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Impressum

Ingo Pertramer

Medieninhaber, Sales & Marketing Pink Marketing GmbH Zieglergasse 3 1070 Wien T +43 (1) 789 1000-20 F +43 (1) 789 1000-25 www.pinkmarketing.at Herausgeber Günther Moser, Gerd Eichler Chefredakteur Mag. Ralf Strobl strobl@name-it.at stv. Chefredakteur Mag. Manuel Simbürger Konsulent Alfons Haider Chefin vom Dienst Mag. (FH) Romana Dobes Fashion Editor Susanne Spiel mitarbeiter dieser ausgabe Mag. (FH) Asim Aliloski, Mag. Roland Bonimair, Mag. Heidelinde Fischer, Dr. Peter Jobst, Michael Schmucker, Thomas Schwentenwein, Mag. Wolfgang Stempfer, Frank Störbrauck, Thomas Zeidler Chief Photographer Mag. Miriam Höhne Fotos Ingo Pertramer, Sam Scott Schiavo, Michael Brus Illustration Andreas Hofmann Coverfoto PHOTOGRAPHER and FASHION EDITOR: Sam Scott Schiavo (www.samscottschiavo.com) Grooming: Rafaello Nicoletti using Men's Grooming Products provided by Esbjerg www.esbjerg.com Models: Bruno Rosendo @ Next Company, Curtis R. @ Tempo Models Art Direction, Grafik & Layout Eva Urthaler Sales & Marketing T +43 (1) 789 1000-20 office@name-it.at Günther Moser (Ltg), Mag. (FH) Romana Dobes, Andreas Forgacs, BA Salesagentur premiummedia info@premiummedia.at Abo-Service T 0800 808 1044 (Ortstarif) abo@name-it.at Webshop www.name-it.at Druck AV + Astoria Druckzentrum GmbH, 1030 Wien COPYRIGHT © 2011 PINK Marketing GmbH. Alle Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung einschließlich Nachdruck (auch auszugsweise) ist nur mit schriftlicher Einwilligung des Herausgebers gestattet. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos, Illustrationen o. Ä. wird keine Haftung übernommen.

Lieber Leser, liebe Leserin! Zeigt Euch! Die Vorbereitungen für die Vienna Pride 2011 laufen auf Hochtouren – es soll zwischen 14. und 19. Juni ein riesiges Fest der Freude, der Vielfalt und Toleranz werden. Zum ersten Mal zieht die Community und deren Vertreter an einem Strang, um allen zu zeigen: Wir sind ein lebendiger und wichtiger Teil Österreichs – und wir werden nicht locker lassen, bis auch im letzten Winkel unseres Landes klar ist: Wir fordern selbstbewusst gleiche Rechte für alle. Und wir lassen uns von der dumben Minderheit sicher nicht unterkriegen. Besonders freut mich, dass meine Kollegen Manuel Simbürger und Thomas Schwentenwein bei der Vorbereitung zur Vienna Pride – neben Ihrer Arbeit an dieser Ausgabe von NAME IT – federführend beteiligt waren und sind. Sie habe die Chefredaktion des Vienna Pride-Magazins übernommen und wirklich ganze Arbeit geleistet. Ab sofort wird dieser unentbehrliche Guide in österreichischen und internationalen Szenelokalen verteilt. Gratulation an Euch beide! Toll gemacht! Zur Einstimmung auf den Event findet ihr alle Infos in diesem NAME IT ab Seite 10. Ebenfalls in dieser Ausgabe, mit der wir drei Jahre NAME IT feiern: Wir haben wieder zwei tolle Fotostrecken für Euch! Sam Scott Schiavo hat auch das Coverfoto beigesteuert. Danke an alle unsere Facebook-Fans, die sich in einer Abstimmung auf unserer Site für dieses Motiv entschieden haben. Ziemlich erotisch, aber schließlich beginnt der Sommer, da ist das schon erlaubt… Hoffe, es gefällt Euch! Und zum ersten Mal zeigen wir eine Modestrecke von Michael Brus, der für NAME IT in Paris war und die unvergleichliche Atmosphäre der Seine-Metropole wunderbar eingefangen hat.

Ich wünsche Euch allen erfreuliche Wochen! Herzlich,

Ralf Strobl Chefredakteur PS: Feedback, Anregungen, Bewerbungen jederzeit an strobl@name-it.at Und: Werde auch Du Mitglied der NAME IT-Gruppe auf Facebook. Hier erhältst du exklusive Infos, die Möglichkeit an Gewinnspielen teilzunehmen etc.

Mit „Promotion” gekennzeichnete Beiträge sind bezahlte Werbeeinschaltungen. Die Inhalte müssen nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers widerspiegeln. Die Inhalte wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, dennoch wird keine Garantie bzw. Haftung für etwaige inhaltliche Unrichtigkeiten übernommen (Produkthaftungsausschluss). Ach ja: Nur weil wir hübsche Models im Heft haben, sagt das noch lange nichts über deren sexuelle Orientierung aus! www.name-it.at

Achtung: Das neue Name it erscheint am 29. Juli 2011!


inhalt S. 7 8

hot

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Hero of the Month Theologe David Berger

10

Vienna Pride 2011

Pride Village, Pride Show, Regenbogenparade: Alle Facts im Überblick

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18

WIE schwul ist m. niavarani?

Der Comedy-Liebling im Gaytest

Amnesty International

Netzwerk LGBT-Rechte: Der Report

22 haider trifft treichl-stürgkh

Die Opernball-Lady im intimen Talk über Stil, Respekt und Tanzen

26 Name it-awards Beste Gay-Bar: Felixx

S. 27

vanity

28 Mode: pariser flair

38

10 16

thomas Kirchgrabner

Der exzentrische Mode-Designer im Talk

 S. 41 balance 42 Die wahrheit über schwulen sex Alle Antworten auf die größten Sex-Fragen

44 alternativmedizin

Die besten Experten-Tipps

46 sexy underwear

Das trägt mann diesen Sommer unten drunter

04

54


46

54

Schwule haustiere

Bello & Co machen das leben schöner!

58 Horoskop

S. 59

living

60 schwules wohnen

Biedermeier-Stil vom Feinsten

S. 67

speed

68 Audi a 1

Das schwulste deutsche Auto im Härtetest

  art

S. 73 74

Take that

Die Boyband aus den 90ern ist wieder da

94

78

Identities - das filmfestival Interview mit Barbara Reumüller

38

80 schwule in Tv-serien

Deutschland und England zeigen's vor

82 peter Weck: das cats-comeback

Der Musical-Schirmherr und seine Memorys

22

84 thomas bernhard

War der Jahrhundertautor schwul?

   S. 89 globetrotter 86 CD, Buch, DVD

60

90 Prag

Osteuropas rosa Hauptstadt

94 Tirol

Schwul zwischen den Bergen 96 Schwule sommerziele

NAME IT-Leser und ihre Urlaub-Hot Spots

98 Sex and a Pity 05

Michael Brus, Miriam Höhne, Sam Scott Schiavolo, TVB Innsbruck, Thomas Koller, Stefan Armbruster


Photograph by: Christine Pichler

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Gratis! Das »Vienna Pride Magazin« – jetzt an vielen »Gay-Hotspots« Österreichs erhältlich!

14.bis 19. 6. Pride Village Regenbogenparade Pride Show Pride Parties

viennapride.at


K umne ol

Von Ulrike Lunacek „Meine Mutter ist unsichtbar“

So drastisch ist für die 10-jährige Tochter einer Finnin und einer Französin die Tatsache, dass – je nachdem in welchem Land die Familie gerade lebt – es so ist, als ob ein Elternteil rechtlich verschwindet, denn auch innerhalb der EU gilt das Prinzip der „Bewegungsfreiheit“ (der Fachbegriff heißt „Personenfreizügigkeit“) und der gegenseitigen Anerkennung von Rechtsakten immer noch nicht für alle. Ein Beispiel mehr, das auf die immensen Widersprüche zwischen deklarierten europäischen Werten, deren Umsetzung durch die Mitgliedstaaten und der Schwäche der Kommission als „Hüterin der Verträge“ aufmerksam macht. Gemeinsam mit der LGBT-Intergroup des Europaparlamentes hatte die niederländische Abgeordnete Sophie In t`Veld am 4. Mai zu der Debatte geladen, um gemeinsam Strategien gegen diese für viele Lesben und Schwule (und ihre Kinder) absurden Situationen zu überlegen. Warum wird eine Mutter der „unsichtbar“? In Frankreich leben die Eltern in einer registrierten Partnerschaft, genannt PACS, die aber in Finnland nicht anerkannt wird. Insofern wäre es einfacher, alle Eherechte würden für Lesben und Schwule geöffnet – und dann fände man für alle Vereinbarungen, nach welchen Regeln binationale Paare und ihre Kinder in den einzelnen Mitgliedstaaten zu behandeln sind. Ben Baks, International LGBT Policy Officer der niederländischen Regierung erwähnte, dass es eine Arbeitsgruppe von „LGBT focal points“ einiger EU-Staaten gibt. Österreich ist da noch nicht dabei. Ich werde mich mit der neuen Sprecherin der österreichischen Grünen für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen und TransGender, unserer Bundesrätin Jennifer Kickert, und unserem Justizsprecher Albert Steinhauser dafür einsetzen, dass die neue Justizministerin jemanden in diese Arbeitsgruppe entsendet! Denn es ist für das gemeinsame Europa, in dem es (zumindest solange das Schengenabkommen nicht aus hysterischer Angstund Angstmache vor 20.000 Flüchtlingen aufgekündigt wird) zwar Reisefreiheit gibt, die für ein positives Lebensgefühl und eine brauchbare Lebensplanung absolut nötige Personenfreizügigkeit jedoch je nach Familienstand eingeschränkt oder sogar verhindert wird.

Beigestellt, AngMoKio, G.dallorto

Ein etwas satirisch anmutender Vorschlag tauchte auf, um die Absurdität des derzeitigen Regelungschaos in der breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen: Da etwa der PACS in Finnland nicht anerkannt ist, könnte die finnische Mutter in Finnland ohne rechtliche Schwierigkeiten einen Mann heiraten – Bigamie also, igittigitt! „Igittigitt“ werden sich viele homophobe Menschen auf diesem Kontinent in den nächsten Wochen und Monaten der diesjährigen PRIDE-Saison wieder denken. Damit sie jedoch in ihren vier Wänden bleiben (dort, wo sie uns hin wünschen), sollten wir ihnen heuer noch mehr als in den letzten Jahren zeigen, mit wie viel Spaß, Selbstverständlichkeit und Selbstbewusstsein wir uns in der Mitte der Städte und der Gesellschaft bewegen: Ich hoffe viele der NAME IT-LeserInnen nicht nur bei der Regenbogenparade in Wien sondern auch an anderen österreichischen und europäischen Orten zu sehen! Ulrike Lunacek ist Europa-Abgeordnete und stv. Klubobfrau der österreichischen Grünen. Sie ist Außenpolitiksprecherin der Grünen/EFA-Fraktion im EP und Vorsitzende der LGBT-Intergroup des Europaparlaments.

Aktuelles & Politik Homophobie in Schulen nimmt zu

Wie das Nachrichtenportal „Spiegel Online” berichtet, nimmt die Diskriminierung gegenüber schwulen und lesbischen Schüler_innen, aber auch Lehrer_innen immer mehr zu. Geoutete Lehrer_innen würden sowohl im Klassenzimmer, als auch von ihren Kolleg_innen belästigt, ausgeschlossen oder offen beschimpft. Auch das Verbreiten von Gerüchten über Affären mit Schüler_innen ist keine Seltenheit. Früher, so berichten Betroffene, sei die Abneigung gegenüber Homosexuellen nicht derart aggressiv gezeigt worden wie heute. Da fragt man sich: Wo ist die tolerante Gesellschaft, von der stets gesprochen wird?

Diversity Management – aber richtig! Diversity Management ist zurzeit in aller Munde und bleibt dennoch oft nur eine leere Worthülse. Das soll sich nun ändern: Im aktuell erschienen „Praxisbuch Diversity Management” wird dieser Begriff praxisnahe mit Inhalten gefüllt. Auf 500 Seiten beschreiben 36 AutorInnen die Möglichkeiten (und Grenzen) des Diversity Managements erstmalig in Österreich. Lehrreiche Lektüre - nicht nur für Manager_innen!

Gesetz des Monats: HomoGeschichte im Schulunterricht Das kalifornische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das in Schulen das Thema schwul-lesbische Geschichte zur Pflicht macht. Kritiker sehen darin einen Versuch, Kinder politisch zu beeinflussen. NAME IT sieht darin jedoch eine Chance, gegen die steigende Homophobie an Schulen vorzugehen.

Alle 36... … Stunden wird in Brasilien ein Schwuler, eine Lesbe oder eine Transgender-Person ermordet. Das sind insgesamt 260 Menschen im Jahr 2010. In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl dieser Hass-Morde um 113 Prozent erhöht.

Vatikan: Angst vor Homophilie Da rennt eindeutig etwas verkehrt: Der Vatikan verteidigte nun öffentlich das Recht von Staaten, Homosexualität gesetzlich verbieten oder zumindest regulieren zu dürfen. Denn die ach so armen Gläubigen, die sich negativ gegen homosexuelles Verhalten äußern, werden „stigmatisiert, verteufelt und verfolgt, so Erzbischof Silvano Tomasi, der Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen. Das könne doch nicht sein, erregt sich Tomasi! Grund für dieses öffentliche Statement ist jedoch ein erfreulicher: 85 Länder haben sich in einer gemeinsamen offiziellen Erklärung für das Ende von Gewalt und Diskriminierung gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle ausgesprochen.


HERO OF THE MONTH Text Peter Jobst

Lieber keine Religionsunterricht als einen, der von einem Schwulen gehalten wird. Gegen Juden, Schwule, Freimaurer. Bis zu diesem Zeitpunkt fördern ihn rechtskonservative Kreise innerhalb der Kirche. Man toleriert den Partner, offiziell sein Cousin, zumal dieser als Mitgestalter kirchlicher Websites nützlich ist. David kompensiert Schuldgefühle mit konservativen Ausfällen. Als er sich jedoch weigert, Texte, die Schwule, Juden, Freimaurer und andere übliche Feinde konservativer Kreise angreifen, in seiner Schrift zu publizieren und die Rehabilitierung der Pius-Bruderschaft kritisiert, setzt man ihn unter Druck. Er erkennt, dass reaktionäre Kreise seit Jahren Material über ihn sammeln und sein Schwul-Sein einsetzen, um ihn gefügig zu halten. Anspielungen („Wir wissen was über dich“), Erpressungen, Angriffe von Websites (www.kreuz.net) häufen sich gegen den lange geblendeten Berger.

Die Nachricht, dass Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln, David Berger endgültig die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen hat, kommt nicht überraschend. Berger darf seine Schüler nicht mehr in Religion unterrichten. Man nimmt in Kauf, dass seine Klassen bis Ende des Schuljahres keinen Religionsunterricht haben: Ein Skandal, der Schüler, Eltern und Direktor auf die Palme bringt. „Lieber keinen als einen von einem schwulen Theologen erteilten Religionsunterricht“, heißt die Devise. Vertreter des hohen katholischen Klerus machen sich mit solchen Entscheidungen zu Handlangern reaktionärer Katholiken, die Papst Benedikt liebevoll in sein rechtes Herz geschlossen hat. Fadenscheinige Begründungen. Die Vorwürfe bleiben vage formuliert. Der Kardinal spricht in seiner fadenscheinigen Begründung von einem zerstörten Vertrauensverhältnis und wirft Berger vor, in Lehre und Lebensführung kirchlichen Normen nicht zu entsprechen. Der Pressesprecher setzt noch eins drauf: Einen Bankangestellten, der nicht rechnen kann und dauernd Rechnungen fälscht, entlässt man ja auch. Toller Vergleich. Abrechnung mit reaktionären Kreisen. Der Entzug der Lehrerlaubnis ist der vorerst letzte Akt einer Tragik-Komödie: David Bergers Outing (2010) ist der erste Paukenschlag: Der gut aussehende, ehrgeizige (schwule!) habilitierte Theologe und Hoffnungsträger reaktionärer Kreise, Herausgeber der konservativen Schrift „Theologisches“, macht lange das Spiel mit hohen Würdenträgern mit. Dann eskalieren die Konflikte: Er outet sich öffentlich in einem Zeitungsartikel in der „Frankfurter Rundschau“, in dem er auch die Attraktivität konservativer Strömungen für schwule Männer erläutert: Die scheinbar intakte Männerwelt mit festen Regeln, Aufstiegschancen und Karriereaussichten waren auch für ihn ein Lockmittel. Dazu kommen Eitelkeit, Verdrängung, Blindheit, Opportunismus. In dem rückhaltlos ehrlichen Buch „Der Heilige Schein“ legt er seinen Werdegang offen und rechnet mit ehemaligen Gönnern ab.

08

Solidarität. Ist der Entzug der Lehrerlaubnis für ihn ein Rückschlag? Denn gerade als Lehrer setzt er die Latte hoch. Er will für seine Schüler authentisch sein. Er will ihnen etwas vermitteln, was über den Unterrichtsstoff hinausgeht und wofür er besonders empfänglich ist: Glaube, sensible Sprachwahl, Symbolsprache. Das Schwulsein steht dabei zwar nicht im Vordergrund, spielt aber eine wichtige Rolle. Hoffnungen von Eltern und Schülern, ihn als Religionslehrer zu behalten, zerstört die Entscheidung des Kölner Kardinals. Bergers Schüler planen einen Protestmarsch zum Wohnsitz des Kölner Kardinals. Manche Eltern haben angekündigt, aus der Kirche auszutreten. Solidarität von vielen Seiten für David Berger. Kommt ein Umdenken? David Bergers Buch bleibt ein wichtiger Impuls. Die katholische Kirche wird sich nicht ewig weigern können, Homosexualität in der Kirche als eine Kernfrage in der gegenwärtigen Krise neu zu überdenken. Dennoch fühlen sich viele schwule Priester bedroht: Sie werfen Berger vor, sie durch sein mutiges Auftreten noch mehr dem Druck von Vorgesetzten und Gemeinden auszuliefern. Schweigender heiliger Gehorsam ist für David Berger keine Option mehr. Manche verbergen ihre Angst hinter dem Vorwurf, Berger würde sich als Täter zum Opfer machen. Bergers Zukunft. David Berger bleibt ein gefragter Mann: Beim Düsseldorfer CSD wird er mit Nina Hagen diskutieren, die sein Buch toll findet. Eine TV-Dokumentation, die auf dem „Heiligen Schein“ basiert, ist geplant. Das Leben geht weiter …. n

Hans Scherhaufer

David Berger

Konsequent ehrlich. Der kirchliche Schuss geht vorerst nach hinten los. Frühere Kritiker bewundern Konsequenz und Ehrlichkeit dieses mutigen Schritts. Der Preis, den David Berger für seine Offenheit bezahlt, ist hoch: Seine Funktion als Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“ gibt er freiwillig auf, die Päpstlichen Akademie des heiligen Thomas von Aquin entlässt ihn. Und jetzt nach dem Entzug der Lehrerlaubnis darf er an seinem Gymnasium in Erftstadt nicht mehr Religion unterrichten. Dennoch bereut er den riskanten Schritt nicht. Obwohl er im Gegensatz zu evangelischen Pastoren nicht mit der Solidarität seiner Kirche rechnen kann. Sein Buch verursacht einen Erdrutsch in seiner Kirche. Auftritte in Talkshows machen es noch bekannter. Kraft und Entspannung findet er beim morgendlichen Joggen, einem ausgiebige Frühstück mit seinem Partner, an Abenden mit Freunden und bei intensivem Work-Out im Fitnessstudio…


Text Manuel Simb端rger


Vienna PrideDas 2011 queere Belgien hat eine, Rom sowieso, sogar München kann mit einer aufwarten. Die Rede ist von einer mehrtägigen LGBT-Pride, in der es vor allem um eines geht: Seinen queeren Stolz nach außen zu tragen und – ja, wir sind ehrlich –, so richtig geil abzufeiern. Während dieser Tage ist die Welt ein Regenbogen. Bunt, fröhlich, manchmal auch ein bisschen laut. Genau dieser Regenbogen soll in einer Größe und Pracht wie nie zuvor nun auch endlich (oder besser: wieder!) über Wien erstrahlen. Nachdem die Regenbogenparade in den letzten Jahren Vielfalt und Unabhängigkeit vermissen ließ, beschloss die Community, endlich an einen Strang zu ziehen und ein mehrtägiges LGBT-Event auf die Beine zu stellen. Dieses soll nicht nur „Diversity” wieder in den Mittelpunkt stellen, die Veranstalter wollen sich auch dem Niveau von vergleichbaren internationalen Events

Event des Jahres!

annähern. Wenn Rom für ein paar Tage ein kunterbuntes Straßenfest bieten kann – wieso dann nicht auch Wien? Gemeinsam für gesellschaftliche Anerkennung. Die transparente Dachorganisation CSD Vienna, bestehend aus vielfältigen Vertreter _ innen der Community (Medien, Wirtschaft, Werbung, Politik, Gastronomie), verfolgte von Beginn an ein Ziel: die Community zu vereinen. Miteinander (anstatt nebeneinander) nicht nur durchs Leben zu gehen, sondern sich vor allem zu unterstützen und gemeinsam für ein größeres Ziel zu kämpfen – nämlich die Gleichstellung von Schwulen, Lesben, TransgenderPersonen und Bisexuellen. „Wir wollen der Anforderung bzw. Vorstellung von Vielfalt gerecht werden. Es geht uns um die

Thomas Koller

Vom 14. bis 19. Juni 2011 ist Wien für die LGBT-Community the place to be: Denn dann steigt die Vienna Pride 2011. Größer, lauter, bunter und stolzer als alles, was man bisher gesehen hat. NAME IT hat für Euch die wichtigsten Fakten rund um die Pride im Überblick.


gesellschaftliche Anerkennung ohne Wenn und Aber”, gibt sich Patricia Kleinwaechter, die gemeinsam mit Andreas Salat das Vorstandsteam des CSD Vienna anführt, kämpferisch. Party ist zwar toll, bei CSDVeranstaltungen geht es aber um viel mehr, wie Kleinwaechter betont: „Der perfekte CSD ist jener, der als einmaliges Ereignis in den Köpfen der Menschen verankert bleibt. Der nicht als bunter Trubel abgetan wird, sondern als Demonstration für die LGBTCommunity verstanden wird – in all Ihren Facetten unter Einbeziehung aller Gruppierungen. Und er soll den Menschen Mut machen, weiterhin auf die Straße zu gehen.” „Show Your Face!“ Mut machen – ein großes Stichwort für die Vienna Pride 2011. Unter dem Motto „Show Your Face” werden nicht nur die sogenannten „Medien-Schwulen” angesprochen (perfektes Aussehen, laut und schrill), vielmehr soll die gesamte LGBT-Community in all ihrer farbenprächtigen Diversität betont werden: Mann, Frau, jung, alt, Migrant _ innen, behindert, leise, laut, arm, reich, Model und DurchschnittsTyp. Jeder soll „sein Gesicht zeigen”, denn jeder ist Community. Ich. Du. Wir. Dazu CSD-Vorstand Salat: „Unter dem Motto ,Show Your Face' wollen wir aufzeigen, wo überall und wie LGBT-Menschen leben und arbeiten. Als Ärzt _ innen, als Straßenbahner _ innen, als Kassierer _ innen, als Architekt _ innen usw. Deswegen auch Fahnen nicht nur auf den Straßenbahnen, sondern an jedem Fenster, hinter dem wir leben. Auch die Auseinandersetzung mit Homosexualität und allen damit verbundenen Problemen im Alltag werden bei der Pride thematisiert.” Party-Event mit gesellschaftspolitischem Anspruch – das möchte die Vienna Pride 2011 sein. Oder, um es mit Kleinwachters Worten auszudrücken: „Die Vienna Pride wird DIE Veranstaltung der LGBT-Community!”

