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nr. 1/2 | 2018 Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

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Januar/Februar 2018 | 21. Jahrgang

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Arztbewertungsportale se r ab vi se ces it ei e te 41 n

Online-Pranger oder nĂźtzliche Hilfsmittel?


Inhalt seite

rubrik/Thema

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Aus dem Inhalt

TITELTHEMA 4 Arztbewertungsportale: Online-Pranger oder nützliche Hilfsmittel?

Ärzte werden von ihren Patienten immer häufiger auf InternetPlattformen bewertet. Das ist Segen und Fluch zugleich, denn dort gibt es zwar oft Lob und gute Noten, aber manchmal eben auch kritische Worte oder sogar Beleidigungen. In unserem Titelthema erfahren Sie, wie Ärzte die Bewertungsportale konstruktiv nutzen können, aber auch was sie sich auf keinen Fall gefallen lassen müssen.

6 „Auf Dauer zählt nur gute ärztliche Leistung“: Interview mit Dr. jur. Albrecht Wienke, Fachanwalt für Medizinrecht

8 „Setzen Sie auf Kommunikation“:

Interview mit Stephan F. Kock, Geschäftsführer Kock + Voeste Existenzsicherung für die Heilberufe

12 Nachrichten Kompakt Gesundheitspolitik

© istock.com/LumineImages

14 Kongress „Vernetzte Gesundheit“ 16 Halbjahresbilanz: Interview mit

Landesgesundheitsminister Dr. Heiner Garg

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Praxis & KV 20 Möglichkeiten und Grenzen der Humangenetik: Interview mit Dr. Lana Harder vom Institut für Tumorgenetik Nord in Kiel

23 Telematikinfrastruktur:

Elektronischer Arztbrief – Vergütung bleibt bestehen

24 Serie: Die Kreisstelle Segeberg stellt sich vor 25 Bekanntmachungen und Meldungen

Dr. Heiner Garg ist neuer und alter Gesundheitsminister Schleswig-Holsteins. Im Interview erläutert der FPD-Politiker die gesundheitspolitische Agenda seiner zweiten Amtszeit. Diese reicht von der Landarztquote über die Reform der Notfallversorgung bis zum Datenschutz in der Medizin.

34 Psychotherapie: Was bringt das Jahr 2018? 35 Leserbrief 36 Neues aus KVen und KBV

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Die Menschen im Land 37 Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein 38 Theaterarzt in Lübeck: Einsatz zwischen Medizin und Kultur

40 Kommentar: GroKo 2.0 Service 41 Sicher durch den Verordnungsdschungel: Verschiedenes

Dr. Thomas Günther liebt die Bretter, die die Welt bedeuten. Deshalb passt der Job als Theaterarzt an den Bühnen Lübecks auch so gut zu ihm. Der Allgemeinmediziner kümmert sich während der Vorstellungen um die medizinische Versorgung von Besuchern und Theaterpersonal.

42 Sie fragen – wir antworten 43 Diagnostische Pfade in der Laboratoriumsmedizin: Hypokalzämie

45 Serie: Kooperieren, aber richtig 46 Seminare 47 Termine

Wertvolle Informationen für Sie und Ihr Praxisteam auf den mit einem grünen „ i“ markierten Seiten

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Nordlicht nr. 1/2 | 2018 EDITORIAL von Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH

Liebe Leserinnen und Leser, in diesen Tagen der Vorbereitung zum Nordlicht erscheint es nun so, als wolle man uns tatsächlich regieren. Man bereitet einen Koalitionsvertrag vor und muss nun beschreiben, welche Ziele gesetzt werden sollen und wie man diese so formuliert, dass nicht nur die Mehrheit im Bundestag, sondern auch die der Parteimitglieder zustimmt. So wird auch die Bürgerversicherung wieder ein Thema. Das Wort klingt so gerecht, dass der Bürger nur dafür sein kann. Fast 70 Prozent antworten mit ja. Frage zwei, dahinter, die nach Inhalt, Umsetzung und Konsequenzen, wird lieber gar nicht erst gestellt, denn dann wäre der Bürger ja gefordert nachzudenken. Das scheint weder politisch noch medial gewollt zu sein, weiß man doch, dass die Bürger mit dem jetzigen dualen System auch mehrheitlich zufrieden sind. Es wird immer etwas zu verbessern geben. Ein Systemwechsel, wie ihn eine Partei jetzt vorhat, bedeutet allerdings: Wenn man nach einigen Jahren einsehen wird, dass die Bürgerversicherung zu einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung geführt hat, lässt sich die Entscheidung nicht mehr rückgängig machen. Denn die Strukturen des dualen Gesundheitssystems sind dann zerstört und dieser Schaden ist irreparabel. In England können wir gerade beobachten, wie ein Einheitssystem allein durch eine Grippewelle so außer Kraft gesetzt wird, dass alle planbaren Behandlungen auf nicht absehbare Zeit verschoben werden müssen, dass nicht einmal mehr die Notfallbehandlung aufrechterhalten werden kann. So schnell gehen Selbstbestimmung der Patienten und offener Zugang zum Gesundheitssystem für jedermann baden. Es bleibt Rationierung und damit echte ZweiKlassen-Medizin. Ihr Vorstand stellt sich nun Ende Februar erneut zur Wahl. Und es gibt einen weiteren Kandidaten für den Geschäftsbereich Sicherstellung und Interessensvertretung, sodass es spannend wird. Wir werden aber keine langwierigen Koalitionsgespräche oder Fraktionszwänge brauchen. Jedes Mitglied der Abgeordnetenversammlung stimmt zu jedem Kandidaten geheim ab und zwei werden am Ende gewählt sein. Der Tag des Amtsantritts ist mit dem 1. Juli auch bereits festgelegt und wird auch nicht verschoben. So klar ist Demokratie in der Selbstverwaltung. Erhalten wir sie uns.

Herzliche Grüße

Dr. Monika Schliffke

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Titelthema A rztbewertungsportale

Online-Pranger oder nützliche Hilfsmittel?

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Es gibt kaum ein Entkommen – fast alle niedergelassenen Ärzte sind in einem oder mehreren Internetportalen gelistet, wo Patienten sie und ihre Praxis bewerten können. Dort gibt es dann viel Lob, manchmal auch Tadel. Die Meinungen, die in Bewertungsportalen auftauchen, sind nicht nur für Patienten bei der Suche nach einem Mediziner hilfreich. Auch die Ärzte selbst können daraus Nutzen ziehen.

Die eine Patientin ist „noch nie zuvor bei einem Frauenarzt so gewissenhaft untersucht worden“. Die andere empfindet denselben Arzt als „unsympathisch“ und kritisiert, dass er „diverse Fachbegriffe verwendete, ohne wirklich auf mich einzugehen“. Im nach dem Schulnotensystem aufgebauten Arztbewertungsportal jameda.de bedeutet das für den getesteten Gynäkologen aus Kiel im einen Fall eine glatte 1,0, im anderen eine 5,2. Zugegeben: An der Tagesordnung sind derart krasse Abweichungen nicht. Sie kommen jedoch auf allen Internetseiten vor, deren Nutzer per Mausklick über ihre Ärzte urteilen können. Unbedingt für bare

Münze genommen werden sollten die meist mit geradezu amtlich anmutenden Grafiken versehenen Ärzteportale also nicht. Wer allerdings mit den Tücken von Statistiken und den Eigenheiten des Internets vertraut ist, kann durchaus einen gewissen Nutzwert daraus ziehen.

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Begrenzte Aussagekraft Viel hilft viel. In der Medizin ist dieser Grundsatz mit Vorsicht zu genießen, bei Webseiten zur Bewertung medizinischer Leistungen hat er aber seine Berechtigung. Schließlich bieten selbst noch 1/2 | 2018


Titelthema so solide aufgebaute Portale begrenzte Aussagekraft, solange die Zahl der abgegebenen Bewertungen gering ist. Ein Fakt, von dem vor allem jameda profitiert. „Deutschlands größte Arztempfehlung“, so die Eigenwerbung des Portals, hat tatsächlich eine umfangreiche Reihe von Praxen gelistet. Und nicht nur das. Etliche davon weisen mittlerweile eine dreistellige Zahl von Bewertungen auf, sodass einigermaßen plausible Ergebnisse erwartet werden dürfen. Der anfangs erwähnte Gynäkologe aus Kiel bringt es ebenfalls auf mehr als 100 Bewertungen und kann deshalb die eine oder andere Fünf gut wegstecken. Im Durchschnitt kommt er immer noch auf eine 1,4 und liegt damit im Trend der häufig Bewerteten, die fast durchweg irgendwo zwischen den Noten eins und zwei eingestuft werden. Selbst bei Marktführer jameda werden die Statistiken hingegen häufig dünn, weil im Einzelfall nur wenige Einstufungen vorliegen. Was wiederum Gründe haben kann, die mit den Leistungen der betreffenden Ärzte überhaupt nichts zu tun haben. Kleinere Praxen lösen automatisch weniger Bewertungen aus als große, und wer überwiegend ältere Patienten betreut, kommt ebenfalls eher seltener in den Genuss eines Online-Checks als ein Mediziner mit hipper Großstadt-Klientel. Dann wäre da noch das psychologische Phänomen, wonach die Unzufriedenen meist lauter sind als die Zufriedenen. Das Deutsche Ärzteblatt zitierte dazu jüngst einen alterfahrenen Mediziner mit folgenden Worten: „Habe circa 15.000 zufriedene oder zumindest nicht unzufriedene Patienten in 16 Jahren behandelt. Davon haben circa fünf eine positive Bewertung abgegeben. Darüber hinaus habe ich circa 15 vernichtende Bewertungen erhalten, wo letztendlich nur Meinungsverschiedenheiten der Auslöser waren.“ Relativ wenige Bewertungen können andersherum geradezu ein Beleg für die Qualität des betreffenden Portals sein. So testete die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien vergangenes Jahr zehn Portale und ermittelte darunter mit www.weisse-liste.de nur einen Anbieter, der Personen, die eine Bewertung abgeben wollen, besonders gründlich überprüfte. Überwiegend ist es ansonsten bereits mit einer gültigen E-Mail-Adresse getan. Löblich zurückhaltend ist weisse-liste.de auch, was die Veröffentlichung von Durchschnittsnoten und Diagrammen betrifft. Um Werte nicht objektiver erscheinen zu lassen als sie sind, werden sie erst dann veröffentlicht, wenn eine Mindestanzahl von Bewertungen vorliegt. Was angesichts des strengen Registrierungsverfahrens durchaus dauern kann.

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Anonyme Schmähkritik Doch, was wenn eine Bewertung offensichtlich böswillig oder gar wegen ihres beleidigenden oder verleumdenden Charakters rechtswidrig ist? Die meisten Portale versuchen das durch automatisierte Prüfverfahren zu vermeiden, einige wenige setzen Menschen aus Fleisch und Blut zum Gegenlesen ein. Immer bleibt aber als Grundproblem eine gewisse Waffenungleichheit: Anonyme Nutzer können mit im Zweifel nicht nachprüfbaren Behauptungen Ärzte an den digitalen Pranger stellen und mithin sogar deren wirtschaftliche Existenz gefährden. Genau darauf hat die Rechtsprechung mittlerweile umfassend reagiert. Bereits 2014 stellte der Bundesgerichtshof fest, dass sich im Interesse des freien Wettbewerbs Ärzte nicht einfach aus Bewertungsportalen löschen lassen können. Eine ganze Reihe von Gerichtsurteilen höherer Instanzen hebt jedoch zugleich hervor, dass sich die Betreiber der Seiten an strikte Regeln halten müssen. So entschied das Landgericht München im März 2017, dass die jeweilige Plattform beweisen muss, dass eine schlechte Bewertung echt ist und nicht der kritisierte Arzt. Grundsätzlich gab der Bundesgerichtshof den Betreibern der Portale außerdem im Jahr 2016 umfangreiche Prüfpflichten mit auf den Weg, um die Richtigkeit von Äußerungen festzustellen. Begründung: Derartige Portale trügen ein hohes Risiko von Persönlichkeitsrechtsverletzungen in sich, zumal Bewertungen anonym oder pseudonym abgegeben werden könnten. Der betroffene Arzt könne sich also kaum wehren und müsse insofern auf gehobene Sorgfalt des Portalbetreibers vertrauen dürfen. Andersherum führt kein Weg an der Diagnose vorbei, dass Arztbewertungsportale immer mehr zum Standardwerkzeug bei der Suche nach dem richtigen Heilkundler werden. Bereits ein Drittel der Patienten gibt in einschlägigen Umfragen an, schon einmal darauf zurückgegriffen zu haben. Durch schlichtes Ignorieren würden sich also selbst skeptische Ärzte kaum einen Gefallen tun. Warum also das Ganze nicht bei aller Fragwürdigkeit positiv nutzen? Arztportale können wunderbare Instrumente zur Sicherung und Verbesserung der Qualität sein, wenn auf die richtigen Kriterien geachtet wird. Kommt es beispielsweise im Netz häufiger zu Kritik an langen Wartezeiten, mangelnder Freundlichkeit des Personals oder wenig verständlicher Ausdrucksweise des Arztes, spricht einiges dafür, dass es in diesen Bereichen tatsächlich Luft nach oben gibt. Martin Geist, Journalist

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Titelthema A rztbewertungsportale

„Auf Dauer zählt nur gute ärztliche Leistung“ Dr. jur. Albrecht Wienke ist Fachanwalt für Medizinrecht in Köln. Er beschreibt im Nordlicht-Interview den rechtlichen Rahmen, in dem sich Arztbewertungsportale bewegen. Außerdem gibt er Ärzten Hinweise, wie Sie sich am besten verhalten, wenn es Probleme mit Bewertungen im Internet gibt. Nordlicht: Seit gut zwölf Jahren gibt es Arztbewertungsportale und genauso lange haben Ärzte Ärger mit anonym abgegebenen Bewertungen und Schmähkritiken von Patienten. Wie sieht die aktuelle Rechtslage aus? Dr. Albrecht Wienke: Bei Bewertungsportalen – ob Ärzte, Hotels oder Gaststätten – kollidieren regelmäßig verschiedene Grundrechtspositionen. Dazu hat der Bundesgerichtshof festgestellt, dass das Recht des Betreibers eines InternetBewertungsportals auf Kommunikations- und Meinungsfreiheit gegenüber dem Recht des Arztes auf informationelle Selbstbestimmung überwiegt. Dieser hat daher die Online-Benennung seines Namens mitsamt fachbezogenen Informationen sowie die Bewertung seiner Leistungen in öffentlich zugänglichen Bewertungsportalen zu dulden. Dahinter steht der Grundsatz der freien Arztwahl. Die Duldungspflicht endet selbstverständlich dort, wo die Portale missbräuchlich zum Nachteil des Arztes genutzt werden. Nordlicht: Wie können sich Ärzte am besten wehren, wenn sie eine anonyme Schmähkritik über sich in einem Bewertungsportal entdecken? Wienke: Die Ärzte sollten zunächst davon absehen, vorschnell ihrem Ärger Ausdruck zu verleihen und keine Wut-E-Mails verschicken. Wenn es sich aber tatsächlich um schmähkritische Aussagen handelt, genießen diese nicht mehr den Schutz der Meinungsäußerungsfreiheit. Bei einer solchen gezielten missachtenden Äußerung ist regelmäßig bereits der Straftatbestand der Beleidigung verwirklicht. Die Veröffentlichung derartiger Kommentare ist unzulässig und sollte daher zur Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft gebracht werden. Nordlicht: Ärzte, die sich ungerechtfertigt an den „OnlinePranger“ gestellt sehen, könnten sich doch auch gleich direkt an den Portalbetreiber wenden und die komplette Löschung eines Eintrags verlangen. Wie sehen die Erfolgsaussichten aus? Wienke: Bei schmähkritischen Kommentaren ist es sinnvoll und erfolgsversprechend, sich direkt an den Betreiber des Portals zu wenden, da die Veröffentlichung ja unzulässig ist. Handelt es sich hingegen um Bewertungen, mit denen der Arzt (nur) nicht einverstanden ist, etwa weil er die Schilderungen keinem

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Vorgang in seiner Praxis zuordnen kann, sind die Erfolgsaussichten sehr einzelfallabhängig. Fest steht (höchstrichterlich), dass der Arzt von dem Betreiber des Portals keine Auskunft über die Identität des Bewertenden verlangen kann. Auf eine Beschwerde des Arztes hin hat das Bewertungsportal allerdings den Vorgang gründlich zu prüfen. Der Betreiber muss Kontakt zu dem bewertenden Nutzer aufnehmen und ihn auffordern, eine möglichst genaue Beschreibung der fraglichen Behandlung abzugeben. Zudem muss der Nutzer Belege – etwa anhand von Rezepten – dafür vorbringen, dass er tatsächlich von dem beanstandeten Arzt behandelt worden ist. Diese können dann in anonymisierter Form an den Arzt weitergeleitet werden. Folglich besteht also eine Beweispflicht für denjenigen, der die kritische Bewertung abgegeben hat, zumindest dahingehend, dass er auch von dem beanstandeten Arzt behandelt wurde. Insbesondere hinsichtlich Tatsachenbehauptungen sind die Erfolgschancen einer Löschung größer, da dem Bewertenden die Beweisbarkeit regelmäßig schwer fallen wird. Nordlicht: Wagen Sie eine Prognose: In welche Richtung wird sich die Rechtsprechung in Sachen Bewertungsportale entwickeln und worauf sollten sich Ärzte künftig einstellen? Wienke: Nach dem ersten Aufschrei zu den Anfängen der Online-Bewertungsportale ist die aktuelle Entwicklung in der

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Titelthema

Kein geeignetes Mittel zur Qualitätsbewertung

Online-Bewertungsportale werden aus Sicht von Verbraucherschützern gern als Instrumente angepriesen, die Transparenz in das Dienstleistungsgewerbe bringen sollen. Ob das Handeln von Ärzten und Psychotherapeuten als zu bewertende Dienstleistung anzusehen ist, kann hier nicht weiter diskutiert werden. Tatsache ist aber, dass in der Regel Negativbewertungen gepostet werden, wenn der subjektiv empfundene Anspruch auf Bedürfnisbefriedigung nicht schnell und ausreichend erfüllt wird („... habe zu lange gewartet, Zeitschriften waren nicht aktuell, Parkplätze waren voll ...“). Eine echte Bewertung der Qualität der ärztlichen und psychotherapeutischen Arbeit kann gar nicht erfolgen, weil der Patient dazu in der Regel nicht in der Lage ist. Wenn die Therapieempfehlung nicht in die Wunschvorstellung passt, wird halt eine negative Bewertung abgegeben oder es wird gleich als Drohmittel benutzt („... da werde ich sie aber ganz schlecht im Internet bewerten ...“). Auch in „grauer“ Vorzeit (bevor es das Internet gab) wurden die Ärzte von den Patienten bewertet und zwar durch Abstimmung mit den Füßen. Jetzt müssen sie sich anonym mit verbalem Dreck bewerfen lassen.

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die Portale eine überregionale Bewerbung der eigenen Praxis stattfinden und in verschiedenen Formen (bspw. Silber-, Goldoder Platinpakete) erfolgen. Dennoch wird es auch in Zukunft immer wieder zu grundsätzlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Selbstbestimmungsrecht der Ärzte und dem Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit der Patienten und Online-Dienstleister kommen. Letztlich wird es aber dabei bleiben, dass auf Dauer nur gute ärztliche Leistung zählt, die sich bei den Patienten herumspricht und zu positiven Bewertungen und Anerkennung der Patienten führt. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Fehlende Objektivität bleibt ein Problem

Die Bewertung einer ärztlichen Leistung ist äußerst schwierig zu objektivieren. Das ist einer der Gründe, warum es bisher niemandem gelungen ist, z. B. die ärztliche Leistung nach deren Qualität zu vergüten, oder auch für eine bessere Leistung eine bessere Bezahlung zu bekommen. Dieses Problem kann auch eine  Bewertung von Ärzten durch Arztbewertungsportale nicht beseitigen. Eine Patientenbewertung ist in der Regel subjektiv und spiegelt wider, wie es dem Patienten gefallen hat. Es wird außerdem nicht eine zufällige und damit statistisch saubere  und repräsentative Umfrage angestrebt, sondern die Meinungen selektieren sich von selbst. Das ist legitim wie etwa eine erweiterte „Mundzu-Mund Propaganda“. Damit kann dann aber eindeutig nicht  die  bestmögliche  medizinische Leistung gemeint sein. Mit dem Blick auf die „Arztbewertung“  könnte es passieren, dass ein Arzt mehr Wert auf zufriedene Patienten als auf gesunde Patienten legt. Das kann man wollen (auch als Patient, Krankenkasse oder Gesetzgeber), aber so verstehe ich meine Aufgabe als niedergelassener Arzt bisher nicht. Das dürfte allerdings nicht jedem Nutzer der Arztbewertungsportale klar sein.

