den dazugehörenden Routinekontrollen werden in der Veranstaltung behandelt.

Anmeldung Bitte melden Sie sich für den 2. Fachnachmittag bis zum 24. Juni 2011 unter Angabe Ihrer Kontaktdaten (Name, Institution, Postadresse, Telefonnummer, E-Mailadresse) unter folgender Fax-Nummer an: 0431 988 5614, Frau Reese

S tudie

S ervice

Immer mehr Deutsche nutzen Hautkrebs-Screening

Weiterleiten von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen an die AOK NordWest

Berlin – Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) haben etwa 28 Prozent der gesetzlich Versicherten, denen die Untersuchung ab dem 35. Geburtstag alle zwei Jahre kostenlos zusteht, das HautkrebsScreening in Anspruch genommen. 2010 seien es fast 50 Prozent mehr als noch 2008 gewesen. In gut 80 Prozent der Praxen nahm seit dem kostenlosen Screening die Zahl operativer Eingriffe um durchschnittlich 23 Prozent zu. In zwei Fünftel der Praxen stiegen zudem die Arzneimittelverordnungen leicht um rund sechs Prozent an, zeigt eine Versorgungsstudie, die die Hautärzte begleitend erhoben haben.

Die Veranstaltungen sind von der Ärztekammer SchleswigHolstein als ärztliche Fortbildungen anerkannt. Für Ihre Teilnahme erhalten Sie jeweils 4 Fortbildungspunkte. Nähere Informationen erhalten Sie auch im Internet unter: http://www.schleswig-holstein.de/LASD/DE/LASD_node.html

Kiel – Für eine zeitnahe Weiterleitung von AU-Bescheinigungen der Patienten der AOK NordWest, bieten wir Ihnen folgenden Service an. Ab sofort können Sie dafür bei der AOK NordWest Freiumschläge anfordern. Diese bestellen Sie bitte bei:

AOK NordWest Frau Ute Reimers Edisonstraße 70 24145 Kiel

telefonisch: 0431 605 1451 per Mail: Ute.Reimers@nw.aok.de

Dennoch solle die Maßnahme langfristig Kosten dämpfen, betonen die Ärzte. Rund 100.000 Menschen erkranken pro Jahr in Deutschland an Hautkrebs.

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NACHRICHTEN  KOMPAKT AKR

KBV-VV spricht sich für weitere Vereinfachung aus Berlin – Die Einführung der Ambulanten Kodierrichtlinie (AKR) soll auf einen repräsentativen Querschnitt von Arztpraxen begrenzt werden. Dafür sprach sich die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) aus. Die Erfassung der Morbidität mittels AKR würde danach zum 1. Januar 2012 ausschließlich in diesen Praxen erfolgen. Für den Mehraufwand des Kodierens soll ihnen ein Honorarzuschlag gewährt werden. Zugleich votierte die Vertreterversammlung (VV) für eine Verlängerung der Einführungsphase der AKR bis zum Stichtag 1. Januar 2012. Die Verlängerung solle keine Konsequenzen für die Veränderungsrate der morbiditätsspezifischen Gesamtvergütung im Jahr 2014 haben.

A sthma - K inderschulung und K indernachschulung

Wer zahlt was? Bad Segeberg – Nachdem die KVSH zusammen mit der Aok NordWest die Vergütung der Asthma-Kindernachschulung von 19 Euro auf 22,50 Euro zum 1. April 2010 rückwirkend anheben konnte, und auch mit der LKK eine Erhöhung der AsthmaKinderschulung und Asthma-Kindernachschulung zum 1. Januar 2011 erreicht werden konnte, fassen wir hiermit noch mal kurz zusammen, welche Krankenkasse ab welchem Datum die Asthma-Kinderschulung und –Kindernachschulung vergütet:

Asthma-Kinderschulung

„In den Eckpunkten zum Versorgungsgesetz spricht die Regierungskoalition von leicht handhabbaren und einfacher umsetzbaren Kodierrichtlinien. Diese Aussage wird von uns begrüßt, und vor diesem Hintergrund fordern wir die Begrenzung auf einen repräsentativen Querschnitt. Zugleich werden wir unsere Bemühungen fortsetzen, die AKR zu vereinfachen und praxistauglicher zu machen“, erklärte der KBV-Chef. Die Umsetzung der Beschlüsse der VV erfordert die Zustimmung der Krankenkassen.

P atientenversorgung

MVZ vergrößern sich Bad Segeberg – Quartal für Quartal informiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) über die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Der letzte Stichtag der Erhebung war der 30. Juni 2010. 1.567 MVZ waren damals mit insgesamt 7.889 Ärzten im vertragsärztlichen System. In Trägerschaft von Krankenhäusern befanden sich 38,5 Prozent dieser MVZ. In der regionalen Verteilung zeigt sich Bayern als Spitzenreiter mit 303 MVZ, gefolgt von Niedersachsen mit 164 MVZ und Berlin mit 145 MVZ. Die wenigsten MVZ befanden sich zum damaligen Zeitpunkt in Bremen (8), im Saarland (17) sowie in Mecklenburg-Vorpommern (28). Schleswig-Holstein hatte zum damaligen Zeitpunkt 56 MVZ, heute sind es 66. Die Mehrzahl der MVZ befindet sich in Gebieten mit einer hohen Einwohnerzahl und -dichte. Als Fachrichtungen sind nach wie vor Hausärzte und Fachärzte für Innere Medizin sowie Fachärzte für Chirurgie an MVZ vertreten. Nach wie vor arbeiten MVZ, die in Trägerschaft eines Krankenhauses stehen, nahezu ausschließlich mit angestellten Ärzten und erwähnenswert ist noch, dass sich die durchschnittliche Arbeitsgröße der MVZ langsam aber stetig erhöht. Im 2. Quartal 2010 arbeiteten durchschnittlich fünf Ärzte an den MVZ, während dies im 2. Quartal 2006 lediglich 3,9 Ärzte waren.

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Pseudoziffer

Krankenkasse

Höhe

Beginn

BKK, IKK, Knappschaft

22,50 Euro pro Unterrichtseinheit 99796O

01.10.2010

Ersatzkassen

22,50 Euro pro Unterrichtseinheit 99796O

01.04.2010

LKK

22,50 Euro pro Unterrichtseinheit 99796H

01.01.2011

AOK NordWest

22,50 Euro pro Unterrichtseinheit 99796H

01.04.2010

Asthma-Kindernachschulung

Pseudoziffer

Krankenkasse

Höhe

Beginn

BKK, IKK, Knappschaft

22,50 Euro pro Unterrichtseinheit 99796P

01.10.2010

Ersatzkassen

22,50 Euro pro Unterrichtseinheit 99796P

01.04.2010

LKK

22,50 Euro pro Unterrichtseinheit 99796I

01.01.2011

AOK NordWest

22,50 Euro pro Unterrichtseinheit 99796I

01.04.2010

Die rückwirkende Erhöhung der Vergütung wird von uns automatisch berücksichtigt, sodass Sie eine Nachvergütung erhalten, sofern von Ihnen eine der Schulungen in den genannten Zeiträumen erbracht wurde.

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NACHRICHTEN  KOMPAKT Q ualitätssicherung

G ro S S britannien

Neue Beurteilungskriterien

Millionen warten auf Hausarzttermin

Qualitätssicherung: Röntgen, Computertomographie und Magnetresonanztomographie nach Sozialgesetzbuch Zur Förderung einer bundeseinheitlichen Umsetzung von Stichprobenprüfungen in der Qualitätssicherung wurde das Bewertungsschemata dieser Prüfungen für die Bereiche Röntgen, Computertomographie und Magnetresonanztomographie vom Arbeitskreis der Kassenärztlichen Vereinigungen (AK KV) beschlossen. Diese Vorgaben wurden in die Qualitätssicherungs-Richtlinien der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für Verfahren zur Qualitätssicherung (Paragraf 75 Abs. 7 SGB V) aufgenommen. Sie sind ab 1. April 2011 in Kraft getreten. Zeitgleich hat der Gemeinsame Bundesausschuss die geänderte Richtlinie zur Qualitätsbeurteilung in der radiologischen Diagnostik (Paragraf 136 SGB V) zum 2. März 2011 mit einer Übergangsfrist von einem Jahr in Kraft gesetzt. Die Kriterien zur Qualitätsbeurteilung in der radiologischen Diagnostik (Röntgen und Computertomographie) werden bei den Stichprobenprüfungen durch die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein ab 1. Januar 2012 durchgeführt. Qualitätssicherung: Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie durch Ärztliche Stellen Neben den Prüfverfahren nach Sozialgesetzbuch sind die Ärztlichen Stellen nach den Vorschriften der Röntgenverordnung und der Strahlenschutzverordnung ebenfalls für die Durchführung der Qualitätssicherung in der Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie zuständig. Zusätzlich zu den Patientendokumentationen wird auch die Qualität der technischen Apparaturen geprüft. Das vom Zentralen Erfahrungsaustausch der Ärztlichen Stellen erarbeitete „Einheitliche Bewertungssystem der Ärztlichen Stellen“ findet gleichermaßen bundeseinheitliche Anwendung. Es wird regelmäßig fortgeschrieben und den Prüferfahrungen der Ärztlichen Stellen, den Weiterentwicklungen des Strahlenschutzes und der Medizin entsprechend angepasst. Das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration – Referat Strahlenschutz – in Kiel hat die Ärztlichen Stellen in SchleswigHolstein Ende 2010 um deren Umsetzung und Weiterentwicklung gebeten. Harmonisierung der Prüfverfahren der Rechtskreise Sozialgesetzbuch und Röntgenverordnung Zur Vereinfachung und übersichtlicheren Nachvollziehbarkeit ist der Kriterienkatalog der Stichprobenprüfungen nach Sozialgesetzbuch mit den Kriterien des Einheitlichen Bewertungssystems der Ärztlichen Stellen nach Röntgenverordnung für den Bereich konventionelle Radiologie und Computertomographie bei der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein harmonisiert worden. Einzelheiten können Sie auf der Homepage www.kvsh.de nachlesen: • Qualitätssicherungs-Richtlinien der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für Verfahren zur Qualitätssicherung gemäß Paragraf 75 Abs. 7 SGB V • Richtlinie zur Qualitätsbeurteilung in der radiologischen Diagnostik gemäß Paragraf 136 SGB V • Einheitliches Bewertungssystem der Ärztlichen Stellen 20

Nordlicht

London – Wartelisten und Versorgungslücken sind in britischen National Health Service NHS nichts Neues. Jetzt allerdings müssen erstmals in der Geschichte des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS auch Millionen Hausarztpatienten auf einen Arzttermin warten. Bis zum Sommer 2010 bestand die Regel, dass Hausärzte, die ihre Patienten innerhalb der ersten 48 Stunden nach Kontaktaufnahme versorgten, finanzielle Zusatzzahlungen verdienen konnten. Dieser Pünktlichkeits-Bonus wurde von Gesundheitsminister Andrew Lansley inzwischen gestrichen. Grund für die Versorgungskrise ist laut Berufsverbänden Geldknappheit. Wie aus einer aktuellen Umfrage unter Patienten hervorgeht, muss jeder fünfte Kranke inzwischen zwei Tage oder noch länger auf einen Besuch beim Hausarzt warten. Der britische Ärztebund British Medical Association (BMA) reagierte ebenfalls alarmiert auf die Zahlen. Ein BMA-Sprecher wies darauf hin, dass das Londoner Gesundheitsministerium kürzlich wichtige Zielvorgaben für den Primärarztsektor abgeschafft habe. Die Folge: „Wartezeiten im Hausarztsektor gehören zur Tagesordnung“, so die große britische Tageszeitung „Daily Express“. Andere Medien bezeichneten die schlechte Versorgungslage als „nationale Schande“. Während die Wartezeiten beim Hausarzt länger werden, schrumpft die Zeitspanne, in der es für Patienten möglich ist, einen Arzttermin im Voraus zu buchen. Laut Umfrage der „NHS Confederation“ kann jeder dritte Patient des staatlichen Gesundheitswesens nicht länger innerhalb von 48 Stunden einen Hausarzttermin bestellen.

A rzneimittel

Ritalin® für Erwachsene? Bad Segeberg – Das Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) hat der Indikationserweiterung für Methyphenidat-haltige Arzneimittel auf Erwachsene zugestimmt. Dass bedeutet jedoch nicht, dass diese Arzneimittel zu Kassenlasten verordnet werden können. Die Verordnung von Stimulantien zu Kassenlasten ist durch den Gemeinsamen Bundesausschuss auf Kinder und Jugendliche beschränkt. aktuell

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gesundheitspolitik G K V - V ersorgung

Konturen werden deutlicher

Bundesgesundheitsminister Rösler legt Eckpunkte für ein Versorgungsgesetz vor.

Erst die Pflicht, dann die Kür – so mag es Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler Anfang April empfunden haben. Über seine Nominierung als neuer Mann an der Spitze der FDP vergaß der Hoffnungsträger der Liberalen nicht das gesundheitspolitische Tagesgeschäft und stellte ein Eckpunktepapier zum Versorgungsgesetz vor. Nach Positionierungen der Koalitionsfraktionen und zahlreicher Verbände und Organisationen liegt damit ein regierungsamtliches Dokument vor, das einen konkreten Ausblick auf das Gesetz erlaubt.

