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Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassen채rztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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April 2011 | 14. Jahrgang

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KV-System

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zwischen Management und Interessenvertretung


Inhalt seite

rubrik/Thema

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TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

04 Professionalität und Basisnähe – Bilanz des KVSH-Vorstands

TITELTHEMA

06 Die neue Rolle der Selbstverwaltung –

Einschätzungen von Dr. Christian Sellschopp

07 „Nicht die KVSH ist das Problem“ – Basisarzt sieht Veränderungen

08 „Fortsetzung einer bewährten Partnerschaft“ – Dr. Johann Brunkhorst setzt auf Kontinuität

09 Die KVSH – Das Haus der kurzen Wege 10

NACHRICHTEN Kompakt Gesundheitspolitik

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Die rot-grüne Bundesregierung verordnete dem KV-System 2004 eine Organisationsreform, die darauf abzielte, die Arbeit zu professionalisieren und Strukturen effizienter zu machen. Das Nordlicht zieht nach sechs Jahren Bilanz und geht der Frage nach, wie sich die KVSH im Spagat zwischen Management und Interessenvertretung entwickelt hat.

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KBV-Vorstand im Amt bestätigt

Praxis & KV 16 Alles auf eine(r) Karte –

Pauschalen für neue Kartenlesegeräte

18 Portale mit Problemen –

Zweifelhafte Arztbewertung im Internet

21 BWL-Wissen einfach erklärt –

Was bedeutet eigentlich „Rating“?

22 Mehr Professionalität –

Häusliche Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden verbessert

23 Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen 24

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EBM-Unsinn im Bereich Psychotherapie – Nebeneinanderberechnungsausschlüsse

25 Neues aus KVen und KBV 26 Sie fragen – wir antworten

Die Menschen im Land 27 Kolumne: Na dann – tschüs! 28 Nicht nur Bits und Bytes – CeBIT-Highlights

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SERVICE 30 „Ziel ist die Schadensbegrenzung“ –

Bearbeitung der Anträge auf Feststellung eines sonstigen Schadens

32 Heilmittel: Neue Richtgrößen zum 1. April 2011 34 Seminare 36 Veranstaltungen 37 Ansprechpartner

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Patienten, die ihren Arzt benoten möchten, finden dazu im Internet eine Reihe von kommerziellen Arztbewertungsportalen. Mit wenigen Klicks können hier ungeprüft und ungefiltert Einträge vorgenommen werden. Beim Qualitätstest bekamen die meisten Internetauftritte schlechte Noten. Besonders bei der Transparenz und der Verlässlichkeit gab es große Defizite.

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Mit der Anwendung telemedizinischer Technik verknüpfen sich weltweit große Hoffnungen. Kann durch High-Tech-Medizin in Zukunft die Effizienz der Gesundheitssysteme verbessert werden? Können durch ihren Einsatz vielleicht sogar Einsparungen realisiert werden? Die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich wurden auf der weltgrößten Computermesse CeBIT präsentiert.

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Nordlicht nr. 4 | 2011 EDITORIAL von Dr. Ingeborg Kreuz, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, als 2003 von Seiten der Politik die Weichenstellung von einem ehrenamtlichen zu einem hauptamtlichen KV-Vorstand erfolgte, konnte wohl niemand voraussagen, ob sich dies als ein Danaergeschenk entpuppen würde. Insgesamt sollte das KV-System als Gegenpart zu den gesetzlichen Krankenkassen „professionalisiert“ werden. Dagegen standen die Befürchtungen – gerade auch der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten – als System der Selbstverwaltung Basisnähe und Akzeptanz der Mitglieder zu verlieren. Heute – sechs Jahre später – wollen wir uns im aktuellen Nordlicht mit diesem Thema befassen. Persönlich bin ich der Meinung, dass wir als hauptamtliche KV-Vorstände durch umfassende Kenntnisse gerade auch in den Details der oft schwer verständlichen Beschlüsse des Bewertungsausschusses und im aktiven Dialog mit unseren Gremien der Selbstverwaltung, den Berufsverbänden und den gesundheitspolitischen Vertretern sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene, als Interessenvertretung gut aufgestellt sind. Mancher Beschluss, manche Richtungsentscheidung konnte so von uns im Sinne unserer Mitglieder erwirkt oder positiv verändert werden. Aber dazu gibt es natürlich viele Meinungen und auch das Gegenteilige hören wir oft, je nachdem wie die Honorarreformen ausgeschlagen sind. Wendet man sich der Gesundheitspolitik auf Bundesebene zu, so hat diese derzeit offenbar eine geringe Priorität im Regierungshandeln. Zum Versorgungsgesetz gibt es bisher ausschließlich die Positionen aus dem Regierungslager, während sich die Opposition außer der populistischen Forderung nach Verkürzung von Wartezeiten und Abschaffung von Mehrbettzimmern in Schweigen hüllt. Aber auch wer meinte, dass mit einer schwarz-gelben Regierung Freiberuflichkeit und Planungssicherheit in unseren Praxen wieder Einzug hielten, sieht sich enttäuscht. Und trotzdem hoffen wir immer noch auf eine grundsätzliche Wende. Mit unserem Modell zur Einzelleistungsvergütung sind wir weiter auf Überzeugungstour, so unwahrscheinlich die politische Bereitschaft auch sein mag. Auch Hauptamtler können sehr hartnäckig sein!

Eine unterhaltsame Lektüre wünscht Ihnen Ihre

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Titelthema H auptamtli c he K V - F ührung

Wichtig ist der Kontakt zur Basis

Ehrenamtlich ist die Arbeit an der KV-Spitze nicht mehr zu bewältigen. Immer komplexere Sachverhalte verlangen eine tiefe Detailkenntnis, um Politik und Krankenkassen auf Augenhöhe zu begegnen. Der Vorstand der KVSH zieht eine Zwischenbilanz.

Nordlicht: Wie beurteilen Sie die Entwicklung der letzten sechs Jahre?

Nordlicht: Wie findet man die richtige Balance zwischen Detailkenntnis und Abstand zur Sache?

Dr. Ingeborg Kreuz: Die Hauptamtlichkeit bringt es mit sich, dass ein Vorstand sich im KV-Geschäft in allen wesentlichen Belangen auskennt. Man muss sich nicht mehr in wenigen Stunden in etwas Kompliziertes einarbeiten, wozu man – um alles Wichtige beurteilen zu können – eigentlich Tage bräuchte. Zwar birgt die Hauptamtlichkeit auch die Gefahr, sich in den Sachzwängen des Alltags zu verfangen, aber so sind wir auch zu den kompliziertesten Rahmenbedingungen der gesetzliche Krankenversicherung (GKV) auf jeder Podiumsbühne sprachfähig.

Ennenbach: Nun es ist wie mit dem Maler und einem entstehenden Bild. Bleibt dieser mit der Nase nur direkt vor der Leinwand, so mag es handwerklich perfekt sein, aber der Blick für das Ganze erfordert es, sich das Bild auch immer aus dem Abstand einiger Meter zu betrachten. Die Komposition besteht aus mehr als der Summe einzeln korrekter Pinselstriche. Man muss sich immer wieder um diesen Abstand bemühen.

Dr. Ralph Ennenbach: Die Hauptamtlichkeit bringt automatisch die Nähe zum Haus und das Gefühl für Aspekte der Umsetzung mit sich. Wir sind persönlich im Bilde über die Vorgänge, mit denen die Verwaltung beschäftigt ist. Natürlich nicht im Einzelnen, sondern von der Art und Richtung her. Das bedeutet auch, dass wir für einen Einklang zwischen politischen Vorstellungen und Möglichkeiten der operativen Bearbeitung sorgen können. Ganz generell: Auch früher war die Rolle des KV-Vorstands sicher kein Nebenjob, heute bezweifele ich, dass sie ehrenamtlich zu bewältigen wäre. Alleine die Zahl der zu bespielenden Bühnen hat sich dramatisch verändert. Früher dominierten die Termine mit den Kassen den Kalender, die landespolitische und kommunale Verzahnung und die Berliner Inanspruchnahme kommt weitaus stärker dazu als früher.

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Kreuz: Und da hatte der alte ehrenamtliche Vorstand seine Vorteile. Ein ehrenamtlicher Vorstand kam aus der Welt der realen ambulanten Medizin, der realen Sorgen und Wahrnehmungen. Das waren gute Voraussetzungen für ein Herangehen an politische Fragestellungen. Über einen integrativen Führungsstil, der befähigt, auch andere Sichtweisen aufzunehmen, wurde gute politische Vertretung möglich. Heute kommen wir zur Überprüfung unserer Positionen über Gespräche und Kontakt zu den Betroffenen. Ohne einen guten Draht zu den Mitgliedern, Veranstaltungen im Rahmen der Kreisstellen oder den Dialog mit den Berufsverbänden würde diese Erdung fehlen. Nordlicht: Gibt es nicht trotzdem einen großen Abstand zwischen KV-Vorstand und den Mitgliedern? Ennenbach: Viele werden den Eindruck haben, dass dem so ist, das will ich nicht leugnen. Für mich ist Gradmesser, inwieweit mir gerade in kontroversen Gesprächen unbekannte oder neue Sichtweisen begegnen. Leider sind nicht immer alle davon umsetzbar, ak t u e l l

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Titelthema Nordlicht: Was sind die wichtigsten Herausforderungen für die KV der Zukunft? Ennenbach: Um unsere Einschätzung dazu nachvollziehen zu können, beginne ich vielleicht bei der Benennung der grundsätzlichen Probleme: Zum einen klaffen steigender medizinischer Bedarf und deren Finanzierbarkeit weit auseinander. Zum anderen wandelt sich der Wunsch nach beruflicher Unabhängigkeit für viele Ärzte, eine Anstellung wird von vielen jungen Ärzten nicht abgelehnt sondern zunehmend gesucht. Da die Produktivität in freiberuflichen Systemen aber höher ist, besteht die Gefahr, dass sich der Versorgungsbedarf nur über relativ gesehen ein Mehr an Medizinern decken ließe. Alternativ verlagern sich Leistungen in andere Berufsfelder und im Extremfall geht der Markt gar auf artfremde Betreiber von MVZ-Ketten über.

einige sogar rechtswidrig. Mitunter hebt man aber auch Goldnuggets. Ich nehme jedoch wahr, dass sich die Kontroversen an der Ausgestaltung im Hier und Jetzt festmachen, weniger an der Frage, wohin man will. Wir haben überhaupt keine Berührungsängste mit Fragen der Direktabrechnung, Einzelleistungsvergütung oder Kostenerstattung, auch wenn sich die Rolle der KV dann verändern würde.

Kreuz: Und genau deswegen müssen wir Anreize für freiberufliches Wirken setzen, mindestens aber dazu beitragen, dass die neuen Einrichtungen in ärztlicher Prägung bleiben. Am besten dadurch, dass die Anstellungsverhältnisse nach einigen Jahren durch eine selbstgewählte Selbstständigkeit abgelöst werden. Ferner geht es darum, die Interessen der ambulanten Medizin gegenüber den Krankenhäusern so zu vertreten, dass es ein Geben und Nehmen zwischen den Sektoren wird. Und drittens muss Politik und Bevölkerung klargemacht werden, dass der Anspruch auf einen Mediziner vor Ort auch bedeutet, dass dieser planbare und attraktive Rahmenbedingungen vorfindet. Das reine Sachleistungssystem kann dies jedenfalls nicht mehr leisten. Von daher setzen wir uns für eine ungedeckelte Einzelleistungsvergütung, kombiniert mit einer sozial verträglichen Eigenbeteiligung zur Steuerung des Inanspruchnahmeverhaltens des Versicherten ein.

Kreuz: In der Umsetzung des honorarbegrenzenden Sachleistungssystems liegen jedenfalls erhebliche Konflikte. Während der einzelne Arzt seine individuellen Interessen sieht, muss man als KV-Vorstand die Interessen aller, insbesondere auch die der kleineren Arztgruppen, im Auge haben. Dies beinhaltet auch ganz wesentlich die Schutzfunktion des KV-Systems und des Kollektivvertrages. Dies ist eine Stärke, die man in Selektivverträgen nicht finden wird. Leider ist es aber auch eine abstrakte Eigenschaft, die für alle erst fühlbar würde, wenn es die KV nicht mehr gäbe. Nordlicht: Hat sich das Zusammenspiel zwischen den KVen verändert? Ennenbach: Ja. Besonders die Verlagerung von immer mehr Entscheidungskompetenz auf die Bundesebene hat Folgen. Einerseits kommt es latent oder sogar offen zu einer Kontroverse zwischen den KVen. Ob es um die Frage einer Wiederherstellung der regionalen Zuständigkeit oder aber direkt um Geldverteilung zwischen den KVen geht, es ist konfliktreicher geworden. Außerdem kostet Berlin mittlerweile viel Zeit, da man sehr präsent sein muss. Für die Politik ist es wiederum viel einfacher geworden, die KVen auseinander zu dividieren. Kreuz: Insgesamt sehen wir eine Herausforderung darin, wieder mehr Spielräume in die Länder zu holen. Letztlich kann Versorgung nur vor Ort beurteilt werden. Die Ausgestaltung regionaler Besonderheiten und der Wettbewerb zum stationären Bereich sind jeweils Felder, die der Bundesebene nicht zugänglich sind. Dies bedeutet dann aber auch, dafür selbst Verantwortung zu übernehmen und sie nicht auf die Bundesebene abzuschieben. Hierzu stehen wir als Vorstand der KVSH ganz ausdrücklich. 4 | 2011

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Nordlicht: Sind die hauptamtlich geführten KVen nicht eher zur Marionette der Politik geworden? Ennenbach: Meint man damit, dass die Gestaltungsmöglichkeiten durch den schleichenden gesetzgeberischen Overkill geringer geworden sind, muss man das bejahen. Will man ausdrücken, wir wären der Schoßhund der Politik, haben wir das Gegenteil ja schon beweisen müssen. Kreuz: Im Konflikt mit der ehemaligen Landesministerin zur Frage von Ärztestreiks und Plakaten in Wartezimmern kam es ja regelrecht zum Showdown. Wir haben uns dem gestellt, auch wenn es angenehmere Situationen gibt. ak t u e l l

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Titelthema H auptamtli c he K V - F ührung

Eine Standortbestimmung Professionalisierung der Selbstverwaltung, eine gute Sache. Wer hat schon gern eine unprofessionelle Selbstverwaltung. Hat es das GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) mit der Neuordnung der Organisation der Kassenärztlichen Vereinigungen damal so richtig gut mit uns gemeint?

ausgeschlossen. Damit wird, so formuliert die Begründung des GMG (Drucksache 15/1525 des Deutschen Bundestages) „Die Vertreterversammlung (VV) … zum alleinigen Selbstverwaltungsorgan.“ Verantwortlichkeit und Bedeutung der Abgeordnetenversammlung als alleiniges Selbstverwaltungsorgan unserer KV haben damit erheblich zugenommen. Dass sich in Schleswig-Holstein durch diese Neuorganisation im Ergebnis nur relativ wenig geändert hat, liegt an den handelnden Personen, denen der Eigenwert des Wörtchens „Selbst‘“ im Terminus „Selbstverwaltung“ stets durchaus bewusst ist. Dies möge so bleiben.

