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nr. 5 | 2017

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Mai 2017 | 20. Jahrgang

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Wir arbeiten für Ihr Leben gern se r ab vi se ces it ei e te 40 n

Ärzte aus Schleswig-Holstein geben Kampagne ein Gesicht


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 5 | 2017

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

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Vor der Kamera: Ärzte aus Schleswig-Holstein unterstützen Imagekampagne

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Dr. Jörg Wendtland, Kardiologie aus Wilster, ist aus Überzeugung bei der Kampagne dabei

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Nachrichten Kompakt

Mit der Imagekampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ haben KBV und KVen bereits in den vergangenen Jahren erfolgreich auf die Arbeit der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten aufmerksam gemacht. 2017 wird die Aktion fortgesetzt: Drei Ärzte aus Schleswig-Holstein geben der Kampagne ihr Gesicht.

Gesundheitspolitik 11

Medizinstudium: Bund und Länder legen Reformplan vor

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Organisation der Notfallversorgung entscheidet über Versorgungsstruktur der Zukunft

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Keine Rabattverträge für Impfstoffe mehr

Praxis & KV 15

QuaMaDi wird fortgeführt

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Aufbruch in digitale Welten: Christian Götze, QuaMaDi-IT-Projektleiter der KVSH, im Interview

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Videosprechstunde: Handling in der Praxis

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QEP -Manual für Psychotherapeuten

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Verordnung von Cannabis: KVSH sucht Ärzte zum Erfahrungsaustausch

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Neue Serie: Die Kreisstellen der KVSH stellen sich vor

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Ärzte im Norden wieder Vorreiter: Praxisnetz Herzogtum Lauenburg in Stufe II anerkannt

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Bekanntmachungen und Meldungen

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Psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung: Besonderheiten für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

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Die Menschen im Land 34

Humanitärer Einsatz: Ärztinnen aus SchleswigHolstein berichten

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Glosse: Skurriles aus der Sprechstunde

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Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

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Kommentar: Perspektivwechsel

04 Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm QuaMaDi wird fortgesetzt. Die KVSH hat dazu ein Telematik-Konzept entwickelt, das zu schnelleren Diagnosen, weniger Bürokratie und niedrigeren Kosten führen soll.

15 34 Dr. Saskia Rössing und Julika Steinberg engagieren sich bei der Hilfsorganisation „ Ärzte ohne Grenzen“. Die beiden Allgemeinmedizinerinnen aus Lensahn berichten von ihrer Arbeit in verschiedenen HIVund Tuberkulose-Projekten in Simbabwe und Myanmar.

Service

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Sicher durch den Verordnungsdschungel: Hilfsmittelversorgung zulasten der Krankenkassen

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Sie fragen – wir antworten

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Seminare

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Termine

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

Nordlicht

aktuell

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Nordlicht nr. 5 | 2017 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, haben Sie sich in den letzten Wochen auch den Sechsteiler „Charité“ im Fernsehen angeschaut? Namen, wie Robert Koch, Rudolf Virchow, die beiden Emil von Behring und von Bergmann, kennen wir alle und verbinden diese mit einem revolutionären Zeitalter der Medizin. Noch heute tragen Institute von Rang ihre Namen, sind Plätze, Straßen und Ehrenmedaillen nach ihnen benannt. Jetzt war man neugierig, welche Menschen sich wohl hinter diesen Namen verbargen, auch wenn man natürlich wusste, dass alles filmisch aufbereitet war. Jedem ärztlichen Zuschauer lief wahrscheinlich manches Mal ein Schauer über den Rücken. Unter welchen Bedingungen musste gearbeitet werden? Wie viele Infektionen führten zum buchstäblichen Sterben unter den Händen? Heroische Tracheotomien bei Diphtherie. Die erste Appendektomie. Man machte einfach, nur das Ergebnis zählte und wie nebenbei legte man die Grundlagen der Hygiene und Impfstoffentwicklung. Geforscht wurde mit Akribie, aber genauso „menschelte“ es dabei bis hin zur Forschungsspionage. Haben Sie gewusst, in welchen Skandal Koch durch seine junge Geliebte geriet? Das, so war nachzulesen, sei historisch richtig dargestellt worden. Die damalige Rolle der Frauen in der Medizin scheint uns heute unglaublich. Wie sie sich geändert hat, ist die nächste historische Revolution. Lesen Sie in diesem Heft von den beiden Kolleginnen und ihren Einsätzen bei Ärzte ohne Grenzen in Simbabwe und Myanmar, die die Grenzerfahrungen des 19. Jahrhunderts hier und heute hautnah erlebten. Der Kampf gegen die Tuberkulose, heute dazu HIV und noch viele andere Infektionskrankheiten, ist dort alltägliche Realität. Die belastende Situation, mangels Möglichkeiten Menschen sterben zu sehen, ist heute noch absolut die gleiche. In einem hatte Robert Koch nicht recht. Vom ersten Telefon sagte er: „Ich glaube nicht, dass sich das durchsetzt. Die Menschen wollen doch von Angesicht zu Angesicht miteinander reden.“ Eine sehr ärztliche Meinung. Was hätte er wohl aus einem Smartphone herausgeholt?

Dr. Monika Schliffke

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Titelthema K ampagne

Ärzte vor der Kamera Die Imagekampagne der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten „ Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ geht in die nächste Runde. In allen größeren Städten werden ab Mitte Mai großflächige Plakate aushängen und deutlich machen, wie leistungsstark und wertvoll die ambulante ärztliche Versorgung in Deutschland trotz zum Teil schwieriger Umstände ist. Auf den Plakaten werden auch drei Ärzte aus Schleswig-Holstein in ihrem Arbeitsumfeld zu sehen sein. Das Nordlicht war beim Foto-Shooting auf Fehmarn und in Wilster dabei.

Motiv „Praxisübergabe auf dem Land“ Das erste Foto-Shooting findet im äußersten Südwesten der Insel Fehmarn statt. Auf freiem Feld und bei einem Becher heißen Tee erzählen Dr. Johannes Grünitz und Dr. Janine Feurer die Geschichte ihrer erfolgreichen Praxisübergabe, bevor am Ortseingang von Bojendorf bei einer steifen Brise die Fotos gemacht werden. „Eine Windmaschine brauchen wir heute wohl nicht“, scherzt Grünitz gut gelaunt. Der Landarzt hatte sich nach über 40 Jahren hausärztlicher Tätigkeit Anfang dieses Jahres in den Ruhestand verabschiedet. „Ich bin sehr erleichtert, dass es nun mit der Praxisübernahme geklappt hat, denn damit gebe ich nicht nur mein Lebenswerk in gute Hände, sondern weiß auch, dass die Versorgung meiner Patienten auch in Zukunft sichergestellt ist“, berichtet der 66-Jährige. Auch seine Nachfolgerin Dr. Janine Feurer ist mit der Entwicklung sehr zufrieden. Die 34-Jährige erfüllte sich mit der Niederlassung auf der beliebten Ferieninsel einen Lebenstraum. Vor drei Jahren hatte sie erfahren, dass Grünitz seine Praxis in Landkirchen abgeben will. Sie entschloss sich daraufhin, auf die Insel zu ziehen und ihre Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin bei

ihm zu machen – mit der Option auf eine spätere Praxisübergabe. Bis Feurer ihren Facharzt in der Tasche hatte, praktizierten beide Ärzte zunächst einen „sanften Übergang“. Die junge Ärztin übernahm Stück für Stück mehr Verantwortung von ihrem erfahrenen Kollegen und wuchs so langsam in die neue Rolle hinein. Für sie

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Titelthema

schloss sich mit der Niederlassung ein Kreis. Feurer wuchs bei Frankfurt a. M. auf, studierte in Hannover und lernte die Vorzüge von Fehmarn bei mehreren Inselbesuchen schätzen. „Ich wusste damals gleich, da möchtest du irgendwann hinziehen und als Landärztin arbeiten. Das war eine echte Bauchentscheidung und genau die richtige“, erklärt sie.

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Titelthema K ampagne

»Ich arbeite für Ihr Leben gern. Auch dort, wo es sich zurückzieht.« Dr. Jörg Wendtland Kardiologe

Als niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten sichern wir die ambulante Versorgung auch auf dem Land. Mehr erfahren Sie auf www.ihre-aerzte.de

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Motiv „spezialisierte fachärztliche Versorgung in einer Kleinstadt“ Für das zweite Foto-Shooting in Schleswig-Holstein suchte sich das Kamerateam eine ruhige Seitenstraße in Wilster (Kreis Steinburg) aus. Das Objektiv ist auf Dr. Jörg Wendtland gerichtet, der geduldig den Anweisungen des Fotografen folgt, bis Ausdruck und Blickwinkel stimmen. Der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie wuchs in Heidelberg auf und absolvierte dort auch sein Medizinstudium. Anfang der 90er Jahre entdeckte Wendtland seine Liebe zu Norddeutschland und arbeitete zunächst mehrere Jahre am Klinikum Itzehoe. Mittlerweile führt der 51-Jährige seit elf Jahren eine internistisch-kardiologisch ausgerichtete Facharztpraxis in Wilster. Ein Problem mit dem Praxisstandort hat er nicht. Ganz im Gegenteil. „Mir gefällt das Arbeiten in einer Kleinstadt sehr. Die Lebensqualität stimmt und mein Team und ich bieten unseren Patienten spezialisierte fachärztliche Medizin auf sehr hohem Qualitätsniveau. Das funktioniert auch in einer kleineren Stadt, die eher im Windschatten der Metropolregion Hamburg liegt“, erklärt Wendtland.

Das passiert 2017 Die Kampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) setzt neben der Plakataktion Mitte Mai auf weitere öffentlichkeitswirksame Aktionen. Diese sollen Politik und Öffentlichkeit zeigen, dass KBV und KVen eine hochwertige ambulante Versorgung sicherstellen und dazu bereits eine Fülle von Maßnahmen umgesetzt haben. Im Bundestagswahljahr wird es dazu zwei zentrale Aktionen geben: ƒƒ die bundesweite Woche der ambulanten Versorgung vom 26. bis 30. Juni 2017 mit regionalen Veranstaltungen ƒƒ den Tag des ärztlichen Bereitschaftsdienstes am 11. Oktober 2017

Jakob Wilder, KVSH 6

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Titelthema I nterview

Plädoyer für ein positives Berufsbild Dr. Jörg Wendtland gibt der Kampagne „ Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ sein Gesicht. Der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie aus Wilster hat gute Gründe für sein Engagement. Nordlicht: Warum haben Sie bei der Kampagne mitgemacht? Dr. Jörg Wendtland: Als niedergelassener Kardiologe ist es mir wichtig, die Wahrnehmung der niedergelassenen Ärzte, insbesondere in unserem Flächenland, wieder positiv zu besetzen, vor allem auch im Hinblick auf die Nachbesetzung von freien Hausund Facharztsitzen. Aus eigener Erfahrung kann ich so gar keine negativen Aspekte meiner Arbeit in der Einzelpraxis auf dem Land sehen. Und ich wünsche mir, dass dieses positive Bild auch die Öffentlichkeit erreicht. Mich ärgern immer wieder unreflektierte und schlecht recherchierte Artikel auch in großen Medien, in denen unser Beruf und speziell die Niederlassung wieder und wieder zerredet wird. Die Kampagne soll hier ein Gegenentwurf sein. Nordlicht: Internistisch-kardiologisch ausgerichtete Praxen in kleineren Städten gibt es nicht sehr oft. Nennen Sie drei Gründe, warum Sie gern in Wilster arbeiten. Wendtland: Die zentrale Lage in einem sonst unterversorgten Bereich und die gute Erreichbarkeit und Parkmöglichkeiten in einer schönen und lebendigen Kleinstadt. Außerdem gefällt mir die persönliche Kommunikation mit den Zuweisern.

Wendtland: Es geistert immer wieder der Begriff der „doppelten Facharztschiene“ durch die Politik. Dies als Argument für „überflüssige“ Fachärzte in der Niederlassung zu sehen, ist ein großer Fehler. Betrachtet man die Zahlen an vermiedenen Klinikeinweisungen durch unsere ortsnahe Arbeit und nimmt gleichzeitig die Forderung der Kliniken nach Höherbezahlung ihrer ambulanten Leistungen wegen fehlender Kostendeckung, wird klar, wie wichtig und wirtschaftlich sinnvoll unsere Tätigkeit draußen ist. Doppeluntersuchungen entstehen doch meist erst in der Klinik durch das Ignorieren der ambulant erhobenen Befunde. Nordlicht: Die Kampagne informiert unter dem Motto „Lass dich nieder!“ auch über Chancen und Optionen, die eine ambulante Tätigkeit bietet. Wie können mehr Nachwuchsmediziner für eine Niederlassung speziell im fachärztlichen Bereich gewonnen werden? Wendtland: Indem in Kliniken ein Pflichtteil der Weiterbildung im ambulanten Bereich integriert wird. Für mich war als Klinikarzt der ambulante Sektor – auch fachärztlich – immer eine „Black Box“. Diese Sektorentrennung durch persönliche Erfahrung zu überwinden, würde den Klinikärzten die kooperativen und selbstbestimmten Arbeitsbedingungen im selbstständigen Bereich näherbringen und den Mut stärken, auch selbst seine Arbeitsumgebung zu gestalten, indem man eigenverantwortlich und ohne Hierarchien eine eigene Praxis führt.

Nordlicht: Ihr Plakatmotiv hat im Vorfeld der Bundestagswahl eine politische Botschaft und steht für den Erhalt der spezialisierten fachärztlichen Medizin in einer Kleinstadt. Was verbinden Sie persönlich mit dieser Forderung?

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Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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NACHRICHTEN  KOMPAKT P ra x en

Infotag gibt Orientierung

Zi bietet Finanzanalyse

Bad Segeberg – Die einen wollen sich niederlassen, die anderen ihre Praxis abgeben. Beide Seiten bringen die Deutsche Apotheker-und Ärztebank, Ärztekammer Schleswig-Holstein und Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein auf dem neunten Informationstag, der sich speziell an Existenzgründer und Praxisabgeber richtet, zusammen.

© istock.com/Pablo631

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N iederlassung

Berlin – Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) unterstützt Praxen, die am Zi-Praxis-Panel (ZiPP) teilnehmen, bei der Analyse ihrer Finanzsituation. Mit der neuen „Chefübersicht“ können die Nutzer die Finanzdaten ihrer Praxis analysieren, aber auch künftige Investitionen über einen Dreijahreszeitraum gezielt planen. Wie das funktioniert, zeigt ein Video-Tutorial unter www.zi.de

Datum: Samstag, 17. Juni 2017 von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr ORT: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Fortbildungspunkte: 8 Referenten sind ein Rechtsanwalt, ein Steuerberater und Vertreter der Veranstalter. Sie stehen den Teilnehmern jederzeit für Rückfragen zur Verfügung. Auf dem Programm stehen Vorträge zu den Themen Gesetzesänderungen, Gestaltungsoptionen für Praxisgründung und -übergabe, aktuelles Zulassungsrecht bis vertragsärztliche Gestaltung der Praxisabgabe, über die Vermögensplanung für den Ruhestand bis hin zu wertvollen Steuertipps. Anmelden können sich Interessenten unter Verwendung der Seminar-Nr.: 0617-20 bei der Deutschen Apothekerund Ärztebank online unter ƒƒ www.apobank.de/seminare ƒƒ per Fax: 0451 40852 60 ƒƒ per E-Mail: filiale.luebeck@apobank.de ƒƒ per Brief an: Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Filiale Lübeck, Fackenburger Allee 11, 23554 Lübeck Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl wird empfohlen, sich möglichst bis zum 3. Juni 2017 anzumelden. Die Teilnehmergebühr beträgt 35 Euro für Seminarunterlagen, Tagungsgetränke und Mittagessen. Ein Anmeldeformular steht auch auf der Homepage der KVSH unter www.kvsh.de bereit.

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Nordlicht

D armkrebs

Patienteninformation in mehreren Sprachen Berlin – Die Patienteninformation „Darmkrebs im frühen Stadium“ gibt es jetzt in sechs Fremdsprachen (Arabisch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch und Türkisch). In ihr wird erläutert, wie Darmkrebs erkannt wird, wie die Krankheit verläuft und welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt. Patienten erhalten differenzierte Informationen zu Krebs im Dickdarm und im Enddarm sowie je nach Stadium (I, II, III). Auch ein Hinweis auf Selbsthilfegruppen ist enthalten. Erstellt wurde die Information vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer. Das ÄZQ hat bereits über 60 Patienteninformationen verfasst, etliche davon in mehreren Sprachen. Die Themen reichen von Erkrankungen wie Krebs, Herzschwäche und Schuppenflechte bis hin zu Hinweisen zur Antibiotikatherapie. Die Patienteninformationen stehen unter www.kbv.de/html/3001.php zum Download bereit. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT V eranstaltungen

H onorar

Tag der Allgemeinmedizin

Neuer EBM kommt 2019

Kiel – Der dritte Tag der Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein findet am 13. Mai 2017 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel statt. Ausrichter sind, wie in den vergangenen Jahren, die beiden Institute für Allgemeinmedizin in Kiel und Lübeck. Der „Tag der Allgemeinmedizin“ richtet sich an das gesamte hausärztliche Praxisteam. Kern der Fortbildungsveranstaltung sind Workshops in Kleingruppen, in denen die Teilnehmer Wissen und Fertigkeiten auffrischen, praktisch üben und diskutieren. Einzelheiten zum Programm sowie Anmeldung unter: www.allgemeinmedizin.uni-kiel.de/de/aktuelles

P s y chische K rankheiten

Hohe Fehlzeiten in Schleswig-Holstein Kiel – Psychische Erkrankungen sorgen in Schleswig-Holstein häufig für hohe Fehlzeiten. Das geht aus den Vorab-Daten des Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse hervor. Demnach entfielen im Schnitt 3,2 Tage der insgesamt 16,71 Arbeitsunfähigkeitstage auf psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen. Das macht einen Anteil von fast 20 Prozent aus. Mit diesen Werten liegt das nördlichste Bundesland über dem Bundesschnitt. Zum Vergleich: In Niedersachsen waren es nur 2,7 Tage, die auf psychische Erkrankungen entfielen, in BadenWürttemberg sogar nur zwei. 5 | 2017

Nordlicht

Berlin – Der Zeitplan zur Weiterentwicklung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) wurde angepasst. Der Bewertungsausschuss will die Änderungen bis 30. September 2018 beschließen, sodass das neue Regelwerk ab 1. Januar 2019 gelten kann. Darauf haben sich KBV und GKV-Spitzenverband geeinigt. Die Komplexität der Überprüfung des EBM sowie die fristgerechte Umsetzung gesetzlicher Aufträge machten eine Verschiebung des geplanten Termins erforderlich, heißt es in der Begründung des Beschlusses. Zudem seien Anpassungen des EBM auf einer möglichst aktuellen Datengrundlage vorzunehmen. Daher sollten die neuesten Kostenstrukturerhebungen des Statistischen Bundesamtes in Praxen, die für Herbst zu erwarten sind, einbezogen werden. Der weiterentwickelte EBM sollte nach letzten Plänen zum 1. Juli 2017 in Kraft treten. Der aktuelle EBM steht in einer Online-Version unter www.kbv.de/html/ebm.php zur Verfügung.

