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nr. 4 | 2018

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Die gesundheitspolitischen Pläne der GroKo

Viel Misstrauen, kaum Reform

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April 2018 | 21. Jahrgang


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 4 | 2018

TITELTHEMA 4 Große Koalition setzt weiter auf stärkere Regulierung im Gesundheitswesen

7 „Wir erwarten eine konstruktive Zusammenarbeit“:

Interview mit Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

9 Kommentar: Guter Anfang 10 Nachrichten Kompakt

Aus dem Inhalt Wohin geht die gesundheitspolitische Reise der Großen Koalition? Was kommt auf die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten zu? Was will der neue Gesundheitsminister Jens Spahn? Auf der Suche nach Antworten nehmen wir den gesundheitspolitischen Part des Koalitionsvertrages genauer unter die Lupe.

Gesundheitspolitik 11 Telemedizin soll bei Notfällen auf den Halligen helfen Praxis & KV 12 Neues von der Terminservicestelle: Interview

mit Alexander Paquet, Leiter der Abteilung Management Versorgungsstrukturen der KVSH

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14 Ziel Praxisübergabe: Existenzgründer und

Praxisabgeber kamen beim Info-Tag zusammen

16 Serie: Die Kreisstelle Stormarn stellt sich vor 17 Vorsicht vor Trojanern und Co.: Wie sich Praxen vor

Computerviren und Betrüger-E-Mails schützen können

19 Jetzt kostenlos bestellen: Informationsmaterial zum vertragsärztlichen Bereitschaftsdienst

21 Bekanntmachungen und Meldungen

Seit einem Jahr vermittelt die Terminservicestelle (TSS) der KVSH neben Facharztterminen auch Termine für ein Erstgespräch in einer Psychotherapeutischen Sprechstunde oder für eine Akutbehandlung. Alexander Paquet, Leiter der Abteilung Management Versorgungsstrukturen der KVSH, erläutert im Interview, wie sich die TSS seitdem entwickelt hat.

23 Psychotherapie: Neuregelungen im Einheitlichen

Bewertungsmaßstab und bei der Terminservicestelle

24 Neues aus KVen und KBV

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Die Menschen im Land 25 Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein 26 Safety first an der Rennstrecke: Kieler Chirurg ist oberster Rennarzt Deutschlands

Service 28 Sicher durch den Verordnungsdschungel:

ICD-Kodierungen und Indikationsschlüssel auf Heilmittelrezepten

Martin Schweiger ist als leitender Rennarzt für die medizinische Sicherheit bei Motocross-, Quad-, SuperBike-, Speedway- und Straßenrennen verantwortlich. Außerdem ist der Chirurg aus Kiel oberster Verbandsarzt des Deutschen Motor Sport Bunds im Bereich Motorrad.

29 Sie fragen – wir antworten 30 Serie: Kooperieren, aber richtig 33 Seminare 35 Termine

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht nr. 4 | 2018 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, neue Besen kehren gut ... … im Falle des neuen Gesundheitsministers Jens Spahn scheint sich diese Wahrheit allerdings noch beweisen zu müssen. Die ersten Äußerungen klingen eher nicht nach jemandem, der nach mehr als zehn Jahren Gesundheitspolitik mit den Grundlagen unseres Gesundheitswesens vertraut sein sollte. Er packt drei Startpakete: Eines für die Pflege, eines für die Rückkehr zur Parität der Beitragszahler, eines für die ambulante Versorgung. Im ersten wird man wohl vergeblich nach den 8.000 neuen Pflegekräften suchen müssen, die für eine sofortige Entspannung in diesem Sektor sorgen sollen. Auch Geld wird nicht drin sein. Paket zwei ist dafür mit immerhin circa sechs Milliarden Euro gefüllt, um der Gesetzlichen Krankenversicherung den Ausfall der Zusatzbeiträge auszugleichen. Paket 3 ist an Sie adressiert. Stacheltiere sind drin, in ganz viel Populismus eingehüllt. Statt mindestens 20 bereitgestellter Sprechstunden pro Woche als vertragsärztliche Pflicht sollen es nun 25 sein, am besten als offene Sprechstunden. Dazu ein 24/7-Service, damit auch nachts um drei der Termin für das Knie-MRT gemacht werden kann. Oder hat zu dieser Zeitvorgabe der Minister im Eifer des ersten Gefechts die Terminservicestelle mit der 116117 – der Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes – verwechselt? Diesem Minister sitzt ein Anderer im Nacken, der immer noch die absolute Gerechtigkeit in Plan- und Zwangswirtschaft zu finden glaubt. Es wird Zeit, erwachsen zu werden, Herr Spahn! Es hilft nicht, Schleifchen anzubieten in Form des frommen Wunsches, es solle doch honoriert werden, wenn man mehr Patienten behandle. Man muss da schon mehr mitbringen. Lesen Sie mehr zur neuen Politik in diesem Heft.

Ihre

Dr. Monika Schliffke

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Titelthema G es u ndheitspolitik

Weiter so statt Aufbruch

© istock.com/anyaberkut

Große Koalition setzt erneut auf stärkere Regulierung im Gesundheitswesen.

Ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl war es Mitte März so weit: Die Spitzen von CDU, CSU und SPD unterzeichneten einen Koalitionsvertrag. Zwei Tage später nahm die Neuauflage der Großen Koalition mit der erneuten Wahl von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin ihre Arbeit auf.

als „ambitionierter Star der Konservativen in der Union“, wie es der Nachrichtensender n-tv formulierte.

Jens Spahn ist neuer Gesundheitsminister Was bedeutet das für die Gesundheitspolitik? Zunächst eine personelle Änderung. An der Spitze des Gesundheitsministeriums, das in CDU-Hand bleibt, muss der bisherige Ressortchef Hermann Gröhe der CDU-Nachwuchshoffnung Jens Spahn weichen.

Neue Gesichter auch auf der zweiten politischen Führungsebene des Ministeriums: Sabine Weiss, Juristin und Bundestagsabgeordnete aus Nordrhein-Westfalen, und Thomas Gebhart, studierter Betriebswirt und Parlamentarier aus Rheinland-Pfalz, sind die neuen parlamentarischen Staatssekretäre. Sie folgen auf Ingrid Fischbach, die nicht erneut für den Bundestag kandidierte, und Annette Widmann-Mauz, die sich jetzt als Staatsministerin im Kanzleramt um Integrationsfragen kümmert.

Der 37-jährige Münsterländer ist bundespolitisch kein Unbekannter – und hat eine gesundheitspolitische Vergangenheit. Von 2005 bis 2009 war er Obmann für die CDU/CSU-Fraktion im Gesundheitsausschuss, anschließend bis 2015 gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Zuletzt war er parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Spahn, der Bankkaufmann gelernt und ein Fernstudium der Politikwissenschaft abgeschlossen hat, erlangte seine Bekanntheit in den vergangenen Jahren allerdings weniger als Fachpolitiker für Gesundheit oder Finanzen, sondern

Bürgerversicherung kommt nicht Wohin die gesundheitspolitische Reise geht, lässt sich auf acht der 177 Seiten des Koalitionsvertrages nachlesen. Mediales Thema während der Verhandlungen war jedoch vielfach, was auf diesen Seiten nicht zu finden ist: Der Einstieg in eine Bürgerversicherung. Schon in den Sondierungsgesprächen hatte die Union dieses Vorhaben abgelehnt, es fand keinen Eingang in das gemeinsame Ergebnispapier. Der SPD-Bundesparteitag Ende Januar, der den Weg für Verhandlungen mit CDU und CSU frei machte, verknüpfte

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Titelthema sein Votum mit dem Auftrag an die Parteiführung, dieses Projekt in den Koalitionsgesprächen durchzusetzen. Der Erfolg blieb allerdings aus. CDU und CSU blieben bei ihrem „Nein“ zur Bürgerversicherung. Kommission soll Gebührenordnungen durchleuchten Als Kompromiss verständigten sich die Unterhändler auf die Einsetzung einer Kommission, die bis Ende 2019 Vorschläge für eine Weiterentwicklung der Gebührenordnungen vorlegen soll. Nach Auffassung der Koalitionspartner gibt es sowohl beim EBM als auch bei der GOÄ Reformbedarf. Ziel sei „ein modernes Vergütungssystem“, das den „Versorgungsbedarf der Bevölkerung und den Stand des medizinischen Fortschritts abbildet.“ Damit haben die Regierungspartner ihren Konflikt um eine „Einheitsgebührenordnung“ zunächst vertagt. Der letzte Satz des Abschnitts verdeutlicht das Bemühen, frühzeitige Festlegungen zu vermeiden: „Ob diese Vorschläge umgesetzt werden, wird danach entschieden.“ Koalitionsvereinbarung spart Selbstverwaltung aus Die Selbstverwaltung, tragendes Element der Gesundheitsversorgung, spielt in der schwarz-roten Koalitionsvereinbarung keine Rolle, kommt im Gesundheitskapitel nicht vor. Zum Vergleich: Im Koalitionsvertrag der Jamaika-Parteien auf Landesebene kommt die Selbstverwaltung sechsmal vor – stets betonend, dass die Landesregierung auf eine gute Zusammenarbeit setzt. Während dieser Kernbegriff den Koalitionären auf Bundesebene keine Erwähnung wert ist, finden sich umso mehr Passagen, in denen ein Zuwachs direkter gesetzlicher Regulierungen und eine Stärkung der Rolle des Staates in der ambulanten Versorgung angekündigt werden. KV soll auch Kinder- und Hausarzttermine vermitteln Dazu gehört, dass die Terminservicestellen – trotz geringer Nachfrage nach ihren Angeboten – in Zukunft auch Kinder- und Hausarzttermine vermitteln sollen. Damit nicht genug: Die Erreichbarkeit der Vermittlungsstellen sollen die KVen nicht mehr abhängig vom Anrufaufkommen selbst bestimmen können. Vielmehr sollen vom Gesetzgeber konkrete Zeiten – täglich 8 bis 18 Uhr – verbindlich vorgegeben werden. Ähnlich verhält es sich mit der Ausweitung des Mindestsprechstundenangebots für GKV-Versicherte. Es soll von 20 auf 25 Stunden wöchentlich steigen. Obgleich Studien belegen, dass niedergelassene Haus- und Fachärzte ohnehin mehr als 50 Wochenstunden arbeiten und außerhalb der Sprechzeiten zum Beispiel Haus- und Heimbesuche absolvieren oder ambulante Operationen durchführen, suggerieren die Koalitionspartner, dies sei eine Verbesserung der Versorgung. Hinzu kommt: Der Umfang der Mindestsprechstundenzeiten ist bislang nicht gesetzlich geregelt und damit nicht vom Staat vorgegeben. Es handelt sich um eine Bestimmung im Bundesmantelvertrag, der das Ergebnis von Verhandlungen zwischen KBV und GKV-Spitzenverband ist. Länder sitzen bei Zulassungsfragen künftig mit am Tisch Mit dem Koalitionsvertrag weitet die Politik den staatlichen Einfluss auf weitere Angelegenheiten aus, die bislang allein von der gemeinsamen Selbstverwaltung geregelt wurden. So kündigen Union und SPD an: „Die Länder erhalten ein Mitberatungs- und Antragsrecht in den Zulassungsausschüssen der Kassenärztlichen Vereinigungen.“

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Darüber hinaus sollen die Länder Rechte erhalten, die üblicherweise der Selbstverwaltung vorbehalten waren. In „ländlichen oder strukturschwachen Gebieten“ sollen künftig „Zulassungssperren für die Neuniederlassung“ entfallen können, so Union und SPD. Die „Bestimmung der von dieser Regelung erfassten Gebiete“ soll durch die Länder erfolgen. Bisher oblagen Entscheidungen über die Verhängung oder Aufhebung von Zulassungssperren stets den paritätisch besetzten Landesausschüssen. Was unter ländlichen und strukturschwachen Gebieten zu verstehen ist, bleibt ebenso offen, wie die Finanzierung möglicher zusätzlicher Arztsitze, die durch diese Regelung entstehen. Beim Gemeinsamen Bundesausschuss dürfen die Länder nach dem Willen der Koalitionäre demnächst ebenfalls mitreden. Ihnen sollen „in den Beratungen zur Bedarfsplanung und zu allen Aspekten der Qualitätssicherung die gleichen Rechte und Pflichten, wie den Patientenvertretern eingeräumt“ werden. Bei der Weiterentwicklung der ambulant-stationären Zusammenarbeit wollen die Parteien die Weichen ohne die Einbindung der Selbstverwaltung und ihres Wissens neu stellen. Geplant ist eine „Bund-Länder-Arbeitsgruppe unter Einbeziehung der Regierungsfraktionen“, die Vorschläge zur künftigen sektorenübergreifenden Versorgung „im Hinblick auf Bedarfsplanung, Zulassung, Honorierung, Kodierung, Dokumentation, Kooperation der Gesundheitsberufe und Qualitätssicherung unter Berücksichtigung der telematischen Infrastruktur“ vorlegen soll. Notfallversorgung: Alles neu statt Weiterentwicklung erfolgreicher Modelle In der Notfallversorgung, derzeit im Mittelpunkt vieler gesundheitspolitischer Debatten, kündigen die Koalitionspartner eine „gemeinsame Sicherstellung der Notfallversorgung von Landeskrankenhausgesellschaften und Kassenärztlichen Vereinigungen“ mit einer „gemeinsamen Finanzierungsverantwortung“ an. Es sollen zudem „Notfallleitstellen und integrierte Notfallzentren“ aufgebaut werden. Die neue Regierung setzt somit auf eine grundsätzlich neue Struktur und eine Relativierung des bisher bei den Kassenärztlichen Vereinigungen liegenden Sicherstellungsauftrags für die ambulante Notfallversorgung, statt erfolgreiche Strukturen, die es bereits gibt, weiterzuentwickeln. Ein bunter Strauß weiterer Einzelmaßnahmen Darüber hinaus haben die Koalitionäre eine Reihe von Einzelmaßnahmen vereinbart, die die ambulante Versorgung betreffen. Wie eine gesetzliche Umsetzung der Vorhaben aussehen wird, bleibt abzuwarten: ƒƒ Die KVen sollen erweiterte Möglichkeiten erhalten, Eigeneinrichtungen zur Sicherstellung zu betreiben. ƒƒ Hausärztliche Versorgung und sprechende Medizin sollen besser vergütet werden, zur Finanzierung gibt es allerdings keine Aussage. ƒƒ Die Bedarfsplanung soll „kleinräumiger, bedarfsgerechter und flexibler“ gestaltet werden. ƒƒ Die Strukturfonds der KVen sollen erhöht, verbindlicher ausgestaltet und flexibilisiert werden. ƒƒ Der Innovationsfonds soll über 2019 hinaus mit einem Fördervolumen von 200 Millionen Euro jährlich fortgeführt werden. ƒƒ Zwei weitere Chronikerprogramme sind geplant: DMP Rückenschmerz und DMP Depression.