Was bedeutet Selbstverwaltung? Sinn ärztlicher Selbstverwaltung und Kern ärztlicher Freiberuflichkeit ist der Ausschluss von Fremdinteressen in der Arzt-Patienten-Beziehung. Salus aegroti suprema lex. Der Arzt soll sich um das Wohl des Kranken kümmern können, ohne fremden Herren dienen zu müssen. Professionelle Selbstverwaltung einer Berufsgruppe, einer Profession, bedeutet, dass Angehörige dieser Profession ihre Angelegenheiten nach von der Wissenschaft und von gesamt-gesellschaftlichen Moralvorstellungen geprägten Regeln selbst bestimmen. Das aber war im GMG offenbar nicht gemeint. Im Gegenteil, fielen vorher alle wesentlichen operativen Entscheidungen der KV in einem siebenköpfigen Vorstand – der aus Angehörigen der Profession, aus Vertragsärzten, die neben ihrer Praxis ehrenamtlich tätig wurden, bestand – so wurde jetzt der Vorstand zu einem hauptamtlichen Organ, das auch nicht mehr zwangsläufig aus Ärzten besteht. Dies bedeutet eine Entfernung des Vorstandes vom ärztlichen Beruf, also eine De-Professionalisierung der Selbst-Verwaltung. Überspitzt formuliert, aber man darf nicht auf jeden Euphemismus hereinfallen. Denn unprofessionell, im vom GMG gemeinten Sinne, war auch der zuvor ehrenamtlich tätige Vorstand nicht. Sofern es um professionelles Verwalten, professionelle juristische Entscheidungen, professionellen Umgang mit der IT ging, bediente er sich entsprechender Fachleute dafür einschlägiger Professionen, die als Hauptgeschäftsführer, Justiziar oder Abteilungsleiter in der KV angestellt waren und sind. Jetzt aber ist das Ehrenamt von operativen Entscheidungen 6

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Leider gilt dies nicht in gleichem Maße für die Bundesebene, die KBV. Zwar hat gemäß Paragraf 79 Abs. 1 SGB V auch die Vertreterversammlung der KBV die gleichen Legislativ- und Kontrollfunktionen, wie auf Länderebene. Gemäß Paragraf 80 Abs. 1aSGB V sind aber die hauptamtlichen Vorstände der Länder KVen geborene Mitglieder dieser Versammlung; sie stellen 34 von 60 Mitgliedern. Mit nur noch 26 ehrenamtlichen Mitgliedern ist die KBV-VV damit schon aufgrund ihrer Zusammensetzung kein reines Selbstverwaltungsorgan mehr, denn weniger als die Hälfte ihrer Mitglieder üben noch den Beruf als Vertragsarzt oder Psychotherapeut aus. Schon aufgrund des uneinholbaren Informationsvorsprunges, den die sich in diversen Arbeitskreisen regelmäßig treffenden Vorstände haben, hat das Häuflein der Ehrenamtler keine wirksame Chance der Kontrolle mehr und kann auch an legislativen Entscheidungen nur noch begrenzt kompetent mitwirken. Im Wesentlichen kontrolliert sich auf Bundesebene die Legislative selbst. Damit ist der Selbstverwaltung zumindest auf Bundesebene der Zahn gezogen. Zwar muss man ein Weniger an parlamentarischen Fensterreden in der KBV-VV nicht unbedingt bedauern. Ein gar zu geschmeidiger „professioneller“ Pragmatismus ist aber auch nicht immer angebracht. Jedenfalls verwundert es nicht, dass die KBV-Politik der letzten sechs Jahre mit ihrer Tendenz zur Zentralisierung, zu Gleichmacherei und zur Gangbarmachung eigentlich unzumutbarer Regelungen an Akzeptanz der Basis zunehmend verloren hat. Hier gibt es dringenden Änderungsbedarf. Denn unbequem für „die Politik“ muss die ärztliche Selbstverwaltung bleiben, nicht in ärztlichem Eigeninteresse, sondern im Interesse unserer Patienten, die unseren maximalen Einsatz für ihre Versorgung erwarten. Dr. Christian Sellschopp, Vorsitzender der Abgeordnetenversammlung der KVSH ak t u e l l

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Titelthema

„Nicht die KVSH ist das Problem“

Sechs Jahre Hauptamtlichkeit im KV-System – Bilanz aus Sicht eines niedergelassenen Arztes in Schleswig-Holstein „Der für uns Ärzte so wichtige Bereich der Honorarpolitik ist geprägt von viel Bemühen, aber wenig Erfolg. Hier habe ich den Eindruck, dass die KVSH in der Vergangenheit einige honorarpolitische Versuchsballons (z. B. Punktwertstabilisierung durch Mengenbegrenzung) gestartet hat, die letztlich keinen Erfolg hatten und deren negative Resultate jetzt von uns Mitgliedern ausgebadet werden. Man hat im Honorarbereich offensichtlich zu lange aufs falsche Pferd gesetzt. Das ist bei allem deutlich erkennbaren Bemühen und Engagement nicht unbedingt professionell zu nennen. Der für uns Ärzte so wichtige Bereich der Honorarpolitik ist für mich geprägt von viel Bemühen, aber wenig Erfolg.

Das Thema muss differenziert betrachtet werden. Die KVSH hat sich in den letzten Jahren tatsächlich hin zu einem besseren Dienstleister für die niedergelassene Ärzteschaft gewandelt. Die Veränderungen sind da und sie sind in der Summe eher positiver Art. Grundsätzlich habe ich den Eindruck gewonnen, dass die KVSH offener und transparenter geworden ist. Das gilt insbesondere für die Öffentlichkeitsarbeit, die ja hauptsächlich über das Nordlicht, Informationsveranstaltungen mit und ohne Vorstand und über die Kreisstellen/Kreisbeirat läuft. Man spürt das deutliche Bemühen, die relevanten Informationen schnell und gut aufbereitet an den Arzt zu bringen sowie Entscheidungen nachvollziehbarer und transparenter zu machen. Auch das äußere Erscheinungsbild der KVSH und der gesamte Servicebereich wirkt besser und professioneller.

Grundsätzlich möchte ich jedoch festhalten, dass der Punkt „KVSH als Dienstleister“ eine Marginalie ist. Nicht die KVSH ist das Problem. Die festgefahrene Honorarsituation, die uns erstickende Bürokratie – mit dem neusten Hit in Form der ambulanten Kodierrichtlinien – und der in Zukunft fehlende ärztliche Nachwuchs sind die Baustellen, die den Faktor „professionelle Dienstleistung“ in den Hintergrund drängen. Gute Dienstleistung für den Arzt zu bieten, ist nur ein Nebenschauplatz. Ich bin auch nach zwanzig Jahren im Beruf erstaunt und schwer beeindruckt, wie der Gesetzgeber (zusammen mit den Krankenkassen) sich immer wieder neue bürokratische Daumenschrauben für uns einfallen lässt und damit durchkommt. Dafür kann die KVSH nichts, aber sie kann uns in diesen Kernbereichen auch offenkundig nicht wirklich helfen. Sie kann lediglich die Folgen der politischen Entscheidungen abzumildern versuchen. Dieses Bemühen erkenne ich an, aber ich würde mir häufig eine deutlich aggressivere KVSH wünschen.

Doch nur die erkennbaren Bemühungen und vermehrten Anstrengungen im Dienstleistungsbereich reichen nicht aus, um sich Erfolg an die Fahnen zu heften. Ich muss an dieser Stelle einige negative Entwicklungen nennen, insbesondere im Honorarbereich.

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Dr. Ulrich Geisemeyer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Mölln

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Titelthema H auptamtli c he K V - F ührung

„Lösungen ohne Schiedsamt und Vater Staat“ Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der Landesvertretung Schleswig-Holstein der Techniker Krankenkasse (TK), zieht nach sechs Jahren „ Professionalisierung“ der KVSH Bilanz. gepflegt. Es sei nur an die Etablierung des ambulanten Operierens oder die erfolgreiche Ausgestaltung der qualitätsgesteuerten Mamma-Diagnostik (QuaMaDi) erinnert. Hier hat SchleswigHolstein bundesweit beachtete Strukturen in gemeinsamer Verantwortung geschaffen. Auch mit den hauptamtlichen Vorständen hat sich eine offene und konstruktive Zusammenarbeit entwickelt, die bei allen Kontroversen immer auch daran orientiert war, das Gesamtsystem der Kassenärztlichen Versorgung zu stabilisieren. Dies war aufgrund gesetzgeberischer Vorgaben nicht immer einfach. In pragmatischer Herangehensweise wurden aber immer Lösungen gefunden, die im gemeinsamen Interesse lagen. Bei aller Offenheit für integrative Versorgungsformen, die aus unserer Sicht neben der Kollektivversorgung unverzichtbar sind, war es immer Interesse der TK ,die Basisversorgung zu stützen und leistungsfähig zu halten. Bei allen internen Vorbehalten haben wir aber auch in dieser Frage immer handlungsbereite Gesprächspartner bei der KVSH gefunden. Nordlicht: Hat sich aus Ihrer Sicht etwas Grundlegendes im Umgang mit der KVSH, etwa bei Vertragsverhandlungen, geändert?

Nordlicht: Welche Erwartungen hatten Sie vor sechs Jahren, als der Gesetzgeber beschloss, das KV-System auf eine neue gesetzliche Grundlage zu stellen und zu professionalisieren? Dr. Johann Brunkhorst: Die seit dem 1. Januar 2001 geltende Neufassung des Paragrafen 79 SGB V sah erstmals einen hauptamtlichen Vorstand aus bis zu drei Mitgliedern sowie eine verkleinerte Vertreterversammlung vor. Damit vollzog der Gesetzgeber eine Entwicklung nach, die seit 1996 bereits für die gesetzlichen Krankenkassen galt. Für die Kassenärztlichen Vereinigungen wurde zudem geregelt, dass nicht nur Ärzte, sondern auch andere fachlich geeignete Personen mit Management-Qualifikation Vorstandsaufgaben übernehmen können. Da die damalige ehrenamtliche Spitze der KVSH zunächst auch die neue hauptamtliche Führung übernahm und durch den bisherigen Geschäftsführer Dr. Bodo Kosanke erweitert wurde, hatte sich für uns als TK zunächst nicht so viel geändert. Die gut bewährte und sehr konstruktive Vertragspartnerschaft wurde bruchlos fortgeführt. Nordlicht: Wurden Ihre Erwartungen bestätigt oder gab es auch unerwartete Entwicklungen?

Brunkhorst: Ja, durch die Schaffung des Gesundheitsfonds und der damit verbundenen Einführung eines bundesweit einheitlichen Punktwerts für ärztliche Leistungen hat sich die Verhandlungslage dramatisch verschoben. Daraus resultierte eine beträchtliche Schlechterstellung gegenüber anderen Regionen, die die Konfliktlagen teilweise auf die Bundesebene verschoben hat. Ausfluss dieser Bemühungen ist die asymmetrische Vergütungsanhebung für 2011/2012. Auch die Einführung des Verhandlungsmandats für hausärztliche Vertragsgemeinschaften hat die Bindungswirkung der KVen eingeschränkt. Dennoch wird es auch in Zukunft Hauptaufgabe der KVSH sein, ihre Verantwortung für die ärztliche Versorgung im ganzen Land verantwortungsvoll und aktiv wahrzunehmen. Nordlicht: Wie fällt Ihre Bilanz nach sechs Jahren Professionalisierung des KV-Systems aus? Brunkhorst: Positiv. Das Ergebnis von Vertragsverhandlungen hängt ja immer von den handelnden Personen ab. Wichtig ist der Wille, gemeinsam belastbare Lösungen zu verhandeln, die deutlich machen, dass die Vertragspartner in der Lage sind, Probleme eigenständig zu bewältigen – ohne gleich nach Schiedsamt oder Vater Staat zu rufen. Die bisweilen kontroverse, aber immer ergebnisorientierte Zusammenarbeit wird sicher auch in Zukunft zu guten Verhandlungslösungen führen. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Brunkhorst: Bereits vor 2004 haben wir seitens der Ersatzkassen eine offene und innovative Vertragskultur in Schleswig-Holstein 8

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Titelthema

Verwaltung im Wandel der Selbstverwaltung Der Leiter der Geschäftsstelle Operative Prozesse der KVSH, Ekkehard Becker, hat den Wandel vom Ehrenamt zur Hauptamtlichkeit in allen Facetten miterlebt. Das ist keine Entfernung der Verwaltung von der Selbstverwaltung. Denn mit den hauptamtlichen Vorständen haben wir als Verwaltung auch stets ärztliches Denken im Hause. In Vertragsverhandlungen sitzt haus- und fachärztlicher Sachverstand an unserer Seite. Nahezu täglich anwesende Vorstände, die beratenden Fachausschüsse sowie die Treffen mit den Berufsverbänden schaffen Nähe, mehr Raum und Zeit für das Reifen von Entscheidungen, für Verbesserungen von Prozessen, für mehr Service. Wir hoffen, dass dies auch in den Praxen zu spüren ist.

„Die KVSH war immer ein Haus der kurzen Wege“

Wann habe ich zum letzten Mal mit einem ehrenamtlichen Vorstand zusammengearbeitet? Was war anders? Die Zeit läuft im Sauseschritt und es bleiben nur einzelne Erinnerungen hängen. Im Gedächtnis gespeichert sind Vorstandssitzungen bis weit in die tiefe Nacht hinein. Und die mühsame Terminkoordination mit den ehrenamtlichen Vorständen. Sie war aufwendiger, aber immer machbar. Denn schließlich waren die Ehrenamtler oft und lange im Haus. Sie hatten damals schon den Anspruch, „Profis“ zu sein. Getriebe zwischen ehrenamtlichem Vorstand und Verwaltung war der Hauptgeschäftsführer. Er übersetzte die Erfordernisse des ehrenamtlichen Vorstands auf die Belange der Verwaltung. Die KVSH war immer ein Haus der kurzen Wege, zu Zeiten des Ehrenamts war die Zahl der kurzen Wege halt größer. Heute ist die Zahl der kurzen Wege sehr gering, was für die Verwaltung sicherlich eine Vereinfachung ist.

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Die Hauptamtlichkeit kam im Zuge der vielen Änderungen in unserem Gesundheitswesen. Zu nennen sind die vertragliche Einbindung der Krankenkassen in die Honorarverteilung (die damalige Selbstverwaltungsaufgabe schlechthin) und die Fundamentierung eines Selektivvertragssystems durch HzV und 73c-Verträgen. Zudem haben Regionale Praxisnetze, Ärztegenossenschaft, angestellte Ärzte, MVZ, überregionale Berufsausübungsgemeinschaften sowie die Öffnung der Krankenhäuser für noch mehr ambulante Behandlung die Ausübung vertragsärztlicher Tätigkeit stark beeinflusst. Die Honorarverteilung im Land wird seit 2009 mit Regelungen durchgeführt, die bundesweit gültig sind, die Höhe der MGV wird in Berlin bestimmt. All das wirft viele Fragen in der Verwaltung auf, die frühzeitig diskutiert und oft auch schnell beantwortet sein wollen. Ein ehrenamtlicher Vorstand müsste heute die erforderliche Zeit aufbringen, auf allen gesundheits- und honorarpolitischen Feldern präsent zu sein, ein Familienleben und die eigene Praxis zu führen und den Kontakt zur Basis aufrecht zu erhalten. Er wäre damit wohl so professionell wie die damaligen ehrenamtlichen „Profis“ und der heutige hauptamtliche Vorstand zusammen. Ekkehard Becker, KVSH

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NACHRICHTEN  KOMPAKT KVSH

KVSH

Änderungen Honorarabrechnungsordnung

Infotag für Existenzgründer und Praxisabgeber

Bad Segeberg – Der Vorstand hat in seiner Sitzung am 23. März 2011 mit Wirkung zum 1. April 2011 folgende durch blauen Fettdruck hervorgehobene Änderungen der Honorarabrechnungsordnung beschlossen.

Paragraf 7 Abs. 6 HAO Bei der KV abgelieferte Abrechnungsunterlagen können vom Arzt regelmäßig weder korrigiert noch zurückgefordert werden. Allerdings kann infolge eines zu begründenden Abrechnungsirrtums die Abrechnung einzelner Gebührenpositionen oder Behandlungsfälle zurückgezogen werden. Zieht der Arzt die Abrechnung von Gebührenpositionen oder Behandlungsfällen zurück, die er sowohl gegenüber der KV als auch im Rahmen von Sonderverträgen gemäß §§ 63 ff., 73b, 73 c oder 140a ff. SGB V gegenüber den Vertragspartnern der Sonderverträge abgerechnet hat, besteht kein Anspruch auf Streichung bzw. Korrektur der entsprechenden Leistungen, sofern die KV an diesen Sonderverträgen nicht beteiligt ist. Eine nachträgliche Berichtigung oder Ergänzung der Abrechnungsunterlagen kann beantragt werden, wenn die eingereichte Abrechnung von vornherein erkennbar objektiv unzutreffend war.

Paragraf 7 Abs. 9 HAO Wird die Quartalsabrechnung nicht fristgerecht abgeliefert und ist eine Fristverlängerung gemäß Absatz 8 Satz 2 nicht gewährt worden, so erfolgt für jeden Tag der Überschreitung des Abgabetermins eine Minderung eines Honoraranspruchs um ein Promille. Diese Säumnisgebühr darf 35 Prozent des abgerechneten Gesamthonorars nicht übersteigen. Werden Abrechnungsunterlagen gemäß § 7 Abs. 6 Satz 4 korrigiert, so erfolgt für jeden Tag der Überschreitung des Abgabetermins eine Minderung des Honoraranspruchs für diese Leistungen um ein Promille. Die Säumnisgebühr darf 35 Prozent des für diese Leistungen gezahlten Honorars nicht übersteigen. Die Säumnisgebühren können ganz oder teilweise erlassen werden, wenn der Arzt nachweist, ohne Verschulden die Abrechnung verspätet eingereicht oder eine Fristverlängerung nicht rechtzeitig beantragt zu haben. Seitens der KVSH kann die Durchführung der Abrechnung auf das Folgequartal verschoben werden. Besteht aufgrund nicht vorgelegter Abrechnungen die Gefahr einer Honorarüberzahlung, so kann dies die Sperrung der monatlichen Honorarvorauszahlung zur Folge haben.