U terusm y om

Ultraschalltherapie wird erprobt Berlin – Die Behandlung von gutartigen Tumoren der Gebärmutter mittels hochfokussierter Ultraschalltherapie wird jetzt wissenschaftlich untersucht. Die Details für diese erste Erprobungsstudie hat der Gemeinsame Bundesausschuss festgelegt. Ein unabhängiges wissenschaftliches Institut soll die Vorund Nachteile einer Magnetresonanztomographie-gesteuerten hochfokussierten Ultraschalltherapie zur Behandlung des Uterusmyoms untersuchen. Dabei wird ein gutartiger Tumor der Gebärmutter mit gebündelten Ultraschallwellen entfernt. Die Behandlungsmethode gilt gegenüber der operativen Therapie als weniger invasiv, allerdings kann derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden, ob die Therapieerfolge den Einsatz der Methode rechtfertigen. Mit der Erprobungsstudie soll dies geklärt und die möglichen Vorteile gegenüber einer operativen Myomentfernung genauer identifiziert werden. Anhand der Ergebnisse soll anschließend entschieden werden, ob Patientinnen künftig Anspruch auf diese Leistung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung haben. Mehr Informationen unter www.g-ba.de. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT Leserbrief

R eha für K inder und J ugendliche

Broschüre für Ärzte und Flyer für Eltern

Leserbriefe sind keine Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen. Bitte geben Sie Ihren Namen, die vollständige Adresse und für Rückfragen Ihre Telefonnummer an. Wir freuen uns auf Ihre Leserbriefe. Bitte schicken Sie diese per E-Mail an: nordlicht@kvsh.de, per Post: KVSH Redaktion Nordlicht, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg, per Fax: 04551 883 396

N ordlicht 0 3 | 2 0 1 7 H ohe Q ualität im Ä rztlichen B ereitschaftsdienst , S eite 25 Die Aussagen im Artikel sind doch etwas befremdlich. Hohe Qualität im Bereitschaftsdienst? Keine Frage, der „neue“ Notdienst führt zu einer deutlichen Entlastung und Verbesserung der Lebensqualität der Diensthabenden.

Berlin – Chronisch kranke Kinder und Jugendliche kommen nicht von selbst zu einer Reha, sondern brauchen „Wegbereiter“, die Anzeichen für einen Bedarf erkennen und weitere Schritte in die Wege leiten. Hier setzt die 24-seitige Broschüre der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) „Reha für Kinder und Jugendliche – Wegweiser für Fachkräfte“ an. Sie unterstützt Ärzte, Therapeuten, Pädagogen und andere „Wegbereiter“ bei ihrer Beratungstätigkeit. Das Heft bietet grundlegende Informationen, zum Beispiel welche Kinder und Jugendliche eine Reha erhalten können und wie die Behandlung abläuft. Zur Veranschaulichung gibt es vier Fallbeispiele von Kindern, die an Adipositas, Neurodermitis, schwerem Asthma oder ADHS leiden und deshalb für eine medizinische Reha in Betracht kommen. Was ist Reha? Wer übernimmt die Kosten? Kann ich mein Kind begleiten? Gibt es Schulunterricht in der Reha? Leicht verständliche Antworten auf diese Fragen bietet ein InfoFlyer für Eltern, den die BAR flankierend zur Broschüre anbietet. Bestellhinweis für Praxen Broschüre und Flyer können Praxen bei der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) online bestellen: www.bar-frankfurt.de/publikationen/wegweiser. Bei Broschüren werden bis zu drei Hefte kostenfrei zugeschickt, darüber hinaus werden eine Schutzgebühr sowie Versandkosten berechnet. Patientenflyer sind auch in größerer Stückzahl kostenfrei. Broschüre und Flyer stehen außerdem als Download im Internet bereit: www.bar-frankfurt.de/rehabilitation-undteilhabe/reha-kinder-und-jugendliche

Aber wie geht es den Patienten? Zumindest im ländlichen Bereich, den ich überblicke, ist anzunehmen, dass ca. 20 Prozent unserer Patienten die Praxen gar nicht erreichen. Nicht krank genug für „112“ und auch von „116117“ abgelehnt, sind sie entweder zu alt, zu arm, zu krank und/oder nicht motorisiert, um in die Anlaufpraxis zu kommen. Wer es immerhin bis in die Praxis geschafft hat, muss dann noch unter Umständen weitere Kilometer bis zur nächsten Apotheke zurücklegen. Es trifft wie immer die Schwachen der Gesellschaft! Die ursprünglich geplante Zusammenarbeit mit den Notfallambulanzen der Kliniken findet nicht statt, die „Triage“ wird durch den Pförtner durchgeführt! Nebenbei: Sollte es in der Praxis zu einem Zwischenfall kommen, sind wir angewiesen den externen Notarzt unter 112 zu kontaktieren! Und zum Handwerkszeug? Der KV-Praxiscomputer nervt mit schlechter Bedienbarkeit und mit Pharmawerbung. Ich kenne auch andere Kollegen, die sicherheitshalber ihre Hausbesuchstasche mitnehmen. Und seien wir doch ehrlich: Wozu braucht man eigentlich Salben? Aber das ist ja alles nicht so wichtig. Und über die Abenteuer des fahrenden Notdienstes sollten wir lieber gar nicht reden. Es war ja wohl nicht Gegenstand des Audits. Das Qualitätsmanagement (QM) ist erfüllt. Gemeinschaftliches Schulterklopfen. Des Kaisers neue Kleider? Dr. Helmut Trapp, Facharzt für Allgemeinmedizin, Lensahn

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gesundheitspolitik M edizinstudium

Bund und Länder legen Reformplan vor

Landarztquote, mehr Praxisbezug und geändertes Auswahlverfahren: Das Medizinstudium in Deutschland wird umfassend reformiert. Bund und Länder haben dazu den „ Masterplan Medizinstudium 2020“ beschlossen. Wer das Ganze bezahlen soll, ist noch unklar.

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Die Kassenärztliche Vereinigung SchleswigHolstein begrüßt, dass das Medizinstudium durch die Reform patientenorientierter und praxisnäher gestaltet werden soll. Die Landarztquote sieht sie allerdings skeptisch. „Ein solcher Zwang löst nicht das Versorgungsproblem“, betont Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH. Es sei nicht sinnvoll, jungen Menschen, die gerade die Schule verlassen haben, eine so weitreichende Entscheidung abzuverlangen. Zumal diese erst ein Jahrzehnt später – nach Studium und mehrjähriger Weiterbildung – wirksam werde.

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Me

Zweifel am Sinn der Landarztquote Als weiteren Anreiz für eine Niederlassung auf dem Land können die Bundesländer eine sogenannte Landarztquote einführen. Universitäten sollen bis zu zehn Prozent der Medizin-Studienplätze an Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach Abschluss des Studiums und der fachärztlichen Weiterbildung bis zu zehn Jahre in Gebieten zu praktizieren, in denen Ärztemangel herrscht.

Reform

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Kern der Reform ist es, die allgemeinmedizinische Ausbildung zu stärken. Dazu soll die Struktur des Praktischen Jahres von Tertialen auf Quartale umgestellt werden. Innere Medizin und Chirurgie bleiben Pflichtquartale; hinzukommen zwei Wahlfächer, von denen eines in der ambulanten Versorgung absolviert werden muss. Außerdem sollen allgemeinmedizinische Inhalte künftig möglichst ab dem ersten Semester über das gesamte Studium hinweg vermittelt werden, z. B. durch Hospitationen in Hausarztpraxen – bevorzugt auf dem Land. Im Staatsexamen werden künftig alle Medizinstudenten auch in Allgemeinmedizin geprüft. An allen medizinischen Hochschulen sind Lehrstühle für Allgemeinmedizin vorgesehen. In Schleswig-Holstein gibt es diese bereits in Kiel und Lübeck.

„Auf dem Land werden Ärzte benötigt, die sich bewusst und motiviert für eine Tätigkeit abseits der großen Städte entscheiden und diese Option nicht nur als ‚Preis‘ für einen Studienplatz in Kauf nehmen“, so Schliffke weiter. Ein solches Vorgehen könne sich sogar kontraproduktiv auf das Image des ländlichen Raums bei Medizinern auswirken. Finanzierungsfrage ist ungeklärt Eine Expertenkommission soll in den kommenden zwölf Monaten untersuchen, wie sich der Masterplan auf die Studienplatzsituation auswirkt und mit welchen Kosten Bund, Länder und die Kostenträger zu rechnen haben werden. Schätzungen zufolge kostet die Umsetzung der Reform bis zu 40 Millionen Euro jährlich.

Geändert wird auch das Auswahlverfahren für das Medizinstudium: Neben der Abiturnote sollen künftig auch mindestens zwei weitere Kriterien bei der Studienplatzvergabe eine Rolle spielen. Diese sollen vor allem die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten der Bewerber sowie Erfahrungen in arztnahen Berufen einbeziehen. 5 | 2017

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Marco Dethlefsen, KVSH

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gesundheitspolitik V ersorgungsforschung

Organisation der Notfallversorgung entscheidet über Versorgungsstruktur der Zukunft Zum 1. April trat die bundesweite Neuregelung der Notdienstvergütung in Kraft. Dahinter steckt nur scheinbar ein Streit um die angemessene Vergütung der Krankenhäuser. Tatsächlich geht es um die Frage, wer die Patientenströme künftig steuert und welche Versorgungsstrukturen weiterentwickelt oder in Frage gestellt werden. Quelle: Zi, Daten: Fachserie 12 Destatis

Entwicklung der Krankenhausaufnahmen in Schleswig-Holstein 2010 – 2015

130 125 120 115 110 105 100 95 90

2010

2011

Aufnahmekennzeichen Notfall

2012

2013

2014

2015

Aufnahmekennzeichen Notfall Alle Krankenhausfälle

In fünf Jahren sind die Krankenhausaufnahmen ohne Einweisung in Schleswig-Holstein um mehr als 25 Prozent gestiegen. Die hierdurch seit 2010 verursachten Mehrkosten betragen je nach anzunehmender Fallschwere (CMI von 0,3 bis CMI von 0,8) 55 bis 150 Millionen Euro. Seit Juni 2015 fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) eine Vergütung von 120 Euro für jeden in Notaufnahmen ambulant behandelten Fall. Gemeinsam mit den Rettungsmedizinern wirft DKG der Selbstverwaltung vor, mit dem Leben von Patienten zu spielen. Die Notaufnahmen der Krankenhäuser seien überlaufen, da die niedergelassenen Ärzte ihren Sicherstellungsauftrag nicht mehr ausfüllen könnten. Konsequent drängt Thomas Reumann, Präsident der DKG, mit Blick auf die Bundestagswahl darauf, dass nunmehr die Länder das Recht erhalten müssten,„Krankenhäuser dauerhaft zur Teilnahme an der ambulanten Versorgung, einschließlich der Notfallversorgung, zu ermächtigen.“ Die Vergütung dieser Leistungen soll der Steuerung der KVen entzogen sein. Würde den Forderungen der DKG gefolgt, erhielten die Krankenhäuser die Schlüsselstellung im Versorgungssystem. Notfallambulanzen würden sich vielerorts gerne als Hausarzt der Zukunft 12

Nordlicht

etablieren. Sie wären der Dreh- und Angelpunkt, an dem über die Zuweisung an die richtige Versorgungsebene entschieden würde, die Spinne im Netz der ambulanten Versorgung. Wie von selbst würde die Lebensdauer der heute schon vielfach verzichtbaren Krankenhausstrukturen damit drastisch verlängert, denn diese könnten aus einem stark gestiegenen ambulanten Leistungsvolumen auch die zur Auslastung der Betten notwendigen Patienten „rekrutieren“. War nicht der Notdienst noch vor kurzem – auch im Krankenhaus – eine ungeliebte Pflicht? Die DKG nutzt das scheinbare Finanzierungsdefizit der Notaufnahmen jetzt als politische Goldgrube. Denn solange die Politik glaubt, nur Krankenhäuser könnten die Notfallversorgung sicherstellen, scheinen auch weitreichende Forderungen der Krankenhäuser nicht völlig abwegig. Ein Blick auf die Statistik zeigt die strategische Bedeutung der Notfallversorgung für die Auslastung der Krankenhäuser. Trotz demografischer Alterung der Bevölkerung sinken in Deutschland die Krankenhausfälle mit ärztlicher Einweisung. 2015 lag deren Zahl (8,9 Millionen.) rund fünf Prozent niedriger als 2009 (9,4 Millionen). Dies ist Ausdruck des medizinischen Fortschritts, durch den die Möglichkeiten ambulanter Behandlung kontinuierlich steigen. Im selben Zeitraum sind aber die Fälle mit Aufnahmekennzeichen Notfall um 27 Prozent gestiegen und tragen zu einem Anstieg aller Krankenhausfälle um neun Prozent bei. 2015 betrug der Anteil der Fälle mit ärztlicher Einweisung nur noch 48 Prozent. Der Zugang zur ambulanten Versorgung über die Notaufnahmen ist also überlebenswichtig für die Krankenhäuser. Nach dem Verständnis der Rettungsmediziner ist jeder ein Notfall, der sich mit einem subjektiv dringlichen Behandlungsanliegen an ein Krankenhaus wendet. Deren Zahl steigt. Es muss den niedergelassenen Ärzten Sorge bereiten, dass bei insgesamt leicht rückläufiger Inanspruchnahme des Bereitschaftsdienstes die Inanspruchnahme der Notfallambulanzen stetig zunimmt. Besonders markant: der sprunghafte Anstieg um rund 14 Prozent nach Abschaffung der Praxisgebühr (2013). Dabei ist die Direktinanspruchnahme der Krankenhäuser werktags während der Praxisöffnungszeiten meist höher als während des Bereitschaftsdienstes. Dafür geben Patienten eine Vielzahl von Motiven an, unter anderem fehlendes Wissen über Alternativen, sofortiger Terminwunsch, die Vermutung höherer Qualität. Damit liegt Deutschland aktuell

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gesundheitspolitik Ambulante Inanspruchnahme der Notaufnahmen in Schleswig-Holstein durchschnittlich abgerechnete Fallzahl pro Stunde je Krankenhaus nach ländlichen und städtischen Regionen außerhalb der Praxisöffnungszeiten III/2011

Dünn besiedelte ländliche Kreise

Ländliche Kreise mit Verdichtungsansätzen

Kreisfreie Großstädte

Städtische Kreise

0,74

0,65

0,95

0,94

III/2012

0,75

0,63

1,00

0,80

III/2013

0,81

0,67

1,14

0,82

III/2014

0,78

0,69

1,08

0,82

III/2015

0,79

0,70

1,04

0,84

III/2016

0,81

0,66

1,05

0,83

innerhalb der Praxisöffnungszeiten Dünn besiedelte ländliche Kreise

Ländliche Kreise mit Verdichtungsansätzen

Kreisfreie Großstädte

Städtische Kreise

III/2011

0,73

0,57

0,74

0,85

III/2012

0,72

0,61

0,74

0,76

III/2013

0,79

0,65

0,98

0,74

III/2014

0,78

0,69

1,00

0,75

III/2015

0,82

0,72

0,97

0,77

III/2016

0,87

0,72

0,99

0,81 Quelle: KVSH

im Trend der Industrieländer, die sämtlich mit höherer Direktinanspruchnahme in Krankenhäusern kämpfen. Setzte sich die DKG durch, wäre Deutschland allerdings das einzige Land, das die Inanspruchnahme gezielt in die Krankenhäuser lenkt. Was wäre die richtige Antwort? Am 29. März 2017 hat die KBV sieben Eckpunkte dazu veröffentlicht, an deren Abstimmung auch die KVSH beteiligt war. Im Kern geht es um folgende drei Maßnahmen: 1. Die KVen bieten den Versicherten eine telefonische Ersteinschätzung, die rund um die Uhr erreichbar ist und die Patienten an den richtigen Behandlungsort delegiert. 2. Bereitschaftspraxen werden – auch zu den Praxisöffnungszeiten – an den Standorten zentraler Notaufnahmen eingerichtet; auch dort wird eine qualifizierte Ersteinschätzung geboten. Rund 50 Prozent der Patienten können danach in Bereitschaftspraxen behandelt werden. 3. Die Notfallversorgung wird aus qualitativen und wirtschaftlichen Gründen viel stärker konzentriert. Mögliche Kriterien hierfür: eine Ambulanz für 250.000 Einwohner oder 30 Minuten Fahrzeit. Danach müssten, insbesondere in Ballungsräumen, Notfallambulanzen geschlossen werden. Ein Blick in die Abrechnungsdaten begründet die Notwendigkeit für eine solche Konzentration: Trotz des stetigen Anstiegs der Inanspruchnahme der Notaufnahmen wird in Schleswig-Holstein dort im Schnitt weniger als ein Patient pro Stunde behandelt (Tabelle). In Schleswig-Holstein ist die Inanspruchnahme besonders niedrig. Aber selbst in großen Ballungszentren Deutschlands liegt der Schnitt bei weniger als zwei Patienten pro Stunde. Einzelne Ambulanzen, etwa das Unfallkrankenhaus Berlin, erreichen dennoch eine mittlere Auslastung von rund sechs Patienten pro Stunde, wobei zusätzlich rund drei Patienten je Stunde in der Bereitschaftspraxis behandelt werden. Bei besserer Ausstattung müssen hier weniger Vorhaltekosten im Krankenhaus und in der Bereitschaftspraxis vorfinanziert werden.

