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nr. 3 | 2017

Nordlicht Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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März 2017 | 20. Jahrgang

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Reform der Psychotherapie-Richtlinie

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Des einen Freud – des anderen Leid?


Inhalt seite

rubrik/Thema

heft 3 | 2017

TITELTHEMA

Aus dem Inhalt

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Neue Psychotherapie-Richtlinie: Worauf müssen sich psychotherapeutische Praxen einstellen?

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Die wichtigsten Neuerungen zum Heraustrennen

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Behandlung, Aufwand, Praxisorganisation: Was ändert sich für Patienten und Ärzte?

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Praxisinformation: Terminservicestelle vermittelt bestimmte Termine zu Psychotherapeuten

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Fluch oder Segen? Was Psychotherapeuten von den Neuerungen halten.

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Nachrichten Kompakt

Psychotherapeutische Sprechstunde, Akutbehandlung, neue Bewilligungsschritte und PTV-Formulare: Mit der neuen Psychotherapie-Richtlinie kommt ab dem 1. April 2017 eine Reihe von Veränderungen auf die psychotherapeutischen Praxen zu. Im Titelthema stellen wir die wichtigsten Regelungen im Detail vor und zeigen, wie sie praktisch umgesetzt werden.

Gesundheitspolitik

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Kommentar: Doc online

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Bericht von der Abgeordnetenversammlung

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Selbstverwaltungsstärkungsgesetz: Daumenschrauben light

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2. Versorgungsforschungstag in Hamburg: Flexible Lösungen für die ärztliche Tätigkeit

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Gesundheitskongress: Gröhe in Bad Segeberg

Praxis & KV 25

Hohe Qualität im ärztlichen Bereitschaftsdienst: Anlaufpraxen der KVSH zertifiziert nach QEP®

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Neue verwechslungssichere Luer-Verbindungen

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Bekanntmachungen und Meldungen

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Neues aus KVen und KBV

Die Menschen im Land 34

Kieler Medibüro vermittelt medizinische Behandlungen für Menschen ohne Papiere

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Barrierefreiheit: Praxis aus Eckernförde gewinnt Wettbewerb des Sozialverbands Deutschland

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Barrierefreiheit: Drei Fragen an Dr. Thomas Maurer

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Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein

Service

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Sicher durch den Verordnungsdschungel: So verordnen Sie richtig

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Sie fragen – wir antworten

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Seminare

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Termine

Bericht zur Lage - Honorarverhandlungen - Konvergenzregelung: Die Abgeordnetenversammlung der KVSH beriet über Sachthemen und wählte den beratenden Fachausschuss für angestellte Ärzte.

20 34 Krank und ohne Papiere? Im Medibüro Kiel wird Patienten unabhängig von ihrem Aufenthalts- und Krankenversicherungsstatus geholfen. Ein engagiertes Team von ehrenamtlich tätigen Helfern vermittelt ihnen schnell und unbürokratisch eine qualifizierte medizinische Behandlung.

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht nr. 3 | 2017 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, bevor Sie eine Dienstleistung in Anspruch nehmen, haben Sie sich in der Regel danach erkundigt, was diese denn wohl kostet. Sei es, dass Sie eine Kreuzfahrt buchen oder Handwerksleistungen. Der Anbieter teilt Ihnen mit, womit Sie rechnen müssen, weil er das vorher genau kalkuliert hat. Für Gesundheitsleistungen im vertragsärztlichen oder -psychotherapeutischen Raum ist dies Verfahren seit Jahrzehnten (leider) unüblich. Sie wissen es, ein Dritter kauft Leistungen ein, die seine Kunden nutzen können, also: die Krankenkassen für ihre Versicherten. In der Regel kaufen sie all inclusive zum Pauschalpreis – und die Kalkulation der Anbieter wird dabei eher selten berücksichtigt. Nun sollen ab 1. April Leistungen angeboten werden, deren Preis bislang weder die Anbieter, noch die Einkäufer, noch die Kunden wissen. Das ist schon eine interessante Situation. Wer im normalen Leben lässt sich auf solche Blindflüge ein? Zwar will man diesen Zustand noch am 29. März beenden, aber was ist, wenn man sich nicht handelseinig wird? Wenn Streit darüber ausbricht? Die Rede ist von der geänderten Psychotherapiestruktur, auf die sich alle Psychotherapeuten jetzt einlassen müssen und zu der die Finanzierung der neuen Leistungen bis jetzt unklar ist. Kurz vor ihrem 50. Geburtstag hat der G-BA die Psychotherapie-Richtlinie einer aufwendigen und deutlichen Verjüngungskur unterzogen. Alles dazu lesen Sie in diesem Heft. Das Anti-Aging war dringend nötig. Selbst in der Politik war angekommen, dass sich mit den Jahren doch andere Anforderungen stellen und sowohl Nachfrage als auch Therapieoptionen differenzierter geworden sind. 2015 schrieb sie daher eine Richtlinienreform in das Versorgungsstrukturgesetz und nach fast zwei Jahren Unterausschüsse, Plenum, Retour durch das BMG war es dann soweit. Das war nur der erste Akt. Wie es denn so ist, einer Richtlinie muss eine Vereinbarung folgen. Man kennt sich zwar aus den G-BA-Beratungen, aber KBV und GKV-Spitzenverband sind im zweiten Akt gefordert, die Inhalte in vertragsärztliches, resp. -psychotherapeutisches Handeln umzusetzen. Dazu gehören dann auch Formulare, Formulare, Formulare ... Auch dieser Teil wurde zum Jahresende geschafft. Nun hat das Stück noch einen dritten Akt, zu dem man in wesentlich gleicher Besetzung dann noch mal die Kulisse wechselt. Die heißt dann Bewertungsausschuss – und hoffen wir mal, dass dem Blindflug eine sichere Landung folgt. Der Boden ist vorbereitet – mit Kommunikation, mit Information, mit Material – bis hin zur Terminservicestelle (TSS). Es grüßt sie

Dr. Monika Schliffke

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Titelthema N eue P sy c hotherapie - R i c htlinie Zum 1. April 2017 tritt die neue Psychotherapie-Richtlinie in Kraft und stellt die Struktur der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung auf eine neue Grundlage. Wie sehen wichtige Regelungen zur telefonischen Erreichbarkeit, zur Psychotherapeutischen Sprechstunde und Akutbehandlung aus und wie sollen sie umgesetzt werden? Welche Formulare gibt es? Im Titelthema geben wir einen Überblick über die Fakten, die bisher feststehen. Außerdem haben wir bei Psychotherapeuten nachgefragt, wie sie die Neuregelungen beurteilen.

Was bringt die neue Psychotherapie-Richtlinie? Mit der Strukturreform sollen Patienten zeitnah einen niederschwelligen Zugang erhalten, und das psychotherapeutische Versorgungsangebot insgesamt flexibler werden. Diese Forderungen hatte der Gesetzgeber im Versorgungsstärkungsgesetz formuliert und den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beauftragt, die Psychotherapie-Richtlinie zu überarbeiten. Diese tritt am 1. April in Kraft, ebenso die geänderte PsychotherapieVereinbarung, in der KBV und GKV-Spitzenverband weitere Details festgelegt haben.

© istock.com/YakobchukOlena

Das ändert sich unter anderem zum 1. April 2017 ƒƒ Einführung von drei neuen Leistungen (Psychotherapeutische Sprechstunde, Akutbehandlung und Rezidivprophylaxe) ƒƒ Neustrukturierung der Kurz- und Langzeittherapien ƒƒ Neuregelung des Gutachterverfahrens ƒƒ neue Abrechnungsformulare Mehr Informationen im Internet Übersicht der wichtigsten Änderungen der neuen Psychotherapie-Richtlinie unter www.kbv.de Info-Film zur neuen Psychotherapierichtlinie unter www.kv-on.de/html/25920.php

Telefonische Erreichbarkeit Um Praxen von Psychotherapeuten zur Terminkoordination zukünftig telefonisch besser erreichen zu können, wurde in der neuen Psychotherapie-Richtlinie die Forderung nach Erreichbarkeitszeiten verankert. Für einen vollen Versorgungsauftrag gelten insgesamt 200 Minuten pro Woche, für einen halben Versorgungsauftrag 100 Minuten pro Woche Erreichbarkeitszeit. Mindesteinheit der Erreichbarkeit sind in beiden Fällen 25 Minuten. Diese telefonische Erreichbarkeit kann durch den Psychotherapeuten selbst oder durch Praxispersonal sichergestellt werden. Die Erreichbarkeitszeiten sind der KV mitzuteilen – hierzu wird die KVSH noch genauere Angaben machen. In gemeldeten Praxisschließungszeiten (beispielsweise Fortbildung, Urlaub oder Krankheit) gilt die Erreichbarkeit selbstverständlich nicht.

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Titelthema

Psychotherapeutische Sprechstunde Die Psychotherapeutische Sprechstunde ist eine neue Leistungseinheit. Sie dient der Abklärung, ob ein Verdacht auf eine krankheitswertige Störung vorliegt. Bei Verdacht auf eine seelische Krankheit findet im Rahmen der Psychotherapeutischen Sprechstunde eine Orientierende Diagnostische Abklärung und, sofern erforderlich, eine Differenzialdiagnostische Abklärung statt. Die Ergebnisse sind in die Beratung des Patienten bzw. seiner Eltern einzubringen. Der Patient erhält ein Informationsblatt zur Richtlinientherapie („Ambulante Psychotherapie in der gesetzlichen Krankenversicherung“ – neues Formular PTV 10) sowie eine schriftliche Rückmeldung in Form eines patientengerechten Befundberichts zum Ergebnis der Psychotherapeutischen Sprechstunde mit Empfehlungen zum weiteren Vorgehen („Individuelle Patienteninformation“ – neues Formular PTV 11). Umfänge der Psychotherapeutischen Sprechstunde und Ausnahmekriterien sind im Paragraf 11 Absätze 5 bis 7 der Psychotherapie-Richtlinie beschrieben. Die Psychotherapeutische Sprechstunde unterliegt dem Edikt der persönlichen Leistungserbringung – ist also nicht vom Praxispersonal zu leisten. Jedoch muss nicht der Psychotherapeut, der die Psychotherapeutische Sprechstunde durchgeführt hat, auch hinterher die gegebenenfalls notwendig werdenden weiteren Behandlungen durchführen. Psychotherapeuten haben pro Woche bei einem vollen Versorgungsauftrag in der Regel mindestens 100 Minuten und bei einem hälftigen Versorgungsauftrag in der Regel mindestens 50 Minuten für die Psychotherapeutische Sprechstunde zur Verfügung zu stellen. Sie müssen also in ihrem Wochenplan zukünftig berücksichtigen, auch Psychotherapeutische Sprechstunden anzubieten. Spätestens ab dem 1. April 2018 muss jeder Patient verpflichtend vor einer Akutbehandlung, vor Probatorischen Sitzungen sowie vor einer weitergehenden Psychotherapie mindestens 50 Minuten Psychotherapeutische Sprechstunde durchlaufen 3 | 2017

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haben. Jedoch schon ab dem 1. April 2017 müssen Termine zur Psychotherapeutischen Sprechstunde über die Terminservicestellen der KVen vermittelt werden. Probatorische Sitzung Bei der Probatorischen Sitzung ist neu, dass zukünftig mindestens zwei Einheiten à 50 Minuten vor einer weiteren Behandlung in Kurzzeittherapie (KZT) oder Langzeittherapie (LZT) durchgeführt worden sein müssen. Insgesamt können bis zu vier Probatorische Sitzungen von je 50 Minuten Dauer durchgeführt werden; bei Kindern und Jugendlichen darüber hinaus noch zwei weitere Probatorische Sitzungen können zukünftig auch noch nach Antragstellung bis zum jeweiligen Höchstkontingent erbracht und abgerechnet werden. Akutbehandlung Die Akutbehandlung ist eine zeitnahe verfahrensunabhängige psychotherapeutische Intervention im Anschluss an die Psychotherapeutische Sprechstunde zur Vermeidung von Fixierungen und Chronifizierung psychischer Symptomatik. Sie hat zum Ziel, Patienten von akuter Symptomatik mit ambulanten psychotherapeutischen Mitteln zu entlasten. Die Psychotherapeutische Akutbehandlung ist auf eine kurzfristige Verbesserung der Symptomatik der Patienten ausgerichtet. Sie dient der Besserung akuter psychischer Krisen- und Ausnahmezustände. Die Akutbehandlung umfasst zwölf Einheiten à 50 Minuten Dauer, gegebenenfalls unter Einbeziehung von relevanten Bezugspersonen. Sie ist gegenüber der Krankenkasse anzeigepflichtig (neues Formular PTV 12). Erbrachte Stunden der Akutbehandlung werden auf eventuell nachfolgende KZT- oder LZT-Kontingente angerechnet.

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Titelthema N eue P sy c hotherapie - R i c htlinie Allgemeines In Zukunft gibt es drei Anwendungsformen: das sind die Einzeltherapie, die Gruppentherapie und die Kombinationsbehandlung jeweils für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und für alle Verfahren. Im Rahmen der Bewilligung und Abrechnung einer psychotherapeutischen Behandlung wird der Begriff der Therapieeinheit eingeführt. Eine Therapieeinheit bei Einzeltherapie entspricht einer Sitzung von 50 Minuten, wird Gruppenpsychotherapie durchgeführt ist eine Therapieeinheit 100 Minuten lang. Gerade im Rahmen der Bewilligung und Abrechnung von Gruppentherapie mit Einzelbehandlung oder der Kombinationsbehandlung entsteht hier mehr Klarheit gegenüber dem bisherigen Reglement. Kurzzeittherapie (KZT) Die Kurzzeittherapie wird aufgeteilt in KZT 1 und KZT 2 zu jeweils zwölf Therapieeinheiten. Die KZT 1 und 2 sind antrags- und genehmigungspflichtig, jedoch nicht regelhaft mit einem Bericht an einen Gutachter begründungspflichtig. Der frühere Befreiungstatbestand für KZT-Anträge („35 genehmigte Berichte“) ist damit nicht mehr notwendig und entfällt ersatzlos. In Zukunft jedoch muss für ein Volumen von 24 Einheiten KZT zweimal ein Antrag an die Krankenkasse mit allen dazugehörenden Formularen (PTV 1 und PTV 2) gestellt werden. Langzeittherapie (LZT) Für alle Verfahren und Anwendungsformen haben sich die Bewilligungsschritte geändert. Die Beantragung einer LZT und die Umwandlung von KZT in LZT sind weiterhin grundsätzlich mit einem Bericht des Psychotherapeuten zu begründen. Inwieweit es bei einem Fortführungsantrag zur Einleitung des Gutachterverfahrens kommt, obliegt der zuständigen Krankenkasse. Ein Teil des LZT-Kontingentes kann zum Ende der Psychotherapie in Einheiten der Rezidivprophylaxe umgewandelt werden. Rezidivprophylaxe Nach Beendigung einer Langzeittherapie kann es bei einigen Patienten sinnvoll sein, zur Erhaltung der erreichten und erarbeiteten Ziele eine weitere Behandlung – im Sinne einer „ausschleichenden Behandlung“ durchzuführen. Ein begrenzter Anteil noch nicht in Anspruch genommener Sitzungen aus dem LangzeittherapieKontingent kann zwei Jahre lang zur Rezidivprophylaxe genutzt werden. Hierzu muss das Ende der Langzeit-Psychotherapie und der Beginn der Phase der Rezidivprohylaxe der Krankenkasse mitgeteilt werden (hierfür neues Formular PTV 12). Der Zeitraum der Rezidivprophylaxe findet dann keine Berücksichtigung bei der Regelung, die einen erneuten Antrag auf Psychotherapie innerhalb von zwei Jahren nur mit Begründungspflicht und Gutachterverfahren möglich macht. Gruppentherapie – Kombinationsbehandlung Für alle Verfahren sind zukünftig Gruppengrößen von drei bis neun Personen möglich. In der Gruppentherapie können grundsätzlich Einzelbehandlung und Gruppenbehandlung in einem Verhältnis 1:10 durchgeführt werden. Bei der Kombinationsbehandlung besteht die Möglichkeit, ein anderes Verhältnis zwischen Einzelund Gruppenbehandlung zu wählen. In der Kombinationsbehandlung werden von Beginn an Einzel- und Gruppenbehandlungen

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kombiniert. Diese Form kann auch von zwei Psychotherapeuten durchgeführt werden. Einer ist dann für die Einzelbehandlung zuständig, der andere für die Gruppe. Dieser Fall bedarf einer gemeinsamen Beantragung gegenüber der Krankenkasse. Kontingente und Bewilligungsschritte Die Kurzzeittherapie umfasst zukünftig 2 x 12 Therapieeinheiten; bei Kindern und Jugendlichen kommen Bezugspersonengespräche im Verhältnis 1:4 dazu. Bei den Kontingenten einer LZT entfällt bei allen Verfahren zukünftig ein Bewilligungsschritt. In der Praxis bedeutet das, weniger Anträge und weniger Berichte an den Gutachter. Bei Fortführungsanträgen obliegt es der Krankenkasse, darüber zu entscheiden, ob ein Bericht zur Begründung der Fortführung bis zum Höchstkontingent angefertigt werden muss oder nicht. Die Bewilligungsschritte für die unterschiedlichen Verfahren und Altersgruppen sind im neuen Paragrafen 29 der Psychotherapie-Richtlinie nachzulesen. Psychodiagnostische Testverfahren Zukünftig können während der Durchführung einer bewilligten Psychotherapie Testverfahren gemäß GOP 35300-35302 des EBM mit besonderer Begründung bei KZT bis zu dreimal und bei einer LZT darüber hinaus noch zweimal erbracht und abgerechnet werden. In der Regel wird eine derartige Durchführung mit einer Verlaufskontrolle oder Therapieerfolgsmessung zu begründen sein. Kennzeichnung von Leistungen Nicht neu ist, dass Leistungen der Einbeziehung von Bezugspersonen hinter der Abrechnungsposition mit einem „B“ zu kennzeichnen sind. Neu eingeführt wird, dass Leistungen der Rezidivprophylaxe mit einen „R“ zu kennzeichnen sind. Werden im Rahmen der Rezidivprophylaxe Psychotherapieeinheiten zur Einbeziehung von Bezugspersonen abgerechnet, sind diese zukünftig mit einem „U“ zu kennzeichnen. Neue Formulare In der Psychotherapie-Vereinbarung wurde festgelegt, dass es zum 1. April 2017 neue Formulare geben wird. Hier wird erstmals auch das Anzeigen des Endes einer Psychotherapie formalisiert sowie die Tatsache, dass es zukünftig Gutachter nur aus dem Bereich tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie geben wird. Die neuen Formulare und Briefumschläge (für die Unterlagen an den Gutachter) werden den Praxen rechtzeitig von der Formularausgabe der KVSH zur Verfügung gestellt. Übergangsbestimmung Werden jetzt laufende Psychotherapien nach dem 1. April 2017 umgewandelt in eine LZT, gelten hierfür dann die neuen Bewilligungsschritte. Beispielsweise würde eine momentan laufende KZT-Verhaltenstherapie mit 25 Sitzungen bei einer Umwandlung in LZT nach dem 1. April 2017 dann gleich um 35 (auf dann insgesamt 60) Sitzungen erweitert werden. Vormals wurde nur um 20 Sitzungen auf 45 Sitzungen erweitert. Diese Übergangsregelung gilt auch bei einer Fortführung einer LZT und selbstverständlich für alle Verfahren und Anwendungsformen entsprechend. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

