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Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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April 2017 | 20. Jahrgang

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KVSH-Kreisstellen

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Regionale Kompetenz stärkt Selbstverwaltung


Inhalt rubrik/Thema

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TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

In der Region für die Region: Die Kreisstellen als wichtiges Element der Selbstverwaltung

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„Kreisstellen sind für uns ein wichtiger Rat- und Impulsgeber“: Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

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„Gemeinsam pragmatische Lösungen finden“: Interview mit Dr. Ilka Petersen-Vollmar, neue Kreisstellenvorsitzende im Kreis Segeberg

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„Meine Meinung zählt und ist gefragt“: Interview mit Dr. Thomasz Warns, neu im Beirat der Kreisstelle Pinneberg

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Neue Serie: Die Kreisstellen der KVSH stellen sich vor.

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Nachrichten Kompakt

Rund 130 ehrenamtlich tätige Ärzte und Psychotherapeuten bilden als Kreisstellenvorsitzende, stellvertretende Vorsitzende oder Kreisstellenbeiratsmitglieder das Rückgrat der Selbstverwaltung in den Regionen. Im Titelthema geben wir einen Überblick über die wichtigsten Ansprechpartner in den 15 Kreisstellen und nennen gute Gründe, warum sich eine Mitarbeit lohnt.

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Gesundheitspolitik 13

IdH-Thementag: Idee und Vorzüge der Selbstverwaltung der Heilberufe

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Landtagswahl in Schleswig-Holstein: Gesundheitspolitische Positionen der Parteien

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Dr. Andreas Gassen erneut zum Vorstandsvorsitzenden der KBV gewählt

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Kommentar: Wahl-Geschenk

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Selbstverwaltung

Wohin steuert die Gesundheitspolitik in Schleswig-Holstein? Die Parteien haben im Vorfeld der Landtagswahl ihre wichtigsten Grundpostionen festgelegt. Wir stellen die wichtigsten gesundheitspolitischen Ziele vor.

Praxis & KV 20

Vergütung für Videosprechstunde geregelt

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Präventionsinitiative: Früherkennungsprogramm für Kinder

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Agenda der Beratenden Fachausschüsse der KVSH

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Bundeseinheitlicher Medikationsplan ist Pflicht

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Bekanntmachungen und Meldungen

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Neues aus KVen und KBV

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Psychotherapie: Veranstaltungshinweis und Neuwahl

14 32 Hohe Auszeichnung für niedergelassenen Orthopäden aus Barkelsby: Dr. Norbert Lins hat für sein ehrenamtliches Engagement für die JohanniterUnfallhilfe das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen.

Die Menschen im Land 32

Bundesverdienstkreuz für Johanniter-Landesarzt

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Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

Service

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Sicher durch den Verordnungsdschungel: Verordnungen von Kopf bis Fuß

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Sie fragen – wir antworten

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Vitamin D – das Wundermittel gegen alle Krankheiten?

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Termine

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht nr. 4 | 2017 E D IT O RIAL Dr. Ralph Ennenbach, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, Sicherstellungsauftrag an die Krankenhäuser? Was Sie womöglich für eine surreale Überschrift halten mögen, wird aktuell auf Bundesebene zu einer politisch diskutierten Variante, zumindest für den Bereich des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Die kollektive Fehlinanspruchnahme der Krankenhäuser durch ungeduldige Versicherte (der Vorsitzende des NAV-Virchowbundes nannte dies kürzlich höchst zutreffend „Zalando-Mentalität“) wird seitens der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) nämlich nicht als gesellschaftliche Fehlentwicklung, sondern als Chance für Raumgewinn zulasten der Niedergelassenen begriffen. Das wäre nicht wirksam, wenn bei den Parlamentariern hinreichend Verständnis für ein ausreichendes und zweckmäßiges Handeln der Niedergelassenen verankert wäre. Das ist aber nicht mehr ohne Weiteres der Fall. Dafür gibt es mannigfache Gründe und sicher spielen die letztjährigen KBV-Querelen eine Rolle, die jetzt – immerhin – langsam ausklingen sollten. Es geht mir jetzt nicht darum, auf all die weiteren Argumente einzugehen, die der DKG in die Hände spielen. Ich will mich auf einen Aspekt konzentrieren: Die Kreisstellen melden übereinstimmend und mit zunehmender Unruhe, dass sich die Bereitschaft zur Teilnahme am Bereitschaftsdienst auf immer weniger Köpfe reduziert. Dies ist eine sehr gefährliche Entwicklung, weil dies dem großspurigen Anspruch der Krankenhäuser schleichend in die Hände spielen kann. Es geht in dieser Frage um weit mehr als Tagespolitik, es geht um das Selbstverständnis Ihres Tuns: Die Übertragung und Wahrnehmung des Sicherstellungsauftrages an die Niedergelassenen ist die Chance des Kollektivs, das eigene Tun mitzubestimmen. Das Bewusstsein der gemeinsamen Verantwortung für damit verbundene Bürden muss aber offenbar wieder erneuert werden. Wir sehen in unseren Kreisstellen Keimzellen für diesen Aufbruch, sich wieder als verantwortliche Einheit zu begreifen. Und wir werden als Vorstand in den Fällen, bei denen trotz innerärztlicher Überzeugungsarbeit wenig zu machen ist, im Zweifel vor unangenehmen Entscheidungen zur Dienstverpflichtung nicht zurückschrecken. Damit es aber gar nicht erst soweit kommt, brauchen wir mehr „Freiwillige“, die den Sicherstellungsauftrag mit Leben füllen, indem sie Bereitschaftsdienste übernehmen. Zu bieten haben wir einiges: Je nachdem, ob Sie einen Dienst in einer unserer 30 Anlaufpraxen oder im Fahrenden Dienst übernehmen, erhalten Sie nicht nur garantierte Stundenvergütungen, sondern zusätzlich leistungsabhängige Honorare. An besonderen Tagen gibt es sogar noch 50 Prozent auf die Stundenvergütung oben drauf. Und auch bei der Qualifikation lassen wir Sie nicht allein: Die KVSH organisiert regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen, die Sie perfekt auf den Bereitschaftsdienst vorbereiten. Interesse? Dann melden Sie sich in der Abteilung Notdienst, Tel. 04551 883 227 oder per E-Mail: noreen.rethemeier@kvsh.de. Wir freuen uns auf Sie!

Dr. Ralph Ennenbach 4 | 2017

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Titelthema Kreisstellen

Regionale Kompetenz der Selbstverwaltung

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In den 15 Kreisstellen der KVSH gestalten Ärzte und Psychotherapeuten die Versorgung in ihrer Region mit, fördern das Miteinander vor Ort und bringen ihre Anliegen und Vorstellungen ein. Im Frühjahr wurden Kreisstellenvorsitzende, Stellvertreter und Beiratsmitglieder neu gewählt. Damit steht die Zusammensetzung dieses wichtigen regionalen Aktivpostens der Selbstverwaltung für die nächsten sechs Jahre fest.

Damit Selbstverwaltung auch in den Regionen schnell, effizient und unbürokratisch funktionieren kann, sind in den Kreisen gewählte Vertreter, die die Verhältnisse kennen und den Ärzten und Psychotherapeuten vor Ort mit Rat und Tat zur Seite stehen, unverzichtbar. In Schleswig-Holstein füllen 15 Kreisstellen, bestehend aus einem Kreisstellenvorsitzenden, seinem Stellvertreter und einem Beirat, dem immer auch die aus den Kreis stammenden Abgeordneten der KVSH angehören, die wichtige Rolle des Bindegliedes zwischen der KVSH in Bad Segeberg und den im jeweiligen Kreis niedergelassenen, angestellten und ermächtigten Mitgliedern aus. Die Kreisstellen sind ehrenamtlich organisiert und demokratisch legitimiert. Ihr Führungsteam wird für eine Legislaturperiode von sechs Jahren von den KV-Mitgliedern des jeweiligen Kreises gewählt. Die Kreisstellenvorsitzenden sind für die Mitglieder oft erster Ansprechpartner. Gerade neu niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten erhalten von ihnen eine erste Orientierung in der Region und wichtige Informationen, z. B. zu Qualitätszirkeln oder Ärzte-Stammtischen.

Kollegen wichtige Ansprechpartner, sondern auch für kommunale Vertreter und Angehörige andere Heilberufe. Die Kreisstellen organisieren außerdem Fortbildungen, fördern auf gemeinsamen Treffen die Vernetzung unter den Niedergelassenen und bauen neue Kontakte auf. Sie kennen die regionalen Gegebenheiten, was bei der Gestaltung der medizinischen Versorgung vor Ort oft ein unverzichtbarer Vorteil ist. Das reicht von der Regelung von Urlaubsabsprachen bis zu Stellungnahmen im Rahmen von Zulassungsverfahren. Die Kreisstellen sind in das Ermächtigungsund Zulassungsverfahren in ihrer Region involviert und informieren den Vorstand der KVSH über Themen, die die Ärzte und Psychotherapeuten direkt betreffen. Der Kreisstellenvorsitzende gibt Stellungnahmen zum Bedarf an ärztlichen Leistungen in seinem Kreis an die Zulassungsabteilung der KVSH ab, z. B. bei Ermächtigungsanträgen, Sonderbedarfszulassungen oder der Genehmigung von Zweigpraxen. Er stellt somit wichtige Weichen zur Ausgestaltung der regionalen Versorgung in seinem Kreis. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Information der Mitglieder über Beschlüsse des Vorstands der KVSH. Neben Rundschreiben und Briefen, die die Kreisstelle an ihre Mitglieder verschickt, finden dazu regelmäßig Mitgliederversammlungen statt. Jeder Arzt und Psychotherapeut kann sich dort direkt in den Meinungsbildungsprozess einbringen. Es werden auch oft Fachreferenten aus der KVSH oder Mitglieder des Vorstands eingeladen, die zu aktuellen Fachthemen informieren und an der Basis ein Stimmungsbild einholen. Austausch mit dem KVSH-Vorstand Der Draht der Kreisstelle reicht direkt bis nach Bad Segeberg, denn die Kreisstellenvorsitzenden stehen in ständigem Kontakt zum KVSH-Vorstand. Diese Verbindung ist auch institutionell verankert, denn zwei Wochen vor jeder Abgeordnetenversammlung findet in der KVSH eine Versammlung aller Kreisstellenvorsitzenden statt. Diese werden dort über die Tagesordnung der nächsten Abgeordnetenversammlung informiert und können auch eigene Themen und Problemstellungen an den Vorstand herantragen, sich mit ihren Kollegen und dem Vorstand austauschen und gemeinsam nach pragmatischen Lösungen für aktuell anstehende Herausforderungen suchen. Jakob Wilder, KVSH

Charakter der Kreisstellenarbeit Für eine erfolgreiche Kreisstellenarbeit ist eine enge Verbindung zur Basis ein entscheidendes Kriterium. Kreisstellenvorsitzende, Vertreter und Beiratsmitglieder sind dabei nicht nur für ihre 4

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Titelthema Statement

Warum die Kreisstellen für die KV wichtig sind und Krankenhäuser, Gesundheitsämter und Angehörige anderer Heilberufe. Sie organisieren Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen, die nicht nur das Wissen mehren, sondern auch die Vernetzung der Teilnehmer fördern und neue Kontakte zu weiteren an der gesundheitlichen Versorgung vor Ort Beteiligten entstehen lassen. Hier wird eine anerkennenswerte Arbeit geleistet, die zentral von Bad Segeberg aus für das ganze Land gar nicht möglich wäre.

„Hier wird eine anerkennenswerte Arbeit geleistet, die zentral von Bad Segeberg aus für das ganze Land gar nicht möglich wäre.“

Selbstverwaltung beginnt nicht in Berlin bei der KBV, auch nicht in Bad Segeberg, wo die KVSH ihren Verwaltungssitz hat. Sie beginnt dort, wo sich Vertragsärzte und -psychotherapeuten in der Region, in der sie leben und arbeiten, für ihre gemeinsamen Belange einsetzen. Die Arbeit in den Kreisstellen ist gewissermaßen der regionale Ausgangspunkt der Idee der Selbstverwaltung. Eine funktionierende Selbstverwaltung ohne die Kreisstellen wäre nicht denkbar. Für uns als Vorstand sind sie ein wichtiger Rat- und Impulsgeber. Die regelmäßigen Treffen mit den Kreisstellenvorsitzenden haben schon so manches Thema aufgeworfen, dessen Bedeutung wir sonst vielleicht so nicht erkannt hätten. Ein unschätzbarer Vorteil der Stimmen aus den Regionen ist bei diesen Gesprächen zudem, dass sich ein Gesamtbild zusammensetzt: Tritt ein Problem nur regional auf oder landesweit? Nicht nur als Vorstandsvorsitzende, sondern auch zuvor als Kreisstellenvorsitzende im Kreis Herzogtum Lauenburg habe ich die Zusammenkünfte als Ort des Erfahrungsaustausches zu schätzen gelernt. Die Kenntnis der regionalen Gegebenheiten, die sich in den Kreisstellen bündelt, ist auch in vielen organisatorischen Fragen unverzichtbar, von der Regelung von Urlaubsabsprachen bis zu Stellungnahmen im Rahmen von Zulassungsverfahren, durch die die örtliche Einschätzung zur Versorgungssituation in die Entscheidungsfindung der Zulassungsgremien eingebunden wird.

Die Bedeutung der Kreisstellen ergibt sich aber erst, wenn die verschiedenen Aufgaben und Aktivitäten in der Gesamtschau zu einem Bild verdichtet werden: Ärzte und Psychotherapeuten regeln Fragen der Zusammenarbeit selbstständig und kollegial, übernehmen Verantwortung für die Gestaltung der Versorgung in ihren Regionen, fördern das Miteinander der Niedergelassenen vor Ort und geben diesen eine regionale Stimme. Das ist im besten Sinne gelebte, aktive Selbstverwaltung, die nur durch das Engagement von gut 130 Ärzten und Psychotherapeuten möglich ist, die als Kreisstellenvorsitzende, stellvertretende Vorsitzende oder Kreisstellenbeiratsmitglieder ehrenamtlich tätig sind. Ich freue mich besonders, dass in den Wahlen der zurückliegenden Wochen wieder Ärzte und Psychotherapeuten in großer Zahl bereit waren, Verantwortung in den Kreisstellen zu übernehmen und der Selbstverwaltung vor Ort ein Gesicht zu geben. Deshalb richte ich mein Appell an unsere Mitglieder: Sprechen Sie Ihre örtlichen Vertreter an, wenn Sie ein Anliegen haben, unterstützen Sie die Aktivitäten, nehmen Sie an den Veranstaltungen teil. Denn das Privileg der Ärzte und Psychotherapeuten, trotz aller Einschränkungen nach wie vor relevante Fragen der Berufsorganisation und der Versorgungsgestaltung eigenständig selbst regeln zu können, benötigt Unterstützung und Akzeptanz. Eine aktive und in den Regionen verankerte Ärzteschaft sorgt auch dafür, dass an den Ärzten und Psychotherapeuten und ihrer Kompetenz nicht vorbeikommt, wer die Versorgung der Zukunft gestalten will. Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende kvsh

Ein Gutteil der Arbeit der Kreisstellen folgt dem Grundsatz: In der Region für die Region. So sind unsere Kreisstellenvorsitzenden Ansprechpartner für ihre Kollegen, aber auch für Bürgermeister

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Titelthema

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Stellvertreter Dr. Ralf Wiese Facharzt für Anästhesiologie

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Dr. Christine Stegmann Fachärztin für Innere Medizin

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Vorsitzender Dr. Klaus-Heinrich Heger in in Facharzt für Innere Mediz Glückstadt Stellvertreter Christopher Schäfer Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin in Itzehoe

Kontaktdaten auf Seite 39

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Vorsitzender

Stellvertreter Dennis Kramkowski Facharzt für Allgemeinmedizin und Facharzt für Hals-NasenOhrenheilkunde

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Vorsitzender Dr. Dr. rer. nat. Joachim Pohl Facharzt für Al lgemeinmedizi n in Ascheberg Stellvertreter Gerhard Mülle r-Dietz Facharzt für Or thopädie in Pr eetz

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Vorsitzender Dr. Zouheir Hannah Facharzt für Orthopädie in Quickborn

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Dr. Hans Irmer Arzt in Ahrensburg

Dr. Marc Dupas Facharzt für Allgemeinmedizin in Uetersen

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Stellvertreter Dr. Dennis Wolter Facharzt für Orthopädie in Ahrensburg

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Rosemarie Müller-Mette Fachärztin für Allgemeinmedizin in Norderstedt

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Vorsitzende Dr. Ilka Petersen-Vollmar Fachärztin für Allgemeinmedizin in Bad Segeberg

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Wolfgang Schulte am Hülse Facharzt für Allgemeinmedizin