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Titelthema G es u ndheitspolitik ƒƒ K  assenärztliche Vereinigungen sollen zu Kooperationsverträgen mit Pflegeeinrichtungen verpflichtet werden. Bislang wurden diese direkt zwischen Ärzten und Einrichtungen geschlossen. ƒƒ Die Reform des Medizinstudiums („Masterplan Medizinstudium“) will die Koalition zügig umsetzen, einschließlich einer Landarztquote und einer Erhöhung der Zahl der Medizinstudienplätze. ƒƒ Die Digitalisierung wird weiter vorangetrieben, unter anderem durch die Einführung einer elektronischen Patientenakte für alle Versicherten in dieser Legislaturperiode. Bedeutung der Freiberuflichkeit wird relativiert Trotz des umfangreichen Maßnahmenkatalogs der Parteien: Viele Themen, die aus Sicht der Ärzteschaft auf die Tagesordnung gehören, bleiben unerwähnt. So findet sich weder eine Aussage zur Entbudgetierung noch zur Steuerung der Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen im Angesicht endlicher finanzieller und personeller Ressourcen – um nur zwei Beispiele zu nennen. Insgesamt relativieren die abermaligen Regierungspartner die Bedeutung der Freiberuflichkeit. Hieß es im Koalitionsvertrag von 2013 noch, die Freiberuflichkeit der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sei ein „unverzichtbares Element für die flächendeckende ambulante Versorgung“ und „Garant für die Diagnose- und Therapiefreiheit und für die freie Arztwahl“, so findet sich im aktuellen Koalitionspapier von CDU/CSU und SPD nur der deutlich allgemeinere Satz: „Stärken unseres Gesundheitswesens sind die Freiberuflichkeit der Heilberufe, freie Arztund Krankenhauswahl, die Therapiefreiheit und gut qualifizierte Gesundheitsberufe.“ Drei Abgeordnete aus Schleswig-Holstein im Gesundheitsausschuss Auch der Gesundheitsausschuss des Bundestages hat mittlerweile in neuer Zusammensetzung seine Arbeit aufgenommen. So stark wie lange nicht mehr ist Schleswig-Holstein in diesem Gremium vertreten: Gleich drei Parlamentarier aus dem Norden gehören dem Ausschuss an. Für die FDP wird erneut die schleswigholsteinische Abgeordnete Christine Aschenberg-Dugnus im Gesundheitsausschuss mitarbeiten. Sie gehörte Bundestag und Ausschuss bereits von 2009 bis 2013 an. In dieser Legislaturperiode ist sie auch gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion.

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Bei der CDU gibt es ein neues Gesicht. Mit Prof. Dr. Claudia Schmidtke, die das Direktmandat im Wahlkreis Lübeck gewann, zieht eine Ärztin ins Parlament und den Gesundheitsausschuss ein. Schmidtke ist politische Quereinsteigerin und war zuletzt als Herzchirurgin an den Segeberger Kliniken tätig. Parlamentsneuling AfD entsendet ebenfalls einen Arzt aus dem Norden in den Ausschuss. Der emeritierte Medizinprofessor Prof. Dr. Axel Gehrke aus Stormarn ist zudem gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Die weiteren Bundestagsfraktionen – SPD, Grüne und Linke – entsenden keine schleswigholsteinischen Abgeordneten in den Gesundheitsausschuss. Der Koalitionsvertrag ist im Internet auf den Seiten der Parteien abzurufen (www.cdu.de oder www.spd.de). Delf Kröger, KVSH

Garg will Portalpraxen ermöglichen Während die neue Bundesregierung noch dabei ist, Tritt zu fassen, ist Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg im Bundesrat aktiv geworden. Nachdem die Diskussion über Portalpraxen, die durch eine bessere Zuordnung der Patienten zu den Versorgungsebenen auch tagsüber einen Beitrag zur Entlastung der Notaufnahmen leisten können, bereits längere Zeit anhält, hat die Landesregierung das Thema jetzt nach Berlin getragen. Sie hat einen Gesetzentwurf in die Länderkammer eingebracht, um im Sozialgesetzbuch V den Weg für gemeinsame Portalpraxen an Krankenhäusern frei zu machen, die auch außerhalb klassischer Sprechstundenzeiten eine Steuerungsfunktion übernehmen. Das ist bisher rechtlich nicht möglich. Stimmt der Bundesrat dem Vorhaben zu, wäre anschließend der Bundestag am Zug. Ob es dort eine Mehrheit für den pragmatischen Ansatz aus dem Norden geben könnte, der auf eine Fortentwicklung bewährter und von der Selbstverwaltung entwickelter Modelle setzt, oder aber die schwarz-rote Mehrheit abblocken wird, was nicht der eigenen Koalitionsvereinbarung entspricht, wird sich zeigen müssen.

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Titelthema I nterview

„Debatte um Erhöhung des Mindestsprechstundenangebotes ist völlig realitätsfern“ Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, über seine Erwartungen an den neuen Bundesgesundheitsminister und einen möglichen Ausstieg aus der Budgetierung Nordlicht: Herr Dr. Gassen, Jens Spahn ist neuer Bundesgesundheitsminister. Eine gute Wahl? Dr. Andreas Gassen: Das wird sich zeigen. Unbestreitbar ist: Jens Spahn kennt sich im Gesundheitswesen gut aus. Er hat sich bisher als Vertreter eines starken Konservatismus und als Anhänger des selbstständigen Mittelstandes präsentiert. Ich hoffe, er wird sich auch in seinem Amt als Gesundheitsminister dafür einsetzen, die Stärken unseres Systems zu erhalten. Er hat die Freiberuflichkeit der niedergelassenen Ärzte in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag einmal als eines der größten Qualitätsmerkmale des deutschen Gesundheitssystems bezeichnet. Das ist ein klares Bekenntnis, an dem wir ihn messen können. Nordlicht: Als ein Problem hat Spahn die mangelnde Versorgung mit Ärzten, sowohl auf dem Land als auch in manchen Stadtteilen, benannt. Welche Lösungsvorschläge erwarten Sie hier von ihm? Gassen: Wir erwarten eine konstruktive Zusammenarbeit, in der das Gesamtbild gesehen wird und nicht nur die angebliche mangelnde Versorgung mit Ärzten. Fakt ist doch: Wir haben eine gute, umfassende und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung, um die wir weltweit beneidet werden. Wir stehen vor der Herausforderung, dass altersbedingt in den nächsten Jahren niedergelassene Kolleginnen und Kollegen ihre Praxen abgeben werden. Außerdem stecken wir in einem gesellschaft-

„Von der Scheindebatte um eine angebliche Zwei-Klassen-Medizin und um eine postulierte Terminungerechtigkeit halte ich gar nichts.“

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© Lopata/axentis.de

lichen Wandel. Die Menschen zieht es lieber in die großen und mittleren Städte. Gleichzeitig ziehen die Jungen nicht nur aus bestimmten ländlichen Regionen weg, sondern mit ihnen auch die Infrastruktur mit Bürgerämtern, Feuerwehren, Post, Polizei und Einkaufsläden. Hier kann man nicht erwarten, dass es in den betroffenen Dörfern automatisch aber trotzdem – entgegen dem sonstigen Trend – eine Arztpraxis gibt. Hier brauchen wir andere Ideen, um die Patienten auch weiterhin versorgen zu können. In strukturschwachen Regionen kann beispielsweise ein Mix aus Zweigpraxen, Telemedizin, Delegation und Kooperation mit anderen Playern die Lösung darstellen. Am besten wissen dies die Kassenärztlichen Vereinigungen vor Ort. Nordlicht: Jens Spahn hat außerdem gefordert, dass privat und gesetzlich Versicherte in Zukunft gleich schnell einen Arzttermin bekommen. In einem ersten Schritt sollten die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen ausgebaut werden. Was halten Sie von diesem Vorschlag?

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Titelthema G es u ndheitspolitik Gassen: Von der Scheindebatte um eine angebliche Zwei-Klassen-Medizin und um eine postulierte Terminungerechtigkeit halte ich gar nichts. Sie ist realitätsfern und unsachlich. Deutschland gehört nachweislich im internationalen Vergleich zu den Ländern mit den kürzesten Wartezeiten auf einen Termin.

„Es gibt überhaupt keinen Grund mehr, die Entbudgetierung aufzuschieben.“

Nordlicht: Es gibt aber auch hoffnungsvolle Signale: Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, will Spahn über die Vergütung der Ärzte für Kassenpatienten sprechen. Ist dies der Anfang vom Ausstieg aus der Budgetierung? Gassen: Das ist wünschenswert. Es wäre ein erster Schritt, die Grundleistungen zu entbudgetieren. Denn aktuell arbeiten die Niedergelassenen mit der traurigen Gewissheit, dass am Ende des Quartals Leistungen teilweise einfach nicht mehr bezahlt werden, weil sie unter die Budgetierung fallen. Und das, obwohl die gesetzlichen Krankenversicherungen aktuell auf einem Finanzpolster von 28 Milliarden Euro sitzen. Lassen Sie uns daher mit der Ausbudgetierung beginnen. In einem ersten Schritt würde dies ein zusätzliches Finanzvolumen von rund 450 Millionen Euro pro Jahr bedeuten. Das ist vor dem Hintergrund eines Polsters von 28 Milliarden Euro eine geradezu verschwindend geringe Summe. Das wird keine Steigerung der Krankenkassenbeiträge zur Folge haben. Es gibt also überhaupt gar keinen Grund mehr, die Entbudgetierung aufzuschieben und es gibt sicherlich auch keinen Grund, hier mit irgendwelchen fadenscheinigen Argumenten der Beitragssatzstabilität zu argumentieren. Nordlicht: Bleiben wir bei dem Koalitionsvertrag. Dieser ist nach Ansicht vieler KVen – auch der KVSH – gekennzeichnet durch mangelnder Wertschätzung gegenüber der Arbeit niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten. Die geplante Erhöhung des Mindestsprechstundenangebotes ist nur ein Beispiel eines weiteren massiven Eingriffs des Staates in die Selbstverwaltung. Warum wird hier offensichtlich Stimmung gegen die Ärzteschaft gemacht? Gassen: Die Politik versucht natürlich, Strömungen und Meinungen aufzunehmen und zu nutzen. Es geht darum, ein angebliches Problem für die Wähler möglichst öffentlichkeitswirksam anzugehen. Dennoch ist die Debatte um eine Erhöhung des Mindestsprechstundenangebotes völlig realitätsfern.

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Zum einen ist es ein unzumutbarer Eingriff in die Arbeitszeitgestaltung und Praxisführung von uns Freiberuflern. Zum anderen ist eine Leistungsausweitung mit den in der ambulanten Versorgung geltenden Budgets schlichtweg nicht vereinbar. Schon heute arbeiten Vertragsärzte durchschnittlich 52 Stunden pro Woche. Wenn sie mehr Sprechstunden anbieten sollen, muss diese Zeit woanders eingespart werden. Wo soll das sein? Bei den Haus- und Heimbesuchen? Beim ambulanten Operieren? Sinnvolle Einsparungen wären höchsten beim Thema Bürokratie möglich. Die Bürokratie frisst aktuell insgesamt 50 Millionen Stunden pro Jahr in den Praxen – nur wenn sie zurückgefahren wird, können sich die Ärzte und Psychotherapeuten mehr Zeit für ihre Patienten nehmen. Nordlicht: KBV und KVen haben in der Vergangenheit viel unternommen, um die Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit der Selbstverwaltung zu demonstrieren: konkrete Vorschläge zur Reform der Notfallversorgung und zum Ausbau des Belegarztwesens, fünf Jahre lang Imagekampagne. Warum kommt das bei der Politik nicht an? Gassen: Unsere Meinung und unsere Vorschläge kommen durchaus bei der Politik an. Wir stehen in einem ständigen Dialog. Wir treten im KBV-Vorstand geschlossen als Team auf und werden von der Politik als ernstzunehmender und konstruktiver Partner wahrgenommen. Nordlicht: Wie können KBV und KVen verhindern, dass ihnen irgendwann nicht nur noch die Honorarverteilung als Aufgabe bleibt? Gassen: Wir müssen die Möglichkeiten nutzen, die wir jetzt schon haben. Wir sollten KV-intern unsere Kräfte sammeln und bündeln und uns dadurch möglichst unabhängig von den Volten der Politik machen. Wir müssen unsere eigenen Konzepte umsetzen und realistische Szenarien entwerfen, mit denen wir auf die kommenden Herausforderungen reagieren wollen. Mit unserem Konzept KBV 2020 haben wir das getan. Jetzt müssen wir den politisch Verantwortlichen zeigen, dass wir es können. Nordlicht: Nehmen wir an, dass die GroKo dreieinhalb Jahre hält. Welchen Stellenwert wird das KBV-KV-System am Ende der Legislaturperiode haben? Gassen: Wir werden als KV-System auch in Zukunft ein verlässlicher Partner sein, der die qualitätsgesicherte ambulante Rundum-die-Uhr-Versorgung im gesamten Bundesgebiet sicherstellt. Um es in Anlehnung an einen Ausspruch der Kanzlerin zu sagen: „Die ärztliche Selbstverwaltung ist alternativlos.“ Die Fragen stellte Marco Dethlefsen, KVSH

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Titelthema K ommentar

Guter Anfang Kaum im Amt hat der neue Gesundheitsminister Jens Spahn die ersten Pflöcke eingeschlagen. Die Berufung eines Pflegebeauftragten, der nicht aus der Politik kommt, sondern viele Jahre dem Dachverband der Pflegeberufe vorstand, zeigt Spahns Bereitschaft, neue Wege zu gehen und dabei auch Konflikte in Kauf zu nehmen. Auf dem Fuße folgten Neuregelungen zur Umsetzung des Pflegeberufegesetzes, das die Berufe aufwertet und interessant macht. Denn was vor allem fehlt, sind Fachleute. Ihnen stellt Spahn bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld in Aussicht. Dass er fast nebenbei noch eine Lanze für den Wettbewerb im Gesundheitswesen bricht und sich deutlich gegen die Einheitsversicherung positioniert, ist ein guter Anfang. Wer Spahn kennt weiß, dass es so bleiben wird – hoffentlich. Er gehört zu der neuen Generation von Politikern, denen das Nachbeten von Klischees zu wenig ist, um daraus politische Funken zu schlagen. Denn wer immer noch behauptet, Kassenpatienten müssten länger auf Termine und Behandlung warten und deshalb die PKV auflösen will, kennt die Wirklichkeit offenbar nicht. Dass Spahn trotzdem auf diejenigen zugeht, die an diesem Punkt die Systemdebatte zwischen GKV und PKV festmachen, belegt sein politisches Kalkül, dem politischen Gegner ein Stöckchen zu geben, das demjenigen der darüber springt, immer wieder Freude macht. Was ist denn vom Burner der SPD geblieben, die „Zwei-Klassen-Medizin“ abzuschaffen? Ein Prüfauftrag im Koalitionsvertrag – und die bittere Erfahrung, dass das Thema in den Versammlungen der Partei vor dem Mitgliederentscheid zur Koalition eine ebenso geringe Rolle spielte wie Europa. Dass die neue Bundesregierung es gleichwohl nicht lassen konnte, Druck auf die Ärzteschaft auszuüben, hat ihr umgehend vernehmbar Kritik eingebracht. Kein Wunder, wenn es im Koalitionsvertrag unter anderem heißt, dass die Mindestzahl der Sprechstunden, die ein in Vollzeit tätiger Kassenarzt anbieten muss, von 20 auf 25 Stunden pro Woche erhöht wird. Außerdem müssen die Terminservicestellen der KVen künftig auch Haus- und Kinderarzttermine vermitteln und leichter telefonisch erreichbar sein. Und um mehr Ärzte in wirtschaftlich schwache Gebiete und aufs Land zu locken, soll die Vergütung dort durch regionale Zuschläge erhöht werden. Kurswechsel auch bei der Zulassung neuer Praxen: In ländlichen und strukturschwachen Regionen können die Länder mögliche Sperren aufheben. Jeder interessierte Arzt kann sich dort also niederlassen. Ob es aber genügend Interessenten gibt, bleibt natürlich offen. Ein Unding für KBV und KVSH: Wenn die Politik das Sprechstundenangebot ausbauen wolle, müsse sie auch erklären, was sie damit meint. Denn schon heute arbeiteten die Niedergelassenen im Schnitt 52 Stunden pro Woche für GKV-Patienten, rechnet die

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KBV vor. Für 10 bis 20 Prozent ihrer Leistungen erhielten sie aufgrund der Budgetierung dabei noch nicht einmal ein Honorar. Wenn jetzt die Mindestsprechstundenzeit steigt, muss man auch sagen, wer die Folgekosten, z. B. für die Mehrarbeit der medizinischen Fachangestellten, trägt, moniert die Abgeordnetenversammlung der KVSH in einer Stellungnahme.