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Titelthema

Die wichtigsten Neuerungen zum Heraustrennen Neue Leistungen ƒƒ Psychotherapeutische Sprechstunde: niedrigschwelliger Zugang und erste diagnostische Abklärung/Erwachsene bis zu sechs Gespräche à 25 Minuten (insgesamt bis zu 150 Minuten)/Kinder und Jugendliche bis zu zehn Gespräche (insgesamt bis 250 Minuten)/Zugangsvoraussetzung zur weiteren ambulanten psychotherapeutischen Versorgung ab April 2018 ƒƒ Akutbehandlung: schnelle Intervention bei akuten Krisen, Vorbereitung auf Psychotherapie/bis zu 24 Therapieeinheiten à 25 Minuten (insgesamt bis zu 600 Minuten, Mindesteinheit: 25 Minuten)/anzeigepflichtig/zu verrechnen mit gegebenenfalls anschließender Kurz-/Langzeittherapie ƒƒ Rezidivprophylaxe: um Rückfälle zu vermeiden/mit Stunden aus Langzeittherapiekontingent/bis zu zwei Jahre nach Therapieende/Therapeut zeigt Therapieende vorab bei der Kasse an Therapeuten benötigen für die neuen Leistungen keine zusätzliche Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Die fachliche Befähigung für die Durchführung und Abrechnung von Sprechstunden und Akutbehandlungen gilt als nachgewiesen, wenn eine Genehmigung für eines der Richtlinienverfahren vorliegt. Anpassungen bei Bewilligungsschritten Die Stundenkontingente der einzelnen Angebote sowie die Art der Bewilligung (Anzeige, Antrag, gutachterpflichtiger Antrag) wurden angepasst. ƒƒ Kurzzeittherapie: antragspflichtig/grundsätzlich keine Gutachterpflicht/zwei Bewilligungsschritte für je zwölf Therapieeinheiten/Umwandlung in Langzeittherapie gutachterpflichtig ƒƒ Langzeittherapie: nur noch zwei Bewilligungsschritte/erstes Stundenkontingent erweitert und antrags- und gutachterpflichtig/zweites Kontingent Gutachterpflicht im Ermessen der Krankenkasse Weitere Neuerungen ƒƒ Probatorische Sitzungen: vor Aufnahme einer Kurz- oder Langzeittherapie verpflichtend/zwei bis vier Sitzungen/ Sitzungen auch nach Antragstellung möglich ƒƒ Gruppentherapie: flexiblere Kombinationsbehandlungen aus Einzel- und Gruppentherapie möglich/einheitlich drei bis neun Teilnehmer ƒƒ Formulare: alle PTV-Vordrucke überarbeitet/drei neue Formulare PTV 10, 11, 12 für Psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung ƒƒ Therapieeinheit: eine Therapieeinheit = 50 Minuten Einzeltherapie, 100 Minuten Gruppentherapie ƒƒ Telefonische Erreichbarkeit: zur Terminvermittlung/mindestens 200 Minuten pro Woche und Praxis bei vollem Versorgungsauftrag/Mindesteinheit: 25 Minuten/Zeiten sind an KV zu melden 3 | 2017

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ƒƒ T erminservicestellen: müssen ab April Termine für Sprechstunden und eine sich aus der Abklärung ergebende zeitnah erforderliche Behandlung vermitteln/keine Wunsch-Termine bei Wunsch-Therapeuten

Übergangsregelung für laufende Psychotherapien Für Psychotherapien, die vor dem 1. April 2017 beantragt wurden, gelten die alte Psychotherapie-Richtlinie und die alte Psychotherapie-Vereinbarung weiter. Die neuen Vorgaben gelten für diese Psychotherapien nur dann, wenn der Therapeut eine Kurzzeittherapie in eine Langzeittherapie umwandeln oder eine Langzeittherapie verlängern möchte. Beispiel: Das erste Sitzungskontingent (alt) mit 45 Stunden läuft nach dem 1. April 2017 aus und soll nun verlängert werden. Der Therapeut beantragt jetzt im zweiten Schritt direkt die noch fehlenden Stunden bis zum Höchstkontingent (80 Stunden) nach den neuen Regelungen. Nach der alten Regelung hätte er nur 15 Stunden beantragen können. Für die restlichen 20 Stunden wäre ein weiterer Antrag erforderlich gewesen. Vergütung Mit der neuen Struktur werden Anpassungen im EBM erforderlich. Insbesondere geht es um die Vergütung der neuen Leistungen, der Psychotherapeutischen Sprechstunde und Akutbehandlung. KBV und GKV-Spitzenverband sind in Verhandlung, ein Ergebnis liegt noch nicht vor. Der Bewertungsausschuss muss die Vergütung bis April 2017 festlegen. Terminservicestellen Mit Inkrafttreten der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April 2017 müssen die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen Patienten in bestimmten Fällen auch Termine bei Psychotherapeuten vermitteln. Dabei geht es um Termine für die Psychotherapeutische Sprechstunde und eine sich aus der Abklärung ergebende zeitnah erforderliche Behandlung. Die Einrichtung der Terminservicestellen hatte der Gesetzgeber gefordert. Sie sollen Patienten einen Termin beim Facharzt innerhalb von vier Wochen vermitteln, ab April nun auch beim Psychotherapeuten.

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Titelthema N eue P sy c hotherapie - R i c htlinie

Das sind die PTV-Formulare ab April 2017 Alle PTV-Formulare wurden angepasst. Für die Psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung gibt es neue. Die Überweisung an einen Vertragsarzt zur Abklärung somatischer Ursachen vor Aufnahme einer Psychotherapie (Muster 7) und der Konsiliarbericht (Muster 22) bleiben unverändert.

PTV 1 (B)

Antrag des Versicherten auf Psychotherapie/3-fache Ausfertigung (Krankenkasse/Versicherter/Therapeut)

PTV 2 (B)

Angaben des Therapeuten zum Antrag des Versicherten/3-fache Ausfertigung (Krankenkasse/ Gutachter/Therapeut)

PTV 3

Leitfaden für den Therapeuten zur Erstellung des Berichts an den Gutachter

PTV 4

Auftrag der Krankenkasse zur Begutachtung/ Ausstellung nur durch die Krankenkasse

PTV 5

Stellungnahme des Gutachters (in der Regel vorausgefüllt von der Krankenkasse)/3-fache Ausfertigung (Therapeut/Gutachter/Krankenkasse)

PTV 6/ PTV 7

unbesetzt (bisher: Mitteilung über die Leistungspflicht)

PTV 8

Briefumschlag zur Weiterleitung der Unterlagen an den Gutachter/Versand des Berichts gemäß PTV 3 durch den Therapeuten

PTV 9

unbesetzt (bisher: Mitteilung über die nicht gegebene Leistungspflicht)

PTV 10

Allgemeine Patienteninformation (während der Psychotherapeutischen Sprechstunde)

PTV 11 (B)

Individuelle Patienteninformation (am Ende der Psychotherapeutischen Sprechstunde)/2-fache Ausfertigung (Versicherter/Therapeut)

PTV 12 (B)

Anzeige der Akutbehandlung oder der Beendigung einer Psychotherapie/3-fache Ausfertigung bei Akutbehandlung (Krankenkasse/Versicherter/Therapeut) oder 2-fache Ausfertigung bei Beendigungsanzeige (Krankenkasse/Therapeut)

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Formulare, die Therapeuten vorhalten müssen, sind in der Übersicht gefettet und über die gewohnten Bezugswege (KV, Druckerei) erhältlich. Für die mit „B“ gekennzeichneten Formulare ist eine Blankoformularbedruckung möglich. Alle Formulare sind ab April in der Praxissoftware hinterlegt.

Kassenärztliche Bundesvereinigung (Stand: 21.02.2017)

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aktuell

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Hinweis: 50 Minuten Sprechstunde ab 1. April 2018 verpflichtend für weitere psychotherapeutische Behandlung.

Sprechstunde ƒƒ bis zu 6 x à 25 Min. ƒƒ Einheiten von 25 oder 50 Minuten

Versorgungsangebote

aktuell

bis zu 60 antrags- und gutachterpflichtig bis zu 60 antrags- und gutachterpflichtig bis zu 160/80 antrags- und gutachterpflichtig

Verhaltenstherapie (VT) (GOP 35220 – 35225)

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) (GOP 35200 – 35208) Analytische Psychotherapie (AP) (GOP 35210 – 35217)

Langzeittherapie

Umwandlung in Langzeittherapie ist gutachterpflichtig.

Erbrachte Stunden der Akutbehandlung sind mit einer ggf. anschließenden Kurzoder Langzeittherapie zu verrechnen.

Erläuterungen

bis zu 80 Rezidivprophylaxe antragspflichtig; Gutachterpflicht Ein begrenzter liegt im Ermessen der KrankenAnteil noch nicht in kassen Anspruch genombis zu 100/80 mener Therapieeinantragspflichtig; Gutachterpflicht heiten aus dem liegt im Ermessen der Kranken- Langzeit-Kontingent kassen kann zwei Jahre zur Rezidivprophylaxe bis zu 300/150 antragspflichtig; Gutachterpflicht genutzt werden liegt im Ermessen der Kranken- (Anzeige des Therapieendes durch kassen Therapeuten erforderlich).

bis zu 24 antragspflichtig; grundsätzlich nicht mehr gutachterpflichtig

Schritt 2

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung (Stand: 21.02.2017)

Andere Beratungs- und Unterstützungsangebote (z. B. Schuldnerberatung, Ehe- und Familienberatungsstelle)

Probatorik ƒƒ verpflichtend für Einleitung einer Kurz- oder Langzeittherapie ƒƒ 2 bis 4 x à 50 Minuten

bis zu 12 antragspflichtig; grundsätzlich nicht mehr gutachterpflichtig

anzeigepflichtig

Kurzzeittherapie (VT, TP oder AP)

Akutbehandlung ƒƒ bis zu 24 x à 25 Minuten ƒƒ Einheiten von 25 oder 50 Minuten

Schritt 1

Bewilligungsschritte für Einzeltherapie/Gruppentherapie bei Erwachsenen in Therapieeinheiten

Strukturreform der Psychotherapie-Richtlinie: Details der Änderungen ab 1. April 2017 für Erwachsene

Titelthema

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Hinweis: 50 Minuten Sprechstunde ab 1. April 2018 verpflichtend für weitere psychotherapeutische Behandlung.

Sprechstunde ƒƒ bis zu 10 x à 25 Min. ƒƒ Einheiten von 25 und 50 Minuten

Versorgungsangebote

aktuell

K: bis zu 70/60 J: bis zu 90/60 antrags- und gutachterpflichtig

Analytische Psychotherapie (AP) (GOP 35210 – 35217)

K: bis zu 150/90 J: bis zu 180/90 antragspflichtig; Gutachterpflicht liegt im Ermessen der Krankenkassen

K: bis zu 150/90 J: bis zu 180/90 antragspflichtig; Gutachterpflicht liegt im Ermessen der Krankenkassen

K: bis zu 70/60 J: bis zu 90/60 antrags- und gutachterpflichtig

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) (GOP 35200 – 35208)

Rezidivprophylaxe Ein begrenzter Anteil noch nicht in Anspruch genommener Therapieeinheiten aus dem LangzeitKontingent kann zwei Jahre zur Rezidivprophylaxe genutzt werden (Anzeige des Therapieendes durch Therapeuten erforderlich).

Umwandlung in Langzeittherapie ist gutachterpflichtig.

Erbrachte Stunden der Akutbehandlung sind mit einer ggf. anschließenden Kurz- oder Langzeittherapie zu verrechnen.

Erläuterungen

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung (Stand: 21.02.2017)

Andere Beratungs- und Unterstützungsangebote (z. B. schulpsychologische Beratungsstelle, Ergotherapie, Logopädie)

Probatorik ƒƒ verpflichtend für Einleitung einer Kurz- oder Langzeittherapie ƒƒ 2 bis 6 x à 50 Minuten

bis zu 80 antragspflichtig; Gutachterpflicht liegt im Ermessen der Krankenkassen

bis zu 60 antrags- und gutachterpflichtig

Verhaltenstherapie (VT) (GOP 35220 – 35225)

Langzeittherapie

bis zu 24 antragspflichtig; grundsätzlich nicht mehr gutachterpflichtig

bis zu 12 antragspflichtig; grundsätzlich nicht mehr gutachterpflichtig

anzeigepflichtig

Schritt 2

Kurzzeittherapie (VT, TP oder AP)

Akutbehandlung ƒƒ bis zu 24 x à 25 Minuten ƒƒ Einheiten von 25 oder 50 Minuten

Schritt 1

Bewilligungsschritte für Einzeltherapie/Gruppentherapie bei Kindern (K) und Jugendlichen (J) in Therapieeinheiten

Strukturreform Psychotherapie-Richtlinie: Details der Änderungen ab 1. April 2017 für Kinder und Jugendliche

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Bleibt alles anders

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Welche Folgen die Reform der Psychotherapie-Richtlinie für Versicherte und Patienten von Haus- und Fachärzten hat.

Es ist wahrlich nicht zu leugnen: Durch die Reform der Psychotherapie-Richtlinie werden sich die Struktur der psychotherapeutischen Behandlung, der bürokratische Aufwand sowie die Praxisorganisation für die Psychotherapeuten verändern. Doch was werden davon in Zukunft eigentlich Versicherte bzw. Patienten bemerken? Und was sollen Haus- und Fachärzte ab 1. April 2017 ihren Patienten sagen, wenn sie ihnen eine psychotherapeutische Behandlung empfehlen möchten? Weitreichende Veränderungen für den Psychotherapeuten Die Überarbeitung der Psychotherapie-Richtlinie hat nicht nur dazu geführt, dass neue Formen der psychotherapeutischen Behandlung kommen werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat es sich auch erlaubt, weitreichende Regelungen zur Praxisorganisation niederzulegen. Die Tragweite einiger Regelungen ist in etwa damit vergleichbar, als würde man Hausärzten die Verpflichtung auferlegen, dass grundsätzlich zwölf Hausbesuche pro Woche zu ihrem Angebotsspektrum zu gehören haben. Es wird neue Leistungen, wie die Psychotherapeutische Sprechstunde, die Akutbehandlung und die Rezidivprophylaxe geben. Im Bereich der Organisation wurden eine telefonische Erreichbarkeit sowie eine Vorgabe über ein wöchentliches Mindestangebot an Psychotherapeutischer Sprechstunde verankert. Zusätzliche Bürokratie entsteht dadurch, dass die Kurzzeitherapie zukünftig in zwei Bewilligungsschritte von jeweils zwölf Sitzungen aufgeteilt sein wird. So muss dann für ein Volumen von 24 psychotherapeutischen Behandlungssitzungen zweimal das Prozedere der Antragstellung 3 | 2017

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mit allen dazugehörenden Formularen durchlaufen werden. Vormals wurden dem Patienten mit nur einer Antragstellung sogleich 25 Sitzungen bewilligt. Die Psychotherapeutische Sprechstunde Die Psychotherapeutische Sprechstunde ist ein erstes abklärendes und fachlich fundiertes Gespräch mit dem Versicherten. Sie ist eine zeitgebundene Leistungseinheit und hat nichts mit dem Sprechstundenbegriff einer Arztpraxis mit Öffnungs- und Sprechzeiten zu tun. In der Regel wird der Patient, wie auch zu den anderen psychotherapeutischen Terminen, hierzu einbestellt werden. Die Psychotherapeutische Sprechstunde dient der Abklärung, ob ein Verdacht auf eine krankheitswertige Störung vorliegt. Die Ergebnisse sind in die Beratung des Patienten einzubringen. Der Patient und – soweit erforderlich – die Sorgeberechtigten erhalten ein allgemeines Informationsblatt zur Richtlinienpsychotherapie („Ambulante Psychotherapie für gesetzlich Krankenversicherte“) sowie eine schriftliche Rückmeldung in Form eines patientengerechten Befundberichts zum Ergebnis der Psychotherapeutischen Sprechstunde mit Empfehlungen zum weiteren Vorgehen („Individuelle Patienteninformation“). Was bemerken Patienten und Ärzte von den Neuerungen? Von der veränderten Praxisorganisation aufgrund der neuen Richtlinie werden Versicherte, Patienten aber auch Haus- und Fachärzte die einzuführende bessere telefonische Erreichbarkeit einer Praxis überhaupt und sicherlich am deutlichsten bemerken. Alles andere aktuell

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Titelthema N eue P sy c hotherapie - R i c htlinie

wird für jene eher in den Hintergrund treten und weniger spürbar sein. Denn auch bislang hat niemand von ihnen die einzelnen Stufen und Formen bis zur Einleitung einer psychotherapeutischen Behandlung und dann die Behandlung selbst groß unterschieden. Der Haus- oder Facharzt hat seinem Patienten Psychotherapie empfohlen und bestenfalls noch einen Weg aufgezeigt, wie er möglichst schnell zu einem Therapieplatz kommt. Er wird ihm aber nicht gesagt haben, dass er Probatorische Sitzungen oder Erstgespräche bei einem Psychotherapeuten benötigt. Auch wird der Arzt seinem Patienten nicht genau auferlegt haben, eine Kurzoder Langzeittherapie zu machen. Der Arzt wird in den meisten Fällen schlicht Psychotherapie empfohlen, vielleicht noch Hinweise auf eines der Psychotherapie-Verfahren gegeben haben. Und das darf und wird dann auch zukünftig so sein. Und auch ein Versicherter, der sich in der Vergangenheit ohne die Empfehlung seines Arztes selbstständig einen Platz für eine psychotherapeutische Behandlung gesucht hat, wird in Zukunft nichts anderes tun. Auch wenn er zukünftig, aber erst ab 1. April 2018 verpflichtend, als erste Maßnahme beim Psychotherapeuten die Psychotherapeutische Sprechstunde durchlaufen muss (vormals war es die Probatorische Sitzung), wird er im Grunde wie zuvor einfach einen Platz für eine Psychotherapie suchen. Psychotherapie-Richtlinie und Terminservicestelle Auf der Ebene des nach einem Platz für eine Psychotherapie suchenden Versicherten würde sich allein durch die neue Psychotherapie-Richtlinie wenig ändern. Eine Veränderung tritt durch die im Sozialgesetzbuch verlangte Erweiterung der Terminservicestellen auf den Bereich der Psychotherapie ein. Schon ab dem 1. April 2017 müssen Termine zur Psychotherapeutischen Sprechstunde über die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) vermittelt werden. Einer Überweisung bedarf es nicht. Und deshalb müssen sich vor allem die KVen aber auch die Psychotherapeuten bereits jetzt schon mit dieser neuen Leistung beschäfti-

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gen. Das heißt aber auch, ein Versicherter, der vergeblich einen Termin bei einem Psychotherapeuten sucht, hat zukünftig die Möglichkeit, die Terminservicestelle der KV zu kontaktieren. Hier allerdings bekommt er zunächst nur einen Zugang zur Psychotherapeutischen Sprechstunde bei einem Psychotherapeuten vermittelt – sozusagen einen Erstkontakt. Jedoch muss nicht der Psychotherapeut, der die Psychotherapeutische Sprechstunde durchgeführt hat, auch hinterher die gegebenenfalls notwendig werdenden weiteren Behandlungen (Probatorische Sitzung, Akutbehandlung, Kurz- oder Langzeittherapie) durchführen. Eine Verbesserung aufgrund der Erweiterung der Terminservicestellen auf den Bereich der Psychotherapie besteht für den Versicherten aber vielleicht auch für einen empfehlenden Haus- oder Facharzt allein nur darin, dass ein erster Kontakt zum Psychotherapeuten unter Umständen schneller erfolgen wird als zuvor. Zusammenfassung Für Versicherte und Patienten wird sich zukünftig die telefonische Erreichbarkeit der Psychotherapeutischen Praxen zur Terminvereinbarung und der schnellere Zugang zu einem ersten Kontakt mit einem Psychotherapeuten spürbar ändern. Alle weiteren Elemente der neuen Psychotherapie-Richtlinie treten in den Hintergrund. Für Haus- und Fachärzte, die einem Patienten die Aufnahme einer Psychotherapie nahelegen, ändert sich zunächst nichts. Lediglich für den Fall, dass die Suche des Patienten nach einem Platz für eine Psychotherapie aussichtslos erscheint, können sie zukünftig auf die Terminservicestelle der KVSH hinweisen. Hier erhält der Patient mindestens die Möglichkeit zu einem zeitnahen ersten Kontakt mit einem Psychotherapeuten. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

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Titelthema P ra x isinformation

Vermittlung zu Psychotherapeuten über die TSS – So funktioniert es Durch das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz ist die KVSH verpflichtet, eine sogenannte Terminservicestelle (TSS) zur Vermittlung von Facharztterminen zu betreiben. Startschuss für die TSS war Ende Januar 2016. Im Gesetz ist vorgesehen, dass die Terminservicestelle auch bestimmte Termine bei Psychotherapeuten vermitteln soll, sobald der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine neue Psychotherapie-Richtlinie verabschiedet. Dies ist mittlerweile geschehen, die Richtlinie tritt zum 1. April 2017 in Kraft. Was bedeutet das für die Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein?