Neue Spielregeln an der Schnittstelle zwischen spezialisierte Facharztbehandlung und Kliniken Nicht minder ambitioniert ist das Vorhaben des Bundesgesundheitsministers, an der Schnittstelle zwischen spezialisierter Facharztbehandlung und ambulanter Leistungserbringung von Krankenhäusern neue, den bisherigen Paragraphen 116b SGB V ersetzende Spielregeln aufzustellen. Ziel: die stufenweise Verankerung einer ambulanten spezialärztlichen Versorgung für Erkrankungen mit besonderem Krankheitsverlauf, seltene Erkrankungen und hochspezialisierte Leistungen als eigenständiger Bereich mit gleichen Qualifikationsanforderungen und gleicher Vergütung für Niedergelassene und Kliniken. Grundsätzlich soll der Zugang zu dieser Versorgungsebene frei sein, solange die Anforderungen erfüllt werden. Trotz der Ankündigung dieser weitreichenden Neuorganisation bleibt das Eckpunktepapier Einzelheiten schuldig, so dass alle Beteiligten – sowohl die niedergelassenen Fachärzte als auch die Krankenhäuser – mit Spannung auf den Gesetzentwurf warten, der im Sommer vorliegen soll.

Einen Schwerpunkt bildet die Reform der Bedarfsplanung. Die Planungsbereiche werden flexibilisiert und müssen sich nicht mehr an den Grenzen der Städte bzw. Landkreise orientieren. Verbindlich ins Gesetz aufgenommen wird die Vorgabe, dass bei der Anpassung der Arzt-Einwohner-Verhältniszahlen die demographische Entwicklung zu berücksichtigen ist. Die regionalen Gremien erhalten die Möglichkeit, mit Blick auf den Zuschnitt der Planungsbereiche und die Verhältniszahlen von den Bundesvorgaben abzuweichen. Neben den niedergelassenen Ärzten sollen auch ihre Kollegen in den Kliniken, die an der ambulanten Versorgung beteiligt sind, bei der Analyse der regionalen Versorgungslage berücksichtigt werden. Die Regeln für Sonderbedarfszulassungen werden erweitert und praktikabler gestaltet, um sie besser zur „Feinsteuerung“ der Versorgung einsetzen zu können.

Ende der Zuwachsbegrenzung für extrabudgetäre Leistungen Das Versorgungsgesetz will keine Honorarreform sein, umfasst aber doch einige Regelungen zu Vergütungsfragen. Die mit dem GKV-Finanzierungsgesetz zu Jahresbeginn in Kraft getretene Zuwachsbegrenzung bei den extrabudgetären Leistungen steht schon nach einem Jahr vor dem Aus. 2012 soll sie wieder ausgehoben werden. Bei der Honorarverteilung will das Ministerium die Zentralisierung rückgängig machen. Der Honorarverteilungsmaßstab (HVM) wird künftig wieder Angelegenheit der regionalen KVen. Auch für Landärzte mit überdurchschnittlich vielen Patienten kündigt sich eine Entlastung an: Ärzte in strukturschwachen bzw. unterversorgten Gebieten sollen grundsätzlich von der Abstaffelung ausgenommen werden.

Erstmals sitzen die Länder bei der Bedarfsplanung mit am Tisch Mit dem Versorgungsgesetz erfüllt sich eine langjährige Forderung der Bundesländer. Sie erhalten – erstmals – Mitwirkungsmöglichkeiten an der Planung der Praxisstandorte. Künftig üben sie die Rechtsaufsicht über den Landesausschuss aus und nehmen an dessen Sitzungen teil. Beschlüsse, so die Eckpunkte, müssen den Ministerien vorgelegt werden. Diese können Auflagen zur Umsetzung machen und mit Fristen versehen und unter bestimmten Bedingungen selbst einen Beschluss erlassen („Ersatzvornahme“). Eine sektorenübergreifende Planung wird hingegen nicht verbindlich ins Gesetz aufgenommen. Als Zugeständnis an die Länder wird im SGB V jedoch die Möglichkeit geschaffen, einen sektorenübergreifenden Ausschuss auf Landesebene einzurichten, dem aber nur eine beratende Rolle ohne rechtlich verbindliche Entscheidungskompetenzen zukommt.

Gesundheitsminister will Versorgung auf dem Lande stärken Mit einem bunten Strauß weiterer Maßnahmen will die Bundesregierung die ärztliche Versorgung auf dem Lande stärken. Die Residenzpflicht wird abgeschwächt, auch für MVZ gilt künftig, dass eine Verlegung eines übernommenen Arztsitzes nur möglich ist, wenn Versorgungsgesichtspunkte nicht dagegen sprechen. Ebenfalls geplant: Angestelltenverhältnisse sollen in eine eigenständige Zulassung rückumgewandelt werden können. Die Unabhängigkeit von MVZ soll dadurch gestärkt werden, dass der Kreis der potenziellen Gründer auf Vertragsärzte und Krankenhäuser beschränkt und zudem gesetzlich vorgegeben wird, dass die Leitung „rechtlich und faktisch“ in ärztlicher Hand liegen muss. Kassen und KVen erhalten zudem die Möglichkeit, gemeinsam einen Strukturfonds zur Finanzierung von Fördermaßnahmen zur Niederlassung in unterversorgten Gebieten einzurichten. Das Eckpunktepapier kann in voller Länge auf der Homepage des Bundesgesundheitsministeriums abgerufen werden: http:// www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Downloads/V/Versorgungsgesetz/Eckpunkte_Versorgungsgesetz_110408.pdf Delf Kröger, KVSH

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PRAXIS  &  KV P räventionsinitiative

Neuer „Vorsorgechecker“ für die Praxis Nach dem großen Erfolg des vergangenen Jahres stellt Ihnen die KVSH nun eine Neuauflage des Patientenflyers „ Der Vorsorgechecker – Ihr persönliches Präventionsprogramm“ und des entsprechenden Handzettels für das Wartezimmer zum Heraustrennen als Kopiervorlage zur Verfügung. Änderungen in der Schutzimpfungs-Richtlinie erforderten eine Aktualisierung.

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Der VorsorgeChecker Ihr persönliches Präventionsprogramm

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PRAXIS  & KV

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PRAXIS  &  KV S truktur & V ertr Ä ge

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PRAXIS  & KV V eranstaltung

Ärztetag an der Förde

Der Deutsche Ärztetag findet nach 26 Jahren wieder in Schleswig-Holstein statt. Nach Lübeck (1959 und 1985) und Westerland (1972) ist Kiel Austragungsort.

Der Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Franz-Joseph Bartmann, wird als Gastgeber die Delegierten begrüßen.

Zwischen dem 31. Mai und dem 3. Juni stehen wichtige Entscheidungen an, die von der Ärztekammer Schleswig-Holstein durch ein attraktives Rahmenprogramm begleitet werden. Zu den wichtigsten Entscheidungen zählt natürlich die Wahl des Präsidenten der Bundesärztekammer. Prof. Jörg-Dietrich Hoppe kandidiert nicht erneut. Für das höchste Amt der deutschen Ärzteschaft werden sich voraussichtlich vier Kandidaten bewerben: Dr. Günther Jonitz, Dr. Frank Ulrich Montgomery, Dr. Theodor Windhorst und Martin Grauduszus. Mit einem feierlichen Zeremoniell wird die Veranstaltung am 31. Mai im Kieler Schloss eröffnet. Der Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein Dr. Franz-Joseph Bartmann wird als Gastgeber die Delegierten begrüßen. Alterspräsident ist der Kieler Prof. Fritz Beske. Der erste Nachmittag in Kiel steht ganz im Zeichen der Gesundheitspolitik. Eine Rede von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler und die anschließende Replik Hoppes werden wie in den vergangenen Jahren die Diskussionsgrundlagen für die Plenarsitzung bilden. Schwerpunkt Palliativversorgung Eine junge Weiterbildungsassistentin wird das Thema aufgreifen, das aktuell viele Schlagzeilen beherrscht: die beruflichen Perspektiven junger Ärzte in der Patientenversorgung. Nicht weniger aktuell ist die palliativmedizinische Versorgung in Deutschland. Prof. Friedemann Nauck aus Berlin, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, wird dazu ein Konzept vorstellen. Beide Themen stehen zu recht am Beginn des Ärztetages - auch in Schleswig-Holstein beschäftigen sich viele Ärzte mit den nicht gelösten Problemen dieser beiden Bereiche und sind gespannt auf die Diskussion und mögliche Beschlüsse.

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Muster-Weiterbildungsordnung Ein weiteres Thema beim 114. Deutschen Ärztetag ist die MusterWeiterbildungsordnung. Als Vorsitzender der Weiterbildungsgremien der Bundesärztekammer wird Schleswig-Holsteins Kammerpräsident hierzu vortragen. Beachtung verdienen aber auch die weiteren Inhalte des diesjährigen Ärztetages wie etwa die Novellierung der Muster-Berufsordnung oder die Perspektiven moderner Präventionskonzepte im Kindes- und Jugendalter. Rahmenprogramm Dass Schleswig-Holstein als Gastgeberland einiges zu bieten hat, beweist das Rahmenprogramm des Ärztetages. Die Besucher können das Landesinnere erkunden oder die Küsten des Nordens von der Wasserseite aus genießen. Zu den Angeboten zählen u. a. Besuche in Lübeck, Schloss Gottorf, der Plöner Seenplatte oder Kurztrips nach Göteborg und Oslo. Wenn die wichtigsten Entscheidungen gefallen und die Sitzungswoche fast geschafft ist, entschädigt der Gesellschaftsabend für die Anstrengungen der Sitzungswoche. Im Norwegenterminal direkt an der Kieler Förde erleben die Gäste hinter einer über 100 Meter langen Glasfront den Blick auf Kreuzfahrer, Koggen und Kiels Innenstadt. Natürlich fällt auch das landestypische Buffet an diesem Abend maritim aus. Teilnahme Für Kurzentschlossene hält die Ärztekammer Schleswig-Holstein noch Karten bereit. Sie können per E-Mail (aerztetag2011@aeksh. org), telefonisch (04551 803 124) oder per Fax (04551 803 180) bestellt werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Ärztekammer Schleswig-Holstein unter www.aeksh.de. Dirk Schnack, Journalist

aktuell

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PRAXIS  &  KV A brechnung

Hinter dem Konvergenzhorizont geht‘s weiter

Unsere Konvergenzregelung ist mit Ende des 2. Quartals 2010 ausgelaufen. Besorgte Ärzte und Berufsverbände stellten die Frage, wie es ab dem 3. Quartal 2010 weitergeht. So gelten auf der Bundesebene die Gruppen der überwiegend konservativ tätigen Augenärzte, der HNO-Ärzte und der Orthopäden als von der Honorarsystematik besonders benachteiligt. Hinzu kommen noch Phoniater und Pädaudiologen sowie Schmerztherapeuten gemäß Präambel 30.7. Nr. 6 EBM Warum benachteiligt? Für Augenärzte, HNO-Ärzte und Orthopäden liegt dies an den Entwicklungsmöglichkeiten der Gruppen im EBM (Einheitlichen Bewertungsmaßstab). Für die drei Gruppen gilt, dass sie nicht in dem Maße an Höherbewertungen und Umstrukturierungen im EBM gewinnen konnten wie andere. Sie sind in ihren EBM-Leistungen stark pauschaliert. Bei den Augenärzten zeigten Honoraranalysen auf der Bundesebene zudem ein Splitting der Gruppe: Ambulante Operateure gelten bundesweit eher als Gewinner in der Gruppe, die konservativ Tätigen bilden die Kehrseite.

In Abb. 2 sind die HNO-Ärzte in Höhe ihrer RLV- und QZV-Umsätze aufsteigend sortiert. Die rote Umsatzlinie für das 3. Quartal 2010 liegt dabei fast immer über der blauen Linie für das 3. Quartal 2008. Bei den Augenärzten (Abb. 3) zeigt sich eher eine Dominaz der blauen Linie.. Ein Grund dafür ist die QZV-Bildung. HNO-Ärzte und Ophtalmologen hatten bis 2. Quartal 2010 kaum an freien Leistungen (Akupunktur, dringende Besuche etc.) partizipieren können, wurden jedoch über die Vorwegabzüge für diese Leistungen anteilig belastet. Mit dem 3. Quartal 2010 und der Rückführung freier Leistungen in die Arztgruppen endet diese Belastung, die MGV-Anteile der Gruppen nehmen zu.

In Schleswig-Holstein können wir die Benachteiligung dieser Gruppen nicht so eindeutig bestätigen. So haben sie – wenn auch geringe – Honorarzuwächse im 3. Quartal 2010 gegenüber dem 3. Quartal 2008 zu verzeichnen (Abb. 1) 26

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PRAXIS  & KV

Prozentuale Veränderung der Vergütung 3. Quartal 2010 zu 3. Quartal 2008

Abb. 1

GV- Veränderung 3/2010 zu 3/2008 AMGV- Veränderung 3/2010 zu 3/2008 MGV- Veränderung 3/2010 zu 3/2008 QZV/RLV- Veränderung 3/2010 zu 3/2008

70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% -10% -20% -30% -40%

Indviduelle Regelung in Schleswig-Holstein In Schleswig-Holstein gibt es keine allgemeine Anpassungen für diese Gruppen. Denn wenn eine gesamte Arztgruppe mit ihrem Honoraranteil angehoben wird, erhöhen sich damit die Zuwächse der Honorargewinner. Es war der Abgeordnetenversammlung, dem HVM-Ausschuss und den Berufsverbänden wichtig, dass eine Stützungsmaßnahme bei den Praxen ankommt, die diese auch wirklich benötigen.