Gemäß Kliniksimulator des GKV-Spitzenverbands stehen in Kiel und Lübeck im Umkreis von 30 Fahrminuten jeweils fünf Krankenhäuser zur Verfügung, in Pinneberg können Versicherte wegen der Nähe Hamburgs schon unter mehr als 20 wählen. Nicht jedes Haus betreibt eine Notaufnahme, aber einige Standorte haben mehrere Notaufnahmen. In Kiel sind es insgesamt 18, in Lübeck 17. Eine Konzentration der Anlaufstellen für Notfälle ist daher notwendig. Sie dient der Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit. Dies beginnt mit der Ersteinschätzung durch nichtärztliches Fachpersonal, die umso sicherer erfolgt, je mehr Patienten gesehen werden. Routine ist auch für den Behandlungserfolg wichtig. Für den Großraum Berlin etwa wurde eine erhöhte Herzinfarktsterblichkeit durch Inanspruchnahme nicht ausgelasteter Notaufnahmen nachgewiesen. In ländlichen Regionen, in denen die Personaldecke sowohl im Krankenhaus als auch in den Praxen ohnehin schon dünn ist, könnte darüber nachgedacht werden, die Bereitschaftspraxis zum Standort eines künftigen haus- und fachärztlichen Versorgungszentrums in der Trägerschaft niedergelassener Ärzte auszubauen, um neue Arbeitszeitmodelle zu ermöglichen und die Dienstbelastung zu reduzieren. Gesetzlich müssten die Krankenkassen dazu verpflichtet werden, ihre prospektiven Mengenvereinbarungen je Krankenhaus danach auszurichten, welche alternativen ambulanten und stationären Versorgungsangebote vor Ort existieren, und wo erforderliche Mindestmengen erbracht werden. Stationäre Kapazitäten, die nach diesem Strukturwandel nicht erforderlich sind, werden binnen fünf Jahren abgebaut. Nach diesem Modell könnte die Zahl der Krankenhäuser vor allem durch starken Abbau in Ballungszentren etwa halbiert werden. Mit der Entscheidung über die Zukunft der Notfallversorgung werden in der kommenden Legislaturperiode auch Weichen für die Versorgungsstrukturen der Zukunft gestellt. Die Politik muss jetzt kluge Entscheidungen treffen. Es geht um Qualität und Wirtschaftlichkeit der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) insgesamt. Dr. Dominik Graf von Stillfried, Geschäftsführer Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland

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gesundheitspolitik P rävention

Keine Rabattverträge für Impfstoffe mehr Bundestag besiegelt das Ende der Ausschreibungen.

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Viele Ärzte haben noch ungute Erinnerungen an den Herbst 2012: Über Wochen war kein Grippeimpfstoff lieferbar. Hintergrund war, dass die damalige Bundesregierung mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz den Krankenkassen seit 2011 ermöglicht hatte, Impfstoffe für Schutzimpfungen auszuschreiben und für diese Vakzine Rabattverträge abzuschließen. Die Krankenkassen nutzten dieses neue Instrument, doch gleich die Premiere endete in der Grippesaison 2012/13 im Norden im Chaos. Der ausgewählte exklusive Lieferant für den Impfstoff konnte über Wochen nicht liefern. Nachdem die Kritik von Ärzteverbänden, Kassenärztlichen Vereinigungen und Fachleuten an den Rabattverträgen für Impfstoffe seither nicht verstummte und es in den zurückliegenden Jahren immer wieder Berichte über Lieferprobleme gab, hat die Politik jetzt die Reißleine gezogen. Mit dem Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG), im März im Bundestag beschlossen und Ende April in Kraft getreten, wurde die bisherige Möglichkeit für die Krankenkassen, Rabattverträge über die Lieferung von Impfstoffen zu schließen, aus dem Gesetz gestrichen. Damit entfällt die Grundlage für Ausschreibungen von Impfstoffen gut sechs Jahre nach ihrer Einführung. 14

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Im Antrag der Koalitionsfraktionen, mit dem das Ende der Impfstoffausschreibungen in letzter Sekunde ins AMVSG aufgenommen wurde, heißt es zur Begründung: Die Herstellung von Impfstoffen sei „komplex“ und gehe mit „Unwägbarkeiten“ einher, die „Auswirkungen auf die Sicherheit und Sicherstellung der Versorgung haben können und im Falle von exklusiven Rabattverträgen zu Unsicherheiten bei der Versorgung und zu zeitweiligen Lieferproblemen führen können“. Um dies zu vermeiden, so der Antragstext weiter, „sollen künftig die Impfstoffe aller Hersteller für die Versorgung zur Verfügung stehen.“ Eine Argumentation, die bereits seit Schaffung der Rabattverträge für Impfstoffe im Jahr 2011 von Kritikern vorgebracht wurde – und nun, kurz vor Ende der Wahlperiode, doch noch Gehör im Bundesgesundheitsministerium und bei den Regierungsfraktionen in Berlin gefunden hat. Einziger Wehrmutstropfen: Die Verträge über die Grippeimpfstofflieferung für die Saison 2017/2018 sind von den Krankenkassen noch vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes verlängert worden, sodass das Ausschreibungsverbot in der nächsten Grippesaison in Schleswig-Holstein noch keine Wirkung entfalten wird. Delf Kröger, KVSH

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PRAXIS  & KV F rüherkennungsprogramm

QuaMaDi wird fortgeführt

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Die Zukunft von QuaMaDi – der qualitätsgesicherten Mammadiagnostik – in SchleswigHolstein ist gesichert. KVSH und Krankenkassen haben sich nach langen Verhandlungen darauf verständigt, das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm fortzuführen. Das Programm soll nun weiterentwickelt und modernisiert werden.

Die neue Vereinbarung tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft. Die Zeit bis dahin wird genutzt, um die Prozessabläufe von QuaMaDi schrittweise auf eine digitale Vernetzung der beteiligten Ärzte umzustellen. Dafür hat die KVSH ein Telematik-Konzept entwickelt, das zu schnelleren Diagnosen, weniger Bürokratie und damit niedrigeren Kosten führen soll. In Zukunft werden alle Befunde sowie Röntgen- und Ultraschallaufnahmen der Patientinnen digital erfasst und dann über eine gesicherte IT-Plattform an die anderen beteiligten Ärzte übermittelt. Damit werden nicht nur die Zweitbefundung beschleunigt, sondern auch Druck- und Kurierkosten eingespart. „Mit der nun getroffenen Vereinbarung setzen wir die Erfolgsgeschichte von QuaMaDi gemeinsam fort und führen sie ins digitale Zeitalter“, erklärte Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH. „Die Fortführung des Programms ist eine gute Nachricht für alle Frauen, die ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs haben, bei denen der Verdacht auf Brustkrebs besteht oder die bereits schon einmal eine Brustkrebserkrankung erleben mussten.“ „Die Digitalisierung schreitet in allen Bereichen voran, daher ist es nur richtig und wichtig, dass auch QuaMaDi diesen Weg mitgeht“, so Thomas Haeger, Landesdirektor der AOK NORDWEST. Armin Tank, Leiter der Landesvertretung des Ersatzkassenverbandes vdek, ergänzte: „Wir freuen uns, dass das etablierte und bewährte Programm mit dem neuen Vertrag zum Wohle der Frauen zeitgemäß, zukunftssicher, schneller und effektiver sein wird.“

QuaMaDi in Zahlen Ziel des 2005 von KVSH und Krankenkassen landesweit gestarteten Programms ist es, Brustkrebs bei Risikopatientinnen rechtzeitig zu erkennen und damit die Heilungschancen zu erhöhen. Jährlich finden in Rahmen von QuaMaDi rund 75.000 Untersuchungen statt. Diese werden von rund 370 Gynäkologen, 70 Radiologen sowie vier klinischen Referenzzentren geleistet. Der Erfolg des Programms spiegelt sich in Zahlen des Instituts für Krebsepidemiologie der Medizinischen Universität Lübeck wider: Bessere Heilungschancen, bessere Lebensqualität auch mit Erkrankung und eine um 20 Prozent verbesserte Überlebenschance liegen vor, wenn ein Tumor frühzeitig gefunden und behandelt wird. Wer kann an QuaMaDi teilnehmen? Frauen in Schleswig-Holstein, die bei einer der teilnehmenden Krankenkassen versichert sind, und bei denen das Risiko oder der Verdacht auf Brustkrebs besteht, können an QuaMaDi teilnehmen. Zentrales Element von QuaMaDi ist, dass zwei radiologisch tätige Ärzte unabhängig voneinander die Mammographien und ergänzenden Aufnahmen beurteilen und dass im Zweifelsfall ein klinisches Zentrum zusätzlich eingeschaltet wird. Durch dieses MehrAugen-Prinzip wird die Brustkrebsdiagnostik verbessert, wodurch unnötige operative Eingriffe und stationäre Behandlungen häufig vermieden werden können. Das Ergebnis der Beurteilung wird den Frauen innerhalb weniger Tage durch ihren Frauenarzt mitgeteilt. Mehr Informationen unter www.quamadi.de Marco Dethlefsen, KVSH

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PRAXIS  &  KV I nterview

Aufbruch in digitale Welten Christian Götze ist IT-Projektleiter für das Projekt QuaMaDi bei der KVSH. Der Wirtschaftsinformatiker hat den Aufbau des neuen Telematik-Konzepts von Anfang an begleitet und umgesetzt. Nordlicht: Wie funktioniert das neue Telematik-Konzept bei QuaMaDi? Christian Götze: Wichtigster Baustein ist die IT-Befundplattform, die wir für alle an QuaMaDi beteiligten Praxen und Referenzzentren aufgebaut haben. Durch sie wird der bisher papiergebundene Behandlungsprozess komplett digitalisiert. Dies gilt sowohl für die Befunddaten als auch für das radiologische Bildmaterial. Die alten „QuaMaDi-Bögen“ aus Papier werden durch ein digitales Pendant ersetzt. Ganz praktisch formuliert: Die Mammographien werden künftig also nicht mehr vom Kurierdienst, sondern direkt über die Plattform vom erstbefundenden Radiologen zum zweitbefundenden Radiologen übermittelt. Die Ärzte füllen die QuaMaDi-Bögen dazu direkt an einem PC-Arbeitsplatz über einen Webbrowser aus und müssen nicht mehr den bisher üblichen Papierbogen verwenden. Die Eingabemasken wurden an das jetzige Layout der Bögen angepasst, sodass jedem Nutzer die Umgewöhnung so leicht wie möglich fällt. Nordlicht: Was ändert sich noch für die Ärzte, die an QuaMaDi teilnehmen? Götze: Durch den digitalen Workflow entfällt künftig auch der Überweisungsschein. Er wird durch einen elektronischen Auftrag ersetzt. Für die radiologischen Praxen geht die Digitalisierung sogar noch einen Schritt weiter. Die Mammographien können nun direkt aus dem PACS des Erstbefunders an die QuaMaDiPlattform übermittelt werden und durch den Zweit- bzw. Drittbefunder auf der Befundworkstation digital befundet werden. Teures Ausdrucken oder umständliches manuelles Überspielen der digitalen Mammographien auf einen Datenträger entfällt. Der Datenaustausch wird so ohne Medienbrüche und mit einem sehr hohen Grad an Automatisierung abgebildet. Nordlicht: Was sollten die Praxen in der nächsten Zeit unbedingt beachten?

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Gözte: Für die beteiligten Praxen ist es jetzt wichtig, rechtzeitig die technischen Voraussetzungen für die weitere Teilnahme an QuaMaDi zu schaffen. Die Basis für die Vernetzung ist ein KVSafeNet*-Anschluss, der in jeder Praxis vorhanden sein muss. Radiologen, die bisher analog mammografiert haben, müssen zudem auf ein digitales System umstellen, um weiterhin an QuaMaDi teilnehmen zu können. Nordlicht: Welche Vorteile ergeben sich für die QuaMaDi-Ärzte? Götze: Die Vorteile der Digitalisierung von QuaMaDi sind vielfältig und in verschiedenen Bereichen des Versorgungsprozesses zu finden. Für die Ärzte wird sich eine höhere und schnellere Verfügbarkeit aller medizinisch relevanten Informationen rund um den Prozess absolut positiv bemerkbar machen. Befunde und Bildmaterialien stehen den an der Behandlung beteiligten Ärzten sofort zur Verfügung und können jederzeit eingesehen werden. Darüber hinaus wird der Status des Falles im Behandlungsprozess für die Ärzte transparenter. Vor allem die Gynäkologen können den Ablauf so wesentlich enger begleiten, wissen jederzeit, an welchem Punkt der Prozess steht und können so die Patientin gezielt informieren. Auf den digitalen QuaMaDi-Bögen ist zudem das Ausfüllen sehr viel leichter. Es gibt dort diverse Hilfsfunktionen, wie z. B. automatisierte Fehlerprüfungen und das Einblenden von Informationen aus anderen Masken. Nordlicht: Gibt es weitere Verbesserungen? Götze: Ja. Durch den digitalen Bilddatenaustausch werden nicht nur Kosten gespart, sondern vor allem ein wesentlich effizienterer Prozess in der Befundung der Mammographien geschaffen. Die Befundung im Rahmen von QuaMaDi fügt sich so nahtlos in die ohnehin schon digitalen Arbeitsabläufe in den radiologischen Praxen ein. Sie wird im Bereich der Zweitbefundung spürbare Zeitersparnisse einbringen. Insgesamt wird die Digitalisierung von QuaMaDi durch den Wegfall von Medienbrü-

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PRAXIS  & KV chen und Transportzeiten sowie durch Automatisierung der Prozesse den gesamten Behandlungsprozess deutlich straffen und die Durchlaufzeiten verkürzen. Das wird sowohl den Patientinnen als auch den QuaMaDi-Ärzten zugutekommen. Nordlicht: Auf welche weiteren Bereiche könnte die neue Telematik-Infrastruktur künftig noch angewendet werden? Götze: Die angestrebte telematische Befundplattform dient – abstrakt formuliert – zur Abbildung eines definierten digitalen Behandlungsprozesses mit integriertem radiologischen Zweitmeinungsverfahren inklusive Bilddatentransfer. Die Plattform

Sicher vernetzt mit der KVSH Die KVSH unterstützt die elektronische Vernetzung und bietet eine Reihe von attraktiven digitalen Diensten an. KV-SafeNet* Wenn Sie sicherheitsrelevante Dienste zum Datentransfer nutzen und sich dabei von Profis unterstützen lassen wollen, sollten Sie das KV-SafeNet* nutzen. Der Vorteil: Ein KV-SafeNet*-Anschluss ist zwar etwas teurer als ein normaler Internetzugang, dafür sind die SafeNet*-Anbieter verpflichtet, ausreichende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, damit Ihre Praxisdaten geschützt sind. Zum einen schützt das KV-SafeNet* Ihre Praxis-EDV vor schädlichen Zugriffen aus dem Internet. Zum anderen verbindet es Ihre Praxis auf gesichertem Weg mit dem KV-System, mit anderen Praxen und weiteren Institutionen wie Krankenhäuser oder der Privatärztlichen Verrechnungsstelle.

bietet also grundsätzlich die Möglichkeit, auch viele andere Versorgungsprozesse abzubilden. Naheliegend sind natürlich sämtliche Zweitmeinungsverfahren im onkologischen Umfeld, da diese gewisse Ähnlichkeiten zu QuaMaDi aufweisen. Aber auch in Bereichen mit nicht so fest definierten Behandlungsschritten könnte die Plattform zum Einholen einer zweiten Meinung genutzt werden, wie in der Traumatologie, wo es z. B. bei komplexen Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule oder des Kopfes gängige Praxis ist, eine zweite Meinung aus einer spezialisierten Klinik einzuholen. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

werden. Das zeitaufwendige Ausdrucken, Versenden und Scannen von Dokumenten entfällt. SafeMail ist dabei direkt in die meisten Praxisverwaltungssysteme eingebunden. Alle E-Mails sind verschlüsselt. SafeMail wurde vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) intensiv überprüft und zertifiziert. Der Versand und der Empfang von Befunden über SafeMail werden sogar extra honoriert. Mehr Informationen unter https://safemail.ekvsh.de Telematik-Hotline Telefon 04551 883 888 E-Mail portal@kvsh.de Fax 04551 883 7296 Fragen zur Praxis-EDV, Praxissystemberatung, eGK Telefon 04551 883 286 E-Mail edv-beratung@kvsh.de Fax 04551 883 322

Mehr Informationen unter www.kbv.de/html/kv-safenet.php SafeMail Neben diesen Vorteilen gibt es noch einen weiteren Pluspunkt, den KV-SafeNet* bietet: Den Zugang zu SafeMail. Dieser von der KVSH entwickelte E-Mail-Dienst verbessert die Kommunikation zwischen Arztpraxen, aber auch zwischen Arzt und Krankenhaus und bietet die Möglichkeit, auf einem geschützten, elektronischen Weg Arztbriefe mit Kollegen und Krankenhäusern auszutauschen. Mit SafeMail können Patientendaten unkompliziert untereinander verschickt und zum Beispiel Arztbriefe, Befunde, Laborwerte oder Röntgenbilder versendet und empfangen

* Bitte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht.

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PRAXIS  &  KV V ideosprechstunde

Handling in der Praxis

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Seit 1. April 2017 können bestimmte Fachgruppen Videosprechstunden durchführen und über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abrechnen.