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Titelthema Interview

„Vermitteln, verknüpfen und vernetzen“

Dr. Ilka Petersen-Vollmar ist neue Kreisstellenvorsitzende im Kreis Segeberg. Die Allgemeinmedizinerin aus Bad Segeberg sieht gute Chancen, regionale Kompetenz in die Selbstverwaltung einzubringen und gemeinsam pragmatische Lösungen für die Versorgungsprobleme der Zukunft zu finden. Nordlicht: Warum haben Sie sich für das Amt der Kreisstellenvorsitzenden beworben? Dr. Ilka Petersen-Vollmar: Als ich das erste Mal angesprochen wurde, das Amt von Dr. Dieter Freese, der bei uns schon eine eigene Institution im Kreis war, zu übernehmen, fühlte ich mich zwar geehrt, konnte aber überhaupt nicht einschätzen, was auf mich zukommt und ich kann es auch immer noch nicht. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich der Aufgabe gewachsen bin, denn mit meinen fast 14 Jahren Niederlassungserfahrung in Bad Segeberg habe ich zwar schon einen Einblick in die Berufspolitik bekommen, weiß aber natürlich nicht sehr viel. Ein besonderer Anreiz ist für mich die vermittelnde Position zwischen KVSH und den Kollegen. Zusätzlich habe ich durch meine neue Rolle die Möglichkeit, viele Sachverhalte aus erster Hand zu erfahren und die Kollegen auf den Fortbildungsveranstaltungen des Ärztevereins zeitnah zu informieren. Nordlicht: Als Kreisstellenvorsitzende müssen Sie sehr viele Rollen ausfüllen. Sie sind erste Ansprechpartnerin vor Ort, vermitteln bei Konflikten und suchen in engem Kontakt zur KVSH nach Lösungen. Wie schätzen Sie die Möglichkeiten und die Grenzen des Amtes ein? Petersen-Vollmar: Mir ist es wichtig, den Zusammenhalt der niedergelassenen Kollegen zu fördern, das Miteinander zu unterstützen und Konkurrenzdenken zu mildern. Da viele Kollegen aber individuell sehr unterschiedlich sind, wird diese Aufgabe nicht einfach. Ich hoffe im Bedarfsfall auf die Unterstützung der KVSH. Vermitteln bei Konflikten mit deeskalierender Gesprächsführung ist eine Stärke von mir, wie ich in der Vergangenheit schon öfter feststellen konnte. Welche Möglichkeiten und welche Grenzen mir gesetzt sind, werde ich im Laufe meiner Amtszeit kennenlernen. Nordlicht: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für die ambulante medizinische Versorgung und wie können die Kreisstellen zu ihrer Lösung beitragen?

dienstes. Das darf nicht in die Hände der Kliniken fallen. Da es sich um lokal-regionale Lösungen handelt, ist die Kreisstelle gefragt. An zweiter Stelle ist der Erhalt der hausärztlichen Versorgung in einem Flächenkreis bei immer weniger niederlassungswilligen Ärzten zu nennen. Überlegungen zu neuen Versorgungsformen, wie zum Beispiel die mobile Praxis, der Patientenbus, der Ausbau der Telemedizin und eventuell auch anderen Kooperationsformen, müssen auf jeden Fall auf Kreisstellenebene überlegt werden. Nordlicht: Ehrenamtliches Engagement ist kein Selbstläufer. Was sagen Sie Ärzten, die überlegen, in den Gremien der Selbstverwaltung mitzuarbeiten? Petersen-Vollmar: Genau das ist das Problem. Motivation ist dabei sehr wichtig und der Appell, beim Erhalt der Selbstverwaltung mitzuwirken. Viele Kollegen sind eher unzufrieden und schimpfen gerne, sind aber nicht bereit, bei einer Änderung mitzuhelfen. Wenn wir unsere Selbstverwaltung erhalten wollen und das ist mein oberstes Ziel, müssen wir alle an einem Strang ziehen, denn nur gemeinsam kann man etwas bewirken. Nordlicht: Wie können niederlassungswillige und neu niedergelassene Ärzte von der regionalen Kompetenz der Kreisstellen profitieren? Petersen-Vollmar: In den nächsten Jahren wird unser größtes Problem sein, neue Niederlassungswillige zu finden. Viele scheuen die Verantwortung einer eigenen Praxis. Wie eben schon erwähnt, muss an neue Kooperationsmodelle gedacht werden. Neue Ärzte sind eher an Anstellungen interessiert, um ihre Freizeit planbar zu halten. Durch den organisierten ärztlichen Bereitschaftsdienst auf Freiwilligenbasis bleibt eine planbare Freizeit aber auch bei eigener Niederlassung erhalten. Diese Vorteile herauszuarbeiten, ist auch eine Aufgabe der Kreisstelle. Zusätzlich kann sie ein sehr guter Helfer sein, um Verknüpfungen zwischen alteingesessenen und neuen Kollegen herzustellen. Eine gute Vernetzung auf Kreisstellenebene fördert auf jeden Fall die kollegialen Kontakte.

Petersen-Vollmar: Die größte Herausforderung ist der Ausbau und die Festigung der ambulanten Versorgung. Dazu gehört in erster Linie das Funktionieren des ärztlichen Bereitschafts8

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Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

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Titelthema Interview

„Mitgestalten ist ein Privileg“ Dr. Tomasz Warns ist als „ Newcomer“ in den Beirat der Kreisstelle Pinneberg gewählt worden. Für den 41-jährigen Facharzt für Allgemeinmedizin aus Elmshorn gibt es gute Gründe, sich in der Selbstverwaltung zu engagieren. Nordlicht: Sie sind seit knapp zwei Jahren als angestellter Arzt niedergelassen und bereits Beiratsmitglied in der Kreisstelle Pinneberg und Mitglied im beratenden Fachausschuss für angestellte Ärzte der KVSH. Sind Sie ein politischer Mensch? Dr. Tomasz Warns: Nein, auf keinen Fall. Das war meine spontane erste Antwort. Wenn ich mir aber Zeit nehme, darüber langsamer nachzudenken, so kommen mir Zweifel. Dann doch eher: ein wenig. Nicht im Sinne einer Partei oder einer bestimmten politischen Richtung. Vielmehr aus meiner Sicht auf unser demokratisches System. Begründet in meiner eigenen Vergangenheit, die im kommunistischen Warschau beginnt. Ich bin meine ersten sechs Lebensjahre in einem System aufgewachsen, wo das Individuum wenig Stellenwert hatte, die Grenzen mit Waffengewalt „verteidigt” wurden und es außer dem selbst angebauten Gemüse aus Opas Schrebergarten eigentlich nichts zu essen gab. All das waren für mich sehr prägende Erfahrungen – ich möchte das so nicht wieder erleben müssen. Dafür muss ich etwas tun. Es ist für mich keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Privileg, in einem Land leben zu können, wo ich durch eigenes Engagement mitgestalten kann. Ebenso ist es etwas Besonderes, dass meine Meinung im Gremium etwas zählt und gefragt ist. Damit das so bleibt, engagiere ich mich eben auch ehrenamtlich in solchen Gremien. Nordlicht: Die großen gesundheitspolitischen Entscheidungen fallen aber in der Regel in Berlin. Warum ist es da noch sinnvoll, sich auf regionaler Ebene ehrenamtlich zu engagieren? Warns: Die Nähe zu bekannten Kollegen und das Gefühl im selben Boot zu sitzen, machen es mir leichter, für mich Relevantes zu erkennen und in Grenzen mitzubestimmen.

Nordlicht: Engagement in den Gremien der Selbstverwaltung scheint bei vielen Ärzten nicht sehr hoch im Kurs zu stehen. Was halten Sie von dieser Einstellung? Warns: Ich halte das für eine Unterstellung. Ich bin mir sicher, dass sich viele Ärzte sehr wohl mit den Gremien der Selbstverwaltung auseinandersetzen und deren Arbeit, zumindest im Ergebnis verfolgen. Ich denke, das Problem ist vielmehr, dass die Vereinbarkeit von Privatem und Beruflichem bzw. die vielzitierte Work-Life-Balance es vielen Ärztinnen schwer macht. Neben sehr anstrengender und auf vielen Ebenen fordernder Arbeit, den Abend im Sitzungssaal zu verbringen, anstatt sich der Familie zu widmen, scheint eben für viele ein unüberwindbares Hindernis zu sein. Ich bin aber zuversichtlich. Es werden sich Kolleginnen finden, die diese Tätigkeiten übernehmen. Nordlicht: Angestellte und jüngere Ärzte sind in den Gremien eher unterrepräsentiert. Was müsste geschehen, damit sich das ändert? Warns: War es jemals anders? Ich weiß nicht, ob es notwendig ist, dass sich daran viel ändert. Viel wichtiger finde ich, dass genau diesen beiden Gruppen mehr Aufmerksamkeit auf den Ebenen der politischen Entscheidungsträger zuteil wird. Gerade diese Gruppen leisten doch einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Versorgung. Es ist doch daher eine unumgängliche Notwendigkeit, ihnen eine Stimme zu verleihen. Meine Devise ist daher: Wir gemeinsam, jung und alt, angestellt und freiberuflich, tun gut daran, das Kollegium zusammenzuhalten und den Beruf weiterhin attraktiv zu gestalten. Wir gehen sonst unter. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Nordlicht: Welche Themen werden Ihre Kreisstelle in den nächsten Jahren voraussichtlich am meisten beschäftigen? Warns: Der Nachwuchsmangel. Ebenso die wahnsinnig schwer zu mobilisierenden „stummen Kollegen”, die ganz bestimmt zu vielen Themen eine Meinung haben. Diese Meinung findet leider nur wenig Gehör, vor allem weil sie nicht „laut” ausgesprochen wird.

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Titelthema Neue Serie

Kreisstelle Lübeck

Das sind die Kreisstellen Ärztliche Selbstverwaltung funktioniert nicht von allein, sondern sie braucht regionale Vertreter, die den Ärzten und Psychotherapeuten vor Ort schnell und unbürokratisch mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Schleswig-Holstein füllen die Kreisstellen diese wichtige Rolle aus. Grund genug für das Nordlicht, den 15 Kreisstellen die Gelegenheit zu geben, sich vorzustellen. Selbstverständnis der Kreisstelle Die Kreisstelle Lübeck vertritt in enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand der KVSH die Interessen der in Lübeck niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. In regelmäßigen Gesprächen mit den Krankenhausträgern und Kommunalpolitikern, aber auch durch die Teilnahme an den Sitzungen des Lübecker Gesundheitsamtes, setzt sich die Kreisstelle immer wieder für eine Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung der Patienten im Bereich

Motto: Concordia domi foris pax (Inschrift am Holstentor)

Lübeck ein. Außerdem steht die Kreisstelle allen niedergelassenen Kollegen in sämtlichen Fragen der Niederlassung, Praxisführung sowie Praxisabgabe zur Verfügung. Darüber hinaus vertritt die Kreisstelle ihre Mitglieder bei Patientenbeschwerden und versucht möglichst einvernehmliche Lösungen zu finden. Regelmäßige Veranstaltungen zu aktuellen gesundheits- und honorarpolitischen Themen ergänzen die Aufgaben der Kreisstelle in Lübeck.

Vorsitzender Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Andreas Bobrowski, Facharzt für Laboratoriumsmedizin Tel. 0451 610900 Fax 0451 6109010 E-Mail: kreisstelle.luebeck@kvsh.de

Kreisstelle

Stellvertreter

Lübeck

Dr. Ralf Staiger, Facharzt für Innere Medizin Tel. 0451 792232

Sekretariat Weitere Beiratsmitglieder Dr. Christian Butt, Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Gerhard Caesar, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Dr. Martin Federsel, Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Martina Horn, Fachärztin für Urologie Dr. Christine Kleinsteuber, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten Dr. Jan Marxsen, Facharzt für Hämatologie und Internistische Onkologie Dr. Robert Schulz, Facharzt für Innere Medizin Prof. Dr. Jens-Martin Träder, Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. phil. Dipl.-Psych. Dietmar Ohm, Psychologischer Psychotherapeut

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Margit Schütz, Parade 5, 23552 Lübeck Tel. 0451 72240 Fax 0451 7063179 kreisstelle.luebeck@kvsh.de Veranstaltungen der Kreisstelle ƒƒ 07.07.2017 Sommerveranstaltung in der Gemeinnützigen Lübeck ƒƒ Nov. 2017 g  eplante Veranstaltung mit dem UKSH zur Telemedizinischen Betreuung von Patienten

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Titelthema

Aktuelle Projekte in Lübeck

Beiratssitzungen 2017

ƒƒ Neugestaltung und Verbesserung der Homepage der Kreisstelle ƒƒ Verbesserung der elektronischen Kommunikation zwischen ambulantem und stationärem Bereich. ƒƒ Regelmäßige Versendung von Rundschreiben an alle Mitglieder über aktuelle Themen aus Bad Segeberg und der Kreisstelle.

ƒƒ 19.06.2017 ƒƒ 25.09.2017 ƒƒ 20.11.2017

Gute Gründe, sich in der Kreisstelle Lübeck zu engagieren

ƒƒ An keiner Stelle im KV-System gibt es einen größeren Basisbezug mit der Chance, eigene Vorstellungen und Projekte unmittelbar in die Versorgung der Patienten einzubringen. ƒƒ Die Komplexität des KV-Systems benötigt „Versteher und Erklärer“, die den neuen Kollegen den Start in diese für sie neue Welt erleichtern. Die Arbeit in der Kreisstelle leistet somit einen wichtigen Beitrag für die Zukunft des in freier Praxis tätigen Arztes. ƒƒ Bedarfsfragen und Versorgungsprobleme bilden sich am schärfsten direkt vor Ort ab. Eine zentrale und lohnende Aufgabe der Kreisstelle ist es deshalb, Lösungen zu finden, um Ärzte und Patienten gleichermaßen zufriedenzustellen. ƒƒ Die Kreisstelle bildet die wichtigste Schnittstelle zwischen ärztlichen Eigeninitiativen (Ärztenetze, Qualitätszirkel, Ärztestammtische etc.) und der KVSH in Bad Segeberg. Jedes Engagement im KV-System sollte deshalb mit einer Arbeit in der Kreisstelle beginnen.

Die Kreisstelle Lübeck kümmert sich auch um den ärztlichen Nachwuchs und unternimmt dazu Folgendes:

Internet

ƒƒ Teilnahme an studentischen Veranstaltungen am UKSH Campus Lübeck, um die angehenden Kollegen schon früh an die ambulante Medizin und das KV-System heranzuführen. ƒƒ Jeder neuzugelassene Arzt erhält ein Begrüßungsschreiben durch die Kreisstelle, in dem alle Informationen über die Aktivitäten der Kreisstelle sowie die anstehenden Termine mitgeteilt werden. ƒƒ Der Kreisstellenvorsitzende besucht nach Möglichkeit jeden neuzugelassenen Arzt in seiner Praxis, um eventuell noch offene Fragen zur Niederlassung persönlich zu besprechen.

www.kreisstelleluebeck.de

Im nächsten Heft berichtet die Kreisstelle Kiel. 4 | 2017

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NACHRICHTEN  KOMPAKT P a t i e n t e n i n fo r m a t i o n e n

Zahl der Diabetiker steigt

Rheuma und Fibromyalgie

© istock.com/michellegibson

C h r o n i s ch K r a n k e

© istock.com/Fertnig

Berlin – Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an Diabetes. Waren 2009 noch 8,9 Prozent der gesetzlich Versicherten betroffen, sind es 2015 bereits 9,8 Prozent. Dabei bestehen große Unterschiede zwischen Ost und West. Das ergab eine Studie der Wissenschaftler vom Versorgungsatlas auf der Basis ambulanter Abrechnungsdaten. Insgesamt gehen bisherige Schätzungen in Deutschland davon aus, dass sieben bis neun Prozent der Bevölkerung Diabetiker sind. Die Wissenschaftler vom Versorgungsatlas haben nun erstmals auf der Basis bundesweiter ärztlicher Abrechnungsdaten die Häufigkeit von Diabetes mellitus von 2009 bis 2015 und die Zahl der Neuerkrankten von 2012 bis 2014 erhoben. Eine halbe Million Menschen erhält der Studie zufolge pro Jahr zum ersten Mal die Diagnose Diabetes mellitus. Männer sind in fast allen Altersgruppen stärker betroffen als Frauen. Die Zunahme wird durch die Alterung der Bevölkerung verstärkt. Zugleich gibt es gravierende regionale Unterschiede. In den neuen Bundesländern leiden 11,8 Prozent der Menschen an Diabetes, während es im Westen der Republik 9,2 Prozent sind. Zu den Ursachen dieser Entwicklung gibt die Studie keinen Aufschluss. Nach Bundesländern betrachtet ist die Zahl der Erkrankungen an Diabetes mellitus in der Region von Schleswig-Holstein über einzelne Kreise Niedersachsens bis nach Westfalen sowie in Bayern und Baden-Württemberg besonders niedrig. Dagegen wurden extrem viele Diabetiker in den neuen Bundesländern registriert. Mehr Informationen zur Studie unter www.versorgungsatlas.de  Themen

U n s p e z i f i s ch e r K r e u z s chm e r z

Überarbeitete Leitlinie im Netz Berlin – Die Nationale VersorgungsLeitlinie „Nicht-spezifischer Kreuzschmerz“ ist überarbeitet worden und steht nun unter www.leitlinien.de/nvl/kreuzschmerz zum kostenlosen Download im Netz. Sie beinhaltet 90 Empfehlungen zu Diagnostik, Therapie und Prävention dieser Erkrankung. Die überarbeitete Leitlinie fasst den aktuellen Wissensstand für alle an der Versorgung Beteiligten zusammen. Innerhalb von zwei Jahren hat ein Expertengremium aus 28 Fachgesellschaften und Organisationen die Leitlinie intensiv geprüft und dabei alle neuen Erkenntnisse aus Forschung und Versorgung berücksichtigt. Zunehmend wird deutlicher, dass Seele und soziales Umfeld Kreuzschmerzen beeinflussen können. Deshalb empfiehlt die Leitlinie, psychosoziale Risikofaktoren von Anfang an zu berücksichtigen. Bei akuten nicht spezifischen Kreuzschmerzen rät die Leitlinie weiterhin zu Bewegung. Bettruhe hingegen ist schädlich. 12

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Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat ihre Patienteninformationen „Fibromyalgiesyndrom – wenn Muskeln und Glieder dauerhaft schmerzen“ und „Rheuma – wenn die Gelenke schmerzen“ aktualisiert. Sie sollen Patienten dabei unterstützen, ihre Erkrankung besser zu verstehen. Unter anderem wird erläutert, was Anzeichen für die Krankheit sind, wie man sie behandelt und was die Patienten selbst tun können. Die Informationsblätter stehen unter www.kbv.de/html/gesundheitsinfos.php kostenfrei zum Herunterladen im Internet bereit und können auch für das Patientengespräch ausgedruckt und dem Patienten ausgehändigt werden. Erstellt werden die Patienteninformationen vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag der KBV und der Bundesärztekammer. Die Grundlage dafür bilden hochwertige Leitlinien, Patientenleitlinien oder systematische Literaturrecherchen. Die Inhalte werden gemeinsam mit Patientenvertretern und medizinischen Experten abgestimmt. Insgesamt hat das ÄZQ bereits über 60 Kurzinformationen verfasst. Einige Infoblätter gibt es in mehreren Sprachen.

