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EINFACH BESSER DEUTSCH

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150. HEFT

Warum Deutsch eine globale Sprache ist Sprachreise nach Berlin gewinnen! GLS Campus

4 — 18

Deutschland € 7,90 CH sfr 13,00 A · B · E · F · FIN · GR · I · L · P (cont) · SK · SLO: € 9,00 GB £ 9,50

SPRACHE

Danke! Warum die vielen Menschen aus der ganzen Welt so ein Glück für Deutschland sind


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Deutsch perfekt 4 / 2018

EDITORIAL

„Herzlich willkommen im 150. Heft von Deutsch perfekt!“ MITTEL

die Ausgabe, -n

, hier: Version, in der die

Zeitschrift publiziert wird das Jubiläum, Jubiläen , hier: Geburtstag von Deutsch perfekt

Fotos: blende11 Fotografen; mfto/iStock.com; Titelfoto: Kunalm Lee; simon2579/iStock.com

D

ieses Heft ist speziell: Es ist unsere 150. Ausgabe. Ein guter Grund, Ihnen ein paar Dinge über unsere Arbeit zu erzählen, die Sie wahrscheinlich noch nicht wissen. Die ist nämlich besonders – und viele Phänomene aus unserem Arbeitsalltag sind es auch. Für dieses Jubiläum hat unsere Grafikerin Anna Werner zum Beispiel zum ersten Mal die geografische Verbreitung unserer Abonnenten visualisiert. Das Resultat (auf Seite 36 und 37) macht nicht nur Kartenfans wie mir Spaß. Auf jedem Kontinent – außer auf der Antarktis – sind fast alle Länder markiert. Das bedeutet: Deutsch wird wirklich global gelernt. Auch unsere Zahlenseite haben wir diesmal uns selbst gewidmet und geben Ihnen damit einen kleinen Einblick in unsere Redaktion. Eine interessante Zahl, für die in der Rubrik leider kein Platz mehr war, will ich hier noch nennen: 41 435 Worterklärungen in einfachem Deutsch stehen aktuell in unserer Datenbank. Die ist sehr wichtig, um das zu machen, was wir am besten können: Texte nicht nur journalistisch gut zu schreiben, sondern sie nach professionellen Regeln didaktisch aufzubereiten. Es ist also Zeit zu feiern. Feiern wollen wir aber weniger uns. Feiern wollen wir lieber die vielen Zuwanderer in Deutschland. Ihnen hat unsere Berlin-Korrespondentin Barbara Kerbel eine große Reportage gewidmet (ab Seite 14). Denn ob in der Kultur oder im Sport, in der Wissenschaft oder in der Gastronomie, in der Pflege oder in der Medizin, in der Industrie oder in der Landwirtschaft – Deutschland wäre sehr viel ärmer ohne sie. 125 Jahre ist jetzt außerdem ein Ereignis her, in dem Historiker die entscheidende Wende in der Migrationsgeschichte sehen: 1893 wurde Deutschland vom Auswanderungs- zum Einwanderungsland. Nur: Gemerkt haben das die Deutschen erst mehr als 100 Jahre später – und noch immer haben es nicht alle verstanden. Viel Glück bei unserem Gewinnspiel (Seite 61) und viel Freude mit dieser speziellen Ausgabe wünscht Ihnen Ihr

die Verbreitung , von: verbreiten = hier: an viele verschiedene Orte in der ganzen Welt liefern der Abonn¡nt, -en

, hier: Person, die sich

jeden Monat Deutsch perfekt schicken lässt w“dmen

, hier: schreiben, um …

zu zeigen

einen Einblick geben “n … , hier: ≈ informieren, was in … passiert die Datenbank, -en

, System zur elektroni-

schen Administration von Daten aufbereiten , hier: ≈ an etwas arbeiten und es dabei ändern der Zuwanderer, , hier: Person, die nach Deutschland kommt und bleibt; Immigrant die W“ssenschaft, -en , spezieller Sektor (z. B. Chemie), in dem viel Wissen gesammelt wird die L„ndwirtschaft , ≈ Agrarwirtschaft entscheidend , ≈ sehr wichtig die W¡nde

, ≈ komplette Änderung

das Auswanderungsland, ¿er , Land, aus dem viele weggehen und in andere Länder immigrieren das Einwanderungsland, ¿er , Land mit vielen Immigranten

Jörg Walser Chefredakteur

der Ch¡fredakteur, -e franz. , Chef von allen Journalisten bei einer Zeitung oder Zeitschrift

3


4

DIE THEMEN DES MONATS

Deutsch perfekt 4 / 2018

Themen

In diesem Heft: 18 Seiten Sprachteil

S 28 DEBATTE Soll das Fahren ohne Ticket eine Straftat bleiben?

M 36 WELTSPRACHE? Warum in so vielen Ländern Deutsch gesprochen wird

30 WIE DEUTSCHLAND FUNKTIONIERT Handyverträge

L

41 ATLAS DER ALLTAGSSPRACHE Stuhl und Sessel

L

32 BALKON-DESIGN Ganz anders als früher

M

44 WÖRTER LERNEN Tiere in den Alpen

L

+

M + 62 GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE Vor 50 Jahren: In ganz Deutschland protestieren Studenten

LMS 45 ÜBUNGEN ZU DEN THEMEN DES MONATS Diese Übungen machen Sie fit in Deutsch!

68 WIE GEHT ES EIGENTLICH DEN ... Blumenläden?

46 GRAMMATIK Die Präpositionalgruppe

S+

48 DEUTSCH IM BERUF Unterwegs im Job: die Geschäftsreise

S+

S

Standards 6 Deutschland-Bild 8 Panorama 13 Die deutschsprachige Welt in Zahlen 34 Mein erstes Jahr 64 Kulturtipps 71 Kolumne – Alias Kosmos 72 Reisetipps 76 D-A-CH-Menschen

L L L L M

LMS 51 SCHREIBEN / SPRECHEN / VERSTEHEN Gute Texte schreiben / Über die Heimat sprechen / Redewendungen

+

S L M+

74 Glück

für alle L

Warum eine deutsche Firma mit Glückskeksen großen Erfolg hat

53 DEUTSCH IM ALLTAG Etwas trinken oder essen gehen

M

54 RATEN SIE MAL! Rätsel zu den Themen des Monats

LS

LMS 55 WORTKOMPASS Extra-Service Übersetzungen in Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Ungarisch, Polnisch, Russisch

+

56 Der neue

Heimat-Hype S

Hilfe! Hilfe! Hilfe! Ich bin in einer Glückskeksfabrik – und komme nicht raus!

Lange war Heimat ein historisch schwieriges Wort. Plötzlich ist es in Deutschland überall ein großes Thema. Warum?


Deutsch perfekt 4/ 2018

DIE THEMEN DES MONATS

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Lernen mit Deutsch-perfekt-Produkten Deutsch perfekt digital – mit der Kiosk-App

Die Zeitschrift und den Audio-Trainer zusammen in einer App – das macht die praktische Kiosk-App von Deutsch perfekt möglich. Und das überall, wo Sie sind. www.deutsch-perfekt.com/kiosk

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Deutsch perfekt Audio

Der Trainer für Hörverstehen und Aussprache, auf CD oder als Download. Achten Sie im Heft auf diese Symbole: AUDIO und kurz . Zu diesen Artikeln können Sie Texte und Übungen auf Deutsch perfekt Audio hören.

125 Jahre Immigration MS

Sie haben Deutschland stark gemacht: Immigranten aus der ganzen Welt. Ohne sie wäre das Land nicht nur kulturell sehr viel ärmer. Aber oft war der Start in Deutschland für sie nicht einfach.

Deutsch perfekt Plus

24 Seiten Übungen und Tests zu Grammatik, Vokabeln und mehr. Achten Sie im Heft auf diese Symbole: PLUS und kurz +. Zu diesen Artikeln finden Sie nämlich Übungen in Deutsch perfekt Plus.

Fotos: Olga_Danylenko/iStock.com; M. Scheler/Süddeutsche Zeitung Photo; S. Strumbel/VG Bildkunst, Bonn 2018; Aliaksei Tarasau/Shutterstock.com

Deutsch perfekt im Unterricht

Didaktische Tipps und Ideen für den Einsatz von Deutsch perfekt im Unterricht, kostenlos für Abonnenten in Lehrberufen.

Noch mehr Informationen und Übungen:

36 Weltsprache Deutsch? M

In mindestens 120 Ländern gibt es Menschen, die Deutsch sprechen. Denn in so viele Länder schicken wir jeden Monat unser Heft. Aber wie wichtig ist die Sprache international wirklich?

www.deutsch-perfekt.com www.facebook.com/deutschperfekt L LEICHT

M MITTEL

S SCHWER

GER: Gemeinsamer Texte auf Stufe Texte auf Stufe Texte auf den Stufen europäischer Referenzrahmen A2 des GER B1 des GER B2 - C2 des GER m lockere Umgangssprache

d

negativ

a Vorsicht, vulgär!

ungefähr, etwa

L

Gegenteil von ...

o

langer, betonter Vokal

¢

kurzer, betonter Vokal

, ¿er

Pluralformen


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DEUTSCHLAND-BILD

Deutsch perfekt X 4 / 2018 2017

Aprilwetter LEICHT Es ist schon wieder hell. Erst vor

wenigen Sekunden hat es aufgehört, zu regnen. So ist das im April: Er macht, was er will. Und das mit viel Dynamik. Ein Regentag wird zum Sonnentag, wird zum Schneetag. Aus Grau wird Gelb. Aus Gelb wird Weiß. Der Monat ist launisch. Er mag alle Farben. Wie man sich da anziehen soll? Eine richtige Antwort gibt es nicht. Vielleicht nach dem in Deutschland so populären Zwiebelprinzip. Auch wenn man sich dann alle fünf Minuten umziehen muss. Verantwortlich für die extremen Wetterphänomene dieses Monats ist die Polarluft. Sie kommt über das noch sehr kalte Meer und trifft dann auf Mitteleuropa. Das Land ist aber schon warm. Also steigt die Lufttemperatur – und es gibt Regen, Schnee und Wind. Erst wenn die Sonne höher steht, wird das Wetter wieder ruhiger. Dann sind nämlich auch die Temperaturunterschiede zwischen Wasser und Land nicht mehr so groß. Und das typische Aprilwetter ist vorbei. Bis zum nächsten Jahr. launisch

, so, dass man oft ärgerlich

wird und das dann auch zeigt; gemeint ist hier: so, dass der April jeden Tag anders ist das Zwiebelprinzip , ≈ Methode: Man trägt mehrere Kleidungsstücke eines über dem anderen. Wenn es zu warm ist, zieht man eines nach dem anderen wieder aus.

(die Zwiebel, -n , rundes Gemüse: ≈ Es hat viele dünne Teile, eines über dem anderen.)

Ver„ntwortlich für … “st …

, hier: ≈ … macht, dass

es … gibt

tr¡ffen auf

, hier: ≈ ankommen in;

≈ direkt kommen über

M“tteleuropa , ≈ Zentrum von Europa steigen , hier: höher werden


Foto: AlexLinch/iStock.com

Deutsch perfekt X / 2017


PANORAMA

Sieht wieder fast so aus wie im Jahr 1748: das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth.

Deutsch perfekt 4 / 2018

LEICHT

BAYREUTH

Legendäres Opernhaus wieder offen Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth (Bayern) ist ab dem 14. April wieder für Besucher offen. Arbeiter haben es sechs Jahre lang renoviert. Als Premiere ist die Barockoper „Artaserse“ von Johann Adolph Hasse zu sehen – wie bei der Eröffnung im Jahr 1748. Die Markgräfin Wilhelmine lässt das Opernhaus zu der Zeit bauen. Sie und ihr Mann Friedrich III. sind die Eltern von vielen Sehenswürdigkeiten, in der Stadt und in ihrer Nähe – zum Beispiel von dem Schloss Fantaisie in Donndorf bei Bayreuth mit seinem schönen Schlosspark. Denn Wilhelmine kommt aus Preußen und findet Bayreuth ein bisschen langweilig: Sie möchte dort interessante Architektur sehen. 2012 wurde das Opernhaus Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Nach 270 Jahren war es da auch Zeit für eine große Renovierung. Bayern hat die Arbeiten mit 30 Millionen Euro finanziert. Jetzt sieht das Opernhaus wieder fast so aus, wie Wilhelmine es gekannt hat.

m„rkgräflich

, von: Markgraf =

Aristokrat: Er hat sich früher um die Administration von einer Region gekümmert. die Erœffnung, -en , erstes Öffnen læsst … bauen , ≈ gibt das Kommando, dass man … baut (bauen , hier: ein Haus machen) Preußen , früher Teil von Deutschland, heute ein Teil von Polen w¢rde , Prät. von: werden das W¡ltkulturerbe , Häuser und Städte auf der ganzen Welt: Sie sollen für die Menschen der nächsten Zeit so bleiben, wie sie sind, und man darf sie nicht kaputt machen.

Fotos: picture alliance/AAP/dpa; Nicolas Armer; Floortje/iStock.com

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Deutsch perfekt 4 / 2018

das Fahrzeug, -e

, Transportmittel, z. B.

Auto

der Naturschutzverein, -e , Verein: ≈ Er kümmert sich darum, dass die Naturlandschaft nicht zu stark geändert oder kaputtgemacht wird. der H„ndel

, Kauf und Verkauf

s“ch n“cht einig sein , nicht eine Meinung haben der [bgasstandard, -s , schriftliche Norm: Wie hoch darf die Konzentration der Gase aus einem Auto sein?

das Pat¡nt, -e , ≈ Erlaubnis: Man darf als Einziger eine neue Idee oder Konstruktion verkaufen. (einzige (-r/-s)

, hier: ≈ so, dass es keinen

anderen gibt) der König, -e , Monarch

w¡rfen , hier: ≈ machen, dass sie ins Wasser fällt die K•ste, -n , Stück Land, direkt am Meer die See , Meer der F¶rscher, , Person: Sie arbeitet für mehr Wissen. die Meeresströmung, -en

, ≈ große Menge Wasser

im Meer in Form von einer Straße oder Spirale: Es ändert seine Position immer. übrigens , hier: Hier kommt noch eine Information.

PANORAMA

9

LUFTQUALITÄT

Das Ende für Diesel-Autos? In vielen Metropolen ist schmutzige Luft ein Problem. Lange hat die Politik deshalb über ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge diskutiert. In Hamburg hat es jetzt Premiere: Auf zwei Straßen im Stadtteil Altona-Nord sollen ab Ende April nur noch sehr moderne Diesel-Fahrzeuge fahren. Andere Städte werden wahrscheinlich auch bald Fahrverbote haben. Denn an vielen Orten in Deutschland gibt es Probleme mit der Luftqualität. Naturschutzvereine finden die Fahrverbote gut. Aber Teile der Wirtschaft haben Angst vor negativen Konsequenzen für den Handel. Die Politik ist sich nicht einig. Und die Autoindustrie? Die macht sich keine großen Sorgen. Denn die modernen Diesel-Fahrzeuge orientieren sich an den neuen Abgasstandards. Und wer ein altes Fahrzeug hat, muss sich dann ein neues kaufen.

AUSTRALIEN

SEHEN UND VERSTEHEN

Post von 1886 Im Jahr 1886 bekommt Carl Benz das Patent für sein Automobil. Im gleichen Jahr stirbt König Ludwig II. von Bayern im Starnberger See. Und es wirft jemand eine Ginflasche vom Schiff Paula in den Ozean – 800 Seemeilen vor der australischen Küste. Darin liegt ein Brief der Deutschen Seewarte: Das war zu der Zeit das zentrale deutsche Institut für maritime Meteorologie. Der Finder soll den Forschern in Hamburg schreiben, wo er die Flasche gefunden hat. So wollen sie etwas über Meeresströmungen lernen. Aber erst 131 Jahre, sieben Monate und neun Tage später findet Tonya Illman die Flasche an der australischen Westküste. Das ist natürlich ein bisschen zu spät. Aber das Westaustralien-Museum kann sich über ein neues Objekt freuen. Um Informationen über die Meeresströmungen zu bekommen hat man früher übrigens Tausende dieser Flaschen von deutschen Schiffen ins Meer geworfen. Zurück nach Hamburg sind 663 Briefe gekommen – aber nie eine Flasche.

„Mit Bildern Deutsch lernen.“ Das Auge lernt mit! Dank zahlreicher Bilder prägen sich Wortschatz und Grammatik wie von selbst ein. Das neue, visuelle Sprachenlernen – mit dem Langenscheidt Sprachkurs Deutsch Bild für Bild in englischer Erklärsprache. www.langenscheidt.de/mit-bildern-lernen


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PANORAMA

Deutsch perfekt 4 / 2018

LEICHT

Gemüse in der Antarktis die Erde , hier: braune oder schwarze Substanz: Pflanzen brauchen sie zum Leben. w„chsen , groß werden

EXPERIMENT

Gemüse in der Antarktis AUDIO Ohne Erde und Tageslicht wachsen seit Januar verschiedene Gemüse in einem neuen Gewächshaus in der Antarktis. Damit das funktioniert, gibt es dort Spezial-LEDs – und die Pflanzen bekommen eine Nährlösung. Natürlich kümmern sich Experten außerdem um die richtige Temperatur. Jetzt gibt es die ersten Salate und Radieschen. Über den Hashtag #MadeInAntarctica ist das auf Twitter, Facebook und Instagram zu sehen. Das Gemüse freut nicht nur die Crew der Polarstation Neumayer III des deutschen Alfred-Wegener-Instituts, die nicht oft frische Lebensmittel bekommt. Das Projekt ist außerdem ein Test für Missionen zu Mond und Mars.

WAS HEISST …

Tafel?

Eine Tafel hängt an den Wänden in der Schule, darauf schreibt der Lehrer. Tafel ist aber auch ein anderes Wort für Tisch. Außerdem ist damit ein Verein gemeint. Dieser sammelt Lebensmittel und gibt sie bedürftigen Menschen. Manche Tafeln haben zu viele Kunden. In Essen akzeptiert man deshalb aktuell nur noch Bedürftige mit deutschem Pass. Eine Entscheidung, über die viel diskutiert wird.

das Gewæchshaus, ¿er , ≈ Glashaus: Dort können z. B. Früchte besser wachsen. die Nährlösung, -en , hier: ≈ Substanz wie Wasser mit speziellen Mineralen: Die Pflanzen brauchen sie zum Wachsen. das Radieschen, , Gemüsepflanze mit kleinen runden, roten Früchten (s. Foto oben links)

OBSERVATORIUM

Galaktisches Panorama AUDIO Eine fantastische Reise ins Zentrum der Galaxie, die gigantische Explosion einer Sonne und ein virtueller Besuch der gigantischen Teleskope in der chilenischen Atacama-Wüste: Das können Gäste jetzt im neuen Planetarium Supernova in Garching bei München sehen. Die Projektionen an der über 17 Meter hohen 360-Grad-Kuppel sind nur ein Teil des Angebots. In dem Besucherzentrum der Europäischen Südsternwarte (ESO)

gibt es außerdem eine Ausstellung zu 13 verschiedenen Themen mit vielen interaktiven Elementen. So können Besucher auf dem mehr als 2000 Quadratmeter großen Areal zum Beispiel Galaxien zusammenstoßen lassen – und dann sehen, was passiert. Außerdem zeigen die ESO-Forscher ihre aktuelle Arbeit. Die Ausstellung, alle Planetariumsshows und die Führungen sind kostenlos. Und es gibt Informationen in verschiedenen Sprachen.

der Mond, -e

, hier: natürlicher Satellit:

Er fliegt im Kreis um unseren Planeten.

Galaktisches Panorama die Explosion, -en , ≈ schnelles, plötzliches Kaputtgehen die Wüste, -n , extrem trockene Region: Dort gibt es fast keine Bäume oder Blumen. die Südsternwarte

, ≈ südliches Observa-

torium

das Thema, Themen , hier: Inhalt von einem Ausstellungsteil zus„mmenstoßen , eine Kollision haben der F¶rscher, , Person: Sie arbeitet für mehr Wissen. bed•rftig , ≈ arm; so, dass man finanzielle Hilfe braucht die Entscheidung, -en , von: entscheiden = hier: sagen, dass man … macht

DEUTSCHE BAHN

Achtung, Verspätung!

AUDIO

Schon jetzt ist klar: Dieses Jahr fährt die Deutsche Bahn auf vielen wichtigen Strecken für längere Zeit nicht pünktlich. Sie investiert 2018 nämlich die Rekordsumme von 9,3 Milliarden Euro in ihr Gleisnetz. Dann gibt es bis zu 800 Baustellen zur gleichen Zeit. Circa 1600 Kilometer Gleise, 220 Brücken, mehr als 1700 Weichen und auch Bahnhöfe sind betroffen. Es gibt deshalb in verschiedenen Monaten Verspätungen. Oft fahren auch weniger Züge. Von April bis Oktober ist zum Beispiel die wichtige Strecke zwischen Köln und Düsseldorf-Flughafen betroffen. Im Sommer ist das auch die Strecke Hamburg - Hannover und im Herbst die Strecke Würzburg - München. die Str¡cke, -n

, hier: Teil von einer

Bahnlinie

das Gleisnetz, -e

, ≈ System von allen

Gleisen

die Baustelle, -n

, Ort: Dort wird

gebaut.

(bauen

, hier: z. B. Gleise

machen)

die Weiche, -n

, Konstruktion an

Gleisen: Darüber fährt ein Zug auf ein anderes Gleis.

betr¶ffen sein

, hier: ≈ Baustellen

haben


Deutsch perfekt 4 / 2018

PANORAMA

11

3 FRAGEN

Ein Ohr für alle Der Hamburger Christoph Busch hat einen Kiosk in einer U-Bahnstation gemietet. Er will dort aber gar nichts verkaufen. Der 71-Jährige wartet nur auf Menschen, die ihm etwas über ihr Leben erzählen wollen. Und das wollen ziemlich viele.

Fotos: ESO/Igor Chekalin/WorldWide Telscope; picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa; sbayram, bajinda/iStock.com

1

Herr Busch, wie reagieren Passagiere auf Ihren Kiosk? Mein Kiosk ist aus Glas, und ich habe ihn dekoriert. Er sieht also nicht so aus wie ein normaler kleiner Laden. Auf Plakaten erkläre ich, was ich mache. Die Menschen können das also zuerst alles lesen. Sie können dabei so tun, als ob sie auf den Zug warten. Mein Kiosk steht ja auf einem Bahnsteig. Das ist wirklich sehr praktisch! Alle finden die Idee toll. Die meisten Personen kommen aber nicht spontan zu mir. Sie müssen nämlich auch Zeit mitbringen. Wer kommt zu Ihnen? Es gibt keinen speziellen Typ Mensch. Egal ob alt oder jung: Es kommen Leute, die etwas erzählen wollen. Wer bei mir klopft, hat es sich gut überlegt. Ich persönlich finde es besonders interessant, wenn mir Menschen am Anfang ein bisschen

2

suspekt sind – genau die treffe ich in meinem normalen Alltag nicht. Natürlich bin ich kein Therapeut. Das sage ich den Menschen auch. Ich sammle Geschichten. Professionelle Hilfe gibt es bei mir nicht. Und was erzählen die Leute? Das sage ich nicht. Alles bleibt anonym, auch die Themen. Vielleicht schreibe ich später ein Buch über meine Zeit als Kiosk-Zuhörer. Aber natürlich so, dass ich niemanden bloßstelle. Es hat sich schon ein Verlag bei mir gemeldet. Und Material habe ich jetzt schon viel! Aber noch bleibt mir genug Zeit zum Zuhören. Mein Mietvertrag geht ein halbes Jahr – mit der Option auf Verlängerung.

3

das Plakat, -e

das Thema, die Themen

, großes Stück Papier mit

, hier: Inhalt von der

so tun, „ls ¶b … , simulieren, dass …

bloßstellen , hier: ≈ so intime Details erzählen, dass andere über die Personen lachen

Informationen: Es hängt dort, wo viele Leute es sehen.

überlegt , hier Part. II von: sich gut überlegen = hier: lange denken, ob man etwas machen will susp¡kt , hier: so, dass man nicht weiß, ob sie vielleicht gefährlich sind die Gesch“chte, -n , Erzählung

Erzählung

der Verlag, -e , Firma: Sie macht Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher. gem¡ldet , Part. II von: sich melden = hier: sagen, dass er Interesse hat, das Buch zu publizieren die Verlængerung, -en , von: verlängern = hier: länger dauern lassen

NAVIGATOR

Diesen Ort gibt es wirklich Das Wort

Rum

Jack Sparrow und auch die anderen Piraten in der Karibik lieben ihn: den Rum. Puristen trinken ihn ohne Extras, nur mit etwas Eis. Man kann ihn aber auch mit anderen Getränken mischen. Rum-Cocktails gibt es zum Beispiel in vielen Varianten.

Der Ort

Rum ist auch eine Gemeinde in Tirol in der Nähe von Innsbruck. Den Ortsnamen

Rumne hat man zuerst in einer bayerischen Urkunde aus dem Jahr 1153 gelesen. Aber dort haben schon viel früher Menschen gelebt. Experten sagen: Der Name kommt von dem indogermanischen Wort für zerreißen, reup. Durch den österreichischen Ort fließt nämlich der Fluss Mur und „zerreißt“ die Landschaft. Die Mur war früher übrigens sehr schmutzig. Heute ist die Wasserqualität des Flusses zum Glück wieder gut.

das ]xtra, -s

, hier: z. B. anderen Alkohol oder Saft

m“schen , hier: aus verschiedenen Getränken einen Cocktail machen die Gemeinde, -n , Kommune die Urkunde, -n , ≈ offizielles Dokument zerreißen , kaputtmachen; in zwei oder mehr Teile machen fließen , ≈ gehen übrigens , hier: ≈ noch eine Information


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PANORAMA

Deutsch perfekt 4 / 2018

LEICHT

der Schlafwürfel, -

START-UP DES MONATS

, geometrische Form mit

Mobiles Hotelzimmer in einem Schwimmbad. Sind dort die Besucher des Tages weg, können andere den Ort exklusiv nutzen. Die Kunden haben dann zum Beispiel den ganzen Stock eines Museums für sich – oder auch den Pool eines Schwimmbads. Der Schlafwürfel bietet am Ort dann nicht nur einen geschützten Raum, sondern auch Komfort. Das Dach und die Seiten haben außerdem Panoramafenster, sodass Übernachtungsgäste die spezielle Atmosphäre des Ortes wirklich erleben können. Der Würfel kann draußen oder drinnen stehen. Schlechtes Wetter ist kein Problem. Aber wie reagieren zum Beispiel die Chefs eines Fußballstadions, wenn Löhnert ihr mobiles Hotelzimmer bei ihnen abstellen möchte? „Wenn ich frage, gibt es nur zwei Reaktionen: Man findet das Konzept super – oder sieht nur die Risiken“, erzählt Löhnert. „Aber große Angst muss keiner haben. Die Gäste müssen unterschreiben, dass sie sich an die Regeln vor Ort halten.“ Die ersten Partner hat sie schon gefunden. Aber noch will sie keine Details verraten. Nur so viel: Ab Mai kann man ihre Angebote buchen und dann eine sehr spezielle Nacht erleben.

das Kreuzfahrtterminal, -s , Terminal: ≈ Von dort starten große Schiffe zu Urlaubsreisen. die H„lle, -n , sehr großer, hoher Raum der Boden, ¿ , Ort: Darauf geht und steht man. bes¶ndere (-r/-s) , spezielle (-r/-s) erleben , hier: eine Erfahrung machen exklusiv , hier: nur für Sleeperoo-Kunden n¢tzen , ≈ benutzen bieten , hier: möglich machen gesch•tzt , hier: so, dass man warm, trocken und sicher ist das Konz¡pt, -e , Idee die Regel, -n , ≈ Norm: Sie sagt, was verboten und was erlaubt ist. vor {rt , hier: am Übernachtungsort s“ch h„lten „n , sich orientieren an; ≈ genau tun, was eine Regel sagt verraten , hier: ≈ offiziell sagen

Der Film Nachts im Museum kann Realität werden – mit diesem mobilen Hotelzimmer.

Foto: sleeperoo GmbH

Die Nacht oben im Turm der Marienkirche in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) war fantastisch. Karen Löhnert konnte dort am frühen Morgen viele Vögel sehen. Auch die Übernachtung im Kreuzfahrtterminal in Kiel war schön – die 55-Jährige hat eine große Halle mit gigantischen Fenstern direkt am Wasser nur für sich gehabt. Und dann die Ruine der Burg im mecklenburgischen Wredenhagen: In dieser historischen Atmosphäre fühlt man sich wie ein Zeitreisender. Geschlafen hat die Hamburgerin an allen diesen Orten nicht auf dem Boden, sondern im Prototyp ihres speziellen Schlafwürfels. „Ich möchte, dass Menschen durch meine Firma eine ganz besondere Übernachtung erleben“, sagt sie. „Und das an Orten, an denen nachts sonst niemand ist.“ So hat ihr Start-up Sleeperoo die Schlafwürfel auch in einem Museum getestet – und Die Idee In einem mobilen Schlafwürfel können zwei Personen übernachten – und das an Orten, an denen das sonst nicht möglich ist. Warum braucht die Welt das? Eine Nacht im Schwimmbad schlafen, in einem Museum oder im Turm einer Kirche – wer will das nicht? Der schönste Moment? Der Prototyp des Schlafwürfels ist fertig. Endlich ist die Idee zur Realität geworden.

sechs gleich großen Seiten: Man kann darin schlafen.


Deutsch perfekt 4 / 2018

DIE DEUTSCHSPRACHIGE WELT IN ZAHLEN

Deutsch perfekt

die Redaktion, -en

, hier: Team von

allen Journalisten bei einer Zeitschrift

1

Das Heft in Ihren Händen hat die Nummer 150. Diesen speziellen Geburtstag feiern wir mit interessanten Zahlen und kuriosen Anekdoten aus unserem Büroalltag. LEICHT

2350 Fotos: cipella, ryasick/iStock.com; Illustrationen: nikiteev_konstantin, Stock Vector, R. Bordo/Shutterstock.com

Facebook-Fans von Deutsch perfekt wohnen in Wien. So viele wie in keiner anderen Stadt. Danach kommen Berlin (1341) und München (1221).

Feueralarm hat eine Kollegin aus der Redaktion schon provoziert. Schuld war ihr Mittagessen: Sie hat es in der Mikrowelle vergessen.

100 Prozent der Redaktionsmitglieder haben studiert. Unter den Fächern ist natürlich Deutsch als Fremdsprache, aber zum Beispiel auch Japanisch oder Genetik – und ganz wichtig: Journalistik.

18 619 Kilometer ist die Distanz zwischen unserem Versandzentrum in Mannheim und dem Goethe-Institut in Wellington in Neuseeland. So weit reist kein anderes unserer Hefte.

13

5 Prozent eines Textes im Heft und nicht mehr darf aus unbekannten Vokabeln bestehen. Diese erklären wir dann in einfachem Deutsch.