Voraussetzungen In einer Videosprechstunde können nur Patienten betreut werden, die in einem der beiden vorangegangenen Quartale bei dem Arzt in der Praxis vorstellig waren. Ein Erstkontakt per Video ist nicht gestattet, denn nach dem Fernbehandlungsverbot dürfen Ärzte individuelle Behandlungen nicht ausschließlich über Kommunikationsmedien durchführen. In der Videosprechstunde erfolgt ausschließlich eine Verlaufskontrolle. Das heißt, dass der Patient wegen der Erkrankung, wegen der er den Arzt per Video konsultiert, bereits in der regulären Sprechstunde gewesen sein muss. Videosprechstunden können bei folgenden Anlässen durchgeführt werden: ƒƒ Visuelle postoperative Verlaufskontrolle einer Operationswunde ƒƒ Visuelle Verlaufskontrolle einer/von Dermatose(n), auch nach strahlentherapeutischer Behandlung ƒƒ Visuelle Verlaufskontrolle einer/von akuten, chronischen und/oder offenen Wunden ƒƒ Visuelle Beurteilung von Bewegungseinschränkungen/-störungen des Stütz- und Bewegungsapparates, auch nervaler Genese, als Verlaufskontrolle

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ƒƒ B  eurteilung der Stimme und/oder des Sprechens und/oder der Sprache als Verlaufskontrolle ƒƒ Anästhesiologische, postoperative Verlaufskontrolle Technische Ausstattung Technik: Benötigt werden Bildschirm (Monitor/Display), Kamera, Mikrofon sowie ein Lautsprecher. Internetverbindung: Für die Online-Videosprechstunde wird eine Internetverbindung mit den für Praxen empfohlenen Firewall-Einstellungen benötigt; möglich über einen KV-SafeNet*-Anschluss. Videodienstanbieter: Um eine Online-Videosprechstunde anbieten zu können, müssen Ärzte sich bei einem zertifizierten Dienstleister für Videosprechstunden registrieren. Der Anbieter muss bestimmte technische Anforderungen erfüllen und dies gegenüber dem Arzt nachweisen. Patienten benötigen an Technik lediglich einen PC, ein Tablet oder Smartphone mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie einen Internetzugang. Die Internetadresse für die Videosprechstunde und einen Einwahlcode erhalten sie vom Arzt. Ein eigener Zugang beim Videodienstanbieter ist nicht erforderlich. aktuell

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PRAXIS  & KV Diese Fachgruppen dürfen seit dem 1. April 2017 abrechnen: Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte, Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, Hals-Nasen-Ohrenärzte, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen, Neurologen, Nervenärzte und Neurochirurgen, Orthopäden, Gynäkologen, Dermatologen, Fachärzte für Innere Medizin, Psychiater, Urologen, Phoniater und Pädaudiologen, Fachärzte für physikalische und rehabilitative Medizin Vergütung Zur Förderung von Videosprechstunden erhalten Ärzte bis zu 800 Euro jährlich. Außerdem gibt es eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) für Kontakte, die nur per Video stattfinden. Technik- und Förderzuschlag GOP 01450: Bewertung 40 Punkte (4,21 Euro), je Arzt-PatientenKontakt für bis zu 50 Videosprechstunden im Quartal Die GOP 01450 wird als Zuschlag zur Versichertenpauschale, zu den meisten Grundpauschalen, zu den Konsiliarpauschalen des Kapitels 25, zur schmerztherapeutischen Pauschale (GOP 30700) und zur neuen GOP 01439 gezahlt. Konsultation Videosprechstunden können eine persönliche Vorstellung in der Praxis ersetzen. Die Konsultation ist von daher Inhalt der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale und somit nicht gesondert berechnungsfähig. Für Fälle, bei denen der Patient im Quartal nicht die Praxis aufsucht und folglich keine der Pauschalen fällig wird, gibt es mit der neuen GOP 01439 eine analoge Regelung zum telefonischen Kontakt. GOP 01439: Bewertung 88 Punkte (9,27 Euro), einmal im Behandlungsfall, auf diese GOP wird auch der Technikzuschlag für die Videosprechstunde (GOP 01450) gezahlt. Eine Voraussetzung für die Abrechnung ist, dass der Patient in den vorangegangenen zwei Quartalen mindestens einmal in der Praxis persönlich vorstellig geworden ist und die Verlaufskontrolle durch dieselbe Praxis erfolgt wie die Erstbegutachtung. Außerdem wurde für eine Reihe von Gebührenordnungspositionen, die mindestens drei persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall voraussetzen, vereinbart, dass einer dieser Kontakte auch in einer Videosprechstunde stattfinden kann. Dies gilt für folgende GOP: 02310, 07310, 07311, 07330, 07340, 10330, 18310, 18311, 18330, 18340. Hinweis zur Abrechnung: Die Leistungen können nur abgerechnet werden, wenn die technischen Voraussetzungen (gemäß der Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte) erfüllt sind. Praxen reichen dazu eine Erklärung des Videodienstanbieters bei der KVSH ein. So funktioniert die Videosprechstunde 1. Terminvereinbarung: Der Arzt vereinbart mit dem Patienten einen Termin für die Videosprechstunde – entweder beim Besuch in der Praxis oder telefonisch. Er teilt ihm Datum und Zeit sowie die Internetadresse und einen Einwahlcode mit. Der Code ist längstens einen Monat gültig. Die Internetadresse sowie weitere Infos erhalten Ärzte von ihrem Videodienstanbieter.

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2. Information des Patienten: Vor der ersten Videosprechstunde holt der Arzt eine schriftliche Einwilligung des Patienten ein (Videodienstanbieter stellen ihren Kunden mitunter eine Vorlage bereit). Der Arzt weist ferner auf die Rahmenbedingungen hin, die für eine störungsfreie Videosprechstunde notwendig sind: geschlossene Räume, Ruhe, geeignete Technik, Licht. 3. Videosprechstunde starten: Patient und Arzt wählen sich bei dem Videodienstanbieter ein, möglichst schon etwa zehn Minuten vor dem Termin. Der Patient gibt dazu lediglich die Internetadresse für die Videosprechstunde in den Browser seines PC oder Smartphones ein, danach den Einwahlcode. Bei einem kurzen automatischen Testlauf wird die Technik überprüft. Beide können erkennen, wenn der jeweils andere online ist. Der Patient wartet im Online-Wartezimmer, bis er vom Arzt aufgerufen, also zugeschaltet wird. Der Arzt sollte nun überprüfen, ob er mit den vorhandenen Gegebenheiten die Sprechstunde durchführen kann. Sind die Bedingungen nicht geeignet – beispielsweise wenn die Kameraqualität für eine Verlaufskontrolle der Haut nicht gut genug ist – sollte er die Videosprechstunde abbrechen. Kann eine Videosprechstunde durchgeführt werden, sollte der Arzt seinen zugeschalteten Patienten zunächst fragen, ob er sich allein im Raum befindet. Sind weitere Personen anwesend, müssen diese dem Arzt vorgestellt werden. Der Arzt sollte zudem darauf hinweisen, dass die Videosprechstunde nicht aufgezeichnet werden darf. 4. Videosprechstunde beenden: Ist die Konsultation beendet, melden sich Arzt und Patient von der entsprechenden Internetseite ab. Einlesen der eGK und Dokumentation In der Regel wurde die elektronische Gesundheitskarte (eGK) bereits eingelesen, sodass die Daten bei der Videosprechstunde bereits vorliegen. War der Patient im aktuellen Quartal allerdings noch nicht in der Praxis, übernimmt der Arzt die Versichertendaten auf der Grundlage der Patientendatei im Praxisverwaltungssystem (PVS). Ferner gilt: Die Behandlung via Videosprechstunde muss wie eine Behandlung in der Praxis im PVS dokumentiert werden. Information für Patienten Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bietet eine Patienteninformation an. Sie erläutert, wie Videosprechstunden ablaufen und welche Technik benötigt wird. Das Infoblatt enthält zudem ein Freifeld für den Einwahl-Code für die Videosprechstunde. Es kann vom Arzt als zusätzliche Erläuterung zum Informationsgespräch ausgegeben werden. Sie finden die Patienteninformation und alle weiteren Inhalte zur Videosprechstunde unter www.kbv. de/html/videosprechstunde.php. KBV/Redaktion

* Bitte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht.

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PRAXIS  &  KV Q ualitätsmanagement

QEP -Manual für Psychotherapeuten ®

Ein neues Angebot unterstützt speziell psychotherapeutische Praxen beim Aufbau eines internen Qualitätsmanagements: Das QEP®-Manual für Psychotherapeuten bietet viele Umsetzungsvorschläge mit praktischen Tipps, Checklisten zur Selbstbewertung, Praxisbeispiele sowie Mustervorlagen auf CD-ROM. Das Qualitätsmanagement-Verfahren „QEP® – Qualität und Entwicklung in Praxen“ wurde von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und den Kassenärztlichen Vereinigungen als Serviceangebot eigens für die Niedergelassenen entwickelt, um sie bei der Einführung eines internen Qualitätsmanagements (QM) zu unterstützen. So bietet QEP® für alle praxisrelevanten Themen Qualitätsziele und konkrete Vorschläge zur Umsetzung an. Passgenau für psychotherapeutische Praxen Das nun erschienene Manual für Psychotherapeuten ist ein neuer Baustein von QEP®. Es ist genau an die Abläufe psychotherapeutischer Praxen angepasst. Mit einer Vielzahl an fachspezifischen Unterstützungselementen ermöglicht es psychologischen und ärztlichen Psychotherapeuten, die häufig ohne Mitarbeiter ihre Praxis führen, unkompliziert den Aufbau und die Weiterentwicklung eines praxisinternen Qualitätsmanagements. Tipps von Psychotherapeuten für Psychotherapeuten Das Manual unterstützt bei allen Fragen rund um die Führung einer psychotherapeutischen Praxis und bietet anschauliche Umsetzungsvorschläge und praktische Tipps von Psychotherapeuten für Psychotherapeuten. Die rund 200 Seiten umfassende Publikation enthält beispielsweise Hinweise und Musterdokumente zur Terminvergabe und zum telefonischen Erstkontakt oder zum Thema Datenschutz und Datensicherheit. Auch für den Bereich der Therapieentscheidung und -planung gibt es nützliche Informationen und Ablaufbeschreibungen, zum Beispiel zur Beantragung der Kostenübernahme durch die Krankenkassen oder zur Erstellung von Behandlungsplänen für Patienten. Organisation der Psychotherapeutischen Sprechstunde QEP® berücksichtigt eine Vielzahl an gesetzlichen und normativen Vorgaben und kann damit auch als Umsetzungshilfe für Neuerungen im Rahmen der Psychotherapie-Richtlinie genutzt werden, beispielsweise für die Organisation der Psychotherapeutischen Sprechstunde, der Akutbehandlung und der Rezidivprophylaxe.

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Bestellmöglichkeit Franziska Diel/Bernhard Gibis (Hrsg.) QEP®-Manual für Psychotherapeuten, broschiert, 186 Seiten, mit CD-ROM, ISBN 978-3-7691-3403-2, Preis: 99,99 Euro Bestellbar im Internet unter: http://shop.aerzteverlag.de/buecher/buch.asp?id=2420 Oder über folgende Kontaktadresse: Deutscher Ärzteverlag GmbH, Versandbuchhandlung Dieselstr. 2, 50859 Köln, Tel. 02234 7011 322 oder -323 E-Mail: vsbh@aerzteverlag.de KBV/Redaktion

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PRAXIS  & KV C annabis - V erordnung

KVSH sucht Ärzte zum Erfahrungsaustausch

Patienten mit einer schwerwiegenden Erkrankung haben seit dem 10. März 2017 unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Cannabis. Jeder Haus- und Facharzt darf seitdem getrocknete Cannabisblüten und -extrakte sowie Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol und Nabilon verordnen. Die Verordnung fällt vielen Ärzten allerdings oft noch schwer. Ärzte, die am Thema interessiert sind, können sich deshalb bei der KVSH zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch melden.

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Probleme bei der Verordnung von Cannabis treten in der Regel wegen fehlender Formalien und Regularien auf. Es gibt derzeit keine Antragsformulare für Ärzte und keinen Indikationskatalog oder Empfehlungen, welcher Patient mit welchen Erkrankungen für die Therapie mit Cannabinoiden tatsächlich geeignet ist. In dieser Situation ist ein Erfahrungsaustausch zwischen Ärzten, die bereits mit der Therapie mittels Cannabis und Cannabinoiden Erfahrung haben und Ärzten, die interessiert und verordnungswillig sind, sinnvoll. Die KVSH lädt deshalb alle Ärzte, die in diesem Bereich bereits Erfahrung haben und bereit sind, diese weiterzugeben, zum fachlichen und persönlichen Erfahrungsaustausch ein. Rückmeldungen bitte an Stephan Reuß, Beratungsarzt, Tel. 04551 883 351, stephan.reuss@kvsh.de

Was bisher feststeht Der Anspruch auf Versorgung mit Cannabis gilt nur, wenn 1. eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung ƒƒ nicht zur Verfügung steht ƒƒ oder im Einzelfall nach der begründeten Einschätzung des Arztes unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung des Krankheitszustandes des Patienten nicht angewendet werden kann, 2. eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome besteht. Gesetzliche Grundlage hierfür ist Paragraf 31 Absatz 6 SGB V. Konkrete Indikationen, die als „schwerwiegend“ gelten, benennt der Gesetzgeber nicht. 5 | 2017

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Vor der erstmaligen Verordnung eines Cannabispräparats muss der Patient die Genehmigung seiner Krankenkasse einholen. Ob dies auch gilt, wenn bei gleicher Indikation auf eine andere Cannabistherapie umgestellt werden soll, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) empfiehlt diese Vorgehensweise dennoch, da durch die Genehmigung des konkreten Cannabisprodukts durch die Krankenkasse eine größere Verordnungssicherheit für den Arzt resultiert. Wird Cannabis im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung verordnet, muss die Krankenkasse über den Antrag innerhalb von drei Tagen entscheiden. In allen anderen Fällen gilt die gewöhnliche Frist von drei Wochen (bei Erfordernis einer gutachterlichen Stellungnahme fünf Wochen). Die Krankenkasse darf den Antrag nur in begründeten Ausnahmefällen ablehnen. Mehr Informationen zum Thema finden Sie unter www.kbv.de/html/cannabis-verordnen.php

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PRAXIS  &  KV N eue S erie

Kreisstelle Kiel

Das sind die Kreisstellen Ärztliche Selbstverwaltung funktioniert nicht von allein, sondern sie braucht regionale Vertreter, die den Ärzten und Psychotherapeuten vor Ort schnell und unbürokratisch mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Schleswig-Holstein füllen die Kreisstellen diese wichtige Rolle aus. Grund genug für das Nordlicht, den 15 Kreisstellen die Gelegenheit zu geben, sich vorzustellen. Motto Wir engagieren uns für Transparenz und ein gutes kollegiales Miteinander an den Schnittstellen der medizinischen und psychotherapeutischen Versorgung im Raum Kiel ƒƒ zwischen Haus- und Fachärzten ƒƒ zwischen Ärzten und Psychotherapeuten ƒƒ zwischen niedergelassenen Ärzten und Klinikambulanzen ƒƒ zwischen niedergelassenen Ärzten und stationären Einrichtungen ƒƒ zwischen niedergelassenen Ärzten und wichtigen Institutionen im Gesundheitswesen Vorsitzender

Kreisstelle

Wolfgang Schulte am Hülse Facharzt für Allgemeinmedizin Tel. 0431 541771 Fax 0431 549778 E-Mail: schulte.am.huelse@ kreisstelle-kiel.de

Kiel

Stellvertreter Dennis Kramkowski Facharzt für Allgemeinmedizin und Facharzt für Hals-NasenOhrenheilkunde Tel. 0431 39021

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Weitere Beiratsmitglieder Dr. Arne Bautz, Facharzt für Chirurgie Dr. Andreas Boekhoff, Facharzt für Allgemeinmedizin Dipl. Psych. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Dr. phil. Dipl. Psych. Angelika Nierobisch, Psychologische Psychotherapeutin Dr. Kurt Hügelmann, Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Jens Orthmann, Facharzt für Urologie Dr. Michael Schroeder, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie Dr. Christiane Schwerk, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Dr. Christian Sellschopp, Facharzt für Chirurgie

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Sekretariat Andrea Malü Herzog-Friedrich-Str. 49 24103 Kiel Tel. 0431 93 222 Fax 0431 9719682 E-Mail: sekretariat@ kreisstelle-kiel.de

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PRAXIS  & KV

Beiratssitzungen 2017 jeweils kurz vor der Abgeordnetenversammlung der KVSH jeweils montags

Aktuelle Projekte in Kiel

ƒƒ 19. Juni ƒƒ 25. September ƒƒ 20. November 2017

ƒƒ Round-Table-Gespräche zu Krankentransporten ƒƒ Round-Table-Gespräche zur elektronischen Befundübermittlung ƒƒ Unterstützung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung bei gastrointestinalen Tumoren Kreisstellenversammlungen Mitgliederversammlung am Dienstag, 28. November 2017, 20.00 Uhr, im Haus des Sports, Kiel

Drei gute Gründe, sich in der Kreisstelle Kiel zu engagieren 1. Aktive Mitgestaltung bei wiederkehrenden Themen in der Patientenversorgung 2. Persönliche Vernetzung mit engagierten Kollegen 3. Vertieftes Verständnis und frühzeitige Informationen zu gesundheitspolitischen Entwicklungen

Die Kreisstelle Kiel kümmert sich auch um den ärztlichen und psychotherapeutischen Nachwuchs und unternimmt dazu Folgendes Einladung zu einem persönlichen Erstgespräch für neu niedergelassene Kollegen sowie die Möglichkeit für eine persönliche Kurzdarstellung im Rundschreiben der Kreisstelle Kiel und auf der Mitgliederversammlung. Internet www.kreisstelle-kiel.de

Nächste Ausgabe: Kreisstelle Steinburg 5 | 2017

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PRAXIS  &  KV A nerkennung

Ärzte im Norden wieder Vorreiter Hohe Qualität in der regionalen Versorgung: Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein hat das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg in Stufe II anerkannt.

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Geht man rein nach den Kriterien zur Erfüllung der Richtlinie zur Anerkennung eines Praxisnetzes, ist die Basisstufe schon eine Herausforderung für die Netze. Hier gab es mit der Verabschiedung der Richtlinie der KVSH zum 1. Juli 2013 Diskussionen über die Trennung vom geliebten Faxgerät, hin zu einer vernetzten Onlinekommunikation. Heute ist die Technik so weit, dass egal welche Praxissoftware in einer Praxis angewendet wird, übergreifend eine Onlinekommunikation und der geschützte Austausch von Patientendaten möglich sind.