Alles neu im queeren Wien Vom 14. Bis 19. Juni 2001 wird die Vienna Pride als mehrtägiger Event stattfinden – und Wien endgültig als queeren Mittelpunkt Österreichs etablieren. Eine Regenbogenparade mit tollen Neuerungen! PRIDE VILLAGE Es ist das neue Herzstück der Pride! „Dieses Straßenfest wird die Lebensfreude der gesamten LGBT-Community zeigen. Als sichtbares Zeichen mitten in der Wiener Szene”, zeigt sich CSD-Vorstand Andreas Salat stolz. Im Pride Village, das sich in unmittelbarer Nähe des Naschmarkts befindet, steht Vielfalt im Vordergrund: Zum Einen wird es spannende, von NGOs (u. a. MiGaY und SOHO) veranstaltete Diskussionen geben, zum Anderen wird den Besuchern ein abwechslungsreiches und schillerndes Showprogramm geboten. Leckere Verköstigung darf natürlich auch nicht fehlen! Weil die Vienna Pride ein großes Zeichen für Diversity und Toleranz in Wien setzen wird, werden bei der großen Eröffnungsfeier am 14. Juni viele Politiker _ innen und Prominente vor Ort sein, um ihren Support für die Community Ausdruck zu verleihen. Besonders cool: Am Tag der Parade (18. Juni) haben die Besucher die Möglichkeit, sich im Pride Village von Profis ein passendes Paraden-Styling verpassen zu lassen. Die Termine des Pride Village findest Du in der Spalte rechts im Überblick.

zwischen Börse und Franz-Josefs-Kai und passiert in Folge den Kai, Schwedenplatz, Urania, Stadtpark, Karlsplatz und Heldenplatz. Um 18 Uhr wird am Ziel der Route, dem Rathausplatz, die große Abschlusskundgebung stattfinden. Wie die Jahre zuvor ist auch heuer die Teilnahme an der Parade kostenlos (ausgenommen: PKW, LKW, Motorräder, etc.). Neu ist 2011 allerdings die ca. 100 Meter lange Fotozone zu Beginn der Route, die ausnahmslos Paradenteilnehmer _ innen vorenthalten ist. Plus: Eine Promijury kürt die besten Paradenbeiträge!

PRIDE SHOW Auch die Abschlusskundgebung nach der Regenbogenparade wird dieses Jahr fulminanter als die Jahre zuvor. Ab 18 Uhr wird vor der Kulisse des Rathauses Party gemacht: ein cooler Mix aus Pop, Dancefloor und Musical erwartet Euch auf der Bühne. Heiße Gogo-Tänzer _ innen, Akrobatikeinlagen und eine Travestieshow heizen die Stimmung weiter an. Bei der Künstlerauswahl wurde auf einen Mix aus nationalen und internationalen Musiker _ innen geachtet, vor allem aber sollen Nachwuchs-Künstler _ innen ihre Chance bekommen, endlich REGENBOGENPARADE vor großem Publikum spielen zu dürfen. Wer Natürlich ist auch die von der HOSI verander Top Act ist, ist nach wie vor streng gestaltete Regenbogenparade, immerhin seit heim! Im Anschluss an die Pride Show geht Jahren Fixpunkt des queeren Lebens in es mit heißen Partys in den Szene-Lokalen Wien, Teil der Vienna Pride 2011. Am weiter. Auch heuer wird es wieder 18. Juni wird wieder für Gleichbeeine Pride Night geben, dies diesNITRO rechtigung marschiert – dieses mal im Brut (Künstlerhaus) und Special Party Vienna Jahr aber in Fahrtrichtung: im Lutz-Club stattfinden wird. Pride & 3 Jahre NAME IT Die Parade (Treffpunkt ab 14 Mehr Infos unter: Do, 16.6.2011 ab 22:00 Uhr Uhr, Start um 15 Uhr) startet www.ViennaPrideNight.at Palffy Club, 1010 Wien, Josefsplatz 6

www.name-it.at

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WC WC

Das erwartet Dich beim Pride Village

Vier Tage haben die Organisatoren für Euch ein buntes Programm zusammengestellt. Be part of it! Dienstag, 14. 6. 2011 15:00 Uhr: Beginn Gastro- & Infostände 18:00 Uhr: Eröffnung der Vienna Pride und des Pride Village mit Politik und Prominenz 20:00 Uhr: „Welcome to Circus“ mit der Apollon Dance Company Mittwoch, 15. 6. 2011 11:00 Uhr: Beginn Gastro- & Infostände 16:00 Uhr: „WHO is WHO“– soziologisches Rate-Spiel: Mann-FrauTrans-Homo-Bi-Positiv-Negativ? 18:00 Uhr: „HIV aktuell” – Mediziner_innen berichten. Für Betroffene und Ärzt_innen 20:00 Uhr: Kino. hosted by Die Grünen Andersrum Donnerstag, 16. 6. 2011 11:00 Uhr: Beginn Gastro- & Infostände 16:00 Uhr: „Life is a Circus …“. Lebensgeschichten: Zeitzeug_innen berichten über das queere Leben zu Zeiten des Totalverbots 18:00 Uhr: „Gewalt in homosexuellen Beziehungen“: hosted by Wr. Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen 20:00 Uhr: „Sisis Pride Quiz“ 21:30 Uhr: „MarG Lustvoll”. Erotik für Frauen Freitag, 17. 6. 2011 11:00 Uhr: Beginn Gastro- & Infostände 15:30 Uhr: queere Motorrad-Tour durch Wien. hosted by Dykes on Bikes 16:00 Uhr: „Generation 50+. Wo sind ältere Lesben, Schwule & Transgenders?” hosted by SOHO 18:00 Uhr: „Ein Blick über die Grenzen”. MiGaY über Alltag & Liebe von Migrant_innen 20:00 Uhr: „Final Night“ at Pride Village

Routenplan der Wiener Regenbogenparade

Thomas Koller, Anlavaro, Hannes Hochmuth

Diesmal marschiert die LGBT-Community in Fahrtrichtung. Treffpunkt ist am Franz-Josefs-Kai ab 14 Uhr. Start: 15 Uhr.


Pride 2011: Magazin, Fotoshooting, Werbespot! Die offizielle Vienna Pride-Homepage www.viennapride.at

www.viennapride.at

Das offizielle Vienna Pride-Magazin NAME IT unterstützt tatkräftig die Vienna Pride 2011: Die NAME IT-Redakteure Manuel Simbürger und Thomas Schwentenwein fungierten als Chefredakteure des offiziellen Vienna Pride Magazins. Hier erfährt ihr nicht nur alles zur Entstehungsgeschichte der Pride, auch alle Facts rund um die Parade, dem Pride Village und der Pride Show sind im Magazin übersichtlich zusammengefasst. Die wichtigsten Pride-Veranstaltungen in ganz Österreich und auch international gibt´s außerdem im Überblick. Plus: 12 Seiten Fotostrecke mit Gesichtern aus der Community! Don´t miss it! Das Vienna Pride Magazin wird gratis in der nationalen, sowie internationalen LGBTSzene verteilt. Vienna Pride Werbespots Nach dem durchschlagenden Erfolg des offiziellen Vienna Pride-Fotoshootings war klar: Das war es noch nicht mit den Pride-Models! Also entschloss man sich, einen Schritt weiter zu gehen – und mit den Models einen stylishen Pride-Trailer zu drehen! Das Konzept ist klar: Diversity, Party, Future. Vienna Pride eben. Der Trailer ist ab Ende Mai auf YouTube, Facebook und auf www.viennapride.at zu bewundern. Eventuell gibt`s den Spot auch im Fernsehen! queer Lounge berichtet exklusiv queer Lounge, das schwul-lesbische Fernsehmagazin von OKTO, berichtet ab Anfang Juni exklusiv und umfangreich über die Vienna Pride 2011. Die TV-Termine im Überblick: 7. Juni, 21:30 bis 22:00 Uhr: Vienna Pride-Vorbericht 13. Juni, 21:30 bis 22:00 Uhr: queer Lounge extra – „Beyond Pride“ / Dokumentarfilm von Melanie Schiller 13. bis 18. Juni, jeweils 22:00 bis 22:05 Uhr: Daily Pride 18. Juni, 20:05 bis 22:35 Uhr: queer Lounge spezial – STONEWALL IN WIEN / Chronologie der lesbisch-schwulen-Transgender-Emanzipation 19. Juni, 20:00 bis 20:05 Uhr: Daily Pride 5. Juli, 21:30 bis 22:00 Uhr: Vienna Pride-Nachbericht mit der Zusammenfassung aller Highlights

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Vienna Pride Next Topmodels Wir werfen einen kurzen Blick hinter die Kulissen des offiziellen Vienna Pride-Fotoshootings. Die klare Vorgabe war: Die Macher wollten die LGBT-Community in jener Art und Weise präsentieren, wie sie auch tatsächlich ist: schwul, lesbisch, transgender, Drag Queens und Kings, jung, alt, Migrant _ innen, behindert, laut, leise. Aber vor allem eins: stolz auf das Ich und das Wir. Diversity wird groß-, Ausgrenzung dafür kleingeschrieben. Die Anfrage war groß, viele wollten „Vienna Prides Next Topmodels” sein. Am Ende fiel die Auswahl auf 19 starke und vor allem unterschiedliche Charaktere: Kevin, Bernhard, Michele, Tamara, Stephan, Randy, Ewa, Irmi, David, Markus, Sascha, Birgit, Michael, Jo, Peter, Martin, Szilvia und die beiden Anjas. Sie sind nicht nur die Gesichter der großen Fotostrecke des Vienna Pride-Magazins, sondern sind auch auf dessen Cover zu bewundern. Mitte Mai fand das 12-Stunden-Shooting in Bad Vöslau, Niederösterreich, statt. Anfangs etwas schüchtern, fielen bald darauf die Hemmungen – und vor allem die selbstauferlegten Grenzen. Zu Homo-Hymnen wie „Born this way” (Lady Gaga) oder „Show me how you Burlesque” (Christina Aguilera) wurde vor der Kamera nicht nur posiert, sondern auch einander angenähert. Und plötzlich, zwischen Posen, Make-upAuffrischen und Outfit-Wechsel, wurden Freundschaften geschlossen. Freundschaften zwischen Persönlichkeiten, deren Wege sich unter anderen Umständen vielleicht nicht gekreuzt hätten. Die erste gemeinsame Partynacht war nur noch eine Frage der Zeit… Im Mikrokosmos des Fotoshootings ist bereits im Vorfeld genau das passiert, worum es bei der Vienna Pride geht: Grenzen überschreiten und miteinander, anstatt nebeneinander, durchs Leben zu gehen. Die Community Eins werden lassen.

vektorama und Christine Pichler. Manuel Simbürger

Im TV, im Netz und als Magazin: Der „CSD Vienna” scheute keine Kosten und Mühen, um die Vienna Pride zum größten LGBT-Event, das Österreich je gesehen hat, zu verwandeln. Wo und wie Ihr Euch am besten über die Vienna Pride up-to-date hält, erfährt Ihr hier.


OMG

Society

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Interview Manuel Simbürger Fotos Miriam Höhne

Wie schwul bist Du, Michael Niavarani? Michael Niavarani gehört zur österreichischen Comedy wie Sisi zu unserem Nationalstolz. Der vielseitige Publikumsliebling ließ sich bei unserem Gay-Test tief in die Seele blicken mit überraschend erfreulichem Ergebnis. …

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Ist es OK, wenn ich noch schnell aufesse?“, fragt Michael Niavarani zu Beginn unseres Interviews. Wir treffen uns im berühmten Wiener Restaurant „Engländer“, Niavaranis Stammlokal, das auch an diesem Abend ziemlich gut besucht ist. Niavarani fungiert derzeit als Intendant der „Festspiele Berndorf 2011“ (Niederösterreich), da gilt es natürlich, kräftig Werbung zu machen. Der Comedian hat bereits einen AchtStunden-Interview-Marathon hinter sich, als wir an seinem Tisch Platz nehmen. Er sei müde, gibt Niavarani zu. Als wir erwähnen, dass wir ihn heute auf sein Gay-Potenzial testen möchten, blüht er allerdings auf. „Endlich mal nicht die ewig selben Fragen!“ Nein, das bestimmt nicht …… Das Schwulste, das Du je getan hast? Michael Niavarani: Ich hatte Sex mit einem Mann (lacht laut auf)! Nein, im Ernst: Ich habe in einem Musical gespielt. Oder nein: Mit 14 habe ich mich zu Fasching als Schneewittchen verkleidet. Vor einer Fledermaus bin ich auch schon mal kreischend davongerannt. Halt, jetzt hab ich´s: Ich habe bereits halterlose Strümpfe auf der Bühne getragen! Das war übrigens gar nicht so schlecht. … Ganz ehrlich? Ist alles ziemlich schwul. 

Du bist nachts allein im Park unterwegs – was tust Du? Niavarani: Ich bin noch nie nachts allein im Park gewesen. Wenn, dann bin ich auf dem Weg nachhause. Im Taxi. Bisserl langweilig. Uns würden da andere Dinge einfallen …  Dein Lieblingssong? Niavarani: Zurzeit ist das „Never forget you“ von den Noisettes. Jazziger Pop. Hier beweist jemand Geschmack für niveauvolle Unterhaltung abseits des Mainstreams.  … und Dein Lieblingsbuch? Niavarani: Das ändert sich laufend! Einer meiner absoluten Favourites ist jedoch „Witwe für ein Jahr“ von John Irving. Ähm.…Ja,…guter Geschmack und so…hatten wir ja bereits.  Verwendest Du Beautyprodukte? Und wenn ja, welche? Niavarani: Ich muss ehrlich gestehen: Ja!

Niavarani: (lacht) Silberstreif! Er ist nämlich so groß, dass man ihn sogar noch am Horizont sieht. Ach so – und wir dachten, da steckt was Romantisches dahinter. Homoerotisch ist’s aber auf jeden Fall. 

Da ich berufsbedingt sehr viel Make-up trage, habe ich nun begonnen, Gesichtspflegeprodukte zu kaufen. Und wenn ich aus meinem Sommerurlaub zurück komme, kaufe ich meist Körpercremes, da aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit die Haut so spannt. Hier könnte sich sogar der eine oder andere Schwule noch was abschauen. Gefällt uns! 

Hast Du schon mal eine Diät gemacht? Niavarani: Nein. Ich habe zu sehr Angst vorm Abnehmen. Dann könnte man vielleicht die Falten im Gesicht sehen. So habe ich noch genug Fett unter der Haut, dass diese verdeckt werden (lacht)! Da macht sich wer Gedanken über sein Aussehen. Und hat bisserl Angst vorm Älter-Werden. Kommt uns beides bekannt vor. 

Für welchen Mann würdest Du schwul werden? Niavarani: Viktor Gernot, ganz klar. Ich habe ihm bereits versprochen: Sollte ich jemals die Alters-Schwulität bekommen, die es ja angeblich gibt, ist er der erste, den ich anrufe. Hören wir da geheime Pläne und Sehnsüchte für die Zukunft heraus? Ist ja sehr süß.  Hast Du schon jemals im Internet nach einem Date gesucht? Niavarani: Nein, noch nie. Erstens habe ich im Moment eine Beziehung und zweitens finde ich das sehr unerotisch. Nicht schwul. Darf zur Abwechslung auch mal sein.  Bist Du treu? Niavarani: Ja, absolut. Aus reiner Angst. (Pause) Und natürlich aus Liebe! Das ist schön. Wir sind gemein und sagen: Richtig schwul ist das aber nicht. 

Shopping – Himmel oder Hölle? Niavarani: Ich LIEBE es, Klamotten einzukaufen! Ich mag beispielsweise Dsqared2 und G-Star Raw sehr gerne. Auch Camper-Shoes sind lässig. Wenn ich in London bin, gehe ich von einem Modegeschäft ins nächste. Sensationell! Jetzt sagen wir nix mehr. 

Wer oder was sind Jocks? Niavarani: JewishOnlineCuteKillerS. Stimmt? Nein. Richtig: Eine Unterhose mit Öffnung am Hintern, entweder aus Baumwolle oder Leder. Gnadenpunkt aber für die Kreativität. 

Was bezeichnet man in der Mode als Vatermörder? Niavarani: Einen wahnsinnig engen, förmlichen Stehkragen, der auf ein kragenloses Hemd geknöpft wird. Stimmt. Wow. Wir sind wahrlich sprachlos.

Nenne bitte drei Madonna-Hits. Niavarani: (überlegt lange) Sch***, kann ich nicht. Sollte man aber, oder? Ja, eigentlich schon. Macht ja nix. Dafür gibt´s ja Gay Clubs. 



Winnetou oder Old Shatterhand? Niavarani: Winnetou ist viel cooler! Wegen seinem Federschmuck und seiner Gestik. Federschmuck und Gestik? Das können wir auch! 

Hast Du Piercings oder Tattoos am Körper, von denen wir nichts wissen? Niavarani: Nein. Aber ich habe mir einige Zeit überlegt, mir einen Prinz-Albert-Ring machen zu lassen. Ein Penis-Ring durch die Eichel also. Aus Angst hab ich´s dann aber doch gelassen. Der Gedanke zählt. Und der ist schon mal ziemlich schwul.  Wie wäre Dein Name als Pornostar?

Was fällt Dir zu „Regenbogenparade“ ein? Niavarani: Großartig! Ich war schon mal selbst dabei, um mir einen Eindruck zu verschaffen. Finde ich schwer in Ordnung und unterstütze ich. Offenheit und Toleranz – auch das ist schwer in Ordnung. 

Ergebnis: 56/85 Sternen. Ziehen wir Bilanz: Der (Kuschel-)Bär unter den österreichischen Comedians mag Netzstrümpfe, verkleidet sich gern mal als Schneewittchen (mit Intimpiercing), ist in Beauty- und Fashion-Shops zu Hause, hegt große Begeisterung für Indianer mit Kopfschmuck und GestikGetue und schmiedet schon mal Alterspläne der etwas anderen Art. Ach ja, auf bunten Paraden treibt er sich auch gern mal rum. Gay-Potenzial: sehr hoch! Trotz Madonna-Unkenntnissen. Wir sind begeistert.