Nach der neuen Regelung müssen Therapeuten „Psychotherapeutische Sprechstunden“ anbieten. Dieses neue Versorgungsangebot stellt künftig den überwiegenden Erstzugang von Versicherten zur Psychotherapie dar. ƒƒ Von April 2017 an haben gesetzlich Krankenversicherte die Möglichkeit, auch über die TSS einen Termin bei einem Psychotherapeuten zu bekommen. Die TSS nennt dem Versicherten einen Psychotherapeuten, zu dem er direkt Kontakt aufnimmt, um einen Termin zur Psychotherapeutischen Sprechstunde zu vereinbaren. Der Termin muss, so ist es gesetzlich bestimmt, innerhalb eines Zeitraums von vier Wochen ab dem Anruf des Patienten bei der TSS liegen. Eine Überweisung braucht der Versicherte nicht. ƒƒ Ein weiteres neues niederschwelliges Versorgungsangebot neben der Psychotherapeutischen Sprechstunde ist die „Akutbehandlung“. Unter bestimmten Voraussetzungen haben Versicherte auch hier einen Anspruch auf Vermittlung über die TSS: Sollte das Ergebnis des Erstgesprächs eine Akutbehandlung sein und der Therapeut, der die Psycho3 | 2017

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therapeutische Sprechstunde durchgeführt hat, diese nicht übernehmen können, kann sich der Patient entweder direkt an einen anderen Therapeuten oder an die TSS wenden. Diese vermittelt dann den Kontakt zu einer Psychotherapeutischen Praxis, die die Akutbehandlung durchführt. Ideal wäre selbstverständlich eine durchgängige Betreuung des Patienten bei demselben Therapeuten. Der Versicherte hat keinen Anspruch auf einen Termin  bei einem bestimmten Psychotherapeuten,  zu einem von ihm bevorzugten Zeitpunkt,  an einem von ihm bevorzugten Ort oder Stadtteil. Die Vermittlung über die TSS ist für Versicherte ein zusätzlicher Weg, zunächst einen Termin zu einer ersten Abklärung, der Psychotherapeutischen Sprechstunde, zu erhalten. Selbstverständlich kann sich der Versicherte auch künftig direkt an einen Psychotherapeuten seiner Wahl wenden.

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Titelthema N eue P sy c hotherapie - R i c htlinie Aufgrund der öffentlich geführten Wartezeitendiskussion wollte der Gesetzgeber mit der TSS eine weitere Möglichkeit zur Vereinbarung eines zeitnahen Erstkontakts mit einem Psychotherapeuten schaffen, wenn Patienten Schwierigkeiten haben, selbst einen Termin zeitnah zu vereinbaren. Auch bei den Psychotherapeuten gilt die gesetzliche Vorgabe, dass binnen einer Woche ein Termin für die Psychotherapeutische Sprechstunde oder die Akutbehandlung vermittelt werden muss, der in einem Zeitfenster von vier Wochen liegt. Die KVSH strebt eine gleichmäßige und gerechte Verteilung der über die Terminservicestelle vermittelten Patienten auf die Praxen an. Eingehende Terminanfragen werden deshalb gleichmäßig auf die Psychotherapeuten der jeweiligen Region verteilt. Kann ein Termin beim Psychotherapeuten nicht fristgerecht vermittelt werden, hat die Terminservicestelle dem Versicherten einen ambulanten Behandlungstermin in einem Krankenhaus anzubieten. Dies gilt es allerdings möglichst zu vermeiden, denn die Kosten für die Behandlung im Krankenhaus gehen auf jeden Fall zulasten der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Und damit belasten sie das Budget, das für die Psychotherapie zur Verfügung steht – letztendlich könnte sich das dann direkt auf die Honorare der Psychotherapeuten auswirken. Einen Psychotherapeuten ihrer Wahl können Versicherte auch über die Onlinesuche der KVSH unter www.arztsuche.kvsh.de finden. Wie erfolgt die technische Umsetzung der TerminVermittlung? Vermittlung in eine Psychotherapeutische Sprechstunde ƒƒ Die Terminservicestelle nennt dem Versicherten eine psychotherapeutische Praxis und teilt ihm einen Vermittlungscode mit. Mit dieser Information setzt sich der Versicherte zur Absprache eines konkreten Termins direkt mit dem Therapeuten in Verbindung. Vermittlung einer Akutbehandlung ƒƒ Für die Vermittlung einer Akutbehandlung über die TSS benötigt der Patient ein individuelles Formular (PTV 11), das der Versicherte nach der durchgeführten Psychotherapeutischen Sprechstunde erhält. Hierfür muss der Psychotherapeut auf dem Formular folgendes angeben:  Empfehlung einer Akutbehandlung,  Hinweis, dass er die Behandlung nicht selbst durchführen kann,  Vermittlungscode in Form eines Aufklebers (Entsprechende Etiketten erhalten die Praxen von der KVSH.). ƒƒ Danach meldet sich der Patient bei der Terminservicestelle und gibt dort den zuvor erhaltenen Code an. Die TSS nennt dem Patienten eine Praxis, mit der er sich direkt wegen eines Termins zur Akutbehandlung in Verbindung setzen kann. Sowohl bei Psychotherapeutischer Sprechstunde als auch bei Akutbehandlungen gilt: Nachdem die TSS dem Patienten einen Psychotherapeuten genannt hat, informiert sie direkt im Anschluss die Praxis über das eKVSH-Portal über die Terminanfrage des Patienten und den entsprechenden Vermittlungscode. So findet eine klare Zuordnung der an die Praxen vermittelten Patienten statt. Im Portal ist sichtbar, ob es sich um einen Termin für die Psychotherapeutische Sprechstunde oder die Akutbehandlung handelt, die beide innerhalb von vier Wochen liegen müssen. 14

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Grundsätzliches Voraussetzung für eine reibungslose Terminvermittlung ist Ihre Unterstützung und die Nutzung des eKVSH-Portals: www.ekvsh.de. Künftig wird es erforderlich sein, dass Sie der KVSH ihre Urlaubszeiten acht Wochen im Voraus melden, damit der Patient nur Praxen genannt bekommt, die tatsächlich geöffnet haben. Des Weiteren müssen Sie uns Ihre telefonischen Erreichbarkeitszeiten mitteilen, damit der Patient Sie anrufen kann. Detaillierte Informationen folgen. ƒƒ Meldet sich der Patient, muss die Praxis ihm einen Termin innerhalb des Vierwochenzeitraums anbieten. Der Termin wird durch die Praxis vorgegeben, der Patient hat keinen Anspruch auf einen „Idealtermin“. Sagt der Patient den Termin unmittelbar oder noch am selben Tag in der Praxis wieder ab, hat er nach den rechtlichen Vorgaben Anspruch auf einen zweiten Terminvorschlag durch die Praxis. ƒƒ Um einen Überblick über die vermittelten Patienten zu erhalten, sollten Sie ab 1. April 2017 regelmäßig die eKVSHSeite öffnen. Ihr Praxispersonal kann zu diesem Zweck einen eigenen Zugangscode erhalten, der nicht mit dem Zugangscode, der für die Kassenabrechnung benutzt wird, identisch sein muss. Es wird zudem die Möglichkeit geben, sich per E-Mail an einen neu vergebenen Terminanspruch erinnern zu lassen und Sie werden die Möglichkeit haben, das eKVSH-Portal zur Information über den Versicherten auch über ein Tablet oder Smartphone zu nutzen. ƒƒ Die Praxis muss der Terminservicestelle über das eKVSHPortal eine Rückmeldung geben, wenn der Patient sich gemeldet und einen Termin vereinbart hat. Im Online-Portal wird auch dokumentiert, wenn ein Patient zum vereinbarten Termin nicht erscheint. Die Psychotherapiepraxis erhält für die Dokumentation pro Vermittlungscode eine Organisationspauschale in Höhe von 2,50 Euro. Die KVSH wird die Nachfragen von Versicherten nach Psychotherapieterminen so bearbeiten, dass die Vermittlung für Sie möglichst unkompliziert und bürokratiearm erfolgt und der Eingriff in Ihre Terminplanung so gering wie möglich bleibt. Wenn Sie Fragen haben, nehmen Sie gern Kontakt zur Terminservicestelle auf. Die Mitarbeiter der TSS stehen Psychotherapeuten und ihrem Personal unter Tel. 04551 3040 4949 oder E-Mail: tss@kvsh.de zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass diese Kontakte ausschließlich Psychotherapeuten und deren Personal für Rückfragen vorbehalten sind. Bitte geben Sie diese deshalb nicht an Patienten weiter. Die Patientennummer der TSS lautet: 04551 3040 4931. Das eKVSH-Portal erreichen Sie unter www.ekvsh.de bzw. www.ekvsh.kvsafenet.de Marco Dethlefsen, KVSH

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Titelthema S tatements

Der Praxistest wird es zeigen! Es ist grundsätzlich begrüßenswert, wenn mit neuen Regelungen versucht wird, Bürokratie abzubauen und den Zugang zur Psychotherapie zu erleichtern. Die Einrichtung von Psychotherapeutischen Sprechstunden kann ein solches eher niederschwelliges Angebot sein. Es kann möglicherweise schneller abgeklärt werden, ob ambulante Psychotherapie oder stationäre Aufnahme notwendig sind oder ob eher eine Beratungsstelle oder eine Selbsthilfegruppe geeigneter wären. Allerdings können durch die Einrichtung von Sprechstunden natürlich nicht mehr Therapieplätze geschaffen werden. Möglicherweise gehen durch die Sprechstunden auch Kapazitäten verloren, da diese Zeiten für Psychotherapien nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Die Ermöglichung von Akutbehandlungen, die nicht genehmigungs-, sondern lediglich anzeigepflichtig sind, reduziert Bürokratie – das ist begrüßenswert. Auch die geplante Reduzierung der Berichtspflicht in Häufigkeit und Umfang kann dabei helfen. Andererseits können als Kurzzeit-Psychotherapien künftig nur noch zweimal jeweils zwölf Sitzungen beantragt werden. Dies vergrößert den bürokratischen Aufwand, da den Patienten zurzeit gleich bis zu 25 Sitzungen genehmigt werden. Ob sich diese Gemengelage als Segen oder als Fluch auswirken wird oder ob es unter dem Strich genauso bürokratisch bleibt wie bisher – das kann nur die Praxis zeigen. Fest steht, dass diese Regelungen kommen werden. Dagegen ist es noch offen, wie die neuen Leistungen honoriert werden. Es ist unbefriedigend, dass einer großen Gruppe von Leistungsanbietern bis kurz vor Reformbeginn keine finanzielle und zeitliche Planungssicherheit gegeben wird. Es bleibt zu hoffen, dass den Psychotherapeuten, die mit ihrem durchschnittlichen Einkommen unter dem der anderen Arztgruppen liegen, mit den neuen Regelungen nicht durch die Hintertür weitere Einkommensverluste aufgebürdet werden.

Das einzig Kontinuierliche im Leben ist der Wandel Konfrontiert sind mit diesem Wandel Patienten, Psychotherapeuten, Mitarbeiter der GKVen und KVen. Gelänge eine Optimierung der Patientenversorgung, wäre dies ein Segen für alle. Fraglich ist, ob dies über neue Formalien zu erreichen ist, oder ob es einfach zu wenig zugelassene Psychotherapeuten gibt. Der Wandel vollzieht sich formal und auch früher oder später in den Köpfen der Beteiligten: Die telefonische Erreichbarkeit wird verbindlich geregelt, es gibt zwei neue Leistungen (Psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung), die Strukturen der Kurz- sowie Langzeittherapien werden sich ändern und eine Rezidivprophylaxe wird eingeführt. Außerdem wird das Gutachterverfahren neu geregelt. Die neue Richtlinie ermöglicht einige sinnvolle Veränderungen, wie z. B. die verbindliche Regelung der telefonischen Erreichbarkeit und Akutbehandlungen. Die Einführung der Psychotherapeutischen Sprechstunde wird die Versorgung nicht wirklich verbessern. Die wegfallende Rückmeldung der gesetzlichen Krankenkassen an die Psychotherapeuten bezüglich der Genehmigung von Kurzzeittherapie ist ein Unding. Die Befreiung der Kurzzeittherapie von der Gutachterpflicht ist ein Segen, allerdings ist der Preis dafür die Zerstückelung der Kurzzeittherapie in zwei Schritte. Das Antragsverfahren für Langzeittherapie ist vereinfacht. An den Kontingenten ändert sich nichts. Prinzipiell ist die Rezidivprophylaxe eine sinnvolle Maßnahme, auch nach erfolgter Psychotherapie innerhalb der Sperrfrist von zwei Jahren eine Rezidivprophylaxe anbieten zu können. Bemängelt werden muss jedoch, dass es sich hierbei nicht um ein Add-on im Sinne eines zusätzlichen Stundenkontingents handelt, sondern auf das Gesamtkontingent angerechnet wird. So wird es letztendlich vor dem Hintergrund, dass sich an der Zahl der Behandler nichts ändert, bei vielen Beteiligten schon ein erhebliches Ausmaß an Flucherei ergeben, am wenigsten vielleicht bei den Krankenkassen. dipl.-Psych. Stephan Stolz,

Dr. Phil. dipl.-Psych. Dietmar Ohm,

Psychologischer Psychotherapeut, Hattstedt

Psychologischer Psychotherapeut, Lübeck

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Titelthema N eue P sy c hotherapie - R i c htlinie

Schlimmeres konnte abgewendet werden, oder? Die Erleichterung für Patienten, einen zeitnahen Erstkontakt in der Psychotherapeutischen Praxis zu bekommen, ist sicher eine Verbesserung. Diese Sprechstunde allerdings einseitig für Therapeuten verpflichtend zu machen, für die Patienten jedoch erst im kommenden Jahr, halte ich für falsch. Hier hätte ich mir Freiwilligkeit und Selbststeuerung gewünscht. Für mich als psychodynamische Psychotherapeutin bedeutet die Reform einen Eingriff in die Grundfesten meiner Verfahren (TP/AP) und in meine Berufsausübung. Das Herzstück, die Übertragungsbeziehung, wird der Ökonomisierung geopfert. Die Unterwerfung der Psychotherapie in eine somatomedizinische Denkweise legt Hand an die Wurzeln meiner Profession. „Die Seele geht zu Fuß“ – braucht Beziehung, daran ändern alle Versuche der Beschleunigung und Verdichtung nichts. Mehr noch: Es wird strukturell-manifest störend in beziehungsbasierte Behandlungsprozesse eingegriffen, die hoheitliche Aufgabe der Approbierten wird in Frage gestellt. Die Zerstückelung der KZT und damit verbundene Verunsicherung der Patienten (Beziehungsstörungen kennen diese zur Genüge), äußere Unruhe, neue bürokratische Aufwände für Psychotherapeuten, sind wenig konstruktiv und sicher keine Verbesserung der Versorgung. Und die Begründung, die meisten Psychotherapien würden ohnehin nach zwölf Sitzungen beendet, war schlichtweg frei erfunden. Daten der KVSH wiesen einen Wert deutlich jenseits der 25. Sitzung aus. Einzelne Krankenkassen waren hier ganz modern „Fake News“-Vorreiter. In meiner Praxis führe ich seit Jahren zeitnah zur Anfrage, innerhalb von 14 Tagen, orientierende Erstgespräche durch: Die Quote der Menschen, die keine Indikation für Psychotherapie haben, ist gering. So wird es beim Übergang in die psychotherapeutische Behandlung Engpässe geben, Bedarfe werden hier deutlich werden. Aber dafür stehen längst Alternativen, wie beispielsweise die GAIA AG/Veovita für Online-Therapie-Angebote im Auftrag von Krankenkassen parat. Und ganz nebenbei wird die bislang bestehende Hürde der Fachdiagnostik für diese Anbieter durch die Psychotherapeutische Sprechstunde aus dem Weg geräumt. Die Psychotherapie scheint weiterhin, bei aller guten Kooperation in der Landes-KV, das fremde (ungeliebte) Stiefkind im Gesundheitssystem zu sein: entwertet, verkannt, unverstanden, konfrontiert mit dem Druck der (institutionellen) Eltern, sich endlich anzupassen und keinen Ärger mehr zu machen; nicht zuletzt weil die Psychotherapie durch die Infragestellung der Verhältnisse Angst macht. Deswegen konnte es bei dieser Reform auch dazu kommen, dass in einmaliger Weise Fachfremde über etwas abschließend entschieden haben, von dem sie nicht genug verstehen. Psychotherapeutischen Sachverstand im G-BA zu verankern ist überfällig!

Kapazitätsprobleme werden nicht gelöst Vom ersten Koalitionsvertrag im Dezember 2013 bis zum Änderungsbeschluss des G-BA im November 2016 hat es eine Reihe von Diskussionen zur Richtlinie gegeben. Wenn man sich das ursprüngliche Ziel noch einmal verdeutlicht, dann ging es um die Reduzierung der Wartezeiten für Patienten und um ein zeitnahes Angebot für eine Kurzzeittherapie. Diese Ziele haben viele Psychotherapeuten unterstützt. Wenn nun das Fluchen in den Praxen beginnt, dann weil die vielen veränderten Regelungen bis hin zu den neuen Formularen so komplex erscheinen. Die telefonische Erreichbarkeit und das Vorhalten von Psychotherapeutischen Sprechstunden versetzen viele Kollegen in Sorge. Sie wissen nicht, wie sie diese Anforderungen in ihren Praxisalltag integrieren sollen. Wenn zudem zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einmal klar ist, wie die Sprechstunde oder die Akutbehandlung vergütet werden sollen, dann ist diese Reaktion verständlich. Hier wird eine ausführliche Information für die Kollegen hilfreich sein, um zu verdeutlichen, dass die Umsetzung der Richtlinie machbar sein wird. Die vielen Anmeldungen bei den Infoveranstaltungen zeigen, wie groß der Bedarf der Kollegen nach Unterstützung ist. Ob Ende März ein Geldsegen zu erwarten ist, wenn die Bezahlung der Leistungen klar sein wird, bleibt offen. Zudem ist das Kapazitätsproblem in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung nicht gelöst. Die Patienten werden ab April nicht plötzlich alle einen Therapieplatz bekommen, weil keine neuen Behandler ins System gekommen sind. Die Regelung zur Sprechstunde sichert jedoch den Direktzugang zum Psychotherapeuten und ermöglicht eine fundierte Diagnostik und Indikationsstellung. Die Terminservicestelle unserer KV SchleswigHolstein wird es uns überlassen, wie wir die Termine vergeben. Diesen Vorteil haben die Therapeuten in anderen Bundesländern nicht, wo Termine Wochen im Voraus benannt werden müssen. Das darf vielleicht als kleiner Segen betrachtet werden. Dr. phil. dipl.-Psych. Angelika Nierobisch, Psychologische Psychotherapeutin, Kiel

dipl.-Psych. Dagmar Schulz, Psychologische Psychotherapeutin, Süderbrarup

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NACHRICHTEN  KOMPAKT M ed G uide

S oziotherapie

Sprachführer für Praxis und Klinik

Neue Broschüre bietet Verordnungshinweise

Kiel – Der Husumer Verlag Edition Willkommen hat einen Sprachführer für die Kommunikation mit Patienten, die Arabisch oder ­Farsi/Persisch sprechen, veröffentlicht. Der 100 Seiten umfassende MedGuide ist mit Piktogrammen bebildert und thematisiert in vier Kapiteln neben den für einen Arztbesuch typischen Beschwerden auch die Patienten-Vorgeschichte, körperliche Untersuchungen, Diagnostikmethoden, Therapien und Operationen. Ein Team aus Fachärzten der Bereiche Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie hat den Verlag bei der Erstellung beraten. Kurzinformationen zu Aspekten wie Röntgen/CT/MRT, Gastroskopie, Lymphdrainage oder ­Lungenfunktionstests oder zur Isolation ansteckender P ­ atienten im Krankenhaus ergänzen die Veröffentlichung. Sie kann unter www.edition-willkommen.de zum Preis von 19,90 Euro bestellt werden.