M a s e r n - Sch u t z i mpf u n g

Patienten jetzt verstärkt informieren Berlin – Angesichts der steigenden Zahl der Masern-Infektionen in mehreren Bundesländern sollten Ärzte ihre Patienten verstärkt auf die Schutzimpfung hinweisen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bietet dazu Informationsmaterialien für die Praxis an. Speziell zur Masern-Schutzimpfung bei Erwachsenen bietet die KBV Info-Karten im Pop-Art-Stil an. Damit soll insbesondere über die Impf-Empfehlung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen informiert werden. Ziel ist es, die Versicherten zu motivieren, fehlende Impfungen beim Arzt nachholen zu lassen. Die Info-Karte kann kostenlos per E-Mail an versand@kbv.de bestellt werden. Zudem stehen zwei Patienteninformationen in der Mediathek unter www.kbv.de zum Download bereit – einmal zur Nachholimpfung für Erwachsene und einmal zur Impfung von Kindern. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres wurden beim Robert Koch-Institut bundesweit bereits 188 bestätigte Infektionen mit Masern registriert. 2016 waren es insgesamt 315. Betroffen sind sowohl ungeimpfte Kinder als auch Jugendliche und Erwachsene, die nicht oder nicht ausreichend geimpft sind. ak t u e l l

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gesundheitspolitik Id H - Th e m e n t a g

„Gute Gründe für die Selbstverwaltung“

© Rebehn

Prof. Dr. Winfried Kluth, Professor für Öffentliches Recht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Mitglied am Landesverfassungsgericht Sachsen-Anhalt, referierte auf dem Thementag der Interessengemeinschaft der Heilberufe in SchleswigHolstein (IDH) über Funktionsweise und Vorzüge der Selbstverwaltung der Heilberufe.

Mitglieder der IDH-Konsultationsrunde (von li. nach re.): Dr. Michael Brandt (Zahnärztekammer), Dr. Peter Froese (Apothekerverband), Dr. Evelin Stampa (Tierärztekammer), Gerd Ehmen (Apothekerkammer), Dr. Franz Joseph Bartmann (Ärztekammer), Dr. Ralph Ennenbach (KVSH) und Dr. Oswald Rogner (Psychotherapeutenkammer) © Rebehn

Rund 60 Besucher verfolgten den Vortrag von Prof. Dr. Winfried Kluth auf dem IDHThementag, der im Steigenberger Hotel Conti Hansa in Kiel stattfand. Der renommierte Verfassungsrechtler erläuterte die Grundzüge der funktionalen Selbstverwaltung, zu der auch die Selbstverwaltung der Heilberufe gehört. Der Prof. Dr. Winfried Kluth wesentliche Grundgedanke des Selbstverwaltungsmodells deutscher Prägung sei demokratischer Natur: Die Angehörigen der Heilberufe haben in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern Europas das Recht, die ihren Berufsstand betreffenden Aufgaben und Interessen selbst zu verwalten. „Dadurch wird Wissen generiert, werden Themen versachlicht, der Staat durch ehrenamtliches Engagement finanziell entlastet und es gibt einen verlässlichen Rechtsrahmen. Das sind gute Gründe für die Etablierung und Verteidigung der Betroffenen-Selbstverwaltung“, schlussfolgerte Kluth.

der Selbstverwaltung in Anspruch nehmen und bei der Vertretung ihrer Interessen allein auf die Mitarbeiter der Selbstverwaltung vertrauen. „Voll verwirklicht wird der Selbstverwaltungsgedanke erst in der ehrenamtlichen Mitwirkung möglichst vieler Mitglieder, gewissermaßen der Selbstverwaltung in der Selbstverwaltung“, so Kluth. In einigen Bereichen werde von diesem Recht noch zu wenig Gebrauch gemacht. Eine Selbstverwaltung ohne breites Engagement der Mitglieder verspiele aber letztlich ihren Einfluss, warnte Kluth: „Nur eine auf lebendiger Mitwirkung beruhende Selbstverwaltung kann auch den Anspruch auf mehr Einfluss und eigene Gestaltungsrechte überzeugend vortragen und durchsetzen“. Deshalb forderte der Jurist, dass die Selbstverwaltung nicht auf dem Status quo verharren dürfe, sondern immer einen substanziellen Beitrag zu nötigen Innovationen leisten müsse. Zielvorstellungen der IDH Die IDH-Mitgliedsorganisationen nutzten den Thementag, um im Vorfeld der Landtagswahl in Schleswig-Holstein ein Positionspapier zu ihren Grundsätzen zu veröffentlichen. Die IDH stehe zu einem freiheitlichen, staatsfernen und solidarischen System mit selbstverwalteten und freiberuflich tätigen Heilberufen, für deren Arbeit der Staat verlässliche Rahmenbedingungen bietet. Patienten sollen unabhängig vom sozialen Status, Alter oder Einkommen niedrigschwelligen Zugang zu Gesundheitsleistungen erhalten. Diese Kennzeichen seien der Garant des Erfolges, denn damit hebe sich das deutsche Gesundheitswesen in weiten Teilen von vielen anderen europäischen Staaten ab, heißt es dazu im IDHPositionspapier, das auf www.kvsh.de  Presse  Gesundheitspolitik eingesehen werden kann. Jakob Wilder, KVSH

Die IDH Die Interessengemeinschaft der Heilberufe (IDH) ist ein Zusammenschluss der Organisationen Ärztekammer Schleswig-Holstein, Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, Apothekerkammer Schleswig-Holstein, Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein, Kassenzahnärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Apothekerverband Schleswig-Holstein, Tierärztekammer Schleswig-Holstein und Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein zur Abstimmung gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit und Aktivitäten. Die IDH dient auch dem Meinungsaustausch zwischen den Heilberufen und der Politik.

Forderungen an die Selbstverwaltung Diese Betroffenheit in der eigenen Berufstätigkeit dürfe sich aber nicht darauf beschränken, dass die Mitglieder lediglich die Dienste 4 | 2017

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gesundheitspolitik L a n d t a g s w a h l i n Sch l e s w i g - H o l s t e i n

Weichenstellungen Gesundheitspolitische Positionen der Parteien zur Landtagswahl Grundsätzliches

Gleich zwei Mal sind die Wähler in Schleswig-Holstein in diesem Jahr gefordert: Am 7. Mai wird der Landtag neu gewählt, im September folgt die Bundestagswahl.

ƒƒ Unser Ziel ist es, auch künftig ein bedarfsgerechtes, flächendeckendes Angebot an ambulanten und stationären Leistungen sicherzustellen. Die Menschen in unserem Land haben einen Anspruch auf eine qualitativ hochwertige und verlässliche medizinische Versorgung – egal, ob sie auf dem Land oder in der Stadt leben.

Mittlerweile haben die Parteien ihre Wahlprogramme für die Landtagswahl vorgelegt, die auch gesundheitspolitische Positionierungen enthalten. Insbesondere die Aussagen zur ambulanten Versorgung sind vielfach eher vage. Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass die Landespolitik in diesem Bereich über wenig Gestaltungsmöglichkeiten verfügt, denn die wesentlichen Rahmenbedingungen für die ambulante Versorgung sind Bundesrecht. Die Richtung vorgeben können die Länder allerdings in der stationären Versorgung: Sie sind zuständig für die Krankenhausplanung und die Krankenhausinvestitionen.

ƒƒ Wir wollen eine hochwertige medizinische Versorgung für alle Menschen in Schleswig-Holstein, unabhängig von Wohnort und Einkünften.

Wir geben Ihnen einen Überblick über wesentliche Aussagen der Parteien zur Frage der flächendeckenden Versorgung, zur Telemedizin und zur stationären Versorgung. Aufgrund der Begrenztheit des Platzes kann diese Zusammenstellung nur ein Ausschnitt aus den Forderungskatalogen der Parteien sein. So finden sich in den Programmen auch Aussagen unter anderem zu den Themen Palliativversorgung, UKSH, Geburtshilfe, Bürgerversicherung und Prävention.

ƒƒ Gesundheit und Pflege gehören zu den Schlüsselthemen unseres Landes. Einen gleichberechtigten Zugang zu Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sicherzustellen, ist ein zentrales Anliegen grüner Politik.

Neben den in der Übersicht berücksichtigten Parteien treten weitere bei den Wahlen an – darunter Parteien, die dem Landesparlament aktuell angehören (Piraten) oder in der Vergangenheit angehört haben (Linke) und solche, denen Umfragen attestieren, dass sie Chancen haben, im nächsten Landtag vertreten zu sein (AfD).

ƒƒ Leitbild unserer Gesundheitsund Pflegepolitik ist der informierte Bürger, die freie Arztund Krankenhauswahl, eine flächendeckende Versorgung mit hochwertigen gesundheitlichen und pflegerischen Dienstleistungen sowie die Prävention.

Wir haben uns für eine Auswahl entschieden. Dies ist eine Entscheidung zugunsten der Übersichtlichkeit und keine politische Wertung. Diese Übersicht ist insofern als Anregung zu verstehen, sich mit den Aussagen der einzelnen Parteien im Bereich der Gesundheitspolitik zu beschäftigen. Die Programme sind in voller Länge auf den Internetseiten der Parteien abzurufen.

ƒƒ In einem Flächenland wie Schleswig-Holstein ist wohnortnahe medizinische Hilfe besonders wichtig. Dafür müssen weitere konkrete Anreize gesetzt werden. Dazu gehören die Krankenhaussanierung ebenso wie bessere Arbeitsbedingungen für Gesundheits- und Pflegeberufe.

Denn Unterschiede sind durchaus – und entgegen der landläufigen Meinung, diese seien zwischen den Parteien nicht mehr erkennbar – vorhanden. Wer mitbestimmen will, wie es in Schleswig-Holstein (gesundheits-)politisch weitergeht, sollte deshalb am 7. Mai seine Stimme abgeben. Delf Kröger, KVSH

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gesundheitspolitik Flächendeckende (ambulante) Versorgung ƒƒ Wir werden regionale Gesamtkonzepte zur Sicherung der medizinischen Versorgung gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den regionalen Anbietern medizinischer Dienstleistungen erstellen, die sich an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientieren, wie z. B. durch das Modell der Gemeindeschwester. ƒƒ Wir werden die Niederlassung von Allgemeinmedizinern im ländlichen Raum fördern, um auch dort eine wohnortnahe und hochwertige Versorgung sicherzustellen. ƒƒ Um die medizinische Versorgung besonders im ländlichen Raum zu sichern, werden wir neu entwickelte und bewährte Konzepte stärken. Dabei spielt die Lotsenfunktion der Hausärztinnen und Hausärzte eine wichtige Rolle. Daher werden wir die allgemeinmedizinische Ausbildung des hausärztlichen Nachwuchses vorantreiben. Wir prüfen, wie wir die ärztliche Tätigkeit auf dem Land für junge Medizinerinnen und Mediziner attraktiver gestalten können. Die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Krankenhäusern muss gestärkt werden. ƒƒ D  ie ambulante und stationäre Versorgung muss verzahnt und die sektorenübergreifende medizinische Versorgung verbessert werden. Erfolgreich haben wir uns für die Realisierung des Zukunftsmodells Brunsbüttel eingesetzt, wo bundesweit erstmalig ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung unter einem Dach konzeptionell zusammengefügt und angeboten wird. Wir werden die Umsetzung begleiten und überprüfen, wie sich dieses Modell auf andere Regionen übertragen lässt (…). ƒƒ Um die Planung zu verbessern, werden wir regionale Gesundheitskonferenzen unter Beteiligung von Patienten, Gesundheitsämtern, Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten, Vertretern aller Gesundheitsberufe sowie der Kommunalpolitik einrichten. Die Umsetzung könnte durch eine Landesgesellschaft erfolgen, die die Ergebnisse der regionalen Konferenzen auswertet, die Umsetzung begleitet und in einem transparenten Verfahren die Bürger über die eingeleiteten Schritte informiert. ƒƒ Kommunale Gesundheitszentren, Medizinische Versorgungszentren und Zweigpraxen sind weitere Bausteine zur Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. ƒƒ Wir unterstützen die Übertragung ärztlicher Aufgaben und den Einsatz von Gemeindeschwestern und -pflegern. Besonders für den ländlichen Raum bietet der Ausbau der ergänzenden Telemedizin Potenzial. ƒƒ Wir werden dazu beitragen, das derzeitige Sektorendenken zu überwinden und Leistungen in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen aufeinander abzustimmen und miteinander zu verknüpfen. ƒƒ Wir werden Hemmnisse in der Zusammenarbeit beseitigen und für eine faire Honorierung in der sektorenübergreifenden Arbeit sorgen. (…) ƒƒ Da der Bedarf für Gesundheitsleistungen regional unterschiedlich ist, setzt sich die FDP dafür ein, dezentral vorzugehen und regionale Versorgungsdefizite vor Ort zu identifizieren und flexibel zu lösen. Diese Gestaltungsmöglichkeiten müssen von den Verantwortlichen vor Ort genutzt werden, denn eine gesicherte Versorgung der Bevölkerung ist ein Standortvorteil. ƒƒ Wir werden Möglichkeiten eröffnen für neue, zusätzliche Formen der ambulanten Versorgung des ländlichen Raumes, z. B. Zweigpraxen, vermehrter Einsatz Nichtärztlicher Praxisassistenten, Ärzteund Apothekerbusse oder alternativ Bereitstellung von Shuttlediensten. ƒƒ Wir werden die Freiberuflichkeit stärken. ƒƒ Wir werden die Einrichtung von kommunalen Ärztezentren nach dem Vorbild der Gemeinde Büsum unterstützen. ƒƒ Wir wollen eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung auf dem Land sichern – durch stärkere Anreize für die Ansiedlung von Ärztinnen und Ärzten im ländlichen Raum, den Ausbau der integrativen Versorgung und die Schaffung durchlässiger Versorgungsstrukturen zwischen ambulantem und stationärem Sektor.

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gesundheitspolitik L a n d t a g s w a h l i n Sch l e s w i g - H o l s t e i n Telemedizin ƒƒ Wir werden den Ausbau von E-Health und Telemedizin fördern, um eine Optimierung der Patientenversorgung zu erreichen. Erfolgreiche Lösungsmodelle (best practice) müssen bekannt gemacht werden und die Ärzteschaft in die Integration telemedizinischer Angebote in den Berufsalltag eingebunden werden. ƒƒ Telemedizin hilft dabei, schnelle Diagnosen zu treffen. Zudem werden weite Wege zum nächsten Facharzt vermieden. Insbesondere auf Inseln und Halligen sorgt die Telemedizin dafür, schnell die notwendigen Behandlungen und lebenswichtige Maßnahmen einzuleiten. Wir wollen in Deutschland Vorreiter sein und intensivieren dafür den internationalen Austausch. Besonders von den skandinavischen Ländern können wir viel lernen. ƒƒ Besonders für den ländlichen Raum bietet der Ausbau der ergänzenden Telemedizin Potenzial. ƒƒ Die Digitalisierung im Gesundheitswesen und der Ausbau der Telemedizin bieten große Chancen für die Sicherung der medizinischen Versorgung. Gerade angesichts der Sensibilität der Daten und heute oftmals unsicherer Übertragungswege sind auch hier gute Datenschutzstandards von zentraler Bedeutung. ƒƒ Wir werden für die Förderung und Erprobung von telemedizinischen Methoden, wie z. B. DiabetesApps und Schlaganfall-Telemedizin sorgen. Der Einsatz telemedizinischer Methoden im ambulanten Bereich soll keine Ärzte ersetzen, sondern die Kommunikation zwischen Arzt und Patient, zwischen Arzt und Arzt und zwischen Arzt und Krankenhaus verbessern, im Sinne der Patienten und auf freiwilliger Basis. ƒƒ Wir wollen trotz der vielerorts rückläufigen Bevölkerungszahlen eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe Versorgung sicherstellen – durch Medizinische Versorgungszentren, erweiterte Kompetenzen für professionelle Pflegekräfte und den verstärkten Einsatz innovativer Techniken, wie etwa der Telemedizin.

