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Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassen채rztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Mai 2015 | 18. Jahrgang

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Versorgungsst채rkungsgesetz

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Strategie Staatsmedizin


Inhalt seite

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rubrik/Thema

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TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

GKV-Versorgungsstärkungsgesetz auf dem Prüfstand: Interview mit Dr. Thomas Drabinski, Leiter des Kieler Instituts für Mikrodaten-Analyse

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Alternative zur geplannten Wartezeitenregelung: Praxisnetze setzen auf „dringenden Terminwunsch“

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ZI-Studie analysiert Auswirkungen der Praxisaufkauf-Regelung

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Kommentar: Kahlschlag

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Nachrichten Kompakt Gesundheitspolitik

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Vor 25 Jahren: KVSH leistete Aufbauhilfe für die KV Mecklenburg-Vorpommern

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Erinnerungen West: Dr. Klaus Bittmann, Ehrenvorsitzender der KVSH und Erster Sprecher der Ärztegenossenschaft Nord

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Erinnerungen Ost: Dr. Dietrich Thierfelder, Erster Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern

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Berufsziel Hausarzt: Medizinstudentinnen aus Lübeck besuchten Winterschool Allgemeinmedizin

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Hospiz- und Palliativgesetz soll Versorgung von Sterbenskranken verbessern

Terminservicestellen, Aufkauf von Arztsitzen: Das Versorgungsstärkungsgesetz setzt auf mehr Staat im Gesundheitswesen. Versorgungsforscher Dr. Thomas Drabinski erklärt im NordlichtInterview die Hintergründe und benennt die Folgen für den ambulanten Sektor. Praxisnetze aus Schleswig-Holstein beweisen, dass es funktionierende Alternativen zu den Berliner Plänen gibt. Sie setzen zur Terminkoordination zwischen Haus- und Facharzt auf das Instrument des „ dringenden Terminwunsches“. Auch von anderer Seite wird das Gesetz kritisiert: Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung warnt in einer Studie vor den Folgen der Praxisaufkauf-Regelung.

04 Vor 25 Jahren half die Kassenärztliche Vereinigung SchleswigHolstein bei der Gründung der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern. Wir blicken zurück.

Praxis & KV 21

Für Hausärzte: Abrechnung in den Bereichen präoperative Diagnostik und Laborleistungen

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Elektro in der Praxis: Was muss wann und von wem geprüft werden?

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Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen

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Serie: Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

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Neues aus KBV und KVen

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Psychotherapie: Was ist eigentlich EMDR?

Die Menschen im Land 30

14 30 Günter Netzer, Berti Vogts und Jupp Heynckes waren seine Mannschaftskameraden. Dr. Hans-Jürgen Greven stand 1971/72 im Kader des damaligen Deutschen Meisters Borussia Mönchengladbach. Danach wechselte der Rheinländer zum Medizinstudium nach Kiel und übernahm später eine Hausarztpraxis in Rendsburg.

Fußballerische Vergangenheit: Hausarzt Dr. HansJürgen Greven war ein „Gladbacher Fohlen“

Service

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Seminare

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Sicher durch den Verordnungsdschungel: Eingeschränkte Verordnung von Tranquilizern und Hypnotika

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Sie fragen – wir antworten

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Diagnostische Pfade in der Laboratoriumsmedizin: Isolierte Quickwertverminderung

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Termine

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht nr. 5 | 2015 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, das schreckliche Flugzeugunglück in den französischen Alpen hat uns alle tangiert, uns die Endlichkeit des Lebens und die Abhängigkeit jedes einzelnen Menschenlebens von schicksalhaften Zufällen direkt vor Augen geführt. Diesmal war es kein technischer Fehler, für den sich sonst so schnell der Schuldige feststellen lässt. Es war auch keine mangelnde Pilotenqualifikation. Es war der Faktor „kranker Mensch“, bei dem niemand die tatsächliche Schwere und die suizidale Absicht unter Mitnahme so vieler Menschen ahnen konnte. Das Unglück hat eine Diskussion um die ärztliche Schweigepflicht entfacht. Manche Politiker und Medien waren schnell mit der Forderung dabei, die Schweigepflicht für Angehörige der Berufe zu lockern, von deren Berufstätigkeit Menschenleben unmittelbar abhängen. Jetzt die Piloten, als nächstes dann die Lokführer und Bus- und LKW-Fahrer. Dann wir alle als Autofahrer? Spätestens an diesem Punkt wollte niemand diese Forderung zu Ende denken und deshalb ist es gut, dass die Diskussion an der Oberfläche blieb und auch schnell verstummte. In solchen Momenten kommen einem berufspolitische Dinge eher klein vor. Aber das sind sie nicht. Der Charakter ist ein anderer, aber unmittelbare und langfristige Auswirkungen für viele Ärzte stehen ins Haus. Das Versorgungsstärkungsgesetz wird sich in seinen Grundpositionen in den letzten Bundestagslesungen nicht mehr verändern. Bundesratsbedenken sind mit Handstrich verworfen worden. Eingaben und Argumente in Anhörungen wurden nicht auf pro und kontra diskutiert, sondern abqualifiziert. Das Lauterbach`sche Gebet um eine Bürgerversicherung wurde zwar nicht erhört, aber mit Terminservicestellen und Praxisaufkäufen in statistisch überversorgten Bereichen zunächst einmal eingeschläfert. Fragt sich nur: wie lange? Jeder weiß, dass es ohne grundlegende Strukturänderungen im Gesundheitssystem nicht weitergehen kann, dass in 15 Jahren die Kassenbeiträge ansonsten bei 30 Prozent liegen. Wird man erst dann den Bürger in die Mitverantwortung um die Ressourcen nehmen und Selbstbeteiligungsmodelle erproben? Ja, das wird wohl so sein. Dann kann man die Notwendigkeit dazu auf veränderte Umstände schieben und muss nicht selbst die Verantwortung tragen. Politisch gesehen könnte keine Regierungskonstellation besser sein als eine große Koalition, um strukturelle Änderungen festzulegen. Aber sie drückt sich und taucht hinter den Phrasen ab, wie gut man doch die landärztliche Versorgung fördere und für eine gleichmäßige Verteilung aller Ärzte mit schnellem Zugang sorge. Die Konsequenzen tragen ja auch andere. Kennen Sie den Kieler, der in die Uckermark der Kanzlerin geht? Große Prämien warten auf ihn. Ihnen ein schönes Frühjahr Ihre

Dr. Monika Schliffke

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Titelthema V ersorgungsstärkungsgesetz

Interview

Strategie Staatsmedizin Mitte des Jahres soll das Versorgungsstärkungsgesetz (VSG) in Kraft treten. Die Kritik von Ärzten und Psychotherapeuten an den Plänen der schwarz-roten Koalition reißt nicht ab. Die Bundesregierung lässt sich davon aber nicht irritieren und setzt konsequent das um, was sie im Koalitionsvertrag vereinbart hat. Im Nordlicht-Interview analysiert Dr. Thomas Drabinski, Leiter des Kieler Instituts für Mikrodaten-Analyse, das Gesetzesvorhaben und erklärt, warum der Gesetzgeber die „ gesundheitspolitische Axt“ an die medizinische Versorgung anlegt. Nordlicht: Mit den aktuellen Gesetzesvorhaben – allen voran das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz – will die Bundesregierung mehr Einfluss auf den ambulanten Bereich nehmen. Wohin steuert das deutsche Gesundheitssystem? Dr. Thomas Drabinski: Es gibt zwei verschiedene Perspektiven. Die eine ist das, was die Politik vordergründig will, nämlich die Gesundheitsversorgung allgemein zu verbessern. Hintergründig ist aber folgendes zu beobachten: Die Politik will das Versorgungsangebot in Deutschland dauerhaft verknappen und das Ganze mit den Methoden der Staatsmedizin garnieren.

Nordlicht: Der Gesetzgeber will also nicht mehr Arztpraxen und nicht mehr Krankenhausbetten, weil dieses Versorgungsangebot zusätzlich finanziert werden müsste?

Nordlicht: Was steckt dahinter? Drabinski: Der Grund dafür ist, dass das Geld in der Gesetzlichen Krankenversicherung künftig sehr knapp sein wird. Denn die geburtenstarken Jahrgänge gehen auf die Rente zu. Das führt dazu, dass die Einnahmen in der Gesetzlichen Krankenversicherung sinken werden. Gleichzeitig gibt es aber mehr Menschen, die wegen altersbedingter Krankheiten zum Arzt gehen, und das kostet wiederum mehr Geld als heute. Der Gesetzgeber ist zum Handeln gezwungen und setzt darum bei der medizinischen Versorgung die Axt an. Nordlicht: Das ist doch absurd. Einerseits verspricht die Bundesregierung, dass es eine bessere Versorgung gibt. Andererseits will sie ein Gesetz beschließen lassen, das Arztpraxen stilllegen soll. Drabinski: Die Politik glaubt aber, dass das der richtige und vor allem alternativlose Weg sei. Unter dem Motto: Wir können in Zukunft nicht mehr alles finanzieren, weil Rentner und schrumpfende junge Jahrgänge weniger in die Gesetzliche Krankenversicherung einzahlen werden. Und weil es weniger Einnahmen

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gibt, gleichzeitig aber alles teurer wird, müssen wir schon heute beginnen, Arztsitze abzubauen und auch im Krankenhaus das Versorgungsangebot zu verknappen. Und genau das beginnt jetzt – im ambulanten Bereich über das Versorgungsstärkungsgesetz und im stationären Bereich über das geplante Krankenhausreformgesetz.

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Drabinski: Ja, wobei die Diskussion über den Abbau von Arztpraxen auch noch mit anderen Fragestellungen verbunden ist, zum Beispiel mit der Landförderung. Das heißt, es werden unterschiedliche ordnungspolitische Zielsetzungen miteinander verknüpft: Zum einen die Förderung strukturschwacher Gebiete, indem Arztsitze aus der Stadt aufs Land verschoben werden sollen. Zum anderen werden dadurch Strukturen in der Stadt abgebaut. Das ist ein gefährlicher Weg, denn hier wird Strukturpolitik gegen die Bevölkerung betrieben und Angebote geschaffen, die nicht angenommen werden. Schließlich ziehen die Menschen verstärkt in die Stadt und nicht aufs Land. Nordlicht: Warum geht die Bundesregierung so stoisch ihren Weg? Drabinski: Union und SPD wollen das, was sie im Koalitionsvertrag vereinbart haben, eins zu eins umsetzen. Dabei scheint es egal zu sein, ob die Gesetzesvorhaben Sinn ergeben oder nicht. Viel wichtiger ist, den Koalitionsfrieden zu bewahren. Denn jedes Abweichen vom Koalitionsvertrag könnte innerhalb der Regierung Streit auslösen und das soll unbedingt vermieden werden. Darum beharrt die Politik zum Beispiel auf den Abbau von Arztsitzen in der Stadt und die Umverteilung auf das

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Titelthema

Nordlicht: Was den ambulanten Bereich weiter schwächen wird.

„Das Versorgungsstärkungsgesetz hat ganz klar die Botschaft, den ambulanten Bereich heutiger Prägung langsam aufzulösen.“ Land, wo in Zukunft weniger Menschen leben werden. Das ist klassische staatliche Fehlplanung. Man spricht deshalb auch von Staatsversagen. Nordlicht: Aufkauf von Arztsitzen, Terminservicestellen – hat die ärztliche Selbstverwaltung überhaupt noch eine Chance, die Regierungspläne zu stoppen? Drabinski: Das Problem ist, dass zur Selbstverwaltung auch die Krankenkassen gehören und die wollen diese Strukturveränderungen. Sie wollen die Umverteilung von Arztpraxen von der Stadt aufs Land und unterstützen die Politik in ihrem Vorhaben, fordern gar eine Verschärfung und Verschnellerung der Sanktionen. Große Änderungen an dem Versorgungsstärkungsgesetz wird es darum wahrscheinlich nicht geben, obwohl KBV und Kassenärztliche Vereinigungen deutlich ihre Kritik formuliert haben. Doch die Politik hört eben nicht gern Kritik und zieht das jetzt durch. Nordlicht: Wenn sich die ambulante Versorgung in Richtung staatlich reguliertes Gesundheitssystem entwickelt, was heißt das für den Patienten? Drabinski: Da kommen zwei Dinge zusammen. Erstens: Die Politik verknappt das Versorgungsangebot, es wird weniger Arztsitze geben. Zweitens: Die Ärzte, die im System bleiben, werden nicht mehr bereit sein, ihre Leistungen zu den Bedingungen von heute anzubieten. Das heißt, wir werden weniger Praxen und in den Praxen weniger Zeit für gesetzlich Krankenversicherte haben. Die Patienten werden dann über staatliche Wartelisten – also Terminservicestellen – auf eine schrumpfende Zahl an Arztpraxen verteilt. Reicht das nicht aus, sollen die Patienten ins Krankenhaus überwiesen werden, wo dann auch neue Wartelisten - wie in England - umgesetzt werden müssen.

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Drabinski: Richtig. Das Versorgungsstärkungsgesetz hat ganz klar die Botschaft, den ambulanten Bereich heutiger Prägung langsam aufzulösen, den Grundstein für hausärztliche Polikliniken mit primär angestellten Hausärzten zu legen und die fachärztliche Versorgung ins Krankenhaus zu verlagern. Denn dort – das glauben zumindest einige Parteien – ist diese Versorgung besser aufgehoben. Ob der stationäre Bereich dazu überhaupt in der Lage ist, ist fraglich. Denn die Krankenhäuser haben schon heute Kapazitätsprobleme. Vor allem haben sie aber in der Zukunft Kapazitätsprobleme, wenn noch mehr Krankenhausbetten abgebaut und Krankenhäuser geschlossen werden. Sie haben aber auch den Nachteil, dass sie das Qualifikationsniveau der fachärztlichen Versorgung der Arztpraxen nur durch massive interne Strukturveränderungen garantieren können.

„Das ist klassische staatliche Fehlplanung.“

Nordlicht: Wann werden wir denn den Aufschrei der Wähler hören? Drabinski: Vielleicht schon zum Ende dieser Legislaturperiode. Denn die beschriebenen Strukturveränderungen werden sich im Zeitraum der nächsten 15 Jahre voll entfalten. Bereits in etwa zehn Jahren wird es aber schon heftig, weil dann alles zu einem Zeitpunkt zusammenkommt: Der erste große Schwung an Arztpraxen wird weggefallen sein, ein großer Teil der geburtenstarken Jahrgänge wird in Rente gegangen sein und es werden viel mehr Leistungen nachgefragt. Und dann wird es auch kein anderes Thema in Deutschland geben als die Sicherstellung der medizinischen Versorgung. Das Problem wird allerdings sein, dass es dann zu spät sein wird, darauf noch zu reagieren. Genau aus diesem Grund müsste jetzt etwas ganz Anderes passieren. Es müsste in den ambulanten Bereich investiert werden, statt dort das Versorgungsangebot zu verknappen. Arztpraxen müssten auf-, statt abgebaut werden. Das Interview führte Marco Dethlefsen, KVSH

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Titelthema W artezeitenregelung

Überweisungsbeschleuniger made in Schleswig-Holstein Während die Bundesregierung wegen angeblich zu langer Wartezeiten beim Facharzt die Einrichtung von Terminservicestellen plannt, setzen Schleswig-Holsteins Ärzte auf pragmatische Lösungen. Das Pinneberger Arztnetz (PAN) und das Gesundheitsnetz Region Wedel (GRW) haben zur schnellen Terminkoordination zwischen Haus- und Fachärzten das Instrument des „ dringenden Terminwunsches“ entwickelt und wenden es seit längerem erfolgreich an. Auch das Praxisnetz Kiel geht diesen Weg.