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Text Manuel Simbürger

„Es geht um Menschenleben!" Anlässlich des 50. Geburtstags von Amnesty International blickt NAME IT hinter die Kulissen des „Netzwerks LGBT-Rechte” von Amnesty. Ein Backstage-Bericht über die Arbeit von Menschen, die die Welt verändern möchten. Plus: Die aktuellsten Amnesty-LGBT-Fälle im Überblick.

Schwulenfeindliche Schmierereien in Belgrad: Schwule mögen ja nicht durch die Straßen marschieren…

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Tod den Homos? In vielen Ländern der Welt ist Homosexualität nicht nur illegal, vereinzelt werden homosexuelle Handlungen sogar mit dem Tod bestraft (u.a. im Iran oder in Afghanistan). In Honduras werden homosexuelle Aktivisten getötet, in Osteuropa muss um das Recht der öffentlichen Meinungsfreiheit gekämpft werden, in Uganda wird per Medien zum Massenmord an Homosexuellen aufgerufen. Warum? Weil die sexuelle Orientierung oder die Geschlechtsidentität

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Miriam Höhne, wikimedia

Schwule tanzen, feiern, flirten. Sie genießen das Miteinander-Sein, vielleicht auch einfach nur das Ich-Sein. Coole Leute, coole Musik, ausgelassene Stimmung. Heute sind alle 200 Schwulen verschollen. Eine Polizeirazzia hat der Party in Bahrein mit dem Vorwurf des „sittenwidrigen Verhaltens” ein abruptes Ende bereitet. Die Männer werden bis dato an einem unbekannten Ort festgehalten, Kontakt zur Außenwelt ist verboten.


Amnesty International kämpft auch bei uns auf der Straße für weltweite LGBT-Rechte.

Polizei musste die CSDParade-Teilnehmer in Belgrad vor Nationalisten und christlichen Fanatikern beschützen.

von Menschen nicht mit den Erwartungen der gesellschaftlichen Mehrheit übereinstimmen. In weiten Teilen der Welt ein „legitimer” Grund für Diskriminierung und brutalem Missbrauch. Solidarität ist gefragt! „Es ist unsere Pflicht, über den Tellerrand zu schauen und die Situation für LGBT-Personen in aller Welt zu verbessern!”, sind Christian Höller (37) und Michelle Proyer (29) überzeugt. Beide sind Mitglieder des „Netzwerks LGBT-Rechte”, also jener Gruppe bei Amnesty International, die sich auf LGBT-Rights konzentriert. Genauer: Sie werden dort aktiv, wo Menschenrechtsverletzungen an LGBT-Personen begangen werden. Weltweit. „Diskriminierung wurzelt meinem Erachten nach in Angst, Bequemlichkeit, Desinteresse und Unwissen”, so Michelle, die Gruppensprecherin der Gruppe. Sie selbst kam schon mit 18 Jahren zu Amnesty International, weil sie „als Jugendliche im Alltag ein schlechtes Gewissen plagte, da es mir so gut ging, während in anderen Teilen der Welt die menschenunwürdigsten Gegebenheiten vorherrschen. Ich wollte etwas verändern!” Ähnlich beschreibt auch Christian, hauptberuflich Journalist, seinen Beweggrund, der LGBT-Gruppe von Amnesty beizutreten. „Aufgrund meines Berufs reise ich sehr viel. Ich habe erlebt, was es heißt, in anderen Ländern, beispielsweise Singapur oder Indonesien, schwul zu sein. Ich wollte und konnte nicht mehr nur passiv zusehen.”

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Es kommt doch auf die Größe an! Willkommen in Österreichs größter Kinowelt!

Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen. Aktiv dort eintreten, wo Menschenrechte verletzt werden und öffentlichen Druck auf die Regierungen auszuüben – aus diesem Grund wurde Amnesty International vor 50 Jahren vom englischen Rechtsanwalt Peter Benenson ins Leben gerufen. Benensons Appell der „Vergessenen Gefangen” war der Grundstein für die Organisation, die 1961 gegründet wurde und heute die größte Menschenrechtsorganisation weltweit ist.

www.UCI-KINOWELT.at


Das österreichische "Netzwerk LGBTRechte" trifft sich regelmäßig.

Mutig: eine spontane Kundgebung in Moskau, um Rechte für LGBT-Personen einzufordern.

Bereits 1977 erhielt AI den Friedensnobelpreis. Nach einer Mandatserweiterung 1991 begannen Amnesty-Gruppen in Kanada und den USA, sich aktiv gegen Verletzungen von LGBT-Rechten zu wehren. Andere Länder weltweit zogen nach, 2003 wurde das „Netzwerk LGBT-Rechte” in Österreich gegründet. Aktuell besteht die Gruppe aus zehn engagierten Leuten, ein Großteil davon sind Studenten. Ob schwul, lesbisch, bi oder hetero/ hetera, ist übrigens egal. „Es kommt nicht auf die eigene sexuelle Orientierung an, um gegen Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung anzukämpfen!”, betont Michelle. Worauf es jedoch ankommt, ist die gute Vernetzung der internationalen LGBT-Gruppen, aber auch AI-Gruppen im Allgemeinen. Das internationale AISekretariat hat seinen Sitz in London, von hier aus werden aktuelle Fälle an die verschiedenen Amnesty-Gruppen weltweit verschickt. „Mit den LGBT-Gruppen im deutschsprachigen Raum sind wir sehr gut vernetzt, einmal im Jahr gibt es ein großes Bundestreffen der zahlreichen LGBT-Gruppen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz”, erklärt Michelle. Wettlauf gegen die Zeit. Stark – ja, das ist Amnesty tatsächlich. Rund 50 Prozent (!) der Fälle, die Amnesty bearbeitet, resümieren mit einem positivem Ausgang. Zum Beispiel der Fall eines jungen schwulen Pärchens in Malawi, das nach einer hochzeitähnlichen Zeremonie zum Tode verurteilt wurde – weil sie ihre Liebe zueinander gefeiert haben. Nach großem Druck von AI ist die Todesstrafe für homosexuelle Handlungen in Malawi heute verboten. Auch fand in Serbien die Gay-Parade 2010 aufgrund des öffentlichen Druckes von Amnesty statt. „Solche Erfolge geben einem Kraft, weiterzukämpfen. Man sieht: unsere Arbeit bewirkt tatsächlich etwas!”, betont

Christian stolz. Nachsatz von Michelle: „Wir sind nicht einfach die nervigen Leute, die Menschen auf der Straße anquatschen.” Denn bei all den großen Erfolgen hat Amnesty (und somit auch die LGBT-Gruppe) leider eines immer noch – ein kleines Imageproblem. Die zweifelsohne engagierte, aber naive und „nervige” Gruppe von Leuten, die einem auf der Straße wegen einer Unterschrift oder – oh je! – einer Spende ansprechen. Tatsächlich ist die Arbeit der AILGBT-Gruppe jedoch vor allem eines: vielfältig. Die im wahrsten Sinne des Wortes „aktionsreiche” Bandbreite reicht von Unterschriftund Spendenaktionen (meist mithilfe eines Infostandes) über KissIn-Veranstaltungen, Mahnwachen, Diskussions- und Filmabenden bis hin zu Briefaktionen (Appellbriefe an Regierungen und Botschaften) und Event-Veranstaltungen. Einmal im Monat gibt es ein

morde, drohungen und schikanen: einige aktuelle LGBT-Fälle von Amnesty im Überblick Amnesty International setzt sich aktiv für LGBT-Personen ein. Oft geht es um nichts anderes als um Leben oder Tod…

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Uganda: Aufruf zum Massenmord Die Boulevardzeitung „Rolling Stone” veröffentlichte im Oktober 2010 auf der Titelseite eine Liste mit den „100 Top-Homos”, dazu die Headline: „Hängt sie auf”. Auf den Folgeseiten waren Fotos, Namen und Wohnadressen von angeblichen LGBT-Personen zu sehen. Viele der genannten Personen fürchten nun um ihr Leben, einige sind bereits attackiert worden. Aktivist David Kato wurde getötet. Ein neuer Gesetzesentwurf fordert zudem eine lebenslange Haftstrafe für homosexuelle Handlungen. In bestimmten Fällen, wie bei HIVPositiven, ist sogar die Todesstrafe vorgesehen.

Honduras: 31 Schwule und Lesben ermordet In Honduras wurden 31 Personen, die sich für die Rechte von Lesben und Schwulen eingesetzt hatten, umgebracht. Bis heute sind die 31 Morde nicht aufgeklärt. Amnesty International verlangt von den Behörden via Appellbriefe mehr Einsatz, damit die Täter gefasst werden. Nun ist das Leben des Aktivisten Alexander David Sánchez Álvarez in Gefahr. Er wurde im Jänner 2011 bedroht. Trotzdem weigert sich die Polizei, ihm zu helfen. Litauen: Strengere Gesetze gegen Homosexualität In Litauen soll ein Gesetz gegen Homosexualität in der

Öffentlichkeit beschlossen werden. Demnach soll jede Form von Veranstaltungen, wie z. B. eine Pride, verboten werden. Der Gesetzesentwurf sieht eine Geldbuße zwischen 2.000 bis 10.000 Litas für die „öffentliche Verbreitung von homosexuellen Beziehungen” vor. Osteuropa: Kampf um Gay-Paraden Im Vorjahr wurden viele Paraden in Osteuropa von Rechtsextremen und Nationalisten angegriffen. Der Polizei ist es nicht immer gelungen, für einen friedlichen Ablauf der Paraden zu sorgen. Daher hat Amnesty heuer den Schutz der Paraden in Osteuropa zu einer ihrer Schwerpunkt-Aktionen gemacht.

Miriam Höhne, wikimedia

Bahrein: 200 Teilnehmer einer Schwulenparty verhaftet In Bahrein hat die Polizei eine Schwulenparty gestürmt. Die 200 verhafteten Partygäste werden bis heute an einem unbekannten Ort festgehalten. Homosexualität ist in Bahrein am Persischen Golf verboten. In den vergangenen Jahren ging die Regierung immer öfter gegen Homosexuelle vor. Seit 2009 werden im Internet schwullesbische Webseiten blockiert. Der Ministerpräsident des Golf-Staates hatte mehrmals erklärt, das Land von Schwulen und Lesben säubern zu wollen. Mit Appellbriefen an die Behörden von Bahrein kämpft AI um die Freilassung der 200 schwulen Männer.


Promotion

abendliches Gruppentreffen. Michelle: „Es ist tatsächlich für jeden etwas dabei, man kann bei uns seine kreativen Ideen verwirklichen. Und vor allem: Es macht Spaß und man tut gleichzeitig auch etwas Gutes!” Freizeitbeschäftigung mit World Change-Charakter also. Wobei – bei all dem Spaß darf man nicht vergessen, dass es immer noch um eines geht: nämlich um den Kampf gegen die Verletzung von Menschenrechten. Heißt oftmals konkret: Es geht dabei um Leben oder Tod. „Eine der Grundlagen der Arbeit von AI ist, hochseriös zu agieren”, erklärt Christian. „Jene Fälle, die vom Hauptsitz in London verschickt werden, wurden zuvor genauestens recherchiert und überprüft. Wir bekommen natürlich den Auftrag, möglichst effizient zu arbeiten. Ein Todesurteil im Iran wird beispielsweise innerhalb von ein bis zwei Monaten vollstreckt. In dieser Zeit muss u. a. mit Appellbriefen und umfangreichem medialen Echo ein möglichst großer Druck auf die jeweilige Regierung ausgeübt werden.” Der sprichwörtliche Wettkampf gegen die Zeit ist für Amnesty-Mitarbeiter also nichts Ungewöhnliches. Mit politischen Parteien arbeiten sie aber (trotzdem) nicht zusammen. „Wir als NGO sind parteiunabhängig”, erklärt Michelle. „Wir lassen uns nicht einfärben!” Begeisterung und Ablehnung. Wenn man stets mit Morddrohungen, Verhaftungen oder Gewaltverbrechen gegen LGBT-Personen konfrontiert ist – empfindet man Österreich dann überhaupt noch als homophobes Land? „Im Vergleich zu anderen Ländern bzw. Kontinenten stehen wir im Bereich LGBT-Rights sehr gut da”, zieht Christian Bilanz, ist gleichzeitig aber überzeugt, dass eine Causa à la „Niki Lauda gegen Alfons Haider” in Deutschland sicher nicht stattgefunden hätte! Michelle: „Österreich ist in seiner Entwicklung in allen Bereichen etwas langsam, hinkt stets hinterher. Mit jahrelanger Verspätung sind Veränderungen dann endlich auch bei uns angekommen.” Das Feedback auf die Aktionen der AmnestyLGBT-Gruppe, allen voran bei Unterschriften- und Spendenaktionen auf der Straße, ist übrigens sehr divers. Die Reaktionen reichen von Begeisterung bis zur offenen Ablehnung. Statements wie „Für solch ein Thema und solchen Menschen unterschreibe ich sicher nicht!” sind leider keine Seltenheit. Wie Aktionen bei den Straßenpassanten ankommen, ist jedoch auch ortsabhängig, wie Michelle erklärt: „Es ist ein Unterschied, ob man für LGBT-Rights vorm Museumsquartier oder im 10. Bezirk kämpft. Wir planen aber, zukünftig bewusst in jene Bezirke zu gehen, in denen eindeutig noch viel Aufklärungsarbeit von Nöten ist.” Unterschiede zwischen Stadt und Land könne man natürlich auch feststellen, so Michelle. Ignoranz. „Leider wissen viele Menschen nicht, dass sich Amnesty überhaupt für LGBT-Belange einsetzt”, beklagt Christian. Dies ist auch innerhalb der Community nicht anders: „Uns ist es wichtig, die Szene so gut als möglich über unsere aktuellen Fälle zu informieren. Mir ist es unerklärlich, wieso es sowohl die heimische, als auch die internationale Gay-Community nicht kümmert, wie es Schwulen und Lesben in anderen Ländern geht. Es ist wichtig, darauf aufmerksam zu machen, was in Bahrein und Honduras passiert!” Der Tellerrand der Community ist anscheinend auch nicht größer als jener vom Rest der Gesellschaft. Leider. Neue Gesichter sind willkommen. Das „Netzwerk LGBT-Rechte” wird auch weiterhin alles tun, um dies zu ändern. Das bekannte Amnesty-Fest „Idaho” am Badeschiff (jährlich am 17. Mai) fand auch dieses Jahr mit großem Erfolg statt. Auch beim Filmfestival „identities” wird die Gruppe mit einem Infostand vertreten sein.  n Wenn auch Du dem „Netzwerk LGBT-Rechte“ von Amnesty International beitreten willst, findest Du alle Informationen unter www.lgbt.at Oder unterstütze den Verein mit einem Geldbetrag – du kannst damit Leben retten! Spendenkonto: PSK 1.030.000, Bankleitzahl: 60.000 BIC: OPSKATWW, IBAN: AT976000000001030000 Verwendungszweck: Netzwerk LGBT-Rechte

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Fotos Miriam Hรถhne


80 % meiner männlichen Freunde sind homosexuell Für NAME IT traf Alfons Haider OpernballOrganisatorin Desirée Treichl-Stürgkh, die mit ihrem Verständnis dafür, nächstes Jahr auch gleichgeschlechtliche Debütanten tanzen zu lassen, für Furore sorgte. Ein Gespräch mit jener Frau, die wie keine Zweite für Charme, Eleganz und Weltoffenheit steht.

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enn es in Österreich eine Instanz für Geschmack, Stil, Eleganz und Charme gibt, dann ist das Desirée Treichl-Stürgkh. Die Ehefrau von Erste-Bankmanager Andreas Treichl hat als Organisatorin des Opernballs den österreichischen Society-Event quasi im Alleingang eine neue, glamouröse Note verliehen. Und sie sagt selbst über sich, dass „80 Prozent meiner männlichen Freunde schwul sind.“ Dass sie gemeinsam mit dem Direktor der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer, angedacht hat, dass bei der Eröffnung des Opernballs 2012 auch gleichgeschlechtliche Jung-Paare tanzen sollen, ist für NAME IT mehr als Grund genug, Treichl-Stürgkh zum Interview zu bitten. Für unser Magazin führte Alfons Haider, der ja für NAME IT bereits unseren Bundespräsidenten Heinz Fischer oder den Industriellen Hannes Androsch befragte, das Gespräch. Natürlich schön. Haider trifft Treichl-Stürgkh im adäquaten Rahmen – in den ehrwürdigen Hallen der Wiener Staatsoper, zuerst der

Fototermin am Dach, mit herrlichem Blick über Wien. Danach geht`s in die Kantine zum Interview. Was Alfons sofort auffällt: Die entwaffnende Natürlichkeit, mit der die Mutter von drei Kindern – auch optisch! – alle für sich einnimmt. „Du siehst fantastisch aus – und völlig ungeschminkt!“, streut Alfons Treichl-Stürgkh Rosen. Diese lacht und meint nur: „Ich fühle mich so einfach wohler.“ Und weiter: „Natürlich gibt es Anlässe, wo ich mich schminke – etwa habe ich heute am Abend noch ein Charity-Galadinner in der Albertina, da ist es dann selbstverständlich, mich zu schminken.“ Ja, das hat Stil. Das hat Klasse. Alfons ist begeistert. Respekt und Freundlichkeit. Auffallend: Die Freundlichkeit, der Respekt, mit der Treichl-Stürgkh allen Mitarbeitern in der Oper begegnet, da ist nicht ein Funken eines Standesdünkels zu spüren. Denn obwohl sie einer altösterreichischen Adelsfamilie entstammt (zu ihren Vorfahren gehörte etwa der österreichische

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Politiker und Ministerpräsident Graf Karl Stürgkh, ihr Großvater Barthold Stürgkh war Landesstatthalter der Steiermark), entspricht Treichl-Stürgkh so gar nicht dem Klischee einer abgehobenen, gar blasierten Adeligen. Im Gegenteil! Alfons: „Was hast Du denn von Deiner Familie fürs Leben mitbekommen?“ Treichl-Stürgkh: „Wenn Du so aufwächst wie ich, dann lernt man sehr früh den Respekt vor Menschen, aber auch Dingen. Ich habe vor allem Werte vermittelt bekommen – etwa, dass man Verantwortung zu tragen hat. Und diesen Anforderungen versuche ich in meinem Leben gerecht zu werden.“ Wenn man über Werte und Moral spricht, liegt eine Frage auf der Hand. Alfons: „Wie hältst Du es mit der Religion? Bist Du gläubig?“ Treichl- Stürgkh überlegt etwas, dann die Antwort: „Ich bin sehr gläubig, auch wenn mir vieles an der katholischen Kirche nicht gefällt. Aber für mich ist das Gebot, seinen Nächsten zu lieben so unendlich wichtig. Das versuche ich auch meinen Kindern zu vermitteln. Obwohl es mir egal wäre, wenn sich meine Kinder, wenn sie erwachsen sind, für eine andere Religion entscheiden würden – Judentum, Buddhismus, muslimischer Glaube. Ich denke aber, dass es wichtig ist, ein Fundament im Glauben zu haben, einen Halt.“ Schwule Kinder? Und wie wäre es, wenn sich eines ihrer Kinder als schwul outen würde? Hätte sie damit ein Problem, will Alfons wissen. Treichl-Stürgkh: „Nein, das würde mich nicht stören. Wichtig für mich wäre, dass sie glückliche Menschen werden. Mein Mann Andreas hätte da vielleicht mehr Probleme. Der ist in einer anderen Zeit, in der Homosexualität noch ein Tabu, verboten war, aufgewachsen.“ Instanz in Sachen Benimm. Alfons: „Themenwechsel. Du bist ja spätestens seit Deinem Buch-Bestseller ,Lebensstil: Wie Sie mit Charme und Eleganz besser durchs Leben kommen’ eine Instanz in Sachen BenimmKultur. Angesichts der Lugners, die auch am Opernball omnipräsent sind: Wie viele Benimm-Bücher müsstest Du noch schreiben, dass sich auch in Österreich Charme und Eleganz durchsetzen?“ Treichl-Stürgkhs launige Antwort: „Ach, so viele Bücher kann ich gar nicht schreiben!“ Alfons: „Braucht der Opernball einen Lugner überhaupt?“ Treichl-Stürgkhs überraschende Antwort: „Österreich braucht wahrscheinlich einen Clown, einen Hofnarr, der im Vorfeld durch die Medien tanzt. Und das ist der Lugner.“ Volltreffer. Arbeit für Ehre – aber ohne Entlohnung. Apropos Organisation des Opernballs. Das ist ja ein Job, der einem das ganze Jahr Arbeit bereitet. Alfons: „Wie viel bekommst Du dafür eigentlich bezahlt?“ Treichl-Stürgkh: „Gar nichts! Das war eine saublöde Idee, die mein Mann hatte. Er ist ja einer der bestbezahlten Manager des Landes – also sollte ich die Arbeit für den Opernball unentgeltlich machen. Damals wusste ich nicht, wie viel Arbeit auf mich zukommt. Ich ärgere mich mittlerweile deshalb, weil bei uns das Vorurteil herrscht, dass alles, was nichts kostet, auch nichts wert ist. Und viele Leute glauben, ich sitze zuhause, lasse mich aufdonnern, probiere Abendkleider an. Und das

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A Roof With A View: Desirée Treichl-Stürgkh und Alfons Haider am Dach der Wiener Staatsoper.

war`s. Ich sage ganz ehrlich: Ich würde mich über eine kleine Anerkennung schon sehr freuen.“ Aber es wäre nicht Treichl- Stürgkh, wenn nicht ein höflicher Nachsatz kommen würde: „Obwohl es die größte Bezahlung ist, dass ich in und für dieses Haus arbeiten darf. Da werde ich z. B. von den Philharmonikern eingeladen. Das ist ein tolles Geschenk. Ich habe begonnen, mich mit Klassik zu beschäftigen und bekomme völlig neue Einblicke. Und die Zusammenarbeit mit dem neuen Operndirektor Dominique Meyer ist einfach fantastisch, das war Liebe auf den ersten Blick. Weil er mich sehr unterstützt; weiß, was er will, wohin die Oper gehen soll. Er kennt die Stärken und Schwächen dieses Hauses und ist absolut im 21. Jahrhundert zuhause. Das spüren die Leute, das spürt man auch am Opernball. Er achtet auf Qualität und geht respektvoll mit den Menschen um.“ Was für eine Liebeserklärung! Opernball als Medienevent. Alfons: „Du bist ja selbst auch Journalistin, etwa Herausgeberin des Wohnenmagazins H.O.M.E. – Was würdest Du denn vom Opernball berichten?“ Treichl-Stürgkh: „Ich würde über die Künstler, die auftreten, berichten. Über die


Desirée Treichl-Stürgkh, Alfons Haider und NAME IT-Chefredakteur Ralf Strobl in der Kantine der Wiener Staatsoper.