48

74

24

26

Kinderpneumologen

5

Kinderkardiologen

34

3 1.564 137 9

10

Kinderärzte

Pneumologen

41

Hausärzte

Nephrologen

10

Humangenetiker

Onkologen

19

Kinderpsychiater

Gastroenterologen

4

Psychiater

Endokrinologen

43

Radiologen und Nuklearmediziner

Fachinternisten ohne Schwerpunkt

8

Rheumatologen

Neurologen

69

Kardiologen und Angiologen

Urologen

95 146 7

Orthopäden

Physikalisch-Rehabilitative Mediziner

101 32

Nervenärzte

5

Hautärzte

Phoniater

272 98

Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen

HNO-Ärzte

89 151 108 8

Gynäkologen

Chirurgen

Neurochirurgen

Augenärzte

Anästhesisten

-50%

Leider haben wir solche Praxen noch immer, wie Abbildung 4 zeigt. In der oberen Hälfte sind Ärzte mit einem Honorarzuwachs gegenüber 2008 versammelt. In der unteren Hälfte befinden sich Ärzte mit Honorarverlust. Die rechte Hälfte zeigt Ärzte mit RLVund QZV-Überschreitungen, die linke Hälfte stellt Ärzte ohne Überschreitungen dar. Die Stützungsmaßnahme konzentriert sich auf die Ärzte, die sich im Feld rechts unten (RLV-Überschreitung und Honorarverlust) befinden. Nicht jeder Verlust kann ausgeglichen werden. So verzichten wir bewusst auf die Berücksichtigung von Honoraranteilen extrabudgetärer Leistungen, denn die bundesweite Normierung auf den Orientierungswert ist leider Fakt. Unsere guten 2008er Punktwerte für Prävention, Belegstationär und Ambulantes Operieren können nicht weiter aus Mitteln der MGV aufrecht erhalten.

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PRAXIS  &  KV A brechnung Honorarentwicklung im QZV-/RLV- Umsatz 3. Quartal 2010 zu 3. Quartal 2008 HNO-Ärzte Abb. 2

90.000 € 80.000 €

Gesamtumsatz je Arzt

70.000 €

RLV/QZV-Umsatz 3/2008 RLV/QZV-Umsatz 3/2010

60.000 € 50.000 € 40.000 € 30.000 € 20.000 € 10.000 € 0€ Ärzte

Honorarentwicklung im QZV-/RLV- Umsatz 3. Quartal 2010 zu 3. Quartal 2008 Augenärzte Abb. 3

100.000 € 90.000 €

Gesamtumsatz je Arzt

80.000 € 70.000 €

RLV/QZV-Umsatz 3/2008 RLV/QZV-Umsatz 3/2010

60.000 € 50.000 € 40.000 € 30.000 € 20.000 € 10.000 € 0€

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Ärzte

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PRAXIS  & KV

RLV-Auslastung versus RLV/QZV-Honorarveränderung Hausärzte

RLVQZV-Honorar- Veränderung 3/2010 zu 3/2008

Abb. 4

100%

je Arzt Gruppendurchschnitt

80% 60% 40% 20%

0%

20%

40%

60%

0% 100%

80%

120%

140%

160%

180%

200%

-20% -40% -60% -80% -100% RLV-Auslastungsgrad der Praxis

Phoniater In Schleswig-Holstein besteht für die Gruppe der Phoniater seit 2010 eine gesonderte Regelung mit den Krankenkassen. Ihre Leistungen des Kapitels 20 EBM werden zum Orientierungswert vergütet. Die Krankenkassen stellen dafür gesonderte finanzielle Mittel zur Verfügung. Diese Regelung wird für 2011 und 2012 fortgeschrieben. Schmerztherapeuten Für die Schmerztherapeuten, die über verschiedene Arztgruppen verteilt sind, gilt seit dem 3. Quartal 2010 eine vom KVSH-Vorstand beschlossene Stützungsmaßnahme. Die Maßnahme ist erforderlich, weil Schmerztherapeuten gemäß QualitätssicherungsRichtlinie in ihren Fallzahlen streng begrenzt sind. Daher erhalten Ärzte mit Genehmigungen Kap. 30.7.1. EBM eine Garantie auf ihre Fallwerte, wenn bestimmte Grenzen (Median der Gruppe) nicht überschritten sind. Voraussetzung für eine Stützung ist, dass die entsprechenden Strukturpauschalen 30702 oder 30704 EBM abgerechnet werden und das Gesamtvolumen (RLV und QZV) der Praxis überschritten ist.

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Finanzielles Für den Ausgleich des Honorarverlusts, wie in dem nachfolgenden Artikel (Seite 30) von Stephan Rühle detailliert beschrieben, werden rund 290.000 Euro benötigt. Selbstverständlich gilt das Prinzip der MGV-Trennung auch bei der Stützungsmaßnahme: Hausärzte werden aus dem hausärztlichen Versorgungsbereich, Fachärzte aus dem fachärztlichen gestützt. Für beide Versorgungsbereiche gilt wiederum: Die Maßnahmen werden aus dem asymmetrischen Honorazuwachs finanziert. Die übrigen Arztgruppen werden somit nicht belastet. Für die Konvergenzregelung 2. Quartal 2010 wurden rund 1,7 Mio. Euro benötigt. Hinter dem Horizont geht es zwar weiter, jedoch etwas stärker gekrümmt. Ekkehard Becker, KVSH

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PRAXIS  &  KV A brechnung

Ausgleich überproportionaler Honorarverluste

Ab dem 3. Quartal 2010 kommt die Regelung des Beschlusses des Erweiterten Bewertungsausschusses zum Tragen, wonach im Einvernehmen mit den Landesverbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen zeitlich befristete Maßnahmen zur Vermeidung überproportionaler Honorarverluste geleistet werden können. Bedingung ist, dass die Honorarminderung mit der Umstellung der Mengensteuerung auf die neue Systematik begründet ist oder dadurch, dass die Partner der Gesamtverträge bisherige Regelungen zu den sogenannten extrabudgetären Leistungen, Leistungsarten und Kostenerstattungen nicht fortgeführt haben. Wie im vorangegangenen Artikel beschrieben, beziehen sich die Ausgleichszahlungen ausschließlich auf den Bereich des Gesamtvolumens (RLV, QZV und Praxisbesonderheiten). Extrabudgetäre Leistungen des Abrechnungsquartals gehen nicht in die Berechnungen ein. Das heißt, der zu prüfende Honorarverlust bezieht sich nicht auf das Gesamthonorar, welches den einzelnen Quartalsabrechnungen entnommen werden kann. Grund dafür ist, dass Leistungen, auch im Rahmen von Honorarausgleichszahlungen, maximal mit dem Orientierungswert von zurzeit 3,5048 Cent vergütet werden können (Euro-EBM). Des Weiteren wird ein RLV-relevanter Fallzahlrückgang prozentual auf das Vergleichshonorar übertragen, sodass z. B. ein Rückgang der RLV-relevanten Fälle um 10 Prozent auch das zu berücksichtigende Vergleichshonorar aus 2008 um 10 Prozent sinken lassen würde.

Unter anderem wurden folgende Kriterien bei der Beurteilung, ob Honorarausgleichszahlungen gewährt werden können, berücksichtigt: • Ist das Gesamtvolumen der Praxis ausgeschöpft? • Hat die Praxis einen Honorarverlust im Gesamtvolumen über 15 Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal 2008? • Nimmt die Praxis in wesentlichem Umfang an der Versorgung teil? Dies ist gegeben, wenn die RLV-Fallzahl größer als 50 Prozent und kleiner als 150 Prozent der durchschnittlichen RLV-Fallzahl der Arztgruppe ist. • Handelt es sich um eine Bestandspraxis? Bei Wachstumsärzten gilt die Maßnahme nicht. Insgesamt kann festgehalten werden, dass unter Berücksichtigung dieser Kriterien über 100 Praxen mit mehr als 290.000 Euro geholfen werden konnte. Für diese Praxen führt die KVSH die Ausgleichsmaßnahme direkt durch. Es wird angestrebt, die Berechnungen innerhalb von vier Wochen nach der Quartalsabrechnung durchzuführen. Unabhängig von dieser generellen Regelung steht der Antragsweg offen, in welchem die individuelle besondere Situation der Praxis im Zusammenhang mit überproportionalen Honorarverlusten geprüft und einer Vorstandsentscheidung zugeführt wird. Stephan Rühle, KVSH

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PRAXIS  & KV B ekanntmachungen

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/ Psychotherapeuten deren Praxen zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Fachgebiet

Planungs­bereich*

Praxisform

Bewerbungs­frist**

Ausschreibungs­nummer

Psychotherapie

Kreis Segeberg

EP

30.06.2011

4619/2011

Psychotherapie - halbe Zulassung -

Dithmarschen

EP

30.06.2011

5330/2011

Psychotherapie

Lübeck

EP

30.06.2011

5868/2011

Folgende Psychotherapeutin wurden rechtskräftig zur Vertragspraxis zugelassen:

Stadt Kiel Frau Dipl.-Heilpäd. Telse Lüthje als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin für 24103 Kiel, Dreiecksplatz 2.

* Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreisregion Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL). ** Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt, es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maxi mal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Aus schreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde.

Nähere Informationen zu den ausgeschriebenen Praxen erhalten Sie unter folgenden Telefonnummern: Flensburg

04551 883 378 04551 883 291

Schleswig-Flensburg Nordfriesland

Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behörden­ führungszeugnis) zu beantragen.

RendsburgEckernförde

Plön Ostholstein

Dithmarschen Neumünster

Hinweis: Die Wartelisteneintragung ersetzt nicht die Bewerbung!

Segeberg

Steinburg

Lübeck

Pinneberg

Bewerbungen richten Sie bitte an: KVSH, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg

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Kiel

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Stormarn

Herzogtum Lauenburg

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PRAXIS  &  KV A bgeordnetenversammlung

Wichtig für Positionsbestimmung Die Abgeordneten der KVSH gingen in Klausur.

Als Klausur wird in der Kirche ein Ort des Rückzugs und der Besinnung bezeichnet – vergleichsweise dem Rückzug der frühen Eremiten in die Wüste (Zitat nach Wikipedia). Mit Rückzug in die Wüste hatte die Klausur der Abgeordneten jedoch relativ wenig zu tun, eher vielleicht mit Besinnung. Es handelte sich auch nicht um eine Prüfungsklausur zur Abfrage eines Wissensstandes oder einer fachlichen Befähigung, wie man es in Universitäten gewohnt ist. Eher passt das dritte Bedeutungsfeld des Wortes Klausur: „In Klausursitzungen werden entweder gemeinsam oder in Gruppen Themenbereiche besprochen, die sich in der Regel auf das Arbeitsumfeld der Teilnehmer beziehen und zunächst nicht veröffentlicht werden sollen.“ (Wikipedia) Es gab an Themen und Gedanken eigentlich nichts zu verbergen, aber dennoch: Eine Abgeschiedenheit, in der nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden muss, ist – gerade in der Anfangsphase einer Abgeordnetenversammlung (AV), die sich erst finden und „sortieren“ muss – sehr hilfreich. Öffentliches Amt: Einige Rechte, aber auch viele Pflichten Zunächst stellte die Einführung unseres Justitiars, Klaus-Henning Sterzik, über Rechte und auch Pflichten des Abgeordneten als Mandatsträgers einer Körperschaft öffentlichen Rechtes unseren Status klar. Was können wir auf welchem juristischen Weg erreichen, was dürfen wir nicht, was könnte passieren, wenn wir den uns gegebenen Bogen „überspannen“? Hilfreich war die Zusammenstellung der Gegensatzpaare: selbständig – aber unter staatlicher Aufsicht; selbstverantwortlich – aber mit Haftungsverantwortlichkeit. Dezidiert wurden die Aufgaben der KV, des Vorstandes und der Gremien beleuchtet. In der Diskussion wurde noch einmal genau die versicherungsrechtliche Absicherung erklärt, die für die jeweiligen Mandatsträger für ihre Entscheidungen existiert. Man konnte kurzzeitig eine gewisse Ehrfurcht vor dieser Verantwortung im Raum spüren …