Nach den bisher bekannten Bestimmungen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes soll die Suche nach freien Terminen beim Facharzt künftig durch Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen koordiniert werden. Findet sich innerhalb von vier Wochen kein Termin, soll dem Patienten als Ersatz eine Behandlung im Krankenhaus angeboten werden. Eine Regelung, die in der Ärzteschaft wenig Begeisterung auslöst. „So genau kenne ich die von Bundesgesundheitsminister Gröhe geplanten Terminservicestellen nicht. Aber schon allein die Einrichtung von zusätzlichen Call-Centern oder ähnlichen Dienstleistern spricht für viel Bürokratie und von der haben wir in unserem Gesundheitswesen schon jetzt mehr als genug“, erklärt Dr. Ute von Hahn, GRW-Vorsitzende und Hausärztin in Wedel. Auch Doris Scharrel, Vorstandsvorsitzende des Praxisnetzes Kiel sieht die Berliner Planspiele kritisch: „Die Einrichtung einer kostenintensiven Terminservicestelle würde sicherlich aus dem Topf der Ärzte finanziert“, befürchtet die Gynäkologin aus Kronshagen. Regelung besticht durch ihre Einfachheit Die Netzärzte aus Pinneberg und Wedel setzen als Alternative schon seit mehreren Jahren auf eine pragmatische und praxis-

nahe Lösung: den „dringenden Terminwunsch“. Sie haben das Konzept dazu selbst entwickelt, untereinander abgestimmt und auf die Verhältnisse vor Ort angepasst. „Bei unserem Instrument geht es nicht allein um die Sichtweise des Patienten. Der Hausarzt entscheidet, ob es sich tatsächlich um einen „dringenden Terminwunsch“ handelt. Dieser muss in jedem Fall medizinisch begründet sein“, stellt der stellvertretende Vorsitzende des PAN, Dr. Sönke Bergter, klar. „Unsere Regelung besticht durch ihre Einfachheit. Handelt es sich um einen „dringenden Terminwunsch“, bespricht der Hausarzt zunächst mit dem Patienten, zu welchem Facharzt dieser möchte und schreibt dann den Vermerk „dringender Termin“ inklusive der Telefonnummer des Patienten auf den Überweisungsschein“, erläutert der Allgemeinmediziner aus Pinneberg. Den Original-Überweisungsschein erhält der Patient mit dem Hinweis zurück, dass die entsprechende Facharztpraxis ihn anrufen wird. Gleichzeitig faxt die Hausarztpraxis den Überweisungsschein an die gewünschte Facharztpraxis. „Das Praxisteam ist also vorinformiert und weiß, dass sie den Patienten möglichst kurzfristig anrufen und einbestellen muss. Oft ist es dann so, dass der Facharzt sofort die Hausarztpraxis zurückruft, um Details zu erfahren“, so Bergter. Das ganze Verfahren war

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Titelthema eine Idee von Dr. Andrea Oelze, Neurologin aus Pinneberg. Mit ihr wurde es zunächst „geprobt“ und danach in allen Netzpraxen „scharf geschaltet“. Danach wurde zwar mehrfach über eine Verfeinerung der Regelung diskutiert, „wir sind dabei aber jedes Mal zu dem Ergebnis gekommen, dass alles andere viel zu kompliziert und zu bürokratisch ist“. Trotzdem plant das PAN bereits einen Schritt weiter. „Sobald KV-SafeMail etabliert ist und regelmäßiger angewendet wird, wollen wir dem Facharzt Patientendaten noch zügiger zukommen lassen“, berichtet Bergter. Idee aus der Ärzteschaft Auch in Wedel wird der „dringende Terminwunsch“ bereits seit vielen Jahren auf ganz ähnliche Art und Weise angewandt. Die entscheidende Initiative kam auch dort von der ärztlichen Basis. „Unser erstes Ziel war, dass wir Hausärzte für Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt einen ganz, ganz schnellen Termin beim Kardiologen bekommen“, berichtet Dr. Ute von Hahn. Die in der Region tätigen Allgemeinmediziner entwickelten dazu in einem ersten Schritt mit dem Wedeler Kardiologen Dr. Jens Beermann einen Behandlungspfad. Die Hausärzte konnten auf einem Vordruck ankreuzen, mit welchen Beschwerden, Auffälligkeiten und vorher durchgeführten diagnostischen Maßnahmen (z. B. einen Troponin-Test) sie Patienten zum Kardiologen schickten. Der Patient ging mit diesen Informationen in die kardiologische Praxis und kam dort sofort dran. „Wir haben dieses Modell lange und mit so gutem Erfolg praktiziert, dass daraus am Ende die Idee für den „dringenden Terminwunsch“ entstand, den alle Netzärzte praktizieren. Den Kollegen gefällt daran vor allem der unkomplizierte Mechanismus“, erklärt von Hahn. Die Netzvorsitzende setzt außerdem auf eine gute innerärztliche Kommunikation. Der Zwischenschritt mit dem Überweisungsschein entfällt deshalb inzwischen sogar häufig. „Wir kennen uns mittlerweile alle so gut, dass wir uns oft gegenseitig direkt aus der Sprechstunde heraus anrufen und dann direkt den Termin vereinbaren“, so die Netzvorsitzende. Patienten profitieren Bei den Patienten vor Ort komme die Regelung ebenfalls sehr gut an, berichten die Ärzte aus Pinneberg und Wedel. „Die Patienten, bei denen ein schneller Termin notwendig ist, profitieren, da sie selbst nicht aktiv werden müssen. Sie erleben dies auch ganz bewusst als großen Vorteil. Wir gehen mit diesem Verfahren sehr zurückhaltend um und wenden es wirklich nur in dringenden Fällen an. Der Kreis der Patienten, der profitiert, ist deshalb logischerweise klein“, erklärt Bergter. Auch im GRW zieht man ein durchweg positives Fazit. „Die Patientenversorgung in der Region ist besser geworden. Wenn der Hausarzt einen schnellen Termin für einen Patienten benötigt, dann bekommt er ihn innerhalb von einem oder zwei Tagen“, so von Hahn. Kieler Lösung Auch das Praxisnetz Kiel e. V. hat eine praktikable Regelung für die Vergabe von dringenden Terminen entwickelt. Seit März dieses Jahres steht den Ärzten ein aktualisiertes Formular zur FaxAnmeldung für dringende Behandlungsfälle zur Verfügung. „Die ,dringende Überweisung‘ ist eine sehr gute Alternative zu den Plänen von Gröhe. Unser Formular vereinfacht die Terminvergabe für den Patienten beim weiterbehandelnden Facharzt. Der zuweisende Arzt wird mit einem kurzen Vermerk über die Terminvergabe informiert“, erläutert Scharrel. Das aktualisierte Formular, das von einer Arbeitsgruppe speziell für Anforderungen des Praxisalltags konzipiert wurde, ist bereits an die Netzärzte

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Aktualisierter Vordruck „dringende Überweisung“ des Praxisnetzes Kiel

verschickt worden. Es kann außerdem von der Homepage des Praxisnetzes Kiel abgerufen werden: www.praxisnetz-kiel.de/ index.php?page=formulare. Jakob Wilder, KVSH

Modellprojekt Schneller zum Facharzt Dass sich die Wartezeit auf einen Termin beim Facharzt durch den Einsatz einer „dringenden Überweisung“ deutlich senken lässt, zeigt die Auswertung eines Modellprojekts im Saarland. Für das zweite und dritte Quartal 2014 haben KV und Land dazu eine repräsentative Stichprobe von Überweisungen untersucht. Ergebnis: Die durchschnittliche Überweisungsdauer konnte um mehr als 56 Prozent beschleunigt werden. Insgesamt untersuchte die Studie 4.641 Überweisungsvorgänge. Davon waren 88,4 Prozent „normale“ und 11,6 Prozent „dringende“ Überweisungen. Während die durchschnittliche Überweisungsdauer „normaler“ Überweisungen bei rund 13 Tagen lag, bekamen Patienten mit einer dringenden Überweisung ihren Facharzttermin im Schnitt bereits nach fünf bis sieben Tagen. Dabei wurde bei dringlichen Überweisungen zusätzlich zwischen zwei Dringlichkeitsstufen unterschieden. Wurden Patienten mit „hoher Dringlichkeit“ eingestuft, bekamen sie im Durchschnitt bereits nach knapp vier Tagen einen Termin beim Facharzt.

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Titelthema V ersorgungsstärkungsgesetz

Praxisaufkaufregelung mit fatalen Folgen Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) warnt in einer Studie vor den Auswirkungen eines Zwangsaufkaufs von Arztsitzen in überversorgten Regionen. Tausende von Praxissitzen könnten wegfallen, wenn die Regelung im Versorgungsstärkungsgesetz wie geplant umgesetzt werde.

Das Gesetz sieht vor, dass ab einem Versorgungsgrad von 110 Prozent die Zulassungsausschüsse vor Ort prüfen und begründen müssen, ob eine Praxis erneut besetzt werden kann. Wenn deren Erhalt nicht begründet werden kann, soll der Sitz von der jeweils zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung aufgekauft und geschlossen werden. Ein Forscherteam des ZI simulierte im Rahmen der Studie „Versorgungsatlas“ in einem Worst-CaseSzenario die möglichen Auswirkungen einer solchen Regelung. Aus den Daten des Bundesarztregisters der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gehe hervor, dass circa 25 Prozent der an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und Psychotherapeuten momentan 60 Jahre oder älter sind. Ein erheblicher Anteil der derzeit Niedergelassenen werde also folglich aus Altersgründen in absehbarer Zeit die Praxis übergeben wollen. „Nach Intention der Bundesregierung müssten die Zulassungsausschüsse damit innerhalb der nächsten zwei Jahre circa 10.000 Sitze aus der Versorgung nehmen. Es sei daher davon auszugehen, dass die ambulante Versorgungsstruktur schon kurzfristig einen erheblichen Abbau erfahren könnte“, so die Studie.

Ländlicher Raum auch betroffen Nach den Auswertungen des ZI wären fachärztlich tätige Internisten besonders betroffen. In diesem Bereich könnten bis zu 50 Prozent der Sitze wegfallen, denn es existiere kein einziger Planungsbereich, der einen Versorgungsbereich unter 110 Prozent aufweise. „Dies würde auf der Basis zu erheblichen Veränderungen in der ambulanten Versorgung führen“, warnt daher ZI-Leiter Dr. Dominik von Stillfried. Vom Abbau seien aber nicht nur die in der Regel gut versorgten städtischen Regionen betroffen, sondern auch ländliche, in den bereits heute über Versorgungsengpässe geklagt werde. „Die Stärkung des ländlichen Raums kann daher wohl kaum im Fokus dieser geplanten gesetzlichen Neuregelung stehen. Vielmehr muss in der Reduzierung von Vertragsarzt- und Psychotherapeutensitzen und den damit verbundenen Praxismitarbeitern ein mittelfristiger Strukturwandel gesehen werden, der einem Paradigmenwechsel in der Versorgung gleichkommt“, heißt es in der Studie. Das ZI rechnete außerdem hoch, wie viele Arbeitsplätze von Medizinischen Fachangestellen durch einen erzwungenen Aufkauf der Vertragsarztsitze

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Titelthema wichen werden. „Aber um beurteilen zu können, ob tatsächlich eine Über- oder Unterversorgung vorliegt, müssen aus Sicht der Versorgungsforschung neben der Altersstruktur der Bevölkerung auch weitere Faktoren berücksichtigt werden. Dazu zählen z. B. die Verteilung und Häufigkeit von Erkrankungen und die Sozialstruktur“, erläuterte der Leiter des Versorgungsatlas, Jörg Bätzing-Feigenbaum. Ebenso müsste die örtliche Arbeitsteilung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung berücksichtigt werden. „Wenn die Menschen in einer Region sehr häufig im Krankenhaus behandelt werden, gilt dies international als ein Zeichen dafür, dass in der ambulanten Versorgung Ärzte fehlen, welche die Einweisung hätten verhindern können“, so von Stillfried. „Darum sagt der ausgewiesene Versorgungsgrad wenig darüber aus, ob aufgrund des Versorgungsbedarfs vor Ort eine höhere oder niedrigere Arztzahl begründet wäre.“

Anzahl Hausärzte oberhalb der Sperrgrenze gemäß Bedarfsplanungs-Richtlinie (2014)

Zahlen und Datenteil Alle Daten der Studie zum Versorgungsgrad mit Haus- und Fachärzten oberhalb der Sperrgrenze von 110 Prozent können auf einer Landkarte unter www.versorgungsatlas.de abgerufen werden. Sie

Anzahl 1–41 42–82 83–123 124–164 165–205 Quelle: www.2015 Versorgungsatlas.de Dargestellt ist die Anzahl der Hausärzte oberhalb der Sperrgrenze von 110 Prozent nach Bedarfsplanungsfachgebieten und -regionen gemäß Neufassung der Bedarfsplanungs-Richtlinie. Datenstand ist der 30. Juni 2014.

möglicherweise entfallen. Insgesamt sei mit einem Abbau von rund 24.000 Vollzeitäquivalenten zu rechnen. Die Forscher kritisieren außerdem, dass die geplante Aufkaufregelung Medizinische Versorgungszentren einseitig bevorzuge, da deren Sitze nicht infrage gestellt würden.

werden durch interaktive Karten und Tabellen ergänzt. Außerdem ist auf dieser Internetseite ein ausführlicher Bericht zum Thema zu finden. Jakob Wilder, KVSH

Neue Berechnungsgrundlage gefordert Das ZI erneuerte zudem seine Forderung, die Berechnungsgrundlage für die Bedarfsplanung, eine in den 1990er Jahren eingefrorene Verhältniszahl, auf den Prüfstand zu stellen. Sie berücksichtige den heutigen Versorgungsbedarf nur unvollständig. Zwar könne seit der Überarbeitung der Bedarfsplanungs-Richtlinie Ende 2012 die Veränderung der demografischen Struktur der Bevölkerung berücksichtigt und auf Landesebene von der Richtlinie abge5 | 2015

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Titelthema K ommentar

Kahlschlag Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz will die Bundesregierung in dieser Wahlperiode die Weichen für die Zukunftssicherung der medizinischen Versorgung stellen. Insbesondere der ambulante Sektor soll mit staatlichen Eingriffen den neuen Herausforderungen und den sich wandelnden Ansprüchen angepasst werden. So ist es unter anderem geplant, Arztsitze umzuverteilen, hausärztliche Polikliniken aufzubauen und die ambulante fachärztliche Versorgung in Krankenhäuser zu verlagern. Damit will die Regierung den Veränderungen durch eine immer älter werdende Gesellschaft, den Rückzug vom Land in die Stadt sowie den steigenden Kosten einer stetig verbesserten Medizin begegnen. Man muss kein Pessimist sein, um zu ahnen, dass diese Weichenstellungen das System mit dem Hausarzt als Drehscheibe der ambulanten Versorgung auf den Kopf stellen und die Attraktivität der ärztlichen Tätigkeit als freien Beruf aushöhlen. Nun könnte man einwenden, dass eine junge Generation, die Risiken scheut, als angestellte Ärzte immer noch mehr zur Sicherung der medizinischen Versorgung beiträgt, als in medizinfremden Berufen. Zielführender wäre aber die Frage, warum die Regierung nicht mehr tut, um die Attraktivität des Arztberufs in eigener Praxis nachhaltig zu verbessern?

aufs Land will? Was soll die Verlagerung der Facharztbehandlung ins Krankenhaus, wenn deren Kapazitäten weiter gekürzt werden, obwohl schon jetzt die Ambulanzen von selbst „eingewiesenen“ Patienten überlaufen? Kann oder will die Bundesregierung nicht erkennen, dass ihre Weichenstellung die medizinische Versorgung aufs Abstellgleis fährt? Offenbar will sie es nicht, denn ihr stereotyper Verweis auf die zugrunde liegenden Vereinbarungen im Koalitionsvertrag bedeutet im Klartext, dass der Koalitionsfrieden wichtiger ist als die Sache.

„Es gilt aber auch, für die Attraktivität des Arztberufes zu werben und für seine Freiberuflichkeit einzutreten.“

Oder ist das gar nicht gewünscht? Ist der eingeschlagene Weg, der über kurz oder lang in die Staatsmedizin führt, bewusst gewählt? Glaubt diese Bundesregierung, den Bürgern ein Gesundheitssystem, das von der Berufsentscheidung der Jungen bis zur Arztwahl der Älteren auf Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiheit setzt, nicht mehr „zumuten“ zu können? Man ahnt nichts Gutes, denn die Eingriffe in die medizinische Versorgung nehmen schon seit Jahren zu und die Lernfähigkeit der Politik scheint begrenzt. Anders sind Entscheidungen, z. B. seinerzeit gegen alle Warnungen eine Kassengebühr einzuführen oder aktuell Terminservicestellen zu etablieren, nicht zu verstehen. Maßnahmen wie diese sind billiger Populismus, dessen vorläufiger Gipfel ein Antikorruptionsgesetz für Mediziner ist. Auch damit wird der Eindruck beschworen, das System der Freiberuflichkeit schaffe Probleme, die von der Politik gelöst werden müssten – notfalls eben durch Abschaffung dieser Freiberuflichkeit. Dagegen erscheint die Staatsmedizin dann als das kleine Übel – vielleicht schwerfälliger, möglicherweise auch teurer. Aber unter dem Dach des Staates erscheint in Deutschland alles als besser, gerechter, vor allem aber sicherer.

Umso mehr sind jetzt die Interessenvertretungen aller medizinischen Berufe gefordert. Zum einen gilt es, den Marsch in die Staatsmedizin ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, seine Folgen zu beschreiben, die Politik in fachliche Auseinandersetzung zu stellen und vielleicht das Schlimmste zu verhindern. Es gilt aber auch, für die Attraktivität des Arztberufes zu werben und für seine Freiberuflichkeit einzutreten. Wer die junge Generation von etwas überzeugen will, muss sie kennen. Dann weiß man, dass es – Risiko hin oder her – mindestens halbwegs „hip“ sein muss, Arzt auf dem Land zu werden. Nur eines dazu: Dem neuen Trend zur „Entschleunigung“ kommt man neben Bauer und Bäcker schneller auf die Spur als im Dauerstau oder in überfüllten Zügen in den Metropolen. Last but not least: Die schon heute bestehende Regelungswut der Politik, die in der Medizin bis in die Organisation jeder einzelnen Praxis hineinreicht, löst kein Problem, sondern schafft sie vielfach erst. Mögen die Absichten jeder Regierung noch so gut sein – was im Interesse der Bürger zählt, sind die Ergebnisse. Dafür stehen in unserem Gesundheitssystem jetzt noch die Ärzte selbst gerade. Denn die Qualität ihrer Leistung ist die Grundlage ihres wirtschaftlichen Erfolges. Das ist einer der sehr praktischen Grundsätze einer freien sozialen Marktwirtschaft. Wer dieses Prinzip in der Medizin abschaffen will, setzt auf Kahlschlag anstelle von sinnvoller Weiterentwicklung. Peter Weiher, Journalist

So geläufig diese Zustandsbeschreibung ist, so sehr muss es aufrütteln, wie kurz gedacht die Annahmen der Bundesregierung sind. Denn wie soll der Aufbau von hausärztlichen Polikliniken auf dem Land gelingen, wenn doch kein junger Arzt

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NACHRICHTEN  KOMPAKT W eiterbildungsstellen A llgemeinmedizin

O mbudsverein

Flyer zur Patientenberatung

Schleswig-Holstein in der Spitzengruppe Berlin – In den Jahren 2010 bis 2013 hat sich die Anzahl der geförderten Weiterbildungsstellen Allgemeinmedizin in den Kassenärztlichen Vereinigungen kontinuierlich erhöht. Darauf weist das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) in einem aktuellen Beitrag für den „Versorgungsatlas“ hin. Wurden 2010 bundesweit 1.809 volle Weiterbildungsstellen gefördert, so waren es 2013 bereits 2.488. Das entspricht einem Zuwachs von 37 Prozent. Den höchsten Anteil an Förderstellen in der Allgemeinmedizin für 2013 kann die KV Berlin vorweisen. Dort waren es – in Vollzeitstellen umgerechnet – acht Förderstellen pro 100 Hausärzte. Ähnlich gute Ergebnisse erreichten die KVSH und die KV Hamburg mit rund sieben Vollzeitstellen. „Schleswig-Holstein hat seit 2011 einen steilen Aufwärtstrend gezeigt“, heißt es in der Analyse des ZI. Mehr Informationen unter www.zi.de.