Jahren alt – ob die sich das trauen? Ich möchte es jedenfalls nicht scheinheilig machen, diese dann etwa in einem anderen Raum, wie das andere Bälle machen, verbannen. Also: Wenn sich mutige und gescheite Menschen melden, die das wollen und auch Linkswalzer können, dann stehen wir der ganzen Sache offen gegenüber.“ Da ist dann Alfons in seinem Element: „Die gibt es! Du wirst sehen: Spätestens nach diesem Artikel melden sich einige! Dann wäre die Weltsensation perfekt!“ Dekoration. Ich würde über die Menschen, die den Ball ausmachen – vom Portier angefangen bis hin zur Barfrau – berichten. Nicht nur über die immer gleichen Personen schreiben, wie das eigentlich alle Medien machen. Was mich ärgert: Dass sich die Journalisten keine Mühe machen, neue Geschichten zu erzählen.“ Kommt die schwule Weltsensation? „Und wie ist es jetzt tatsächlich mit den gleichgeschlechtlichen Debütanten am nächsten Opernball?“, will Alfons wissen. Treichl-Stürgkh: „Dominique Meyer und ich sind uns einig, dass wir total dafür offen sind. Ich weiß nur nicht, ob sich tatsächlich jemand melden wird. Diese letzte Hürde zu nehmen – die Männer sind ja erst höchstens 21

Kleines Tanzschulgeheimnis. Und dass sich Charme und Eleganz mit Weltoffenheit wunderbar verbinden lassen, beweist TreichlStürgkhs Antwort auf Alfons` Frage, ob sie denn auch selbst mit Frauen tanze? „Na klar! Ich tanze oft mit Freundinnen! Allerdings keinen Walzer! Ich habe ja nie eine Tanzschule besucht – obwohl ich eh beim Elmayer war. Nur habe ich diese Zeit benutzt, um vorne rein, und bei der Hintertür wieder hinauszugehen.“ Damals war Treichl-Stürgkh bei den Ursulinen im Internat und hat ganz offensichtlich die Tanzschule als Vorwand benutzt, zwei Stunden ein wenig blau zu machen. Und einmal sei es noch erwähnt: Das ist wirklich charmant…“

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22.04.2011 11:10:24


Text Thomas Schwentenwein Fotos Miriam Höhne

"Gediegene Cocktailbar" Wir trafen Ricky Zanella, Besitzer der Felixx-Bar, und sprachen mit dem NAME IT-AwardSieger 2011 in der Kategorie „Beste Bar“ über Buddhismus, sein kleines schwules Imperium und Weihnachtsfeiern im April.

lle Serie: A ardIT-Aw NAME 2011 Sieger

Ricky, du bist ja selten in Österreich anzutreffen. Angeblich hast du erst jetzt im April eine Weihnachtsfeier für deine Mitarbeiter ausgerichtet. Wahr oder Gerücht? Ricky Zanella: Wahrheit insofern, dass es mir wichtig ist, all meine ca. 40 Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen mal zu Gesicht zu bekommen. Außerdem sollen sie sich auch untereinander kennenlernen. Wir hatte jetzt eine Personalparty. Ich nenne die dennoch Weihnachtsfeier – auch im April. Erzähl uns doch ein bisschen was über deinen Background. Ricky: Ich habe Jus studiert und nebenher im Why Not gejobbt. Irgendwann einmal ist das Why Not auf mich übergegangen und ich habe das Lokal viele Jahre geführt. Das Felixx war geplant für unsere Why Not-Gäste unter der Woche. Das hat aber vom Stil nicht gepasst. Wir haben dann andere, sehr interessante Gäste angesprochen und auch bekommen. Wie erklärst du dir den Erfolg? Ricky: Der Erfolg beruht größtenteils auf meinen Mitarbeitern. Das sind sowohl die Mitarbeiter, die an der Bar arbeiten, als auch natürlich die Mitarbeiter im Büro, die die Events planen und sich um die Deko kümmern. Es gibt eine enge Beziehung zwischen Kellnern und Gästen. Die Kontinuität spielt auch eine Rolle. Wir haben eine gewisse Linie: gediegene Cocktailbar, würde ich das nennen. Ihr habt massiv umgebaut, den Keller renoviert – warum? Ricky: Mir ist es wichtig, dass all meine Lokale hübsch, adrett und sauber sind. Sie werden regelmäßig renoviert und in Stand gehalten, das Felixx seit der Eröffnung 2004 bereits dreimal. Jeder neue Gast soll glauben, die Bar sei gerade erst eröffnet worden. Der Kellerraum ist so entstanden, dass wir durch das Nichtrauchergesetz den oberen Bereich verkleinern mussten um als Raucherlokal weitermachen zu können. So haben wir jetzt oben das Lager und unten einen Kellerraum, der für private Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Bar spielt in ihrem Design sehr mit traditionellen Elementen... Ricky:Alles was du hier siehst haben wir selbst gemacht. Das war ein leerer Raum, alle Altbauelemente sind von uns integriert worden. Das ist echter Stuck, den wir gekauft haben, davor war es ein ganz weißer Raum mit Estrich. Vom Luster mussten mich meine Mitarbeiter erst überzeugen – es ist ein echter Lobmayer aus 1866! Wer soll denn ins Felixx kommen? Ricky: An und für sich alle (lacht). Jeder, der sich hier wohlfühlt, ist willkommen. Das Publikum mischt sich sehr gut, natürlich wollen wir auch Frauen ansprechen. Wir möchten als Schwule nicht ausgegrenzt werden, also grenze auch ich niemanden aus. Neben der Felixx gehört dir auch noch die Mangobar... Ricky: Die Mangobar ist das dritte Lokal, das dazugekommen ist. In der Mango ist sehr junges Publikum, das war immer schon so, ich

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war selbst vor 20 Jahren dort. Das soll auch so bleiben. Es ist intimer und es entsteht schnell eine ausgelassene Stimmung. Das Felixx ist gediegener, da trinkt man einen schönen Rotwein oder gute Cocktails. Manchmal artet es natürlich auch hier aus! Dazu kommen noch Why Not und Sportsauna. Ein kleines schwules Imperium sozusagen! Ricky:Das meiste davon war zufällig, außer das Felixx, das war die einzige bewusste Entscheidung. Der Besitzer der Mango wollte verkaufen, ich habe ihm einen Betrag vorgeschlagen und nach einer Woche hat er mir zugesagt. Ich bin dann eigentlich aus allen Wolken gefallen und habe mir nur gedacht: Na Bravo, das habe ich jetzt gebraucht! Ich hab's aber nie bereut, das gilt auch für die Sportsauna. Deine Pläne für die Zukunft? Ricky: Mir ist wichtig, dass alles so bleibt wie es ist. Dass die Lokale weiter gut geführt werden und ich meine guten Mitarbeiter behalte. Ich möchte auch weiter Feedback erhalten von meinen Gästen, denn nur so können wir Dinge besser machen. Expansionspläne gibt es keine mehr. Da ich mich auf meine Mitarbeiter verlassen kann, bin ich persönlich viel in Asien unterwegs. Da ich praktizierender Buddhist bin, reise ich oft nach Nepal, Tibet und Thailand. Dort sind unsere Wurzeln und dort meditiere ich in regelmäßigen Abständen.  n

NAME IT-Award 2011 Die beste Bar

1. Felixx  2. Village Bar  3. Red Carpet Café-Bar  4. Alte Lampe  5. Testa Rossa 

30,1 % 23,3 % 10,3 % 7,1 % 6,5 %

6. Savoy Café  7. Rifugio Café-Bar  8. Xbar Café  9. Mango Bar  10. Cheri Café 

4,5 % 3,6 % 3,0 % 2,6 % 1,9 %


Luis Vuitton-Cover für iPhones! iPhones und iPads sind ja an sich schon cool und stylish. Damit sie ihren Original-Glanz aber auch behalten und keine störenden Kratzer abbekommen, sind passende Schutzhüllen notwendig. Da gibt’s zwar einiges an Auswahl (Kühe, Smileys, fades Schwarz oder Sockenhüllen), stylish sind sie aber alle nicht. Mit den Louis-Vuitton-Covers für iPhones und iPads soll sich das nun ändern: ob klassisch in Monogram Canvas oder Damier Ebene, feminin in Damier Azure, maskulin in Damier Graphite oder exotisch in Kroko- und Epi-Leder – hier ist für jeden etwas dabei. Und für Schwule sowieso: Denn die Luxusmarke Louis Vuitton genießt schon seit Langem Kultstatus in der Gay-Community. Nun gibt´s also endlich auch die passenden iPad-Covers zu unseren stylishen Handtaschen. Unser Leben hat wieder einen Sinn.

Mode & Beauty Hochzeitsringe für Männer

Diskretion ist Ehrensache

Vuitton, Baldessarini, Bella Ross

Warum Schwule solch ein Problem mit dem Älter-Werden haben, ist eigentlich unverständlich. Während sich junge Hüpfer nämlich erst beweisen müssen, kann der ältere Mann bereits auf Erfolge und Erfahrungen zurückblicken. Er weiß, was (und wen) er will, strahlt Unwiderstehlichkeit, Erhabenheit und Macht aus. Der ältere Mann hält die Zügel seines Lebens (und seines Partners) in der Hand und weiß das auch. Er drängt sich nicht in den Vordergrund, ist voll und ganz Gentleman. Das alles sollte der ältere Mann auch mit seinem Duft ausdrücken. Am besten mit dem neuen Baldessarini-Parfum „Private Affairs”, eine verführerische Kombination aus Bergamotte, Muskat, Lavendel, Sandelholz und vielen anderen betörenden Duftnoten. Wer nach maskuliner Intensität duften möchte, sollte hier zugreifen!

Da nun auch wir endlich die Ehe (bzw. So-Etwas-Wie) eingehen können, muss auch der Schmuck an diesem wichtigsten Tag des Jahres stimmen – und der ist nicht, wie der Schelm vielleicht glauben mag, derselbe wie bei Hetero-Weddings! „Gleichgeschlechtliches Heiraten heißt, Symbolik nach außen tragen, mit Partnerringen, Schmuck und Accessoires”, erklärt Designer und Goldschmied Uli Glaser. Moderne Formensprache, Understatement und klassische Exklusivität mit Hightech-Materialien kommen bei schwulen männlichen Paaren sehr gut an. „Eine große Nachfrage besteht besonders bei Ringen mit akzentuiert gesetzten, größeren eckigen Diamanten, die im Princess- Cut geschliffen sind.“ Gut so!

Clock-Fetisch Die bekanntesten Uhrenmarken der Welt waren auch diesen Frühling auf der BASELWORLD präsent. Die exklusivste Messe für Uhren vereint weltweit alle Clock-Fetischisten, um die Neuheiten der Zeit zu bewundern. Besondere Hingucker sind hier die Militäruhren von Bella Ross, allen voran das Modell BR 01 AIRBORNE. Das Hell-Dunkel-Spiel zwischen den nüchtern-schwarzen Diamanten auf dem Gehäuse und den funkelnden weißen Diamanten des Totenkopfs bietet einen eklatanten Kontrast. Edle Materialkombinationen, avantgardistische Techniken, Spiel mit dem Licht: Militärsymbolik flirtet hier meisterhaft mit hoher Juwelierkunst.

Grauslichkeit des Monats: Karrierehoch trotz Antisemitismus

Der schwule Star-Designer John Galliano ist nicht nur für seine exzentrischen Kreationen bekannt, sondern leider auch für seinen, sage wir mal, „exzentrischen“ Charakter: Wie NAME IT berichtete, sorgte Galliano Anfang des Jahres für Aufsehen, als er in seiner Pariser Stamm-Bar ein Pärchen mit antisemitischen Sprüchen beleidigte und körperlich angriff. Dior überlegte nicht lang und feuerte kurz darauf seinen Chef-Designer. Mit einem, der „I love Hitler“ stolz in der Gegend herumschreit, will man schließlich nichts zu tun haben. Oder? Die Pariser Zeitschrift „Le Figaro“ berichtete nun, dass die Verkaufszahlen von Gallianos Kreationen ein deutliches Plus zum Vorjahr aufweisen. Auch eine noch so schlechte Presse kann anscheinend zum Karriereturbo werden. Verrückte Welt, in der wir leben.

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Le Chevalier

de Paris Eine melancholische Reise nach Paris. Erinnerungen an eine verlorene Liebe. Im Koffer die neue Kollektion von Dolce & Gabbana.

by Michael Brus


www.michaelbrusstudio.com | Styling: Alberto Solon | Model: Daniel Hamaj @ Wiener Models All clothes by Dolce & Gabbana Location: Saint-Germain-des-PrĂŠs, Paris

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Interview Asim Aliloski

"Ich liebe Mode über alles!" Thomas Kirchgrabner, einer der besten österreichischen Designer, ist seit mehreren Jahren Chef des Pelzmodehauses Liska. Im NAME IT-Interview verrät er nicht nur sein persönliches Lieblingsoutfit, sondern sagt auch, warum ihn manche Schwule so richtig auf die Palme bringen.

T

homas Kirchgrabner: Er ist offen schwul und seit kurzem in einer Beziehung, dann noch ein Morgenmuffel, Radfahrer und stolzer Besitzer des Nackthundes Johnny. NAME IT besuchte den knapp 30-Jährigen an seinem Arbeitsplatz zum großen Interview…

daheim weiter. Bei mir auch. Wobei die Schnitte und Anfertigungen mache ich hauptsächlich in der Firma. Der kreative Part passiert an anderen Orten. Auf der Toilette? Thomas: Da hab ich lieber Zeit für mich.

Bist du immer so beschäftigt? Thomas Kirchgrabner: Ja. Jetzt hast Du gleich einen kurzen Einblick in mein Leben bekommen! (Anm. d. Red.: Thomas arbeitet gerade an einem Abendkleid für eine Kundin, das dringen gekürzt werden muss.) Sind solche Stresssituationen die Ausnahe oder die Regel? Thomas: Die sind die Regel. Also hast du einen 20-Stunden-Tag? Thomas: Fast. Ich bin neun Stunden in der Firma und versuche immerhin, zumindest eine Mittagspause zu machen. Eine elektronische Zeiterfassung musst du aber nicht machen? Thomas: Nein (lacht). In einem kreativen Job geht es nur meistens

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Wo bist du dann wirklich kreativ? Thomas: Verschieden, im Zug geht’s ganz gut. Ich habe mal auf einer Blumenwiese eine ganze Kollektion gezeichnet. Was hat sich nach all den Jahren bei Liska für dich getan? Thomas: Ich habe den Eindruck, dass mein Produkt am Markt gesettelt ist. Früher haben wir nur Pelze gemacht, danach kamen Abendkleider, jetzt sind Strick und Schuhe dazugekommen. Auch habe ich kürzlich eine kleine limitierte Schmuckkollektion gemacht. Warum machst du Mode? Thomas: Ich komme einfach nicht davon los! Ich komme von einer komplett anderen Richtung. Eigentlich habe ich in Grafik maturiert. Ich hatte aber immer ein Faible für Mode. Ich liebe Mode über alles,

Thomas Kirchgrabner mit Nackthund Johnny: Stefan Armbruster, Herbst Winter Kollektion: Mato Johannik

Thomas Kirchgrabner mit Nackthund Johnny „Ich gehe mit meiner Homosexualität offen um.“


darauf, dass sie noch exklusiver werden. Sie verarbeiten Produkte so, dass man sie nicht leicht fälschen kann. Dein Hund Johnny ist ein Nackthund… Thomas: Er ist inzwischen wie ein Kind für mich. Dem geht es sehr gut bei uns. Er ist für mich ein Seelenbegleiter. Ich habe ihn gemeinsam mit meiner besten Freundin. Wir wohnen gleich nebeneinander. Es reißen sich alle drum, auf ihn aufzupassen. Er ist so herzensgut und brav. Wohnst du wie vor drei Jahren in deiner kleinen Wohnung, voll gestopft mit viel Kleidung? Thomas: Ich hatte jahrelang kein Wohnzimmer, darin stand meine Nähmaschine und überall lagen Kleider. Jetzt sind aber die Kleider weg. Was ich stattdessen habe ist eine Couch. Ein wirkliches Wohnzimmer ist es aber noch immer nicht.

es ist so viel Handarbeit bei mir. Es ist etwas Bodenständiges. Lady Gaga sagt immer: „Ich atme von meiner Arbeit.“ Ist das bei dir auch? Thomas: Jeder, der das gerne macht, was er macht, atmet davon. Genauso wie ein Schriftsteller. Da gibt es ja das Zitat: „Wenn du in der Frühe aufwachst und du kannst nur mehr ans Schreiben denken, dann bist du ein Schriftsteller“. Ich denke, alles, was man mit Herz und Seele macht, macht man auch über die Maßen gut. Welcher ist dein erster Gedanke in der Früh? Thomas: Dass ich mich am liebsten wieder umdrehen möchte (lacht). Ich bin ein Morgenmuffel. Ich habe kürzlich in einer Studie gelesen, dass das in den Genen steckt. Das Morgenmuffelgen. Ich bin kein unpünktlicher Mensch. Nur in der Früh kann man nicht immer mit mir reden. Aber sonst denke ich sehr viel an Mode, sie spukt ständig in meinem Kopf herum. Ich denke, die Menschen sehen es auch in meiner Arbeit, dass Leidenschaft dahinter steckt. Du hast mir einmal gesagt, deine Muskeln sind alle in den Beinen. Kommt das vom Fahrrad fahren? Thomas: Ja, aber nicht nur. Sondern auch vom Stuntskating, das ich früher oft gemacht habe. Mit 14 bin ich die Treppen runtergerollt. Jetzt bin ich da viel gesitteter. Dein Lieblingsstück im Kleiderschrank? Thomas: Ich liebe meine enge Punkjeans, die hat überall Batikflecken. Ich bin aber der Accessoire-Fuchs. Ich mag einfache Schnitte, aber dann einen coolen Gürtel oder Schuhe dazu. Ich habe eindeutig einen Schuhfetisch. Was ist deine Lebensphilosophie? Thomas: Ich arbeite sehr nah am Kunden. Ich erfahre die Bestätigung für meine Arbeit. Ich sehe dann das Strahlen der Braut oder der Frau, die zum Ball geht. Ich mache sie glücklich und sie fühlen sich wohl. Das ist mir sehr wichtig.