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Zulassungswünsche contra kleinräumige Bedarfsplanung Danach stellte Bianca Hartz die wichtigsten Arbeitsgebiete aus der Zulassungsabteilung dar. Momentan sind in Schlewig-Holstein fast 5.100 Ärzte, ärztliche und psychologische Psychotherapeuten tätig. Ca. 900 Praxen sind im rechtlichen Stand einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) organisiert, ca. 500 Ärzte sind in Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) angestellt, es gibt 120 Zweigpraxen und 66 MVZ, davon 2/3 in Krankenhausträgerschaft und 1/3 in vertragsärztlicher Trägerschaft. Wir erfuhren, dass die Bedarfszahlermittlung von Arztsitzen pro Einwohner noch immer auf dem Istzustand von 1990 beruht – einer Zahl also, die unsere Realität heute kaum noch abbilden kann. Es kommt dadurch zu einer abstrusen Ungleichverteilung der Arztsitze innerhalb der Regionen, die lediglich eine historische Begründung haben. Die Einarbeitung der kleinräumigen Bedarfsplanung und ggf. auch die Einbindung eines Demografiefaktors fordert von den zuständigen Stellen ein hohes Maß an Arbeit und Fachwissen. Honorarverteilung: Mangelverwaltung ist immer kompliziert und selten gerecht Im dritten Impulsreferat stellte Manfred Jaspers den verschlungenen Weg der Honorarverteilung vor – er verstand es wie so häufig, die hoch komplexe Materie auch für Nicht-Mathematiker noch gerade verständlich darzustellen. Die Problematik einer gerechten Honorarverteilung liegt vor allem darin, dass man in vielen Fällen auf bestimmte Vergleichsquartale zurückgreifen muss, um den normalen („historischen“) Leistungsbedarf der Praxis zu berechnen. Diese Vergleichsquartale dürfen nicht zu weit entfernt liegen, um eine Aktualität zu erhalten, dürfen aber auch nicht zu zeitnah liegen, um eine Verzerrung („Windhundeffekt“) zu vermeiden. Dann muss eine Anpassung auf das aktuelle Quartal erfolgen, aber auch die dazwischen liegenden Jahre und Quartale müssen bewertet werden, um Störeffekte (natürlich nur statistische Störeffekte!) wie Urlaub oder Praxisausfallzeiten aus anderer Ursache auszuschalten. Daraus kann man ersehen, dass selbst bei optimal aufgerüsteter EDV ein Abrechnungslauf in der KVSH momentan mehrere Tage dauern kann. aktuell

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PRAXIS  & KV

Laue Luft aus Berlin Am Nachmittag berichteten Dr. Kreuz und Dr. Ennenbach über die Grundzüge der Debatte aus der Vertreterversammlung der KBV in Berlin vom Vortag. Für uns war natürlich das Thema „Kodierrichtlinie“ sehr wichtig. Zunächst scheint es, dass wir bis zum 1. Januar 2012 mit diesem Thema in der Praxis noch nicht weitergehend behelligt werden. Ob die geplante Variante, freiwillige „Wächterpraxen“ vertieft kodieren zu lassen und deren Ergebnisse auf die Länder hochzurechnen, in die Wirklichkeit umgesetzt werden wird, müssen wir sehen. Frischer Wind aus Schleswig-Holstein Interessant war auch die strategische Diskussion, ob wir uns als KVSH eher in Richtung einer Pauschalierung des Leistungswesens bewegen oder die Rückkehr zu einer Einzelleistungsvergütung forcieren sollen. Dazu stellte Dr. Ennenbach noch einmal das Versorgungsmodell „ Gesundheitskonto mit Solidargutschrift“ (VGS) vor. In diesem Modell wird der Patient wie ein Privatpatient behandelt, er bekommt am Ende der Behandlung eine Rechnungskopie nach GOÄ – mit welchem Steigerungssatz, darüber wird noch verhandelt. Die eigentliche Rechnung geht vom Arzt an die KVSH, die sie prüft und an die Krankenkasse weiterreicht. Die Auszahlung erfolgt an den Arzt zu einem festen Eurobetrag, also nicht nach Errechnung von Punktwerten, und unbudgetiert, also ohne Abstaffelung. Wir berichteten im Nordlicht ,1-2/2011.

Dieses Modell sucht momentan noch den Teilnehmerkreis, an dem es ausprobiert werden kann. Möglichweise findet dieser Test auch woanders statt – z. B. in Bayern, wo großes Interesse besteht, es probeweise einzuführen. Sollte sich in Schleswig-Holstein eine Region/ein Ärztenetz und eine Krankenkasse mit ausreichend interessierten Patienten finden, würde es natürlich auch hier getestet werden können. Die Abgeordneten waren zum großen Teil interessiert und diesem Modell gegenüber positiv eingestellt. Bewertung Am Spätnachmittag trennte man sich – um einiges Wissen und einige Anregungen reicher, aber auch mit der Gewissheit, dass noch ein langer Weg mit vielen kleinen Schritten vor uns liegt. Es stellte schon „einen gewissen Angang“ dar, sich an diesem ersten richtig warmen und sonnigen Frühlingstag dieser Saison für über sechs Stunden in den Abgeordnetensaal der KVSH zu setzen. Dennoch: Diese Sitzung war ergiebig und hat für die kommende Legislaturperiode von noch fünfeinhalb Jahren wichtige Weichenstellung erreicht. Jens-Martin Träder, Facharzt für Allgemeinmedizin, Lübeck

Für uns hätte dieser Weg den Vorteil, dass die Vergütung für alle Beteiligten transparent wäre, dass die Vergütung unbudgetiert erfolgte, dass wir für wahrscheinlich etwas weniger Patienten mit etwas geringerer Kontaktfrequenz ein vergleichbares Honorar bekämen, was zu einer Entlastung der Praxen führte. Etwas mehr Zeit für etwas weniger Patienten bedeutete, dass wir uns wieder mehr um die wirklich Kranken kümmern könnten.

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PRAXIS  &  KV H auptstadtkongress M edizin und G esundheit in B erlin

Ein Tag für Niedergelassene und ärztlichen Nachwuchs Am 13. Mai veranstalten die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) den Tag der Niedergelassenen für Ärzte und Psychotherapeuten sowie deren Praxispersonal. Viel Service und Information für Ärzte und Psychotherapeuten sowie spannende Diskussionen – das steht 2011 wieder auf dem Programm des Tags der Niedergelassenen am 13. Mai. Wie in den Vorjahren veranstalten die KBV und die KVen dieses Forum auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit im Berliner ICC. Die Teilnehmer können sich zu Themen wie die papierlose Praxis mit KV-Online-Power und die Ambulanten Kodierrichtlinien informieren. Praxisinhaber und diejenigen, die es werden wollen, erfahren zudem, wie modernes Investitionsmanagement funktioniert.

Der Eintritt zum Tag der Niedergelassenen ist für Vertragsärzte und -psychotherapeuten, deren Praxispersonal sowie für Medizinstudenten und PJler kostenlos. Erforderlich ist lediglich eine Anmeldung, die Sie online unter www.tag-der-niedergelassenen.de vornehmen können. Teilnehmer erhalten sechs Fortbildungspunkte.

Höhepunkt des Tages ist eine politische Podiumsdiskussion. Über die Praxis der Zukunft debattieren um 11 Uhr Annette WidmannMauz (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, der Präsident der Krankenhausgesellschaft NRW, Dr. Hans Rossels, der Vorstandsvorsitzende von Patiodoc, Dr. Thomas F. Gardain, der Leiter der Abteilung Ambulante Versorgung beim GKV-Spitzenverband, Dr. Manfred Partsch, sowie Dr. Christiane Wessel, niedergelassene Gynäkologin.

Anna Mareike Lüttge, KBV

Während des gesamten Hauptstadtkongresses vom 11. bis zum 13. Mai präsentieren die KBV und die KVen auf einem Info-Markt ihr Dienstleistungsangebot. Dazu gehören der Arzneimittel-Infoservice, das Web-TV „KV-on“ und die Beratung zum Qualitätsmanagement. Besonders für Nachwuchsmediziner bietet der Info-Markt die Möglichkeit, sich mithilfe der Praxisbörsen der KVen über Niederlassungsmöglichkeiten zu informieren. Daneben erleben die Besucher des Messestandes täglich um 13 Uhr kurze moderierte politische Debatten in der sogenannten Speakers´ Corner.

Die Info-Veranstaltungen am 13. Mai

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9.00 –10.30 Uhr

Der Weg zur papierlosen Praxis: KV-Online-Power

9.00 –10.30 Uhr

Palliativversorgung in der ambulanten Medizin

9.00 –10.30 Uhr

Achtung, Keime: MRSA in der ambulanten Versorgung

14.00 –15.45 Uhr

QM – und wie geht es Ihrer Praxis?

14.00 –15.45 Uhr

Richtig kodieren – Tipps für die Praxis

16.15 –18.00 Uhr

Zertifizierte Fortbildung (CME) im Deutschen Ärzteblatt – eine Bilanz nach sechs Jahren

16.15 –18.00 Uhr

Modernes Investitionsmanagement für die Praxis

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PRAXIS  & KV G losse

Hausbesuche auf dem Lande oder: Wenn der MDK wichtiger ist als der Arztbesuch.

Es war einmal ein Hautarzt in einer größeren Stadt, der hatte es satt, ständig von allen Pflegeeinrichtungen des ländlichen Umlandes gedrängt zu werden, er möge doch öfter Hausbesuche bei ihnen durchführen. Und er hatte es satt, diese Hausbesuche dann in den Abendstunden, nach einem langen Arbeitstag, gehetzt „abzuarbeiten“, – und das bei dem zumeist üblichen „gemütlichen“ (und damit „schummrigen“) Licht in den Zimmern dieser Heime (was für die hautärztliche Diagnose besonders förderlich ist). Also bot er allen Pflegeeinrichtungen an, sie nach Absprache zukünftig regelmäßig zu besuchen, wollte dafür an bestimmten Tagen seine Praxis schließen, um bei Tageslicht und in entspannter Atmosphäre eine dermatologische „Außen-Sprechstunde“ anzubieten. Da der Zuspruch durch die Heimleitungen und auch Hausärzte groß war, bereiteten seine Helferinnen und er den „großen Tag“ vor: Eine große Kiste wurde bestückt, ... mit Dermatoskop, Abstrichutensilien für mykologische und bakteriologische Untersuchungen, mit chirurgischem Instrumentarium für Probeexzisionen, Blutentnahme-Sets, Verbandsmaterial ... was der Hautarzt eben so braucht, um eine gründliche Diagnostik durchführen zu können. An einem Mittwoch im März wurde dann die Praxis geschlossen, und der Hautarzt machte sich – nach einer langen NotdienstNacht – mit einer Helferin auf den Weg, zwei Altenpflegeheime in einem Dorf zu besuchen.

Gespräch mit dem Pflegepersonal konnte das weitere Vorgehen und die Therapie festgelegt werden, allgemeine Tipps zur Hautpflege und Prophylaxe konnten angesprochen werden, und sogar die Hautkrebsfrüherkennungsuntersuchung konnte auf Wunsch durchgeführt werden. Nichts Böses ahnend und mit einem guten Gefühl ging es dann nach zwei Stunden zum nächsten Altenheim: Erst mußte man im Eingangsbereich erst einmal fünf Minuten auf einen Ansprechpartner warten. Dann wurde von einer gestressten Pflegerin kurz mitgeteilt, dass man „den MDK überraschend im Hause habe und daher der vereinbarte Hausbesuch nicht stattfinden könne; man habe keine Zeit und kein Personal hierfür.“ (Anmerkung: Dabei hatte gerade dieses Heim den Hausbesuch vor drei Tagen als „besonders dringlich“ dargestellt!) Außerdem habe man den Hausbesuch gerade heute Morgen um 8 Uhr telefonisch abbestellt. (Anmerkung: Da war die Praxis noch gar nicht besetzt und es lief nur die automatische Bandansage; außerdem befand sich der Hautarzt bereits auf dem Weg nach Tangstedt!) Höchst verärgert machte sich der Hautarzt und seine Helferin auf den 21 Kilometer langen Heimweg mit der Erkenntnis: Im deutschen Pflegewesen ist eine Untersuchung durch den MDK und die anschließende „Benotung“ der Pflegequalität so wichtig (und wahrscheinlich beunruhigend), dass man den (zuvor als dringend angeforderten) Facharzt lieber an der Tür abweist und die Patienten weiter auf die notwendige Behandlung warten lässt! Dr. Michael Steger-de Wiljes, Dermatologe, Norderstedt

Gleich im ersten Heim lief alles wie erhofft: In entspannter Atmosphäre, bei günstigen Untersuchungsbedingungen, konnten alle Patienten gründlich untersucht werden, im direkten

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PRAXIS  &  KV P s y chotherapie

KVSH benötigt Daten der Anerkennungsbescheide Daten müssen regelmäßig und konsequent in die Praxisverwaltungs-Software eingepflegt werden. Noch überraschend viele Fehler Hingegen ist bei der Durchführung der Honorarabrechnung des vierten Kalendervierteljahres 2010 aufgefallen, dass einige zur Abrechnung eingereichte Datensätze unvollständige oder gänzlich fehlende Angaben enthielten. Aus diesem Grunde hier noch einmal die dringende Bitte der Abrechnungsabteilung der KVSH, auf die Einpflege der Daten zu achten! Ohne diese Angaben ist die Durchführung einer Honorarabrechnung nicht möglich. Die elektronische Datenverarbeitung im Hause der KVSH stellt automatisch einen gesamten Patientenfall/Schein zurück, wenn diese Angaben lückenhaft sind oder gänzlich fehlen. Im Falle einer Zurückstellung erhält der Psychotherapeut ungefähr zwei Monate nach Abgabe seiner Abrechnungsunterlagen von der KVSH eine schriftliche Benachrichtigung darüber. Bereits zum Jahreswechsel – für die Abrechnung des 4. Quartals 2010 galt die Regelung, dass auf die Weitergabe des Formblattes PTV 7b (Anerkennungsbescheide der Krankenkassen) verzichtet werden konnte. Aber auch wurde mitgeteilt, dass die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) weiterhin auf die Daten dieser Bescheide angewiesen ist und diese unbedingt im Rahmen der Abrechnung mitgeteilt werden müssen. Hierzu müssen diese Daten nun regelmäßig und konsequent in die Praxisverwaltungs-Software eingepflegt werden. Sie werden dann bei der Online-Abrechnung automatisch an die KVSH übermittelt. Über die Details dieser neuen Regelung wurde jeder Psychotherapeut direkt und auch über das Nordlicht Heft 12/2010 Seite 32 informiert. Eigentlich keine wesentliche Neuerung Für viele Psychotherapeuten war die Erfassung der Daten, das sind Angaben zum Antragsdatum, zur Anzahl bewilligter Leistungen, über die Art der Leistungen (EBM-Ziffer) und zum Datum des Anerkennungsbescheides, keine herausragende Neuerung gewesen. Jahrelang schon haben sie diese Daten in entsprechende Erfassungsfelder ihrer Praxisverwaltungs-Software eingetragen, um damit ihr Programm in die Lage zu versetzen, automatisiert die Anzahl der stattgefundenen und/oder auch abgerechneten Leistungen (Sitzungen) für jeden einzelnen Patienten anzeigen zu können. Aus diesem Grunde besteht für die meisten Psychotherapeuten die wesentliche Neuerung nur darin, dass das Formblatt PTV 7b nun nicht mehr regelmäßig per Briefpost an die KVSH gesandt werden muss.