Praxisnetze zeichnen sich durch eine effiziente und auf die Bedürfnisse der Patienten ausgerichtete Versorgung in der Region aus. Um durch eine KV anerkannt und gefördert zu werden, müssen sie konkrete Versorgungsziele darlegen. Je nachdem, wie weit sich ein Praxisnetz in seiner Arbeit und Professionalität entwickelt hat, und je mehr es die Strukturvorgaben, Versorgungsziele und Kriterien erfüllt, wird es in drei Stufen anerkannt. Beginnend mit der Basisstufe, in der die KVSH bereits neun Praxisnetze anerkannt haben, folgt die Stufe I und als höchste Anerkennungsstufe die Stufe II. Das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg e. V. (PNHL) ist das zweite Praxisnetz bundesweit, das offiziell nach einer Richtlinie für Praxisnetze einer KV in der Stufe II anerkannt wurde. Zum 1. Februar 2014 von der KVSH in der Basisstufe anerkannt, ist es bereits drei Jahre später so weit, dass die KVSH zum 1. April 2017 dem PNHL die Anerkennung in Stufe II aussprechen konnte. Bundesweit sind aktuell 61 Praxisnetze nach einer Richtlinie anerkannt.

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Nordlicht

Die Kriterien für die Stufe II stellen demgegenüber noch einmal eine große Weiterentwicklung dar. Ist die KV an mancher Stelle zu weit entfernt, kann das Praxisnetz die Versorgung vor Ort patientenorientiert sicherstellen, wegbrechende Praxen auch mit Hilfe der Kommunen auffangen und eine sektorenübergreifende Versorgung mit Krankenhäusern und Pflegeinrichtungen aufbauen. Enormer Qualitätssprung Netzarbeit im PNHL spiegelt einen enormen Qualitätssprung in der fachgruppenübergreifenden Zusammenarbeit der Netzärzte und eine professionelle Geschäftsführung wider. Was ist in diesem Netz anders als in anderen? Das Netz umfasst aktuell 42 aktive Praxen mit 72 Ärzten und Psychotherapeuten sowie zwei Kliniken und zwei MVZ. Klinische Kooperationen bestehen zudem mit dem St. Adolph Stift, Reinbek, dem BG Klinikum Hamburg, dem Bethesda-Krankenhaus Bergedorf, den Kliniken für Geriatrie in Ratzeburg und Geesthacht sowie zahlreichen Pflegeeinrichtungen und -diensten. Das PNHL ist nach DIN ISO 9001:2015 zertifiziert und legt jährlich einen gedruckten Versorgungsbericht vor, ebenso eine Patientenzeitschrift in jährlich neuer Bearbeitung sowie eine quartalsweise Ausgabe des Mitgliedermagazins.

aktuell

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PRAXIS  & KV Zusammen mit dem Ärztenetz Eutin Malente (ÄNEM), dem Lübecker Ärztenetz sowie der Klinik für Rheumatologie am UKSH, Campus Lübeck wurde ein Rheuma-Netz gegründet. Im Herzogtum Lauenburg fehlen internistische Rheumatologen, eine Teillösung zur Verbesserung der Versorgung erfolgt durch gezielte Schulungen und Trainings der Allgemeinärzte und der Fachärzte für Orthopädie/Unfallchirurgie. Im Mittelpunkt steht eine frühe Differenzierung zwischen nicht-entzündlichen und entzündlichen Erkrankungen, um Fehlüberweisungen zu reduzieren. Das Rheuma-Netz entwickelte einen sektorenübergreifenden und auf die Region angepassten Behandlungspfad mit Ampelschema zur Triagierung, der sich in der Versorgung bewährt. In der Zusammenarbeit mit Fachkollegen in Lübeck und dem UKSH kann eine Vorstellung von Patienten bei Dringlichkeit innerhalb von 48 Stunden organisiert werden. Um die Zusammenarbeit zwischen den niedergelassenen Ärzten, den stationären Gesundheitsversorgern sowie der ambulanten und stationären Pflege zu intensivieren und zu strukturieren, finden zweimal jährlich je ein Pflegedialog und ein Klinikdialog statt. Die Veranstaltungen dienen der Wissensvermittlung, des kollegialen Austauschs und als Plattform für die Entwicklung gemeinsamer Versorgungsprojekte. Als Vertreter der Kliniken sind die Chefärzte eingeladen, auf Seiten der Pflege die leitenden Pflegemitarbeiter. Es geht bewusst weniger um betriebswirtschaftliche Fragen als um gemeinsame Versorgung. Als Vertreter der ambulant tätigen Ärzte nehmen die Vorstandssprecher und interessierte Mitglieder des Netzes teil. Fachliche Unterstützung durch Wundmanagerin Seit Anfang 2017 beschäftigt das Praxisnetz eine zertifizierte Wundmanagerin, die die Praxen und Einrichtungen des Netzes bei der Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden fachlich unterstützt. Mit der Gründung einer eigenen Wund- und Casemanagement-Gesellschaft hat das Praxisnetz einen wichtigen Schritt für den Ausbau einer koordinierten Überleitung getan. Die netzeigene Wundmanagerin ist sowohl bei der Überleitung aus Kliniken als auch im ambulanten Setting eingebunden und kann von allen Netzmitgliedern bei der Versorgung individuell hinzugezogen werden. Die jeweilige Falldokumentation erfolgt verschlüsselt in einer elektronischen Akte, die speziell für die Indikation der chronischen Wunde ausgelegt ist. Die Wundmanagerin ist zudem mit einem Taschendoppler ausgestattet, sodass bei vielen Patienten eine erste Venendiagnostik erfolgt und die Vorstellung beim Facharzt für Angiologie nach Dringlichkeit koordiniert wird. In den Netzpraxen führt die Wundmanagerin Fort- und Weiterbildungen als Inhouse-Schulungen durch.

mitglieder. Daneben werden die Beratungsangebote der Kooperationspartner vermittelt. Unter der Adresse www.pnhl.de gibt es erweiterte Informationen zu Selbsthilfegruppen, Schulungsangeboten, Kursen oder aufbereitete medizinische Themen. Die Webseite wird drei Jahre nach dem letzten Relaunch erneut komplett überarbeitet, damit die Vielzahl von Informationen zukünftig übersichtlicher und strukturierter zur Verfügung steht. Das Mitgliedermagazin „vernetzt + versorgt“ erscheint viermal jährlich und informiert Fachkreise (Ärzte, MFA, Pflegepersonal etc.) über Projekte und die Arbeit im Praxisnetz. Konsequente Orientierung am Patienten und Gesundheitsnutzen schaffen, so kann man die Arbeit im PNHL zusammenfassen. Um die bauliche Barrierefreiheit zu fördern, hält die Geschäftsstelle Beratungsangebote und Kontakte zu Bauplanern vor. Bei Praxisneugründungen oder dem Bau von Ärztehäusern steht das Netzmanagement beratend zur Seite und vermittelt. Barrierefreiheit erstreckt sich aber auch auf die Zugänglichkeit elektronischer Informationen (Webseiten, Datenbanken, Dokumente etc.). Gemeinsam mit dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e. V. hält das PNHL Informationsangebote vor, um elektronische Informationen möglichst barrierefrei zu gestalten. Mit Detlef Girke von BITV Consult (www.bitvconsult.de) besteht ein Rahmenvertrag für die Beratung der Netzmitglieder. Gute Netzarbeit ist ein Zusammenspiel aus Anreizen und Verpflichtungen. Auch deshalb müssen Netzmitglieder an mindestens vier Veranstaltungen des Netzes verpflichtend teilnehmen. Ebenso gehört zur Mitgliedschaft im PNHL obligat eine vom Netzbüro für die Praxen organisierte Patienten- und eine Mitgliederbefragung. Das PNHL hat sich einer konsequenten qualitätsorientierten Netzarbeit verschrieben. Dazu wurden eine ganze Reihe, nachfolgend genau spezifizierter Qualitätsindikatoren aus den Domänen Struktur-, Prozess-und Ergebnisqualität definiert und für jeden Indikator Interventionen erarbeitet, die strukturiert umgesetzt werden.

Als regionales Praxisnetz arbeitet das PNHL täglich an einer guten und wohnortnahen medizinischen Versorgung für alle Menschen des Landkreises. Das heißt auch umfassend und patientenorientiert zu informieren. Jährlich erscheint eine Patientenzeitschrift mit den Kontaktdaten, Schwerpunkten und medizinischen Angeboten aller Netz5 | 2017

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aktuell

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PRAXIS  &  KV

„Peer Review in der Allgemeinmedizin“ als zeitgemäße Form der ärztlichen Weiterbildung wurde im PNHL auf den Weg gebracht. Die Teilnahme wird aus Netzmitteln gefördert. Im kollegialen Miteinander werden medizinische und organisatorische Sachverhalte analysiert und Hilfen bei der Entwicklung von Lösungsansätzen gegeben. „Peer Review“ ist ein freiwilliges Verfahren, bei dem sich Kolleginnen und Kollegen gegenseitig in ihren Praxen besuchen. Die Ärztekammer Schleswig-Holstein hat dazu ein Curriculum entwickelt und vergibt Fortbildungspunkte. „Aktuell befinden wir uns in der Weiterentwicklung des Konzeptes für medizinsches Fachpersonal, sodass wir unsere erfolgreichen MFA-Stammtische zukünftig um eine aktive Fortbildungskomponente erweitern“, so Christina Möllmann als Projektleiterin des PNHL. Schwerpunkt Prävention Der Schwerpunkt Prävention ist ein roter Faden der PNHL-Netzarbeit. Die Erhöhung von Impfraten ist nur ein Präventionsziel für das Jahr 2017. Im Dialog mit Unternehmen der Region entwickelt eine Arbeitsgruppe Konzepte zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement, zehn Workshops mit über 100 Teilnehmern wurden bereits realisiert. Seit 2016 werden durch die Übernahme der Kosten eines Hygieneaudits in den Netzpraxen die Anstrengungen um eine sichere Hygiene im Netz weiter intensiviert. Mit großer Spannung wird im Herbst 2017 die Evaluation des Projektes zum Einsatz des Doc Mobil erwartet. Das Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Allgemeinmedizin des UKSH (Campus Lübeck), der DB Regio Bus AG und der DAMP Stiftung findet bundesweit große Beachtung. Es ist in diesem Projekt erstmalig gelungen eine mobile Versorgungseinheit im Rechtsrahmen der Regelversorgung zu erproben. Das Projekt endet im Juni 2017 nach dann 15 monatiger Projektlaufzeit. Hagen Franke, KVSH, Markus Knöfler, PNHL

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Nordlicht

aktuell

5 | 2017


Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung____________________________________________27 Betreuungsverträge mit der TK und dem BKK-Landesverband Nordwest zum 1. April 2017 geändert_____________________________________________32

Aus der Zulassungsabteilung Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten:

5 | 2017

Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Wilhelminenhaus Kiel – MVZ für Augenheilkunde Partnerschaft Dr. Walpuski & Dr. Kiese

24103 Kiel, Wilhelminenstraße 43

Augenheilkunde

01.04.2017

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Jan Weise

24103 Kiel, Herzog-Friedrich-Straße 21

Hals-NasenOhrenheilkunde

01.04.2017

Dr. med. Bernhard Benz

Ümit Köpke

23564 Lübeck, Stresemannstraße 9

Kinder- und Jugendmedizin

01.04.2017

Dr. med. Eckart de Bary

Wiebke Frank – halbe Zulassung –

25862 Goldelund, Hauptstraße 6

Psychiatrie und Psychotherapie, ausschließlich psychotherapeutisch

03.04.2017

Dr. med. Antje Hinsch

25746 Heide, Norderstraße 82 – 86

Kinder- und Jugendmedizin

01.04.2017

Angela Waskow

Birga Terlunen-Traboldt

25421 Pinneberg, Moltkestraße 2

Hals-NasenOhrenheilkunde

01.04.2017

Dr. med. Edgar Terlunen

Dr. med. Michael Janke

24955 Harrislee, Musbeker Weg 1

Innere Medizin/ hausärztlich

01.04.2017

Michael Bergeler

Dr. med. Stefan Theveßen – halbe Zulassung –

24939 Flensburg, Waldstraße 13 – 15

Innere Medizin, Schwerpunkt Gastroenterologie

01.04.2017

Dr. med. Burkhard Kostrewa – halbe Zulassung –

Dr. med. Antonia Komischke

24306 Plön, Lange Straße 1 a

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Dr. med. Hans-Henning Gernhardt

M. Sc. Lisa Susann Garms

25524 Itzehoe, Lindenstraße 42

Psychologische Psychotherapie

01.04.2017

Sigrun Engelmann – halbe Zulassung –

23564 Lübeck, Ratzeburger Allee 4

Psychiatrie und Psychotherapie, ausschließlich psychotherapeutisch

01.04.2017

Dr. med. Volker Engelmann – halbe Zulassung –

Dipl.-Psych. Nadine Hamann – halbe Zulassung –

25436 Tornesch, Kleiner Moorweg 9

Psychologische Psychotherapie

24.04.2017

Dipl.-Psych. Gerlinde Kirsch-Ahlert – halbe Zulassung –

Dr. med. Karoline Wulff – halbe Zulassung –

24232 Schönkirchen, Augustental 31 a

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Dr. med. Wilfried Mädge – halbe Zulassung –

Ute Lübbe – halbe Zulassung –

23858 Reinfeld, Psychiatrie, Paul-von-Schoenaich-Straße 29 ausschließlich psychotherapeutisch

03.04.2017

Dr. med. Jutta Wermter

21502 Geesthacht, Schillerstraße 29

Haut- und Geschlechts- 01.04.2017 krankheiten

Dr. med. Ulrich Karsten

Dr. med. Burga Schwoerer – halbe Zulassung –

21465 Wentorf, Hauptstraße 8

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Dr. med. Sonka Heimburg – halbe Zulassung –

Nordlicht

aktuell

01.04.2017

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Bekanntmachungen und Meldungen Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dipl.-Psych. Susanne Green

23552 Lübeck, Koberg 2

Psychologische Psychotherapie

01.05.2017

Dipl.-Psych. Silvia Beyer

Dr. med. Gerwin Alexander Michaelsen

24768 Rendsburg, Eckernförder Straße 48 d

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Dr. med. Axel Michaelsen

Dipl.-Psych. Sabine Werning

22926 Ahrensburg, Bornkampsweg 36

Psychologische Psychotherapie

01.04.2017

Priv.-Doz. Dr. med. Nils Schreiter

22850 Norderstedt, Berliner Allee 40 c

Radiologie

01.04.2017

Dr. med. Jürgen Bandick

Antje Sayir

24576 Bad Bramstedt, Sommerland 17

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Dr. med. Gerhard Schmitt

Dr. med. Petra Otto

25336 Elmshorn, Vormstegen 27 – 31

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Dipl.-Psych. Axel Sömmer 23858 Reinfeld, Psychologische – halbe Zulassung – Paul-von-Schoenaich-Straße 29 Psychotherapie

01.04.2017

Henning Meyn-Fritzen

23843 Bad Oldesloe, Lübecker Straße 13

Allgemeinmedizin

03.04.2017

Dr. med. Hans-Ulrich Seeger

Dipl.-Sozialpäd. Ruth Wöllauer

25524 Itzehoe, Brückenstraße 14

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

01.04.2017

Dipl.-Päd. Rebecca Tiedemann

25524 Itzehoe, Brückenstraße 14

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

01.04.2017

Dipl.-Psych. Ursula Schulz

Dr. med. Erkan Demirbas

24955 Harrislee, Musbeker Weg 1

Innere Medizin/ hausärztlich

01.04.2017

Gabriele Pelz-Bergeler

Dr. med. univ. Alexandra Bannier-Schmidtke

23843 Bad Oldesloe, Markt 3

Innere Medizin/ hausärztlich

01.04.2017

Dr. med. Klaus Bangert

Dirk Bremser

25479 Ellerau, Berliner Damm 19

Innere Medizin/ hausärztlich

01.04.2017

Dr. med. Hans-Georg Merkel

Nikola von Elten

24944 Flensburg, Fördestraße 53 b

Allgemeinmedizin

04.04.2017

Dr. med. Maren Pieper

Dr. med. Susanne Werner 24220 Flintbek, Plambeckskamp 2

Allgemeinmedizin

01.06.2017

Horst Wilkens

Hendrik Metzger

24354 Rieseby, Dorfstraße 56

Innere Medizin/ hausärztlich

01.04.2017

Dr. med. Joachim Metzger

Dr. med. Marie-Catherine Frederiksen

24146 Kiel, Rüsterstraße 33

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Matthias Seusing

Dipl.-Psych. Dagmar Dahl – halbe Zulassung –

24149 Kiel, Lüderitzstraße 2

Psychologische Psychotherapie

07.04.2017

Dr. med. Maria Seefluth – halbe Zulassung –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Carsten Philipzig

25813 Husum, Brinckmannstraße 7

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Dr. med. Kirsten Braasch – ganztags –

Wilhelminenhaus Kiel – MVZ 24103 Kiel, für Augenheilkunde PartnerWilhelminenstraße 43 schaft Dr. Walpuski & Dr. Kiese

Augenheilkunde

01.04.2017

Philipp Heinert – ganztags –

Dr. med. Arne Schewior, Ulrich Kruse, Elias Gkazos

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Gabriele Duyster – ganztags –

28

24143 Kiel, Elisabethstraße 58 – 60

Nordlicht

aktuell

5 | 2017


Bekanntmachungen und Meldungen

5 | 2017

Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Dr. med. Gerhard Büttner, Dr. med. Christian Meewes, Dr. med. Roman Faubel

24220 Flintbek, Hegereiter Weg 2 a

Haut- und Geschlechtskrankheiten

01.04.2017

Dr. med. Christina Gellißen – halbtags –

Dr. med. Gerhard Büttner, Dr. med. Christian Meewes, Dr. med. Roman Faubel

24534 Neumünster, Kuhberg 43 – 45

Haut- und Geschlechtskrankheiten

01.04.2017

Dr. med. Christina Gellißen – halbtags –

MVZ Kardiologisches Versorgungszentrum Segeberger Kliniken GmbH

22846 Norderstedt, Heidbergstraße 98

Innere Medizin und Kardiologie

09.03.2017

Said Hashimi – halbtags –

Dr. med. Petra Jessen und Inga Grimm

24105 Kiel, Feldstraße 123

Innere Medizin/ hausärztlich

01.04.2017

Dr. med. Christoph Willgrod – halbtags –

MVZ Ambulantes Versorgungs- 23795 Bad Segeberg, Krankenhausstraße 2 zentrum Segeberger Kliniken GmbH

Chirurgie

09.03.2017

Matthias Busch – halbtags –

Dr. med. Ralf Rüttershoff

22941 Bargteheide, Rathausstraße 7

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Dr. med. Angela Fuchs – halbtags –