0

Tassen Kaffee trinkt keiner der Kollegen. Die meisten brauchen für ihren Büroalltag eine bis drei Tassen.

sch¢ld sein , hier: Erklärung: Warum ist etwas passiert? die Mikrowelle, -n , m kurz für: Mikrowellenherd = Gerät: Damit macht man Essen sehr schnell heiß. das Redaktionsmitglied, -er , Person: Sie arbeitet in einem Redaktionsteam. ¢nter , hier: von das F„ch, ¿er

, hier: Ausbildung an

einer Universität in einem speziellen Sektor das Vers„ndzentrum, -zentren , hier: ≈ Firma: Sie schickt die Hefte zu den Kunden. bestehen aus , hier: ≈ haben


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125 JAHRE IMMIGRATION

Deutsch perfekt 4 / 2018

Erfolgsgeschichte

Vor 125 Jahren wurde Deutschland von einem Auswanderer- zu einem Einwandererland. Das war und ist nicht immer einfach. Aber es hat das Land stark gemacht – und Millionen Menschen eine neue Heimat gegeben. Von Barbara Kerbel MITTEL

braucht die Bundesrepublik dringend Arbeitskräfte – und Menschen in anderen Ländern brauchen Arbeit. 1955 schließt die Bundesregierung mit Italien das erste Anwerbeabkommen für Arbeitskräfte ab; Abkommen mit anderen Ländern folgen (siehe Seite 22). In der Provinz Avellino in Kampanien, in der Zabatta geboren ist, gibt es nur wenig Arbeit. Als Antonio acht ist, geht der Vater zum Arbeiten weg. Erst nach Mailand und 1969 nach Deutschland. „In unserem Dorf waren alle Männer weg“, erzählt der 62-Jährige. 14 Millionen Arbeiter kommen bis 1973 in die Bundesrepublik. Man nennt sie Gastarbeiter – die meisten Deutschen glauben, dass die „Gäste“ nach ein paar Jahren zurück in ihre Heimat gehen. Integration ist lange kaum ein Thema. Elf Millionen Gastarbeiter verlassen die Bundesrepublik auch wieder. Aber drei Millionen bleiben, holen ihre Familie nach oder gründen in Deutschland eine Familie. Antonio Zabatta wird einer von ihnen. 1973 kommt er endgültig ins Rheinland – und sein Vater überredet auch die Mutter, mit den beiden anderen Kindern mitzukommen. „Seitdem sind wir alle hier.“ Zabatta fängt als Arbeiter in einer Chemiefabrik in Bergheim an, „am 2. Juli habe ich dort mein 45-Jähriges“, sagt er und lacht. 1978 lernt er seine Frau Hildegard kennen. 1979 wird Sohn Fabrizio

das Auswandererland, ¿er , Land, aus dem viele weggehen und in andere Länder immigrieren das Einwandererland, ¿er , Land mit vielen Immigranten versch•tten , hier: unter Steinen und Erde liegen, sodass er nicht mehr zu sehen ist

„bschließen

, hier: einen Vertrag

unterschreiben

das [nwerbeabkommen, , ≈ Vereinbarung oder Vertrag zwischen Staaten, Arbeitskräfte anzuwerben („nwerben , mit Werbung Lust machen, an einen Ort zu kommen und dort zu arbeiten)

erfahren , hier: eine Information bekommen

, hier: später gemacht

die Vorstellung, -en , von: sich vorstellen = hier: eine Idee haben, wie es in Deutschland sein wird

verl„ssen , weggehen und nicht mehr zurückkommen

f¶lgende (-r/-n) , nächste (-r/-s) das W“rtschaftswunder, , schnelles Wachsen der wirtschaftlichen Produktion der Wiederaufbau

, von: wiederaufbauen =

hier: ein vom Krieg kaputt gemachtes Land wieder in einen guten Zustand bringen die [rbeitskraft, ¿e

, jeder Mensch, der

f¶lgen

werden

nachholen

, hier: später holen; später

kommen lassen

eine Familie gr•nden , heiraten und Kinder bekommen ¡ndgültig

, hier: ≈ für immer

überreden , mit Argumenten erreichen, dass jemand etwas tut, was er gar nicht will

arbeiten kann

In den 60er-Jahren kamen Millionen Menschen aus Südeuropa nach Deutschland. e

Foto: INTERFOTO/Friedrich Rauch

S

ein Vater ist schwer verletzt. Aber Antonio Zabatta weiß davon nichts, als er am 1. Juli 1971 mit einem Freund und einem Verwandten in Neapel in den Zug nach Norden steigt. Niemand hat der Familie in Italien Bescheid gesagt, dass der Vater zwei Tage vorher bei Kanalarbeiten in einem Bauloch verschüttet wurde. Erst als Antonio 1300 Kilometer und einen Tag später in Köln aus dem Zug steigt, erfährt der 15-Jährige von dem Unfall. Welche Vorstellungen hatte er vor dieser Reise von Deutschland? „Keine“, sagt Zabatta. „Alles, was mein Vater uns über Deutschland gesagt hat, war, dass wir irgendwann alle dort leben werden.“ Im Sommer 1971 soll Antonio zusammen mit dem Vater auf der Baustelle arbeiten. Aber in den folgenden Wochen ist es nur der Sohn, der Geld in das Dorf bei Neapel schickt, zur Mutter, zur Schwester und zum Bruder. Sein Vater erholt sich im Krankenhaus in Bergheim bei Köln. Als Antonio nach drei Monaten zurück nach Italien fährt, um die Schule zu beenden, versteht er schon gut Deutsch und weiß: Er wird wiederkommen. Ohne Männer wie den heute 62-jährigen Antonio Zabatta und seinen Vater wäre das westdeutsche Wirtschaftswunder nicht möglich gewesen. Als nach dem Zweiten Weltkrieg mit US-amerikanischer Hilfe der Wiederaufbau beginnt,


125 JAHRE IMMIGRATION

geboren, 1980 Tochter Manuela und 1998 zu wollen, kommt Lu 2001 zur Promotion Sohn Gianluca. an die Technische Universität Dresden. Wie viele andere Gastarbeiter-Famili- Ihren Betreuer kennt sie aus dem Studien sind auch die Zabattas lange hin- und um an der Donghua University in Shanghergerissen, wo sie auf Dauer leben wol- hai, beide Hochschulen kooperieren. len. „Meine Frau wäre sofort mit mir nach Deutschland braucht kluge Köpfe wie Italien gezogen“, sagt der 62-Jährige. In die Chinesin: Deshalb unterstützt die seinem Heimatdorf hat die Familie eine deutsche Politik den internationalen Wiskleine Wohnung, für die Ferien. „Überall senschaftsaustausch mit vielen Programin unserer Gegend stehen leere Häuser men. Allein die Humboldt-Stiftung holt und Wohnungen, die mit Geld aus Nord- jedes Jahr mehr als 2000 Wissenschaftler italien oder Deutschland gebaut und ge- nach Deutschland, vom Doktoranden bis kauft wurden.“ Auch Zabatta und seine zum Professor. Laut Bundesregierung Frau bauen 1996 ein Haus – in Bergheim. kamen im Jahr 2014 elf Prozent des wisSchritt für Schritt finden viele Gastar- senschaftlichen Personals an den Hochbeiter ihre neue Heimat in Deutschland, schulen aus dem Ausland. An außeruniund langsam prägen sie das Land. Sie er- versitären Forschungsinstituten waren es öffnen italienische, spanische, griechische 25 Prozent. An den Max-Planck-Instituund türkische Restaurants, ten ist der Anteil von Gastwisfeiern Feste, finden deutsche senschaftlern mit rund einem Italienische, Freunde, verlieben sich. Viele Drittel am höchsten. spanische, Deutsche verstehen erst spät, Trotz steigender Tendenz: griechische wie sehr sich die BundesreAn vielen Institutionen in Restaurants: publik durch die Zuwanderer den USA und Großbritannien Ohne die Aus- ist der Anteil von Gastwissenverändert (siehe Interview auf Seite 24). Im Jahr 2015 hat länder wäre die schaftlern viel höher. „Das ProGastronomie jeder Fünfte in Deutschland blem ist die Sprache“, sagt Lu. langweilig. „Wenn man länger hierbleiben eine Migrationsgeschichte. will, muss man gut Deutsch Als die Fußball-Nationalmannschaft 2014 in Brasilien Weltmeis- lernen. Das ist für viele Wissenschaftler ter wird, stehen Mesut Özil, Sami Khe- schwer, weil sie ihre ganze Energie in die dira, Lukas Podolski, Miroslav Klose und Forschung investieren.“ Jérôme Boateng auf dem Platz – alles KinDie Sprache der Wissenschaft ist Engder aus Zuwandererfamilien. lisch. Auch Lu schreibt ihre Dissertation in Dresden auf Englisch. Als sie nach der Universitäten kooperieren global Promotion an die Universität Bayreuth Deutschland ist international geworden, (Bayern) wechselt, wird sie ins kalte Wasdas macht die Bundesrepublik attraktiv. ser geworfen: Sie ist für die Betreuung der „Deutschland hat weltweite Koopera- Studenten zuständig – und muss mit ihtionen, das ist ein großer Vorteil für die nen Deutsch sprechen. „Meine Kollegen Forschung“, sagt Yan Lu. Die 40-Jährige haben ganz viel mit mir gesprochen, das forscht seit 2009 am Helmholtz-Zentrum hat mir sehr geholfen“, sagt sie. Berlin an der Energieeffizienz von LithiLu fühlt sich in Deutschland wohl und um-Ionen-Batterien und ist seit 2017 will wenigstens für die nächsten fünf Professorin an der Universität Potsdam. Jahre noch bleiben. Sie mag die Natur in „In Deutschland wird die Grundlagen- und um Potsdam, das Umweltbewusstforschung viel stärker unterstützt als in sein, das Leben in Freiheit. FußballspieChina“, sagt sie. „In China soll jede For- le der Nationalmannschaft schaut sie schung anwendungsbezogen sein. Es ist mit ihren Kollegen im Biergarten, ihre aber auch wichtig, zu verstehen, wie die Tochter besucht eine deutsche Kita. Und Dinge funktionieren.“ sie mag Schnitzel und deutschen Käse – Mit Grundkenntnissen der deutschen auch wenn sie vor dem deutschen EsSprache, Mut und dem Wunsch, forschen sen gewarnt worden ist. „Bevor ich nach

Deutsch perfekt 4 / 2018

h“n- ¢nd hergerissen sein

, sich zwischen verschie-

denen Möglichkeiten nicht entscheiden können

auf Dauer , ≈ für längere Zeit; hier auch: ≈ für immer die Gegend, -en , hier: Umgebung in der Nähe Schr“tt für Schr“tt

, langsam

prägen , hier: einen Effekt haben auf erœffnen , zum ersten Mal öffnen s“ch verlieben , beginnen, zu lieben der Zuw„nderer, , hier: Person, die nach Deutschland kommt und bleibt; Immigrant verændern , anders machen der W¡ltmeister, , der/die Beste der Welt attraktiv , hier: so, dass viele dort leben wollen w¡ltweit , auf der ganzen Welt die F¶rschung , Arbeit für mehr Wissen die Energieeffizienz , von: energieeffizient ≈ so, dass etwas wenig Energie braucht

klug , ≈ intelligent der W“ssenschaftsaustausch , hier: ≈ Aufenthalt ausländischer Wissenschaftler an deutschen Universitäten und deutscher Wissenschaftler an ausländischen Universitäten (der W“ssenschaftler, -

, Person, die ein Thema

systematisch untersucht) allein , hier: nur

die H¢mboldt-St“ftung , ≈ Organisation, die die internationale Zusammenarbeit in der Forschung unterstützt der Doktor„nd, -en , Person, die eine systematische Untersuchung macht, um den Titel Doktor zu bekommen Laut B¢ndesregierung … , In einem Bericht der Bundesregierung steht, dass … das Personal , hier: ≈ alle Wissenschaftler, die an einer Universität angestellt sind außeruniversitär , so, dass etwas nicht Teil einer Universität ist, sondern z. B. der privaten Wirtschaft der [nteil , hier: Zahl

„nwendungsbezogen

die Dissertation, -en , ≈ schriftliche Zusammenfassung von systematischen Untersuchungen, um den Titel Doktor zu bekommen

etwas praktisch verwenden kann

, hier: m komplett

die Gr¢ndlagenforschung , ≈ theoretische Forschung ohne ein Ziel für die praktische Verwendung , ≈ mit dem Ziel, dass man

der Mut , L Angst; auch: Energie; Kraft; Hoffnung die Promotion, -en , hier: ≈ Stelle mit dem Auftrag, systematische Untersuchungen zu machen, um den Titel Doktor zu bekommen

“ns k„lte W„sser w¡rfen unvorbereitet in eine neue Situation gehen müssen zuständig sein für

, sich kümmern um

s“ch wohlfühlen , zufrieden sein; sich gut fühlen das }mweltbewusstsein

, ökologisches Denken

(der Titel, - , hier: Name für eine Position an der Universität)

die Kita, -s , kurz für: Kindertagesstätte ≈ Kindergarten

der Betreuer, - , hier: Professor, der sich um sie kümmert und ihre Arbeit korrigiert

w„rnen vor , hier: sagen, dass es nicht gut schmeckt

die Hochschule, -n

, ≈ Universität

Foto: Silvia Zerbe

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Lernte als Professorin im Job gut Deutsch: die Chinesin Yan Lu.

Deutschland kam, sagte mir ein Freund, der Europa schon kannte, ich soll am besten Kochen lernen und selbst kochen“, erzählt sie und lacht.

Die Deutschen lieben fremdes Essen

Anders als Lu schmeckt Bin Lee-Zauner die deutsche Küche nicht – und das ist für die Berliner ein Glück. Als die Koreanerin 1998 im Alter von 23 Jahren zum Gesangsstudium an die Hanns-Eisler-Hochschule nach Berlin kommt, gibt es in der Hauptstadt schon viele asiatische Lokale. Nach zwei Jahren wechselt sie nach München, auch dort gibt es ein koreanisches Restaurant. Das Problem beginnt in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern), wo sie noch während des Studiums ein Engagement am Theater annimmt. „Ich hatte Heimweh nach Essen“, erzählt sie. „Aber in Stralsund gab es nicht mal asiatische Lebensmittel zu kaufen.“ Aus Berlin schleppt sie Taschen voller Lebensmittel in die Stadt an der Ostsee und beginnt, sich ihr koreanisches Essen selbst zu kochen. Als sie im Kühlschrank ihrer WG Kimchi macht, den scharfen,

fermentierten Kohl, schimpfen ihre Mitbewohner über den Geruch – und schenken ihr einen Kühlschrank, nur für Kimchi. Bini, wie sie alle nennen, findet eine neue Leidenschaft: das Kochen. Sechs Jahre lang singt sie am Theater, dann kann sie nicht mehr. „Ich hatte eine Sinnkrise“, sagt sie. Sie kündigt ihr Engagement, zieht zurück nach Berlin, macht ein Praktikum in einer Restaurantküche. Obwohl ihr alle abraten, weiß sie, was sie will: ihr eigenes Restaurant. In der Restaurantküche lernt sie den Spanier José Miranda Morillo kennen, der in Deutschland aufgewachsen ist. Sie überzeugt den Koch von ihrer Idee: ein Restaurant, das koreanische und spanische Küche mischt. Die beiden werden ein Paar, im Leben und im Geschäft: 2012 eröffnen sie ihr Restaurant Kochu Karu, übersetzt heißt das Chilipulver – eine Zutat, die in beiden Küchen vorkommt. Das Lokal ist jeden Abend voll. Das liegt nicht nur an der guten Küche. Die Deutschen gehen schon seit ein paar Jahren lieber in ausländische Restaurants als in deutsche – kulinarisch lieben sie es global.

das Ges„ngsstudium , Studium, bei dem man professionell Singen lernt das Engagement, -s franz. , ≈ Arbeitstermin für Sänger „nnehmen , akzeptieren das Heimweh , intensiver Wunsch, in die Heimat zurückzugehen schl¡ppen , etwas Schweres tragen v¶ller , voll mit die WG, -s , kurz für: Wohngemeinschaft = mehrere Personen, die zusammenwohnen der Kohl , hier: ≈ großes, weiß-grünes Gemüse sch“mpfen , laut sagen, dass man sich ärgert der M“tbewohner, -

, hier: Person, die in der

gleichen Wohnung lebt

der Ger¢ch, ¿e , hier: ≈ Art: So riecht ein Lebensmittel.

die Leidenschaft, -

, hier: Hobby; etwas, das

man sehr gerne tut

die S“nnkrise, -n , ≈ psychische Krise „braten

, empfehlen, etwas nicht

zu tun

überzeugen

, hier: mit Argumenten

erreichen, dass er auch an die Idee glaubt das Chilipulver , trockene Substanz aus sehr kleinen Chiliteilen die Zutat, -en , Lebensmittel, das man zur Herstellung eines Gerichts braucht vorkommen , hier: ≈ benutzt werden Das liegt n“cht nur „n …

, … ist nicht der einzige

Grund dafür.


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Fotos: xxxx

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e Sie sind im Leben und in der

Arbeit ein Paar: Bin Lee-Zauner und José Miranda Morillo.

Foto: Kunalm Lee

„Die Deutschen sind es gewohnt, sich Sorgen zu machen“, sagt die 42-Jährige. „Ich hatte aber gar keine Zeit, darüber nachzudenken, ob es mit dem Restaurant klappt.“

Wenn alles klappt, kann Sussi im September mit einer Ausbildung anfangen. Zurzeit arbeitet er für eine Leiharbeitsfirma. In einem Betrieb montiert er Teile für die Automobilindustrie. Er arbeitet in drei Schichten und verdient pro Stunde nur Oft machen Zuwanderer Jobs, die ein paar Cent mehr als den Mindestlohn. Deutsche nicht machen wollen Auch das gehört zum Bild der ZuwanFür viele ist eine neue Existenz in derung in der Bundesrepublik: Oft maDeutschland auch die einzige Perspek- chen Immigranten Jobs, die Deutsche tive, die sie zurzeit haben. Hunderttau- nicht machen wollen. Sie putzen Büsende Menschen, vor allem aus Syrien, rohäuser, liefern Pakete aus und übernehAfghanistan und dem Irak, haben in den men Hilfsarbeiten in Fabriken – schwere letzten Jahren in der Bundesrepublik Arbeit für wenig Geld und mit wenig Schutz gesucht. Zwei von ihnen sind Chancen auf Verbesserung. Innerhalb der Europäischen Union Sami Akeel (24) und Adnan Sussi (25) aus Syrien. Beide sind geflohen, weil sie nicht (EU) ist es außerdem legal, Arbeiter nach im Krieg kämpfen wollen. Seit 2016 leben den Gesetzen ihres Heimatlandes anzusie in Coburg, einer Kleinstadt im Norden stellen und zum Arbeiten in andere Länder zu schicken – wo sie bis zu Bayerns. Dort haben sie sich 50 Prozent weniger verdienen kennengelernt, dort spielen sie Ohne die in einer Mannschaft Fußball. ausländischen, als die normalen Arbeiter dort. Laut Europaparlament gab es An einem Nachmittag lädt billigen Arim Jahr 2015 EU-weit rund Akeel in seine Wohngemeinbeitskräfte zwei Millionen Arbeitskräfte schaft in der Coburger Innenkönnten die dieser Art, mehr als 400 000 stadt ein. Er ist stolz auf seine Bauern nicht davon in Deutschland. Wohnung, es ist sehr sauber. so günstig Ohne die billigen Arbeits„Wir kamen mit nichts“, sagt produzieren. kräfte aus dem Ausland, vor der 24-Jährige. Jetzt verdient er Geld und hat alle Möbel neu allem aus Ost- und Südostgekauft. Auch Sussi lebt in einer eigenen europa, könnte zum Beispiel die Landwirtschaft nicht so günstig produzieren. Wohnung. Beide sind für drei Jahre als Flüchtlinge Arbeiter aus Polen, Rumänien und Bulgaanerkannt, mindestens bis 2019 können rien zerteilen auf deutschen Schlachthösie bleiben. Bis dahin wollen sie sich ihre fen im Akkord Rinder und Schweine; auf Zukunft aufbauen. Akeel, der mehrere deutschen Feldern ernten sie im Frühjahr Sprachen spricht und schon in Thailand Erdbeeren und Spargel, im Sommer Gurals Dolmetscher gearbeitet hat, will eine ken und im Herbst Äpfel. Ausbildung zum Dolmetscher machen – in Coburg gibt es dafür eine Fachschule. Deutschland braucht mindestens Dafür muss er Deutsch auf C1-Niveau 60 000 Pflegekräfte sprechen, was vermutlich nicht mehr Und Inga Petrauskiene (Name geändert) lange dauert. Bis dahin arbeitet er für kümmert sich um alte Menschen. Zurzeit eine Coburger Firma, die in ganz Europa wohnt sie bei Gertrud P. in einer bayeriSchwimmbäder baut. Sussi hofft auf ei- schen Kleinstadt. Sie wäscht, füttert, winen Ausbildungsplatz bei einer großen ckelt und zieht die 92-Jährige an, putzt das Haus, kauft ein und kocht. Frau P. ist Maschinenbaufirma in Coburg. Ihre Zukunft sehen beide in Deutsch- dement und schwerhörig, ihre Familie land. „Ich habe in Syrien alles verloren“, kann sich nicht so intensiv um sie kümsagt Sussi, der in der Hafenstadt Lattakia mern, wie sie es braucht. Ohne Petrausin der syrischen Liga Fußball gespielt hat. kiene müsste Frau P. ins Heim. Die 41-jährige Litauerin ist eine von „Ich vermisse meine Familie, aber ich Tausenden Pflegerinnen aus Osteuropa, kann nicht zurück.“

¡s gewohnt sein

, hier: ≈ oft tun

die Exist¡nz , hier: Leben Sch¢tz suchen , hier: versuchen, einen sicheren Ort zu finden, wo man in Frieden leben kann fliehen , hier: weggehen, um in einem sicheren Land zu leben der Fl•chtling, -e , Person, die aus religiösen, politischen oder ethnischen Gründen aus ihrer Heimat weggegangen ist / weggehen musste „nerkennen , offiziell akzeptieren s“ch seine Zukunft aufbauen , hier: ≈ alles organisieren (Wohnung, Arbeit …), um an einem Ort leben zu können der D¶lmetscher, , Person, die mündlich in eine andere Sprache übersetzt die F„chschule, -n , Schule für eine spezielle Ausbildung das Niveau, -s franz. , hier: ≈ Qualität der Sprachkenntnisse verm“ssen , traurig sein, weil jemand nicht da ist die Leiharbeitsfirma, -firmen , Firma, die eine Person anstellt, um sie an andere Firmen zu leihen der Betrieb, -e , Firma montieren

, hier: ≈ mit Werkzeugen

stabil zusammenbauen

die Sch“cht, -en

, hier: wechselnde Ar-

beitszeiten, manchmal am Tag, manchmal nachts der M“ndestlohn, ¿e , Lohn, den man mindestens haben muss gehören zu , ein Teil sein von ausliefern

, hier: direkt zum Kunden

liefern

übernehmen

, hier: machen

das Ges¡tz, -e , schriftliche Regel, die die Regierung macht und an der sich alle orientieren müssen produzieren , ≈ herstellen zerteilen

, ≈ in Stücke schneiden

der Schl„chthof, ¿e , Fabrik, in der Tiere geschlachtet werden (schl„chten

, ≈ ein Tier wegen seines

Fleisches totmachen)

“m Akk¶rd , hier: so, dass sie für ihren Lohn eine vereinbarte Zahl an Tieren pro Tag zerteilen müssen das F¡ld, -er , Stück Land, auf dem z. B. Gemüse wächst ¡rnten , Früchte von Obst- oder Gemüsepflanzen sammeln der Sp„rgel, , Pflanze mit weißen oder grünen langen Teilen, die unter der Erde wachsen und die man als Gemüse isst die G¢rke, -n , hier: kleine, grüne Gemüsepflanze, die man in Essigwasser legt f•ttern

, hier: mit dem Löffel zu

essen geben

w“ckeln , eine Hose aus Plastik (z. B. Pampers) anziehen schwerhörig , so, dass man nicht gut hört


125 JAHRE IMMIGRATION

Deutsch perfekt 4/ 2018

die in Deutschland arbeiten; ihre Zahl Vergleich zu Italien viel bessere Verträge steigt seit Jahren an. Schätzungen zufolge für Tänzer“, sagt die 32-Jährige, die seit fehlen alleine in deutschen Altersheimen 2010 am Berliner Staatsballett tanzt, seit rund 60 000 Pflegekräfte. Der Beruf ist für 2011 als Solotänzerin. Sie ist in Russland viele Deutsche nicht attraktiv, weil er im geboren, als Teenager zog sie mit ihrer Vergleich zu anderen Berufen schlecht Familie nach Italien. Dort gibt es kaum bezahlt und sehr anstrengend ist. Aber staatliche Unterstützung für Kunst und Petrauskiene kann in Deutschland viel Kultur, „und Tänzer bekommen meistens mehr verdienen als in ihrer Heimat. nur Verträge für einzelne Produktionen.“ In Litauen hat sie als Verkäuferin geDie 32-Jährige trägt Sportkleidung, ihre arbeitet, für rund 400 Euro im Monat. Füße stecken in dicken Wollsocken, ihre Eine Ausbildung zur Altenpflegerin Augen leuchten. Eine Probe hat sie an diehat sie nicht. Als pflegeunterstützende sem Tag schon hinter sich, in der MittagsHaushaltshilfe verdient die 41-Jährige pause findet sie Zeit für ein Gespräch in im Monat rund 1300 Euro, Steuern und den Balletträumen der Deutschen Oper Krankenversicherung bezahlt sie in Li- in Berlin-Charlottenburg. Die Arbeit als tauen. „Wer kann, geht zum Arbeiten ins Tänzerin am Staatsballett ist ein KnoAusland“, sagt sie. Seit dem EU-Beitritt chenjob, mit geregelten Dienstplänen, 2004 haben mehr als 20 Prozent das Land mindestens einer Probe täglich und zwei verlassen, vor allem junge Menschen. freien Tagen pro Woche. Im Durchschnitt Zwei Monate bleibt die steht Iana Balova zweimal pro Wer sich die Woche abends auf der Bühne. Litauerin normalerweise bei einer Familie, dann löst eine Namen von Bal- Dann brauchen sie und ihr Kollegin sie ab. Ein Bus bringt letttänzern an Mann, der auch im Ensemble sie dann für zwei Monate zu- deutschen Büh- tanzt, einen Babysitter für die rück nach Hause. Die Fahrten beiden Söhne. „Man muss gut nen ansieht, organisiert die Agentur, bei organisiert sein und braucht findet mehr der sie angestellt ist. Seit acht viel Disziplin“, sagt sie. ausländische Jahren lebt sie so, sie spricht Am Staatsballett wird sie als deutsche. gut Deutsch und kennt sich nach dem deutschen Bühnentarif bezahlt, und sie beim Land gut aus. Wer sie mit Frau P. und im Haushalt beobachtet, der kommt jedes Jahr einen neuen Jahresvermerkt, dass ihr die Arbeit Spaß macht. trag. Solange ihr Körper es erlaubt, ist ihr Aber hätte sie Kinder, würde sie das nicht Job sicher. Wer sich die Ballettensembles machen. „Und wenn ich in Litauen eine deutscher Bühnen ansieht, findet mehr gute Alternative finde, bleibe ich dort.“ ausländische Namen als deutsche, auch Zurzeit ist Deutschland für viele Zu- in den großen Orchestern spielen viele wanderer das Land, das ihnen eine Pers- Musiker aus dem Ausland. Ohne sie wäre pektive bietet. Das gilt auch für die vielen das große kulturelle Angebot, für das Ärzte aus dem Ausland. Grenzregionen Deutschland in der Welt bekannt ist, viel im Osten des Landes, zum Beispiel in kleiner. Den Künstlern wiederum gibt das Bayern und Brandenburg, werben in deutsche Sozialsystem ein Stück SicherTschechien und Polen um sie. Zuwande- heit. „Auch wer wenig verdient, hat eine rer helfen, die Gesundheitsversorgung zu Krankenversicherung“, sagt Iana Balova. stabilisieren – und damit das Sozialsys- In der Heimat ihres Mannes, den USA, tem. Und auch das macht die Bundesre- sieht das ganz anders aus. „Es ist nicht publik für Zuwanderer attraktiv. schwer, in Deutschland zu leben“, sagt sie.

Kultur lebt von der Internationalität

Als sich Iana Balova nach ihrer Tanzausbildung an der Mailänder Scala um Engagements bewirbt, ist Deutschland ihre erste Wahl. „In Deutschland gibt es im

Der Fußball braucht die Ausländer

Marc Torrejón wird dieser Aussage nicht ganz zustimmen. Der Spanier kann sich nur schwer an den deutschen Lebensrhythmus gewöhnen. Seit 2012 spielt der

„nsteigen

leuchten

, hier: höher werden

, hier: hell wirken, weil

Schætzungen zuf¶lge … , Wie ungefähre Rechnungen zeigen …

die Probe, -n , hier: ≈ Training

der EU-Beitritt , von: der EU beitreten = Mitglied der EU werden „blösen , hier: für eine vereinbarte Zeit die Arbeit eines anderen machen die Agentur, -en

, Firma, die einen Service

für Privatpersonen oder andere Firmen anbietet s“ch gut auskennen , ≈ etwas gut kennen beobachten , genau zusehen, was jemand macht bieten , hier: geben; möglich machen

w¡rben ¢m , hier: Lust machen, nach Deutschland zu kommen und dort zu leben die Ges¢ndheitsversorgung , ≈ alle medizinischen Serviceangebote, Medikamente und Hilfen … “st ihre erste Wahl , ≈ … ist ihr großer Wunsch

man sich freut

h“nter s“ch haben

, gemacht haben

der Kn¶chenjob, -s , m sehr harte Arbeit geregelt , hier: genau geplant der Dienstplan, ¿e , hier: Plan, wann wer auf der Bühne tanzt das Ensemble, -s franz. , hier: Gruppe von Tänzern der Bühnentarif, -e , durch Diskussion erreichter, an allen deutschen Bühnen gültiger und in einen Vertrag geschriebener Lohn sol„nge , hier: ≈ in der Zeit, wenn wiederum , hier: auf der anderen Seite ein St•ck , hier: ≈ ein bisschen zust“mmen , hier: gut finden s“ch gewöhnen „n , etwas oft tun oder sehen, bis man es normal findet

Fotos: imago/Martin Müller

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Iana Balova tanzt mit einem Kollegen vom Staatsballett Berlin im Ballett Daphnis et ChloĂŠ.


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31-Jährige in der Zweiten Fußball-Bundesliga, seit Herbst 2017 beim 1. FC Union Berlin. „In Deutschland wird viel mehr trainiert als in Spanien“, sagt er und lacht. „In Spanien wird am Vormittag trainiert und ab zwölf Uhr ist frei.“ Auch Torrejón kommt in Sportsachen und auf Socken zum Interview im Stadion von Union Berlin, das Abendtraining ist gerade vorbei. Bei Union Berlin gibt es zweimal pro Tag Training und dazwischen oft nur eine Stunde Zeit zum Mittagessen – zu kurz für den Spanier. Trotzdem will er bis zu seinem Karriereende in Deutschland bleiben. „Meine Kinder gehen in den deutschen Kindergarten, sie sollen die Sprache gut lernen“, sagt er. Außerdem hat die deutsche Strukturiertheit auch große Vorteile. „Die Vereine in Deutschland haben überragende Möglichkeiten“, sagt der Sportler. „Sie haben Geld, wenig Schulden, professionelle Strukturen. Das hat mir in Spanien oft gefehlt.“ Die Professionalität macht deutsche Bundesligavereine für Spieler aus aller Welt attraktiv. Große Erstliga-Klubs wie der FC Bayern München holen schon Jugendliche aus dem Ausland in ihre Nachwuchsteams. Vor zehn Jahren spielten in der Erstliga zum ersten Mal mehr Ausländer als Deutsche – inzwischen sind bei manchen Klubs weniger als 30 Prozent Deutsche. Auch andere Sportarten sind schon lange international. Vor wenigen Wochen konnte das die ganze Welt sehen, im vielleicht schönsten Moment der Olympischen Winterspiele: Als Aljona Savchenko und Bruno Massot mit ihrer Kür im Paarlauf die Zuschauer zum Weinen brachten. Die Frau aus der Ukraine und der Mann aus Frankreich, die in Deutschland leben und trainieren, haben mit der Kür des Briten Christopher Dean Gold gewonnen – für Deutschland. überragend , ≈ sehr gut die Sch¢lden Pl. , Geld, das man von einer Person oder einer Bank geliehen hat das Nachwuchsteam, -s , Team junger Spieler am Anfang ihrer Karriere

die Kür, -en , ≈ Übung, deren einzelne Teile ein Sportler selbst wählen kann z¢m Weinen br“ngen , machen, dass jemand weinen muss

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Erst gingen Millionen, dann kamen Millionen SCHWER Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ist Deutschland vor allem ein Auswanderungsland. Zwischen 1816 und 1914 reisen 5,5 Millionen Deutsche mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft in die USA. Der Moment, in dem sich das ändert, kommt vor 125 Jahren, 1893: Die Einreise in die USA wird plötzlich schwierig – und Deutschland braucht durch die Industrialisierung selbst immer mehr Arbeitskräfte. Deutschland wird vom Aus- zum Einwanderungsland. Bis zum Ersten Weltkrieg kommen Tausende Arbeiter vor allem ins Ruhrgebiet, die meisten davon sind Polen aus Ostpreußen, das zum Deutschen Reich gehört. 1914 sind außerdem 1,2 Millionen ausländische Wanderarbeiter im Deutschen Reich. Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg müssen Hunderttausende Kriegsgefangene in Deutschland arbeiten. Zwischen den beiden Weltkriegen kommen Hunderttausende Menschen aus Osteuropa und Russland nach Deutschland, viele davon sind Juden. Im Zweiten Weltkrieg werden die Juden erst vertrieben und dann ermordet; gleichzeitig kommen wieder ausländische Zwangsarbeiter ins Land. Nach dem Zweiten Weltkrieg braucht die Bundesrepublik dringend Arbeitskräfte für den Wiederaufbau. 1955 schließt die Regierung in Bonn mit Italien das erste Anwerbeabkommen. Ab 1960 folgen weitere Abkommen: mit Spanien, Griechenland, der Türkei, Marokko, Südkorea, Portugal, Tunesien und Jugoslawien. Von 1960 an schließt auch die Deutsche Demokratische Republik (DDR) ähnliche Abkommen mit anderen sozialistischen Staaten. Seit dem Ende der DDR suchen viele Menschen in der Bundesrepublik Schutz. Besonders aus Ländern der Europäischen Union kommen außerdem immer mehr Menschen zum Arbeiten nach Deutschland. das Auswanderungsland, ¿er , Land, aus dem viele weggehen und in andere Länder immigrieren die Einreise , von: einreisen = vom Ausland über die Grenze in ein Land kommen die [rbeitskraft, ¿e , jeder Mensch, der arbeiten kann das Ruhrgebiet , Region mit vielen Industriestädten in Nordrhein-Westfalen {stpreußen , früher einer der deutschen Staaten, heute ein Teil von Polen das Deutsche Reich

, erster deutscher National-

staat (1871 - 1945)

der W„nderarbeiter, -

, Person, die meistens für

Saisonarbeit von einem weit entfernten Ort kommt vertreiben , hier: aus politischen Motiven aus der Heimat wegschicken erm¶rden , töten der Zw„ngsarbeiter, -

, hier: Person, die während des

Zweiten Weltkriegs zu schwerer körperlicher Arbeit gezwungen wurde (zw“ngen

, hier: das Kommando

bekommen, dass man etwas tun muss, sonst wird man ins Konzentrationslager geschickt oder getötet)

der Wiederaufbau

, von: wiederaufbauen = hier:

ein vom Krieg zerstörtes Land wieder in einen guten Zustand bringen

das [nwerbeabkommen, , ≈ Vereinbarung oder Vertrag zwischen Staaten, Arbeitskräfte anzuwerben („nwerben , mit Werbung Lust machen, an einen Ort zu kommen und dort zu arbeiten)

Fotos: Max Scheler Süddeutsche Zeitung Photo; picture alliance/City Press GbR

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Der Spanier Marc Torrejรณn will bis zum Karriereende in Deutschland bleiben.