Bad Segeberg – Der Verein Patientenombudsmann/-frau Schleswig-Holstein e. V., der seit 1996 die Anliegen von Patienten, Pflegebedürftigen und deren Angehörigen in SchleswigHolstein vertritt, hat einen neuen Flyer über seine Aufgaben und Beratungsangebote veröffentlicht. Der Flyer kann in der Geschäftsstelle des Vereins bestellt werden.

Anschrift: Verein Patientenombudsmann/-frau Schleswig-Holstein e. V. Bismarckallee 8 –12  23795 Bad Segeberg Tel. 04551 803 224 E-Mail: ombudsverein@ aeksh.de Der Flyer steht außerdem unter www.patientenombudsmann.de als PDFDownload zur Verfügung.

Quelle: ZI

P ra x isnetze

KVSH fördet zwei weitere Netze Neumünster/Rendsburg – Die KVSH hat das Medizinische Praxisnetz Neumünster e. V. (MPN) und die Medizinische Qualitätsgemeinschaft Rendsburg eG (MQR) zum 1. April 2015 als förderungswürdige Praxisnetze nach Paragraf 87b SGB V anerkannt. Jeder Ärzteverbund wird nun für zunächst ein Jahr mit 100.000 Euro gefördert. Im MPN sind 82 niedergelassene Ärzte zusammengeschlossen. Im MQR, dem ersten Praxisnetz in Deutschland überhaupt, sind es 38 Ärzte. Vor den beiden neu geförderten Netzen hatten bereits das Ärztenetz Eutin-Malente, das Praxisnetz Herzogtum-Lauenburg, das Pinneberger Arztnetz und das Gesundheitsnetz Region Wedel die Anerkennung als besonders förderungswürdiges Praxisnetz von der KVSH erhalten. Mehr Informationen unter www.mpn-neumuenster.de und www.mqr.de

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V eranstaltung

1. Tag der Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein Kiel/Lübeck – Der 1. Tag der Allgemeinmedizin in SchleswigHolstein findet am 30. Mai 2015 im Kieler Wissenschaftszentrum statt. Ausrichter sind die Institute für Allgemeinmedizin in Kiel und Lübeck, die ein breit gefächertes Fortbildungsprogramm für das gesamte Praxisteam anbieten. In Workshops können die Besucher ihr theoretisches Wissen und ihre praktischen Fertigkeiten auffrischen und vertiefen. Das genaue Programm und eine Online-Anmeldung stehen auf der Internetseite www.allgemeinmedizin. uni-kiel.de zur Verfügung. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT H onorarvereinbarung 2 0 1 4 bis 2 0 1 6

A llgemeinmedizin

Spende des Fördervereins

3. Änderungsvereinbarung Bad Segeberg – Die 3. Änderungsvereinbarung, gültig seit dem 1. April 2015, zur Honorarvereinbarung für die Jahre 2014 bis 2016 finden Sie auf der Homepage der KVSH unter www.kvsh.de im Downloadbereich  Verträge. Bei Bedarf senden wir Ihnen die Änderungsvereinbarung gerne in Papierform zu (Tel. 04551 883 331).

V erordnung

Limptar® jetzt verschreibungspflichtig

Foto: UKSH

Bad Segeberg – Das Präparat Limptar® zur Behandlung und Prophylaxe von nächtlichen Wadenkrämpfen ist seit dem 1. April 2015 verschreibungspflichtig. Das meldet die das Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte (BfArM). Die Verschreibungspflicht ergebe sich aus den Nebenwirkungen und dem zunehmenden Missbrauch in der Drogenszene. Ärzte und Praxisteams sollten beachten, dass verschriebene Präparate nicht in jedem Fall von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

B ereitschaftsdienst

Regelungen am „Brückentag“ Bad Segeberg – Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein weisen noch einmal darauf hin, dass folgender Tag als sogenannter „Brückentag“ gilt: 15. Mai 2015 (Freitag nach Christi Himmelfahrt) An diesem Tag findet der Ärztliche Bereitschaftsdienst in Schleswig-Holstein (Rufnummer 116 117) von 8 bis 8 Uhr am Folgetag statt. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst und damit alle Allgemein- und Kinderärztlichen Anlaufpraxen, der Fahrdienst sowie der HNO- und Augenärztliche Bereitschaftsdienst sind am Brückentag wie an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag geöffnet. Ärzte sind, sofern sie die ärztliche Versorgung nicht selbst sicherstellen und ihre Praxis schließen, verpflichtet, die Ansage des Anrufbeantworters mit einem Verweis auf den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 zu versehen. Beispiel: „Sie sind mit der Praxis xxx verbunden. Unsere Praxis ist vom ... bis ... geschlossen. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist von Mittwoch, 13. Mai 2015, 13.00 Uhr, bis Montag, 18. Mai 2015, 8.00 Uhr, unter der Telefonnummer 116 117 durchgängig erreichbar. In dringenden Notfällen wählen Sie bitte die Nummer des Rettungsdienstes 112.“ Weitere Texte für die Ansage des Anrufbeantworters finden Sie unter www.kvsh.de/KVSH-Aktuell 12

Nordlicht

(v. l.) Prof. Dr. Jens Scholz, Dr. Carsten Leffmann, Prof. Dr. Hanna Kaduszkiewicz, Prof. Dr. Jost Steinhäuser und Pit Horst bei der Spendenübergabe.

Kiel/Lübeck – Der „Förderverein zur Errichtung eines Lehrstuhls für Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein“ hat den Instituten für Allgemeinmedizin in Kiel und Lübeck eine Spende von jeweils 184.000 Euro zukommen lassen. Dr. Carsten Leffmann, Geschäftsführer des Vereins und Ärztlicher Geschäftsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein, übergab das Geld an die beiden Institutsdirektoren Prof. Dr. Hanna Kaduszkiewicz (Kiel) und Prof. Dr. Jost Steinhäuser (Lübeck). „Es war für den Förderverein zur Errichtung eines Lehrstuhls in der Allgemeinmedizin in den vergangenen 20 Jahren hier im Lande nicht immer einfach, Gehör und Lösungen zu finden. Umso größer ist die Freude darüber, dass nun die Zeit reif war, an beiden UKSH-Standorten entsprechende Institute einzurichten. Unser Vereinszweck hat sich damit tatsächlich erübrigt. Wir sehen unser Vermögen bei den Instituten bestens angelegt und lösen den Förderverein jetzt lachenden Auges auf“, sagte Leffmann. Prof. Dr. Jens Scholz und Pit Horst, Geschäftsführer des UKSH Freunde- und Fördervereins, bedankten sich für die wertvolle Unterstützung: „Dieses besondere Engagement zeigt die Wertschätzung für das UKSH und für die wichtige medizinische Arbeit unserer beiden Institute.“ Am Institut für Allgemeinmedizin in Kiel wird aus den Mitteln ein Projekt zum „Peer review hausärztlicher Praxisteams“ finanziert. Am Institut für Allgemeinmedizin in Lübeck konnte ein Projekt zum Vermitteln von kommunikativen Fähigkeiten für Studierende und Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin begonnen werden.

N A V - V irchow - B und

Informationen zum MFA-Tarifvertrag Berlin – Der NAV-Virchow-Bund (NAV) hat sein Service-Angebot erweitert. Mitglieder des NAV können den seit dem 1. April 2015 gültigen Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte (MFA) und ein Merkblatt über die rechtlichen Grundlagen bei der Ausbildung zur/zum MFA kostenfrei im NAV-Bestellcenter herunterladen: www.nav-virchowbund.de/bestell-center. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT M issbrauch

P rävention

Flyer für Heilberufler

Herz-Aktiv-Monat Mai 2015

Berlin – Der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, hat einen neuen Info-Flyer „Kein Raum für Missbrauch“ veröffentlicht. Dieser soll Angehörige der Heilberufe dazu ermutigen, sich rechtzeitig mit der Thematik des Kinderschutzes, insbesondere des Schutzes vor sexuellem Missbrauch und der Hilfe und Intervention, auseinanderzusetzen. Der Flyer und andere Materialien können kostenlos bestellt werden: https://store. kein-raum-fuer-missbrauch.de

K rankenhäuser

Personalwechsel Bad Segeberg – In der Führungsspitze von drei schleswigholsteinischen Krankenhäusern kommt es zu personellen Neubesetzungen. Geschäftsführer Martin Wilde verlässt die imland Klinik GmbH in Rendsburg und wird ab Juli Vorstand der Ev.Luth. Diakonissenanstalt Flensburg. Neuer Geschäftsführer wird Dr. Hans-Markus Johannsen. Er kommt vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein aus Kiel. Die Sana Kliniken AG hat Mitte April das Management des DRK-Krankenhauses in Middelburg (Kreis Ostholstein) übernommen. Dieses wird nun von Dr. Barbara Kempe geleitet, die bisher Prokuristin bei den Sana Kliniken Ostholstein war.

P s y chotherapie

Neues Formblatt PTV 2 Berlin – Die Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) wurde als Methode der Einzeltherapie bei Erwachsenen bei der Indikation posttraumatische Belastungsstörungen in die Psychotherapie-Richtlinie aufgenommen. In der Psychotherapie-Vereinbarung wurde dazu eine spezifische Qualifikationsanforderung für diejenigen festgelegt, die diese Methode anwenden möchten. Das Muster PTV 2 wurde deshalb im unteren Abschnitt „Erklärung des Therapeuten“ hinsichtlich der Abrechnungsgenehmigung um das Feld „EMDR“ erweitert. Die neuen Formblätter sind seit dem 1. April 2015 gültig. Die alten Formblätter sollten nicht mehr verwendet werden. Mehr zu diesem Thema auf Seite 28. 5 | 2015

Nordlicht

Kiel – Die Landesarbeitsgemeinschaft Herz und Kreislauf in Schleswig-Holstein e. V. (LAG) organisiert in diesem Jahr zum ersten Mal einen ganzen Monat lang Veranstaltungen zum "HerzAktiv-Monat Mai 2015". Die LAG wirbt im Aktionszeitraum mit vielen attraktiven Angeboten für eine bewegungsorientierte Lebensweise und bietet landesweit Wanderungen, Fahrradtouren und Nordic WalkingTouren an. Auch Ungeübte jeden Alters können ohne Bedenken kostenlos daran teilnehmen. Außerdem gibt es eine Reihe von Vorträgen zu verschiedenen Gesundheitsthemen. Eine Übersicht mit allen regionalen Aktionen ist auf der Homepage der LAG Herz und Kreislauf unter www.herzintakt.net zu finden. Detaillierte Informationen zu den Veranstaltungen gibt es außerdem bei der Geschäftsstelle der LAG (Tel. 0431 5303136, Fax 0431 5303138, E-Mail info@ lagsh.net) oder den jeweiligen Anbietern.

S tellenanzeige

Landespolizei sucht Vertretungsärzte Kiel – Die Landespolizei Schleswig-Holstein sucht für ihre Standorte Kiel, Lübeck, Neumünster und Eutin Ärzte für eine stundenweise Tätigkeit, vorzugsweise Allgemeinmediziner und Internisten. Die Tätigkeit umfasst die Bereiche Kurativmedizin und die Bearbeitung bzw. Behandlung von Dienstunfällen. Am Standort Eutin sind darüber hinaus die Auswahluntersuchungen der Bewerber für den Polizeidienst durchzuführen. Die gesundheitliche Eignung wird dabei anhand einer Tauglichkeitsvorschrift untersucht. Die Arbeitszeit liegt in der Regel zwischen 8 und 10 Uhr. In Eutin kann sie bis zu vier Stunden umfassen, da die Bewerber nach den Prüfungsgesprächen einzeln zur ärztlichen Untersuchung kommen. Sie kann im Einzelfall auch individuell vereinbart werden. Die Vertretungsärzte müssen keine polizeilichen Einsätze begleiten. Nähere Auskünfte, u. a. zu den Verdienstmöglichkeiten: Birgitt Kewitz, Landespolizeiamt Kiel, Tel. 0431 160 633 20, birgitt.kewitz@polizei.landsh.de Dr. Klaus Würdemann, Leitender Polizeiarzt, Landespolizeiamt Kiel, Tel. 0431 160 633 00 dr.klaus.wuerdemann@polizei.landsh.de

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gesundheitspolitik V or 2 5 J ahren

Aufbauhilfe aus Schleswig-Holstein Die KVSH wurde in der historischen Umbruchphase vor der Deutschen Wiedervereinigung zur Partner-KV der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern. Von Bad Segeberg aus wurde damals wichtige fachliche und personelle Hilfe für den Aufbau einer funktionierenden Selbstverwaltung im späteren Nachbarbundesland geleistet. Der eigentliche Geburtsort der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) liegt in Schleswig-Holstein, denn die entscheidende Veranstaltung, die schließlich zur Gründung der KVMV führte, fand noch vor der Wiedervereinigung am 31. März 1990 in Bad Segeberg statt. Die KVSH hatte alle Ärzte aus den nördlichen DDR-Bezirken zu einer großen Informationsveranstaltung eingeladen. Thema: Die Möglichkeiten der Niederlassung. Die Resonanz übertraf alle Erwartungen. 130 Einladungen waren verschickt worden, am Ende kamen fast 600 Ärzte mit ihren Wartburgs und Trabants nach Bad Segeberg. Aus ihrem Kreis wurde noch vor Ort die erste Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung e. V. Mecklenburg-Vorpommern gewählt, aus der später die KV Mecklenburg-Vorpommern hervorging. Auf der Sitzung wurden außerdem die Weichen für eine umfassende Starthilfe gelegt. Ziel war es, den ambulanten Bereich auf dem Gebiet der noch existierenden DDR zum Laufen zu bringen

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und den niedergelassenen und niederlassungswilligen Ärzten eine tragfähige Struktur zu geben. Die KVSH unterstützte die Aufbauarbeit auf vielen Ebenen. Sie stellte eine zinsgünstige Kreditbürgschaft in Höhe von fünf Millionen DM aus ihrem Sicherstellungsfonds zur Verfügung. Das Geld wurde unter anderem dafür verwendet, rund 110 niederlassungswilligen Ärzten im späteren Nachbarbundesland Kredite zum Aufbau einer eigenen Praxis bereitzustellen. Die KVMV brauchte nur einen Zinssatz von fünf Prozent zu bezahlen. Üblich waren damals neun Prozent. Darüber hinaus leistete die KVSH fachliche und personelle Aufbauhilfe. Experten aus der Verwaltung pendelten zwischen Bad Segeberg und Schwerin und berieten ihre neuen Kollegen. Sie stellten z. B. den Entwurf einer Satzung und einer Wahlordnung zur Verfügung. Auch bei der Auswahl und dem Kauf eines geeigneten Grundstücks für das neue Verwaltungsgebäude der künftigen KV Mecklenburg-Vorpommern half die KVSH.

27. Januar:

Erster Arbeitsbesuch von Ärzten aus Schleswig-Holstein in Wismar

Februar:

 rbeitsbesuch von Dr. Thierfelder und Dr. Schwertz in Bad Segeberg (KVSH); A Fragestellung: Wie funktioniert eine Kassenärztliche Vereinigung?