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Nordlicht

Zurückgestellt – keine Panik - Geld ist nicht verloren! Das bedeutet, ein gesamter Fall (Datensatz eines Patienten) fällt aus der gegenwärtigen Abrechnung heraus. Der Fall wird zurückgestellt, was nicht bedeutet, dass seine Vergütung gänzlich verloren ist. Bei einer Zurückstellung besteht die Möglichkeit, den gesamten Fall bei einer späteren Quartalsabrechnung erneut zur Abrechnung einzureichen – jetzt aber korrigiert, d. h. mit den fehlenden Daten versehen. Der Patientenfall (Schein) wird als sogenannter Nachzügler eingereicht und entsprechend zu einem späteren Zeitpunkt vergütet. Steht beispielsweise ein viertes Kalendervierteljahr zur Abrechnung, könnte es sein, dass mit diesem zusammen auch noch Fälle/Scheine aus dem dritten oder sogar zweiten Quartal eingereicht werden. So ist es gemäß Honorarabrechnungsordnung (HAO) tatsächlich möglich, dass in besonderen Fällen von einem Patienten mehrere Scheine verschiedener Quartale zusammen eingereicht werden. Dies sollte aber unbedingt die Ausnahme darstellen. Der Anspruch auf nachträgliche Abrechnung besteht längstens bis zu einem Jahr nach dem dafür maßgeblichen Abgabetermin (jeweils bis zum 10. des auf das abzurechnende Quartal folgenden Monats). Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

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PRAXIS  & KV neues aus K V en und K B V

„agnes zwei“ in Brandenburg Potsdam – Die demographische Entwicklung und die begrenzten personellen und finanziellen Möglichkeiten zwingen die Akteure im Gesundheitsbereich zu neuen Überlegungen. Brandenburg, das Bundesland mit der geringsten Arztdichte im ambulanten Bereich, ist hier seit Jahren Vorreiter. Im Herbst 2009 gründete sich „IGiB – Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg“, bundesweit bislang die einzige Arbeitsgemeinschaft zwischen einer KV – der KV Brandenburg – und einer Krankenkasse – der AOK Berlin-Brandenburg. Im Mai 2010 trat dieser Arbeitsgemeinschaft die BARMER GEK bei. „Agnes zwei“ ist das jüngste Produkt der IGiB. Es hat zum Ziel, den Arzt zu entlasten und den Patienten effizient durch die Gesundheitsbereiche zu lotsen, kurz: „agnes zwei“ ist die Fallmanagerin in der Arztpraxis, dem MVZ oder Ärztehaus. Sie hilft beim Ausfüllen von Formularen, bei der Koordinierung von Terminen, vermittelt Kontakte und betreut Patienten darüber hinaus in deren Häuslichkeit. „Wir benötigen dringend insbesondere in den Arztpraxen, die einen hohen Anteil an chronisch Kranken oder multimorbiden Patienten haben, eine besonders qualifizierte Kraft, die diese komplizierten und zeitaufwendigen Fälle managed“, betonte der Vorsitzende der KV Brandenburg, Dr. Hans-Joachim Helming.

Internetplattform für Mediziner Potsdam – Brandenburg will Ärzte für ländliche Regionen über das Internet anwerben, teilten das Gesundheitsministerium, die Landesärztekammer, die Kassenärztliche Vereinigung und die Landeskrankenhausgesellschaft mit. Unter der Adresse www.arzt-in-brandenburg.de erfahren an einer Niederlassung interessierte Mediziner, welche Möglichkeiten es gibt. Und auch, wo Förderungen oder Facharztausbildungen möglich sind. Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) sagte, sie hoffe, dass viele junge Ärztinnen und Ärzte neugierig auf das Land werden. Die KV unterstützt die Ärzte in allen fachlichen und wirtschaftlichen Fragen rund um die Niederlassung, bei der Arbeit als angestellter Arzt oder in den über 80 Gesundheitszentren und Medizinischen Versorgungszentren. Beim Start helfen auch Städte und Gemeinden, der Hausärzteverband Berlin-Brandenburg oder die Agentur für Arbeit.

Beratungsprojekt „Kinder kranker Eltern“ gestartet München – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns und die AOK Bayern haben ein gemeinsames Beratungsprojekt zur Unterstützung von Kindern mit kranken Eltern gestartet. Die Diagnose einer schweren Krankheit verändert nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern auch das der Kinder. Leiden Mutter oder Vater an einer schweren Erkrankung, zum Beispiel an Krebs, Epilepsie oder Aids, können die Eltern nun unverbindlich zwei Beratungstermine bei einem Fachexperten wahrnehmen. „Wenn man darüber nicht offen spricht, kann das beim Kind zu tiefer Verunsicherung, zu Angstzuständen oder sogar zu psychischen Störungen führen. Dem wollen wir mit dem Beratungsprojekt für Kinder kranker Eltern vorbeugen“, erklärte Dr. Ilka Enger, zweite stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Bayerns. Die professionelle Beratung unterstützt

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die Eltern bei der Vorbereitung und der Durchführung eines offenen, kindgerechten Gesprächs über die schwerwiegende Krankheit von Mutter oder Vater. Ein kurzer Info-Flyer und eine umfassende Broschüre geben erste Impulse für den richtigen, kindgerechten Umgang mit dem Thema Krankheit. In zwei Beratungsterminen werden dann konkrete, auf die jeweilige familiäre Situation zugeschnittene Gesprächskonzepte entwickelt. Sollte sich daraus weiterer Beratungsbedarf ergeben oder sollten beim Kind bereits erste Verhaltensauffälligkeiten als Reaktion auf die belastende familiäre Situation auftreten, sind bis zu sechs weitere Beratungstermine vorgesehen.

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PRAXIS  &  KV S ervice

Sie fragen - wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Antworten des Service-Teams Muss mein Urlaub noch auf den weißen Kärtchen an die KV mitgeteilt werden? Urlaub, der länger als eine Woche andauert, muss bei der KV vor Urlaubsantritt gemeldet werden, hierfür müssen aber nicht zwingend die Kärtchen verwendet werden. Der Urlaub kann auch formlos bei der KV gemeldet werden. Wichtig sind trotzdem die Angaben über Länge, Grund der Abwesenheit und wer die Vertretung übernimmt.

Muss die Sammelerklärung ab dem 2. Quartal 2011 auch online ausgefüllt werden oder kann ich die noch manuell ausfüllen und mit den restlichen Scheinen zur KV schicken? Zurzeit kann die Sammelerklärung noch manuell ausgefüllt und per Post an die KV geschickt werden. Noch einfacher geht es jedoch online. Unter www.ekvsh.de gibt es die Möglichkeit, die Sammelerklärung online auszufüllen, ein entsprechendes Exemplar finden Sie in der digitalen Unterschriftenmappe. Die Unterschrift erfolgt beispielsweise durch die elektronische Signatur des elektronischen Heilberufeausweises bzw. wenn kein Arztausweis vorhanden ist, wird die Erklärung nach dem Ausfüllen ausgedruckt, unterschrieben und an die angegebene Faxnummer gefaxt.

Wie oft darf die Beratung zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms (01740 EBM) abgerechnet werden? Laut den Krebsfrüherkennungs-Richtlinien ist der Versicherte möglichst frühzeitig nach Vollendung des 50. Lebensjahres einmalig über das Gesamtprogramm zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms zu informieren. Dies bedeutet, dass die Ziffer 01740 nur einmal im Leben eines Patienten abgerechnet werden kann.

Kann die Tetanol-Gabe im Verletzungsfall mit der Impfziffer 89124A, B und R abgerechnet werden? Die Gabe von Tetanol im Verletzungsfall schließt die Abrechnung der o. g. Ziffern laut Impfvereinbarung aus. Es handelt sich in diesen Fällen um eine Behandlung und um keine prophylaktische Schutzimpfung nach der Schutzimpfungsrichtlinie. Die Gabe von Tetanol und auch von Tetagam ist mit der Versicherten- bzw. Grundpauschale abgegolten.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 38

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Forum

Leserbriefe sind keine Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen. Bitte geben Sie Ihren Namen, die vollständige Adresse und für Rückfragen Ihre Telefonnummer an. Wir freuen uns auf Ihre Leserbriefe. Bitte schicken Sie diese per E-Mail an: nordlicht@kvsh.de, per Post: KVSH Redaktion Nordlicht, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg, per Fax: 04551 883 396

L eserbrief

Psychotherapeuten zum Thema „Burn-out“ Mit großer Besorgnis beobachten die unterzeichnenden niedergelassenen Psychotherapeuten eine ständige Zunahme bestimmter „berufsbedingter“ Diagnosen. Immer häufiger kommen Menschen zu uns, die an Burnout-Syndrom, depressiven Reaktionen, akuten Belastungsstörungen und existenzbedingten Angsterkrankungen leiden. Oft stehen Arbeitsbedingungen im Hintergrund, die von einer Zunahme an (z. T. unbezahlten) Überstunden, Mobbing, drohender Entlassung geprägt sind. Kollegialer Zusammenhalt fällt einem Verteilungskampf zum Opfer, der letzte Sicherheiten raubt. Ein Beispiel von vielen: Herr B. (37), seit 14 Jahren Auslieferungsfahrer einer mittelständischen Firma. In den ersten Jahren habe die Arbeit Spaß gemacht, doch als die Aufträge immer mehr wurden sei zwar viel investiert, bei neuen Fahrern aber gespart worden. Vorbei sei es mit geregelten Arbeitszeiten: seit Jahren müsse er meist 10 - 12 Stunden arbeiten, fürs Privatleben bleibe kaum noch Zeit und Kraft. Sein Lohn bleibe dabei fast gleich, da die Zeitvorgaben pro Leistung einfach verkürzt wurden. Sein Vorgesetzter habe auf seine Beschwerden abfällig bemerkt, er könne sich ja eine andere Arbeit suchen. Der Betriebsrat habe ihn nur vertröstet. Man werde nur noch als „Nummer in der Kalkulation“ statt als Mensch geführt. Er habe immer schlechter geschlafen, zunächst sei es der Rücken, dann morgendliches Augenflimmern und Schweißausbrüche, Angst vor der Arbeit gewesen. Eines Morgens ging nichts mehr: als er vor drei Monaten beim Arzt in Tränen ausgebrochen sei, habe der ihn (bis heute) krankgeschrieben. Ein Antidepressivum helfe ein wenig. Er fürchte, von der Firma als Simulant angesehen zu werden, wolle da aber eigentlich nie wieder hin gehen. Um peinliche Begegnungen zu vermeiden bleibe er meist zu Hause. Er kenne sich nicht mehr wieder. Ist dieser Patient zu labil oder einfach „Symptomträger“? Wir denken: Immer weniger Menschen profitieren von diesem System des Wettbewerbs um Besitz, immer mehr Menschen fallen ihm zum Opfer, müssen um ihren Job, ihre Existenz, ihren Sinn bangen. Menschen, die nicht mehr standhalten, kommen mit eingebrochenem Selbstwertgefühl in unsere Praxen, fühlen sich oft seltsam kraft- und sinnlos, hegen Lebenszweifel bis hin zu Suicidgedanken. Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich z. B. an Hochschulen ab. Und manchmal möchten wir diesen Menschen sagen: Nicht du hast versagt, sondern das Wirtschaftssystem, dessen Teil du bist, ist auf die schiefe Bahn geraten.