Berlin – Eine neue 12-seitige Broschüre der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bietet Hinweise zur Verordnung von Soziotherapie. Im Heft wird das Betreuungsangebot vorgestellt und gezeigt, wie die Zusammenarbeit zwischen Facharzt, Soziotherapeut und Patient funktioniert. Schwerpunkt bildet die Verordnung: Für welche Patienten ist Soziotherapie geeignet? Welche Ärzte dürfen die Leistung verordnen? Was ist bei einer Überweisung zu beachten? Diese und weitere Fragen werden in der Broschüre beantwortet. Praxisbeispiele runden das Angebot ab. Das Serviceheft ist in der Reihe „PraxisWissen“ erschienen: www.kbv.de/910181

W undinfektionen

Informationen zu neuem Qualitätssicherungsverfahren Berlin – Die Vermeidung von Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen ist das Ziel eines neuen Qualitätssicherungsverfahrens in Praxen und Kliniken, das zum 1. Januar 2017 gestartet ist. Es geht darum, die Anzahl nosokomialer Infektionen in Krankenhäusern und Arztpraxen zu verringern. Was das im Detail bedeutet, erläutert eine Praxisinformation, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung auf ihrer Homepage unter www.kbv.de/html/ themen_26421.php veröffentlicht hat. Ärzte und Praxisteams finden dort unter anderem eine Ausfüllhilfe mit Erläuterungen, Musterdokumenten und Linktipps zur jährlichen Einrichtungsbefragung. 3 | 2017

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S c hleswig - H olstein

Erstmals wieder mehr Organtransplantationen Kiel – In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Organtransplantationen im Jahr 2016 erstmals wieder gestiegen. Das teilt die Techniker Krankenkasse unter Berufung auf die aktuelle Statistik der Stiftung Eurotransplant mit. Während im vergangenen Jahr in den Kliniken im Norden 143 Organe transplantiert wurden, waren es 2015 insgesamt 120. Dies entspricht einer Steigerung um 16 Prozent. Schleswig-Holstein hebt sich damit vom bundesweiten Trend ab. Die Anzahl der Transplantationen im gesamten Bundesgebiet hat 2016 im Vergleich zum Vorjahr abgenommen. 2015 wurden insgesamt 4060 Organe transplantiert, im vergangenen Jahr waren es nur 4009. Damit setzt sich der Rückgang an Organspenden aus den beiden Vorjahren fort. Aktuell warten in Deutschland 10.130 Menschen auf mindestens ein Spenderorgan. In Schleswig-Holstein sind es 459. Die meisten von ihnen (309 Personen) benötigen eine neue Niere. aktuell

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NACHRICHTEN  KOMPAKT Q ualitätssi c herung

U mfrage

Neue Broschüre zur Arthroskopie von Knie und Schulter

Situation angestellter Ärzte im ambulanten Bereich

Bad Segeberg – Die Arthroskopie von Knie und Schulter steht im Mittelpunkt einer neuen Broschüre der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Sie richtet sich speziell an die bundesweit rund 4.200 Vertragsärzte, die eine Genehmigung für diese Eingriffe haben. Das 50-seitige Heft „Arthroskopie von Knie und Schulter“ ist in der Reihe „PraxisWissenSpezial“ erschienen. Darin werden die häufigsten Fehlerquellen bei der Dokumentation von Arthroskopien des Knie- und Schultergelenks aufgegriffen und es wird ganz konkret gezeigt, wie diese vermieden werden können. Ärzte erhalten Hinweise, wie sie die Eingriffe nachvollziehbar dokumentieren. Zahlreiche Abbildungen sorgen für eine hohe Anschaulichkeit. Der Serviceteil bietet einen Musterbogen für die Dokumentation und eine Checkliste für die Praxis. Gedruckte Hefte erhalten Ärzte bei der KVSH. Bestellung über Stephanie Purrucker, Tel. 04551 883 459 oder E-Mail: stephanie.purrucker@kvsh.de. Die Broschüre steht außerdem im Internet bereit und kann dort kostenlos heruntergeladen werden: www.kbv.de/838223

Berlin – Immer mehr junge Mediziner entscheiden sich in der vertragsärztlichen Versorgung für eine Tätigkeit als angestellter Arzt. Eine bundesweite Umfrage unter angestellten Ärzten im ambulanten Bereich soll deren Situation und Bedürfnisse erkunden. Ab 6. März erhalten mehr als 10.000 Ärzte den Fragebogen per Post. Die Befragung führen die Kassenärztlichen Vereinigungen gemeinsam mit der KBV und der Universität Trier durch. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen sollen strukturelle Veränderungen in der vertragsärztlichen Versorgung abgeleitet werden.

D armkrebs

Die Angaben werden anonym erfasst und von den Wissenschaftlern ohne Personenbezug ausgewertet. Die angeschriebenen Ärzte wurden per Zufallsprinzip ausgewählt.

Wartezimmerplakat

Im Mittelpunkt der Befragung steht, wie die in freien Praxen und anderen Einrichtungen angestellten Ärzte bei ihrer Tätigkeit als auch in ihrer weiteren Entwicklung optimal unterstützt werden können. Zudem geht es um den Arbeitsort und das Arbeitsumfeld sowie die berufliche Perspektive. Da viele Erwartungen und Bewertungen auch von der persönlichen Lebenssituation geprägt sind, sind auch einige demografische Fragen enthalten. Insgesamt sind es 50 Fragen, deren Beantwortung nicht mehr als 15 Minuten in Anspruch nehmen sollte. Dies ist per Post, per Fax oder online möglich, wobei Letzteres von den Wissenschaftlern präferiert wird, weil es die Auswertung erheblich erleichtert. Erhebungszeitraum ist März 2017 beziehungsweise für Hamburg März/April. Mit den ersten Ergebnissen wird im Sommer dieses Jahres gerechnet.

I nfektionss c hutz

Informationen für die Praxen

Berlin – Im Darmkrebsmonat März können Ärzte ihre Patienten wieder verstärkt auf die Möglichkeiten der Früherkennung von Darmkrebs hinweisen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hält dazu verschiedene Informationsmaterialien bereit, z. B. ein Wartezimmerplakat, das auf die Darmkrebsprävention aufmerksam macht. Ärzte können es kostenfrei bestellen: versand@kbv.de oder unter www.kbv.de/html/1150_27015.php downloaden. 18

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Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die KVen haben ein umfangreiches Portfolio an Musterdokumenten und Vorlagen veröffentlicht, das Arztpraxen beim Kampf gegen Keime unterstützen soll. Das Spektrum reicht vom Reinigungsund Desinfektionsplan über die Aufbereitung von Medizinprodukten bis zur Wundversorgung. Im Mittelpunkt stehen dabei fachübergreifend Maßnahmen zur Basishygiene. Zum Serviceangebot gehören unter anderem ein Musterdokument für einen Reinigungs- und Desinfektionsplan für die Praxis. Für Operateure gibt es eine Vorlage zur perioperativen Antibiotikaprophylaxe, die Empfehlungen zur Antibiotikagabe von der Indikationsstellung bis zur Dosierung enthält. Darüber hinaus werden Formblätter bereitgestellt, unter anderem zum Händeinfektionsmittelverbrauch und zur Risikoeinstufung. Die Servicedokumente stehen unter www.kbv.de/ html/hygiene.php zum Download bereit. aktuell

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gesundheitspolitik K ommentar

Doc online 85 Prozent der Deutschen sind online. Daran kommt man nicht vorbei, ob man das Internet mag oder nicht. Mehr als die Hälfte der Deutschen nutzt das Netz inzwischen für Einkäufe und als Informationsmedium. Es bringt die Geschäftsmodelle der Zeitungen ins Wanken und treibt nicht nur Lehrer zur Weißglut, weil Wikipedia auf alles eine Antwort hat. Auch Ärzte können ein Lied davon singen, wenn der Patient bei Dr. Google schon die Diagnose bekommen hat und eigentlich nur noch für das Rezept in die Sprechstunde kommt. Viele Ärzte können sich nur schwer mit diesen neuen Möglichkeiten anfreunden. Denn die professionelle Nutzung des Internets und seiner Möglichkeiten ist anstrengend. Anders als es aussieht verlangt die Arbeit höchste Konzentration und die E-Mail, die verschickt wurde, und über die man gerne noch einmal nachgedacht hätte, ist nicht rückholbar. Außerdem ist der Praxisbetrieb ein eingeschliffener Arbeitsablauf, der einen allseits vertrauten, sicheren Rahmen bietet. Neuerungen müssen den Praxistest erst noch bestehen. Ab Juli dieses Jahres sieht das E-Health-Gesetz in einem ersten Schritt Online-Sprechstunden für Nachsorgeuntersuchungen vor. Wer krank ist, muss zwar zuerst den Arzt in der Praxis aufsuchen, aber danach kann die Weiterbehandlung per Videochat erfolgen. Auch die Krankenkassen haben zur Abrechnung der Leistungen ihren Segen gegeben; Kammern und KVen arbeiten an der Umsetzung. Nun muss sich zeigen, was passiert. Insbesondere in ländlichen Regionen erhofft man sich Erleichterungen für den Arztbesuch, aber auch junge Menschen in den Städten dürften den Weg zum Arzt künftig online gehen. Wer sich schlau machen will, wird überrascht sein, was das Internet schon jetzt vorhält. „1.200 Ärzte online“ wirbt das Portal „www.justanswer.de“ für die schnelle Diagnose und Therapie. Laut Impressum sitzt der Betreiber der Plattform in „38 Keyes Avenue, San Francisco, California (USA)“, registriert ist er im Bundesstaat Idaho. Die Tatsache, dass das Portal als erste Adresse bei der Suche nach „Ärzte online fragen“ genannt wird, spricht für ein professionelles Suchmaschinenmarketing des Betreibers. Nur wer die meisten Klicks hat, steht an der Spitze und wird als erster gefragt.

Wir wären nicht in Deutschland, wenn nicht zwei typische Entwicklungen absehbar sind. Da ist zum einen die an Expertise nicht zu überbietende Diskussion über den Datenschutz. Man ahnt, das Regelwerk wird wieder ein Paragrafenkonvolut für jeden Einzelfall. Und da ist zum anderen das ökonomische Potenzial von „Doc online“. Seine Dimension werden wir wieder erst begreifen, wenn die Internet-Pioniere zu Milliardären geworden sind, in Kalifornien sitzen, aber hier ihr Geld verdienen, unsere Infrastruktur nutzen, aber keinen Cent Steuern dafür bezahlen. Diese Chancen haben wir auch, warum greifen wir nicht zu?

„Geschäftsmodell ‚Dienste gegen Daten’“

Damit soll der Datenschutz nicht klein geredet werden. Man sollte nur verstehen, dass es im www keine nationalen Grenzen gibt, innerhalb derer nationales Recht greift. Und wenn das gelernt ist, wird man vielleicht auch realisieren, dass Daten die Währung des Internets sind. Was das rechtlich, wirtschaftlich und sozial bedeutet, ist in Deutschland kein Thema. Dabei fordert das Geschäftsmodell „Dienste gegen Daten“ längst einen Ordnungsrahmen, bei dem der Datenschutz eine wichtige, tatsächlich aber nur eine Nebenrolle spielt. „Doc online“ oder der virtuelle Arztbesuch sind nicht aufzuhalten. Das ändert aber nichts daran, dass Menschen immer noch mit Menschen umgehen wollen, erst recht, wenn sie krank sind. Das Gespräch mit „meinem Arzt“ besteht aus mehr als Diagnose und Therapie. Und der Arzt erfährt mehr über „seinen Patienten“, wenn er ihn persönlich vor Augen hat. Noch ist die Arztpraxis also kein Auslaufmodell, aber sie muss multimedial werden. Peter Weiher, Journalist

Natürlich gibt es auch Betreiber in Deutschland: „www. patientus.de“ – eine Plattform, die schon von der Namensgebung her nicht gefunden werden will – nennt immerhin das UKSH, die AOK-Nordwest und die Techniker Krankenkasse als Partner. „www.netdoktor.de“, „www.arztkonsultation.de“ und „www.dred.com/de. Ihr Arzt im Netz – eine Million zufriedene Patienten“ sind weitere Adressen. Zwischen 9 und 49 Euro kostet hier das Rezept, die Online-Apotheke lässt am nächsten Werktag ausliefern. Und: Hoppla, was ist denn das? „Unser Online-Arzt beantwortet Ihre Fragen schnell und individuell: Ihre AOK Baden-Württemberg“. Da ist ja ordentlich was los, in der schönen neuen Welt des virtuellen Sprechzimmers.

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gesundheitspolitik A bgeordnetenversammlung

Zähe Honorarverhandlungen

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AV berät über Sachthemen und wählt Angestelltenausschuss.

Nachdem im Mittelpunkt der konstituierenden Sitzung des neugewählten KVSH-Parlaments die Besetzung der Gremien und Ausschüsse stand, widmeten sich die Abgeordneten in der ersten regulären Sitzung der neuen Wahlperiode vorrangig Sachfragen. Vieles ist im Fluss, ohne dass bereits konkrete Ergebnisse vorliegen. Das wurde im Bericht zur Lage der Vorstandsvorsitzenden der KVSH, Dr. Monika Schliffke, deutlich. So dauerten zum Zeitpunkt der Versammlung die Honorarverhandlungen für SchleswigHolstein noch an, das Datum des Inkrafttretens der bundesweiten Laborreform war offen und im Bereich der PsychotherapieRichtlinie fehlten wichtige Entscheidungen der Berliner Gremien zu Vergütungsfragen. In anderen Punkten, die in vorausgegangenen Versammlungen Gegenstand der Diskussion waren, konnte Schliffke hingegen Vollzug melden. So berichtete sie, dass das umstrittene Selbstverwaltungsstärkungsgesetz die letzten parlamentarischen Hürden genommen habe. Sie erinnerte an die wesentlichen Kritikpunkte und konnte darauf hinweisen, dass im Zuge der Beratungen im Bundestagsgesundheitsausschuss einige der geplanten Regelungen, die der Selbstverwaltung besonderes Kopfzerbrechen bereitet hatten, aus dem Entwurf gestrichen wurden, so die regelhaften namentlichen Abstimmungen in der KBV-Vertreterversammlung, die kleinteiligen Vorhaben zur Satzungsgestaltung 20

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und verschiedene vorgesehene Berichtspflichten der Selbstverwaltung an das Aufsicht führende Bundesgesundheitsministerium. „Interveniert gegen dieses Gesetz wurde intensiv, nicht nur von KBV und KZBV, auch seitens der Kassen – und am Ende im Wesentlichen erfolgreich“, zeigte sich die Vorstandsvorsitzende zufrieden. Bundestag beschließt „Upcoding-Bremse“ Auch das Heil- und Hilfsmittelgesetz hat der Bundestag, wie Schliffke berichtete, mittlerweile abgearbeitet, es aber in letzter Sekunde noch um eine „Upcoding-Bremse“ ergänzt. Mit dieser wird gesetzlich präzisiert, dass weder Mitarbeiter von Krankenkassen Vertragsärzte in der Diagnosecodierung beeinflussen noch Ärzte für die Vergabe und Dokumentation von Diagnosen ein Zusatzhonorar erhalten dürfen. Eine Klarstellung, die insbesondere „was Besuche von Kassenmitarbeitern in den Praxen betrifft“ zu begrüßen sei, urteilte die Vorstandsvorsitzende. Kritik übte sie an den jüngsten Entscheidungen in Berlin zur Umsetzung von Regelungen, die mit dem E-Health-Gesetz angestoßen wurden. So habe der Bewertungsausschuss die Aufnahme von radiologischen Telekonsilen in den EBM beschlossen. Allerdings seien zwar telekonsiliarische Befundbeurteilungen von Röntgenund CT-Aufnahmen Teil der Leistung, MRT hingegen nicht. „Das mag einem als Mediziner halbgar vorkommen. Aber wenn der aktuell

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gesundheitspolitik Gesetzgeber nicht Röntgen inklusive Schnittbilddiagnostik, sondern nur Röntgendiagnostik ins Gesetz hineinschreibt, passiert eben so etwas und die GKV muss dann Telekonsile für MRT nicht zahlen“, so Schliffke, die auch kritisierte, dass diese Leistung auf drei bis vier Prozent aller möglichen Fälle eines Radiologen quotiert sei. Radiologische Telekonsile würden damit „eher Einzelfälle“ bleiben. Grundsatzfrage der Finanzierung der Telematik-Infrastruktur ungeklärt Ungeklärt sei unverändert, wer eigentlich was in der neuen Telematik-Infrastruktur bezahlen solle. Kartenterminals und Konnektoren seien von den Krankenkassen, elektronische Heilberufsausweise wahrscheinlich von den Ärzten zu finanzieren. „Aber was ist mit den Wartungskosten aller Komponenten, der Finanzierung der Folgeausstattungen, der Finanzierung von Praxisausfallzeiten bei der Installation in den Praxen oder der Finanzierung der Implementierung und eines Zuschlags für das Versichertenstammdatenmanagement“, fragte Schliffke und prognostizierte, dass es noch dauern werde, bis in diesen Punkten Klarheit herrsche. Kaum Hoffnung auf nicht abgerufene „NäPa“-Vergütung Schliffke berichtete, dass es auf der Bundesebene das Bemühen gebe, über den Bewertungsausschuss die Mittel dem hausärztlichen Versorgungsbereich zuzuführen, die 2015 für die Nichtärztlichen Praxisassistentinnen (NäPa) verhandelt wurden, aber mangels ausgebildeter Kräfte nicht von Hausärzten abgerufen werden konnten. Im Erweiterten Bewertungsausschuss sei im Dezember entschieden worden, dass zumindest 50 Prozent dieser nicht ausgezahlten Gelder dem hausärztlichen Versorgungsbereich für strukturelle Zwecke zugeschlagen werden sollen. Der GKV-Spitzenverband habe aber Klage gegen diesen Beschluss erhoben und auch das BMG habe diesem widersprochen. Die Aussichten, dass das Geld in der hausärztlichen Versorgung noch ankommen werde, seien deshalb gering. Schliffke kritisierte, dass der entscheidende Fehler bereits 2015 gemacht worden sei: „Aus extrabudgetären Töpfen kann immer nur leistungsbezogen abgerufen werden. Das hätten damals die Verhandler schon wissen können. Wenn man, wie hier geschehen, zwar eine offene Grenze nach oben aber nichts für nach unten verhandelt, wird man solche Ergebnisse produzieren.“ Konvergenzregelung zentrales Thema der Honorarverhandlungen Auf die aktuellen Honorarverhandlungen im Land gingen sowohl die Vorstandsvorsitzende als auch ihr Stellvertreter, Dr. Ralph Ennenbach, in ihren Berichten ein. Die Übertragung der Verhandlungsergebnisse der Bundesebene zum Orientierungswert (OW) und zur Veränderungsrate sei unstrittig, so Schliffke. Das große Thema in den regionalen Verhandlungen sei derzeit die sogenannte „Konvergenz“. Mit dieser Regelung eröffnete der Bundesgesetzgeber jenen Kassenärztlichen Vereinigungen, in deren Bereichen die Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) je Versicherten im Jahr 2014 unter dem Bundesdurchschnitt lag, die Möglichkeit, die Forderung nach Angleichung an den Durchschnittswert in die Verhandlungen einzubringen.

bestünde. „Wir sagen Anspruch, die Kassen sagen, das müsst ihr erstmal beweisen“, verdeutlichte die Vorstandsvorsitzende, denn das Gesetz spreche davon, dass es eine Honorarerhöhung nach der Konvergenzregelung nur geben könne, wenn die Unterschreitung des Bundesdurchschnitts unbegründet sei. Ennenbach verwies darauf, dass die KVSH derzeit in den Verhandlungen durch verschiedene Berechnungen zu belegen versuche, dass dies mit Blick auf Schleswig-Holstein der Fall sei. KVSH schließt Gang zum Schiedsamt nicht aus Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende erläuterte zudem die regionalen Forderungen in der aktuellen Honorarrunde. Die KVSH wolle erreichen, dass die Bereiche Geriatrie, Palliativmedizin und Sozialpädiatrie sowie die Förderung der fachärztlichen Grundversorgung (PFG), die Förderung der rheumatologischen Versorgung sowie die spezielle Schmerztherapie künftig außerhalb der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) und damit als extrabudgetäre Leistungen vergütet werden. Ennenbach zeigte sich überzeugt, dass die KVSH in den Verhandlungen „passable Karten“ habe, da sie ihre Position mit Zahlen und Argumenten untermauern könne, wenngleich die Kassen auf konträre Zusammenhänge hinweisen würden. Er betonte aber, wie schon die Vorstandsvorsitzende zuvor, dass es eine Mindeststeigerung gebe, die in den Gesprächen erreicht werden müsse. Komme auf dem Verhandlungswege ein Ergebnis nicht zustande, so die Ankündigung beider Vorstände, sei die KVSH bereit, erstmals seit Jahren wieder den Gang zum Schiedsamt anzutreten. In diesem Zusammenhang erneuerten Schliffke und Ennenbach die Forderung, den Kassenärztlichen Vereinigungen nach Kassenarten getrennte Verhandlungen zu ermöglichen. Nach aktueller Rechtslage muss der Honorarvertrag „gemeinsam und einheitlich“ mit allen Krankenkassen abgeschlossen werden. Dies führe dazu, so Ennenbach, dass die Verträge den „kleinsten gemeinsamen Nenner“, auf den sich die Kassen einigen könnten, darstelle. Die Verhandlungen seien deshalb „unendlich zäh“. Bei getrennten Honorargesprächen, so seine Hoffnung, würde auch wieder mehr Wettbewerb zwischen den Kassen um gute Lösungen entstehen. Ausschuss für angestellte Ärzte gewählt Neben den Sachthemen standen Wahlen auf der Tagesordnung. Die Abgeordneten bestimmten die Zusammensetzung des beratenden Fachausschusses für angestellte Ärzte. Diesem gehören künftig die Allgemeinmedizinerin Dr. Heidrun Mumm, der Augenarzt Dr. Till Oppermann, der Chirurg Dr. Matthias Tennie, der Allgemeinmediziner Dr. Tomasz Warns sowie als stellvertretendes Mitglied die Augenärztin Dr. Annette Tetzlaff an. In einer weiteren Wahl wurden Sylvia-Angela Collier aus Bad Segeberg und Dr. Klaus Thomsen aus Flensburg zu stellvertretenden Mitgliedern des psychotherapeutischen Fachausschusses bestimmt. Delf Kröger, KVSH

Für Schleswig-Holstein bedeute dies einen Nachholbedarf von rund zwei Prozent, erläuterte Schliffke, wobei ein Teil der Differenz bereits durch Honorarabschlüsse der Vergangenheit angeglichen worden sei. Aus Sicht der Vorstandsvorsitzenden fehle aber noch eine Reststrecke für die ein Anspruch der Ärzteschaft 3 | 2017

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gesundheitspolitik S elbstverwaltungsstärkungsgesetz

Daumenschrauben light Bundesregierung verschärft Aufsicht über KBV. hörde und – wenn die Verstöße das Handeln von Vorstandsmitgliedern betreffen – an die Vertreterversammlung zu melden. Die zunächst im Gesetzentwurf vorgesehene Vorschrift, wonach die KBV und die weiteren Organisationen in regelmäßigen Abständen eine Geschäfts-, Rechnungs- und Betriebsprüfung durch eine unabhängige externe Prüfeinrichtung (Wirtschaftsprüfer, spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei) durchzuführen hätten, wurde in den parlamentarischen Beratungen verworfen.