1. März:

 ufruf der KVSH zur Spende von medizinischen Geräten und PraxisgegenA ständen für niederlassungswillige Ärzte aus Mecklenburg-Vorpommern

31. März:

 us einer Informationsveranstaltung mit fast 600 Ärzte aus MecklenburgA Vorpommern wird die Gründungsversammlung der KVMV mit Konstituierung eines vorläufigen Vorstandes

9. April.

„ Sternstunde“ der KVSH: Vertreterversammlung beschließt 5-Millionen-DM Kredit mit günstigen Zinskonditionen zur Förderung der Niederlassung in Mecklenburg-Vorpommern

21. April:

KVMV-Vorstand: Satzungsvorbereitung in Rostock

19. Mai:

Kassenärztliche Vereinigung e. V. am Registergericht Schwerin eingetragen

29. September:

Erklärung der Stadt Schwerin zum Erwerb des Grundstücks Mendelejewstraße

2. Oktober:

 er eingetragene Verein erhält vom Ministerrat der DDR den Status einer D Körperschaft des öffentlichen Rechts

3. November:

Erster Kassenärztetag Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin

28. März:

Einweihungsfeier KV-Gebäude in Schwerin

29. Juni:

 onstituierende Sitzung der Vertreterversammlung der KVMV in Schwerin. K Dr. Dietrich Thierfelder wird zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Oktober:

Gemeinsame Sitzung der Vorstände von KVSH und KVMV in Travemünde Nordlicht

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gesundheitspolitik

wird zum rich Thierfelder 1991 – Dr. Diet wählt. n der KVMV ge 1. Vorsitzende

1991 - Zu Gast beim Vorstand der KVSH im alten Sitzungssaal: (v. l.) Dr. Bittmann, Dr. Friedhelm (Vorstand KVSH), Dr. Thierfelder (Vorstand KVMV), Herr Ebert (stv. Geschäftsführer, KVSH), Frau Diehl (Vorstandssekretärin, KVSH) und Herr Diehl (Leiter Zulassungsabteilung, KVSH). In der Wendezeit nahmen die Vorstände abwechselnd an Sitzungen in Bad Segeberg oder Schwerin teil.

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gesundheitspolitik R ü ckblick

Erinnerungen West

Engagement auf beiden Seiten Mit dem Mauerfall 1989 und der Öffnung des „ Eisernen Vorhangs“ begann eine menschliche Wiedervereinigung. Erste Kontakte wurden aufgenommen, persönlich oder über Verbände. Für Schleswig-Holstein war Mecklenburg-Vorpommern der regionale Nachbar, dem sich alle Organisationen verbunden fühlten. Als Landesvorsitzender des NAV Virchow-Bundes traf ich auf den einzigen freien ärztlichen Verband der DDR – den Virchowbund, in Mecklenburg-Vorpommern vertreten durch den Kollegen Donner aus Greifswald. Es gab nur gut 60 Ärzte und Ärztinnen in Mecklenburg-Vorpommern, die sich in freier Niederlassung staatlicher Anstellung erwehrt hatten. Freiheit und Demokratie erschienen paradiesisch, obgleich wir Westler bereits damals mit der Kostendämpfung haderten. Mit dem Einigungsvertrag 1990 wurde offiziell die „Angleichung“ eingeleitet, unser System der sozialen Gesetze, der GKV und der Selbstverwaltung fand bundesweite Gültigkeit. Auch ohne nachfolgenden Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung haben wir die Partnerschaft mit der Ärzteschaft in MecklenburgVorpommern gestartet. Unter Vorsitz von Dr. Weisner wurden im Vorstand der KVSH, dem ich angehörte, Aufgaben verteilt. Erste Einladung zu einem Informationsgespräch erging an den Virchowbund. Im Februar 1990 besuchten uns die Herren Thierfelder und Schwertz – was ist eine Kassenärztliche Vereinigung?! Anschließend begleiteten mich die beiden Kollegen nach Plön zur Besichtigung meiner gynäkologischen Praxis und um mein zweites Ultraschallgerät auf die Reise nach Schwerin mitzunehmen. Die KVSH hatte einen Aufruf veröffentlicht, Praxiszubehör und medizinische Geräte zu spenden – der Keller der KVSH füllte sich, sogar eine komplette Röntgenanlage konnte nach Mecklenburg-Vorpommern geliefert werden. Ein ganz entscheidender Termin war der 31. März 1990: Die uns bekannten Ärztinnen und Ärzte in Niederlassung waren zu einer Informationsveranstaltung nach Bad Segeberg eingeladen. Wir rechneten mit einer Besucherzahl, für die der Sitzungssaal im Hauptgebäude angemessen schien. Aber die Bismarckallee war erfüllt von 2-Takt-Nebel, Trabis und Wartburgs ohne Ende. Wie auch immer, fast 600 Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern hat-

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ten sich auf den Weg gemacht – spontaner Umzug ins Intermar, eine beeindruckende und bewegende Veranstaltung! Die meisten Kollegen kamen aus Ambulatorien und Polikliniken, wollten in die freie Niederlassung und wollten eine Selbstverwaltung. So wurde der Tag genutzt, um hier und heute eine KV MecklenburgVorpommern zu gründen und einen vorläufigen Vorstand zu wählen. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Thierfelder benannt – Kandidaten mit Verdacht auf IM-Vergangenheit wurden gemieden. Jetzt ging die Arbeit eigentlich erst richtig los. Alle Abteilungen und Kommissionen der KVSH widmeten sich der Realisierung einer KV-Organisation in Schwerin. Lebhafte Reisetätigkeit, auch der vielen Ehrenamtler. Mit Herrn Ebert, 2. Geschäftsführer der KVSH, erkundete ich Schwerin, um einen geeigneten Sitz für die neue KV zu finden. Was haben wir da alles erlebt! Endlich fand sich bei unklaren Grundbuchverhältnissen ein Provisorium für den Sitz der KV Mecklenburg-Vorpommern (noch als eingetragener Verein!), im Schnellbauverfahren ein Fertigbau in der Mendelejew-Straße. Finanzmittel wurden von der KVSH zur Verfügung gestellt. Im Oktober 1990 wurde der Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts durch den Ministerrat der DDR erteilt. Die Funktionsfähigkeit der neuen KV mit Satzungen, Verordnungen, Verwaltungsorganisationen, personeller Ausstattung und Schulung der Mitarbeiter war erstaunlich schnell erreicht. Die Niederlassungswelle wurde gemeistert. Unser „Patenkind“ war nach einem Jahr erwachsen. In dieser Zeit des beidseitigen Engagements entstanden viele Freundschaften, „Ossi“ oder „Wessi“ wurden Titulierungen in gegenseitiger Sympathie und Anerkennung. Dr. Klaus Bittmann, Ehrenvorsitzender der KVSH und Erster Sprecher der Ärztegenossenschaft Nord

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gesundheitspolitik Erinnerungen Ost

Echte Solidarität Es bleibt nicht aus, dass die alten Akten wieder einmal gelüftet werden. Irgendjemand möchte wissen, was vor 25 Jahren geschah. Zeitzeugen werden gesucht. Ihre Erinnerungen sind gefragt und lassen die vergangene Zeit erneut lebendig erscheinen. Eine ganze Weile lässt einen das dann doch nicht mehr los. Das „Nach-Denken“ der Ereignisse von damals ist nach wie vor eine schwierige Sache. Schopenhauer meint dazu: „Unsere Entscheidungen reichen weiter als unsere Erkenntnisse.“ Interessant ist es allemal, weil wir noch fähig sind, die getroffenen Entscheidungen mit unseren heutigen Erkenntnissen zu vergleichen, auch zu überprüfen. Manchmal aber auch ein schmerzlicher Prozess. Viel später stieß ich auf den Satz von Nicolás Gómez Dávila, einem kolumbianischen Philosophen: „Das Leben ist die Guillotine der Wahrheiten.“ Was an und wie viele Wahrheiten wurden uns nach der Wende angeboten! Und welche wurden durch das Leben einfach weggewischt. Eine Wahrheit aus jenen Jahren bleibt unverrückbar bestehen: die Solidarität der niedergelassenen Ärzte in Schleswig-Holstein mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus Mecklenburg-Vorpommern. In einer „Sternstunde der Abgeordnetenversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein“, Zitat Dr. Jepsen, beschlossen im April 1990 die Abgeordneten, eine Kreditsumme von 5 Millionen DM mit einem Zinssatz von 5 Prozent bereitzustellen. Aufgeteilt in Kleinkredite von 50.000 DM konnte 110 in der Entstehung begriffenen Praxen geholfen werden. Viele Jahre später erhielt ein Inder für die gleiche Idee, mit Kleinkrediten die Initialzündung zu ermöglichen, den Nobelpreis. Keine andere Kassenärztliche Vereinigung hat so spontan und engagiert reagiert. Es gibt noch eine zweite Wahrheit aus dieser Epoche: Hilfe zur Selbsthilfe. Unter ständiger Begleitung und ohne Gängelei ist sie der Katalysator für eine schnelle Entwicklung in die richtige Richtung geworden. Materielle Hilfen, z. B. funktionsfähige Abrechnungsmaschinen (wahre Monster), die unablässigen Schulungen, Ausbildungen und Fortbildungen durch motivierte Mitarbeiter der KV Schleswig-Holstein ermöglichten ein rasantes Tempo. Wir haben zur Freude aller Schritt gehalten.

Es war ein deutlicher Hinweis auf unsere eigene Kreativität und das sich entwickelnde Selbstbewusstsein. Natürlich wurden alle Kredite auf Heller und Pfennig zurückgezahlt. Auch die 335.000 DM für ein Grundstück in Schwerin und das dazugehörige Funktionsgebäude für ca. 800.000 DM sind beglichen worden. Wer aber beziffert das Risiko, das der Vorstand und die niedergelassene Ärzteschaft von Schleswig-Holstein eingegangen sind, in ein völlig desolates Gesundheitswesen zu investieren? Wer zählt die Stunden, die uns unermüdliche Mitarbeiter der Verwaltung geschenkt haben? Wo wird deren Engagement, deren Verantwortung und deren Freundlichkeit gewürdigt? Welche bleibenden Verbindungen und Freundschaften sind entstanden und wie bestimmt sich deren Wert? Es ist unmöglich, diese Zeit, die so rasant, so intensiv und meistens chaotisch verlief, in einer Summe aufzulisten. Die Situation der Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern und ihrer Selbstverwaltung ähnelte einem Puzzlespiel. Wir mussten für uns wichtige und spezifische Bausteine entwickeln. Die Bad Segeberger lieferten die Teile ungefragt, die wir nicht bringen konnten. Wenn dann noch weiße Flecken übrig blieben, wurden sie in gemeinsamer Arbeit passgerecht entwickelt, um die Lücken zu schließen. Es bleibt die Erinnerung und eine tiefe Dankbarkeit für das, was wir von Schleswig-Holstein erfuhren. Es bleibt auch eine dritte Wahrheit, umschrieben mit dem Wort: verfasste Ärzteschaft. Es ist mir ein Anliegen und klingt fort wie ein Appell. Nur eine verfasste Ärzteschaft hat eine Chance zu bestehen, wenn sie als Block oder Formation auftritt. Dabei darf es keine Rolle spielen, ob jemand Haus- oder Facharzt ist. Großartige Leistungen, wie sie vor 25 Jahren erbracht wurden, sind nur als Einheit möglich. Dr. Dietrich Thierfelder, von 1991 bis 1996 erster Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung

KVSH-Vorstand, Dr. Sonntag, konnte nach gut einem Jahr mit Stolz verkünden: „Das ist unsere kleinere Schwester, die gehen gelernt hat und auch schon mal bei Rot über die Straße läuft.“

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Mecklenburg-Vorpommern

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gesundheitspolitik W interschool

Faszination Allgemeinmedizin 24 Medizinstudenten lernten auf der „ Winterschool Allgemeinmedizin“ im badenwürttembergischen Hinterzarten vier Tage lang alles Wissenswerte über die vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten im Bereich der Hausarztmedizin kennen. Mit dabei waren Eva Clausen und Andrea Zegelin von der Universität zu Lübeck. Lesen Sie hier ihren Erfahrungsbericht.

Das ein Ort namens Hinterzarten überhaupt existiert, war uns waschechten Norddeutschen vor gut einem halben Jahr noch gar nicht richtig bewusst. Das sollte sich ändern, als in unserem Allgemeinmedizin-Seminar ein Flyer verteilt wurde: „Winterschool Allgemeinmedizin“ hieß es dort. Und weiter würde uns „... ein viertägiges Programm rund um allgemeinmedizinische Themen, das Hausarzt werden und das Hausarzt sein“ erwarten. „Mit praktischen Übungen, Workshops, Diskussionen und Vorträgen mit theoretischen und praktischen Aspekten des hausärztlichen Alltags“ wolle man sich auseinandersetzen. Und auch das „gegenseitige Kennenlernen und der kollegiale Gedankenaustausch“ würden hierbei nicht zu kurz kommen. Hinterzarten also – nach Blick auf die Karte festgestellt – ganz am anderen Ende des Landes. Sich fernab vom Uni-Alltag einmal näher mit der Allgemeinmedizin zu beschäftigen, erschien uns aus ganz unterschiedlichen Gründen sehr reizvoll. Die Internetseite der Veranstalter „Perspektive Hausarzt Baden18

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Lübeck

Württemberg“ mit einem Video des vergangenen Jahres tat ihr Übriges. So fiel es nicht schwer, die passenden Gründe für das zur Bewerbung erforderliche Motivationsschreiben zu finden. Am 25. Februar 2015 war es dann soweit: Die zweite Schwarzwälder Winterschool der Allgemeinmedizin sollte beginnen. Ein viertägiges Programm rund um die Allgemeinmedizin, sowie ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm im Wintersportgebiet Hinterzarten erwarteten uns. Mit der Bahn ging es vom Lübecker Hauptbahnhof einmal quer durch Deutschland – bepackt mit unserer Wintersportausrüstung. Je südlicher wir kamen, desto wärmer wurde es jedoch und unsere Vorfreude, bald wieder „echten Schnee“ zu sehen und die Wintersportausrüstung auch zu benutzen, rückte in weite Ferne. Die letzte Etappe rauf auf 885 Meter legten wir mit der Höllentalbahn von Freiburg nach Hinterzarten zurück und nach einem längeren Tunnel fanden wir uns plötzlich in einer schneeweißen und aktuell

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gesundheitspolitik wunderschönen Winterlandschaft wieder. Das verblüffte Gesicht norddeutscher Touristen hierüber sorgte für entsprechende Belustigung der Einheimischen. Die wenigen Meter vom Bahnhof zu unserem Hotel stapften wir zu Fuß durch den Schnee. Dort angekommen wurden wir sogleich mit einem fantastischen 3-Gänge Menü begrüßt, das wir auch an den nächsten Abenden nicht missen mussten. Bei der anschließenden Eröffnungsveranstaltung lernten wir die 22 weiteren Studierenden aus Heidelberg, Tübingen, Freiburg, Frankfurt a.M., Mainz, Mannheim, Münster, Göttingen, Düsseldorf, Gießen und Ulm sowie die Organisatoren der „Perspektive Hausarzt BadenWürttemberg“ und die Zuständigen des Lehrbereichs Allgemeinmedizin der Uni Freiburg kennen. Auch hierbei stellten wir fest, dass es ganz unterschiedliche Motivationen zur Teilnahme und entsprechende Fragen zu verschiedenen Themen gab: Studierende, die ihr Studium bereits abgeschlossen hatten oder kurz vor dem Examen standen, waren an der Verwirklichung einer eigenen Praxis in rechtlicher und auch finanzieller Hinsicht interessiert. Auch das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie war für viele ein wichtiger Aspekt. So stellt die Tätigkeit als selbstständiger Arzt oder Ärztin sowie eine gleichzeitige Familienplanung leider immer noch häufig eine zu große Herausforderung dar. Wir wollten klären, was Vorteile und was Nachteile einer Praxis auf dem Lande gegenüber einer Tätigkeit in der Stadt sind, wie der Alltag in der allgemeinmedizinischen Praxis aussieht und letzten Endes, warum genau dies der richtige Beruf für uns sein könnte. Alles Fragen, die wir in lockerer Atmosphäre beantworten haben wollten, wozu wir allerlei Gelegenheit bekamen. Praxiskonzepte Am nächsten Tag stellten uns Hausärzte aus der Umgebung ihren Praxisalltag und ihre verschiedenen Praxiskonzepte vor. Es wurde Wert darauf gelegt, uns zu zeigen, dass auch ein Leben neben dem Beruf möglich und gleichermaßen wichtig sei. So bekamen wir Einblicke in politisches Engagement, das Leben in Großfamilien, der Imkerei und andere Arten von Freizeitgestaltung. Es gab genügend Zeit, hier schon die ersten Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen. Im Anschluss fand ein Quiz zum Thema Blickdiagnostik statt, bei dem wir einige wichtige und interessante Krankheitsbilder der Allgemeinmedizin kennenlernten. Nach einer kleinen Mittagsstärkung beschäftigten wir uns in Kleingruppen mit dem Thema „Medizin am Lebensende“ und der besonderen Rolle des Hausarztes, einen langjährigen Patienten und dessen Angehörige auch in dieser Lebensphase zu begleiten. Im Anschluss gab es dann eine Einheit zur „Gesprächsführung“, in der wir sowohl theoretisch als auch praktisch wichtige Aspekte kennenlernten und anschließend auch selbst praktisch übten. Auch wenn es zu solchen Rollenspielen ganz unterschiedliche Auffassungen gibt, ist gerade die Gesprächsführung etwas, das man sicherlich nicht oft genug üben kann. Um sich am Abend weiter kennenzulernen, und um die Möglichkeit zu haben mit den Dozenten auch einmal ganz privat ins Gespräch zu kommen, unternahmen wir eine Fackelwanderung unter Leitung eines ortsansässigen Hausarztes, die zum krönenden Abschluss mit einem Panoramablick über das nächtlich erleuchtete Hinterzarten endete.