Bad Segeberg – Die einen wollen sich niederlassen, die anderen ihre Praxis abgeben. Beide Seiten bringen Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Ärztekammer Schleswig-Holstein und KVSH erneut zusammen und veranstalten bereits zum dritten Mal einen Informationstag für Existenzgründer und Praxisabgeber. Dieser findet am 25. Juni 2011 von 9 bis 17 Uhr im Vitalia Seehotel in Bad Segeberg statt. Alle drei Organisationen wollen den Arztberuf in der Freiberuflichkeit erhalten. Dies wird wegen der gesetzlichen Regelungsdichte in diesem Bereich zunehmend schwieriger. Abgabewillige Ärzte suchen immer länger nach einem Nachfolger und potentiell niederlassungswillige Ärzte scheuen das wirtschaftliche Risiko einer Niederlassung. Vorträge sowohl ausschließlich für Praxisabgeber bzw. für Existenzgründer als auch für beide Gruppen gemeinsam sollen alle wichtigen Informationen vermitteln. Hierfür sind ein Rechtsanwalt sowie ein Steuerberater und Vertreter der Veranstalter als Referenten vorgesehen. Zudem wird ein ehemaliger Existenzgründer über seine Erfahrungen berichten, um Mut zur Niederlassung zu machen und Tipps für die Vermeidung von Fehlern zu geben. Mitarbeiter der Veranstalter stehen den Teilnehmern den ganzen Tag für Rückfragen zur Verfügung. Wertvolle Tips werden auch insbesondere Wiedereinsteiger bekommen, d. h. Ärzte, die noch nichts von den neuen Möglichkeiten für eine Niederlassung wie der halben Zulassung gehört haben. Außerdem erhalten die potentiellen Praxisabgeber im Vorfeld der Veranstaltung die Möglichkeit, ein Praxisexposé einzureichen. Hierfür wird ein Formular auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (www.kvsh.de/ Praxis/Zulassung) bereitgestellt, das nur noch ausgefüllt zu werden braucht, damit es dann am 25. Juni 2011 an interessierte Bewerber verteilt werden kann. Ziel der Veranstaltung ist auch, dass Praxisabgeber und Existenzgründer Kontakte knüpfen. Die Teilnehmergebühr beträgt 35,00 Euro und umfasst die Seminarunterlagen, die Tagungsgetränke und das Mittagessen. Ein Anmeldeformular finden Sie auf der Homepage der KVSH unter www.kvsh.de.

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NACHRICHTEN  KOMPAKT I nternet

K B V - V ersorgungsmesse

Wegweiser für Krebskranke

Innovative Konzepte im Fokus Berlin – Bereits zum zweiten Mal veranstaltet die Kassenärztliche Bundesvereinigung die KBV-Versorgungsmesse, auf der besonders innovative Versorgungsangebote präsentiert werden. Dabei steht diesmal vom 3. bis 5. Mai 2011 die sektorenübergreifende Versorgungsorganisation im Mittelpunkt. Die dreitägige Veranstaltung dient als Plattform für den direkten Austausch zwischen Ärzten und Psychotherapeuten, Krankenkassen und Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung. Sie können sich auf der Messe einen Überblick über das Angebot in diesem Bereich verschaffen sowie Kontakte knüpfen und Kooperationen schließen.

Kiel – Mit der Website www.krebswegweiser-sh.de hat die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft ein umfassendes Online-Angebot für Krebspatienten und ihre Angehörigen geschaffen. In einer Datenbank mit mittlerweile fast 600 Einträgen kann nach Personen und Einrichtungen gesucht werden, die sich an der Versorgung von Krebspatienten in SchleswigHolstein beteiligen. Der Schwerpunkt liegt auf Angeboten der psychosozialen Versorgung, wie z. B. Krebsberatungsstellen, niedergelassenen Psychotherapeuten oder Selbsthilfegruppen. Der Nutzer kann nach bestimmten Themen oder Stichworten suchen, einzelne Suchoptionen miteinander kombinieren oder sich alle Angebote eines Ortes auf der Versorgungslandkarte anzeigen lassen. Weitere Unterstützung bieten ein Glossar, in dem medizinische Fachbegriffe und Hintergrundinformationen zu einzelnen Themenbereichen nachgeschlagen werden können, sowie ein Kalender mit aktuellen Terminen speziell für Krebspatienten. Wer keinen Internetanschluss besitzt oder sich nur einen allgemeinen Überblick verschaffen will, kann sich anhand eines kleinen Begleitheftes informieren, das in den Filialen der schleswig-holsteinischen Sparkassen oder der Geschäftsstelle der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft, Alter Markt 1-2 in Kiel (Tel. 0431 800 10 80) erhältlich ist.

Veranstaltungsort ist die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften in Berlin. Am Hauptveranstaltungstag, dem 4. Mai, stellen rund 30 Aussteller, darunter auch mehrere Ärztenetze, innovative Projekte aus ganz Deutschland vor. Einen Themenschwerpunkt bilden Konzepte zur koordinierten Zusammenarbeit unterschiedlicher Versorgungsbereiche. Weitere Höhepunkte an diesem Tag sind zwei Diskussionsrunden zu Perspektiven der vernetzten Versorgung sowie zur Bedarfs planung, u. a. mit BMG-Abteilungsleiter Dr. Ulrich Orlowski. Der Tag der Ausstellung wird von zwei weiteren Tagen mit Debatten, Fachforen, Workshops und Vorträgen umrahmt: So werden am 3. Mai mit dem Thema „Zukunftsperspektive Praxis“ gezielt Nachwuchsmediziner angesprochen: Im Fokus der Diskussion steht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Darüber hinaus wird der Einsatz von Technologien im sektorenübergreifenden Versorgungsmanagement präsentiert und erörtert. Abschließend wird am letzten Veranstaltungstag, dem 5. Mai, ein Workshop-Programm geboten, bei dem sich die Teilnehmer z. B. über Kooperationsstrukturen und -formen informieren können. Fortbildungspunkte für die Workshops sind beantragt. Parallel werden im Rahmen einer Fachtagung Modelle der georeferenzierten Versorgungsplanung vorgestellt. Besucher können sich ab Mitte März über die Internetseite www.versorgungsmesse.net zur Messe anmelden: Dort steht ein Online-Anmeldeformular für die Veranstaltungsbuchung zur Verfügung und ausführliche Informationen zum Programm.

B undeswehr

Keine Übermittlung von Überweisungsscheinen Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) weist darauf hin, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) nicht dazu verpflichtet sind, Überweisungsscheine von Heilfürsorgeberechtigten bei den Vertragsärzten anzufordern und an die Wehrbereichsverwaltungen zu übermitteln: Seit der Einführung der papierlosen Abrechnung im Bereich der „Sonstigen Kostenträger“ verbleiben die von Truppenärzten der Bundeswehr ausgestellten Überweisungsscheine bei den Vertragsärzten. Die Weiterleitung über die KVen an die Wehrbereichsverwaltungen entfällt. Die Überweisungsscheine der Bundeswehr sind nach dem Behandlungsfall für ein Jahr vom Vertragsarzt aufzubewahren. Die Wehrbereichsverwaltungen sind berechtigt, in dem Aufbewahrungs4 | 2011

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zeitraum die Überweisungsscheine zu Prüfzwecken direkt bei den Vertragsärzten anzufordern. Die Durchführung der direkten Anforderung bei den Vertragsärzten hat zur Zeit jedoch keine abgestimmte Vorgehensweise. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Vertragsverhandlungen das berücksichtigen werden. In letzter Zeit haben die Wehrbereichsverwaltungen die Kassenärztlichen Vereinigungen jedoch dazu aufgefordert, einzelne Überweisungsscheine bei den Vertragsärzten anzufordern und ihnen zu übermitteln. Begründet wurde dieses damit, dass die Wehrbereichsverwaltungen aus haushaltsrechtlichen Gründen dazu verpflichtet seien, etwa ein Drittel der Behandlungsfälle zu überprüfen.

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NACHRICHTEN  KOMPAKT „ W ege zur P flege “

Gesundheitsministerium startet Pflegeportal

Pflege stattgefunden oder sind derzeit in Arbeit. In SchleswigHolstein beispielsweise gibt es seit 2010 die Aktion „Woche der Pflege“, eine landesweite Informationswoche zum Pflegeberuf, die gemeinsam mit der hiesigen Bundesagentur für Arbeit, Schulen und Trägern umgesetzt wurde und in 2011 fortgesetzt wird.

Kiel – Das Gesundheitsministerium in Schleswig-Holstein hat  das Internetportal „Wege zur Pflege“ freigeschaltet. Es bildet den Auftakt einer landesweiten Informationskampagne zum Thema Pflege. Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg sagte zum Start der Internetpräsenz in Kiel: „Das neue Pflegeportal soll jedem auf verständliche Art verschiedene Wege zur Pflege eröffnen.“ Anhand von fiktiven Beispielen, könne jeder den für sich passenden Weg finden, um den Alltag mit pflegebedürftigen Angehörigen besser zu meistern.

Zudem soll in diesem Jahr noch eine Informationskampagne starten, um junge Menschen über die Chancen des Pflegeberufs zu informieren. Die Kampagne soll gemeinsam mit den norddeutschen Bundesländern stattfinden. „In Schleswig-Holstein gibt es viele tausende Pflegekräfte, die täglich hervorragende Arbeit mit Menschen und für Menschen leisten. Ich wünsche mir, dass ihre Arbeit und das Thema Pflege sichtbarer werden. Dafür wollen wir im Land offensiv ein Zeichen setzen – für Pflege“, sagte Garg. Ein Logo gibt es bereits. Das Signet „Pro.Pflege Schleswig-Holstein“ soll künftig dazu beitragen, das Engagement des Landes nach außen sichtbar zu machen.

Unter www.pflege.schleswig-holstein.de finden Interessierte Informationen zu verschiedenen  Wohnformen, zum Feststellen von Pflegestufen und Demenz sowie  Angaben zu Pflegeeinrichtungen und Beratungsstellen. Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene haben bereits diverse Aktivitäten zum Thema

Das Gesundheitsministerium stellt außerdem eine Postkartenserie zur Bewerbung von www.pflege.schleswig-holstein.de in den Wartezimmern zur Verfügung. Die Postkarten können bei der Formularausgabe der KVSH unter der Durchwahl 04551 883 250 oder per E-Mail über formular@kvsh.de bestellt werden.

M edikamentenempfehlungen

Gratis-Ärztejournale oft unkritisch Berlin – Ärzte-Zeitschriften, die sich über Anzeigen der Pharmaindustrie finanzieren, raten einer aktuellen Studie zufolge eher zur Verschreibung von neuen, umstrittenen Medikamenten. „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing! Das mussten wir leider feststellen“, erklärt dazu Prof. Karl Wegscheider vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Bei zwei der elf untersuchten Journalen konnte die Forschergruppe aus Hamburg, Göttingen, Marburg und Toronto (Kanada) sogar zeigen, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Empfehlung mehr als verdoppelt, wenn eine Anzeige geschaltet wurde. Um Erkenntnisse aus der Wissenschaft in der Praxis zu nutzen, würden niedergelassene Mediziner vor allem zwei Arten von Zeitschriften lesen, berichten die Wissenschaftler: „Glänzend aufgemachte, aber überwiegend durch Anzeigen finan12

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zierte Zeitschriften, die gratis an Arztpraxen geschickt werden; und nüchterne, anzeigenfreie, die ausschließlich von ihren Abonnenten getragen werden.“ Die anzeigenfinanzierten Fortbildungszeitschriften neigten zu einer unkritischen Berichterstattung über innovative Arzneimittel, schreiben die Forscher. Wegscheider: „Die Studie zeigt, dass die Tendenz, die Verschreibung eines Medikaments zu empfehlen, von der Finanzierung der jeweiligen Zeitschrift abhängt.“ Bei einzelnen Gratismagazinen konnten die Wissenschaftler sogar nachweisen, dass eine Empfehlung im redaktionellen Teil mit dem Vorhandensein von Anzeigen im gleichen Heft korreliert. Für die aktuelle Studie werteten die Forscher 465 Ausgaben von elf viel gelesenen deutschen Fortbildungszeitschriften aus – und fanden 638 Anzeigen für neue Medikamente sowie 497 redaktionelle Beiträge mit einer Empfehlung dafür oder dagegen. Das Ergebnis: Während werbefreie Magazine dazu neigen, von einer Verschreibung der genannten Medikamente abzuraten, gilt für anzeigenabhängige Gratisjournale das Gegenteil. Die Studie ist erschienen im Journal der „Canadian Medical Association“ (doi: 10.1503/cmaj.100951). ak t u e l l

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NACHRICHTEN  KOMPAKT W arnung

I nfoportal

Möglicherweise gefährliche Medizinprodukte in Umlauf

Schmerztherapieführer online

Kiel – Das Landesamt für soziale Dienste Schleswig-Holstein, Abteilung Gesundheitsschutz, warnt vor möglicherweise fehlerhaften chirurgischen Einmalinstrumenten. Da eine Gefährdung von Patienten bei der Anwendung der folgenden Produkte zurzeit nicht ausgeschlossen werden kann, sollen diese Produkte bis zur genauen Klärung des Sachverhaltes nicht angewendet werden: Es handelt sich um chirurgische, als steril gekennzeichnete Einmalinstrumente der Firma Batu Medical Hannover bzw. der Batu Vertriebs GmbH Hamburg oder der Batu Vertriebs GmbH München. Es besteht der begründete Verdacht, dass unrechtmäßig mit dem CE-Kennzeichen und der Kennnummer 0482 versehene, chirurgische Einmalprodukte in Verkehr gebracht wurden. Aufgrund der fehlerhaften Kennzeichnung ist nicht sicher, dass die genannten Produkte alle erforderlichen Prozeduren durchlaufen haben. Die Produkte sind deshalb möglicherweise nicht sachgemäß sterilisiert. Daneben sind die „sterilen“ Instrumente nicht normenkonform verpackt. Beispielsweise sind Klemmen und Wundspreizer ungeschützt in einer Peeltüte verpackt. Die Verpackung könnte durch die nicht geschützten, teilweise scharfen Instrumente beschädigt, die Instrumente unsteril werden. Die betroffenen Instrumente sind auf dem Schweizer Markt gefunden worden. Ob die genannten Produkte auch auf dem deutschen Markt in Umlauf sind, ist zurzeit nicht geklärt.

Bitte informieren Sie das Landesamt für soziale Dienste, Abteilung Gesundheitsschutz, wenn Ihnen Informationen zu den genannten Produkten vorliegen oder bekannt werden unter: Landesamt für soziale Dienste Abteilung Gesundheitsschutz Adolf-Westphal-Straße 4, 24143 Kiel Telefon 0431 988 0, Fax 0431 988 5416

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Kiel – Wer an Migräne, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und anderen chronischen Schmerzen leidet, möchte in erster Linie erfahren, wo Hilfe vor Ort zu finden ist. Als neuen Wegweiser für eine moderne Versorgungslandschaft hat Prof. Dr. Hartmut Göbel (Chefarzt der Schmerzklinik Kiel) einen Schmerztherapieführer für Schleswig-Holstein zusammengestellt. Das neue Infoportal findet sich im Internet unter der Adresse www.schmerztherapie-sh.de. Prof. Dr. Göbel erklärt den Hintergrund des neuen Angebots: „Oft dauert es viele Jahre, bis Patientinnen und Patienten Kenntnis von zeitgemäßen Behandlungsmöglichkeiten und Therapiezentren bekommen. Um spezialisierte Praxen und Kliniken in Schleswig-Holstein schnell und gezielt zu finden, haben wir die Adressen jetzt erstmals zusammengestellt.“ Die Seiten geben einen Überblick über ambulante und stationäre Behandlungsangebote bei chronischen Schmerzen. Adressen und Informationen zur koordinierten und vernetzten Versorgung in der Schmerztherapie in Schleswig-Holstein können ausfindig gemacht werden. Auch Informationen zur Palliativmedizin und Hospize in Schleswig-Holstein werden zur Verfügung gestellt. Aktuelle Angaben zu Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen helfen Betroffenen und Angehörigen gezielt weiter.

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gesundheitspolitik V orstandswahl

Mehrheit für Köhler und Müller KBV-Vertreterversammlung bestätigte den bisherigen Vorstand.

Dr. Andreas Köhler (l.) und Dr. Carl-Heinz Müller (r.) stehen auch in den nächsten sechs Jahren an der Spitze der KBV.

Vier Wochen eher als vorgesehen sorgten die 60 Mitglieder der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für klare Verhältnisse an der KBV-Spitze. Dr. Andreas Köhler, seit 2005 Vorstandsvorsitzender der KBV, und Dr. Carl-Heinz Müller, seit 2007 sein Stellvertreter, wurden bereits auf der konstituierenden Sitzung des neu zusammengesetzten Ärzteparlaments im März mit großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt. Zuvor hatten die Delegierten einem Antrag zugestimmt, die zunächst für April geplante Wahl des Vorstandes vorzuziehen. Für die Antragsteller begründete Dr. Uwe Kraffel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Berlins, die Notwendigkeit einer früheren Entscheidung über die Zusammensetzung des Vorstandes mit der gesundheitspolitischen Großwetterlage. In einer Zeit, in der die Arbeiten der Bundesregierung am geplanten GKV-Versorgungsgesetz zügig voranschritten, müsse die KBV handlungsfähig sein. Dieser Sicht schloss sich die Mehrheit der Delegierten an und votierte für eine Vorverlegung der Wahlen. Gegenkandidaten für den bisherigen Vorstand Sowohl Köhler, der erneut für den fachärztlichen Vorstandsposten kandidierte, als auch Müller, bisheriger hausärztlicher Vorstand, sahen sich Herausforderern gegenüber. Gegen Köhler trat der Vorsitzende des NAV Virchow Bundes, der Hamburger HNO-Arzt Dr. Dirk Heinrich, an. Um das Amt des hausärztlichen Vorstandsmitglieds bewarb sich neben Müller der Vorsitzende der Ärztevereinigung Medi Deutschland, Dr. Werner Baumgärtner aus Stuttgart. 14

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Die Herausforderer übten deutliche Kritik am bisherigen Führungsduo. Die Mehrheit der Ärzte, so Baumgärtner (59), wolle einen personellen Wechsel an der Spitze der KBV. Insbesondere an der Honorarpolitik der KBV ließ der Herausforderer kein gutes Haar und forderte feste Preise und mehr Planungssicherheit. Er warb für ein „geordnetes Miteinander“ von Kollektiv- und Selektivverträgen und wies die Kritik, dass Selektivverträge die kollektivvertragliche Versorgung gefährdeten, zurück. Dies, so Baumgärtner, belegten Zahlen aus Baden-Württemberg. Schlechte Noten stellte er auch der Öffentlichkeitsarbeit des Vorstandes aus. Heinrich bemängelte, dass sich die KBV zu weit von der ärztlichen Basis entfernt habe. Deshalb sei eine Reform der Selbstverwaltung notwendig. Die Honorarverteilung müsse künftig wieder in den regionalen KVen geregelt werden. Der 51-Jährige bezeichnete den Kollektivvertrag als eine Errungenschaft der Ärzteschaft, die es zu bewahren gelte und warb für ein sinnvolles Miteinander der Vertragsformen. Müller fordert Rückkehr zur Einzelleistungsvergütung Müller bewertete die bisherige Vorstandsarbeit als erfolgreich, räumte aber auch Fehler ein. Er kündigte an, künftig den Vorsitzenden der Vertreterversammlung und seine Stellvertreter stärker in die Vorstandsarbeit einbeziehen und den Kontakt zu den Berufsverbänden intensivieren zu wollen. Auch die regionalen Interessen der Länder-KVen sollen nach Müllers Auffassung besser Gehör finden. Sein Vorschlag: Ein neues Beratungsgremium mit zwölf Mitgliedern aus den Reihen der KVen, die eng in die Vorstandsarbeit eingebunden werden. ak t u e l l

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gesundheitspolitik

Unterlag gegen den alten und neuen KBV-Chef Köhler: Dr. Dirk Heinrich aus Hamburg.