Dr. Bernhard Bambas, Facharzt für

Dr. Dennis Wolter, Facharzt

Augenheilkunde, Bad Segeberg

für Orthopädie, Ahrensburg

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Rechtsprechung durchaus zu begrüßen. Der Arzt kann zunehmend erfolgreich aus seiner Sicht ungerechtfertigte Bewertungen bei den Portalbetreibern beanstanden. Dennoch bleibt die Anonymität der Nutzer aus Ärztesicht nach wie vor die entscheidende Hürde, um im zügigen Zweiparteienverfahren eine Unterlassungs- oder Löschungserklärung zu erwirken. In der Praxis sind Beanstandungsverfahren daher meist langwierig und frustrierend. Bleiben die ungenügenden Bewertungen Einzelfälle und die positiven Kommentaren deutlich im Plus, sollte eine schlechte Benotung nicht kriegsentscheidend sein. Für die Zukunft behaupte ich, dass der digitale Fortschritt den Ärzten mehr Nutzen als Nachteil bringen wird. Bereits jetzt kann über

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Titelthema A rztbewertungsportale

„Setzen Sie auf Kommunikation“ Stephan F. Kock ist Geschäftsführer von „ Kock + Voeste Existenzsicherung für die Heilberufe GmbH“ und berät bundesweit akademische Heilberufler. Er beschreibt im Nordlicht-Interview, wie sich der richtige Umgang mit Arztbewertungsportalen und gutes Praxismarketing miteinander verbinden lassen. Nordlicht: Einige Ärzte scheinen immer noch wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, wenn es um das Thema Arztbewertungsportale geht. Andere nutzen dieses Mittel bereits sehr offensiv, um gezielt Werbung für ihre Praxis zu machen. Wie sieht die richtige Strategie aus? Stephan F. Kock: Eine unisono für alle geltende und einzig richtige Strategie wird es nicht geben können – zu unterschiedlich sind Ausrichtung und Anforderung jeder einzelnen Praxis. Wichtig ist aus meiner Erfahrung heraus, dass man als Praxisinhaber eine passende Strategie entwickelt, die im Einklang mit Kapazitäten und Budget steht, und diese regelmäßig überprüft. Leider gibt es doch noch immer viele Ärzte, die sich ohne strategische Überlegungen und fundierte Planungen niederlassen und davon überrascht werden, dass ihre Praxis nicht einfach von alleine läuft. Und dass sich Zeiten ändern, ist auch kein Geheimnis: Eine Strategie, die vor zehn Jahren erfolgreich war, darf inzwischen allemal überholt sein. Nordlicht: Haben Sie eine Empfehlung für den richtigen Umgang mit Bewertungsportalen? Kock: Bezogen auf Bewertungsportale, wie auch auf andere Adresseinträge im Internet, empfehle ich, sich einfach hin und wieder mal selbst zu googeln und die Daten zu überprüfen. Einige Profile entstehen auch, ohne dass man sich aktiv darum bemüht hätte. Alle Informationen, die im Internet über die Praxis zu finden sind, sollten immer richtig und aktuell sein. Falsche Adressdaten oder veraltete Sprechzeiten sind weder patientenfreundlich noch förderlich für das Praxisimage. Auch wenn Fehlerursachen vielleicht woanders liegen, in der Wahrnehmung der Patienten fällt dies negativ auf die Praxis zurück. Eine regelmäßige Überprüfung lohnt sich auch deshalb, weil Portale manchmal den Profilumfang ändern oder erweitern und so mehr Möglichkeiten entstehen, umfassendere Informationen zu veröffentlichen. So hat beispielsweise jameda gerade angekündigt, weitere Elemente wie „Behandlungsschwerpunkte“ künftig mit in der Suche zu berücksichtigen. Aus Patientensicht wichtig, um Praxen voneinander besser zu unterscheiden und die passende Wahl zu treffen. Für Praxen interessant, um ihr Behandlungsangebot deutlicher zu kommunizieren.

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Nordlicht: Wie verhält es sich mit negativen Beurteilungen in den Bewertungsportalen? Welchen Umgang empfehlen Sie? Kock: Wenn eine Praxis optimal läuft, das ärztliche und nichtärztliche Personal gut geschult ist, dann sollte sich Missmut von Patienten erst gar nicht in Bewertungsportalen niederschlagen. Dass es mal zu Schwierigkeiten, Konflikten oder Beschwerden kommt, lässt sich nirgends verhindern. Aber je mehr Möglichkeiten Patienten offenstehen, ihre Anliegen direkt zu kommunizieren und damit entsprechend ernst genommen zu werden, desto geringer ist das Risiko einer öffentlichen Beschwerde im Internet. Meine Empfehlung lautet zunächst: Schaffen Sie geeignete Kommunikationsmöglichkeiten in Ihrer Praxis und betrachten Sie Beschwerden als Chance zur Verbesserung von Praxis und Arzt-Patienten-Beziehung. Schulen Sie Ihr Personal und sich selbst entsprechend in der Kommunikation. Nordlicht: Das wäre der Idealzustand. Wie sieht aber der professionelle Umgang mit einer Online-Beschwerde aus? Kock: Sollten Sie dennoch mal mit einer digitalen Beschwerde konfrontiert sein, lautet mein Tipp: Reagieren Sie wie im realen Praxisleben zeitnah und professionell. Versuchen Sie freundlich, sachlich und verständnisvoll die Unstimmigkeit aus dem Weg zu räumen. Teilweise besteht die Möglichkeit, selbst in Form eines öffentlichen Eintrags Stellung zur Beschwerde zu nehmen

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oder man wendet sich an das Portal. jameda beispielsweise bietet die Möglichkeit, über das Formular „Problem melden“ seine Einwände gegenüber einem Eintrag darzulegen. Daraus folgen Prüfung und gegebenenfalls Löschung des beanstandeten Eintrags. Grundsätzlich aber besteht kein Anspruch auf Löschung negativer Einträge. Ebenfalls gibt es die Möglich-

keit, mithilfe spezialisierter Anwälte gegen Einträge vorzugehen. Der Erfolg hängt allerdings immer sehr vom Einzelfall ab und ob sich der Aufwand lohnt, muss ebenfalls im Einzelfall entschieden werden. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Persönliche Empfehlung durch Freunde und Bekannte bleibt führend

Unter dem Schutzmantel der Anonymität

Jeder Leserbrief in einer Zeitung, noch so vollgestopft mit beißender, berechtigter oder unberechtigter Kritik veröffentlicht, muss vom Verfasser unter Angabe des Herkunftsortes mit vollem Namen unterzeichnet werden. Anonyme Leserbriefe werden nicht berücksichtigt, geschweige denn veröffentlicht. Sollte der Verfasser wegen möglicher Nachteile oder Rufschädigung seiner Namensnennung nicht zustimmen, wird zumindest auf die Bekanntheit des Namens bei der Redaktion hingewiesen. Der Verfasser begibt sich damit in die öffentliche kritische Diskussion über Thema und Meinung: Das ist fair und rational. Anders bei Onlineportalen: Hier herrscht Anonymität.Hier kann jeder hemmungslos und unkontrolliert jede Art von subjektiver Bewertung veröffentlichen, ohne Rücksicht auf die berechtigten Interessen der beurteilten Person. Der Denunzierung und Rufschädigung sind auf diese Weise Tür und Tor geöffnet. Auch die Onlineforen sind alles andere als transparent und kontrollierbar. Es soll schon Geld für eine gute Beurteilung geflossen sein. Die höchstrichterliche Legalisierung solcher Foren mit ihrem Korruptionspotenzial ist ein Skandal erster Ordnung.

Bewertungsportale können für Patienten hilfreich sein, wobei die Realität den eigentlichen Nutzen meines Erachtens konterkariert. Solange Unzufriedene ohne Nennung von Namen und Beweisdarlegung ihren Frust abladen, die Bewertungsportale selbst gegen Gebühr ein Ranking vornehmen dürfen und die überwiegende Mehrheit der zufriedenen Patienten keinen Kommentar abgibt (warum auch?), wird die persönliche Empfehlung durch Freunde und Bekannte führend bleiben. Eine Ausnahme würde ich akzeptieren: Die Arztsuche der Stiftung Gesundheit www.arzt-auskunft.de ist weitestgehend objektiv, kommt ohne persönliche Vorwürfe aus und bietet damit sachbezogene Informationen, die unseren Patienten eher weiterhelfen. Dr. Christian Hauschild, Facharzt für Orthopädie, Lübeck

Wir werden uns aber nicht dagegen auflehnen können, wenn wir nicht jedes Mal einen juristischen Tiefschlag einstecken wollen. Gegen diese Art der Rechtsprechung gibt es keine Chance. Wir sollten also mit diesen Foren umgehen wie es ihnen gebührt, sie durch Nichtbeachtung in die Bedeutungslosigkeit verschwinden lassen. Dr. Klaus Heger, Facharzt für Innere Medizin, Glückstadt

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Titelthema A rztbewertungsportale

Online-Pranger und Geschäftsmodell

Hierzu folgende Geschichte: Meine Bewertungen bei jameda sind sehr pluralistisch, einige Autoren scheinen mich sehr zu schätzen, die anderen zu verdammen, eine mittlere Bewertung findet sich eigentlich nie. Bei sogenannten „Premium-Ärzten“, die dafür einen Obolus entrichten, finden sich merkwürdigerweise immer nur Lobeshymnen. Soweit, so unwahrscheinlich. jameda gehört zum gleichen Konzern wie das Nachrichtenmagazin Focus. Dieser verleiht, nach eingehender Recherche, bestimmten Ärzten ein besonderes Prädikat (von Focus empfohlen, oder so ähnlich). Gegen eine vierstellige Gebühr darf man das Siegel dann auch auf seiner Homepage verwenden. In diesem Jahr wurde ich erstaunlicherweise von Focus zu einem solchen Kollegen gekürt, inklusiv des passenden „Angebotes“ natürlich. Allerdings: Ich wurde als besonders versierter „Plastischer Chirurg“ benannt. Nun bin ich HNO-Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Plastische Operationen“, aber ich operiere eigentlich schon seit längerem kaum noch auf diesem Gebiet. Ein plastischer Chirurg bin ich schon gar nicht. Meine ärztlichen Kollegen schätzen mich hoffentlich, aber im Rahmen dieses Gebietes wurden mir nie Patienten zugewiesen. Also rief ich bei Focus an und fragte nach, ob es sich möglicherweise um einen Irrtum handele, und ich eventuell, aufgrund der stattgefundenen, wahnsinnig intensiven Recherche, vielleicht als HNO-Arzt auf dem Gebiet der Audiologie oder Neurootologie besonders empfehlenswert sei. Das ist nämlich mein wissenschaftlicher Schwerpunkt. Dieses wurde verneint. Man sei ganz sicher, dass ich ein begnadeter plastischer Chirurg sei, eine Umwidmung der „Urkunde“ sei nicht möglich. Ich dürfe diese selbstverständlich kostenlos in meinem Wartezimmer aufhängen. Ich habe darauf dankend verzichtet. Das bedeutet für mich, jameda, Focus-Siegel und wie sie alle heißen, sind zum einen moderne Pranger, auf denen jeder unreflektiert mit Dreck werfen oder Lobeshymnen anstimmen kann, je nach Bedarf. Und sie sind vermutlich ein schönes Geschäft für die Betreiber. Zur Klarstellung: Ich halte das Recht auf freie Meinungsäußerung für eine Grundsäule der Demokratie. Aber als Informationsquelle, ob jemand ein guter Arzt ist, oder nicht, sind diese Plattformen vollkommen untauglich. Ich habe von Kollegen gehört, die regelmäßig in eine andere Stadt fahren, dort ein Internetcafé aufsuchen und dann redaktionell unter irgendwelchen Pseudonymen tätig werden, um als „NichtPremium-Arzt“ die eigenen Bewertungen zu optimieren und andere, die dasselbe tun, allerdings mit schlechter Bewertung für die ärztliche Konkurrenz. Mir ist meine Zeit für das Erste zu schade, das Zweite ist einfach nur widerlich. Jede ärztliche Behandlung beruht auf gegenseitigem Vertrauen, Zuwendung und fachlicher Kompetenz. Dr. Jan Löhler, Facharzt für HNO-Heilkunde, Bad Bramstedt

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Titelthema

Fluch und Segen zugleich

Online-Bewertungsportale und Arztinformationen im Internet haben für die meisten meiner Patienten einen hohen Stellenwert. Sprechstundenzeiten und Telefonnummer werden selbstverständlich aktuell erwartet. Jüngere Patienten erwarten oft auch die Möglichkeit der Kontaktaufnahme auf elektronischem Weg. Die allfälligen Bewertungsportale werden beim Suchen der Praxis gleich mit angezeigt. Mein Eindruck beim regelmäßigen „sich selbst googeln“ zeigt ein ganz gutes Abbild der Praxis, zumindest dann, wenn genügend Bewertungen vorhanden sind. Diese, zum Teil detaillierten Informationen, wie z. B. in der „weißen Liste“, können auch eine Hilfe sein, Problemfelder in der Praxis zu entdecken und hier mit dem Praxisteam gegenzusteuern.

Insgesamt also Fluch und Segen. Ein Ignorieren der neuen Medien und der Portale wird nicht funktionieren, man sollte sich also damit befassen und die Informationen nutzen. Was die Patienten aber wirklich suchen, ist der persönliche Kontakt von Mensch zu Mensch mit dem individuellen Eingehen auf die persönliche Situation des Patienten. Wer diesen Wunsch ernst nimmt und es schafft, ihm in der Hektik und Arbeitsdichte der Kassenpraxis nachzukommen, wird auch bei den Bewertungsportalen keine Probleme bekommen. Dr. Thomas Quack, Facharzt für Urologie, Plön

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Problematisch sind natürlich singuläre negative Berichte von unzufriedenen Patienten. Hier ist der Kontakt zum Betreiber der Plattform zu suchen und gegebenenfalls ein eigener Kommentar als Erwiderung zu posten. Bei verleumderischen Beiträgen stehen natürlich auch juristische Wege offen, die in meiner Wahrnehmung aber absolute Ausnahmen sind. Interessant ist auch, dass bei Facebook eine „offizielle“ Seite einer Praxis angelegt wird, wenn nur genug Leute die Praxis auf Facebook suchen. Hier sollte man als Praxisinhaber zumindest diese Seite für sich reklamieren und dann die Bewertungsfunktion ausschalten. Ich selbst höre von jüngeren Patienten oft die Bitte, über diese sozialen Medien Informationen zu bekommen. Hier halte ich mich aber, ebenso bei Befundmitteilungen per SMS, E-Mail oder gar als Posts über Messenger-Dienste, sehr zurück.

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NACHRICHTEN  KOMPAKT A llgemeinmedizin

Viele Schleswig-Holsteiner leiden unter Angststörungen

Startschuss für Kompetenzzentrum Weiterbildung in Hamburg

Kiel – Sie kommen ohne Ankündigung und ohne Bezug auf spezifische Situationen oder besondere Umstände: Angststörungen. Mehr als 150.000 Schleswig-Holsteiner leiden aktuell unter wiederkehrenden schweren Angstoder Panikattacken. Wie Auswertungen von ärztlichen ambulanten Diagnosedaten der BARMER zeigen, wurde im Jahr 2016 bei 5,7 Prozent der schleswig-holsteinischen Versicherten eine Angststörung diagnostiziert. Der Anteil © istock.com/diane39 betroffener Frauen liegt mit 7,43 Prozent deutlich über dem Anteil betroffener Männer (3,40 Prozent). Bei Frauen wird eine Angststörung am häufigsten in der Altersgruppe 35 bis 39 Jahre diagnostiziert. Bei Männern wurde die höchste Diagnoserate in der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen festgestellt (5,49 Prozent).

J ubiläum

25 Jahre Praxisklinik Kronshagen

© PKKH

Kronshagen – Die Praxisklinik Kronshagen (PKKH) hat ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Der Orthopäde Dr. Frank Pries, der Chirurg Dr. Ulrich Müggenburg und der Anästhesist Dr. Karl-Heinz Gnutzmann gründeten 1993 das „Ambulante Operationszentrum Kronshagen“, aus dem später die PKKH hervorging. Aus den drei Fachärzten und ihren damals sechs Angestellten sind mittlerweile 18 Fachärzte und über 70 Angestellte geworden. Bis heute wurden in der PKKH rund 80.000 Patienten operiert. Nach der OP-Erweiterung 1996 und einer Modernisierung 2004 wurde die Praxisklinik 2006 als Belegkrankenhaus in den Bettenbedarfsplan des Landes Schleswig-Holstein aufgenommen. Neben dem Stammsitz in Kronshagen sind seit der Gründung weitere Standorte mit Sprechstundenzeiten in Schleswig, Rendsburg, Neustadt i. H., Eutin, Schönberg und Bad Segeberg dazugekommen.

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P atienten

Hamburg – Das Institut und die Poliklinik für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hat gemeinsam mit der Ärztekammer Hamburg und der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg das Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Hamburg gegründet. Ziel ist es, das Niveau der hausärztlichen Versorgung in Hamburg langfristig zu sichern. Durch das Kompetenzzentrum sollen die Qualität und die Effizienz der allgemeinmedizinischen Weiterbildung in Hamburg durch Seminare, Mentoring- und Train-the-Trainer-Programme gesteigert werden. Zugleich soll mit dem Weiterbildungsangebot einem Mangel an Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmedizinern entgegengewirkt werden. „Das Kompetenzzentrum bietet eine große Chance, die Qualität der Weiterbildung im Bereich Allgemeinmedizin in Hamburg weiter zu verbessern und damit den dringend benötigten Nachwuchs für eine Tätigkeit in der Allgemeinmedizin nachhaltig zu begeistern“, sagte Prof. Dr. Martin Scherer, Direktor des Instituts und der Poliklinik für Allgemeinmedizin des UKE. Das Kompetenzzentrum soll eine wissenschaftlich fundierte Ergänzung der praktischen Weiterbildung aus einer Hand anbieten. Dabei orientiert sich das Angebot am kompetenzbasierten Curriculum Allgemeinmedizin, das die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) entwickelt hat. Ärzten in Weiterbildung werden am Zentrum pro Jahr bis zu acht „Tage der Weiterbildung“ angeboten, an denen alle Fortbildungs- und Seminarangebote sowie ein Mentoring-Programm gebündelt werden. Zudem können sich weiterbildungsbefugte Ärzte an diesen Tagen in einem Train-theTrainer-Programm austauschen und didaktisch schulen lassen. In Schleswig-Holstein gibt es bereits seit Dezember 2016 ein Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin – gegründet durch Ärztekammer, KVSH und die Lehrstühle für Allgemeinmedizin der Universitäten Kiel und Lübeck.

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NACHRICHTEN  KOMPAKT FKQS

Ärzte im Norden setzen auf digitale Kommunikation

Förderpreise verliehen

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S afe M ail

Bad Segeberg – Immer mehr Ärzte im Norden sind digital miteinander vernetzt: In SchleswigHolstein nutzen mittlerweile rund 600 Arztpraxen und 90 Kliniken „SafeMail“, den kostenfreien E-Mail-Dienst der KVSH. Damit hat sich die Zahl in den vergangenen drei Jahren verdoppelt. Die Arztpraxen und Krankenhäuser, die den Dienst nutzen, tauschen innerhalb eines geschlossenen Systems elektronisch Behandlungsdaten von Patienten und Dokumente aus. Per SafeMail werden z. B. Arztbriefe, Befunde, Laborwerte, Röntgenbilder und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen schnell und sicher verschickt. Alle E-Mails sind durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. Durch die digitale Kommunikation entfallen das aufwendige Einscannen und Ausdrucken von Dokumenten sowie der kostenintensive Postversand. Insgesamt wurden im Jahr 2017 etwa 220.000 Mails über das System ausgetauscht. Dies ist ein Anstieg um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die KVSH setzt sich dafür ein, dass künftig noch mehr die digitale Leitung nutzen: „Geplant ist, neben weiteren Ärzten und Kliniken auch Apotheken, Anlaufpraxen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, Labore und Gesundheitsämter einzubinden“, betonte Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH. Das von Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Landesdatenschutz zertifizierte System ist bislang besonders in den Regionen im Norden verbreitet, in denen Praxisnetze für eine enge Kooperation sorgen. Für den Zugang zum E-Mail-Dienst ist ein Anschluss an KV-SafeNet, das hochsichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen, oder an die Telematikinfrastruktur erforderlich. In viele Praxisverwaltungssysteme ist SafeMail außerdem direkt eingebunden. Damit können Arztbriefe aus den Eintragungen in der Patientenakte erstellt und versandt und beim Empfänger automatisch der jeweiligen Patientendatei zugeordnet werden.

Bad Segeberg – Der Förderkreis Qualitätssicherung im Gesundheitswesen hat zwei innovative Projekte aus Schleswig-Holstein mit Preisen gewürdigt. Das Projekt „Strukturiertes Arzneimittelmanagement bei Alten“ (SAMbA) erhielt den Qualitätspreis für das Jahr 2016. SAMbA zielt darauf ab, eine auf die Arzneimitteltherapie bezogene Verbesserung des Überleitungsmanagements bei der Einweisung in das Krankenhaus und bei der Entlassung zu erreichen. Die Arbeitsgemeinschaft „eGK SH“ erhielt den Qualitätspreis 2018 für die zukünftige Übersendungsmöglichkeit des elektronischen Medikationsplans per SafeMail. Die Teilnehmer an diesem Projekt sind neben Arztpraxen auch ausgewählte Apotheken in Schleswig-Holstein. Der Qualitätspreis des Förderkreises ist mit 3.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen.

B ildqualität M ammographie

Broschüre für Fachärzte Berlin – Um Ärzte und ihre radiologischen Fachkräfte beim Erstellen von Mammographien zu unterstützen, bietet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die Broschüre „Bildqualität in der Mammographie“ an. Auf 32 Seiten enthält sie Abbildungen und Erläuterungen sowie Hinweise zur Erstellung, um Bildmängel zu vermeiden. Ärzte erfahren, welche Mängel in den Überprüfungen der Bildqualität von Mammographien festgestellt wurden. Zudem erhalten sie jeweils Empfehlungen, wie sich solche Mängel vermeiden lassen, etwa durch eine bessere Positionierung der Brust bei der Röntgen-Aufnahme.

Gedruckte Exemplare können Praxisteams kostenfrei bei der KBV bestellen: versand@kbv.de. Eine Webversion steht online in der KBV-Mediathek bereit: www.kbv.de/838223.

Mehr Informationen und Anmeldung unter: http://safemail.ekvsh.de

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Ärztekammerpräsident und FKQS-Vorsitzender Dr. Franz Bartmann (l.) bei der Preisübergabe an Jan Meincke (medisoftware) und Timo Rickers (KVSH) von der AG „eGK SH“.

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Netze als Leistungserbringer? Rund 400 Teilnehmer nutzten auf dem 9. Kongress „Vernetzte Gesundheit“ Workshops, Diskussionsforen und Vorträge, um sich über innovative Versorgungsformen, Vernetzung und Digitalisierung zu informieren. Auch die Rolle der Ärztenetze als Faktor in der ambulanten medizinischen Versorgung und Projekte wie die „ elektronische Visite“ im Kreis Herzogtum Lauenburg standen an den zwei Veranstaltungstagen in der Halle 400 in Kiel im Blickpunkt.