Dr. med. Ralf Rüttershoff

22941 Bargteheide, Rathausstraße 7

Innere Medizin/ hausärztlich

01.04.2017

Dr. med. Arno Siebenhaar – halbtags –

Labor Dr. Krause & Kollegen MVZ GmbH

24106 Kiel, Steenbeker Weg 23

Laboratoriumsmedizin

15.03.2017

Dr. med. Hans Neumeyer – halbtags –

MVZ Strahlenzentrum Hamburg

25337 Elmshorn, Agnes-Karll-Allee 21 a

Strahlentherapie

09.03.2017 – Dr. med. Bernd Rolle 31.01.2019 – ganztags –

Augenklinik Rendsburg MVZ

25821 Bredstedt, Gerichtstraße 30

Augenheilkunde

08.03.2017

Vahe Soghomonyan – ganztags –

Dr. med. Gerwin Alexander Michaelsen

24768 Rendsburg, Eckernförder Straße 48 d

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Michaela Schmidt – ganztags –

WestDoc MVZ Brunsbüttel GmbH

25541 Brunsbüttel, Delbrückstraße 2

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.04.2017

Dr. med. Tanja Hanusa – ganztags –

Dr. med. Gerd Geffert, Dr. med. Matthias Hoffmann, Antje Rack

25813 Husum, Erichsenweg 16

Innere Medizin, Schwerpunkt Kardiologie

01.04.2017

Dr. med. Susanne Goericke – halbtags –

MVZ Beste Trave

23843 Bad Oldesloe, Schützenstraße 55

Innere Medizin, Schwerpunkt Hämatologie und Internistische Onkologie

09.03.2017

Dr. med. Heike Fink – ganztags – – Sonderbedarf –

imland MVZ GmbH

24768 Rendsburg, Kaiserstraße 24

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.04.2017

Katrin Meier – halbtags –

Dr. med. Ralf-Günter Wegers

24837 Schleswig, Memeler Straße 12

Allgemeinmedizin

03.04.2017

Thorsten Gottschalk – ganztags –

Gerhard Leinz

24103 Kiel, Wilhelminenstraße 28

Innere Medizin/ ausschließlich psychotherapeutisch

03.04.2017

Dr. med. Gerd Loose – vierteltags –

Abts u. Partner/Frauenärzte

24105 Kiel, Holtenauer Straße 114 a

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

03.04.2017

Dr. med. Dipl.-hum. Biol. Özkan Alkasi – ganztags –

Dr. med. Alexandra Bannier-Schmidtke

23843 Bad Oldesloe, Markt 3 a

Innere Medizin/ hausärztlich

01.04.2017

Dr. med. Gabriele Bangert

Abts u. Partner/Frauenärzte

24103 Kiel, Prüner Gang 7 – 15

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.04.2017

Karin Tinnemeier – halbtags –

Nordlicht

aktuell

29


Bekanntmachungen und Meldungen Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Prof. Dr. med. Andreas Böhle

23611 Bad Schwartau, Lübecker Straße 18 – 20

Urologie

01.04.2017

Dr. med. Gero Loch – ganztags –

Gisela Fulda-Peiler

22926 Ahrensburg, Hagener Allee 70 d

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Dr. med. Ricarda Stobäus – halbtags –

Dr. med. Christine Keussen

24113 Kiel, Hamburger Chaussee 27

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Dr. med. Andrea Bassen-Prinz – ganztags –

Dr. med. Peter Dose und Oliver Teufel

24534 Neumünster, Friesenstraße 11

Radiologie

03.04.2017

Jan Luerßen – ganztags –

Dr. med. Kirsten Fischer

22946 Trittau, Zum Bugenhagenheim 11

Kinder- und Jugendmedizin

01.04.2017

Catrin Steinfatt – vierteltags –

Dres. med. Peter Melloh, Sven Soecknick

23566 Lübeck, Meesenring 1

Allgemeinmedizin

01.05.2017

Dr. med. Peggy Oeynhausen-Petsch – halbtags –

Dr. med. Almut Becker, Dr. med. Christoph WeißBecker

25813 Husum, Erichsenweg 16

Kinder- und Jugendmedizin

01.04.2017

Dr. med. Hinnerk Doll – ganztags –

Dres. med. Stefan Jonas und Tatjana Werner

23701 Eutin, Bischof-WilhelmKieckbusch-Gang 12

Kinder- und Jugendmedizin

01.04.2017

Dr. med. Gesa Hoffmann – halbtags –

Dr. med. Silja Schäfer

24107 Kiel, Steinberg 116

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Martin Williamson – ganztags –

MVZ am Prinzesshofpark gGmbH

25524 Itzehoe, Viktoriastraße 8

Neurologie

01.04.2017

Dr. med. Michèle Lohnert – halbtags –

Olaf Petzoldt

24398 Karby, Eckernförder Straße 55

Allgemeinmedizin

01.04.2017

Dr. med. Rolf Reinicke – ganztags –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name

Fachgruppe

von

nach*

Datum

Ulla Tuttas

Psychiatrie und Psychotherapie

24534 Neumünster, Wittorfer Straße 16

24534 Neumünster, Kuhberg 5 a – 7

01.04.2017

Veröffentlichung gemäß Paragraf 16b Abs. 4 Ärzte-ZV der Feststellungen des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen in Schleswig-Holstein Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen hat am 11. April 2017 entsprechend Paragraf 103 Abs. 1 bis 3 SGB V in Verbindung mit der Bedarfsplanungs-Richtlinie (Bpl-Rl) die Versorgungsgrade in den einzelnen Planungsbereichen überprüft und in nachfolgenden Planungsbereichen für die angegebenen Fachgruppen die Zulassungssperren aufgehoben, wobei der Beschluss mit den Auflagen versehen ist, dass 1. Zulassungen oder Anstellungen nur im aufgeführten Umfang erfolgen dürfen, 2. die rechtsverbindlichen Zulassungs- bzw. Anstellungsanträge bis zum 30. Juni 2017 beim Zulassungsausschuss für Ärzte in Schleswig-Holstein, Bismarckallee 1 – 3, 23795 Bad Segeberg, einzureichen sind. Fachgruppe

Planungsbereich

Hausärzte

Mittelbereich Kappeln

0,5 a)

Hausärzte

Mittelbereich Eckernförde

1,5 a)

Hausärzte

Mittelbereich Husum

30

Nordlicht

Anzahl

11,0 a)

aktuell

5 | 2017


Bekanntmachungen und Meldungen Fachgruppe

Planungsbereich

Anzahl

Hausärzte

Mittelbereich Itzehoe

1,5 a)

Hausärzte

Mittelbereich Eutin

1,0 a)

Hausärzte

Mittelbereich Mölln

0,5 a)

Hausärzte

Mittelbereich Metropolregion Südwest

4,0 a)

Hausärzte

Mittelbereich Metropolregion Südost

0,5 a)

Orthopäden

Kreis Nordfriesland

1,0

Nuklearmediziner

Schleswig-Holstein

0,5

a) In diesen Planungsbereichen erfolgten teilweise Öffnungen wegen der Anwendung des in Paragraf 9 BPl-Rl erläuterten Demografiefaktors. Nach Absatz 8 dieser Vorschrift soll der Zulassungsausschuss in geeigneten Fällen darauf hinwirken, dass möglichst solche Bewerber Berücksichtigung finden, die zusätzlich zu ihrem Fachgebiet über eine gerontologisch/geriatrische Qualifikation verfügen. Stellt der Landesausschuss Überversorgung in der Gruppe der Psychotherapeuten fest, hat er zugleich zu ermitteln, in welchem Umfang gemäß Paragraf 101 Abs. 4 SGB V – ausgedrückt in der Anzahl von Psychotherapeuten – in jedem Versorgungsanteil Ärzte oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zugelassen werden können, sofern diese Versorgungsanteile nicht ausgeschöpft sind. Paragraf 25 Abs. 1 Bpl-Rl regelt, dass in gesperrten Planungsbereichen ein 25-prozentiger Anteil von psychotherapeutisch tätigen Ärzten und ein 20-prozentiger Anteil für die Leistungserbringer, die gemäß Paragraf 18 Abs. 2 ausschließlich Kinder und Jugendliche psychotherapeutisch behandeln, festzustellen ist (Mindestanteile). Der Landesausschuss hat festgestellt, dass die Mindestanteile in folgenden Planungsbereichen nicht erfüllt sind, sodass die aufgeführte Anzahl von Zulassungen bzw. Anstellungen möglich ist: Fachgruppe

Planungsbereich

Anzahl

ärztliche Psychotherapeuten

Nordfriesland

0,5

ärztliche Psychotherapeuten

Segeberg

1,0

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Dithmarschen

0,5

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Steinburg

0,5

Es wird darauf hingewiesen, dass der Zulassungsausschuss nur die fristgerecht und vollständig abgegebenen Zulassungsbzw. Anstellungsanträge bei den Auswahlverfahren berücksichtigen wird. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, für welchen Niederlassungsort (Straße, Hausnummer, PLZ, Ort) die Zulassung bzw. die Anstellung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde. Darüber hinaus ist ein unterschriebener Lebenslauf einzureichen. Folgende Kriterien sind laut Paragraf 26 Abs. 4 Bpl-Rl für die Auswahl durch den Zulassungsausschuss maßgeblich, wobei die Gewichtung der einzelnen Kriterien dem Zulassungsausschuss obliegt: ƒƒberufliche Eignung, ƒƒDauer der bisherigen ärztlichen Tätigkeit, ƒƒApprobationsalter, ƒƒDauer der Eintragung in die Warteliste gemäß Paragraf 103 Abs. 5 Satz 1 SGB V, ƒƒbestmögliche Versorgung der Versicherten im Hinblick auf die räumliche Wahl des Vertragsarztsitzes, ƒƒEntscheidung nach Versorgungsgesichtspunkten (z. B. Barrierefreiheit). Hinweis: Für den Planungsbereich Mittelbereich Meldorf hatte der Landesausschuss in der Vergangenheit die Zulassungssperre für die Fachgruppe der Hausärzte aufgehoben. Der Planungsbereich bleibt weiterhin für die Zulassung bzw. Anstellung in einer Anzahl von 2,5 geöffnet. Für den Planungsbereich Kreis Dithmarschen hatte der Landesausschuss in der Vergangenheit die Zulassungssperre für den Mindestversorgungsanteil der ärztlichen Psychotherapeuten aufgehoben. Der Planungsbereich bleibt weiterhin für die Zulassung bzw. Anstellung in einer Anzahl von 1,5 geöffnet.

5 | 2017

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Feststellungen gemäß Paragraf 103 Abs. 1 Satz 3 SGB V: Der Landesausschuss hat die in den Planungsblättern (Spalte 19) ausgewiesenen Feststellungen gemäß Paragraf 103 Abs. 1 Satz 3 SGB V beschlossen.

Veröffentlichung eines weiteren Beschlusses des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen in SchleswigHolstein Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Schleswig-Holstein beschließt, auf der Grundlage von Paragraf 99 Abs. 1 Satz 3 SGB V in Verbindung mit Paragraf 12 Abs. 3 Satz 2 Ärzte-ZV sowie Abschnitt II des Bedarfsplanes der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein arztgruppenübergreifend 1,5 Arztstellen ausschließlich zur Teilnahme an der Qualitätssicherungsvereinbarung Schmerztherapie auszuschreiben. Eine der Stellen wird beschränkt auf die Kreise Nordfriesland und Dithmarschen ausgeschrieben. Sollte bis zum 01.10.2017 keine Bewerbung für den Kreis Nordfriesland oder den Kreis Dithmarschen eingehen, so gilt die Ausschreibung für die Raumordnungsregionen SH Nord und SH Süd-West. Die Stellen werden mit einer Bewerbungsfrist von sechs Wochen ab Veröffentlichung im amtlichen Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, also bis zum 30.06.2017, ausgeschrieben. Nur fristgerecht und vollständig bei der Geschäftsstelle des Zulassungsausschusses eingegangene Zulassungs- bzw. Anstellungsanträge können bei der Vergabe bzw. Auswahl unter mehreren Bewerbungen vom Zulassungsausschuss berücksichtigt werden. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, für welchen Niederlassungsort (Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort) die Zulassung bzw. die Anstellung beantragt und ein Arztregisterauszug beigefügt wird. Darüber hinaus ist ein unterschriebener Lebenslauf einzureichen. Bei der Auswahl unter mehreren Bewerbern soll der Zulassungsausschuss sich in analoger Anwendung an folgenden in Paragraf 26 Abs. 4 Bedarfsplanungs-Richtlinie genannten Kriterien orientieren: ƒƒberufliche Eignung ƒƒDauer der bisherigen schmerztherapeutischen Tätigkeit ƒƒApprobationsalter ƒƒbestmögliche Versorgung der Versicherten im Hinblick auf die räumliche Wahl des Vertragsarztsitzes ƒƒVersorgungsgesichtspunkte. Bad Segeberg, 11.04.2017

Betreuungsverträge mit der TK und dem BKKLandesverband Nordwest zum 1. April 2017 geändert Die Betreuungsverträge mit der Techniker Krankenkasse (TK) und dem BKK-Landesverband Nordwest wurden zum 1. April 2017 angepasst. Der Passus, dass das Zusatzkennzeichen „G“ zu vergeben ist, auch wenn die Grundsätze für eine gesicherte Diagnose nicht vollständig erfüllt sind, aber eine spezielle Therapie zu dieser Diagnose durchgeführt wird, wurde gestrichen. Eine weitere Änderung betrifft die Diagnoseliste im Betreuungsvertrag mit dem BKK-Landesverband Nordwest. Es wurden folgende ICD-Kodes gestrichen: M49.50, M49.52, M49.54-M49.58. Die Änderungsvereinbarungen, die aktuelle Diagnoseliste des BKK-Landesverband Nordwest sowie eine Übersicht der ICD-Änderungen aller Betreuungsverträge für 2017 stehen Ihnen auf www.kvsh.de zur Verfügung.

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PRAXIS  &  KV P s y chotherapeutische S prechstunde und A kutbehandlung

Besonderheiten für die Kinderund Jugendlichenpsychotherapie

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Die neue Psychotherapie-Richtlinie sowie die angepasste Psychotherapie-Vereinbarung gelten selbstverständlich sowohl für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie als auch für die Therapie mit Erwachsenen. Im Folgenden soll auf einige besondere Aspekte für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie hingewiesen werden.

Psychotherapeutische Sprechstunde Bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 21. Lebensjahr sind im Krankheitsfall bis zu zehn Einheiten à 25 Minuten bei einem Psychotherapeuten berechnungsfähig. Die Zusammenstellung der 25 Minuten-Einheiten ist dem Psychotherapeuten freigestellt. Mit dem Kontingent lassen sich beispielsweise fünf Termine à 50 Minuten durchführen. Aber es könnte auch Eltern oder Familien gerade mit langem Anfahrtsweg entgegenkommen, längere Sitzungen durchzuführen. So sind auch 75 Minuten oder 100 Minuten möglich. Auch kann ein Teil davon am selben Tag ohne Anwesenheit des Kindes durchgeführt werden. Der verpflichtende Leistungsinhalt umfasst die Abklärung des Vorliegens einer krankheitswertigen Störung sowie die Beratung und/oder Erörterung gegenüber dem Versicherten. Die Durchführungsmindestdauer beträgt 25 Minuten und die Psychotherapeutische Sprechstunde ist nur in Einzelbehandlung möglich. Weitere Inhalte können sein: Orientierende diagnostische Abklärung und differentialdiagnostische Abklärung der krankheitswertigen Störung, Abklärung des individuellen Behandlungsbedarfes und Empfehlungen über die weitere Behandlung, psychotherapeutische Intervention sowie Hinweise zu weiteren Hilfemöglichkeiten. Erscheint bei getrennt lebenden, sorgeberechtigten Eltern nur ein Elternteil und liegt keine Einverständniserklärung des anderen, nicht anwesenden Elternteils vor, dann ist es nach allgemeiner juristischer Bewertung nur 5 | 2017

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zulässig, eine erste Sitzung durchzuführen. Der Inhalt eben dieses einen und ersten Termins beschränkt sich dann weitgehend auf die Aufklärung des einen anwesenden Elternteils darüber, wie überhaupt nur mit dem Kind oder minderjährigen Jugendlichen rechtlich abgesichert weiter gearbeitet werden kann (beispielsweise Herbeiführung einer Einverständniserklärung). Gemäß der neuen Psychotherapie-Richtlinie (vgl. Paragraf 11 Abs. 6) ist es ausdrücklich gestattet, bis zu 100 Minuten Psychotherapeutische Sprechstunde mit relevanten Bezugspersonen ohne Anwesenheit des Kindes oder Jugendlichen durchzuführen.