Bewarb sich um den Posten des hausärztlichen KBV-Vorstands: Dr. Werner Baumgärtner.

In seiner Bewerbungsrede forderte er eine Rückkehr zur Einzelleistungsvergütung. Die ärztliche Leistung müsse sich in der Honorierung widerspiegeln. Das gehe mit Pauschalen nicht, so Müller. Als weitere Vorhaben, die er als hausärztlicher Vorstand der KBV vorantreiben wolle, nannte der 55-jährige Allgemeinmediziner die Stärkung der Kostenerstattung, den Schutz der Freiberuflichkeit und eine Abschaffung der Regresse. Ärzte sollten künftig nur noch den Wirkstoff verordnen. Es gebe gute Chancen, so Müller, in dieser Frage mit dem geplanten Versorgungsgesetz voranzukommen.

Als eine wesentliche Herausforderung bezeichnete Köhler den drohenden Ärztemangel. Er forderte eine flexible Bedarfsplanung und die Erweiterung der Möglichkeiten der Kostenerstattung. Darüber hinaus sprach er sich für eine „komplette Regionalisierung“ der Honorarverteilung aus. Diese solle künftig in die alleinige Zuständigkeit der Kassenärztlichen Vereinigung in den Ländern fallen, damit die KVen besser auf die regionale Versorgungssituation reagieren könnten.

Köhler für die Regionalisierung der Honorarverteilung Der KBV-Chef zeigte sich in seiner Bewerbungsrede für das Amt des fachärztlichen Vorstandsmitgliedes gewohnt selbstbewusst. Dem Vorwurf, es mangele der Arbeit des bisherigen KBVVorstandes an Transparenz, hielt er entgegen, dass keine grundsätzlichen Entscheidungen ohne eine vorherige Beratung in der Vertreterversammlung getroffen worden seien. Auch die Kritik, er kommuniziere zu wenig mit der Basis, wies der 50-jährige Arzt und Betriebswirt zurück. Dies sei keine Hauptaufgabe der KBV, vielmehr seien die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen hierfür zuständig. Allerdings bekannte sich Köhler, wie zuvor schon Müller, zu einer stärken Einbindung des Vorsitzenden der Vertreterversammlung und seiner Stellvertreter in die künftige Vorstandsarbeit.

Auch auf die Kritik an der Außendarstellung der KBV, vor allem an seinem persönlichen Auftreten, ging Köhler ein, nachdem Baumgärtner zuvor an einen Auftritt des KBV-Chefs in einer ARDTalkshow vor zwei Jahren erinnert hatte. „Sie können aus einem Ackergaul kein Zirkuspferd machen“, entgegnete Köhler seinen Kritikern – und wies auf die Vorteile hin: Ein Ackergaul ziehe beständig seine Furchen. Das sei für die gemeinsame Sache wichtiger als Auftritte als „schillerndes, aber neurotisches Zirkuspferd“. Klare Mehrheiten für die Amtsinhaber In der Abstimmung setzten sich die Amtsinhaber gegen ihre Kontrahenten durch. Müller konnte 40 Stimmen auf sich vereinen, auf Baumgärtner entfielen nur 19 Stimmen. Ähnlich die Mehrheitsverhältnisse bei der Wahl des fachärztlichen Vorstandsmitgliedes: 39 Stimmen für Köhler standen 19 für seinen Gegenkandidaten Heinrich gegenüber. Nach der Satzung der KBV bestimmt die Versammlung aus den gewählten Vorstandsmitgliedern den Vorstandsvorsitzenden. Für diese Position stand nur Köhler zur Wahl. Er erhielt 42 Stimmen und wird damit weitere sechs Jahre die Geschäfte der KBV leiten. Neuer Vorsitzender der Vertreterversammlung Auch an der Spitze der Vertreterversammlung sorgten die Delegierten für neue Gesichter. Sie wählten den Psychologischen Psychotherapeuten Hans-Jochen Weidhaas aus dem rheinlandpfälzischen Bad Dürkheim zum Vorsitzenden. Mit dem 58-Jährigen, der seit 1987 an verschiedenen Stellen in der Selbstverwaltung berufspolitisch engagiert ist, steht der Vertreterversammlung erstmals ein Psychotherapeut vor. Zu seinem ersten Stellvertreter bestimmten die Mitglieder der Versammlung Dr. Stefan Windau, 51, aus Leipzig. Der hausärztlich tätige Internist ist auch Vorsitzender der Vertreterversammlung der KV Sachsen. Neuer zweiter stellvertretender Vorsitzender wurde der 48-jährige Düsseldorfer Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. Andreas Gassen, der in der KV Nordrhein und in verschiedenen Berufsverbänden aktiv ist. Delf Kröger, KVSH

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PRAXIS  &  KV e gk - G eräte

Pauschalen – jetzt beantragen!

Ab dem 1. Oktober 2011 werden auch die schleswig-holsteinischen Kostenträger elektronische Gesundheitskarten (eGK) an ihre Versicherten ausgeben. Nach dem Rollout der erforderlichen Geräte in der KV Region Nordrhein im Jahr 2008, erfolgt nun der Rollout im restlichen Bundesgebiet. Bei der Funktionalität der Karte bleibt erst einmal alles beim gewohnten Bild. Es werden von den Karten die Versichertendaten direkt ins Praxissystem eingelesen, wie seit 1994. Die Karte an sich hat einen technischen Wandel durchlaufen, im Gegensatz zur bisherigen Krankenversichertenkarte ist die neue elektronische Gesundheitskarte eine Karte mit einem Prozessorchip. Sie kann somit nicht nur als reine Speicherkarte dienen, sondern vielmehr wie ein kleiner Computer genutzt werden. Auf dem Kartenkörper selbst wird es erstmalig ein Foto des Versicherten geben, sicherlich ist dieses im ersten Schritt das markanteste Merkmal der neuen Kartengeneration. Durch die Verwendung der neuen Kartentechnologie ist auch die Beschaffung neuer Kartenlesegeräte in den Praxen erforderlich. Im Rahmen des sogenannten Basisrolloutes wurden hierfür auf Bundesebene einheitliche Pauschalen für die Erstattung der beschafften Geräte verhandelt.

stationärer und mobiler Kartenleser finanziell mit einer Pauschale zu fördern. Die Geräte müssen sowohl für den Basisrollout als auch für spätere Anwendungen einsetzbar sein. Pauschalen gibt es für stationäre und mobile Lesegeräte sowie für die Installation der Geräte. Der Erstattungszeitraum beginnt ab sofort und endet am 30. September 2011. Kernstück dieses Erstattungsverfahrens ist der Erstattungsbogen. Auf diesem Bogen bestätigt die Praxis die Anzahl der beschafften, förderungsfähigen Geräte in der Praxis. Durch die Anforderung der Erstattungsgelder über den Erstattungsbogen entfällt das Einreichen von Rechnungsbelegen. Neben dem papiergeführten Bogen gibt es natürlich unter www.ekvsh.de im Verzeichnis der Unterschriftenmappe eine digitale Variante des Bogens. Unter www.ekvsh.de können Sie sich im Pauschalenrechner die mögliche Anzahl der förderungsfähigen Geräte für Ihre Praxis individuell ansehen. Das Erstattungsverfahren selbst kann in wenigen Schritten durchlaufen werden.

Der Spitzenverband der Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben vereinbart, die Anschaffung geeigneter

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PRAXIS  & KV

1. Feststellung der Anzahl der förderungsfähigen Geräte: • Jede Einzelpraxis erhält eine Pauschale für ein stationäres Lesegerät in Höhe von 355 Euro und eine Installationspauschale von 215 Euro •

Unter dem Onlineportal der KVSH finden Sie einen interaktiven Erstattungsbogen. Dieser befindet sich im geschützten Bereich www.ekvsh.de unter der Rubrik „Unterschriftenmappe“. Sie können den Erstattungsbogen dort auch online ausfüllen, und erhalten interaktiv einen Einblick über die möglichen Pauschalen für Ihre Praxis.

Berufsausübungsgemeinschaften (inkl. MVZ) bzw. Gemeinschaftspraxen mit bis zu drei Mitgliedern erhalten die Pauschale für ein stationäres Gerät, bei vier bis sechs Mitgliedern für zwei Geräte, ab sieben Mitgliedern für drei Lesegeräte

2. Beschaffung der Geräte. Nähere Informationen über die neuen Lesegeräte der eGK finden Sie im Internet unter www.kvsh.de oder www.kv-telematik.de.

Jedes Mitglied der KVSH, das Hausbesuche macht, hat ein Anrecht auf ein mobiles Lesegerät. Die Pauschale hierfür beträgt 280 Euro. Dasselbe gilt für den Einsatz in Fremdpraxen (zum Beispiel für Anästhesisten)

3. Ausfüllen des Erstattungsbogens. Nachdem Sie alle Geräte in die Praxis geliefert bekommen haben, können Sie als letzten Schritt den Erstattungsbogen an die KV Schleswig-Holstein senden.

Berufsausübungsgemeinschaften können sich anstelle von mobilen Geräten weitere stationäre Geräte anschaffen. Die Pauschale für ein mobiles Gerät wird entsprechend in die Pauschale für ein stationäres Gerät umgewandelt

Nähere Informationen zum gesamten Verfahren und zu den Geräten erhalten Sie natürlich auch auf unserer Internetseite www.kvsh.de , dem kommenden Infomarkt im April und im Rahmen eines persönlichen Informationspaketes. Dieses wird Ihnen in den kommenden Tagen in die Praxis geschickt. Timo Rickers, KVSH

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein trauert um Herrn

Dr. med. Hans-Holger Prillwitz Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie Der Verstorbene war Mitglied der Abgeordnetenversammlung und des Zulassungsausschusses, sowie als stellvertretendes Mitglied des Fachausschusses für Fachärzte der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Herr Dr. Prillwitz war ein geschätzter Kollege und hat die Interessen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Schleswig-Holsteins hervorragend vertreten. Sein plötzlicher Tod macht uns betroffen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie. Die Abgeordnetenversammlung Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein

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PRAXIS  &  KV I nternet

Schlechte Noten für Arztbewertungsportale

Kommerziell betriebene Arztbewertungsportale im Internet haben Konjunktur, dabei lässt die Qualität der einzelnen Auftritte allerdings häufig zu wünschen übrig. Der Schutz vor Missbrauch ist in vielen Portalen nicht gegeben, die Qualität der Daten ist oft miserabel und ein echter Nutzen für die Patienten nicht erkennbar. Wer als Patient seinen Arzt benoten möchte, findet dazu im Internet mittlerweile eine Vielzahl von kommerziellen Arztbewertungsportalen. Die dort zu findenden Einträge sorgen allerdings bei vielen Ärzten für Verärgerung. Sie sind oft veraltet oder wirken manchmal sogar willkürlich veröffentlicht. So wunderte sich Dr. Gunthram Heidbreder aus Norderstedt nicht schlecht, als er in den Bewertungsplattformen QYPE und TIPDOO zwei Einträge über sich fand, deren Wahrheitsgehalt er zu Recht bezweifelt. Die Bewertungen stammten nämlich aus den Jahren 2009 und 2010. Heidbreder ist allerdings schon seit Ende 2006 nicht mehr ärztlich tätig. Mit der Datenqualität scheinen es viele Portalbetreiber also nicht so genau zu nehmen. Auch die Missbrauchsanfälligkeit ist enorm, denn zur Anmeldung reicht meist schon die Angabe einer E-Mail-Adresse aus. Bei einigen Portale muss man sich nicht einmal registrieren lassen. Mehrfachbewertungen unter dem Schutz der Anonymität sind so Tür und Tor geöffnet.

betreffenden Gutachten Stellung zu nehmen und ihr Angebot entsprechend zu überarbeiten. Beurteilungsgrundlage war dabei ein zusammen mit Juristen und Experten aus dem Bereich der Qualitätssicherung erarbeiteter fester Kriterienkatalog. Sieben der zehn Internetseiten stimmten einer Veröffentlichung der sie betreffenden Gutachten im Internet auf www.arztbewertungsportale.de zu, lediglich DocInsider.de, Ensando.de und Med.de lehnten das ab.

Ein Problem aller Portale ist, das keines eine repräsentative Mindestanzahl von Bewertungen pro Arzt sammelt, bevor der Eintrag veröffentlicht wird. Es gibt offenkundig einfach noch nicht genügend Patienten, die sich in die Portale eintragen. So wirken schon relativ wenige Einträge sehr schnell tendenziös, denn ein oder zwei Bewertungen pro Arzt sind zwar in keiner Weise aussagekräftig, können aber das Stimmungsbild über einen Arzt entscheidend prägen.

Das wenig überraschende Ergebnis Alle Portale haben bei den Punkten „Transparenz“ und „Verlässlichkeit“ Nachbesserungsbedarf. Die wichtigsten Kritikpunkte: Kein Betreiber räumt Ärzten die Möglichkeit ein, Bewertungen schon vor der Veröffentlichung einzusehen oder abzulehnen. Auch über den Eingang einer Bewertung wird der Arzt nicht informiert. Häufig fehlt außerdem eine verlässliche Angabe zur Aktualität der vorhandenen Einträge. Außerdem war die Reihenfolge der Trefferdarstellung war bei jedem zweiten Portal nicht nachzuvollziehen. Das ist natürlich bei kommerziell orientierten Anbietern, die sich unter anderem über kostenpflichtige „Premiumeinträge“ finanzieren, die besonders attraktiv und unabhängig vom Bewertungsergebnis gelistet werden, ein echtes Problem.

Clearingverfahren für Portale Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat sich des Problems nun angenommen und bewertete im Auftrag von Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Bundesärztekammer die Qualität der zehn wichtigsten kommerziellen Arztbewertungsportale. Die Portalbetreiber erhielten die Möglichkeit, zu den sie 18

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Corinna Schäfer vom ÄZQ erklärt die Herangehensweise. „Wir haben bewusst kein Ranking der einzelnen Anbieter erstellt. Die Gewichtung der von uns geprüften Kriterien kann jeder Nutzer selbst vornehmen, je nachdem, ob er beispielsweise die Verständlichkeit des Bewertungsverfahrens, den Schutz gegen Täuschungsmanöver oder die Trennung von Information und Werbung am wichtigsten findet.“

Jakob Wilder, KVSH

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PRAXIS  & KV

Die wichtigsten Portale im Überblick Arzt-Auskunft.de

Topmedic.de

„Arzt-Auskunft.de“ erfüllt mehr als die Hälfte der Qualitätskriterien der Checkliste. Nicht erfüllt wurden die Punkte „Aktualität der Arzteinträge“, „Registrierung“, „Schutzmaßnahmen gegen Mehrfachbewertungen und gegen Täuschungsmanöver“.

„Topmedic“ erfüllt mehr als die Hälfte der Kriterien der Checkliste. Nicht erfüllt wurden „Finanzierung des Angebots“, „Bezugsquellen für Arzteinträge“, „Aktualität der Arzteinträge“, „Registrierung“, „Maßnahmen gegen Mehrfachbewertungen und Schutzmaßnahmen gegen Täuschungsmanöver.“

imedo.de

Sanego.de

„imedo.de“ erfüllt die Mehrheit der Qualitätskriterien der Checkliste. Nicht erfüllt wurden die Punkte „Aktualität der Arzteinträge“, „Information von Ärzten über die Aufnahme“, „Information vor der Veröffentlichung der Bewertung“, „Überprüfung von Bewertungen und Darstellung des Prüfungsverfahrens“, „Mindestanzahl an Bewertungen und Schutzmaßnahmen gegen Täuschungsmanöver“.

„sanego.de“ erfüllt die Hälfte der Qualitätskriterien der Checkliste. Nicht erfüllt wurden „Trennung von Werbung und Inhalt“, „Bezugsquellen für Arzteinträge“, „Aktualität der Arzteinträge“, „Registrierung“, „Schutzmaßnahmen gegen Mehrfachbewertungen und gegen Täuschungsmanöver“ sowie „Schutzmaßnahmen gegen Schmähkritik“.