Nach langer Diskussion hat der Bundestag jetzt den Weg für das Inkrafttreten des Selbstverwaltungsstärkungsgesetzes frei gemacht. Mit dem Gesetz nimmt die Bundesregierung die Spitzenorganisationen im Gesundheitswesen – die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), den GKV-Spitzenverband und den Spitzenverband des Medizinischen Dienstes – an die kurze Leine. Als Reaktion vor allem auf die Vorkommnisse in der KBV in den zurückliegenden Jahren erhält das Bundesgesundheitsministerium als Rechtsaufsicht neue Handlungsmöglichkeiten, um Entscheidungen durchzusetzen. So kann die Aufsicht künftig tätig werden, wenn die Vertreterversammlung eine angeordnete Satzungsänderung nicht fristgerecht umsetzt oder einen rechtlich notwendigen Beschluss zur Umsetzung einer gesetzlichen Vorschrift nicht fasst. In diesen Konfliktfällen kann das Ministerium fortan einen fehlenden Beschluss durch eine eigene Entscheidung ersetzen. Eine Klage dagegen ist möglich, eine aufschiebende Wirkung hat sie nicht (siehe auch Nordlicht 9/2016). Mit der „entsandten Person für besondere Angelegenheiten“ wird mit dem Gesetz zudem eine Möglichkeit für das Ministerium geschaffen, unterhalb der Schwelle der Einsetzung eines Staatskommissars, der die Geschäfte der KBV in Gänze übernimmt, durch eine externe Person nur in Teilbereichen in das Verwaltungshandeln einzugreifen. Mit Änderungsanträgen in letzter Minute wurden die Vorschriften präzisiert, wann dieses Instrument zum Einsatz kommen kann und welche Befugnisse der „Entsandte“ in diesen Fällen konkret hat. Erweitert werden mit dem Gesetz die Kontrollrechte der Mitglieder der Selbstverwaltungsorgane, eingeführt werden darüber hinaus neue Berichtspflichten der Vorstände gegenüber den Gremien, im Fall der KBV gegenüber der Vertreterversammlung. Ebenfalls neu ist die gesetzliche Verpflichtung zur Einrichtung einer Innenrevision. Diese hat festgestellte Verstöße auch an die Aufsichtsbe22

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KBV-Vorstand künftig mit drei Mitgliedern Eine wesentliche Neuerung ist, dass der Vorstand der KBV künftig verpflichtend aus drei Mitgliedern zu bestehen hat. Eines der drei Mitglieder darf, so die durch das Selbstverwaltungsstärkungsgesetz geschaffene Regelung, weder dem hausärztlichen noch dem fachärztlichen Versorgungsbereich angehören. Kurz vor der Verabschiedung wurde in den Gesetzentwurf zudem eine Klarstellung aufgenommen, dass es sich bei Wahlen für Führungspositionen auch um Abstimmungen handelt und somit die Regelung zur paritätischen Abstimmung, die sicherstellen soll, dass haus- und fachärztliche Stimmen paritätisch gewichtet werden, auch in diesen Fällen Anwendung findet. Die neuen Bestimmungen zur Vorstandsbesetzung und -wahl werden bereits Anfang März wirksam. Dann steht die Neuwahl des KBVVorstandes auf der Tagesordnung der Vertreterversammlung. Nicht nur die Aufsicht wird der KBV künftig stärker auf die Finger schauen, sowohl in Fragen des Verwaltungshandelns als auch der Haushaltsführung. Auch die Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Bundestages wollen das aufsichtsrechtliche Handeln des Gesundheitsministeriums künftig stärker kontrollieren. Ins Gesetz aufgenommen wurde deshalb eine Verpflichtung, dass das Bundesgesundheitsministerium dem Gesundheitsausschuss des Parlaments jährlich einen entsprechenden Tätigkeitsbericht vorlegen muss. Satzungsvorgaben für KBV-Vertreterversammlung aus dem Gesetz genommen Ebenfalls in den abschließenden Beratungen haben die Mitglieder des Gesundheitsausschusses einen Paragraphen aus dem Gesetzentwurf wieder herausgekippt, der zuvor für viel Kritik gesorgt hatte. Die zunächst geplanten detailreichen Vorgaben, was in der Satzung der KBV-Vertreterversammlung im Einzelnen wie zu regeln ist, findet sich nicht mehr im beschlossenen Gesetz. Hier ist Handlungsspielraum für die Vertreterversammlung, die eigenen Angelegenheiten selbst zu regeln, erhalten geblieben. Auf die Arbeit der regionalen KVen hat das neue Gesetz keine direkten Auswirkungen. Delf Kröger, KVSH

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gesundheitspolitik V ersorgungsfors c hungstag

Flexible Lösungen für die ärztliche Tätigkeit

Um die ambulante Sicherstellung mit den Erwartungen der nachrückenden Ärztegeneration zu vereinen, sind vor allem Flexibilität und Gestaltungsspielraum gefragt. Das ist die Quintessenz des 2. Hamburger Versorgungsforschungstages „ Eros Arzt und Arbeitswelt 4.0 – Neue Ansprüche an die ambulante Versorgung“. Veranstalter waren die KV Hamburg und die KVSH.

© KV Hamburg

(v. l.) Cornelia Prüfer-Storcks, Hamburger Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz, Kristin Alheit, Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin und Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Die Veranstaltung näherte sich ihrem Gegenstand sowohl von wissenschaftlicher als auch von praktischer Seite und brachte die beteiligten Interessengruppen – Studierende, junge Ärzte in Niederlassung, Krankenhausärzte und Vertreter der Selbstverwaltung und der Politik – an einen Tisch. Ziel des Kongresses war, auf der Basis des aktuellen Standes der Versorgungsforschung nach Lösungen zu suchen, die gewährleisten, dass sich individuelle Lebens- und Arbeitskonzepte mit dem umfassenden gesellschaftlichen Auftrag der medizinischen und psychotherapeutischen Sicherstellung vereinen lassen. Dafür hatte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) in einer von der apoBank unterstützten Fokusgruppenstudie ermittelt, welche Anforderungen unterschiedliche Peergroups an das System stellen. Die Ergebnisse wurden von Dr. Dominik Graf von Stillfried, dem Geschäftsführer des Zi, vorgestellt. Es zeigte sich, dass neben finanziellen Aspekten auch die persönliche Lebensplanung und die Rahmenbedingungen der Berufsausübung immer stärker in den Fokus individueller Entscheidungen rücken. Je nach individueller Situation bevorzugen die Befragten dabei die Gestaltungsmöglichkeiten und Flexibilitäten einer inhabergeführten Praxis oder die größeren Sicherheiten im Angestelltenverhältnis. Der wissenschaftliche Leiter und Moderator der Veranstaltung, Prof. Dr. Marcus Siebolds, erläuterte die gesellschaftliche Rolle des Vertragsarztes, die durch Eros und Ethos geprägt sei – seine Gemeinwesenbindung, also gesellschaftliche Verpflichtung, gepaart mit dem individuellen Fallverstehen in der Zusammenarbeit mit dem Patienten seien die zentralen Voraussetzungen für die hohe Qualität der medizinischen Versorgung in Deutschland.

Lösungen und Strukturen Die schleswig-holsteinische Gesundheitsministerin Kristin Alheit wies in ihrem Grußwort auf die Notwendigkeit hin, in der ambulanten medizinischen Versorgung flexible Konzepte zu verfolgen. „Gute Lösungen für eine flächendeckend hochwertige Versorgung, ob in Schleswig-Holstein oder andernorts, müssen immer so gedacht und gemacht werden, dass sie attraktiv für Medizinerinnen und Mediziner sind.“ Die Hamburger Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz, Cornelia Prüfer-Storcks, zeichnete in ihrem Grußwort ein positives Bild der Versorgung in Hamburg, wies aber darauf hin, dass neue Strukturen notwendig seien und die Zusammenarbeit von ambulantem und stationärem Sektor stärker ausgebaut werden müsse. „Junge Medizinerinnen und Mediziner entscheiden sich heute seltener für eine eigene Einzelpraxis. In der ambulanten Versorgung boomen vor allem kooperative Strukturen“, so Senatorin Prüfer-Storcks. Selbstverwaltung positioniert sich Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH, sagte, in Schleswig-Holstein komme es vor allem darauf an, gezielt auf die Bedürfnisse der jungen Ärztegeneration einzugehen: „Flexible Formen der ärztlichen Praxistätigkeit, neue Kooperationsmodelle, auch Lösungen gemeinsam mit Kommunen: Gerade im ländlichen Raum müssen wir neue Wege gehen.“ Walter Plassmann, Vorstandsvorsitzender der KV Hamburg, wies darauf hin, dass es Aufgabe des KV-Systems sei, die Attraktivität der Selbstständigkeit und der Niederlassung in freiberuflicher Praxis stärker in den Fokus zu rücken. „Das System der Selbstverwaltung und seine vielen Vorteile sind noch zu wenig unter den Studenten und Ärzten in Weiterbildung bekannt.“ In seinem Schlusswort stellte Dr. Dirk Heinrich, der Vorsitzende der Vertreterversammlung der KV Hamburg, klar, dass niemand außer der verfassten Ärzte- und Psychotherapeutenschaft die medizinische Versorgung der Bevölkerung in dieser Weise sicherstellen könne. Hierzu würde eine adäquate Vergütung gehören und die Erkenntnis der Politik, dass dirigistische Eingriffe kontraproduktiv seien. Aufgabe der Selbstverwaltung sei es hingegen, künftig noch stärker eigene Lösungen für die versorgungstechnischen Herausforderungen der Zukunft zu erarbeiten. Weitere Informationen und Präsentationen zu der Veranstaltung finden Sie unter www.versorgungsforschungstag-hamburg.de. Pressemitteilung KV Hamburg/KVSH

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gesundheitspolitik G esundheitskongress

Brückenbauer aus Berlin

Um das Gesundheitswesen in Deutschland zukunftssicher zu machen, setzt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf eine bessere Vernetzung der Gesundheitsberufe, mehr Prävention und mehr Medizinstudienplätze. stationärem und pflegerischem Bereich zu stärken. „Wir wollen damit Mauern beseitigen und Brücken bauen.“

©Sönke Ehlers

Fachkräftemangel als Hauptproblem Als ein weiteres Problem identifizierte der Bundesminister den Fachkräftemangel im Gesundheits- und Pflegebereich. Um diesem Trend entgegen zu wirken, müsse künftig deutlich mehr ausgebildet werden. Gröhe bekräftigte, dass er auch eine moderate Erhöhung der Anzahl der Medizinstudienplätze für nötig halte, um die steigende Nachfrage nach ärztlichen Leistungen zu befriedigen. Besonders die Allgemeinmedizin müsse weiter gestärkt werden. Viele Wünsche der Hausärzte, wie die Aufhebung der Residenzpflicht, die Gründung fachgruppengleicher MVZ und die bessere Förderung der Weiterbildung seien bereits erfüllt. Die Stellung der Allgemeinmedizin an den Hochschulen müsse aber weiter gestärkt werden, z. B. durch die Schaffung von weiteren Lehrstühlen. Schliffke unterstützte dieses Ziel. Die Allgemeinmedizin dürfe nicht länger das Stiefkind an den Hochschulen sein.

Wie sieht die medizinische Versorgung in der Zukunft aus? Die CDU Schleswig-Holstein hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Fachleute aus dem Gesundheitswesen Schleswig-Holsteins zu einem Gesundheitskongress nach Bad Segeberg eingeladen, um dieser Frage nachzugehen. Gröhe diskutierte mit Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Franz Bartmann, Präsident der Ärztekammer, Bernd Krämer, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein und Thomas Haeger, Landesdirektor der AOK NORDWEST. Er lobte die Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssektors, der international einen Spitzenplatz einnehme. Elf Prozent des Bruttosozialproduktes investierten die Deutschen in die medizinische Versorgung. In den USA seien es 18 Prozent, doch damit würden längst nicht alle Bevölkerungsgruppen versorgt und ein deutlich kleinerer Anteil profitiere von einem umfangreichen Krankenversicherungsschutz. Gröhe wies bei allem Lob für die beteiligten Gesundheitsberufe auch auf einige Defizite hin. Es gebe noch Reserven, die bei verstärkter Prävention und frühzeitiger Aufklärung besser genutzt werden könnten. „Wenn Du zu spät hilfst, wird es teurer“, spitzte der Minister zu und verwies auf die hohen Kosten, die z. B. für die Behandlung von vermeidbarem Diabetes anfallen. Ein Land wie Deutschland, das ein so hervorragendes Gesundheitssystem habe, dürfe nicht stehen bleiben und müsse noch ehrgeizigere Ziele entwickeln, damit die Qualität erhalten bleibe, forderte Gröhe. Er gehe davon aus, dass die 300 Millionen Euro aus dem Investitionsfonds helfen, die Vernetzung zwischen ambulantem,

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Die Vorstandvorsitzende der KVSH verwies darauf, dass der Norden bereits umgesteuert habe und Lehrstühle für Allgemeinmedizin in Kiel, Lübeck, Hamburg, Rostock und Greifswald vorweisen könne. Außerdem habe die KVSH mit gezielten Fördermaßnahmen während des Studiums junge Mediziner früh an die Option einer späteren Niederlassung herangeführt. Auch die Gründung des Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin werde sich positiv auswirken. Schliffke erklärte, dass sie auch der Einführung einer „Landeskinderquote“ bei der Vergabe von Medizinstudienplätzen positiv gegenüberstehe. Ein hoher Anteil von ihnen werde später in Schleswig-Holstein bleiben. Dr. Bartmann nahm die IT-Pläne Gröhes auf. „Telemedizin ist eine Riesenchance, die wir in Schleswig-Holstein nutzen wollen. Die steigenden Anforderungen an die Ärzte können nur durch die Ausschöpfung aller telematischen Möglichkeiten bewältigt werden“, erklärte Bartmann. Jakob Wilder, KVSH

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PRAXIS  & KV A nlaufpra x en

Hohe Qualität im ärztlichen Bereitschaftsdienst Der ärztliche Bereitschaftsdienst in Schleswig-Holstein nimmt auch bei der Qualitätssicherung eine Vorreiterrolle ein. Alle 43 Anlaufpraxen der KVSH erfüllen die Anforderungen des Qualitätsmanagementverfahrens QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen) und wurden erfolgreich zertifiziert. Bundesweit eine Premiere.

Zertifikats-Übergabe: Dr. Wolfgang Tiedemann, QEP-Visitor/Geschäftsführer der TQZert Zertifizierungsgesellschaft (li.) und Alexander Paquet, Leiter der Notdienstabteilung der KVSH

„Die Zertifizierung unserer Anlaufpraxen ist das Ergebnis von fast zwei Jahren Arbeit und zeigt den Patienten, dass sie sich auf die qualitätsgesicherten Strukturen und Abläufe im ärztlichen Bereitschaftsdienst verlassen können“, erklärte Alexander Paquet, Leiter der Notdienstabteilung der KVSH. „Ohne die Teams in den Anlaufpraxen und ihr Engagement wäre diese Aufgabe nicht zu bewältigen gewesen“, sagte er vor 25 Medizinischen Fachangestellten (MFA) aus den Anlaufpraxen, die zum jährlichen Treffen der Ersthelferinnen in die KVSH gekommen waren. „Der Weg zur Zertifizierung war spannend, aufregend und lehrreich. Er hat sich gelohnt“, berichtete Sandra Hauch, MFA an der Anlaufpraxis Lübeck über ihre Erfahrungen. „Mit der Zertifizierung und den damit eingeführten Strukturen kann unser großes Team, das aus 32 MFA und rund 50 Ärzten besteht, die Arbeitsabläufe und somit die Versorgung der Patienten in beiden Lübecker Anlaufpraxen noch effektiver sicherstellen.“

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Zertifikatsvergabe QEP-Visitor Dr. Wolfgang Tiedemann überreichte die Zertifikate. Der Geschäftsführer der TQZert Zertifizierungsgesellschaft – früher selbst als Allgemeinmediziner niedergelassen – fasste dabei die Ergebnisse des Prozesses noch einmal zusammen. „Die durch QEP® optimal strukturierten Abläufe sorgen für noch mehr Behandlungssicherheit und -qualität für die Patienten.“ Tiedemann nannte als weiteren Vorteil, dass die MFA durch die QEP®Vorgaben mehr Verantwortung für die organisatorischen Abläufe in den Anlaufpraxen übernehmen, sodass den diensthabenden Ärzten mehr Zeit für die Behandlung der Patienten bleibt. „Die Verleihung der Zertifizierungsurkunden bedeutet aber nicht nur eine sichtbare Anerkennung für die bereits geleistete Arbeit. Sie ist auch Ansporn, sich weiterhin für mehr Qualität zu engagieren, um so in drei Jahren die erfolgreiche Rezertifizierung zu feiern“, erklärte der Visitor. Lohnender Aufwand Dr. Constanze Lessing, Referentin für Qualitätsmanagement Beratung und Patientensicherheit bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, gratulierte im Namen ihres Vorstands. „Die Zertifizierung von Anlaufpraxen ist eine Premiere und gleichzeitig ein Beweis, wie gut QEP® auch in diesem Bereich funktioniert“, so Lessing. QEP® ermögliche es, sämtliche Prozesse und Abläufe in einer Anlaufpraxis von der Anmeldung über diagnostische und therapeutische Leistungen bis hin zum Notfall-, Hygiene- oder Gerätemanagement zu optimieren. Lessing lobte den Schwung, mit dem die Beteiligten das Projekt in Angriff genommen hätten. Ein Vorteil sei dabei die Struktur des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Schleswig-Holstein gewesen, die mit dem Zusammenspiel aus Anlaufpraxen, fahrendem Dienst und zentraler Leitstelle bundesweit eine führende Position einnehme. Jakob Wilder, KVSH

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PRAXIS  &  KV Q ualitätssi c herung

Neue verwechslungssichere Luer-Verbindungen In vielen Praxen kommt er tagtäglich zum Einsatz, der Luer-Anschluss. Hierbei handelt es sich um ein universelles Verbindungssystem, das in ganz unterschiedlichen medizinischen und pflegerischen Bereichen zum Einsatz kommt.