Psychotherapeutische Akutbehandlung Die Akutbehandlung ist als Einzeltherapie in Einheiten von mindestens 25 Minuten bis zu 24 mal je Krankheitsfall durchzuführen (das dürfen selbstverständlich auch zwölf Sitzungen à mindestens 50 Minuten sein). Die Besonderheit für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen bei der Akutbehandlung besteht darin, dass es in Paragraf 13 Abs. 2 der Psychotherapie-Richtlinie zwar lapidar heißt, „gegebenenfalls unter Einbeziehung von relevanten Bezugspersonen“, es darüber hinaus aber keine weitere Erwähnung zu diesen gibt. Eine konkrete weiterführende Regelung zum Einbezug der Bezugspersonen bspw. analog der sonst üblichen Handhabung 1:4 gibt es für die Akutbehandlung von Kindern und Jugendlichen nicht! Leider hat sich auch im Nachhinein keinerlei Entgegenkommen seitens des GKV-Spitzenverbandes der Krankenkassen diesbezüglich gezeigt. Auch im Bewertungsausschuss konnte keine nachträgliche Heilung herbeigeführt werden. Hier hätte man die Zulässigkeit von Bezugspersonengesprächen mindestens in der Legende des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zur Akutbehandlung unterbringen können. Dieses ist umso erstaunlicher, werden doch Sitzungskontingente einer Akutbehandlung auf eine eventuell nachfolgende Kurz- oder Langzeittherapie zu 100 Prozent angerechnet. Im Grunde findet damit eine Gleichstellung von Akutbehandlung und Kurz- oder Langzeittherapie statt. Bei den letzteren Anwendungsverfahren sind bei Kindern und Jugendlichen jedoch zusätzliche Bezugspersonengespräche im Verhältnis 1:4 regelhaft möglich und werden hinzugerechnet (12 + 3). Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

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die menschen im land V or O rt

Grenzerfahrungen Dr. Saskia Rössing und Julika Steinberg haben sich an mehreren Projekten der Hilfsorganisation „ Ärzte ohne Grenzen“ beteiligt und dabei viel erlebt. Die Fachärztin für Innere Medizin und die Ärztin in Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin aus Lensahn im Kreis Ostholstein halfen in Simbabwe und Myanmar. Steinberg: Ich war in Murambinda in einem Missionskrankenhaus mit rund 300 Betten und den Gesundheitszentren weiterer Dörfer der Region eingesetzt. Das Gebiet liegt im Osten des Landes in einer der ärmsten Regionen Simbabwes, die in der Vergangenheit von schweren Hungersnöten betroffen war. Ich arbeitete in der Notaufnahme des Krankenhauses, fuhr aber auch regelmäßig mit dem Jeep in die umliegenden Dörfer, um dort die Menschen zu versorgen. Als Arzt arbeitet man bei „Ärzte ohne Grenzen“ immer in einem Team, das auch aus Mitarbeitern des jeweiligen Landes besteht. Ich habe in meinem Projekt als ausländische Medizinerin mit fast 100 Simbabwern zusammengearbeitet. Medizinisch betrachtet drehte sich alles um die Behandlung der Haupterkrankungen HIV und Tuberkulose und der damit verbundenen Komplikationen. Ich habe Patienten versorgt und Schulungen für Schwestern, Pfleger und Ärzte gegeben. Das langfristige Ziel des Projektes war, eng mit dem nationalen Gesundheitsministerium zusammenzuarbeiten, um die medizinische Versorgung der

Dr. Saskia Rössing, Julika Steinberg

Nordlicht: Frau Dr. Rössing, es gibt viele Möglichkeiten, sich als Arzt bei Hilfseinsätzen im Ausland zu engagieren. Warum haben Sie sich für „Ärzte ohne Grenzen“ entschieden? Dr. Saskia Rössing: „Ärzte ohne Grenzen“ ist international vernetzt und hat sehr gute Kontakte zu Behörden und Gesundheitsinstitutionen in den jeweiligen Einsatzländern. Als Arzt kommt man in bereits etablierte Projekte mit funktionierenden Strukturen und kann sofort mit sinnvoller Arbeit beginnen. Das einjährige HIV-Projekt in Simbabwe, in dem ich 2012 gearbeitet habe, bestand damals bereits seit zehn Jahren. 2015 folgte dann in Myanmar mein zweites HIV-Projekt, das zehn Monate dauerte. Dort lief es ähnlich. Bei dem lästigen Papierkram mit den Behörden half „Ärzte ohne Grenzen“. Nordlicht: Frau Steinberg, Sie haben sogar zwei Jahre lang in einem HIV-Projekt in Simbabwe gearbeitet. Wie wurden Sie mental und fachlich auf diesen Einsatz vorbereitet? Julika Steinberg: Wenn man bei „Ärzte ohne Grenzen“ mitmachen will, absolviert man in der Regel vorher einen einwöchigen Vorbereitungskurs. Dort mussten wir u. a. ein Stress-Test-Training in Kleingruppen machen und wurden außerdem über generelle Sicherheitsregeln in den Projekten informiert. Einige Einsatzländer sind ja Kriegsgebiete oder haben mit Kriminalität zu kämpfen. Da ist es gut, vorher geübt zu haben, wie man sich verhält, wenn eine Waffe auf einen gerichtet wird. Zum Glück hat sich Simbabwe aber als ein sehr friedliches Land herausgestellt. Ich habe mich dort immer sicher gefühlt. In medizinischer Hinsicht gab es sehr gute HIV-bezogene Fortbildungen vor Ort und in Südafrika. Nordlicht: Sie waren beide in HIV-Projekten eingesetzt. Was haben sie vor Ort gemacht?

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Region zu verbessern, in dem das medizinische Personal vor Ort durch erlernte Fähigkeiten mehr Befugnisse bekommt, um z. B. selbst HIV-Medikamente verschreiben und verabreichen zu dürfen und kritische Situationen diagnostizieren und Therapien einleiten zu können. Rössing: Bei meinem Simbabwe-Projekt war ich in der Nähe der Hauptstadt Harare eingesetzt und hatte ähnliche Aufgaben. Ich musste ebenfalls Schwestern schulen und fortbilden. Dazu kam die Behandlung von schweren HIV- und Tuberkulose-Fällen. In Myanmar lief es fast genauso. Dort habe ich die Patienten gemeinsam mit einheimischen Ärzten behandelt, die oft direkt von der Universität kamen. Meine Aufgabe in der Projektleitung war es, sie weiter auszubilden, Supervision zu leisten und auf die Einhaltung internationaler medizinischer Standards zu achten. aktuell

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die menschen im land

Nordlicht: Die Arbeit mit HIV- und Tuberkulose-Patienten stelle ich mir extrem belastend vor. Wie haben Sie das empfunden?

Nordlicht: Was hat Ihnen geholfen, mit so einem Erlebnis klarzukommen und trotzdem weiterzumachen?

Rössing: Sie machen Grenzerfahrungen, gerade wenn junge Patienten sterben müssen. Besonders belastend ist es, wenn Patienten sterben, denen man mit einer guten medizinischen Versorgung hätte helfen können.

Steinberg: Es war sehr schwer, aber ich hatte meine Kollegen, mit denen ich alles besprechen konnte und ich habe an die vielen Menschen gedacht, denen ich helfen konnte. Das tröstet und gibt Kraft, damit umzugehen. Es ist einfach schön, wenn ein Patient wieder gesund wird und in seine Familie zurückkehren kann.

Steinberg: Das stimmt. Schlimm waren für mich immer die Situationen, bei denen ich sofort gemerkt habe, dass ich eigentlich viel zu spät komme und nichts mehr ausrichten kann. Da blieb mir am Ende oft nichts anders übrig, als die Familien auf das Sterben eines Angehörigen vorzubereiten und zu begleiten. Nordlicht: Wie gehen die Menschen im südlichen Afrika mit dem Tod von Angehörigen um? Steinberg: Man muss wissen, dass Beerdigungen in Simbabwe immer sehr große Beisetzungsfeiern sind, zu denen oft Hunderte von Menschen kommen. Das sind dann in der Regel nahe und auch weit entfernte Verwandte, die sehr emotional trauern und der Familie beistehen wollen. Der Tod wird als schlimme Tragödie hingenommen, aber in der Regel nicht wirklich hinterfragt. Belastend sind die Fälle, wo ein Medikament oder schlicht die technischen Voraussetzungen fehlen, um Menschenleben zu retten. Wir hatten im Krankenhaus in Murambinda z. B. keine Möglichkeit, maschinell unterstützt zu reanimieren und zu beatmen. Das ist für jemanden wie mich, der vorher in Deutschland lange auf einer Intensivstation mit all ihren Möglichkeiten gearbeitet hatte, schwer zu ertragen. Viele Patienten hätten gerettet werden können, aber einige sind mir einfach unter den Händen weggestorben. Nordlicht: Erinnern Sie sich an einen besonderen Fall? Steinberg: Das schlimmste Erlebnis hatte ich in einer kleinen Dorfambulanz. Eine Mutter kam mit ihrer etwa dreißig Jahre alten und schwer tuberkulosekranken Tochter auf dem Rücken zu uns. Sie war bereits viele Kilometer gelaufen und sehr erschöpft. Ich wollte die Tochter gerade untersuchen, da fiel sie mit einem akuten Herzversagen vom Behandlungsstuhl. Ich habe noch versucht, sie zu reanimieren, doch ich hatte einfach nicht die technischen Möglichkeiten, sie zu retten. Das hat mich hinterher noch sehr lange beschäftigt.

Nordlicht: Welche Erfahrungen haben Sie von Ihren Einsätzen mit nach Deutschland zurück genommen? Rössing: Ich habe neue Lebens- und Kulturkreise kennengelernt, die zwar fremd sind, aber in sich sehr gut funktionieren. Deutschland und Europa sind eben nicht der Nabel der Welt. Dazu kommen ganz praktische Dinge. Durch die vielen Menschen aus anderen Nationen, die ich kennengelernt habe, koche ich jetzt anders und verwende auch andere Lebensmittel und Gewürze. Es hat mich aber auch Dankbarkeit dafür gelehrt, wie gut es uns hier geht. Steinberg: Ich habe gelernt, dass man nicht viel braucht, um klarzukommen und glücklich zu sein. Wer sich von überflüssigen Dingen befreit, sieht am Ende klarer. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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die menschen im land G losse

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Von ganz besonderen Säften oder

Wie Dithmarscher Bücher interpretieren Es gibt da seit 1988 ein Buch, das die meisten der geneigten Leser vermutlich nur vom Titel her kennen: „Ein ganz besonderer Saft - Urin“ der Autorin und ehemaligen Moderatorin des „Aktuellen Sportstudios“ Carmen Thomas (ja … das ist die Dame mit dem „Schalke-Null-Fünf“-Klopper!); weckt nicht unbedingt die erfreulichsten Assoziationen. Während Frau Thomas in ihrem Buch anschaulich darlegt, weshalb der Ekel vor Urin vermutlich anerzogen ist und genau diese Tatsache die Erforschung dieses „Rohstoffes“ verhindert, hat es die Wissenschaft zwischenzeitig geschafft, im Weltall aus Urin Trinkwasser zu generieren, chinesische Forscher züchten Zähne in diesem Medium und britische Akademiker speisen Handy-Akkus mit diesem Elektrolyt. Tja … und von Morarji Desai, ehemaliger indischer Premierminister, ist bekannt, dass er allmorgendlich ein Glas Urin trank … und der wurde immerhin 99 Jahre alt! Es ist schon erstaunlich, zu welchen Experimenten dieser Ausscheidungsstoff die Menschen anregt … und ich spreche von ganz besonderen Menschen … der geneigte Leser ahnt es schon … ich spreche von den Dithmarschern! Was einem dann alles in der Sprechstunde passieren kann … ist fast so unglaublich, dass ich es Ihnen nicht vorenthalten möchte. Hierzu zwei Beispiele:

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Ein ausgewachsenes Exemplar der Gattung Homo sapiens dithmarsicus sucht mich mit einer aufgeblühten chronischen Dermatitis der Unterschenkel auf: „Doc … was ist das und was machen wir nun?“. Ich erkläre, dass es sich um ein Ekzem handelt, welches vermutlich sowohl durch eine Hautaustrocknung entstanden ist als auch durch ein venöses Krampfaderleiden und empfehle neben einer Kompressionstherapie der rücklaufenden Blutadern vor allem eine Intensivierung der Hautpflege. In diesem Zusammenhang biete ich an, in der Anfangszeit der Behandlung den Heilungsprozess mit einem Corticosteroid-haltigen Externum, vulgo einer „Cortisonsalbe“ zu beschleunigen. Ich habe das „C-Wort“ noch nicht ganz ausgesprochen, als mich der Mensch böse funkelnd verbal anspringt: „Kein Cortison!!! Fällt euch Ärzten denn nie was Anderes ein außer Cortison?“ Verständnisvoll bemühe ich mich, die Angst vor diesem Arzneistoff zu entkräften: Cortison ist ein körpereigenes Hormon und weder ein Teufelszeug noch eine Wunderdroge; bei der richtigen Krankheit und in der richtigen Dosis gegeben, kann es ein hochwirksames, nebenwirkungsarmes Medikament sein. Nein, nein und nochmals nein … so etwas komme dem Menschen nicht auf die Haut. Na gut, befleißige ich mich, es gehe natürlich auch ohne dieses pharmazeutische Giftzeugs, ABER die Hautgenesung würde dann wesentlich länger dauern. Der Mensch fragt nach: „Und was halten sie von ‚goldener Fontäne‘?“ Fragend starre ich den Menschen an; ich kenne vermutlich sehr viele Markennamen von Hautpflegeprodukten bzw. Pflanzen, aber ‚goldene Fontäne‘ ist mir bislang nicht untergekommen. Goldene Fontäne? Ich bitte um Aufklärung! Der Mensch formt mit seiner Hand ein Gefäß, stellt sich breitbeinig in den Raum, hält die Hand vor den Schritt und flötet aus seinem Mund ein strullendes Geräusch. Danke … ich habe verstanden! Ja … nein … leider …. also da kann ich nun wirklich

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die menschen im land

Im zweiten Beispiel möchte ich darlegen, dass Urin auch gerne mal als „Meinungsverstärker“ angewandt werden kann. Ein älteres Dithmarscher Ehepaar, das ich betreue, ist sehr unglücklich: Wegen eines Harnverhalts muss ER einen Dauerkatheter tragen. Da die Prostata besonders groß und unwegsam gestaltet ist, konnte der urologische Fachkollege lediglich einen sehr schmalen Katheter geringer CharrièreGröße einlegen. ER will dieses „doofe Kunststoff-Dödel-Ding“ ganz schnell wieder loswerden und SIE unterstützt ihn tat- und wortkräftig dabei. Da kann man immer wieder mit zuckersüßen Worten anschaulich darlegen, dass die Entfernung des Katheters einen neuen Harnverhalt provoziert … spätestens zwei Tage später sitzen die Beiden wieder im Sprechzimmer und dieses „Spiel“ geht von vorne los. Das Hauptargument der Gattin ist, dass der Katheter ja nun nicht wirklich dicht wäre und immer etwas Urin die „Unnerbüxen“ nässen würde. Ich bitte um Geduld: Beim nächsten Katheterwechsel könne ganz bestimmt ein größerer „Dödel-Schlauch“ eingelegt werden, dann würde sich dieses Problem lösen. Die Frau insistiert: „Und wer zahlt mir die vielen Wäschen? Sie? Die Krankenkasse?“

Fruchtbar? Nein, eher furchtbar wird der nächste Sprechstundenkontakt: Als ich das Zimmer betrete, schlägt mir eine Wolke aus Nitritgeruch entgegen. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre! – ich glaube kaum, was meine Netzhäute da in den Okzipitallappen abbilden – auf dem gesamten Schreibtisch einschließlich des Monitors und der Tastatur hat SIE die „Unnerbüxen“ einer ganzen Woche drapiert. Alles Doppel-Feinripp-Textilien eines namhaften deutschen Herstellers mit einem gelben Fleck im Bereich des Eingriffs … ich schnappe nach Luft: „Sind sie noch zu retten?“ Nun ja, entgegnet mir die Dame, sie habe mir ja nur mal zeigen wollen, dass sie keineswegs übertreibe. Das habe ich auch so geglaubt und daher Inkontinenz-Materialien verordnet … nein, und so etwas benutze ihr Mann nicht! Meine ganze Aufregung um ein komplett kontaminiertes Sprechzimmer kann die Dame auch überhaupt nicht nachvollziehen: „Wir alten Leute sind doch nicht ansteckend!“ Während meine fleißigen Mitarbeiterinnen den PC herunterfahren, um den kompletten Schreibtisch einschließlich des Computers zu desinfizieren, bin ich kopfschüttelnd auf der Suche nach einer „Moral von der Geschichte“: Wie wär’s mit „Urin – besonderer Saft! Besondere Geschichten!“?

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nicht weiterhelfen. Mir ist zwar aus Familiengeschichten von meinem Großvater mütterlicherseits, einem späteren Kapitän, bekannt, dass die Schiffsjungen nach dem Reepen der Taue sich über die Hände urinierten, um die Wundheilung zu beschleunigen … aber ob das heute noch zeitgemäß ist und funktioniert?? Da fehlen mir jegliche EBM-konformen Erkenntnisse … ob es dazu wohl schon eine S3-Leitlinie gibt?

Als ich dann ein paar Tage nichts von diesen beiden Dithmarschern höre, stelle ich mir in meiner Naivität vor, meine Worte könnten auf fruchtbaren Boden gefallen sein.

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Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Arafat Al Atawneh Geburtsdatum: 03.01.1979 Geburtsort: Hebron/Palästina Familie: verheiratet, drei Kinder Fachrichtung: Facharzt für Innere Medizin (hausärztlich) Sitz der Praxis: Kiel Niederlassungsform: Einzelpraxis Neu niedergelassen seit dem 1. Januar 2017

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? In meiner eigenen Praxis kann ich meine persönlichen Vorstellungen verwirklichen – und zwar in organisatorischer wie in medizinischer Hinsicht. Ich lege meine Sprechzeiten, meinen Urlaub, aber auch meine Arbeitsschwerpunkte völlig eigenständig fest und bin wirtschaftlich unabhängig. Natürlich trage ich auch die Kosten für Personal, Räumlichkeiten und Geräte allein. Einzelpraxis heißt aber nicht Einzelkampf: Als niedergelassener Arzt kann ich mich mit anderen Fachkollegen zu einem Praxisnetz zusammenschließen und mich mit ihnen fachlich und persönlich austauschen. Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, die Versorgung der Patienten zu verbessern, zum Beispiel durch eine verbesserte Kommunikation und Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Kollegen. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Ganz nah an den Patienten zu sein, das Vertrauen der Patienten zu bekommen. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Ich kann nur empfehlen, diesen Schritt zu wagen. Es lohnt sich! 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Ehrlich gesagt, mir fällt spontan niemand ein. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Abends nach der Sprechstunde in Ruhe in der Praxis zu sein und die Papierarbeit zu erledigen. Nach der Praxisarbeit mit meinen Kindern und meiner Frau die Zeit und die Zufriedenheit genießen. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Es ist peinlich, aber „Der Herr der Ringe“ ist mein Lieblingsbuch. 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Es ist schön, in Schleswig-Holstein zu leben und als Arzt zu arbeiten. Das Land bietet eine Mischung aus städtischer und ländlicher Atmosphäre. Ich genieße es, Hausbesuche zu machen und zwischen den Dörfern hin und her zu fahren und dabei die herrliche Landschaft zu genießen. Es ist wunderschön. Ich fühle mich hier frei. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … selbstständiger Unternehmer geworden.