Jameda.de

Arztempfehlung.com

„jameda.de“ erfüllt die Mehrzahl der Qualitätskriterien der Checkliste. Nicht erfüllt wurden: „Informationen der Ärzte über die Aufnahme in das Portal“, „Informationen von Ärzten über Bewertungen vor der Veröffentlichung“, „zeitnahe Rückmeldungen über Missbrauchsmeldungen“, „Gliederung und Navigation der Portalseiten“, „Mindestanzahl an Bewertungen“ und „Barrierefreiheit“.

„Arztempfehlung.com“ erfüllt weniger als die Hälfte der Qualitätskriterien der Checkliste. Nicht erfüllt wurden die Punkte „Identifizierung der Identität des Betreibers“, „Angaben zur Finanzierung des Angebots“, „Trennung von Werbung und Inhalt“, „Bezugsquellen für Arzteinträge“, „Aktualität der Arzteinträge“ und „Löschung personenbezogener Daten“.

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Medführer.de

Die vollständigen Gutachten können Sie unter www.arztbewertungsportale.de einsehen.

„Medführer.de“ erfüllt weniger als die Hälfte der Qualitätskriterien der Checkliste. Nicht erfüllt wurden die Punkte „Angaben zur Finanzierung des Angebots“, „Trennung von Werbung und Inhalt“, „Bezugsquellen für Arzteinträge“, „Aktualität der Arzteinträge“, „Überprüfung von Bewertungen und Darstellung des Prüfungsverfahrens“ sowie „Schutzmaßnahmen gegen Mehrfachbewertungen und Täuschungsmanöver“.

Keine Angst vor Querulanten Fragen an Prof. Dr. Daniel Strech, Medizinische Hochschule Hannover, der eine Untersuchung über die Abbildung von Patientenzufriedenheit in Arztbewertungsportalen durchführte. Nordlicht: Welcher Typ von Patient trägt sich auf Arztbewertungsportalen ein? Prof. Dr. Daniel Strech: Bislang wurde noch nicht belegt, dass sich zur Hauptsache Querulanten in den Portalen verewigen. Auch die Hotelbranche hatte am Anfang diese Befürchtung. Die Erfahrung zeigt, dass die Nutzer in einen Dialog darüber eintreten, welche Art von Bewertung für sie nützlich ist. Pauschale Diffamierungen sind da nicht hilfreich und es ist deshalb eine Tendenz zu qualitativ höherwertigen Beurteilungen erkennbar.

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Nordlicht: Kann ein Patient die fachliche Kompetenz und die Qualität medizinischer Leistungen eines Arztes überhaupt bewerten? Strech: Natürlich gibt es Streit darüber, welche Aspekte eines Praxisbesuchs ein Patient beurteilen kann. Was er aber zweifellos beurteilen kann, ist die Arzt-Patienten-Kommunikation, die Frage also, ob er den Arzt verstanden hat. Er kann ganz klar beurteilen, ob er insgesamt mit dem Besuch in der Praxis zufrieden war.

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PRAXIS  & KV K reditvergabe

Was ist eigentlich Rating? Wir erinnern uns: Griechenland wurde unlängst von den großen Rating-Agenturen (zum Beispiel Moody´s) abgewertet und muss jetzt höhere Zinsen für Kredite als andere Staaten bezahlen.

Unter Rating versteht man ein standardisiertes Verfahren zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage und der zukünftigen Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens, der Bonität. Es wird regelmäßig erneuert, um Veränderungen der Bonität im Laufe der Zeit zu überprüfen. Aber auch kleine und mittelständische Unternehmen (wie z. B. Arztpraxen) unterliegen dem Rating. Dies erfolgt dann nicht durch eine Rating-Agentur, sondern durch die Banken. Jedes Bankinstitut hat hierfür seine eigene Formel. Eines ist den Verfahren jedoch gemeinsam: Sie verwenden nicht nur sogenannte quantitative Faktoren, sondern zunehmend auch qualitative Faktoren (Soft Facts). Praktisch erhält jeder Bankkunde vor einer Kreditvergabe eine Ratingnote. Als quantitative Faktoren bezeichnet man beispielsweise die Kapitalstruktur der Praxis, die Liquiditätssituation, die EinnahmenAusgaben-Situation oder die Kapitalsdienstfähigkeit. Unter qualitativen Faktoren versteht man z. B. Managementqualitäten des Chefs, die Organisationsstruktur der Praxis, die Markt- und Wettbewerbssituation, Prognosequalität der Unternehmensplanung und vor allem das Kontoverhalten und die Informationswilligkeit gegenüber der Bank. Die Ratingnote gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Bank erwartet, dass der Kunde innerhalb des nächsten Jahres Probleme haben wird, seinen Zins- und Tilgungsleistungen nachzukommen. Hintergrund: Basel II Basel ist Sitz der Bankenaufsicht. 1988 wurde die erste Richtlinie zum Schutz gegen Bankenpleiten (Basel I) verabschiedet. 2004 folgte eine neue Richtlinie (Basel II), die die Höhe der Eigenkapitalunterlegung bei der Kreditvergabe an die tatsächliche Kreditwürdigkeit des einzelnen Bankkunden koppelt.

Konkret bedeutet das für die Bank: Je sicherer sie mit der Rückzahlung rechnen kann, desto geringer ist das Ausfallrisiko und desto weniger Eigenkapital muss sie für diesen Kredit bereithalten. Für den Kunden bedeutet es, dass er bei guter Bonität weniger Zinsen zahlen muss bzw. leichter ein Darlehen bekommen wird. Das Rating-Ergebnis hat den größten Einfluss auf die Kreditentscheidung und den Zinssatz ihrer Bank. Je schlechter die Bonität, desto höher die Zinsen. Daher gibt es „risikogerechte Zinsen“ in Abhängigkeit von dieser Note. Unterlagen regelmäßig einreichen Daher ist es nicht empfehlenswert, seinem Kreditinstitut die jeweils aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) oder andere Unterlagen vorzuenthalten, weil diese gerade nicht zur Hand sind oder die nötige Zeit fehlt. Das Kreditinstitut ist verpflichtet diese Daten einzufordern. Auch der sorglose Umgang mit der Kontokorrentlinie wenn diese überzogen wird, kann zu erheblichen Problemen führen. Wichtig ist deshalb eine regelmäßige Liquiditätsüberwachung. Informieren Sie Ihre Bank, wenn sich in Ihrer wirtschaftlichen Situation etwas geändert hat und besprechen Sie notfalls eine Lösung. Existenzgründer können noch keine Zahlen vorlegen. Deshalb wird vor der Kreditvergabe von den Banken in der Regel u. a. ein Geschäftsplan (Businessplan), Kostenvoranschläge für Geräte oder Umbaumaßnahmen, ein Lebenslauf, Unterlagen über die zu übernehmende Praxis etc. angefordert. Halten Sie diese für das Finanzierungsgespräch mit der Bank möglichst vollständig bereit. Bei Inanspruchnahme von öffentlichen Mitteln (KfW) keine Verträge vor Finanzierungszusage abschließen! Weitere Informationen: Marion Grosse Tel. 04551 883 343 Marion Grosse,Betriebswirtschaftliche Beratung der KVSH

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PRAXIS  &  KV B etreuung S c hwerstkranker

Mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung

Die Umsetzung der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) in Schleswig-Holstein ist einen wichtigen Schritt voran gekommen. Seit dem 1. April 2007 besteht ein gesetzlicher Anspruch auf die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV). Die Krankenkassen (außer dem BKK LV-Nord) schlossen zum 1. Oktober 2010 den letzten Vertrag zur Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung. Die professionelle Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden in der häuslichen Umgebung in Schleswig-Holstein ist damit jetzt landesweit vertraglich sichergestellt. Oberste Zielsetzung war die Schaffung eines kassenartenübergreifenden und einheitlichen Vertrages. Vorangegangen war eine Bedarfsplanung, die acht Versorgungsregionen ergab und in der auch bestehende Strukturen berücksichtigt werden sollten. Unter Federführung des Ersatzkassenverbandes und der AOK NordWest wurden in den vergangenen zwei Jahren landesweit insgesamt neun Verträge mit regionalen Palliativ-Care-Teams (PCT) verhandelt und abgeschlossen. Neben den acht Versorgungsregionen wurde ein zusätzlicher Vertrag für die landesweite Versorgung von Kindern und Jugendlichen (SAPPV) abgeschlossen.“ „Wir haben damit beste Voraussetzungen geschaffen, dass alle unheilbar kranken Menschen in Schleswig-Holstein auf Wunsch in der familiären häuslichen Umgebung professionell betreut und in Geborgenheit die letzte Lebenszeit mit ihren Angehörigen verbringen können“, so Dr. Dieter Paffrath, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest, und Dietmar Katzer, Leiter des Ersatzkassenverbandes (vdek) in Schleswig-Holstein.

Die Koordinierungsstellen der SAPV- Teams sind wie folgt erreichbar: 1. SAPV Team Kiel DRK-Anschar-Schwesternschaft e.V. Tel. 0431 14962-18 2. PCT Steinburg-Pinneberg-Dithmarschen DRK-Schwesternschaft Ostpreussen e.V. Tel. 04821 958093 (Itzehoe), Tel. 04121 9079510 (Elmshorn) Tel. 04832 55000 (Meldorf) 3. Palliativnetz östliches Holstein e.V. (PöH) Diakonie Sozialstationen gGmbH Tel. 04521 802451 4. Netzwerk Palliative Care im Kreis Herzogtum Lauenburg e.V., Tel. 04542 8226370 5. Palliativnetz Travebogen gGmbH 0451 7098497 6. Hospiz- und PalliativNetz Neumünster Pflegezentrum am Sachsenring GmbH Tel. 04321 4051 000

Landes-Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg lobt das Engagement aller Beteiligten. „Es ist erfreulich, dass Patienten und Angehörige jetzt landesweit von der speziellen Hilfe und Erfahrung der PCT profitieren können. Die Umsetzung konnte nur deshalb so rasch realisiert werden, weil die Leistungserbringer in den vorher weitestgehend ehrenamtlichen Strukturen auch als künftige Netzpartner gewonnen werden konnten.

7. Palliative Care Netz Nord Katharinen Hospiz am Park gGmbH Tel. 0461 503268

In den letzten Wochen wurde der Vertrag gemeinsam von Leistungserbringern und Kostenträgern evaluiert und weiterentwickelt. Derzeit laufen noch Verhandlungen über eine Anpassung der Vergütung.

9. SAPPV, DRK-Heinrich-Schwesternschaft e.V. Tel. 0431 12211 42

Insgesamt wurden im Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis 31. August 2010 GKV-weit 621 Patienten versorgt. Die Leistungen der SAPV werden vom Haus-, Fach- oder Krankenhausarzt verordnet (Muster 63) und zügig von den Krankenkassen genehmigt. Für die Erstverordnung kann der Arzt 25,- EUR (EBM-GOP 40860, ab 1. April 2011 EBM-GOP 01425) und für Folgeverordnungen 15,- Euro (EBM-GOP 40862, ab 1. April 2011 EBM-GOP 01426) abrechnen.

8. PCT 24 Rendsburg-Eckernförde Pflege LebensNah gGmbH Tel. 04331 13990

Die PCT sind 24 Stunden täglich erreichbar und koordinieren die individuelle medizinische und pflegerische Behandlung und Betreuung in enger Absprache mit dem Betroffenen und deren Angehörigen.

Jens Kuschel, AOK NordWest 22

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PRAXIS  & KV B ekanntma c hungen

Öffentliche Ausschreibung von Vertragspraxen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/ Psychotherapeuten deren Praxen zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Fachgebiet

Planungs­bereich*

Praxisform

Bewerbungs­frist**

Ausschreibungs­nummer

Psychotherapie - halbe Zulassung -

Plön

EP

30.04.2011

4280/2011

Psychotherapie - halbe Zulassung -

FL/SL-FL

EP

30.04.2011

3877/2011

Psychotherapie - halbe Zulassung -

Lübeck

EP

31.05.2011

4175/2011

*

Die Stadt Kiel und die Stadt Lübeck stellen jeweils einen Planungsbereich dar. Alle übrigen Planungsbereiche richten sich nach den Kreisgrenzen, außer der Kreis-

region Stadt Neumünster/Kreis Rendsburg-Eckernförde (NMS/RD-E) und der Kreisregion Stadt Flensburg/Kreis Schleswig-Flensburg (FL/SL-FL). ** Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt, es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maximal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird und ein Arztregisterauszug beigefügt wurde.

Folgende Psychotherapeuten wurden zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Überweisungspraxis ermächtigt. Diese Beschlüsse sind noch nicht rechtskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann: Kreis Segeberg Herr Dipl.-Psych. Borbe Prieß, Psychologischer Psychotherapeut, wurde mit Wirkung vom 10. Februar 2011, befristet bis zum 31. März 2013, zur Durchführung der Gruppentherapie im Rahmen der Verhaltenstherapie in 23795 Bad Segeberg, Oldesloer Straße 9,ermächtigt. Entsprechend der Psychotherapievereinbarung,

Teil C (8), schließt dies mögliche Einzelbehandlungen im Verhältnis 1:10 mit ein. Im Rahmen dieser Ermächtigung sind folgende Gebührennummern des EBM abrechenbar: 01100, 01101, 01102, 01435, 23220, 35112, 35130, 35131, 35140, 35150, 35220, 35221, 35222, 35223, 35224, 35225, 35300, 35301.

Nähere Informationen zu den ausgeschriebenen Praxen erhalten Sie unter folgenden Telefonnummern:

04551 883 378 04551 883 291

Flensburg

Schleswig-Flensburg Nordfriesland

Der Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behörden­ führungszeugnis) zu beantragen.

RendsburgEckernförde

Plön Ostholstein

Neumünster

Hinweis: Die Wartelisteneintragung ersetzt nicht die Bewerbung!

Segeberg

Steinburg

Lübeck

Pinneberg

Bewerbungen richten Sie bitte an: KVSH, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg

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Kiel

Dithmarschen

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Stormarn

Herzogtum Lauenburg

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PRAXIS  &  KV P s y c hotherapie

Nebeneinanderberechnungsausschlüsse „ ... ist nicht neben ... berechnungsfähig.“

Es gibt Gebührenpositionen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) die sind mit dem Hinweis:„ ... ist nicht neben den Gebührenpositionen ... berechnungsfähig.“ Das bedeutet, dass es am selben Behandlungstag nicht möglich ist, beide genannten Leistungen zur Abrechnung zu bringen. Sehr wohl ist es möglich, beide Leistungen an ein und demselben Tag zu erbringen – aber abrechnungsfähig davon ist nur eine. Würden in einer Quartalsabrechnung beide Gebührenpositionen an ein und demselben Tag angesetzt werden, wird in der Honorarabrechnung nur die Leistung mit dem höheren Euro-Betrag vergütet. Die andere Gebührenposition würde abgesetzt werden. Im Bereich der Psychotherapie sind einige Nebeneinanderberechnungsausschlüsse des EBM vollkommen unangebracht und widersprechen in manchen Fällen sogar einer ordnungsgemäßen und angemessenen Versorgung von Patienten.

genügt dann ein anklicken und man erhält die Möglichkeit, vor oder nach der Leistungsziffer eine Uhrzeit einzufügen. Wo genau die Funktion Tagtrennung zu finden ist und wie damit umzugehen ist, muss der Psychotherapeut der Beschreibung seines Softwareanbieters entnehmen oder direkt bei diesem nachfragen. Für den obigen Fall würde alles, was am Vormittag geleistet wurde beispielsweise mit der Uhrzeit 9.00 Uhr versehen – das könnte die Grundpauschale und eine antragspflichtige Psychotherapie-Sitzung sein. Die abendlichen Leistungen würden alle mit 19.00 Uhr gekennzeichnet. Bei der späteren Honorarabrechnung im Hause der KVSH würden dann beide Leistungs-Blöcke berücksichtigt und vergütet: Ein Nebeneinanderberechnungsausschluss wird also durch die Tagtrennung aufgelöst – anhand der Uhrzeiten wird klar kenntlich, es handelt sich um zwei von einander unabhängige Behandlungseinheiten.

Man stelle sich nur folgenden Fall vor: Ein Patient kommt morgens zu seiner Therapiesitzung, gerät im Laufe des Nachmittags in eine Krise und steht abends wieder in der Praxis. So wäre es gemäß EBM nicht zulässig, die morgendliche psychotherapeutische Behandlung im Rahmen der antrags- und genehmigungspflichtigen Psychotherapie (Kapitel 35.2 EBM) und das am selben Tage stattfindende abendliche Krisengespräch im Rahmen der Gebührenposition 22220 oder 23220 zur Abrechnung zu bringen. Auch verbietet der EBM neben dem Psychotherapeutischen Gespräch (EBM GOP 22220 oder 23220) noch einen Bericht zum Antrag auf Feststellung der Leistungspflicht für Psychotherapie abzurechnen. Dabei ist es fachlich in keiner Weise zu beanstanden und durchaus möglich, tagsüber einen Patientenkontakt im Rahmen des Psychotherapeutischen Gesprächs zu haben und abends einen Bericht für die Befürwortung des Antrages dieses Patienten zu schreiben.