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„Die Gesellschaft hat es ihren Zuwanderern schwer gemacht“ Viele Menschen wollen in Deutschland leben, und die Bundesrepublik braucht sie. Warum debattieren die Deutschen trotzdem über Probleme mit der Migration? Das erklärt der Historiker Jochen Oltmer von der Universität Osnabrück. Der Professor untersucht die deutsche, europäische und globale Migration vom Ende des 18. Jahrhunderts bis heute. Interview: Barbara Kerbel SCHWER

Fotos: INTERFOTO/Friedrich Rauch; Michael Gründel/NOZ

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Herr Professor Oltmer, was hat Deutschland Zuwanderern zu bieten? Die Bundesrepublik ist aus unterschiedlichen Gründen attraktiv. Die Wirtschaftslage ist seit Jahren stabil, es gibt einen Aufschwung und freie Arbeitsplätze, vom Hochqualifizierten bis zum Dienstleistungsbereich. Dazu gehören auch sehr prekäre Beschäftigungsverhältnisse, in denen fast nur Migranten arbeiten. Die Bundesrepublik gilt in Europa und weltweit als ökonomischer und politischer Stabilitätsanker. Dazu kommt das sehr breit ausgebaute Sozialversicherungssystem. Viele der Gastarbeiter, die seit Ende der 50er-Jahre in die Bundesrepublik kamen, sind geblieben. Trotzdem hat die Politik noch in den 90er-Jahren behauptet, dass die Bundesrepublik kein Einwanderungsland ist. Warum ist das für viele so schwer zu akzeptieren? Die Bevölkerung hat über Jahrzehnte, eigentlich über zwei Jahrhunderte hinweg, eine Diskussion über Homogenität geführt. Es gab eine lange, konfliktreiche Debatte um die Nation und um das Volk. Über lange Zeit wurde alles das, was nicht dazuzugehören schien, an den Rand gedrängt. Das hat bis heute Folgen für unser Denken: Menschen, die dazukommen, werden als nicht zugehörig empfunden. Es ist erstaunlich, wie stabil diese Vorstellung von Homogenität ist. Zugewanderte Sportler haben bei den Olympischen Spielen für Deutschland Medaillen gewonnen, auf deutschen Bühnen tanzen mehr Ausländer als Deutsche. Aber in Debatten über Migration wird vor allem über Probleme gesprochen. Müssen wir unser Verständnis von Migration weiter fassen? Wir müssen uns kritisch mit den Begriffen auseinandersetzen. Migration wird sehr oft dann verwendet, wenn es darum geht, Entwicklungen zu problematisieren. Dagegen wird zum Beispiel von Mobilität gesprochen, wenn es um Bewegungen innerhalb der Europäischen Union geht. Mobilität ist ein sehr

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positiver Begriff: Hochqualifizierte und Studenten sollen mobil sein, das wird in großem Maß unterstützt. Mobilität ist die räumliche Bewegung von Menschen – es gibt im Prinzip keinen Unterschied zwischen Migration und Mobilität. Aber die Debatte ist auf Probleme fokussiert, über Hochqualifizierte wird im Kontext von Migration nicht diskutiert. Ihr Kollege Klaus Bade nannte die 80erJahre mit Blick auf die Integrationspolitik ein verlorenes Jahrzehnt. Wie ist Ihre politische Bilanz der letzten 60 Jahre? Man kann nicht allgemein sagen, dass die Bundesrepublik die Entwicklung zum Einwanderungsland verschlafen hat. Aber es war schon Ende der 60er-Jahre klar, dass viele bleiben werden. Trotzdem hat sich die Erkenntnis erst langsam durchgesetzt, dass die Zuwanderung das Land verändert. Aber im kommunalen Bereich hat die Integration trotzdem gut funktioniert. Vor allem große Städte, die stark von Zuwanderern geprägt waren, haben schon sehr früh Integrationskonzepte entwickelt – zu einer Zeit, als auf Landes- und Bundesebene über so etwas noch gar nicht nachgedacht worden ist. Und das hatte Folgen. Zum Beispiel haben sich viele Zuwanderer in den Kommunen durchaus zugehörig gefühlt – aber nicht in Bezug auf die Bundesrepublik. In manchen Bundesländern mussten in Deutschland geborene Kinder von Gastarbeitern bis in die 90erJahre zusätzlichen Unterricht in ihrer Muttersprache besuchen – damit sie die Sprache können, wenn sie Deutschland verlassen. Man hat ihnen signalisiert, dass sie nur für kurze Zeit hier sind. Die bundesdeutsche Gesellschaft hat es ihren Zuwanderern schwer gemacht – und die Frage ist, ob es sich dadurch nicht die Gesellschaft insgesamt schwer gemacht hat. Ein Beispiel dafür ist die Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen. Erst seit 2012 gibt es mit dem Bundesanerkennungsgesetz eine Regelung, die stärker auf Öffnung ausgerichtet ist. Bis dahin wurden sehr viele Qualifikationen nicht anerkannt. Dadurch hat die Bundesrepublik sehr viel Potenzial verschenkt.

der Zuw„nderer, , Immigrant ¡s … schwer m„chen , … Probleme machen attraktiv , hier: so, dass viele dort leben wollen der Aufschwung , Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der/die Hochqualifizierte, -n , Person mit sehr guter Ausbildung und speziellen Kenntnissen prekär , hier: mit geringer Bezahlung der Stabilitätsanker, , gemeint ist hier: Land, in dem es keine plötzlichen Krisen gibt (der [nker, , schweres Ding aus Eisen, das an einer Kette vom Schiff auf den Boden gelassen wird, um dieses an seinem Platz zu halten) breit ausgebaut , m hier: so, dass fast alle Bundesbürger Mitglied sind der G„starbeiter, , Person, die in ein fremdes Land geht, um dort für eine vereinbarte Zeit zu arbeiten das Einwanderungsland, ¿er , Land mit vielen Immigranten über zwei Jahrh¢nderte hinw¡g , ≈ zwei Jahrhunderte lang „n den R„nd drængen , hier: ≈ als unwichtige Sache behandeln; ≈ als unwichtig betrachten „ls n“cht zugehörig empf“nden , ≈ finden, dass sie nicht Teil der deutschen Kultur sind erstaunlich

, überraschend

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weiter f„ssen

, hier: ≈ neu formulieren;

≈ in neuem Zusammenhang denken der Begr“ff, -e

, Wort

s“ch kritisch ausein„ndersetzen m“t , ≈ systematisch studieren; ≈ intensiv nachdenken über fokussiert sein auf

, hier: zum zentralen

Thema machen

verschlafen , hier: m verpassen die Erk¡nntnis, -se , plötzliches Erkennen der Verbindung/Beziehung verschiedener Dinge s“ch d¢rchsetzen , hier: von vielen gesehen werden v¶n Zuwanderern geprägt , so, dass die Zuwanderer einen starken Effekt haben das Integrationskonzept, -e , ≈ Integrationsprogramm auf L„ndes- ¢nd B¢ndesebene , im Bereich der einzelnen Bundesländer und im ganzen Bundesgebiet durchaus , auf jeden Fall “n Bezug auf , hier: in Zusammenhang mit zusätzlich , hier: zum normalen Unterricht dazu die [nerkennung , von: anerkennen ≈ hier: von einer offiziellen Institution akzeptiert werden ausgerichtet sein auf

, hier: … zum Ziel haben

versch¡nken , hier: nicht nutzen


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DEBATTE

Deutsch perfekt 4 / 2018

Soll das Fahren ohne Ticket eine Straftat bleiben? Die Justiz muss sich jedes Jahr um Tausende Personen kümmern, die ohne Ticket Bus oder Bahn gefahren sind. Sie können dafür sogar ihre Freiheit verlieren. Kritiker meinen, dass damit endlich Schluss sein muss. SCHWER


Deutsch perfekt 4 / 2018

Fotos: Nikada/iStock.com; CSU; malzkornfoto/Hamburg

Ja

DEBATTE

„Die Justiz verfolgt niemanden, der nur ein- oder zweimal eine kurze Strecke schwarzgefahren ist.“

Stellen Sie sich vor, eine Person nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel absichtlich ohne Fahrschein. Sie fährt – wie man sagt – schwarz. Der Fahrpreis hätte 2,90 Euro betragen. Ein geringer Schaden also. Muss das eine Straftat sein? Oder wäre es nicht besser, wenn die Person nur ein Bußgeld bezahlt? Ich meine, das Schwarzfahren sollte eine Straftat bleiben! Es ist nämlich – anders als häufig behauptet wird – keine Bagatelle! Natürlich kann der Schaden im Einzelfall gering sein. Dies muss aber nicht immer so sein! Denken Sie nur an längere Fahrten mit der Bahn. Betrachtet man außerdem den Schaden, der insgesamt durch Schwarzfahren entsteht, kann man schon gar nicht von einer Kleinigkeit sprechen. Er beträgt jährlich Millionen Euro – ein Schaden, den schließlich die Pendler und Fahrgäste mitbezahlen, die immer zuverlässig einen Fahrschein kaufen und sich an unsere Regeln halten. Außerdem missbraucht der Täter mit dem Schwarzfahren das Vertrauen der Betreiber des öffentlichen Verkehrsmittels, die ihre Leistung meistens ohne Zugangskontrolle anbieten. Für mich ist daher klar: Dieses Verhalten macht eine strafrechtliche Sanktion nötig! Was man auch nicht vergessen darf: Die Justiz verfolgt niemanden, der nur ein- oder zweimal eine kurze Strecke schwarzgefahren ist. Wird ein Schwarzfahrer das erste Mal angezeigt, hat die Staatsanwaltschaft die Möglichkeit, das Verfahren wegen Geringfügigkeit zu beenden. Die Justiz verfolgt daher normalerweise sowieso nur die Täter, die immer wieder ohne Ticket fahren – nicht selten notorische Schwarzfahrer. Und gerade auch für diese Fälle ist das Strafrecht die richtige Sanktion!

Winfried Bausback (CSU) ist Justizminister in Bayern.

die Straftat, -en

, illegale Handlung

verf¶lgen , hier: eine Untersuchung vor Gericht beantragen schw„rzfahren , ohne Fahrkarte mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren die Bagat¡lle, -n , unwichtige Sache der P¡ndler, - , Person, die regelmäßig zwischen Arbeitsplatz und Wohnort hin- und herfährt missbrauchen , hier: auf unehrliche Art benutzen und so Vertrauen zerstören der Betreiber, , hier: Firma, die sich um die öffentlichen Verkehrsmittel kümmert die Zugangskontrolle, -n , hier: technische Konstruktion, die am Eintritt zu den Gleisen kontrolliert, ob man einen Fahrschein hat strafrechtlich , hier: nach den Gesetzen, die die Strafen für Verbrechen bestimmen die Staatsanwaltschaft

, Amt, für das Staatsan-

wälte arbeiten

(der Staatsanwalt, ¿e , Person, die kriminelle Handlungen untersucht und für die Interessen des Staates kämpft) das Verfahren, -

, hier: Untersuchung

vor Gericht, bei der man versucht, eine Entscheidung zu finden die Ger“ngfügigkeit

, ≈ Unwichtigkeit

notorisch , ≈ regelmäßig die CSU , kurz für: Christlich-Soziale Union

Nein

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„Ich halte es für richtig, Schwarzfahren als Ordnungswidrigkeit statt als Straftat zu behandeln.“

Es ist klar, dass es unrecht ist, Verkehrsmittel zu nutzen, ohne dafür zu bezahlen. Aber ist in solchen Fällen das Strafrecht der richtige Weg? Wer kontrolliert wird und kein Ticket hat, der kann heute eine Anzeige, eine Geldstrafe und im schlimmsten Fall eine Ersatzfreiheitsstrafe bekommen. Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichte und Gefängnispersonal beschäftigen sich mit solchen Fällen. Viele Schwarzfahrerinnen und Schwarzfahrer haben Probleme: Drogensucht, hohe Schulden oder fehlende Bildung. Sehr oft ist schon die juristische Korrespondenz für diese Menschen zu kompliziert. Aus Angst oder Unwissenheit nehmen sie Hilfsangebote nicht an und schaffen es nicht, am Ende keine Haft zu bekommen. Eine Haftstrafe ist in unserem Staat, der die Rechte seiner Bürger schützt, das letzte Mittel. Die Menschen im Gefängnis sollen resozialisiert werden, können eine Therapie oder eine Ausbildung machen. Schwarzfahrerinnen und Schwarzfahrer können das nicht. Denn sie bleiben meistens nur wenige Tage oder Wochen. Nun verurteilen aber Gerichte gar nicht zu Haft-, sondern zu Geldstrafen nach Tagessätzen. Erst wenn nicht gezahlt wird, werden im Strafrecht aus Tagessätzen Hafttage. Das ist in diesem Fall weder gerecht, noch macht es Sinn. Ich halte es für richtig, Schwarzfahren als Ordnungswidrigkeit statt als Straftat zu behandeln. Wer kontrolliert wird und kein Ticket hat, bekommt dann direkt ein Bußgeld von der zuständigen Ordnungsbehörde. Schwarzfahren würde so behandelt wie Falschparken. Das bedeutet, wer sein Bußgeld nicht zahlen kann, kommt nicht mit Ersatzfreiheitsstrafe ins Gefängnis, sondern muss sich im Zweifel für zahlungsunfähig erklären.

Till Steffen (Grüne) ist Justizsenator in Hamburg.

die {rdnungswidrigkeit, -en , Handlung gegen eine Vorschrift oder ein Gesetz, die mit Bußgeld bestraft wird die Ers„tzfreiheitsstrafe –n , ≈ Gefängnisstrafe, wenn man eine Geldstrafe nicht bezahlt (das Gefængnis, -se

, Gebäude, in das kriminel-

le Personen geschlossen werden)

die Drogensucht , Krankheit, bei der der Körper jeden Tag eine spezielle Substanz braucht (z. B. Alkohol, Kokain oder Nikotin), sonst fühlt man sich schlecht die B“ldung , hier: Schule und Ausbildung „nnehmen , hier: ≈ nehmen; akzeptieren die H„ft , ≈ Gefängnis resozialisieren , ≈ helfen, damit ein Gefangener nach der Zeit im Gefängnis wieder eine Wohnung und einen Beruf findet der Tagessatz, ¿e , Betrag, den man pro Tag bezahlen muss die {rdnungsbehörde, -n , offizielle Institution, die sich um Sicherheit und Ordnung in einer Kommune kümmert “m Zweifel , hier: wenn es einen Verdacht gibt, dass er nicht zahlen will zahlungsunfähig , so, dass man nicht zahlen kann s“ch für … erklären

, ≈ einer offiziellen

Institution mitteilen, dass man … ist der Justizsenator, -senatoren , hier: Mitglied der Regierung von Hamburg, das für den Bereich Justiz zuständig ist


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BLINDTEXT

Deutsch perfekt X / 2017

WIE DEUTSCHLAND FUNKTIONIERT

Handyverträge

Ohne ein Handy leben? Das will heute fast niemand mehr. So wenig wie möglich dafür bezahlen? Das will fast jeder. Nur: In Deutschland ist das gar nicht so einfach. LEICHT

ein eigenes Telefonnetz. Deshalb sind sie Netzbetreiber. Auch andere Firmen verkaufen Handyverträge, sie benutzen aber eines oder mehrere der Netze der großen drei Mobilfunkanbieter. Mehrere Organisationen haben schon die Qualität der Netze getestet: Das Netz der Telekom ist das beste, dann kommt das von Vodafone. Auf dem letzten Platz steht Telefónica. Die Qualität hat aber auch ihren Preis. Die Telekom ist teuer, Vodafone ein bisschen günstiger und Telefónica mit seiner Marke O2 noch günstiger. Es gibt aber noch billigere Angebote

verbr“ngen „n , hier: brauchen; benutzen “m D¢rchschnitt , ≈ meistens: Das ist normal. der Mobilfunk

, Telekommunikation mit

dem Handy

der Mobilfunkanbieter, , Firma: Durch einen Vertrag mit ihr kann man mit dem Handy telefonieren.

das Telefonnetz, -e

, technische Infrastruktur:

Damit kann man Signale zwischen einer Antenne und einem Handy hin und her schicken. der N¡tzbetreiber, -

, Firma: Sie kümmert

sich um die technische Infrastruktur von einem Telefonnetz. der Pl„tz, ¿e , hier: Position die M„rke, -n , Produkt mit bekanntem Namen

Logos: Mobilfunkanbieter

D

ie Deutschen verbringen pro Tag im Durchschnitt mehr als zwei Stunden an ihrem Handy. 136 Millionen Mobilfunkanschlüsse sind zwischen Alpen und Nordsee registriert – bei 82 Millionen Einwohnern. So groß der Markt ist, so unterschiedlich sind die Angebote für Handyverträge. Deshalb sind bei der Suche nach dem idealen Angebot Details wichtig – und ein wenig Wissen. Die größten Mobilfunkanbieter in Deutschland sind die Telekom, Vodafone und Telefónica. Jeder von ihnen hat


Deutsch perfekt 4 / 2018

WIE DEUTSCHLAND FUNKTIONIERT

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e Wer ist ein Teil von wem? Der deutsche Mobilfunk-

markt ist komplex. Die Details dieser Grafik können Sie hier ansehen: www.deutsch-perfekt.com/mobilfunk

bei Anbietern, die keine Netzbetreiber Bevor man ein Angebot wählt, sollte sind. Davon gibt es eigentlich nur noch man auch wissen: In Deutschland ist Dazwei (Freenet und United Internet mit tenvolumen teuer. Für 35 Euro bekommt Drillisch). Beide bieten Handytarife un- man im Durchschnitt vier Gigabyte an ter sehr vielen anderen Markennamen an. High-Speed-Datenvolumen. Für die gleiAuch die Netzwerkbetreiber unterbieten che Summe bekommen Kunden in Großsich selbst mit eigenen Discountern wie britannien 20 Gigabyte, in Frankreich 50 Base (Telefónica), Congstar (Telekom) Gigabyte, und in Finnland können sie daund Otelo (Vodafone). mit ganz ohne Limit surfen. Unterwegs Bei der Auswahl des richtigen Vertra- mit dem Handy ins Internet zu gehen, ges können Online-Vergleichsportale kann in Deutschland also schnell teuer helfen. Die Deutsche Gesellschaft für werden. Speziell dann, wenn der Vertrag Verbraucherstudien hat neun von ihnen die Datenautomatik hat. Die funktioniert getestet. Das Resultat: Die besten so: Wenn das gebuchte Volumen Portale für Handytarife sind für einen Monat weg ist, fügt der Anbieter automatisch check24.de, handytarife.de und verivox.de. neues Volumen hinzu. DaOnlineFür alle Netze gilt: In den für muss der Kunde bezahVergleichslen. Günstig ist das meistens Städten ist der Empfang portale nicht, schon 100 Megabyte meistens gut. Aber auf dem helfen, können zwei Euro kosten. Land ist Telefonieren und einen guten Eine gute Nachricht gab es Surfen oft schwieriger. Eine Vertrag zu Untersuchung hat gezeigt: 30 letztes Jahr für Handynutzer, finden. bis 45 Prozent der Deutschen die gern reisen. Die Kosten sind in einem Funkloch, hafür Roaming in der Europäiben also keine gute Handyschen Union und ein paar anverbindung. Das High-Speedderen Ländern existieren seit Netz LTE erreichen nicht ganz 60 Prozent dem 15. Juli 2017 nämlich nicht mehr. Mit der Menschen in Deutschland. In Japan einem deutschen Vertrag kostet Surfen, oder Südkorea liegt diese Zahl bei mehr Telefonieren oder eine SMS schreiben in als 90 Prozent. Touristen aus diesen Län- Frankreich, Griechenland oder Norwegen dern sind oft überrascht, wie schlecht der nicht mehr als in Deutschland. NormalerEmpfang in einem modernen Land wie weise. Denn manche Anbieter benutzen Deutschland ist. Tricks. So gibt es zum Beispiel günstige Wer sich für ein Netz entschieden hat, Tarife, bei denen es nicht mehr möglich kontaktiert einen Anbieter. Um einen ist, das Handy im Ausland zu benutzen. Es gibt aber auch eine andere VertragsVertrag zu unterschreiben, muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Jüngere option: ein Handy mit Prepaid-Tarif. Für Personen brauchen das Einverständnis diese Variante lädt man im Voraus Geld der Eltern. Ausländer sollten eine deut- auf die Prepaid-Karte. Wenn man dann tesche Adresse haben. Trotzdem: Der An- lefoniert, im Internet surft oder Nachrichbieter kann einen Kunden immer ableh- ten schickt, zieht der Anbieter das Geld nen. Dafür gibt es verschiedene Motive. vom Guthaben ab. Solange man das HanEin typisches: Der Anbieter fragt bei der dy nicht benutzt, bezahlt man also nichts. Schutzgemeinschaft für allgemeine Kre- Und wer kein Geld mehr auf der Karte ditsicherung (SCHUFA) nach Informa- hat, kann auch nicht mehr telefonieren. tionen über den Kunden. Die SCHUFA Notrufe funktionieren trotzdem. Oft ist sammelt Daten darüber, ob Menschen diese Variante die Beste, wenn man Kinihre Rechnungen bezahlen. Hat jemand dern ein Handy geben will. Aber auch oft zu spät oder auch nicht bezahlt, be- viele Erwachsene mögen sie lieber. Denn kommt er von der SCHUFA ein negati- wie schon gesagt: Den richtigen Handyves Zeugnis. Für ihn wird es dann schwie- vertrag zu finden, kann in Deutschland rig, einen Handyvertrag zu bekommen. schwierig sein. Guillaume Horst

s“ch s¡lbst unterbieten

, hier: mit eigenen

Discount-Telefonanbietern billiger anbieten als sie sonst eigentlich sind

die Auswahl , von: auswählen = hier: den besten Vertrag wählen die Deutsche Ges¡llschaft für Verbraucherstudien , ≈ Institut: Es macht systematische Untersuchungen, um Verbrauchern die Orientierung bei der Auswahl von Anbietern leichter zu machen. (der Verbraucher, , Person: Sie kauft und benutzt Produkte und Services.) g¡lten für , hier: richtig sein; die Norm sein der Empf„ng , von: empfangen = hier: Signale für das Handy bekommen das L„nd , hier: Stadt

L

schwierig , L leicht das F¢nkloch, ¿er , ≈ Areal: Dort ist eine Verbindung zwischen Antenne und Handy nicht möglich. entschieden , Part. II von: sich entscheiden = hier: auswählen das Einverständnis , hier: Erlaubnis „blehnen , Nein sagen bevor , in der Zeit vorher

s¶llte m„n … , hier: ≈ man empfiehlt, dass man … das Datenvolumen, Datenvolumen/Datenvolumina , Menge von Daten unterwegs , hier: nicht zu Hause; dort, wo man kein WLAN hat hinzufügen , ≈ dazutun der Handynutzer, - engl. , Person: Sie benutzt ein Handy. existieren , hier: ≈ die Norm sein; ≈ da sein normalerweise , ≈ meistens: Das ist normal. der Tr“ck, -s , hier: einfache Vertragsklausel laden , hier: speichern “m Voraus , schon vorher das Guthaben, , hier: Betrag: Man hat ihn vor dem Telefonieren bezahlt. Davon zieht der Telefonanbieter die Telefongebühren ab. („bziehen , hier: durch Rechnen wegnehmen) sol„nge , hier: ≈ bis der Notruf, -e , Anruf: Man macht ihn im Notfall.


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BLINDTEXT

Deutsch perfekt X / 2017

Eine offene Beziehung

D

ie Sache mit unserem Balkon war ein Drama in drei Akten. Es begann mit dem Wort Küchenbalkon, das in einer Wohnungsanzeige stand. Küchenbalkon ist ein Symbolwort: Hier geht es zum guten Leben! In der Realität zeigte sich dann, dass der Balkon eine einfache Konstruktion aus Beton war, groß wie ein Duschhandtuch. Er hatte auch so ein starkes Gefälle, dass einem darauf fast schlecht wurde.

Wegen des Gefälles und der Größe konnte immer nur eine Person auf dem Balkon sein. Bei Partys mussten unsere Gäste also nicht nur vor der Toilette warten, sondern auch vor dem Balkon. Trotzdem war es natürlich gut, ihn zu haben. „Gerne mit Balkon“ sind ja mit gutem Grund die letzten Worte fast jeder Anzeige, mit der nach einer Wohnung in der Stadt gesucht wird. Balkon ist wichtiger als Badewanne. Balkon ist wichtiger

der Beton

, sehr harte Bausubstanz

das Gefælle, , hier: ≈ Intensität, wie stark der Boden des Balkons nach unten geht

die Badewanne, -n

, Sanitär-Einrichtungs-

gegenstand, in dem man baden kann

Foto: mauritius images/Lumi images/Dario Secen

Früher war es absolut in Ordnung, wenn auf einem Balkon ein paar Pflanzen standen. Heute muss er designt werden, mit LED-Lampen, schicken Möbeln und teuren Grills. MITTEL


Deutsch perfekt 4 / 2018

als das, wohin der Balkon zeigt. (Bei uns: Norden und Mülltonnen). Eine Wohnung mit Balkon ist eine Wohnung mit Hoffnung. Und wenn er nur dafür da ist, dass man im Notfall eine brennende Pfanne dorthin tragen kann. Ein Vergleich mit den anderen Balkonen am Haus zeigte: Mit den zwei alten Basilikumpflanzen, einer Sammlung von leeren Flaschen und vollen Aschenbechern plus zum Lüften dort hängender Sportkleidung war die Balkongestaltung ziemlich durchschnittlich. Denn obwohl alle einen Balkon wollen, kennen eigentlich die wenigsten eine würdevolle Verwendung dafür. Bei einem Drittel sah es aus, als hätten sie ihren Küchenbalkon einfach vergessen. Vielleicht schauten sie aber auch nur gerne den Tauben beim Sex zu. Es ist auch ein seltsam halbprivater Raum. Einerseits ist der Balkon das Erste, was man von einer Wohnung sieht. Andererseits geht es von dort direkt in unsere Privatsphäre, weshalb er oft mit einem Zimmer verwechselt wird. Durchs Treppenhaus würde man nicht in Unterhosen laufen. Aber so mal schnell dem Rosmarin Wasser geben? Kein Problem! Dieser halb-öffentliche Charakter war die Basis für die Geschäfte der unrühmlichen Markisen- und Sichtblendenindustrie. Denn „Balkonien“ ist nur das berühmte Kleinidyll, wenn nicht jeder alles sehen kann. Leben in der Stadt hat einen Nachteil. Es findet meistens in vier bis zwölf Metern Höhe statt. Die wenigsten haben eine Terrassentür zum Garten. Ein Balkon hat deshalb besonders einen Vorteil. Man nimmt damit am Draußen teil, ohne wirklich hinaus zu müssen. Das ist in verschiedenen Phasen des Lebens sehr praktisch. Keine Wetter-App kann die gefühlte Temperatur so nahebringen, wie ein paar Sekunden Balkon. Keine Parkbank ist so in der Nähe, wie ein eigener Sitz, auf dem man in der Frühlingssonne sitzt. Aber der Balkon ist nicht nur für die Bewohner, er ist auch für sein Haus gut. Er lockert die Fassade und macht sie damit schöner. Moderne Architekten kennen aber das Bedürfnis nach Privatsphäre, deshalb hingen im letzten Jahrhundert

ALLTAG

schlimme Kästen an den Wänden. Le Corbusier zum Beispiel plante für seine „Wohnmaschine“ in Marseille zwar für jede Wohnung einen Sonnenplatz. Er achtete aber auch darauf, dass die Loggien blickdicht abgetrennt waren. So sitzt jeder in seinem Kasten und in der Illusion, die Sonne würde nur für ihn scheinen. Irgendwann wurde das Gefälle unseres Küchenbalkons zu stark. Handwerker entfernten ihn und montierten eine Sperrholzplatte vor die Tür. Jetzt war die Küche sehr klein. Wer keinen Balkon mehr hat, dem fehlt er sehr. Die Amputation passierte in einer Zeit, in der die Städte ihren dritten Frühling erlebten. Die Menschen machten aus Flachdächern und Verkehrsinseln kleine Gärten, sie wollten Nutzpflanzen und -tiere wieder in die City einladen. Der Balkon war das Epizentrum dieses Trends. Nirgends sonst war die Stadt so nahe an der ersehnten Dorfidylle, wie auf den besonders hübschen Balkonen, die Blogs ihren Lesern vorstellten: mit Hochbeet, vierstöckigen Blattsalaten und Mini-Kompost. Die grünen Großstädter waren dabei, aus dem Balkon einen Gemüsegarten zu machen. Und das, obwohl er historisch keinen bäuerlichen Charakter hat. Bei Romeo und Julia und in der Romantik war er ein eleganter Ort. Bei Proklamationen wird er bis heute als Plattform über dem Volk auf der Erde benutzt. Diese Erde aber kam jetzt in Bio-Qualität in die Höhe. Es dauerte ein Jahr, bis die Sperrholzplatte weg war. Große Plattformen wurden montiert. Plötzlich hing im kleinen Hof überall Metall. Und überall waren individuell gestaltete Balkone: links unten ein Strandkorb-Idyll wie am Meer, links oben teure Grills, speziell für den Balkon. Die Geschäfte waren auf unseren Ansturm vorbereitet, mit LED-Außenlampen und Balkon-Radios, Designermöbeln und Miniaturgemüse. Jeden Frühling schreit seitdem der Balkon: Mach was aus mir! Hört man weg, hat man Schuldgefühle wie bei einer ungenutzten Karte fürs Fitnessstudio. Nein, der Balkon ist heute zu gestalten. Und die Flaschen sammeln wir jetzt im Flur. Max Scharnigg

der [schenbecher, -

, ≈ kleiner, flacher Teller

für Zigarettenasche

(die [sche , graue, sehr kleine Reste, die übrig bleiben, nachdem etwas gebrannt hat) l•ften , hier: draußen hinlegen oder aufhängen, um wieder frisch zu riechen die Balkongestaltung franz. , ≈ Design oder Einrichtung eines Balkons w•rdevoll , hier: ≈ so benutzt, dass es Sinn macht oder dass es gut aussieht die Taube, -n , weißer oder grauer Vogel; Friedenssymbol die Privatsphäre

, ≈ Privatleben

verw¡chseln m“t … , keinen Unterschied machen zu … das Tr¡ppenhaus, ¿er , Teil des Hauses, in dem die Treppen sind das Geschæft, -e , hier: ≈ wirtschaftliche Aktivität ¢nrühmlich , hier ironisch: so, dass sie etwas verkauft, was nicht hübsch aussieht die Markisen- und S“chtblendenindustrie , Firmen, die Markisen und Sichtblenden herstellen (die Markise, -n , ≈ Sonnendach aus Stoff) (die S“chtblende, -n , Konstruktion, um vor Sonne und Blicken zu schützen) nahebringen , hier: machen, dass man die Temperatur fühlt der Bewohner, - , Person, die in einem Haus oder einer Wohnung wohnt l¶ckern , hier: machen, dass es weniger funktional aussieht das Bedürfnis , ≈ Wunsch

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das Jahrh¢ndert, -e

, Zeit von 100 Jahren

der K„sten, ¿ , hier: m viereckige, funktionale Form bl“ckdicht , so, dass man nicht hineinsehen kann „btrennen , ≈ trennen der H„ndwerker, -

, Person, die beruflich mit

Händen und Werkzeugen arbeitet

entf¡rnen , wegmachen montieren , hier: ≈ mit Werkzeugen auf etwas machen, so dass es stabil ist die Sp¡rrholzplatte, -n , viereckiges, flaches, hartes Stück aus einem speziellen Holz erleben , hier: ≈ als Erfahrung machen die N¢tzpflanze, -n

, Pflanze, die der Mensch

pflegt, weil er so Früchte oder Gemüse bekommt

ersehnen , so, dass man sich etwas sehr wünscht das Hochbeet, -e , ≈ Stück Erde in einem Holzkasten, in dem Pflanzen sind (der H¶lzkasten, ¿

, ≈ hoher, viereckiger

Container aus Holz)

bio , hier: so, dass mit Methoden gearbeitet wird, die gut sind für die Umwelt der Hof, ¿e , hier: Platz hinter einem Haus zwischen den Mauern der Nachbarhäuser der Str„ndkorb, ¿e

, Art großer Stuhl mit

einem Dach aus Korb, in dem man vor Wind und Sonne geschützt ist (der K¶rb , hier: Material von einem Baum) der [nsturm

, hier: Menschenmenge,

die etwas kaufen will

das Sch¢ldgefühl, -e

, ≈ Gefühl, an einer schlim-

men Sache schuld zu sein

Dies ist eine einfachere Version eines Texts aus der Süddeutschen Zeitung.

das F“tnessstudio, -s , Sportklub, wo man an Geräten trainiert


Deutsch perfekt 4 / 2018

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MEIN ERSTES JAHR

„Warum Headline geht dieser es deutschen Kolumne über 2 Firmen Zeilen so gut?“ Dario Der Giuffrè schickehat Blindtext in Rekordzeit der hierDeutsch einge Atat gelernt. di officte Jetztstrumquibus studiert der Italiener in moluptatis Düsseldorf dolupta Ökonomie. temporate Er will nämlich perferatem. wissen, Epudam, wie deutsche consequas Firmen MITTEL AUDIO LEICHT AUDIO arbeiten dolesequibus – und warum et que sie as abo. eine so gute Reputation haben.