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Da am nächsten Vormittag der Ski-Lift in Hinterzarten leider geschlossen war, entschieden wir uns spontan für eine Langlauftour. Eine Ärztin des Lehrbereichs Allgemeinmedizin der Universität Freiburg gab uns Anfängern dankenswerterweise eine Einführung und nach anfänglich noch sehr unkoordinierten Versuchen fanden wir recht schnell Spaß an dem neuen Sport und konnten so die winterliche Landschaft links und rechts der Loipe genießen. Auch hier gab es genügend Zeit für persönliche Gespräche. Beispielsweise erklärte uns die junge Ärztin, wie sie den Berufseinstieg trotz Schwangerschaft gemeistert hatte. Nach einer dann doch sehr nötigen Mittagsstärkung wurden die Themen „Chronische Krankheiten“ und „Akute Beratungsanlässe“ erneut in Kleingruppen behandelt. Dabei hatten wir die Möglichkeit, selbst Beratungs- und Therapiekonzepte zu entwickeln, uns gegenseitig zu untersuchen und anschließend die entsprechende Patientenvorstellung beim Oberarzt zu üben. Den Abend ließen wir in der hoteleigenen Sauna, im „Dorfpub“ oder bei einer Kneipentour durch Freiburg ausklingen. So hatte man die Möglichkeit, sich auch fernab der medizinischen Themen etwas besser kennenzulernen. Praktische Übungen Der letzte Tag stand ganz im Sinne der praktischen Untersuchung. Im Skills Lab der Universität Freiburg lernten und übten wir gynäkologische Untersuchungstechniken, das Auswerten von EKG, zu sonografieren und i.m.-Injektionen. Dieser Teil gefiel den meisten Teilnehmern besonders gut, da praktische Aspekte häufig im Studium noch etwas zu kurz kommen und man so endlich mal „selbst etwas machen“ konnte. Im Anschluss hatten wir noch einmal die Möglichkeit, in einer Podiumsdiskussion mit Hausärzten verschiedenen Alters sowie Vertreter von Krankenkasse und KV, alle Fragen zu stellen und zu diskutieren, die noch offen geblieben waren. Am Abend trat nach einem erneuten hervorragenden gemeinsamen Essen eine Improvisationstheater-Gruppe auf und bildete so den krönenden Abschluss einer rundum gelungenen Winterschool. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die von der „Perspektive Hausarzt Baden-Würtemberg“ ins Leben gerufene Winterschool eine großartige Möglichkeit für Studierende ist, sich einmal näher mit der Allgemeinmedizin zu beschäftigen. Dies ist insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass die Allgemeinmedizin in der universitären Lehre noch häufig zu kurz kommt, ein sehr wichtiger Aspekt. So bot die Winterschool sowohl ein breites Angebot an Basiswissen, als auch die Chance, ganz individuelle Fragen zu klären. Auch der sportliche, kulinarische und gesellige Ausgleich kamen hierbei nicht zu kurz. Zudem bestand die Möglichkeit, andere Studierende aus ganz Deutschland kennenzulernen und sich auszutauschen. Die freundliche und umgängliche Atmosphäre in der gesamten Gruppe trug sicherlich dazu bei, dass ein jeder und eine jede genau das für sich persönlich mitnehmen konnte, was sie oder er sich erhofft hatte. Eva Clausen und Andrea Zegelin, Medizinstudentinnen der Universität zu Lübeck

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gesundheitspolitik G esetzentwurf

Mehr Hilfe für Sterbenskranke Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat einen Entwurf zu einem Hospiz- und Palliativgesetz vorgelegt. Damit soll die Versorgung sterbenskranker Menschen in Deutschland flächendeckend verbessert werden. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Krankenkassen mehr Kosten der stationären Hospiz- und Palliativbehandlungen übernehmen. Im Rahmen der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) wird die Bedeutung der häuslichen Krankenpflege herausgestellt, indem der Gemeinsame Bundesausschuss den Auftrag erhält, in seiner Richtlinie über die Verordnung häuslicher Krankenpflege die Leistungen der Palliativpflege zu konkretisieren. Laut dem Entwurf soll die finanzielle Ausstattung stationärer Hospize verbessert werden. Bei Erwachsenen, die in einem stationären Hospiz betreut werden, sollen die Krankenkassen in Zukunft 95 Prozent der zuschussfähigen Kosten übernehmen, bislang tragen sie 90 Prozent. Darüber hinaus sieht der Entwurf vor, dass der Mindestzuschuss der Kassen zur stationären Palliativbehandlung von 198 auf 255 Euro pro Tag angehoben wird. Zudem soll die ambulante palliativmedizinische Versorgung gestärkt werden. Um das zu erreichen, sollen die Vertragspartner künftig sicherstellen, dass die finanzielle Förderung durch die Krankenkassen zeitnäher erfolgt, und dass das Verhältnis von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern den Versorgungsanforderungen entspricht. Außerdem ist die ambulante Hospizarbeit in vollstationären Pflegeeinrichtungen stärker zu berücksichtigen. Der Entwurf sieht auch vor, dass die Versicherten einen Rechtsanspruch auf eine Beratung durch die Krankenkassen haben. Vertragsärzte sollen „zusätzlich vergütete Leistungen“ im Bereich der Palliativmedizin erbringen, sofern sie dafür qualifiziert sind und mit Pflegeeinrichtungen, Hospizdiensten, Kliniken oder anderen Sozialdiensten zusammenarbeiten. Damit soll die Versorgungsqualität gesteigert und Kooperationen und Koordination mit den an der Hospiz- und Palliativversorgung beteiligten Leistungserbringern gefördert werden. Dabei wird auf die bereits bestehenden Abrechnungsmöglichkeiten der palliativmedizinischen Betreuung im hausärztlichen Versorgungsbereich aufgebaut. Die Voraussetzungen dafür sind in den Bundesmantelverträgen zu vereinbaren. Es wird festgelegt, dass die vertragsärztliche Versorgung auch die Verordnung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) umfasst. Um den weiteren Ausbau zu fördern, wird ein Schiedsverfahren für entsprechende Versorgungsverträge eingeführt. Die allgemeine und spezialisierte ambulante Palliativversorgung kann zudem gemeinsam in selektivvertraglichen Versorgungsformen vereinbart werden.

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Die stationären Pflegeeinrichtungen werden gestärkt, indem die Sterbebegleitung als Bestandteil des Versorgungsauftrages in das Gesetz aufgenommen wird. In den Rahmenverträgen wird die Bedeutung der Sterbebegleitung betont und um eine Informationspflicht zur Zusammenarbeit mit Hospiz- und Palliativnetzen erweitert. Die ärztliche Versorgung in vollstationären Pflegeeinrichtungen wird dadurch verbessert, dass künftig Kooperationsvereinbarungen nach Paragraf 119b SGB V mit vertragsärztlichen Leistungserbringern abzuschließen sind. Die Teilnahme von Vertragsärztinnen und -ärzten an Kooperationsverträgen wird durch eine entsprechende Vergütung gefördert. Nicht zuletzt wird eine gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, dass vollstationäre Pflegeeinrichtungen ein individuelles und ganzheitliches Beratungsangebot über Hilfen und Angebote zur medizinisch-pflegerischen Versorgung und Betreuung in der letzten Lebensphase anbieten können. Das Beratungsangebot wird von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert. Carolin König, KVSH

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PRAXIS  & KV A brechnung

Der Hausarzt ist kein Erfüllungsgehilfe auf Zuruf Dass Hausärzte z. B. vor einer Operation bestimmte diagnostische Leistungen wie ein EKG oder ein kleines Blutbild vom Facharzt als Auftrag erhalten, gehört zum Praxisalltag. Bei der Abrechnung in den Bereichen präoperative Diagnostik und Laborleistungen müssen einige Besonderheiten beachtet werden. Hausärzte fühlen sich zum Erfüllungsgehilfen auf Zuruf bestimmt, wenn von ihnen zur Durchführung der präoperativen Diagnostik z. B. das kleine Blutbild, Krea, GGT Quick-Test, EKG und Röntgen Thorax erwartet werden und die Anforderung dann z. B. noch mit der Formulierung „üblicherweise werden benötigt“ ausgestellt wird. Beauftragungen dieser Art erlauben es dem Hausarzt nicht, auf vorliegende Befunde zurückzugreifen und auch nicht, die eigens für die präoperative Diagnostik in Kapitel 31.1.2 EBM vorgesehenen Komplexleistungen GOP 31010 bis GOP 31013 abzurechnen. Vergütungsseitig ist in diesem Kontext von erheblicher Bedeutung, dass präoperative Komplexleistungen nicht aus der Gesamtvergütung honoriert werden.

Dass Fachärzte Hausärzte zur Durchführung ärztlicher Leistungen in Anspruch nehmen, ist vorwiegend der präöperativen Untersuchung geschuldet. Dazu haben die Vertragspartner des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) im Kapitel 31.1 „Präoperative Gebührenordnungspositionen“ die Leistungen GOP 31010 bis GOP 31013 vorgesehen. Diese Leistungen sind – wie alle anderen Leistungen des EBM – mit einem obligaten und einem fakultativen Leistungsinhalt ausgestattet. Der mit einer präoperativen Gebührenordnungsposition (GOP) beauftragte Hausarzt entscheidet in seiner eigenen Verantwortung darüber, ob dafür alle inhaltlichen Voraussetzungen neu erhoben werden müssen, oder ob auf aktuelle, bereits vorliegende Erkenntnisse zugegriffen werden kann. In der hausärztlichen Patientenbehandlung werden gerade Laborparameter sehr häufig erhoben und liegen möglicherweise vor, wenn Leistungen nach den Nummern GOP 31010 bis GOP 31013 beauftragt werden.

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Nordlicht

Laborleistungen sowie Leistungen der radiologischen Diagnostik sind vom Vertragsarzt grundsätzlich im Rahmen seiner Patientenbehandlung selbst zu veranlassen. Der EBM sieht dafür die Kapitel 32 (Laboratoriumsmedizin) bzw. 34 (Diagnostische und interventionelle Radiologie) vor. Die Übertragung von Laboruntersuchungen und/oder Laborbudgets an den Hausarzt sind weder nach dem EBM noch nach dem Bundesmantelvertrag möglich. Laborleistungen sind je Vertragsarzt an ein veranlasserbezogenes Bonus-Malus-System gebunden und werden mit der GOP 32001 im Behandlungsfall rechnerisch abgebildet. Präoperative Laborveranlassung ist hingegen durch die Fall- und Leistungsbefreiung mit der Kennziffer 32016 vom Bonus-Malus ausgenommen. Für den Auftraggebenden bleibt bei allem zu beachten, dass im Rahmen der Überprüfung der Operationsfähigkeit die forensische Verantwortung beim Operateur und Anästhesisten liegt. Ernst Sievers, KVSH

aktuell

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PRAXIS  &  KV E lektro in der P ra x is

Was muss wann und von wem geprüft werden? EKG, Blutdruckmessgeräte, ja selbst die Kaffeemaschine und der Staubsauger – elektrische Geräte in der Praxis müssen regelmäßig gewartet werden. Wer das nicht tut, riskiert saftige Strafen oder verliert im Schadensfall seine Haftpflicht. Weil für die verschiedenen Geräte unterschiedliche Rechtskreise gelten, ist die Verwirrung groß.

Welche Praxisgeräte müssen regelmäßig oder gelegentlich überprüft oder gewartet werden? Welche geeicht? Und wann, wie oft und von wem muss das geschehen? Fragen, für die neben Patientenversorgung, Verwaltung und Abrechnung nur wenig Zeit bleibt. Zugegeben: Wer will sich schon damit beschäftigen? Das ist allerdings in anderen Wirtschaftsbetrieben auch nicht anders. Jeder Vertragsarzt sollte zumindest grob wissen, dass in den Praxen drei Prüfverfahren von elektrischen Geräten zum Einsatz kommen. Das ist die Sicherheitstechnische Kontrolle (STK), die Messtechnische Kontrolle (MTK) – bekannt auch als Eichung – und schließlich die VDE-Prüfung.

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Nordlicht

Sicherheitstechnische Kontrolle (STK) Sicherheitstechnische Kontrollen (STK) muss der Betreiber – sofern vom Hersteller vorgeschrieben – nach dessen Vorgaben und Fristen durchführen lassen. In diese Kategorie fallen Geräte, wie zum Beispiel Defibrillatoren, EKG-Geräte, Reizstromtherapiegeräte, Laser und Dialysegeräte. Hat der Hersteller keine Fristen gesetzt, so muss der Betreiber diese Kontrolle in angemessener Zeit durchführen lassen, darunter werden in der Regel maximal zwei Jahre verstanden. Bei welchen Geräten ganz konkret eine STK durchzuführen ist, wird in Anlage 1 der MedizinprodukteBetreiberverordnung ausgeführt.

aktuell

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PRAXIS  & KV Messtechnische Kontrolle (MTK) Ziel der Messtechnischen Kontrolle (ehemals Eichung) ist, festzustellen, ob das Gerät/Medizinprodukt die zulässigen maximalen Messabweichungen (Fehlergrenzen), die vom Hersteller in der Gebrauchsanweisung angegeben sind, einhält. Das gilt unter anderem für Blutdruckmessgeräte, Ergometer, elektrische Thermometer und Augentonometer. Gibt der Hersteller keine konkreten Fristen vor, sollte die Kontrolle in angemessenen Fristen (nach Erfahrung/Mängelhäufigkeit) vorgenommen werden, mindestens jedoch alle zwei Jahre. Bei welchen Geräten eine MTK durchzuführen ist, wird in Anlage 2 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung ausgeführt.

Prüfung Defibrillatoren, EKG-Geräte, Reizstromtherapiegeräte, Laser, Dialysegeräte etc.

STK

Blutdruckmessgeräte, Ergometer, elektrische Thermometer, Augentonometer etc.

MTK

Mikroskope, sonstige Medizingeräte

VDE 0751–1

Kaffeemaschinen, Staubsauger etc.

VDE 0701/0702

Drucker, Telefone etc.

VDE 0701/0702

Kühlschränke, Waschmaschinen etc.

VDE 0701/0702

VDE-Prüfung Immer wieder kommt es auch in Arztpraxen zu Stromunfällen und Bränden. Dies soll die technische Prüfung nach DIN VDE verhindern. Sämtliche Elektrogeräte in den Praxen müssen nach dieser Maßgabe regelmäßig überprüft werden. Darunter fallen alle elektrischen Medizingeräte und Betriebsmittel in den Praxisräumen und im Wartezimmer, ebenso die Kaffeemaschine und

die Mikrowelle für das Personal. Für Arztpraxen sind zwei VDEPrüfungen relevant: Medizingeräte (zum Beispiel Mikroskope), bei denen keine sicherheitstechnische Kontrolle vorgeschrieben oder vom Hersteller vorgegeben ist, werden nach „VDE 0751-1“ überprüft. Betriebsmittel (wie zum Beispiel Staubsauger) werden nach „VDE 0701/0702“ kontrolliert. Generell ist die Überprüfung der elektrischen Geräte vor der ersten Inbetriebnahme, vor Wiederinbetriebnahme, etwa nach Umrüstung, und in regelmäßigen Zeitabständen vorgeschrieben. Für die Wiederholungsprüfungen der Medizingeräte schreibt die DIN VDE 0751-1 keine Fristen vor. Sofern der Hersteller keine Angaben macht, empfehlen die meisten Fachkreise und Landesbehörden eine jährliche Sicherheitsprüfung. Für die Wiederholungsprüfungen nach VDE 0701/0702 gibt es unterFristen schiedliche Intervalle je nach Gerätetyp. Für die sogenannten ortsveränderlichen elektrischen nach Herstellerangabe, Betriebsmittel ist eine jährliche wenigstens alle zwei Jahre Prüffrist vorgesehen. Dazu zählen zum Beispiel Kaffeemaschinen und Staubsauger. Geräte in nach Herstellerangabe, Büroräumen, wie etwa Drucker wenigstens alle zwei Jahre oder Telefone müssen alle zwei Jahre gewartet werden. Für ortsfeste elektrische Betriebsmittel, Empfehlung jährlich zum Beispiel Waschmaschinen und Kühlschränke, ist eine Prüffrist von vier Jahren vorgesehen. jährlich Den richtigen Elektriker finden Nicht jeder Techniker darf alle alle zwei Jahre Prüfungen vornehmen. Dies gilt insbesondere für die technische alle vier Jahre Wartung von Medizingeräten. Qualifizierte Elektriker sind in Branchenbüchern, den Gelben Seiten und im Internet zu finden. Wichtig ist, dass der Prüfer seine Qualifikation idealerweise für alle drei Prüfmethoden nachweist. Der Praxisinhaber sollte explizit danach fragen und sich vergewissern, denn bei ihm liegt die Verantwortung. Bei der Suche können Kollegen bestimmt weiterhelfen. Wichtig auch: Der Prüfer darf hinsichtlich seiner Kontrolltätigkeit keiner Weisung unterliegen und muss über geeignete Mess- und Prüfeinrichtungen verfügen. Voraussetzung für viele Leistungen Der Nachweis über die eingesetzten Geräte ist auch Bestandteil der Antragsprüfung für viele genehmigungspflichtige Leistungen. Die KV prüft die apparativen Voraussetzungen zum Beispiel für Ultraschall oder Röntgen. Dazu ist der Nachweis des Herstellers oder der aktuelle Prüfbericht bei der KV einzureichen. Barbara Frank, Abdruck mit freundlicher Genehmigung der KV Bremen

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PRAXIS  &  KV M itteilungen der K V S H Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dipl.-Psych. Julia Marake – halbe Zulassung –

24980 Schafflund, Hauptstraße 49

Psychologische Psychotherapeutin

01.04.2015

Dr. med. Dagmar Quitzau – halbe Zulassung –

25337 Elmshorn, Steindamm 86

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (ausschließlich psychotherapeutisch tätig)

15.04.2015

Dr. med. Katharina Laban – halbe Zulassung –

Dipl.-Musiktherapeut (FH) Sönke Evers

23552 Lübeck, Große Altefähre 20 –22

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

01.04.2015

Dipl.-Psych. Valeska Bohnert

Dr. med. Elli Stenkamp – weitere halbe Zulassung –

24306 Plön, Rautenbergstraße 40

Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

01.04.2015

Dipl.-Psych. Karin Lausmann – halbe Zulassung –

Dipl.-Psch. Andrea Schlott – halbe Zulassung –

23611 Bad Schwartau, Lübecker Straße 21

Psychologische Psychotherapeutin

01.01.2015

Dipl.-Psych. Gisela Gandras – halbe Zulassung –

Dipl.-Soz.-Päd. Ireen Feldmann

25980 Sylt/OT Keitum, Erich-Johannsen-Wai 5

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

01.04.2015

Veröffentlichung gemäß Paragraf 16b Abs. 4 Ärzte-ZV der Feststellungen des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen in Schleswig-Holstein Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen hat am 13. April 2015 entsprechend Paragraf 103 Abs. 1 bis 3 SGB V in Verbindung mit der Bedarfsplanungs-Richtlinie (Bpl-Rl) die Versorgungsgrade in den einzelnen Planungsbereichen überprüft und in nachfolgenden Planungsbereichen für die angegebenen Fachgruppen die Zulassungssperren aufgehoben, wobei der Beschluss mit den Auflagen versehen ist, dass 1. Zulassungen oder Anstellungen nur im aufgeführten Umfang erfolgen dürfen, 2. die rechtsverbindlichen Zulassungs- bzw. Anstellungsanträge bis zum 30. Juni 2015 beim Zulassungsausschuss für Ärzte in Schleswig-Holstein, Bismarckallee 1 – 3, 23795 Bad Segeberg, einzureichen sind.