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Unser Appell geht an alle Betroffenen: Unsere Patienten und alle ihre zahllosen (uns unbekannten) Leidensgenossen möchten wir ermutigen: tut euch als Patienten oder Kollegen zusammen. Redet mit Betriebsrat und Gewerkschaft, holt euch Rechtsschutz, berichtet der Arbeitsagentur, der Kammer, dem Rathaus, euren Abgeordneten u. a. Institutionen von den Missständen. Schreibt Leserbriefe oder Netzbeiträge, macht euer Leid öffentlich. Lasst euch nicht kleinkriegen von der Furcht, gefeuert zu werden: ein Ende mit Schrecken ist oft heilsamer als ein Schrecken ohne Ende. Es kann der Anfang eurer wiedergewonnenen Freiheit sein. Die Unternehmer möchten wir daran erinnern, dass freundliche, transparente, fair entlohnte Arbeitsbedingungen zu einem produktiven, gesunden Klima im Betrieb beitragen. Arbeit die diese Kriterien nicht erfüllt macht krank. Wir gehen davon aus, dass soziale Unternehmen sich mit der Zeit als immer erfolgreicher entwickeln werden – arbeiten sie doch mit und nicht gegen den Menschen, motivieren, geben Wertschätzung, fördern Eigenverantwortung. Wo Mitarbeiter sich wohl fühlen, geht es auch Kunden gut. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür. Den Regierenden möchten wir sagen: sucht eure Berater nicht nur in der Wirtschaftslobby, sondern auch dort, wo zukunftsfähige Alternativen erarbeitet werden (siehe z. B. Uexkülls World Future Council); kümmert euch öffentlich um eine Klimawende für die Erde und die Gesellschaft, geht runter vom Gas und werdet nachhaltig. Besinnt euch auf den sozialen Staat, für den ihr angetreten seid. Und den Kollegen im Land dies: lasst uns öffentlich werden. Lasst uns die Erfahrungen unserer Profession nutzen, um positive Entwicklungen anzustoßen, nicht nur im Patienten, sondern auch im Umfeld. Zum Beispiel mit der Weiterverbreitung dieser Zeilen, oder in eurer ganz eigenen kreativen Weise. So muss keiner für sich allein bleiben: Das Netz wird tragfähiger.

Kontakt: andreasretzmann@foni.net Dipl.-Psych. Andreas Retzmann, Psychotherapeut, Kattendorf, Qualitätszirkel Kaltenkirchen, Qualitätszirkel Norderstedt, Qualitätszirkel Quickborn, Intervisionsgruppe Hamburg 04/132

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die menschen im land V or O rt

Wanderer zwischen den Welten

Arzt, Literat und Maler: Dr. Jürgen Schwalm (79) ist ein in vielen Bereichen versierter Mann. Bis Ende Juni stellt er seine Bilder unter dem Titel „ Gläsernes Licht“ in der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein aus.

Nordlicht: Im Anfang liegt ja oft die Wurzel zum Verständnis eines Lebensweges. Wie sind Sie zur Malerei gekommen? Dr. Jürgen Schwalm: Mein Großvater Theodor Schwalm war Maler und ein Schüler des berühmt-berüchtigten Bremer Malerdichters Arthur Fitger, dessen dekorative Malereien um 1900 zahlreiche öffentliche Gebäude schmückten, u. a. den Bremer Ratskeller und das Hamburger Rathaus. Die „Weserlandschaft mit Kornfeld und rotem Mohn“ hing in meinem Berliner Elternhaus; in verträumten Stunden ging ich gern in diesem Bild spazieren. Das schönste aber war, dass ich bei meinem Großvater malen durfte, wenn ich ihn in Bremen besuchte. Ich durfte seine „Maler-Schürze“ tragen und an der Staffelei mit Pinsel, Palette und Ölfarben Malpappen „bearbeiten“. Großvater erfreute mich zusätzlich, wenn er mit bombastischem Ausdruck Fingers Persiflage-Gedicht „Held Hadubrast hauste Met minnend im muddigen Moor“ deklamierte. Also: Meine Leidenschaft für Malerei und Dichtung hat ganz gewiss mein Großvater geweckt. Nordlicht: Sie haben lange Jahre in Lübeck als Hautarzt praktiziert. Wo berühren sich „ärztliche“ und „klassische“ Kunst?

organischer Strukturen und ihr Wiederholungs- und Wiedererkennungs-Wert. Das war ein gewichtiger Grund für mich, Dermatologe zu werden. Die Haut ist außerdem die entscheidende, hochsensible Grenzmembran zwischen dem Ich und der Umwelt und sie ist zugleich auch Projektionsorgan. Sie ist das, was für den Maler die Bildebene darstellt. Sowohl beim Arzt als auch beim Künstler entscheidet nicht der Blick auf die Dinge. Es geht immer um die Analyse der Hintergründe. Nordlicht: Wie konnten Sie die zeitintensiven Tätigkeiten „Praxisarbeit“ und „Malerei“ nebeneinander betreiben? Schwalm. Ich hatte immer drei gleichberechtigte Berufe, die voneinander profitieren: Ich sehe mich als Arzt, Schriftsteller und Maler. Und auch für mich galt und gilt der Spruch: „Zu dem, was man machen will und muss, hat man immer Zeit.“ Aber ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich meiner Frau, die übrigens auch Ärztin ist, danken: Sie hat mir immer wieder und unermüdlich viel Alltagsarbeit abgenommen und mir dadurch die nötigen Freiräume geschaffen. Nordlicht: Was fasziniert Sie an der Technik der Glasmalerei?

Schwalm: Meine Mutter wurde nach dem 1. Weltkrieg im LetteHaus in Berlin zur medizinisch-technischen Assistentin ausgebildet. Als ich acht Jahre alt wurde, schenkte sie mir ein Mikroskop und histologische Präparate, die ich fasziniert betrachtete. Als optischeidetischer Typ begeistert mich damals wie heute die Schönheit 40

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Schwalm: Für meine Bilder ist die Farbgestaltung ausschlaggebend. Meine Bilder wünschen sich, gläserne Fenster sein zu dürfen für die unerschöpfliche Farbenwelt des Lichts. Als Kind sah ich in österreichischen Wallfahrtskirchen zum ersten Mal Votivbilder aktuell

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die menschen im land in Hinterglastechnik, die mich bezauberten. Im letzten Jahrhundert waren es besonders die Expressionisten, die sich wieder mit der Hinterglasmalerei beschäftigten. In meinen eigenen Arbeiten habe ich die von ihnen entwickelte Technik angewandt und sie für mich noch differenziert. Indem ich die bemalten Glasscheiben mit farbigen glatten oder rauen, bzw. reliefierten Pappen oder Stoffen hinterlege, sollen die Bilder neben der Leuchtkraft der Farbe auch in der Tiefe Struktur und Perspektive erhalten, also eine neue Dimension.

Blütenregen

Nordlicht: Sie haben außerhalb der Malerei auch an literarischen Sujets gearbeitet und viel veröffentlicht. Wo lagen dort Ihre Schwerpunkte?

Nordlicht: Das Thema „Japan“ taucht in einigen Ihrer Bilder auf. Welche Bedeutung hat dieses Thema für Ihr Leben innerhalb und außerhalb der Kunst? Schwalm: Mein Urgroßvater, der Geograf Johannes Justus Rein, bereiste ab 1873 im Auftrag der preußischen Regierung Japan und veröffentlichte ab 1881 die erste wissenschaftliche Landesbeschreibung Japans nach der Meiji-Restauration. Nach Fossilienfunden gelang ihm die erste geologische Datierung für Japan. Das Andenken an ihn ist dort lebendig geblieben. Man errichtete ihm in Shiramine-mura sogar ein Denkmal und ein kleines Museum, wo regelmäßig „Rein-Feiern“ abgehalten werden. Ich war zweimal als Festredner und Ehrengast dazu eingeladen worden. Noch im zweiten Weltkrieg erbte meine Mutter einen Teil der Kunstsammlung Reins, und ich bewunderte schon als Junge die Farbschönheit japanischer Gefäße und Lackarbeiten, aber auch die zarten Seidenmalereien. Später entstanden nach allen diesen Impressionen meine „Japanischen Lieder“ und meine „JapanBilder“, die durch die erschütternde japanische Katastrophe plötzlich eine neue Bedeutung erhalten. Sie wirken jetzt wie ein Abgesang für ein Japan, das nie mehr zu dem zurückkehren kann, wo es einmal war.

JAPANISCHES LIED (1953)

Schwalm: In den ersten Nachkriegsjahren war ich theaterbegeistert und wirkte selbst bei Schüleraufführungen mit. Für die Schülerzeitung schrieb ich die ersten Gedichte. Ich verfasste dann vorzugsweise Lyrik, weniger Kurzgeschichten. Seit 1978 war ich Lektor, von 1985 -2003 Herausgeber des „Almanachs deutschsprachiger Schriftsteller-Ärzte“, der jährlich erschien. In den letzten Jahrzehnten verfasste ich viele Essays mit literaturhistorischen Themen und über Leben und Werk von Schriftstellern, u. a. Overbeck, Voß, Geibel, Falke, Kolb und Bonsels. Nordlicht: Gerade Ihre frühen Bilder haben deutliche Bezüge zum Surrealismus. In welche Richtung hat Sie diese Kunstrichtung beeinflusst? Schwalm: Ausschlaggebend war auch hier ein „Aha-Erlebnis“ in meiner Kinderzeit. Eines Tages betrachtete ich mich in der elterlichen Wohnung im Spiegel und erkannte plötzlich, dass das, was ich im Spiegel sah, gar nicht meine Person war, sondern nur ein Bild von den unzähligen Bildern von mir, die hinter dem Spiegel darauf warteten, in Erscheinung treten zu können. Es gab also eine andere Welt hinter dem Spiegel. – Als Student sah ich dann die epochalen surrealen Filme von Jean Cocteau „LE SANG D’UN POÈTE“ und „ORPHÈE“, in denen die Akteure Spiegel wie Pforten durchschreiten, um eintauchen zu können in die Flut neuer Bilder.

Der Abend malt die Nacht auf Seide, er sinnt am Lied der Dämmerträume und läuft nun von den dunklen Ufern so wolkenzart wie Tusche aus. Zu einem Buch füg ich die späten Bilder und fass’ dies ein mit roten Fäden und schenk es dir mit Silberflötenschall An einem Abend, der wie dieser gleitet. Ich reib noch Farben selbst auf schwarzem Stein und schreib auf jedes Bild ein einz’ges Wort; aus meinem Herzen strömt für dich dahin, was alle Nacht wie Hauch durchdringt. Wo du das Buch entrollst, wirst du das Zeichen lesen und singst mein Lied vom Bambusholz im Wind.

Lange Zeit war ich vom Surrealismus beeinflusst, sicher auch durch meine medizinische Ausbildung und Tätigkeit und ausgehend von psychologischen, psychiatrischen und psychoanalytischen Studien. Die Dinge, die hinter der Realität stehen, rücken für die Surrealisten in den Vordergrund. Entscheidender als die Darstellung der Realität wurden auch für mich die Eingebungen, die mir durch die Fantasie, die Träume und das Unterbewusste vermittelt wurden.

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Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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SERVICE V erordnungsmanagement Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich nicht nur neu niedergelassene Ärzte immer wieder, zu groß ist die Gefahr, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungs-Dschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungs-Dschungel

Ernährung zu Kassenlasten Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, so genannte Krankenkost und diätische Lebensmittel einschließlich Produkte für Säuglinge oder Kleinkinder sind von der Versorgung nach Paragraf 27 SGB V ausgeschlossen. Ausnahmsweise dürfen in medizinisch notwendigen Fällen: • Aminosäuremischungen, • Eiweißhydrolysate, • Elementardiäten und • Sondennahrung zulasten der Krankenkassen verordnet werden. Wann liegt nun so eine Ausnahme vor? Die Arzneimittel-Richtlinie führt hierzu aus, dass enterale Ernährung bei fehlender oder eingeschränkter Fähigkeit zur ausreichenden normalen Ernährung zu Kassenlasten verordnet werden kann, wenn eine Modifizierung der normalen Ernährung oder sonstige ärztliche, pflegerische oder ernährungstherapeutische Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssituation nicht ausreichen. Vor dem Griff zum Kassenrezept muss also Folgendes abgeklärt werden: • Ist die Ernährungssituation durch hochkalorische Nahrung (Zusatz von Sahne, Butter, Fruchtsäfte etc.) verbessert worden? • Ist das Nahrungsangebot erweitert worden (z. B. Zwischenmahlzeiten) und hat intensive Zuwendung (häufiges geduldiges Anreichen von Nahrung) stattgefunden? • Sind darüber hinaus Kaustörungen durch Mundhygiene und Mundpflege usw. behoben worden? • Ist auf entsprechende Lagerung des Patienten geachtet worden? • Ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gewährleistet? Muss gegebenenfalls ein Schlucktraining verordnet werden? All diese Fragen sind vorab zu klären. Darüber hinaus sollte auch mit haushaltsüblichen Lebensmitteln selbst hergestellte Flüssignahrung erfolglos zum Einsatz gelangt sein. Wie stellt man sich Flüssignahrung selber her? Hierzu gibt es auf der Seite der AOK-Beratungsapotheker (www. aok-beratungsapotheker.de) sehr hilfreiche Rezepte und Anleitungen, wie man Flüssignahrung selber herstellen kann und es findet sich dort auch ein beispielhafter Tagesplan für hochkalorische Ernährung, wenn der Patient noch kauen kann. 42

Nordlicht

Darüber hinaus finden Sie hier auch eine Übersicht der gängigen Präparate, die verordnet werden können, wenn o. g. Maßnahmen erfolglos waren und deren Kosten. Sollte eine Sonde liegen, ist das Zubehör (Ernährungspumpe, Schläuche Überleitsystem etc.) als Hilfsmittel zu verordnen. Die Sondennahrung und ggf. notwendige Verbandstoffe sind gesondert wie ein Arzneimittel auf Muster 16 (ohne 7 anzukreuzen) zu rezeptieren. Die AOK weist noch darauf hin, dass ein Verbandwechselset unwirtschaftlich ist. Ein Verbandwechsel mit einem Wechselset kostet ca. 6,43 Euro, bei Verordnung der Einzelkomponenten (Peha-Schlitzkompressen, sterile Mullkompressen und Fixomull-Stretch) entstehen je Verbandwechsel Kosten in Höhe von 1,12 Euro, die budgetrelevant sind. Nachzulesen ist das Ganze in der Arzneimittel-Richtlinie ab Paragraf 18. Die jeweils aktuellste Version kann man beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter www.g-ba.de im Informationsarchiv Richtlinien einsehen. Thomas Frohberg

Haben Sie Fragen? Dann rufen Sie das Verordnungsmanagement der KVSH an: Ihr Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Thomas Frohberg Tel. 04551 883 304 thomas.frohberg@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Plath Tel. 04551 883 362 anna-sofie.plath@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein Tel. 04551 883 353 heidi.dabelstein@kvsh.de aktuell

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Service was , wann , wo ?