„Es gilt den Eindruck zurechtzurücken, ein modernes System müsse für das deutsche Gesundheitswesen erst geschaffen werden.“

Dass diese Umverteilung der Arbeitszeit stillschweigend die politisch gewünschte Abkehr von den Privatversicherten zu den Kassenpatienten einleiten soll, ist eine Milchmädchenrechnung. Schließlich ist es bei 72 Millionen gesetzlich und 9 Millionen privat Versicherten schon von der Menge her völlig illusorisch anzunehmen, bei Privatpatienten die Zeit rauszuholen, die man den GKV-Versicherten zuschlagen kann. Ähnlich diffus sind die Vorgaben für die Ärztevergütung. Sie müsse reformiert werden, sowohl die gesetzliche als auch die private. „Deshalb wollen wir ein modernes System schaffen, das den Versorgungsbedarf der Bevölkerung und den Stand des medizinischen Fortschritts abbildet“, heißt es im Koalitionsvertrag. Bis Ende 2019 soll eine wissenschaftliche Kommission Vorschläge dazu machen. Hier wird der neue Gesundheitsminister beweisen müssen, dass er Format hat und mehr kann, als unkonventionelle Entscheidungen zu treffen. Es gilt den Eindruck zurechtzurücken, ein modernes System müsse für das deutsche Gesundheitswesen erst geschaffen werden. Schon heute gibt es weltweit nichts „moderneres“. Deshalb muss man vermuten, dass der Kommissionsauftrag darauf abzielt, den weiteren Weg in die Staatsmedizin zu ebnen. Spahns Meisterstück wird es deshalb sein nachzuweisen, dass mit einem Systemwandel zu noch mehr Staatsmedizin nichts gewonnen ist – weder für die Heilberufe in Klinik und Praxis, noch für Krankenkassen und Leistungsträger und schon gar nicht für die Patienten. Es gilt beim Namen zu nennen, dass eine Transformation nur um des Systemwandels willen, reiner Selbstzweck wäre. Damit ändert sich vielleicht die Perspektive auf die Probleme, gelöst wäre aber keine der Herausforderungen, vor denen das deutsche Gesundheitssystem steht. Peter Weiher, Journalist

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NACHRICHTEN  KOMPAKT P atienten

Abhängigkeit von sozialen Medien

Psychotherapeutische Sprechstunde Pflicht

Hamburg – Chatten, posten und liken fast rund um die Uhr: Etwa 100.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind abhängig von sozialen Medien. Das ist das Ergebnis einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg. Danach sind insgesamt 2,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen süchtig nach WhatsApp, Instagram und Co. Wie die Studie zeigt, sind Mädchen mit 3,4 Prozent häufiger von einer SocialMedia-Abhängigkeit betroffen als Jungen mit einem Anteil von 1,9 Prozent. Statistisch fällt dieser Unterschied den Angaben zufolge aber nicht ins Gewicht, denn Mädchen sind generell länger in sozialen Medien unterwegs – im Schnitt knapp mehr als drei Stunden pro Tag. Jungen kommen auf durchschnittlich zweieinhalb Stunden täglich. Mit steigendem Alter verbringen die Jugendlichen immer mehr Zeit bei WhatsApp, Instagram und anderen Diensten. Für die Studie befragte das Forsa-Institut rund 1.000 Kinder und Jugendliche.

Berlin – Seit dem 1. April 2018 gilt: Erst wenn ein Patient eine Psychotherapeutische Sprechstunde aufgesucht hat, kann mit probatorischen Sitzungen oder einer Akutbehandlung begonnen werden. Vorgeschrieben sind mindestens 50 Minuten. Ausnahmen gibt es für Patienten, die aufgrund einer psychischen Erkrankung in einer stationären Krankenhausbehandlung oder rehabilitativen Behandlung waren. Sie können auch ohne vorherige Sprechstunde mit probatorischen Sitzungen oder einer Akutbehandlung anfangen. Dies gilt auch, wenn ein Therapeutenwechsel während einer laufenden Therapie erfolgt.

Universitäten

Umfrage unter Hausärzten Jena – Das Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Jena hat im Rahmen des Verbundforschungsvorhabens „SAVOIR“ (Evaluierung der SAPV-Richtlinie: Outcomes, Interaktionen, Regionale Unterschiede) eine bundesweite Befragung bei Hausärzten gestartet. Diese zielt darauf ab, hausärztliches Handeln an der Nahtstelle von allgemeiner und spezialisierter ambulanter Palliativversorgung zu analysieren. Mehr Informationen unter: www.uniklinikum-jena.de/ allgemeinmedizin/Forschung/Palliativversorgung.html

© Kuschel/AOK/hfr

S t u die

Seit einem Jahr muss bereits jeder Arzt und jeder Psychotherapeut, der eine Genehmigung zur Abrechnung von Richtlinienpsychotherapie hat, Sprechstunden anbieten. Eine Verpflichtung für Patienten, diese aufzusuchen, bestand bislang nicht. Die Psychotherapeutische Sprechstunde dient der frühzeitigen diagnostischen Abklärung und stellt einen niedrigschwelligen Zugang zur Psychotherapie dar. Der Therapeut klärt in dem Erstgespräch ab, ob ein Verdacht auf eine psychische Krankheit vorliegt und der Patient eine Psychotherapie benötigt oder ob ihm mit anderen Unterstützungs- und Beratungsangeboten (z. B. Präventionsangebote, Ehe- und Familienberatungsstelle) geholfen werden kann. Auch eine erste therapeutische Intervention ist möglich. Mehr Informationen unter www.kbv.de/html/1150_33826.php

P ra x en

Praxisinformation zum Medikationsplan aktualisiert

K oronare H erzkrankheit

Berlin – Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin hat für Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit Informationsmaterialien zum Thema „Koronare Herzkrankheit für das ArztPatienten-Gespräch“ in sechs Sprachen übersetzt. Dabei handelt es sich um die Sprachen Arabisch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch und Türkisch. Die Entscheidungshilfen sollen das Gespräch mit dem Arzt unterstützen, indem sich die Patienten anhand der Materialien informieren können. Dabei werden Fragen beleuchtet wie „Brauche ich eine Herzkatheter-Untersuchung?“ oder „Stents einsetzen oder erst einmal abwarten?“ Bei einem Drittel der Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit lassen die Beschwerden trotz der Einnahme von Medikamenten nicht nach. Dann können Stents oder eine Bypass-Operation infrage kommen. Mehr Informationen unter www.aezq.de 10

Nordlicht

Berlin – Der bundeseinheitliche Medikationsplan ist weiterentwickelt worden. Was neu ist, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in einer aktualisierten Praxisinformation zusammengefasst. Diese beschreibt laut KBV unter anderem Inhalt und Gestaltung des Medikationsplanes sowie dessen Erstellung und Aktualisierung. Neuerungen gibt es bei den Angaben zu Wirkstärke und Wirkstoff. Zudem erfahren Ärzte Details zur Vergütung, die pauschal als Einzelleistung und über Zuschläge extrabudgetär erfolgt. Darüber hinaus werden die Komponenten aufgeführt, die Praxen benötigen, wenn sie Medikationspläne elektronisch erstellen und aktualisieren wollen. Download der Praxisinformation unter www.kbv.de/media/sp/Praxisinformation_Medikationsplan.pdf © istock.com/richcano

Entscheidungshilfen in sechs Fremdsprachen

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gesundheitspolitik

Telemedizin soll bei Notfällen helfen

H alligen

© UKSH

Die Halligen Hooge, Langeland und Oland sollen künftig eine telemedizinisch unterstützte Notfallversorgung erhalten. Das Land fördert dazu das vom Institut für Rettungsund Notfallmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) gesteuerte Projekt „ HALLIGeMED“ mit insgesamt 750.000 Euro. In dem auf drei Jahre angelegten Projekt soll außerdem überprüft werden, welche der eingesetzten telemedizinischen Maßnahmen auch auf andere ländliche Regionen übertragen werden können.

Sie sehen eine große Chance für die Gesundheitsversorgung durch HALLIGeMED (v. l.): Dr. Heiner Garg, Kristina Herbst, PD Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Peter Pansegrau, Kaufmännischer Vorstand des UKSH und Matthias Piepgras.

Die akutmedizinische Versorgung von Bewohnern und Besuchern der schleswig-holsteinischen Halligen stellt durch deren geografische Lage eine besondere Herausforderung dar. Das auf dem Festland übliche System aus Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug gibt es auf den Halligen nicht. Dort liegt die notfallmedizinische Kompetenz allein in den Händen eines rettungsdienstlich ausgebildeten Krankenpflegers. Wenn dieser eine ärztliche Behandlung für notwendig hält, müssen Notfallpatienten unter großem Aufwand mit dem Rettungshubschrauber oder Seenotrettungskreuzer ins Krankenhaus auf dem Festland transportiert werden.

auf Vernetzung. So soll den Halligkrankenpflegern bei Notfällen ärztliche Unterstützung in Echtzeit geboten werden, erläuterte Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin des UKSH. Das medizinische Personal auf den Halligen könne dann z. B. Blutdruckwerte direkt an das Institut in Kiel weiterleiten, Fachärzte des UKSH, die an der Notfallversorgung beteiligt sind, konsultieren und gemeinsam mit ihnen beraten, ob und wie schnell ein Patient verlegt werden muss. Bei akuten Notfällen soll ein Facharzt den Halligkrankenpfleger direkt informieren, was er unternehmen soll, bis der Rettungshubschrauber eintrifft.

Telemedizinische Komponenten In der Vergangenheit zeigte sich nun, dass Patienten, die mit dem Rettungshubschrauber ausgeflogen wurden, häufig bereits innerhalb von 48 Stunden wieder an ihren Wohnort zurückkehren konnten. Eine längere stationäre Behandlung auf dem Festland war nur sehr selten nötig. Das sorgte bei vielen Halligbewohnern nicht nur für Unmut, es erschien vielen medizinisch und ökonomisch verbesserungswürdig zu sein. An dieser Stelle setzt das Projekt „HALLIGeMED“ nun durch den gezielten Aufbau eines telemedizinischen Systems an. Die Verantwortlichen setzen

Förderung durch die Landespolitik Zur Übergabe der Förderbescheide in Höhe von 750.000 Euro durch Landesgesundheitsminister Dr. Heiner Garg und Innenstaatssekretärin Kristina Herbst waren auch Matthias Piepgras, Bürgermeister der Hallig Hooge, und Kreispräsident Heinz Maurus aus Nordfriesland angereist. Minister Dr. Garg betonte: „Telemedizin kann sowohl eine Brücke zwischen ambulantem und stationärem Sektor, als auch zwischen dem ländlichen Raum und Fachärzten im Universitätsklinikum schlagen“.

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PRAXIS  &  KV TSS

Bilanz nach einem Jahr Die Terminservicestelle (TSS) der KVSH vermittelt seit einem Jahr neben Facharztterminen auch Termine für ein Erstgespräch in einer Psychotherapeutischen Sprechstunde oder für eine Akutbehandlung. Wir haben bei Alexander Paquet, Leiter der Abteilung Management Versorgungsstrukturen der KVSH, nachgefragt, wie sich die TSS seitdem entwickelt hat. Nordlicht: Werfen wir einen Blick auf die Bilanz der TSS im zurückliegenden Jahr. Wie sieht die Nachfrage aus? Alexander Paquet: Wenn wir als Vergleich die etwa eine Milliarde Arzt-Patienten-Kontakte nehmen, die jedes Jahr bundesweit in den Praxen anfallen, fällt die Nachfrage nach Vermittlungen durch die TSS weiterhin gering aus. Diese Tendenz deckt sich auch mit den Ergebnissen der Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Viele der etwa 6.000 befragten Bürger sahen es als kein großes Problem an, einen Behandlungstermin zu bekommen. Seit dem Start der TSS haben wir in Schleswig-Holstein mehr als 38.380 Anrufe entgegengenommen und 16.470 Termine bei Fachärzten und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein vermittelt. Alle Terminvermittlungen fanden in der gesetzlichen Frist statt. Kein Patient musste zur ambulanten Behandlung ans Krankenhaus vermittelt werden. Gerne möchte ich mich – auch im Namen meiner TSS-Kolleginnen – bei allen Fachärzten und Psychotherapeuten bedanken, da sie unser schleswig-holsteinisches TSSModell unterstützen und wir es so gemeinsam geschafft haben, alle berechtigten Terminanfragen zu vermitteln. Nordlicht: Was ist da geplant? Nordlicht: Welche Veränderungen haben Sie seit Bestehen der TSS beobachtet und welche Rückschlüsse ziehen Sie daraus? Paquet: Ich ziehe ein gemischtes Fazit. Zwischen dem 25. Januar 2016 (Start der TSS) und dem 1. April 2017 (Start der Vermittlung von Terminen in die psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung) wurden 11.315 Anrufer an die TSS durchgestellt. Seitdem hat sich die Anzahl der Anrufer fast verdreifacht, sodass die TSS zum Stichtag 28. Februar 2018 mehr als 27.060 Anrufer entgegengenommen hat. Die Dauer der Telefonate mit den Patienten hat sich seitdem mehr als verdoppelt. Insbesondere in der Psychotherapie zeigt sich, dass den wenigsten Menschen das System und der Ablauf der psychotherapeutischen Behandlung in der Gesetzlichen Krankenversicherung bekannt ist. Es muss sehr viel erklärt werden. Umso kritischer muss man daher auch die Entscheidung des Bundesschiedsamtes zur Vermittlung von probatorischen Sitzungen sehen, da vielen Versicherten einfach diese Unterschiede kaum bekannt sind.