© istock.com/Squaredpixels

Bislang wurden für vier Anwendungsbereiche neue Verbindertypen (Small Bore Connectors) definiert: ƒƒ Verbinder für enterale Ernährung ƒƒ Atemsysteme und Antriebsgase für respiratorische Systeme ƒƒ Plethysmographische Blutdruckmessung ƒƒ neuroaxiale Anwendungen

Der Einsatz identischer Luer-Verbinder für sehr viele unterschiedliche Anwendungszwecke führte in der Vergangenheit im medizinischen Alltag häufig zu Verwechslungen, mit teilweise erheblichen Schädigungen für die Patienten. Die neue internationale Norm ISO 80369 soll zukünftig dazu beitragen, Fehlverbindungen zu vermeiden. Sie verpflichtet den Hersteller, die Bauart einzelner Systeme so zu verändern, dass unterschiedliche Funktionsteile nicht mehr versehentlich miteinander verbunden werden können (z. B. eine enterale Spritze an einen zentralen Venenkatheter). Mit dieser Norm wird das medizinische Fachpersonal bei der Vermeidung von Fehlern durch einheitliche, verwechslungssichere Systeme unterstützt. Erklärtes Ziel: die Steigerung der Patientensicherheit mit möglichst geringem Umstellungsaufwand für Ärzte und Pflegepersonal. Zum Hintergrund Der ursprünglich lediglich für die Verbindung zwischen einer Kanüle und einer Spritze vorgesehene Luer-Verbinder führte aufgrund seiner einfachen, bequemen und sicheren Handhabung zu der heutigen, weit darüber hinausgehenden Verwendung. So finden sich beispielsweise Anwendungen für Katheter, Dreiwegehähne, Infusionsschläuche oder Spinalnadeln. Luer-Verbinder ermöglichen technisch fast jede beliebige Verbindung hin und weg vom Patienten. Sie sind zwischen verschiedenen Herstellern kompatibel und international etabliert. 26

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Die Medizinprodukte-Hersteller müssen diese Norm umsetzen, um die Anwendungsrisiken zu minimieren. Die Luer-Verbinder bleiben zwar bestehen, dürfen dann aber nur noch für intravasculäre und transdermale Anwendungen weiterverwendet werden. Die Einführung hat 2016 begonnen.

Bitte beachten Sie! Wenn Sie Patienten behandeln, die mit LuerVerbindern der vier definierten Bereiche versorgt werden, tauschen Sie sich bitte in enger Abstimmung mit den übrigen am Behandlungsprozess Beteiligten, wie zum Beispiel den Mitarbeitern von Alten- oder Pflegeheimen, aus. Damit möglichst viele Nutzer von der Umstellung der Luer-Verbinder erfahren, bitten wir Sie, das Thema in einem Ihrer nächsten QualitätszirkelTreffen anzusprechen. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) stellt die E-Mailadresse erfahrung-luer-umstellung@ aps-ev.de zur Verfügung und bittet alle beteiligten Institutionen und Anwender um rege Meldung der eigenen Erfahrungen. Die Erfahrungsberichte können dann in eine Überarbeitung der Handlungsempfehlungen einfließen.

Diese Empfehlung in der Lang- und Kurzversion „Hilfestellung zur Umstellung von Luer-Verbindern auf neue verwechslungssichere Verbinder“ und weiterführende Materialien finden Sie unter www.aps-ev.de KV Westfalen-Lippe

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Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung____________________________________________27 Postoperative Nachbehandlung durch Vertragsärzte nach ambulanten Operationen im Krankenhaus_________________31 Vertrag zur Förderung der Gruppentherapie gekündigt_______________________31 Drei weitere Krankenkassen nehmen an der Vereinbarung „Gesund schwanger“ teil_____________________________31 Ambulantes Operieren – OPS 2017________________________________________32 Vereinbarung zur besonders qualifizierten und koordinierten palliativ-medizinischen Versorgung___________________________32

Aus der Zulassungsabteilung Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann. Name

Fachgruppe/Schwerpunkt

Niederlassungsort

Niederlassungsdatum

Dr. med. Michael Paulsen – halbe Zulassung –

Innere Medizin, Schwerpunkt Hämatologie und Internistische Onkologie

23909 Ratzeburg, Röpersberg 2

01.04.2017

Dr. med. Jon-Marten Heisler – halbe Zulassung –

Augenheilkunde

25917 Leck, Anackerstraße 2

01.07.2017

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de):

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Name

Fachgruppe

Ort

Prof. Dr. med. Thorsten Feldkamp

Innere Medizin

Kiel

Dr. med. Per Martius

Innere Medizin, Schwerpunkt Kardiologie

Geesthacht

Dr. med. Oliver Kuß

Innere Medizin

Geesthacht

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Tobias Ankermann

Kinder- und Jugendmedizin

Kiel

Dr. med. Klaus Westerbeck

Kinder- und Jugendmedizin

Kiel

Dr. med. Ulrich Neuschäfer

Orthopädie und Unfallchirurgie

Flensburg

Dr. med. Harald Lucius

Neurologie

Schleswig

Dr. med. Thordis Blöcker

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Flensburg

Dr. med. Isabell Grande-Nagel

Diagnostische Radiologie

Lübeck

Dr. med. Birgit Riemer

Diagnostische Radiologie

Rendsburg

Dr. med. Merle Krohn

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Henstedt-Ulzburg

Dr. med. Holger Uhlig

Chirurgie

Helgoland

Prof. Dr. med. Beate Stöckelhuber

Diagnostische Radiologie

Kiel

Andreas Witt

Neurologie und Psychiatrie

Neumünster

Sozialpädiatrisches Zentrum des Klinikums Itzehoe

Kinder- und Jugendmedizin, Neurologie und Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie

Itzehoe

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Thomas Paul – halbe Zulassung –

22880 Wedel, Hafenstraße 26

Psychologische Psychotherapie

01.04.2017

Dipl.-Psych. Eveline Meißner

Dipl.-Psych. July Ferenczy

23570 Lübeck, Leegerwall 1

Psychologische Psychotherapie

01.05.2017

Dr. med. Christoph Preuss

Dr. Jan-Frederic Wiborg – halbe Zulassung –

25746 Heide, Heistedter Straße 21

Psychologische Psychotherapie

02.02.2017

Dipl.-Psych. Hans Cordshagen

Dr. med. Atefeh RajabiWieckhorst

24103 Kiel, Küterstraße 7 – 9

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

15.01.2017

Priv.-Doz. Dr. med. Dietrich Weisner

Dr. med. Serkan Filiz

22880 Wedel, Rosengarten 5 – 9

Urologie

12.01.2017

Dr. med. Andreas Kerl

Dr. med. Janine Feurer

23769 Fehmarn, Hauptstraße 23

Allgemeinmedizin

01.01.2017

Dr. med. Johannes Grünitz

Dr. med. Andreas Nolte

24103 Kiel, Alter Markt 11

Innere Medizin, hausärztlich

02.01.2017

Dr. med. Helmut Kleinwechter

Dipl.-Psych. Betina Smetsers – halbe Zulassung –

25813 Husum, Norderstraße 9

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

01.02.2017

Dipl.-Psych. Géza Apel

24211 Schellhorn, Wehrbergallee 3

Psychologische Psychotherapie

11.01.2017

Dr. med. Karin Höhn – halbe Zulassung –

25813 Husum, Albertsweg 4a

Psychiatrie und 01.02.2017 Psychotherapie, ausschließlich psychotherapeutisch tätig

Nadine Möller-Schielmann – weitere halbe Zulassung –

23813 Nehms, Kastanienweg 2

Innere Mediziin

01.04.2017

Jochen Meissner

Matthias Schmidt

24975 Husby, Kirchstraße 2

Allgemeinmedizin

12.01.2017

Dr. med. Axel Riefflin

Michael Knappe

23730 Neustadt, Am Markt 5

Urologie

02.01.2017

Rüdiger Tews

Dipl.-Psych. Sigrid Rabiega

25436 Tornesch, Wilhelmstraße 2

Psychologische Psychotherapie

20.02.2017

Dipl.-Psych. Silke Ortmüller

Andrea Schmidt

24146 Kiel, Dorfstraße 9

Orthopädie und Unfallchirurgie

02.01.2017

Dr. med. Burkhard Stünitz

Dr. med. Dr. med. dent. Boris-Mark Niederquell

23909 Ratzeburg, Herrenstraße 3

Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie

01.03.2017

Dr. med. Andreas Breitkreuz

25704 Meldorf, Heider Straße 1

Psychiatrie und Psychotherapie

01.03.2017

Dr. med. Lydia Piepenbrink

24103 Kiel, Lange Reihe 19

Allgemeinmedizin

02.01.2017

Dr. med. York Christopher Damm

Dipl.-Psych. Albrecht Müller – halbe Zulassung –

23795 Bad Segeberg, Hamburger Straße 29

Psychologische Psychotherapie

01.04.2017

Dipl.-Psych. Erica Diedenhofen

Dr. phil. Dipl.-Psych. Eckhard Görlitz – weitere halbe Zulassung –

23552 Lübeck, An der Untertrave 12 –13

Psychologische Psychotherapie

01.04.2017

Dr. med. Christiane Schaller-Studt – halbe Zulassung –

Dr. med. Kai Kompisch

21465 Reinbek, Am Rosenplatz 3

Innere Medizin, hausärztlich

01.04.2017

Dr. med. Reiner Bodecker

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Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten:

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Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Neurozentrum am Klosterforst

25524 Itzehoe, Hanseatenplatz 1

Kinder- und Jugendmedizin, Schwerpunkt Neuropädiatrie

12.01.2017

Dr. med. Bettina Gehring – ganztags – – Sonderbedarf –

Priv.-Doz. Dr. med. Robert Linke

22880 Wedel, Rosengarten 5

Hals-NasenOhrenheilkunde

01.10.2017

Dr. med. Grit Berdien – halbtags – – Sonderbedarf –

Raimund Leineweber

21493 Schwarzenbek, Hamburger Straße 33

Kinder- und Jugendmedizin

02.02.2017

Lena Rosen – halbtags – – Sonderbedarf –

Medizinische Versorgungszentren Klinikum Nordfriesland GmbH – MVZ Tönning

25832 Tönning, Selckstraße 13

Chirurgie, Schwerpunkt Unfallchirurgie

02.02.2017

Dr. med. Linda Flynn – dreivierteltags – – Sonderbedarf –

Nephrocare Ahrensburg GmbH Medizinisches Versorgungszentrum

22926 Ahrensburg, Hagener Allee 5

Innere Medizin, Schwerpunkt Nephrologie

01.01.2017

Dr. med. Stefan Förster – ganztags – – Sonderbedarf –

MVZ Uetersen GmbH

25436 Uetersen, Röpckes Mühle 2

Allgemeinmedizin

02.02.2017

Simone Kaland-Joram – ganztags –

Dres. med. Dann und Kollegen

23560 Lübeck, Kronsforder Allee 69

Urologie

02.02.2017

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Rolf Muschter – halbtags –

Dr. med. Jörg Benzing

25451 Quickborn, Ziegenweg 4

Kinder- und Jugendmedizin

23.01.2017

Dr. med. Astrid Schulze – ganztags –

Dr. Bosse und Kollegen

24148 Kiel, Am Seefischmarkt 1 – 5

Hals-NasenOhrenheilkunde

02.01.2017

Kerrin Ingwersen – halbtags –

Dr. med. Walter Trettel, Dr. med. Peter Grieffenhagen

24211 Preetz, Markt 12

Haut- und Geschlechtskrankheiten

01.02.2017

Martina Podszuweit – halbtags –

MVZ Gesundheitszentrum Quickborn GbR

25451 Quickborn, Ziegenweg 4

Innere Medizin, hausärztlich

01.02.2017

Rona Wardak – halbtags, ab 01.03.2017 ganztags –

Dr. med. Gabriele Bramer

24119 Kronshagen, Eichkoppelweg 74

Gefäßchirurgie und Allgemeinchirurgie

01.03.2017

Marco Humrich – dreivierteltags –

Dr. Herboth und Kollegen

23611 Bad Schwartau, Eutiner Ring 5

Augenheilkunde

16.01.2017

Yücel Yilmaz – ganztags –

Raif Gülcan-Mülligans

24972 Steinbergkirche, Holmlück 15 a

Innere Medizin, hausärztlich

01.02.2017

Nina Warkentin – ganztags –

Dr. med. Reiner Bodecker, Dr. med. Jens Christiansen, Silke Pohl-Wegener und Dr. med. Juliane Pingen

21465 Reinbek, Am Rosenplatz 3

Innere Medizin, hausärztlich

12.01.2017

Mukaddes BaharBayansar – ganztags –

Dr. med. Bodo Stoschus

25980 Sylt OT Westerland, Kjeirstraße 23

Allgemeinmedizin

12.01.2017

Klaas Erbar – ganztags –

Dr. Brockmann und Kollegen

24768 Rendsburg, Am Grünen Kranz 2 – 4

Orthopädie

02.01.2017

Dr. med. Eugen Weihs – halbtags –

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Dr. Brockmann und Kollegen

24768 Rendsburg, Am Grünen Kranz 2 – 4

Orthopädie und Unfallchirurgie

02.01.2017

Sebastian Munck – halbtags –

MVZ Radiologie Prüner Gang

24103 Kiel, Brunswiker Straße 59

Radiologische Diagnostik 01.04.2017

Johannes Jürgens – ganztags –

Dr. med. Keren Först-Hädicke

24937 Flensburg, Holm 45

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

02.02.2017

Gudrun Thielsen – halbtags –

Jürgen Meinke

24226 Heikendorf, Teichtor 21

Allgemeinmedizin

01.02.2017

Dr. med. Fabian König – ganztags –

Dr. med. Martin Weigel

25335 Elmshorn, Schulstraße 50

Allgemeinmedizin

02.02.2017

Anja Böhner – halbtags –

Kathrin Eidenberg

25436 Uetersen, Rathausstraße 4

Innere Medizin, hausärztlich

02.02.2017

Dr. med. Martina Müllender – halbtags –

Asklepios MVZ Nord SH GmbH – Asklepios Gesundheitszentrum Elmshorn

25335 Elmshorn, Schulstraße 46 – 50

Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie

02.02.2017

Dr. med. Joachim Dahlke – halbtags –

Dres. med. U. Drerup/ G. Feuerstack

24226 Heikendorf, Teichtor 19

Neurologie

01.01.2017

Dr. med. Frank Papengut – dreivierteltags –

Dr. von Spreckelsen und Kollegen

24148 Kiel, Schönberger Straße 5 – 11

Orthopädie und Unfallchirurgie

01.04.2017

Bernd Münstermann – ganztags –

Dres. med. Horn und Kollegen

24211 Preetz, Am Krankenhaus 5

Radiologie

01.04.2017

Dr. med. Ramona Fernandez Marquardt – ganztags – – Sonderbedarf –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten: Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Dr. med. Angelika Nerdal

Augenheilkunde

24103 Kiel, Wilhelminenstraße 43

24114 Kiel, Kirchhofallee 35

01.04.2017

Dr. med. Ulrike Thielert

Augenheilkunde

24103 Kiel, Wilhelminenstraße 43

24114 Kiel, Kirchhofallee 35

01.04.2017

Dr. med. univ. Reza Takeh

Orthopädie

25451 Quickborn, Bahnhofstraße 92

25469 Halstenbek, Gustavstraße 11

01.03.2017

Dr. med. Ralph Sassen

Orthopädie

24146 Kiel, Dorfstraße 9

24103 Kiel, Prüner Gang 15

01.02.2017

Dr. med. Kerstin Simon

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

25746 Heide, Esmarchstraße 50

25746 Heide, Esmarchstraße 51 – 53

02.02.2017

Dr. med. Anne Katrin Eckstein

Chirurgie, Schwerpunkt Kinderchirurgie

24119 Kronshagen, Eichkoppelweg 74

24119 Kronshagen, Kieler Straße 120

12.01.2017

Dr. med. Jens Müller-Apitz

Nuklearmedizin

23701 Eutin, Plöner Straße 21

23611 Bad Schwartau, Eutiner Ring 5

02.01.2017

Dipl.-Psych. Dr. phil. Katja Apel

Psychologische Psychotherapie

25524 Itzehoe, Feldschmiedekamp 4

25524 Itzehoe, Lindenstraße 42

03.04.2017

Dipl.-Psych. Rudi Gebhardt

Psychologische Psychotherapie

25788 Wallen, Dorfstraße 7

25782 Tellingstedt, Teichstraße 1

03.04.2017

Dr. med. Eberhard Schauwienold

Hals-NasenOhrenheilkunde

25746 Heide, Friedrichstraße 44

25746 Heide, Bahnhofstraße 2a

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Bekanntmachungen und Meldungen

Postoperative Nachbehandlung durch Vertragsärzte nach ambulanten Operationen im Krankenhaus Immer wieder stellt sich die Frage, ob Vertragsärzte GKV-Versicherte postoperativ behandeln sollen bzw. dürfen, wenn diese nach einer ambulanten Operation nach Paragraf 115b SGB V vom Krankenhaus an den Vertragsarzt überwiesen werden. Unsere bisherige Auffassung, dass die postoperative Nachsorge für im Krankenhaus durchgeführte ambulante Operationen ebenfalls durch Ärzte des Krankenhauses zu erbringen und vom Krankenhaus direkt der jeweiligen Krankenkasse in Rechnung zu stellen ist, müssen wir unter Berücksichtigung einer aktuellen Stellungnahme der Kassenärztlichen Bundesvereinigung wie folgt korrigieren: Postoperative Leistungen können auf Überweisung des Operateurs bzw. des Krankenhausarztes (d. h. der an einem Krankenhaus angestellte Arzt bzw. ein auf Honorarbasis für das Krankenhaus tätige Arzt) durch einen nicht an der Operation beteiligten Vertragsarzt erbracht werden. Der Vertragsarzt kann die Leistung über seine KV abrechnen. Wichtig: Für die Überweisung ist vom Krankenhaus das bekannte Muster 6 zu verwenden. Auf diesem ist Folgendes vom Krankenhaus mitzuteilen und für die Abrechnung über die KV erforderlich: ƒƒAls Überweiser ist der Name des Krankenhauses im Feld 4219 („Überweisung durch andere Ärzte“) anzugeben; die Angaben der BSNR und LANR bleiben unberücksichtigt. ƒƒIm Auftragsfeld sind anzugeben:  die Kennziffer 88115  die beauftragte Leistung  das OP-Datum  der OPS (Operationsschlüssel) ƒƒEin Entlassbrief ist als Auftrag nicht ausreichend Die Möglichkeit der Überweisung an einen niedergelassenen Arzt beschränkt sich im AOP-Vertrag nach Paragraf 115b SGB V nicht auf postoperative Leistungen – auch prä- und intraoperative Leistungen können vom Krankenhaus mittels Überweisung nach Muster 6 Vordruckvereinbarung veranlasst werden. Hinweis: Erbringt ein Vertragsarzt prä-, intra- und/oder postoperative Leistungen über einen Honorarvertrag für das Krankenhaus, sind die Leistungen über das Krankenhaus (und nicht über die Kassenärztliche Vereinigung) abzurechnen.

Vertrag zur Förderung der Gruppentherapie gekündigt Der Vertrag zur Förderung der Gruppentherapie beziehungsweise der Psychotherapie-Richtlinie mit der Techniker Krankenkasse und der Barmer wurde zum 31. März 2017 aufgrund der bundesweiten Änderungen in der antragsgebundenen Psychotherapie (Psychotherapie-Vereinbarung) gekündigt. Für die eingeschriebenen Versicherten ist eine Nachwirkungsklausel vereinbart, die eine weitere Abrechnung über den 1. April 2017 hinaus von bereits genehmigten Vertragsleistungen beinhaltet.

Drei weitere Krankenkassen nehmen an der Vereinbarung „Gesund schwanger“ teil Der Vereinbarung „Gesund schwanger“ zur Vermeidung von Frühgeburten sind zum 1. April 2017 drei weitere Krankenkassen beigetreten. Leistungen im Rahmen der Vertrages können damit auch für Versicherte der BAHN-BKK, der Südzucker BKK und der VIACTIV Krankenkasse erbracht und abgerechnet werden. Insgesamt nehmen damit zehn Krankenkassen am Vertrag teil. Der Vertrag und alle Informationen stehen auf www.kvsh.de im Downloadcenter zur Verfügung.