A

Düsseldorf Dort liegt es: Nordrhein-Westfalen Dort wohnen: 639 000 Einwohner Interessant ist: Modeund Kunststadt am Rhein. International bekannt ist auch die Kunstakademie Düsseldorf von 1773. Viele Häuser im historischen Zentrum stehen unter Denkmalschutz. Populär ist der Karneval mit seinen großen Umzügen.

Mein Tipp: Musik hat mir beim Deutschlernen sehr geholfen. Toll finde ich Paul Falks Debütalbum 1000 Lieder. Die Texte sind alle sehr schön – und die Sprache ist nicht zu schwer.

Sie wollen auch von Ihrem ersten Jahr in Deutschland, Österreich oder der Schweiz erzählen? Schreiben Sie einfach eine kurze E-Mail (Name, Nationalität, Ort) an redaktion@deutsch-perfekt.com.

n Weihnachten 2016 habe ich meine Verwandten in Düsseldorf besucht. Ich habe damals in Siena Kommunikationswissenschaften studiert. Die Frage war: Was mache ich damit? Denn in Italien ist es zurzeit für junge Leute schwer, einen guten Job zu bekommen. Mein Onkel hat mir von der Möglichkeit erzählt, in Deutschland ein duales Studium zu machen. Das hat mir sehr gefallen. Schon im Januar war ich wieder in Düsseldorf. Ab Februar habe ich einen Deutsch-Intensivkurs beim Institut für Internationale Kommunikation besucht – neun Monate lang. Ich habe bei Null angefangen. Am Ende war ich auf dem Niveau C1. Noch vor dem Kursende habe ich an der DAA Wirtschaftsakademie mein Ökonomie-Studium begonnen. Nach einem Vorstellungsgespräch haben die Leute gesagt: Dein Deutsch ist schon so gut, du kannst anfangen. Also war ich bis November vormittags an der Akademie und nachmittags beim Sprachkurs. Heute weiß ich: Ein Sprachkurs ist wichtig. Aber noch wichtiger ist es, im Alltag viel Kontakt mit Deutschen zu haben. Ein bisschen schwierig sind für mich die kalten Temperaturen – ich komme aus Sizilien. Das Wetter in Düsseldorf ist aber noch okay. Ich war im Winter in Dresden – das war wirklich extrem. In Italien habe ich noch gedacht: Die Deutschen sind so kalt wie ihr Wetter. Aber das ist ein Klischee. Ich finde es toll, wie nett alle sind. Alle versuchen, mir zu helfen. Für junge Leute gibt es viele Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Die Deutschen interessieren sich auch sehr für Italien und seine Kultur. Leider denken viele bei dem Wort Sizilien an die Mafia. Aber ich erzähle dann, dass meine Heimat viel mehr zu bieten hat. Im Sommer mache ich mein erstes Praktikum in einer deutschen Firma. Ich freue mich sehr darauf. Denn ich will wissen: Warum geht es den deutschen Firmen so gut? Wie ist alles organisiert? Man kann sich hier auf Uhrzeiten verlassen – und die Infrastruktur ist gut. In Sizilien musste mein Vater mich mit dem Auto zur Schule bringen! Hier nehme ich den Bus oder die Bahn und bin schnell da, wo ich sein will. Umziehen nach Deutschland? Ich würde es wieder tun! Aufgeschrieben von Claudia May

damals

Düsseldorf

die Kommunikationswissenschaft, -en , ≈ systematische Untersuchung von Kommunikation und Medien

, Stadt: ≈ Dort gibt es

, zu der Zeit

die Möglichkeit, -en , Sache: Man kann sie machen; Option das duale Studium , Studium: Man studiert an einer speziellen Universität und macht gleichzeitig eine Berufsausbildung. |ch habe bei N¢ll „ngefangen. , m Ich habe komplett neu angefangen. das Niveau, -s franz. , hier: ≈ Qualität der Sprachkenntnisse

die K¢nststadt, ¿e

mehrere Ausbildungsorte für Kunst. (die K¢nst

, ästhetische Dinge, z. B.

Bilder, Literatur, Musik oder Skulpturen) ¢nter D¡nkmalschutz stehen , ≈ schriftliche Normen sagen, dass historische Häuser nicht kaputt gemacht werden dürfen und wie sie restauriert werden müssen der }mzug, ¿e , hier: Event: Viele Menschen gehen zusammen durch die Straßen, z. B. bei Festen oder im Karneval.

das Vorstellungsgespräch, -e , persönliches Gespräch bei einer Firma: Dort möchte man gern arbeiten. schwierig , L leicht s“ch entw“ckeln , hier: mehr und neue Kenntnisse bekommen zu bieten haben , ≈ anbieten können s“ch verl„ssen kœnnen auf … , hier: sicher sein können, dass zu … jemand oder etwas kommt

Eine Übung zu diesem Text finden Sie auf Seite 45.

Fotos: privat; 35007/iStock.com

Dario Giuffrè Heimat: Italien Alter: 21 Jahre Beruf: Student Start: Januar 2017 Hobbys: vegan Kochen, Freundetreffen, Fahrradfahren


Sprache sagt alles.

www.duden.de


36 36SPRACHFEATURE BLINDTEXT 36SPRACHFEATURE BLINDTEXT SPRACHFEATURE BLINDTEXT

Deutsch Deutsch perfekt perfekt X 4 / 2018 2017 X 4 / 2018 2017 Deutsch perfekt X 4 / 2018 2017

Kanada Kanada Kanada Circa 30 Circa 000 30Mennoniten 000 Mennoniten Circa 30 000 Mennoniten in der in Provinz der Provinz Ontario Ontario in der Provinz Ontario kommunizieren kommunizieren aufauf Deutsch. auf Deutsch. kommunizieren Deutsch.

Grönland Grönland Grönland Dänemark Dänemark Dänemark

Im Im Süden Im Süden leben leben Süden leben 15 000 15bis 15 000 000 20bis 000 20 000 bis 20 000 Nordschleswiger, Nordschleswiger, Nordschleswiger, deren deren Muttersprache Muttersprache deren Muttersprache Deutsch Deutsch ist.ist.ist. Deutsch

Island Island Island

Norwegen Norwegen Norwegen

Großbritannien Großbritannien Großbritannien Irland Irland Irland

Niederlande Niederlande Niederlande

Belgien Belgien Belgien USA Eine USA Million Eine Million USA Eine Million Amerikaner Amerikaner sprechen sprechen Amerikaner sprechen zu zu Hause zu Hause Deutsch. Deutsch. Hause Deutsch. Im Im Staat Im Staat North North Staat North Dakota Dakota (Hauptstadt: (Hauptstadt: Dakota (Hauptstadt: Bismarck) Bismarck) ist ist Deutsch ist Deutsch Bismarck) Deutsch nach Englisch nach Englisch diediedie nach Englisch populärste populärste Sprache. Sprache. populärste Sprache.

Mexiko Mexiko Mexiko

Ungefähr Ungefähr 80 80 000 80 000 Ungefähr 000 Mennoniten Mennoniten sprechen sprechen Mennoniten sprechen Plautdietsch. Plautdietsch. Plautdietsch.

Fürstentum Fürstentum Fürstentum Andorra Andorra Andorra Spanien Spanien Spanien Tunesien Tunesie Tunesien

Marokko Marokko Marokko Frankreich Frankreich Frankreich

Fast eine Fast Million eine Million Fast eine Million Elsässer Elsässer undundund Elsässer Lothringer Lothringer Lothringer sprechen sprechen einen einen sprechen einen deutschen deutschen deutschen Dialekt. Dialekt. Dialekt.

Barbados Barbados Barbados

Rund Rund 6500 6500 Mennoniten Mennoniten Rund 6500 Mennoniten sprechen sprechen dendenden sprechen niederdeutschen niederdeutschen niederdeutschen Dialekt Dialekt Plautdietsch. Plautdietsch. Dialekt Plautdietsch.

Guatemala Guatemala Guatemala

Burkina Burkina Faso Faso Burkina Faso

Ecuador Ecuador Ecuador

St. Thomas St. St. Thomas Thomas und Principe undund Principe Principe

Brasilien Brasilien 600600 000 600 000 Brasilien 000 sprechen sprechen dendenden sprechen deutschen deutschen Dialekt Dialekt deutschen Dialekt Riograndenser Riograndenser Riograndenser Hunsrückisch. Hunsrückisch. Hunsrückisch.

Bolivien Bolivien Bolivien

Weltsprache Weltsprache Weltsprache Deutsch? Deutsch? Deutsch? InInmindestens Inmindestens mindestens 120 120 Ländern Ländern gibt gibt eseses 120 Ländern gibt Menschen, Menschen, die die Deutsch Deutsch sprechen sprechen – –in–inin Menschen, die Deutsch sprechen sosovielen sovielen vielen hat hat Deutsch Deutsch perfekt perfekt nämlich nämlich hat Deutsch perfekt nämlich Leser. Leser. Gut, Gut, und und wie wie wichtig wichtig ististdie istdie die Sprache Sprache Leser. Gut, und wie wichtig Sprache jetzt jetzt international international wirklich? wirklich? 185 185 Millionen Millionen jetzt international wirklich? 185 Millionen Menschen Menschen sprechen sprechen sie, sie, aber aber 1,51,5Milliarden 1,5Milliarden Milliarden Menschen sprechen sie, aber können können Englisch Englisch und und 1,11,Milliarden 1 Milliarden können Englisch und 11,Milliarden Chinesisch. Chinesisch. Warum Warum ististDeutsch istDeutsch Deutsch trotzdem trotzdem Chinesisch. Warum trotzdem eine eine globale globale Sprache? Sprache? Von Von Guillaume Guillaume Horst Horst eine globale Sprache? Von Guillaume Horst

Ni Benin Benin Benin K Ghana Ghana Ghana

Guinea Guinea Guinea

Kolumbien Kolumbien Costa Rica Costa Rica Costa Rica Kolumbien

Peru Peru Peru

MITTEL MITTEL MITTEL

Mali Mali Mali

Paraguay Paraguay Paraguay Uruguay Uruguay Uruguay

Circa Circa 60 60 000 60 Deutsch000 DeutschCirca 000 DeutschMuttersprachler Muttersprachler leben leben Muttersprachler leben in dem inLand. dem Land. in dem Land.

Argentinien Argentinien Argentinien

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Chile Chile Chile

20 20 000 20 Chilenen 000 Chilenen sprechen sprechen 000 Chilenen sprechen Deutsch Deutsch alsals Muttersprachler. als Muttersprachler. Deutsch Muttersprachler.

Fotos: xxxxAnna Sofie Werner (unter Verwendung eines Bildes von Aliaksei Tarasau/Shutterstock.com) Infografik: Infografik: Fotos: xxxxAnna Sofie Werner (unter Verwendung eines Bildes von Aliaksei Tarasau/Shutterstock.com) Fotos: xxxxAnna Sofie Werner (unter Verwendung eines Bildes von Aliaksei Tarasau/Shutterstock.com) Infografik:

Belize Belize Belize

De

Besonders Besonders in neun in neun Besonders in neun Luxemburg Luxemburg Luxemburg Orten Orten an an deran deutschen der deutschen Orten der deutschen Liechtenstein Liechtenstein Liechtenstein Grenze Grenze sprechen sprechen diediedie Grenze sprechen Schweiz Schw Schweiz Menschen Menschen Deutsch, Deutsch, Portugal Menschen Deutsch, Portugal Portugal insgesamt insgesamt circa 76 circa 76 900. insgesamt circa 76 900. 900.


Deutsch perfekt X / 2017 Deutsch perfekt X / 2017

BLINDTEXT37 37 BLINDTEXT Begr“ff, derder Begr“ff, -e -e

≈ Wort; ≈ Ausdruck ≈ Ausdruck , ≈,Wort; s“cherlich s“cherlich ≈ sicher; bestimmt bestimmt , ≈,sicher; eher eher

Italien Italien

≈ wahrscheinlich ≈ wahrscheinlich , hier: , hier:

Rund 000 Rund 325325 000 Menschen in Südtirol Menschen in Südtirol haben Deutsch haben Deutsch alsals Muttersprache. Muttersprache. Polen Zwischen Polen Zwischen 180180 000000 undund 300300 000000 Menschen haben Familien, Menschen haben Familien, diedie ausaus Deutschland Land kamen. viele Deutschland ins ins Land kamen. WieWie viele ihnen aber noch heute Deutsch vonvon ihnen aber noch heute Deutsch als als Muttersprache sprechen, unbekannt. Muttersprache sprechen, ist ist unbekannt.

Schweden Schweden Finnland Finnland

m

en

St¡llung diedie St¡llung , Position , Position S“nn derder S“nn

, Bedeutung , Bedeutung

gehören gehören zu zu ≈ ein TeilTeil seinsein vonvon , ≈,ein

Lettland Lettland Litauen Litauen Weißrussland Weißrussland Deutschland Deutschland Ukraine Ukraine Tschechien Tschechien Moldawien ÖsterreichMoldawien Österreich

weiz z

widerspr¡chen widerspr¡chen andere Meinung andere Meinung , eine , eine haben diese sagen haben undund diese sagen

Russland Russland

Estland Estland

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verbreiten verbreiten erreichen, erreichen, dassdass , hier: , hier: vielen Menschen sie sie vonvon vielen Menschen gesprochen gesprochen wirdwird

Kasachstan Kasachstan 2012 lebten 2012 lebten dortdort noch noch 180180 000000 Menschen, deren Menschen, deren deutsche Vorfahren deutsche Vorfahren 19411941 vonvon denden Sowjets Land Sowjets ins ins Land gebracht wurden. gebracht wurden. Nicht ihnen Nicht allealle vonvon ihnen sprechen aber sprechen aber heute noch Deutsch. heute noch Deutsch.

Mongolei Mongolei

Usbekistan Usbekistan Georgien Georgien Kirgisistan Kirgisistan Aserbaidschan Aserbaidschan Südkorea Südkorea Tadschikistan Tadschikistan Turkmenistan Armenien Turkmenistan Armenien GriechenlandTürkei Griechenland Türkei Malta Malta China China Zypern Zypern Iran Iran Jordanien Jordanien Kuwait Kuwait Pakistan Pakistan Katar Katar Hongkong Hongkong Vereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate Taiwan Taiwan Ägypten Ägypten Saudi-Arabien Saudi-Arabien Bangladesch Bangladesch Macau Macau Oman Oman Myanmar Myanmar Indien Indien Sudan Sudan Thailand Thailand Dschibuti Dschibuti

Nigeria Nigeria Kamerun Kamerun

Äthiopien Äthiopien Uganda Uganda Ruanda Ruanda Kenia Kenia Tansania Burundi Tansania Burundi

Vietnam Vietnam Israel Israel

000 100100 000 bisbis 200200 000 000 Emigranten Emigranten ausaus Deutschland Deutschland sprechen sprechen noch heute noch heute Standarddeutsch. Standarddeutsch.

Lanka SriSri Lanka

Philippinen Philippinen

Indonesien Indonesien

Madagaskar Madagaskar Mauritius Mauritius

Fotos: xxxxxx Fotos: xxxxxx

W W

PapuaPapuaNeuguinea Neuguinea Menschen 100100 Menschen sprechen sprechen denden dem Deutschen dem Deutschen sehr ähnlichen sehr ähnlichen Kreol-Dialekt Kreol-Dialekt „Unserdeutsch“. „Unserdeutsch“.

Malaysia Malaysia Singapur Singapur

Malawi Malawi

Südafrika Südafrika

Japan Japan

Australien dem Australien AufAuf dem Kontinent leben circa 79 000 Kontinent leben circa 79 000 Deutsch-Muttersprachler. Deutsch-Muttersprachler.

Namibia In der früheren Kolonie DeutschNamibia In der früheren Kolonie DeutschSüdwestafrika nennen circa 20 000 Südwestafrika nennen sichsich circa 20 000 Menschen selbst „Deutsche“. Menschen selbst „Deutsche“.

Schweiz, Liechtenstein, xemburg und oran denken meisten Schweiz, oran denken diedie meisten Liechtenstein, LuLu xemburg und Belgien)eine eineoffizielle offizielleAmtssprache. Amtssprache. Leute, wenn den Be- Belgien) Leute, wenn siesie den BeDeutschland hatte viel weniger Kolonien griff globale Sprache hören? Deutschland griff globale Sprache hören? hatte viel weniger Kolonien Sicherlich Englisch, zum Beispiel England, Spanien oder Sicherlich anan Englisch, diedie alsals zum Beispiel England, Spanien oder moderne Weltsprache. Wahrscheinlich Frankreich. Deshalb hat seine Sprache moderne Weltsprache. Wahrscheinlich anan Frankreich. Deshalb hat eses seine Sprache Chinesisch, Sprache mit den meisten nicht nicht der Welt verbreitet, wie Chinesisch, diedie Sprache mit den meisten soso aufauf der Welt verbreitet, wie eses diedie Muttersprachlern auf der Erde. Vielleicht Engländer, Engländer, Spanier und Franzosen getan Muttersprachlern auf der Erde. Vielleicht Spanier und Franzosen getan Spanisch, Sprache der meisten haben. haben. anan Spanisch, diedie Sprache der meisten „Natürlich Deutsch eine globale istist Deutsch eine globale Staaten auf dem amerikanischen Konti- „Natürlich Staaten auf dem amerikanischen Kontinent. Oder Französisch, das lange Zeit Sprache“, nent. Oder anan Französisch, das lange Zeit Sprache“, widerspricht Ulrich Ammon, widerspricht Ulrich Ammon, zur Kommunikation der Diplomatie Linguist Linguist und Autor des Buches Stellung zur Kommunikation inin der Diplomatie und Autor des Buches DieDie Stellung Deutschen Sprache in der Welt. „Global Deutschen Sprache in der Welt. „Global istist benutzt wurde. Aber Deutsch? Eher derder benutzt wurde. Aber anan Deutsch? Eher dem Sinne, dass den wenigen in in dem Sinne, dass siesie zuzu den wenigen nicht. Deutsch nur sechs europäi- siesie nicht. Deutsch istist nur inin sechs europäiSprachen gehört, fast allen Ländern schen Staaten (Deutschland, Österreich, gehört, diedie in in fast allen Ländern schen Staaten (Deutschland, Österreich, Sprachen

Neuseeland Neuseeland

In dieses Land schicken jeden Monat mindestens In dieses Land schicken wirwir jeden Monat mindestens Deutsch-perfekt-Heft oder -E-Paper. einein Deutsch-perfekt-Heft oder -E-Paper. In dieses Land schicken jeden Monat In dieses Land schicken wirwir jeden Monat mindestens Deutsch-perfekt-Heft oder mindestens einein Deutsch-perfekt-Heft oder -E-Paper, außerdem Deutsch offizielle -E-Paper, außerdem ist ist dortdort Deutsch eineeine offizielle Landessprache. Landessprache. Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Ungarn Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Ungarn


38

SPRACHFEATURE

Deutsch perfekt 4 / 2018

Vor ungefähr 100 Jahren wurde aus der Sprache der Kolonialisten in dem damaligen DeutschNeuguinea der Kreol-Dialekt „Unserdeutsch“. Heute sprechen ihn nur noch rund 100 ältere Menschen. Die meisten davon leben inzwischen in Australien.

Einen Deutschkurs kann man dagegen in fast jedem Land der Erde besuchen. Das ist zwar fast nie Pflicht, aber das Fach wird oft gewählt: Circa 16 Millionen Menschen lernen die deutsche Sprache auf allen Kontinenten. Und diese Zahl nimmt seit 2010 zu – damals waren es nur 14,5 Millionen.

Deutsch hilft der Karriere

Trotzdem: Die deutsche Sprache tut sich immer noch schwer, für junge Leute attraktiv zu wirken. Nachdem sie Englisch gelernt haben, lernen viele lieber Spanisch oder Französisch. „Es gibt das Klischee: Der Deutschlehrer kommt mit dem Grammatikbuch unter dem Arm ins Klassenzimmer, der Spanischlehrer mit der Gitarre“, erklärt Ammon. Spanisch wird also mit einer positiven Lebensweise assoziiert, Deutsch eher mit einer strengen. Am Ende bringen den jungen Menschen ihre Spanischkenntnisse aber oft nicht viel. Ammon hat zum Beispiel mit Italienern geredet, die in der Schule Spanisch gelernt hatten: „Sie können nichts mit der Sprache anfangen. In Spanien gibt es noch mehr jugendliche Arbeitslose als in Italien. In Südamerika kann man auch

existieren

, hier: gesprochen

werden

w¡ltweit , auf der ganzen Welt der Pl„tz, ¿e , hier: Position

zunehmen

, hier: mehr werden

s“ch schwertun , m Probleme haben attraktiv , hier: ≈ interessant die Lebensweise, -n

die [nzahl , Zahl

, Art, wie man lebt

aussagen über , hier: eine genaue Idee geben von

, hier: ≈ mehr

auf der internationalen Bühne , gemeint ist: überall dort, wo Menschen aus verschiedenen Ländern zusammentreffen dagegen , hier: ≈ im Gegenteil dazu Pfl“cht sein , etwas tun müssen

eher

str¡ng , hier: diszipliniert; mit vielen Normen n“cht viel br“ngen , m hier: nicht viel helfen n“chts „nfangen kœnnen m“t , hier: keine Hilfe haben durch

Fotos: kosmozoo/iStock.com; picture alliance/Ullstein Bild

der Welt gelernt werden“, erklärt der Professor seine Aussage. Von den mehreren Tausend Sprachen, die heute existieren, gibt es weniger als zehn, die weltweit gelernt werden. Eine davon ist Deutsch. Wenn man aber nur die Muttersprachler zählt, ist Deutsch keine sehr wichtige Sprache. Mit circa 105 Millionen Menschen, die zu Hause Deutsch reden, liegt die Sprache in diesem Ranking nur auf Platz zwölf, hinter Sprachen wie Japanisch (127 Millionen), Urdu (150 Millionen), Bengalisch (215 Millionen) und Hindi (460 Millionen). Die Anzahl der Muttersprachler sagt aber nur wenig über die Stellung einer Sprache in der Welt aus. Viel weniger Menschen sprechen seit ihrer Kindheit Englisch (375 Millionen) als Mandarin-Chinesisch (980 Millionen). Trotzdem ist klar, dass Englisch international wichtiger ist als Chinesisch. Und Sprachen wie Hindi, Bengalisch und Urdu, die von sehr, sehr vielen Menschen benutzt werden, spielen auf der internationalen Bühne kaum eine Rolle. Diese Sprachen werden außerhalb von Indien, Bangladesch, Pakistan und Afghanistan nämlich sehr wenig gelernt.


Deutsch perfekt 4 / 2018

nicht so viele Stellen finden. Dann haben Mehr für die deutsche Sprache tun sie mit Spanisch eigentlich nur etwas für Für Deutschland und seine Bewohner ist ihren Urlaub gelernt“, erklärt der Profes- die Stellung des Deutschen in der Welt sor. So langsam realisieren die Leute das. durchaus wichtig. Laut Ammon ist sie Deshalb entscheiden sie sich immer öfter sogar wichtiger, als es vielen bewusst ist: für den Deutschlehrer – egal, ob er wirklich „Man braucht ja nur in Deutschabteilunmit dem Grammatikbuch unter dem Arm gen im Ausland zu gehen, dann sieht man in den Raum kommt oder nicht. schon, welche positive Einstellung die „Man kann eine Reihe von Ländern Leute dort zu Deutschland haben. Diese sehen, in denen Deutsch sehr populär tragen sie auch weiter. Das sind enorm geworden ist. Das sind speziell die Mittel- wichtige Multiplikatoren für ein gutes Anmeerländer, aber auch manche Entwick- sehen Deutschlands“, erklärt er. Deutschlungsländer“, sagt Ammon. In Ländern sprachige Menschen im Ausland können wie Italien, Spanien oder Griechenland, auch für deutsche Firmen wichtig sein. in denen junge Menschen zurzeit nur Volkswagen hat zum Beispiel in Shanghai schwer Arbeit finden, nimmt die Zahl der viel Unterstützung von der Tongji-UniverDeutschlerner wieder zu. Viele hoffen, sität bekommen, an der viele Studenten ihre Karriere fördern zu können, Deutsch lernen. Auch der Touindem sie einen Job bei einer rismus in Deutschland, Öster16 Millionen Firma finden, die Wirtschaftsbereich und der Schweiz profitiert Menschen ziehungen zu Deutschland hat. von Ausländern, die Deutsch lernen können: „Diese Leute haben viel Manche träumen sogar davon, Deutsch – öfter Kontakt zu den deutschnach Deutschland zu kommen, viel mehr als um dort zu arbeiten. Auch in Afsprachigen Ländern, verbreiten noch 2014. rika nimmt die Zahl der Deutschein gutes Bild von ihnen und lerner zu. Viele Menschen dort kommen öfter im Urlaub dortglauben, dass der Weg nach Europa ein- hin“, so Ammon. Außerdem werden die facher für sie sein wird, wenn sie Deutsch diplomatischen Beziehungen zwischen sprechen und verstehen. In China und In- Deutschland und anderen Ländern oft dien werden immer mehr Deutschkurse einfacher, wenn in einem Land viele Menangeboten, in Japan und Südkorea ist die schen die deutsche Sprache gelernt haben. Anzahl der Deutschlerner auf einem recht Ammon findet es deshalb schade, dass hohen Niveau, und auch in den USA und viele Deutsche nicht wissen, dass auch sie Kanada gibt es wieder mehr Leute, die sich zur Motivation von Deutschlernern aus für Deutsch als Fremdsprache interessie- dem Ausland beitragen können. Wer als ren. Viel wichtiger als die Anzahl der Mut- Deutschlerner nach Deutschland kommt, tersprachler sind also die wirtschaftlichen kennt das wahrscheinlich: Man will unbeMöglichkeiten, die eine Person durch das dingt in der Landessprache reden – aber Lernen einer Fremdsprache bekommen wenn man Einheimische auf Deutsch kann. Und die sind mit Deutsch sehr anspricht, hören diese den Akzent und gut: Deutschland ist eine globale Wirt- antworten einfach auf Englisch. Das ist schaftsmacht, und auch Österreich und natürlich frustrierend für jeden, der sein der Schweiz geht es ökonomisch gut. Die Deutsch verbessern möchte. Ammon Bundesrepublik hat die Finanzkrise gut empfiehlt deutschen Muttersprachlern überstanden, die politische Lage ist stabil. deshalb: Wenn ein Ausländer Deutsch Und seit der Fußball-Weltmeisterschaft sprechen will, dann sollte man auch auf 2006 haben viele Menschen einen positi- Deutsch antworten. „Die Deutschen tun ven Eindruck von den Deutschen. Das al- nicht genug für die Stärkung der deutles hat zur Konsequenz, dass immer mehr schen Sprache“, sagt er. ihre Sprache lernen. „Die Leute machen Aber auch Deutschlerner sollten explidie Erfahrung, dass man mit Deutsch- zit sagen, wenn sie mit einem Deutschen kenntnissen tatsächlich etwas anfangen in dessen Muttersprache reden wollen. kann“, sagt Ammon. Auch dann, wenn dieser Englisch spricht.

SPRACHFEATURE

eine Reihe v¶n

tatsächlich , wirklich

das Entw“cklungsland, ¿er , Land, das nur wenig Industrie hat und sehr arm ist

, hier: Einwohner

, hier: viele

fœrdern

39

der Bewohner, -

d¢rchaus , auf jeden Fall Laut [mmon … , ≈ Ammon sagt, dass …

, hier: helfen, dass …

bew¢sst sein , ≈ wissen

indem … , dadurch, dass …

die Einstellung, -en , hier: Art, wie man über etwas denkt

besser wird

die W“rtschaftsbeziehungen Pl. , ≈ Kontakt durch wirtschaftliche Aktivitäten sogar , ≈ auch auf einem hohen Niveau franz. , hier: bei einer hohen Zahl

en¶rm , hier: sehr der Multiplikator, Multiplikatoren , hier: Person, die ihre positive Meinung weitergibt das [nsehen , ≈ Prestige; positive Meinung

r¡cht , hier: ziemlich

profitieren , Vorteile haben

die W“rtschaftsmacht, ¿e , ≈ Nation, die wirtschaftlich sehr stark ist

beitragen zu , hier: helfen, dass die Motivation hoch bleibt

überstehen , hier: ≈ herauskommen aus

¢nbedingt , auf jeden Fall

die W¡ltmeisterschaft, -en , Treffen von vielen Nationalmannschaften, die um den ersten Platz auf der Welt spielen der Eindruck, ¿e , Meinung; Idee

der/die Einheimische, -n , hier: Deutsche/r „nsprechen auf , hier: anfangen, zu sprechen auf einfach , hier: ≈ spontan frustrierend , ≈ enttäuschend; so, dass etwas traurig macht die Stærkung , von: stärken = hier: ≈ unterstützen


40

SPRACHFEATURE

Deutsch perfekt 4 / 2018

Denn nur wenn möglichst viele Leute Deutsch lernen und sprechen, wird dessen Stellung nicht schwächer. Das ist auch im Interesse der Menschen, die mühsam Deutsch gelernt haben.

Deutschsprecher in der Welt

möglichst viele

„ngeben

, so viele wie möglich

, hier: nennen, um eine

mühsam , hier: so, dass man sich sehr anstrengen muss

die M¢ndart, -en , ≈ Dialekt

Information zu geben

schætzen , hier: vermuten

ohne Zweifel , ≈ auf jeden Fall

hauptsächlich , ≈ vor allem

, hier: ≈ so, dass man es

die Gemeinde, -n , ≈ Kommune präs¡nt sein , hier: gesprochen werden namens , mit dem Namen

beeindruckend toll findet

verœffentlichen , publizieren der Artikel, , hier: Text in einer Enzyklopädie

die St¡lle, -n , hier: Position

Foto: mauritius images/robertharding/Michael Runkel

Experten schätzen, dass insgesamt ungefähr 185 Millionen Menschen Deutsch In der brasilianischen Kleinstadt Pomerode sprechen. Natürlich wohnen diese Menerinnert nicht nur die Architektur vieler schen hauptsächlich in Deutschland, Gebäude an Deutschland. Seit 2010 ist Deutsch neben Portugiesisch auch die zweite Österreich und der Schweiz. In Europa offizielle Sprache der Stadt. findet man aber auch in Belgien, vor allem in neun Gemeinden an der deutsch-belgischen Grenze, circa 76 900 Deutschsprecher. Im Süden Dänemarks gibt es 15 000 bis 20 000 Nordschleswiger mit einer eigenen deutschsprachigen Tageszeitung, 22 deutschsprachigen Kindergärten und aus Deutschland emigriert sind, sprechen 14 deutschsprachigen Grundschulen. In noch heute Standarddeutsch. Außerdem Frankreich sprechen fast eine Million El- sprechen circa 240 000 Menschen in Israel sässer und Lothringer einen deutschen Jiddisch. Diese Sprache ist mit dem DeutDialekt. Deutsch wird auch von rund schen verwandt und hat viele gleiche oder 325 000 Italienern in Südtirol gesprochen. ähnliche Wörter. Und auch in Polen, Tschechien, Ungarn, Erst vor wenigen Jahren wurde auf dem Rumänien und Russland sprechen Zehn- australischen Kontinent eine vergessene Form des Deutschen wiederentdeckt. In tausende Menschen Deutsch. Auch auf den anderen vier Kontinenten Papua-Neuguinea sprechen 100 Menist die Sprache präsent: Deutschsprachige schen „Unserdeutsch“. Deutsche können Südamerikaner gibt es in Argentinien ungefähr 80 Prozent davon verstehen: Du (300 000 bis 400 000) und Paraguay (cir- geht wo? bedeutet zum Beispiel Wohin gehst ca 60 000), außerdem sprechen ungefähr du?. Auch die Entdeckung dieser Mundart 600 000 Brasilianer einen deutschen Dialekt namens Riograndenser Hunsrückisch. zeigt: Deutsch ist ohne Zweifel eine gloIn den USA ist Deutsch an fünfter Stelle bale Sprache. Sie wird fast überall auf der Welt gesprochen und kann in fast bei den Sprachen, die zu Hause Insgesamt jedem Land gelernt werden. gesprochen werden (hinter Engsprechen Beeindruckend ist auch, wie lisch, Spanisch, Chinesisch und ungefähr Französisch). Eine Million Ameviel auf Deutsch geschrieben rikaner gaben bei einer Unter- 185 Millionen und gelesen wird. Zehn Prozent Menschen aller weltweit veröffentlichten suchung an, das zu tun. Auch in Deutsch. Kanada gibt es deutschsprachige Bücher sind auf Deutsch. Und auch im Internet ist die Sprache Gemeinden. In der Provinz Ontario leben circa 30 000 Menschen, die auf sehr präsent: So zählt die deutsche Version von Wikipedia zum Beispiel 2,16 MilDeutsch kommunizieren. In Afrika findet man Deutsch spezi- lionen Artikel. Das sind mehr Texte als bei ell in Namibia, das früher die Kolonie der französischen (1,96 Millionen), der Deutsch-Südwestafrika war. Dort nennen spanischen (1,39 Millionen) und der chisich etwa 20 000 Menschen selbst „Deut- nesischen (1,1 Millionen) Version. Nur die sche“, Menschen aus Deutschland heißen englische Wikipedia hat mehr Artikel (5,57 bei ihnen „Deutschländer“. Millionen). In der Online-Enzyklopädie ist In Asien sind deutsche Muttersprachler Deutsch also die zweitwichtigste Sprache eher selten. 100 000 bis 200 000 Israelis, die der Welt.