Paquet: Die TSS müssen vermutlich in Zukunft auch Termine für probatorische Sitzungen bei Psychotherapeuten vermitteln, wenn eine zeitnahe Behandlung erforderlich ist. Das hat das Bundesschiedsamt schon im Herbst letzten Jahres gegen die Stimmen der KBV entschieden. Nach diesem Beschluss können sich Patienten künftig auch dann an die TSS wenden, wenn sie Termine für probatorische Sitzungen benötigen. Voraussetzung ist, dass ein Therapeut auf der individuellen Patienteninformation (PTV 11 – mit Überweisungs-Code) eine zeitnahe Behandlung empfohlen hat. Bevor die Änderung in Kraft treten kann, muss allerdings noch die Psychotherapie-Vereinbarung – insbesondere das Formular PTV 11 – angepasst werden. Wann die Umsetzung erfolgt, bleibt abzuwarten, da über die Klage der KBV noch nicht entschieden wurde und das PTV 11 noch nicht angepasst worden ist. Selbstverständlich werden wir über die weiteren Entwicklungen informieren. Alle Beteiligten (KBV und Krankenkassen) sind sich einig, dass wenn der Beschluss des Bundesschiedsamtes umzusetzen ist, vorab ein Formular „individuelle Patienteninformation“, welche der Versicherte im Laufe des Erstgespräches ausgehändigt bekommt, geändert werden muss. Zur Zeit ist die Umsetzung offen. Die Fragen stellte Jakob Wilder, KVSH

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PRAXIS  & KV

TSS in Zahlen In Schleswig-Holstein wurden seit dem 1. April 2017 zwecks Terminvereinbarung 5.827 Patienten an eine Facharztpraxis und 6.361 Patienten an eine Psychotherapeutenpraxis vermittelt (6.238 für ein Erstgespräch und 123 für eine Akutbehandlung). Alle Vermittlungen fanden in der gesetzlich vorgegebenen Frist statt, sodass kein Patient zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus geschickt werden musste. Insgesamt riefen seitdem 27.068 Patienten die TSS an, davon ƒƒ legten 7.888 Anrufer bereits während der Bandansage auf. Die Bandansage enthält den Hinweis, die Krankenversicherungskarte und die Überweisung bereitzuhalten und übliche Datenschutzhinweise. ƒƒ wurden 19.180 Anrufe von den Mitarbeiterinnen der TSS persönlich entgegengenommen. ƒƒ erfüllten 12.188 Anrufer die gesetzlichen Vorgaben zur Nutzung der TSS. Bei der Differenz zwischen angenommenen Anrufen und Vermittlung handelt es sich unter anderem um Patienten, die die gesetzlichen Vermittlungsvoraussetzungen nicht erfüllten (z. B. keine Überweisung) oder aber nur eine Frage zum Verfahren hatten, aber keine konkrete Terminanfrage. ƒƒ In der Rangliste der Fachgebiete, die am stärksten über die TSS abgefragt werden, steht an erster Stelle die „Psychotherapeutische Behandlung“. Danach folgen die „Ärzte für Nervenheilkunde/Neurologen“.

Rangliste der Fachgebiete, die seit dem 1. April 2017 am stärksten über die TSS abgefragt wurden

50,46 %

19,75 %

© istock.com/Squaredpixels

6,11 %

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4,03 %

3,43 %

Kardiologen Rheumatologen Psychiater Ärzte für Nervenheilkunde Neurologen Psychotherapeutische Behandlung

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PRAXIS  &  KV P ra x isweitergabe

Come together Jubiläum in Bad Segeberg: Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Ärztekammer Schleswig-Holstein und KVSH veranstalteten zum zehnten Mal den gemeinsamen Infotag für Existenzgründer und Praxisabgeber. Beide Gruppen kamen auf der mit 120 Besuchern ausgebuchten Veranstaltung miteinander ins Gespräch. Experten beantworteten Fragen und gaben an den Infoständen wertvolle Tipps. um, ob sie am Berufsende noch genug für ihre Praxis bekommen und ob der Nachfolger zu Praxis und Patienten passt. Auch steuerliche und rechtliche Aspekte spielen eine Rolle und die Frage, wie der materielle und immaterielle Wert einer Praxis taxiert werden kann. Antworten lieferten Referenten der Ärztekammer, der KVSH, der apoBank und von verschiedenen Anwaltskanzleien in ihren Vorträgen und an den Info-Ständen, an denen Abgeber und Existenzgründer außerdem in lockerer Atmosphäre miteinander ins Gespräch kamen. Ob sich am Ende für jeden Topf auch ein passender Deckel findet? Der Ausgang ist offen, aber die Gelegenheit war sicher selten so günstig. Jakob Wilder, KVSH

Zufriedene Veranstalter: (v. l.) Dr. Ralph Ennenbach, stellv. Vorstandsvorsitzender der KVSH, Dr. Franz Bartmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein und Dietmar Godt, Leiter der apoBank Filiale Lübeck

„Im Vortragssaal ist so gut wie kein Platz mehr frei“, meldeten die Veranstalter des zehnten Infotages für Existenzgründer und Praxisabgeber, der in der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein stattfand. Ein volles Haus, denn das Thema Praxisweitergabe mobilisiert und interessiert beide Seiten gleichermaßen. Die meisten Besucher, die an diesem sonnig-kalten Samstag nach Bad Segeberg gekommen sind, haben deshalb hohe Erwartungen an die Veranstaltung, denn sie stehen oft vor entscheidenden Veränderungen in ihrem Berufsleben. Da will jeder Schritt gut überlegt sein. Ärzte, die eine Praxis übernehmen möchten, fragen sich: „Lohnt sich eine Niederlassung auch finanziell? Wo erfahre ich, welche Praxissitze ausgeschrieben sind? Nach welchen Kriterien entscheidet der Zulassungsausschuss?“ Abgebende Ärzte treibt in erster Linie die Frage

Experten aus der Zulassungsabteilung der KVSH beantworteten Fragen rund um die Niederlassung, vermittelten Kontakte und Termine für persönliche Beratungen.

„Mich überzeugt der Ansatz, Abgeber und potenzielle Nachfolger zusammenzubringen. So kann der Generationswechsel in Schleswig-Holsteins Praxen gelingen.“ Barbara Homann, Allgemeinmedizinerin, Tangstedt

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PRAXIS  & KV „Ein tolles Angebot für beide Seiten. Ich nutze den Infotag, um mich über die Dinge zu informieren, die bei der Vorbereitung meiner späteren Niederlassung besonders wichtig sind: Niederlassungsmodalitäten und Praxisfinanzierung.“ Natascha Ritter, Ärztin in Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin, Lübeck

„Ich besuche die Veranstaltung, weil ich mich rechtzeitig mit dem Thema Praxisabgabe beschäftigen möchte und vom Wissen der Experten profitieren kann.“ Dr. Andrea Bräuer-Bercx, Fachärztin für Innere Medizin, Brunsbüttel

Gesucht, gefunden ... Die Suche nach einem Praxisnachfolger sollte gut geplant sein. Praxisabgeber sollten sich deshalb möglichst frühzeitig mit diesem Thema befassen und sich eine Strategie zur Praxisübergabe überlegen. Damit zusammen findet, was zusammengehört, gibt es einige Punkte, die am Ende zum Erfolg führen können. ƒƒ A  ls Abgeber sollten Sie die freiwerdende Praxis rechtzeitig beim Zulassungsausschuss offiziell ausschreiben (sechs Monate vor der geplanten Praxisübergabe), damit potenzielle Interessenten sich darauf bewerben können. Die KVSH informiert auf Ihren Wunsch hin außerdem alle Ärzte, die sich niederlassen möchten und sich in die Warteliste eingetragen haben, kostenlos per E-Mail über die Praxis, die Sie abgeben möchten (Beschreibung + Fotos). Den Antrag für die Ausschreibung finden Sie im Downloadcenter auf www.kvsh.de. Richten Sie ihn bitte an die folgende Adresse: Zulassungsausschuss für Ärzte Geschäftsstelle bei der KVSH Bismarckallee 1 – 3 23795 Bad Segeberg ƒƒ V  eröffentlichen Sie außerdem ein kostenloses Inserat in der Praxisbörse der KVSH unter www.kvsh.de/praxisboerse. Für den Vermittlungserfolg ist es wichtig, dass sich übernahmewillige Ärzte ein möglichst genaues Bild von Ihrer Praxis machen können. Verfassen Sie deshalb ein prägnantes Kurzexposé, in dem Sie die Praxis genau vorstellen (Personal, Patientenstruktur, Umsatz, Lage). Fügen Sie gegebenenfalls auch Fotos der Praxisräume und einen Grundriss bei. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank stellt unter www.apobank.de/praxisboerse ebenfalls eine kostenlose Praxisbörse zur Verfügung. 4 | 2018

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ƒƒ N  utzen Sie auch Informationsangebote der KVSH, wie z. B. die offene Sprechstunde. Sie steht auch Ärzten offen, die ihre Praxis abgeben wollen, etwa bei Fragen, wo und wie sie einen Nachfolger suchen können, welche formalen Anforderungen und Fristen zu beachten sind oder auch, nach welchen Kriterien der Zulassungsausschuss über eine Ausschreibung entscheidet. Die offene Sprechstunde findet an jedem ersten Mittwoch im Monat von 14.00 bis 17.00 Uhr statt. ƒƒ Sie können auch den Infomarkt der KVSH besuchen und dort Ihre Fragen zur Praxisabgabe stellen. Die nächsten Termine: 25. April 2018, 25. Juli 2018 und 24. Oktober 2018. ƒƒ Einmal im Jahr bieten die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, die Ärztekammer Schleswig-Holstein und die KVSH gemeinsam den Infotag für Existenzgründer und Praxisabgeber an (siehe Bericht). ƒƒ Inserieren Sie im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt und anderen Fachzeitschriften, um möglichst viele Interessenten zu erreichen. Achten Sie auf Praxisgesuche in der Praxisbörse der KVSH und in Fachzeitschriften. ƒƒ Hören Sie sich bei Kollegen und in Kliniken um, die möglicherweise einen potenziellen Praxiserwerber kennen. Sprechen Sie auch Ihren Kreisstellen- oder Berufsverbandsvorsitzenden an. ƒƒ Holen Sie sich Unterstützung bei einem Personalvermittler. ƒƒ Sofern Sie eine Weiterbildungsberechtigung haben, können Sie die Übergabe auch langfristig planen und einen Arzt in Weiterbildung ausbilden, der später Ihre Praxis übernimmt. ƒƒ Die Mitarbeiter der Abteilung Zulassung/Praxisberatung sind bei der Suche nach einem Nachfolger gerne behilflich: Tel. 04551 883 255; E-Mail zulassung@kvsh.de. ƒƒ Ansprechpartner für das Thema Praxisabgaben ist Daniel Jacoby, Tel. 04551 883 259; E-Mail: daniel.jacoby@kvsh.de.

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PRAXIS  &  KV S erie

Kreisstelle Stormarn

Das sind die Kreisstellen Ärztliche Selbstverwaltung funktioniert nicht von allein, sondern sie braucht regionale Vertreter, die den Ärzten und Psychotherapeuten vor Ort schnell und unbürokratisch mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Schleswig-Holstein füllen die Kreisstellen diese wichtige Rolle aus. Grund genug für das Nordlicht, den 15 Kreisstellen die Gelegenheit zu geben, sich vorzustellen. Motto Wir leben und gestalten Stormarn gemeinsam

Vorsitzender Dr. Hans Irmer, Hausarzt Theodor-Storm-Straße 39 22926 Ahrensburg Tel. 04102 52610 kreisstelle.stormarn@kvsh.de

Kreisstelle Stellvertreter

Stormarn

Dr. Dennis Wolter, Facharzt für Orthopädie in Ahrensburg Tel. 04102 56891

Weitere Beiratsmitglieder Dr. Jens Christiansen, Facharzt für Innere Medizin (hausärztlich) in Reinbek Dr. Markus Dohrmann, Facharzt für Allgemeinmedizin in Barsbüttel Dr. Grit Jendral, Fachärztin für Augenheilkunde in Bargteheide Ulrich Lauterbach, Facharzt für Allgemeinmedizin und Facharzt für Innere Medizin (hausärztlich) in Bargteheide Michael Seifert, Facharzt für Innere Medizin (hausärztlich) in Reinfeld Dr. Regina Sternfeldt, Fachärztin für Innere Medizin in Ahrensburg

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PRAXIS  & KV

Kreisstellenversammlung Viermal jährlich, die Nächste findet am 12. Juni 2018 statt.

Selbstverständnis der Kreisstelle Die Kreisstelle ist Partner und Anlaufstelle für ein gutes Miteinander zwischen Patienten, Praxen und Kliniken.

Aktuelle Projekte ƒƒ V  erbesserung in der Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern (vorbereitende Untersuchungen, Entlassmanagement) ƒƒ Zusammenarbeit der lokalen Netze und Mitgliederrekrutierung

Drei gute Gründe, sich in der Kreisstelle Stormarn zu engagieren

Die Kreisstelle kümmert sich auch um den ärztlichen Nachwuchs und unternimmt Folgendes:

ƒƒ A  ktive Mitarbeit in der ärztlichen Selbstverwaltung ƒƒ Klärung lokaler Probleme vor Ort ƒƒ Belange der „Vertragsnieder-gelassenen“ werden im persönlichen Gespräch geklärt.

ƒƒ E rrichtung von „runden Tischen“ für Gespräche mit den örtlichen Krankenhäusern und Weiterbildungspraxen ƒƒ Begrüßung und Infoschreiben an neu niedergelassene und neu angestellte Kollegen.

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PRAXIS  &  KV P ra x en

Schutz vor Computerviren und Betrüger-E-Mails

© istock.com/Boarding1Now

Arztpraxen sind für besonders sensible Patientendaten verantwortlich. Gleichzeitig können auch sie Opfer von Betrügern werden, die E-Mails mit gefährlichen Links und Anhängen verschicken. Praxen können Vorkehrungen treffen, um sich vor solchen Angriffen zu schützen.