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Bekanntmachungen und Meldungen

Ambulantes Operieren – OPS 2017 Der Anhang 2 zum Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wird zum 1. April 2017 an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) in der Version 2017 angepasst. Bis dahin verschlüsseln Ärzte ihre Operationen und Prozeduren weiterhin mit der Version 2016. Auch der Katalog zum AOP-Vertrag nach Paragraf 115b SGB V wurde an den OPS 2017 angepasst und ist bereits zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten. Bei der Abrechnung der im Katalog farblich hervorgehobenen Leistungen beachten Sie bitte die entsprechenden Fußnoten. Eine Übersicht über die neu in den Anhang 2 zum EBM aufgenommenen sowie die aus dem Anhang 2 gestrichenen OPS-Codes finden Sie ebenso, wie den neuen Katalog zum AOP-Vertrag, auf unserer Homepage unter www.kvsh.de  Downloadcenter  Ambulante Operationen. Für Praxen mit Zugang zum Sicheren Netz der KVen (SNK) bietet sich ein praktisches Tool der KBV an: Erstmals miteinander verbunden sind in einer überarbeiteten Version der EBM und der Anhang 2-Browser (A2B) mit den Operationen- und Prozedurenschlüsseln (OPS). Nutzer mit Zugang zum Sicheren Netz können einfach zwischen beiden Werken wechseln. Anhang 2 und EBM sind mit einer komfortablen Suchfunktion ausgestattet. Auch das Erstellen einer Favoritenliste und das Kopieren der Abfrage in Tabellenform sind möglich. https://ebm.kv-safenet.de/

Vereinbarung zur besonders qualifizierten und koordinierten palliativ-medizinischen Versorgung Seit 1. Januar 2017 ist die Vereinbarung zur besonders qualifizierten und koordinierten palliativ-medizinischen Versorgung nach Paragraf 87 Abs. 1b SGB V als Anlage 30 des Bundesmantelvertrages-Ärzte in Kraft getreten. Bevor die Vereinbarung versorgungswirksam wird, muss der Bewertungsausschuss jedoch noch die Regelungen zur Vergütung treffen. Dies soll voraussichtlich bis zum 1. Juli 2017 erfolgen. Ziel der Vereinbarung ist es, einen fließenden Übergang zwischen der kurativen Behandlung und der palliativ-medizinischen Versorgung sowie der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung zu gewährleisten. Zentrale Inhalte sind Regelungen zur Kooperation der teilnehmenden Ärzte mit weiteren an der Palliativversorgung beteiligten Diensten und Einrichtungen sowie deren Koordination im Versorgungsprozess. Daneben sind besondere Anforderungen an die Qualifikation der Vertragsärzte vorgesehen. Zukünftige Teilnahmevoraussetzung ist ein schriftlicher Antrag bei der KVSH, in dem unter anderem Nachweise über die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team (z. B. lokaler Pflegedienst) anzuzeigen sind. Bestehende Regelungen zur Palliativversorgung sowie regionale Vereinbarungen bleiben von der Vereinbarung unberührt. Die Vereinbarung finden Sie auf der Homepage der KBV unter dem Stichwort „Bundesmantelvertrag“. Hintergrund: Mit dem Hospiz- und Palliativgesetz erhielten KBV und GKV-Spitzenverband den Auftrag, im Bundesmantelvertrag die Voraussetzungen für eine besonders qualifizierte und koordinierte palliativ-medizinische Versorgung festzulegen. Damit soll die Palliativversorgung auch im Kollektivvertrag gestärkt und flächendeckend verbessert werden.

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PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

Die KV RLP hat einen neuen Vorstand

Dr. Dirk Heinrich erneut zum Vorsitzenden gewählt

Mainz – Die Vertreterversammlung der KV Rheinland-Pfalz hat einen neuen Vorstand gewählt. Dr. Peter Heinz, Facharzt für Allgemeinmedizin, ist neuer Vorsitzender des Vorstandes und übernimmt damit das Amt von Dr. Sigrid Ultes-Kaiser, Fachärztin für Anästhesiologie. Bisher hatte Dr. Heinz die Position des stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstandes inne. Neuer stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes ist Dr. Andreas Bartels, Facharzt für Anästhesiologie. Als Mitglied des Vorstandes wurde der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Peter Andreas Staub gewählt.

Hamburg – Die Vertreterversammlung der ca. 5.000 in Hamburg niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten hat auf ihrer konstituierenden Sitzung den HNO-Arzt Dr. Dirk Heinrich erneut zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wurde Hausarzt Dr. Björn Parey gewählt, der das Amt von Dr. Silke Lüder übernimmt. In seiner Antrittsrede übte Heinrich Kritik an Versuchen, die Selbstverwaltung zu schwächen. Er wies darauf hin, dass die hohe Qualität der ambulanten ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland untrennbar mit selbstständig in eigener Praxis arbeitenden Ärzten und Therapeuten verbunden ist.

Neue Förderregionen für Hausärzte in Niedersachsen

Etat für Ansiedlungsförderung erhöht

Hannover – Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen hat die Gebiete zur Förderung der vertragsärztlichen Versorgung für das Jahr 2017 neu ausgeschrieben. Gefördert werden dringend zu besetzende Vertragsarztsitze. Insgesamt sollen 26 Hausarztniederlassungen eine finanzielle Unterstützung aus einem Strukturfonds erhalten. Gefördert werden Aufwendungen, die mit dem Erwerb und der Ausstattung einer Praxis oder der Anstellung eines Arztes zusammenhängen. Die Höhe der Zuwendung beträgt einmalig bis zu 60.000 Euro. Gefördert werden auch Aufwendungen, die mit dem Erwerb und der Ausstattung einer Zweigpraxis zusammenhängen. Die Höhe der Zuwendung beträgt einmalig bis zu 30.000 Euro. Die Förderung gilt im Augenblick für die Regionen Braunschweig-Umland, Bremerhaven-Umland, Buxtehude, Cloppenburg, Harburg-Nord, Leer-Süd, Lüchow, Meppen, Stadthagen und Sulingen. Für folgende Regionen gilt zusätzlich zu der Investitionsförderung auch eine Umsatzgarantie: Cuxhaven, Nordenham, Papenburg, Wolfsburg-Umland und Zeven.

Frankfurt a. M. – Die KV Hessen, die Verbände der Krankenkassen und die Ersatzkassen in Hessen haben die Fördergelder in der Ansiedlungsförderung erhöht. Rückwirkend zum 1. Januar 2017 steigen die Fördersummen auf 60.000 Euro (Einmalzahlung) bzw. 66.000 Euro (Zahlung in fünf Jahrestranchen à 13.200 Euro). Der Gesamtetat für die Förderung aus dem Strukturfonds nach Paragraf 105 Abs. 1a SGB V beträgt ab sofort bis zu zwei Millionen Euro jährlich. Auf Grundlage einer gemeinsamen Förderrichtlinie vom 1. Juli 2015 wurden niederlassungsinteressierte Haus- und Fachärzte in förderungswürdigen Regionen bisher mit 50.000 Euro (Einmalzahlung) beziehungsweise 55.000 Euro (Zahlung in fünf Jahrestranchen à 11.000 Euro) beim Start in der eigenen Praxis gefördert. Maximal 800.000 Euro pro Jahr hatten dazu aus dem Strukturfonds bisher zur Verfügung gestanden. Ziel der Ansiedlungsförderung ist es, die Niederlassung von Ärzten in Gebieten mit besonderem Versorgungsbedarf zu unterstützen. Grundlage war der vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) initiierte Hessische Gesundheitspakt. Insgesamt 54 Förderanträge (44 für die hausärztliche und zehn für die fachärztliche Versorgungsebene) sind im Zeitraum vom 1. Juli 2015 bis zum 31. Dezember 2016 eingegangen, 23 konnten bereits positiv beschieden werden.

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aktuell

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die menschen im land V or O rt

Hilfe für die „Papierlosen“

© Medibüro Kiel

© Medibüro Kiel

Das Kieler Medibüro vermittelt qualifizierte medizinische Behandlungen für Menschen ohne Papiere und Migranten, die keine Krankenversicherung besitzen.

Freut sich über weitere Unterstützung: Merle Rohlfs, Medibüro Kiel

Unterstützt das Medibüro Kiel seit vielen Jahren: Dr. Manuela Schroeter, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin

Das Recht auf medizinische Versorgung ist ein Menschenrecht, das in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Artikel 25 festgeschrieben ist. Es ist jedoch ein Recht, auf das nicht alle Menschen in Deutschland zugreifen können. In der Bundesrepublik Deutschland leben nach Schätzungen von Wohlfahrtsverbänden zwischen 500.000 und einer Million Menschen „ohne Papiere“, das heißt, ohne geregelten Aufenthaltsstatus. Genaue Zahlen lassen sich für Schleswig-Holstein nicht erfassen, eine Studie der Diakonie spricht von bis zu 10.000 Betroffenen. Menschen ohne Papiere sind ein Teil unserer Gesellschaft und leben in ständiger Angst, entdeckt zu werden. Ihre Migrationsgeschichten, insbesondere die Gründe, die zu einem Leben in der Illegalität führten, sind sehr unterschiedlich. Krieg, autoritäre Gesellschaftssysteme, wirtschaftliche Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit, die Auswirkungen der Klimaveränderung und andere Faktoren zwingen diese Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Durch die restriktiven Regelungen des Asyl- und Aufenthaltsrechts wird es immer schwieriger für sie, einen sicheren Aufenthalt in der inzwischen sprichwörtlichen Festung Europa zu bekommen. Andere kommen mit einem Visum nach Deutschland, z. B. zum Studium, als Tourist oder um hier zu arbeiten. Läuft das Visum ab, entscheiden sie sich aus unterschiedlichsten Gründen gegen eine Rückkehr in ihr Heimatland. Wiederum andere kommen ohne legale Einreise hierher, da ihnen ein Leben in der Illegalität immer noch besser erscheint als das Leben in ihrem Heimatland.

Menschen ohne Papiere In diesem Zusammenhang ist es fast überflüssig zu erwähnen, dass diese Menschen von Sozialleistungen ausgeschlossen, also nicht krankenversichert sind und eine medizinische Versorgung nicht finanzieren können. Auch Menschen aus den neuen EULändern sind häufig von medizinischer Versorgung ausgeschlossen. Sie haben zwar „Papiere“ und sind freizügigkeitsberechtigt, jedoch häufig prekär oder gar nicht beschäftigt. Oftmals werden sie von Sozialleistungen ausgeschlossen, somit dann auch von jeglicher medizinischen Versorgung, sofern sie nicht noch eine Versicherung aus ihrem Herkunftsland haben. Das sind Zustände, die nicht haltbar sind. Zustände, auf die die „Medibüros“ öffentlich hinweisen und gleichzeitig versuchen, praktisch einen Zugang zu medizinischer Versorgung bereitzustellen. Bundesweit agieren 36 Medibüros und Medinetze als selbstorganisierte und nichtstaatliche Institutionen mit dem Ziel, medizinische Versorgung tatsächlich für alle Menschen zugänglich zu machen, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus.

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Ehrenamtliches Engagement So auch das Medibüro Kiel. Seit 2009 vermittelt es qualifizierte medizinische Behandlungen für Menschen ohne Papiere und Migranten ohne Krankenversicherung. Das Medibüro Kiel arbeitet sowohl auf praktischer als auch auf politischer Ebene. Die praktische Vermittlung medizinischer Hilfe erfolgt in der wöchentaktuell

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die menschen im land lichen Sprechstunde. Hier können alle Betroffenen mit ihren Anliegen erscheinen. Durch ein Netz von 68 unentgeltlich arbeitenden, engagierten Facharztpraxen, Psychologen, Hebammen und Sprachmittler wird fast immer eine passende Behandlung organisiert. Anfallende Kosten für Medikamente, labortechnische Untersuchungen, bildgebende Verfahren und anderes werden soweit notwendig und möglich über Spendengelder finanziert. Bei schweren und chronischen Erkrankungen oder Schwangerschaften, die eines Krankenhausaufenthaltes bedürfen, versucht das Medibüro Kiel zusammen mit den zu behandelnden Personen eine Lösung zu finden. In den letzten sieben Jahren konnten 1.381 Mal Menschen in eine fachärztliche Versorgung vermittelt werden, eine durchaus beachtliche Zahl, die dank der großen Hilfe von vielen Seiten für Einzelne nicht zur Belastung wird. Ärzte helfen „Als mich das Medibüro Kiel vor nunmehr sieben Jahren fragte, ob ich kranke Menschen ohne Papiere in meiner Praxis behandeln würde, habe ich sofort zugesagt“, erklärt Dr. Manuela Schroeter, Kinder- und Jugendmedizinerin aus Kiel, „denn ich finde, dass ein Aufenthaltsstatus nicht über eine Krankenversorgung entscheiden darf. Ich selbst bekomme ein bis zwei Anfragen im Monat vom Medibüro Kiel, was meinen Praxisablauf nicht beeinträchtigt. Die Verständigung klappt meistens gut, da häufig Personen für Übersetzungen mitgebracht werden. Sollten medizinische Probleme auftreten, die ich nicht gleich in meiner Praxis lösen kann, kümmert sich das Medibüro um eine Weitervermittlung der Betroffenen“, so die Kieler Kinderärztin weiter. „Natürlich würde ich es begrüßen, wenn alle diese Menschen Zugang zur normalen Krankenversorgung erhielten. Solange dies nicht gegeben ist, beteilige ich mich gerne weiter.“ Politisches Engagement Ein Zugang „für alle“ in die Krankenversorgung liegt leider noch in weiter Ferne. Durch verschiedene Kampagnen versucht das Medibüro Kiel politisch diesem Ziel näher zu kommen. So etwa durch die 2013 veröffentlichte Kampagne „Fairer Start ins Leben“, im Zuge derer sichere Geburten und Kinderimpfungen für alle gefordert wurden. Dieser Aufruf erhielt viel Unterstützung von verschiedenen Menschen und Organisationen aus der Zivilgesellschaft. Tatsächlich wurde 2013 von der Stadt Kiel eine kostenlose Impfsprechstunde für nicht-krankenversicherte Kinder und ihre Eltern eingerichtet. Aktuell ist das Medibüro im Gespräch mit verschiedenen Politikern der schleswig-holsteinischen Landesregierung, um praktische und konzeptionelle Umsetzungsmöglichkeiten einer medizinischen Versorgung für alle Menschen in Schleswig-Holstein zu diskutieren. Schritt für Schritt wird es weitergehen und das Ziel erreicht werden, so hoffen die Mitglieder des Medibüro Kiel.

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Unterstützer gesucht Dennoch, um die Arbeit auf möglichst viele Schultern verteilen zu können, brauchen alle Medibüros jede Hilfe, die sie bekommen können. So auch hier in Kiel. Das Medibüro ist ständig auf der Suche nach Facharztpraxen jeder Fachrichtung, die sich eine Kooperation vorstellen könnten. Dabei ist es nicht wichtig, wie groß das Engagement ausfällt. Von einer einmaligen Vermittlung pro Quartal, bis hin zu wöchentlichen festen Sprechzeiten für das Klientel des Kieler Medibüros sind alle Varianten möglich und werden bereits praktiziert. Natürlich können individuelle Absprachen geschaffen und diese auch jederzeit widerrufen werden. „Wir freuen uns über jede Person, die unsere Arbeit und Ziele unterstützen möchte, ob auf praktischer oder auf finanzieller Ebene“ so Merle Rohlfs vom Medibüro Kiel. „Melden Sie sich gerne bei uns, wir stehen Ihnen auch für Fragen selbstverständlich zur Verfügung!“ Weitere Informationen unter www.medibuero-kiel.de Sprechstunde des Medibüros Kiel: dienstags 15.30 – 17.30 Uhr

Kontakt: Medibüro Kiel, c/o ZBBS e. V. – Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten e. V. Sophienblatt 64a, 24114 Kiel Tel. 01577 189 44 80 (nur Di. 15.30 – 17.30 Uhr) E-Mail: info@medibuero-kiel.de Das Team des Medibüro Kiel trifft sich alle zwei Wochen mittwochs von 17 – 19 Uhr in der ZBBS e. V., Sophienblatt 64 a. Neue Mitstreiter sind herzlich eingeladen. Medibüro Kiel

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die menschen im land B arrierefreiheit

Praxis aus Eckernförde gewinnt Wettbewerb

© Sozialverband

Die Praxis für Allgemeine und Innere Medizin „ Alte Post“ in Eckernförde ist die Gewinnerin des landesweiten Wettbewerbs „ Barrierefreie Arztpraxis gesucht“. In dem vom Landesverband des Sozialverbands Deutschland (SoVD) und dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung erstmals ausgerichteten Wettbewerb konnte sich die Praxis gegen rund 100 Mitbewerber durchsetzen.

Preisverleihung (v.l.n.r.): SoVD-Landesvorsitzender Wolfgang Schneider, Hans Böttcher (Experte für Barrierefreiheit beim SoVD), Dr. Alexandra Vejvoda-Köhler, Arnd Kummerfeldt, Dörte Paulsen (alle sind Ärzte in der Gemeinschaftspraxis), Bernd Wiese, Dietmar Woyth (beide vom Ortsverband des SoVD in Eckernförde) und Dr. Thomas Maurer (Vorsitzender des Hausärzteverbands SH)

Der SoVD-Landesvorsitzende Wolfgang Schneider überreichte gemeinsam mit dem Vorsitzenden des schleswig-holsteinischen Hausärzteverbands, Dr. Thomas Maurer, den Preis – eine für diesen Wettbewerb neu gestaltete Skulptur – an das Ärzteteam Dörte Paulsen, Dr. Alexandra Vejvoda-Köhler, Arnd Kummerfeldt, Dr. Sebastian Irmer und ihre Angestellten. Die „Alte Post“ sei in ihrer barrierefreien Gestaltung vorbildlich und werde hoffentlich viele Nachahmer finden, erklärte Schneider. Die 600 Quadratmeter große Praxis, die in einem historischen Altbau im Zentrum Eckernfördes liegt, überzeugte die Jury vor allem durch einen barrierefreien Zugang zur Fußgängerzone, breite Türen, die auch für große Rollstühle geeignet sind und einen höhenverstellbaren Empfangstresen. Kontrastreiche Beschriftungen an den Türen sorgen dafür, dass sich auch Menschen mit einer Sehbehinderung in allen Räumen gut und sicher orientieren können. Zufriedene Patienten und Ärzte Hans Böttcher, Rollstuhlfahrer und Berater der Jury, gratulierte den Ärzten aus der Sicht eines Betroffenen: „Behinderte Patienten, die mittendrin sein wollen wie andere auch, erhalten so mehr Lebensqualität.“ Arnd Kummerfeldt, Facharzt für Allgemeinmedi36

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zin in der „Alten Post“, bedankte sich im Namen des gesamten Praxisteams für die Auszeichnung. „Damit wird die Leistung aller honoriert, die an der Planung und Umsetzung des Umbauprojektes beteiligt waren. Ziel war es, unsere Patienten umfassend medizinisch zu versorgen“, erklärte Kummerfeldt. „Wir stellen uns so zukünftigen Anforderungen der medizinischen Versorgung chronisch oder onkologisch erkrankter Menschen und haben für uns und unsere Patienten die besten Voraussetzungen geschaffen.“ Neben der „Alten Post“ wurden weitere Praxen ausgezeichnet: das Arztzentrum Tellingstedt (Joachim Spiess), die Praxisgemeinschaft Dr. Daniela Meyer, Christoph Meyer, Dr. Arne Eick und Dr. Joachim Oldenburg in Satrup, die Praxis an der Roten Pforte in Husum (Dr. Dr. Matthias Gierloff) und das Ärztezentrum am Husumer Klinikum (Dr. Eberhard von Werder). Jakob Wilder, KVSH

Mehr Informationen zum Thema „Barrierefreiheit“ Das Serviceheft der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) „Barrieren abbauen“ bietet niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten auf 24 Seiten viele nützliche Tipps und konkrete Vorschläge, wie sie ihre Praxis sowohl räumlich als auch bei der Kommunikation besser auf behinderte Menschen einstellen können. Ergänzt wird das Serviceangebot durch Praxis-Porträts, Interviews, Checklisten, Links und Kontaktadressen. Die Broschüre kann kostenfrei per E-Mail bestellt werden (versand@kbv.de). Zudem steht sie als PDF und als barrierefreie Textversion im Internet unter www.kbv. de/html/barrierefreiheit.php bereit.