Einen gelungenen Auftakt zum Kongress bot der mit rund 100 Gästen sehr gut besuchte Pre-Workshop „Arztnetze für Leistungserbringerstatus“. Ein Paradethema für Schleswig-Holstein, denn im nördlichsten Bundesland gibt es mittlerweile zehn anerkannte Netze. Nur in Westfalen-Lippe (20) und Bayern (15) sind es mehr. Vertreter von Ärztenetzen fordern als Konsequenz aus dem Professionalisierungsschub der letzten Jahre als nächsten Schritt mehr gesundheitspolitischen Handlungsspielraum. Im Kern geht es dabei um die Frage, ob es zur Sicherung regionaler Versorgung sinnvoll ist, neben Krankenhäusern, Medizinischen Versorgungszentren und Kommunen auch Netzen zu ermöglichen, Arztsitze zu kaufen und Ärzte einzustellen. Dr. Carsten Jäger, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Agentur deutscher Arztnetze, brachte den dahinter stehenden Grundkonflikt in seinem Vortrag auf den Punkt: „Die Kommunen dürfen, können aber oft nicht. Die Netze könnten, dürfen aber noch nicht“. Er forderte als 14

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Konsequenz „gleich lange Spieße“ für anerkannte Arztnetze bei der Übernahme von lokalen Versorgungsaufträgen und die Etablierung des Leistungserbringerstatus im Kollektivvertrag. Auch für Wolfgang Hentrich, Vorstandsvorsitzender des Ärztenetzes „Genial“ in Lingen/Emsland, ist die „Zeit reif“ für den Leistungserbringerstatus. Hentrich stellte als Beweis für die Leistungsfähigkeit von qualifizierten Netzen das „Heimarzt-Modell“ vor. Das Lingener Netz hat eine Heimärztin angestellt, die zentrale Ansprechpartnerin für Ärzte und Heime ist. So muss nicht mehr jeder Arzt für sich mit den Pflegeheimen kommunizieren. Effekt: Die stationären Krankenhauseinweisungen aus Pflegeheimen gingen um ein Drittel zurück. Auch Markus Knöfler, Geschäftsführer des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg, verwies auf die starke Leistungsbilanz vieler Netze bei der Sicherung von Versorgung, gerade in ländlichen Regionen.

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Suche nach dem richtigen Weg Dr. Bernhard Gibis, Leiter des Dezernats Ärztliche Leistungen und Versorgungsstruktur der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, warnte dagegen vor zu viel Optimismus. Er bescheinigte den Netzen in den letzten Jahren eine sehr gute Entwicklung weg von losen Stammtischen hin zu professionellen Strukturen genommen zu haben. Bevor der Gesetzgeber aber den Weg zum Leistungserbringerstatus frei mache, sei noch Überzeugungsarbeit und weitere Erprobungen nötig. Gibis schlug als nächsten denkbaren Schritt vor, dass die Netze zunächst in unterversorgten Regionen mit dem Leistungserbringerstatus ausgestattet werden könnten. Damit wäre es ihnen dann erlaubt, Ärzte anzustellen. Die gesetzliche Grundlage dazu könnte analog zu Paragraf 105 im SGB V angelegt sein. Dieser sieht vor, dass Kommunen in begründeten Fällen und mit Zustimmung der KV eigene Einrichtungen einrichten dürfen. Innovative Netze Dr. Monika Schliffke unterstützte diesen Vorschlag und verwies in ihrem Vortrag noch einmal auf die hohe Innovations- und Leistungskraft der Ärztenetze. „Wenn es darum geht, Digitalisierung in der Versorgung umzusetzen oder Delegation zu leben, dann leisten das die Netze“, so die Vorstandsvorsitzende der KVSH. Es müsse sich politisch aber noch mehr bewegen, damit es Fortschritte Richtung Leistungserbringerstatus geben könne. Die KVSH werde dazu weiterhin ihren Beitrag leisten und sich auf bundespolitischer und landespolitischer Ebene dafür einsetzen, dass die Netze mehr Rückhalt in der Politik und in der Folge mehr Gestaltungsspielraum bekommen, so Schliffke. Projekt elektronische Visite (elVi) Neben der Vernetzung waren digitale Lösungen und aktuelle Projekte im Gesundheitswesen ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses. Auch in Schleswig-Holstein gibt es in diesem Bereich innovative Ideen und Lösungsansätze, um Versorgung insbesondere in ländlichen Gebieten zukunftssicher zu machen. AOK NORDWEST und KVSH starteten gemeinsam mit dem Praxisnetz Lauenburg das Projekt elVi im Kreis Herzogtum Lauenburg, um die dortige Heimversorgung zu verbessern. Ziel ist es, einen direkten „Draht“ zwischen Pflegeeinrichtungen und Arzt entstehen zu las-

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sen. Ein niedergelassener Arzt und die verantwortliche Pflegekraft halten dazu über ein webbasiertes Videokonferenzsystem per Tablet oder PC eine elektronische Arztvisite ab, um Unklarheiten, Medikationsanfragen, Beurteilungen chronischer Wunden oder Therapievorschläge zu besprechen. Dabei gibt es eine LiveSchaltung zwischen der Arztpraxis und der stationären Einrichtung. Die elektronische Visite soll in weiterer Zukunft zudem bei Bedarf um die Erfassung und Übermittlung von Vitalparametern wie Herzrhythmus, Sauerstoffspannung, Körpertemperatur oder Blutzuckergehalt des Patienten ergänzt werden können. Geplant ist, ab April 2018 zunächst mit fünf Pflegeeinrichtungen an den Standorten Mölln, Ratzeburg, Schwarzenbek, Berkenthin und Geesthacht zu starten und das Projekt zu evaluieren. In drei Jahren sollen dann zwei Drittel der Pflegeeinrichtungen des Kreises mit dem Ansatz der Telemedizin zu erreichen sein. Jakob Wilder, KVSH

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„Gesundheitspolitik ist wieder Chefsache“ Landesgesundheitsminister Dr. Heiner Garg über Landarztquote, Reform der Notfallversorgung und Datenschutz in der Medizin Selbstverständlich gab es auch ganz konkrete Themen. Ein Beispiel ist die Notfallversorgung, die mich sehr beschäftigt hat. Hinzu kamen Fragen wie die Krankenhausinfrastruktur mit all ihren Problemen. Ein weiteres Projekt, das mein Haus sehr beschäftigen wird, ist die Umsetzung der Pflegeberufereform. Es gibt also viel zu tun. Nordlicht: Der Koalitionsvertrag benennt einige gesundheitspolitische Vorhaben. Stichworte sind ein Versorgungssicherungsfonds für innovative Projekte sowie eine Förderung der Niederlassung im ländlichen Raum. Können Sie präzisieren, wann diese Programme starten und wie viel Geld zur Verfügung stehen wird?

Nordlicht: Sie sind seit Juni erneut Gesundheitsminister. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz nach einem halben Jahr im Amt aus? Dr. Heiner Garg: Mir war die Intensivierung der Verbindungen zu den ärztlichen Standesvertretungen und den weiteren Playern im Gesundheitswesen im ersten halben Jahr sehr wichtig. Ich bin mit dem Anspruch angetreten, ein klares Signal zu setzen, dass Gesundheitspolitik in dieser Legislaturperiode wieder Chefsache ist. Ich werde es mir auch nicht nehmen lassen, eigene Akzente zu setzen. Das geht nicht ohne den engen Austausch mit allen Akteuren im Gesundheitssystem. Ich mache in Schleswig-Holstein seit zwei Jahrzehnten Gesundheitspolitik. Insofern kenne ich die meisten. Es ist aber ein Unterschied, ob man in Regierungsverantwortung ist oder in der Opposition. Deshalb habe ich beispielsweise einen Jour Fixe mit den Vertretern der Heilberufe, den ich in meiner ersten Amtszeit eingeführt habe, wieder aufgenommen. Mir ist dieser Austausch wichtig, um zu erfahren, ob ich mit meinen Themen richtig liege, welche Erwartungen es gibt und wo wir relativ schnell handeln müssen. Das hat ein bisschen das erste halbe Jahr bestimmt.

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Garg: Wir werden den Versorgungssicherungsfonds auf fünf Millionen Euro jährlich anwachsen lassen. Die Anlaufsumme von zwei Millionen Euro für das erste Jahr, 2018, ist im Haushalt eingestellt. Derzeit erarbeiten wir eine Richtlinie, um sinnvolle Projekte dann auch anschieben zu können. Wir sind auch offen für Anregungen für innovative Projekte von „außen“. Dabei ist klar, dass der finanzielle Rahmen begrenzt und zwar vieles wünschenswert ist, aber nur ein Teil machbar sein wird. Mit diesem Fonds werden wir aber Innovationen anschieben können, sei es im Bereich Digitalisierung oder in der sektorenübergreifenden Versorgung oder aber Innovatives, um die ambulante Versorgung in der Fläche gewährleisten zu können. Ich freue mich, dass dieses Koalitionsprojekt bereits im ersten Jamaika-Haushalt angegangen wird und gehe davon aus, dass es im zweiten Halbjahr 2018 wirklich losgeht. Nordlicht: Der Koalitionsvertrag betont den Wert der Freiberuflichkeit. Es gibt zunehmend mehr kommunale Einrichtungen, auch Krankenhaus-MVZ. Welche Bedeutung hat die Freiberuflichkeit in diesem sich wandelnden Umfeld? Garg: Die Frage gibt mir Gelegenheit, mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufzuräumen. Freiberuflich tätig ist nicht nur derjenige Kollege, der in eigener Praxis tätig ist. Freiberuflichkeit

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heißt zunächst, dass der Beruf des Arztes ein freier Beruf, also weisungsunabhängig ist. Das gilt auch für Krankenhausärzte und MVZ-Ärzte. Die Philosophie, die hinter der Freiberuflichkeit steckt, gerade im Bereich der Ärzteschaft, hat uns bisher vor einem Versorgungsdesaster bewahrt, davon bin ich überzeugt. Da steckt auch immer ein wenig die Tendenz zur Selbstausbeutung dahinter. Positiv ausgedrückt: Ärzte wollen einfach für ihre Patienten da sein. Deswegen bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass die Freiberuflichkeit das Rückgrat der Versorgung ist und sich nicht auf die Kolleginnen und Kollegen beschränkt, die selbstständig niedergelassen tätig sind. Diese haben manchmal als Selbstständige noch mit anderen Problemen zu kämpfen. Für sie gilt deshalb das, was ich gerade gesagt habe, in besonderem Maße. Für mich ist das Bekenntnis zur Freiberuflichkeit keine Floskel, da sie Garant für eine gute Gesundheitsversorgung ist. Die Verantwortung, die jeder Arzt für seine Patienten empfindet, ist etwas ganz Besonderes. Deswegen war es mir wichtig, dass diese Koalition im Koalitionsvertrag ganz klar zur Freiberuflichkeit steht. Nordlicht: Kürzlich hat das Bundesverfassungsgericht ein Urteil zum Numerus clausus gesprochen, das sich mit der Frage beschäftigt, wie ausgewählt werden soll, wer ein Medizinstudium aufnehmen kann. Im Kern geht es immer um die Frage, wie die knappen Medizinstudienplätze verteilt werden sollen, damit es ausreichend Ärzte für die Versorgung gibt. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Teilzeittätigkeit von Ärzten und eines steigenden Behandlungsbedarfs in unserer alternden Gesellschaft: Sind die angedachten Maßnahmen nicht nur ein Verschiebebahnhof, weil die Politik vor einer teuren, aber notwendigen Erhöhung der Zahl der Medizinstudienplätze zurückschreckt? Garg: Bis vor wenigen Jahren war ich sehr skeptisch, ob es die Zahl der Medizinstudienplätze ist. Ich habe immer dafür plädiert, die Rahmenbedingungen zunächst so zu ändern, dass mehr Ärzte kurativ am Patienten tätig werden wollen. Denn von denjenigen, die erfolgreich das schwierige Studium der Humanmedizin abschließen, entscheiden sich nur 60 Prozent kurativ in einem Krankenhaus oder einer Praxis zu arbeiten. Woran liegt es, dass 40 Prozent lieber in die pharmazeutische Industrie gehen oder ins Ausland oder in den öffentlichen Gesundheitsdienst? Überall dort werden sie auch gebraucht, aber es dürften gern mehr Ärzte sein, die sich für Praxis oder Klinik entscheiden. Die zweite Beobachtung ist, dass die Medizin sehr viel weiblicher geworden ist. Das freut mich sehr. Inzwischen sind bis zu 70 Prozent eines Medizinstudienjahrganges Absolventinnen. Viele dieser jungen Kolleginnen haben aber andere Vorstellungen davon, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die eigene Vorstellung vom Leben aussehen sollen. Grob lässt sich deshalb sagen, dass für zwei Ärzte, die aus der Versorgung ausscheiden, eigentlich drei Ärzte folgen müssen. Vor diesem Hintergrund werden wir mit den derzeitigen Studienplatzkapazitäten deutschlandweit wahrscheinlich nicht hinkommen.

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Eine Erhöhung der Medizinstudienplätze in Schleswig-Holstein wird im Koalitionsvertrag im Zusammenhang mit dem Hochschulpakt Medizin angesprochen. Dabei müssen wir uns sehr genau angucken, welche Bundesländer bereits deutlich über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden. Schleswig-Holstein gehört nach wie vor dazu. Möglicherweise müssen wir einen Mechanismus, auch einen finanziellen, finden, der die Bereitschaft bei anderen befördert, ebenfalls über den eigenen Bedarf hinaus auszubilden. Nordlicht: Der Koalitionsvertrag enthält die Ankündigung einer Landarztquote für Medizinstudenten, der die ärztlichen Organisationen mit Skepsis begegnen, und einen Prüfauftrag für Stipendien für Landeskinder. Wann ist mit einer Umsetzung dieser Vorhaben zu rechnen? Garg: Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich kein großer Freund der Quote bin. Sie ist aber im Koalitionsvertrag vereinbart worden. Ich warte zunächst in aller Ruhe und Sorgfalt ab, zu welchen Ergebnissen die Gesundheitsministerkonferenz kommt, die sich sehr intensiv damit beschäftigt und eine Arbeitsgruppe eingerichtet hat. Mir ist es aber lieber, über positive Anreize zu sprechen. Wenn die nicht helfen, bin ich auch bereit über eine Quote zu reden. Umsetzen würde ich sie dann gern nicht gegen, sondern mit der Selbstverwaltung. Und im Übrigen möchte ich auch, dass sämtliche verfassungsrechtlichen Bedenken vorher unzweifelhaft ausgeräumt sind. Wenn es uns in den kommenden Jahren gelingt, die Rahmenbedingungen zu verbessern, müssen wir vielleicht von einer Quote gar keinen Gebrauch machen. Aber klar ist: Verabredet ist verabredet. Das Gleiche gilt für das Stipendium. Es ist eine schöne Idee, um einen Anreiz zu setzen. Mehr kann es aber nicht sein. Zu den Überlegungen gehört für mich aber auch, dass Medizinstudenten sehr früh die Möglichkeit erhalten, einen Einblick und auch ein Gefühl dafür zu bekommen, was es heißt, „Landarzt“ zu sein. Außerdem müssen die finanziellen Bedingungen stimmen. Spätestens seit dem Neubauer-Gutachten, das sich intensiv mit der Erlössituation von Arztpraxen in Bayern beschäftigt hat, wissen wir, dass man einem jungen Kollegen kaum zumuten kann, eine ökonomisch unsinnige Entscheidung zu treffen. Denn zur Entscheidung für eine Praxis gehört die Frage, ob es dauerhaft möglich ist, aus den Einnahmen nicht nur den Praxisbetrieb zu finanzieren, sondern auch eine Familie zu ernähren. Ich glaube, diese Fragen gehören auch zu den Rahmenbedingungen. Nordlicht: Viel gesprochen wird derzeit über die Notfallversorgung. Es gibt in Schleswig-Holstein einen beachtlichen Konsens zwischen den Parteien und Akteuren. Zuletzt hat Ihnen der Landtag den Rücken dafür gestärkt, das Thema im Bundesrat zu forcieren. Gleichzeitig sind in Schleswig-Holstein alle ein wenig im Leerlauf, weil bundesrechtliche Einschränkungen weitere Schritte blockieren, etwa die Öffnung von Anlaufpraxen tagsüber. Wie optimistisch sind Sie, dass wir in Berlin tatsächlich Bewegung sehen werden. Man hat ja gelegentlich

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gesundheitspolitik H albjahresbilanz das Gefühl, unser Gesundheitswesen ist besser darin, neue Projekte zu initiieren, als Ergebnisse von guten Projekten dann in der Versorgung umzusetzen.

„Die Probleme in der Notfallversorgung sind erkannt worden und es wird auch gesehen, dass der schleswig-holsteinische Weg ein konstruktiver ist.“ Garg: Das folgt der deutschen Philosophie: Evolution, statt Revolution im Gesundheitswesen. Aber wenn ich mir das im Vergleich zu anderen Ländern in Westeuropa, Kanada oder den Vereinigten Staaten angucke, sind wir, bei allen Problemen, die wir haben, so schlecht damit nicht gefahren. Damit meine ich auch den Zugang zu Gesundheitsleistungen. Die Hochleistungsmedizin in den USA ist uns zwar in Teilen deutlich überlegen. Für uns, nicht nur in Deutschland, sondern insgesamt in Westeuropa, ist es aber unvorstellbar, dass ein Drittel der Bevölkerung quasi vom Zugang zu ordentlichen medizinischen Leistungen ausgeschlossen ist. Vielleicht, das sage ich völlig wertfrei, ist die Entwicklung, dass immer mehr Patientinnen und Patienten direkt die Notfallambulanzen der Krankenhäuser aufsuchen, auch Ausdruck einer bestimmten Haltung von Patienten. Die einen wollen auf einen Termin nicht warten und versprechen sich eine schnellere Diagnose und Behandlung, wenn sie in eine Notfallambulanz gehen. Andere verschleppen oder ignorieren bestimmte Symptome so lange, bis es nicht mehr auszuhalten ist. Das ist aber für das System auf Dauer nicht tragbar, weder für den ambulanten noch für den stationären Sektor. SchleswigHolstein ist mit seinem Konzept der Portalpraxen vorbildlich vorangegangen. Das zeigt einmal mehr, dass bei uns das Klima unter den Akteuren ein ganz besonders gutes ist. Wenn auf Bundesebene die gesetzlichen Grundlagen für einen geregelten 24/7-Stundenbetrieb von Portalpraxen mit einer Triage von Patienten geschaffen werden, glaube ich, dass wir hier einen echten Fortschritt erzielen würden. Portalpraxen waren unter den Ländern lange umstritten. Ich bin vorsichtig optimistisch, dass, nachdem meine Vorgängerin schon einen Anlauf gestartet hat und damit nicht erfolgreich war, sich die Einstellung in den anderen Bundesländern inzwischen verändert hat. Die Probleme in der Notfallversorgung sind erkannt worden und es wird auch gesehen, dass der schleswig-holsteinische Weg ein konstruktiver ist, nämlich der einer sektorenübergreifenden Versorgung und eines förderlichen Miteinanders.

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Wenn wir es schaffen, alle Parameter, also auch die Frage einer Vergütung, von der beide Seiten etwas haben, und des sorgsamen Umgangs mit den kostbaren Personalressourcen, vernünftig zu regeln, würde das auch für den Willen stehen, in Zukunft tatsächlich sektorenübergreifend und patientenorientiert zu versorgen. Nordlicht: Digitalisierung und Telemedizin sind derzeit in aller Munde. Bisweilen scheitern gute Ideen an der fehlenden technischen Infrastruktur auf dem Land. Die Landesregierung hat sich in diesem Bereich viel vorgenommen. Was kann der Gesundheitsminister speziell für jene tun, die in der Gesundheitsversorgung tätig sind und manchmal auf eine gute Leitung für ihre gute Idee warten? Garg: Sie berauben mich meines Lieblingssatzes, den ich sonst bei solchen Diskussionen an den Anfang stelle, nämlich das Digitalisieren in der Medizin deutlich mehr ist als das Verlegen von Glasfaserkabel. Als Gesundheitsminister kann ich nur die beiden zuständigen Ressorts, das Wirtschafts- und das Umweltministerium, immer wieder dafür sensibilisieren, dass eine gute Glasfaserversorgung eine zentrale Voraussetzung für die gesundheitliche Versorgung der Zukunft im ländlichen Raum ist. Ich glaube aber, dass die Digitalisierung in der Medizin tatsächlich mehr ist als eine Frage des Glasfasernetzes. Sie kann eine ideale Brücke zwischen ambulantem und stationärem Sektor sein, davon bin ich überzeugt. Wir müssen die Bedingungen dafür schaffen, dass die Digitalisierung Patienten und Ärzten einen echten Nutzen bringt. Dafür ist die Digitalisierung gedacht. Nordlicht: Welcher konkrete Nutzen könnte das sein? Garg: Lassen Sie mich eines meiner Lieblingsbeispiele nennen, die digitale Patientenakte. Damit meine ich nicht die zehn Jahre Pleiten, Pech und Pannen-Geschichte der elektronischen Gesundheitskarte, die wirklich ein Armutszeugnis für den Gesundheitsstandort Deutschland ist.

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Ich habe mir in den USA im Centre for special diseases am New York Presbyterian anschauen können, was eine digitale Patientenakte zum Nutzen von schwerstkranken Krebspatienten und langzeit-HIV-infizierten Überlebenden leisten kann. Dort wird der soziale Hintergrund des Patienten ebenso aufgezeichnet wie ein ordentliches Medikamenten-Management. Das sind nicht Patienten, die gelegentlich ein Antibiotikum schlucken, sondern solche, die täglich eine ganze Reihe von Medikamenten einnehmen müssen. Die Daten werden so aufbereitet, dass der behandelnde Arzt ebenso Zugriff auf sie hat wie die Nurse oder der Socialworker. Das alles passiert, um diesen schwerstkranken Patienten zu helfen. Wenn ein weiterer Spezialist oder ein Ernährungsberater mit einbezogen werden soll, sind alle Beteiligten auf demselben Stand. Das ist wichtig für die behandelnden Ärzte, aber auch für die Patienten.

„Wir müssen uns ernsthaft überlegen, wie wir Datenschutz im medizinischen Bereich definieren.“

Die Digitalisierung als einen Baustein zur Versorgungssicherung in der Medizin zu sehen, daran will ich mit allen Kräften mitarbeiten. Nordlicht: Wenn Sie zum nächsten Landtagswahlkampf vor die Wähler treten: Was ist Ihnen wichtig, umgesetzt zu haben? Garg: Es soll Portalpraxen geben, d. h. die Notfallversorgung soll bei uns im Land im schleswig-holsteinischen Sinne reformiert sein und funktionieren. Schön wäre es natürlich, wenn es auch bundesweit funktioniert. Ich möchte eine gelungene Umsetzung der Pflegeberufereform und ein Landeskrankenhausgesetz präsentieren können. Landeskrankenhausgesetz mag ein Schlagwort sein, das Wähler vielleicht nicht unmittelbar begeistert. Aber mit einem Landeskrankenhausgesetz sinnvolle Möglichkeiten zu schaffen, Versorgungsstrukturen dauerhaft zu sichern und weiterzuentwickeln, insbesondere auch im ländlichen Raum, ist etwas zentral wichtiges. Und ich wünsche mir, dass es uns bis zum Ende der Legislaturperiode gelingt, gern auch durch Modellprojekte oder -regionen, dass die Digitalisierung eine intelligente Brücke zwischen dem ambulanten und stationären Sektor und ein Baustein zur Versorgungssicherung ist.