Ein erster Schritt hin zu mehr Computersicherheit ist, einige wichtige Grundsätze beim Surfen im Internet und beim Öffnen von E-Mails zu beachten und alle Praxismitarbeiter für dieses Thema zu sensibilisieren. Regelmäßiges Update Auch bei Computern ist der beste Schutz die Vorsorge. Schadsoftware sollte erst gar nicht auf den Praxisrechner gelangen können. Dabei hilft ein regelmäßiges Update des Betriebssystems, des Browsers und sämtlicher genutzter Software – in Kombination mit einer aktuellen Antiviren-Software. Firewall installieren Ein Virus kann schon allein durch den Besuch einer entsprechend präparierten Webseite den Praxisrechner infizieren. Praxen sollten deshalb bei der Internetnutzung in jedem Fall auch eine Firewall aktivieren, die eine virtuelle Schutzmauer vor Angriffen von außen auf den eigenen Computer darstellt. Im Gegensatz zu einer Antiviren-Software sollte die Firewall allerdings von einem Fachmann konfiguriert werden, damit sie richtig arbeitet und das Praxissystem schützt.

gen und mitgeschickten Links, größte Vorsicht walten zu lassen. Der E-Mail-Empfänger sollte stets die Identität des Absenders prüfen, E-Mail-Adressen lassen sich durch Cyberkriminelle leicht fälschen. Handelt es sich wirklich um die bekannte E-Mail-Adresse oder wird beispielsweise nur der Name des Absenders angezeigt und es ist eine unbekannte Adresse hinterlegt? Im Zweifelsfall sollten Dateianhänge beziehungsweise Links nicht geöffnet werden. Beliebt sind auch E-Mails, die den Nutzer auffordern, sich auf einer ihm bekannten Website mit seinen Anmeldedaten einzuloggen, um beispielsweise bestimmte Angaben zu überprüfen. Meldet er sich über den mitgeschickten Link an, können die Betrüger Nutzernamen und Passwort ganz einfach aufzeichnen und klauen. Back-up für den Ernstfall: Daten regelmäßig sichern Eine wirkungsvolle Absicherung für den Ernstfall bieten Datensicherungen – sogenannte Back-ups. Sollte ein Praxisrechner von einem Virus betroffen sein, können die verlorenen Daten darüber wiederhergestellt werden. Moderne Verschlüsselungstrojaner sind allerdings mittlerweile in der Lage, auch die Daten in angeschlossenen Netzlaufwerken und auf externen Festplatten mit zu verschlüsseln. Ein Back-up, das zum Beispiel auf einer externen, aber weiterhin angeschlossenen Festplatte abgelegt wird, wäre dadurch ebenfalls verloren und somit wertlos. Daher ist es wichtig, Back-ups auf Speichermedien abzulegen, die nicht dauerhaft mit dem potenziell betroffenen Praxisrechner verbunden sind. Back-up-Konzept ratsam Darüber hinaus ist es ratsam, gemeinsam mit einem Fachmann ein sogenanntes Back-up-Konzept zu erstellen. In diesem Konzept sollten die folgenden Fragen geklärt werden: Welche Daten sollen gesichert werden? In welchen Abständen soll die Sicherung erfolgen? Wie sollen die Daten gesichert werden (vollständig oder inkrementell)? Welche Personen sind für die Sicherung verantwortlich und wer hat Zugriff auf die gespeicherten Daten? Nicht zuletzt sollte der Dienstleister in einem sogenannten RecoveryTest regelmäßig überprüfen, ob die gesicherten Daten fehlerfrei zurückgespielt werden können, damit im Ernstfall alles funktioniert. KBV/Redaktion

Auf den E-Mail-Absender achten Cyberkriminelle versuchen ihre Schadsoftware auch per E-Mail mit Dateianhang oder über Verlinkungen zu verteilen. Daher gilt es, beim Öffnen von E-Mails und insbesondere den Dateianhän18

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PRAXIS  & KV Ä rztlicher B ereitschaftsdienst

Bitte nicht die alte Nummer Seit fast sechs Jahren gibt es nur noch sie: 116117 lautet die bundesweit einheitliche Telefonnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes – organisiert von den Kassenärztlichen Vereinigungen. Der Bekanntheitsgrad der Nummer in der Bevölkerung ist allerdings ausbaufähig. Sie können dies unterstützen. Wie? Ganz einfach: Stellen Sie in Ihren Praxen Informationsmaterialien für Ihre Patienten zur Verfügung: 116117-Flyer, verschiedene Plakate fürs Wartezimmer und Visitenkarten zur Auslage z. B. am Empfangstresen.

Redaktion, KVSH

© istock.com/sorrapong

Ihren Bedarf an Informationsmaterial bestimmen Sie selbst. Nutzen Sie dafür das Bestellformular auf der nächsten Seite zum Heraustrennen. Sie können es auch von unserer Homepage unter www.kvsh.de herunterladen oder direkt bei uns bestellen: Tel. 04551 883 579, Fax 04551 883 569. Selbstverständlich ist das Informationsmaterial für Sie kostenlos.

Keine 01805 mehr Es soll vorkommen, dass in Praxen noch immer Flyer und Infokarten mit der alten 01805-Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ausliegen. Diese Nummer ist längst abgeschaltet. Tauschen Sie daher bitte unbedingt alt gegen neu aus und denken Sie auch daran, Ihren Praxis-Anrufbeantworter und Ihre Homepage zu aktualisieren.

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PRAXIS  &  KV F a x - V orlage

Info-Material zum vertragsärztlichen Bereitschaftsdienst (KVSH) Bestellen Sie Visitenkarten und Wartezimmerplakate für Ihre Region Allgemeine Anlaufpraxen Bad Oldesloe Bad Segeberg Brunsbüttel Büsum Eckernförde Eiderstedt Elmshorn Eutin Fehmarn Flensburg

Oldenburg Muster Visitenkarte (ortsgebunden) (8,5 x 5.3 cm) Anzahl _________

Pinneberg Preetz Ratzeburg Reinbek Rendsburg Schleswig Westerland/Sylt Wyk/Föhr

Muster Wartezimmerplakat (ortsgebunden) DIN A3 DIN A4 Anzahl _________

Kinderärztliche Anlaufpraxen

Geesthacht

Eutin

Großhansdorf

Flensburg

Heide

Heide

Henstedt-Ulzburg

Husum

Husum

Itzehoe

Itzehoe

Kiel

Kappeln

Lübeck

Kiel

Neumünster

Lübeck

Pinneberg

Neumünster

Ratzeburg

Neustadt

Rendsburg

Niebüll

Schleswig

Muster Flyer (10,1 x 21 cm) Anzahl _________

Norderstedt

Bitte zurückfaxen an: 0431/642168 G+D Grafik + Druck GmbH + Co. KG Rendsburger Landstraße 181 24113 Kiel

–––––––––––––––––––––––––––––– Datum/Unterschrift 20

Muster KBV Plakat DIN A2 DIN A3 Anzahl _________

DIN A4

Name und Anschrift/ggf. Stempel Nordlicht

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Bekanntmachungen und Meldungen

Aus der Zulassungsabteilung Seit 1. Januar 2018 Ausschreibungen von Vertragsarztsitzen durch die KVSH Seit dem 1. Januar 2018 schreibt die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Vertragsarztsitze zur Nachbesetzung ausschließlich auf ihrer Homepage unter www.kvsh.de aus. Die Veröffentlichung der Ausschreibungen erfolgt zum Monatsbeginn mit einer Bewerbungsfrist bis zum Monatsende. Ärzte/Psychotherapeuten, die in einer Warteliste stehen, werden nach wie vor per E-Mail über eine Ausschreibung informiert, sofern der Praxisabgeber dies wünscht. Formlose Bewerbung Zur Einhaltung der Bewerbungsfrist reicht eine formlose Bewerbung aus. Gerne auch per E-Mail an: zulassung-bewerbung@kvsh.de. Dies gilt ausschließlich für Nachbesetzungsverfahren und nicht für Stellen, die aufgrund der Aufhebung von Zulassungsbeschränkungen durch den Landesausschuss ausgeschrieben werden. Veröffentlichungen aus der Zulassungsabteilung Nach wie vor wird an dieser Stelle über Sonderbedarfsfeststellungen und Ermächtigungen informiert werden unter dem Hinweis auf die Möglichkeit zur Einlegung von Widersprüchen. Veröffentlichungen auf www.kvsh.de Bitte beachten Sie, dass ab sofort die Übersichten über erfolgte Zulassungen, Anstellungen und Verlegungen, sofern die Veröffentlichung gewünscht ist, künftig nicht mehr im Nordlicht, sondern auf der Startseite von www.kvsh.de im rechten unteren Bereich unter dem Punkt „Quicklinks“ veröffentlicht werden.

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes angestellt. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann. Name

Ort

Fachgruppe/ Schwerpunkt

Datum

Name des Angestellten

Medizinisches Versorgungs22926 Ahrensburg, zentrum MVZ Stormarn GmbH Hamburger Straße 23 – Sonderbedarf –

Innere Medizin, Schwerpunkt Hämatologie und Internistische Onkologie

01.07.2018

Dr. med. Anne Wiesmann – ganztags –

Dres. med. Uthgenannt/ Kisro/Weber – Sonderbedarf –

23909 Ratzeburg, Röpersberg 2

Innere Medizin, Schwerpunkt Hämatologie und Internistische Onkologie

08.03.2018

Dr. med. Michael Paulsen – halbtags –

Dres. Deunert/Taubitz/ Waiblinger – Sonderbedarf –

24629 Kisdorf, Ton Hogenbargen 8

Allgemeinmedizin

01.07.2018

Julia Müller-Lambeck – ganztags –

Dr. med. Manfred Stein – Sonderbedarf –

24568 Kaltenkirchen, Flottkamp 124

Allgemeinmedizin

01.04.2018

Bettina Frosch – halbtags –

Anästhesiologie mit der Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie

08.03.2018

Tido Peter Bajorat – halbtags –

Dres. Buttgereit und Kollegen 24103 Kiel, – Sonderbedarf – Königsweg 14

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Bekanntmachungen und Meldungen

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de): Name

Fachgruppe

Ort

Dipl.-Psych. Karl-Heinz Krüdenscheidt

Psychologische Psychotherapie

Kiel

Monika Leser

Ärztin

Wedel

Hans G. Kellner

Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit der Zusatzbezeichnung Psychotherapie

Bad Segeberg

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Michael Kneba

Hämatologie

Kiel

Priv.-Doz. Dr. med. Christian Schäfer

Orthopädie und Unfallchirurgie

Bad Bramstedt

Dr. med. Malte Schröder

Orthopädie und Unfallchirurgie

Bad Bramstedt

Prof. Dr. med. Henry Halm

Orthopädie

Neustadt

Prof. Dr. med. Markus Quante

Orthopädie und Unfallchirurgie

Neustadt

Dr. med. Thorsten Oesterle

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Husum

Petra Engelmann

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Henstedt-Ulzburg

Dr. med. Kristin Baumann

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Lübeck

Dr. med. Dirk Johnsen

Kinder- und Jugendmedizin

Rendsburg

Thomas Brinkmeier

Kinder- und Jugendmedizin

Heide

Thomas Brinkmeier

Kinder- und Jugendmedizin

Neumünster

Tilo Sauer

Neurologie

Bad MalenteGremsmühlen

Viktor Tabert

Arzt

Rickert

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PRAXIS  &  KV P s y chotherapie

Neues beim EBM, bei der Soziotherapie und der TSS Wie an dieser Stelle berichtet, stand die Überarbeitung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) hinsichtlich der Abrechnung von Verordnungen medizinischer Rehabilitation und Soziotherapie noch aus. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) haben sich nun endlich einigen können. Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten können ab 1. April 2018 Leistungen zur Verordnung von medizinischer Rehabilitation und Soziotherapie abrechnen. Verordnung von medizinischer Rehabilitation Die Verordnung von medizinischer Rehabilitation auf dem Formular 61 kann nun mit der EBM-Ziffer 01611 abgerechnet werden und wird mit 32,18 Euro (302 Punkte) vergütet. Nach den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses können Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Leistungen zur Rehabilitation nur bei bestimmten Diagnosen verordnen. Verordnung von Soziotherapie Die Erstverordnung von Soziotherapie auf dem Formular 26 wird mit der EBM-Ziffer 30810 und eine entsprechende Folgeverordnung mit der EBM-Ziffer 30811 in Höhe von jeweils 17,90 Euro (168 Punkte) abgerechnet. Um Soziotherapie überhaupt verordnen zu können, muss vorab eine Genehmigung bei der KVSH beantragt werden. Hierzu muss ein Kooperationspartner, der die verordneten Soziotherapien mit den Patienten durchführen wird, bereits im Antrag auf Verordnungs- und Abrechnungsgenehmigung für Soziotherapie angegeben werden. Erst nach erfolgter Genehmigung dürfen dann auch die Leistungen abgerechnet werden. Schwierigkeiten bestehen leider darin, dass es nur wenige Träger gibt, die überhaupt soziotherapeutische Leistungen erbringen. Deshalb kommt von den schwer psychisch erkrankten Patienten immer noch zu wenigen soziotherapeutische Hilfe zuteil.

Terminservicestelle – Psychotherapeutische Akutbehandlung Bekanntermaßen kann sich ein gesetzlich Versicherter ohne dringliche Überweisung und ohne Überweisungscode an die Terminservicestelle (TSS) zur Vermittlung eines Termins zur Psychotherapeutischen Sprechstunde wenden. Diese Regelung gilt nur für dieses Erstgespräch, nicht jedoch für die Vermittlung von Psychotherapeutischer Akutbehandlung. Ein Versicherter wird von der TSS nur auf Basis einer im Erstgespräch festgestellten Dringlichkeit zur Psychotherapeutischen Akutbehandlung vermittelt. Hierzu muss der feststellende Psychotherapeut – falls er die weitere Behandlung des Patienten nicht selbst übernehmen kann – die individuelle Patienteninformation (Formular PTV 11) neben der anzukreuzenden Empfehlung „ambulante Psychotherapeutische Akutbehandlung” unbedingt mit einem Überweisungscode versehen. Nur so wird dokumentiert und es kann im nachfolgenden Telefonat des Versicherten mit den Mitarbeitern der TSS festgestellt werden, dass die Empfehlung zum weiteren Vorgehen tatsächlich die Aufnahme einer Psychotherapeutischen Akutbehandlung beinhaltet. Die hierfür notwendigen Aufkleber „Überweisungcode” werden von der KVSH zur Verfügung gestellt. Befindet sich auf der individuellen Patienteninformation kein Code, erfolgt auch keine Vermittlung zur Psychotherapeutischen Akutbehandlung durch die TSS.

Extrabudgetäre Vergütung auch für Ärzte Die KBV konnte in den Verhandlungen mit den Krankenkassen erreichen, dass das Ausstellen der oben genannten Verordnungen extrabudgetär vergütet wird, sodass diese Leistungen nicht im Punktzahlvolumen verrechnet werden. Diese Regelung gilt zunächst für zwei Jahre und für alle abrechnungsberechtigten Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten.

Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

Broschüre für Psychotherapeuten Um Vertragspsychotherapeuten beim Thema Verordnung zu unterstützen, gibt die KBV eine Broschüre heraus. Das Serviceheft „PraxisWissen: Hinweise zur Verordnung für Psychotherapeuten“ wird im April der PP-Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes beigelegt. Darin sind auf mehreren Seiten wichtige Regeln zur Verordnung zusammengestellt.