„ ... ist im Behandlungsfall nicht neben ... berechnungsfähig.“ Von dem oben dargestellten Nebeneinanderberechnungsausschluss ist zu unterscheiden, ein Ausschluss der mit dem Begriff Behandlungsfall versehen ist. Ein Behandlungsfall ist jeweils der Patient pro Quartal. Ein und derselbe Patient ist in jedem Kalendervierteljahr ein neuer Behandlungsfall. Sind bestimmte Gebührenordnungspositionen des EBM nur einmal im Quartal abrechnungsfähig, sind diese meist mit dem Hinweis „einmal im Behandlungsfall“ gekennzeichnet. Dieses beispielsweise gilt für die Grundpauschalen. Ist eine Position im Behandlungsfall – im ganzen Kalendervierteljahr nicht zusammen mit einer anderen Position abrechnungsfähig, dann findet sich der Hinweis „ ... ist im Behandlungsfall nicht neben ... berechnungsfähig.“ Dieses beispielsweise gilt für die Grundpauschalen und den ärztlichen/ psychotherapeutischen Bericht gemäß GOP 01600 und 01601 – beides kann in ein und demselben Quartal nicht zusammen zur Abrechnung gebracht werden. Und in diesem Fall kann auch keine „Quartalstrennung“ stattfinden – sie käme einem Scheinsplitting gleich, welches unzulässig ist. Denn in der Regel gilt, in jeder Praxis gibt es pro Kalendervierteljahr und Patient nur einen Abrechnungsschein. Es gibt einige wenige Ausnahmen von dieser Regel, auf diese soll hier jedoch nicht eingegangen werden.

Abhilfe schaffen mit Tagtrennung Nun konnte mit der Abrechnungsabteilung der KVSH eine Lösung gefunden werden, die es möglich macht, wenn nach einem ersten Psychotherapeut-Patientenkontakt an demselben Behandlungstag weitere Psychotherapeut-Patientenkontakte erfolgen oder wenn, wie oben dargestellt – weitere Leistungen für diesen Patienten erbracht werden, dass diese nun doch zur Abrechnung gebracht werden können. Es ist eine so genannte Tagtrennung durchzuführen. Diese wird vollzogen, wenn den einzelnen Gebührenordnungspositionen eine Uhrzeit zugeordnet wird. Vielfach wird die Funktion Tagtrennung unter der Rubrik „Leistungen erfassen“ von der Praxisverwaltungs-Software unterstützt. Hier 24

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Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

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PRAXIS  & KV neues aus K V en und K B V

Einigung bei Arznei- und Heilmittelvereinbarungen

Ärzte in Westfalen im Honorartief

Frankfurt – Kassenärztliche Vereinigung und Krankenkassenverbände in Hessen haben sich bezüglich der Arzneimittelvereinbarung auf ein Gesamtverordnungsvolumen für das Jahr 2011 geeinigt. Bestandteile der Einigung sind eine deutliche Basisabsenkung für 2010 sowie eine geringfügige Erhöhung für 2011. Die Arzneimittelrichtgrößen für die einzelne Praxis wurden in entsprechender Weise angepasst. Bei den zu vereinbarenden Zielwerten bei der Verordnung mit Leitsubstanzen sowie bei den Verordnungshöchstquoten/- mindestquoten wurden für Hessen die Zielwerte übernommen, in denen Hessen die Bundesvorgaben noch nicht erreicht hat. Bei der Mehrzahl der Arzneimittelgruppen liegt Hessen besser, als es die Bundesvorgabe vorsieht. Hier wurden diese Werte für 2011 fortgeschrieben. Bei den Heilmitteln steigt die Ausgabenobergrenze gegenüber 2010 um 3,73 Prozent auf 268,75 Millionen Euro. Die Verordnungsrichtgrößen wurden ebenfalls um 3,73 Prozent angehoben.

Dortmund – Die niedergelassenen Ärzte in Westfalen verdienen durchschnittlich deutlich weniger als von den Krankenkassen verbreitet. Sie erreichen nicht das allgemein als Referenzwert angesehene Einkommen eines Krankenhaus-Oberarztes. Das berichtet die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Landesteils. Im Jahr 2006 lag der Überschuss einer Hausarztpraxis laut KV bei durchschnittlichen 78.890 Euro, einer Facharztpraxis bei 92.860 Euro. „Diese Zahlen haben wir bereits 2007 veröffentlicht“, sagte der KV-Vorsitzende Wolfgang-Axel Dryden. Nach der Honorarreform des Jahres 2009 hätten sich die Praxisumsätze und damit die Einkommen der westfälischen Ärzte und Psychotherapeuten zwar verbessert, die von den Krankenkassen häufig genannten Zahlen von mehr als 108.000 Euro erreichten die Ärzte aber nicht. Ein westfälischer Hausarzt käme nun auf einen durchschnittlichen Gewinn von 95.100 Euro, sein fachärztlicher Kollege auf 103.900 Euro.

Maßnahmenpaket zur ärztlichen Versorgung

Mitgliederbefragung zu politischem Programm

Stuttgart – Die Kassenärztliche Vereinigung BadenWürttemberg hat ihren Versorgungsbericht 2010 vorgestellt und gleichzeitig ein Maßnahmenpaket präsentiert, mit dem sie in den kommenden Jahren dem drohenden Ärztemangel im Land begegnen will. Vorstandschef Dr. Norbert Metke stellte das Maßnahmenpaket vor. Die KVBW will eigene Ärztezentren intiieren, die besonders auf die Strukturen im ländlichen Raum zugeschnitten sind. Diese Zentren sollen hausärztlich orientiert sein, aber auch Fachärzten wie etwa Kinderärzten die Möglichkeit geben, im Rahmen einer Nebenbetriebsstätte tätig zu werden. Die KVBW will hier nur die Zentren gründen und aufbauen und sie dann an die Ärzte oder an deren Berufsverbände übergeben. Der Arzt muss nicht mehr die alleinige finanzielle Verantwortung für die Praxis übernehmen, er kann sie mit anderen teilen. Die Gründung der Versorgungszentren wird organisiert und Hausärzte können ihre hausärztliche Tätigkeit durch eine intermittierende fachärztliche Anwesenheit ergänzen.

München – Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns hat eine Umfrage unter ihren rund 24.000 Mitgliedern gestartet. Die im Freistaat niedergelassenen Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten werden dabei zu ihrer Meinung zu wesentlichen Themen der ambulanten medizinischen Versorgung befragt. Im Fokus stehen – je nach Versorgungsbereich – die Themen Kostenerstattung, das Verhältnis von Kollektivvertrag und Selektivverträgen, eine mögliche Re-Regionalisierung der KV sowie die Frage nach einer stärkeren Beteiligung der Berufsverbände. „Unsere Mitglieder sollen viel stärker als bisher in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden“, erläutert Dr. Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der KVB, die Beweggründe für die Mitgliederbefragung.

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PRAXIS  &  KV S ervi c e

Sie fragen - wir antworten Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Antworten des Service-Teams Auf der Honorarabrechnung wird mir jedes Quartal ein Verwaltungskostenbeitrag abgezogen. Wie hoch ist dieser eigentlich? Der Verwaltungskostenabzug beträgt zurzeit 2,5 Prozent des Gesamthonorars.

Dürfen die alten Todesbescheinigungen noch verwendet werden? Nein, seit dem 1. Januar 2011 sind nur noch die neuen Vordrucke zu verwenden, Restbestände dürfen nicht mehr verwendet werden.

Müssen wir in der Praxis bei den Primärkassen die Wegepauschalen (z. B. 99101A/B/C oder 99102A/B/C) selber eintragen? Nein, bei den Primärkassen werden in der Praxis weiterhin innerhalb geschlossener Ortschaften und bebauter Stadt gebiete keine Wegepauschalen angesetzt, diese werden automatisch von der KVSH zugesetzt.

Wann wird die Ziffer 32001 EBM von uns in der Praxis angesetzt? Die GOP 32001 EBM wird durch die Praxis nicht angesetzt. Diese Ziffer wird von der KV automatisch bei jedem kurativambulantem Arztfall zugesetzt. In der Honorarabrechnung wird der Wirtschaftlichkeitsbonus und dessen Berechnung gesondert ausgewiesen.

Ich habe gehört, dass nur die Praxis, in der die 10 Euro Praxisgebühr entrichtet wurden, auch Überweisungen ausstellen darf. Ist diese Aussage richtig? Nein, grundsätzlich darf jeder Arzt, der eine medizinische Notwendigkeit sieht, Überweisungen ausstellen. Dabei spielt es keine Rolle, wo der Patient in dem Quartal die Praxisgebühr entrichtet hat.

Das Service-Team erreichen Sie unter der Rufnummer 04551 883 883 • montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr • freitags von 8.00 bis 14.00 Uhr 26

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die menschen im land

Wie ich es sehe ...

K olumne

33 Jahre Hausarzt in Schleswig-Holstein – 105 Nordlicht-Kolumnen: Na dann – tschüs! Dr. Michael Drews

Ich habe immer schon mit Unverständnis und ein wenig Mitleid auf alternde Schauspieler, Schlagersänger oder Sportler – aber auch medizinische Berufsfunktionäre oder Vertragsärzte im hohen Rentenalter geschaut, die einfach nicht den Absprung aus der Öffentlichkeit gefunden und sich nicht bemüht haben, ein zweites ebenso befriedigendes Leben außerhalb des Berufes zu erschließen. Ich habe nie verstehen können, dass man sich selbst für so bedeutend und unentbehrlich halten kann, dass man nicht doch irgendwann (und rechtzeitig …) freiwillig und mit Anstand das Feld einer nachrückenden Jugend überlässt, bevor man Gefahr läuft, zur eigenen Karikatur zu werden und unter der Diagnose „Johannes-HeestersSyndrom“ nur noch geduldet und mitleidig belächelt wird. Ich habe mir immer geschworen, dass ich eine solche Karriere nicht machen will, sondern rechtzeitig aufhören werde. Und so heißt es nun nach 33 Jahren als zunächst hausärztlicher Kassen- und später dann Vertragsarzt in Schleswig-Holstein: Es war eine schöne, interessante und befriedigende Zeit mit einem erfüllten Berufsleben – aber irgendwann muss ohnehin einmal Schluss sein – nämlich jetzt – na dann: tschüs!

Vertragsarzt unter dem Diktat von HVM-Rationierung und EBMBudgetierung weiterzuarbeiten, bis der rechte Zeitpunkt für den Aufbau eines neuen Lebens nach dem Beruf verstrichen ist. Ich habe zudem auch einfach keine Lust mehr, meine in vielen Berufsjahren erworbenen diagnostisch-therapeutischen Qualifikationen und Zusatzbezeichnungen zum Billigtarif in einem sog. „Regelleistungsvolumen“ versenkt zu sehen oder in einem „Qualitätsvolumen“ mit Monopoly-Honoraren verscherbeln zu müssen. Und wenn in der heutigen Zeit das Schicksal einem praxisabgabewilligen und in die Jahre gekommenen Vertragsarzt einen Praxisnachfolger (noch dazu den eigenen Sohn) beschert – dann sollte man diesen Wink des Schicksals aufnehmen und die Möglichkeit eines neuen Lebens nach der Praxistätigkeit dankbar ergreifen, solange die Gesundheit einem diese Möglichkeit und Chance lässt. 33 Jahre Hausarzt in Schleswig-Holstein, 105 Kolumnen für das Nordlicht – das war`s! Na dann – und tschüs, ich bin dann mal weg!

Ich will freimütig eingestehen, dass die Honorarentwicklung in Schleswig-Holstein gerade in den letzten Jahren ein nicht unbedeutender Faktor war, diesem System ein wenig früher als ursprünglich geplant, den Rücken zu kehren. Ich habe in den letzten Jahren immer wieder vor der Gefahr gewarnt, dass Politik und Gesellschaft primär gutwillige, hochqualifizierte und engagierte Ärzte unter dem ökonomischen Diktat einer wie selbstverständlich erwarteten Umsonst-Arbeit demotiviert und aus dem System treibt und medizinischen Nachwuchs gar nicht erst begeistern kann – der sich abzeichnende Ärztemangel ist ein deutliches Warnsignal, das aber offenbar in der Politik immer noch nicht verstanden oder bewusst schön- geredet wird. Der Medizinberuf ist nach wie vor faszinierend; ich werde den Umgang mit meinen Patienten und mit meinen Arzthelferinnen mit Sicherheit schmerzlich vermissen – aber ich habe einfach keine rechte Lust mehr, als

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die menschen im land V or O rt

Medizin von morgen Im Bereich TeleHealth konnten sich die Besucher der CeBIT 2011 über die neuesten Entwicklungen in den Bereichen Telemedizin und eHealth informieren. Wir haben einige Highlights zusammengestellt, die auch für niedergelassene Ärzte interessant sind.

Blutdruckmessung per Implantat Bei der Behandlung von Bluthochdruck wird der Blutdruck bisher über eine Gummimanschette am Ober­ arm gemessen. Die sich automatisch alle 15 Minuten aufblasende Blutdruckman­schette raubt den Patienten allerdings im Regelfall den Schlaf. Außerdem ist das mit ihr verbundene Gerät kaum un­ter der Kleidung zu verbergen und eher lästig. Forscher der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) entwickelten nun ein neues Blutdruckmesssystem. Es wird schonend implantiert und kann gut positioniert und fixiert werden. Bei der alternativen, invasiven Methode wird eine Arterie punktiert und ein Katheter mit Drucksensor eingebracht. Das neue, implan­ tierbare System besteht aus einem Sensortip-Katheter, der ins Blutgefäß implantiert wird, und einer damit verbundenen Transpondereinheit, die außerhalb des Gefäßes im subkutanen Fettgewebe positioniert wird. Alle Komponenten sind auf dem Katheter vormontiert. Tastatur für die keimfreie Dateneingabe Die mit einer speziellen Versiegelung versehene Tastatur KWS-105 ist besonders für Arztpraxen und Krankenhäuser geeignet, da sie eine nahezu keimfreie Dateneingabe gewährleistet. Die komplett anorganische Versiegelung der Tastatur macht sie komplett wasserdicht und sogar spülmaschinenfest.

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Endoskop steuert per Magnet Eine Magenspiegelung per Schlauch war bisher für die Patienten oft eine äußerst unangenehmen Prozedur. Ein von Siemens Healthcare entwickeltes System soll das ändern. Der Patient muss nun lediglich eine magnetisierte Kapsel schlucken. Diese wird von variierenden Ma­ gnetfeldern angetrieben, die von außen per Joystick gesteuert werden können: Eine einge­baute HD-Kamera liefert dem behandelnden Arzt dann entsprechende Echtzeit-Bilder. Therapie durch Vibrationen Ein Forscherteam der Uniklinik Köln entwickelte ein Rehabilitationskonzept speziell für Kinder und Jugendliche, die nicht selbstständig ste­ hen und gehen können. Mit dem neu entwickelten Heimtrainer „Galileo“ kann nun ein Vibrationstraining innerhalb von vier Minuten so viele Muskelzyklen wie bei einem 10.000-Meter-Lauf erzeugt werden. Bei jungen Patienten mit spastischen oder neuronal bedingten Be­wegungsstörungen, Glasknochenkrankheit und offenem Rücken (Spina bifida) kam es so zu deutlichen Verbesserungen der motorischen Funktionen beim Sitzen, Stehen und Gehen. Auch bei Muskel- und Knochenmasse konnten deutliche Verbesserungen erzielt werden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen auch in die Behandlung von Patienten mit Osteoporose und Querschnittslähmung einfließen.

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Mobiles EKG-Gerät Mit dem remosEKG 100/300 BT wurde auf der CeBIT ein neuartiges DiagnoseInstrument vorgestellt, mit dem der Arzt den Ursachen symptomatischer Herzrhythmusstörungen auf den Grund gehen kann. Patienten, die das mobile EKG-Gerät um den Hals tragen, können im Alltag jederzeit und überall per Knopfdruck und kabellos ein EKG aufzeichnen. Danach übermittelt das Gerät die EKG-Daten automatisch via Bluetooth und Mobiltelefon oder über das Festnetz an ein Telemedizinisches Service Center. Direkt nach der Übertragung kann dann der behandelnde Arzt das EKG nutzen. Künstliche Lunge Ein Maschinenbauer der RWTH Aachen präsentierte eine neuartige künstliche Lunge. Ein miniaturisierter „Oxygenator“ gewährleistet hier einen verbesserten Gasaustausch, ohne das Risiko von Blutschädigung und Thrombosen zu erhöhen. Der Vorteil der Erfindung geht auf zwei Effekte zurück. Zum einen wird durch ein Membranfaser­ bündel das Blut gefördert. Zum anderen führt die Rotation zu einem vermehrten Blut-Faser-Kontakt. So findet ein erhöhter Gas­ austausch statt. Auf eine zweite Pumpe kann daher verzichtet werden. Gleichzeitig verringet die geringere Blutkontaktoberfläche die Gefahr von Thrombose und Blutzellschädigung. Das alte System zur Implantation einer künstlichen Lunge, das mit der so ge­ nannten „Extracorporalen“ Membran-Oxygenation arbeitete, hatte den großen Nachteil, dass es Blutschädigung und Thromboseneigung verursachen konnte. 4 | 2011


die menschen im land

FutureCare Um zu veranschaulichen, wie telemedizinische Vernetzung und Patientenwohl in Zukunft zu vereinbaren sind, wurden den Messebesuchern im Ausstellungsbereich FutureCare medizinische Szenarien „zum Anfassen“ geboten. Schauspieler, die in die Rolle von Patienten und Ärzten schlüpften, zeigten, wie optimale Vernetzung und Kommunikation in einem modern ausgestatteten Gesundheitsbetrieb unter zugegebenermaßen idealisierten aussehen könnten. Die FutureCare zeigte die ganze Palette telemedizinischer Anwendungen. Außerdem wurden viele praktische Beispiele für den Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte und des Heilberufeausweises, aber auch für die elektronische Patienten- und Gesundheitsakte und die elektronischen Fallkarte vorgeführt. Alle Rundgängen machten deutlich, wie in Zukunft Daten über den gegenwärtigen gesundheitlichen Zustand des betreffenden Menschen erhoben werden könnten und dann für weitere Entscheidungen für eine optimale gesundheitliche Versorgung rechtzeitig zur Verfügung stehen. Anhand mehrerer Fallbeispiele wurde der Einsatz der neuen Techniken (elektronische Gesundheitskarte, e-Rezept, Notfalldatensatz, elektronische Gesundheitsakte) demonstriert. Auf allen Stationen wurde deutlich, wie wichtig die „Scharnierfunktion“ der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sein wird. Ohne sie läuft nichts.