Seminare

Zu Seminaren wird nicht mehr persönlich eingeladen. Bekanntmachungen erfolgen ausschließlich über das Nordlicht.

Ärzte QM-Mitarbeiter

Ärzte

thema: Q  ualitätsmanagement –

thema: W  orkshop Kooperationen

die G-BA Richtlinie erfüllen datum: 25. Mai, 14.00 bis 18.00 Uhr

datum: 8. Juni, 15.00 bis 18.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Dieser Workshop richtet sich insbesondere an Interessenten, die bereits niedergelassen sind, als Assistenten oder regelmäßig als Vertreter tätig sind oder am Einsteiger-Workshop der KVSH teilgenommen haben.

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? Welche Anforderungen bestehen bei Themen wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben nützlichen Informationen unter anderem auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem wie Sie Ihre KV bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg, Raum „Auto“

Heutzutage wird immer wieder behauptet, dass die Zukunft in Kooperationen liegt. Ist dem so? Der Workshop vermittelt das notwendige Grundwissen, zeigt verschiedene Formen der Kooperationen auf und gibt Tipps für die Planung. Referenten: Ort:

Bianca Hartz, Abteilung Zulassung/Praxisberatung Marion Grosse, Abteilung Zulassung/Praxisberatung Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg, „Kuba 1 und Kuba 2“

Teilnahmegebühr: Der Workshop ist kostenfrei. TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die verbindlichen Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt. Sollten Sie nach der verbindlichen Anmeldung nicht teilnehmen können, sagen Sie bitte rechtzeitig ab, damit keine unnötigen Kosten entstehen und gegebenenfalls noch Interessierte nachrücken können.

Teilnahmegebühr: 50 Euro Fortbildungspunkte: 4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Fortbildungspunkte: 5

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung/Praxisberatung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Telefon: 04551 883 204 04551 883 292 Fax: 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail: angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de 5 | 2011

Telefon 04551 883 881 Fax 04551 883 276 E-Mail zulassung@kvsh.de Nordlicht

aktuell

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SERVICE

Medizinische Fachangestellte

Medizinische Fachangestellte

thema: Die Arztabrechnung – Sie fragen,

thema: „ Telefontraining“ - Basisschulung -

wir antworten“

datum: 15. Juni 2011, 15.00 bis 18.00 Uhr

datum: 15. Juni und 22. Juni, 14.00 bis 18.00 Uhr

Referenten: Gastreferent:

Petra Lund, Abrechnungsleiterin Ernst Sievers, stellv. Abrechnungsleiter Dieter Struck, Referent, Abrechnungsabteilung Hagen Franke, Referent, Abrechnungsabteilung Thomas Frohberg, Struktur und Verträge, Team Verordnungsmanagement Timo Rickers, IT-Beratung der KVSH Jörg Ruge, Privatärztliche Verrechnungsstelle

Die Medizinische Fachangestellte ist für den Patienten fast immer die erste Kontaktstelle in der Arztpraxis. Mit dieser Veranstaltung möchten wir Ihren Praxismitarbeiterinnen Möglichkeiten an die Hand geben, dem Patienten sowohl am Telefon als auch in der Praxis noch freundlicher zu begegnen. Schwerpunkte des Seminars sind die freundliche Begrüßung, patienten-orientierte Formulierungen, die Terminierung am Telefon und der Umgang mit unterschiedlichen Patiententypen.

Ort:

Saal der Abgeordnetenversammlung der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Referentin: Frau Livia Jendro, MfG Training und Beratung Hamburg

Im Rahmen dieses Seminars werden wir mit Ihren Mitarbeiterinnen insbesondere aktuelle Abrechnungsfragen zum EBM und zur GOÄ erörtern sowie auf Fragen rund um die Verordnung und das Erstattungsverfahren von Kartenlesegeräten eingehen. Teilnahmegebühr: Das Seminar ist kostenfrei. TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

Ort: ,

Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg, „Kuba 1“

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnahmegebühr beträgt 95,00 Euro pro Person. Bitte überweisen Sie diese nach Eingang der Anmeldebestätigung auf das Kto. 833 bei der Sparkasse Südholstein (BLZ 230 510 30) unter dem Stichwort „Telefontraining“. Da die Teilnehmerzahl auf 12 Personen begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

Anmeldung und Auskunft: Abmeldungen können ebenfalls in schriftlicher Form bis 10 Tage vor der jeweiligen Veranstaltung bzw. im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis 3 Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr/ Ausfallentschädigung von 50 Prozent der Teilnahmegebühr pro Person fällig. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr. Die Benennung von Ersatzpersonen ist in jedem Falle möglich.

Anmeldung und Auskunft: Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 6. Juni 2011 (gern auch per Fax oder Email) an:

Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 6. Juni 2011 (gern auch per Fax oder E-Mail) an:

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Nadine Kruse Telefon 04551 883 332 Fax 04551 883 374 E-Mail nadine.kruse@kvsh.de

Nadine Kruse Telefon: 04551 883332 Fax: 04551 883374 E-Mail: nadine.kruse@KVSH.de

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Service

Ärzte

Medizinische Fachangestellte

thema: Radiologische Diagnostik von

thema: Die Arztabrechnung – Sie fragen,

Frakturen bei Kindern, Indikation, Durchführung, Befundung, Pitfalls

datum: 29. Juni, 15.30 bis 19.00 Uhr

datum: 14. September 2011, 15.00 bis 18.00 Uhr

Dieses Seminar richtet sich an alle in der radiologischen Grundversorgung von Kindern tätigen Vertrags- und Klinikärzte.

Im Rahmen dieses Seminars werden wir mit Ihren Mitarbeiterinnen insbesondere aktuelle Abrechnungsfragen zum EBM und zur GOÄ erörtern sowie auf Fragen rund um die Ambulanten Kodierrichtlinien eingehen.

Zielsetzung des Seminars: • Praktische Tipps zur Durchführung radiologischer Untersuchungen an Kindern unter Berücksichtigung des Strahlenschutzes • Einblick in die moderne radiologische Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen • Anwendung nicht strahlenbelastender Methoden (Sonographie und MRT) in der Frakturdiagnostik bei Kindern • Unterscheidung von Normvarianten, altersabhängigen und pathologischen Befunden • Tipps für Zuweiser: Welches sind Indikationen für das konventionelle Röntgen? Wann MRT? Referenten: Dr. med. Michael Mülller, UKSH, Campus Kiel, Unfallchirurgie Prof. Dr. Reinhard Schumacher, Mainz, FA für Radiologie/Kinderradiologie, FA für Pädiatrie Dr. Jörg D. Moritz, UKSH, Campus Kiel, Kinderradiologie Dr. Cornelia Schröder, Kinderradiologie, MVZ Prüner Gang, Kiel Moderation:

Dr. med. Frank Schubert, FA für Radiologische Diagnostik, Vorsitzender der Radiologie-Kommission/Ärztlichen Stelle der KVSH

wir antworten“

Referenten: Gastreferent:

Petra Lund, Abrechnungsleiterin Ernst Sievers, stellv. Abrechnungsleiter Dieter Struck, Referent, Abrechnungsabteilung Hagen Franke, Referent, Abrechnungsabteilung Thomas Frohberg, Struktur und Verträge, Team Verordnungsmanagement Timo Rickers, IT-Beratung der KVSH Jörg Ruge, Privatärztliche Verrechnungsstelle

Ort:

Holstenhallen, Justus-von-Liebig-Straße 2 – 4, 24537 Neumünster

Im Rahmen dieses Seminars werden wir mit Ihren Mitarbeiterinnen insbesondere aktuelle Abrechnungsfragen zum EBM und zur GOÄ erörtern sowie auf Fragen rund um die Verordnung eingehen. Teilnahmegebühr: Das Seminar ist kostenfrei. TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

Teilnahmegebühr: Das Seminar ist kostenfrei. Fortbildungspunkte: 4

Anmeldung und Auskunft: Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 20. Juni 2011 (gern auch per Fax oder Email) an:

Anmeldung und Auskunft: Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 5. September 2011 (gern auch per Fax oder Email) an:

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Nadine Kruse Telefon: 04551 883332 Fax: 04551 883374 E-Mail: nadine.kruse@KVSH.de

Nadine Kruse Telefon 04551 883 332 Fax 04551 883 374 E-Mail nadine.kruse@kvsh.de

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SERVICE

Medizinische Fachangestellte

Ärzte

thema: „ Telefontraining“ - Basisschulung -

thema: Workshop Einsteiger

datum: 14. und 21. September, 14.00 bis 18.00 Uhr

datum: 21. September, 15.00 bis 18.00 Uhr

Die Medizinische Fachangestellte ist für den Patienten fast immer die erste Kontaktstelle in der Arztpraxis. Mit dieser Veranstaltung möchten wir Ihren Praxismitarbeiterinnen Möglichkeiten an die Hand geben, dem Patienten sowohl am Telefon als auch in der Praxis noch freundlicher zu begegnen. Schwerpunkte des Seminars sind die freundliche Begrüßung, patienten-orientierte Formulierungen, die Terminierung am Telefon und der Umgang mit unterschiedlichen Patiententypen.

Dieser Workshop richtet sich an Ärzte, die einen Einstieg in die ambulante Versorgung erwägen. Themen sind der klassische Weg einer Niederlassung durch Praxisabgabe/-übernahme, oder aber auch die neuen Möglichkeiten zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung im Rahmen der Anstellung inkl. Teilzeittätigkeit.

Referentin: Frau Livia Jendro, MfG Training und Beratung Hamburg

Teilnahmegebühr: Der Workshop ist kostenfrei.

Ort: Vorstandsaal 1 im Hauptgebäude der KVSH (14. Sept. 2011) Sitzungszentrum der KVSH, „Kuba 2“, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg (22. Sept. 2011)

ORT: Vorstandsaal 1 und 2 im Hauptgebäude der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Referenten: André Zwaka, Abteilung Zulassung/Praxisberatung

Fortbildungspunkte: 4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnahmegebühr beträgt 95,00 Euro pro Person. Bitte überweisen Sie diese nach Eingang der Anmeldebestätigung auf das Kto. 833 bei der Sparkasse Südholstein (BLZ 230 510 30) unter dem Stichwort „Telefontraining“. Da die Teilnehmerzahl auf 12 Personen begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die verbindlichen Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt. Sollten Sie nach der verbindlichen Anmeldung nicht teilnehmen können, sagen Sie bitte rechtzeitig ab, damit keine unnötigen Kosten entstehen und gegebenenfalls noch Interessierte nachrücken können.

Anmeldung und Auskunft: Abmeldungen können ebenfalls in schriftlicher Form bis 10 Tage vor der jeweiligen Veranstaltung bzw. im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis 3 Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr/ Ausfallentschädigung von 50 Prozent der Teilnahmegebühr pro Person fällig. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr. Die Benennung von Ersatzpersonen ist in jedem Falle möglich.