Auf Facebook sieht man jetzt deinen Beziehungsstatus. Wie geht es deinem Freund? Thomas: Ich gehe offen damit um. Ich habe das für mich noch nie in Frage gestellt. Für mich und meine Welt ist das auch normal. Ich habe aber jetzt öfters wieder gespürt, dass es für Fremde noch ein Problem ist. Familie und Freunde können sehr gut damit umgehen. Aber ich habe in den letzten Monaten extremen Rassismus gespürt. Wo genau? In der Arbeit? Thomas: Ich gehe in der Arbeit sehr offen damit um. Mein Freund besucht mich manchmal. Aber ich kann dir einen konkreten Fall schildern: Ich habe meinen Freund vom Flughafen abgeholt. Wir haben uns dann in der Empfangshalle liebevoll umarmt, weil wir uns zwei Monate lang nicht gesehen haben. Er lebt in Berlin. Der wartende Taxifahrer neben uns meinte drauf: „Der Hitler hätte so etwas vergast“. Mit ihm seid ihr dann aber nicht gefahren? Thomas: Gott sei Dank nicht. Wir sind mit dem Bus nach Hause gefahren. Ich habe den Eindruck, dass in den letzten Jahren das Verständnis für Schwule abgenommen hat. Ich gehe mit meinem Freund Hände haltend auf der Straße. Manchmal kommt ein komischer Blick selbst von Schwulen. Ich bin ein öffentlicher Schwuler und stehe mit meiner Arbeit, meinem Leben in der Öffentlichkeit. Und ich stehe dazu, ich sehe es als meine Aufgabe. Was wünschst du dir persönlich? Thomas: Mehr Akzeptanz. Und mehr Bewusstsein für das Thema HIV. Ich finde, dass sich die Leute manches zu einfach machen. Ich kenne viele, die hirnlos durchs Leben gehen. Ich frage mich da immer, wie blöd kann man denn sein? Den Life Ball gibt es schon seit 19 Jahren, ständige Aufklärung begleitet uns. Und da gibt es immer noch Deppen, die sich mit HIV in einen Sling legen und meinen, es wäre nicht ihr Problem, wenn es jemand ohne Kondom mit ihnen treibt. Ich arbeite jetzt schon das neunte Jahr beim Life Ball und ich werde weiter am Ball bleiben.  n

Was würdest du jemanden raten, der Modedesigner werden will? Thomas: Ich rate mit Herz und Verstand dabei zu sein. Und ich rate eine Ahnung von Wirtschaft zu haben, was ich nicht habe. Es lohnt sich nicht, blauäugig zu sein. Wichtig ist, beim Geschmack nicht immer von sich selbst auszugehen. Das kann, muss aber nicht klappen. Wichtig dabei ist, immer seine Zielgruppe vor Augen zu haben. Wird sich Luxus verändern? Thomas: Vor der Wirtschaftskrise war Luxus für die Masse da. Jetzt hat sich das ein wenig verändert. Die Firmen schauen jetzt Oben und unten: Kollektion by Thomas Kirchgrabner.

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Gourmet-Tipp des Monats:

balance

Bangkok Vienna Thai Restaurant Hier bahnt sich ein neuer Szene-Treffpunkt an: Das Bangkok Vienna Thaí Restaurant (Joanelligasse 8, 1060 Wien) plant, in den nächsten sechs Monaten im Kellerbereich des Lokals eine Bar zu eröffnen, das sich mit anderen Szenelokalen messen kann. Die Kombination aus gemütlichem Abendessen im ersten Stock und fetziger Party im Keller soll nicht nur frischen Wind in die Wiener Community bringen, sondern auch eine Marktnische füllen. Bis es soweit ist, kann man im 90 m² großen Speisesaal die köstlichen thailändischen Gerichte genießen. Jede Speise kann in drei verschiedenen Chillischoten-Stufen (wenig scharf bis sehr scharf) bestellt werden, eine große Auswahl an Vor-und Nachspeisen rundet die ohnehin sehr vielfältige Speisekarte ab. Die Klientel besteht zurzeit aus rund 40 % schwulen und lesbischen Gästen, Tendenz weiter steigend. Bei diesem köstlichen Essen und der zuvorkommenden Bedienung keine Überraschung! NAME IT meint: Hingehen und selbst ausprobieren!

Beigestellt, Sgt. Joseph A. Lee, BASWIM

Homosexualität und Profi-Sport ist ja immer so eine Sache. Geoutete SportStars gibt´s nur wenige, homophobe Aussagen gehören leider zur Tagesordnung und bleiben deshalb meist unbestraft. Die US-amerikanische Basketball-Mannschaft L.A. Lakers zeigt nun aber endlich, dass es auch anders geht: Nachdem deren Superstar Kobe Bryant (Bild) einen Schiedsrichter mit homophoben Äußerungen beschimpft hat (die genaue Wortwahl ist nicht bekannt), wurde dieser in der Öffentlichkeit nicht nur gescholten, sondern auch zu einer Geldstrafe von 100.000 US-Dollar (rund 70.000 Euro) verdonnert. Die Lakers versuchen nun, den Schaden wieder gut zu machen, und beschlossen, mit der bekannten LGBT-Vereinigung GLAAD (Gay and Lesbian Alliance Against Defamation) zusammenzuarbeiten. „Wir freuen uns über die Kooperation und wollen Wege finden, uns und unsere Fans zu erziehen, um diese Sprache aus dem Spiel zu verbannen“, so Lakers-Sprecher John Black. NAME IT begrüßt die Entscheidung, denn Homophobie hat auch am Basketballplatz kein Leiberl!

Körper & Geist Zahl des Monats

11% der Amerikaner fühlen sich zum gleichen Geschlecht hingezogen. Das meint zumindest eine aktuelle Studie der UCLA (University of California). Das sind umgerechnet 25,6 Millionen Menschen. Hört sich doch gut an!

Aus für Gay Games Cologne Die Gay Games Cologne, auch die Kölner Olympischen Spiele der Schwulen und Lesben genannt, hat Ende April Konkurs angemeldet. Am fehlenden Erfolg liegt die Zahlungsunfähigkeit jedenfalls nicht: Im August 2010 hatten sich rund 10 000 queere Athlet_innen aus aller Welt in 35 Sportarten gemessen. Vielmehr hätten unvorhersehbare Kosten und ausgebliebene Zahlungen zum Insolvenzverfahren geführt, so die Veranstalter. Wieder ein Gay-Event weniger. Schade. Wir wüssten dafür andere Veranstaltungen, auf die wir gut und gerne verzichten könnten!

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Basketballer gegen Homophobie

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Konservatismus kann Ihr Leben gefährden!

Eine aktuelle US-amerikanische Studie, die 32.000 Jugendliche befragte, bestätigte, was wir schon lange ahnten: Konservatismus erhöht das Suizid-Risiko. Die Studie aus dem US-Bundesstaat Oregon zeigt auf, dass die Selbstmordrate von homosexuellen Teenagern in konservativ geführten Bezirken um einiges höher ist als in Gegenden mit einem politisch liberalen Klima. 25 % der befragten Jugendlichen, die in einem konservativen Umfeld aufwachsen, gaben an, schon mal einen Selbstmordversuch durchgeführt zu haben, in liberalen Bezirken sind es 20 %. Bei unseren heterosexuellen Pendants ist es ähnlich – hier gaben 20 % bzw. 4 % einen Suizidversuch an. Ähnliche Phänomene seien auch in anderen Ländern (auch Österreich!) zu erkennen, heißt es in der Studie. Deshalb immer dran denken: Die Stelle, wo Ihr bei der nächsten Wahl das Kreuzerl macht, verändert nicht nur Leben, sondern rettet sie auch!

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Text Michael Schmucker

Die ganze Wahrheit über schwulen Sex! Sind die meisten schwulen Männer wirklich sexsüchtig? Ist eine Beziehung zwischen zwei Männern immer ein Sexkiller? Und kann diese ohne Fremdgehen funktionieren? Wie groß muss der Penis sein, um guten Sex zu haben? Fragen über Fragen – NAME IT hat die Antworten.

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ie oft in der Woche brauchst du Sex? Auch im Jahr 2011 ist das Leben von schwulen Männern geprägt von Vorurteilen, die mal positiv, mal negativ auf uns einstürmen. Eines der hartnäckigsten Gerüchte ist, dass schwule Männer immer und jederzeit Sex haben wollen und können, ja regelrecht süchtig nach Sex sind. Laut einer Online-Umfrage von Queer Communication brauchen rund 24 Prozent der befragten Schwulen täglich Sex, weitere 46 Prozent mindestens einmal die Woche. Nach Angaben des Kinsey-Institutes denken rund 54 Prozent der Männer (egal ob hetero oder homo) mehrmals täglich an körperliche Kontaktaufnahme. Dabei ist nicht jeder, der gerne öfter Sex hat, gleich krankhaft süchtig. Fakt ist aber auch, dass vor allem schwule Männer besonders häufig davon betroffen sind, so der Münchner Diplom-Psychologe Boris Mischke: „Sex ist dann eine Ersatzbefriedigung für andere Bedürfnisse, die nicht ausgelebt werden können. Typisch für Sexsucht ist, dass man immer mehr vom ,Stoff’ braucht und immer extremere Kicks. Andere Lebensinhalte werden dabei an die Seite gedrängt.“ Genaue Zahlen über die Sexsucht bei schwulen Männern gibt es noch nicht, durch die schnelle Verfügbarkeit von schwulen Sexpartnern durch Internetseiten und Szenetreffs sowie durch den meist offeneren Umgang mit der schnellen Lust im Vergleich zu heterosexuellen Männern steigt die Zahl der Süchtigen aber weiter an. Mischke spricht von sogenannten Five-MinutesFriends. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn man seine Leidenschaft nicht mehr unter Kontrolle hat und alle anderen Dinge des Lebens für Sex in den Hintergrund treten. Meistens hilft dann eine Beratung, die den Ursachen auf den Grund geht und durch Verhaltenstraining deregulieren kann. Es gilt dabei zu lernen, Sex wieder genussvoller und gesünder zu leben. Die Lust am Seitensprung. Ganz andere Probleme haben oftmals schwule Paare, die seit einigen Jahren in einer festen Partnerschaft leben. Sie beklagen eine Flaute im Bett. Ist das Fremdgehen in einer Beziehung also unausweichlich? Eine logische Konsequenz, geboren aus Alltagsproblematik und Langeweile im Bett? Statistisch gesehen geht jeder Homosexuelle in einer Beziehung mindestens einmal fremd. Zu diesem Ergebnis kam die wissenschaftliche Fachzeitschrift „Journal of Homosexuality“. Natürlich muss der Sprung in ein fremdes Bett nicht immer das Aus einer Beziehung bedeuten, oftmals kann dies auch zur sexuellen Widerbelebung der eigenen Partnerschaft führen. Wichtig für schwule Männer ist dabei in erster Linie, dass offen über das Thema Sex gesprochen wird. Und damit unterscheiden sich Homosexuelle maßgeblich von heterosexuellen Männern. Sexuelle Treue in einer Beziehung ist Schwulen denn auch nur für 44 Prozent wirklich wichtig, so die Ergebnisse einer Studie von Sexualforscher Jo Heinrich. Doch auch wer in einer festen, glücklichen Beziehung lebt, träumt mit der Zeit immer öfter von Sex mit einem anderen. Es geht dabei um die Lust am Abenteuer, die Entdeckung des Neuen und die Angst, etwas

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verpassen zu können. Die Suche nach dem sexuellen Kick verfliegt bei den meisten Männer auch nach Jahren sexueller Aktivität nicht, so Heinrich weiter. Sexkiller Langeweile? Der Beziehungskiller bei Schwulen ist meistens eine Mischung aus Alltagsstress, fehlenden Zärtlichkeiten und festgefahrenen Abläufen im Bett. Es fehlt das Neue, das Prickelnde. Die Handgriffe, die Bewegungen – nach einer gewissen Zeit kann all dies einstudiert und damit langweilig wirken, wenn sich beide Partner beim Sex nicht mehr bemühen. Diese Erfahrung machte auch David aus Wien: „Nach drei Jahren mit meinem Freund hatte sich unser Sexleben so eingespielt, dass es jede Besonderheit verloren hatte. Sex war fast zu so einer Tätigkeit wie Wäsche waschen geworden.“ Bei David und seinem Freund wirkte die Öffnung der Beziehung, das Einbeziehen eines dritten Mannes viel – ihr Sexleben ist wieder spannender geworden und ihre Beziehung dadurch auch gefestigter. Natürlich lässt sich dies nicht verallgemeinern. Ein Seitensprung löst keine Beziehungsprobleme, kann aber neuen Wind in eine eingefahrene Situation bringen. Auch im Umgang mit der Thematik unterschieden sich Schwule von Heterosexuellen deutlich: Beim Fremdgehen geht es ausschließlich um Spaß am Sex – eine emotionale Verwicklung dabei findet bei Homosexuellen fast nie statt. Laut einer Studie greifen Schwule während des Seitensprungs auch meistens zu Kondomen, während rund 80 Prozent der Heterosexuellen sich hierbei nicht schützen. Aber ist eine offene Beziehung tatsächlich die Lösung? Nach Angaben einer Berliner Sozialstudie leben rund 25 Prozent der schwulen Männer in Österreich in einer offenen Beziehung, etwa 30 Prozent in einer monogamen. Dabei wird meist zu Beginn einer Partnerschaft festgelegt, welches Modell beide bevorzugen. Die Spannung beim Sex bleibt aber nicht nur in einer offenen Beziehung erhalten, sondern kann auch in einer monogamen Zweisamkeit gelingen, wenn sich beide dafür stark machen. Wichtige Eckpfeiler hierbei sind Punkte wie Offenheit gegenüber den Wünschen des anderen oder sich auch immer wieder bewusst Zeit für den anderen zu nehmen. Und die gemeinsame Zeit auch zu zelebrieren – zum Beispiel mit einem Abend zu zweit in einem guten Restaurant. Und mit ein wenig Kreativität im Bett bleibt auch die sexuelle Spannung erhalten. Diese Erfahrung machte Nico aus Salzburg: „Mein Freund und ich leben in einer monogamen Beziehung, hatten aber uns gegenseitig eingestanden, dass auch ein One-Night-Stand mal passieren kann. Und genau dadurch war der Reiz des Fremdgehens irgendwie für uns beide verschwunden, wir haben uns dann umso mehr darauf konzentriert, geilen Sex mit dem eigenen Partner zu haben! Und bist jetzt klappt es wunderbar!“ Nico und sein Freund Leo sind inzwischen seit acht Jahren zusammen.


Ein Seitensprung kann eine Beziehung aufpeppen, sie aber auch in den Grundfesten zerstören. Das Wichtigste dabei ist, mit dem Partner rechtzeitig zu reden und zu klären, was beide tatsächlich wollen. Es kann dabei durchaus passieren, dass sich sexuelle Wünsche mit der Zeit ändern, so eine Studie aus North Carolina. Eines ist dabei klar: Ein sexuell unerfülltes Leben macht die meisten Menschen krank. Also lieber früh genug handeln! Auch in Sachen Sex gilt: lernen, lernen, lernen. Das Klischee vom stets grandiosen Sex zwischen schwulen Männern ist ein Mythos, der sich vor allem bei jungen Männern hartnäckig hält. Dabei ist es nur natürlich, beim Sex nach und nach zu lernen, was einem wirklich Lust bereitet und was eher nicht. Je älter schwule Männer werden, desto mehr wissen sie also, was ihnen und ihrem Partner am besten gefällt, desto besser kann der Sex sein. Laut Sexualforscher Jo Heinrich ist es allerdings zuvor ganz natürlich, auch durch diverse Pannen im Bett stetig zu lernen. Sex ist vor allem eine Kopfsache, meistens verbringen wir mehr Zeit damit, darüber nachzudenken und uns selbst unnötig Druck aufzubauen, als Sex wirklich zu erleben und zu genießen, so der Ratgeberautor Micha Schulze. Wie groß muss „er“ für den perfekten Sex sein? Eines der Hauptkriterien schwuler Männer, wenn es um das Thema guter Sex geht,

ist die Größe des Penis. Egal wie viel Studien in den letzten Jahren das Gegenteil bewiesen haben, der Mythos „Großer Schwanz = guter Sex“ blüht noch immer. Inzwischen ist klar, dass viel mehr die Technik, die Leidenschaft und der Umgang mit dem besten Stück einen guten Liebhaber von einer Eintagsfliege unterscheiden. In einem Punkt allerdings ist ein großer Penis tatsächlich von Vorteil: Je größer das Prachtstück ist, desto selbstsicherer treten schwule Männer auf und lernen somit auch schneller einen anderen Mann kennen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universität Utrecht. Weiter heißt es da: Die Größe des Schwanzes ist ein Hauptanziehungsgrund bei möglichen Partnern. Fantasie und Realität. Es sind unsere Fantasien, die uns oftmals einen Streich spielen und uns stetig versichern, dass der Kerl mit der größten Beule auch der beste Lover sein muss. Beunruhigen muss das aber niemanden, denn nach wie vor gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Fantasie und Realität, die meisten Männer in Österreich haben einen Penis mit einer Länge von etwa 15 Zentimetern im erigierten Zustand, so Pro Familia und das Kinsey Institut unisono. Meistens hat der Fang des Abends also genauso viel in der Hose wie man selbst, so dass man getrost mutiger und selbstbewusster mit einem durchschnittlichen Penis auf Männerjagd gehen kann. Und wie geil der Sex dann tatsächlich wird, liegt sowieso an der Kreativität beider Männer. n

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Interview Asim Aliloski

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ur Kälber trinken Kuhmilch, aber wer von uns ist schon ein Kalb?“ Der Mediziner Dr. Gerhard Wallner betreibt gemeinsam mit einem BalanceCoach seit 12 Jahren das RIWA Gesundheitszentrum in Tulln (Niederösterreich) und ist seit mehr als 20 Jahren Experte für Alternativmedizin und Psyche. Bei unserem Besuch im Kleinstädtchen Tulln, sind wir gespannt, was das NAME IT-Team erwartet. Der einladende Händedruck ist anders als beim Hausarzt nebenan: intensiv, geduldig und persönlich. „Schon während des Medizinstudiums wusste ich, dass die Schulmedizin nicht mein Leben ist. Ich glaubte schon damals nicht alles, was in den Büchern stand. Die Alternativmedizin ist anders: ganzheitlich, menschlich, tief und günstig“, sagt Wallner gleich am Anfang des Gesprächs. Schließlich würde die Schulmedizin nur die Symptome heilen, oft aber nicht auf Ursachen und die persönlichen Bedürfnisse des Menschen eingehen. Und wie lebt es sich in der Blumenstadt Tulln? Oder am Land ganz allgemein? Wie geht es gleichgeschlechtlich Liebenden hier? Wallner: „Am Land zu leben und zu arbeiten bringt viele Vorteile, aber auch den Nachteil, dass jeder über jeden alles weiß. In meinen therapeutischen Gesprächen kommen immer wieder schwere innere Konflikte zur Sprache, die mit der vermeintlichen oder tatsächlichen Homophobie am Land zu tun haben. Viele Männer, speziell jüngere, trauen sich den Schritt, offen zu Ihren sexuellen Gefühlen zu stehen,

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noch immer nicht zu. Mein Rat dann: Outing um jeden Preis. Besser einige ,Freunde' zu verlieren als das Leben mit einer Lüge zu verbringen. Wir unterstützen die Betroffenen auf ihrem Weg.“ NAME IT sprach mit Wallner über sein Verständnis von ganzheitlicher Gesundheit. Bei Ihnen bekommt der Patient auch ein Coaching. Warum? Gerhard Wallner: Stress und Burnout sind wichtige Themen bei meinen Patienten. Leider liegt das daran, dass viele Männer immer noch glauben, dass sie keinen Schmerz kennen dürfen. Am besten keine Gefühle zeigen, nicht weinen, weil „Männer sind ja stark“. Die meisten können auch mit niemandem wirklich sprechen. Leider führt genau das zur mentalen Katastrophe. Mit Vitaminpillen ist das Problem nicht gelöst. Für Coaching ist es daher nie zu spät. Sie betonen in Ihren Vorträgen immer den Stoffwechsel. Warum ist der gerade beim Mann so wichtig? Wallner: Sie müssen wissen, dass 70 % unserer Gesundheit von der Ernährung abhängt. Wir haben manchmal Kinder mit 20 Kilo Übergewicht. Viele ernähren sich schlecht, mit 30 Jahren kommt dann der Bauch und mit der


Zeit auch der Bewegungsmangel. Dann haben wir den Salat mit Bluthochdruck und Herzinfarkt. Viel Obst und Gemüse, ist das Ihr Tipp? Wallner: Ja auch, da gilt es aber einiges mehr zu beachten. Die meisten Männer beispielsweise vertragen kein Soja. Ich würde außerdem Weißmehl und zu viel Zucker aus der Ernährung streichen. Weizenbrot ist nämlich für unsere Gene nicht gedacht. Was passiert: Das Insulin wird erhöht und das führt dann zu mehr Fett. Wer auf Brot nicht verzichten will, dem empfehle ich Roggenbrot.