Rundgänge an der Realität orientiert Ein Rundgang stellte den Bereich der Primärprävention eines gesundheitsbewussten Versicherten nach. Zur Kontrolle seiner Gesundheitswerte sucht ein Patient seinen Arzt auf. Die Kassengebühr kann er selbstverständlich schon mit seiner vollfunktionsfähigen eGK begleichen. Der Arzt veranlasst die fälligen Laboranalysen und informiert den Patienten umgehend über die Ergebnisse. Am Schluss der Behandlung stellt er dann per Mausklick ein elektronisches Rezept (eRezept) aus. Nun ist wieder der Patient am Zug: Er sieht sich an einem elektronischen Kiosk (eKiosk) seine aktuellen Daten an und geht dann gleich weiter in eine Apotheke. Hier kann er sein eRezept nach einer kurzen Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung durch den Apotheker einlösen. Zu Hause angekommen, nutzt er ein telemedizinisches Servicecenter zur weiteren Betreuung. Ein anderes Szenario demonstrierte am Beispiel eines Patienten mit Herzinsuffizienz, wie die mobil-pflegerische, telemedizinisch gestützte Betreuung eines chronisch Kranken in Zukunft ablaufen könnte. Der Patient sucht seinen Arzt wegen einer Dauermedikation auf. Danach erhält er vom Arzt ein eRezept und ging damit in die Apotheke. Hier findet wieder eine Überprüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit am eKiosk oder am Kartenlesegerät statt. Die verschriebenen Medikamente werden dem Patienten zusammen mit den ausgedruckten und aufgeklebten Einnahmevorschriften ausgehändigt. Jakob Wilder, KVSH

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SERVICE S c hadensbegrenzung

Anträge auf Feststellung eines sonstigen Schadens gemäß Paragraf 48 BMV-Ä bzw. Paragraf 44 BMV-Ä/EKV

Seit 2010 sind im Bereich der Verordnungen die von den Krankenkassen gestellten Anträge auf Feststellung eines sonstigen Schadens deutlich angestiegen. Auch wenn die jährlichen Antragszahlen sich noch im überschaubaren zweistelligen Bereich befinden, ist dennoch die Antragsbearbeitung für alle Beteiligten mit Aufwand verbunden, der vorab gegebenenfalls hätte vermieden werden können. Aus diesem Grund hier einige Rückschlüsse aus den bereits bearbeiteten Anträgen, um zukünftigen Anträgen und damit geltend gemachten sonstigen Schäden vorzubeugen.

Bei den bisher gestellten Anträgen kann eine Einteilung in zwei Gruppen vorgenommen werden: 1. Anträge bzgl. Versichertenidentifikation – ein Versicherungsverhältnis für den auf der Verordnung angegebenen Patienten existierte nicht beim Kostenträger 2. Anträge bzgl. EG-Recht/Abkommensrecht – die durch die Verordnung entstandenen Kosten konnten durch den Kostenträger nicht mit dem ausländischen Kostenträger abgerechnet werden Zu 1.) Um Anträge der ersten Gruppe (bzgl. Versicherteniden tifikation) zu vermeiden, ist bei der Verordnungsausstellung zu gewährleisten, dass  eine gültige Krankenversichertenkarte (bzw. ein anderer Behandlungsausweis) für den auf der Verordnung angege benen Kostenträger durch den Patienten vorgelegt bzw. ein gelesen wurde.

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Zu 2.) Anträge der zweiten Gruppe (bzgl. EG-Recht/Abkommensrecht) hatten bisher die Ursache, dass hinsichtlich EG-Recht a) die vorgelegte europäische Krankenversichertenkarte ungültig war  Gültigkeit überprüfen. b) die erforderlichen Unterlagen (Kopien des Anspruchs und Identitätsnachweises (ersatzweise Muster 80 – Dokumentation des Behandlungsanspruchs von im Ausland Versicherten) sowie das Muster 81 (Erklärung des Patienten)) bei der zuständigen Krankenkasse nicht oder nur teilweise eingereicht wurden.  Eine Ausfertigung der Unterlagen (Kopien des Anspruchs- und Identitätsnachweises (ersatzweise Muster 80) sowie das Muster 81) ist unverzüglich an die gewählte deutsche Kasse (nicht an die KVSH) zu schi cken. Die zweite Ausfertigung ist durch die Praxis zwei Jahre aufzubewahren. c) die eingereichten Dokumentationen nicht vollständig oder korrekt ausgefüllt wurden. Unter anderem ist zu beachten, dass  falls mit dem Muster 80 (Dokumentation des Behand lungsanspruchs von im Ausland Versicherten) gearbeitet wird,  in den Feldern 3 – 9 die Angaben bzgl. der europä ischen Krankenversicherungskarte bzw. des Scheins zu hinterlegen sind.  es sich beim Ausstellungsdatum am Ende des Musters 80 um das Ausstellungsdatums des Musters handelt, nicht des Ausweises/Passes. Dieses Datum darf nicht nach dem Ausstellungsdatum der Verord nung liegen.  Vertragsarztstempel und/oder Unterschrift des Arztes nicht fehlen darf.  beim Muster 81 (Erklärung des Patienten)  das Datum bzgl. Aufenthaltsdauer in Deutschland angegeben werden und dieses hinter dem Verord nungsdatum liegen muss. ak t u e l l

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Service  der Name der vom Patienten gewählten deutschen Krankenkasse angegeben werden muss.  das Ausstellungsdatum nicht nach dem Ausstel lungsdatum der Verordnung liegen darf.  der Patient unterschreiben muss. dass hinsichtlich Abkommensrecht a) der Abrechnungsschein der aushelfenden deutschen Krankenkasse nicht vorlag.  Abrechnungsschein erfassen bzw.  falls Hinweis auf den Anspruchsnachweisen aus Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Montenegro, Serbien, der Türkei oder Tunesien enthalten ist, dass der Arzt in dringenden Fällen bereit sein wird den Anspruchsnachweis des ausländischen Kosten trägers entgegenzunehmen und sich den Abrech nungsschein bei der vom Patienten zu wählenden deutschen Krankenkasse selbst zu besorgen, derart verfahren.

Wenn kein bzw. ein ungültiger Anspruchsnachweis vorgelegt wird, sind die Praxen berechtigt und verpflichtet, vom Patienten eine Vergütung auf Basis der GOÄ vorzunehmen. Arznei-, Heilund Hilfsmittel sind dabei nur auf Privatrezept zu verordnen. Bei Berücksichtigung dieser Hinweise bei zukünftigen Abrechnungen werden Beanstandungen durch die Krankenkassen zu diesem Sachverhalt reduziert bzw. vermieden – so dass hierfür lediglich festzustellen bleibt: „Es soll Ihr sonstiger Schaden nicht sein!“ Komathy Thirunavukkarasu, Björn Linders, KVSH

Ausstellungsdatum des Musters 80 darf nicht nach dem Verordnungsausstellungsdatum liegen

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SERVICE H eilmittel

Neue Richtgrößen zum 1. April 2011 Zum 1. April 2011 treten sowohl bei den Arznei- und Verbandmitteln als auch bei den Heilmitteln neue Richtgrößen in Kraft.

Im Arzneibereich war die Ausgangsbasis für die Festlegung der Richtgrößen infolge einer Anhebung des Arznei-Ausgabenvolumens 2011 gegenüber 2010 sehr gut. Hierüber hatten wir in der letzten Nordlicht-Ausgabe berichtet. Im Ergebnis führt die Anhebung des Ausgabenvolumens in den meisten Fällen zu höheren Richtgrößen (Tabelle 1). Leider profitieren aber wie in den Vorjahren nicht alle Arztgruppen von dem positiven Verhandlungsergebnis. Denn die Richtgrößen selbst sind nicht allein das Ergebnis von Verhandlungen, sondern werden in ihrer Höhe von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Maßgeblich für die Höhe der Richtgrößen ist im wesentlichen das Verordnungsverhalten in den einzelnen Arztgruppen, das im Zeitverlauf Änderungen aufweist. Diese Änderungen wirken sich – wie im übrigen auch geänderte Preise – auf die Richtgrößen aus. Ein von der Tendenz her zurückhaltendes Verordnungsverhalten, ebenso wie die Verordnung vertraglich vereinbarter Praxisbesonderheiten oder eine Erhöhung der Fallzahl, führt zu niedrigeren Richtgrößen. Umgekehrt hat ein erhöhtes Verordnungsvolumen oder eine rückläufige Fallzahl in der Arztgruppe höhere Richtgrößen zur Folge. Wie auch in den Vorjahren werden die Richtgrößen im Heilmittelbereich nur einzelnen, verordnungsstarken Arztgruppen zugewiesen (Tabelle 2). Anders als im Arzneibereich wird die Trennung in Allgemeinärzte Stadt und Land aufrechterhalten, da es hier nach wie vor Unterschiede im Verordnungsverhalten von Heilmitteln gibt. Die Ausgangsbasis für die Festlegung der Richtgrößen war in diesem Jahr etwas schmaler als in 2010: Das Heilmittel-Ausgabenvolumen ist von 152 Mio. Euro in 2010 auf 150 Mio. Euro in 2011 abgesenkt worden, weil die Heilmittelkosten in SchleswigHolstein deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegen. Im Gegenzug wurde das Arznei-Ausgabenvolumen 2011 angehoben. Die Deckungslücke zwischen Soll- und Ist-Ausgaben konnte dort nahezu geschlossen werden. Im Heilmittelbereich sind somit

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Einschränkungen angesagt, die ihren Ausdruck in fast durchgehend abgesenkten Richtgrößen finden. KVSH und Krankenkassen/-verbände haben sich vertraglich dazu verpflichtet, die Einhaltung des Heilmittel-Ausgabenvolumens 2011 auch weiterhin durch flankierende Maßnahmen, wie z. B. Mitteilungen und Veröffentlichungen, zu unterstützen. Konkret bedeutet dies, dass die Informationsmaßnahmen zu ausgewählten Heilmittel-themen auch in 2011 fortgesetzt werden. Bei Bedarf werden auch Beratungen durchgeführt. Vor dem Hintergrund der neuen, zumeist abgesenkten HeilmittelRichtgrößen möchten wir Sie nochmals auf Ihre Möglichkeiten der Ausgaben-Kontrolle hinweisen. Wir können Ihnen bei Bedarf eine Übersicht zu den Heilmittelpreisen (Stand Februar 2010) zur Verfügung stellen. Für diese Übersicht hatten uns die einzelnen Krankenkassen/-verbände im letzten Jahr ihre jeweiligen Verträge mit den Leistungserbringern zur Verfügung gestellt. Wir werden diese Übersicht zeitnah aktualisieren, raten aber übergangsweise zur Heranziehung der Übersicht aus 2010. Wir empfehlen Ihnen, die gelisteten Preise (möglichst den jeweiligen Maximalpreis) für Ihre Heilmittel-Verordnungen in Ihrer Praxis-EDV zu hinterlegen. Zum einen ermöglicht Ihnen diese Auflistung einen Preisvergleich bezogen auf die unterschiedlichen Heilmittel. Zum anderen können Sie die jeweiligen Preise Ihren Richtgrößen bzw. der Richtgrößensumme (Produkt aus den drei Richtgrößen und den jeweiligen Fallzahlen) gegenüberstellen und haben auf diese Art und Weise einen Anhalt für die tatsächlich von Ihnen veranlassten Heilmittel-Verordnungskosten. Während die Richtgrößenprüfung über die gesamte Hauptbetriebsstätte einschließlich Nebenbetriebsstätten vorgenommen wird, werden jedem Vertragsarzt – egal ob in einer Einzelpraxis oder in einer Berufsausübungsgemeinschaft mit mehreren Ärzten tätig – die Richtgrößen seiner Arztgruppe zugewiesen.

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Service Bitte beachten Sie: Die Zuordnung der Arztgruppen für die Zuweisung der Richtgrößen ist auf der Basis der aktuell vorliegenden Abrechnungsdaten (3/2010) erfolgt. Später vorgenommene Änderungen konnten noch nicht berücksichtigt werden. Für den Fall einer nach 3/2010 erfolgten Änderung empfehlen wir Ihnen, sich direkt an unser Verordnungs-Team zu wenden, um den Sachverhalt im Einzelfall zu klären.

Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an: Thomas Frohberg Tel.: 04551 883 304 E-mail: thomas.frohberg@kvsh.de Andreas Stanisak Tel.: 04551 883 683 E-mail: andreas.stanisak@kvsh.de

Marion Packenius, KVSH

Tabelle 1 Richtgrößen Arznei- und Verbandmittel ab 1. April 2011 (in Euro) Arztgruppe Hausärzte Anästhesisten Augenärzte Chirurgen Frauenärzte HNO-Ärzte Hautärzte Kinderärzte Neurologie/Nervenheilkunde Psychiatrie und Psychotherapie/Nervenheilkunde Internisten (Fachärzte) Internisten (Pneumologie) Internisten (Kardiologie) Internisten (Hämatologie/Onkologie) Internisten (Gastroenterologie) Internisten (Endokrinologie) Internisten (Rheumatologie) Internisten (Nephrologie) Orthopäden * Urologen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen Kinder-/Jugendpsychiater Ärztliche Psychotherapeuten Strahlentherapeuten Notfallabrechnungen/ Anlaufpraxen

Mitglieder

Familienvers.

Rentner

53,94 18,15 9,70 10,91 11,90 15,76 34,30 41,97 97,38 74,88 59,36 95,57 10,43 1.136,62 43,76 32,02 338,64 348,66 13,35 27,95 6,85 36,70 8,32 7,78 10,07

34,16 9,23 3,31 6,19 16,97 15,41 27,34 30,64 89,54 64,87 33,20 91,19 7,44 741,41 56,91 15,77 403,00 355,74 5,23 24,10 6,56 20,64 10,21 13,06 10,48

142,35 38,38 17,55 15,50 29,51 6,17 25,23 33,84 119,21 115,53 87,99 127,79 13,06 1.243,88 22,44 33,83 387,06 563,39 26,51 68,79 5,86 29,68 18,19 6,79 7,68

* einschließlich Ärzte für physikalische/rehabilitative Medizin

Tabelle 2 Richtgrößen Heilmittel ab 1. April 2011 (in Euro) Arztgruppe Allgemeinärzte Stadt Allgemeinärzte Land Chirurgen Frauenärzte HNO-Ärzte Kinderärzte Neurologie/Nervenheilkunde Orthopäden * Internisten (Fachärzte) Kinder-/Jugendpsychiater

Mitglieder

Familienvers.

Rentner

6,98 9,66 20,64 1,20 1,68 18,53 13,69 35,52 4,03 18,52

7,35 11,39 11,14 1,25 10,03 24,15 21,73 27,30 4,46 40,98

18,60 23,33 27,31 7,48 2,15 34,48 32,75 40,03 6,53 31,88

* einschließlich Ärzte für physikalische/rehabilitative Medizin

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SERVICE was , wann , wo ?

Seminare

Zu Seminaren wird nicht mehr persönlich eingeladen. Bekanntmachungen erfolgen ausschließlich über das Nordlicht.

ÄRZTE

Ärzte

thema: QEP®-Einführungsseminar

thema: Workshop Einsteiger

datum: 8. April, 15.00 bis 21.00 Uhr, 9. April, 9.00 bis 17.00 Uhr

datum: 12. April, 15.00 bis 18.00 Uhr

Mit QEP® stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung ein für Praxen spezifisches Qualitätsmanagementverfahren zur Verfügung. QEP® – „Qualität und Entwicklung in Praxen“ – wurde gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, QM-Experten und unter Einbeziehung von Berufsverbänden und Arzthelferinnen entwickelt. QEP® bietet Ihnen:

Dieser Workshop richtet sich an Ärzte, die einen Einstieg in die ambulante Versorgung erwägen. Themen sind der klassische Weg einer Niederlassung durch Praxisabgabe/-übernahme, oder aber auch die neuen Möglichkeiten zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung im Rahmen der Anstellung inkl. Teilzeittätigkeit.