ATLAS DER ALLTAGSSPRACHE

Deutsch perfekt 4/ 2018

○ HAMBURG

41

LEICHT Stuhl Sessel

○ HANNOVER

○ BERLIN

○ KÖLN ○ FRANKFURT

○ STUTTGART ○ WIEN

○ BASEL

○ SALZBURG

Fotos: xxxxxx Illustration: kameshkova/iStock.com; Quelle: Atlas zur deutschen Alltagssprache (Elspaß/Möller)

○ GRAZ

○ GENF

“m S“tzen verbr“ngen

Wo spricht man wie? Stuhl und Sessel 7,5 Stunden pro Tag verbringt ein deutscher Erwachsener im Sitzen. Nur: Worauf sitzt er? Für das Möbelstück, auf dem eine Person Platz hat, gibt es im Deutschen verschiedene Wörter. Normalerweise benutzt man der Stuhl oder der Sessel. Zu dem Sitzmöbel am Tisch sagen die Deutschen von Bayern bis Schleswig-Holstein Stuhl. Auch in der Schweiz ist dieses Möbelstück als Stuhl bekannt. Aber in großen Teilen Österreichs sagen die meisten Leute dazu Sessel. Nur im österreichischen Südwesten, also in Vorarlberg und fast ganz Tirol, sitzt man beim Abendessen auf einem Stuhl.

, ≈ sitzen

Das Wort Sessel gibt es auch in Deutschland und der Schweiz. Aber dort ist damit ein bequemes Sitzmöbel mit Rücken- und Armlehnen und oft auch Kissen gemeint. Darauf sitzt man meistens beim Fernsehen oder beim Lesen. Die meisten Österreicher sagen dazu der Fauteuil. Das Wort ist die französische Übersetzung für Sessel. Auch in Teilen der Schweiz und in Luxemburg sprechen manche Leute vom Fauteuil. Die Wörter Stuhl und Sessel kommen wahrscheinlich von den alten indoeuropäischen Versionen der Verben stehen und sitzen. Auch in anderen europäischen Sprachen gibt es ähnliche Wörter, wie im Englischen stool (Hocker) oder im Polnischen stół (Tisch).

normalerweise , ≈ meistens: Das ist normal. bequem , hier: ≈ weich; so, dass man gut darauf sitzt die [rmlehne, -n , eines von zwei Stücken am Stuhl: Darauf kann man seinen Arm legen. das K“ssen, , Ding aus Stoff: Darauf legt man im Bett den Kopf. ähnlich , fast gleich der H¶cker, - , Stuhl ohne Teil für den Rücken


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44

WÖRTER LERNEN

Deutsch perfekt 4 / 2018

3

Tiere in den Alpen

1 4

LEICHT PLUS AUDIO

2

4

13

5 14

15

12

7 6 8

9

1

der Braunbär, -en

4

der Schm¡tterling, -e

7

das Eichhörnchen, -

10 die Eidechse, -n

13 die Gæmse, -n

2

die Kuh, ¿e

5

das Reh, -e

8

die Maus, ¿e

11 die Schl„nge, -n

14 das Schaf, -e

3

der Adler, -

6

der Hase, -n

9

die Sp“nne, -n

12 der F¢chs, ¿e

15 das M¢rmeltier, -e

1. Beim Wandern

2. Charakteristika

Lukas und Claudia sind beim Wandern. Was sehen sie? Setzen Sie ein!

Was ist speziell bei diesen Tieren?

1. Schau mal, da auf der Blume sitzt ein kleiner ! 2. Vorsicht! Dort vorne auf dem Weg liegt eine lange . Ist die gefährlich? dort hinten? 3. Siehst du die Es sind mindestens drei! Aber sie sind nicht sehr groß, du musst genau hinsehen. 4. Dort hinten auf den Steinen am Berg läuft eine . Es ist toll, wie gut die klettern kann! 5. Da unten ist ein kleines Haus mit einem Restaurant. . Davor liegen ganz viele Dort gibt es bestimmt frische Milch!

1. Spinnen leben in einem 2. Hasen haben 3. Eichhörnchen sammeln 4. Adler können 5. Füchse haben 6. Aus dem Fell von Schafen macht 7. Viele Schlangen sind

A ein rotes Fell, also rote Haare. B fliegen. C Netz. D und fressen Nüsse. E lange Ohren. F giftig. G man Wolle.

Lösungen:

2. 1C 2E 3D 4B 5A 6G 7F

Gämse – Schlange – Kühe – Murmeltiere – Schmetterling

Verbinden Sie!

Illustration: Silke Werzinger

10

1. 1. Schmetterling 2. Schlange 3. Murmeltiere 4. Gämse 5. Kühe

11


Deutsch perfekt 4 / 2018

ÜBUNGEN ZU DEN THEMEN DES MONATS

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Übung macht den Meister Das heißt: Durch viel Training wird man sehr gut in einer Sache. Diese Übungen zu verschiedenen Texten aus dem Heft machen Sie fit in Deutsch!

1. Alles verstanden?

Mein erstes Jahr Seite 34

In der Prüfung Goethe Zertifikat A2, Lesen, Teil 3, sollen Sie einen Text verstehen. Üben Sie hier! Wählen Sie die richtige Lösung A, B oder C! 1. Dario Giuffrè war an Weihnachten in Deutschland, weil … A er dort einen Job gefunden hat. B er dort Verwandte besucht hat. C es auf Sizilien an Weihnachten keinen Schnee gibt und in Düsseldorf schon. 2. Dario … A hat neun Monate lang in Düsseldorf einen Deutschkurs besucht. B hat in Siena einen Deutsch-Intensivkurs gemacht. C hat schon in der Schule Deutsch gelernt. 3. Er findet es am wichtigsten, … A einen Sprachkurs zu machen, um Deutsch zu lernen. B Musik zu hören, um Deutsch zu lernen. C viel Kontakt mit Deutschen zu haben, um Deutsch zu lernen. 4. Dario denkt, dass … A die Deutschen nett sind. B die Deutschen sehr kalt sind. C die Deutschen Italien und Italiener nicht gerne mögen. 5. Im Sommer … A fängt Dario mit einem neuen Job bei einer italienischen Firma in Düsseldorf an. B fährt Dario immer nach Sizilien und besucht seine Familie. C macht Dario ein Praktikum bei einer deutschen Firma.

3. 2. auch arbeitslos 3. später 4. präziser 5. auch satt 6. auch optimal 7. auch ungültig 8. brillanter

2. 1B 2D 3E 4C 5A

1. 1B 2A 3C 4A 5C

Lösungen:

2. Proteste und Aktionen

Geschichten aus der Geschichte Seite 62 - 63

1967 und 1968 erreichten die Studentenproteste einen Höhepunkt. Kennen Sie diese Wörter rund um Proteste und Aktionen? Verbinden Sie!

1. Eine Bewegung ist 2. Eine Demonstration ist 3. Krawalle sind 4. Ein Wortführer ist 5. Ein Aktivist ist

A eine Person, die zum Beispiel politisch oder sozial aktiv ist. B eine (organisierte) Gruppe mit einer speziellen Lebensphilosophie. C eine Person, die öffentlich für eine Gruppe oder Bewegung spricht. D ein Treffen vieler Menschen auf der Straße, um gegen etwas zu protestieren. E laute, meistens politisch motivierte Aktionen (oft mit aggressiven Kämpfen).

3. Nicht steigerbare Adjektive

Kolumne Seite 71

Wenn etwas richtig ist, kann nichts anderes richtiger sein. Lesen Sie die Sätze. Kann man die Adjektive steigern oder nicht? Ergänzen Sie den Komparativ, wenn möglich, oder schreiben Sie wie im Beispiel, wenn man nicht steigern kann! 1. Diese Lösung ist perfekt. Die andere Lösung ist auch perfekt . . 2. Frank ist arbeitslos. Carola ist 3. Lola kommt spät. Laurenz kommt aber 4. Russisch ist eine präzise Sprache. Deutsch ist . . 5. Falco ist satt. David ist 6. Der Termin liegt optimal. Der andere Termin liegt . 7. Dieses Dokument ist ungültig. Das andere Doku. ment ist aber 8. Diese Idee ist brillant. Jene Idee ist

.

.


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GRAMMATIK

Deutsch perfekt 4 / 2018

Interessiert an gutem Deutsch? Adjektive beschreiben einen Zustand oder eine Sache genauer. Oft verwendet man die Kombination aus dem Verb sein und einem Adjektiv. Das ist leicht. Aber man kann diese Kombination auch noch weiter ergänzen: Dann spricht man von einer Präpositionalgruppe. SCHWER PLUS

Verwendet man Adjektive zusammen mit dem Verb sein, dann verwendet man sie prädikativ: Klara ist nett. Meistens kann man diese Kombination noch durch weitere Satzglieder ergänzen. So eine Ergänzung ist oft nicht nur ein Wort, sondern eine Gruppe von Wörtern. Ist in so einer Gruppe eine Präposition, dann nennt man sie Präpositionalgruppe: Klara ist zu ihrer neuen Kollegin nett.

Adjektive mit Präposition und Akkusativ - auf

Sie ist neugierig auf das nächste Projekt. Auch so: angewiesen, ärgerlich (Personen), eifersüchtig, gespannt, neidisch, stolz, wütend

- für

Sie ist für ihre gute und genaue Arbeit bekannt. Auch so: angenehm, bezeichnend, charakteristisch, dankbar, entscheidend, geeignet, nützlich, offen, unangenehm, ungeeignet, gut, schlecht

Satzbau

- gegen

- über

Es gibt zwei Möglichkeiten für den Satzbau von Hauptsätzen mit Präpositionalgruppe: Die Präposition steht nach dem konjugierten Verb, dann folgt die Präpositionalgruppe. Das Adjektiv steht am Satzende: konj. PräposiVerb tion Klara ist

zu

PräpositionalAdjektiv gruppe ihrer neuen Kollegin

nett.

Nach dem konjugierten Verb steht zuerst das Adjektiv, und dann folgt die Präposition. Danach steht die Präpositionalgruppe:

konj. Verb Klara ist

Adjektiv + Präposition nett zu

Präpositionalgruppe ihrer neuen Kollegin.

Wenn nach dem Hauptsatz ein Infinitivsatz oder ein dassSatz steht, dann verwendet man im Hauptsatz einen Platzhalter aus da(r)- + Präposition: Klara ist bekannt dafür, neuen Menschen gegenüber sehr offen zu sein. Klara ist bekannt dafür, dass sie neuen Menschen gegenüber sehr offen ist.

Sie ist immun gegen Neid. Auch so: empfindlich

Sie ist froh über eine gute Zusammenarbeit. Auch so: ärgerlich (Sache und Personen)

- um

Ihre Freunde sind besorgt um ihre Gesundheit.

Adjektive mit Präposition und Dativ - bei

Sie ist bei ihren Kollegen beliebt. Auch so: angesehen, bekannt, unbekannt

- gegenüber

Sie ist ihren Kollegen gegenüber sehr offen. Auch so: aufgeschlossen, zurückhaltend

Gegenüber kann vor oder nach der Ergänzung stehen: Sie ist gegenüber ihren Kollegen sehr aufgeschlossen.

Illustration: Silke Werzinger

Allgemein


Deutsch perfekt 4 / 2018

- mit

Sie ist mit ihrem Job zufrieden. Auch so: befreundet, beschäftigt, einverstanden, fertig, verheiratet, verwandt, unzufrieden

- nach

Sie ist verrückt nach Erfolg.

- von

Sie ist oft müde von ihrer Arbeit. Auch so: abhängig, begeistert, entfernt, enttäuscht, frei, überzeugt, unabhängig, voll

- vor

Manchmal ist sie ganz blass vor Müdigkeit. Auch so: grün (vor Neid), stumm

GRAMMATIK

1. Wieder zu Hause Welche Präposition passt?

Ergänzen Sie!

an – zu – von – für – mit 1. Herr Karlsen ist müde der langen Reise. lange Flüge ge2. Er ist einfach nicht wöhnt. seinem Platz 3. Aber er war zufrieden im Flugzeug. 4. Die Flugbegleiter waren sehr freundlich ihm. das gute Board5. Und er war dankbar programm.

- zu

Sie ist freundlich zu ihren Kollegen. Auch so: bereit, entschlossen, fähig, gut, unfähig, unfreundlich

Adjektive mit Präposition und Akkusativ oder Dativ - an + Akkusativ Sie ist an lange Arbeitstage gewöhnt. Auch so: adressiert

- an + Dativ

Sie ist an neuen Aufträgen interessiert. Auch so: arm, beteiligt, reich, schuld

- in + Akkusativ

Ihr Arbeitstag ist unterteilt in verschiedene Aufgabengebiete. Auch so: verliebt

2. Menschen im Büro Ergänzen Sie, falls nötig! Achten Sie auf den korrekten Kasus! Ge1. Frau Schablowski ist unzufrieden mit ihr halt. 2. Herr Block ist gut im Umgang mit kompliziert Kunden. Telefonge3. Hannes ist oft beschäftigt mit privat sprächen. Erfolg ihres Kolle4. Doris ist eifersüchtig auf d gen. neues Projekt. 5. Frau Jansen ist stolz auf ihr

- in + Dativ

In Überschriften von Zeitungsartikeln fehlen oft die Verben. Was passt zusammen? Verbinden Sie! 1. Kanzlerin immun 2. Sängerin verliebt 3. Konzernchef enttäuscht 4. Fans traurig 5. Mannschaft wütend

A B C D E

3. 1B 2D 3A 4E 5C

Lösungen: 2. 1. ihrem 2. komplizierten 3. privaten 4. den 5. –

Adjektive mit als stehen mit dem Nominativ (Gleichsetzungskasus): Sie ist als gute Strategin bekannt.

3. In der Zeitung

1. 1. von 2. an 3. mit 4. zu 5. für

Sie ist sehr gut in ihrem Job. Auch so: erfahren, nachlässig, tüchtig, unerfahren

von Verkaufszahlen gegen Kritik auf Trainer in ihren Fitnesstrainer über den Tod des Superstars

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DEUTSCH IM BERUF

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Unterwegs für den Job

Fahrten zu Kunden, Geschäftspartnern oder Lieferanten sind heute für viele Arbeitnehmer Alltag. In unserer globalisierten Gesellschaft geht auch das Geschäftsleben über Städte- und Ländergrenzen hinaus. Machen Sie sich fit für Ihre nächste Geschäftsreise! SCHWER PLUS

Wenn ein Arbeitnehmer außerhalb seiner Firma arbeitet, dann geht er auf Dienstreise oder Geschäftsreise. Das sind nicht nur Reisen zu Besprechungen mit Kollegen in anderen Firmenfilialen oder Fahrten zu Kunden und Geschäftspartnern. Auch Reisen zu Veranstaltungen wie Messen, Tagungen, Konferenzen oder Seminaren sind Dienstreisen.

Fahrten innerhalb des Wohn-, Arbeits- oder Dienstortes nennt man Dienstgänge. Steuerlich werden sie wie Dienstreisen behandelt.

Organisation

Klären Sie schon vor der Reise diese Dinge mit Ihrem Chef: Wer organisiert die Geschäftsreise? Müssen Sie sich darum kümmern, oder macht das die Personalabteilung Ihrer Firma oder Ihre Sekretärin? Wie bezahlt Ihre Firma die Reisezeiten, die nicht innerhalb Ihrer normalen Arbeitszeiten liegen? Welche Versicherungen brauchen Sie? Für welche Reiserouten sind Sie versichert? Haben Sie vor, einen Partner oder ein Familienmitglied auf eigene Kosten mitzunehmen, und erlaubt Ihr Arbeitgeber das?

⋅ ⋅ ⋅ ⋅

die Bespr¡chung, -en

, von: besprechen = mit

anderen über ein bestimmtes Thema sprechen, oft um etwas zu entscheiden die F“rmenfiliale, -n , eines von mehreren Geschäften von einer Firma die M¡sse, -n , hier: Ausstellung, bei der neue Produkte gezeigt werden die Tagung, -en

, ≈ Kongress; Treffen von

Experten

das Seminar, -e

, Kurs

klären , hier: durch Fragen feststellen, was nötig und richtig ist die Personalabteilung, -en , Abteilung, die sich um die Personalsuche und die Administration kümmert (das Personal , Personen, die bei einer Firma arbeiten)

Illustration: Masha Tace/Shutterstock.com

Allgemein


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Schriftlich reservieren

Ob Hotelzimmer, einen Konferenzraum oder einen Tisch im Restaurant – so können Sie per E-Mail reservieren: Anrede: Sehr geehrte Damen und Herren, … Einleitung: … ein Kollege/Geschäftspartner hat mir Ihr … empfohlen. … auf Ihrer Internetseite habe ich gesehen, dass … Hauptteil: Was und wann möchten Sie reservieren? Ich möchte bitte vom 17. bis zum 19. April ein Einzelzimmer reservieren. Ich bräuchte für den 18. April um 18.30 Uhr einen Tisch für fünf Personen. Besondere Wünsche: Ich hätte außerdem gerne … Wäre das möglich? Besonders wichtig ist mir/uns, dass … Wir benötigen/bräuchten außerdem … Dank: Vielen Dank im Voraus für Ihre Bemühungen! Ich freue mich auf Ihre baldige Antwort. Gruß: Mit freundlichen Grüßen

⋅ ⋅ ⋅ ⋅ ⋅ ⋅

reservierung@hotel-weinhammer.de

Buchung Einzelzimmer und Konferenzraum

Sehr geehrte Damen und Herren, eine Kollegin hat mir Ihr Haus empfohlen. Ich bin vom 17. bis zum 19. April in Bonn und möchte für diese Zeit ein Einzelzimmer mit Internetanschluss buchen. Außerdem bräuchte ich für Mittwoch, den 18. April, einen Konferenzraum mit Beamer für zwölf Personen. Bitte bestätigen Sie mir die Reservierung bis zum 2. April. Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen Jan Holler

DEUTSCH IM BERUF

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Reisekosten

Normalerweise steht im Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung, wie eine Geschäftsreise bezahlt wird. Selbstständige müssen die Kosten für Dienstreisen selbst bezahlen. Sie können diese aber später als Betriebs- oder Werbungskosten von der Steuer absetzen. Denken Sie an diese Dinge: Sammeln Sie alle Belege von Ausgaben auf Ihrer Dienstreise! Sonst kann es nämlich sein, dass Ihre Firma nur eine Tagespauschale bezahlt. Selbstständige sollten auch andere Nachweise und Bestätigungen sammeln (zum Beispiel Einladungen, Auftragsbestätigungen, Konferenzunterlagen …), um dem Finanzamt die Reisekosten begründen zu können.

⋅ ⋅

Machen Sie Ihre Reisekostenabrechnung so bald wie möglich nach der Dienstreise. Viele Firmen haben dafür spezielle Formulare. Achten Sie auf eine absolut korrekte Abrechnung! Falsche oder zu hohe Abrechnungen können nämlich ein Kündigungsgrund sein.

Achten Sie bei der Wahl des Hotels und der Verkehrsmittel auf den Preis. Flüge erster Klasse oder Luxushotels werden vom Arbeitgeber normalerweise nicht bezahlt und vom Finanzamt auch nicht anerkannt. Wenn Sie mit dem Auto reisen, können Sie entweder die tatsächlichen Kosten abrechnen (dafür brauchen Sie alle Belege) oder eine Kilometerpauschale berechnen. „nerkennen

, offiziell akzeptieren

der Beleg, -e

, ≈ Rechnung; ≈ Quittung

der Beamer, -

die Kilometerpauschale, -n , fester Betrag für mit dem eigenen Auto gefahrene Kilometer zur Arbeitsstelle ohne Berücksichtigung der tatsächlichen gefahrenen Kilometer

der Beleg, -e

, Multimedia-Projektor

, ≈ Rechnung; ≈ Quittung

die W¡rbungskosten Pl. , alle Kosten, die in direktem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit entstehen, z. B. Fahrtkosten oder spezielle Berufskleidung

die Tagespauschale, -n , fester Betrag für einen ganzen Tag ohne Berücksichtigung der tatsächlichen einzelnen Ausgaben

v¶n der Steuer „bsetzen , ≈ Kosten vom Einkommen abziehen, auf das man Steuern zahlen muss („bziehen , hier: durch Rechnen wegnehmen)

der Nachweis, -e , hier: Rechnung oder Quittung die Konfer¡nzunterlagen Pl. , Sammlung von Dokumenten und Papieren, die man bei einer Konferenz erhalten hat


DEUTSCH IM BERUF

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1. Informationen für die Personalabteilung

2. Fragen im Detail

Herr Stock fährt bald auf Geschäftsreise. Er ruft Frau Mayer aus der Personalabteilung an und spricht mit ihr über die Details. Was passt? Setzen Sie ein!

Was passt?

2.

3.

Hallo, Frau Mayer! Ich rufe Sie an, um mit Ihnen zu sprechen. über meine nächste Hallo, Herr Stock. Schön, dass Sie sich . gewartet. Ich habe schon auf Ihren Zuerst wollte ich fragen, was ich alles selbst muss und was Sie übernehmen. Das ist ganz leicht. Ich brauche von Ihnen nur Ihrer Dienstreise. Und zu weldie Sie fahren und wohin. Dann chem und kümmere ich mich um die Ihnen ein Hotelzimmer. Vielen Dank! Das ist ja wirklich unkompliziert. Kein . Und dann bekommen Sie . Damit können Sie dann noch eine . Ihre Kosten unterwegs

A ein Doppelzimmer? Denn mein Partner wird mich begleiten. B für die Reisekostenabrechnung? C oder muss ich Economy-Class fliegen? D oder soll ich eine Kilometerpauschale berechnen? E Bin ich auf diesem Umweg auch versichert? F Ausgabenbelege?

Lösungen:

Illustration: lyeyee/Shutterstock.com

1.

1. Wo finde ich denn das Formular 2. Brauchen Sie dafür alle meine 3. Übernimmt die Firma auch die Kosten für 4. Soll ich für die Autofahrt die tatsächlichen Kosten abrechnen, 5. Übernimmt die Firma einen Flug in der Business-Class, 6. Ich möchte auf dem Rückweg noch meinen Bruder besuchen.

2. 1B 2F 3A 4D 5C 6E

Flugtickets – organisieren – reserviere – Anruf – Problem – Daten – Kunden – Firmenkreditkarte – Geschäftsreise – bezahlen – melden

Verbinden Sie!

1. 1. Geschäftsreise, melden, Anruf 2. organisieren, Daten, Kunden, Flugtickets, reserviere 3. Problem, Firmenkreditkarte, bezahlen

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Sammelkarte Schreiben

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MITTEL

Gute Texte schreiben Wie wird aus einem Text ein guter Text? Dafür gibt es verschiedene sprachliche Techniken. Mit diesen Tipps geht es ganz leicht.

Allgemein

Überlegen Sie, bevor Sie mit dem Schreiben beginnen: Was für einen Text möchten Sie schreiben? Formell oder informell? Eine E-Mail, eine Kurznachricht, einen Brief, einen sachlichen Text? Wer wird den Text lesen? Was soll im Text stehen? Finden Sie die passende Anrede und den passenden Gruß, falls nötig. Und

⋅ ⋅⋅

melde mich, sobald ich das Ticket habe. Konnektoren auf Position I oder III im Hauptsatz sind Verbinden Sie die Sätze allerdings, also, außerdem, Damit sich ein Text gut liest, daher, dennoch, deshalb, schließmüssen die Sätze miteilich, sonst, trotzdem: nander verbunden sein. Außerdem muss ich mich auch Dafür gibt es sogenannte noch um ein Hotel kümmern. Textkonnektoren. Zwischen Zwischen Haupt- und NeHauptsätzen schreibt man bensätzen stehen zum Beizum Beispiel und, denn, aber, spiel als, bevor, bis, da, damit, sondern, oder: falls, nachdem, weil, wenn: Leider weiß ich noch kein Wenn ich die Termine weiß, genaues Flugdatum. Aber ich gebe ich Bescheid. überlegen Sie sich eine klare Struktur: Anfang, Einleitung, Hauptteil, Schluss.

Sammelkarte Sprechen

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LEICHT PLUS AUDIO

Meine Heimat

Haben Ihre Freunde oder Ihre Kollegen eine andere Heimat als Sie? Dann sprechen Sie sicher immer wieder über Ihre Heimatregion oder über die Stadt, in der Sie groß geworden sind.

Allgemein

• • • • • •

Ich bin/komme aus … Ich bin in … geboren. In … bin ich aufgewachsen / groß geworden. Ich bin als Kind (sehr) oft umgezogen. Meine Eltern sind aus … Meine Mutter ist aus …, mein Vater aus …

Lage und Größe

• • • • • •

Meine Geburtsstadt liegt bei / in der Nähe von … Meine Heimatstadt liegt im Norden/Osten/Süden/Westen von … Die Stadt hat … Einwohner. In dem Ort leben … Menschen. … ist die größte/wichtigste Stadt in der Region. … ist ein kleines Dorf.

Klima und Landschaft

• • • • •

Dort sind die Temperaturen im Sommer/Winter sehr angenehm/hoch/niedrig. Die schönste Jahreszeit ist … Bei uns gibt es viele Berge/ Seen/Flüsse/Wälder. Viele Menschen kommen in diese Region wegen der guten Luft / dem angenehmen Klima. Wir haben maritimes/kontinentales/tropisches Klima.

Sammelkarte Verstehen

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SCHWER

Illustration: Silke Werzinger

Lügen wie gedruckt

„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht“, heißt ein Sprichwort. Kennen Sie auch diese Ausdrücke und Redewendungen?

Lügen haben kurze Beine. (= Lügen lohnen sich nicht, denn sie werden doch entdeckt.) Du solltest ihr einfach sofort die Wahrheit sagen. Lügen haben kurze Beine.

m lügen wie gedruckt

(= extrem lügen) Meinem kleinen

Bruder kannst du nichts glauben. Der lügt wie gedruckt.

etwas/jemanden Lügen strafen

(= etwas/jemanden widerlegen; die Unwahrheit beweisen) Der Bürgermeister sagte, die Mieten in der Stadt seien niedriger als letztes Jahr. Aber der neue Bericht wird ihn Lügen strafen!

m Lass mich nicht lügen …

(= Ich bin nicht sicher … / Ich weiß nicht genau …) Auf dem Konzert waren wahrscheinlich, lass mich nicht lügen, mehr als 200 Besucher oder so.

jemandem Lügen auftischen (= jemanden belügen)

Hör endlich auf, mir Lügen aufzutischen! Ich weiß, dass du nicht bei Olaf warst.

Wer lügt, der stiehlt.

(= Wer lügt, der macht auch noch schlimmere Dinge.) Du musst deinem Chef unbedingt die Wahrheit sagen. Der denkt sonst noch: „Wer lügt, der stiehlt.“


Sammelkarte Schreiben Es gibt auch zweiteilige Konnektoren wie entweder …, oder … und weder … noch: Entweder rufe ich dich kurz an, oder ich schreibe dir.

Wiederholungen

Achten Sie darauf, sich nicht zu wiederholen! Beginnen Sie die Sätze zum Beispiel nicht immer mit dem Subjekt. Stellen Sie stattdessen andere Informationen (über den Ort, die Zeit …) an den Satzanfang:

Deutsch perfekt 4 / 2018

Ich weiß leider noch kein genaues Flugdatum. Ich muss erst noch das Hotel buchen. Ein genaues Flugdatum kann ich dir leider noch nicht sagen. Zuerst muss ich noch das Hotel buchen. Verwenden Sie Pronomen etc., um nicht immer das Subjekt zu wiederholen: Julius kommt wahrscheinlich auch mit. Julius war noch nie in Berlin. Es würde Julius freuen, euch zu sehen. Wahrscheinlich kommt

Julius auch mit. Denn er war noch nie in Berlin. Und es würde ihn freuen, euch zu sehen. Mein Urlaub geht vom 5. bis zum 22. April. Ich freue mich schon auf meinen Urlaub. Mein Urlaub geht vom 5. bis zum 22. April. Ich freue mich schon darauf.

Den Text kontrollieren

Prüfen Sie Ihren Text nach dem Schreiben: Ist die Orthografie

⋅ ⋅ ⋅

Tipp: Wenn Sie einen wichtigen Text schreiben müssen, dann fragen Sie doch deutsche Bekannte, ob sie ihn korrigieren würden!

Sammelkarte Sprechen Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten

• • • • •

Die Stadt / Der Ort / Die Region ist berühmt (= populär) für … Es gibt dort viele Sehenswürdigkeiten: … Besonders sehenswert ist/ sind … Unser Wahrzeichen (= Symbol für einen Ort / eine Region) ist … Eine Spezialität (= typisches regionales Produkt) ist/sind …

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• • •

Wer dorthin fährt, muss … essen/trinken/probieren. In diese Region kommen viele Touristen/Menschen, weil … Dort sollte man … ansehen/ besichtigen.

Was man tun kann

• • •

Es gibt dort viele tolle Museen. Die Region ist ideal für Wanderungen / … Es gibt viele historische Häuser zu sehen/besichtigen.

• •

Du musst unbedingt eine Stadtrundfahrt machen, wenn du da bist. Man kann mit dem Schiff über den See fahren, das ist sehr schön.

Was Ihnen besonders gefällt

• • •

An meiner Heimatstadt liebe ich besonders … Mir selbst gefällt/gefallen … am besten. Ich kann jedem nur empfehlen: …

Sammelkarte Verstehen

m lügen, dass sich die Balken biegen

(= extrem lügen) Das stimmt doch gar nicht! Du lügst, dass sich die Balken biegen.

m das Blaue vom Himmel herunterlügen (= (extrem) lügen) Sie stahl regelmäßig Geld von ihren Eltern und log dann das Blaue vom Himmel herunter.

korrekt? Ist die Grammatik korrekt? Ist die Wortwahl abwechslungsreich (= so, dass man immer wieder andere Wörter benutzt und sich nicht wiederholt)? Hat der Text einen roten Faden (= Motiv; Logik)?

• • • • •

Mein Tipp für alle Besucher ist: … Das Essen dort ist einfach hervorragend (= sehr gut)! Ich mag meine Heimat, weil … Ich vermisse (= traurig sein, weil etwas nicht da ist) manchmal das gute Essen. Mir fehlen (= traurig sein, weil etwas nicht da ist) die Sonne und das Meer.

das Heimweh = intensiver Wunsch, in die Heimat zurückzugehen Manchmal habe ich Heimweh.

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m sich (etwas) in die eigene Tasche lügen

(= sich selbst belügen; sich etwas vormachen) Lara hat dich jetzt schon so oft betrogen. Du lügst dir doch in die eigene Tasche, wenn du meinst, dass sie dich liebt.

m Das ist erstunken und erlogen!

(= Das stimmt überhaupt nicht!)

Klaus sagt, ich sei gar nicht auf der Konferenz gewesen? Das ist erstunken und erlogen! Natürlich war ich da!

m lügen, wenn man den Mund aufmacht (= sehr viel und ohne schlechtes Gewissen lügen) Was meine Kollegin so alles sagt, stimmt einfach nie. Die lügt, wenn sie den Mund aufmacht.

jemandem ins Gesicht lügen

(= jemanden ohne Probleme und frech anlügen) Susanna wusste ganz genau, dass ich gesehen habe, wie sie den Bericht gefälscht hat. Und dann lügt sie mir ins Gesicht, dass sie es nicht war!