Anmeldungen bitte schriftlich bis zum 6. September 2011 (gern auch per Fax oder E-Mail) an:

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung und Praxisberatung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Nadine Kruse Telefon: 04551 883332 Fax: 04551 883374 E-Mail: nadine.kruse@KVSH.de

Telefon 04551 883 881 Fax 04551 883 276 E-Mail zulassung@kvsh.de

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Service

Ärzte thema: W  orkshop Kooperationen

datum: 16. November, 15.00 bis 18.00 Uhr Dieser Workshop richtet sich insbesondere an Interessenten, die bereits niedergelassen sind, als Assistenten oder regelmäßig als Vertreter tätig sind oder am Einsteiger-Workshop der KVSH teilgenommen haben. Heutzutage wird immer wieder behauptet, dass die Zukunft in Kooperationen liegt. Ist dem so? Der Workshop vermittelt das notwendige Grundwissen, zeigt verschiedene Formen der Kooperationen auf und gibt Tipps für die Planung. Referenten: Bianca Hartz, Abteilung Zulassung/Praxisberatung Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, , 23795 Bad Segeberg, „Kuba 1 und Kuba 2“ Teilnahmegebühr: Der Workshop ist kostenfrei. TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die verbindlichen Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt. Sollten Sie nach der verbindlichen Anmeldung nicht teilnehmen können, sagen Sie bitte rechtzeitig ab, damit keine unnötigen Kosten entstehen und gegebenenfalls noch Interessierte nachrücken können. Fortbildungspunkte: 4

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung/Praxisberatung Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Telefon 04551 883 881 Fax 04551 883 276 E-Mail zulassung@kvsh.de 5 | 2011

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Service

Veranstaltungen KVSH

18. Mai, 9.00 bis 17.30 UHR

Gesundheitswirtschaft in der Region, Konzepte für die Zukunft

6. Juli, 5. Oktober, 15.00 bis 18.00 Uhr

Ort: Theater im Klinikum Bad Bramstedt, Oskar-Alexander-Straße 26, 24576 Bad Bramstedt Info: Anmeldung Jenifer Haß, Tel. 0431 9969660, die Anmeldung erfolgt über das Internet unter www. medcomm-sh.de/gw-kongress2011 E-Mail: hass@dsn-online.de, www.medcomm-sh.de

Infomarkt der KVSH Ort: Info:

Saal der Abgeordnetenversammlung der KVSH Bianca Hartz, Abteilung Zulassung/Praxisberatung, Tel. 04551 883 255, E-Mail: bianca.hartz@kvsh.de Marco Dethlefsen, Gesundheitspolitik und Kommunikation, Tel. 04551 883 381, E-Mail: marco.dethlefsen@kvsh.de

18. Mai, 16.30 bis 18.45 UHR

KVSH-Kreisstellen

5. Kieler Förde Nachmittag, Aktuelle Entwicklung in der onkologischen Viszeralchirurgie Ort: Hotel Kieler Kaufmann, Niemannsweg 102, 24105 Kiel Info: Tel. 0431 597 4301, Fax 0431 1995 E-Mail: kifoenami@uksh-kiel.de www.chirurgie-kiel.uk-sh.de

11. Mai, 17.00 Uhr

AmigA-Projekt – Arbeitsförderung mit gesundheitsbezogener Ausrichtung Ort: Vortragssaal Haus Pniel, 24939 Flensburg Info: Kreisstelle Flensburg-Stadt, Tel. 0461 429 39, Fax 0461 468 91

20./21. Mai, 12.00 bis 18.00 UHR, 8.20 bis 13.00 UHr

Minimal-invasive Techniken an der Wirbelsäule

26. Mai, 19.00 Uhr

Ort: Zentrum für Klinische Anatomie (ZKA) Anatomisches Institut, Christian-Albrechts Universität zu Kiel (CAU), Otto-Hahn-Platz 8, 24118 Kiel Info: Fax 0211 52703030, 400 Euro Kursteilnahme und Unterlagen E-Mail: kifoenami@uksh-kiel.de www.chirurgie-kiel.uk-sh.de

Medizinische Klinik: Minimalinvasive Herzklappenchirurgie Ort: Fliednersaal I, Diako, 24939 Flensburg Info: Kreisstelle Flensburg-Stadt, Tel. 0461 429 39, Fax 0461 468 91

1. Juni, 16.00 Uhr

Villa Paletti: MFT – ein neues familienzentriertes Psychotherapiekonzept in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Ort: Fliednersaal I, Diako, 24939 Flensburg Info: Kreisstelle Flensburg-Stadt, Tel. 0461 429 39, Fax 0461 468 91

Schleswig-Holstein 5. Mai, 20.00 Uhr

25. Mai, 19.00 UHR

Einführung in die Schematherapie Ort: Stadtteilcafé der Arbeiterwohlfahrt, AWO-Servicehaus am Sandberg, Schultze-Delitzsch-Straße 21, 24943 Flensburg Info: Eintritt 10 Euro für Nicht-Mitglieder, Ermäßigung ist möglich, Fortbildungspunkte sind beantragt www.psychotherapie-flensburg.de www.schematherapie.de

Deutschland

Moderne Netzhaut- und Glaskörperchirurgie Ort: ConventGarten, 24768 Rendsburg E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

10. Mai, 9.30 bis 16.00 UHR

48. Workshop Pharmakotherapieberatung

7. Mai, 9.00 bis 17.00 UHR

Pädiatrischer Infektiologie-Tag 2011 Ort: UK S-H, Campus Lübeck, Zentralklinikum, Haus 40, Hörsaal Z3 Info: Voranmeldung aus organisatorischen Gründen bis zum 30. April 2011, und Fälle, die Sie diskutieren möchten bitte auch bis zum 30. April 2011 an: E-Mail: dickau@paedia.ukl.mu-luebeck.de www.kinderklinik-luebeck.de www.uksh.de

18. Mai, 14.00 bis 17.00 UHR

Neue Steuerungsimpulse gegen drohende Ärztemangel Ort: Wissenschaftszentrum Kiel GmbH, Wissenschaftspark Kiel, Frauenhoferstraße 13, 24118 Kiel Info: Anmeldung aus organisatorischen Gründen bis zum 11. Mai, Tel. 0431 98158 0, Fax 0431 98 158 555 E-Mail: lv-schleswig-holstein@tk.de, www.wissenschaftszentrumkiel.de 48

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

Nordlicht

Ort: Kassenärztliche Vereinigung Hamburg, Humboldtstraße 56, 22083 Hamburg Info: Anmeldung bis 5. Mai, per Fax an: 0341 4806842, E-Mail: s.wagner@mcg-online.de www.mcg-online.de

26./28. Mai

19. Jahrestagung der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Außenklinische Beatmung (DIGAB) e.V. zusammen mit dem 6. Beatmungssymposium unter der Schirmherrschaft der DGP Ort: bcc – berliner congress center, Alexanderstraße 11, 10178 Berlin Info: Das vollständige Programm finden Sie unter www.beatmungskongress2011.de, Kongress-Organisation, Tel. 0761 69699 0, Fax 0761 69699 11, E-Mail: info.freiburg@intercongress.de www.beatmungskongress2011.de aktuell

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Ingeborg Kreuz������������������������������������������������������������������ 218/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach��������������������������������������������������������������� 218/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Abteilungen

Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck/Hauke Hinrichsen������������������������������������� 251/265 Tom-Christian Brümmer/Esther Petersen������������������������������� 474/498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber/Uta Markl/Tanja Ohm-Glowik����������������� 529/393/386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber/Thomas Müller������������������������������������������������ 529/325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Brigitte Gottwald/Renate Tödt������������������������������������������������ 255/358 Betriebswirtschaftliche Beratung Marion Grosse���������������������������������������������������������������������������������� 343 Chirotherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dermatohistologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg/Helga Hartz/Caroline Polonji ������������� 444/453/280 Heike Koschinat/Tanja Glaw��������������������������������������������������� 326/685 Drogensubstitution Astrid Patscha/Christine Sancion�������������������������������������������� 340/470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers/Thomas Stefaniw����������������������������������������������� 286/307 Janin Looft/Tobias Kantereit��������������������������������������������������� 324/320 Ermächtigungen Susanne Bach-Nagel/André Zwaka.......................................... 378/327 Katja Fiehn/Tyneke Grommes������������������������������������������������� 291/462

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Nordlicht

ESWL Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Kruse����������������������������������������������������������������������������������� 332 Fortbildungspflicht nach § 95 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Gesundheitspolitik und Kommunikation Esther Rüggen (Leiterin)����������������������������������������������������������������� 431 Hautkrebs-Screening Ursula Gründer�������������������������������������������������������������������������������� 328 Hausarztzentrierte Versorgung Susanne Paap ��������������������������������������������������������������������������������� 228 Herzschrittmacherkontrollen Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 HIV/AIDS Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Homöopathie Ursula Gründer��������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder/Borka Totzauer�������������������������������������������������� 475/356 Invasive Kardiologie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Kernspintomographie Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Koloskopie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Koordinierungsstelle Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Mammographie (kurativ/QuaMaDi/Screening) Kathrin Zander/Sabrina Wienke���������������������������������������������� 382/302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Niederlassung/Zulassung/Psychotherapeuten Susanne Bach-Nagel/Katja Fiehn�������������������������������������������� 378/291 Niederlassung/Zulassung/Ärzte Evelyn Kreker/Tyneke Grommes�������������������������������������������� 346/462 Nicole Geue/Petra Fitzner������������������������������������������������������� 303/384 Niederlassungsberatung Bianca Hartz/Evelyn Kreker���������������������������������������������������� 255/346 Susanne Bach-Nagel/André Zwaka����������������������������������������� 378/327 Nordlicht aktuell Borka Totzauer/Jakob Wilder�������������������������������������������������� 356/475 Nuklearmedizin Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Onkologie Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445

aktuell

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Service kontakt Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Patientenauskunft Paragraf 305 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Personal Christine Storm/Lars Schönemann������������������������������������������� 260/275 Anke Tonn/Anke Siemers/Dirk Ludwig��������������������������� 295/333/425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektonie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen/Susanne Hammerich.................................... 265/686 Ulrike Moszeik/Rita Maass������������������������������������������������������ 336/467 Polygraphie/Polysomnographie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Positronen-Emissions-Tomographie Ines Wildgruber������������������������������������������������������������������������������� 533 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Angelika Ströbel/Detlef Greiner/Regina Steffen������������ 204/527/292 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 360 Röntgen (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Röntgen (Qualitätssicherung) Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 360 Rückforderungen der Kostenträger Heinz Szardenings��������������������������������������������������������������������������� 323 Schmerztherapie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonographie (Anträge) Ines Wildgruber ������������������������������������������������������������������������������ 533 Sonographie (Qualitätssicherung) Susanne Paap, Christina Bernhardt����������������������������������������� 228/315 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin)��������������������������������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Team Verordnung Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Team Verordnung Hilfsmittel Anna-Sofie Plath������������������������������������������������������������������������������ 362 50

Nordlicht

Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Umweltmedizin/Umweltausschuss Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zweigpraxis Karsten Wilkening��������������������������������������������������������������������������� 561 Zytologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444

Prüfungsstelle Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 901022 Vorsitzender des Beschwerdeausschusses Dr. Johann David Wadephul�������������������������������������������������������� 90100 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)������������������������������������������ 90100 Leiter der Dienststelle N. N.������������������������������������������������������������������������������������������ 901021 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ������������������������������������������������������������������������ 901023 Dr. Michael Beyer���������������������������������������������������������������������� 901015 Dorthe Flathus-Rolfs������������������������������������������������������������������ 901015 Astrid Stamer����������������������������������������������������������������������������� 901024 Arznei-/Pharmakotherapie-Beratung (prüfungsbezogen) Elsbeth Kampen ������������������������������������������������������������������������ 901023 Dr. Michael Beyer���������������������������������������������������������������������� 901015 Evelyn Sonnenrein��������������������������������������������������������������������� 901024 Honorarprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������� 901012 Hans-Peter Morwinski��������������������������������������������������������������� 901011 Manfred Vogt����������������������������������������������������������������������������� 901013 Zweitmeinungsverfahren Gastroenterologie Hans-Peter Morwinski��������������������������������������������������������������� 901011 Zweitmeinungsverfahren Rheuma Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������� 901012 Service Verordnungsprüfung Manuela Johnsen����������������������������������������������������������������������� 901020 Tanja Bauer, Susanne Schuldt................................. ..... 901016/901025 Service Honorarprüfung Sabine Kruse ����������������������������������������������������������������������������� 901016

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

An diese Stelle nach Paragraf 81a SGB V kann sich jede Person wenden. Es handelt sich um eine organisatorisch verselbstständigte und weisungsungebundene Einrichtung. Sie hat im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages allen genügend substanziierten Hinweisen auf Sachverhalte nachzugehen, die auf Unregelmäßigkeiten oder auf eine rechtswidrige oder zweckwidrige Nutzung von Finanzmitteln im Zusammenhang mit den Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein hindeuten und die aufgrund der einzelnen Angaben oder der Gesamtumstände glaubhaft erscheinen.

Zentrale Stelle Mammographie-Screening

Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010 aktuell

5 | 2011


Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Berglücke 5, 24943 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04353 998901 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04821 3697 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04821 3517 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Dithmarschen@kvsh.de

Impressum

Kreis Herzogtum Lauenburg

Nordlicht aktuell

Dr. Monika Schliffke, Allgemeinärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04541 3585 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04541 84391 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04662 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de

Kreis Ostholstein

Dr. Thomas Schang, Chirurg Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 72606 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04521 409433 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de 5 | 2011

Nordlicht

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Ingeborg Kreuz (v.i.S.d.P.) Redaktion: Marco Dethlefsen (Leiter); Dr. Michael Drews (stellv. Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer; Jakob Wilder Redaktionsbeirat: Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Ingeborg Kreuz; Esther Rüggen Anschrift der Redaktion: Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg, Tel.: 04551 883 356, Fax: 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Druck: Grafik + Druck, Kiel Fotos: iStockphoto Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

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