Stationäre Versorgung ƒƒ Die Krankenhausversorgung ist für uns ein fester Bestandteil der Landesinfrastrukturentwicklung. ƒƒ Wir werden ein Landeskrankenhausgesetz entwickeln und beschließen, um eine koordinierte Entwicklung der Krankenhausstrukturen zu erreichen, die ambulante, stationäre und notfallmedizinische Angebote unter Einbindung eines weiterentwickelten landesweiten Empfehlungsgremiums nach Paragraf 90a SBG V sinnvoll miteinander verzahnt. ƒƒ Wir werden uns für eine bundesweite Anpassung des Basisfallwertes einsetzen. ƒƒ Wir werden nach Auslaufen der Finanzierung über das Sondervermögen der I-Bank die Krankenhausinvestitionen wieder direkt aus dem Landeshaushalt vornehmen. ƒƒ Wir werden den bisherigen Mittelansatz von 50 Millionen Euro der rot-grün-blauen Landesregierung ab dem Jahr 2018 schrittweise auf 70 bis 80 Millionen Euro jährlich erhöhen, um den Sanierungsstau in den folgenden zehn Jahren abzubauen. ƒƒ Wir wollen in Zukunft den gesetzlichen Verpflichtungen bezüglich der baulichen Unterhaltung der Krankenhäuser in vollem Umfang nachkommen. ƒƒ Wir haben Schleswig-Holsteins Situation bei der Leistungsfinanzierung der Betriebskosten (Landesbasisfallwert) verbessert. Trotzdem gibt es weiterhin nicht hinnehmbare Unterschiede zwischen den Ländern, die auch Auswirkungen auf die Löhne des Personals haben. Wir werden uns auf Bundesebene dafür einsetzen, diese Ungerechtigkeiten zu beenden. ƒƒ In einem Krankenhausgesetz werden wir die Regelungen für Behandlungs- und Strukturqualität, das Management der Entlassungen sowie sachgerechte Finanzierung und weitere Qualitätsfaktoren zusammenführen.

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gesundheitspolitik ƒƒ Unser Ziel ist die Vermeidung von Krankenhausinfektionen. (…) So unterstützen wir den Bau einer spezialisierten Infektionsstation nach niederländischem Modell in einem schleswig-holsteinischen Krankenhaus. Dieses Modell werden wir wissenschaftlich begleiten und bei Erfolg ausbauen. Zu verbessern ist der Personalschlüssel insbesondere auf den Intensivstationen, die Hygienestandards sind fortlaufend zu erneuern. Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Bund entsprechende Maßnahmen unterstützt. ƒƒ Wir verfolgen das Ziel, alle gesetzlichen Regelungen zur Planung und Finanzierung der Kranken-häuser in einem Landeskrankenhausgesetz zusammenzufassen. Investitionen in den Krankenhausbau werden wir bedarfsgerecht umsetzen. Der Abbau des Sanierungsstaus in den Krankenhäusern ist ein Schwerpunkt bei der Sicherung der sozialen Infrastruktur. ƒƒ Auf Bundesebene setzen wir uns weiterhin für einen bundesweit einheitlichen Basisfallwert ein (…). ƒƒ Wir werden für ein Anreizsystem sorgen, wonach diejenigen Länder, die ihren Investitionsverpflichtungen nachkommen, vom Bund einen Zuschuss erhalten. ƒƒ Wir werden die Ziele Versorgungssicherheit, Qualität und Wahlfreiheit für den Bürger bei der Krankenhausplanung und Investitionsförderung in den Mittelpunkt stellen. ƒƒ Durch den Fallpauschalen-Katalog (DRG) entstehen bei der Vergütung immer noch ökonomische Fehlanreize zulasten der Patienten. Das muss geändert werden. Vergütungsanreize dürfen nicht dazu führen, dass Patienten eine adäquate Therapie in guter Qualität vorenthalten wird. ƒƒ Wir werden eine umfassende Überprüfung und Veränderung der Vergütungssysteme auf Fehlanreize zulasten der Patienten in die Wege leiten. ƒƒ Wir wollen weiterhin dafür kämpfen, dass schleswig-holsteinische Krankenhäuser für eine medizinische Leistung dasselbe bekommen, wie Kliniken in anderen Bundesländern. ƒƒ Wir wollen die Kommunen auch in Zukunft weiter tatkräftig bei der Kliniksanierung und bei Neubauten unterstützen. Deshalb setzen wir uns für eine weitere Aufstockung der Investitionsmittel für Krankenhäuser ein. ƒƒ Wir setzen uns auch für einen verbesserten Personalschlüssel in Krankenhäusern ein, damit Pflegefachkräfte endlich bessere Arbeitsbedingungen bekommen.

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gesundheitspolitik K BV

Gassen als Vorstandsvorsitzender bestätigt

© KBV

Dr. Andreas Gassen steht weiter an der Spitze der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Der 54-jährige Orthopäde wurde mit großer Mehrheit im Amt als Vorstandsvorsitzender bestätigt. Zu seinen Stellvertretern haben die Delegierten der Vertreterversammlung Dr. Stephan Hofmeister und Dr. Thomas Kriedel gewählt. Zukunftsfelder besetzen „Die KBV hat die Verantwortung, auf der Bundesebene die Rahmenbedingungen zu schaffen, die es den Kassenärztlichen Vereinigungen ermöglichen, ihrem Sicherstellungsauftrag nachzukommen“, betonte Hofmeister. „Wir werden im Vorstand als gut abgestimmtes Kollegialorgan arbeiten“, fügte der Facharzt für Allgemeinmedizin hinzu. „Wir wollen Zukunftsfelder für die ambulante Versorgung besetzen“, hob Kriedel hervor, der sich seit langem in der gematik für die Digitalisierung engagiert. Schließlich gehe es darum, die Arbeitsbedingungen in den Praxen an die Erwartungen junger Ärzte anzupassen. Dazu gehörten der Abbau von Bürokratie und die Förderung der Zusammenarbeit mit Kollegen sowie Angehörigen anderer Gesundheitsberufe.

Dr. Thomas Kriede, Dr. Andreas Gassen und Dr. Stephan Hofmeister

Der Hamburger Hausarzt Dr. Stephan Hofmeister wird erster stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. Er wechselt von der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, wo er als stellvertretender Vorstandsvorsitzender agierte, zur KBV nach Berlin. Das Amt des zweiten stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bekleidet Volkswirt Dr. Thomas Kriedel, der zuletzt als Vorstand der KV Westfalen-Lippe tätig war. Neuer Vorstand betont Teamgeist Gassen, Hofmeister und Kriedel betonten nach der Wahl, dass sie gemeinsam die anstehenden Aufgaben angehen wollen. Erstmals besteht der Vorstand aus drei statt bislang zwei hauptamtlichen Mitgliedern. Die Aufstockung schreibt das Selbstverwaltungsstärkungsgesetz vor. Das neue Führungstrio will in seiner sechsjährigen Amtszeit die KBV auf neuen Kurs bringen und das Konzept „KBV 2020“ umsetzen. Es komme nun darauf an, „dass wir gemeinsam in die Politik hineinwirken und jene Durchschlagskraft zurückgewinnen, die wir wegen vieler Querelen in den vergangenen Jahren eingebüßt haben“, sagte Gassen, der die KBV bereits seit drei Jahren führt. Wichtig sei ihm die Arbeit im Team, fügte er hinzu. Denn nur wenn der KBV-Vorstand an einem Strang ziehe, könne die KBV „wieder den Stellenwert in der Gesundheitspolitik erlangen, den sie haben muss“.

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Neue Spitze der Vertreterversammlung Neue Vorsitzende der Vertreterversammlung (VV) der KBV ist die bayerische Hausärztin Dr. Petra Reis-Berkowicz. Sie wurde auf der konstituierenden Sitzung der VV mit großer Mehrheit in das Amt gewählt. Neue Stellvertreter sind die Psychologische Psychotherapeutin Barbara Lubisch aus Aachen und der Gynäkologe Dr. Rolf Englisch aus Bielefeld. Reis-Berkowicz ist niedergelassene Fachärztin für Allgemeinmedizin im oberfränkischen Gefrees und seit 2011 Vorsitzende der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns.

Alle Wahlergebnisse und weitere Informationen finden Sie unter www.kbv.de/html/26999.php KBV/Redaktion

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gesundheitspolitik K omm e n t a r

Wahl-Geschenk Glaubt man den aktuellen Prognosen, dann sind die Landtagswahlen am 7. Mai bereits entschieden. Der Hype um den neuen SPD-Vorsitzenden Martin Schulz wirkt auch in SchleswigHolstein als Beschleuniger und bringt die Sozialdemokraten satte sechs Prozentpunkte vor die CDU. Grüne, FDP und SSW halten ihre Stimmenanteile und die gesichtslose AfD wird mit sieben Prozent im Landtag erwartet. Das war der Stand Mitte März. Und da eine Trendwende in den letzten Wochen nicht in Sicht ist, spricht alles für eine Fortsetzung der Regierungskoalition unter Torsten Albig. Wofür also noch wählen gehen? Diese Wahl ist doch geschenkt. Viele Bürger denken so. Ob Gleichgültigkeit oder Enttäuschung – sie fühlen sich dem Staat und seinen Organen entfremdet. Unabhängig von politischer Überzeugung, Bildungsgrad und Berufsstand fühlen sie sich vom Staat allein gelassen, denn auf ihre Fragen und Zweifel gibt er keine Antworten. Gerade unter Intellektuellen ist diese Einstellung weit verbreitet. Sie erhält umso mehr Nahrung, je mehr sich die Parteien in der Regulierung von Alltagsfragen verlieren. Nach einem großen Entwurf oder einer Vision, wo unser Land in dreißig Jahren stehen soll und wie wir dort hinkommen wollen, sucht man in den Programmen jedenfalls vergeblich. Der Frust darüber sitzt tief und er ist mehr als verständlich. Menschen brauchen Orientierung. Wer sich täglich mit staatlichen Auflagen auseinandersetzen muss, will wissen, welchen Sinn das hat und was als Nächstes auf ihn zukommt. Schließlich hat jeder eine Lebensplanung, die er realisieren möchte. Das gilt besonders für Freiberufler wie Ärzte, Apotheker und Rechtsanwälte, die in längeren Zeiträumen als in Wahlperioden planen und investieren müssen. Sie erwarten zu Recht Verlässlichkeit und Beständigkeit von einem Staat, der die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit setzt und sich vielfach unmittelbar in die Ausübung ihres Berufs einmischt. Doch was tut die Politik? Sie nutzt die Zeit vor den Wahlen dieses Jahres dazu, die Verdienste ihrer Tätigkeit zu präsentieren und mit neuen Versprechen um Stimmen zu werben. Letzteres muss sein, denn Wahlwerbung ist ein wichtiges Stück Information. Man kann aber nur den Kopf schütteln, wenn Politiker ihre Leistungen bejubeln, diejenigen, die sie tatsächlich erbracht haben, aber nur am Rande oder gar nicht erwähnt werden. So entsteht ein Bild von sich selbst auf die Schultern klopfenden Politikern, die vor allem mit sich zufrieden sind. Seitenweise berichten die Zeitungen in diesen Wochen über die Lage des Gesundheitswesens im Bund und in den Ländern. Politiker strahlen, Patienten klagen, Mitarbeiter stöhnen – nur die Ärzteschaft findet sich kaum irgendwo wieder. Allen voran der Bundesgesundheitsminister verbreitet sich facettenreich über das Gesundheitswesen. Aber Konkretes zum ärztlichen Nachwuchs, zur Versorgung auf dem Land, zu den Belastungen ärztlicher Dienste in Praxen und Kliniken liest man kein Wort. Da ist man platt und fragt sich als Betroffener wie als Beobachter, ob das Taktik, Vergesslichkeit, Ignoranz, ist oder ob man nur die falschen Zeitungen liest? 4 | 2017

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Damit soll nicht einer Klientelpolitik für die Ärzteschaft das Wort geredet werden. Darüber sind wir lange hinweg – in allen Parteien. Aber der Stellenwert der Ärzteschaft und ihre Bedeutung für das weltbeste Gesundheitswesen, das wir hierzulande haben, dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden. Denn an nichts mangelt es im Gesundheitswesen – nicht am Geld, nicht an der Umverteilung, nicht an Nachfragern und nicht an Nutznießern, aber an Ärzten mangelt es. Und diese Tatsache, die nicht von den Ärzten zu verantworten ist, gehört zur Bilanz der politischen Wirklichkeit und auf TOP 1 der Agenda für die nächsten Jahre.

„Der Stellenwert der Ärzteschaft und ihre Bedeutung für das weltbeste Gesundheitswesen, das wir hierzulande haben, dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden.“ Zum Glück sind sich die Parteien in Schleswig-Holstein der Herausforderung der ärztlichen Versorgung wohl bewusst. Ob daraus in der nächsten Wahlperiode auch die dringlichen Folgerungen in der politischen Umsetzung gezogen werden, kann man nur hoffen. An der Ärzteschaft wird es – wie schon in der Vergangenheit – nicht scheitern. Schließlich ist die ärztliche Selbstverwaltung ein Musterbeispiel für gelebte Mitbestimmung und für ein Kompetenzcluster, wie es an keiner anderen Stelle im Land zur Verfügung steht. Manchmal hat man den Eindruck, dass dieses Wissen in der Landespolitik nicht sehr weit verbreitet ist. Es ist mehr als ein glücklicher Zufall, dass in diesem Nordlicht vor den Programmen der Parteien die ärztliche Selbstverwaltung einen Einblick in ihre Arbeit gibt. Es reicht an sich, die Überschriften zu lesen, um ihre Bedeutung und ihren Wert zu verstehen. „Vermitteln, verknüpfen, vernetzen“ oder „Regionale Kompetenz stärkt die Selbstverwaltung“ sind Aussagen, die deutlich machen, wie eine Selbstverwaltung funktioniert und lebt. Der wichtigste Satz, den Dr. Tomasz Warns geprägt hat, sei an dieser Stelle noch einmal zitiert: „Mitgestalten ist ein Privileg!“ Dem wäre nichts hinzuzufügen, außer vielleicht der Hinweis, dass die Legitimation zur Mitgestaltung in der Demokratie auf Wahlen beruht. Wählen dürfen ist ein Geschenk, wie der nun ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck sagte. Ein Geschenk, das wir uns verdient haben und immer wieder neu verdienen müssen, indem wir wählen gehen. Zweifel sind erlaubt, aber sie sollten nicht der Vorwand sein, das Geschenk freier Wahlen nicht anzunehmen. Peter Weiher, Journalist

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PRAXIS  &  KV A b r e ch n u n g

Vergütung für Videosprechstunde geregelt Die Videosprechstunde wird als neue telemedizinische Leistung ab April dieses Jahres, und somit eher als vorgesehen, eingeführt. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband haben sich im Bewertungsausschuss auf eine Vergütungsregelung geeinigt und eine entsprechende Anpassung des EBM beschlossen. Nunmehr steht auch fest, bei welchen Krankheitsbildern eine Videosprechstunde zur Verlaufskontrolle infrage kommt. Zudem wurden die Arztgruppen festgelegt, die die Videosprechstunde einsetzen und abrechnen können. Bereits im November vorigen Jahres hatten sich KBV und GKV-Spitzenverband auf die technischen Anforderungen für die Praxis und den Videodienst geeinigt (Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte). Auf dieser Grundlage wurde nunmehr die Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) vorgenommen. Technik- und Förderzuschlag von bis zu 800 Euro Für Videosprechstunden erhalten Praxen bis zu 800 Euro jährlich pro Arzt. Ab April gibt es bei Berücksichtigung des gültigen Orientierungswertes (OW) für jede Videosprechstunde einen Technikzuschlag von 4,21 Euro (GOP 01450, 40 Punkte). Dieser wird für bis zu 50 Videosprechstunden im Quartal innerhalb des Punktzahlvolumens je Arzt (1.899 Punkte) gezahlt, auch mehrmals im Behandlungsfall. Diese Mittel – bei vier Videosprechstunden pro Woche – dienen zur Hälfte zur Deckung der Kosten, die durch die Nutzung eines Videoanbieters anfallen; die andere Hälfte der Förderung von Videosprechstunden. Der Bewertungsausschuss geht davon aus, dass eine Kostendeckung bereits bei zwei Videosprechstunden pro Woche erreicht ist. Die Lizenzgebühren für Videodienste liegen aktuell bei etwa 100 Euro im Quartal. Neue GOP bei Arzt-Patienten-Kontakt nur per Video Videosprechstunden sollen einen persönlichen Arzt-PatientenKontakt ersetzen. Die Konsultation ist im Falle des Zuschlags GOP 01450 Inhalt der Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschale und somit nicht gesondert berechnungsfähig. Für Fälle, bei denen der Patient in einem Quartal nicht die Praxis aufsucht, wurde eine analoge Regelung zum telefonischen Arzt-PatientenKontakt vereinbart: Ärzte rechnen hier die neue GOP 01439 ab; sie wird ebenfalls zum 1. April in den EBM aufgenommen. Die GOP 01439 ist mit 88 Punkten (9,27 Euro) bewertet und kann einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden, wenn der Patient in den vorangegangenen zwei Quartalen mindestens einmal in der Praxis persönlich vorstellig geworden ist und die Verlaufskontrolle durch dieselbe Praxis erfolgt, wie die Erstbegutachtung. Diese Vorgabe ist notwendig, weil Ärzte sonst gegen das Fernbehandlungsverbot verstoßen könnten. Außerdem wurde vereinbart, dass für eine Reihe von Gebührenordnungspositionen, die mindestens drei persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall voraussetzen, einer dieser Kontakte auch im Rahmen einer