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PRAXIS  &  KV N e u es a u s K ven u nd K B V

KBV sucht digitale Dienste mit Mehrwert

Reform der ambulanten Notfallversorgung

Berlin – Die Zahl der neuen digitalen Anwendungen für Patienten oder Ärzte geht in die Hunderttausende. Welche von ihnen sinnvoll sind, ist oft unklar. „Daher ist es unser Ziel, diejenigen Anwendungen und digitalen Dienste zu identifizieren und zu fördern, die die Arbeit und Abläufe in den Praxen der niedergelassenen Kollegen verbessern“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. Die KBV hat dafür eine Initiative „KBV-Zukunftspraxis“ ins Leben gerufen. In einem Ideenwettbewerb will sie zunächst IT-Lösungen identifizieren, die für Ärzte besonders hilfreich sind. In der Folge bietet sie den Entwicklern Know-how zur Zielgruppe und zum Gesundheitssystem an und bereitet sie für die Erprobung und Evaluation der Produkte in sogenannten Zukunftspraxen vor, in denen diese anschließend unter realen Bedingungen im Praxisbetrieb getestet werden. Dienstleister mit geeigneten digitalen Anwendungen können sich bis zum 28. Juni 2018 bei der KBV mit ihren Entwicklungen bewerben. Am 26. September 2018 sollen die Sieger des Ideenwettbewerbs gekürt werden. Die drei Erstplatzierten erhalten ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro (1. Platz), 10.000 Euro (2. Platz) und 5.000 Euro (3. Platz). Bis zu zehn Teilnehmer werden eingeladen, um ihr Produkt anschließend in den Zukunftspraxen unter Echtbedingungen testen zu lassen. Mehr Informationen und Anmeldung unter www.kbv.de/html/zukunftspraxis.php

Berlin – Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin hat Vorschläge zur Reform der Notfallversorgung in der Bundeshauptstadt vorgelegt. „Wir haben festgestellt, dass die Patienten trotz unserer umfangreichen Angebote immer häufiger den direkten Weg in die Rettungsstellen nehmen. Aus unserer Sicht liegen die Ursachen an der immer noch zu niedrigen Bekanntheit unserer Angebote, aber auch an der Fehlsteuerung der Patienten und einer Unkenntnis der Versorgungsstrukturen“, erklärte Dr. Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV. Künftig will die Körperschaft deshalb mehr Notdienstpraxen betreiben. Diese Anlaufstellen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Rettungsstellen sollen die Kliniken entlasten. Die KV geht momentan von einem Bedarf von acht Notdienst praxen aus. Seit 1. April 2018 an soll der Ärztliche Bereitschaftsdienst nur noch über die bundesweit einheitliche Rufnummer 116117 erreichbar sein. Die bisherige Berliner Nummer 310031 wird Schritt für Schritt vom Netz genommen. Ferner sollen künftig vermehrt auch Ärzte in der KV-Leitstelle Anrufer beraten und die Beschwerden einschätzen. Die Bewertungsärzte mit Facharztstatus sollen von acht bis 24 Uhr erreichbar sein. Der fahrende Ärztliche Bereitschaftsdienst soll künftig auf die Zeit außerhalb der Sprechstundenzeiten begrenzt werden. „Um daraus entstehende Versorgungslücken für immobile Patienten aufzufangen, wird über die Einführung eines Hausbesuchsdienstes während der Sprechstundenzeiten der Praxen nachgedacht“, heißt es in einer Mitteilung der KV.

Bessere Versorgung von Diabetikern durch Telemedizin München – In Bayern ist ein Telemedizin-Pilotprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband niedergelassener Diabetologen in Bayern und mit Unterstützung der Bayerischen Telemed-Allianz gestartet. Ziel des durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderten Projektes ist es, die Behandlung von Menschen mit Diabetes, die mehrmals täglich Insulin spritzen, zu verbessern. Eine konsequente Stoffwechselführung sei hierbei grundlegend, um das Risiko von Folgeerkrankungen zu reduzieren. Dazu sollen alle Menschen mit Typ-1 Diabetes und viele mit Typ-2 Diabetes mindestens viermal täglich den Glukosewert messen, die Werte notieren und regelmäßig den Diabetologen aufsuchen. Doch viele Patienten messen deutlich seltener, vernachlässigen die Dokumentation und wohnen weit entfernt von ihrem behandelnden Arzt oder sind beruflich zu ein­ gespannt, um eine regelmäßige Kontrolle ihrer Zuckerwerte durchzuführen. Innovative Glukosemesssysteme und digitale Ansätze können hier helfen. 24

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Neues Vertragskonzept für Beatmungspatienten Berlin – Patienten, die zu Hause beatmet werden, sollen künftig von einer fachübergreifenden und abgestimmten Betreuung durch Ärzte und Pflegekräfte profitieren können. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat gemeinsam mit dem Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner (BdP) ein entsprechendes Versorgungsprogramm erarbeitet. In Deutschland werden immer mehr Patienten außerhalb des Krankenhauses beatmet. Schätzungen gehen von einer Größenordnung von rund 15.000 invasiv und einer weit größeren Anzahl nichtinvasiv (etwa mittels Maske) beatmeter Menschen aus. Teilnehmende Ärzte sollen regionale Netzwerke schaffen, die eine koordinierte und qualitätsgesicherte Behandlung von Beatmungspatienten sicherstellen. Ziele sind neben einer höheren Lebensqualität der Patienten unter anderem, ihre Abhängigkeit von künstlicher Beatmung möglichst zu reduzieren und wiederkehrende Krankenhausaufenthalte – sogenannte Drehtüreffekte – zu vermeiden. ak t u e l l

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie? Name: Prof. Dr. Regine Gläser Geburtsdatum: 27.05.1964 Geburtsort: Hameln Familie: verheiratet Fachrichtung: Dermatologie Sitz der Praxis: Hautärzte im Sophienhof, Herzog-Friedrich-Str. 21, 24103 Kiel Niederlassungsform: ½ Kassenarztsitz in Berufsausübungsgemeinschaft mit Dres. J.-O. Busch und H. Kietzmann Neu niedergelassen seit dem 1. Oktober 2017

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? ƒƒ nach über 22 Jahren Universitätsmedizin (mit breiten Aktivitäten in Patientenversorgung, Forschung und Lehre) Verknüpfung und Anwendung der eigenen Erfahrungen in der Primärversorgung ƒƒ enger Kontakt zu Patienten, ärztlichen Kollegen und Mitarbeiterinnen in überschaubaren Organisationsstrukturen ƒƒ Wunsch nach Realisierung und Begleitung einer zukünftig engeren Vernetzung von Universität und Praxis im Rahmen des Studiums, der Facharztausbildung und der Patientenversorgung 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Mein Traumfach Dermatologie in der ganzen Bandbreite vorwiegend mit den eigenen Sinnen (Dermatologie braucht wenig apparative Diagnostik) und der ständig wachsenden Erfahrung auszuüben. Enger Kontakt zu vielen sozialen Schichten mit spannenden Persönlichkeiten. Offener Austausch mit Kolleginnen und Kollegen in der Niederlassung und Klinik. Und dazu noch klinisch und praktisch orientierte Wissenschaft und Lehre. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Möglichst breite und fundierte Ausbildung in Klinik und Praxis. Hospitation oder Mitarbeit in mehreren und verschiedenen Berufsausübungsformen. Für alle dermatologisch Interessierten ein Muss: www.juderm.de 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Margot Käßmann. Wie lässt sich mehr Toleranz und Wertschätzung auch unter Leistungsdruck und in hierarchisch geprägten Führungsstrukturen erreichen (in der Medizin, Politik, Wirtschaft etc.)? 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Ausgewogenheit zwischen Ruhe und Aktivität in der Natur, bei Sport, Kultur, Reisen ... Und möglichst viel Zeit mit guten Freunden und der Familie verbringen. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Mein Tagebuch 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Hier leben die glücklichsten und bodenständigsten Menschen in schöner Natur bzw. in liebenswerten Dörfern und sehenswerten Städten. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … wohl Forschungs-MTA geblieben! Oder vielleicht Naturpark-Ranger geworden …

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Safety first

© Frank Peter

Ob Motocross-, Quad-, Super-Bike-, Speedway- und Straßenrennen: Martin Schweiger ist aus der nationalen und internationalen Rennsportszene nicht wegzudenken. Der Kieler Chirurg ist oberster Verbandsarzt des Deutschen Motor Sport Bunds (DMSB) im Bereich Motorrad und als leitender Rennarzt für die medizinische Sicherheit bei Rennsportveranstaltungen verantwortlich.

Wenn die Motoren von Dutzenden von PS-strotzenden Motorrädern aufheulen, Staub die Sicht verhüllt und die Luft nach Benzin riecht, ist Martin Schweiger in seinem Element. „Ich bin ein Geschwindigkeits-Freak, obwohl ich nie selbst Rennen gefahren bin und auch privat kein Motorrad besitze. Doch die Motorsportszene hat mich von Anfang an begeistert und auch nie wieder losgelassen“, berichtet der 64-Jährige über seine große Leidenschaft. Begonnen hat alles 1984 in Schleswig-Holstein, als der gebürtige Berliner als frisch gebackener Facharzt bei Rallye-Wertungsprüfungen und Motocross-Rennen dabei war. Schweiger erwarb danach weitere medizinische Lizenzen, war deutschlandweit und international bei unzähligen hochkarätig besetzten Rennen im Einsatz und arbeitete sich so Stück für Stück nach oben. 2012 wurde der Chirurg dann Verbandsarzt des DMSB und damit oberster „Doc“ in Deutschland für die Sparte Motorradsport. Ein spannendes, aber auch sehr zeitintensives Amt, berichtet er. Wochentags arbeitet Schweiger im Kieler MVZ Orthodoc als Chirurg, Sport- und Notfallmediziner. Ab April ist er dann an fast jedem Wochenende als 26

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Rennarzt im Einsatz. „Meine Lieblingsstrecke ist immer noch der Hockenheimring, doch die tollste Atmosphäre gibt es in Misano in Italien, wo ich während der Super-Bike-Weltmeisterschaft eingesetzt war. Die Italiener lieben und leben den Motorradsport. Schon beim Training waren am Misano World Circuit Marco Simoncelli, dem ehemaligen Autodromo di Santamonica, 80.000 Leute dabei“, berichtet er begeistert. Aufgabenspektrum Als leitender Rennarzt ist Schweiger vor und während des Rennens der führende Kopf der Rettungsorganisation. Langjährige Erfahrung und der Erwerb der entsprechenden Lizenzen sind Voraussetzungen, um diese Position ausüben zu dürfen. Für Schweiger ist das kein Problem. Er ist einer von zwei Ärzten in Deutschland, die die Superlicence für Straßensport-Rennen für die beiden höchsten Klassen des Weltmotorsportverbands FIM besitzen. „Die muss ich jedes Jahr in Genf erneuern“, erläutert der Chirurg, der gleichzeitig Mitglied im DMSB-Fachausschuss „Sicherak t u e l l

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© privat

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Hohe Sicherheitsstandards Beim leitenden Rennarzt laufen in Sachen „Sicherheit an der Rennstrecke“ alle Fäden zusammen. Er überwacht in der Race Control gemeinsam mit der Rennleitung und den Sportkommissaren das Geschehen. 20 Bildschirme erfassen jeden Winkel der Strecke. Wenn etwas passiert, muss innerhalb kürzester Zeit entschieden werden, was passieren soll. Bei größeren Rennen ereignen sich an einem Wochenende immerhin durchschnittlich 50 bis 60 Stürze. „Es gibt viel zu beurteilen und einzuschätzen. Wir bestimmen, ob abgebrochen wird oder es weitergehen kann und wir legen fest, wie viele Einsatzkräfte mit welchen Rettungsmitteln zur Unfallstelle geschickt werden“, erklärt Schweiger. Ein Rennen wird z. B. sofort unterbrochen, wenn ein verletzter Fahrer auf der Strecke liegt. Oft kann es trotz Sturz aber auch sofort weitergehen, z. B. wenn ein gestürzter Fahrer neben der Strecke ins Kiesbett rutscht und dort in sicherer Entfernung zu den anderen Fahrern liegen bleibt. Der Fahrer wird dann von den Ground Posts schnell in den sicheren Bereich transportiert und gegebenenfalls versorgt. Auch die Beurteilung der Renntauglichkeit der Teilnehmer gehört zu Schweigers Aufgaben als leitender Rennarzt. „Da muss ich so manchen Heißsporn, der natürlich so schnell wie möglich wieder auf seine Maschine steigen will, erst einmal ausbremsen“, erklärt er mit einem Augenzwinkern.

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heit“ ist. Eine wichtige Funktion, denn große und kleine Rennstrecken bekommen nur dann eine Freigabe, wenn vorab neben der technischen auch die medizinische Ausstattung definiert und geklärt ist. „Sicherheit geht in jedem Fall vor Risiko, auch wenn das die Veranstalter natürlich eine Menge Geld kostet“, so sein Credo. Der logistische und personelle Aufwand, der für die medizinische Sicherheit von Fahrern und Zuschauern betrieben wird, ist in jedem Fall enorm. Bei der Super-Bike-Weltmeisterschaft standen an der Rennstrecke elf Ärzte, sieben Rettungswagen, zwei Medical Cars und zwölf Streckenposten, die sogenannten Ground Posts, bereit. Im Medical Center, das neben einem Röntgengerät auch zwei Schockräume umfasst, hatten weitere zwölf Personen mit medizinischer Ausbildung Dienst, darunter zwei Ärzte. Hinzu kam ein Hubschrauber mit Arzt, Rettungsassistent und Pilot. Schweiger ist als Seminarleiter auch verantwortlich für die Ausbildung der Leitenden Rennärzte in Deutschland.

letzungen im Motorradsport treten häufig bei den sogenannten „high sidern“ auf. Diese Stürze sind deshalb so gefährlich, weil der Fahrer über sein Motorrad hinweg fliegt. Seine Maschine folgt ihm und kann den Fahrer treffen.“ Die meisten Stürze sind allerdings sogenannte „low sider“. Sie gehen am Ende meist glimpflich aus, denn der Fahrer rutscht nach dem Sturz hinter seiner Maschine her und kollidiert nicht mit ihr. Der gefährlichste Moment bei Motocross- oder Speedway-Rennen ist der Moment direkt nach dem Start, weil alle Fahrer mit Vollgas in die erste Kurve starten. Oft wird es gegen Ende eines Rennens noch einmal gefährlich. „Die Jungs sind dann müde und unkonzentriert oder beharken sich beim Positionskampf kurz vor dem Ziel noch einmal besonders intensiv“, so Schweiger. Bei Straßenrennen ist in der Regel die erste Runde die gefährlichste. „Deshalb fährt auch meist ein Medical Car, das übrigens immer von einem Rennfahrer gesteuert wird und mit einem Arzt besetzt ist, dem Feld hinterher. Das Team kann so bei einem Massensturz schnell die Lage einschätzen und die Race Control genau informieren. „Wenn ich dazu beitragen kann, den Motorsport in Deutschland und weltweit ein wenig sicherer zu machen“, erläutert Schweiger, „hat sich der Einsatz für mich gelohnt.“ Jakob Wilder, KVSH

Restrisiko bleibt Obwohl die Anzahl schwerer und tödlicher Unfälle in den letzten 25 Jahren stark abgenommen hat, gibt es trotz aller Sicherheitsvorkehrungen natürlich immer ein Restrisiko. Schweiger erläutert, wann es besonders brenzlig wird. „Schwere und tödliche Ver4 | 2018

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T eam B erat u ng

Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

ICD-Kodierungen und Indikationsschlüssel auf Heilmittelrezepten Heilmittelverordnungen werfen immer wieder Fragen auf. Insbesondere der Zusammenhang zwischen der auf der Verordnung hinterlegten ICD-10-Diagnose und dem Heilmittel ist bei der Auswertung unserer Beratungsunterlagen nicht immer schlüssig erkennbar. Dies liegt zum Teil auch daran, dass Therapeuten einen oder mehrere auf der Verordnung vermerkte ICD-10-Kodes an die zuständige Abrechnungsstelle übermitteln können. D. h. es kann bei mehreren auf der Verordnung eingetragenen ICD-10-Kodes zu nicht sachgerechten Übermittlungen kommen. Ungenaue und zu viele ICD-10-Diagnosen auf der Verordnung führen zu Missverständnissen. Daher sollte möglichst nur eine Diagnose ICD-10 kodiert werden. Die Ausnahme davon stellen Kodes dar, die zur Kennzeichnung eines „Besonderen Verordnungsbedarfs“ oder einer „Langfristverordnung“ sinnvoll sind. Beispiele für nicht kompatible Kombinationen von Heilmittelschlüsseln und ICD-10-Kodes aus der Praxis: Lymphdrainage: LY3 (Chron. Lymphabflussstörung bei bösartigen Erkrankungen) in Kombination mit R60 (Ödem, anderenorts nicht klassifiziert).