Fachgruppe

Plannungsbereich

Anzahl

Hausärzte

Mittelbereich Eckernförde

2,0 a)

Hausärzte

Mittelbereich Husum

8,5 a)

Hausärzte

Mittelbereich Niebüll

0,5 a)

Hausärzte

Mittelbereich Meldorf

2,5

Hausärzte

Mittelbereich Mölln

3,5 a)

Hausärzte

Mittelbereich Ratzeburg

0,5 a)

Hausärzte

Mittelbereich Metropolregion Südwest

3,5 a)

Hausärzte

Mittelbereich Metropolregion Südost

1,0 a)

Augenärzte

Segeberg

0,5

Chirurgen

Stormarn

1,0

HNO-Ärzte

Herzogtum Lauenburg

0,5

HNO-Ärzte

Nordfriesland

0,5

HNO-Ärzte

Stormarn

0,5

Nervenärzte

Plön

0,5

Nervenärzte

Stormarn

0,5

Öffnungen wegen der Anwendung des in Paragraf 9 BPl-Rl

Orthopäden

Dithmarschen

0,5

erläuterten Demografiefaktors. Nach Absatz 8 dieser Vor-

Urologen

Herzogtum Lauenburg

0,5 a)

Nuklearmediziner

Schleswig-Holstein

0,5

Physikalische und RehabilitationsMediziner

Schleswig-Holstein

a)  I n diesen Planungsbereichen erfolgten teilweise

schrift soll der Zulassungsausschuss in geeigneten Fällen darauf hinwirken, dass möglichst solche Bewerber Berücksichtigung finden, die zusätzlich zu ihrem Fachgebiet über eine gerontologisch/geriatrische Qualifikation verfügen.

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Nordlicht

aktuell

0,5

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PRAXIS  & KV

Stellt der Landesausschuss Überversorgung in der Gruppe der Psychotherapeuten fest, hat er zugleich zu ermitteln, in welchem Umfang gemäß Paragraf 101 Abs. 4 SGB V – ausgedrückt in der Anzahl von Psychotherapeuten – in jedem Versorgungsanteil Ärzte oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zugelassen werden können, sofern diese Versorgungsanteile nicht ausgeschöpft sind. Paragraf 25 Abs. 1 Bpl-Rl regelt, dass in gesperrten Planungsbereichen ein 25-prozentiger Anteil von psychotherapeutisch tätigen Ärzten und ein 20-prozentiger Anteil für die Leistungserbringer, die gemäß Paragraf 18 Abs. 2 ausschließlich Kinder und Jugendliche psychotherapeutisch behandeln, festzustellen ist (Mindestanteile). Der Landesausschuss hat festgestellt, dass die Mindestanteile in folgenden Planungsbereichen nicht erfüllt sind, sodass die aufgeführte Anzahl von Zulassungen bzw. Anstellungen möglich ist:

Folgende Kriterien sind laut Paragraf 26 Abs. 4 Bpl-Rl für die Auswahl durch den Zulassungsausschuss maßgeblich, wobei die Gewichtung der einzelnen Kriterien dem Zulassungsausschuss obliegt: ƒƒ ƒƒ ƒƒ ƒƒ

berufliche Eignung, Dauer der bisherigen ärztlichen Tätigkeit, Approbationsalter, Dauer der Eintragung in die Warteliste gemäß Paragraf 103 Abs. 5 Satz 1 SGB V, ƒƒ bestmögliche Versorgung der Versicherten im Hinblick auf die räumliche Wahl des Vertragsarztsitzes, ƒƒ Entscheidung nach Versorgungsgesichtspunkten (z. B. Barrierefreiheit).

Fachgruppe

Planungsbereich

Anzahl

ärztliche Psychotherapeuten

Dithmarschen

2,5

ärztliche Psychotherapeuten

Nordfriesland

1,5

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Dithmarschen

1,5

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Ostholstein

0,5

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Stormarn

1,5

Es wird darauf hingewiesen, dass der Zulassungsausschuss nur die fristgerecht und vollständig abgegebenen Zulassungs- bzw. Anstellungsanträge bei den Auswahlverfahren berücksichtigen wird. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, für welchen Niederlassungsort (Straße, Hausnummer, PLZ, Ort) die Zulassung bzw. die Anstellung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde. Darüber hinaus ist ein unterschriebener Lebenslauf einzureichen.

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Hinweis: Für den Planungsbereich Schleswig-Holstein Süd-West hatte der Landesausschuss in der Vergangenheit die Zulassungssperre für das Fachgebiet der Kinder- und Jugendpsychiater aufgehoben. Der Planungsbereich bleibt weiterhin für die Zulassung bzw. Anstellung in einer Anzahl von 0,5 geöffnet.

aktuell

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PRAXIS  &  KV

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. Mona Wendrich-Rönne Geburtsdatum: 6. September 1974 Geburtsort: Itzehoe Familie: verheiratet, zwei Kinder Fachrichtung: Gynäkologie und Geburtshilfe Sitz der Praxis: Wilster (Kreis Steinburg) Niederlassungsform: Einzelpraxis Niedergelassen seit dem 5. Januar 2015

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Ich war bereits mehr als zwei Jahre in dieser Praxis angestellt und war dort von Anfang an sehr gern tätig. Aus Altersgründen wollte Katharina Schwingel, die damalige Praxisinhaberin, ihre Praxis abgeben. So habe ich mich entschieden, die Praxis eigenständig weiterzuführen. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Die Abwechslung, die die Patienten mit ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten mit sich bringen, Patienten durch verschiedene Lebensphasen begleiten zu können, der persönliche und vertraute Kontakt zu den Patienten. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Ich denke, es ist ideal, vorher schon eine Weile in der Praxis tätig zu sein, die man dann übernehmen möchte. Man lernt die Strukturen kennen, kann währenddessen schon eigene Ideen einbringen. Die Praxisübernahme stellt so für Patienten und Personal keinen völligen „Umbruch“ dar. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Ich begegne täglich beruflich und privat vielen interessanten Menschen. Ich habe nicht das Bedürfnis, mich mit besonders berühmten Menschen zu unterhalten. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Lange Spaziergänge an der Elbe oder an der Nordsee, mit meinen Kindern spielen oder lesen 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Meine persönliche Lektüre beschränkt sich zurzeit aus Zeitmangel auf Fachliteratur und Kinder- bzw. Jugendbücher. Hier kann ich empfehlen: „Der geheime Schlüssel zum Universum“ von Lucy und Stephen Hawking oder „Das Sams“ von Paul Maar. 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Ich bin hier geboren und aufgewachsen, habe in Kiel und Hamburg studiert. Ich mag den Wind und die Weite und das Meer. Wenn sich nun noch eine Kollegin bei mir melden würde, die genauso gern hier im Norden lebt und mich in meiner Praxis unterstützen würde, wäre ich (fast) wunschlos glücklich! 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … … vermutlich Archäologin. 26

Nordlicht

aktuell

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PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Notdienstreform in Nordrhein kommt

Förderung der Famulatur im ambulanten Bereich

Düsseldorf – Nach Monaten intensiver und kontroverser Debatten hat die Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein in einer Sondersitzung eine Neustrukturierung des Bereitschaftsdienstes beschlossen. Vorbereitet worden war die Reform durch den Notdienstausschuss der VV. Eine breite Mehrheit stimmte für die Neuordnung des Bereitschaftsdienstes, die eine geringere Dienstbelastung für die Ärzte, eine Trennung von Sitz- und Fahrdienst, eine neue Anzahl und Rasterung der Notdienstpraxen, drei fachärztliche Bereitschaftsdienste sowie die Einrichtung eines flächendeckenden und effizient disponierten Fahrdienstes beinhaltet.

Dortmund – Medizinstudenten können bei der KV WestfalenLippe eine finanzielle Förderung ihrer Famulatur beantragen. Die KVWL will damit einen Anreiz setzen, frühzeitig die vielfältigen Aufgaben eines Hausarztes oder eines Arztes der allgemeinen fachärztlichen Versorgung in ländlichen Strukturen kennenzulernen. Dafür stellt die KVWL aus eigenen Mitteln ein jährliches Budget von 200.000 Euro zur Verfügung. Die Förderung läuft über maximal zwei Monate. Voraussetzung: Die Famulatur-praxis muss sich in ländlichen Regionen in Westfalen-Lippe befinden und bestimmte Kriterien erfüllen.

Bessere Versorgung von Menschen mit Behinderungen Hamburg – Krankenkassen, die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) und die Evangelische Stiftung Alsterdorf (ESA) wollen die ambulante medizinische Versorgung von Erwachsenen mit geistigen und komplexen Mehrfachbehinderungen verbessern. Zu diesem Zweck wurde das „Medizinische Zentrum für erwachsene Menschen mit Behinderungen“ (MZEB) aufgebaut, das im April seine Arbeit aufgenommen hat. Angegliedert an das Evangelische Krankenhaus Alsterdorf stehen am MZEB besonders weitergebildete Ärzte der Fach-

richtungen Neurologie, Innere Medizin, Psychiatrie und Orthopädie/Neuro-Orthopädie sowie Pflegekräfte und Therapeuten zur Verfügung, um (im Quartal geschätzt 800) Patienten mit besonderen Herausforderungen erweiterte Diagnose- und Therapiemöglichkeiten anzubieten. Ziel ist, durch die interdisziplinäre Arbeit des MZEB die Behandlung durch den wohnortnahen, niedergelassenen Arzt zu optimieren. Patienten brauchen eine Überweisung durch den niedergelassenen Vertragsarzt für das MZEB.

Modellprojekt soll Überleitungsmanagement verbessern Düsseldorf/Köln – Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und die Kliniken der Stadt Köln gGmbH wollen mit einem Modellprojekt erproben, wie sich der Übergang von der Klinik in die ambulante Versorgung für die Patienten verbessern lässt. Am Krankenhaus Köln-Holweide kümmert sich eine neue „Überleitungsmanagerin“ persönlich um den Informationsaustausch zwischen den Ärzten in der Praxis und in der Klinik. Sie soll besonders schwer kranken, älteren oder alleinstehenden Patienten den Weg von der ambulanten in die stationäre Behandlung erleichtern und nach dem Aufenthalt in der Klinik den Weg zurück nach Hause. Im Krankenhaus steht die „Überleitungsmanagerin“ auch Angehörigen als Ansprechpartner zur Verfügung und nimmt regelmäßig an Visiten teil. Um eine bestmögliche Weiterbehandlung im ambulanten

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Bereich sicherzustellen, begleitet sie die Entlassung der Patienten aus dem Krankenhaus. „Sie informiert den behandelnden niedergelassenen Arzt frühzeitig über die bevorstehende Entlassung und sorgt dafür, dass ihn wichtige Untersuchungsberichte der Klinik erreichen“, erläutert Arno Dormann, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Köln-Holweide. „Wir sehen seit langem Verbesserungsbedarf an der Schnittstelle von Praxis und Klinik“, sagte Peter Potthoff, Vorsitzender der KV Nordrhein. Die neue „Überleitungsmanagerin“ könne zum Beispiel etwaige Unverträglichkeiten von Arzneimitteln oder besondere Verdachtsdiagnosen frühzeitig mitteilen und so dafür sorgen, dass das Krankenhaus auf den Gesundheitszustand des Patienten besser eingehen könne.

aktuell

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PRAXIS  &  KV traumatherapie

Was ist eigentlich EMDR? Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) ist eine psychotherapeutische Methode zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). In Fachkreisen ist die Methode seit langem anerkannt, wird international gewürdigt und umfänglich praktiziert. EMDR wurde nun als eine weitere Methode in den Psychotherapie-Richtlinien verankert. Diese Erweiterung des Methodenkatalogs in den Richtlinien führt zu einer Erleichterung für viele Psychotherapeuten und zu einer Verbesserung der Versorgung von psychisch-traumatisierten Patienten.

Eye Movement Desensitization and Reprocessing EMDR entstand aus einer zufälligen Beobachtung der entlastenden Wirkung horizontaler, sakkadischer Augenbewegungen durch die amerikanische Psychologin Francine Shapiro. Der Name „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ heißt wörtlich übersetzt „Augenbewegungs-Desensibilisierung und Neuverarbeitung“ (von Information) und leitet sich von der Stimulation von Augenbewegungen ab. In der EMDR-Behandlung wird durch bilaterale Stimulation, meist den Augenbewegungen und die damit dual fokussierte Aufmerksamkeit, die Verarbeitung traumatisch erlebter oder anderweitig nicht ausreichend verarbeiteter Erfahrungen ermöglicht. Die Verarbeitung der dysfunktional gespeicherten Erinnerung wird im Rahmen des sogenannten Standardprotokolls (Behandlungsplan für die einfache PTBS) durch Arbeit an Auslösereizen und Modellierung von Verhalten, also in der Gegenwart (Trigger) und für die Zukunft (Zukunftsprojektionen) ergänzt.