Nordlicht: Käme der Datenschutz dabei nicht zu kurz? Garg: Es ist schwierig für einen Liberalen, auch nur den Anschein zu erwecken, er wolle Datenschutz relativieren. Das dürfen wir mit Sicherheit nicht. Aber wir müssen uns ernsthaft überlegen, wie wir die Datennutzung im medizinischen Bereich definieren. Dabei soll der Patient Herr seiner Daten bleiben und es muss auch seine Entscheidung sein, wer Zugriff bekommt. Dies auch, weil ich nach wie vor eine hohe Skepsis spüre, wenn über Telematik in der Medizin gesprochen wird, bei Patienten, aber auch bei Ärzten. Ich werbe deshalb dafür, dass wir in einem offenen und transparenten Dialog über die Fragen des Datenschutzes und der Datennutzungsmöglichkeiten diskutieren und die Vorteile ansprechen, ohne die Risiken klein reden zu wollen.

Ich hoffe vor allem, dass Ärztinnen und Ärzte, aber auch Pflegerinnen und Pfleger merken, dass die Gesundheitspolitik für diese Landesregierung eine zentrale Rolle spielt. Neben all den Notwendigkeiten des Tagesgeschäfts macht es einen Unterschied, ob sich eine Hausspitze diesem Thema ganz besonders annimmt oder nicht. Das Interview führte Delf Kröger, KVSH

Ein Beispiel: Eine Altenpflegerin stellt bei einer 85-jährigen Heimbewohnerin mit Pflegegrad 5, also schwerstpflegebedürftig, eine Hautveränderung fest. Mutet man dieser Frau zu, einen halben Tag in der Dermatologischen Praxis zu sitzen und dann wieder zurück in ihre Einrichtung gefahren zu werden? Oder gäbe es die Möglichkeit, mit entsprechenden bildgebenden Verfahren zunächst einen Dermatologen darauf gucken zu lassen, der dann entscheidet, ob die Patientin in der Praxis vorgestellt werden muss?

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„Wir sind wie Detektive bei der Spurensuche“ Dr. Lana Harder ist Fachärztin für Humangenetik am Institut für Tumorgenetik Nord in Kiel. Überweisungen von anderen Ärzten an sie und ihre Kollegen lösen meist hohe Kosten aus. Im Nordlicht-Interview erläutert sie die Möglichkeiten und Grenzen der Humangenetik und klärt darüber auf, wie sinnvolle Überweisungen aussehen sollten. Nordlicht: Mit welchen Anfragen von Ärzten und Patienten haben Sie es in Ihrem Fachgebiet typischerweise zu tun?

Harder: Wir werden immer wieder mit Krebspatienten konfrontiert, die bereits im jungen Alter erkrankt sind und erst beim Auftreten der Zweitneoplasie zu uns kommen. Wir können mit Blick Dr. Lana Harder: Im Vordergrund steht die genetische Dia- auf aktuelle Studien heute sagen, dass bei gezielten Vorsorge-/ gnostik von hämatologischen Neoplasien. Unsere häufigsten Früherkennungsmaßnahmen Zweitneoplasien deutlich seltener Ansprechpartner sind deshalb Fachauftreten und auch deutlich früher entdeckt ärzte für Hämatologie und interniswerden. Die Tatsache, dass Tumore zu den tische Onkologen, die uns Blut- und Erkrankungen des fortgeschrittenen Alters Knochenmarkproben von Patienten sengehören, ist nicht neu. Das durchschnittliche den. An diesen Proben erfassen und Erkrankungsalter für z. B. Darmkrebs liegt in charakterisieren wir genetische BesonDeutschland bei etwa 70 Jahren. Beim autoderheiten der Tumorzellen, ziehen Rücksomal dominant vererbten hereditären nicht schlüsse auf den genauen Subtyp der polypösen Coloncarcinom (HNPCC) liegt das Erkrankung, schätzen die Prognose ab mediane Erkrankungsalter hingegen bei und empfehlen den Kollegen so eine 45 Jahren. Autosomal dominante familiäre individualisierte Therapie. Unser zweiter Polyposis coli (FAP) führt noch viel früher Schwerpunkt ist die genetische Beratung zum Darmkrebs. Ich möchte die Kollegen und genetische Diagnostik bei Menschen deshalb bitten, daran zu denken, dass es sich mit Verdacht auf eine erbliche Neigung bei Krebspatienten, die vor dem 45. Lebenszu Tumorerkrankungen. Hämato-Onkojahr erkranken, um eine genetisch bedingte logen, Hausärzte oder andere Fachärzte Erkrankung handeln könnte. Das gilt nicht © Tumorgenetik Nord leiten Ratsuchende an uns weiter. Auch nur für die mit Darmkrebs, sondern auch für aus den Brust- und Darmkrebszentren die mit anderen Tumorerkrankungen. Die in Schleswig-Holstein kommen viele Patienten zu uns. Einige Wahrscheinlichkeit einer erblichen Tumorerkrankung erhöht werden durch medizinische Beiträge in Zeitschriften, Fern- sich zudem mit der Anzahl der erkrankten Personen in einer sehen oder Radio auf die Möglichkeit einer genetischen Bera- Familie. Es sind allerdings erbliche Krebsfälle bekannt, wie tung aufmerksam, suchen uns im Internet und melden sich z. B. autosomal rezessive MUTYH-assoziierte Polyposis, bei dann direkt. Wir betreuen aber auch Patienten mit „klassischen“ denen die Eltern des Betroffenen zumeist keinen Krebs entgenetischen Erkrankungen, wie z. B. Stoffwechselstörungen, wickelten. Bei den Patienten mit erblicher KrebsprädisposiGerinnungsstörungen, Nierenerkrankungen, Mittelmeerfieber tion sind zielgerichtete Vorsorgemaßnahmen indiziert, die das oder Hämochromatose. Immer wieder wenden sich Kollegen Auftreten der Neoplasien, deren Risiko bei erblich bedingten aus der Pädiatrie mit der Bitte um eine genetische Abklärung Krebserkrankungen sehr hoch ist, minimieren. Solche Fälle könbei phänotypischen Dysmorphien oder Retardierungen an uns. nen im Rahmen einer genetischen Beratung geklärt werden. In diesen Fällen verweise ich jedoch eher auf die Humangenetiker mit ausgewiesener Expertise im Bereich der Syndromologie, Nordlicht: Die Humangenetik hat auch „sprechende“ da unser Schwerpunkt bei den oben genannten Erkrankungen Elemente. Wie läuft eine genetische Beratung ab? liegt. Harder: Zunächst erheben wir die Eigen- und die FamilienNordlicht: Sie bekommen also viele Aufträge aus den unteranamnese. Dabei achten wir nicht nur auf onkologische schiedlichsten Richtungen. Worauf möchten Sie die überweiErkrankungen, sondern unter anderem auch auf Stoffwechselsenden Ärzte aufmerksam machen? störungen und Autoimmunerkrankungen. Zwischen den onkologischen Erkrankungen in einer Familie, auch wenn sie ganz

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unterschiedliche Organsysteme betreffen, können Zusammenhänge bestehen, die wegweisend für die molekulargenetische Diagnostik sind. Daher versuchen wir nach der genetischen Beratung, medizinische Unterlagen zu Erkrankungen von möglichst vielen betroffenen Familienangehörigen zu bekommen. Da die Verwandten aber nicht selten in weit entfernten Regionen leben oder bereits verstorben sind, ist dies häufig sehr aufwendig, sodass wir uns manchmal wie Detektive bei der Spurensuche vorkommen. Bei einer genetischen Beratung versuchen wir immer, den Ratsuchenden indirekt zu beraten.

Nordlicht: Wie sieht es mit den Kosten aus, die in den einzelnen Bereichen durch die Überweisungen anderer Ärzte entstehen?

Nordlicht: Was bedeutet das konkret? Harder: Dem Ratsuchenden möglichst viele Informationen über die Aussagekraft einer genetischen Untersuchung, mögliche Ergebnisse und deren Konsequenzen mitzuteilen und diese dann mit ihm zu diskutieren, sodass er am Ende des Gesprächs selbst in der Lage ist, zu entscheiden, ob ein genetischer Test tatsächlich von Nutzen ist. Erst wenn uns alle für die Diagnostik notwendigen Informationen bzw. Unterlagen vorliegen, führen wir nach ausführlicher Beratung eine entsprechende molekulargenetische Diagnostik in Hinblick auf die in Frage kommende Genmutation durch. Nach Abschluss der Diagnostik nehmen wir dann erneut Kontakt zum Patienten auf und teilen ihm sowohl mündlich als auch schriftlich die Ergebnisse der molekulargenetischen Untersuchungen, die damit verbundenen Konsequenzen für ihn und seine Familienangehörigen und gegebenenfalls die daraus resultierende Präventions- bzw. Vorsorgemaßnahmen als tabellarischen „Fahrplan“ mit. Nordlicht: Worin besteht der kollektive Nutzen Ihres Fachgebietes? Gibt es z. B. Effizienzsteigerungen im Bezug auf andere Therapien? Harder: Der besondere Nutzen wird vor allem in der zytogenetischen Diagnostik hämatologischer Neoplasien sichtbar. Wenn wir uns die Sterblichkeit von Patienten an den Folgen der Chemotherapie anschauen, so war diese Zahl bei einigen Entitäten vor 30 Jahren zehnmal so hoch wie heute. Dies lag vor allem daran, dass Patienten mit ganz unterschiedlichen Erkrankungen oft nach gleichem Therapieschema behandelt wurden. Heute spricht man bei der onkologischen Therapie von einer sogenannten risikoadaptierten Behandlung. Nordlicht: Wie funktioniert dieser Ansatz? Harder: Wir versuchen durch Nachweis von charakteristischen und risikoassoziierten Chromosomenveränderungen zu klären, ob der Patient eine eher milde, intermediäre oder eine aggressive Erkrankung hat. Stellen wir dabei fest, dass in den Tumorzellen des Knochenmarks eines Leukämiepatienten Chromosomenveränderungen vorliegen, die anhand aktueller Studien mittels einer hochspezifischen milden Chemotherapie therapiert werden können, bleiben solchen Patienten Nebenwirkungen von hochaggressiven Therapien erspart. Das Paradebeispiel hierfür ist die chronisch myeloische Leukämie, bei der durch genetischen Nachweis einer sogenannten Philadelphia-Translokation der Einsatz von Tyrosinkinasehemmern eine nur auf die Tumorzellen zielgerichtete Therapie erlaubt ohne

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gesunde Zellen zu attackieren. Die Therapiemöglichkeit auf dem Boden neuer genetischer Erkenntnisse hat die Behandlung vieler Tumorerkrankungen revolutioniert. Auch außerhalb der Onkologie können Patienten vom Einsatz spezifischer Therapien profitieren, für die es noch vor zehn Jahren keine Therapie gab. So können z. B. Patienten mit einer Mutation, die zu einem Alpha1-Antitrypsinmangel führt, mit Alpha1-Antitrypsin substituiert werden, um die klinischen Symptome dieser Erkrankung zu verhindern.

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Harder: Bei der Frage nach Kosten einer Untersuchung muss ich immer wieder sowohl die Ärztin als auch die Unternehmerin in mir zurate ziehen. Wir müssen sowohl kosteneffizient arbeiten als auch den Patienten in ihrer besonderen Situation alles Sinnvolle ermöglichen. Um auf das Beispiel der Darmkrebserkrankung zurückzukommen: Es hat sich gezeigt, dass die intensivierte Vorsorge inklusive Darmspiegelungen deutlich kostengünstiger für das Gesundheitssystem ist. Wir sind außerdem zuallererst Ärzte und wollen möglichst vielen Patienten das Leid einer Krebserkrankung ersparen. Wir sollten dabei nicht vergessen, dass wir irgendwann selbst am anderen Ende der Kanüle stehen könnten und dann auch optimal versorgt werden möchten. Nordlicht: Trotzdem bleibt die Humangenetik am Ende eine relativ teure Sache. Wie gehen Sie damit um? Harder: Grundsätzlich ist die humangenetische und tumorgenetische Diagnostik im Vergleich zu den üblichen Laborkosten relativ teuer. Daher ist es für uns ganz wichtig, die Indikation für die unterschiedlichen Untersuchungsverfahren zu erkennen und zu spezifizieren. Mit unserem heutigen technischen Niveau können wir Unmengen von Informationen erheben, von denen allerdings nur ein kleiner Teil für den Patienten tatsächlich relevant ist. Daher legen wir sehr großen Wert darauf, dass wir durch den permanenten Wissensaustausch mit unseren Kollegen nicht das durchführen, was technisch machbar ist, sondern nur das, was unbedingt durchgeführt werden sollte, um den Patienten eine risikoadaptierte Therapie zu ermöglichen. Um Kosten zu sparen, halten wir uns an das Prinzip der Stufendiagnostik, bei der wir mit den schnellsten und günstigsten Methoden die Untersuchungen beginnen und bei negativem Ergebnis gegebenenfalls eine oder mehrere Stufen weitergehen, falls eine weitere Abklärung notwendig ist. Nordlicht: Eine möglichst präzise Absprache ist also ein entscheidender Faktor. Wie sollte der Auftrag eines überweisenden Arztes an Sie idealerweise aussehen? Harder: Um eine indizierte Stufendiagnostik zu leisten, sind möglichst genaue Angaben zur Art der Erkrankung und der klinischen Symptome notwendig. Dies ist allerdings, insbesondere im Bereich der Hämato-Onkologie, nur selten möglich, da viele Neoplasien ganz unspezifische Symptome aufweisen. Um unnötigen Aufwand und Kosten zu sparen, haben wir ein

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PRAXIS  &  KV interdisziplinäres Kompetenznetz aufgebaut, in dem wir Zugriff auf die Ergebnisse der Untersuchungen unserer Kooperationspartner in der Klinik und den pathologischen Instituten haben. Im Verlauf der Diagnostik können wir dieses individualisierte Verfahren auf jeden einzelnen Patienten anpassen. Daher ist es bei einer Überweisung wichtig, die Verdachtsdiagnose und die Namen der Einrichtungen zu erfahren, in denen evtl. andere/ parallele Untersuchungen, wie Durchflusszytometrie, Zytologie oder Immunhistochemie, durchgeführt werden. So können

die Ergebnisse erheblich schneller, präziser und kostensparend erhoben werden. Dieses interdisziplinäre Vorgehen ermöglicht zudem Wissensaustausch auf dem „kleinen Dienstweg“, der uns, den überweisenden Ärzten und dadurch auch den Patienten zugute kommt und wahrscheinlich eine Erklärung dafür ist, dass die Anzahl der Untersuchungsaufträge in unserer Praxis kontinuierlich steigt. Das Interview führte Jakob Wilder, KVSH

Humangenetik in Zahlen Über 75 Prozent des GKV-Umsatzes des Humangenetikers in Schleswig-Holstein entfallen auf PZV-Leistungen (Genetisches Labor und Budgetrelevante Leistungen)

Die Gruppe erhält über 40 Prozent ihrer Überweisungen von schleswig-holsteinischen Vertragsärzten, gefolgt von Überweisungen aus Niedersachsen mit 17,8 und Hamburg mit 14,4 Prozent.

Patienten nach Überweiser KV-Bereich 4/2016 bis 3/2017

andere KV-Bereiche

43,8 %

20,7 % 3,4 %

17,8 %

14,4 %

Über 40 Prozent der Überweiser sind Hämatologen und Onkologen. Gynäkologen machen ca. 12 Prozent aus.

Patienten nach Überweiser Fachgebiet 4/2016 bis 3/2017

andere Fachgebiete

13,2 % Hausärzte

6,3 %

Pädiater

Hämatologen/Onkologen

7,5 %

44,3 %

HA-Internisten

7,6 %

FA Internisten ohne SP

8,7 %

Gynäkologen

12,3 % Quelle: Honorarbericht 2016 der KVSH

Die mittleren Fallwerte (Forderung nach Euro-Gebührenordnung) reichen von rund 435 Euro bei hausärztlichen bis zu ca. 770 Euro bei hämatologisch und onkologischen Überweisungen. Ekkehard Becker, kvsh

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Nordlicht

aktuell

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PRAXIS  & KV T elematikinfrastruktur

Elektronischer Arztbrief: Vergütung bleibt bestehen

© istock.com/olm26250

Zur Übermittlung elektronischer Arztbriefe in der vertragsärztlichen Versorgung ist die KBV-Richtlinie angepasst worden. Unter anderem wurden die Regelungen zur Vergütung neu verortet. Vergütet werden die eArztbriefe seit 1. Januar 2018 jedoch wie bisher, wenn die Voraussetzungen erfüllt werden.

Die Regelungen zur Vergütung finden sich nun übergangsweise in einer Anlage zum Bundesmantelvertrag (TI-Finanzierungsvereinbarung). Darauf hatten sich KBV und GKVSpitzenverband geeinigt. Die Übergangsregelung war unter anderem notwendig geworden, weil die speziellen Dienste zur Übermittlung der eArztbriefe in der Telematikinfrastruktur noch nicht wie ursprünglich geplant zur Verfügung stehen. Durch das Anpassen der Richtlinie sowie der Einführung einer Vergütungsvereinbarung   soll eine Unterbrechung der Übermittlung und Abrechnung elektronischer Briefe in den vertragsärztlichen Praxen vermieden werden. Die Vergütungsvereinbarung endet spätestens am 30. Juni 2019 oder sobald die speziellen Dienste zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang wird auch die Richtlinie entsprechend angepasst. Bei Nichtbeanstandung des Bundesgesundheitsministeriums treten die neuen Regelungen am 1. Januar 2018 in Kraft.

Neues Video erklärt die Telematikinfrastruktur Wer nutzt die Telematikinfrastruktur und was unterscheidet sie vom Internet? Was passiert mit bestehenden Netzen und welche Anwendungen stehen zur Verfügung? Das neue Video von KV-on, dem Web-TV der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Kassenärztlichen Vereinigungen zeigt anschaulich, wie die Telematikinfrastruktur funktioniert und was sie leisten soll: www.kbv.de/html/32832.php.

Sichere Übertragung vorausgesetzt Auch seit dem 1. Januar 2018 zahlen die Krankenkassen weiterhin insgesamt 55 Cent für jeden elektronisch übermittelten Brief, wenn der Papierversand entfällt und die Übertragung entsprechend der Richtlinie erfolgt. Unter anderem müssen die Ärzte die Briefe mit dem Heilberufsausweis qualifiziert elektronisch signieren. Noch Fragen? Rufen Sie unsere Telematik-Hotline an: Tel.04551 883 888.

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Nordlicht

KBV/Redaktion

aktuell

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PRAXIS  &  KV S erie

Kreisstelle Segeberg

Das sind die Kreisstellen Ärztliche Selbstverwaltung funktioniert nicht von allein, sondern sie braucht regionale Vertreter, die den Ärzten und Psychotherapeuten vor Ort schnell und unbürokratisch mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Schleswig-Holstein füllen die Kreisstellen diese wichtige Rolle aus. Grund genug für das Nordlicht, den 15 Kreisstellen die Gelegenheit zu geben, sich vorzustellen. Termine Motto machen statt meckern

ƒƒ Kreisstellenversammlung: 13. März 2018 mit dem Thema Telematikinfrastruktur ƒƒ Beiratssitzungen: 11. Juni, 17. September und 19. November 2018

Vorsitzende Dr. Ilka Petersen-Vollmar, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Bad Segeberg Telefon: 04551 968600

Aktuelle Projekte ƒƒ E inrichtung einer regionalen Praxisbörse ƒƒ Einrichtung einer regionalen Vertreterbörse ƒƒ Einrichtung einer regionalen Hospitationsbörse

Kreisstelle

Segeberg

ƒƒ A  ktive Mitarbeit in der Selbstverwaltung ƒƒ Förderung des regionalen Ärzteaustausches gemeinsam mit dem Ärzteverein ƒƒ Akquirieren des ärztlichen Nachwuchses für die Praxen

Stellvertreterin Rosemarie Müller-Mette, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Norderstedt

Weitere Beiratsmitglieder Dr. Bernhard Bambas, Facharzt für Augenheilkunde in Bad Segeberg Dr. Uwe Bannert, Facharzt für Psychiatrie in Bad Segeberg Signe Denker, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Bad Segeberg Dr. Oliver Geier, Facharzt für Allgemeinmedizin in Henstedt-Ulzburg Jan Grefen, Facharzt für Neurologie in Bad Segeberg Dr. Jan Löhler, Facharzt für Hals, Nasen und Ohrenheilkunde in Bad Bramstedt Dr. Frank Wesner, Facharzt für Radiologie in Bad Segeberg

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Drei gute Gründe, sich in der Kreisstelle Bad Segeberg zu engagieren

Nordlicht

Die Kreisstelle kümmert sich auch um den ärztlichen Nachwuchs und unternimmt Folgendes: ƒƒ E inladen von Klinikassistenten zu unseren Fortbildungsveranstaltungen ƒƒ Begrüßen der neuen Niedergelassenen durch die Kreisstelle

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Seite

Aus der Zulassungsabteilung____________________________________________25 Verwendung der Haushaltsmittel 2016____________________________________32 Änderungen Onkologie-Vereinbarung zum 1. Januar 2018____________________33 1. Änderungsvereinbarung zum DMP COPD_________________________________33 Ambulantes Operieren – OPS 2018________________________________________33

Aus der Zulassungsabteilung Seit 1. Januar 2018 Ausschreibungen von Vertragsarztsitzen durch die KVSH Seit dem 1. Januar 2018 schreibt die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Vertragsarztsitze zur Nachbesetzung ausschließlich auf ihrer Homepage unter www.kvsh.de aus. Die Veröffentlichung der Ausschreibungen erfolgt zum Monatsbeginn mit einer Bewerbungsfrist bis zum Monatsende. Ärzte/Psychotherapeuten, die in einer Warteliste stehen, werden nach wie vor per E-Mail über eine Ausschreibung informiert, sofern der Praxisabgeber dies wünscht. Formlose Bewerbung Zur Einhaltung der Bewerbungsfrist reicht zukünftig eine formlose Bewerbung aus. Gerne auch per E-Mail an: zulassung-bewerbung@kvsh.de. Dies gilt ausschließlich für Nachbesetzungsverfahren und nicht für Stellen, die aufgrund der Aufhebung von Zulassungsbeschränkungen durch den Landesausschuss ausgeschrieben werden. Veröffentlichungen aus der Zulassungsabteilung Nach wie vor wird an dieser Stelle über Sonderbedarfsfeststellungen und Ermächtigungen informiert werden unter Hinweis auf die Möglichkeit zur Einlegung von Widersprüchen.

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann.