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Videosprechstunde stattfinden kann. Dies gilt unter anderem für die Behandlung von Wunden, eines Decubitus und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Anlässe für eine Videosprechstunde Für eine Videosprechstunde sind aus Sicht des Bewertungsausschusses nicht alle Krankheitsbilder geeignet, weshalb die Leistung zunächst nur für sechs Indikationen vergütet wird. Dazu zählen die visuelle Verlaufskontrolle von Operationswunden, Bewegungseinschränkungen und -störungen des Stütz- und Bewegungsapparates sowie die Kontrolle von Dermatosen, einschließlich der diesbezüglichen Beratung. Daneben kann auch die Beurteilung der Stimme, des Sprechens oder der Sprache per Videosprechstunde erfolgen. Eine Erweiterung des Leistungsspektrums ist vorgesehen. Grundlage für die Festlegung der Krankheitsbilder waren Erfahrungsberichte aus verschiedenen Pilotprojekten. Zudem schreibt der Gesetzgeber vor, dass Videosprechstunden nur für Verlaufskontrollen bei bekannten Patienten gefördert werden sollen. Festgelegt wurden auch die Arztgruppen, die Videosprechstunden einsetzen und abrechnen können. Dies sind unter anderem Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte sowie bestimmte weitere Facharztgruppen, wie Haut- und Augenärzte, Chirurgen und Orthopäden. Anforderungen an Videodienstleister Ärzte, die Videosprechstunden anbieten wollen, bedienen sich eines Videodienstanbieters. Dieser muss über entsprechende Sicherheitsnachweise verfügen. So muss die Videosprechstunde während der gesamten Übertragung nach dem Stand der Technik Ende-zu-Ende verschlüsselt sein. Ferner ist festgelegt, dass die apparative Ausstattung der Praxis und die elektronische Datenübertragung eine angemessene Kommunikation mit dem Patienten gewährleisten müssen. Näheres ist in der Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte geregelt. Im E-Health-Gesetz war vorgesehen, dass Videosprechstunden ab 1. Juli 2017 finanziell gefördert werden. Durch den frühzeitigen Vertragsabschluss zur Vergütung kann das neue Angebot bereits drei Monate eher an den Start gehen. KBV/Redaktion

Mehr Informationen unter www.kbv.de/html/1150_27150.php

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PRAXIS  & KV Präventionsinitiative 2017

Früherkennungsprogramm für Kinder

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen eine Informationskampagne zum Kinder-Früherkennungsprogramm gestartet. „ Gesund durch die ersten Lebensjahre – Früherkennungsuntersuchungen für Kinder“ lautet die Überschrift auf Plakaten und Flyern. fügung. Darüber hinaus weist ein Wartezimmerplakat aufmerksamkeitsstark auf das Vorsorge-Angebot hin. Für Ärzte gibt es außerdem eine Praxisinformation zum erweiterten Kinder-Früherkennungsprogramm. Untersuchungsinhalte und gelbes Heft überarbeitet Die Infomaterialien berücksichtigen die mit der Neufassung der Kinder-Richtlinie im vergangenen Jahr überarbeiteten und konkretisierten Inhalte zu den Kinder-Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9. Neben der stärkeren Beachtung von psychosozialen Aspekten wurden zum Beispiel die Merkmale überarbeitet, die bei der Beurteilung der Entwicklung eines Kindes helfen sollen. Darüber hinaus wurde die Dokumentation im gelben Untersuchungsheft entsprechend der Neustrukturierung und Konkretisierung der Untersuchungsinhalte angepasst. Neu im gelben Heft ist eine Teilnahmekarte, auf der die Untersuchung bestätigt wird. Eltern können damit bei entsprechenden Stellen einfach belegen, dass sie das Früherkennungsangebot für ihr Kind nutzen, ohne dabei die vertraulichen Informationen des Untersuchungsheftes weitergeben zu müssen.

nutzen sie gedie vorsor leistungen für ihr kind

Warum zur u?

Mit freundlich

en Grüßen

von Ihrem

Praxisteam

gesund durch die ersten lebensjahre früherkennungsuntersuchungen für kinder vier gute gründe:

1 Bei den Untersuc hungen Entwicklu ngsverzögeru können eventuelle Ihrem Kind ngen und rechtzeitig Krankheiten erkannt werd bei en. 2

Sie können als Elter n bei den Unte Ihrem Kind rsuchungen er- und Juge Entwicklung mit ndarzt über oder zum Verh Ihre Fragen alten Ihres zur Kindes spre chen. 3 Ihr Arzt berät Sie auch darü Entwicklu ber, wie Sie ng und Gesu die und Risiken ndhe it Ihres Kind vermeiden es fördern können. Im dabei Them Mittelpun en wie Ernä kt stehen hrung, Bew von Unfällen egun oder auch Medienkonsu g, Vermeidung m.

4 Sie erhalten von Ihrem Arzt regionale Informationen Unterstützung Eltern-Kind-An über sangebote, gebote oder Familienhebam beispielsweise men.

die Kassen und die Kasärztlichen vereini gungen Bundesver senärztliche einigung

Rund 165. 000 Ärzte und Psycholo peuten über gische Psyc nehmen in hotheraDeut zinische Vers orgung. Dass schland die ambulan te medidafür sorg alles reibu en die Kass enär ztlichen ngslos funk tioniert, Vereinigungen (KVen): Sie schließen chotherapeut für alle niedergelasse en nen Ärzte und PsyVerträge über mit allen gesetzlic hen Krankenk die ambulan assen Patienten te Vers orgung ab. jeden Arzt So können oder Psyc egal in welc hotherapeute her Krankenk n aufsuche asse sie vers n, ichert sind . Sie gewährle isten eine Tages- und ambulante Nachtzeit. Versorgung zu jeder Sie überprüf und -psychot en die Qualifikatione n der herapeuten, Apparatur kontrollieren Vertragsärzte en sowie die die medizinis Qualität der Untersuchung chen Der Dachverb en. and der 17 regio ärztliche Bund esvereinigung nalen KVen ist die Kass en(KBV ).

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Eltern sollen damit angehalten werden, das VorsorgeAngebot für ihren Nachwuchs zu nutzen. Um Erkrankungen oder eventuelle Verzögerungen in der Entwicklung bei Kindern früh erkennen und entsprechend handeln zu können, gibt es zehn Vorsorgeuntersuchungen innerhalb der ersten sechs Lebensjahre.

Nordlicht

Liebe Elte rn,

in den erst en Lebens jahren mac reiche Entw ht Ihr Kind ickl zahloder eventue ungsschritte. Um Erkr ank lle lung früh erke Verzögerungen in der ungen Entwicknnen und entsprechen zu können , gibt es rege d lmäßige Früh handeln nungsunter suchungen erken– von der U1 bis zur U9 mit fünf Jahr bei Geburt en. Sie sind Teil der Ges ein wichtige undheitsvo r rsorge für Ihr Kind. Während dies er zehn Vors innerhalb orgeuntersuc der ersten hungen sech der Arzt, ob s Lebensjahr sich Ihr Kind e schaut mäß entw gesund und ickelt. Ihr altersgeArzt informie hinaus übe rt Sie darü r Sch ber chungen führ utzimpfungen. Die Untersuen auch Hausärz Kinder- und Jugendä rzte, aber te durch. Die die gesetzl Kos ten übe ichen Kranke rnehmen nkassen. Das Früherke nnungsprog ßig überarb ramm wird eite regelmäunter anderem t und erweitert: So wurde 201 ein Beratun 7 den Arzt zu Themen wie gsangebot durch Ernährung, Medienkons Bewegung, um und zu regionalen Angeboten Elte aufgenomm rn-Kinden.

Alle Materialien auch im Internet Sämtliche Informationsmaterialien stehen im Internet unter www.kbv.de/html/1150_27881.php bereit. Der Flyer sowie das Wartezimmerplakat können Ärzte per E-Mail bei der KBV bestellen unter: versand@kbv.de.

Flyer und Plakat für das Wartezimmer Die KBV hat für die Wartezimmer der Arztpraxen diverse Informationsmaterialien erstellt: Ein Patienten-Flyer informiert darüber, was das Früherkennungsuntersuchungs-Programm für Kinder umfasst. Dabei wird zu jeder U-Untersuchung kurz erläutert, was der Kinder- und Jugendarzt oder Hausarzt zum jeweiligen Termin untersucht und mit den Eltern bespricht. Der Flyer steht auch – in gekürzter Form – als Infoblatt in sechs Fremdsprachen zur Ver4 | 2017

Die Aktionen zum Kinder-Früherkennungsprogramm sind Teil der Präventionskampagne, die die KBV zusammen mit den KVen 2010 gestartet hat. Ziel ist es, die Bevölkerung für die Prävention und Früherkennung von Krankheiten zu sensibilisieren und die Teilnahmeraten an Untersuchungen zu erhöhen. Weitere Themen in diesem Jahr werden das voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte startende Ultraschallscreening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen bei Männern und im Herbst die Grippeschutzimpfung sein.

KBV/Redaktion

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PRAXIS  &  KV B e r a t e n d e F a ch a u s s chü s s e

Was liegt an? Nach der konstituierenden Sitzung der Abgeordnetenversammlung haben sich die Fachausschüsse der KVSH zu ihrer ersten Sitzung getroffen und ihre Vorsitzenden gewählt.* Wir haben nachgefragt, wie die Agenda dieser wichtigen Gremien der Selbstverwaltung für die nächsten Jahre aussieht.

Fachausschuss Hausärzte

Die Mitglieder des Fachausschusses repräsentieren einen breiten Teil der heute existierenden Versorgungsformen und werden somit gut in der Lage sein, den Vorstand in den Fragen der hausärztlichen Versorgung zu beraten. Aktuell stehen die von der KBV geplante Laborreform mit Blick auf die Neuverteilung des Wirtschaftlichkeitsbonus und die Änderungen bei der Heilmittelverordnung und beim Entlassmanagement der Kliniken im Fokus. Auch weiterhin wird uns das Thema Hausärztemangel und Lösungen zur Nachbesetzung der Praxen begleiten. Die Fragen, welche Rolle Eigeneinrichtungen der KV spielen können und sollen, sowie welche Änderungen in der Ausbildung von Hausärzten sinnvoll wären, werden uns beschäftigen wie die Auswirkungen des Hausärztemangels auf den Bereitschaftsdienst und ob daraus eine Reform der Struktur notwendig sein wird. So könnte z. B. die Einrichtung von Portalpraxen an den Kliniken außerhalb der Notdienstzeiten sinnvoll zur Leitung von Patientenströmen sein. Zur Diskussion steht weiterhin die Definition der Delegation ärztlicher Leistungen. Schließlich werden wir uns dem Problem Datenschutz, aber auch den Perspektiven der Digitalisierung annehmen. Dr. Axel Kloetzing, Vorsitzender des Beratenden © istock.com/ImageGap

Fachausschusses für die hausärztliche Versorgung,

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Nordlicht

Facharzt für Allgemeinmedizin in Horst

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PRAXIS  & KV

Fachausschuss Fachärzte

Fachausschuss Psychotherapeuten

Auch für die nächste Legislaturperiode gilt, dass die ambulant tätige Fachärzteschaft zu den am meisten gefährdeten Spezies in unserem Gesundheitssystem zählt. Wie in keinem anderen Versorgungsbereich müssen viele Herausforderungen gleichzeitig gemeistert werden. Dies gilt für die grundversorgenden, wie auch für die spezialisierten Fachärzte in gleichem Maße, da beide Gruppen bei weiterhin gedeckelter Vergütung die Verschiebung von stationär nach ambulant, den hohen Innovationsdruck sowie das Vordringen der Krankenhäuser in den niedergelassenen Bereichen gleichzeitig stemmen müssen. Auch wenn die Terminservicestellen gezeigt haben, dass in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein eine hoch effiziente fachärztliche Versorgung ohne Wartezeiten möglich ist, bleibt die zukünftige fachärztliche Versorgung in der Fläche und die damit zusammenhängende Nachbesetzungsproblematik fachärztlicher Praxen auf dem Land eines der dringendsten Probleme in Schleswig-Holstein. Der beratende Fachausschuss Fachärzte wird sich deshalb dafür einsetzen, dass diese Themen auch in den nächsten Jahren, neben einer ausreichenden Honorierung der fachärztlichen Arbeit, im Fokus der Zusammenarbeit mit dem Vorstand stehen werden. Dabei muss es gelingen, die Kooperation mit den Krankenhäusern auf eine solide Basis zu stellen und gemeinsam mit dem stationären Sektor die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen neu zu ordnen. Darüber hinaus gilt es, die seit Jahren intensive Zusammenarbeit mit dem hausärztlichen und psychotherapeutischen Versorgungsbereich weiterzuentwickeln. Hierzu wird der Beratende Fachausschuss Fachärzte die gute und kollegiale Zusammenarbeit mit den beiden anderen Ausschüssen auch zukünftig fortsetzen. Die erste Bewährungsprobe hierfür wird es bei der Umsetzung der Laborreform 2017 sowie den Herausforderungen einer zunehmenden Vernetzung und Weiterentwicklung der Telematik-Infrastruktur und Telemedizin im KV-System geben. Beide aktuellen Themenbereiche lassen sich nur lösen, wenn die Beratenden Fachausschüsse mit Vorstand und Verwaltung ihre erfolgreiche und vielfach bewährte Zusammenarbeit zum Wohle der schleswig-holsteinischen Patienten auch in der Zukunft weiter fortsetzen.

Der Plan des Fachausschusses ergibt sich aus dem ihm übertragenen Auftrag. Dem Ausschuss ist vor Entscheidungen der Kassenärztlichen Vereinigung in den die Sicherstellung der psychotherapeutischen Versorgung berührenden wesentlichen Fragen rechtzeitig Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Daneben hat der Ausschuss immer auch wieder von sich aus Ideen und Projekte entwickelt. Der Fachausschuss Psychotherapie ist bereit, auch zukünftig Initiativen zur Sicherung und Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung aufzugreifen. Kliniken versuchen immer mehr auf die psychotherapeutische Versorgung zuzugreifen. Oft unter besseren Bedingungen, als sie den Niedergelassenen zur Verfügung stehen. So etwa bei der Versorgung von Flüchtlingen, denn nur für Kliniken gibt es Hilfe bei der Finanzierung von Dolmetschern. Andererseits fordert die Politik laut dazu auf, dass sich auch die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten an dieser Aufgabe beteiligen mögen. Institutsambulanzen brauchen bei der psychotherapeutischen Behandlung häufig nur Facharztstandard vorzuhalten. Niedergelassene würden sich strafbar machen, wenn sie nicht Facharztstatus haben. Der ambulante Bereich wird extrem benachteiligt! So werden wir zusammen mit dem Vorstand der KVSH diese und andere Entwicklungen beobachten, konstruktiv diskutieren und beraten. Das gilt die nächsten Jahre für viele, heute noch gar nicht zu erahnende Aspekte der Versorgung und Honorierung unserer Leistungen. Dipl.- Psych. Heiko Borchers, Vorsitzender des Beratenden Fachausschusses für Psychotherapie, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut in Kiel

*Anmerkung der Redaktion: Der Vorsitzende des Beratenden Fachausschusses für angestellte Ärzte wird erst Ende April gewählt. Wir werden den Ausschuss und seine Mitglieder daher in der Juni-Ausgabe vorstellen.

Dr. Andreas Bobrowski, Vorsitzender des Beratenden Fachausschusses für die fachärztliche Versorgung, Facharzt für Laboratoriumsmedizin in Lübeck

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PRAXIS  &  KV Verordnungen

Bundeseinheitlicher Medikationsplan Pflicht Am 1. April 2017 endete die Übergangsfrist für den bundeseinheitlichen Medikationsplan. Alle Softwaresysteme müssen nun ein entsprechendes Modul anbieten.

© istock.com/elenaleonova

Wissenswertes zum Medikationsplan Den Einsatz eines bundeseinheitlichen Medikationsplans schreibt der Gesetzgeber vor – zunächst in Papierform – später auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert. Der Plan enthält eine Übersicht über die verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen Arzneimittel eines Patienten. Er soll die Patienten bei der richtigen Einnahme ihrer Medikamente unterstützen. Info-Film im Internet Welche Vorteile hat der bundeseinheitliche Medikationsplan? Wer muss ihn einsetzen? Was muss das Software-Modul können? Wer hilft, wenn die Software die Erwartungen nicht erfüllt? Was das SoftwareModul noch können sollte und an wen sich Ärzte wenden, wenn es Probleme gibt, zeigt der Videobeitrag von KV-on unter www.kv-on.de/html/27287.php. Dr. Stefan Schwenzer von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung erläutert darin unter anderem, in welchen Praxen der bundeseinheitliche Medikationsplan vor allem zum Einsatz kommt und welche Anpassungen geplant sind.