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Nordlicht

Verarbeitung - das zentrale Element Shapiro versteht Symptome als Ausdruck einer beeinträchtigten Informationsverarbeitung früherer Erfahrung. Der therapeutische Zugang ist folgerichtig die Nachverarbeitung der maladaptiv gespeicherten Information im EMDR-Prozess. Es kann eine beschleunigte Nachverarbeitung der maladaptiven, fragmentierten Erinnerung stattfinden. Die Erinnerung verliert ihren intrusiven und affektgeladenen Charakter und kann zu einer „normalen“ Erinnerung an ein schlimmes Ereignis werden. Damit ist meistens eine Reduktion der Symptomatik verbunden. Grundlage dieser Annahme ist, dass eine maladaptive, nicht verarbeitete Erinnerung – mit dem in ihr liegenden Affekt – Motor der Psy-

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PRAXIS  &  KV chopathologie ist. Dabei postuliert Shapiro, dass im Menschen ein adaptives Informationsverarbeitungssystem (AIP) vorhanden sei, das unter normalen Umständen belastende Erfahrung verarbeite. Dies bedeutet Anpassung, Entwicklung, Lernen und Homöostase. Unter bestimmten Umständen kommt diese Fähigkeit zum Erliegen, sodass die Erinnerung in der rohen, affektgeladenen Form persistiert. Im EMDR dienen die Interventionen des Therapeuten dazu, das Informationsverarbeitungssystem zu aktivieren. Dann gelingt die Verarbeitung. Dabei wird der Veränderung des Affekts eine besondere Bedeutung beigemessen. Erst nach Verarbeitung des originären Affekts kann ein Anschluss an Netzwerke mit positivem Inhalt gelingen, der für die Eingliederung in unser übriges Wissen notwendig ist. Aktuell durchgeführte EEG-Ableitungen während einer EMDR-Sitzung scheinen die Informationsverarbeitungshypothese zu stützen. Verschiedene Untersuchungen zeigen nach einer Behandlung mit der EMDR-Methode eine Normalisierung des Patienten auf hormoneller und neurophysiologischer Ebene. Eine Behandlung mit der EMDR-Methode scheint geeignet zu sein, die tief im Körper liegenden Spuren des Traumas zu beeinflussen. Wie läuft eine EMDR-Behandlung ab? Zur EMDR-Behandlung gehören zunächst die Anamnese und Vorbereitung der Patienten. In der Stabilisierungsphase kommen oftmals EMDR-Techniken zum Aufbau positiven Materials zum Einsatz. Wenn die Entscheidung zur Bearbeitung dysfunktionalen Erinnerungsmaterials gefallen ist, versucht der Therapeut durch gezielte Fragen an den Patienten, die Erinnerung zu aktivieren. Diese Vorbereitung erleichtert die folgende Verarbeitung der Erinnerung. In der nun folgenden Verarbeitungsphase bittet der Therapeut den Patienten, kurz auf die Erinnerung zu achten und dann nur den Fingern des Therapeuten mit den Augen zu folgen. Durch die schnellen Augenbewegungen wird vermutlich die Informationsverarbeitung des Gehirns aktiviert. Nach einer Serie von Augenbewegungen wird der Therapeut den Patienten um eine kurze Rückmeldung über das jetzt Wahrgenommene bitten und ihn dann auffordern, erneut den Fingern mit den Augen zu folgen. Dieser Wechsel wird solange wiederholt, bis die empfundene Belastung der Erinnerung abgeklungen ist. Danach unterstützt der Therapeut den Patienten in der Verankerung eines positiven Gedankens, wobei wiederum Augenbewegungen zu Hilfe genommen werden. Am Ende der Sitzung prüft der Therapeut, ob der Patient die Sitzung mit einem guten Körpergefühl beenden kann und bespricht die in der Behandlung gemachte Erfahrung nach. Eine EMDR-Sitzung kann bis zu 90 Minuten dauern und wird vom Patienten oftmals als anstrengend, aber auch befreiend empfunden. Nach einer Sitzung sollten sich Patienten eine Möglichkeit zum Ausruhen einräumen. Zu Beginn der folgenden Sitzung wird der Therapeut nach Veränderungen seit der letzten Stunde fragen und danach mit dem Patienten das weitere Vorgehen festlegen.

nen mit PTBS im Rahmen der Anwendung innerhalb eines Richtlinien-Psychotherapieverfahrens als Methode Anwendung finden. EMDR findet bei chronischer und komplexer PTBS wie auch bei akuter Traumatisierung Anwendung. Veröffentlichungen legen eine Wirkung bei Schmerzstörungen, Angststörungen, stoffgebundener Abhängigkeit und rezidivierender Depression nahe. Voraussetzung für eine Behandlung mit EMDR ist eine ausreichende reale Sicherheit, ausreichende körperliche, soziale und psychische Stabilität und ausreichende Affekttoleranz. Akute Suizidalität, unkontrollierter Drogenkonsum, massives selbstverletzendes Verhalten und eine akute Psychose sind Gegenanzeigen für eine EMDR-Behandlung. Letztlich ist die Abklärung im Gespräch mit einem gut ausgebildeten Therapeuten notwendig. Wie finde ich einen EMDR-Therapeuten? Die Qualität der Ausbildung in der EMDR-Methode wird durch die nationale Fachgesellschaft EMDRIA Deutschland e. V. und die europäische Fachgesellschaft EMDREA kontrolliert. Die Qualität der Therapeuten wird durch einen Zertifizierungsprozess der Fachgesellschaft gesichert. Wenn ein Therapeut das Zertifikat „EMDR-Therapeut EMDRIA Deutschland“ führt, hat er einen kontrollierten Ausbildungsgang bei einem anerkannten Ausbildungsinstitut durchlaufen. EMDRIA Deutschland bietet auf der Webseite www.emdria.de eine Therapeutenliste an.

Stephan Stolz, Psychologischer Psychotherapeut Verhaltenstherapeut, EMDR-Therapeut, Neuropsychologe, Hattstedt

Wo hilft EMDR – Indikationen und Kontraindikationen Die EMDR-Methode kann als eine gut untersuchte Therapie zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung gelten. Für Deutschland ist die Anerkennung durch den wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie im Jahre 2006 als evidenzbasierte Behandlungsmethode für die PTBS bei Erwachsenen von Bedeutung. Die Anerkennung für die Behandlung der PTBS bei Kindernund Jugendlichen wird demnächst beantragt werden. Mit dem G-BA-Beschluss vom 16. Oktober 2014 kann EMDR bei Erwachse-

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aktuell

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die menschen im land

Im Herzen ein „Gladbacher Fohlen“ Dr. Hans-Jürgen Greven (62) hat eine sportliche Vergangenheit. Der seit 1984 in Rendsburg niedergelassene Allgemeinmediziner stand 1971/72 im Kader des damaligen Deutschen Meisters Borussia Mönchengladbach. Danach zog es den gebürtigen Rheinländer zum Medizinstudium in den Norden, wo er noch einige Jahre bei Holstein Kiel, Eutin 08 und beim Rendsburger TSV spielte. kameraden 1974 Weltmeister wurden: Berti Vogts, Günter Netzer, Jupp Heynckes, Rainer Bonhof, Herbert Wimmer und Wolfgang Kleff. Rückblickend weiß ich, dass es eine Zeit des Umbruchs war. Der Ball war zwar noch rund und aus echtem Leder und die Vereine waren nicht so professionell geführt wie heute, doch das Medieninteresse wuchs. Es gab mit Franz Beckenbauer und Günter Netzer die ersten Fußballer, die wie Popstars gefeiert wurden. Mit Fußball konnte man auf einmal richtig Geld verdienen. Es etablierte sich ein Transfermarkt mit hohen Ablösesummen. Einige Spieler kamen daher nicht mehr wie ich aus der Region um Mönchengladbach, sondern wurden von anderen Bundesligisten oder aus dem Ausland verpflichtet. Nordlicht: Sie wechselten zusammen mit vier anderen Nachwuchsspielern direkt aus der U19-Jugendmannschaft der Borussen zu den Profis. Was haben Sie als Jungprofi verdient? Greven: In meinem Halbtagsvertrag war ein Monatsgehalt von 800 DM festgelegt. Das war für einen 19-Jährigen damals sehr viel Geld. Dazu kamen noch die Prämien. Für jeden Bundesligasieg gab es 500 DM. Egal, ob man spielte, oder – wie ich – nur auf der Ersatzbank saß.

Nordlicht: In Ihrer Praxis hängt ein altes Mannschaftsfoto. Darauf sind Sie als junger Spieler mit typischer 70er-Jahre-Frisur zu sehen. Neben Ihnen die großen Stars aus Gladbachs goldener Fußballergeneration. Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an die Zeit in der „Fohlenelf“ zurückblicken? Dr. Hans-Jürgen Greven: In erster Linie fällt mir meine jugendlich-unbekümmerte Begeisterung für den Fußball ein. Außerdem denke ich daran, dass sechs meiner damaligen Mannschaft30

Nordlicht

Nordlicht: Den Sprung in die erste Elf gelang Ihnen nicht. Woran lag das? Greven: An der starken Konkurrenz. Ich spielte zentral im Sturm, doch dort war mit Jupp Heynckes ein gestandener Nationalspieler gesetzt. An dem kam ich nicht vorbei. Ich war vom Spielertyp her ein quirliger Stürmer wie heute Mario Götze und lebte von meiner Schnelligkeit. Mein Spitzname „Breaker“, also „Brecher“, war ironisch gemeint, denn es fehlte mir aktuell

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die menschen im land

immer ein Stück körperliche Robustheit. Dazu kam, dass ich neben dem Fußball und dem täglichen Training mein Abitur schaffen wollte. Leider kam ich zu keinem Bundesligaeinsatz und wurde nur einmal in einem Pflichtspiel im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen eingesetzt. Nordlicht: Platzte damit ein Traum für Sie? Greven: Nein. Mein Traum war es nämlich eigentlich nicht, Fußballprofi zu werden. Ich wollte schon damals Medizin studieren und Arzt werden. Meine sportlichen Ambitionen waren also begrenzt und mir fehlte im Vergleich zu anderen vielleicht deshalb auch der letzte Biss. Für mich war es schon eine Ehre, wenn ich auf der Gladbacher Ersatzbank sitzen durfte. Nordlicht: Hatten Sie in der Mannschaft ein Vorbild? Greven: Ja, mein Idol war Jupp Heynckes. Dumm nur, dass er ausgerechnet auf meiner Position spielte. Er war übrigens damals schon so, wie man ihn in späteren Jahren als Trainer erlebt hat: angenehm, immer fair und freundlich. Nordlicht: Der Star der Gladbacher war Günter Netzer. Hat er Sie mal auf eine Spritztour in seinem Jaguar-Sportwagen mitgenommen? Greven: Nein, leider nicht. Ich fuhr weiter mit dem Bus zum Training. Netzer ist immerhin fast acht Jahre älter als ich. Als Führungsspieler und verlängerter Arm des Trainers bestimmte 5 | 2015

Nordlicht

er die Mannschaftsaufstellung mit und war unantastbar. Er nahm mit dem nie ausgesprochenen Verweis auf sein großes Können eine Ausnahmestellung ein und war schon damals sehr geschäftstüchtig. Die Diskothek „Lovers Lane“ und das Lokal „Borussen-Keller“, die ihm gehörten, kannte ich sehr gut. Ich hatte am Anfang gehörigen Respekt. Mir fiel es zuerst richtig schwer, ihn im Trainingsspiel zu duzen.

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die menschen im land Nordlicht: Haben die etablierten Spieler Sie überhaupt ernst genommen? Greven: Wir jungen Spieler waren Teil der Mannschaft. Die Gladbacher Fußballphilosophie setzte bewusst auf gut ausgebildeten Nachwuchs. Einmal bekam ich sogar ein Lob von Günter Netzer. Er schlug im Training lange Pässe auf die Stürmer. Mit dem Freilaufen von Jupp Heynckes war er aber überhaupt nicht einverstanden. Das klappte bei mir deutlich besser und er sagte zu mir: „Du läufst dich besser frei als der Jupp“. Das war so eine Art Ritterschlag für mich. Heynckes stand aber trotzdem weiter in der Startelf. Nordlicht: Ein Mannschaftskamerad, der spätere Bundestrainer Berti Vogts, galt als knallharter Verteidiger. Wie war es, ihn im Training als Gegenspieler zu haben? Greven: Vogts war zu dieser Zeit ein eher unscheinbarer Spielertyp. Er zeigte aber im Training immer vollen Einsatz. Ich hätte es ihm aus damaliger Sicht aber nicht zugetraut, dass er später einmal in so verantwortungsvollen Positionen wie der des Bundestrainers tätig sein würde. Nordlicht: Der Höhepunkt der Saison 1971/72 war die als Büchsenwurfspiel in die Fußballgeschichte eingegangene Begegnung im Europapokal der Landesmeister gegen Inter Mailand. Wie haben Sie dieses Spiel erlebt? Greven: Es war für mich das emotionalste Fußballspiel aller Zeiten. Wir gewannen sensationell hoch mit 7:1. Ich saß auf der Auswechselbank und dachte, hier stimmt etwas nicht. So hoch kann man ein Spiel gegen eine italienische Spitzenmannschaft, die ja aus lauter Abwehrspezialisten bestand, nicht gewinnen. Das ganze Bökelbergstadion war ein Tollhaus und auch am nächsten Tag hatte noch niemand realisiert, was passiert war. Unser Trainer Hennes Weisweiler stand völlig neben sich und kam an diesem bitterkalten Tag Ende Oktober völlig unpassend in kurzen Hosen zum Training. Die UEFA annullierte das Spiel jedoch kurz darauf, da Mailands Stürmer Roberto Boninsegna angeblich von einer leeren Büchse getroffen wurde. Im Wiederholungsspiel in Berlin spielten wir später nur 0:0, verloren dann in Mailand mit 2:4 und schieden aus. Nordlicht: Trainer Hennes Weisweiler galt für einige Gladbacher Spieler als „Vaterfigur“. Wie haben Sie ihn als junger Spieler erlebt?

Greven: Als Vater hätte ich ihn nicht gern gehabt, denn er war ein ziemlicher Choleriker, der auf hartes Ausdauertraining setzte. Das berüchtigte Medizinballtraining hat übrigens nicht Felix Magath erfunden. Das gab es unter Weisweiler auch schon. Wir mussten die schweren Dinger immer mit dem Oberschenkel hochhalten. Nordlicht: Borussia Mönchengladbach ging als Titelverteidiger in die Saison 1971/72 und wurde am Ende Dritter. Warum war nicht mehr drin? Greven: Unser Fußball war sehr draufgängerisch und offensiv. Wir konnten allein von unseren Spielerpersönlichkeiten nur nach vorne spielen. Wenn wir auf Mannschaften stießen, die unseren Offensivstil nicht annahmen und sich hinten rein stellten, bekamen wir oft Probleme. So gewannen wir gegen Schalke 04 7:0 und gegen Borussia Dortmund mit 7:1, kassierten aber auch neun Niederlagen. Nordlicht: Nach nur einer Saison wechselten Sie für zwei Spielzeiten zu Holstein Kiel in die Regionalliga. Wie kam es zum Wechsel in den Norden? Greven: Meine Bedingung war, dass ich einen Studienplatz in Medizin in Kiel bekomme. Als das klappte, sagte ich zu. Wer da mit wem telefoniert hat, habe ich nie erfahren. Danach bin ich dem Fußball zwar verbunden geblieben und habe noch für Eutin 08 und den Rendsburger TSV in der Verbandsliga gespielt, aber das Studium ging dann vor. Nordlicht: Was ist das Wertvollste, das Sie dem Fußball verdanken? Greven: Neben vielen schönen Erinnerungen vor allem meine Frau Radhia, die ich während einer Abschiedsfahrt mit Eutin 08 auf Mallorca kennengelernt und kurz danach geheiratet habe. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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Service was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und Mitarbeiter

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: U  msetzung der Heilmittel-Richtlinien

thema: QEP®-Einführungsseminar

und der Sprechstundenbedarfsvereinbarung datum: 3. Juni 2015, 15.00 bis 18.00 Uhr

datum: 9. Oktober 2015, 15.00 bis 21.00 Uhr 10. Oktober 2015, 9.00 bis 17.00 Uhr

Umsetzung der Heilmittel-Richtlinien und der Sprechstundenbedarfsvereinbarung. Unser Ziel ist es, Sie bei einer qualitätsgesicherten und wirtschaftlichen Verordnungsweise zu unterstützen.

Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen: • konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung

Ort: Fortbildungszentrum der Ärztekammer, Esmarchstr. 2, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: kostenfrei Fortbildungspunkte:.4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt.

Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • Intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge – erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 200 Euro, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung Fortbildungspunkte: 18 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung und im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

kontakt + anmeldung Abt. Struktur und Verträge/Team Beratung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Heidi Dabelstein Tel. 04551 883 353 Fax 04551 883 390 E-Mail heidi.dabelstein@kvsh.de

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

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SERVICE

Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Verordnung von Tranquilizern und Hypnotika Die Arzneimittel-Richtlinie sieht Einschränkungen in der Verordnung von Benzodiazepinen und Z-Hypnotika vor – „ Benzo-Check“ für Patienten. Die Verordnung von Tranquilizern und Hypnotika zulasten der gesetzlichen Krankenkassen ist bekanntermaßen nur eingeschränkt möglich. Die Arzneimittelrichtlinie begrenzt die Verordnung auf vier Wochen. Eine weitergehende Verordnung ist nur nach strenger Indikationsstellung möglich und bedarf der Begründung in der Patientenakte. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Patienten vom behandelnden Arzt eine Weiterverordnung verlangen, obwohl es keine entsprechende Indikation – außer vielleicht der Gewöhnung – gibt. Die KVSH hatte gemeinsam mit den Krankenkassen bereits im November 2013 eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema mit dem Referenten Dr. Rüdiger Holzbach, Chefarzt der Abteilung Suchtmedizin der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein durchgeführt. In dieser Veranstaltung wurde der „Lippstädter Benzo-Check“ für Patienten vorgestellt, der als Unterstützung für die Praxis gedacht ist. Durch diesen „Benzo-Check“ soll bei den Betroffenen das Verständnis für die Gefahren des Dauergebrauchs von Benzodiazepinen und die Bereitschaft zur Entwöhnung gefördert werden. Dr. Holzbach hat sich damit einverstanden erklärt, dass der „BenzoCheck“ auf www.kvsh.de zum Download bereitgestellt wird. Darüber hinaus wird dort ein weiterer Patientenflyer zum Thema „Gesunder Schlaf“ für bereits schlafmittelabhängige Patienten und das Behandlungsangebot der LWL-Klinik Lippstatt zur Verfügung gestellt. Thomas Frohberg, KVSH

Weitere Informationen unter: www.kvsh.de  Praxis  Verordnungen oder auch telefonisch unter: Tel. 04551 883 362 oder 883 931

Team Beratung der KVSH Ihr Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Thomas Frohberg, Tel. 04551 883 304 E-Mail: thomas.frohberg@kvsh.de Ellen Roy, Tel. 04551 883 931 E-Mail: ellen.roy@kvsh.de Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein, Tel. 04551 883 353 E-Mail: heidi.dabelstein@kvsh.de Ihre Ansprechpartnerinnen im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard, Tel. 04551 883 362 E-Mail: anna-sofie.reinhard@kvsh.de

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Service

Sie fragen – wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

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Antworten des Service-Teams Unsere Praxis nimmt an mehreren DiseaseManagement-Programmen (DMP) teil. Welche Diagnosen sind zugelassen? Auf der Homepage der KVSH www.kvsh.de finden Sie unter Praxis  Verträge  Downloadcenter  DMP begründende Diagnosen eine Aufstellung aller relevanten Diagnosen, unterteilt nach den einzelnen DMP. Wichtig: Für DMP-Teilnahme sind nur gesicherte Diagnosen zulässig.