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DEUTSCH IM ALLTAG

Lass uns was trinken gehen! Die Deutschen gehen gerne etwas trinken oder etwas essen. Was genau meinen sie eigentlich damit? MITTEL AUDIO PLUS

1 Etwas trinken gehen Wahrscheinlich Alkohol

Hey, was machst du eigentlich heute Abend? Weiß nicht, warum? Wollen wir vielleicht nach der Arbeit noch was trinken gehen? Das klingt gut. Oh, warte mal. Ich habe ganz vergessen, dass ich Carolin versprochen habe, ihr heute Abend zu helfen. Aber ich bin erst um acht mit ihr verabredet. Davor können wir definitiv auf ein Bier gehen.

Wahrscheinlich keinen Alkohol

Hast du am Samstag Zeit? Ja! Wir könnten spazieren gehen, wenn das Wetter schön wird. Und falls es regnet, gehen wir einfach einen Kaffee trinken.

2 Etwas essen gehen Ins Restaurant gehen

Hast du auch Hunger? Ja, ziemlich. Wollen wir einfach etwas essen gehen? Gute Idee! Unser Kühlschrank ist nämlich leer.

Etwas Kleines essen

Hey, ich hab total Hunger. Lass uns doch kurz einen Happen essen gehen. Gerne. Eine Kleinigkeit zu essen, ist eine gute Idee. Vielleicht in dem Stehimbiss da drüben?

Zur Erinnerung: (et)was trinken gehen = in eine Bar gehen und dort etwas trinken (wahrscheinlich Alkohol, muss aber nicht sein) auf ein Bier gehen = in eine Bar gehen, aber dort nicht den ganzen Abend bleiben, sondern wahrscheinlich nur für ein oder zwei (alkoholische) Getränke einen Kaffee trinken gehen = in ein Café gehen und dort etwas trinken (egal, was) etwas essen gehen = in ein Restaurant gehen und dort etwas essen einen Happen essen gehen = irgendwo hingehen, wo man schnell etwas Kleines essen kann

f„lls , ≈ wenn der Stehimbiss, -e , kleiner Laden für kleine Speisen, in dem man im Stehen isst

2. Wollen wir …?

1. Richtig reagieren Welche Antwort passt? 1.

2.

3.

Lass uns doch schnell einen Happen essen gehen. Hättest du Lust, am Samstag einen Kaffee trinken zu gehen? Franco hat gefragt, ob wir uns am Freitagabend mit ihm treffen wollen. Ich habe keine Lust, heute zu kochen.

A

B

C

D

Klasse Idee. Wir könnten ja mit ihm in der Bar beim Stadion etwas trinken gehen. Hm. Ich würde gern noch etwas warten und dann nachher gut zu Abend essen. Ich auch nicht. Lass uns einfach etwas essen gehen. Gern. Vielleicht im Café Strietzl?

Was passt?

2. 1. essen 2. trinken 3. Bier 4. Happen

Setzen Sie ein!

Happen – trinken – essen – Bier 1.

2.

3.

4.

Lösungen:

1. 1B 2D 3A 4C

Illustration: Silke Werzinger

4.

Verbinden Sie!

Wollen wir so in einer Stunde etwas gehen? Ja, das passt gut. Kennst du das vietnamesische Restaurant hier in der Hauptstraße? Hey, wollen wir heute Abend etwas gehen? Sehr gern! Ich hätte Lust auf die Bar am Bahnhof, da war ich schon lange nicht mehr. Wollen wir noch schnell auf ein gehen, bevor wir nach Hause fahren? Klar, aber wirklich nur auf eins. Ich muss um halb neun bei meinen Eltern sein. Irgendwie habe ich Hunger. Wir könnten doch schnell einen essen gehen, bevor wir zum Einkaufen gehen.

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RATEN SIE MAL!

Deutsch perfekt 4 / 2018

Panorama Seite 10

1. Obst und Gemüse Gemüse gibt es jetzt auch in der Antarktis! Kennen Sie diese Gemüse- und Obstsorten? finden Sie die gesuchten Wörter!

Ergänzen Sie die Vokale, und

Gemüse:

1. die T

m t

2. der/die P pr k

3. der S l t

4. das R d

sch n

6. die

7. die K w

8. die B n n

5. der

pf l

r ng

Debatte Seite 28 - 29

2. Ausdrücke mit Farben

Fahren ohne gültiges Ticket nennt man auch schwarzfahren. Kennen Sie noch andere idiomatische Ausdrücke mit Farben? Ordnen Sie die Definitionen den Ausdrücken aus der Alltagssprache zu, und ergänzen Sie die Farben! Die roten Kästchen ergeben – von oben nach unten gelesen – das Lösungswort.

1. sehr wütend werden

A nicht das

e vom Ei sein Lösungen:

B

3. nicht das Beste sein

C

4. noch jung sein und noch nicht viel wissen

D

machen

noch

Lösung: Das wird mir hier zu ! Das heißt: Das wird mir zu viel, und ich kann es nicht mehr akzeptieren!

hinter den Ohren sein sehen

1. 1. die Tomate 2. der/die Paprika 3. der Salat 4. das Radieschen 5. der Apfel 6. die Orange 7. die Kiwi 8. die Banane

2. nicht zur Arbeit oder in die Schule gehen

Fotos: harmpeti, Anna Kucherova, anna1311 (2), OLEXANDR PEREPELYTSIAN, nipapornnan, fcafotodigital/iStock.com

Obst:

2. 1D rotsehen 2B blaumachen 3A nicht das Gelbe vom Ei sein 4C noch grün hinter den Ohren sein Lösungswort: bunt

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Deutsch perfekt 4 / 2018

WORTKOMPASS

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„Mein Lieblingswort des Monats ist der Blumenstrauß. Ich liebe Blumen und freue mich über Blumensträuße – am liebsten frisch von der Wiese!“ Nadine Miller kümmert sich bei Deutsch perfekt um die Didaktik.

Die polyglotte Seite Kennen Sie die deutschen Wörter zu diesen Themen im Heft? Testen Sie sich nach dem Lesen: Legen Sie die Hand auf die deutschen Wörter, und finden Sie die richtige Übersetzung! DEUTSCH

ENGLISCH

SPANISCH

FRANZÖSISCH

ITALIENISCH

UNGARISCH

POLNISCH

RUSSISCH

WÖRTER ZUM THEMA BLUMEN, TEXT: WIE GEHT ES EIGENTLICH DEN BLUMENLÄDEN? SEITE 68 - 70

der Blumenstrauß

bunch of flowers

el ramo de flores

le bouquet de fleurs il mazzo di fiori

virágcsokor

bukiet kwiatów

букет цветов

die Tulpe

tulip

el tulipán

la tulipe

il tulipano

tulipán

tulipan

тюльпан

die Primel

primrose

la prímula

la primevère

la primula

kankalin, primula

pierwiosnek

первоцвет, примула

die Schnittblume

cut flower

la flor cortada

la fleur coupée

i fiori da taglio

vágott virág

kwiat cięty

цветок на срезку

der Dorn

thorn

la espina

l’épine

la spina

tövis, tüske

cierń

шип

die Blüte

flower

la flor (floración)

la fleur

il fiore

virág

kwiat

цвет, цветок

der Stiel

stem

el tallo

la tige

il gambo

szár

łodyga

стебель

der Blumenhändler florist

el florista

kwiaciarz

торговец цветами

florist

el florista

il commerciante di fiori il fioraio

virágkereskedő

der Florist

le marchand de fleurs le fleuriste

virágkötő, virágárus florysta

флорист

der Blumenliebhaber der Blumentopf

lover of flowers

le passionné de fleurs le pot de fleurs

l’amante dei fiori

virágkedvelő

miłośnik kwiatów

любитель цветов

flower pot

el amante de las flores la maceta

il vaso di fiori

virágcserép

doniczka

цветочный горшок, вазон

duften

to be fragrant

oler

sentir

profumare

illatozik, illata van

pachnieć

пахнуть

WÖRTER ZUM MOBILFUNK, TEXT: WIE DEUTSCHLAND FUNKTIONIERT SEITE 30 - 31

der Mobilfunkvertrag

mobile phone contract

el contrato de telefonía móvil

le contrat de téléphonie mobile

das Prepaid-Angebot

prepaid offer

el paquete de prepago

la formule prépayée l’offerta prepaid

(feltöltő)kártyás ajánlat

der Netzbetreiber

network operator

el operador de red

l’opérateur réseau

il gestore di rete

hálózatüzemeltető operator sieci

der Mobilfunkanbieter

mobile service provider

el proveedor de telefonía móvil

l’opérateur de téléphonie mobile

il provider di telefo- mobiltelenia mobile fon-szolgáltató

operator telefonii komórkowej

оператор мобильной связи

die SIM-Karte

SIM card

la tarjeta SIM

la carte SIM

la scheda SIM

karta SIM

SIM-карта

automatyczne odnawianie usługi

автопродление скорости

il contratto di telefo- mobiltelenia mobile fon-szerződés

SIM-kártya

umowa na usługi te- контракт на lefonii komórkowej мобильную связь oferta usług prepaid предоплаченное

предложение

оператор сети

die Datenautomatik data automatism

la recarga automáti- le dépassement de ca de datos forfait

la ricarica automati- automatikus ca del volume di dati pluszadat

general terms and die Allgemeinen Geschäftsbedingun- conditions gen (AGB) das Mobilfunkgerät mobile phone

le Condizioni generali di contratto (CGC) l’apparecchio di telefonia mobile la connessione

Általános Szerződési ogólne warunki Feltételek (ÁSZF) handlowe

общие коммерческие условия (ОКУ)

mobiltelefon-ké-szülék kapcsolat

telefon komórkowy мобильный телефон połączenie

соединение

l’affare

alkalmi vétel

okazyjny zakup

выгодная покупка

die Verbindung

connection

las condiciones co- les conditions merciales generales générales de vente (CGV) el dispositivo de le téléphone telefonía móvil portable la conexión la connexion

das Schnäppchen

bargain

la ganga

la bonne affaire

Foto: privat; Illustration: Natality/iStock.com

WÖRTER ZUM THEMA ZEITSCHRIFT, TEXT: EDITORIAL SEITE 3

das Magazin

magazine

la revista

le magazine

la rivista

magazin

magazyn

журнал

das Jubiläum

anniversary

el aniversario

l’anniversaire

l’anniversario

jubileum, évforduló jubileusz

юбилей

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GESELLSCHAFT

Deutsch perfekt 4 / 2018


Deutsch perfekt 4/ 2018

GESELLSCHAFT

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e Der Künstler Stefan Strumbel

beschäftigt sich in seiner Arbeit intensiv mit dem Thema Heimat.

„Verstehen und verstanden werden“

Heimat, lange Zeit ein historisch schwieriges Wort, ist plötzlich ein großes Thema in den deutschen Medien und auf dem Buchmarkt, bei der Ernährung und in der Kultur. Jetzt hat Deutschland auch noch ein Heimatministerium bekommen. Woher kommt der neue Heimat-Hype? Von Andrea Lacher SCHWER

Foto: Stefan Strumbel/VG Bild-Kunst, Bonn 2018

D

raußen ist es kalt, drinnen kommt warmes Brot aus dem Ofen. Am Samstagnachmittag ist jeder Platz besetzt. In der Nähe der berühmten Nikolaikirche erholen sich Leipziger im Bistro Handbrotzeit vom Alltag. Kaffeeduft und Stimmengewirr. Auf der Speisekarte steht Wirsing. Das grüne Wintergemüse wird im selbst gebackenen Brot auf Tellern mit Blumendekor serviert. Jeder Teller ein Einzelstück, jeder mit einer eigenen Geschichte. Wie bei Freunden in der Küche. Die Bohnen für den Kaffee werden in einer Leipziger Rösterei geröstet, die Zutaten für die gefüllten Brote dienstags und freitags auf dem Wochenmarkt gekauft. „Und mit einem Handkarren nach Hause gebracht“, erzählt Tino Laube, der das Ladenlokal 2013 eröffnete. Der nostalgische Bezug zur Heimat ist kein Zufall, sagt er, „es soll gemütlich sein.“ Regionale, nicht exotische Produkte. Serviert wird, was in der Umgebung wächst. Das neue Heimatbewusstsein gibt es auch anderswo in der Gastronomie. Das Restaurant Bauhütte im Westen der Stadt wirbt nicht nur mit „regionaler Küche mit Tradition“, sondern erklärt auf einem Schild am Eingang: „Wir haben kein WLAN. Redet miteinander. Tut so,

als wäre es 1995.“ Rückbesinnung. Nicht nur auf regionales Gemüse, sondern auch auf eine Zeit, in der alles einfacher war? Manchmal ist es ja schon genug, wenn einem der Geruch von Bratkartoffeln in die Nase steigt, wenn eine heiße Suppe auch die Seele wärmt und wenn ein Wurstbrot in der Hand Erinnerungen an die Schulzeit weckt. Es gibt Momente, die vermitteln ein Gefühl von Geborgenheit, die erinnern an die Unbeschwertheit der Kindheit. Aber woher kommt diese Sehnsucht? Und wie passt dieses Heimatgefühl zur Idee einer globalisierten Welt? Wie passt die Suche nach Sicherheit in eine Zeit der offenen Grenzen? Heimat, das schien lange Zeit ein Begriff von gestern zu sein. Heute verkauft er sich gut. Es gibt T-Shirts und Tassen mit dem Wort Heimatliebe. Hip-Hop- und Rocksongs werden in deutscher Sprache produziert, und der Popsänger Johannes Oerding steht mit seinem Song Heimat auf der Bühne und singt: „Oh Heimat und wie du wieder aussiehst / Ich trag dich immer, immer bei mir / Wie ein Souvenir.“ Auch die Literatur profitiert von einem regionalen Heimatbezug. „Jedem Kaff sein Krimi“, schrieb Der Tagesspiegel. In Köln-, Taunus- oder Allgäu-Krimis erzählen Autoren nicht von der großen, weiten Welt. Es sind Geschichten, die

, hier: ≈ kleiner Imbiss;

die H„ndbrotzeit

≈ kleine Speise

der Ger¢ch v¶n … “n die Nase steigen , ≈ … riechen

der K„ffeeduft , gutes Aroma von frisch gemachtem Kaffee

die Seele wærmen , ≈ positive Stimmung machen

das St“mmengewirr , ≈ Mischung verschiedener Stimmen, die man nicht unterscheiden kann

(die Seele , ≈ das Fühlen und Denken eines Menschen; Psyche)

die Bohne, -n , hier: kleine, harte Frucht des Kaffeebaums die Rösterei, -en , ≈ Fabrik, in der Kaffeebohnen braun gebraten werden die Zutat, -en , Lebensmittel, das zur Herstellung eines Gerichts nötig ist der H„ndkarren, - , kleiner Wagen mit vier Rädern, den man zieht der Bezug , hier: Verbindung; Beziehung das Heimatbewusstsein , ≈ Überzeugung, dass Heimat wichtig ist und man sie pflegen muss die R•ckbesinnung , ≈ Prozess, bei dem man sich an früheren Werten orientiert und neu darüber nachdenkt (der Wert, -e , hier: Ideal; Moral)

Er“nnerungen w¡cken , ≈ machen, dass man sich erinnert ein Gefühl v¶n … verm“tteln , ≈ machen, dass man … fühlt die Geb¶rgenheit , Gefühl, sicher und geschützt zu sein die }nbeschwertheit

, von: unbeschwert =

ohne Sorgen und Probleme die Sehnsucht , starker Wunsch der Begr“ff, -e

, ≈ Wort

profitieren v¶n

, Vorteile haben von

das K„ff, -s/¿er , m d langweiliger, isolierter, kleiner Ort


GESELLSCHAFT

dort passieren, wo die Leser zu Hause an etwas Positives. Als im Jahr 2006 die sind. Auch der Fernsehkoch Tim Mälzer Fußballweltmeisterschaft unter dem hat den Wert des Begriffs erkannt und Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ ein Kochbuch mit deutschen Rezepten stattfand, waren die Deutschen wohl geschrieben. Auf dem Cover ist aber nicht am meisten von sich selbst überrascht. sein berühmtes Gesicht zu sehen, son- Überrascht darüber, dass sie bei den Spiedern goldene Farbe, drei Gartenzwerge len der Nationalmannschaft die Fahne und der Titel: Heimat. Das reicht aus. schwenkten und die Hymne mitsangen. „Heimat“, erklärt der Duden, ist ein Eine Umfrage, die das Magazin Focus im „Land, Landesteil oder Ort, in dem man Oktober beim Institut Kantar Emnid in geboren und aufgewachsen ist oder sich Auftrag gab, ergab, dass für 92 Prozent der durch ständigen Aufenthalt zu Hau- Heimatbegriff „eher positiv“ besetzt ist. se fühlt.“ Will man das Wort in andere Das Wort Heimat ist also zurück und Sprachen übersetzen, ist das gar nicht so damit ein Begriff, mit dem man Politik einfach. Eine Eins-zu-eins-Übersetzung machen kann. Bei der Wahl im September gibt es nicht. In der französischen, italie- war das vor allem am Erfolg der Alternanischen und spanischen Sprache findet tive für Deutschland (AfD) zu sehen. 12,6 man das Wort patrie oder patria, das sich Prozent erhielt die rechtspopulistische mit Vaterland übersetzen lässt. Heimat Partei mit rechtsextremen Tendenzen. bezeichnet jedoch einen kleiSie zog damit als drittstärksneren Raum. Die Wörter casa, te Partei zum ersten Mal in maison oder home entsprechen Mit dem Wort den Deutschen Bundestag im Deutschen dem Haus oder Heimat kann man ein. Das Wort Heimat war ihr dem Zuhause. Heimat kann Politik machen – Motto geworden, als in der aber mehr sein. Krise im Jahr 2015 rund eine das zeigt der Auch hat sich das, was Erfolg der Rechts- Million Flüchtlinge nach Menschen unter Heimat Deutschland kamen. Die populisten. verstehen, im Laufe der GeAfD sprach von Heimat und schichte stark verändert. Frümeinte damit den Schutz des her bezeichnete Heimat auch das eigene christlichen Abendlandes. „Zur Wirkungsweise von Heimat geHaus. Vor rund 200 Jahren bekam das Wort eine neue Bedeutung. Durch die hört, dass sie sich im Moment ihres VerIndustrialisierung veränderten sich die lusts nahezu unwiderstehlich zur heilen Lebensräume so, dass den Menschen ihr Welt verklärt“, schreibt Christoph TürZuhause fremd wurde. In den immer grö- cke in seinem Buch Heimat. Eine Rehabilißer werdenden Städten sehnte man sich tierung. Über Heimat spricht also der, der nach Natur und einer vertrauten Umge- glaubt, sie verloren zu haben. Heimatbung. In der Epoche der Romantik wurde sehnsucht ist die Reaktion auf eine imdie Heimat so zu einem Gegenentwurf mer komplexer werdende Welt und auf der Wirklichkeit. 1935 bekam der Begriff die schon erlebten Heimatverluste. durch die Nazis eine fremdenfeindliche Denn die Welt hat sich verändert: Bedeutung. Durch die Ideologie Adolf Der grenzenlose Raum des World Wide Hitlers hatte nur noch die sogenannte Web ist das Gegenteil von Heimat. Statt arische Rasse das Recht, auf deutschem zu schreiben, whatsappen wir. „Figuren Boden zu leben. Andere Volksgruppen, aus Fernsehserien werden vertrauter als speziell jüdische, wurden im nationalso- physische Nachbarn, Chats wichtiger als zialistischen Deutschland nicht mehr ge- Kneipengespräche, geschäftliche und duldet. Eine Heimat sollte es in Deutsch- persönliche Beziehungen verlagern sich land nur für Deutsche geben. ins Internet“, erklärt Philosoph Türcke Auch nach 1945 blieb der Heimatbe- in seinem Buch. Auch die reale Welt hat griff noch lange vergiftet. Erst seit rund sich verändert. Während es in den Städeinem Dutzend Jahren denken die meis- ten immer weniger bezahlbare Wohnunten Deutschen bei dem Wort wieder gen gibt, verwaist das Land. Gaststätten

Deutsch perfekt 4/ 2018

der G„rtenzwerg, -e

, kleine Figur, die aussieht

wie ein alter Mann mit Bart

stændig , immer; dauernd die Eins-zu-eins-Übers¡tzung, -en , ≈ genau passende Übersetzung bezeichnen , nennen; hier: ≈ meinen; bedeuten “m Laufe der Gesch“chte

, in der Vergangenheit

s“ch sehnen nach , ≈ sich etwas sehr wünschen

ergeben , als Resultat haben eher , hier: ≈ mehr … bes¡tzt sein

, hier: … Gedanken

verursachen

einziehen , hier: Sitze im Parlament bekommen der Fl•chtling, -e , hier: Mensch, der wegen Krieg und Not aus seiner Heimat nach Deutschland kommt / gekommen ist das Abendland

, westliche Kultur

vertraut , gut bekannt

, ≈ Art, wie etwas

die W“rkungsweise, -n

der Gegenentwurf, ¿e , alternative Idee

nahezu , fast

funktioniert

d¢lden , hier: erlauben, dass sie dort bleiben

anders kann

verg“ftet , hier: mit negativer Bedeutung

die heile W¡lt , Welt ohne Probleme; hier auch: wunderbarer Ort

das D¢tzend, -e

s“ch verklären zu , hier: schöner machen, als etwas in Wirklichkeit ist oder war

, eine Menge von zwölf

Stück

die Fahne, -n , großes Stück Stoff in speziellen Farben als Symbol für eine Nation schw¡nken , in der Hand halten und durch die Luft bewegen

unwiderstehlich

, hier: so, dass man nicht

s“ch verlagern

, hier: an einem anderen

Ort stattfinden

verwaisen , hier: leer werden; ohne Menschen bleiben

das Magazin, -e , hier: Zeitschrift

Eine herzliche Beziehung? Noch vor wenigen Jahren war Heimat für viele Deutsche ein negatives Wort.

Foto: Stefan Strumbel/VG Bild-Kunst, Bonn 2018

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Fotos: xxxxxx


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GESELLSCHAFT

schließen, Bushaltestellen werden abge- der 47-Jährige. Also ist er losgegangen, vor baut, Bauern geben ihren Beruf auf. Tradi- Augen die baldige Bundestagswahl. Auf tionen und Werte gehen damit verloren. wie viel Prozent würde die neue rechtsNun hat die Große Koalition ein Hei- populistische Partei AfD kommen? Die matministerium gegründet, genauer: Partei, die den Begriff Heimat für sich reein Ministerium für Inneres, Heimat klamierte und ihn wieder instrumentaliund Bauen. Die Menschen, die sich bei sierte, wie schon die Nazis. Teichmann wollte mehr von dieser der Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der letzten Großen Koaliti- Stimmung, von seinem Land und von on nicht mehr zu Hause gefühlt haben, seiner Heimat erfahren. Die Bilder seiwill man so zurückgewinnen. Immer- ner Reise hat er auf der Internetseite hin verloren die Christdemokraten bei www.50days.de veröffentlicht. Gestartet der letzten Bundestagswahl 8,5 Prozent, ist er am westlichen Dreiländereck bei die Sozialdemokraten 5,2 Prozent ihrer Belgien und den Niederlanden, angekomStimmen. Aber wie lässt sich in Zeiten men ist er am östlichen Dreiländereck an von Migration Heimat herstellen? Und der Grenze zu Polen und Tschechien. „50 führt die Sehnsucht nach Heimat nicht Tage war ich unterwegs und genau nach dazu, andere Menschen auszuschließen? 25 Tagen habe ich die ehemalige deutsche Der SPD-BundestagsabGrenze überquert“, erzählt er. geordnete Karamba Diaby, „Geplant war das nicht.“ Dader im Senegal geboren wurIst Heimat das bei ist er mit den Menschen de und in Deutschland eine ins Gespräch gekommen. Das richtige Rezept war ihm wichtig. „Wo Heimat neue Heimat fand (siehe gegen das ist, da gibt es viel zu erzählen“, Deutsch perfekt 11/2017), Verlorensein in hatte der Bundespräsident am hat den Koalitionsvertrag Zeiten der in der Mitteldeutschen Zeitung Tag der Deutschen Einheit Globalisierung? verteidigt. Ziel der Koalition gesagt. „Und das stimmt“, sagt ist es laut Diaby, „allen ein Teichmann. Gefühl von Zugehörigkeit und AnerkenEr ist ins Gespräch gekommen mit nung zu geben. Heimat sollte alle Men- einer älteren Dame, die auf Pilzsuche schen im Blick haben: die Pflegekraft war. „Sie wusste genau, welche Pilze in in Halle genauso wie den anerkannten ihrer Gegend wachsen und wo man sie Flüchtling in Berlin.“ findet“, erzählt er. Sie kannte sich aus in Aber ist Heimat das richtige Rezept ihrer Heimat. Ins Gespräch gekommen gegen das Verlorensein in Zeiten der ist Teichmann auch mit ausländischen Globalisierung? „Je schneller die Welt Gästen, mit denen er in Dresden eine sich dreht, desto größer wird die Sehn- Demonstration der fremdenfeindlichen sucht nach Heimat. Dorthin, wo ich Organisation Pegida mit ansehen musste. mich auskenne, wo ich Orientierung „Das hat mich beschämt“, sagt er. Gelernt hat Teichmann auf der Reise, habe und mich auf mein eigenes Urteil verlassen kann“, erklärte Bundespräsi- dass Heimat nicht ein ganzes Land sein dent Frank-Walter Steinmeier in seiner kann. Dass man das Zugehörigkeitsgefühl Rede zum Jahrestag der Wiedervereini- viel kleiner fassen muss. „Niemand sagt, gung am 3. Oktober 2017 in Mainz. Und ich bin Nordrhein-Westfale. Man ist Saunoch etwas hat er gesagt. Einen Satz, den erländer, kommt aus dem Siegerland oder Andreas Teichmann eingepackt und im der Lausitz.“ Ihm ist auch bewusst geworRucksack mitgenommen hat: „Verstehen den, wie groß Deutschland ist. „Zwischen und verstanden werden – das ist Heimat.“ Kassel und Leipzig bin ich 180 Kilometer Im vergangenen Spätsommer ist der Fo- durch Natur gelaufen“, erzählt er. So viel tograf durch Deutschland gewandert, von Platz, so viele Wälder. Am wichtigsten Aachen nach Zittau, 1040 Kilometer. „Ich aber war ihm diese Erkenntnis: „Wie hatte immer das Gefühl, dass ich es gar schön und einfach es ist, durch Deutschnicht kenne, dieses Deutschland“, erzählt land zu laufen. Ohne Angst. Friedlich.“

Deutsch perfekt 4 / 2018

verloren gehen , hier: nicht mehr existieren die Große Koalition

, hier: die regierenden

Parteien CDU/CSU und SPD (die CDU

, kurz für: Christlich

Demokratische Union) (die CSU , kurz für: Christlich-Soziale Union) (die SPD , kurz für: Sozialdemokratische Partei Deutschlands) zur•ckgewinnen

, hier: zurückholen;

wieder bekommen “mmerh“n , ≈ wenigstens

ausschließen , hier: L integrieren der/die B¢ndestagsabgeordnete, -n , Mitglied im deutschen Parlament verteidigen , hier: vor Kritik schützen die Zugehörigkeit , von: zugehörig sein = hier: Bürger Deutschlands sein die [nerkennung , ≈ offizielle Akzeptanz die Pflegekraft, ¿e

, Person, die in der

Alten- oder Krankenpflege arbeitet s“ch auskennen , hier: die Gegend gut kennen die Wiedervereinigung

, von: wiedervereinigen =

wieder ein Land werden

vor Augen …

, hier: so, dass er an …

denkt

… für s“ch reklamieren

, hier: ≈ behaupten, dass

sie die Einzigen sind, für die … wichtig ist instrumentalisieren

, benutzen

ehemalig , früher der Tag der Deutschen Einheit , 3. Oktober, Tag zur Erinnerung an die Union von Ost- und Westdeutschland im Jahr 1990 Pegida , kurz für: Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes … m“t „nsehen m•ssen , zusehen müssen, ohne etwas gegen … tun zu können beschämen , etwas tun, was für jemanden unangenehm ist viel kleiner f„ssen m•ssen , hier: ≈ mit der nächsten Umgebung/Region in Verbindung bringen müssen bew¢sst werden , ≈ verstehen die Erk¡nntnis, -se , plötzliches Erkennen der Verbindung/Beziehung verschiedener Dinge


Deutsch perfekt 4 / 2018

GEWINNEN

Das Stadtbad Oderberger im Stil der Neorenaissance ist das architektonische Herz des GLS Campus.

Luxus-Lernen in Berlin Wir feiern das 150. Deutsch perfekt – und Sie können eine Sprachreise gewinnen, die wirklich speziell ist. MITTEL

Fotos: hebstreit/Shutterstock.com; GLS Campus; Martin Nicolas Kunz

G

roße Politik findet oft an Orten statt, von denen eine Symbolik ausgeht. So war es auch im November in Berlin, als die Grünen mit Christ- und Freidemokraten über eine mögliche gemeinsame Regierung sprachen. An einem Sonntag trafen sich die bekanntesten grünen Politiker ohne die möglichen Koalitionspartner, um ihre Strategie zu besprechen. Für dieses Gespräch wählten sie so einen Ort mit einer speziellen Symbolik: eine Sprachschule, für die das Wort Sprachschule ein paar Nummern zu klein ist – und die zeigt, dass Engagement und Erfolg gut zueinander passen können. Aus einer mehr als 100 Jahre alten Badeanstalt und einer historischen Schule haben die Sprachwissenschaftlerin Barbara Jaeschke und ihr Mann Hans-Dieter nämlich ein privates Lernareal gemacht, den GLS Campus. Dafür haben die beiden viel mehr getan als nötig: Besonders in die Sanierung des historischen Bads investierten sie fünf Jahre und sehr viel Geld. Das Resultat ist so gut, dass das Ehepaar im Januar die Ferdinand-von-QuastMedaille bekam, einen wichtigen Berliner Denkmalpflege-Preis. So gibt es heute auf ihrem Campus alles, wovon Sprachtouristen träumen: Die Badeanstalt mit dem perfekt sanierten Bad wurde zum Vier-Sterne-Hotel Oderberger. Dazu kamen viele Apartments, ein Restaurant und natürlich die Sprachschule selbst. Zu unserem Jubiläum verlosen wir einmal zwei Wochen Sprachurlaub auf dem GLS Campus – mit 20 Stunden Unterricht pro Woche, Übernachtung auf dem Campus, Freizeitprogramm und Übernahme von bis zu 500 Euro Reisekosten.

ausgehen v¶n , hier: ein spezieller Effekt zu merken sein durch bespr¡chen , hier: entscheiden und vereinbaren ein paar N¢mmern zu klein sein , m hier: nicht genau passen, weil sie viel mehr und größer ist, als man wegen des Namens meint das Engagement franz. , hier: finanzielle Unterstützung die Badeanstalt, -en , öffentliches Schwimmbad die Sprachwissenschaftlerin, -nen , Frau, die Sprache systematisch untersucht die Sanierung, -en

der D¡nkmalpflege-Preis, -e

, Geld oder Gegenstand für

Personen oder Vereine, die sich darum kümmern, dass z. B. alte Gebäude renoviert werden dazukommen , hier: außerdem neu gemacht werden das Jubiläum, Jubiläen , hier: ≈ Geburtstag von Deutsch perfekt verlosen , ≈ Gewinnern schenken

die Übernahme , von: übernehmen = hier: bezahlen die Teilnahmebedingung, -en , ≈ etwas: Das muss man machen oder sein, damit man teilnehmen darf.

, ≈ Renovierung

Wie Sie gewinnen können? Dazu gehen Sie auf www.deutsch-perfekt.com/gls (bis zum 6. Mai 2018). Dort finden Sie auch alle Details zu dieser Sprachreise und die Teilnahmebedingungen.

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BLINDTEXT

Deutsch perfekt X / 2017

„Bild hat mitgeschossen“

Am 11. April 1968 wird Rudi Dutschke, das Idol der protestierenden Studenten, schwer verletzt. Trotzdem setzen die Studenten mit ihren Aktionen gegen das Establishment Impulse, die bis heute wirken. MITTEL AUDIO PLUS Dutschke dreimal. Dutschke läuft noch ein paar Meter weit, ruft nach Mutter und Vater, dann fällt er auf den Boden. Der Attentäter wird wenig später auf einer Baustelle von der Polizei entdeckt, durch Schüsse verletzt und festgenommen. Rudi Dutschke, das Idol der Studentenbewegung in der Bundesrepublik, kämpft mit dem Tod. Das Attentat ist der neue, traurige Höhepunkt der Protestbewegung, die als 68er-Bewegung bekannt ist, obwohl der Protest schon vorher begonnen hat. Seit Ende 1966 regiert eine große Koalition aus Christdemokraten und

zukommen auf

der Sch¢ss, ¿e

, kommen zu

, von: schießen

dr¡ckig , m schmutzig

f¡stnehmen , hier: auf die Polizeistation bringen

verst¡cken , hier: an einem Ort haben, wo man etwas nicht sofort sehen kann r¡chtsextrem , extrem nationalistisch tr¡ffen , hier: durch Schießen verletzen der [ttentäter, , Person, die versucht, jemanden totzumachen (oft aus politischen Gründen)

die Stud¡ntenbewegung, -en , organisierte Gruppe von Studenten mit dem Ziel, eine Gesellschaftsreform zu erreichen der Höhepunkt, -e , hier: sehr wichtiger Moment

Fotos: Ullstein Bild/ Wieczorek; Interfoto/ATV

E

s ist der 11. April 1968, 16.35 Uhr. Der dünne Mann mit den dunklen Haaren schiebt sein Fahrrad aus dem Haus am Berliner Kurfürstendamm 141. Er hat eine Ledertasche dabei, gefüllt mit Büchern. Ein anderer Mann kommt auf ihn zu, bleibt stehen und fragt: „Sind Sie Rudi Dutschke?“ Der Mann mit dem Fahrrad sagt Ja. „Du dreckiges Kommunistenschwein“, sagt der andere. Dann nimmt er den Revolver, den er unter seiner Jacke versteckt hatte, und schießt. Josef Bachmann, 23 Jahre alt, rechtsextremer Hilfsarbeiter aus München, trifft


Deutsch perfekt 4 / 2018

GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE

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Einer seiner Schuhe bleibt liegen, nachdem auf Rudi Dutschke geschossen wurde.