An dieser Stelle kann nur eine Diagnose nach ICD-10-GM aus dem Kapitel C (bösartige Neubildungen) ausgewählt werden. Anderenfalls wäre der Schlüssel LY2 erforderlich.

DFC (Podologische Komplexbehandlung) in Kombination mit G63 (Polyneuropathie bei anderenorts klassifizierten Erkrankungen).

Hier kann nur der Diabetes nach ICD-10 entweder E10 oder E11 evt. mit Zusatz der diabetischen Mikroangiopathie und/oder Neuropathie stehen. Die häufig zu findende Kodierung, E14 (Diabetes nicht näher bezeichnet) sollte nicht verwendet werden.

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WS2 (Wirbelsäule-Erkrankung mit prognostisch länger dauerndem Behandlungsbedarf) kombiniert mit G40 (Epilepsie)

Bei den Heilmittelschlüsseln WS1 und WS2 sollten die Kodierungen aus dem Kapitel M gewählt werden. Für Epilepsie kämen dagegen je nach Alter Heilmittelschlüssel ZN1 oder ZN2 (Erkrankungen des Nervensystems) infrage.

Die Heilmittel nach Schlüssel ZN1 und ZN2 (ZNS-Erkrankungen) lassen sich nicht mit z. B. Q66 (angeborene Deformitäten der Füße) kombinieren, da der damit häufig gemeinte angeborene Klumpfuß keine neurologische Erkrankung ist.

Dafür wäre eine Kodierung aus dem Kapitel G erforderlich oder ein Heilmittelschlüssel nach EX (Extremitäten und Becken).

Gleiches gilt für den ICD-Kode M47 (Spondylose) in nicht passender Kombination mit dem Heilmittelschlüssel ZN2.

Hier sollte ein Heilmittel nach WS1 oder WS2 gewählt werden.

Der Arzt ist nach der Heilmittel-Richtlinie zur genauen Kodierung verpflichtet. Bei Prüfungen der Wirtschaftlichkeit von Heilmittelverordnungen lösen solche nicht kompatiblen Kombinationen immer Nachfragen oder sogar Rückzahlungsforderungen aus. Daher empfiehlt sich schon im eigenen Interesse eine Prüfung von Heilmittelschlüsseln und dazu gehörigen ICD-10-Kodierungen. Stephan Reuss, KVSH

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Service

Sie fragen wir antworten

Service-team Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Kann ich die haus-/fachärztliche Bereitschaftspauschale GOP 01435 EBM mehrfach im Quartal abrechnen? Nein, die GOP 01435 EBM ist nur einmal im Behandlungsfall (in der BAG je Arztfall) berechnungsfähig, wenn keine Grund- oder Versichertenpauschale in demselben Arztfall zum Ansatz gebracht wurde. Abrechnungsvoraussetzung ist, dass eine telefonische Beratung oder ein anderer mittelbarer Arzt-Patienten-Kontakt durch den Patienten erfolgt.

Wir sind eine fachärztliche Praxis und haben gehört, dass es die Möglichkeit gibt, eine Chronikerziffer abzurechnen. Trifft das auch für meine Fachrichtung zu?

Laut Honorarvereinbarung gibt es für bestimmte förderungswürdige Leistungen einen Zuschlag, der außerhalb der Punktzahlvolumina gewährt wird. Hierzu zählen auch die Kleinchirurgischen Eingriffe nach GOP 02301 und GOP 02302. Gelten hier die Förderzuschläge für alle Arztgruppen? Nein, der Zuschlag für die GOP 02301 und GOP 02302 wird gemäß der Honorarvereinbarung nur Haus- und Kinderärzten sowie Fachärzten für Chirurgie gewährt. Bitte beachten Sie dazu auch die jeweils aktuelle PZV-Mitteilung. In dieser ist jedes Quartal eine aktuelle Aufstellung der förderungsrelevanten Leistungen sowie der entsprechenden Abrechnungsvoraussetzungen beigefügt.

Nein, die GOP 03220/04220 und 03221/04221 für die Betreuung von Patienten mit mindestens einer lebensverändernden chronischen Erkrankung können nur von Hausund Kinderärzten zum Ansatz gebracht werden.

Muss eine Facharztpraxis für die Dokumentation über behandelte Patienten der Terminservicestelle eine Gebührenordnungsposition in ihre Abrechnung eintragen, um die „Vermittlungspauschale“ zu erhalten?

Ein Patient wird mehrmals im Quartal ambulant operiert. Kann der präoperative Untersuchungskomplex (GOP 31010 ff. EBM) mehrfach im Quartal abgerechnet werden?

Nein, die sogenannte „Vermittlungspauschale“ wird automatisch gewährt, wenn die Dokumentation über die Behandlung eines über die Terminservicestelle vermittelten Patienten abgeschlossen ist.

Nein, der EBM schließt die Mehrfachberechnung im Behandlungsfall aus. Sind für eine weitere Operation neue Laborparameter notwendig, können diese über Einzelleistungen aus dem Kapitel 32 EBM abgerechnet werden.

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Service-Team Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr ak t u e l l

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SERVICE S erie

Kooperieren, aber richtig Für die Zusammenarbeit von Vertragsärzten miteinander sowie mit Krankenhäusern, Anbietern von Heil- und Hilfsmitteln oder der Pharmaindustrie gibt es klare Regeln: In unserer Serie machen wir deutlich, welche Art der Kooperation zulässig und welche unzulässig ist. Der folgende Artikel und die Fallbeispiele sind der Broschüre „ Richtig kooperieren“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entnommen.

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Zulässig

Ambulante Operationen und stationsersetzende Leistungen In Paragraf 115b SGB V ist klargestellt, dass ambulante Operationen auf der Grundlage einer vertraglichen Zusammenarbeit des Krankenhauses mit niedergelassenen Vertragsärzten auch im Krankenhaus durchgeführt werden können.

Unzulässig Beispiel A: Das Krankenhaus lässt ambulante Operationen außerhalb seines Hauses durch einen Vertragsarzt durchführen, der die gesamte Organisation übernimmt. Die Leistung wird durch das Krankenhaus abgerechnet und der Vertragsarzt erhält ein pauschales Honorar. Hierbei handelt es sich um eine unzulässige örtliche Verlagerung, um Honorarbegrenzungen zu umgehen, und nicht um eine Behandlung im Krankenhaus. Das Krankenhaus führt die Leistung nur „pro forma“ durch. Zulässig Beispiel A: Das Krankenhaus führt eine ambulante Operation unter Beteiligung eines niedergelassenen Vertragsarztes durch, ohne dass dieser im Krankenhaus angestellt ist.

Gleichzeitige Tätigkeit als Krankenhausarzt und Vertragsarzt

Beispiel A: Das Krankenhaus schließt mit dem Vertragsarzt einen Konsiliararztvertrag, der nicht nur die gelegentliche Beratung der Krankenhausärzte umfasst, sondern auch regelmäßige Operationen. Diese gleichzeitige Tätigkeit, sowohl im Krankenhaus als auch vertragsärztlich, ist seit 2007 erlaubt. Beispiel B: Ein Vertragsarzt arbeitet neben seiner vertragsärztlichen Tätigkeit mehr als 13 Stunden im Krankenhaus. Entscheidend ist, dass er den Patienten in der Praxis in einem Umfang persönlich zur Verfügung steht, der seinem Versorgungsauftrag entspricht, und Sprechstunden zu den in der vertragsärztlichen Versorgung üblichen Zeiten anbietet.

Besondere Versorgung nach Paragraf 140a SGB V Insbesondere im Hinblick auf Selektivverträge wollte der Gesetzgeber sicherstellen, dass durch die Neuregelung im Strafgesetzbuch keine Kriminalisierung erwünschter Kooperationsformen erfolgt. Dennoch kann es auch im Zusammenhang mit Selektivverträgen dazu kommen, dass – meist um Kosten für die Krankenkassen einzusparen – gesundheitsrechtliche Regelungen umgangen werden. Vor der Teilnahme an einem Selektivvertrag empfiehlt sich daher die Rücksprache mit der zuständigen KV, sollte diese nicht selbst Vertragspartner des Selektivvertrages sein. Zulässig Beispiel A: In einem Integrationsvertrag wird vereinbart, dass zuweisende Vertragsärzte für die postoperative Betreuung eine Pauschale erhalten. Das Verbot der unerlaubten Zuweisung – geregelt in Paragraf 31 der Musterberufsordnung und in Paragraf 73 Abs. 7 SGB V – ist auch bei Integrationsverträgen zu beachten. Es ist jedoch möglich, aus der Vergütung im Rahmen des Integrationsvertrages auch die Leistungen anderer Ärzte, die nicht am Vertrag teilnehmen, zu honorieren (Paragraf 140c Abs. 1 Satz 3 SGB V). Auch hier gilt: Solange dem Honorar des Dritten eine äquivalente Gegenleistung gegenübersteht, ist die Zahlung zulässig.

Ärzte dürfen laut Zulassungsverordnung neben ihrer vertragsärztlichen Berufsausübung auch im Krankenhaus tätig sein. Wer diese „Doppel- Tätigkeit“ ausübt, sollte unbedingt darauf achten, dass die Honorierung angemessen, transparent und nachvollziehbar dargelegt ist. 30

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KBV/Redaktion

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Service

i Sammelexemplar 15

Diagnostische Pfade in der Laboratoriumsmedizin Vitamin B12

Grundsätzlich wird aber eine Unterversorgung mit Vitamin B12 klinisch erst nach Jahren sichtbar, da der Körper über große Vitamin B12-Speicher verfügt. Nach der Speicherentleerung erfolgen dann als zweite Stufe metabolisch funktionelle Störungen, die schließlich in einer klinische Manifestation mit den oben beschriebenen Symptomen enden. Zur diagnostischen Abklärung dieser unterschiedlichen Stadien stehen heute moderne Biomarker, wie das Holotranscobalamin (HoloTC) oder die Methylmalonsäure (MMA) zur Verfügung. Die Physiologie des Vitamin B12 Zum besseren Verständnis dieser Marker wird kurz auf die Physiologie des Vitamin B12 eingegangen. 70 bis 80 Prozent des Vitamin B12 sind im Blut an das Plasmaprotein Haptocorrin gebunden und damit inaktiv. Unter Beteiligung des Intrinsic-Faktors (IF) werden 20 bis 30 Prozent des Vitamin B12 auf das Transportprotein Transcobalamin übertragen. Diese aktive Form des Vitamins wird auch als Holotranscobalamin bezeichnet. Nur das HoloTC bindet dann über einen spezifischen Rezeptor an Zellen und stellt damit die Versorgung des Körpers mit Vitamin B12 sicher. Intrazellulär ist Vitamin B12 als Co-Faktor an der Umsetzung von Homocystein zu Methionin und der Isomerisierung von L-Methylmalonyl-CoA zu Succinyl-CoA beteiligt. Ein Mangel an Vitamin B12 führt deshalb zu 4 | 2018

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Die Stufendiagnostik zur Abklärung des Vitamin B12-Mangels beginnt heute immer noch mit der Bestimmung des Gesamt-Vitamin B12 wenn eine klinische Verdachtsdiagnose oder im Blutbild eine makrozytäre Anämie vorliegen. Der Parameter ist genauso wie das Holotranscobalamin und die Methylmalonsäure bei 2 bis 8 Grad im Dunkeln einen Tag haltbar. Hämolytische Proben können nicht verwendet werden. Allerdings ist die Spezifität und Sensitivität des Gesamt-Vitamin B12 vor allen Dingen bei Werten <400 ng/l deutlich eingeschränkt. Im Bereich zwischen 200 und 400 ng/l muss deshalb ein Vitamin B12-Mangel durch zusätzliche Untersuchungen ausgeschlossen werden. Zur Vermeidung von Spätschäden ist es deshalb sinnvoll, schon im Stadium der Speicherentleerung (negative Vitamin B12Balance) eine Bestimmung des Holotranscobalamins durchzuführen, da von den oben beschriebenen Markern das Holotranscobalamin der einzige Parameter ist, der sich in diesem Stadium schon pathologisch verändert, d. h. erniedrigt ist.

Methoden der Bestimmung Für die Bestimmung des Holotranscobalamins liegen heute zuverlässige ELISA-Teste für die Routine vor. Schreitet die Entleerung der Vitamin B12-Speicher weiter fort, so ist die Zelle irgendwann nicht mehr in der Lage, den Vitamin B12-abhängigen Stoffwechsel zu kompensieren, sodass man neben erniedrigten HoloTC-Werten erhöhte Werte der metabolischen Parameter Methylmalonsäure und Homocystein findet. Von den beiden Verbindungen ist die Methylmalonsäure deutlich spezifischer, da Homocysteinerhöhungen auch bei Folsäureund Vitamin-B6-Mangel gefunden werden. Außerdem ist das Homocystein durch seine hohe Hämolyseempfindlichkeit bei der Abnahme deutlich problematischer. Die Methylmalonsäure sollte allerdings nur in Ausnahmefällen als second line-Marker zum Holotranscobalamin eingesetzt werden. Grund hierfür ist auch ihre relativ aufwendige und teure Bestimmung mittels einer Hochdruckflüssigkeitschromatografie mit anschließender Messung in einem Quadrupolmassenspektrometer (LC-MS/MS-Messung). Erhöhte Werte oberhalb von circa 270 nmol/l sprechen für einen funktionellen Vitamin B12-Mangel. Einen besonderen Fall in der Diagnostik des Vitamin B12-Mangels stellen Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion dar, bei denen man trotz normaler Vitamin B12- und Holotranscobalaak t u e l l

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Vitamin B12

Zu weiteren Symptomen gehören außerdem Tinnitus, Mundwinkel-rhagaden, Zungenbrennen sowie eine rote Lackzunge. Neben einem ernährungsbedingten Vitamin B12-Mangel kommen als weitere Ursachen Malabsorption (chronisch atrophische Gastritis) aber auch Antikörper gegen Parietalzellen oder gegen den Intrinsic-Faktor in Frage. Darüber hinaus findet sich ein Vitamin B12-Mangel bei sämtlichen CED-Formen, Alkoholabusus, Pankreas-Insuffizienz sowie bei chronischen Leber- und Nierenerkrankungen. Auch Medikamente, wie Protonenpumpenhemmer und H2-Rezeptorantagonisten können zu einem Vitamin B12-Mangel führen.

einem Anstieg von Homocystein und Methylmalonsäure im Serum sowie zu einem Anstieg der Methylmalonsäure-Ausscheidung im Urin.