Seit dem 2. Quartal 2015 werden für Hausund Kinderärzte die Versichertenpauschalen bei Überweisung durch einen fachgleichen Vertragsarzt oder bei einer Behandlung im Vertretungsfall gestrichen. Muss im Vertretungsfall weiterhin ein Urlaubs- und Vertreterschein angelegt werden? Ja, die Abrechnung erfolgt weiterhin über den Urlaubs- und Vertreterschein (Muster 19a).

Laut Krebsfrüherkennungs-Richtlinien kann das Hautkrebsscreening bei GKV-Versicherten ab dem 35. Geburtstag alle zwei Kalenderjahre zulasten der Krankenkasse abgerechnet werden. Gelten diese Vorgaben auch für die „Sonstigen Kostenträger“ (z. B. Polizei, Bundespolizei und Postbeamtenkrankenkasse)? Ja, auch für Versicherte der „Sonstigen Kostenträger“ gilt, dass diese ab dem Alter von 35 Jahren jedes zweite Jahr Anspruch auf vertragsärztliche Maßnahmen zur Früherkennung von Hautkrebs nach Maßgabe der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie haben.

Müssen wir die Laborbefreiungsziffern (GOP 32005 – 32023) nur auf dem Laborauftrag (Muster 10 oder Muster 10A) angeben oder auch in die Abrechnung eintragen? Die Befreiungsziffern müssen zwingend auf den Laboraufträgen und in den eigenen Behandlungsfällen eingetragen werden. Nur so kann der Wirtschaftlichkeitsbonus korrekt berechnet werden.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 5 | 2015

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SERVICE S erie

Diagnostische Pfade in der Laboratoriumsmedizin Isolierte Quick-Wertverminderung

Die Quick-Wert-Bestimmung ist im niedergelassenen, ambulanten Bereich die mit Abstand häufigste Gerinnungsuntersuchung. Diese korrekt auch als Thromboplastinzeit (TPZ) bezeichnete Untersuchung stellt den klassischen Gruppentest zur Überwachung des exogenen Aktivierungsweges der plasmatischen Gerinnung dar. Die Hauptursache für die hohen Untersuchungszahlen liegt an der in Deutschland immer noch sehr verbreiteten oralen Antikoagulation mit Vitamin K-Antagonisten. Außerdem sind Gerinnungsuntersuchungen fakultativer bzw. obligater Bestandteil einiger Komplexziffern zur OP-Vorbereitung. Auch hier ist der Quick-Wert der am meisten angeforderte Gerinnungsparameter. Als Bestandteil des Praxislabors kann dieser Parameter auch als Point-of-CareVerfahren (POCT) durchgeführt werden. Aufgrund dieser hohen Anforderungszahlen, die in den letzten Jahren versorgungsbedingt sogar noch zugenommen haben, findet man immer wieder isolierte Quick-Wert-Erniedrigungen, die in jedem Fall weiter abgeklärt werden sollten. Beim erstmaligen Auftreten, insbesondere im Vergleich zu Vorbefunden, sollte in unmittelbar zeitlichem Zusammenhang eine Kontrolluntersuchung durchgeführt werden. Ergibt diese wieder einen Normalbefund, sollten die präanalytischen Bedingungen bei der Quick-Wert-Bestimmung überprüft werden. Um die Freisetzung von Gewebsthromboplastinen oder die lokale Aktivierung der Fibrinolyse zu vermeiden, sollte das Blut direkt aus der Vene mit kurzfristiger Venenstauung (< 1 Minute) entnommen werden. Das mit Citrat vorgelegte Abnahmeröhrchen ist nach vollständiger Füllung mehrfach leicht über Kopf zu schwenken, um eine ausreichende Durchmischung zu erreichen. Bei extrem hohen bzw. extrem niedrigen Hämatokritwerten müssen rechnerische Korrekturen vorgenommen werden. Kann das Citrat36

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blut nicht zeitnah (< 4 Stunden) analysiert werden, muss durch Zentrifugation Plasma gewonnen werden. Der TPZ/Quick-Wert ist im Citratplasma bei Raumtemperatur 24 Stunden stabil. Dies gilt auch für die Einzelfaktoren. Korrekt zum Ziel Das korrekte präanalytische Vorgehen bei der Blutentnahme betrifft aber nicht nur die zügige Bestimmung der empfindlichen Gerinnungsparameter, sondern auch die korrekte Füllung der Abnahmeröhrchen und die Einhaltung des damit verbundenen Mischungsverhältnisses. So führt ein zu hoher Citratanteil zwar grundsätzlich zu verlängerten Gerinnungszeiten, eine prozentuale Abschätzung des Fehlers ist aber in keinem Fall möglich. Bei einem zu geringen Citratanteil besteht die Gefahr von Teilgerinnung oder falschkurzen Gerinnungszeiten. Ein nicht ausreichend gefülltes Röhrchen darf deshalb nicht zur Bestimmung des Quick-Wertes verwendet werden. Auch die Bestimmung der TPZ aus hämolytischem Material sollte nicht durchgeführt werden, da anionische Phospholipide, die von Zellmembranen freigesetzt werden können, die Gerinnungszeiten verkürzen. Bei der klassischen Antikoagulantientherapie mit Vitamin-KAntagonisten blockieren die Cumarine auf der exogenen Seite der plasmatischen Gerinnung die Vitamin K-abhängige Carboxylierung der Faktoren II, VII und X sowie Protein C und S. Entsprechend der Halbwertzeiten fallen zuerst der Faktor VII und dann die Faktoren X und II ab. Zusätzlich ist auch noch im intrinsischen System der Faktor IX betroffen. Der Faktor V bleibt normal. Die Bewertung der korrekten therapeutischen Einstellung sollte grundsätzlich über den INR-Wert erfolgen, da aufgrund unterschiedlicher Thromboplastinpräparationen in Abhängigkeit vom aktuell

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Service

Sammelexemplar 13 Hersteller eine mangelnde Vergleichbarkeit der TPZ/Quick-Werte besteht. Auch lässt sich je nach verwendetem BestimmungsKit ein abweichende Interferenz von Protein induced vitamin K absence (PIVKAs) bei der Aktivierung der Gerinnung mit differenten Thromboplastinen nachweisen.

Sind allerdings sowohl der Faktor VII wie auch der Faktor X vermindert, muss an weitere Ursachen für einen Vitamin K-Mangel, wie Resorptionsstörungen (Malabsorption, Gallengangverschluss, Gallenfistel) oder eine Änderung der Darmflora durch Antibiotika gedacht werden.

Sollte eine Therapie mit den neuen oralen Antikoagulantien (NOAK) vorliegen, kommt es ebenfalls zu massiven Veränderungen in den globalen Gerinnungstesten (Zusammenfassung siehe Tabelle 2), die aber diagnostisch nicht verwertbar sind. Lediglich mit einer verlängerten aPTT lässt sich der qualitative Nachweis einer Einnahme dieser Antikoagulantien belegen. Zum direkten Nachweis können in seltenen Fällen und nur nach Rücksprache mit dem Facharzt für Laboratoriumsmedizin IIa bzw. Xa-Inhibitionsteste durchgeführt werden. Eine routinemäßige Bestimmung ist aber in keinem Fall nach den geltenden Leitlinien zu empfehlen.

Als letzte und äußerst seltene Ursache einer isolierten QuickWertverminderung kann auch ein hereditärer Faktor VII-Mangel vorliegen. Eine weitere gendiagnostische Abklärung sollte jedoch erst bei weniger als 25 Prozent Restaktivität und nach einer entsprechenden humangenetischen Beratung durchgeführt werden, da diese Untersuchung äußerst kostenintensiv ist.

Die TPZ ist einer der empfindlichsten Parameter zur Beurteilung der Syntheseleistung der Leber bei akutem Parenchymschaden. Alle Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren werden in der Leber gebildet, sodass insbesondere durch die kurze Halbwertzeit des Faktors VII (2-4 Stunden) die TPZ wesentlich früher als die aPTT verlängert ist. Im Gegensatz zum akuten Leberparenchymschaden hat die TPZ bei der Leberzirrhose keine prognostische Aussagekraft. Hier spielen Syntheseparameter wie der Albuminwert oder die Cholinesterase (CHE) eine wichtigere Rolle. Einzelbestimmung bei unklaren Fällen Liegen weder eine Therapie mit oralen Antikoagulantien noch ein akuter Leberschaden vor, muss bei unklaren Fällen eine Einzelbestimmung des Faktors VII durchgeführt werden. Sollte auch dieser nicht vermindert sein, können zur weiteren Abklärung die Faktoren V und X bestimmt werden. Während ein angeborener Mangel dieser Faktoren äußerst selten ist, kann es bei einer Asparaginase-Therapie zum Abfall dieser Faktoren kommen. Die Faktor X-Aktivität kann auch bei einer Amyloidose erniedrigt sein. Hier sollte in einem weiteren Schritt die Bestimmung der Antiphospholipid-Antikörper erfolgen. 5 | 2015

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Differenzialdiagnostisch können bei einem niedrigen Faktor VIISpiegel auch Hemmkörper gegen diesen Faktor vorliegen. Zum Nachweis wird nach Rücksprache mit dem Facharzt für Laboratoriumsmedizin in diesen Fällen ein Plasmatauschversuch durchgeführt, bei dem Patientenplasma und Normalplasmen in verschiedenen Konzentrationsverhältnissen miteinander vermischt und anschließend die TPZ bestimmt wird. Fällt der Test pathologisch aus, liegen Faktor VII-Inhibitoren vor. Da diese Untersuchungen sehr aufwendig sind, sollte auch hier in jedem Fall eine klare Indikationsstellung vorliegen. Zusammenfassend besteht das diagnostische Vorgehen bei einer isolierten Quick-Wertverminderung vor allen Dingen in der Abklärung der Abnahme- und Transportbedingungen sowie von Begleiterkrankungen und Therapieeffekten. Hereditäre Störungen sind dagegen äußerst selten. Die differenzialdiagnostische Abklärung sollte aber in jedem Fall zur Vermeidung unnötiger Kosten in enger Zusammenarbeit zwischen dem behandelnden Haus- Facharzt und dem Facharzt für Laboratoriumsmedizin erfolgen. Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt, Lübeck Literatur: „Labor und Diagnose“, L. Thomas TH Books Verlagsgesellschaft mbH 8. Auflage 2012

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Diagnostische Pfade

Quelle: „Labor und Diagnose“, L. Thomas TH Books Verlagsgesellschaft mbH 8. Auflage 2012

Isolierte Quick-Wertverminderung

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Tabelle 2: Einflüsse der neuen oralen Antikoagulantien auf die Gruppenteste in der Gerinnung


SERVICE

Isolierte Quick-Wertverminderung

Eingangsdiagnostik Zufallsbefund

Isolierte Quick-Wert-Verminderung Erneute Quick-Wertbestimmung Nein

vermindert Ja

Labor

Faktor VII

Nein

vermindert

Nein

Ja

Faktor X

Nein

positiv

Abklärung weiteres Vorgehen

Faktor V oder X gering veringert

vermindert

Plasmatauschversuch

Labor erweitert

Diagnose

Vitamin-K-Antagonisten, NOAK, Pathol. Leberwerte

Ja

Nein

Hemmkörper gegen Faktor VII

Hereditärer Faktor VII Mangel

Ja

Ja

Ja

Ja

Vitamin-K Mangel anderer Ursache

Leichter EinzelFaktorenmangel

Orale Antikoagulation Noak

Lebererkrankung

Genotyp. Bei Restakt. <25%

Vorbefund: ungünstige präanalytische Bedingungen

AntiphospholipidAK

Nach „Klinikhandbuch Labordiagnostische Pfade“, W. Hofmann, J. Aufenanger, G. Hoffmann (Hrsg.), De Gruyter Verlag, 2. Auflage, 2014

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Service

Veranstaltungen KVSH

28. Mai 2015, 20.00 Uhr

Aktuelle Aspekte der Nephrologie

3. Juni 2015, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Ort: ConventGarten, Rendsburg Info: Referent: PD Dr. V. Lufft E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

30. Mai 2015, 9.00 bis 16.30 Uhr

1. Tag der Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein Ort: Wissenschaftszentrum Kiel, Fraunhoferstraße 13, 24118 Kiel Info: Sekretariat: Birgit Blunck, Tel. 0431 597 2226, für jeden Teilnehmer bitte eine eigene Anmeldung, online-Programm und online-Anmeldung ab dem 15. März 2015, 8 Fortbildungspunkte E-Mail: office@allgemeinmedizin.uni-kiel.de www.allgemeinmedizin.uni-kiel.de

17. Juni 2015

Die Ambulantisierung in der Medizin – Anspruch und Wirklichkeit am Beispiel Hamburgs

KVSH-Kreisstellen 20. Mai 2015, 18.00 Uhr

Neurologie für Nicht-Neurologen: Neurologische Krankheitsbilder in der Hausarztpraxis Ort: DIAKO, Fliednersaal 1–3 Info: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www. malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 oder www.aeksh.de

27. Mai 2015, 16.00 Uhr

Symposium Medizinische Klinik Ort: Strandhotel Glücksburg Info: Tel. 0461 812 2103, www.diako.de oder Tel. 0461 816 2511, www. malteser-franziskus.de, Anmeldung unter Tel. 04551 88130 oder www.aeksh.de

10. Juni 2015, 16.00 Uhr

Sommerfest der KVSH – Kreisstelle Ostholstein Ort: Gut Sierhagen, Heidberg 1, 23730 Sierhagen Info: Motto der Veranstaltung: „come together“, Anmeldungen: bitte per Fax bis 26. Mai 2015 an 04521 8306632. Für weitere Fragen: Frau Röwe, Tel. 04521 8306631. Familie (Partner/in und Kind/er) sind auch willkommen. E-Mail: roewe@aerztenetz-eutin.de

Ort: Universität zu Lübeck, Audimax, Hörsaal AM4, Mönkhofer Weg, 23562 Lübeck Info: Tel. 040 22802 534, E-Mail: jochen.kriens@kvhh.de www.kvhh.de

24. Juni 2015, 20.00 Uhr

Morbus Parkinson und Alzheimer – die häufigsten degenerativen Hirnerkrankungen Ort: Globetrotter Lodge, Am Aschberg 3, 24358 Ascheffel Info: Referent: Prof. K. Witt E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

8. Juli 2015, 14.30 bis 18.00 Uhr

Brustkrebs – Neue psychoonkologische Ergebnisse Rezidivangst und Auswirkungen auf die Partnerschaft Ort: Hotel Mercure, Hanseatenplatz 2, 25524 Itzehoe Info: Referent: Prof. Dr. Tanja Zimmermann, Veranstalter: Forum Psychotherapie Steinburg e. V., Akkreditierung beantragt E-Mail: praxis@dr-braukhaus.de http://psychotherapie-steinburg.de/Fortbildungsplanung.html

Deutschland 29. Mai 2015, 13.00 BIS 22.00 uHR

Fortbildungsveranstaltung: Pflichtseminar Rehabilitationsrichtlinien inklusive Selbststudium

Schleswig-Holstein 20. Mai 2015, 13.30 bis 15.00 Uhr

Geschichte der Rauschdrogen Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9-15, 23562 Lübeck, Vortragsraum Haus 2 Info: Dr. Kai Wendt, Oberarzt, AHG Klinik Lübeck, Tel. 0451 5894 0, Fax 0451 5894 331, die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck 5 | 2015

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

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Ort: Reha-Zentrum am Meer, Unter den Eichen 18, 26160 Bad Zwischenahn Info: Fortbildungsveranstaltung zum Erwerb der Qualifikation für die Verordnung der Leistungen zur medizinischen Rehabilitation über die GKV. Dieses Seminar richtet sich an alle neu hinzukommenden Ärzte sowie an diejenigen, die diesen Kurs noch nicht absolviert haben. Anmeldung unter Tel. 04403 61308, oder E-Mail. E-Mail: e.debuhr@rehazentrum www.rehazentrum-am-meer.de

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 40

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Delegations-Vereinbarung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Helga Hartz ������������������������������������������������������������������������������������� 453 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Janin Looft��������������������������������������������������������������������������������������� 324 Ermächtigungen Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesundheitspolitik und Kommunikation Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Helga Hartz�������������������������������������������������������������������������������������� 453 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Christopher Lewering���������������������������������������������������������������������� 366 aktuell

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Service kontakt

Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Marleen Staacke������������������������������������������������������������������������������ 596 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 5 | 2015

Nordlicht

Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Sabrina Wienke�������������������������������������������������������������������������������� 577 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 533 Röntgen (Qualitätssicherung) Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������ 458 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Christopher Lewering����������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Paap���������������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin)��������������������������������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445

aktuell

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Service kontakt

Umweltmedizin/Umweltausschuss Tanja Glaw �������������������������������������������������������������������������������������� 685 Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Impressum

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Nordlicht aktuell Prüfungsstelle

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25 Organisation Dorina Schadendorf ����������������������������������������������������������������� 9010 20

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v.i.S.d.P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer (Layout); Jakob Wilder; Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������������� buero@kreisstelle.dithmarschen

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de 5 | 2015

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Frauenärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9555 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Internist Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

aktuell

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3. Juni | 1. Juli | 5. August | 2. September 7. Oktober | 4. November | 2. Dezember

2015

An jedem ersten Mittwoch im Monat 

für  alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) ohne vorherige Terminvergabe

Ort

Zulassung/Praxisberatung der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg Kontakt

Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 222, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Nordlicht 05 2015 web  
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