Nährstoffe. Also zuerst ins Eiweiß beißen, das heißt auch, dass in jeder Mahlzeit auch etwas Eiweißhaltiges dabei sein sollte. Es ist daher gut, das Müsli mit Joghurt eiweißreicher zu machen. Eher aber mit Schafsjoghurt! Sie sagen Ihren Patienten, dass der Darm keine Müllabfuhr ist. Was meinen Sie damit? Wallner: Alles, was wir schlucken, geht in den Darm. Der Darm ist keine Müllabfuhr, sondern das größte Immunorgan des Körpers. Ist die Darmflora geschädigt, zeigt sich die Krankheit woanders: Mit Angina oder anderen Infektionskrankheiten kämpfen viele. Sie sehen also, wie wichtig die Ernährung ist.

Was aber, wenn „Gesundes“ nicht schmeckt? Wallner: Bei vielen meiner Patienten ist es so, dass sie zwar beim Essen klare Vorlieben Und wie sieht es mit dem Sex aus? haben, die aber davon abhängen, womit sie in Dr. Gerhard Wallner. Der Alternativmediziner hat Wallner: Viele glauben immer noch, dass sie der Kindheit gefüttert wurden. Sie essen das, was sich auf Männergesundheit sepezialisiert.w mit dem Samen sparen müssen. Ich empfehle sie kennen, woran sie gewöhnt wurden. Leider ist den Leuten so viel Sex zu haben, wie es Spaß macht. Wenn kein das nicht immer optimal. Ich rate meinen Patienten sich langsam Partner da ist, dann selbstverständlich auch Selbstbefriedigung. umzugewöhnen. Viele schaffen es beispielsweise nicht, mindestens zwei Liter reines Wasser am Tag zu trinken. Mein Rat: Versuchen Sie Häufiges Ejakulieren hält die Hormone in Gange, stimuliert das Testosteron, Keimdrüsen bleiben in Takt und die Prostata sowie Neues und eine langsame Umstellung. Das gelingt fast immer. Nebenhoden werden gespült. Enthaltsamkeit ist daher eher Sie mögen Kuhmilch gar nicht ... schädlich für die Potenz. Untersuchungen zeigen, dass Männer Wallner: Ein Kuhkalb trinkt Kuhmilch. Wir sind aber alle keine die enthaltsam leben, mit höherer Wahrscheinlichkeit an ProstaKälber! Kuhmilch ist in vielen Fällen ein Auslöser für Allergien und takrebs erkranken als jene, die es sexuell gerne viel und oft maHauterkrankungen. Ich würde sie aus der Ernährung streichen. chen. n Warum? Das Eiweiß und der Zucker in der Milch sind für den Menschen nicht geeignet. Ich empfehle eher Schafsmilch, weil sie der menschlichen Muttermilch ähnelt.

Die Top-Tipps vom Alternativdoktor Roggenbrot statt Weißbrot! Schafsmilch statt Kuhmilch! 2 bis 3 Liter reines Wasser täglich! Viel Sex! Auf die Darmgesundheit achten! Elektrosmogfreie Umgebung: Handy nicht am Körper tragen! Weitere Informationen: www.riwamed.com

Riwamed Alternativmedizin

Ihr erster Biss bei einer Mahlzeit ist immer ins Eiweiß. Warum? Wallner: Diese Weisheit findet man auch in unserem Ernährungsprogramm Metabolic Balance. Eiweiß ist ein Hungerstiller. Sie schütten, wenn sie nach dieser einfachen Regel essen, weniger Insulin aus, dadurch entsteht auch kein Heißhunger. Außerdem ist Eiweiß eine gute Basis für alle anderen


it's black, it's white, whoo by sam scott schiavo

PHOTOGRAPHER and FASHION EDITOR (www.samscottschiavo.com) | Grooming: Rafaello Nicoletti using Men's Grooming Products provided by Esbjerg www.esbjerg.com | Models: Bruno Rosendo @ Next Company, Curtis R. @ Tempo Models

[lyrics: michael jackson - no matter if it´s black or white]

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T-Shirt: IHATEU Jockstrap: BASKIT


Brief: TIBERIUS Puka Shell Necklace: Photographer's own Bandana: LEVIS


T-Shirt & Socks: BJORN BORG


Brief: BJORN BORG Socks: SUPERATED

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T-Shirt: AMERICAN APPAREL Brief, Socks, Headband: BJORN BORG

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Brief: CALVIN KLEIN

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Cap: Von DUTCH Boxers: BJORN BORG


Text Manuel Simbürger

Tierische

Liebe Katze, Maus, Hund – wer einmal die Liebe eines Tieres erfahren hat, weiß: Es gibt wenig Schöneres. Vor allem Schwule scheinen ein besonders inniges Verhältnis zu Bello & Co zu haben. In NAME IT erzählen schwule Tierbesitzer über ihr gemeinsames Leben mit den Freunden auf vier Pfoten.

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chwule und ihre Haustiere – ein ganz besonderes Verhältnis. Während Kollegen und Freunde entzückt die Passbilder ihrer Kinder vorzeigen, sind es bei uns meist liebliche (und so herzige!) Fotos unserer tierischen Mitbewohner. Oder besser: Freunde. Denn egal ob Katze, Hund, Meerschweinchen oder Papagei: Unsere Haustiere sind Gefährten fürs Leben, die uns besser kennen als irgendjemand sonst. Und ach, wie süß sie nicht sind!… Uns erzählten sechs NAME IT-Leser, wie sich das Leben durch ihr Haustier verändert hat, welche Rituale tagtäglich gelebt werden und warum Hund und Katz trotz allem kein Kinderersatz sind.  n

Laurent Amann & Rio Mit sechs Jahren bekam ich meine ersten Zebrafinken. Seitdem begleiten mich Tiere ein Leben lang. Meine Leidenschaft: Ich bringe meinem Hund, Papagei und Pferd aufregende Tricks bei. Das hat mich so fasziniert, dass ich in Frankreich Tierverhalten studiert habe. Jetzt lebe ich mit meinem Freund und Königspudel in Wien und habe mein Hobby zum Beruf gemacht: Personal Dogcoach. Damit möchte ich den Tieren die Liebe zurückgeben, die sie uns schenken. www.dogflair.com

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Ich liebe die Natur und Tiere im Besonderen, aber würde niemals ein Tier käuflich erwerben. Alle Tiere die ich in meinem Leben hatte – darunter waren neben Hunden auch Wellensittiche, Hasen und Chinchillas – wurden mir von Ihren Besitzern geschenkt, weil sie sie nicht behalten konnten oder wollten. Und so ich habe sie bei mir aufgenommen. Wenn man sich dafür entscheidet, einem Tier ein Zuhause zu geben, dann sollte man sich der damit verbundenen Verantwortung bewusst sein, denn es sind genauso komplexe Lebewesen wie wir Menschen. Man muss sich aber davor hüten, Tiere allzu sehr zu vermenschlichen. Wir werden die Sprache und die Seele der Tiere niemals vollständig ergründen können, alles was wir tun können, ist respektvoll mit ihnen umzugehen und versuchen, ihre Signale bestmöglich zu deuten. Seit etwa eineinhalb Jahren ist Hund Nes (Anm.: Kurzform von Nespresso) mein ständiger Begleiter und ein wichtiger Teil meines Lebens. Mein Hund ist für mich definitiv ein Mitglied der Familie, aber kein Kinderersatz. Mein Wunsch wäre es, ein Kind UND einen Hund zu haben, denn ich bin der Ansicht, dass das eine das andere nicht ersetzen kann.

Helmut Kolaric, Mag. Martha Spörck, Sue Sellinger highlighter.orgsw, beigestellt

La Hong & Nes


Benjamin & Xena Warum ich meine Hündin Xena, 12 Jahre alt, so mag, lässt sich ganz einfach beantworten: Sie macht mein Leben lebens- und liebenswerter. Bereits in der Früh springt sie zu mir ins Bett, um ihre morgendliche Portion „Streicheleinheiten“ einzufordern. Wenn es mir mal schlecht geht, brauche ich nur in ihre haselnussbraunen Augen zu schauen und die Welt ist gleich wieder viel bunter. Gerade in der wärmeren Jahreszeit liebe ich es, mit ihr spazieren zu gehen oder meine Zeit in der Natur zu verbringen. Außerdem ist man mit einer Hündin wie Xena nie alleine, und hat auch schnell eine Gesprächsbasis, ganz nach dem Motto: „Mann mit Hund sucht ...“ Alles in allem ist sie ein wertvoller Bestandteil in meinem Leben und ich möchte gar nicht daran denken, sie eines Tages nicht mehr bei mir zu haben.

Manuel & Clio Ich wollte ursprünglich keine Haustiere haben. Als Leiter meiner eigenen Werbeagentur bin ich sehr viel unterwegs und habe kaum Zeit, mich um ein Tier, geschweige denn einen Hund, zu kümmern. Im Sommer 2009 kam dann aber alles anders. Die süße PointerMix-Hündin Clio lächelte von einer Website eines Tiervereins und ich habe mich sofort unsterblich verliebt. Nur eine Woche später war die nur drei Monat alte, gebürtige Ungarin in Wien und ist seither die einzige Frau in meinem Leben. Clio ist mittlerweile drei Jahre alt. Sie ist Agenturhund, Seelentröster und ein Garant dafür, dass es niemals langweilig wird. Was ich damals nicht wusste: Pointer sind Englische Jagdhunde und brauchen viel Aufmerksamkeit. Genau diese Aufmerksamkeit holen wir uns beide auf unsere ganz besondere Art: Clio beim täglichen Spaziergang, beim Spiel und beim Kuscheln und ich durch viel Bewegung, Turbo-Kuscheleinheiten und einem ewig treuen Hundeblick. Eine klassische Bilderbuchliebe. Warum sonst verteidigt Clio Ihr Herrchen so brav gegenüber anderen Frauen?

Manuel & Spikey & Caspar Ich kuschle mit meinen zwei Katern. Ich spiele mit ihnen. Ich führe mit ihnen anregende Gespräche. Ich kümmere mich um sie. Oder anders: Spikey & Caspar kuscheln mit mir. Spielen mit mir. Erzählen mir Geschichten (besonders, wenn sie hungrig sind – was eigentlich immer der Fall ist). Kümmern sich um mich. Sie sind wie beste Freunde. Mehr noch: Sie sind Familie. Sie sind Seelentröster. Jeder sagt von sich, er hat die besten, coolsten, intelligentesten und schönsten Katzen der Welt. Eh klar. Der Unterschied ist nur: Bei mir stimmt´s tatsächlich.

Thomas & Florian & Queenie & Yoko Queenie und Yoko sind für uns wie zwei kleine spitzbübische Königinnen. Nur leider wissen sie das auch – und genehmigen sich jegliche Freiheit. Egal ob sie auf Bücherregalen herumturnen, unseren Lesesessel für sich in Anspruch nehmen oder beim Frühstückstisch darauf lauern, auf unsere Schultern zu springen: Uns entkommt doch niemals mehr als ein liebevolles „Böse Katzis!"

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"Haustiere sind die besseren Eltern!" Was tut man, wenn sich der Kater für einen Seehund hält? Lernt man mit Hund leichter Männer kennen? Christoph Klimke gibt in seinem Buch „Nicht ohne meine Pfoten!” darauf Antwort. Das tierisch-schräge Interview.

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er deutsche Autor Christoph Klimke erzählt (gemeinsam mit Sarah Mondegrin) im neuen Buch „Nicht ohne meine Pfoten! Katzen, Hunde, Lesben, Schwule” vom eigenwilligen Charme des Alltags mit Tieren und von unterschiedlichen Charakteren in Hunde-, Katzen- und Menschengestalt. Ein Leben voller Geheimnisse, Freude und Poetik.

Parks. Haustierbesitzer machen das am Tag.

Im Gespräch mit NAME IT verrät Klimke, wieso er schon mehrfacher Großvater ist, was Katzen- von Hundebesitzer unterscheidet und wieso es beim Tierarztbesuch mittlerweile um ihn selbst geht.

Für viele Schwule sind Haustiere Kinderersatz. Aber geht das überhaupt? Klimke: Na klar! Ich bin mehrfacher Großvater. Meine Enkel-Welpen leben in ganz Deutschland und schreiben mir zum Geburtstag. Alimente zahle ich nicht, bekomme allerdings auch kein Kindergeld. Sauerei!

Und gibt es Unterschiede zwischen schwulen Katzenbesitzern und schwulen Hundebesitzern? Klimke: Katzenbesitzer neigen zum Bauchansatz und schnurren. Hundebesitzer sehen aus wie Mooshammer oder Daisy.

Wie ist die Idee zum Buch „Nicht ohne meine Pfoten“ entstanden? Christoph Klimke: Meine kleine spanische Hündin Joi hat mich letzten Sommer hierzu überredet. Dann haben wir beide in meiner Fotokiste gekramt und die komischsten Bilder der letzten 20 Hundejahre ausgesucht. Und so ging das ganz fix.

Wieso wachsen uns unsere Haustiere genau so sehr ans Herz wie Familienmitglieder oder beste Freunde? Klimke: Sie haaren mehr, leisten keinen Widerstand beim Anfassen und sind so verfressen wie ich. Sie stellen keine dummen Fragen und lieben uns bedingungslos.

Haben Sie noch andere Haustiere gehabt? Klimke: Straßenköter Joi ist mein dritter Hund. Ich wollte nie einen kleinen Hund. Jetzt habe ich einen. Vorher hatte ich einen Schäferhund Namens Happy. Aus ihr sollte eine Blindenhündin werden. Hierzu war sie aber zu unbegabt. Deshalb landete sie bei mir.

Sind Haustiere gar die besseren Kinder oder die besseren Freunde? Klimke: Haustiere sind die besseren Eltern. Allerdings müssen wir sie zumeist am Ende ihres Lebens einschläfern.

Welches ist das beliebteste Haustier von Schwulen? Klimke: Entweder die Handtasche oder der Kulturbeutel. Weil sie nicht so riechen wie das Hundefell im Regen.

Was beobachten Sie bei Schwulen und ihren Haustieren am häufigsten? Klimke: Haustiere erlösen uns vom Sex, weil sie gelangweilt zusehen. Joi ist sterilisiert. In ihrer Heimatstadt Malaga arbeitete sie als Hafennutte. In Berlin ernähren wir sie – ohne Gegenleistung. In wieweit unterscheiden sich schwule Haustierbesitzer von jenen, die kein Haustier haben? Klimke: Nicht-Haustierbesitzer müssen nachts in die Bars oder

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Zwei Fragen, die Sie auch in Ihrem Buch behandeln. Erstens: Was soll ich tun, wenn mein Kater sich für einen Seehund hält und am liebsten im Spülbecken sitzt? Klimke: Auf keinen Fall zum Therapeuten gehen. Und sich dazu setzen.

Christoph Klimke und Sarah Mondegrin. Nicht ohne meine Pfoten! Katzen, Hunde, Lesben, Schwule. Querverlag, 2011, ¤ 14,90

Zweitens: Lerne ich Männer leichter kennen, wenn ich mir einen Hund anschaffe? Klimke: Ja. Und: Wenn du mit deinem Hund unterwegs bist, gibt es keine sozialen Unterschiede. Der braungebrannte Chefarzt mag uns genauso wie der mittellose Dichter. Kann ein Haustier eine Beziehung retten? Klimke: Nein, aber eine stiften. 

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Thilo Beu

Und welches von Lesben? Klimke: Rüden und Kater. Wir lieben aber alle auch Stofftiere. So heißt mein Steiff -Bär „Brummelchen” und mein weißes Kaninchen „Weißhäschen”. Ob „Brummelchen” und „Weißhäschen” ein Verhältnis haben, entzieht sich meiner Kenntnis.

Man sagt, im Laufe der Jahre ähneln sich Herrchen und Haustier immer mehr. Stimmt das? Klimke: Auf jeden Fall. Mein Tierarzt fragt mich inzwischen, wie es mir geht.


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Für immer schön! Schönheit ist vielleicht vergänglich, aber mit ein wenig Hilfe und den den richtigen Produkten und Anwendungen lange genießbar. Durch die Verwendung von organischen Produkten oder einer gelegentlichen Massage tust du deinem Körper Gutes. Und das wird dir dein Körper lange danken. NAME IT kennt die besten Adressen für einen anspruchsvollen Männerkörper. Schließlich sollen da nur die Profis ran!

Fotocredit: iStockPhoto/ Geber86

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in echter Geheimtipp ist das "So SPA" im Herzen Wiens. Auf 750 m2 findest du Entspannung für Körper und Seele vom Feinsten. Wie aus einer Speisekarte wählst du deine Behandlungen aus. Entweder ein delikates Menü aus Vor-, Hauptspeise und Dessert oder für gezielte Entspannung zwischendurch eben nur einen Gang. Ganz im Stil des von Jean Nouvel gestalteten Hauses ist auch der Spa-Bereich in dunkelgrauem Schiefer, leuchtendem Weiß und sanft mattiertem Glas designt. Das alles mit einem unglaublichen Blick auf den Stephansdom und die Wiener City. Tagesgäste können auch nur im Hamam oder Jacuzzi entspannen oder in einem 200 m2 großen Fitnessbereich Kondition tanken. Sofitel Vienna Stephansdom 1020 Wien, Praterstraße 1 Telefon (01) 90616 9406, E-Mail: h6599-th@sofiitel.com www.sofitel.com


Juni/Juli

HOROSKOP von Heidelinde Fischer

WIDDER

Im Juni scheint für dich nicht oft die Sonne, Streitereien verhindern das. Im Juli aber wirst du mit ihr um die Wette strahlen. Bestgelaunt zauberst du ein Lächeln auf die Gesichter deiner Mitmenschen und Feuer in die Herzen der Männer! Liebe  Erfolg 

ZWILLING

Der Juni bringt dir viel frische Energie… Gut so! Du musst nämlich ein paar Rückschläge einstecken. Letztendlich macht dich das nur stärker. Stark bist du im Sommer auch körperlich. Braungebrannt und gut in Form, das gefällt auch einem Widder! Liebe  Erfolg 

JUNGFRAU (-MANN)

Emotionen sind fehl am Platz! Erst die Enttäuschung verarbeiten, Ruhe und Kraft sammeln. Es geht langsam voran, richtig aufwärts erst Ende Juli. Inzwischen genüsslich ein Gläschen im Schanigarten trinken und die vorbeilaufenden Männer beäugen... Liebe  Erfolg 

Glückskind KREBS

Trau dich raus aus deiner harten Schale. Deine Mitmenschen meinen es wirklich gut mit dir! Das wirkt sich im Liebes- und Berufsleben positiv aus! So heiß kann der Juli gar nicht werden, dass du nicht nach der kuscheligen Nähe (einer Waage?) suchst! Liebe  Erfolg 

STIER

Das wird ein (s)tierischer Sommer! Die Sterne stärken dein Vertrauen in deine Fähigkeiten. Du solltest gerade jetzt wichtige Dinge in Angriff nehmen, denn deine Tatkraft wird sicher mit Erfolg belohnt! Also lieber Stier: lebe, liebe, lache! Liebe  Erfolg 

STEINBOCK

Deine Liebessterne stehen günstig! Du kannst nichts falsch machen - selbst der dümmste Aufreißspruch wird dir verziehen. Liebe macht ja blind und scheinbar auch taub! Einziger Schwachpunkt im Sommer ist deine mangelnde Fitness. Liebe  Erfolg 

Glückskind Abschließen! Grabe nicht ständig Vergangenes hervor! Vor dir liegt auch eine Zukunft - und die sieht ganz gut aus! Denn der Juli beschert dir Liebesglück - ER wird dir endlich sagen, was du schon lange hören wolltest - und es auch in Taten umsetzen! Liebe  Erfolg 

FISCHE

Wenn du ihn wirklich willst, musst du auch mal gegen deine Prinzipien verstoßen, aus deinen gewohnten Bahnen ausbrechen! Dein Glücksstern wacht über dich! Achte besser auf deine Gesundheit sonst liegst du erst recht wieder allein im Bett. Liebe  Erfolg 

LÖWE

Löwen sind wahre Sonnenkinder. Die ersten warmen Strahlen wecken deine Lebensgeister und du kannst deinen Freiheitsdrang jetzt voll ausleben. Juli 2011 ist dein absoluter Glücksmonat – du kannst alles, du bekommst alles und jeden! Liebe  Erfolg 

SCHÜTZE

Du bist charmant, du bist klug! Das macht dich im Sommer zum Gewinner! Viele Schützen werden neue berufliche Wege gehen. Wenn du auch privat so erfolgreich sein willst, gestehe deinem Partner endlich all das zu, was du auch dir zugestehst! Liebe  Erfolg 

SKORPION

Nicht vor schwierigen Situationen davonlaufen! Stell dich! Der nötige Kraftschub kommt von den Sternen. Im Juli bist du dank dieser Powerspritze gar nicht mehr zu halten. Obwohl dich jemand (ein Steinbock?) gerne ein wenig festhalten würde. Liebe  Erfolg 

WASSERMANN

Liebesglück wie im Kitschroman versprechen dir die Sterne im Juni. Sport an frischer Luft verschafft einen klaren Kopf und vertreibt letzte Zweifel. So gut drauf, würdest du am liebsten tausend Dinge in Angriff nehmen – Vorsicht: Burnout-Gefahr im Juli! Liebe  Erfolg 

 Die Sterne lieben dich!  Gute Zeit  Alles okay  Anstrengende Zeit  Durchhalten! Das Weltall ist derzeit gegen dich.