• konsequente Praxisorientierung • einfache Anwendbarkeit • viele Umsetzungsvorschläge und Musterdokumente • die Möglichkeit zur Fremdbewertung/Zertifizierung

Referenten: Bianca Hartz, Abteilung Zulassung/Praxisberatung Marion Grosse, Abteilung Zulassung/Praxisberatung Teilnahmegebühr: Der Workshop ist kostenfrei.

Inhalte des Seminars: • Vermittlung von Grundlagen des Qualitätsmanagements; Vorteile und Grenzen von QM • Einstieg in das QM-System QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) • intensive praktische Übungen mit den Materialien des QEP®-Systems (Qualitätszielkatalog kompakt/QEP®-Manual) • Arbeitstechniken und Werkzeuge – erste Schritte für den Aufbau eines QM-Systems in der eigenen Praxis ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 200 Euro pro Person, inkl. Kursmaterial (QEP®-Qualitätszielkatalog/QEP®-Manual) und Verpflegung

ORT: Sitzungszentrum der KVSH, Kuba 1 und 2, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Fortbildungspunkte: 4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die verbindlichen Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt. Sollten Sie nach der verbindlichen Anmeldung nicht teilnehmen können, sagen Sie bitte rechtzeitig ab, damit keine unnötigen Kosten entstehen und gegebenenfalls noch Interessierte nachrücken können.

Fortbildungspunkte: 18 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Abmeldungen können schriftlich bis zehn Tage vor der Veranstaltung bzw. im Krankheitsfall kostenlos erfolgen. Bei Absage bis drei Tage vor Seminarbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 Prozent der Teilnahmegebühr fällig. Die Benennung von Ersatzpersonen ist möglich. Spätere Absagen oder Nichterscheinen erfordern die volle Seminargebühr.

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung und Praxisberatung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Telefon: 04551 883204 04551 883292 Fax: 04551 8837204 04551 8837292 E-Mail: angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de 34

Telefon 04551 883 881 Fax 04551 883 276 E-Mail zulassung@kvsh.de Nordlicht

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Service

ÄRZTE thema: Workshop Praxisabgabe

datum: 18. Mai, 15.00 bis 18.00 Uhr Dieser Workshop richtet sich insbesondere an Interessenten, die bereits niedergelassen sind, als Assistenten oder regelmäßig als Vertreter tätig sind oder am Einsteiger-Workshop der KVSH teilgenommen haben. Er wendet sich an Ärzte, die ihre Praxis abgeben wollen. Was gilt es bei der Praxisabgabe zu beachten? Wer bestimmt den Nachfolger und den Kaufpreis? Mit diesen und anderen Fragen befasst sich der Workshop, der einen Überblick über die rechtlichen Vorgaben und alternativen Lösungsmöglichkeiten bei der Praxisabgabe bietet. Referenten: Marion Grosse, Abteilung Zulassung/Praxisberatung André Zwaka, Abteilung Zulassung/Praxisberatung Ort: KVSH, „Vorstandssaal II“ Teilnahmegebühr: Der Workshop ist kostenfrei. Fortbildungspunkte: 4 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die verbindlichen Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Erhalten Sie keine Absage, so gilt die Teilnahme als bestätigt. Sollten Sie nach der verbindlichen Anmeldung nicht teilnehmen können, sagen Sie bitte rechtzeitig ab, damit keine unnötigen Kosten entstehen und gegebenenfalls noch Interessierte nachrücken können.

kontakt + anmeldung Abt. Zulassung und Praxisberatung Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg

Telefon 04551 883 881 Fax 04551 883 276 E-Mail Zulassung@KVSH.de 4 | 2011

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Service

Veranstaltungen KVSH

5. Mai, 20.00 Uhr

Moderne Netzhaut- und Glaskörperchirurgie Ort: ConventGarten, 24768 Rendsburg E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

6. April, 6. Juli, 5. Oktober, 15.00 bis 18.00 Uhr

Infomarkt der KVSH Ort: Info:

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

Saal der Abgeordnetenversammlung der KVSH Bianca Hartz, Abteilung Zulassung/Praxisberatung, Tel. 04551 883 255, E-Mail: bianca.hartz@kvsh.de Marco Dethlefsen, Gesundheitspolitik und Kommunikation, Tel. 04551 883 381, E-Mail: marco.dethlefsen@kvsh.de

7. Mai, 9.00 bis 17.00 UHR

Pädiatrischer Infektiologie-Tag 2011 Ort: UK S-H, Campus Lübeck, Zentralklinikum, Haus 40, Hörsaal Z3 Info: Voranmeldung aus organisatorischen Gründen bis zum 30. April 2011 an: dickau@paedia.ukl.mu-luebeck.de, Fälle, die Sie diskutieren möchten bitte bis zum 30. April 2011 an: E-Mail: dickau@paedia.ukl.mu-luebeck.de www.kinderklinik-luebeck.de www.uksh.de

KVSH-Kreisstellen 6. aPRIL, 17.00 Uhr

Medizinische Klinik II: Allgemeine und spezielle Ernährungsmedizin, Was ist gesichert bei – COPD – Pankreatitis – Leberzirrhose – Kurzdarmsyndrom

18. Mai, 9.00 bis 17.30 UHR

Ort: Blauer Saal, SFH, 24939 Flensburg Info: Kreisstelle Flensburg-Stadt, Tel. 0461 429 39, Fax 0461 468 91

Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie: Vertebro und Kyphoplastie

Ort: Theater im Klinikum Bad Bramstedt, Oskar-Alexanderstraße 26, 24576 Bad Bramstedt Info: Anmeldung Jenifer Haß, Tel. 0431 9969660, die Anmeldung erfolgt über das Internet unter www. medcomm-sh.de/gw-kongress2011 E-Mail: hass@dsn-online.de www.medcomm-sh.de

Ort: Fliednersaal I, Diako, 24939 Flensburg Info: Kreisstelle Flensburg-Stadt, Tel. 0461 429 39, Fax 0461 468 91

18. Mai, 16.30 bis 18.45 UHR

27. April, 16.00 Uhr

5. Kieler Förde Nachmittag, Aktuelle Entwicklung in der onkologischen Viszeralchirurgie

Schleswig-Holstein

Ort: Hotel Kieler Kaufmann, Niemannsweg 102, 24105 Kiel Info: Tel. 0431 597 4301, Fax 0431 1995 E-Mail: kifoenami@uksh-kiel.de www.chirurgie-kiel.uk-sh.de

9. April, 9.00 Uhr

MDS Myelodysplastisches Syndrom Ort: Atlantic Hotel Lübeck, Schmiedestraße 9-15, 23552 Lübeck Info: Anmeldung Rudina Marx, Tel. 0451 500 3605, Fax 0451 500 5082, E-Mail: rudina.marx@uk-sh.de

27. April, 16.00 bis 20.00 Uhr

Chronische Diarrhoe Ort: Hotel Kieler Kaufmann, Niemannsweg 102, 24105 Kiel Info: Klinik für Innere Medizin I, Arnold-Heller-Str. 3, Haus 6, 24105 Kiel, Meike Gehrk, Tel. 0431 597 1271, Fax 0431 597 1302 www.uksh.de

4. Mai, 14.00 bis 18.00 Uhr

Impf-„Stoff“ für Diskussionen, Voraussetzungen für sicheres Impfen

20. Bis 21. Mai, 12.00 bis 18.00 UHR, 8.20 bis 13.00 UHr

Minimal-invasive Techniken an der Wirbelsäule Ort: Zentrum für Klinische Anatomie (ZKA) Anatomisches Institut, Christian-Albrechts Universität zu Kiel (CAU), Otto-Hahn-Platz 8, 24118 Kiel Info: Fax 0211 52703030, 400 Euro Kursteilnahme und Unterlagen E-Mail: kifoenami@uksh-kiel.de www.chirurgie-kiel.uk-sh.de

Deutschland 26. Mai bis 28. Mai

Info: Anmeldung Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e.V. in Schleswig-Holstein, Flämische Straße 6-10, 24103 Kiel, Tel. 0431 94294, Fax 0431 94871, Für die Veranstaltung gibt es 4 Fortbildungspunkte Ort: Lebensmittelinstitut KIN, Wasbeker Straße 324, 24537 Neumünster E-Mail: gesundheit@lvgfsh.de www.lv-gesundheit-sh.de

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Gesundheitswirtschaft in der Region, Konzepte für die Zukungt

Nordlicht

19. Jahrestagung der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Außenklinische Beatmung (DIGAB) e.V. zusammen mit dem 6. Beatmungssymposium unter der Schirmherrschaft der DGP Ort: bcc – berliner congress center, Alexanderstr. 11, 10178 Berlin Info: Das vollständige Programm finden Sie unter www.beatmungskongress2011.de, Kongress-Organisation, Tel. 0761 69699 0, Fax 0761 69699 11, E-Mail: info.freiburg@intercongress.de www.beatmungskongress2011.de ak t u e l l

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Ingeborg Kreuz������������������������������������������������������������������ 218/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach��������������������������������������������������������������� 218/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Abteilungen

Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck/Hauke Hinrichsen������������������������������������� 251/265 Tom-Christian Brümmer/Esther Petersen������������������������������� 474/498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber/Uta Markl/Tanja Ohm-Glowik����������������� 529/393/386 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber/Thomas Müller������������������������������������������������ 529/325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Brigitte Gottwald/Renate Tödt������������������������������������������������ 255/358 Betriebswirtschaftliche Beratung Marion Grosse���������������������������������������������������������������������������������� 343 Chirotherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dermatohistologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Dialyse-Kommission/LDL Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP Team Marion Frohberg/Helga Hartz/Caroline Polonji ������������� 444/453/280 Heike Koschinat/Tanja Glaw��������������������������������������������������� 326/685 Drogensubstitution Astrid Patscha/Christine Sancion�������������������������������������������� 340/470 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers/Thomas Stefaniw����������������������������������������������� 286/307 Janin Looft/Tobias Kantereit��������������������������������������������������� 324/320 Ermächtigungen Susanne Bach-Nagel/André Zwaka.......................................... 378/327 Katja Fiehn/Tyneke Grommes������������������������������������������������� 291/462

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Nordlicht

ESWL Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Kruse����������������������������������������������������������������������������������� 332 Fortbildungspflicht nach § 95 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Gesundheitspolitik und Kommunikation Esther Rüggen (Leiterin)����������������������������������������������������������������� 431 Hautkrebs-Screening Ursula Gründer�������������������������������������������������������������������������������� 328 Hausarztzentrierte Versorgung Susanne Paap ��������������������������������������������������������������������������������� 228 Herzschrittmacherkontrollen Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 HIV/AIDS Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445 Homöopathie Ursula Gründer��������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder/Borka Totzauer�������������������������������������������������� 475/356 Invasive Kardiologie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Interventionelle Radiologie Ute Tasche �������������������������������������������������������������������������������������� 485 Kernspintomographie Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Koloskopie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Koordinierungsstelle Petra Fitzner������������������������������������������������������������������������������������ 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Mammographie (kurativ/QuaMaDi/Screening) Kathrin Zander/Sabrina Wienke���������������������������������������������� 382/302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Niederlassung/Zulassung/Psychotherapeuten Susanne Bach-Nagel/Katja Fiehn�������������������������������������������� 378/291 Niederlassung/Zulassung/Ärzte Evelyn Kreker/Tyneke Grommes�������������������������������������������� 346/462 Nicole Geue/Petra Fitzner������������������������������������������������������� 303/384 Niederlassungsberatung Bianca Hartz/Evelyn Kreker���������������������������������������������������� 255/346 Susanne Bach-Nagel/André Zwaka����������������������������������������� 378/327 Nordlicht aktuell Borka Totzauer/Jakob Wilder�������������������������������������������������� 356/475 Nuklearmedizin Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Onkologie Doreen Knoblauch��������������������������������������������������������������������������� 445

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Service kontakt Otoakustische Emissionen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Patientenauskunft Paragraf 305 SGB V Detlef Greiner���������������������������������������������������������������������������������� 527 Personal Christine Storm/Lars Schönemann������������������������������������������� 260/275 Anke Tonn/Anke Siemers/Dirk Ludwig��������������������������� 295/333/425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 Phototherapeutische Keratektonie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen/Susanne Hammerich.................................... 265/686 Ulrike Moszeik/Rita Maass������������������������������������������������������ 336/467 Polygraphie/Polysomnographie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 Positronen-Emissions-Tomographie Ines Wildgruber������������������������������������������������������������������������������� 533 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel/Qualitätsmanagement Angelika Ströbel/Detlef Greiner/Regina Steffen������������ 204/527/292 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 360 Röntgen (Anträge) Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Röntgen (Qualitätssicherung) Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 360 Rückforderungen der Kostenträger Heinz Szardenings��������������������������������������������������������������������������� 323 Schmerztherapie Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonographie (Anträge) Ines Wildgruber ������������������������������������������������������������������������������ 533 Sonographie (Qualitätssicherung) Susanne Paap, Christina Bernhardt����������������������������������������� 228/315 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Melanie Krille���������������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Struktur und Verträge Dörthe Deutschbein (Leiterin)��������������������������������������������������������� 331 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Team Verordnung Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Team Verordnung Hilfsmittel Anna-Sofie Plath������������������������������������������������������������������������������ 362 38

Nordlicht

Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Umweltmedizin/Umweltausschuss Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Verordnung medizinische Rehaleistungen Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zweigpraxis Karsten Wilkening��������������������������������������������������������������������������� 561 Zytologie Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444

Prüfungsstelle Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 901022 Vorsitzender des Beschwerdeausschusses Dr. Johann David Wadephul�������������������������������������������������������� 90100 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)������������������������������������������ 90100 Leiter der Dienststelle N. N.������������������������������������������������������������������������������������������ 901021 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ������������������������������������������������������������������������ 901023 Dr. Michael Beyer���������������������������������������������������������������������� 901015 Dorthe Flathus-Rolfs������������������������������������������������������������������ 901015 Astrid Stamer����������������������������������������������������������������������������� 901024 Arznei-/Pharmakotherapie-Beratung (prüfungsbezogen) Elsbeth Kampen ������������������������������������������������������������������������ 901023 Dr. Michael Beyer���������������������������������������������������������������������� 901015 Evelyn Sonnenrein��������������������������������������������������������������������� 901024 Honorarprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������� 901012 Hans-Peter Morwinski��������������������������������������������������������������� 901011 Manfred Vogt����������������������������������������������������������������������������� 901013 Zweitmeinungsverfahren Gastroenterologie Hans-Peter Morwinski��������������������������������������������������������������� 901011 Zweitmeinungsverfahren Rheuma Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������� 901012 Service Verordnungsprüfung Melanie Buchbach, Manuela Johnsen������������������������� 901019/901020 Tanja Bauer, Susanne Schuldt................................. ..... 901016/901025 Service Honorarprüfung Sabine Kruse ����������������������������������������������������������������������������� 901016

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

An diese Stelle nach Paragraf 81a SGB V kann sich jede Person wenden. Es handelt sich um eine organisatorisch verselbstständigte und weisungsungebundene Einrichtung. Sie hat im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages allen genügend substanziierten Hinweisen auf Sachverhalte nachzugehen, die auf Unregelmäßigkeiten oder auf eine rechtswidrige oder zweckwidrige Nutzung von Finanzmitteln im Zusammenhang mit den Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein hindeuten und die aufgrund der einzelnen Angaben oder der Gesamtumstände glaubhaft erscheinen.

Zentrale Stelle Mammographie-Screening

Rosenstr. 28, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010 ak t u e l l

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck, Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail�������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Berglücke 5, 24943 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Wolfgang Barchasch, Frauenarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 27700 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 28149 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

Neumünster

Dr. Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztl. Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Carl Culemeyer, Allgemeinarzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04353 9595 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04353 998901 E-Mail����������������������������������������������������������������������� KVKreisRdEck@aol.com

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Hans-Joachim Commentz, prakt. Arzt Tel �������������������������������������������������������������������������������������������� 04621 52544 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 51500 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Dieter Freese, Allgemeinarzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04551 83553 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 879728 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04821 3697 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04821 3517 E-Mail������������������������������������������������������������ Kreisstelle.Steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� Kreisstelle.Stormarn@kvsh.de

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Dithmarschen@kvsh.de

Impressum

Kreis Herzogtum Lauenburg

Nordlicht aktuell

Dr. Monika Schliffke, Allgemeinärztin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04541 3585 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04541 84391 E-Mail���������������������������������������������������������� Kreisstelle.Lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Dr. Martin Böhm, Internist Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04841 5037 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04662 5038 E-Mail����������������������������������������������������� Kreisstelle.Nordfriesland@kvsh.de

Kreis Ostholstein

Dr. Thomas Schang, Chirurg Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 72606 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04521 409433 E-Mail��������������������������������������������������������� Kreisstelle.Ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Orthopäde Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� Kreisstelle.Pinneberg@kvsh.de 3 | 2011

Nordlicht

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein Herausgeber: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Ingeborg Kreuz (v.i.S.d.P.) Redaktion: Marco Dethlefsen (Leiter); Dr. Michael Drews (stellv. Leiter); Prof. Jens-Martin Träder (stellv. Leiter); Borka Totzauer; Jakob Wilder Redaktionsbeirat: Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Ingeborg Kreuz; Esther Rüggen Anschrift der Redaktion: Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg, Tel.: 04551 883 356, Fax: 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Druck: Grafik + Druck, Kiel Fotos: iStockphoto Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

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Nordlicht 4/2011  

Ärzte, Magazin, Nordlicht

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