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Name

Fachgruppe/Schwerpunkt

Niederlassungsort

Niederlassungsdatum

Dipl.-Psych. Dirk Lambert – halbe Zulassung –

Psychologische Psychotherapie

23795 Bad Segeberg, Oldesloer Straße 9

01.12.2017

Dipl.-Soz.-Päd. Anna-Lena Kaufmann – halbe Zulassung –

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

24980 Flensburg, Holm 49

01.01.2018

Maike Bähr-Lepthin

Kinder- und Jugendmedizin

22926 Ahrensburg, Hagener Allee 70 D

01.04.2018

Dr. med. Nour el Houda Kietzmann – weitere halbe Zulassung –

Chirurgie

24837 Schleswig, Stadtfeld 29

01.01.2018

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de): Name

Fachgruppe

Ort

Prof. Dr. med. Ernst Müller

Lungen- und Bronchialheilkunde

Borstel

Dr. med. Horst Ostertag

Gynäkologie und Geburtshilfe

Flensburg

Dr. med. Daniel Winter

Gynäkologie und Geburtshilfe

Flensburg

Dr. med. André Hohn

Gynäkologie und Geburtshilfe

Kiel

Dr. med. Klaus von Oertzen

Gynäkologie und Geburtshilfe

Geesthacht

Dr. med. Jörn Pfeiffenberger

Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie

Itzehoe

Dr. med. Julia Neelsen

Gynäkologie und Geburtshilfe

Kiel

Dr. med. Annette Becker

Gynäkologie und Geburtshilfe

Kiel

Prof. Dr. med. Fritz Schäfer

Gynäkologie und Geburtshilfe

Kiel

Dr. med. Berndt-Michael Order

Gynäkologie und Geburtshilfe

Kiel

Dr. med. Thomas Wander

Innere Medizin

Wyk/Föhr

Dr. med. Clemens Rasmus von Reusner

Innere Medizin

Wyk/Föhr

Prof. Dr. med. Uta Jappe

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Borstel

Dr. med. Niko Lorenzen

Kinder- und Jugendmedizin

Kiel

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Claaß

Kinder- und Jugendmedizin

Kiel

Dr. med. Stefan Mahlmann

Hämatologie und internischische Onkologie

Neumünster

Dr. med. Paul Zimmermann

Innere Medizin

Neumünster

Karsten Hamann

Innere Medizin

Neumünster

Dr. med. Siegfried Haas

Hämatologie und internischische Onkologie

Neumünster

Dr. med. Roland Preuss

Innere Medizin

Ratzeburg

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Jan Weichert

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Lübeck

Dr. med. Matti Petersen

Viszeralchirurgie

Kiel

Dr. med. Thomas Klaus

Anästhesiologie, Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie

Sylt OT Westerland

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ wurden zugelassen und haben um Veröffentlichung gebeten: Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dipl.-Psych. Joana Naumann – halbe Zulassung –

25358 Horst, Wilhelm-Busch-Weg 4

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

01.10.2017

Dr. med. univ. Martin Mohr

23758 Oldenburg, Markt 2

Haut- und Geschlechtskrankheiten

02.01.2018

Dr. med. Heinrich Siebel

Dr. med. Caroline Dohrmann – halbe Zulassung –

22885 Barsbüttel, Am Akku 9

Allgemeinmedizin, Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie

01.01.2018

Dr. med. Mathias Okroi

23611 Bad Schwartau, Markttwiete 8 –10

Chirurgie

01.01.2018

Dr. med. Ilka Petersen-Vollmar – halbe Zulassung –

23795 Bad Segeberg, Bahnhofstraße 12

Allgemeinmedizin

01.01.2018

Dipl.-Med. Johannes-Christian Witte – halbe Zulassung –

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Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen

1/2 | 2018

Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dr. med. Kerstin Behnke – halbe Zulassung –

22850 Norderstedt, Berliner Allee 40 c

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

02.01.2018

Bernhard Schulz

Dr. med. Thomas Bremmenkamp

25368 Kiebitzreihe, Bekenreihe 12

Anästhesiologie

01.01.2018

Sabine Grzybowski

25421 Pinneberg, Elmshorner Straße 76

Allgemeinmedizin

01.01.2018

Dr. med. Susanne Fürth

Gudrun Thielsen

24937 Flensburg, Holm 45

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.01.2018

Dr. med. Wolfgang Barchasch

Dipl.-Psych. Anne Rotthaus

24114 Kiel, Boninstraße 48

Psychologische Psychotherapie

01.01.2018

Dipl.-Psych. Marlene Lunow

Dipl.-Psych. Nadja Al-Halabi – halbe Zulassung –

25421 Pinneberg, Dingstätte 8

Psychologische Psychotherapie

01.01.2018

Dipl.-Psych. Ernest Meyer-Evers – halbe Zulassung –

Barbara Bolouri – halbe Zulassung –

24589 Nortorf, Große Mühlenstraße 28 – 30

Kinder- und Jugendmedizin

02.01.2018

Dr. med. Peter Schröder

Dr. med. Jasmin Soltau

23570 Lübeck, Am Dreilingsberg 7

Innere Medizin/ hausärztlich

01.01.2018

Dr. med. Bernhard Greiling

Dr. med. Tim Drewes

23611 Bad Schwartau, Am Kurpark 1

Orthopädie und Unfallchirurgie

03.01.2018

Dr. med. Michael Troch

Roland Steller

24143 Kiel, Preetzer Straße 34

Allgemeinmedizin

01.01.2018

Dr. med. Michael Lauterbach

Dr. med. Jens Allroggen

22885 Barsbüttel, Am Akku 9

Kinder- und Jugendmedizin

01.01.2018

Dr. med. Annegret Biebl

Claudia Sextro

22846 Norderstedt, Heidbergstraße 100

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

02.01.2018

Dr. med. Annegret BiljesSteber

Birke Mühlhausen – weitere halbe Zulassung –

23701 Eutin, Peterstraße 19 a

Innere Medizin/ hausärztlich

01.01.2018

Brigitte Maas

Dipl.-Psych. Anna Rohs – halbe Zulassung –

24582 Bordesholm, Heintzestraße 21

Psychologische Psychotherapie

01.02.2018

Maria Klauk – halbe Zulassung –

Dr. med. Katarzyna Laß

22926 Ahrensburg, An der Reitbahn 1

Innere Medizin, Schwerpunkt Kardiologie

03.01.2018

Dr. med. Hieronymus Hübner

Dr. med. Jan Spethmann

24558 Henstedt-Ulzburg, Hamburger Straße 28

Urologie

08.01.2018

Bernd Hoffmann

Matthias Fritze

24939 Flensburg, Apenrader Straße 4

Urologie

01.02.2018

Dipl.-Med. Joachim Wiegel

Dr. med. Caroline von Wantoch Rekowski – halbe Zulassung –

24159 Kiel, Steenbarg 7

Kinder- und Jugendmedizin

04.01.2018

Dr. med. Wolfgang Pulß

Dr. med. Sigrid Bitzhenner – halbe Zulassung –

24159 Kiel, Steenbarg 7

Kinder- und Jugendmedizin

04.01.2018

Dr. med. Wolfgang Pulß

Dr. med. Martje Ketels – halbe Zulassung –

24143 Kiel, Preetzer Straße 34

Allgemeinmedizin

02.01.2018

Regine Lauterbach

Mike Thomsen

24768 Rendsburg, Moltkestraße 12

Innere Medizin/ hausärztlich

01.01.2018

Dr. med. Helmut Scholz

Dr. med. Anja Witzke

24241 Gettorf, Meierhof 1

Allgemeinmedizin

04.01.2018

Rainer Maack

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Name

Ort

Fachgruppe

Beginn

Nachfolger von

Dr. med. Matthias Fuerst

22926 Ahrensburg, An der Reitbahn 1

Innere Medizin, Schwerpunkt Gastroenterologie

08.01.2018

Heinrich Färber

Felix Tragatschnig

25992 List, Am Brünk 1

Allgemeinmedizin

01.01.2018

Dr. med. Oliver Klebe

24983 Handewitt, Wiesharder Markt 13 a

Innere Medizin/ hausärztlich

01.01.2018

Gerd Taute

24113 Kiel, Mühlendamm 1

Innere Medizin/ hausärztlich

01.01.2018

Stefan Leimenstoll

24119 Kronshagen, Hasselkamp 74

Allgemeinmedizin

01.01.2018

Dr. med. Thomas Kötter

23560 Lübeck, Kronsforder Allee 17

Allgemeinmedizin

01.01.2018

Dr. phil. Dipl.-Psych. Melanie Kandzia

25474 Bönningstedt, Am Markt 10

Psychologische Psychotherapie

01.03.2018

Dipl.-Psych. Ute Bannister – halbe Zulassung –

21521 Wohltorf, Vor den Hegen 4 a

Psychologische Psychotherapie

01.01.2018

Dr. med. Ute Gompf-Appuhn – halbe Zulassung –

Dipl.-Sozialpäd. Maike Hilgerloh – halbe Zulassung –

25746 Heide, Schuhmacherort 26

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

01.03.2018

Dr. med. Maik Welzel

24340 Eckernförde, Ochsenkopf 1

Kinder- und Jugendmedizin

01.01.2018

Dr. med. Gabriele Falliner-Valentin

Marc Sebastian Behnke

24939 Flensburg, Apenrader Straße 2 – 4

Chirurgie, Schwerpunkt Unfallchirurgie

04.01.2018

Dr. med. Jan Ulmer

Dr. med. Marcus Rümmler

22850 Norderstedt, Stettiner Straße 16

Orthopädie und Unfallchirurgie

03.01.2018

Dr. med. Axel Schmidt

Dr. med. Stefan Koinzer

24103 Kiel, Holtenauer Straße 1

Augenheilkunde

08.01.2018

Dr. med. Wolfgang Dölle

Dr. phil. Dipl.-Psych. Hanna Cronjäger – halbe Zulassung –

25712 Burg, Buchholzer Straße 2

Psychologische Psychotherapie

01.01.2018

Dipl.-Psych. Dipl.-Päd. Christine Flori

Sven Koopmann

25355 Barmstedt, August-Christen-Straße 6

Allgemeinmedizin

02.01.2018

Dr. med. Axel Plätzer

Dipl.-Psych. Ulrike Dißelbrede – halbe Zulassung –

25282 Tellingstedt, Teichstraße 1

Psychologische Psychotherapie

08.01.2018

Dipl.-Psych. Rudi Gebhardt – halbe Zulassung –

Prof. Dr. med. Stephan Johannes Ott

24784 Westerrönfeld, Am Glockenturm 10

Innere Medizin/ hausärztlich

01.01.2018

Dr. med. Stefan Girke

Dr. med. Nils Gerrit Heits

24103 Kiel, Prüner Gang 15

Viszeralchirurgie

01.01.2018

Dr. med. Michael Viktor Paduch

21502 Geesthacht, Bergedorfer Straße 58

Orthopädie

03.01.2018

Gabi Reis

23730 Neustadt, Vor dem Brücktor 7

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

01.01.2018

Nora Kelm

24787 Fockbek, Wiesengrund 5

Allgemeinmedizin

01.01.2018

Dr. med. Jörg Hoffmann

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Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben Anstellungsgenehmigungen erhalten und um Veröffentlichung gebeten:

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Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Dr. med. Songül Gräfendorf

25421 Pinneberg, Fahltskamp 6

Allgemeinmedizin

23.10.2017

Dr. med. Thomas Loeck – halbtags –

Asklepios MVZ Nord SH GmbH – Asklepios Gesundheitszentrum Elmshorn

25436 Uetersen, Marktstraße 13

Augenheilkunde

02.01.2018

Dr. med. Heinz-Jürgen Dücker – ganztags –

Dres. med. Holger Burhorn/Alexander Ruthke

23909 Ratzeburg, Töpferstraße 1

Innere Medizin

02.01.2018

Mandy Schawe – ganztags –

Dr. med. univ. Martin Mohr

23758 Oldenburg, Markt 2

Haut- und Geschlechtskrankheiten

02.01.2018

Dr. med. Heinrich Siebel – ganztags –

Dr. med. Gholamreza Rahimi Nahouji – Sonderbedarf –

24568 Kaltenkirchen, Werner-von-SiemensStraße 22

Chirurgie

01.04.2018

Dr. med. Caroline Stefanie Lüders – ganztags –

Dres. med. M. Buhs/A. Janssen – Sonderbedarf –

25451 Quickborn, Bahnhofstraße 92

Orthopädie und Unfallchirurgie

01.01.2018

Kirsten Thöm – halbtags –

Dr. med. Jens Müller-Apitz

23611 Bad Schwartau, Eutiner Ring 5

Nuklearmedizin

01.01.2018

Dr. med. Susanne Eckerle – ganztags –

MVZ am Holstein-Center GmbH

25524 Itzehoe, Brunnenstraße 5

Innere Medizin/ hausärztlich

07.12.2017

Susanne Bergmann – dreivierteltags –

Dr. med. Dietrich Bitterlich

23795 Bad Segeberg, Hamburger Straße 106

Anästhesiologie

01.01.2018

Dr. med. Antje Kallweit – halbtags –

MVZ Nortorf

24589 Nortorf, Bahnhofstraße 5

Allgemeinmedizin

15.12.2017

Dr. med. Katja Brockmann – halbtags –

MVZ Forschungszentrum Borstel

23845 Borstel, Parkallee 1 – 40

Pathologie

01.01.2018

Dr. med. Verena-Wilbeth Sailer – halbtags –

Dres. H. Kirsch/ J. Magner/ K. Figlewicz/ MVZ Augen-HeilkundeNord GmbH

25451 Quickborn, Ziegenweg 4

Augenheilkunde

01.01.2018

Dr. med. Mihaela Reinsberg – vierteltags –

Dr. med. Joachim Magner und Kollegen

22927 Großhansdorf, Sieker Landstraße 3

Augenheilkunde

01.01.2018

Dr. med. Mihaela Reinsberg – halbtags –

Dres. H. Kirsch/ J. Magner/ K. Figlewicz/ MVZ Augen-HeilkundeNord GmbH

24558 Henstedt-Ulzburg, Rathausplatz 3

Augenheilkunde

01.01.2018

Dr. med. Sabine Scheffelmeier – halbtags –

Asklepios MVZ Nord SH GmbH – Asklepios Gesundheitszentrum Elmshorn

22850 Norderstedt, Am Kielortplatz 126

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

02.01.2018

Dr. med. Maria-Elisabeth Westerhoff – ganztags –

Dr. med. Reiner Gützkow

23730 Neustadt, Burgstraße 36

Allgemeinmedizin

02.01.2018

Dr. med. Gabriele Jäckel-Bätge – ganztags –

Dr. med. Rainer Gützkow

23730 Neustadt, Brückstraße 11

Innere Medizin/ hausärztlich

02.01.2018

Claudia Weidemann – ganztags –

Dres. Hoffmann/Rehberg/ Westphal/Boye/Kamm

23611 Bad Schwartau, Am Hochkamp 21

Anästhesiologie

02.08.2018

Tabea Bienengräber – halbtags –

Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

Dr. med. Dominik Stehle

24306 Plön, Markt 15

Allgemeinmedizin

01.01.2018

Dr. med. Julia Spenner – ganztags –

Björn Metzlaff

21514 Büchen, Grüner Weg 15 a

Innere Medizin/ hausärztlich

02.01.2018

Anne Pfau – halbtags –

Dr. med. M. Bluhm u. A. Klingenberg

22880 Wedel, Goethestraße 77

Allgemeinmedizin

01.01.2018

Jesslin Killus – ganztags –

Dr. med. Kay Meschke

25462 Rellingen, Heidestraße 39

Allgemeinmedizin

01.01.2018

Dr. med. Mirja Meschke – ganztags –

Dr. med. Jens Thomä

22941 Bargteheide, Bahnhofstraße 2

Allgemeinmedizin

01.01.2018

Nancy Schulz-Klauß – ganztags –

Dr. med. univ. Alexandra Bannier-Schmidtke

23843 Bad Oldesloe, Markt 3 a

Innere Medizin/ hausärztlich

01.01.2018

Dr. med. Joanna Przewozna – ganztags –

Dres. Schmalbrock/ Benthin/Schwabe/ Mainski

23795 Bad Segeberg, Am Landratspark 4

Innere Medizin und Kardiologie

01.01.2018

Dr. med. Beatrice Thielmann – vierteltags –

Dr. med. Anne Katrin Eckstein

24119 Kronshagen, Kieler Straße 120

Chirurgie und Kinderchirurgie

01.01.2018

PD Dr. med. habil. Bettina Dreßke – halbtags –

MVZ Steinburg gGmbH

25524 Itzehoe, Robert-Koch-Straße 2

Chirurgie, Schwerpunkt Unfallchirurgie

07.12.2017

Dr. med. Thomas Franz Philipps – halbtags –

MVZ NordOst GmbH

25980 Sylt OT Westerland, Andreas-Dirks-Straße 3

Allgemeinmedizin

16.11.2017

Dr. med. Edda Windolf – ganztags –

MVZ für Pathologie und Laboratoriumsmedizin Dr. Rabenhorst GmbH

24103 Kiel, Prüne 29

Pathologie

01.01.2018

Dr. med. Heinz Dieter Schwan – ganztags –

Dr. med. Alexander Meyer 23843 Bad Oldesloe, Hamburger Straße 5

Urologie

02.01.2018

Dr. med. Julia Cordes – halbtags –

Wilhelminenhaus Kiel – 24103 Kiel, MVZ für Augenheilkunde Wilhelminenstraße 43 Partnerschaft Dr. Walpuski & Dr. Kiese

Augenheilkunde

12.10.2017

Dr. med. Greta Schröder – ganztags –

Partnerschaftsgesellschaft Prof. Schütt und Dr. Horn

23552 Lübeck, Koberg 4

Innere Medizin/ hausärztlich

02.01.2018

Dr. med. Aja Marxsen – ganztags –

Dr. med. Andreas Ruß

24589 Nortorf, Neue Straße 3

Allgemeinmedizin

16.11.2017

Bettina Bandomir – halbtags –

Medizinische Versorgungszentren Klinikum Nordfriesland – MVZ Husum – MVZ Niebüll – MVZ Tönning

25813 Husum, Erichsenweg 16

Neurochirurgie

16.11.2017

Jens Mechler – halbtags –

Gisela Runge

24939 Flensburg, Duburger Straße 81

Neurochirurgie

01.01.2018

Dr. med. Elvira Peltonen-Callsen – halbtags –

Dr. med. Volker Groth

25462 Rellingen, Hamburger Straße 23

Innere Medizin/ hausärztlich

02.01.2018

Hauke Groth – ganztags –

Dr. von Spreckelsen und Kollegen

24109 Kiel, Skandinaviendamm 251

Chirurgie, Schwerpunkt Unfallchirurgie

01.01.2018

Dr. (Univ. Antw.) Tomas Geile – ganztags –

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Nordlicht

aktuell

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Bekanntmachungen und Meldungen Name des anstellenden Arztes/MVZ

Ort

Fachgruppe

Beginn

Name des Angestellten

MVZ Schleswig GmbH

24837 Schleswig, St. Jürgener Straße 1 – 3

Neurologie

01.01.2018

Dr. med. Helge Hellriegel – halbtags –

nordBLICK MVZ GmbH

24103 Kiel, Raiffeisenstraße 1

Augenheilkunde

02.01.2018

Doctor-medic Costin-Ilie Mihaescu – halbtags –

nordBLICK MVZ GmbH

25436 Uetersen, Wassermühlenstraße 5

Augenheilkunde

01.01.2018

Dr. med. Susanne Graupner – ganztags –

Folgende Ärzte/Psychotherapeuten/MVZ haben die Genehmigung zur Verlegung ihrer Vertragspraxis erhalten und um Veröffentlichung gebeten:

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Name

Fachgruppe

von

nach

Datum

Dirk-Justus Hentschel

Praktischer Arzt

24536 Neumünster, Dorfstraße 48

24534 Neumünster, Wasbeker Straße 50

15.11.2017

Dr. med. Geert Knop

Innere Medizin – hausärztlich –

24211 Preetz, Kirchenstraße 52

24211 Preetz, Markt 9

01.01.2018

Susanne Milkert

Kinder- und Jugendmedizin

24589 Nortorf, Hohenwestedter Straße 28

24589 Nortorf, 02.01.2018 Große Mühlenstraße 28 – 30

Anke Knudsen

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

25917 Leck, Anackerstraße 2

25917 Leck, Schafmarkt 3

01.11.2017

Dipl.-Psych. Berit Glinka

Psychologische Psychotherapie

24119 Kronshagen, Kieler Straße 19

24119 Kronshagen, Seilerei 10 b

08.01.2018

Dipl.-Psych. Nicole Ihle

Psychologische Psychotherapie

25451 Quickborn, Feldbehnstraße 50

25451 Quickborn, Querstraße 2

01.01.2018

Dr. med. Kevser Eroglu

Orthopädie und Unfallchirurgie

22848 Norderstedt, Ochsenzoller Straße 142 A

22850 Norderstedt, Ulzburger Straße 52

01.01.2018

Detlev Stolle

Anästhesiologie

24340 Eckernförde, Kakabellenweg 21 b

24148 Kiel, Schönberger Straße 11

01.01.2018

Dipl.-Psych. Marianne Gerber-Moritz

Psychologische Psychotherapie

23909 Ratzeburg, Seestraße 23

23909 Ratzeburg, Große Wallstraße 7

01.11.2017

Nordlicht

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Bekanntmachungen und Meldungen

Verwendung der Haushaltsmittel 2016 Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein hat gemäß Paragraf 78 Abs. 3 in Verbindung mit Paragraf 305 b SGB V die Verwendung der Haushaltsmittel zu veröffentlichen. Das geprüfte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Wirtschaftsjahr 2016 wurde mit folgenden Ergebnissen abgeschlossen:

1. Abrechnungsdaten Honorarvolumen der Ärzte und Psychotherapeuten

1.182 Mio. Euro

Anzahl der abrechnenden Praxen

3.542

Behandlungsfälle der Ärzte und Psychotherapeuten

19.489.180

2. Vermögen* Verwaltungsvermögen

7.413,7

Rücklagen

24.613,0

3. Haushaltsdaten* Aufwand gesamt

28.947,0

davon Personalaufwand

18.660,3

davon Sachaufwand

3.592,2

davon Sonstiger Aufwand

6.694,4

Ertrag gesamt

31.353,7

davon Verwaltungskostenumlage

27.615,0

davon Sonstige Erträge

3.738,7

+ Jahresüberschuss/– Jahresfehlbetrag

2.406,7

Aufwand für Sicherstellungsmaßnahmen

10.173,5

Investitionen

3.921,8

Bilanzsumme

450.587,0

* in TEUR 4. Sonstige Daten Mitarbeiter (ohne ärztlichen Bereitschaftsdienst)

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Bekanntmachungen und Meldungen

Änderungen Onkologie-Vereinbarung zum 1. Januar 2018 In der Onkologie-Vereinbarung wurden zum 1. Januar 2018 neben kleinen redaktionellen Änderungen verschiedene Fristen angepasst. Onkologische Kooperationsgemeinschaft: Kompetenz Palliativmedizin Die Vertragspartner sollten bis zum 30. Juni 2017 prüfen, ob und inwieweit ab dem 1. Januar 2018 vereinbart werden kann, dass die Kompetenz Palliativmedizin in einer onkologischen Kooperationsgemeinschaft verpflichtend durch einen Arzt mit der Zusatzweiterbildung Palliativmedizin zu vertreten ist. Da die Beratungen hierzu noch andauern, wurde die Frist erneut um ein Jahr verlängert. Weitere Änderungen zum 1. Januar 2018 ƒƒEDV-Dokumentation: Die in Paragraf 6 Abs. 7 genannte Frist, zu der ein Zugriff auf eine digitale Patientenakte durch die Mitglieder der Kooperationsgemeinschaft möglich sein soll, wurde um zwei Jahre auf den 1. Januar 2020 verlängert. Die in Anhang 1 genannte Frist zur Einführung einer standardisierten maschinenlesbaren EDV-Dokumentation wurde ebenfalls um zwei Jahre auf den 1. Januar 2020 verlängert. ƒƒErstellung einer Medikamentenliste: Die Frist in Satz 3 der Protokollnotizen zum Anhang 2 wurde um zwei Jahre bis zum 1. Januar 2020 verlängert. Dabei geht es um die Erstellung einer Liste der Medikamente, bei deren Anwendung die Kostenpauschale 86516 berechnungsfähig ist. Anlass für die erneute Verlängerung der Frist ist die Einschätzung von KBV und GKV-Spitzenverband, dass sich eine intensive Auseinandersetzung mit diesem Themenfeld parallel zu den Beratungen zur EBM-Weiterentwicklung nicht realisieren lässt. ƒƒAnmerkung zur Kostenpauschale 86518: Die Kostenpauschale 86518 für die Palliativversorgung kann seit dem 1. Januar 2015 auch nach erfolgter Operation abgerechnet werden. Zuvor galt dies nur bei progredientem Verlauf der Krebserkrankung eines Patienten ohne Heilungschance nach Abschluss einer systemischen Chemotherapie oder Strahlentherapie. Diese Regelung war auf drei Jahre bis zum 31. Dezember 2017 befristet und wurde nun um ein weiteres Jahr verlängert (Satz 2 der Protokollnotiz zur Vereinbarung).