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istockphoto.com/red frog

WAAGE


Der Garten als „grünes Wohnzimmer“ Smooth &

lecker

An Apple A Day: Aktuellen Studien zufolge sind Gemüse und Obst nicht nur gesund, sondern machen auch unglaublich schön. Kein Wunder also, dass der Obst- und Gemüse-Konsum steigt. KENWOOD ist daran nicht ganz unschuldig. Der neue Entsafter EXCEL JE 850 ist ein Jungbrunnen deluxe. Der wertvolle Saft aus dem Obst und Gemüse wird mittels einer Zentrifuge gewonnen. Die patentierte Advanced Extraction Technology (APEX) garantiert dabei ein einfaches und effizientes Entsaften. Ein XXL- Einfülltrichter mit stolzen 85 Millimetern Durchmesser erleichtert das Einfüllen von Frucht- und Gemüsestückchen und sorgt so für mehr Komfort. Verschiedene Geschwindigkeitsstufen und ein Anti-Tropf-System gibt's obendrein.

Der Garten als Statussymbol: Er ist nicht nur Erholungsoase und bringt das Urlaubsfeeling direkt vor die Haustür, als „grünes Wohnzimmer” trägt er auch maßgeblich zum angenehmen Wohnklima bei und macht nebenbei auch noch die Nachbarn eifersüchtig… Um das Gefühl des „Innen nach Außen” noch mehr zu verstärken, sollte der Garten-Liebhaber zu den neuen Sitzgelegenheiten von „Baxter” greifen! Die vom italienischen Architekten Roberto Lazzeroni entworfenen Sofas und Futons eignen sich sowohl für das Wohnzimmer, als auch für den Garten. Stilistisch an der Schönheit des Unvollkommenen und an der Inspiration Brasiliens angelehnt, sind sie aus wetterfesten, aber doch gemütlichen Materialien gefertigt und machen jede Umgebung zu einem Hingucker. Egal ob von Zimmerwänden oder von Bäumen umgeben.

Wohnen & Design

TRE ND DE SM O

Beigestellt, Gerd Altmann_pixelio.de, Kenwood

Im Bett mit Wolfgang Joop

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Wolfgang Joop, seines Zeichens einer der erfolgreichsten Designer unserer Zeit (und schwul obendrein), kreiert nicht nur leidenschaftlich gerne Klamotten, sondern auch Möbel. Weil diese eine Seele besäßen, meint er. Wie dem auch sei: Für die Neue Wiener Werkstätte, die seit 1927 auf die Produktion hochwertiger Möbelstücke spezialisiert ist, entwarf Joop eine Möbelkreation von zeitloser Schönheit. Ziel: das Zuhause in einen Ort des Rückzugs zu verwandeln. Mit den Materialien Stoff, Leder und Holz sowie einem klassischen, aber doch modernen Stil, ist ihm dies auch gelungen. Die Kollektion besteht insgesamt aus elf Teilen (Sessel, Sofa, Hochlehner, Hocker, Betten, Paravents und Beistelltische) und ist als limitierte Auflage bei der Neuen Wiener Werkstätte zu erwerben.

Erfindung des Monats: Sessel fürs dynamische Sitzen „Tip Ton“ setzt neue Maßstäbe in Sachen dynamisches Sitzen – und definiert eine neue Typologie: den Vollkunststoffstuhl nämlich, der nach vorne geneigt werden kann. Die entscheidende Innovation besteht in einer Vorwärtsneigung um 9 Grad, die durch die Form der Bodenkufen des Stuhls erreicht wird. Diese Sitzposition, bislang mechanischen Bürostühlen vorbehalten, richtet Becken und Rückgrat auf und verbessert so die Durchblutung. Dynamisches Sitzen ist jetzt also überall möglich – in Schulen, Bibliotheken, Cafetarias, beim Ess- oder Schreibtisch. „Tip Ton” wurde von den Designern Edward Barber und Jay Osgerby kreiert.

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IE EN SER S WOHN

SCHWULE CH IN ÖSTERREI

Ländliche Lässigkeit und bürgerliche Eleganz vereinen sich im Salon zum charmant-wienerischen Wohngefühl.

Draussen vor dem Tore...

Text Wolfgang Stempfer Fotos MiriamHöhne


Da stand neben einem Brunnen bekanntlich Schuberts Lindenbaum. Dass es sich zwischen Linden und Weinbergen aber auch heute noch sehr gut leben lässt, konnten wir in der wunderbaren Biedermeier-Wohnung eines Paares in Hernals entdecken‌


Vor dem warmen Gelb der Wände und auf naturbelassenen Holzdielen findet sich eine Komposition von Möbeln und Ziergegenständen aus dem 19. Jahrhundert. Vieles stammt aus Familienbesitz, einiges auch vom Flohmarkt. Sogar der kleine Ofen wärmte schon zu Metternichs Zeiten; der Essplatz in der Küche ist rustikal.


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ine große Hofanlage aus dem Biedermeier in klassischem Gelb mit dunkelgrün gestrichenen Fensterrahmen, alter Baumbestand, an der Rückseite erhebt sich sanft ein Weinberg, eigentlich hört man nicht viel mehr als Vogelgezwitscher – eine wahrhaft ländliche Idylle! Nichts weist darauf hin, dass man sich gerade mal dreißig Straßenbahn-Minuten entfernt von der Lärmhölle des Gürtels befindet, dass nicht einmal die Stadtgrenzen Wiens verlassen wurden – und doch ist die Stadt hier eher etwas, dass sich irgendwo anders befindet – auf jeden Fall weit weg. „Ja, es war schon eine Umstellung, als wir vor mittlerweile vierzehn Jahren hier heraus gezogen sind“ gibt unser Gastgeber offen zu: „Immerhin waren wir vorher mitten im 7. Bezirk zuhause, konnten abends auch mal spontan was trinken gehen. Das überlegt man sich hier draußen dann schon zweimal, bevor man ins Auto steigt“. Und doch hat man sich schließlich für die Wohnung am Rande der Weinberge entschieden – und nicht nur, weil sie mit ihren 100 m² spürbar größer ist als die alte Innenstadtwohnung. „Wir haben hier nicht bloß das Grün unmittelbar vor den Fenstern, wir haben unten im Hof auch unseren eigenen Gemüsegarten!“ Kochkünste. Da trifft es sich ganz wunderbar, dass beide Hausherren gerne kochen und auch immer wieder große Abendeinladungen für

bis zu zehn Personen geben. „Wir kochen allerdings niemals gleichzeitig“ grinst einer der beiden, und fügt hinzu, dass sich ihre KochSchwerpunkte merklich voneinander unterscheiden: Liegen sie beim einen eher auf der heimischen Küche und ihren Verlockungen, konzentriert sich der andere gerne auf Asiatisches; wobei sich Ersteres – und das sei an dieser Stelle ganz wertfrei den Kochkünsten der beiden Hausherren gegenüber bemerkt – sicherlich besser ins Ambiente der Wohnung und ihres Umfeldes integrieren lässt. Denn nachdem man hinter der dunkelgrün gestrichenen Haustür über eine gewundene Steintreppe ins Obergeschoß des Hauses gestiegen ist, setzt sich die anfangs beschriebene Stimmung der Umgebung nahtlos in die Wohnung hinein fort; eine Stimmung, die man im besten Sinn des Wortes als biedermeierlich bezeichnen kann; ländlich aber nicht rustikal, elegant aber nicht steif, gemütlich aber nicht verstaubt. Tricks in Sachen Flohmarkt. „Wir haben diesen sehr wienerischen oder biedermeierlichen Charakter der Wohnung nie geplant oder inszeniert – das hat sich vielmehr über die Jahre so ergeben. Außerdem sehen wir unsere Wohnung nicht als Inszenierung – wir leben hier, das sind einfach unsere Sachen, die wir teilweise auch schon in der vorigen Wohnung hatten. Einige alte Möbel haben wir von Verwandten geerbt, einige alte Bilder, und zu denen haben wir dann einfach

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immer dazuergänzt“. So stammt zum Beispiel die Ansammlung alter böhmischer Glaskaraffen aus einer Zeit, als derlei Dinge auf der anderen Seite der Grenze (übrigens die Heimat einer der beiden) noch wohlfeil zu haben waren, und die meisten der prunkvollen alten Bilderrahmen, die in der ganzen Wohnung anzutreffen sind, wurden auf Flohmärkten entdeckt. „Wir haben die oft einfach mitgenommen, ohne zu wissen, für welches Bild die passen könnten – sie haben dann auch meist nicht gepasst“ – was wohl der Grund dafür ist, warum einige der guten Stücke heute für sich und ganz ohne Kunstwerk in der Mitte – sozusagen als Kunstwerk an sich - wirken dürfen. „Und dann gibt es auch immer Leute hier im Haus, die irgendetwas einfach wegschmeißen wollen. Da hatten wir schon oft das Glück, das ein oder andere gute Stück retten zu können. Unser bester Trick ist allerdings“, fügt der Hausherr mit verschwörerischem Augenzwinkern hinzu, „ein paar Frauen auf bestimmte Dinge anzusetzen, die sie dann gerne für uns auf den verschiedensten Flohmärkten erstehen – besonders auf Pfarrflohmärkten, da wissen die Leute oft nicht so genau, was sie da eigentlich verkaufen. Unser ganzes Lilien-Porzellan haben wir auf diesem Weg günstig zusammenbekommen!“ Harmonie. Und trotz oder vielleicht gerade wegen dieser unterschiedlichsten Provenienzen der Möbel, Lampen, Kunst- und Ziergegenstände und der beinahe diabolisch gerissenen Art und Weise, an Schönes und Seltenes heranzukommen, ergibt sich ein wunderbar harmonisches Ganzes, das ganz ohne optische Brüche und die heute so oft bemühten und manchmal schon etwas gezwungen wirkenden Stilkombinationen auskommt und so als angenehm zeitlos und klassisch empfunden werden kann. So wurde in der ganzen Wohnung ein naturbelassener Holzdielenboden verlegt – eine Reminiszenz an den alten (und, wie uns mit etwas Wehmut in der Stimme erzählt wird, wunderbar ausgetretenem aber leider kaputten) Holzboden der Vormieterin. Rundgang. Außer der Trennung von Bad und Küche, die sich bei Übernahme der Wohnung in einem in der Mitte der Wohnung gelegenen und durch Glasoberlichten nur indirekt beleuchteten Raum befunden hatten, hat man die räumliche Struktur und Abfolge der Räume nicht verändert. Zum Innenhof hin liegen also der weiß

gekalkte Gang und die Küche, Richtung Weinberg eine Folge aus drei in Gelb gefassten Räumen („dieses Gelb wirkt erstaunlicherweise zu jeder Tageszeit ganz anders!“), die durch klassische Flügeltüren verbunden sind und ein Gästezimmer/Büro, den großen Wohnsalon mit Essplatz und das Schlafzimmer aufnehmen. Vom mittleren der drei Räume gelangt man übrigens über einen kurzen Gang wieder zur Wohnungstür und hat so quasi die zentrale Sanitärzelle umrundet, in der sich neben einer weiß lackierten Schubladenkommode mit Messinggriffen noch die alte, freistehende Badewanne befindet. Und auf jeden Fall sollte man an dieser Stelle auch das WC erwähnen, das sich ganz im Unterschied zu anderen, oft weniger originellen oder im besten Falle unauffälligen Örtlichkeiten als wahres Kupferstichkabinett präsentiert: „Wir hatten die ganzen Blätter jahrelang in der Lade herumliegen, und gerade vor einem halben Jahr haben wir uns dann entschieden, sie doch endlich rahmen zu lassen“ – ein würdiger Rahmen also im wahrsten Sinn des Wortes! Schwul, weil geschmackvoll. Wer nun meint, dass ein unaufgeregter, zeitloser und vielleicht auch ganz unglamouröser Stil, wie er sich uns in dieser Wohnung präsentiert, wenig mit schwulem Wohnen zu tun hat, der sollte sich vielleicht noch durch folgende Anekdote eines besseren belehren lassen: Kurz nachdem die Wohnung bezogen, frisch renoviert und soweit eingerichtet war, dass man das Ergebnis präsentieren konnte, fand sich eines Tages – mehr durch einen Zufall – der Arbeitgeber eines der beiden Hausherren in der Wohnung ein. Im Laufe des Gesprächs nun rang er sich – obwohl es ihn natürlich nichts angehe – zu der Frage durch, ob das Gerücht denn stimme, dass sein Gegenüber – einer der beiden Hausherren – denn homosexuell sei? Worauf er von diesem die Antwort erhielt, dass ihn das tatsächlich nichts angehe, obwohl es im Übrigen richtig sei. Allerdings wollte der Hausherr dann doch wissen, wie der andere denn auf diese Idee komme, worauf dieser zur Antwort gab: „Nun, die Wohnung ist schon SEHR geschmackvoll eingerichtet!“. Daraus, dass dem guten Mann dies überhaupt aufgefallen ist, mag nun jeder seine eigenen Schlüsse ziehen – WIR ziehen daraus den Schluss, dass schwules Wohnen in den meisten Fällen einfach auffallend geschmackvoll und kreativ ist – und in diesem konkreten Fall ganz besonders! n

Das WC wurde vor kurzem mit einer Anzahl von Kupferstichen veredelt. Das Gold der Rahmen harmoniert mit dem Gelb der Wandverkleidung.

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Eine geschmackvolle Komposition aus Glaskaraffen und alten Büchern runden das Bild perfekter Gemütlichkeit ab.


Biedermeier Was können wir mit diesem Begriff nicht alles assoziieren: Eine ganze Epoche voll von Widersprüchen, häusliche Gemütlichkeit, politische Restauration, künstlerische Höchstleistungen, eine große Zeit für Wien, das beinahe zum letzten Mal eine zentrale Rolle auf der Weltbühne spielen durfte – politisch, künstlerisch und kulturell: Politisch, weil zu Beginn dieser Zeitspanne, die wir heute bis 1848 gehen lassen (dem Revolutionsjahr, in dem von Frankreich aus republikanische Gedanken über ganz Europa schwappten und die alten Herrscherhäuser gewaltig erschütterten, weswegen diese Jahre auch „Vormärz“ genannt werden), sich die Großmächte in Wien trafen, um die Machtverhältnisse nach den Napoleonischen Kriegen wieder ins rechte Lot zu rücken – man könnte auch sagen, sie drehten das Rad der Zeit zurück – und nebenbei gewaltig abzutanzen. Künstlerisch und kulturell, weil sich das Bürgertum, durch den Polizeistaat eines Staatskanzlers Metternich politisch zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken und zur Untätigkeit gezwungen, auf anderem Gebiet äußerst rege verhielt: Es war die Zeit bürgerlicher Lebenskultur und Gemütlichkeit, in der höchste Wohnkultur entwickelt wurde, in der vollkommen neue Möbelkreationen entstanden, die Zeit, wo man sich in behaglichen Salons traf, um der Musik eines Franz Schubert zu lauschen oder den romantischen Gedichten eines Eduard Mörike, den Romanen eines Adalbert Stifter… Man versank in den tränenreichen Liedern und Texten wie in den poppig gemusterten Polstern ausladender Ottomanen. Jahrzehnte später, als die bis dahin in ihren Grundstrukturen noch mittelalterlichen bzw. barocken Städte durch die Gründerzeit und ihre Bauwut über den Haufen geworfen wurden, sollte man sich dieser Jahre wehmütig als der „guten alten Zeit“ erinnern – und selbst noch nach dem Grauen der beiden Weltkriege versuchten sich die Menschen durch die Erinnerung an jene (vermeintliche) Idylle der rauen Wirklichkeit zu entziehen – damals entstanden Filme wie das „Dreimäderlhaus“ (Ernst Marischka) oder „Der Kongress tanzt“ (Franz Antel). Und die Genrebilder eines Ferdinand Georg Waldmüller, der das soziale Elend breiter Bevölkerungsschichten quasi durch die rosa Brille hindurch zeigt, waren und sind auch nicht das geeignete Medium, ein realistisches Bild jener Zeit zu zeichnen. Was ist es, das uns heute an dieser Epoche, die nun ziemlich genau 200 Jahre zurückliegt, so fasziniert? Ist es die Tatsache, dass nach der langen Zeit, in der künstlerische Impulse beinahe ausschließlich von den Herrscherhäusern ausgingen, nun ein Stil entstanden war, der das Leben in bürgerlichen Dimensionen verkörperte; ein Stil aus dem Bürgertum heraus? Oder ziehen wir, indem wir uns ähnlich machtlos fühlen wie die Menschen jener Zeit sich der großen Politik gegenüber gefühlt haben mochten, insgeheim Parallelen zu unserer heutigen Situation? Können wir den Stellenwert, den „das Wohnen“ in unseren Tagen genießt, erneut als resignierten Rückzug in eine heile Privatwelt deuten? Oder sehnen wir uns manchmal nach dieser Welt, die uns in Bildern und Filmen, in Werken der Musik und Literatur als etwas Ideales entgegentritt, als etwas irgendwie Unschuldiges, Reines? Nun – wie auch immer wir dazu stehen – irgendwas muss dran sein an diesem Biedermeier! Immerhin erzielen die Werke des bereits oben erwähnten Biedermeiermalers Waldmüller bei internationalen Auktionen regelmäßig Preise, die jenseits der Millionengrenze (in Euro) liegen. Auch das lange Zeit im großmütterlichen Wohnzimmer leicht belächelte Biedermeier-Interieur erfreut mittlerweile das höchst anspruchsvolle Sammlerherz – und die Musik jener Zeit – sei sie still bewegt wie Schubertsche Kammermusik oder wild aufbrausend wie Beethovensche Sinfonien – ist ohnehin von zeitloser Größe. Und Ende 2011 eröffnet im Liechtensteinschen Stadtpalais ein neues Museum, das sich ausschließlich dem Biedermeier widmet. Und wo, wenn nicht in Wien, wäre ein solches Museum am rechten Platz?  n


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Auch nicht bei TV-Geräten! Der „Loewe Connect 26 LD“, auch als „TV-Luxusmini“ tituliert, wurde von der Stiftung Warentest mit Bestnoten bewertet. Der Fernseher punktet sowohl mit überdurchschnittlicher Bildqualität, als auch durch seinen reflexionsarmen Bildschirm und seinen guten Ton. Hervorgehoben wurde außerdem der nachrüstbare Satellitentuner. Hört sich alles gut an. Und sieht auch gut aus. Denn beim Fernschauen sieht ja bekanntlich auch das Auge mit.

Skandal des Monats Homophobe Politik bei sevenload.com

Dolm des Monats:

David Cameron

BioWare, World Economic Forum, Loewe, Gerd Altmann_pixelio.de

Der britische Premierminister hat so seine eigenen Vorstellungen davon, was England zurzeit wirklich beschäftigt: Er möchte nämlich sämtliche sexuelle Inhalte im britischen TV im Zeitraum von 5:30 Uhr und 21 Uhr verbieten darunter gehören auch Homo- (aber nicht Hetero!)-Küsse. Weil diese „die Entwicklung von Kindern besonders schädigen” würden, heißt es. Und die wolle man ja schließlich schützen, deshalb „härtere Themen” auch erst im Abend- und Nachtprogramm. Eine Frage: Gilt das auch für diverse TrashReality-Soaps? Und was wird aus Aaron und Jackson, dem süßen Gay-Couple aus der TV-Serie „Emmerdale“? (siehe auch Seite 80)?

Auto & Technik

Größe ist nicht alles!

Sevenload.com ist eines der weltweit führenden Social-Video-Networks für kostenfreie TV-Inhalte, offizielle Musikvideos und interaktiver WebTV-Channel. Klingt eigentlich ganz gut. „Weltweit führend” und „erfolgreich” sind jedoch anscheinend keine Synonyme für „Offenheit” und „Toleranz”. Der deutsche Verein „Aufklärung e.V.” erstellte im Rahmen von sozialen Jugendprojekten Videos und Fotobeiträge mit schwul-lesbischem Inhalt – und wollte damit nicht nur gegen Homophobie ankämpfen, sondern u. a. auch die HIV/AIDS-Prävention unterstützen. Eine gute Sache, weshalb man das Erschaffene auch über sevenload.com verbreiten wollte. Nix da, das Social Network löschte alle Beiträge des Vereins. Weil die Rechte nicht klar geklärt seien, hieß es seitens sevenload.com. „Aufklärung e.V.” stellte klar, dass dies sehr wohl der Fall sei – worauf von sevenload.com keine Reaktion mehr kam. Schade. Jetzt wissen wir, welches Social Network die Welt NICHT braucht.

Schwule Stereotypen in „Dragon Age 2“?