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die menschen im land K ommentar

Perspektivwechsel Mitten zwischen zwei Wahlen im Land und im Bund geht die Kampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ in eine neue Runde. Nicht Politiker bringen damit ihr Engagement auf den Punkt, sondern die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Aus Schleswig-Holstein geben eine Ärztin und zwei Ärzte der bundesweiten Kampagne ein Gesicht und lenken den Blick auf die medizinische Versorgung in Kleinstädten und auf dem Land. Der optimistische Grundton sorgt dabei für eine positive Betrachtung: Nicht das Risiko, sondern die Chancen ärztlicher Tätigkeit „auf dem Land“ stehen im Vordergrund. Insbesondere Dr. Jörg Wendtland lässt im Interview in dieser Nordlicht-Ausgabe deutlich erkennen, dass es um mehr geht, als das Nutzen guter Chancen. Aus seinen Worten spricht Zufriedenheit und berufliche Erfüllung wenn er formuliert, „… ich kann so gar keine negativen Aspekte meiner Arbeit in der Einzelpraxis auf dem Land sehen.“ Das ist ein Statement ohne Wenn und Aber und man kann nur wünschen, dass viele Jung-Mediziner die Botschaft hören. Sie lautet: Die Praxis auf dem Land ist nicht nur eine Basis zum Geldverdienen, sie bietet auch die konkrete Chance für eine besondere Lebensqualität.

in denen Ärztemangel herrscht. So wenig ein solches Verfahren rechtlich zulässig wäre, so sehr wäre es auch an Kriterien gebunden, die schwer zu definieren und noch schwieriger nachhaltig anzuwenden sind. Denn: Wer definiert den Begriff „Mangel“ und was passiert, wenn er nicht mehr besteht? Entfällt dann die Geschäftsgrundlage für den Studienplatz?

„Aber mit Geld oder anderen Vorteilsversprechen allein, ist dieser Ärztemangel nicht zu beheben.“

Nicht nur dem Nachwuchs, auch der Politik ist zu empfehlen, die Perspektive zu wechseln: Weg von der Risikobetrachtung des halbleeren Glases, hin zur Chancenbeschreibung des halbvollen Glases. Sicher sind besondere Anreize richtig, wenn es darum geht, Mängel zu beheben. Und der Ärzte- insbesondere der Fachärztemangel in ländlichen Regionen ist tatsächlich ja gegeben. Aber mit Geld oder anderen Vorteilsversprechen allein, ist dieser Mangel nicht zu beheben. Dann wären wir längst viel weiter, als wir es auch in Schleswig-Holstein sind.

Im Übrigen lässt der Vorschlag außer Acht, dass jungen Menschen noch vor Beginn eines Studiums unmöglich abzuverlangen ist, wo und wie sie einen Beruf, von dem sie noch keine Ahnung haben, nach dem Examen ausüben wollen. Und es übersieht außerdem, dass Neigungen und Begabungen meistens erst in der Ausbildung entdeckt und entwickelt werden. So wenig man vorher weiß, ob man das Studium abschließt und ob man sich danach für Klinik, Praxis, Forschung oder Lehre entscheidet, so wenig kann man sich vorher entscheiden, ob man sich als Arzt oder Facharzt in der Stadt oder auf dem Land, bzw. in einem „Mangelgebiet“ niederlassen möchte. „Ein solcher Zwang löst nicht das Versorgungsproblem“, konstatiert die KVSH-Vorsitzende, Dr. Monika Schliffke, denn auch zutreffend.

Was fehlt, ist ein nachhaltiges Werben für die bemerkenswerten Chancen, Berufsausübung und persönliche Lebensgestaltung aus einem Guss zu bekommen. Und: Anerkennung dafür zu ernten, dass man auch bereit ist, die Kehrseite dieser Medaille, nämlich die besonderen Herausforderungen der Landarztarbeit, anzunehmen. Es ist eben keine heile Welt, die sich mit einfachen Mitteln verkaufen lässt, aber es ist ein Platz zum Arbeiten und zum Leben – nicht nur für sich, auch für eine Familie. Gerade in unserer häufig als postmateriell beschriebenen Gesellschaft sollte das ein starkes Motiv in der politischen und in der verbandlichen Werbung für künftige Landärzte sein.

Und sie legt den Finger in die Wunde, wenn sie formuliert, „auf dem Land werden Ärzte benötigt, die sich bewusst und motiviert abseits der großen Städte entscheiden und diese Option nicht nur als Preis für einen Studienplatz in Kauf nehmen. Ein solches Vorgehen könnte sich sogar kontraproduktiv auf das Image des ländlichen Raumes auswirken.“ Genauso ist es: Die ländlichen Regionen brauchen weder Mitleid noch Subventionsritter. Sie brauchen überzeugende Fürsprecher, die ihre Qualitäten vermarkten und nicht mögliche Mängel beschwören. Und damit das gelingt, sollte man einfach mal die Perspektive wechseln. Peter Weiher, Journalist

In diesem Sinne überzeugt es nicht, wenn Bund und Länder im „Masterplan Medizinstudium 2020“ eine Landarztquote einführen wollen. Die Universitäten sollen bis zu zehn Prozent der Plätze im Medizinstudium an Bewerber vergeben können, die sich verpflichten, für zehn Jahre in Regionen zu praktizieren,

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T eam B eratung Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Hilfsmittelversorgung, aber richtig Die Versorgung mit Hilfsmitteln ist in der Hilfsmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundessauschusses geregelt. Ergänzt wird diese Regelung durch das Hilfsmittelverzeichnis, in dem die einzelnen Hilfsmittel und auch die entsprechenden Diagnosen aufgeführt sind, die eine Verordnung zulasten der Krankenkassen rechtfertigen. Wir haben als KVSH Zugang zu diesem Verzeichnis und helfen Ihnen in Zweifelsfällen gerne weiter. Bei der Hilfsmittelverordnung gilt – wie auch sonst in der GKV – das Wirtschaftlichkeitsgebot: notwendig, zweckmäßig und ausreichend. Das bedeutet im Klartext, dass eine Mehrfachversorgung mit dem gleichen Hilfsmittel grundsätzlich nicht zulässig ist. Beispielsweise ist eine Sehhilfe vorhanden und der Patient wünscht eine zweite, für alle Fälle. Ausgenommen hiervon sind Artikel, die aus hygienischen Gründen gewechselt werden müssen, wie Kompressionsstrümpfe, oder Prothesen-BH.

Hilfsmittel unterliegen nicht der Budgetierung. Die Krankenkassen haben mit den Abgebern (Sanitätshäuser, Apotheken) einen Betrag vereinbart, bis zu dem ohne Genehmigung durch die Kasse ein Hilfsmittel abgegeben werden kann. Verordnungen, die diesen Betrag kostenmäßig überschreiten, werden der jeweiligen Krankenkasse automatisch zur Genehmigung vorgelegt. Es erübrigt sich somit der Vermerk auf dem Rezept „nur nach vorheriger Genehmigung durch die Krankenkasse“. Solche Vermerke sind ohnehin nicht zulässig. Entweder der Patient hat einen Anspruch auf die Versorgung mit einem Hilfsmittel oder es gibt keine Verordnung zulasten der Krankenkassen. Abschließend ist noch anzumerken, dass die gesetzlichen Änderungen der Hilfsmittelversorgung bisher nur teilweise in Kraft getreten sind, insbesondere die Neuregelung der Sehhilfen-Verordnung ist noch nicht in der Hilfsmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses aufgeführt. Thomas Frohberg, KVSH

Die Kompressionsversorgung kann auch schon ab Kompressionsklasse I erfolgen, wenn die entsprechende Indikation vorliegt. Zu Beginn der Therapie können zwei Paar Kompressionsstrümpfe bzw. Strumpfhosen verordnet werden, die bei Verschleiß ersetzt werden dürfen.

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard 40

04551 883 362 Nordlicht

anna-sofie.reinhard@kvsh.de aktuell

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Service

Sie fragen wir antworten

Service-team Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Fragen und Antworten Hat sich mit den Änderungen in der Vergütungssystematik Psychotherapie auch die Abrechnung der GOP 23220 EBM geändert? Nein, die Abrechnungsvoraussetzungen für das psychotherapeutische Gespräch (Einzelbehandlung) haben sich nicht geändert.

Wird die Einrichtung eines KV-SafeNet*Anschlusses derzeit noch von der KV gefördert?

Wie kann die Beratung über die Ultraschalluntersuchung mit Biometrie und systematischer Untersuchung der fetalen Morphologie im 2. Trimenon bei der Schwangerschaftsvorsorge abgerechnet werden? Die Beratung für diese Untersuchung ist Inhalt der Ziffer 01770 und kann somit nicht gesondert abgerechnet werden.

Korrektur

Nein, die Fördergeldsumme ist ausgeschöpft, daher gibt es keine Zuschüsse mehr für den Anschluss von KV-SafeNet*.

Wie häufig kann die Ziffer für das hausärztlich-geriatrische Basisassessment GOP 03360 EBM abgerechnet werden? Diese Ziffer kann einmal je Behandlungsfall und höchstens zweimal im Krankheitsfall abgerechnet werden.

Wie ist der Behandlungsfall (BHF), Arztfall bzw. Krankheitsfall definiert? ƒƒ Der Behandlungsfall ist definiert als Behandlung desselben Versicherten durch dieselbe Arztpraxis in einem Kalendervierteljahr zulasten derselben Krankenkasse. ƒƒ Der Arztfall umfasst die Behandlung desselben Versicherten durch denselben Vertragsarzt in einem Kalendervierteljahr zulasten derselben Krankenkasse unabhängig von der Betriebs- oder Nebenbetriebsstätte. ƒƒ Der Krankheitsfall umfasst das aktuelle sowie die drei nachfolgenden Kalendervierteljahre, die der Berechnung der krankheitsfallbezogenen Gebührenordnungsposition folgen.

Im Nordlicht von August 2016 ist es irrtümlicherweise zu einer Falschaussage gekommen. Es ging unter anderem um die Fragestellung, um welche Personengruppe es sich bei „Pauschalen“ Patienten in Verbindung mit dem Sozialversicherungsabkommen (SVA) handelt. Hier wurde die Personengruppe 8 genannt. Dieser Gruppe wurden fälschlicherweise die Touristen zugeordnet. Touristen gehören jedoch der Personengruppe 7 an und werden den „Zwischenstaatlichen“ Patienten zugeordnet. Der Personengruppe 8 unterliegen solche Patienten, die Ihren Wohnsitz in Deutschland haben, eine Rente beziehen, sich jedoch überwiegend im Ausland aufhalten. Der Status 8 wird ausschließlich über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) durch die jeweilige Krankenkasse vergeben. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Service-Team Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr

(EBM, Allgemeine Bestimmungen Nr. 3)

* Bitte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht. 5 | 2017

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SERVICE was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: Qualitätsgesichertes

thema: Qualitätsmanagement –

Hautkrebsscreening

die G-BA-Richtlinie erfüllen

datum: 19. Mai 2017, 14.00 bis 22.00 Uhr

datum: 28. Juni 2017, 14.00 bis 18.00 Uhr

Die Inhalte dieser Fortbildungsveranstaltungen entsprechen den Vorgaben der Krebsfrüherkennungs-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die Teilnahme gilt als Qualifikationsnachweis für die Teilnahme am Hautkrebsscreening-Programm, das am 1. Juli 2008 bundesweit eingeführt wurde.

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Die Themenschwerpunkte im Einzelnen: • Ätiologie des Hautkrebs, Krankheitsbilder, Häufigkeit, Risikofaktoren oder -gruppen, gezielte Anamnese • Visuelle, standardisierte Ganzkörperinspektion • Potenzieller Nutzen und Schaden von Früherkennungsmaßnahmen, Kriterien zur Beurteilung von Früherkennungsmaßnahmen • Maßnahmen zur Ansprache der Versicherten • Programm der Krebsfrüherkennungsuntersuchung, Gesundheitsuntersuchung und frühzeitige Sensibilisierung des Patienten (das gesetzliche Programm der KFU/GU) • Vorstellung und Diskussion von Fallbeispielen • Dokumentationsmaßnahmen und interdisziplinäre Zusammenarbeit

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene?

In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt.

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt.

Teilnahmegebühr: 50 Euro Fortbildungspunkte:.5

Ort: KVSH, Haus II, Saal der Abgeordnetenversammlung, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

Teilnahmegebühr: 160 Euro (inkl. Schulungsmaterial und Verpflegung) Fortbildungspunkte:.9 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Nadine Pries Tel. 04551 883 332 Fax 04551 883 7332 E-Mail nadine.pries@kvsh.de

Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 Fax 04551 883 7204 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de

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Service

Veranstaltungen KVSH

31. Mai 2017, 18.00 bis 22.20 Uhr

Lübecker Rhythmus-Symposium

7. Juni 2017, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe

Ort: MediaDocks Lübeck, Willy-Brandt-Allee 31, 23554 Lübeck Info: Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 24. Mai 2017 erbeten. Sekretariat: Lisa Schmütz, Tel. 0451 500 44501, Fax 0451 500 44504, Drei Fortbildungspunkte wurden bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein beantragt. E-Mail: Lisa.Schmuetz@uksh.de www.uksh.de

7. Juni 2017, 13.30 bis 15.00 Uhr

Sucht und psychotische Störung

Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de

Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9–15, 23562 Lübeck Info: Referent: Dr. Markus Weber, Chefarzt E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

16. Juni 2017, 20.00 Uhr

Präimplantationsdiagnostik (PID) Ort: Globetrotter Lodge, Am Aschberg 3, 24358 Ascheffel Info: Referent: Prof. Dr. Griesinger (gemeinsame Veranstaltung mit dem Ärzteverein Eckernförde) E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

KVSH-Kreisstellen 31. Mai 2017, 16.00 Uhr

Symposium Medizinische Klinik Ort: Strandhotel Glücksburg, Kirstenstraße 6, 24960 Glücksburg Info: Tel. 0461 42939, Fax 0461 46891 E-Mail: Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

17. Juni 2017, 9.00 bis 17.00 Uhr

Infotag für Existenzgründer und Praxisabgeber Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Ansprechpartner ist die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Seminar-Nr.: 0617-20 E-Mail: seminare@apobank.de

Schleswig-Holstein 10. Mai 2017, 13.30 bis 15.00 Uhr

Integrative Behandlung bei Sucht und Depression

21. Juni 2017, 13.00 bis 18.30 Uhr

Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9–15, 23562 Lübeck Info: Referentin: Nina Paulsen, Leitende Psychologin E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

Aufbereitung von Medizinprodukten: Intensivkurs Aufbereitung flexibler Endoskope und endoskopischen Zusatzinstrumentariums Ort: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, Raum 468, Adolf-Westphal-Straße 4, 24143 Kiel Info: Bitte melden Sie sich bis zum 12. Juni 2017 schriftlich an. 7 Fortbildungspunkte der Kategorie C. Tel. 0431 988 0, Fax 0431 988 5416 E-Mail: info@lasd.landsh.de www.schleswig-holstein.de

11. Mai 2017, 20.00 Uhr

Update Impfungen Ort: ConventGarten, Hindenburgstraße 38, 24768 Rendsburg Info: Referent: Dr. U. Lippert E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

28. Juni 2017, 14.30 bis 18.00 Uhr

13. Mai 2017, 9.00 bis 16.30 Uhr

3. Tag der Allgemeinmedizin Schleswig-Holstein Ort: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Olshausenstraße 75, 24118 Kiel, Info: Anmeldung bis zum 5. Mai 2017, zehn Fortbildungspunkte. Sekretariat Birgit Blunck, Tel. 0431 500 30101 oder Julia HansmannWiest, Wissenschaftliche Mitarbeiterin 0431 500 30107 E-Mail: office@allgemeinmedizin.uni-kiel.de jhw@allgemeinmedizin.uni-kiel.de www.allgemeinmedizin.uni-kiel.de

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Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

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Psychobiologische Aspekte von Partnerschaft und Paarinteraktion Ort: Hotel Mercure, Hanseatenplatz 2, 25524 Itzehoe Info: Referent: Prof. Dr. Beate Ditzen und Dr. Corinna Aquilar-Raab, Veranstalter ist Forum Psychotherapie Steinburg e. V. Akkreditierung: PKSH 4 Punkte (beantragt) www.psychotherapie-steinburg.de/Fortbildungsplanung.html

aktuell

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������� 458 Alice Lahmann���������������������������������������������������������������������������������� 360 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366

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Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach § 95d SGB V Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesund schwanger Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 aktuell

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Service kontakt Hörgeräteversorgung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Doreen Dammeyer ������������������������������������������������������������������������� 578 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 578 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Michelle Teegen������������������������������������������������������������������������������� 596 Frederik Schröder����������������������������������������������������������������������������� 427 Maximilian Mews����������������������������������������������������������������������������� 462 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 PET/PET-CT Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 5 | 2017

Nordlicht

Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Qualitätsmanagement Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Ute Tasche........................................................................................ 485. Doreen Dammeyer��������������������������������������������������������������������������������� 578. Christine Sancion..................................................................................... 470 Röntgen (Anträge) Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 578 Röntgen (Qualitätssicherung nach SGB) Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Theresa Gerdts���������������������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Tanja Steinberg�������������������������������������������������������������������������������� 315 Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 aktuell

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Service kontakt

Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)��������������������������������������������������������������������� Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� Zytologie Michaela Schmidt����������������������������������������������������������������������������

930 304 351 439 255 276 266

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Impressum

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22

Nordlicht aktuell

Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Jakob Wilder; Borka Totzauer (Layout) Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� kreisstelle.kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Facharzt für Laboratoriumsmedizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail��������������������������������������������������������������� kreisstelle.luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Christine Stegmann, Fachärztin für Innere Medizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������������ 0461 4041 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 4043 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztlicher Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt und Facharzt für Chirurgie Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Björn Steffensen, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04884 1313 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04884 903300 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.nordfriesland@kvsh.de 5 | 2017

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail���������������������������������������������������������� kreisstelle.ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Facharzt für Orthopädie Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ kreisstelle.ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Eckard Jung, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04351 3300 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04351 712561 E-Mail������������������������������������� kreisstelle.rendsburg-eckernfoerde@kvsh.de

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Ilka Petersen-Vollmar, Fachärztin für Allgemeinmedizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������ 04551 968600 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 968602 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� kreisstelle.stormarn@kvsh.de

aktuell

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7. Juni | 5. Juli | 2. August | 6. September 4. Oktober | 1. November | 6. Dezember

2017

An jedem ersten Mittwoch im Monat 14.00 bis 17.00 Uhr 

für  alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) ohne vorherige Terminvergabe

Ort

Zulassung/Praxisberatung der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg Kontakt Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Nordlicht 05 2017 web  
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