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Ich sach ma so...

Fotografisches — von Christian-M. Mark

Superzoom oder Suppenhuhn


Superzoom oder Suppenhuhn Wer sich intensiver mit der digitalen SpiegelreflexFotografie beschäftigt, stößt über kurz oder lang auf sie — die Superzoomer. Objektive vornehmlich von Tamron und Sigma, mittlerweile auch von den Kameraherstellern wie Canon oder Nikon als Kundensegment wahrgenommen und sogar mit Bildstabilisator erhältlich. Endlos, die Diskussionen in vielen Internetforen über die vermeintlich miese Qualität der Bilder, der Verarbeitung und so weiter. Und was ist dran an all den Kritikpunkten? Macht man sich womöglich lächerlich, wenn man im Zoo nicht mit einem weißen L Objektiv umherspringt? Wird der Affe etwa unscharf und ist er so verzerrt, dass er einem Lama gleicht? Meine Meinung — alles Unsinn.

Fotografisches — von Christian-M. Mark — www.nasowas.de


Superzoom oder Suppenhuhn Wer die richtigen Erwartungen an einen Superzoomer hat, der wird mittlerweile auch nicht enttäuscht— ganz im Gegenteil. Mein Urteil gilt dem Tamron AF 18-270mm f/3.5-6.3 Di II LD [IF] Asph. VC macro. Das Objektiv hat einen gigantischen Brennweitenbereich. So sollte es auch sein. Die Lichtstärke ist „normal“ und absolut nicht für Available Light Fotografie zu gebrauchen. Wer jedoch eine Reise in Angriff nimmt und auf der Wanderung Landschaftsaufnahmen macht und sich trotzdem mal ein Makro ergibt oder man schnell die Bergziege auf die Pixel verbannen will — der ist auf der richtigen Seite. Die Bildqualität ist so gut, dass man mit etwas Bildbearbeitung in seinen Abzügen kaum einen Unterschied zu einem „L-Foto“ sehen wird. Der Bildstabilisator friert das Bild zudem im Sucher so gut ein, dass man versucht ist, ihn mit Kameraschwenks zum Aufgeben zu zwingen.

Was man in Kauf nimmt für die knapp 500 Euro? Verzeichnungen im Weitwinkelbereich. Diese fallen bei Architektur auf, können aber recht simpel am Rechner korrigiert werden. Wenig Lichtstärke. Die kreativen Möglichkeiten mit Blenden von 1,2 bis 2,8 bleiben verborgen. Das sollte einem klar sein. Trotzdem kann man Portraits mit herrlichem Bokeh erzeugen.

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Superzoom oder Suppenhuhn Ja spinnen denn die Kritiker alle? Wohl kaum. Doch der Vergleich mit Objektiven höchster Güte sollte einfach nicht gezogen werden. Es ist wie der Name schon sagt ein SUPERzoom. Es macht SUPER viel SPASS und man muss SUPER wenig SCHLEPPEN und es hat einen SUPER BILDSTABILISATOR. Wer das Beste aus seinem Superzoom herausholen will, der sollte natürlich abblenden, wenn es das Motiv und das Licht hergibt. Beim Tamron reicht es auf F/5.6 und im Telebereich auf F/8 abzublenden. Es ist jedoch auf bei offener Blende schon auf hohem Niveau. Photozone.de hat die höchsten Auflösungen bei den wichtigen Brennweiten gemessen. Die wesentlichen Werte habe ich umrandet dargestellt.

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Superzoom oder Suppenhuhn

ICH SACH MA SO — ein Profi wird ein solches Objektiv in der Tat belächeln. Er gehört auch nicht zur Zielgruppe ;-) Allen anderen wünsche ich, mit welchem SUPERZOOM auch immer, wunderschöne Augenblicke, die kann man auch damit festhalten. Auf den nächsten Seiten einige Testfotos zur Ansicht.

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Superzoom oder Suppenhuhn

F/5,6 142mm ISO 250 Fotografisches — von Christian-M. Mark — www.nasowas.de


Superzoom oder Suppenhuhn

F/6,3 270mm ISO 200

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Superzoom oder Suppenhuhn

F/5,0 18mm ISO 200

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