Sozialdemokraten das Land, einzige Op- Abend stehen mehr als 2000 Demonspositionspartei sind die Liberalen. Wenn tranten vor dem Berliner Springer-Hochdie Opposition im Parlament fehlt, muss haus. „Bild hat mitgeschossen“, rufen sie, sie von außen kommen, denken viele. dann fliegen Steine. In der Nacht brennen Der Westberliner Student Dutschke fin- Bild-Zeitungs-Lieferwagen. det dafür einen Begriff: außerparlamenDie Krawalle in Berlin dauern bis zum tarische Opposition, kurz APO (siehe Morgen. Über das Osterwochenende gibt es in immer mehr Städten Proteste. Deutsch perfekt 12/2016). Zu dieser Zeit sind viele junge Deut- Die sogenannten Osterunruhen sind die sche wütend. Sie kritisieren die USA und schwersten Krawalle seit Gründung der den Vietnamkrieg. Sie konfrontieren Bundesrepublik. Zwei Menschen sterben, ihre Eltern mit deren Mitschuld am Na- mehr als 350 werden verletzt. Am 11. Mai kommt es in Bonn zu einer tionalsozialismus. Sie rebellieren gegen das konservative Bürgertum. Im Februar weiteren Großdemonstration: Zehntau1966 protestieren in Westberlin zum ers- sende protestieren gegen die geplanten ten Mal rund 2500 Studenten gegen den Notstandsgesetze – ohne Erfolg. Am 30. Mai 1968 verabschiedet der Vietnamkrieg. Noch etwas macht viele wüBundestag die Gesetze. DaJe populärer tend: Die Regierung plant Notnach wird der öffentliche ProDutschke als standsgesetze. Damit kann sie test schwächer. Als im Herbst Studentenidol 1969 die sozialliberale Koabei einem militärischen Konwurde, desto lition unter Bundeskanzler flikt, bei gewaltsamen Protesstärker wurden Willy Brandt an die Regierung ten und Naturkatastrophen die Attacken. kommt, ist auch die außerBürgern Grundrechte nehmen. Viele Deutsche erinnert parlamentarische Opposition das an die Zeit, bevor die Nationalsozia- vorbei. Aus der einen, großen 68er-Bewegung werden viele kleine Gruppen. listen an die Regierung kamen. Manche radikalisieren sich. Andreas Die Proteste erreichen im Juni 1967 einen ersten Höhepunkt, nachdem bei Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof einer Demonstration gegen den Besuch und andere gründen 1970 die Rote Ardes Schahs von Persien in Westberlin mee Fraktion (RAF). Das Ende der APO der Student Benno Ohnesorg von dem ist auch der Beginn des RAF-Terrors, der Polizisten Karl-Heinz Kurras erschossen vielen in der Bundesrepublik während worden ist. In vielen Universitätsstädten der 70er-Jahre Angst macht. gehen Tausende auf die Straße, die ProWas bleibt von den 68ern? Die Studenten haben gesellschaftliche Impulse teste dauern wochenlang. Je lauter der Protest wird, desto aggres- gesetzt, die zum Beispiel der Umweltbesiver reagiert die konservative Presse. Be- wegung und dem Feminismus den Weg sonders aggressiv ist der Springer-Verlag bereitet haben und bis in die 2000er-Jahmit seiner Boulevardzeitung Bild. re nachwirken. Und das, obwohl die StuDer Hass trifft auch Rudi Dutschke dentenbewegung zum großen Teil nur persönlich. Je populärer er als Idol der die Sache einer Elite war. Anders als zum Studenten wird, desto stärker werden Beispiel in Frankreich und Italien konnten die Attacken gegen ihn. Ein konservativer die Studenten in der Bundesrepublik keiPolitiker nennt ihn eine „ungewaschene, ne Arbeiter für ihren Protest mobilisieren. Und Rudi Dutschke? Der überlebt verlauste und verdreckte Kreatur“. Immer wieder wird Dutschke auch körperliche und lernt in langer Rehabilitation wieder Sprechen. Nach dem Attentat lebt er Gewalt angedroht. Am Abend des 11. April 1968 sind mit seiner Frau Gretchen und drei Kindie Westberliner Studenten schockiert. dern zuerst in Großbritannien, später in Noch wissen sie nicht, ob ihr Idol überle- Dänemark. Aber am 24. Dezember 1979 ben wird. Aber eines steht für sie fest: Die stirbt er – durch eine Spätfolge seiner VerBarbara Kerbel Springer-Medien sind mitschuldig. Am letzungen.

Rudi Dutschke, das Idol der protestierenden Studenten 1968

der Begr“ff, -e , Wort wütend , sehr ärgerlich die M“tschuld , von: mitschuldig sein = auch schuld sein rebellieren gegen

der H„ss , hier: böse Reden tr¡ffen , hier: sich konzentrieren auf verlaust , ≈ voll mit Läusen

, hier: gegen die Meinung

(die Laus, ¿e , ≈ kleines Insekt, das Blut trinkt)

das B•rgertum , gesellschaftliche Klasse, der es finanziell gut geht

verdr¡ckt , m d sehr schmutzig

vieler protestieren

das Notstandsgesetz, -e , schriftliche Regel für Krisensituationen, die der Staat macht und an der sich alle orientieren müssen militärisch , mit der Armee gew„ltsam , mit (viel) Gewalt (die Gew„lt , hier: Aggression und Kampf, z. B. mit Steinen) das Gr¢ndrecht, -e , hier: garantiertes Recht eines Menschen, z. B. das Recht auf Leben, Freiheit, freie Meinung (das R¡cht, -e , Regeln eines Staates; hier: ≈ garantierte Möglichkeit) die Demonstration, -en

, Treffen vieler Menschen

auf der Straße, um gegen etwas zu protestieren

erschießen , totschießen der Verlag, -e , Firma, die Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher herstellt die Boulevardzeitung, -en

, franz. Zeitung mit

Texten über Sensationen und Skandale

Eine Übung zu diesem Text finden Sie auf Seite 45.

„ndrohen , sagen, dass man etwas Unangenehmes tun wird überleben , nicht sterben der Demonstr„nt, -en , Person, die gegen etwas protestiert oder für etwas kämpft der Kraw„ll, -e , hier: laute, meistens politisch motivierte Aktion, oft mit aggressiven Kämpfen die Gr•ndung, -en , von: gründen = hier: offiziell sagen, dass es ab einem genauen Datum … gibt weitere (-r/-s)

, andere (-r/-s)

ver„bschieden , hier: entscheiden, dass etwas gültig ist der B¢ndestag

, deutsches Parlament

… den Weg bereiten , alles tun, um … möglich zu machen nachwirken , noch lange nach einem Ereignis einen Effekt zeigen mobilisieren , hier: erreichen, dass die Arbeiter demonstrieren die Spätfolge, -n , hier: späte Konsequenz der Verletzungen


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KULTURTIPPS

Deutsch Deutschperfekt perfekt 12 X / 2017 Auf ihrem zehnten Album starten die Fantastischen Vier in die Galaxie.

Musik

MITTEL

Rap, der Spaß macht

Die Fantastischen Vier waren für den deutschen Hip-Hop so wichtig wie kaum eine andere Band. Nun gibt es ihr neues Album.

1

geschaffen. Sie waren wie kaum eine andere Band wichtig für den deutschen HipHop. Am 27. April kommt mit Captain Fantastic das zehnte Studioalbum der Gruppe aus Stuttgart in den Verkauf. Ihr erstes Konzert spielten die Fantastischen Vier 1989 in einem früheren Kindergarten. Doch diese Zeiten sind vorbei. Dass deutscher Hip-Hop so viel Erfolg hatte, hat viel mit dieser Band zu tun. Zuerst war es nicht populär, auf Deutsch zu rappen. Auch am Anfang der Geschichte der Fantastischen Vier stand die englische Sprache. Als Terminal Team machten sie 1987 erste Songs auf Englisch. Doch bald merkten sie, dass Deutsch besser zu ihnen passt. Das würdigte nun auch die Jury der Gesellschaft

gr•nden

, starten

sch„ffen

, hier: ≈ Musik und Text

schreiben

der Ohrwurm, ¿er , hier: m Lied oder Melodie, das/die man sich schnell gut merken kann dazugehörend , hier: so, dass der Song ein Teil des Albums ist Vier gew“nnt , auch: Name eines Spiels: ≈ Man muss vier runde Spielfiguren der gleichen Farbe in eine Reihe legen, um zu gewinnen.

Troy

, hier falsche Schreibung

von: treu = loyal; hier auch: so, dass man immer Fan einer Band bleibt n“cht so leicht aus dem K¶pf gehen , nicht so schnell vergessen viel zu tun haben m“t , hier: ≈ ein wichtiger Grund sein w•rdigen

, ≈ loben

die Ges¡llschaft, -en , hier: Organisation

Fotos: Robert Grischek, GENUIN

M

ichi Beck, Smudo, Thomas D. und And.Ypsilon: Zusammen sind sie die Fantastischen Vier. Vor fast 30 Jahren wurde die Band gegründet, und wenig später schuf sie einen Ohrwurm, der zu ihrem ersten Hit wurde. „Die da!?!“ war der Song, der die Fantastischen Vier berühmt machte. Die Single wurde 350 000 Mal verkauft, auch das dazugehörende Album Vier gewinnt war ein Erfolg. Aber es blieb nicht nur bei einem Ohrwurm: Auch „Mit freundlichen Grüßen“, „Sie ist weg“ oder „Troy“ sind Lieder, die einem nicht so leicht aus dem Kopf gehen. Aber die Fantastischen Vier, kurz auch Fanta 4 oder Fantas genannt, haben nicht nur Hits


Deutsch perfekt 4 / 2018

für deutsche Sprache, die der Band im Februar ihren Medienpreis verliehen hat. „Durch sie wurde der deutschsprachige Sprechgesang, der Deutschrap, salonfähig und beliebt“, erklärt die Gesellschaft ihre Entscheidung. Es ist nicht der erste Preis, den die Fantastischen Vier bekommen haben. Sie haben zum Beispiel auch mehrere Male den Musikpreis Echo Pop und einen Bambi in der Kategorie „Musik National“ gewonnen. Am Anfang war die Musik der Gruppe als Hip-Hop gedacht, der einfach Spaß machen sollte. Aber die Rapper wollten sich nicht auf das Spaß-Image festlegen lassen und änderten 1993 ihren Stil. Mit Die 4. Dimension machten sie damals ein Album, das ihre Fans nicht nur positiv überraschte. Die Texte darauf waren komplizierter, und die Musiker arbeiteten auch mit elektronischen Klängen. Aber auch dieses Album war ein Erfolg. Dass nicht nur Gangsta-Rap, sondern auch Hip-Hop mit intelligenten Texten erfolgreich sein kann, zeigen heute noch Rapper wie Marteria oder Casper. Sie stehen in der Tradition der Fantastischen Vier. Trotz des anderen Stils sind Spaß und Witz in der Musik der Fantastischen Vier immer noch sehr wichtig. Der witzige Titel des neuen Albums Captain Fantastic soll den speziellen Geist der Gruppe zeigen. Mit „Endzeitstimmung“, der ersten Single des neuen Albums, zeigen sie aber auch, dass ihnen aktuelle Themen wichtig sind. Das Lied richtet sich gegen Populisten und will soziale Gerechtigkeit. Im Leben der Bandmitglieder waren in den letzten 30 Jahren aber nicht nur die Fantastischen Vier wichtig. Jeder von ihnen hat eigene Projekte. So singt zum Beispiel Thomas D., der eigentlich Thomas Dürr heißt, auch alleine. Seinen bekanntesten Song „Wish“ sang er 1998 gemeinsam mit Franka Potente für den Film Lola rennt von Tom Tykwer. Michi Beck und Smudo, eigentlich Michael Bernd Schmidt, sind auch Jury-Mitglieder der Castingshow „The Voice of Germany“. Ab Mai stehen die Fantastischen Vier wieder zusammen auf der Bühne – auf ihrer Tour zum neuen und zehnten Album Captain Fantastic. Ana Maria Michel

KULTURTIPPS

der Medienpreis, -e

, hier: ≈ Gegenstand oder

Geld für sehr gute Arbeit für die deutsche Sprachkultur verleihen , hier: bei einer Feier geben salonfähig franz. , ≈ gesellschaftlich akzeptiert beliebt , populär ged„cht sein „ls … , hier: nur … sein einfach , hier: nichts anderes als s“ch f¡stlegen l„ssen auf … , hier: von anderen sagen lassen, dass für ihre Musik … gilt die Dimension, -en , ≈ Größe der Kl„ng, ¿e

, (schöner) Laut

der W“tz, -e

, kurze Geschichte mit

Frühe Kompositionen Die Musik des Komponisten Richard Strauss kennen viele Menschen aus einem Film: In Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum aus dem Jahr 1968 ist sein Stück „Also sprach Zarathustra“ zu hören. Auch für seine Opern, die in der Tradition Richard Wagners stehen, ist Strauss populär. Die frühen Kompositionen von Strauss (1864 - 1949) sind weniger bekannt. Das möchte das Münchner Klaviertrio mit seiner aktuellen CD The Young Richard Strauss ändern. Darauf spielen die Musiker die zwei Klavierstücke aus den Jahren 1878 und 1884. Beide sind Teil des Jugendwerks von Strauss, der auch aus München kommt. Das 36 Jahre alte Trio spielt immer wieder weniger bekannte Musikstücke.

65

der W¡ltraum

, Universum

das St•ck, -e , hier: Musik, z. B. Teil einer Symphonie das Klaviertrio, -s , hier: drei Musiker, die Piano, Cello und Geige spielen

2

(die Geige, -n

, Musikinstrument in der

Form eines kleinen Cellos) das Jugendwerk , ≈ alle Produkte eines Künstlers aus seiner Jugendzeit

lustigem Ende; hier: Humor

der Geist , hier: Art, wie jemand denkt und arbeitet

Das Münchner Klaviertrio

die ]ndzeitstimmung

, ≈ Pessimismus; ≈ Angst,

dass die Welt zu Ende geht s“ch r“chten gegen … , hier: gegen die Meinung von … sein die soziale Ger¡chtigkeit

, ≈ soziale Chancen-

gleichheit

r¡nnen , schnell laufen

Auf Deutsch

3

Mit ihrem Popsong „Rescue Me“ wurde die Band Bell Book & Candle Ende der 90er-Jahre international bekannt. Das Lied ist auch heute noch ein Ohrwurm, aber lange Zeit gab es nichts Neues von dem Trio aus Berlin. Die Band konzentrierte sich in den letzten Jahren darauf, Konzerte zu geben. Nach 13 Jahren gibt es nun ihr neues Album Wie wir sind. Es ist das erste Album der Gruppe auf Deutsch. Aber Erfahrung mit deutschen Texten hat die Sängerin Jana Groß schon länger. Bei ihren Auftritten spielte die Band immer wieder auch deutsche Songs. Groß schrieb außerdem deutsche Lieder für Fernsehsendungen wie die Serie „Schloss Einstein“. Im April ist die Band auf Konzerten live zu sehen und zu hören.

der Ohrwurm, ¿er

, hier: m Lied oder

Melodie, das/die man sich schnell gut merken kann der Auftritt, -e , von: auftreten = vor Publikum singen und spielen


Deutsch perfekt 4 / 2018

Paul Klees Blühender Baum von 1925

Sprache verstehen

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Ausstellungen MITTEL

Was ist eine Rampensau? Und was bedeutet es, wenn jemand die Katze im Sack kauft? Muttersprachler benutzen im Alltag viele Redewendungen. Manche von ihnen wissen selbst nicht genau, woher diese eigentlich kommen. Für Menschen, die die deutsche Sprache lernen, sind Redewendungen noch sehr viel schwerer zu verstehen. Trotzdem sollte es jeder versuchen. Denn mit ihnen lernt man die Facetten einer Sprache noch besser kennen. Die Ausstellung „Mein Name ist Hase! Redewendungen auf der Spur“ (bis 9.9.) des Museums der Alltagskultur im Schloss Waldenbuch bei Stuttgart stellt Redewendungen vor und erklärt, woher sie kommen. Das ist auch für Nichtmuttersprachler sehr interessant.

Farben, Formen

die R„mpensau, R„mpensäue , m a Schauspieler oder Musiker, der sehr gerne vor Publikum spielt; auch: Person, die gerne im Zentrum des Interesses steht

Seine Malerei nannten Kritiker oft infantil, aber das war sie nicht. Der Schweizer Künstler Paul Klee wollte mit Linien, Farben und Formen eine eigene Realität schaffen. Sein Credo war: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar.“ Expressionismus, Kubismus oder Surrealismus – Klee auf einen Stil festzulegen, ist nicht einfach. Seine Bilder wirken oft geheimnisvoll, weil er mit seinen meistens abstrakten Darstellungen nie in den Grenzen des Rationalen blieb. Die große Ausstellung „Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses“ in der Pinakothek der Moderne in München hat diesen Aspekt von Klees Kunst als Thema (bis 10.6.). Sie findet in Kooperation mit dem Franz Marc Museum in Kochel am See (Bayern) statt, das Landschaftsbilder des Künstlers zeigt. Das Museum in München beschäftigt sich mit Klees Arbeit in den 20er-Jahren. Zu dieser Zeit unterrichtete er an der berühmten Kunsthochschule Bauhaus in Weimar und Dessau. Anders als die Bauhaus-Direktoren wollte Klee aber keine enge Verbindung von Kunst und Technik. Wichtig war für ihn das Spiel mit der Fantasie. Auch am Bauhaus wählte er oft Transzendenz-Motive wie Berge, um geheimnisvolle Bilder zu konstruieren. Klee malte nicht nur, er beschäftigte sich auch mit Kunsttheorien. Die Kombination von rationalem Denken und dem Geheimnisvollen war die Basis für sein Schaffen.

4

die Malerei

, Malen als Kunstform

sch„ffen , hier: machen wiedergeben , hier: zeigen das S“chtbare , etwas, das gut mit den Augen zu erkennen ist s“chtbar m„chen , ≈ erreichen, dass man etwas gut sehen kann

auf einen Stil f¡stlegen

, sagen, dass er nur in einem

speziellen Stil malt

geheimnisvoll , hier: so, dass man nicht komplett erkennen kann, was er meint (das Geheimnis, -se , etwas, von dem andere nichts wissen sollen)

die Darstellung, -en

, hier: Bild

s“ch beschæftigen m“t , hier: zum Thema haben die K¢nsthochschule, -n

, ≈ Universität für Kunst

die K„tze “m S„ck kaufen , m ≈ etwas kaufen, dessen Qualität und Aussehen man nicht kennt

scher Bedeutung

Mein Name “st Hase! , m ≈ Ich weiß nichts, und es geht mich auch nichts an!; ≈ Ich will von dieser Sache nichts wissen! … auf der Spur , hier: ≈ entdecken, woher … kommen

Sparen! Die Deutschen sind pünktlich, fleißig – und sie sparen gerne. Das sind Klischees, aber an der Liebe zur Sparsamkeit ist etwas dran. Das zeigt auch die Finanzpolitik, in der Deutschland immer wieder, zum Beispiel in der Eurokrise, seine Liebe zum Sparen zeigt. International sehen das viele kritisch. Die britische Wochenzeitschrift The Economist nannte die deutsche Sparpolitik „The German Problem“. Auch privat versuchen viele Deutsche, zu sparen. Auch in der Bankenkrise oder bei niedrigen Zinsen machen sie weiter. Die Ausstellung „Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend“ (bis 26.8.) im Deutschen Historischen Museum in Berlin fragt, was die Gründe dafür sind.

6

„n … “st ¡twas dr„n , hier: … stimmt; … ist richtig

der Z“ns, -en , hier: Geld, das man von der Bank für sein gespartes Geld bekommt

die Tugend, -en

, ≈ gute Tradition/Moral

Fotos: The National Museum of Modern Art; Deutsches Historisches Museum; Babak Behrouz

In der Pinakothek der Moderne in München gibt es eine große Ausstellung zu Paul Klee.

die Redewendung, -en

, ein paar Wörter mit idiomati-


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SPRACHKURSE UND SPRACHFERIEN

Sprachen lernen...

Die Suche nach dem Ich Rami Hamze fragt sich, was Deutschsein bedeutet. Muss er als deutscher Araber Personenkontrollen immer akzeptieren? Und ist ein Multiple-Choice-Test für den deutschen Pass wirklich okay? Bevor Rami Hamze stirbt, möchte er richtig Arabisch lernen. Und richtig Kölsch. Gut Saxofon spielen auch. Und warum soll er nicht vorher als Athlet an den Olympischen Spielen teilnehmen? Nicht alle diese Ideen sind realistisch. Das weiß der Autor selbst. Aber es gibt auch in Deutschland genug absurde Dinge. Zum Beispiel den Einbürgerungstest, bei dem man auf Multiple-Choice-Fragen antworten muss. Sonst gibt es keinen neuen Pass. Aber wird man so Deutscher? „Es geht nur darum, Fakten zu kennen, nicht darum Dinge zu tun“, meint Hamze. Der Autor hat andere Ideen für eine Deutsch-Prüfung: Bier trinken, ein Musical besuchen, ein Praktikum im Vorstand einer wichtigen Bank machen. Danach dann eine Mutter kritisieren, weil ihr kleines Kind in der Bahn schreit. Unter anderem. So kann jeder im Alltag das Deutschsein üben. Natürlich ist das nicht einfach. Aber einfach hat es Hamze als Ostwestfale mit syrisch-katholischen Wurzeln auch nicht. Zum Beispiel bei Personenkontrollen. Diese und andere Situationen beschreibt der Autor und Filmemacher in seinem Buch Wat is, Rami?. In verschiedenen Szenen sucht er mit viel Ironie sein deutsch-arabisches Ich. Und hofft, dass er in 30 oder 40 Jahren nicht mehr gefragt wird, wo er eigentlich herkommt (Paderborn in Ostwestfalen!). Hamzes Buch ist für Leser mit guten Deutschkenntnissen (ab Niveau B2) gut zu verstehen.

7

r“chtig , hier: ≈ sehr gut das Kœlsch , hier: Kölner Dialekt der Einbürgerungstest, -s , Test, den man machen muss, wenn man einen deutschen Pass bekommen will ]s geht dar¢m … , hier: Das Wichtigste ist … das/der F„kt, -en

, Sache, die Wirklichkeit

ist; Information

der Vorstand, ¿e

, Gruppe, die eine Firma

oder einen Verein leitet ¢nter „nderem

Testzentrum

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Buch

Autor und Filmemacher Rami Hamze

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WIE GEHT ES EIGENTLICH ...?

Deutsch perfekt 4 / 2018

WIE GEHT ES EIGENTLICH DEN …

Blumenläden?

Mit Blumen ist sehr viel Geld zu verdienen, sagen Experten – und die Deutschen kaufen sie auch oft. Warum haben Blumenläden dann trotzdem ein großes Problem? Von Sophie Burfeind SCHWER

Fotos: Xavier Arnau, subjug/iStock.com

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B

lumen machen glücklich, das Liebe von ihm. Wenn er frühere Kunden fand auch Karl Bode lange Zeit. bei Rewe traf und sah, wie sie dort BluEr konnte andere Menschen men kauften, hätten sie sich geschämt, mit seinen Sträußen zum sagt er. Aber sie kamen trotzdem nicht Strahlen bringen, das machte ihn glück- wieder. Als Bode den Laden 1988 von seilich. Und dann diese Blumen: ihre Farben, nem Vater übernahm, gab es Blumen fast ihre Formen, ihre Blüten, wie sie dufteten. nur in Fachgeschäften. Heute haben sie Bode hatte mit Menschen zu tun, die bei nach Zahlen der AMI noch einen Marktihm einkauften, um Liebe, Dankbarkeit anteil von 40 bis 45 Prozent. und Anteilnahme zu verschenken. DesSind Blumen den Deutschen denn gar wegen steckte er viel Liebe in die Sträuße. nichts mehr wert? Und: Wieso verkaufen Vor acht Jahren musste Bode feststel- Supermärkte und Discounter überhaupt len, dass diese Liebe immer weniger Be- so viele Blumen und Pflanzen? deutung hat. Die Ladentür öffnete sich „Mit Blumen kann man noch richtig kaum noch. Er beauftragte eine Unter- Geld verdienen“, sagt der Experte Gerrit nehmensberatung, versuchte es mit Bo- Heinemann. Die Margen sind sehr hoch nuskarten, Flyern in der Zeitung, einer – im Gegensatz zu den sehr niedrigen neuen Dekoration, nichts half. Früher, Margen bei Lebensmitteln. So haben da hatten ihm die Leute an Ostern Supermärkte und Discounter ihr 800 Tulpen aus den Händen gerisBlumen- und Pflanzenangebot sen, jetzt konnte er nicht einmal immer weiter ausgebaut. Und damehr 150 verkaufen. Im Mai 2017 durch hat sich das Kaufverhalten schloss er seinen Laden in Kasder Menschen verändert. sel, das Ende eines 211-jährigen Aus Zeitgründen und FaulVor 30 JahFamilienbetriebes. heit kaufen Menschen nämren gab es Floristen sagen: Für jemanlich so viel wie möglich in Blumen fast den, der im Herzen Florist ist, einem Geschäft. „One-Stopnur in Fachist jeder Tag eine Erfüllung. Das Shopping“ heißt das. Blumen geschäften. Geschäft aber ist für die meiswerden dabei oft spontan mit ten inzwischen gar nicht mehr in den Wagen gelegt. erfüllend. Deshalb schließen in DeutschBode kauft Fleisch, Käse und Wurst lieland, dem Land der Blumen- und Pflan- ber auf dem Wochenmarkt. Aus Prinzip. zenliebhaber, immer mehr Blumenläden. Eigentlich hatte er von Anfang an „Ich sehe schwarz für unsere Branche“, keine Chance. Das wird klar, wenn man sagt Bode. Er hat ja gesehen, wie viele ge- morgens in die Großmarkthalle für Blukämpft und aufgegeben haben. Der Fach- men in München fährt. Früher war dort verband Deutscher Floristen glaubt, dass sehr viel los, wird einem gesagt, während es noch 10 000 bis 12000 Blumenläden in man durch eine ziemlich leere Halle läuft. Deutschland gibt. Vor zehn Jahren wa- Töpfe mit Rosen, Tulpen und Gerbera ren es um die 15 000. Dass Bode und all stehen nebeneinander, leuchtende Farbdie anderen aufgeben mussten, liegt aber flecke in grauer Umgebung. Je größer der nicht daran, dass die Deutschen weniger Kopf einer Rose ist, desto teurer, je länger Geld für Blumen und Pflanzen ausgeben. ihr Stiel ist, desto teurer. Ein Bund großSeit Jahren sind es 37 Euro pro Kopf für köpfiger, langstieliger Rosen kostet hier Schnittblumen, insgesamt drei Milliar- 16,95 Euro. Tulpen gibt es von 35 bis 45 den Euro im Jahr, so die Agrarmarkt-In- Cent das Stück, Primeln für 79 Cent. formations-Gesellschaft (AMI). Die Das Problem für Blumenhändler wie Leute kaufen nur woanders. Bode: Ihr Einkaufspreis ist der VerkaufsBode hat es genau beobachtet: Jedes preis von Edeka und Lidl. Jahr bauten Lidl, Aldi, Rewe und Toom Wie in vielen Branchen im Einzelhanmehr Plastikeimer mit Tulpen und Rosen del können die Großen günstiger einauf. 2,99 Euro für einen Bund Rosen von kaufen als die Kleinen und ihre ProdukRewe statt 15 Euro für einen Strauß voller te so auch billiger verkaufen. „Teilweise

WIE GEHT ES EIGENTLICH ...?

der Strauß, ¿e , hier: mehrere Blumen, die man zusammen in der Hand hält z¢m Strahlen br“ngen , ≈ machen, dass man strahlt (strahlen

, hier: sehr froh aussehen)

die Blüte, -n , Teil der Pflanze, der eine schöne Farbe hat und meistens gut riecht d¢ften , gut riechen die [nteilnahme , hier: trauriges Gefühl, das man hat, wenn andere Schmerzen oder Sorgen haben oder traurig sind st¡cken , hier: fleißig arbeiten die Unternehmensberatung, -en , Firma, die andere Firmen berät die Bonuskarte, -n

die Schn“ttblume, -n

, Blume, die man zur De-

koration in eine Vase stellt die Ges¡llschaft, -en , hier: Organisation aufbauen

, hier: in den Kassenbe-

reich stellen

der B¢nd, ¿e/-e , hier: mehrere Pflanzen, die man zusammen verkauft s“ch schämen , hier: sich schlecht fühlen, weil es ihnen unangenehm ist, dass er sie gesehen hat der M„rktanteil, -e

, hier: Menge der verkauf-

ten Blumen im Fachhandel im Vergleich zur Menge der verkauften Blumen insgesamt die Marge, -n franz. , hier: Unterschied zwischen Herstellungskosten und Verkaufspreis

, Karte, mit der man

ausbauen , hier: größer machen

aus den Hænden reißen , m hier: alle kaufen

, hier: hell; schön

Rabatt bekommt

der Flor“st, -en

, Person, die in einem

Blumenladen arbeitet

die Erf•llung , ≈ Zufriedenheit; Glück der Pfl„nzenliebhaber, , Person, die sich sehr für Pflanzen interessiert schw„rzsehen , m hier: die Zukunft pessimistisch sehen der F„chverband, ¿e , hier: Organisation für die Interessen einer speziellen Branche

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leuchtend

der F„rbfleck, -e , ≈ Farbpunkt der Stiel, -e , hier: langer, dünner, harter Teil von Pflanzen, an dem die Blüten und Blätter wachsen der Einzelhandel

, alle Geschäfte, die

direkt an die Konsumenten verkaufen teilweise

, nicht komplett


WIE GEHT ES EIGENTLICH ...?

importieren die Supermärkte und DisHaben die Blumenläden überhaupt counter die Blumen auch direkt und über- noch eine Chance, zu überleben? springen so die Handelsstufe Großhandel Manfred Etzel steht im Laden, den er oder Importeur“, sagt Frank Teuber vom mit seiner Frau in München betreibt, und Blumenbüro Holland, Experte für den spricht über Blumen. Über die Bedeudeutschen Blumenmarkt. Rosen und Tul- tung, die Mohn und Rosen haben, über pen aus dem Plastikeimer sind oft dünner Naturalismus und Architektur. Er spricht und kleiner als die im Blumenladen, die über Kunst, dazu läuft klassische Musik. Qualität ist aber nicht immer schlech- Etzel gibt einer Frau einen Strauß. „Wunter. „Und das heißt auch nicht, dass es derschön“, sagt sie und strahlt. Sie ist sich dabei um Blumen handelt, die unter vom anderen Ende der Stadt gekommen, schlechten Arbeitsbedingungen herge- Blumensträuße kauft sie immer hier. 20 stellt wurden“, sagt Teuber. Meter weiter liegen bei Edeka die Tulpen Eigentlich kann man sich die Situati- und Primeln auf Gestellen. Dem Ehepaar on der Blumenfachhändler vorstelEtzel macht das nichts aus. len wie ein belegtes Brötchen, das Denn sie gehören zu denjenigen, von zwei Seiten platt gedrückt die sich von den Großen abheben. Ihre Werkstätte für Floristik ist wird. Denn neben den Supermärkten gibt es ja noch die bekannt für schöne Sträuße, Online-Händler. Start-ups Johanna Märkl-Etzel bildet Als Symbol wie Bloomon oder Miflora regelmäßig Floristinnen aus, für Gefühle versenden fertige Sträuße als all das spricht sich herum. haben BluGeschenk. Nur ein paar Klicks, Dazu die Lage: Die Leute hamen nie an schon sind sie auf dem Weg. ben Geld, vor dem Laden gibt Bedeutung Auch die beiden größten deutes einen Parkplatz und eine verloren. schen Blumenhändler – Blume U-Bahn-Haltestelle, es sind 2000 und Fleurop – setzen zunur ein paar Meter bis zu einer nehmend auf dieses Geschäftsmodell. Klinik. „Und Weihnachtssterne, die EdeFleurop, ein reiner Online-Händler, ka dann für 1,49 Euro verkauft, bieten wir arbeitet zwar noch immer vor allem mit eben nicht mehr an“, sagt Märkl-Etzel. dem Fachhandel zusammen – der online Dass sich Floristen auf ihre Kreativität bestellte Strauß wird vom lokalen Laden konzentrieren, ist charakteristisch, sagt gemacht und geliefert. Da es aber immer Frank Teuber. Und ein Problem. In Zeiten weniger Läden gibt, versendet nun auch eines sich verändernden Handels wird die Fleurop Standardsträuße in der Kiste. Marktperspektive immer wichtiger, finAls Bode seine Ausbildung zum Floris- det der Experte. Floristen müssten sich ten machte, glaubte er: Blumen begleiten spezialisieren und neue Geschäftsmouns das ganze Leben lang, von der Geburt delle entwickeln. Schon jetzt gibt es viele, bis zum Tod. Und noch immer sind Hoch- die nur noch Hochzeiten und Partys mit zeiten, Geburtstage, Valentinstage, Mut- Blumen beliefern („Garagenfloristen“, satertage oder Beerdigungen Ereignisse, zu gen Ladenfloristen). Teuber fragt: „Wieso denen Blumen dazugehören. Als Symbol kooperieren Floristen nicht stärker mit für Gefühle haben sie nie an Bedeutung Geschenkläden oder mit Supermärkten verloren. Was Bode damals aber nicht in Form von Shop-in-Shop-Konzepten?“ wissen konnte war, dass sein Beruf trotzAber auch die Etzels fragen sich, wie dem nicht mehr gebraucht werden wür- es weitergehen soll. Ihr Geschäft läuft de. Weil auch andere Blumen verkaufen, zwar gut. Aber sie finden keine Mitarweil es Moden gibt, die ihm das Geschäft beiter mehr. Die Zahl derer, die eine Floerschweren. Durch Urnenbestattungen ristikausbildung machen wollen, ist von etwa sind weniger Trauerkränze nötig. 2002 bis 2016 von 8068 auf 2580 gesunUnd wer seine Wohnung trendbewusst ken. Und ohne Angestellte kein Laden. dekorieren will, stellt zurzeit nur ein paar Auch ihre Kinder, sagt Johanna Märkl-Eteinzelne Blumen in die Vase. zel, wollen lieber etwas anderes machen.