1. Änderungsvereinbarung zum DMP COPD Zum 1. Januar 2018 ist die 1. Änderungsvereinbarung (ÄndV) zum DMP COPD in Kraft getreten. Mit dieser ÄndV haben die Vertragspartner den Vertrag und die Anlagen 1, 2, 5, 6, 7a, 9, 10, 11 und 13 an die Änderungen der rechtlichen Grundlagen der DMP-Anforderungen-Richtlinie angepasst. Die Anlagen 3 und 7b wurden in diesem Zusammenhang ersatzlos gestrichen. Die Anlage 14 „Tabakentwöhnungsprogramme“ ist neu hinzugekommen. Damit sind jetzt drei strukturierte, evaluierte und publizierte Tabakentwöhnprogramme für die Patienten im Angebot. Diese werden über das Muster 36 empfohlen und der Patient klärt mit seiner Krankenkasse, welches Programm wo und wann umgesetzt werden kann. Praxen finden die Präventionsangebote der Krankenkassen unter: www.zentrale-pruefstelle-praevention.de.

Ambulantes Operieren – OPS 2018 Der Katalog zum AOP-Vertrag nach Paragraf 115b SGB V, der normalerweise zum 1. Januar eines jeden Jahres in Kraft tritt, ist zum Redaktionsschluss noch nicht veröffentlicht. Wir werden informieren, sobald der Katalog bekannt ist. Zum 1. April 2018 wird der Anhang 2 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) in der Version 2018 angepasst. Bis zum 31. März 2018 verschlüsseln Ärzte ihre Operationen und Prozeduren weiterhin mit der Version 2017. Über die Änderungen informieren wir Sie im März-Nordlicht.

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PRAXIS  &  KV P sychotherapie

Was bringt 2018? Wie jedes neue Jahr bringt auch 2018 eine Mischung aus Gewissheiten und Erwartungen mit sich. Gewiss sind die eher mager ausfallenden Honorarzuwächse. Auch als sicher gilt die verpflichtende Anbindung aller Praxen an die Telematikinfrastruktur bis zum Jahresende. Anderes ist noch unentschieden. Wider Erwarten gehört hierzu die Möglichkeit für Psychologische Psychotherapeuten, Soziotherapie und medizinische Rehabilitation verordnen zu können. Aber auch die Umsetzung der Entscheidung des Bundesschiedsamtes zum Auftrag der Terminservicestellen fällt darunter. Und dann gibt es noch Bereiche, denen hohe Erwartungen vorausgehen – die Reform der Ausbildung der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gehört genauso dazu wie die der Bedarfsplanung. Pflicht zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur Bis zum Ende des Jahres 2018 sollen alle Praxen – auch die Praxen der Vertragspsychotherapeuten – an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden sein. Der Anschluss ist erforderlich, damit Praxen die Daten des Versicherten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abgleichen und aktualisieren können (Versichertenstammdatenmanagement, VSDM). Die Kosten für die Anbindung einer Praxis an die Telematikinfrastruktur werden erstattet – nicht jedoch die Kosten für den Internetanschluss. Es gibt Erstattungsbeträge für die technische Erstausstattung und die laufenden Betriebskosten. Es zeichnet sich ab, dass Anbieter der Praxisverwaltungssoftware an die Praxisinhaber mit einem Komplettangebot herantreten werden. Verordnung von medizinischer Rehabilitation und Soziotherapie © istock.com/1001Love Nach wie vor steht auch Anfang des Jahres 2018 die Überarbeitung des Einheitlichen Magere Honorarzuwächse Bewertungsmaßstabes (EBM) hinsichtlich Der Orientierungswert als Basis für die Vergütung ärztlicher der Abrechnung von Verordnungen medizinischer Rehabilitation und psychotherapeutischer Leistungen ist gegenüber dem Vor- und Soziotherapie noch aus. Erstaunlicherweise war es den Partjahr lediglich um 1,18 Prozent gestiegen. Der Wert beträgt jetzt nern der Selbstverwaltung im Dezember vergangenen Jahres im 10,6543 Cent. Eine weitere Honorarsteigerung ergibt sich aus der Bewertungsausschuss nicht gelungen, sich bezüglich der EBMVeränderungsrate aufgrund steigender Morbidität und des zuneh- Gebührenordnungspositionen 01611, 30810 und 30811 zu einimenden Alters der Bevölkerung. Dieser Teil jedoch fließt allein gen, sodass die Vertragspsychotherapeuten auch zu Jahresbeginn der Leistungsmenge zu – in Schleswig-Holstein dem Punktzahl- diese beiden Leistungen noch nicht verordnen können. volumen. Da die Psychotherapeuten im Schnitt 90 Prozent ihrer Leistungen außerhalb dieses Volumens erbringen, bleibt es für sie Aufgabenerweiterung der Terminservicestelle unterm Strich gegenüber 2017 bei einer Honorarsteigerung von Nach dem Beschluss des Bundesschiedsamtes vom vergangenen nur gut einem Prozent. Berücksichtigt man nun noch den im Rah- Herbst sollen die Terminservicestellen im Laufe dieses Jahres dazu men der neuen Psychotherapie-Richtlinie enorm zugenommenen übergehen, auch Termine für probatorische Sitzungen bei Psychozeitaufwendigen und nicht zusätzlich vergüteten bürokratischen therapeuten zu vermitteln, wenn eine zeitnahe Behandlung erforAufwand in den Praxen, dürfte sich das ohnehin kaum spürbare derlich ist. Bevor die Änderung in Kraft treten kann, muss noch die Plus wohl in ein Negativ wandeln. Psychotherapie-Vereinbarung angepasst werden. Unter anderem

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PRAXIS  &  KV wird das Formular PTV 11 überarbeitet werden müssen. Bislang ist offen, wie es diesbezüglich weitergeht. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) erwägt eine Klage gegen den Beschluss. Die KVSH wird die Psychotherapeuten auf jeden Fall zu gegebener Zeit informieren. Psychotherapeutengesetz – Reform der Ausbildung Auch die Reform des Psychotherapeutengesetzes von 1999 steht noch aus. Bisher gibt es nur einen Arbeitsentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zur Reform der Psychotherapeutenausbildung. Nach dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die vergangene Legislaturperiode (2013–2017) sollten das Psychotherapeutengesetz und die Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung des Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten grundlegend überarbeitet werden. Eine beabsichtigte, aber auf die nächste Periode verschobene Reform. Im Gesetzgebungsverfahren geht es um eine hochwertige und bundeseinheitliche Ausbildung sowie um eine nachhaltige Weiterbildungsfinanzierung für zukünftige Psychotherapeuten.

Reform der Bedarfsplanung Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat vor einiger Zeit ein Gutachten in Auftrag gegeben, das sich ausführlich und wissenschaftlich mit der Frage der Ermittlung des angemessenen Versorgungsbedarfs im Gesundheitswesen auseinandersetzen soll. Ergebnisse sollen im Jahr 2018 vorliegen. Daran anschließen könnte sich eine umfassende Reform der Bedarfsplanung, nicht nur für den Bereich der Psychotherapie. Der G-BA hatte im vergangenen Jahr zwar eine umfangreiche strukturelle Änderung im Versorgungsangebot der Psychotherapeuten auf den Weg gebracht, jedoch ohne die dafür erforderlichen zusätzlichen ambulanten Behandlungskapazitäten zu bedenken. Allein hierfür ist eine am tatsächlichen Behandlungsbedarf orientierte Bedarfsplanung notwendig. Inwieweit Ärzte und Psychotherapeuten im Jahr 2018 eine Reform der Bedarfsplanung erwarten können, ist bislang noch offen. Heiko Borchers, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Kiel

Leserbrief Leserbriefe sind keine Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen. Bitte geben Sie Ihren Namen, die vollständige Adresse und für Rückfragen Ihre Telefonnummer an. Wir freuen uns auf Ihre Leserbriefe. Bitte schicken Sie diese per E-Mail an: nordlicht@kvsh.de, per Post: KVSH Redaktion Nordlicht, Bismarckallee 1-6, 23795 Bad Segeberg, per Fax: 04551 883 396

N ordlicht 1 2 | 2 0 1 7 A uf der S uche nach der richtigen F ormel , T itelblatt

Notfallversorgung: Hier ein Vorschlag für die „richtige Formel“ Gegeben a =20 Euro, b = 2,5a wenn MTS > 3 Punkte nr. 12 | 2017

Nordlicht

a = Inanspruchnahme Anlaufpraxis b = Inanspruchnahme Besuch KV-Fahrdienst MTS = Manchester Triage System-Gruppe

a

Aber eher tritt Donald Trump den „Terre des Femmes“ bei, als in Deutschland eine – wie in jedem anderen europäischen Land übliche – Selbstbeteiligung als Indikationsfilter im Notdienst wirksam wird. Stattdessen werden WolkenkuckucksheimIdeen mit 24/7-Telefonzentralen und 24-h Portalpraxen entwickelt, während schon jetzt viele Notdienst-Regionen personell unterversorgt sind. Auch soll das Stundenhonorar im Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) zur Attraktivitäts-Steigerung erhöht werden, erwartungsgemäß finanziert durch eine spürbar erhöhte Notdienst-Abgabe. Die „Deppen“, die weiter aktiv am Notdienst teilnehmen, zahlen sich dann durch höhere Abzüge an der Quartalsabrechnung die Honorarerhöhung selbst. Danke für dieses großzügige Weihnachtsgeschenk!

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dezember 2017 | 20. Jahrgang

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Auf der Suche nach der richtigen formel

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(aktiv im KVSH-Notdienst seit 18 Jahren) nordlicht_12_2017.indb 1

Nordlicht

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reform der notfallversorgung

Mathias Rosenbaum, Facharzt für Allgemeinmedizin, Lübeck

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Offizielles mitteilungsblatt der kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-holstein

aktuell

30.11.2017 11:15:24

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PRAXIS  &  KV N eues aus K ven und K B V

KV Hamburg will kinderärztliche Versorgung ausbauen

KVN-Vorstand kritisiert Äußerungen von Doris Pfeiffer

Hamburg – Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) hat die Zulassung von vier zusätzlichen Kinderärzten in Hamburg auf den Weg gebracht. „Wir haben in einer aufwendigen Analyse festgestellt, dass die aktuell vorhandenen Behandlungskapazitäten nicht ausreichen, um den wachsenden Bedarf an kinderärztlicher Versorgung zu decken“, erläuterte Dr. Dirk Heinrich, Vorsitzender der Vertreterversammlung der KVH, die Initiative. „Nach der aktuellen Bedarfsplanung ist Hamburg zwar überversorgt, aber ein qualitativer Blick hinter die Kulissen zeigt uns etwas anderes.“ Die zusätzlichen Sitze sollen vorrangig in den Bezirken Nord, Mitte, Harburg und Bergedorf geschaffen werden. Auslöser der Untersuchung waren zunehmende Klagen von Eltern, dass sie für ihr Kind keinen Platz bei einem Pädiater finden könnten. Diese Klagen gingen aus ganz Hamburg ein, unabhängig davon, ob es sich um einen „wohlhabenden“ oder „ärmeren“ Stadtteil handelt. Die daraufhin durchgeführte Studie der KV Hamburg wies nach, dass in den vergangenen Jahren nicht nur eine Reihe zusätzlicher Gesundheitsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche in die Versorgung aufgenommen, sondern dass die Inhalte dieser Untersuchungen (U 1 bis U 9) auch durch zeitintensive Leistungen erweitert worden sind. „Dadurch“, so Heinrich, „benötigen die Pädiater immer mehr Zeit pro Kind – und irgendwann ist die Zeitkapazität erschöpft, es können keine neuen Kinder mehr angenommen werden.“ Das Missverhältnis von Anforderung und Kapazität werde in den Bezirken Mitte, Nord, Harburg und Bergedorf besonders deutlich, schwierig sei es bereits in Wandsbek, zu kippen drohe es in Eimsbüttel und Altona. „Mit den in Aussicht genommenen vier Zulassungen hoffen wir, die größten Engpässe beseitigen zu können“, so Heinrich.

Hannover – Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat die jüngsten Äußerungen der Vorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, scharf kritisiert. Pfeifer hatte gefordert, dass sich Ärzte endlich um die Versorgung kümmern sollten, statt sich darum zu streiten, wer mehr Geld bekommt. In diesem Zusammenhang hatte sie eine engere Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und Klinikärzten gefordert.

Einrichtung eines Strukturfonds beschlossen Düsseldorf – Die Delegierten der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein haben mit großer Mehrheit die Einrichtung eines Strukturfonds in Nordrhein beschlossen. „Der besondere Charme des Strukturfonds besteht darin, dass die Hälfte der Mittel von den Kostenträgern kommt, über die Verwendung der Mittel aber allein wir entscheiden“, sagte Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. Ergänzt wird der Fonds durch eine Sicherstellungsrichtlinie, die die Grundsätze der Mittelverwendung, Fördermaßnahmen, Antragsverfahren und die Festlegung von zu fördernden Gebieten regelt.

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Nordlicht

Der KVN-Vorstandsvorsitzende, Mark Barjenbruch, machte die unterschiedlichen Rahmenbedingungen für Arztpraxen und Krankenhäuser mit dafür verantwortlich, dass es bei der Überleitung der Patienten vom einen in den anderen Sektor hakt. „Krankenhäuser haben keine Regelleistungsvolumen, keine echte Bedarfsplanung und keine Arzneimittelregresse“, betonte Barjenbruch. „Die Interessen von Krankenhäusern und Vertragsärzten weichen in vielen Fällen voneinander ab“, stellte er fest. Er forderte, die Wettbewerbsvorteile der Krankenhäuser endlich abzubauen und an den Schnittstellen der Behandlung für Vergütung, Bedarfsplanung und Mengenbegrenzungen gleiche Voraussetzungen zu schaffen. Außerdem müsse die Verlagerung von immer mehr Leistungen aus den Krankenhäusern in die Arztpraxen mit einer Verlagerung der entsprechenden Gelder einhergehen. Barjenbruch kritisierte darüber hinaus, dass auch bei der Einführung von Innovationen mit zweierlei Maß gemessen werde. Während im stationären Bereich alles erlaubt sei, was der Gemeinsame Bundesausschuss nicht ausdrücklich untersagt habe, dürfe im ambulanten Bereich nur das erbracht werden, was ausdrücklich genehmigt sei. „Unsere alte Forderung nach gleichen Wettbewerbsvoraussetzungen ist bis heute noch nicht erfüllt worden“, erklärte der KVN-Vorsitzende. Barjenbruch hob hervor, dass bereits Einiges geschehen sei, um die strikte Sektorierung zu überwinden. Dazu gehörten beispielsweise die Kooperationen zwischen dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst und den Notfallaufnahmen der Krankenhäuser, die Möglichkeiten zum Abschluss von Integrationsverträgen sowie das neue Entlassmanagement. Allerdings könnten nur faire Wettbewerbsbedingungen verhindern, dass Kooperationen einen Verdrängungswettbewerb zulasten der niedergelassenen Ärzte auslösten. „Wir befinden uns auf dem richtigen Weg, die Zusammenarbeit zu verbessern“, erklärte Barjenbruch.

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die menschen im land

Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?

Name: Sönke Sturm Geburtsdatum: 4. Mai 1985 Geburtsort: Rendsburg Familie: verheiratet, ein Sohn (14 Jahre) Fachrichtung: Allgemeinmedizin Sitz der Praxis: Hohn Niederlassungsform: Einzelpraxis Neu niedergelassen seit dem 1. Oktober 2017

1. Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Ich habe schon früh durch die Tätigkeit meines Vaters, dessen Praxis ich auch übernommen habe, gute Einblicke in die Tätigkeit eines Hausarztes bekommen. Da die Praxis sich direkt am Wohnhaus befindet und in einem kleinen Dorf liegt, wurden sowohl die enge Beziehung zu den Patienten als auch die hohe Wertschätzung in der Gemeinde deutlich. Im Rahmen meiner klinischen Tätigkeit sah ich dann ständig, in welch hohem Maße der Hausarzt Dreh- und Angelpunkt in der langfristigen Betreuung von Patienten ist. Immer wieder wurden Aufklärungen zu Eingriffen durch die Patienten verschoben, da sie zuerst mit „ihrem Arzt“ reden wollten. Wenn man dann mit den Hausärzten telefonierte, ergab sich oft ein gänzlich anderer Blick auf das Beschwerdebild. Da ich also hausärztlich tätig sein wollte und das auch eigenverantwortlich, blieb die Niederlassung. Zunehmende Dienstbelastung sowie mehr und mehr unzumutbare Arbeitsbedingungen in der Klinik führten zu einem schnellen Wechsel in die Praxis. Eine Anstellung kam für mich nicht in Frage. 2. Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Das tiefe Vertrauen, dass einem die Patienten schenken und die unfassbare Dankbarkeit, wenn man sich ihrer Probleme annimmt, meist sogar unabhängig vom Heilungsverlauf. 3. Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Wirtschaftliche Risiken durch genaue Gewinnermittlung minimieren. Das Hauptrisiko sehe ich in zu hohen Verbindlichkeiten. Übernimmt man eine laufende Praxis, sollte man überlegt zu Werke gehen und nach den finanziellen Möglichkeiten schrittweise modernisieren. Keine Angst vor Regressen, die sollten sich durch adäquate Arbeit und hohes Fortbildungsniveau vermeiden lassen. Bei offenen Fragen vertrauensvoll an die KV wenden, hier wurde mir bei bisher jeder noch so abstrusen Rückfrage stets sehr gut geholfen. 4. Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Im Moment Donald Trump. Anfangs würde mir ein Mini-Mental-Test reichen. 5. Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Die Familie und der Freundeskreis 6. Was ist Ihr Lieblingsbuch? wechselnd 7. Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Weil ein hoher Bedarf (Hausärzte) besteht und man immer nah am Meer ist. 8. Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … vermutlich trotzdem im medizinischen Sektor tätig. 1/2 | 2018

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die menschen im land V or O rt

„Ein Job wie ein Lottogewinn“

© Malzahn

Dr. Thomas Günther ist einer von 50 Ärzten, die sich am Lübecker Theater während der Vorstellungen um die medizinische Versorgung von Besuchern und Theaterpersonal kümmern. Für den Hausarzt ist jeder Einsatz an der Nahtstelle zwischen Medizin und Kultur gleichzeitig ein willkommener Ausflug in eine andere Welt.