Bei der Software sollten Ärzte demnach vor allem darauf achten, dass diese in der Lage ist, auf die vorhandene Medikationsdokumentation zurückzugreifen. Das heißt, das neue SoftwareModul muss bei Bedarf bereits gespeicherte Verordnungen in den Medikationsplan übernehmen. Außerdem sollte es möglich sein, Freitexte, wie den Behandlungsgrund hinzuzufügen, oder die Reihenfolge der Medikationseinträge zu verändern. Die Anschaffung eines Scanners ist nicht verpflichtend. Mit dem Scanner kann der von einem anderen Arzt erstellte Medikationsplan eingelesen und dann auch ergänzt oder geändert werden. Dies erspart das lästige Abschreiben eines vorhandenen Planes. Ab April ist der Plan Pflicht Seit einem halben Jahr haben Patienten bereits Anspruch auf einen einheitlichen Medikationsplan. Ab April muss jedes Praxisverwaltungssystem dafür den bundeseinheitlichen Medikationsplan bereithalten. Bisher waren auch andere Pläne erlaubt, falls die Verordnungssoftware noch keine entsprechende Funktionen enthielt. Die Erstellung des Medikationsplanes wird über EBM-Ziffern vergütet. Mehr Informationen finden Sie unter: www.kbv.de /html/medikationsplan.php

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KBV/Redaktion

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Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung____________________________________________25 Änderungen von Satzung und Entschädigungsregelungen der KVSH_____________29 Medizinische Infektionspräventionsverordnung in Schleswig Holstein___________29

Aus der Zulassungsabteilung Hinweise: ƒƒBewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Zulassung/Praxisberatung, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg. ƒƒDer Bewerbung sind ein Auszug aus dem Arztregister sowie ein unterschriebener Lebenslauf beizufügen. Ferner ist ein polizeiliches Führungszeugnis der Belegart „O“ (Behördenführungszeugnis) zu beantragen. Bitte verwenden Sie für Ihre Bewerbung das unter www.kvsh.de hinterlegte Formular (Antrag auf Zulassung zur vertragsärztlichen Tätigkeit). ƒƒDie Bewerbung wird nicht durch eine eventuell erfolgte Wartelisteeintragung ersetzt! ƒƒUm Vertragsarztsitze/Vertragspsychotherapeutensitze können sich auch Vertragsärzte/Vertragspsychotherapeuten und Medizinische Versorgungszentren bewerben, um einen anderen Arzt/eine andere Ärztin bzw. mehrere Ärzte/Ärztinnen anzustellen. Der Arzt/die Ärztin/die Ärzte muss bzw. müssen namentlich genannt werden und die oben bezeichneten Unterlagen sind für ihn/sie einzureichen. Bitte verwenden Sie für Ihre Bewerbung das unter www.kvsh.de hinterlegte Formular (Antrag auf Genehmigung zur Beschäftigung eines angestellten Arztes). ƒƒEs besteht die Möglichkeit, dass ein für einen vollen Versorgungsauftrag ausgeschriebener Vertragsarztsitz/Vertragspsychotherapeutensitz von zwei Ärzten/Ärztinnen übernommen wird, die den Sitz übernehmen und ihren Versorgungsauftrag jeweils auf einen halben Versorgungsauftrag beschränken. ƒƒUm die Übernahme von ausgeschriebenen Vertragspsychotherapeutenpraxen können sich Fachärzte für Psychotherapeutische Medizin, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychologische Psychotherapeuten, Kinderund Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Ärzte, die beabsichtigen, ausschließlich psychotherapeutisch tätig zu werden, bewerben.

Öffentliche Ausschreibung von Vertragsarztsitzen gemäß Paragraf 103 Abs. 4 SGB V Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein schreibt auf Antrag von Ärzten/Psychotherapeuten deren Vertragsarztsitz zur Übernahme durch einen Nachfolger aus, sofern es sich bei dem maßgeblichen Planungsbereich um ein für weitere Zulassungen gesperrtes Gebiet handelt. Im Nordlicht erfolgen Ausschreibungen von Praxen, die psychotherapeutisch tätig sind. Ausschreibungen von Ärzten befinden sich im Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt.

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Fachgebiet/Arztgruppe

Planungsbereich

Praxisform Bewerbungsfrist* Ausschreibungsnummer

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreisregion Stadt Flensburg/ Kreis Schleswig-Flensburg

EP

30.04.2017

1185/2017

Psychotherapeuten

Stadt Lübeck

EP

31.05.2017

14480/2016

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Nordfriesland

EP

31.05.2017

94/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreisregion Stadt Neumünster/ EP Kreis Rendsburg-Eckernförde

31.05.2017

137/2017

Psychotherapeuten ausschließlich Kinder und Jugendliche – halbe Zulassung –

Stadt Lübeck

31.05.2017

917/2017

EP

Nordlicht

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Bekanntmachungen und Meldungen

Fachgebiet/Arztgruppe

Planungsbereich

Praxisform Bewerbungsfrist* Ausschreibungsnummer

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Herzogtum Lauenburg

EP

31.05.2017

1657/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Kiel

EP

31.05.2017

1760/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreisregion Stadt Flensburg/ Kreis Schleswig-Flensburg

EP

31.05.2017

1905/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Dithmarschen

EP

31.05.2017

2365/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Kiel

EP

31.05.2017

2371/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Ostholstein

EP

31.05.2017

2384/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Lübeck

EP

31.05.2017

2567/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Kiel

EP

31.05.2017

2748/2017

Psychotherapeuten

Stadt Lübeck

EP

31.05.2017

2818/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Kreis Dithmarschen

EP

31.05.2017

2032/2017

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

Stadt Lübeck

EP

31.05.2017

2753/2017

* Die Bewerbungsfrist ist eine Ausschlussfrist, das heißt es können nur Bewerbungen akzeptiert werden, die innerhalb der Bewerbungsfrist eingehen. Sollte innerhalb der Bewerbungsfrist keine Bewerbung eingehen, so gilt die Ausschreibung maximal für ein weiteres Jahr. Die Bewerbungsfrist ist gewahrt, wenn aus der Bewerbung eindeutig hervorgeht, auf welche Ausschreibung sich die Bewerbung bezieht, für welche Adresse die Zulassung beantragt wird, das beantragte Fachgebiet eindeutig angegeben ist, ein Arztregisterauszug beigefügt wurde und der Antrag unterschrieben ist. Folgende Psychotherapeutensitze waren bereits ausgeschrieben, jedoch hat sich innerhalb der Bewerbungsfrist niemand beworben, sodass Sie sich um diese Sitze weiterhin bewerben können: Fachgebiet/Arztgruppe

Planungsbereich

Praxisform

Ausschreibungsnummer

Psychotherapeuten – halbe Zulassung –

FL/SL-FL

EP

3489/2016

Für nähere Informationen stehen Ihnen unter den Tel.-Nummern 04551 883 378 und 258 unsere Sachbearbeiter zur Verfügung.

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann.

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Name

Fachgruppe/Schwerpunkt

Niederlassungsort

Niederlassungsdatum

Dr. med. Björn Güldenzoph

Innere Medizin, Schwerpunkt Hämatologie und Internistische Onkologie

21465 Reinbek, Hamburger Straße 41

01.04.2017

Dr. med. Heike Fink

Innere Medizin/hausärztlich

23843 Bad Oldesloe, Schützenstraße 55

09.03.2017

Stefan Oliver Beckmann

Innere Medizin/hausärztlich

24943 Handewitt, Wiesharder Markt 13

01.04.2017

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Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de): Name

Fachgruppe

Ort

Prof. Dr. med. Stephan Hellmig

Innere Medizin

Rendsburg

Dr. med. Sabine Schulzeck

Anästhesiologie

Kiel

Dr. med. Dieter Siebrecht

Anästhesiologie

Kiel

Dr. med. Martin Gleim

Anästhesiologie

Kiel

Sozialpädiatrisches Zentrum des Klinikums Itzehoe

Kinder- und Jugendmedizin, Neurologie und Psychiatrie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie

Itzehoe

Dr. med. Holger Zeidler

Innere Medizin

Kiel

Prof. Dr. med. Henning Stolze

Neurologie

Flensburg

Dr. med. Stefan Kuster

Innere Medizin

Ratzeburg

Prof. Dr. med. Felix Braun

Chirurgie

Kiel

Dr. med. Alexander Leins

Chirurgie

Kiel

Priv.-Doz. Dr. med. Hiltrud Muhle

Neuropädiatrie

Kiel

Prof. Dr. med. Monika Brüggemann

Laboratoriumsmedizin

Kiel

Prof. Dr. med. Thomas Schwarz

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Kiel

Prof. Dr. med. Jochen Brasch

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Kiel

Dr. med. Friederike Egberts

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Kiel

Prof. Dr. med. Detlef Zillikens

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Lübeck

Dr. med. Mariella Fleischer

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Lübeck

Henning Bostelmann

Arzt ohne Gebietsbezeichnung

Süsel

Hilde Wolski

Innere Medizin/Nephrologie

Elmshorn

Dr. med. Jochen Brack

Psychiatrie

Geesthacht

Dr. med. Renata Kreibich

Psychiatrie und Psychotherapie

Geesthacht

Herbert Görne

Allgemeinmedizin

Geesthacht

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dr. med. Sonja Brühne – halbe Zulassung –

24119 Kronshagen, Eichkoppelweg 74

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.03.2017

Doris Scharrel – halbe Zulassung –

Dr. med. Ranja Aoukal

25524 Heiligenstedten, Brückenstraße 5

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

14.02.2017

Gudrun Thielsen

Dipl.-Psych. Andrea Gartmann-Skambracks – halbe Zulassung –

23552 Lübeck, Dr.-Julius-Leber-Straße 13

Psychologische Psychotherapie

03.04.2017

Dipl.-Psych. Hanna Ekke – halbe Zulassung –

Dipl.-Psych./Dipl.-Soz. Päd. Dorothee Katz – halbe Zulassung –

23566 Lübeck, Claudiusring 32 a

Psychologische Psychotherapie

01.04.2017

Dipl.-Psych. Ellen Grimm – halbe Zulassung –

Janka Jordt

23558 Lübeck, Moislinger Allee 2 c

Neurologie

01.04.2017

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Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

MVZ Buntenskamp GmbH

21502 Geesthacht, Buntenskamp 5 a

Innere Medizin/ hausärztlich

01.03.2017

Dr. med. Barbara Hogan – halbtags –

Tim Hagemann, Dr. med. Christina Caroline Peschties

23714 Bad Malente, Rosenstraße 44

Allgemeinmedizin

12.01.2017

Olympia Diamanti – ganztags –

Roland Emme

21509 Glinde, Markt 1

Chirurgie

16.02.2017

Dr. med. Matthias Tennie – halbtags –

Dr. med. Uwe Bannert

23795 Bad Segeberg, Oldesloer Straße 9

Psychologische Psychotherapie

01.08.2017

Dipl.-Psych. Dirk Lambert – halbtags – – Sonderbedarf –

FEK Neumünster GmbH

24534 Neumünster, Parkstraße 26

Psychologische Psychotherapie

01.04.2017

Dr. phil. Dipl.-Psych. Neele Lehmann – vierteltags –

Gerhard Leinz

24103 Kiel, Psychologische Wilhelminenstraße 28 Psychotherapie

07.03.2017

Dipl.-Psych. Katharina Brokelmann – vierteltags –

Dr. med. Sabine von Heyer, Dr. med. Christian von Heyer, Dr. med. Henning Rasche

24937 Flensburg, Rathausstraße 1 – 3

Hals-NasenOhrenheilkunde

09.03.2017

Dr. med. Friederike Wohlschläger – halbtags – – Sonderbedarf –

Medizinische Versorgungszentren Klinikum Nordfriesland GmbH – MVZ Tönning

25832 Tönning, Selckstraße 13

Chirurgie

15.03.2017

Dr. med. Klaus Haug – vierteltags – – Sonderbedarf –

MVZ am Prinzesshofpark gGmbH

25524 Itzehoe, Viktoriastraße 8

Chirurgie

09.03.2017

Dr. med. Markus Sack – Erhöhung von halb- auf ganztags – – Sonderbedarf –

Prof. Fricke/Dr. Jahrbeck/ Dr. Süfke

23909 Ratzeburg, Röpersberg 47

Innere Medizin, Schwerpunkt Nephrologie

01.06.2017

Dr. med. Gesche Weber – ganztags – – Sonderbedarf –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Sven Carstensen

Innere Medizin/ hausärztlich

24148 Kiel, Ostring 334

24148 Kiel, Grabastraße 51

20.03.2017

Reza Aghamiri

Innere Medizin/ hausärztlich

24148 Kiel, Ostring 334

24148 Kiel, Grabastraße 51

20.03.2017

Dipl.-Psych. Gabriele Ottemeyer

Psychologische Psychotherapie

23558 Lübeck, Lilienstraße 13 – 15

23570 Lübeck-Travemünde, Kleines Haff 17

13.02.2017

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Bekanntmachungen und Meldungen

Änderungen von Satzung und Entschädigungsregelungen der KVSH Die Abgeordnetenversammlung der KVSH hat in ihrer Sitzung am 23. November 2016 Satzung und Entschädigungsregelungen Teil I und II der KVSH geändert. Die Änderungen wurden mit Genehmigungsvermerk der Aufsichtsbehörde vom 21. Februar 2017 genehmigt und treten am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft. Die Veröffentlichung erfolgt im Internet unter www.kvsh.de  KVSH  Rechtsquellen  Satzung bzw. Entschädigungsregelungen Teil I oder Entschädigungsregelungen Teil II. Im Einzelfall wird der Text der Bekanntmachung auf Anforderung in Papierform zur Verfügung gestellt.

Medizinische Infektionspräventionsverordnung in Schleswig-Holstein Neues Meldeverfahren für ambulant operierende Praxen – Darlegung des OP-Spektrums an die Gesundheitsämter Die vorgesehene Novellierung der Medizinischen Infektionspräventionsverordnung (MedIpVO) betrifft in weiten Teilen den stationären Bereich – eine wesentliche Änderung bringt sie aber auch für ambulant Operierende mit sich. Die MedIpVO regelt im Wesentlichen ƒƒ Strukturelle und personelle Voraussetzungen zur Einhaltung von Maßnahmen der Hygiene für bestimmte medizinische Einrichtungen – im ambulanten Bereich für:  Einrichtungen für ambulantes Operieren  Dialyseeinrichtungen  Tageskliniken ƒƒ Weitergabe infektionsschutzrelevanter Informationen ƒƒ Erfassung und Bewertung von nosokomialen Infektionen und von Erregern mit Resistenzen und Multiresistenzen, Erfassung des Antibiotikaverbrauchs Der jetzt im Paragrafen 2 neu eingefügte Absatz 4 verpflichtet Einrichtungen für ambulantes Operieren zur Information der Gesundheitsämter über Art und Umfang der ambulant durchgeführten Operationen. Jährlich, bis zum 31. März, muss das OPSpektrum für das jeweils zurückliegende Jahr übermittelt werden. Die vorzunehmende Risikobewertung der Einrichtung zur Ausstattung mit Hygienefachpersonal ist davon unberührt: „(4) Zu Zwecken der infektionshygienischen Überwachung haben die Einrichtungen für ambulantes Operieren dem Gesundheitsamt Art und Umfang der Operationen des jeweiligen Vorjahres jährlich bis zum 31. März schriftlich mitzuteilen.“ Diese Informationen dienen den Gesundheitsämtern als Entscheidungsgrundlage bei ihren Aufgaben im Bereich der infektionshygienischen Überwachung. In welcher Form genau die Informationen übermittelt werden sollen (Medium) ist in der MedIpVO nicht definiert – darüber verständigen sich die zuständigen Gesundheitsämter mit den jeweiligen Praxen. Die Änderung der Landesverordnung über die Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen erfolgt aufgrund von Änderungen im Infektionsschutzgesetz (IfSG) und auf Basis von Evaluationsergebnissen, der Berichte der Gesundheitsämter zur infektionshygienischen Überwachung. Es fließen Erkenntnisse des Landes zur Umsetzung der bisherigen Regelungsinhalte und zur Verbesserung der Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen ein. Informationen zur Infektionsprävention des Landes und zur Landesverordnung im Internet unter: www.schleswig-holstein.de/DE/Themen/I/infektionsschutz.html  Infektions- und Krankenhaushygiene  Landesverordnung über die Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen

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PRAXIS  &  KV N e u e s a u s K v e n u n d K BV

KV Hessen stellt neues Förderpaket vor

Zustimmung für telemedizinisches Modellprojekt

Frankfurt a. M. – Um dem Ärztemangel entgegenzuwirken, Mediziner für eine Niederlassung zu interessieren und diese zu fördern, hat die Vertreterversammlung der KV Hessen ein neues Förderpaket verabschiedet. Unter dem Motto „In die Praxis, fördern, los!“ bietet die KV ab sofort zahlreiche Förderungen an. Sie variieren für „Berufseinsteiger“ von finanziellen Anreizen für Hospitationen in Arztpraxen über Boni bei der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner bis hin zu einer spürbaren Finanzspritze bei einer Niederlassung. Die KV Hessen übernimmt außerdem Umzugskosten und eine vorübergehende Kinderbetreuung. Dazu sieht das Förderpaket eine Honorarumsatzgarantie für zwei Quartale vor. Die KV Hessen, die Verbände der Krankenkassen und die Ersatzkassen in Hessen erhöhen damit zum Beispiel die Fördergelder in der Ansiedlungsförderung für Vertragsärzte. Die Fördersummen betragen 60.000 Euro (Einmalzahlung) bzw. 66.000 Euro (Zahlung in fünf Jahrestranchen à 13.200 Euro). Der Gesamtetat für die Förderung beträgt zwei Millionen Euro jährlich.

Stuttgart – Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) hat grünes Licht für ein telemedizinisches Modellprojekt der KVBW gegeben. Angekoppelt an das KVBW-Patiententelefon MedCall soll in den nächsten zwei Jahren für die Patienten zweier Modellregionen eine Plattform zur digitalen Patientenkommunikation eingerichtet werden. Per Telefon und Video können die Patienten sich von einem Arzt beraten lassen. Dr. Norbert Metke, Vorstandsvorsitzender der KVBW, ist sehr zufrieden mit dieser Entscheidung. In seiner Rede forderte er die Delegierten auf, endlich auf den Zug aufzuspringen: „Wir müssen liefern, dann folgt auch Erfolg und Geld für unsere Leistung.“ Auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVBW, Dr. Johannes Fechner, betonte die Dringlichkeit des Themas: „Wir erarbeiten nun ein Konzept auf der Basis unseres schon bestehenden Patiententelefons MedCall. Dort sollen Patienten anrufen können, die sich krank fühlen und beispielsweise keinen Hausarzt haben. Nach der ärztlichen Beratung per Telefon und Video kann der Patient dann entscheiden, ob ihm bereits ausreichend geholfen wurde oder, ob er doch noch persönlich einen Arzt aufsuchen muss. Wir wollen damit erreichen, dass nicht mehr so viele Patienten in die Krankenhausambulanzen gehen, die dort gar nicht hingehören.“

Keine ambulanten Mittel für Vertreterversammlung fordert unzeitgemäße Kliniklandschaft Beteiligung der Ärzteschaft Düsseldorf – Jüngste Äußerungen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zur „ambulanten Öffnung“ kleiner Krankenhäuser stoßen bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein auf Widerspruch. Das BMG will Kliniken mit weniger als 150 Betten umfassend in die vertragsärztliche Versorgung einbeziehen – und dies unabhängig von der örtlichen ambulanten Versorgungssituation. So äußerte sich jüngst Ulrich Orlowski, der im BMG für die Gesetzliche Krankenversicherung zuständige Abteilungsleiter. „Gerade aus einer sektorenübergreifenden Perspektive ist dies der falsche Ansatz“, sagt Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. „Offenkundig lässt sich das BMG vor allem von der Sorge um die wirtschaftliche Zukunft kleiner Häuser leiten. Es ist aber nicht Aufgabe der Vertragsärzte, finanziell nicht wirtschaftliche Kliniken durch das Umverteilen vertragsärztlicher Honorare am Leben zu erhalten.“ Vielmehr, so Bergmann, legt der Vorstoß schonungslos die Versäumnisse der Politik offen, nicht längst flächendeckend eine bedarfsgerechte und dabei wirtschaftlich tragfähige Kliniklandschaft etabliert zu haben.