Diagnostische Pfade

Der Mensch ist aufgrund einer nur unzureichenden Ausbeute des im Dickdarm gebildeten Vitamin B12, im Gegensatz zu vielen Tieren, auf eine zusätzliche Aufnahme durch die Nahrung angewiesen. Vor allen Dingen Lebensmittel tierischen Ursprungs, wie Leber, Fleisch, Fisch, Käse und Eier sind für die Versorgung von großer Bedeutung. Durch die Tatsache, dass sich immer mehr Bewohner unseres Landes ausschließlich vegetarisch oder sogar vegan ernähren, nimmt die Prävalenz eines Vitamin B12-Mangels ständig zu. Die makrozytäre Anämie ist zwar das klassische hämatologische Symptom eines Vitamin B12-Mangels, sie muss jedoch nicht immer vorhanden sein. Gerade neurologische Auffälligkeiten, wie Parästhesien, Gang- und Standunsicherheiten, Konzentrationsschwierigkeiten, Demenz und mangelnde körperliche Ausdauer können auch ohne Blutbildveränderungen vorkommen.


SERVICE min-Spiegel eine erhöhte MMA-Konzentration nachweisen kann. Bei dieser Patientengruppe kann ein Vergleich des MMA-Spiegels vor und nach Substitution mit Vitamin B12 auf einen Mangel hinweisen.

antikörpernachweis kann sich in speziellen Fällen eine Gastrinbestimmung bei Verdacht auf Achlorhydrie anschließen. Erhöhte Werte weisen ebenfalls auf eine perniziöse Anämie hin. Zusammenfassend stellt die Diagnose des Vitamin B12-Mangels insgesamt eine einfache Stufendiagnostik dar. Bei der kombinierten Anwendung der Parameter Holotranscobalamin und Methylmalonsäure kann schon frühzeitig ein klinisch inapparenter Vitamin B12-Mangel einer Therapie zugeleitet werden. Da ein Vitamin B12-Mangel in der Allgemeinbevölkerung häufiger als bisher angenommen auftritt, werden damit vor allen Dingen die häufig irreversiblen Spätschäden dieser Erkrankung verhindert.

Liegt ein durch labordiagnostische Untersuchungen bestätigter Vitamin B12-Mangel vor, dessen Ursache nicht ernährungsbedingt ist, sollten in Absprache mit dem Facharzt für Laboratoriumsmedizin weitere Untersuchungen zur Differentialdiagnose folgen. Hierbei handelt es sich z. B. um den Nachweis von Autoantikörpern gegen Parietalzellen oder gegen den Intrinsic-Faktor. Die diagnostische Sensitivität liegt für diese Parameter zwischen 40 bis 90 Prozent, bei Kombination höher. Bei negativem Auto-

Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt, Lübeck

Vitamin B12 Eingangsdiagnostik bei Verdachtsdiagnose

Vegetarier/Veganer, Klinische Zeichen: unklare neuropsychiatrische Symptomatik, gastrointest. Erkrank., Fischbandwurm, Parästhesien, Himbeerzunge, Mundwinkelrhagaden, chron. Alkoholismus, Med: PPI, H2-Blocker, Blutbild: megaloblastär-hyperchrome Anämie

Vitamin B12

Labor

Diagnose

200-400 ng/l Verdacht auf funkt. VB 12 Mangel

> 400 ng/l VB 12-Mangel unwahrscheinlich

≤ 200 ng/l manifester VB 12 Mangel

Holo-Transcobalamin (HoloTC)

Labor erweitert

> 50 pmol/l

Vorliegen einer Niereninsuffizienz

36 – 50 pmol/l

Ja

< 35 pmol/l

Methylmalonsäure (MMA)

< 271 nmol/l

> 271 nmol/l

Vorliegen einer Niereninsuffizienz

nein

Diagnose

nein

Ja

VB 12 Mangel unwahrscheinlich

Bestimmung von ∆ MMA nach VB 12-Behandlung

VB 12 Mangel wahrscheinlich

Lit.: „Labor und Diagnose“, L. Thomas TH Books Verlagsgesellschaft mbH 8. Auflage 2012 Herrmann W, Obeid R : Ursachen und frühzeitige Diagnostik von Vitamin B12-Mangel. Dtsch Ärztbl 2008; 105(40):680-5 32

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Service was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

thema: Qualitätsmanagement –

thema: Qualitätsmanagement –

die G-BA-Richtlinie erfüllen

die G-BA-Richtlinie erfüllen

datum: 18. April 2018, 14.00 bis 18.00 Uhr

datum: 16. Mai 2018, 14.00 bis 18.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene?

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene?

In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt.

In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt.

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Teilnahmegebühr: 50 Euro

Teilnahmegebühr: 50 Euro

Fortbildungspunkte:.5

Fortbildungspunkte:.5

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 Fax 04551 883 7204 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de

Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 Fax 04551 883 7204 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de

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SERVICE

Für Medizinische Fachangestellte thema: Telefontraining – Basisschulung –

datum: 23. Mai 2018, 14.00 bis 18.00 Uhr und 30. Mai 2018, 14.00 bis 18.00 Uhr Die Medizinische Fachangestellte ist für den Patienten fast immer die erste Kontaktstelle in der Arztpraxis. Mit dieser Veranstaltung möchten wir Praxismitarbeiterinnen Möglichkeiten an die Hand geben, dem Patienten sowohl am Telefon als auch in der Praxis noch freundlicher zu begegnen. Schwerpunkte des Seminars sind die freundliche Begrüßung, patientenorientierte Formulierungen, die Terminierung am Telefon und der Umgang mit unterschiedlichen Patiententypen. Es stehen zwei weitere jeweils zweitägige Termine zur Auswahl: • Termin: 1. Teil: Mittwoch, 22. August 2018 2. Teil: Mittwoch, 29. August 2018 • Termin: 1. Teil: Mittwoch, 21. November 2018 2. Teil: Mittwoch, 28. November 2018 Ort: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 95 Euro (inkl. Seminarunterlagen und Tagungsgetränke)

© istock.com/Jacob Wackerhausen

TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden in schriftlicher Form angenommen (Brief/Fax oder E-Mail) und in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Tanja Glaw Tel. 04551 883 332 Fax 04551 883 7332 E-Mail tanja.glaw@kvsh.de 34

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Service

Veranstaltungen KVSH

2. Mai 2018, 17.00 bis 20.00 Uhr

Fortbildung Notarzt- und Rettungsdienst: Patienten mit „Ersatzteilen“

2. Mai 2018, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Info:

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

Zulassung/Praxisberatung der KVSH An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe

Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de

Ort: Institut für Rettungs- und Notfallmedizin, Holzkoppelweg 8-12, 24118 Kiel Info: Es entstehen keine Teilnahmegebühren. Um die Verpflegung planen zu können, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Bitte melden Sie sich bis 14 Tage vor dem Termin an: www.uksh.de/irun/veranstaltungen E-Mail: niels.renzing@uksh.de www.uksh.de/irun/veranstaltungen 14. bis 19. Mai 2018 24. bis 29. September 2018

Leitender Notarzt/Organisatorischer Leiter Rettungsdienst

Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

20. bis 22. April 2018 24. bis 26. August 2018 2. bis 4. November 2018

Ort: Institut für Rettungs- und Notfallmedizin, Holzkoppelweg 8-12, 24118 Kiel Besucheranschrift: Holzkoppelweg 8 – 12, 24118 Kiel Info: Catharina Bandlow, Tel. 0431 500 31 551, Fax 0431 500 31 554, Ausbildung zum LNA und OrgL. Teilnahmegebühr beträgt 495 Euro für angehende OrgL und 745 Euro für angehende LNA E-Mail: notfallmedizin@uksh.de www.uksh.de/notfallmedizin/veranstaltungen

NAsim25 (Simulationstraining von 25 Notfalleinsätzen)

6. Juni 2018, 20.00 Uhr

Schleswig-Holstein

Ort: Institut für Rettungs- und Notfallmedizin, Holzkoppelweg 8-12, 24118 Kiel Besucheranschrift: Holzkoppelweg 8 – 12, 24118 Kiel Info: Catharina Bandlow, Tel. 0431 500 31 551, Fax 0431 500 31 554 In einem dreitägigen, standardisierten Kurs werden 25 relevante Notfallsituationen zur Erlangung der Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“trainiert. Teilnahmegebühr beträgt 1.350 Euro E-Mail: notfallmedizin@uksh.de www.uksh.de/notfallmedizin/veranstaltungen

Osteologie – Bestandsaufnahme und Ausblick Ort: Globetrotter Lodge, Am Aschberg 3, 24358 Ascheffel Info: Referent: Prof. Dr. M. Amling, Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Ärzteverein Eckernförde E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de 15. Juni 2018, 14.00 bis 20.00 Uhr 16. Juni 2018, 9.00 bis 17.00 Uhr

Lübecker Sklerotherapie Seminar

21. April 2018, 9.00 bis 17.00 Uhr

Orte: Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Ratzeburger Allee 160, Haus 10, 23562 Lübeck, (praktische Übungen) MFC I Multifunktionscenter, Maria-Goeppert-Str. 1, 23562 Lübeck, (Vorträge) Info: Wiebke Schmidt, Tel. 0451 500 41 505, Fax 0451 500 41 534 E-Mail: wiebke.schmidt@uksh.de www.uksh.de

4. Tag der Allgemeinmedizin in Lübeck Ort: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23562 Lübeck Info: Sekretariat: Tel. 0451 3101 8001, Fax 0451 3101 8004 E-Mail: allgemeinmedizin@uksh.de www.uksh.de 25. April 2018, 14.00 bis 18.00 Uhr

Fachtagung: PRO-Impfen verhindert Ausbruch! Ort: Wissenschaftszentrum, Fraunhoferstraße 13, 24118 Kiel Info: Landesvereinigung für Gesundheitsförderung, Tel. 0431 94292, Fax 0431 94871. Anmelden bitte bis zum 6. April (mit Angabe der Tätigkeit, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse). 4 Fortbildungspunkte E-Mail: gesundheit@lvgfsh.de www.schleswig-holstein.de/impfen

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Justitiar

Klaus-Henning Sterzik���������������������������������������������������������������������� 230 Alexandra Stebner (stellv. Justitiarin)��������������������������������������������� 230

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 361/534 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Maria Behrenbeck (stellv. Leiterin)������������������������������������������������� 251 Alexandra Stebner��������������������������������������������������������������������������� 230 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Dr. Hans-Joachim Commentz (BD-Beauftr. d. Vorstands)��������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������� 458 Alice Lahmann���������������������������������������������������������������������������������� 360 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

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Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Dünndarm Kapselendoskopie Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Frederik Schröder����������������������������������������������������������������������������� 427 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Maximilian Mews���������������������������������������������������������������������������� 462 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 332 Fortbildungspflicht nach § 95d SGB V Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Früherkennungsuntersuchung Kinder Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesund schwanger Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Hautkrebs-Screening Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 HIV/AIDS ak t u e l l

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Service kontakt Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Daniela Leisner ������������������������������������������������������������������������������� 578 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Neuropsychologische Therapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Michelle Teegen������������������������������������������������������������������������������� 596 Frederik Schröder����������������������������������������������������������������������������� 427 Maximilian Mews����������������������������������������������������������������������������� 462 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Personal und Finanzen Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 PET/PET-CT Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 4 | 2018

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Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsprüfung Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Sabrina Bardowicks�������������������������������������������������������������������������� 691 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Qualitätsmanagement Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Gabriela Haack�������������������������������������������������������������������������������� 442 Radiologie-Kommission Ute Tasche........................................................................................ 485. Daniela Leisner................................................................................. 578. Christine Sancion.............................................................................. 470 Röntgen (Anträge) Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Röntgen (Qualitätssicherung nach SGB) Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Theresa Gerdts���������������������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Tanja Steinberg�������������������������������������������������������������������������������� 315 Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Soziotherapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 ak t u e l l

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Service kontakt

Tonsillotomie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)��������������������������������������������������������������������� Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� Zytologie Michaela Schmidt����������������������������������������������������������������������������

445 930 304 351 439 255 276 266

Stelle nach Paragraph 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Impressum

Klaus-Henning Sterzik���������������������������������������������������������������������� 230 E-Mail: infoParagraph81aSGBV@kvsh.de

Nordlicht aktuell

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Dr. Hartmut Günther (Stellvertreter)������������������������������������������ 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Jakob Wilder; Borka Totzauer (Layout); Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht

Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� kreisstelle.kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Facharzt für Laboratoriumsmedizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail��������������������������������������������������������������� kreisstelle.luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Christine Stegmann, Fachärztin für Innere Medizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������������ 0461 4041 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 4043 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt und Facharzt für Chirurgie Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Björn Steffensen, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04884 1313 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04884 903300 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.nordfriesland@kvsh.de 4 | 2018

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail���������������������������������������������������������� kreisstelle.ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Facharzt für Orthopädie Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ kreisstelle.ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Eckard Jung, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04351 3300 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04351 712561 E-Mail������������������������������������� kreisstelle.rendsburg-eckernfoerde@kvsh.de

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Ilka Petersen-Vollmar, Fachärztin für Allgemeinmedizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������ 04551 968600 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 968602 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� kreisstelle.stormarn@kvsh.de

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Ärztlicher Bereitschaftsdienst IN SCHLESWIG-HOLSTEIN Wir – die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) – organisieren außerhalb der normalen Sprechstundenzeiten auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst, der unter der Rufnummer 116117 zu erreichen ist. Hierfür betreiben wir mehr als 40 Anlaufpraxen an Kliniken im Land, um die ambulante medizinische Versorgung auch dann sicherzustellen, wenn die Arztpraxen in der Regel geschlossen sind: in den Abend- und Nachtstunden, an Wochenenden und an Feiertagen. Parallel dazu wird für medizinisch notwendige Hausbesuche ein Fahrdienst durch unsere Leitstelle in Bad Segeberg koordiniert. Für beide Bereiche – Anlaufpraxen und Fahrdienst – suchen wir engagierte Kolleginnen und Kollegen. Sofern Sie noch keine Facharztanerkennung haben, wird eine mindestens 3-jährige Weiterbildung erwartet.

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116117

Planbare Dienstzeiten Attraktive Vergütung Qualifizierte Fortbildung

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Noreen Rethemeier, Tel. 04551 883 227 noreen.rethemeier@kvsh.de Stefanie Freitag, Tel. 04551 883 648 stefanie.freitag@kvsh.de

Wir suchen Verstärkung

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Wir bieten

Nordlicht 04 2018 web  
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