Das Engagement von Dr. Thomas Günther als Theaterarzt begann vor zehn Jahren kurz nach seinem Eintritt in den Lübecker Ärzteverein. „Bis dahin waren dort zwei ältere Damen für die Planung und Diensteinteilung der Theaterärzte verantwortlich. Als sie dann vor einigen Jahren aufhörten, habe ich mich spontan als neuer Organisator gemeldet, denn es wäre jammerschade gewesen, wenn das Projekt damals eingeschlafen wäre“, berichtet der 49-Jährige. Die Aufgabe reizte den Allgemeinmediziner sofort,

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was sicherlich auch daran liegt, dass Günther kulturell sehr interessiert ist. „Da gibt es schon eine musische Ader in mir. Ich spiele seit meiner Jugend Geige. Im Alltag zwischen Praxis und Familie kam die Kultur für meinen Geschmack aber oft zu kurz.“ Durch den Job am Theater kann er seitdem das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. In der Regel betreut Günther zwei Vorstellungen pro Monat. Der zeitliche Aufwand für die Organisation der Dienstverteilung bleibt mit etwa fünf Stunden monatlich über-

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die menschen im land

schaubar. Geld erhalten die Mediziner nicht, aber sie kommen in den Genuss, sich Vorstellungen umsonst ansehen zu können – sogar wenn diese bis auf den letzten Platz ausverkauft sind. „Die Lübecker Aufführungen haben eine sehr gute Qualität und brauchen sich vor denen in Metropolen, wie Hamburg oder Berlin, nicht zu verstecken. Ich bin deshalb immer sehr gern im Großen Haus, in den Kammerspielen oder im Jungen Studio, egal ob nun dienstlich oder rein privat“, erklärt Günther. Besonders die Wagner-Aufführung „Der Ring der Nibelungen“, der mit dem „KlassikEcho“ ausgezeichnet wurde und „Westside Story“ von Leonard Bernstein blieben ihm in sehr guter Erinnerung. Aber auch die Aufführung „Leonard Cohen – I‘m a hotel – songs of love and hate“, die er insgesamt fünf Mal besuchte, hat bleibenden Eindruck hinterlassen. Medizinische Aufgaben Trotz aller Begeisterung für die künstlerischen Leistungen ist während der Aufführung Wachsamkeit geboten. Eine gesetzliche Vorschrift, dass bei Theateraufführungen ein Arzt anwesend sein muss, besteht zwar nicht. Doch wenn auf allen drei Bühnen die Vorstellungen ausverkauft sind, kommen schnell rund 1.500 Menschen auf engstem Raume zusammen: Die Zuschauerräume fassen zusammen gut 1.200 Menschen, dazu kommen Schauspieler, Chorsänger, Orchestermitglieder, Bühnentechniker, Gardero-

bendamen, Friseure, Kosmetiker und weitere Theatermitarbeiter. „Dabei besteht allein schon statistisch gesehen eine relevante Wahrscheinlichkeit für einen medizinischen Notfall, zumal es ja nicht unbedingt die Jungen und Gesunden sind, die ins Theater kommen“, so Günther. Meistens bleibe es zwar ruhig, doch es kam auch schon vor, dass der Theaterarzt drei Mal während einer Vorstellung zum Einsatz kam. In der Regel sind es Fälle wie Unwohlsein oder Kreislaufschwäche, um die er sich kümmern muss. Dazu kommen Sturzverletzungen und kleinere Platzwunden, vor und manchmal auch hinter der Bühne. Im berühmten Kampf zwischen den Straßengangs „Jets“ und „Sharks“ im Musical „West Side Story“ hatte sich einer der Hauptdarsteller im Eifer des Gefechts eine schwere Prellung mehrerer Rippen zugezogen. „Zum Glück hatte er nach der Szene nicht mehr viel zu tun, sodass ich ihn weiter spielen lassen konnte“, berichtet Günther. Ein Schmerzmittel half durch den Rest der Aufführung. Einen richtig schweren Unfall oder gar einen Todesfall hat er während seiner „Laufbahn“ als Theaterarzt aber noch nicht erlebt. Trotzdem versucht er, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Seine Notdiensttasche, die er während der Vorstellung immer in der Nähe stehen hat, ist deshalb stets gut gefüllt: Blutdruckmessgerät, Stethoskop, Beatmungsmaske, Pupillenleuchte, Reflexhammer, Infusionen, kleines Ampullarium und Notverbandszeug. Dazu kommen gängige Tabletten, Schmerzmittel und Antibiotika. Freiwillige gibt es genug Der Job als Theaterarzt ist für Günther ein Privileg, für das er gern etwas zurückgibt. „Ich unterstütze das Lübecker Theater ganz bewusst, denn als kulturelle Institution gehört es einfach untrennbar zu unserer schönen Stadt.“ Damit steht er nicht allein da. Immer wieder erreichen den Hausarzt, der gemeinsam mit drei Partnern eine Praxis in der Kronsforder Allee führt, Anfragen von anderen Medizinern, die sich auch beteiligen und Dienste übernehmen wollen. Inzwischen kann so an fast jedem Spieltag des Theaters zumindest eine Vorstellung mit einem Arzt besetzt werden. Im Großen Haus werden für den diensthabenden Theaterarzt übrigens immer die Sitzplätze mit den Nummern 27 und 28, hinten rechts in Reihe zwölf, frei gehalten. „Wenn also während der Vorstellung dort jemand sitzt, dann ist unter Garantie auch ein Arzt anwesend. Für das Lübecker Theater ist es natürlich eine tolle Sache, dass wir da sind, in Eigenregie organisiert und obendrein noch kostenlos“, erklärt Günther. Jakob Wilder, KVSH

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die menschen im land K ommentar

GroKo 2.0 Nun läuft es also doch auf eine Neuauflage der Großen Koalition hinaus. Keiner mag sie, keiner will sie, aber sie kommt. Zwar geht das Gezitter in der SPD bis zum Entscheid der Mitglieder weiter. Aber den Test, ob der von Demoskopen ermittelte Vertrauensverlust der Partei bei Neuwahlen vielleicht umschlägt, will niemand. Also macht die neue GroKo dort weiter, wo die alte am Ende war: sachlich solide, ohne himmelstürmende Ziele, international abstinent und in der politischen Debatte langweilig. Das ist kein schlechtes Setting, aber reicht das aus, um Deutschland in den nächsten vier Jahren auf Kurs zu bringen? Man muss sich nicht dem Merkel-Bashing anschließen und ihre Neujahrsansprache zitieren. Ihre Aussage, man müsse daran arbeiten, dass es den Menschen auch in Zukunft gut geht, ist ebenso anspruchsvoll wie anspruchslos. Anspruchsvoll, weil es keine Garantie dafür gibt, dass Deutschland auch in zehn Jahren so satt dasteht wie heute; anspruchslos, weil „satt“ allein nicht die Zukunft sichert. Dafür braucht es mehr: Ziele, Ideen und Visionen mit denen man Menschen begeistern kann. Und angesichts der Veränderungsgeschwindigkeit in allen Bereichen braucht es noch etwas: Tempo. Womit sollte es also losgehen, was brennt uns unter den Nägeln? Mehr Familiennachzug von Flüchtlingen, der Einstieg in die Einheitsversicherung, mehr Mütterrente und überhaupt mehr soziale Gerechtigkeit? Wohl kaum. Trotzdem sind es die Themen, bei denen jetzt über die Sondierungspapiere hinaus „nachverhandelt“ wird. Großes, was nur eine Große Koalition wuppen kann, dürfte dabei wieder nicht herauskommen, eher viel Kleingedrucktes, von dem die Zukunft Deutschlands nicht abhängt, wie z. B. die Einheitsversicherung anstelle von GKV und PKV. Als großes Thema gesetzt, löst es nicht eines der Strukturprobleme im deutschen Gesundheitswesen. Der Mangel an Landärzten wird so wenig behoben, wie die Präsenz von Fachärzten in Stadt und Land. Die Attraktivität des Arztberufs – bislang noch einer der sogenannten freien Berufe – steigt ebenso wenig. Und die Bereitschaft, Bereitschaftsdienste, Sonderaufgaben oder ein Mandat zur beruflichen Interessenvertretung in Kammern und Kassenärztlichen Vertretungen zu übernehmen, wird auch nicht gestärkt. Denn was soll allein dadurch besser werden, dass die Leistung eines Arztes bei allen Patienten gleich honoriert wird? Medizinisch bessert sich nichts, es erweckt allenfalls den trügerischen Anschein besserer Sozialverträglichkeit.

„Was soll allein dadurch besser werden, dass die Leistung eines Arztes bei allen Patienten gleich honoriert wird?“ HNO-Arzt sucht, hat Glück, wenn er in Portsmouth fündig wird – Entfernung rund 200 Kilometer. Wem die Beispiele hergesucht erscheinen, überzeuge sich vor Ort – und wird ein System angestellter Ärzte in Versorgungszentren finden. Früher hießen diese Zentren in einem Teil Deutschlands Polikliniken, die nach Dienstplan arbeiten und gleich bezahlt werden. Wettbewerb, individuelle Leistung und Abrechnung: Fehlanzeige. Noch hat Deutschland ein Gesundheitssystem, um das wir weltweit beneidet werden. Es basiert auf dem Solidarprinzip in der Krankenversicherung und gilt für gesetzlich Versicherte in gleicher Weise wie für Private. Die Bürger sind zufrieden, vornehmlich weil sie mit ihrem Arzt und seinen Leistungen zufrieden sind. Die immer wieder ins Feld geführte Bevorzugung von Privatpatienten beim Facharzt, hat sich nicht bewiesen, die Koordinierungsstellen für Facharzttermine waren ein Flop, weil es die unterstellte Ungleichbehandlung nicht gibt. Warum also weiter an einem im Grundsatz gesunden System unter dem Vorwand laborieren, es müsse gerechter werden? Was soll qualitativ besser werden und wer gewinnt dabei? Seit Jahren erschöpft sich die Politik in Umverteilung. Der Reiz ist groß, denn die Staatskassen quellen über. Da muss man nicht lange nachdenken, sondern kann großzügig verteilen. Trotzdem fällt Deutschland weiter zurück: In der Digitalisierung und dem Ausbau schneller Datennetze, in der Informationstechnologie und dem Wissensmanagement, bei webbasierten Geschäften und Dienstleistungen – nirgendwo sind wir Schrittmacher. Stattdessen kleckern wir hinterher und meckern, dass andere schneller sind. Mehr als alles andere muss die neue Bundesregierung ein Signal des Aufbruchs setzen. Gefragt sind ein Zukunftsentwurf und eine Agenda zur Umsetzung. Deutschland strotzt vor Kraft, gemeinsam sind wir allem gewachsen. Wir müssen uns nur dazu aufraffen. Peter Weiher, Journalist

Wohin die Einheitsversicherung führt, lässt sich bei unseren Nachbarn studieren. Wer in der dänischen Provinz schwer erkrankt, wartet auf eine Untersuchung im Reichshospital in Kopenhagen Wochen oder Monate, ohne Garantie dort auch behandelt zu werden. Und wer im englischen Plymouth einen

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T eam B eratung

Welche Arzneimittel sind grundsätzlich verordnungsfähig? Wie viele Heilmittel dürfen pro Rezept verordnet werden? Welche Budgetgrenzen sind zu beachten? Diese Fragen stellen sich niedergelassene Ärzte immer wieder, denn die Gefahr ist groß, in die „Regress-Falle“ zu tappen. Damit Sie sicher durch den Verordnungsdschungel kommen, in­formieren wir Sie auf dieser Seite über die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Sicher durch den Verordnungsdschungel

Neuer Beschluss, neues Heilmittel Wichtige Tipps für die Praxis

Häusliche Krankenpflege Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Verordnung von Symptomkontrolle bei Palliativpatienten ist in Kraft getreten. Die Symptomkontrolle kann bei Palliativpatienten auf dem Muster 12 – häusliche Krankenpflege – verordnet werden. Wenn die Patienten bereits Leistungen nach der spezialisierten ambulanten Paliativverordnung (SAPV) erhalten, entfällt die Verordnung. Krankentransport Die Verordnung von Krankenfahrten zulasten der Krankenkassen wirft in der Praxis immer wieder Fragen auf. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat daher eine Anleitung als Ausfüllhilfe erstellt.

Neues Heilmittel – Ernährungstherapie Seit dem 1 Januar 2018 ist die Ernährungstherapie zulasten der Krankenkassen verordnungsfähig. Bei folgenden Diagnosen kann eine Ernährungstherapie verordnet werden: ƒƒ Zystische Fibrose (Mukoviszidose) ƒƒ seltene angeborene Stoffwechselerkrankungen – jedoch nur, wenn die Ernährungstherapie alternativlos ist, da ansonsten Tod oder Behinderung drohen. Die Verordnung erfolgt auf dem Muster 18 – Ergotherapie/Ernährungstherapie. Thomas Frohberg, KVSH

Diese finden Sie auf www.kvsh.de  Praxis  Verordnungen.

Ihre Ansprechpartner im Bereich Arzneimittel, Heilmittel und Impfstoffe Telefon

E-Mail

Thomas Frohberg

04551 883 304

thomas.frohberg@kvsh.de

Stephan Reuß

04551 883 351

stephan.reuss@kvsh.de

Ellen Roy

04551 883 931

ellen.roy@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein

04551 883 353

heidi.dabelstein@kvsh.de

Ihre Ansprechpartnerin im Bereich Hilfsmittel Anna-Sofie Reinhard

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04551 883 362

Nordlicht

anna-sofie.reinhard@kvsh.de

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SERVICE

Sie fragen wir antworten

Service-team Auf dieser Seite gehen wir auf Fragen ein, die dem Service-Team der KVSH immer wieder gestellt werden. Die Antworten sollen Ihnen helfen, Ihren Praxisalltag besser zu bewältigen.

Wann kann die GOP 01735 EBM (Beratung gemäß Paragraf 4 der Chroniker-Richtlinie zu Früherkennungsuntersuchungen für nach dem 1. April 1987 geborene Frauen) abgerechnet werden? Die GOP 01735 EBM kann gemäß Richtlinie einmalig im Zeitraum von zwei Jahren nach Anspruchsberechtigung (Anspruchsberechtigung beginnt ab dem 20. Geburtstag) berechnet werden. Zur Beratung gehören auch die Ausgabe des Merkblattes des Gemeinsamen Bundesausschusses und das Ausstellen einer Bescheinigung über die durchgeführte Beratung.

Benötigt eine hausärztliche Praxis eine gesonderte Genehmigung der KVSH zur Abrechnung der GOP 03321 EBM? Nein, das Belastungs-EKG (03321 EBM) darf ohne Genehmigung von einer Hausarztpraxis erbracht und abgerechnet werden.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, damit bei einem Patienten die kleinchirurgischen Eingriffe (GOP 02300-02302 EBM) mehrfach an einem Tag bzw. nebeneinander an einem Tag abgerechnet werden dürfen? Die Mehrfachabrechnung bzw. Nebeneinanderabrechnung dieser Leistungen setzt die vom EBM vorgegeben Diagnosen Nävuszellnävussyndrom (ICD-10-GM: D22.-) und/oder mehrere offene Wunden (ICD-10-GM: T01.-) voraus. Bei Vorliegen dieser Indikationen können die Ziffern 0230002302 mehrfach in einer Sitzung – auch nebeneinander – höchstens fünfmal am Behandlungstag abgerechnet werden.

Müssen die Scheine der Sonstigen Kostenträger mit der Betriebsstättennummer bzw. dem Praxisstempel versehen werden? Ja, für eine eindeutige Zuordnung der Scheine zur entsprechenden Praxis ist dies zwingend notwendig. Die Kennzeichnung ist entweder durch den Praxisstempel oder händisch vorzunehmen.

Service-Team Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr 42

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Hypokalzämie Anders als bei einer Hyperkalzämie geht die Hypokalzämie meist mit deutlichen klinischen Symptomen wie Parästhesien, Tetanie (Chvostek- und Trousseau-Zeichen) bis hin zu schweren Krampfleiden, Enzephalopathie und Herzinsuffizienz einher.

In seltenen Fällen kann auch ein Magnesiummangel im Serum (< 0,6 mmol/l) durch Auslösen eines relativen Parathormonmangels oder einer Endorganresistenz auf Parathormon (PTH) den Kalziumspiegel senken.

Darüber hinaus treten Hypokalzämien häufig bei kritisch Kranken in intensivmedizinischen Einheiten, insbesondere bei Sepsis, kardialen, renalen, pulmonalem Versagen sowie nach großen Operationen auf.

Zur weiteren Abklärung der Hypokalzämie erfolgt anschließend die Bestimmung des Phosphatspiegels im Serum, der je nach Ergebnis durch die Messung des intakten Parathormons (PTH) oder 25-Vitamin D3 ergänzt wird, um weitere differentialdiagnostische Überlegungen anstellen zu können.

Definitionsgemäß liegt eine Hypokalzämie bei Erniedrigung des Gesamtkalziums im Serum unter 2,2 mmol/l bei normalen Plasmaproteinkonzentrationen vor. Die Blutabnahme zur Bestimmung des Kalziumspiegels erfolgt in einem entspannten Zustand nach einer mindestens zehn minütigen Ruhepause vor Abnahme. Bei einer möglichst kurzen Stauzeit sollte das Öffnen und Schließen der Faust unterbunden werden. Die letzte Nahrungsaufnahme muss mindestens vier Stunden zurückliegen.

In einigen Fällen kann es dabei auch sinnvoll sein, die Kalzium- und Phosphatkonzentration © istock.com/nicolas_ im 24-Stunden-Urin zu bestimmen. Dies ist z. B. beim Autosomal Dominanten Hypokalzämie- und Hyperkalziurie-Syndrom (ADHH) oder bei einer durch die Die Bestimmung von ionisiertem Kalzium (50 Prozent des Gesamt- Leukämietherapie verursachten massiven Steigerung von Phoskalziums) erfolgt am besten aus Heparinblut mit Hilfe einer direkt phationen notwendig. gemessenen ionenselektiven Elektrode in einem Blutgasanalysator. Die Fraktion des ionisierten Kalziums ist abhängig vom pH- Durch den gezielten Einsatz der Parathormonbestimmung lassen Wert und steigt bei Azidose und fällt bei Alkalose. Aus diesem sich der chirurgisch indizierte Hypoparathyreodismus, die chroGrund sollte ein Transport eisgekühlt erfolgen. nische Niereninsuffizienz sowie die verschiedenen Typen des Pseudohypoparathyreoidismus von dem ideopathischen HypopaUrsachenforschung rathyreoidismus und dem ADHH-Syndrom unterscheiden. Hierbei Die weitaus häufigste Ursache einer Erniedrigung des Gesamt- können weitere Spezialuntersuchungen, wie die Bestimmung des kalziums ist die Hypalbuminämie. Aus diesem Grund sollte bei c-AMP im Urin oder die Bestimmung des 1,25 (OH) 2 Vitamin D3 Vorliegen einer unklaren Hypokalzämie oder Hypoalbuminämie notwendig werden. in jedem Fall die Bestimmung des ionisierten Kalziums (Normalbereich >1,15 mmol/l) erfolgen, um eine Pseudo-Hypokalzämie Die Bestimmung des 25-Vitamin D3 dient zur Unterscheidung sicher auszuschließen. Diese ist meist asymptomatisch, allerdings einer Hypokalzämie durch Vitamin D-Mangel, Rachitis, Malabsorpführen schwere Proteinurien, aber auch Malabsorptionssyndrome tion oder eine erhöhte Proteinurie in Abgrenzung zu einer Absendurch den dann zusätzlich entstehenden Vitamin D-Mangel zu kung des Kalziumsspiegels durch Nebennierenrinden-Hyperplaeiner Verstärkung der Hypokalzämie. sie, nach Glucokortikoidgabe oder dem Hungry Bone Syndrome bei Dialysepatienten. Auszuschließen sind weiterhin eine medikamentös indizierte Hypokalzämie, wie sie bei der Gabe von Laxantien oder Furose- Zusammenfassend stellt die Diagnostik der Hypokalzämie ein mid/Etacrynsäure (erhöhtes Ausscheiden von Kalzium) oder bei weiteres gutes Beispiel für eine abgestufte, zu Beginn durch einer Antiepileptika-Therapie oder Rifampicingabe (Eingriff in den Anamnese und einfache labormedizinische Untersuchung zu Vitamin D-Stoffwechsel), auftreten können. erzielende Weichenstellung dar. Erst in der weiteren Differentialdiagnose sowie bei seltenen Erkrankungen werden dann aufAuch Massentransfusionen (Citrat) oder die Verwendung von wendigere Labortests, wie die Messung des intakten PTH oder die Röntgen-/MRT-Kontrastmitteln können die Konzentration von bio- Bestimmung des 25-Vitamin D3-Spiegels benötigt. Dr. Andreas Bobrowski, Laborarzt, Lübeck verfügbaren Kalziumionen verringern.

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Diagnostische Pfade

Was tun bei unklaren Fällen? Bei unklaren Fällen sollte spätestens an dieser Stufe des diagnostischen Pfades ein Kontakt mit dem Facharzt für Laboratoriumsmedizin erfolgen, um das weitere Vorgehen mit der bisher bekannten Anamnese und den vorhandenen Laborergebnissen zu besprechen.

Hypokalzämie

Sammelexemplar 15

Diagnostische Pfade in der Laboratoriumsmedizin


SERVICE

Hypokalzämie Hypokalzämie Eingangsdiagnostik Zufallsbefund

Erneute Calcium-Bestimmung und Korrektur auf Albumin, sowie Bestimmung des ionisierten Kalziums Weitere Basisparameter: Blutbild, Kreatinin, Phosphat, Alkalische Phosphatase

erniedrigt

Pseudo‐ Hypokalzämie

nein

ja

Medikamenten‐Anamnese: Furosemid, Etacrynsäure, Antiepileptika, Laxantien, 5‐FU, Cisplatin, Transfusionen

MedikamentenAnamnese

medikamenteninduzierte Hypokalzämie

ja

nein Ausschluss einer Hypomagnesiämie (Mg 2+) nein

Weiteres Labor

erhöht oder hochnormal

erniedrigt

Intaktes PTH

Weiteres Labor

erniedrigt

Diagnose

Phosphat

• Idiopath. Hypoparathyreoidismus • Nephrotisches Syndrom • ADHH (Autos. dom. Hypokalzämie mit Hyperkalziurie)

Vitamin D3

erhöht

erniedrigt

• Chronische Niereninsuffizienz • Hypoparathyreodismus • Typ‐Ia Pseudohypoparathyreoidismus • Typ‐Ib Pseudohypoparathyreoidismus • Typ‐II Pseudohypoparathyreoidismus

• Vitamin‐D-Mangel (PTH ) • Vitamin‐D‐abh. Rachitis Typ I • Malabsorption • Proteinurie

normal

• NNR-Hyperplasie • Glukokortikoidgabe • Hungry Bone Syndrome • Pankreatitis (Lipase )

Nach „Klinikhandbuch Labordiagnostische Pfade“, W. Hofmann, J. Aufenanger, G. Hoffmann (Hrsg.), De Gruyter Verlag, 2. Auflage, 2014

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Kooperieren, aber richtig

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Für die Zusammenarbeit von Vertragsärzten miteinander sowie mit Krankenhäusern, Anbietern von Heil- und Hilfsmitteln oder der Pharmaindustrie gibt es klare Regeln: In unserer Serie machen wir deutlich, welche Art der Kooperation zulässig und welche unzulässig ist. Der folgende Artikel und die Fallbeispiele sind der Broschüre „ Richtig kooperieren“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entnommen.

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Tätigkeit nicht als solche abrechenbar. Über die Anerkennung als Belegarzt entscheidet die jeweilige KV auf Antrag im Einvernehmen mit den Verbänden der Krankenkassen (Paragraf 40 BMV-Ä).

Belegarzt Vertragsärzte, die als Belegärzte anerkannt sind, dürfen ihre Patienten im Krankenhaus voll- oder teilstationär behandeln. Sie nutzen dabei die komplette Infrastruktur der Klinik. Die belegärztliche Tätigkeit ist im SGB V und im Krankenhausentgeltgesetz verankert und seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Patientenversorgung. Die Honorierung der belegärztlichen Leistungen erfolgt aus der vertragsärztlichen Gesamtvergütung und damit über die jeweilige KV. Das Krankenhaus rechnet seine Leistungen als gesonderte Fallpauschale gegenüber den Krankenkassen ab. Alternativ zu dieser klassischen Vergütungsvariante können Krankenhäuser mit Belegärzten auch Honorarvereinbarungen über belegärztliche Leistungen abschließen. Sie rechnen dann gegenüber den Krankenkassen 80 Prozent der Fallpauschalen für Hauptabteilungen ab. Im Normalfall handelt es sich im Rahmen eines Belegarztvertrages um eine gesetzlich gewünschte Form der Kooperation.