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die menschen im land I nterview

Drei Fragen an ... Dr. Thomas Maurer Der Vorsitzende des schleswig-holsteinischen Hausärzteverbands und stellvertretende Vorsitzende der Abgeordnetenversammlung der KVSH war an der Vorbereitung des Wettbewerbs „Barrierefreie Arztpraxis gesucht“ beteiligt und Mitglied der Fachjury. Nordlicht: Warum ist Ihnen das Thema „Barrierefreiheit“ wichtig? Dr. Thomas Maurer: Als ich gefragt wurde, ob ich mich für diesen Wettbewerb einbringen könne, hat man bei mir offene Türen eingerannt. Wir haben selbst vor gut drei Jahren unsere alten Praxisräume noch einmal renoviert und stecken gerade in Planungen für einen Neubau. Barrierefreiheit ist dabei zwangsläufig ein Thema. Ich war sehr verwundert, wie schnell man dabei an Grenzen aller Art stößt, nicht nur baulich, räumlich und finanziell, sondern auch bezogen auf die Praxisabläufe. Gleichzeitig wächst die Zahl der Patienten mit Handicaps enorm an. Damit meine ich nicht nur Behinderungen im klassischen Sinne, sondern auch die vielen zu schnell aus den Krankenhäusern entlassenen Patienten sind zumindest auf Zeit in vielen Bereichen behindert. Das stellt uns alle vor große Herausforderungen. Nordlicht: Was hat Sie bei der Sichtung der Bewerber am meisten beeindruckt? Maurer: Unter den gut hundert Vorschlägen, die wir gesichtet haben, war wirklich alles vertreten: Unterschiedliche medizinische Schwerpunkte, große und kleine Praxen, Alt- und Neubauten, Stadt und Land, eingeengt in Fußgängerzonen, aber auch frei geplant mit viel Platz. Und mir wurde schnell sehr deutlich, dass sich Barrierefreiheit gerade nicht auf eine behindertengerechte Toilette und eine Rampe für Rollstuhlfahrer reduzieren lässt. In den Praxen stellen sich die unterschiedlichsten Problemfelder: Körperliche Behinderungen, Einschränkungen beim Sehen und Hören sind offensichtlich, aber es gibt auch viele Barrieren für Patienten mit Demenz, psychischen Erkrankungen, Ängsten und Schwindel. Und diese Aufzählung ist bei weitem nicht abschließend. Keine Praxis kann allen Problemfeldern gerecht werden. Aber die Kreativität und Phantasie, mit der Kollegen viele Schwierigkeiten meistern, ist schon beeindruckend. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die

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eine große Wirkung entfalten. Man muss sich nur die Gedanken machen und einfach damit anfangen. Ich habe jedenfalls eine Menge Anregungen mitgenommen. Nordlicht: Der Weg zu einer barrierefreien Arztpraxis scheint logistisch und finanziell oft eine Herausforderung zu sein. Warum lohnt es sich für Ärzte, in Barrierefreiheit zu investieren? Maurer: Man könnte sich sicher auf den Standpunkt stellen: Besuchen wir unsere Patienten mit Handicaps doch einfach zu Hause, dann bräuchten wir uns um die Barrierefreiheit unserer Praxen nicht weiter zu kümmern. Aber gerade wir Hausärzte wissen, wie wichtig es für unsere Patienten ist, am normalen Leben teilnehmen zu können. Die Gespräche mit den Medizinischen Fachangestellten, der Klönschnack im Wartezimmer, die Nutzung der modernen Technik in den Arztpraxen und eben nicht zuhause abgestellt zu sein. Das ist Lebensqualität und macht eine gute barrierefreie Versorgung aus. Und in Zeiten des Ärztemangels können wir uns mehr Hausbesuche auch zeitlich gar nicht leisten. Wir sind darauf angewiesen, dass uns die Patienten in der Praxis aufsuchen können. Auch unter ökonomischen Gesichtspunkten dürfen wir nicht nur auf die kurzfristigen Kosten schauen. Unsere Praxen sind keine kurzfristigen Investi-tionen aus denen man mit dem geringsten Aufwand den maximalen Gewinn zieht um sie dann wieder abzuwickeln. Unsere Praxen sind im Idealfall generationenübergreifende Standorte zur Versorgung unserer Patienten. Und dafür müssen wir, wie jeder andere Wirtschaftsbetrieb, die entsprechende Infrastruktur vorhalten. Das verpflichtet uns zu Investitionen in Barrierefreiheit, begrenzt die Ansprüche an die Barrierefreiheit aber auch auf das Maß, das unsere Praxen langfristig wirtschaftlich tragen können. Wenn die Gesellschaft mehr will, muss sie durch entsprechende Honorare dafür sorgen, dass wir es auch leisten können. Die Fragen stellte Jakob Wilder, KVSH

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Dr. Jan-Andreas Wessig Geburtsdatum: 28. Januar 1974 Geburtsort: Marl Familie: Frau, drei Kinder Fachrichtung: Neurologie Sitz der Praxis: Kiel-Friedrichsort Niederlassungsform: Praxisgemeinschaft mit HNO-Arzt Neu niedergelassen seit dem 1. April 2016

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Noch vor sechs bis sieben Jahren hätte ich auf diese Frage geantwortet, dass sie mir nie gestellt werden wird, da ich über zehn Jahre mit großer Freude in Kliniken, die meiste Zeit am UKE, und dort besonders im Notfall- und Intensivbereich gearbeitet habe. Da schied die Niederlassung schon aus inhaltlichen Gründen aus. Dass die dabei ebenfalls sehr geschätzte ambulante Tätigkeit zum Großteil an die Hochschulambulanzen geknüpft war, wurde mir offen gestanden erst nach dem Wechsel in nicht-universitäre Kliniken klar. Darüber hatte ich im Vorwege nicht nachgedacht. Außerdem wurde immer deutlicher, dass sich seit meiner Approbation 2001 nicht nur ich, sondern auch die Art und Weise der Klinikführung weiterentwickelt hatte. Die Entwicklung verlief allerdings konträr: Während man immer besser darin wurde, Mast- und Schotbruch zu vermeiden, fehlte immer häufiger die Handbreit Wasser unter dem Kiel und der Kahn blieb im Schlick stecken. Auf der Suche nach einer Alternative begann ich 2011 unter meinen heutigen Arbeitsbedingungen und an gleicher Stelle, angestellt im MVZ Friedrichsort der Ambulanzzentrum des UKSH gGmbH, als Neurologe und im Verlauf auch als ärztlicher Leiter zu arbeiten. Dies eröffnete den Blick auf die Gestaltungsmöglichkeiten in der Niederlassung, und da war die Selbstständigkeit nur der logische nächste Schritt. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Die Unendlichkeit des Gehirns. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Genieße die Freiheiten und versichere die Risiken. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Derzeit treiben mich mehr Fragen an Massen als an Einzelpersonen um. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Radfahren oder Laufen mit Musik im Ohr. Und im Falle eines Falles: Black Roll. 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? J. D. Salingers „The Catcher in the Rye“. 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Dafür fehlt mir der Vergleich zu anderen Bundesländern, daher Betonung auf Niederlassung: Weil Ärzte besser mit Patienten und Mitarbeitern umgehen können als Kaufleute. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … Postbote. 38

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T eam B eratung Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

So verordnen Sie richtig Wirtschaftlichkeitsprüfung – Antidementiva Die Krankenkassen stellen bei der Verordnung von Antidementiva verstärkt Anträge auf Schadenersatz. Zur Begründung wird angeführt, dass in der Diagnose die genaue Form der Demenz nicht näher bezeichnet wurde. Das Präparat Memantin ist beispielsweise lediglich für die Behandlung der Alzheimer Demenz zugelassen. Bitte denken Sie deshalb an die korrekte Kodierung, denn so ersparen Sie sich lästige Prüfverfahren. Verordnung von Pregabalin Die Generika sind zwar bisher nicht zur Behandlung von peripheren und zentralen neuropathischen Schmerzen im Erwachsenenalter zugelassen. Der Gesetzgeber geht allerdings davon aus, dass sie die gleiche Wirksamkeit in allen Indikationen aufweisen wie das Referenzarzneimittel. Daher kann in der Apotheke ein Austausch gegen das Generikum erfolgen, da nach Paragraf 129 Abs. 1 SGB V die Übereinstimmung zum verordneten Präparat in einer der Zulassungsindikationen hierfür ausreichend ist.

Der Austausch kann nur verhindert werden, wenn auf dem Rezept vermerkt wurde, dass aus medizinisch-therapeutischen Gründen kein Austausch erfolgen darf. Information der BARMER zu Palexia retard® Die BARMER hat im Dezember 2016 diverse Praxen angeschrieben und über die wirtschaftliche Verordnung von Schmerzmitteln informiert. Leider ist die Wahl der Überschrift etwas unglücklich geraten. Diese lautet: „Empfohlen und besonders wirtschaftlich – Palexia retard®“. Dies suggeriert dem Schnellleser, dass er gefahrlos Palexia retard® zulasten der Krankenkassen verordnen kann. Erst im letzten – ziemlich klein gedruckten – Satz steht, dass das nur gilt, sofern kein noch günstigeres generisches MonoOpioid verordnet werden kann. Da nach der derzeit gültigen Zielvereinbarung für Betäubungsmittel-Opioide ein Preisziel von 3,39 Euro Tagestherapiekosten vereinbart wurde, sollte sich die Verordnung von teureren Präparaten auf medizinisch begründete Einzelfälle beschränken. Thomas Frohberg, KVSH

aut idem Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vertritt die Auffassung, dass ein Austausch von Arzneimitteln auch bei Ausschluss der Substitution durch das Kreuz bei aut idem zulässig ist, wenn das Original durch ein Import-Arzneimittel bzw. umgekehrt oder verschiedene Importe untereinander ersetzt werden. Nach Meinung des BMG handelt es sich in diesen Fällen nicht um eine „Ersetzung“, sondern um die Abgabe des „Gleichen“.

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard 3 | 2017

04551 883 362 Nordlicht

anna-sofie.reinhard@kvsh.de aktuell

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SERVICE

Sie fragen wir antworten

Service-team Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Fragen und Antworten Darf die Gebührenordnungsposition 01435 EBM auch bei persönlichem Arzt-PatientenKontakt abgerechnet werden? Nein, der obligate Leistungsinhalt gibt vor, dass entweder eine telefonische Beratung des Patienten im Zusammenhang mit einer Erkrankung durch den Arzt bei Kontaktaufnahme durch den Patienten erfolgt oder ein anderer mittelbarer Arzt-Patienten-Kontakt gemäß 4.3.1 der Allgemeinen Bestimmungen des EBM stattfindet.

Muss neben den präoperativen Gebührenordnungspositionen (GOP 31010 – 31013 EBM) die Laborbefreiungskennziffer 32016 eingetragen werden? Nein, da Laboruntersuchungen (GOP 32101, 32125 und/ oder 32110 bis 32116) Bestandteile der präoperativen Komplexleistungen sind und somit das Laborbudget auch ohne Befreiungsziffer nicht belasten.

Müssen die Laborbefreiungsziffern (GOP 32005 – 32023 EBM) nur auf dem Laborauftrag (Muster 10 oder Muster 10A) oder auch in der Abrechnung im Praxisverwaltungssystem eingetragen werden? Die Befreiungsziffern müssen zwingend sowohl auf den Labor-aufträgen als auch in den eigenen Behandlungsfällen im Praxisverwaltungssystem eingetragen werden, um sicherzustellen, dass der Wirtschaftlichkeitsbonus richtig berechnet wird.

Müssen für die Abrechnung der GOP 32025 EBM (Glucose) und 32026 (TPZ) Qualitätsvoraus-setzungen erfüllt werden? Nein, es müssen nur die Qualitätskontrollen nach Herstellervorgabe durchgeführt und dokumentiert werden.

Wie lange sind Einweisungsscheine gültig? Für die Verordnung stationärer Krankenhausbehandlungen gibt es keine gesetzlich festgelegte Gültigkeitsdauer. Das bedeutet, das Krankenhaus muss bei der Aufnahme des Patienten prüfen, ob eine entsprechende medizinische Indikation vorliegt, die eine stationäre Aufnahme rechtfertigt. Eine Einweisung hat jedoch keine Bestandskraft über das Gültigkeitsdatum der Versichertenkarte hinaus.

Service-Team Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr 40

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Service was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

thema: Qualitätsmanagement –

thema: Moderatorengrundausbildung

die G-BA-Richtlinie erfüllen

für Qualitätszirkel

datum: 22. März 2017, 14.00 bis 18.00 Uhr

datum: 24. März 2017, 15.00 bis 21.00 Uhr 25. März 2017, 9.00 bis 17.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen.

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln

Teilnahmegebühr: 50 Euro Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Fortbildungspunkte:.5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

Teilnahmegebühr:  200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte:.20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben. Anmerkung: Die Ausbildung ist nach einem Wochenende abgeschlossen.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de

Regina Steffen Tel. 04551 883 292 Fax 04551 883 374 E-Mail regina.steffen@kvsh.de

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SERVICE

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter thema: Qualitätsmanagement –

die G-BA-Richtlinie erfüllen

datum: 5. April 2017, 14.00 bis 18.00 Uhr Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern? In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg Teilnahmegebühr: 50 Euro Fortbildungspunkte:.5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

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kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Angelika Ströbel Regina Steffen Tel. 04551 883 204 04551 883 292 Fax 04551 883 7204 04551 883 7292 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de regina.steffen@kvsh.de 42

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Veranstaltungen KVSH

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

24.–25. März 2017

13. Mitteldeutsche Fortbildungstage

6. April 2017, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

26. April 2017, 14.00 bis 17.00 Uhr

Infomarkt der KVSH Ort: Abgeordnetensaal der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Info: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. www.kvsh.de

Schleswig-Holstein 15. März 2017, 13.30 bis 15.00 Uhr

Angsterkrankung und ihre Behandlung Ort: AHG Klinik Lübeck, Weidenweg 9–15, 23562 Lübeck Info: Referent: Peter Köhler, Psychologischer Psychotherapeut E-Mail: luebeck@ahg.de www.ahg.de/luebeck

Ort: Leipziger KUBUS und Konferenz- und Bildungszentrum des UFZ, Permoserstraße 15, 04318 Leipzig Info: Anmeldungen bis zum 17. März 2017 per Fax, Post oder E-Mail, Fax: 0341 4206562, Hinweis für Ärzte: Bitte bringen Sie Ihren Barcode-Aufkleber mit! 24. März 2017 Kurs 1, 9.30 bis 16.30 Uhr Pharmakotherapie, Preis: 55,00 Euro Kurs 2 für Ärzte, 14.00 bis 18.15 uhr Geriatrie – Arzneimitteltherapie im Alter, Preis: 95,00 Euro Kurs 3 für Ärzte, 14.30 Bis 18.45 Uhr Notfallsituationen im KV-Dienst, Preis: 130,00 Euro Kurs 4 Für Ärzte, Psychotherapeuten und Rechtsanwälte, 9.00 bis 18.00 Uhr Medizinrecht, Preis: 95,00 Euro 25. März 2017 Kurs 5 für Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Rechtsanwälte, 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr Medizinrecht, Preis: 95,00 Euro Kurs 6 Für Ärzte und med. Personal, 9.00 bis 15.00 Uhr Wundmanagement nach dem WUNDUHR-Prinzip, Preis: 120,00 Euro Kurs 7 Für Ärzte, med. Assistenzpersonal und Zahnärzte, 9.30 bis 15.00 Uhr 4moreMedicine, Preis: 95,00 Euro Kurs 8 Für Dermatologen und Hausärzte, 9.00 bis 17.00 Uhr Hautkrebs-Screening, Preis: 160,00 Euro Kurs 9 Für medizinisches Assistenzpersonal und Ärzte, 9.00 bis 16.30 Uhr Aktualisierung der Fachkunde bzw. der erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz nach RöV, Preis: 295,00 Euro E-Mail: info@mcg-online.de www.mcg-online.de

25. März 2017, 8.30 bis 13.00 Uhr

15. März 2017, 18.00 bis 20.00 Uhr

Gastrointestinale Tumoren/Ösophaguskarzinom

Gastrointestinale Tumoren

Ort: media docks, Willy-Brandt-Allee 31a, 23554 Lübeck Info: Fortbildung für Assistenzpersonal und Ärzte, 5 Fortbildungspunkte, Fax 0451 889 119 056,Tel. 0451 889 119 00 E-Mail: info@curavid.de www.noz-sh.de, www.curavid.de

Ort: Alte Post, Rathausstraße 2, 24937 Flensburg Info: T el. 0461 816 2513, Chirurgische Klinik, Medizinische Klinik II (St. Franziskus-Hospital)/Prof. Dr. S. Timm, PD Dr. A. Franke E-Mail: www.malteser-franziskus.de

16. März 2017, 20.00 Uhr

29. März 2017, 17.00 bis 20.00 Uhr

Altersabhängige Makuladegeneration – Pathophysiologie, Diagnose und Therapieverfahren

3. Alterstraumatologisches Symposium Flensburg Ort: Strandhotel Glücksburg, Kirstenstraße 6, 24960 Glücksburg Info: Klinik für Geriatrie & Frührehabilitation (St. Franziskus-Hospital), Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Handchirurgie und Sportmedizin (DIAKO)/Dr. K. Weil, Dr. T. Lange, Tel. 0461 816 2515 E-Mail: www.malteser-franziskus.de

Ort: ConventGarten, Hindenburgstraße 38, 24768 Rendsburg Info: Referent: Dr. G. Häring E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

13. Mai 2017, 8.00 bis 16.30 Uhr

Tag der Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein Ort: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Ohlshausenstraße 75, 24118 Kiel Info: Fortbildung für das gesamte Praxisteam: Hausärzte, MFA und Ärzte in Weiterbildung, Tel. 0431 500 30101, Fax 0431 500 30104 E-Mail: office@allgemeinmedizin.uni-kiel.de www.allgemeinmedizin.uni-kiel.de 3 | 2017

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

aha!-Programm Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 306/245 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht – Justitiar Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Abteilung Recht Maria Behrenbeck��������������������������������������������������������������������������� 251 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������� 458 Alice Lahmann���������������������������������������������������������������������������������� 360 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328

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Delegations-Vereinbarung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Lisa-Marie Lüthje����������������������������������������������������������������������������� 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Finanzen Karl-Heinz Buthmann (Leiter)���������������������������������������������������������� 208 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 332 Fortbildungspflicht nach Paragraf 95 SGB V Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Früherkennungsuntersuchung Kinder (Hausärzte) Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesund schwanger Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Gruppentherapievertrag Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Hautkrebs-Screening Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 HIV/AIDS Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 aktuell

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Service kontakt Hörgeräteversorgung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Doreen Dammeyer ������������������������������������������������������������������������� 578 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 578 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Neuropsychologische Therapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Kristina Kramar��������������������������������������������������������������������������������� 561 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Michelle Teegen������������������������������������������������������������������������������� 596 Frederich Schroeder�������������������������������������������������������������������������� 427 Maximilian Mews����������������������������������������������������������������������������� 462 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Personal Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 PET/PET-CT Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 3 | 2017

Nordlicht

Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsausschuss Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Qualitätsmanagement Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 487 Radiologie-Kommission Aenne Villwock................................................................................. 369 Alice Lahmann��������������������������������������������������������������������������������� 360 Cornelia Thiesen............................................................................... 458 Röntgen (Anträge) Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 578 Röntgen (Qualitätssicherung nach SGB) Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Theresa Gerdts���������������������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Tanja Steinberg�������������������������������������������������������������������������������� 315 Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Soziotherapie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 Tonsillotomie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 445 aktuell

45


Service kontakt

Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� 930 Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� 304 Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� 351 Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� 439 Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)������������������������������������������������������������� 255/358 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 276 Zytologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

Stelle nach Paragraf 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Klaus-Henning Sterzik�������������������������������������������������������������� 230/251

Impressum

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22

Nordlicht aktuell

Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Prof. Günther Jansen (Stellvertreter)����������������������������������������� 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12 Zweitmeinungsverfahren Nadja Kleinert��������������������������������������������������������������������������� 9010 25

Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

46

Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Jakob Wilder; Borka Totzauer (Layout) Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

aktuell

3 | 2017


Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� kreisstelle.kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Facharzt für Laboratoriumsmedizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail��������������������������������������������������������������� kreisstelle.luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Christine Stegmann, Fachärztin für Innere Medizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������������ 0461 4041 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 4043 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, hausärztlicher Internist Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt und Facharzt für Chirurgie Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Björn Steffensen, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04884 1313 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04884 903300 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.nordfriesland@kvsh.de 3 | 2017

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail���������������������������������������������������������� kreisstelle.ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Facharzt für Orthopädie Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ kreisstelle.ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Eckard Jung, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04351 3300 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04351 712561 E-Mail������������������������������������� kreisstelle.rendsburg-eckernfoerde@kvsh.de

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Ilka Petersen-Vollmar, Fachärztin für Allgemeinmedizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������ 04551 968600 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 968602 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� kreisstelle.stormarn@kvsh.de

aktuell

47


EINLADUNG

INFOMARKT DER KVSH 26. April 2017 von 14.00 bis 17.00 Uhr im Abgeordnetensaal der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

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