Deutsch perfekt 4 / 2018

überspr“ngen

, hier: nicht berücksich-

tigen

die H„ndelsstufe, -n

der Trauerkranz, ¿e

, Blumendekoration in

Ringform

(die Trauer

, ein Teil aus der

, große Traurigkeit, weil

der Großhandel

tr¡ndbewusst , so, dass man sehr auf den Trend achtet

Reihenfolge beim Handel vom Hersteller bis zum Verkäufer

, Firma, die Ware in

großen Mengen bei den Herstellern einkauft und an einzelne Geschäfte weiterverkauft

das belegte Brötchen, , Brötchen mit Käse oder Wurst pl„tt

jemand gestorben ist)

überleben

, hier: auch in Zukunft

existieren

betreiben

, hier: besitzen und leiten

der Mohn , rote Blume laufen

, sehr flach

, hier: gespielt werden

s¡tzen auf , hier: vertrauen auf

das Gest¡ll, -e , Konstruktion ähnlich wie ein Regal

das Geschæftsmodell, -e , ≈ Programm, wie man mit einer Idee Geld verdient rein , hier: nichts anderes als; nur lokal , hier: in dem Ort, in dem auch der Kunde ist

n“chts ausmachen , hier: nicht stören denjenigen , denen s“ch „bheben v¶n … , hier: erreichen, dass man nicht so durchschnittlich wirkt wie …

begleiten

s“ch her¢msprechen , bekannt werden

die Beerdigung, -en

einen Toten in ein Loch in die Erde legt

der Weihnachtsstern, -e , hier: Zimmerpflanze mit sternförmigen, roten Blättern

erschweren , schwieriger machen

das Konz¡pt, -e , Idee; Programm

, hier: ≈ immer dabei sein , Zeremonie, bei der man

die }rnenbestattung, -en , Zeremonie, bei der man eine Urne in ein Loch in die Erde legt

laufen

, hier: so sein, dass sie

Geld verdienen

Foto: subjug/iStock.com

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KOLUMNE – ALIAS KOSMOS

„Etwas kann nur richtig oder falsch sein“ Die deutsche Sprache ist so genau, dass man damit die kompliziertesten Dinge erklären kann. Deshalb ist es auch falsch, etwas richtiger zu finden, weiß unsere Lieblingsrussin. SCHWER AUDIO

Foto: Stephan Sperl

I

ch habe mich sehr gewundert, als vor Kurzem einer fand, dass das Wort richtiger in der deutschen Sprache nicht existiert. Im Russischen benutzt man es oft: „Es wäre richtiger gewesen, diese Verabredung abzusagen“, „Richtiger wäre es, zu handeln, statt zu warten“, „Gestern den Wodka ohne das Bier zu trinken, wäre ganz sicher richtiger gewesen“ und so weiter. Die Wahrheit in Russland dehnt sich wie Sibirien, der russische Präsident zeigt es der Welt jeden Tag. Dabei kann man auch in der deutschen Sprache das Wort richtig rein theoretisch steigern: richtig, richtiger, am richtigsten. Und das hört sich auf jeden Fall richtiger an als: falsch, falscher, am falschesten. Und bedeutet nur, dass es zwar richtig ist, aber eine bessere Lösung existiert. Aber die Deutschen lassen ihre Finger davon. Etwas kann nur richtig oder falsch sein. Dazwischen gibt es nichts. Und selbst wenn manch einer in einem Online-Sprachforum darüber philosophiert, kommt er früher oder später zum Ergebnis, dass richtiger falsch ist. Richtiger liegt im grauen Bereich, sozusagen im Darknet des Verstandes. Richtiger bedeutet Zweifel und Fehler. Und diese existieren in den Top Ten der deutschen Tugenden nicht. Die Liste wird von Planen, Machen und Kontrollieren angeführt. Der Deutsche ist vorsichtig, geht nur Risiken ein, die er einschätzen kann, gegen andere versichert er sich. Natürlich sind auch hier manche Schlamper unterwegs. Aber es gibt mehr Menschen, die Effizienz lieben, an Regeln glauben und ihren Alltag wie einen Geschäftsprozess strukturieren. Inklusive To-do-Listen,

Tabellen und Häkchen. Dinge, die richtiger sind, können nur Fake News sein. Das zeigt sich auch in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Deutsche drücken sich so direkt aus, wie es nur geht. Wenn sie etwas von einem wollen, dann gehen sie einfach hin und fragen danach. Hilfe! Sie wissen gar nicht, wie viele schlaflose Nächte sie den Ausländern bereiten, die ihr Leben lang gelernt haben, Bitten hinter Floskeln und Höflichkeiten zu verstecken. Wenn man schon auf Englisch zuerst – bevor man eine klitzekleine Bitte äußert – fragen muss, wie es dem Gegenüber geht, ob seine Kinder gesund sind und ob er das Wetter auch so schrecklich findet, wie umständlich muss es dann im Türkischen sein? Und im Arabischen wird bestimmt zuerst ein Gedicht vorgetragen, Lob sei Allah. Der Deutsche sagt bei jeder Gelegenheit: „Das hast du falsch gemacht.“ Und kommt noch nicht mal auf die Idee, es mit „Richtiger wäre es ...“ abzumildern. Ist die deutsche Sprache deshalb schlechter als andere? Nein, ganz sicher nicht. Schließlich sind einige der brillantesten Dinge, die jemals verfasst worden sind, auf Deutsch geschrieben worden. Für mich gibt es keine bessere Sprache, um sich präzise auszudrücken. Je komplizierter das Thema, desto flexibler finde ich die deutsche Sprache. Vielleicht braucht es deshalb keine Steigerung von richtig. Weil es richtig gute andere Begriffe gibt, um der Wahrheit zu huldigen. Manche bestehen zwar aus 29 Buchstaben, aber dafür muss man nicht über das Wetter reden.

Alia Begisheva wurde in Moskau geboren. Heute lebt die 42-Jährige mit ihrem kanadischen Mann und ihren zwei Kindern in Frankfurt am Main und weiß viel besser als viele ihrer deutschen Nachbarn, dass man Papier und Glas nicht in dieselbe Mülltonne wirft. Jeden Monat schreibt sie diese Kolumne.

„bsagen

, hier: sagen, dass man

nicht kommen kann

s“ch dehnen , hier: so weit sein; so groß sein dabei , hier: ≈ und das, obwohl rein theoretisch , wenn man nur die Theorie betrachtet steigern , hier: Vergleichsformen machen seine F“nger l„ssen v¶n , hier: m nicht verwenden der Verst„nd , Möglichkeit zu denken und zu urteilen die Tugend, -en , gutes moralisches Verhalten „nführen , an erster Position stehen ein Risiko eingehen

, ≈ mit Absicht in eine

gefährliche Situation gehen einschätzen

, ≈ vermuten, wie etwas

ist

der Schl„mper, , m unordentlicher Mensch; hier: Person, die ungenau ist die Effizi¡nz

, von: effizient = hier: so,

dass man ein optimales Ergebnis mit möglichst wenig Arbeit erreichen kann

Eine Übung zu diesem Text finden Sie auf Seite 45.

das Häkchen, -

, hier: grafisches Zeichen,

das man schreibt, wenn man einen Punkt auf einer To-do-Liste erledigt hat

eine schlaflose N„cht bereiten , ≈ machen, dass jemand nicht schlafen kann die Fl¶skel, -n , ≈ idiomatischer Ausdruck kl“tzeklein

, m extrem klein

äußern , aussprechen; sagen das Gegenüber, , Person, die so steht, dass man sich gegenseitig ansieht; hier: Gesprächspartner ¢mständlich , unnötig schwierig vortragen , vor anderen laut sagen „bmildern , hier: freundlicher machen verf„ssen , schreiben präzise

, sehr genau

flexibel , hier: so, dass man viele Ausdrucksmöglichkeiten hat der Begr“ff, -e

, Wort

h¢ldigen , hier: sehr wichtig finden und immer sprechen für


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REISETIPPS

Deutsch perfekt 4 / 2018

LEICHT

Garantiert regenfrei Ein gutes deutsches Reiseziel im April? Das ist nicht so einfach. Eine Prognose für das Wetter in diesem Monat ist nämlich kompliziert: Oft regnet es, manchmal scheint aber auch die Sonne. Nur gleich bleibt es nie (siehe Seite 6). Ein ideales Reiseziel ist also eines, wo das Wetter egal ist – so wie in der Dechenhöhle bei Iserlohn (Nordrhein-Westfalen). In dem Grottensystem dort bleibt die Temperatur immer bei acht bis zehn Grad. Trocken ist es auch. Sieben Euro pro Person kostet der 650 Meter lange Spaziergang durch mehrere Höhlen. Besucher sehen ungewöhnliche Formen, große Hallen und kleine Räume und auch sehr viele Stalagmiten und Stalaktiten. Teil der Führung ist auch ein Museumsbesuch. www.dechenhoehle.de

1

die Höhle, -n

, natürliche Grotte

regenfrei

, ohne Regen

das Reiseziel, -e , Ort: Dorthin will man reisen. ¢ngewöhnlich , anders als sonst die H„lle, -n , sehr großer, hoher Raum

AN DER WEINSTRASSE

2

Romantische Landschaft

Sie ist typisch für die Pfalz im März und April: die Mandelblüte. An den Straßen und Wegen blühen die Mandelbäume. Die Landschaft ist dann weiß und rosa. Die Blüten markieren das Ende des Winters und das Kommen der wärmeren Jahreszeiten – deshalb freuen sich die Pfälzer jedes Jahr auf die Mandelblüte. Zu sehen ist sie auch bei einer Wanderung auf dem Mandelpfad. Von Bad Dürkheim bis nach Schweigen-Rechtenbach geht dieser 77 Kilometer lange Weg durch Weinberge und neben schönen Mandelbaum-Alleen. www.mandelbluete-pfalz.de die M„ndelblüte , Zeit im Jahr: Dann haben Mandelbäume Blüten. (die Blüte, -n , Teil von einer Pflanze: Er sieht schön aus und riecht meistens gut.) (der M„ndelbaum, ¿e , Baum: Aus seinen kleinen harten Früchten macht man Marzipan.)

GRAZ

blühen , Blüten haben der M„ndelpfad, -e , Weg mit Stationen und Informationen zu Mandelbäumen die Allee, -n , Weg oder Straße mit Bäumen an beiden Seiten

3

Stadt des Designs

Große Parks, ein historisches Stadtzentrum, schöne alte Häuser: Das alles und vieles mehr bietet Graz, die zweitgrößte Stadt Österreichs. Seit 2011 ist Graz eine der weltweit 22 von der UNESCO gewählten „Cities of Design“ – dort gibt es also besonders kreative Architektur und viel Kunst und Musik. Die populärsten Sehenswürdigkeiten in Graz sind der Schlossberg, der Uhrturm, die Murinsel und das Kunsthaus. Abends können Touristen noch einen der vielen Weine aus der bekannten Weinregion probieren. www.graztourismus.at bieten , ≈ anbieten zweitgrößte (-r/-s) , hier: so, dass nur eine Stadt größer ist w¡ltweit , auf der ganzen Welt die K¢nst , ästhetische Dinge (z. B. Bilder, Literatur, Musik oder Skulpturen)

die Murinsel, -n

, Plattform: Sie schwimmt im

Fluss Mur.

(die |nsel, -n , Stück Land in einem Meer, See oder Fluss)

Fotos: BF Dechenhöhle; Südliche Weinstraße

DECHENHÖHLE ISERLOHN


Deutsch perfekt 4 / 2018

IM NÄCHSTEN MONAT

im Mai18

Herausgeber Rudolf Spindler Chefredakteur Jörg Walser Art Director Michael Scheufler

Gesamt-Anzeigenleitung Matthias Weidling (DIE ZEIT, V. i. S. d. P.) Tel. +49 (0) 40/32 80-142 matthias.weidling@zeit.de

Leitung Kooperationen Key Account Manager Redaktion Sprachenmarkt Barbara Duckstein (in Elternzeit), Iriet Yusuf Katharina Heydenreich, Sonja Krell Tel. +49 (0) 89 / 8 56 81-135 (frei), Claudia May, Nadine Miller i.yusuf@spotlight-verlag.de (frei), Cornelia Osterbrauck (frei), Sales Manager Sprachenmarkt Eva Pfeiffer (frei) Eva-Maria Markus Bildredaktion Tel. +49 (0) 89 / 8 56 81-131 Sarah Gough, Judith Rothenbusch e.markus@spotlight-verlag.de Redaktionelle Mitarbeit Anzeigenpreisliste Anne Wichmann (frei), Guillaume Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 13 Horst (frei) seit Ausgabe 1/18. Autoren Ana Maria Michel

ISSN 1861-1605 Deutsch perfekt erscheint monatlich.

Korrespondenten Marcel Burkhardt (Mainz), Barbara Kerbel (Berlin) © 2018 Spotlight Verlag, auch für alle genannten Autoren, Gestaltung Fotografen und Mitarbeiter Anna Sofie Werner, Nerina Wilter (frei) Der Spotlight Verlag ist ein Produktionsleitung Ingrid Sturm

Tochterunternehmen der Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH.

Leitung Redaktionsmanagement Thorsten Mansch Repräsentanz Empfehlungsanzeigen Litho Mohn Media Mohndruck GmbH Anzeigenleitung 33311 Gütersloh iq media marketing GmbH Druck Vogel Druck & Medienservice GmbH, 97204 Höchberg Deutsch perfekt wird besonders umweltfreundlich auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. Verlag und Redaktion Spotlight Verlag GmbH Fraunhoferstraße 22 82152 Planegg Tel. +49 (0)89/8 56 81-0 Fax +49 (0)89/8 56 81-105 Geschäftsführer Rudolf Spindler, Jan Henrik Groß Leiter Lesermarkt Holger Hofmann Vertriebsleitung Monika Wohlgemuth Leitung Marketing B2C & PR Heidi Kral

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Lifestyle Patricia Rudigier, Anne Sasse, Tina Kreibich Tel. +49 (0) 89 / 54 59 07-29 sales-lifestyle@iqm.de

20 Heft 5/ ab dem gibt es il. 25. Apr

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Deutschlands Frauen – Deutschlands Männer

Unser nächstes Heft wird eines für Sammler. Denn so ein Deutsch perfekt gab es trotz der 150 erschienenen Ausgaben noch nie. Man kann es von zwei Seiten lesen – in der einen Hälfte schreiben wir über Männer, in der anderen über Frauen. Nach dem Motto: ein Heft, zwei Perspektiven. Was wäre, wenn Frauen alles entscheiden dürften? Und was, wenn Männer das dürften? Wie sehen Frauen das andere Geschlecht in Zeiten von #MeToo? Und wie geht es den Männern damit? Außerdem: Wenn aus Bruno Beate wird – eine Liebesgeschichte zwischen Geschlechtergrenzen.

erschienen

, publiziert

die Ausgabe, -n , hier: ≈ Heft d•rften

, Konj. II von: dürfen

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e l l a r ü f k c ü l G

– skekse her k c lü G t ll e t ie s rötchen. S intelligente Idee. B e in e k s te ch Schäfer gibar und ist eine ziemli ie il m a F n . Das w kerei vo In der Bäc le Tausend am Tag LEICHT vie

R

aphael Schäfer ist sehr überrascht, als ihn eine nervöse Dame anruft. Ob denn wirklich eine Person bei ihnen gefangen ist? Das will sie wissen. Sofort. Schäfer kann es zuerst nicht glauben und denkt an einen Scherz. Aber dann erinnert er sich an einen Kunden, der eine sehr spezielle Nachricht in seinem Glückskeks haben wollte: „Hilfe, ich bin in einer Glückskeksfabrik gefangen!“ Diesen Satz kennen Fans der bekannten Serie „The Big Bang Theory“ gut. Die Frau, die

den kleinen Zettel in ihrem Glückskeks gefunden hat, kennt ihn nicht – und will die Polizei informieren. Deshalb muss Glückskeksbäcker Schäfer ihr schnell erklären, dass alles in Ordnung ist. „Zum Glück hat sie mir dann geglaubt“, erzählt der 28-Jährige und lacht. Schäfer sitzt in einem Büro in Bad Abbach (Bayern), in dem es nach Vanille und Zitrone riecht. Vor ihm liegen Glückskekse in verschiedenen Farben. Sie sind in Plastiktütchen verpackt. Darauf: individuelle Werbebotschaften, Symbole und Slogans.

der Gl•ckskeks, -e

, ≈ sehr kleiner, dünner

Kuchen in Halbkreisform: Darin ist ein Zettel mit einer positiven Prognose (s. Foto). gef„ngen , Part. II von: fangen = hier: in eine Fabrik schließen und nicht mehr weggehen lassen der Sch¡rz, -e , Spaß

verp„ckt

, Part. II von: verpacken

= z. B. in Papier oder Folie legen und zumachen

die W¡rbebotschaft, -en , ≈ Information: Damit versucht man, ein Produkt, einen Service oder eine Firma sehr bekannt zu machen.


Fotos: Sandy Jones, pressdigital/iStock.com

Deutsch perfekt 4 / 2018

Schäfer ist erst seit einem Jahr der Chef Mini-Pfannkuchen. Nach 90 Sekunden der Firma. Trotzdem ist das Geschäft mit bekommt der runde Keks dann seinen dem Glück für ihn nicht neu. Denn er hat Zettel – und wird gebogen. Das muss die Firma von seinem Vater übernom- schnell passieren. Wenige Momente men. Schon als Kind hat er selbst in der später ist der Keks schon zu hart. „Auch Produktionshalle gestanden. wenn ich persönlich die Farbe nicht mag: Zuerst hat sein Vater dort Bonbons Schwarze Glückskekse sind aktuell ein und Gummibärchen produziert. „Aber Trend“, erklärt Ralph Schäfer. Kunden verdann ist er eines Abends nach Hause ge- kaufen sie zum Beispiel als Unglückskekkommen und sagte: ‚Kinder, wir backen se mit lustigen Sprüchen wie „Das Licht jetzt Glückskekse!’“, erinnert sich Schäfer. am Ende des Tunnels kann auch ein Zug Kurze Zeit später hat Schäfer senior in sein.“. den USA eine Glückskeksbackanlage geDieser schwarze Glückskeks, der ein kauft. Denn nicht aus China, sondern aus bisschen wie ein Stück Kohle aussieht, Nordamerika kommt die Idee. In Kalifor- schmeckt sehr gut. Eins war Schäfer nämnien soll es in den 20er-Jahlich besonders wichtig: einen ren die ersten Glückskekse Ralph Schäfer leckeren Glückskeks zu magegeben haben. ist eines Abends chen. „Ich wollte keinen Keks, Aber erst Raphaels Vater der nach Pappe schmeckt“, nach Hause Ralph bringt die Produktion sagt Schäfer. Lange haben er gekommen und 1992 nach Deutschland – in und ein befreundeter Bäcker sagte: „Kinder, die Nähe des 12 000-Einwohwir backen jetzt nach dem besten Rezept ner-Ortes Bad Abbach. Der gesucht. Nach neun MonaGlückskekse!“ ten Ausprobieren war klar: Glückskeks ist für ihn ein So bleibt es jetzt. Das ist der optimales Werbemedium. Basisteig. Der ist so gut, dass beim Prospekte werfen Menschen oft weg. Aber ein Glückskeks macht Direktverkauf in der Fabrik immer neugierig. Jeder will wissen, was mehr Kunden nach Bruchkeksen auf dem kleinen Zettel steht. Und der fragen. Die schmecken zum Kaffee kommt dann meistens nicht in den Müll, nämlich fantastisch. sondern in die Geldbörse. Auch sonst ist die Nachfrage groß. Ralph Schäfer ist zwar nicht mehr 20 000 Glückskekse produzieren die Schäder Chef hier, aber er hilft natürlich fers an einem Tag auf Europas größter trotzdem noch mit. Auch wenn heute Glückskeksbackanlage. Aber wer denkt schwarze Glückskekse produziert wer- sich die vielen Sprüche in den Keksen den. Eine Farbe, die der 61-Jährige nicht aus? „Bei uns müssen die Kunden selbst besonders mag. Denn der Weg zu ihr war kreativ sein“, sagt Schäfer. „Es ist ihre kompliziert. Zuerst haben sie es mit Le- Werbebotschaft, die durch unseren Keks bensmittelfarbe versucht. Das Resultat: transportiert wird.“ Aber weil auch für schrecklich. Dann war Sepia dran. Auch private Feiern oder Festtage eine Nachdas hat nicht funktioniert – und die Pro- frage da ist, haben sich die Schäfers zum duktionshalle hat drei Tage extrem nach Beispiel Sprüche für Hochzeiten und Fisch gerochen. Erst eine Basis auf Kohle Geburtstage überlegt. Auch verschiedene hat genau das Schwarz gebracht, das sie Zahlenkombinationen für Kunden wie wollten. Schön findet Schäfer senior es Lotto können sie ohne Probleme liefern. trotzdem nicht. Ihre neueste Idee: Glückskekse für Blinde. Bei einem Blick in die Produktions- Sie testen aktuell, wie das mit der Braillehalle versteht man ihn sofort. Dort rührt schrift auf dem kleinen Papier am besten ein großer Mixer in einer dunklen Mas- funktioniert. se. Sie sieht aus wie Schweröl. Aber das Die beiden Schäfers meinen nämlich: ist der Teig. Eine Pumpe bringt immer Das Glück soll zu jedem kommen. Und eine kleine Portion in die Backanlage. Bei das am besten durch ihren bayerischen 145 Grad werden sie auf Gasflammen zu Glückskeks. Claudia May

WIRTSCHAFT

übern¶mmen

, Part. II von: über-

nehmen = hier: als Chef weitermachen die Produktionshalle, -n , sehr großer, hoher Raum in einer Fabrik: Dort produziert man etwas. der/das Bonbon, -s franz. , ≈ kleines Stück aus einem harten Zuckermix, z. B. Karamell das G¢mmibärchen, , Süßes aus weicher, elastischer Substanz, meistens in Tierform produzieren , herstellen die Gl•ckskeksbackanlage, -n , ≈ technische Konstruktion: Damit produziert man Glückskekse. s¶ll ¡s … gegeben haben , ≈ man sagt, dass es … gegeben hat das W¡rbemedium, -medien , Medium: Man benutzt es, um ein Produkt, einen Service oder eine Firma sehr bekannt zu machen. zwar …, aber …

, es ist so, dass …, aber …

die Kohle , hier: ≈ schwarze Stücke: Man benutzt sie als Material zum Heizen. rühren

, hier: mit einem speziel-

len Gerät Kreise machen

die M„sse , hier: ≈ weiche Substanz, z. B. aus Mehl, Wasser oder Milch, Ei, Salz und/oder Zucker das Schweröl , ≈ Benzin für Schiffe

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der Teig, -e

, ≈ weiche Substanz, z. B.

aus Mehl, Wasser oder Milch, Ei, Salz und/oder Zucker die P¢mpe, -n

, hier: Gerät: Damit

kann man den Teig an eine spezielle Stelle bringen. die Gasflamme, -n , ≈ oberer blauer oder gelber Teil vom Feuer: Es kommt aus einem Gasherd. der Pf„nnkuchen, , ≈ dünne, runde Speise aus Mehl, Eiern und Milch: Man backt sie in einer Pfanne. (die Pf„nne, -n , ≈ nicht tiefer Topf) gebogen

, Part. II von: biegen

= hier: einen Halbkreis formen der Spr¢ch, ¿e

, hier: kurzer Satz: Man

kann ihn sich gut merken. die P„ppe , dickes, hartes Papier befreundet , ≈ wie Freunde

ausprobieren , etwas Neues versuchen der Br¢chkeks, -e , ≈ kaputter Keks die Nachfrage

, Kaufinteresse

s“ch ausdenken , hier: die Idee haben für überlegt , Part. II von: sich überlegen = hier: lange denken, bis man die Idee für einen neuen Spruch hat der/die Bl“nde, -n , Person: Sie kann nichts sehen.


Deutsch perfekt 4 / 2018

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D-A-CH-MENSCHEN – EINER VON 98 MILLIONEN

Manche nennen die kleine Insel Riems das „Alcatraz für Killerviren“. Der Virologe Thomas Mettenleiter untersucht dort mit seinen Kollegen viele der gefährlichsten Tierkrankheiten der Welt. Lebt er nicht in Angst? MITTEL PLUS

Herr Mettenleiter, warum untersuchen Forscher auf Riems Viren und Bakterien? Erstens geht es um die Gesundheit unserer Nutztiere. Schweine, Kühe und Hühner sind Tiere, die uns viele Lebensmittel geben. Deshalb ist es wichtig, ihre Krankheiten zu kennen und etwas gegen sie zu tun. Zweitens können tierische Erreger auf den Menschen übertragen werden. Es geht also auch um den Schutz der Tiere und der Menschen. Mit wie vielen Tieren arbeiten Sie in Riems? Das ist bei jedem Forschungsobjekt anders. Wir haben circa 150 Großtiere und mehrere Tausend kleine Tiere. In Europa sind wir das einzige Labor, das mit Großtieren wie Schweinen und Rindern bei sichersten Konditionen forschen kann. Und keines dieser Tiere verlässt die Insel. Wie viele Mitarbeiter haben Sie? Ungefähr 450 Mitarbeiter forschen auf der Insel Riems, insgesamt sind es am FLI 850. Dazu gehören auch Doktorandinnen und Doktoranden, die bei uns ihre Arbeiten schreiben. Hierzu gehört Laborarbeit genauso wie Tierversuche. In welchem Bereich arbeiten Sie lieber? Als Präsident des FLI mache ich natürlich viel administrative Arbeit. Aber eigentlich hängt mein Herz an der Laborarbeit. Woher kommt Ihre Faszination für Viren? Viren stehen an der Grenze des Lebens. Sie sind die Lebensform, die es auf der Erde am häufigsten gibt und haben große Konsequenzen für das Leben. Viren spielen zum Beispiel beim Stoffkreislauf eine zentrale Rolle – ohne Viren würde es uns also nicht geben. Es gibt mehr Viren auf der Erde als Sterne am Himmel.

Sie arbeiten mit sehr gefährlichen Erregern. Haben Sie bei der Arbeit keine Angst? Meine Mitarbeiter sind gut ausgebildet und können am besten mit diesen Erregern umgehen. Und wir haben viele Mechanismen, die Mensch und Umwelt schützen. Ich habe keine Angst, aber ich habe großen Respekt vor diesen Erregern. In vielen Büchern und Filmen wird spekuliert, dass Viren im Krieg benutzt werden könnten. Glauben Sie, das ist realistisch? Ich halte das eher für unrealistisch. Hier spielen Bakterien eine größere Rolle. Riems ist zwar eine Insel, trotzdem wohnen in der Nähe Menschen. Wie blicken diese auf die Forschungsstation? Das Institut gibt es schon seit Oktober 1910. Die Menschen kennen es also schon sehr lange. Die ‚Seucheninsel‘ gehört für sie einfach dazu, auch wenn manche sie das „Alcatraz für Viren“ nennen. Wir sind ja auch ein sehr erfolgreiches Forschungsinstitut. Es ist zwar ein deutsches Institut, aber wir sind international sehr aktiv. Wir arbeiten zum Beispiel mit der Weltgesundheitsorganisation und der Weltorganisation für Tiergesundheit zusammen. Der Umfang und die Komplexität unserer Arbeit sind in ganz Europa einzigartig. Wir spielen in der Champions League der Forschungsinstitute. Würden Sie Besuchern der Region also empfehlen, Riems zu besichtigen? Natürlich. Der Zugang auf die Insel ist zwar beschränkt. Man muss sich also anmelden. Man kann sie aber besuchen. Wir haben nichts zu verbergen und reden gerne über unsere Arbeit. Interview: Guillaume Horst

XXXXXX (30) reist für ihren Thomas Mettenleiter (61) ist Traumberuf um1996 die Welt: Virologe. Seit leitetDie er das Hamburgerin ist seit Anfangauf 2016 Friedrich-Loeffler-Institut der Schiedsrichterin is incit Insel Riems, die bXerferecab zu Greifswald esed eture preptat eum int denihil (Mecklenburg-Vorpommern) inciis aciDas di dolectium, te que nem gehört. Institut (FLI) forscht rescipieni es iust dit rehentia im Auftragadder Regierung über nem vidit aut antemporit, Tiergesundheit. Im Laborinum werden facil imusaest ditaes dort explisc Krankheiten wieerum Malaria ellignimpos eniscienis ex et rem untersucht.

das/der Virus, Viren , Partikel, der Grund für eine Krankheit sein kann gehören zu , ≈ ein Teil sein von f¶rschen , arbeiten für mehr Wissen ¡s geht ¢m … , hier: das Wichtigste ist … das N¢tztier, -e , Tier, von dem man z. B. Fleisch, Milch oder Eier nimmt der Erreger, - , Virus oder Bakterie, die der Grund für eine Krankheit ist übertragen , hier: weitergeben der Sch¢tz , ≈ etwas, das hilft, … zu schützen

großen Resp¡kt haben vor , hier: ≈ vorsichtig sein, weil man nicht weiß, was passieren kann spekulieren

, hier: eine Prognose

machen, was vielleicht passieren kann

eher h„lten für , hier: ≈ mehr meinen, dass … ist die Seucheninsel, -n , gemeint ist hier: Insel, auf der Experimente mit Seuchen gemacht werden (die Seuche, -n

, Krankheit, die sehr viele

Menschen oder Tiere in kurzer Zeit bekommen; Epidemie)

einfach , hier: Das ist so.

verl„ssen , hier: weglaufen von

erf¶lgreich , mit viel Erfolg

der M“tarbeiter, , Angestellter

der }mfang , hier: ≈ Menge an Arbeit, die gemacht wird

die Doktor„ndin, -nen

sche Untersuchung macht, um den Titel Doktor zu bekommen

einzigartig , besonders; so, dass man etwas nicht mit anderen vergleichen kann

der Bereich, -e , hier: ≈ Sektor

, hier: Möglichkeit, auf die

, Frau, die eine systemati-

mein H¡rz hængt „n … , ≈ ich mache sehr gern …

der Zugang

Insel zu gehen

häufig , oft

beschrænkt , hier: so, dass man nicht ohne Erlaubnis dorthin gehen darf

der St¶ffkreislauf , hier: ≈ Zirkulation von chemischen Elementen

verb¡rgen , hier: etwas mit Absicht nicht zeigen oder sagen

¢mgehen m“t , hier: arbeiten mit In Deutschland, Österreich und der Schweiz (D-A-CH) leben 98 Millionen Menschen. An dieser Stelle interviewen wir jeden Monat einen davon.

Foto: Friedrich-Loeffler-Institut

Dies istViren „Ohne ein Blindtext würde es uns nicht geben“


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