Beispiel B: Ein als Vertragsarzt zugelassener Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin vereinbart mit einem gynäkologischen Belegarzt einer Klinik, dass er die U2-Früherkennungsuntersuchungen bei Neugeborenen auf der Belegstation durchführt. Die Untersuchungen werden dem Kinderarzt durch das Krankenhaus vergütet. Das Hinzuziehen eines anderen Vertragsarztes durch einen Belegarzt ist unzulässig, wenn das betreffende Fachgebiet am Krankenhaus vertreten ist. Das ist bereits der Fall, wenn nur ein Facharzt des betreffenden Gebietes im Krankenhaus angestellt ist. Zulässig Beispiel A: Ein Belegarzt behandelt einen Patienten im Krankenhaus unter Inanspruchnahme der hierfür bereitgestellten Dienste, Einrichtungen und Mittel voll- oder teilstationär. Beispiel B: Der Belegarzt bietet für seine Belegpatienten einen Bereitschaftsdienst an und erhält dafür eine Vergütung. Soweit die Entgelte der erbrachten Leistung entsprechend sind, ist dies zulässig. Beispiel C: Ein Vertragsarzt erhält aufgrund seiner belegärztlichen Tätigkeit eine Honorierung für Leistungen, die ein nachgeordneter Krankenhausarzt derselben Fachrichtung auf seine Veranlassung hin bei dem Belegpatienten durchgeführt hat. Beispiel D: Zwei Belegärzte eines Krankenhauses mit derselben Fachrichtung behandeln ihre Patienten gemeinsam. Dies ist zulässig, denn die Krankenhäuser sollen Belegärzten gleicher Fachrichtung die Möglichkeit geben, ihre Patienten gemeinsam zu behandeln (kooperatives Belegarztwesen).

Unzulässig Beispiel A: Ein Krankenhaus schließt mit einem Vertragsarzt einen Konsiliararztvertrag, der nicht nur die gelegentliche Beratung der Klinikärzte umfasst, sondern auch belegärztliche Tätigkeiten. Dies ist unzulässig, denn trotz der Bezeichnung „Konsiliararzt“ handelt es sich um einen Belegarzt. Die von den Vertragspartnern gewählte Benennung ist nicht entscheidend. Ohne die notwendige Anerkennung als Belegarzt ist die

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Beispiel E: Ein Belegkrankenhaus mit einer Fachabteilung „Chirurgie“ lässt durch einen hinzugezogenen niedergelassenen Neurochirurgen Bandscheibenoperationen durchführen. Das ist zulässig. Einem Belegkrankenhaus muss es möglich sein, seine Leistungsfähigkeit durch einen Kooperationsvertrag mit einem niedergelassenen Arzt zu optimieren.

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SERVICE was , wann , wo ?

Seminare

Nicht zu allen Seminaren wird persönlich eingeladen.

fÜR Ärzte und QM-Mitarbeiter

fÜR Ärzte und Psychotherapeuten

thema: Qualitätsmanagement –

thema: Moderatorengrundausbildung

für Qualitätszirkel

die G-BA-Richtlinie erfüllen

datum: 21. März 2018, 14.00 bis 18.00 Uhr

datum: 23. März 2018, 15.00 bis 21.00 Uhr 24. März 2018, 9.00 bis 17.00 Uhr

Wie sind die Anforderungen aus der Richtlinie „Qualitätsmanagement in der vertragsärztlichen Versorgung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen? Welche gesetzlichen Anforderungen stellen gegebenenfalls ein Haftungsrisiko für die Praxis dar? Wie kann ein QM-System die Umsetzung erleichtern?

Ergebnisorientiertes Arbeiten im Qualitätszirkel erfordert Moderation. Sie sollte zielorientiert, achtsam und methodisch sein. Dies erfordert Übung und Methodik. Beides sind wesentliche Bestandteile dieser speziellen Moderatorengrundausbildung für die Qualitätszirkelarbeit. In den letzten Jahren wurden viele Techniken und sogenannte Qualitätszirkelmodule entwickelt, die dem Moderator die Arbeit erheblich erleichtern können. Die Teilnehmer werden in der Grundausbildung qualifiziert, • das Setting eines Qualitätszirkels zu erarbeiten, • den Zirkel zu moderieren, • verschiedene QZ-Techniken bedarfsgerecht einzusetzen, • die Gruppenprozesse in Qualitätszirkelsitzungen zu steuern und • mit schwierigen Situationen in Gruppenprozessen umzugehen.

In dem Seminar werden unter anderem die folgenden Inhalte behandelt: • Was muss zur Erfüllung der Richtlinie dokumentiert werden? • Wie kann die Dokumentation schnell und systematisch erfolgen? • Welche Beauftragten muss meine Praxis haben? • Welche Themen sind regelmäßig zu unterweisen? • Welche Anforderungen bestehen bei Themen, wie Arbeitsschutz, Medizinprodukte und Hygiene? In dem Seminar erhalten Sie neben umfangreichen Informationen auch Checklisten und Unterweisungsunterlagen, die Sie direkt in Ihrer Praxis einsetzen können. Sie erfahren außerdem, wie Ihre KV Sie bei der Umsetzung von QM unterstützt. Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 –  6, 23795 Bad Segeberg

Inhalte des Seminars: • Moderationstechniken • QZ-Module • Übung von Moderationssituationen • Umgang mit Teilnehmern • Kommunikation und Gruppendynamik • Rahmenbedingungen zur Qualitätszirkelarbeit • Gründung von Qualitätszirkeln

Teilnahmegebühr: 50 Euro Ort: Sitzungszentrum der KVSH, Bismarckallee 1 – 6, 23795 Bad Segeberg Fortbildungspunkte:.5 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

Teilnahmegebühr:  200 Euro inklusive Tagungspauschale für Material und Verpflegung Fortbildungspunkte:.20 TEILNAHMEBEDINGUNGEN: Die vorhandenen Seminarplätze werden nach Eingang der Rückmeldung und vorrangig an Mitglieder der KVSH vergeben. Anmerkung: Die Ausbildung ist nach einem Wochenende abgeschlossen.

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

kontakt + anmeldung Abt. Qualitätssicherung

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Regina Steffen Tel. 04551 883 292 Fax 04551 883 374 E-Mail regina.steffen@kvsh.de

Angelika Ströbel Tel. 04551 883 204 Fax 04551 883 7204 E-Mail angelika.stroebel@kvsh.de 46

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Dagmar Martensen 04551 883 687 04551 883 374 dagmar.martensen@kvsh.de

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Service

Veranstaltungen KVSH

17. März 2018, 9.00 bis 17.00 Uhr

10-jähriges Jubiläum des Infotages für Existenzgründer und Praxisabgeber

7. März 2018, 14.00 bis 17.00 Uhr

Offene Sprechstunde Ort: Zulassung/Praxisberatung der KVSH Info: An jedem ersten Mittwoch im Monat • für alle Ärzte und Psychotherapeuten zu Themen aus dem Bereich der Zulassung (Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation etc.) • ohne vorherige Terminvergabe Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de

Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Anmeldungen: Fax: 0451 40852 60 oder per E-Mail. Die Teilnehmergebühr beträgt 40 Euro E-Mail: filiale.luebeck@apobank.de

22. – 24. März 2018

14. Mitteldeutsche Fortbildungstage Ort: Leipziger KUBUS und Konferenz- und Bildungszentrum des UFZ, Permoserstraße 15, 04318 Leipzig Info:  Anmeldungen bis zum 15. März 2018 per Fax, Post oder E-Mail,

Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de www.kvsh.de

Fax: 0341 4206562, Hinweis für Ärzte: Bitte bringen Sie Ihren Barcode-Aufkleber mit! 22. März 2018 Kurs 1, Für Ärzte, Psychotherapeuten und Rechtsanwälte, 14.00 bis 18.00 Uhr Medizinrecht, Preis: 55,00 Euro 23. März 2018 Kurs 2, 9.00 Uhr bis 16.10 Uhr Pharmakotherapie, Preis: 55,00 Euro Kurs 3, Für Ärzte, 14.30 bis 17.50 Uhr Schmerzmedizin, Preis: 120,00 Euro Kurs 4, Für Ärzte, 14.30 bis 18.45 Uhr Notfallsituationen im KV-Dienst, Preis: 130,00 Euro Kurs 5, Für Ärzte, Psychotherapeuten und Rechtsanwälte, 9.30 bis 18.15 Uhr Medizinrecht, Preis: 95,00 Euro 24. März 2018 Kurs 6, Für Ärzte, Psychotherapeuten und Rechtsanwälte, 9.30 bis 18.15 Uhr Medizinrecht, Preis: 95,00 Euro Kurs 7, Für Ärzte und med. Personal, 9.00 bis 15.00 Uhr Wundmanagement nach dem WUNDUHR-Prinzip, Preis: 120,00 Euro Kurs 8, Für med. assistenzPersonal, Ärzte, Zahnärzte 9.30 bis 15.00 Uhr 4moreMedicine, Preis: 95,00 Euro Kurs 9, Für Dermatologen und Hausärzte, 9.00 bis 17.00 Uhr Hautkrebs-Screening, Preis: 160,00 Euro

Schleswig-Holstein 8. Februar 2018, 20.00 Uhr

Schlafstörungen, Diagnostik und Therapie Ort: ConventGarten, Rendsburg Info: Referent: Prof. Dr. R. Göder E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de

15. Februar 2018, 9.00 bis 17.00 Uhr

Schulungstag des Kompetenzzentrums Weiterbildung Allgemeinmedizin in Schleswig-Holstein Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Anmeldung bei Nina Brunken, Tel. 04551 803 760, Fax 04551 803 751, Fortbildungspunkte 10 E-Mail: akademie@aeksh.de www.aeksh.de/akademie

7. März 2018, 13.00 bis 18.00 Uhr

Workshop: Zukunft Gesundheit – Versorgung neu denken! Ort: Wissenschaftszentrum Kiel, Fraunhoferstr. 13, 24118 Kiel Info: Auskunft und schriftliche Anmeldung, Tel. 04551 99990, Fax 04551 9999 19, Fortbildungspunkte werden beantragt E-Mail: kontakt@aegnord.de www.aegnord.de

E-Mail: info@meinhardt-congress.de www.meinhardt-congress.de

24. März 2018, 10.00 bis 16.00 Uhr

Traineeprogramm für Ärzte in Weiterbildung Ort: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Esmarchstraße 4, 23795 Bad Segeberg Info: Rückfragen an Bettina Fanselow, Tel. 04551 883 255 oder Sylvia Kühne, Telefon 04551 803763, Antwortfax: 04551 803 751, Anmeldung bis zum 17. März 2018 möglich, Fortbildungspunkte: 7 E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de oder sylvia.kuehne@aeksh.de akademie@aeksh.de

15. März 2018, 20.00 Uhr

Geburtshilfe heute – zwischen Alleingeburt und Plan- Qualitätsindikation Ort: ConventGarten, Rendsburg Info: Referent: Prof. Dr. O. Behrens E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de 1/2 | 2018

Wir übernehmen nur für KVSH-Termine Gewähr.

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Service kontakt

Ansprechpartner der KVSH Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Bismarckallee 1 - 6, 23795 Bad Segeberg Zentrale 04551 883 0, Fax 04551 883 209

Vorstand

Vorstandsvorsitzende Dr. Monika Schliffke�������������������������������������������������������� 206/217/355 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Ralph Ennenbach������������������������������������������������������� 206/217/355

Geschäftsstelle Operative Prozesse

Ekkehard Becker...............................................................................486

Justitiar

Klaus-Henning Sterzik���������������������������������������������������������������������� 230 Alexandra Stebner (stellv. Justitiarin)��������������������������������������������� 230

Selbstverwaltung

Regine Roscher.................................................................................218

Abteilungen

Abrechnung Petra Lund (Leiterin)/Ernst Sievers (stellv. Leiter)����������������� 361/534 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 322 Abteilung Recht Klaus-Henning Sterzik (Leiter)������������������������������������������������� 230/251 Maria Behrenbeck (stellv. Leiterin)������������������������������������������������� 251 Alexandra Stebner��������������������������������������������������������������������������� 230 Hauke Hinrichsen����������������������������������������������������������������������������� 265 Tom-Christian Brümmer������������������������������������������������������������������� 474 Esther Petersen������������������������������������������������������������������������������� 498 Susanne Hammerich������������������������������������������������������������������������� 686 Ärztlicher Bereitschaftsdienst Thomas Miklik (BD-Beauftr. d. Vorstands)�������������������������������������� 579 Alexander Paquet (Leiter)��������������������������������������������������������������� 214 Akupunktur Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Ambulantes Operieren Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Arthroskopie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Ärztliche Stelle (Röntgen) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Uta Markl����������������������������������������������������������������������������������������� 393 Tanja Ohm-Glowik���������������������������������������������������������������������������� 386 Virginia Pilz��������������������������������������������������������������������������������������� 641 Cornelia Thiesen������������������������������������������������������������������������������� 458 Alice Lahmann���������������������������������������������������������������������������������� 360 Ärztliche Stelle (Nuklearmedizin/Strahlentherapie) Kerstin Weber���������������������������������������������������������������������������������� 529 Nina Tiede��������������������������������������������������������������������������������������� 325 Arztregister Anja Scheil/Dorit Scheske��������������������������������������������������������������� 254 Assistenz-Genehmigung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Renate Tödt������������������������������������������������������������������������������������� 358 Balneophototherapie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266

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Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Dünndarm Kapselendoskopie Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Kristina Brensa���������������������������������������������������������������������������������� 561 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 332 Fortbildungspflicht nach § 95d SGB V Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Früherkennungsuntersuchung Kinder Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesund schwanger Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Hautkrebs-Screening Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 aktuell

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Service kontakt HIV/AIDS Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Daniela Leisner ������������������������������������������������������������������������������� 578 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Neuropsychologische Therapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Kristina Brensa���������������������������������������������������������������������������������� 561 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Michelle Teegen������������������������������������������������������������������������������� 596 Frederik Schröder����������������������������������������������������������������������������� 427 Maximilian Mews����������������������������������������������������������������������������� 462 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Personal und Finanzen Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Claudia Rode (Stellvertreterin)��������������������������������������������������������� 295 Yvonne Neumann����������������������������������������������������������������������������� 577 Anke Siemers ���������������������������������������������������������������������������������� 333 Dirk Ludwig��������������������������������������������������������������������������������������� 425 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 PET/PET-CT Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 1/2 | 2018

Nordlicht

Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsprüfung Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Sabrina Bardowicks�������������������������������������������������������������������������� 691 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Qualitätsmanagement Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Gabriela Haack�������������������������������������������������������������������������������� 442 Radiologie-Kommission Ute Tasche........................................................................................ 485. Daniela Leisner................................................................................. 578. Christine Sancion.............................................................................. 470 Röntgen (Anträge) Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Röntgen (Qualitätssicherung nach SGB) Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Theresa Gerdts���������������������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Tanja Steinberg�������������������������������������������������������������������������������� 315 Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Soziotherapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888

aktuell

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Service kontakt

Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� Tonsillotomie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� Vakuumbiopsie Stefani Schröder ����������������������������������������������������������������������������� Verordnung (Team Beratung) Thomas Frohberg����������������������������������������������������������������������������� Stephan Reuß (Beratender Arzt)����������������������������������������������������� Widersprüche (Abteilung Recht) Gudrun Molitor�������������������������������������������������������������������������������� Zulassung Bianca Hartz (Leiterin)��������������������������������������������������������������������� Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� Zytologie Michaela Schmidt����������������������������������������������������������������������������

231 445 930 304 351 439 255 276 266

Stelle nach Paragraph 81a SGB V: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen

Impressum

Klaus-Henning Sterzik���������������������������������������������������������������������� 230 E-Mail: infoParagraph81aSGBV@kvsh.de

Nordlicht aktuell Offizielles Mitteilungsblatt der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Prüfungsstelle Bahnhofstraße 1, 23795 Bad Segeberg Tel. 04551 9010 0, Fax 04551 9010 22 Beschwerdeausschuss Dr. Johann David Wadephul (Vorsitzender)�������������������������������� 9010 0 Dr. Hartmut Günther (Stellvertreter)������������������������������������������ 9010 0 Leiter der Dienststelle Maik Luttermann (Leiter)���������������������������������������������������������� 9010 21 Dr. Michael Beyer (Stellvertreter)�������������������������������������������� 9010 14 Verordnungsprüfung Elsbeth Kampen ����������������������������������������������������������������������� 9010 23 Sprechstundenbedarfs-, Honorar- und Zufälligkeitsprüfung Birgit Wiese������������������������������������������������������������������������������ 9010 12

Zentrale Stelle Mammographie-Screening Bismarckallee 7, 23795 Bad Segeberg Tel .................................................................................................... 898900 Fax ................................................................................................ 8989089 Dagmar Hergert-Lüder (Leiterin)����������������������������������������������������� 8989010

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Nordlicht

Herausgeber Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Monika Schliffke (v. i. S. d. P.) Redaktion Marco Dethlefsen (Leiter); Jakob Wilder; Borka Totzauer (Layout); Delf Kröger Redaktionsbeirat Ekkehard Becker; Dr. Ralph Ennenbach; Reinhardt Hassenstein; Dr. Monika Schliffke Druck Grafik + Druck, Kiel Fotos iStockphoto Titelbild Olaf Schumacher Anschrift der Redaktion Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg, Tel. 04551 883 356, Fax 04551 883 396, E-Mail: nordlicht@kvsh.de, www.kvsh.de Das Nordlicht erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“).

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Service K ontakt

Kreisstellen der KVSH Kiel

Kreisstelle: Herzog-Friedrich-Str. 49, 24103 Kiel Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 93222 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0431 9719682 Wolfgang Schulte am Hülse, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 541771 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 0431 549778 E-Mail��������������������������������������������������������������������� kreisstelle.kiel@kvsh.de

Lübeck

Kreisstelle: Parade 5, 23552 Lübeck Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 72240 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 7063179 Dr. Andreas Bobrowski, Facharzt für Laboratoriumsmedizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 0451 610900 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 0451 6109010 E-Mail��������������������������������������������������������������� kreisstelle.luebeck@kvsh.de

Flensburg

Kreisstelle: Meisenstraße 16, 24939 Flensburg Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 42939 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 46891 Dr. Christine Stegmann, Fachärztin für Innere Medizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������������ 0461 4041 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������������� 0461 4043 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.flensburg@kvsh.de

Neumünster

Jörg Schulz-Ehlbeck, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 47744 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04321 41601 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.neumuenster@kvsh.de

Kreis Dithmarschen

Burkhard Sawade, Praktischer Arzt und Facharzt für Chirurgie Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 8128 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04832 3164 E-Mail��������������������������������������������������� buero@kreisstelle-dithmarschen.de

Kreis Herzogtum Lauenburg

Raimund Leineweber, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2044 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04155 2020 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.lauenburg@kvsh.de

Kreis Nordfriesland

Björn Steffensen, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04884 1313 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04884 903300 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.nordfriesland@kvsh.de 1/2 | 2018

Nordlicht

Kreis Ostholstein

Dr. Bettina Schultz, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 2950 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������� 04521 3989 E-Mail���������������������������������������������������������� kreisstelle.ostholstein@kvsh.de

Kreis Pinneberg

Dr. Zouheir Hannah, Facharzt für Orthopädie Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82525 Fax������������������������������������������������������������������������������������������� 04106 82795 E-Mail����������������������������������������������������������� kreisstelle.pinneberg@kvsh.de

Kreis Plön

Dr. Joachim Pohl, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1000 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04526 1849 E-Mail������������������������������������������������������������������ kreisstelle.ploen@kvsh.de

Kreis Rendsburg-Eckernförde

Eckard Jung, Praktischer Arzt Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04351 3300 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04351 712561 E-Mail������������������������������������� kreisstelle.rendsburg-eckernfoerde@kvsh.de

Kreis Schleswig-Flensburg

Dr. Carsten Petersen, Facharzt für Innere Medizin Tel ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 951950 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04621 20209 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.schleswig@kvsh.de

Kreis Segeberg

Dr. Ilka Petersen-Vollmar, Fachärztin für Allgemeinmedizin Tel������������������������������������������������������������������������������������������ 04551 968600 Fax ���������������������������������������������������������������������������������������� 04551 968602 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.segeberg@kvsh.de

Kreis Steinburg

Dr. Klaus-Heinrich Heger, Facharzt für Innere Medizin Tel���������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 2822 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������� 04124 7871 E-Mail������������������������������������������������������������ kreisstelle.steinburg@kvsh.de

Kreis Stormarn

Dr. Hans Irmer, Arzt Tel�������������������������������������������������������������������������������������������� 04102 52610 Fax ������������������������������������������������������������������������������������������ 04102 52678 E-Mail������������������������������������������������������������� kreisstelle.stormarn@kvsh.de

aktuell

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7. Februar | 7. März | 4. April | 2. Mai | 6. Juni | 4. Juli 1. August | 5. September | 7. November | 5. Dezember

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An jedem ersten Mittwoch im Monat 14.00 bis 17.00 Uhr, Abteilung Zulassung Praxisberatung  ohne  vorherige Anmeldung  bitte Wartezeit einkalkulieren  keine „Gruppenberatung“ (max. zwei Personen wie z. B. Praxisabgeber/-übernehmer)  Themen sind Praxisübergabe, Anstellung, Verlegung, Kooperation

(MVZ-Gründung wird nicht thematisiert)

Ort Zulassung/Praxisberatung der KVSH, Bismarckallee 1– 6, 23795 Bad Segeberg

Kontakt Bettina Fanselow, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 255, E-Mail: bettina.fanselow@kvsh.de Karin Ruskowski, Zulassung/Praxisberatung Tel. 04551 883 430, E-Mail: karin.ruskowski@kvsh.de Nächster Infomarkt am: 25. April 2018, alle Abteilungen der KVSH Fragen zu:  Honorar

 Verträgen

 Abrechnung

 Verordnungen

 Qualitätssicherung

  Ärztlichen

 Zulassung  Online-Diensten

Bereitschaftsdienst

  ohne vorherige

Anmeldung

infomarkt Experten aus den Fachabteilungen der KVSH beraten Sie und geben Ihnen hilfreiche Tipps zur Bewältigung des Praxisalltags. www.kvsh.de

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