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Hannover – Die Delegierten der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) haben eine Beteiligung der Ärzteschaft bei der Durchführung von Modellvorhaben zur Einführung von Blankorezepten bei der Heilmittelverordnung gefordert. Ein entsprechendes Gesetz werde in Kürze in Kraft treten. Nach den Plänen sollen in jedem Bundesland zwischen den Verbänden der Krankenkassen und der Heilmittelerbringer Modellvorhaben zur Blankoverordnung vereinbart werden. Die Ärzteschaft habe kein Mitspracherecht. Die Delegierten lehnen die Modellvorhaben in der bisher geplanten Form deshalb ab. In dem Gesetzentwurf sei die Ausgestaltung der Modellversuche durch die Kostenträger unter Ausschluss der ärztlichen Selbstverwaltung völlig inakzeptabel geregelt. „Eine fatale Kosten- und Mengenausweitung ist ebenso zu erwarten wie eine qualitative Verschlechterung der Patientenversorgung“, so der Antragswortlaut.

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PRAXIS  &  KV P s y cho t h e r a p i e

Veranstaltungshinweis und Neuwahl

Veranstaltungshinweis: Psychotherapie in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte haben in vielen Lebensbereichen unserer Gesellschaft zu Veränderungen geführt. Die junge Generation wächst in einer Lebenswelt auf, die unter anderem geprägt ist von einem veränderten Rollenverständnis, von Berufstätigkeit beider Eltern und neuen Medien. Hinzu kommen ständige Erreichbarkeit und Zeitknappheit – Phänomene, die durchaus auch schon junge Menschen belasten. Aber auch zunehmende Armut in manchen Bevölkerungsschichten Deutschlands trifft Kinder und Jugendliche ebenso. Psychische Erkrankungen beginnen nicht selten schon im Kindes- und Jugendalter und können bis ins hohe Alter weiterbestehen. Das frühzeitige Erkennen und Behandeln ist immens wichtig für eine adäquate Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Psychische Erkrankungen sind oft mit Beeinträchtigungen im familiären, schulischen und sozialen Umfeld der Kinder und Jugendlichen verbunden. In Anbetracht von Ganztagsschulen und oft hohen zeitlichen Alltagsanforderungen soll

auf einer Veranstaltung am 22. Juni 2017 in Berlin die Frage gestellt und diskutiert werden, wieweit unsere derzeitigen Behandlungskonzepte dafür überhaupt ausreichend sind. Mit dem Symposium will sich die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung sich gezielt mit diesen Besonderheiten der psychotherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen in ihrer Lebenswelt auseinandersetzen und die zentralen Erfordernisse für diesen Versorgungsbereich herausarbeiten. Im Anschluss an die Fachvorträge wird dann die Frage „Passt die psychotherapeutische Versorgung zur heutigen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen?“ in einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Gesundheitspolitik und Gesundheitswesen diskutiert. Unter www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/veranstaltungen/symposium/ sind das detaillierte Programm und eine Anmeldemöglichkeit zu finden.

Fachausschuss Psychotherapie der KBV neu gewählt Anfang März wurden auf der konstituierenden Sitzung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nicht nur die Vorsitzenden der Vertreterversammlung und ein neuer Vorstand gewählt. Auch wurden die Mitglieder und ihre Stellvertreter der beratenden Fachausschüsse der KBV bestellt. Der beratende Fachausschuss Psychotherapeutische Versorgung der KBV besteht zukünftig aus den Mitgliedern: Gebhard Henschel, Michael Ruh, Karen Franz, Sabine Schäfer, Ulrike Böker, Uwe Keller, Dr. Christa Roth-Sackenheim, Dr. Irmgard Pfaffinger, Dr. Elisabeth Störmann-Gede, Dr. Wolfgang Engelhardt, Dr. Reinhard Martens, und Dr. Gabriele FriedrichMeyer. Zu stellvertretenden Mitgliedern wurden Dr. Enno Maß, Heiko Borchers, Dr. Inez Freund-Braier, Anne Springer, Tilo Silwedel, Michaela Willhauck-Fojkar, Dr. Christian Vogel, Dr. Norbert Hartkamp, Dr. Erika Goetz-Erdmann, Dr. Hildegund Berneburg, Dr. Christof Sturm und Ingrid Möslein-Teisig gewählt.

scheidungen einzubeziehen. Schon die Vergangenheit zeigte, dass regelmäßig eine Fülle von Aufgaben auf den Ausschuss zukommen. In vielen Fällen ist die KBV Verhandlungspartner gegenüber dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) und hierbei werden weitreichende Entscheidungen zur ambulanten psychotherapeutischen Versorgung getroffen. Die jüngste Reform der Psychotherapie-Richtlinie, die Neugestaltung der PsychotherapieVereinbarung, die Ausweitung der Terminservicestellen auf die Psychotherapeuten und die Erweiterung der Befugnisse für Psychotherapeuten sind nur einige Beispiele dafür. Aber auch Projekte der KBV-Vertragswerkstatt oder die Reform des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes über Inhalt und Wert berechnungsfähiger psychotherapeutischer Leistungen werden hier mit dem Vorstand und Mitarbeitern der KBV beraten und diskutiert. So bleiben auch die nächsten sechs Jahre für den Ausschuss vielfältig und arbeitsintensiv.

Dem Ausschuss ist vor Entscheidungen der KBV in den die Sicherstellung der psychotherapeutischen Versorgung berührenden wesentlichen Fragen rechtzeitig Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Seine Stellungnahmen sind in die Ent-

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Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel 4 | 2017


die menschen im land Vo r O r t

Bundesverdienstkreuz für Johanniter-Landesarzt

© Frank Peter.

Dr. Norbert Lins hat das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen bekommen. Der Orthopäde aus Barkelsby (Kreis RendsburgEckernförde) engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich bei der Johanniter-UnfallHilfe.

Dr. Norbert Lins und Staatssekretär Thomas Losse-Müller

Der Chef der Staatskanzlei Thomas Losse-Müller überreichte bei der feierlichen Verleihung im Kieler Landeshaus das Bundesverdienstkreuz, die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland, an Dr. Norbert Lins. Der 58-jährige Barkelsbyer, Ehrenritter des Johanniterordens und Mitglied der Landesleitung im Johanniter-Landesverband Nord, ist seit 1991 als Landesarzt für die Hilfsorganisation tätig. In dieser ehrenamtlichen Funktion berät er deren Landesvorstand in allen medizinischen Belangen, überwacht die Aus- und Fortbildung in der Notfallmedizin und ist für den medizinischen Standard im Verband mitverantwortlich. 2016 leitete er außerdem zum 13. Mal den alle zwei Jahre stattfindenden Landeswettkampf der Johanniter, einen „Erste-HilfeWettkampf“ der Helfer vom Grundschulalter bis zu den erwachsenen Profirettern. Die frühe Ausbildung junger Menschen in Erster Hilfe ist Lins ein besonderes Anliegen. An der Jungmannschule in Eckernförde hat er deshalb einen Schulsanitätsdienst gegründet. 32

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Außerdem ist er ärztlicher Betreuer beim Eckernförder Sportverein, Präsident des Eckernförder Tennisclubs „78“ und 1. Vorsitzender des Fördervereins des Holsteinischen Kammerorchesters – Junge Sinfonie Schleswig-Holstein. Notfallmediziner aus Leidenschaft Lins ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und ist seit Januar 2000 als Orthopäde in Eckernförde niedergelassen. Sein ehrenamtliches Engagement bei der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. startete der gebürtige Kieler bereits 1980, als er der Hilfsorganisation beitrat und in der Landeshauptstadt zunächst als Erste-HilfeAusbilder und Rettungssanitäter tätig war. Zunächst engagierte er sich vor allem in der Ausbildung von Schwesternhelferinnen und an der Rettungsdienstschule. Während des Medizinstudiums in Köln und als Arzt im Praktikum in Kiel fuhr Lins im Rettungswagen der Johanniter. „Ich war immer gern rettungsärztlich tätig ak t u e l l

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die menschen im land

Dr. Norbert Lins beim „Bundeswettkampf Erste Hilfe“ in Wiesbaden

Einsatz auf der Rettungswache in Kiel/Ellerbek (1989)

Bei der Schulsanitätsdienstausbildung in der Jungmannschule Eckernförde (2008)

und bin tausende von Kilometern gefahren. Der Gedanke daran, was dich am Einsatzort erwarten könnte, fährt natürlich immer mit. Es ist aber eine tolle Sache und Adrenalin pur, wenn du mit Blaulicht durch den Krohnstiegtunnel fährst, um so schnell wie möglich eine Niere nach Hamburg zu bringen.“ Nach der Approbation wurde Lins 1991 Landesarzt des damaligen Landesverbands Schleswig-Holstein der Johanniter, 1994 als Landesarzt in die Leitung des Landesverbands Schleswig-Holstein/MecklenburgVorpommern und 1995 dann in den neu gegründeten Landesverband Nord berufen. Nach der Wiedervereinigung war der Orthopäde maßgeblich am Aufbau der Johanniter-Verbände in MecklenburgVorpommern beteiligt, unter anderem beim Einsatz neuer Notärzte und bei der Inbetriebnahme des Intensivtransporthubschraubers 1993 in Rostock, der bis heute dort im Einsatz ist.

starken Engagement Einzelner. Norbert Lins widmet sich seinem Ehrenamt mit großem persönlichen Arbeits- und Zeiteinsatz und stellt dabei seine eigenen Interessen zurück“, so von Puttkamer bei der Verleihung. Das Bundesverdienstkreuz werde er nicht in der Öffentlichkeit tragen, erklärt Lins, das sei nicht üblich. „Doch es gibt neben einer Urkunde noch eine Anstecknadel. Die kommt jetzt immer ans Revers meines guten Anzugs oder an meine Johanniter-Uniform.“ Die Auszeichnung erhalten zu haben, erfüllt den überzeugten Ehrenamtler mit Stolz, zumal sie trotz einiger Andeutungen in seinem Umfeld am Ende völlig überraschend kam. „Die Verleihung ist nicht nur eine Wertschätzung meiner eigenen Arbeit, sondern eine Anerkennung der Arbeit vieler Helfer und Wegbegleiter, ohne die ich in den vergangenen Jahrzehnten nicht so viel hätte bewegen können. Mein Dank gilt auch allen Johanniter-Landesvorständen, mit denen ich im Laufe der Jahre zusammengearbeitet habe. Ohne ihre Rückendeckung und Offenheit hätte ich die Position des Landesarzt niemals so lange ausüben können“, so Lins.

Überzeugter Ehrenamtler Die Mitglieder des Landesvorstands der Johanniter Nord, Hubertus von Puttkamer und Sandra Zitzer, hatten Lins für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen. „Unsere Hilfsorganisation lebt vom 4 | 2017

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Jakob Wilder, KVSH ak t u e l l

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Birte Eichler Geburtsdatum: 15.07.1980 Geburtsort: Bad Segeberg Familie: verheiratet, zwei Kinder (sechs und zehn Jahre alt) Fachrichtung: Frauenheilkunde und Geburtshilfe Sitz der Praxis: Kappeln Niederlassungsform: Gemeinschaftspraxis Neu niedergelassen seit dem 1. Januar 2016

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Erstens, weil ich mehr Zeit für meine Familie habe und zweitens, weil es wirtschaftlich sinnvoll ist. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Dass ich die Frauen in ihren ganz verschiedenen Lebenssituationen begleiten kann. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Dass sie sich ein dickes Fell zulegen sollen. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Angela Merkel und wie sie das bloß aushält. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Sich draußen austoben und dann ab in die Sauna! 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? Harry Mulisch: „Die Entdeckung des Himmels“ oder – ganz anders: „Codex Alera“ von Jim Butcher – super spannend! 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Privat mag ich das Landleben und im Berufsleben schätze ich den persönlichen Kontakt und die geringe Konkurrenz unter den Kollegen. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … Bademeisterin. Das hat mir damals vor dem Abitur zumindest die Dame von der Berufsberatung im Arbeitsamt vorgeschlagen.

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Service © istock.com/RedlineVector

Team Beratung Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Verordnungen von Kopf bis Fuß FreeStyle Libre Die Blutzuckerkontrolle mit den FreeStyle Libre entspricht nicht der kontinuierlichen interstitiellen Blutzuckermessung mittels Real-Time-Messgeräten (rtCGM). Die FreeStyle Libre Sensoren unterliegen nicht der Leistungspflicht der GKV. Strovac® Das Präparat Strovac® ist zwar als Impfstoff zugelassen, jedoch wird dieser nicht von der STIKO empfohlen und kann somit nicht zulasten der Krankenkassen verordnet werden. Fußpflege Die podologische Therapie ist ausschließlich beim diabetischen Fußsyndrom mit Neuropathie und/oder Angiopathie im Stadium Wagner 0 zulasten der Krankenkassen zu verordnen. Andere Indikationen können nicht zulasten der Krankenkassen behandelt werden. Es können die Nagelbearbeitung, die Hornhautabtragung oder die Komplexbehandlung verordnet werden. Sollte nur ein pathologisches Nagelwachstum vorliegen, darf der Podologe keine Komplexbehandlung verlangen. Das gilt auch für die alleinige Hornhautabtragung.

Hämorrhoidenmittel Hämorrhoidenmittel in fixer Kombination mit anderen Wirkstoffen (z. B. Cinchocain) zur lokalen Anwendung sind von der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen. Antihistaminika Die Verordnung von rezeptpflichtigen Antihistaminika zulasten der Krankenkassen kann nur in begründeten Ausnahmefällen erfolgen, da es rezeptfreie Alternativen gibt, die zulasten des Patienten verordnet werden können. Insbesondere die Verordnung von Aerius® und Xusal® wird regelmäßig durch die Krankenkassen hinterfragt. Es handelt sich hier um die Wirkstoffe Desloratadin und Levocetirizin, die eine Weiterentwicklung der frei verkäuflichen Substanzen Loratadin und Cetirizin sind. Medikationsplan Der Medikationsplan muss ab dem 1. April 2017 in dem bundeseinheitlich gültigen Format erstellt werden, sofern ein Patient, der mindestens drei systemisch wirkende Medikamente bekommt, dies wünscht. Weitere Informationen auf Seite 24. Thomas Frohberg, KVSH

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard 4 | 2017

04551 883 362 Nordlicht

anna-sofie.reinhard@kvsh.de ak t u e l l

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SERVICE

Sie fragen wir antworten

Service-team Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Fragen und Antworten Gibt es eine zeitliche Vorgabe, bis wann DMPDokumentationen zur KV bzw. zur Datenstelle übermittelt werden müssen?

Kann das Verweilen außerhalb der Praxis nach der GOP 01440 EBM von einem Hausarzt abgerechnet werden?

Die Dokumentationen müssen zehn Tage nach Ablauf des Dokumentationszeitraumes an die Datenstelle übermittelt werden. Danach besteht noch 42 Tage die Möglichkeit, Korrekturen auf die Fehlermeldungen der Datenstelle vorzunehmen. Wir empfehlen Ihnen jedoch, dass Sie die DMPDokumentationen nach ein oder zwei Wochen regelmäßig an die Datenstelle elektronisch senden, damit Sie mögliche Korrekturen noch im selben Quartal erledigen können und die Korrekturen für Sie überschaubar bleiben.

Das Verweilen außerhalb der Praxis ist in der Versichertenpauschale enthalten und kann somit nicht gesondert berechnet werden.

Welche Gebührenordnungsposition kann für die Verordnung der medizinischen Rehabilitation (Muster 61 a-d) abgerechnet werden? Ist diese Leistung genehmigungspflichtig?

Die GOP 04354 EBM kann nur von Fachärzten für Kinderund Jugendmedizin berechnet werden.

Kann eine hausärztliche Praxis (nicht kinderärztlich) im Zusammenhang mit den Kinderfrüherkennungsuntersuchungen bei pathologischem Ergebnis die GOP 04354 EBM abrechnen?

Für die Verordnung der medizinischen Rehabilitation über das Muster 61 kann die GOP 01611 EBM abgerechnet werden. Die Leistung ist seit dem 1. April 2016 nicht mehr genehmigungspflichtig. Verordnende Ärzte sollen jedoch gemäß Paragraf 11 der Rehabilitationsrichtlinien weiterhin besonders qualifiziert sein.

Wie lange können Vorquartalsfälle zur Abrechnung eingereicht werden? Der Anspruch auf nachträgliche Abrechnung besteht längstens bis zu einem Jahr nach dem dafür maßgeblichen Abgabetermin. Später eingereichte Honorarforderungen sind verwirkt.

Service-Team Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr

Wichtig: Nur komplette Fälle können nachträglich eingereicht werden. Einzelne Gebührenordnungspositionen können in späteren Quartalen nicht berücksichtigt werden.

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Aufnahme und Bildung des Vitamins D3 Aus der Nahrung deckt man meist nur 5 bis 20 Prozent des Vitamin-D3-Bedarfes. Den wesentlichen Teil bildet der Körper durch UV-B-Bestrahlung (Sonnenlicht). Im Sommer ist die Belichtung von relativ kleinen Hautarealen für kurze Zeit ausreichend, um den täglichen Bedarf an Vitamin D3 zu decken (Insolation von Gesicht, Armen und Händen für 15 Minuten reichen vom Frühjahr bis zum Herbst meistens aus). Im Winter ist der Bedarf nördlich des 51. Breitengrades (also ungefähr einer Linie von Frankfurt nach Leipzig) durch Lichtexposition alleine nicht ausreichend zu decken. Weitere Faktoren für eine reduzierte Produktion von D3 in der Haut können Bewölkung, Smog, Hautfarbe oder religiös bedingte Verschleierung der Haut sein. Solariumsbesuche schaffen keine Abhilfe, da dort meist mit UV-A gearbeitet wird. Eine Vitamin-D3-Produktion erfolgt jedoch nur bei Exposition gegenüber UV-B. Unter optimalen Bedingungen kann die Haut eines jungen erwachsenen Menschen 10.000 bis 20.000 IE Vitamin D täglich bilden. In der Nahrung sind deutlich geringere Gehalte vorhanden – hier eine modifizierte Tabelle der Spiegel pro 100 Gramm Nahrungsmittel (modifiziert nach Wikipedia): Nahrungsmittel

IE Vitamin D3 (pro 100 g Nahrungsmittel)

Lebertran

6.800 IE bis 152.000 IE

Fische

440 bis 1.080 IE

Fleisch

68 bis 152 IE

Gemüse

76 bis 137 IE

Milchprodukte, Käse

40 bis 80 IE

Muttermilch

0,4–4,8 IE

Hieraus zeigt sich, dass der Aufenthalt „an der frischen Luft“, also auch bei indirekter UV-B-Bestrahlung an Tagen mit mäßiger Bewölkung, mehr Effekt hat als die Zufuhr des Vitamins D3 über die Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel.

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Der Begriff Vitamin D umfasst eine Gruppe fettlöslicher Vitamine. Der physiologisch wichtigste Vertreter Cholecalciferol (= Vitamin D3) kann im Körper auch mit Hilfe von UV-B-Strahlung in der Haut gebildet werden. Daher ist der historische Begriff „Vitamin“ nicht völlig zutreffend, weil die Bezeichnung „Vitamin“ bedeutet, dass diese Substanz nicht vom Körper selbst hergestellt werden kann und demzufolge von außen zugeführt werden muss. Vitamin D3 hat die Funktion eines Prohormons und wird im Körper zu Calcitriol umgewandelt. Vitamin D spielt bei der Regulierung des Calcium-Spiegels im Blut und beim Knochenaufbau eine wesentliche Rolle. Ein Vitamin-D-Mangel führt mittelfristig bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie.

Vitamin-D-Bestimmung Die Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels im Blutserum kann nur über die Vitamin-D-Aufnahme mit der Nahrung bzw. die Eigensynthese in der Haut während der letzten Tage Auskunft geben. Für eine Untersuchung des längerfristigen Vitamin-D-Status ist die Bestimmung des 25(OH)Vitamin-D3-Spiegels im Blut, in das Vitamin D3 in der Leber rasch umgewandelt wird, sinnvoller. Die Halbwertszeit des 25(OH)Vitamin-D3 in der Blutzirkulation beträgt je nach Vitamin-D-Gesamtstatus ein bis zwei Monate. Bis sich nach einer Änderung der täglichen Vitamin-D-Zufuhr ein neues Fließgleichgewicht mit einem dann wieder stabilen Serumwert einstellt, vergehen bis zu vier Monate (nach Wikipedia). In den USA und in Europa ist es in den letzten Jahren zu einer massiven Zunahme von Tests auf Vitamin D gekommen. So haben sich auch in Deutschland die Untersuchungen zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherungen allein zwischen 2009 und 2011 nahezu verdoppelt. Die damit verbundenen Kosten stiegen von 11 Millionen Euro auf über 21 Millionen Euro pro Jahr. Hintergrund dürfte die derzeitige Karriere von Vitamin D als Wundermittel gegen eine breite Palette von Krankheiten sein. Ein Nutzen außerhalb der klassischen Indikationen bei Erkrankungen des Skelettsystems ist aber nach wie vor nicht belegt. ak t u e l l

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Labordiagnostik in der Praxis

Vitamin D – das Wundermittel gegen alle Krankheiten?

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SERVICE Normbereiche Es bestehen beträchtliche Unsicherheiten und eine fachliche Uneinigkeit im Hinblick auf die Definition eines Vitamin-D-Mangels. In konservativen Leitlinien wird als Schwelle für einen Vitamin-DMangel ein 25-OH-Vitamin-D-Spiegel von 25 nmol/l definiert. Bei Werten darunter steigt die Gefahr von Rachitis oder Osteomalazie, die aber auch dann nicht zwangsläufig auftreten müssen. Somit gelten Konzentrationen unter 25 nmol/l auch in konservativen Leitlinien als substitutionsbedürftiger Mangel. In Laboren wird allerdings vielfach als unterer Referenzwert für 25-OH-Vitamin-D bereits ein Spiegel von 50 nmol/l angegeben. Ob das Heraufsetzen der Schwelle für einen Vitamin-D-Mangel auf Werte oberhalb von 25 nmol/l einen klinischen Nutzen hat, ist jedoch nicht gesichert. Als Risikogruppen für einen Vitamin-D-Mangel werden in verschiedenen aktuellen offiziellen Stellungnahmen (neben den Kindern in den ersten Lebensjahren) in erster Linie genannt: ƒƒ g  ebrechliche und in ihrer Mobilität eingeschränkte, an das Haus gebundene Menschen, insbesondere in Pflegeheimen, ƒƒ Menschen, die aus medizinischen (z. B. Hautkrebs) oder kulturellen Gründen (Vollverschleierung) Sonnenlicht vollständig meiden und ƒƒ Menschen mit sehr dunkler Hautfarbe. Als weitere Umstände für ein möglicherweise erhöhtes Risiko eines Vitamin-D-Mangels werden Malabsorptionssyndrome, Einnahme von mit Vitamin D interagierenden Arzneimitteln, wie Phenytoin (PHENHYDAN®, Generika), Schwangerschaft und Stillzeit oder Übergewicht angeführt (nach Arzneitelegramm®, 2012). Kosten der Bestimmung Die quantitative Bestimmung des 25-Hydroxy-Cholecalciferol (Vitamin D) kostet 18,40 Euro. Die aktive Form (Vitamin D3 = 1,25 Dihydroxy-Cholecalciferol) wird ebenfalls quantitativ bestimmt und kostet 33,80 Euro (beide Kostensätze nach EBM, nach GOÄ deutlich teurer). Wichtig ist, dass die Bestimmung dieser Werte nicht sinnvoll ist, wenn Patienten schon Vitamin D substituieren. Die aktive Form spielt vor allem eine Rolle bei niereninsuffizienten Patienten zur Abklärung von Hypercalciämien. Sonst ist die Bestimmung dieses Parameters nicht indiziert. Das muss das Labor aber auch zu wissen gekommen. Wenn Sie also auf die Überweisung „Bestimmung Vitamin-D-Spiegel“ schreiben, kann sich das Labor aussuchen, welchen Wert sie bestimmen wollen. Wenn Sie es nicht spezifiziert haben, wird also beides gemacht (52,20 Euro). Es liegt also wieder einmal in Ihrer Hand, ob überhaupt, und wenn ja, was genau untersucht wird. Dadurch ergeben sich Kosten, die in diesem Falle zwar von den Krankenkassen erstattet werden müssen, aber über den Vorwegabzug der Laborkosten die Honorarmenge sowohl der Hausärzte als auch der Gebietsärzte mindern. An dieser Tatsache ändert sich auch nichts, wenn Sie eine „Befreiungsziffer“ (z. B. bei Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz oder Epilepsie) ansetzen. Natürlich betrifft es in diesem Fall nicht mehr Ihr persönliches Laborbud-

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get, aber schmälert das für die ärztliche Versorgung vorhandene Gesamtbudget. Falls Sie diese Leistung als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) erbringen lassen, fallen deutlich höhere Kosten (diesmal für den Patienten) nach der GOÄ an: Vitamin D (25-Hydroxy-Vitamin D) kostet 32,18 Euro, Vitamin D3 (1,25 Dihydroxy-Cholecalciferol) kostet 50,28 Euro. Wenn Sie auch hier in der Anforderung nicht spezifizieren, welche Untersuchung gemacht werden soll, werden dem Patienten bei der Bestimmung beider Parameter vom Labor 82,46 Euro an Kosten in Rechnung gestellt. Wie soll man also vorgehen? „Choosing Wisely“ rät von Vitamin-D-Screening-Untersuchungen ohne konkreten medizinischen Anlass ab. Eine Untersuchung bei sonst körperlich gesunden Menschen auf Vitamin D ist nach deren Meinung kontraindiziert. Bei Patienten mit Osteoporose und anderen Erkrankungen (wie z. B. Zoeliakie, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Erkrankungen von Leber, Nieren oder Pancreas) kann es indiziert sein, den Vitamin-D3-Spiegel gelegentlich zu kontrollieren. Nicht sinnvoll ist es, die VitaminSpiegel während der Substitution mit Vitamin D zu messen – es gibt auch Interaktionen mit anderen Substanzen (z. B. Biotin®). Somit kann man als „Segelanweisung“ hinsichtlich der Analyse und der Substitution des Vitamin D folgendes Vorgehen empfehlen: ƒƒ Von einem Screening auf Vitamin D bei gesunden Menschen ohne Hinweis oder Risikofaktoren für einen VitaminD-Mangel ist abzuraten. ƒƒ Tests auf Vitamin D haben andererseits eine klare Indikation zur Abklärung eines bestehenden Verdachts auf einen Mangelzustand, zum Beispiel bei klinischen Symptomen oder Befunden wie unerklärte niedrige Kalzium- oder Phosphatspiegel. ƒƒ Bei Risikogruppen für einen Vitamin-D-Mangel sollte individuell und insbesondere unter Einschätzung der Sonnenexposition entschieden werden, ob ohne Test substituiert wird oder nicht. ƒƒ Zu diesen Risikogruppen gehören in erster Linie gebrechliche und in ihrer Mobilität eingeschränkte, an das Haus gebundene Menschen, insbesondere in Pflegeheimen, sowie Menschen, die aus medizinischen (z. B. Hautkrebs) oder kulturellen Gründen (Vollverschleierung) Sonnenlicht vollständig meiden. ƒƒ Bei Kindern in den ersten 12 bis 18 Lebensmonaten ist eine routinemäßige Supplementierung von Vitamin D (unter anderem VIGANTOLETTEN) seit langem Standard. Prof. Dr. Jens-Martin Träder, Facharzt für Allgemeinmedizin, Lübeck

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Service

Veranstaltungen KVSH

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

13. Mai 2017, 9.00 bis 16.30 Uhr

3. Tag der Allgemeinmedizin Schleswig-Holstein

3. Mai 2017, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe

Ort: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Olshausenstraße 75, 24118 Kiel, Info: Anmeldung bis zum 5. Mai 2017, zehn Fortbildungspunkte. Sekretariat Birgit Blunck, Tel. 0431 500 30101, office@allgemeinmedizin.uni-kiel.de oder Julia Hansmann-Wiest, Wissenschaftliche Mitarbeiterin 0431 500 30107, jhw@allgemeinmedizin.uni-kiel.de www.allgemeinmedizin.uni-kiel.de

31. Mai 2017, 18.00 bis 22.20 Uhr

Lübecker Rhythmus-Symposium

Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Ort: MediaDocks Lübeck, Willy-Brandt-Allee 31, 23554 Lübeck Info: Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 24. Mai 2017 erbeten. Sekretariat: Lisa Schmütz, Tel. 0451 500 44501, Fax 0451 500 44504, Drei Fortbildungspunkte wurden bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein beantragt. E-Mail: Lisa.Schmuetz@uksh.d www.uksh.de

26. April 2017, 14.00 bis 17.00 Uhr

7. Juni 2017, 13.30 bis 15.00 Uhr

Infomarkt der KVSH

Sucht und psychotische Störung

Ort: Abgeordnetensaal der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Info: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. www.kvsh.de

Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9–15, 23562 Lübeck Info: Referent: Dr. Markus Weber, Chefarzt E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

KVSH-Kreisstellen

16. Juni 2017, 20.00 Uhr

Präimplantationsdiagnostik (PID) Ort: Globetrotter Lodge, Am Aschberg 3, 24358 Ascheffel Info: Referent: Prof. Dr. Griesinger (gemeinsame Veranstaltung mit dem Ärzteverein Eckernförde) E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

26. April 2017, 18.00 Uhr

11. Kolloquium Klinische Neurowissenschaften Ort: Hotel Wasserleben, Wassersleben 4, 24955 Harrislee Info: Tel. 0461 42939, Fax 0461 46891 E-Mail: Kreisstelle.Flensburg@kvsh.de

17. Juni 2017, 9.00 bis 17.00 Uhr

Schleswig-Holstein

Infotag für Existenzgründer und Praxisabgeber Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Ansprechpartner ist die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Seminar-Nr.: 0617-20 E-Mail: seminare@apobank.de

10. Mai 2017, 13.30 bis 15.00 Uhr

Integrative Behandlung bei Sucht und Depression Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9–15, 23562 Lübeck Info: Referentin: Nina Paulsen, Leitende Psychologin E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

28. Juni 2017, 14.30 bis 18.00 Uhr

Psychobiologische Aspekte von Partnerschaft und Paarinteraktion

11. Mai 2017, 20.00 Uhr

Ort: Hotel Mercure, Hanseatenplatz 2, 25524 Itzehoe Info: Referent: Prof. Dr. Beate Ditzen und Dr. Corinna Aquilar-Raab, Veranstalter ist Forum Psychotherapie Steinburg e. V. Akkreditierung: PKSH 4 Punkte (beantragt) www.psychotherapie-steinburg.de/Fortbildungsplanung.html

Update Impfungen Ort: ConventGarten, Hindenburgstraße 38, 24768 Rendsburg Info: Referent: Dr. U. Lippert E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

5. Juli 2017, 13.30 bis 15.00 Uhr

13. Mai 2017, 8.00 bis 16.30 Uhr

Tag der Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein Ort: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Ohlshausenstraße 75, 24118 Kiel Info: Fortbildung für das gesamte Praxisteam: Hausärzte, MFA und Ärzte in Weiterbildung, Tel. 0431 500 30101, Fax 0431 500 30104 E-Mail: office@allgemeinmedizin.uni-kiel.de www.allgemeinmedizin.uni-kiel.de 4 | 2017

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Der Wein ist von Gott, doch der Trinker ist des Teufels: Kleine Kulturgeschichte des Alkohols Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9–15, 23562 Lübeck Info: Referent: Dr. Kai Wendt, Oberarzt E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck ak t u e l l

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Service ko n t a k t

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������� 458 Alice Lahmann���������������������������������������������������������������������������������� 360 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328

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Nordlicht

Delegations-Vereinbarung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesund schwanger Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 ak t u e l l

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Service ko n t a k t Hörgeräteversorgung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Doreen Dammeyer ������������������������������������������������������������������������� 578 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 578 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Michelle Teegen������������������������������������������������������������������������������� 596 Frederich Schroeder�������������������������������������������������������������������������� 427 Maximilian Mews����������������������������������������������������������������������������� 462 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 PET/PET-CT Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 4 | 2017

Nordlicht

Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Qualitätsmanagement Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 578 Röntgen (Qualitätssicherung nach SGB) Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Theresa Gerdts���������������������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Tanja Steinberg�������������������������������������������������������������������������������� 315 Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 ak t u e l l

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Service ko n t a k t

Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)��������������������������������������������������������������������� Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� Zytologie Michaela Schmidt����������������������������������������������������������������������������

445 930 304 351 439 255 276 266

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Nordlicht aktuell

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Impressum

Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Jakob Wilder; Borka Totzauer (Layout) Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

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Service Kontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� kreisstelle.kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Facharzt für Laboratoriumsmedizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail��������������������������������������������������������������� kreisstelle.luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Christine Stegmann, Fachärztin für Innere Medizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������������ 0461 4041 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 4043 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztlicher Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt und Facharzt für Chirurgie Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Björn Steffensen, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04884 1313 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04884 903300 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.nordfriesland@kvsh.de 4 | 2017

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail���������������������������������������������������������� kreisstelle.ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Facharzt für Orthopädie Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ kreisstelle.ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Eckard Jung, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04351 3300 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04351 712561 E-Mail������������������������������������� kreisstelle.rendsburg-eckernfoerde@kvsh.de

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Ilka Petersen-Vollmar, Fachärztin für Allgemeinmedizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������ 04551 968600 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 968602 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� kreisstelle.stormarn@kvsh.de

ak t u e l l

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EINLADUNG

INFOMARKT DER KVSH 26. April 2017 von 14.00 bis 17.00 Uhr im Abgeordnetensaal der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Die Stände: - Abrechnung - Honorarverteilung - IT in der Praxis - Qualitätssicherung - Verordnungen - Struktur und Verträge - Praxisberatung

ldung ist Eine Anme erlich. nicht erford

Nordlicht 04 2017 web  
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