Da will man eigentlich etwas Gutes tun und sich für sogenannte Minderheiten“ einsetzen, und prompt muss man sich mit heftiger Kritik und dem Wunsch nach Entlassung auseinandersetzen: David Gaider, Chef-Autor des erfolgreichen Rollenspiels Dragon Age 2, hat's nicht leicht. Als bekannt wurde, dass das Spiel ein Feature beinhalten sollte, welches dem geneigten Spieler die Möglichkeit gibt, schwule oder lesbische Beziehungen mit anderen Spielfiguren einzugehen, wurde laute Empörung in diversen Hetero-Fanforen laut. Nun hat aber auch ein (angeblich) schwuler Spieler eine Petition gegen Gaider gestartet: Die Darstellung der schwulen Figuren in Dragon Age 2 seien voller Klischees und würden ein falsches Gay-Bild übermitteln. Schwule im Spiel würden nur an Sex denken und promiskuitiv durch die Straßen wandern. Das empört den Spieler so sehr, dass er öffentlich die Kündigung Gaiders fordert. Man kann es eben niemals allen Recht machen.

Türkisches Internet wird „gay”-frei!

Schon 2009 erregte die türkische Zensurpolitik Aufsehen, als die in der Türkei sehr beliebten Gay-Datingseiten hadigayri.com und gabile.com gesperrt wurden. Nun legt die türkische Telekommunikationsbehörde noch eins drauf: 138 als anstößig empfundene Begriffe wurden für die Verwendung in Internetadressen mit der Endung .tr (für „Türkei”) gesperrt. Dazu gehören Begriffe wie „gay”, „homemade”, „fetish”, „escort”, „teen” oder sogar „hot”. Auch türkische Termini wie „gey” (schwul), „nefes” (Atem) oder „ciplak” (nackt) fielen der Zensur zum Opfer. So viel zum Thema moderner Aufgeschlossenheit. Ob man damit dem Beitritt in die EU einen Schritt näher kommt?

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Ein Test von Ralf Strobl Fotos Audi / Porsche Austria

Schöner, kleiner Stadtflitzer Bei der europaweiten Wahl zum „Gay Car Of The Year 2011“ eroberte der Audi A 1 den guten vierten Platz – als bestes deutsches Auto. NAME IT hat den Luxus-Miniflitzer getestet und geprüft, ob sich das nicht ganz billige Vergnügen tatsächlich lohnt. Ja, er ist`s wirklich. Für eine Internetkampagne konnte Audi Justin Timberlake gewinnen.

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Sexy Hintern: Der A 1 sorgt mit sportlichem Heck für Aufsehen.

Keine Frage: Die Seitenlinie ist wirklich gelungen.

K

eine Frage: Der A 1 ist ein hübsches Teil. Während sein Konkurrent Mini mit Retro-Chic punktet, setzt Audi auf die coole Audi-Ästhetik des 21. Jahrhunderts. Vor allem der überdimensionale Kühlergrill, den wir von seinen großen Brüdern kennen, begeistert. Aber auch die markante Seitenlinie verschafft dem Ingolstädter einen spektakulären Auftritt. Ein optischer Gewinn ist jedenfalls der Dachbogen in Kontrastfarbe – der aber nur als Extra (400,– Euro) zu haben ist. Viel Platz, wenig Platz. Bevor wir mit unserem 105-PS-Turbodiesel losstarten, ein kurzer Blick auf das Innenleben des A 1. Erfreuliche Überraschung: Für Fahrer und Beifahrer ist mehr als ausreichend Platz. Fast könnte man meinen, man mache es sich in einer weitaus größeren Limousine bequem – inklusive sensationeller Beinfreiheit. Doch wehe, man kommt auf die frivole Idee, mit mehr als einem Beifahrer eine Ausfahrt machen zu wollen. Klappt man die Vordersitze des Zweitürers um, um hinten Platz zu nehmen, rasiert die Kopfstütze schon Mal unsanft das Dach. Da hat sich ein Ingenieur wohl etwas verrechnet. Und das Platzangebot auf den Rücksitzen ist nur unter der Kategorie „Scherz“ einzuordnen. Okay, quer liegen kann man ja. Jede andere Sitzposition ist für Menschen mit mehr als 1,60 Meter Körpergröße unmöglich – oder eine Qual. Jedenfalls wenn man etwas länger als bis zum nächsten Supermarkt düsen will. Qualität, die besteht. Dafür ist die Verarbeitungsqualität des A 1 schlichtweg genial, durchaus einem Oberklassewagen entsprechend. Unschöne Ritzen oder gar Spalten, die wir sonst so oft in diesem Segment vorfanden, sucht man vergebens. Dass in unserem Testwagen allerdings Plastik vorherrscht, begeistert uns weniger. Dafür wird man durch den dezenten Einsatz von Elementen in AluOptik entschädigt. Zudem sitzt jeder Schalter, jeder Hebel genau an dem Platz, wo er hingehört. Auch die Instrumente sind so angeordnet, dass sie immer bestens ablesbar sind, keine „famose“ Designidee stört. Das ist Purismus der angenehmsten Art. Die Sportsitze sind ebenfalls zu loben – die sind einfach perfekt. Freches Wiesel. Also, geht’s auf zu einer Stadtrundfahrt. Und hier spielt der kleine Audi seine Qualitäten voll aus. Dank der sehr direkten Lenkung saust er wie ein Wiesel durch die Straßen Wiens. Einkäufe lassen sich superbequem erledigen, das Kofferraumvolumen ist mit 270 bis 920 Liter absolut okay. Einziges Problem: Uns passierte des öfteren, dass wir mit nicht ganz geschlossenem Kofferraum

losfuhren. Die elektronische Anzeige zeigte dieses Manko schön brav an. Also: stehen bleiben, nochmals mit einem kräftigen Rums schließen… Apropos elektronische Anzeige: Die kommunizierte mit uns öfter als uns lieb war. Die Vorderlichter seien kaputt, meinte sie etwa. Was nicht stimmte. Und die ansonsten vorbildliche Start-StoppAutomatik (superleise!) sei kaputt. Was auch nicht stimmte. Aber gut: So etwas kann schon Mal passieren – sollte aber nicht. Ein weiteres Minus: Gerade bei geringer Geschwindigkeit war der Motor überraschend unruhig und laut. Und das schon im Leerlauf. Wie auf Schienen. Dieses Manko war dann bei Überlandfahrten nicht mehr zu spüren bzw. zu hören. Da flitzte der A 1 dank seiner

Gay Cars Of The Year

Fahrzeugliebhaber aus ganz Europa kürten auf www.ledorga.fr die zehn schwulsten Autos des Jahres: 1. Peugeot RCZ (Test in NAME IT 18) 2. Citroën DS 3 (Test in NAME IT 16) 3. Alfa Romeo Giulietta 4. Audi A 1 (Test in diesem NAME IT) 5. Renault Wind (Test im nächsten NAME IT) 6. Nissan Juke 7. Mini Countryman (Test in NAME IT 17) 8. Mercedes-Benz SLS 9. Audi R8 Spyder 10. Maserati Grancabrio Fehlt Dir eine Ausgabe? Einfach unter redaktion@name-it nachbestellen!

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Edel und gut: Armaturen und Bedienelemente kommen ohne Schnickschnack aus.

Für Fahrer und Beifahrer gibt`s mehr als ausreichend Platz.

präzisen Lenkung brav und wie auf Schienen über die Landstraßen. Auf der Autobahn war die Beschleunigung – von 0 auf 100 km/h in 10,5 Sekunden – durchaus erfreulich. Leider gibt’s nur fünf Gänge, wodurch man bei höheren Geschwindigkeiten mit recht hohen Drehzahlen unterwegs ist. Dafür ist das Getriebe und die Schaltung nur zu loben: straff, zügig, alles vom feinsten. Der Federungskomfort ist ebenfalls überdurchschnittlich, was den Audi sehr angenehm gleiten lässt. Jede Bodenwelle wurde souverän genommen. Teurer Kauf, billig tanken. Auch der Blick auf die Tanknadel ließ uns gerade angesichts der teuren Spritpreise nicht erschaudern. Laut Werksangabe soll der A 1 mit 3,9 Liter auf 100 Kilometer auskommen – ein bisschen mehr war`s bei unserem Test schon, aber auch mit 4,5 Liter Verbrauch waren wir sehr sparsam und börselschonend unterwegs. Beim Tanken kann also gespart werden, beim Kaufpreis freilich nicht: Unser Testwagen kostet mit allen Extras (etwa Klimaautomatik, Licht-/Regensensor, beheizbare Vordersitze etc.) bereits stolze 27.023,- Euro. Das ist mit Verlaub schon sehr happig für einen Kleinwagen. Zumal der Audi A 1 die deutsche „Untugend“, so ziemlich jedes Extra zusätzlich zu verrechnen, wahrlich perfektioniert. Das ganze erinnert fast an die deutschen Autos der 70er- und 80er-Jahre. Damals musste man ja für so ziemlich jeden „Luxus“ (und darunter verstanden die teutonischen Autobauer eigentlich alles außer Sitze und Lenkrad) extra in die Tasche greifen. Fazit: Der Audi A 1 steht natürlich für deutsche Wertarbeit, punktet mit toller Verarbeitungsqualität und genialer Straßenlage. Dafür muss man (sehr) tief in die Tasche greifen. Und das eine oder andere Manko in Kauf nehmen. n

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Auf den hinteren Sitzen können leider höchstens Zwerglein und Kinder Platz finden.

Unser Testwagen

Audi A 1 1.6 TDI Ambition Leistung: 105 PS Hubraum: 1598 ccm Getriebe: 5-Gang Verbrauch auf 100 km: 3,9 Liter Diesel (Werksangabe) Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h Der Audi A 1 ist derzeit in elf Modellvarianten erhältlich. Startpreis: 16.500,- Euro.

Kurzwertung +++ + tolle Verarbeitungsqualität + knackiges Getriebe + hoher Fahrkomfort für Fahrer und Beifahrer + niedriger Verbrauch ––– – teuer in der Anschaffung – Diesel „nagelt“ bei niedrigen Geschwindigkeiten – wenig Platz auf den Rücksitzen – nur fünf Gänge


. d l r o w y a g a s ’ It

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Endlich gutes Kino!

Inge Prader, Tulane Public Relations, Marianne Greber

Verrückt? Finde ich nicht. Schließlich gibt es hier die Möglichkeit, an einem Tag in eine queere Vergangenheit zu reisen, am anderen Tag bei einem schwulen Musical mitzusingen und zum Schluss bei einer lesbischen Lovestory aus Brasilien mit zu heulen. Verrückt, wer diese Möglichkeit nicht in Anspruch nehmen würde. „Ich glaube nach wie vor an die große verändernde Wirkung des Kinos”, gibt sich identities-Gründerin Barbara Reumüller im NAME IT-Interview kämpferisch (siehe Seite 78). Coming-Out. Auch ich glaube an die Kraft des Konos – besonders seit meinem ersten Besuch bei identities. Während der Uni-Zeit bin ich nicht nur mit Queer Theory und folgend mit identities in Berührung gekommen, ich hatte auch zeitgleich mein Coming-Out. Und ja, identities hat mir dabei geholfen. Da sah ich auf der großen Leinwand etwas, das ich zur selben Zeit versuchte, im realen Leben zu verstehen. Aber nicht nur das: Um mich herum saßen Gleichgesinnte im Kino, die mit solch einer Selbstverständlichkeit dem Geschehen auf der Leinwand folgten, dass mir klar wurde: Der Lebensweg, dem ich in Begriff bin, einzuschlagen, kann so falsch nicht sein. Identities bietet nicht nur Identifikationsfakor via Film, sondern auch live um einen herum. Das ist schön und verändert tatsächlich. Vielleicht nicht die Welt, aber sein eigenes kleines Universum auf jeden Fall. Und das ist oftmals der erste Schritt zur „gesamtgesellschaftlichen Veränderung”, wie Reumüller es ausdrückt. Deshalb, liebe Stadt Wien: Wir wissen, dass gespart werden muss. Nur bitte nicht am falschen Platz. Spart man bei identities, spart man an Identitäten. Und an dem einen oder anderen Coming-Out. Nichts, was man sich für Wien oder sonst wo wünschen würde.

Das kommt

„Motto“ feierte seinen 20. Geburtstag!

„Overdressed and Underfucked“ - DAS neue Party-Highlight!

Zum 20. Geburtstag des bereits legendären Wiener Lokals „Motto“ lud Bernd Schlacher und sein Team Ende April zu „Motto’s first Wig Party“! Die Vorgabe „Come with your most hysterical hairstyle” wurde von den zahlreichen Gästen eindrucksvoll umgesetzt: Ob 50-er-Schmalzlocke, Vokuhila oder Mohawk Look – alles war erwünscht. Die ausgefallenen Hairstyles ließen die Party zu einem Hingucker werden! Unter den Gästen tummelten sich nicht nur AustroPromis wie Andy Lackner, Alfons Haider oder Gery Keszler, sondern auch die internationalen Superstars Moritz Bleibtreu und Hottie Jude Law! WOW!

Wien ist um eine Party reicher: „Overdressed and Underfucked“, die neue Szeneparty, steigt ab sofort jeden ersten Samstag im Monat im Club Shelter (Wallensteinplatz). Wiens Partyberühmtheit Baron Mucki stellte ein eigenes Clubbing auf die Beine - und holte dazu die nicht minder bekannte Party-Entourage Valerie, Aleks und George ins Boot. Was dabei herauskam? Spaß, Trash, Crazyness! Coole Leute, gewagte Outfits und Musik (von Studio 54 bis Lady Gaga) garantieren einen ausgelassenen Abend. Gast-DJ‘s und Life Performances runden die Party ab. NAME IT meint: Hingehen, das Monat mit einer fetten Partynacht einleiten!

Ranking des MOnats

Schwule Entertainer beherrschen die USA!

Das einflussreiche US-amerikanische Gay-Magazin OUT wählte auch heuer die „50 einflussreichsten Homos der USA”. Platz 1 belegt zwar Tim Cook, CEO von Apple, auffallend ist aber, dass überraschend viele Rankingteilnehmer _ innen aus dem Entertainmentbereich kommen: So schafften es unter anderem TalkshowQueen Ellen DeGeneres und CNN-Starjournalist Anderson Cooper auf die sensationellen Plätze 2 und 3, Neil Patrick Harris („How I met your mother”) und Gossip-Tante Perez Hilton dürfen sich über die Plätze 16 und 20 freuen. Sänger Adam Lambert kam immerhin noch auf den 43. Platz, während Jodie Foster sich mit Platz 46 zufrieden geben muss. Auch viele andere TV-News-Moderator _ innen, aber auch Designer (Tom Ford, Marc Jacobs) tummeln sich im Ranking! Die gesamte Liste gibt’s auf www.out.com.

Kunst & Kultur

Endlich ist es wieder soweit: Vom 2. bis 12. Juni findet wieder das queere Filmfestival identities statt. Ich bin ja einer jener Freaks, die schon Tage zuvor die Veröffentlichung des Festival-Programms nicht erwarten können - ist es dann endlich soweit, wird mein Terminplaner von den Spielzeiten der Filme bestimmt.

Das war

Sie spielen unser Lied Im romantischen und humorvollen Pop-Musical „Sie spielen unser Lied” gibt Alles-Könner und Dancing Star Alfons Haider den erfolgreichen Pop-Komponisten Vernon Gersch, der gerade auf der Suche nach einem neuen Songschreiber pp ist. Dabei trifft er auf die chaotische und immer zu spät kommende Ti Sonja Walsk (Ines Hengl-Pirker). Die beiden versuchen es trotz Unterschiede miteinander – zuerst nur beruflich, nach und nach kommen sie sich aber auch emotional näher. Wenn da bloß nicht Sonjas Exfreund wäre – und die eine oder andere neurotische Anwandlung von Vernon und Sonja. Die Liebesbeziehung der beiden wird mehrmals auf eine harte Probe gestellt. Werden sie sich trotz aller Hindernisse am Ende füreinander entscheiden? Das Musical von Neil Simon und Marvin Hamlisch („A Chorus Line”) besticht durch temporeiche Musikstücke, viel Humor und eine romantische Liebesbeziehung. Was will man mehr? Unbedingt anschauen! Stockerau Open Air Festival 12. Juli bis 13. August, Di – Sam, jeweils 20:00 Uhr Karten: 02266/67 689 www.stockerau.at

Mu sic al

KOLUMNE

Manuels bunte Flimmerkiste

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Text Thomas Zeidler

Sensation 74


Progress_Bryan Adams

Thomas Zeidler begleitet Take That und Robbie Williams seit Jahren als Journalist. Nach dutzenden Interviews analysiert er in NAME IT das erfolgreichste PopComeback aller Zeiten. Und sagt, warum die Jungs mit ihrer Megagtour leider nicht in Österreich Station machen.

D

er Rauswurf war der schwärzeste Tag meines Lebens. Take That wollten mich ruinieren – finanziell, menschlich und emotionell. Es gibt keinen Weg zurück.“ So erklärte mir Robbie Williams anno 1996 den Hass auf sein Ex-Band. 1999 ging er einen Schritt weiter „Gary Barlow geht mir am Arsch vorbei. Mit diesem Typen will ich nie wieder etwas zu tun haben.“ 2002 bezeichnete er sich gar als „Barlows größten Albtraum“. Die Erklärung lieferte er spätestens 2007 nach: „Ich fülle mit links die größten Stadien und Take That sind ein Haufen Nullen. Warum also sollten die mich interessieren? Und warum sollte ich zu denen zurückkehren?“ Und noch Anfang 2010 waren Take That für ihn „ein für alle Mal gestorben“. Denn: „Ich bin solo viel länger und viel erfolgreicher unterwegs. Was interessiert mich da meine Vergangenheit als Tänzer einer Boyband? Selbst, wenn sie mich auf Knien bitten würden, ich werde nie mehr zu Take That zurückkommen!“

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Hass und Verachtung. Auch Gary Barlow und die restliche Take That-Jungs Jason Orange, Mark Owen und Howard Donald kannten in Punkto Robbie 15 Jahre lang kein Pardon. „Er hat kein Talent, was soll ich mit ihm?“ (Barlow, 1997). „Er ist voller Hass und damit kann und will ich nicht leben“ (Donald, 2003). „Wir sind nun europaweit wieder die Nummer eins, und wo ist er?“ (Orange 2008). „Es gibt keine Reunion – niemals“ (Owen 2009). Und plötzlich war es (neue) Liebe. Doch wie heißt es so schön? Sag niemals nie! Denn am 15. Juli 2010 war die größte Sensation der Musik-Geschichte perfekt. „Following months of speculation Gary Barlow, Howard Donald, Jason Orange, Mark Owen and Robbie Williams confirmed they have been recording a new studio album as a five-piece, which they will release in November“ schallte es die BBC als Top-Meldung (!) der Abendnachrichten in die Welt. Nach 15 Jahren Streit und Häme war die größte Boyband aller Zeiten wieder komplett. „Es ist ein Gefühl wie heimkommen,“ erklärt Robbie seine 180-GradWende. Und: „Die Jungs und ich haben uns getroffen, endlich geredet und allen negativen Ballast hinter uns gelassen. Es tut gut, endlich wieder vier Freunde zu haben und nicht vier Feinde. Jetzt regiert bei uns nicht mehr der Hass sondern wieder die Liebe!“ Wie zur Bestätigung dieser großen Worte lieferten die einstigen Erzfeinde Barlow und Williams im Video zum Comeback-Hit „Shame“ (Songzitat: „So eine Schande, dass wir niemals zugehört haben. So eine Schande, dass wir nur mehr über das TV kommunizierten.“) eine schwülstige Oben-Ohne-Verbrüderung im Brokeback-Mountain-Stil. Robbie: „Das Schwulen-Thema war aufgelegt, denn selbst meine Frau Ayda glaubt ja bereits, dass Gary mein Lover ist!“ Cash as cash can. Das Robbie-Comeback bei Take That, ein Schachzug der selbst die Reunion von Police, The Eagles oder das Live8-Revival von Pink Floyd mit Roger Waters in den Schatten stelle. Und die Zahlen geben ihnen recht: Das Comeback-Album „Progress“ verkaufte alleine in England in nur einer Woche 235.000 Stück (bestverkaufte CD der Nuller-Jahre), überschritt nach nur 23 Tagen die Millionen-Grenze (neuer Rekord) und bilanziert mittlerweile in Großbritannien bei über 2,3 Millionen verkauften CDs. Noch irrer war nur der Run auf Tickets für die Comeback-Tournee: Eine Millionen Karten wurden aufgelegt – doch 20 Millionen Briten, das waren doppelt so viele bei Michael Jackson, wollten schon zum Vorverkaufsstart ihre Karten, das brachte alle Internet-Server der Vorverkaufsstellen und selbst das

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britische Telefonnetz (!) zum Zusammenbruch. In Summe musste die England-Tour auf unglaubliche 29 Open Air-Konzerte für 1,5 Millionen Besucher aufgestockt werden, alleine im legendären Londoner Wembley Stadion tritt man nun acht Mal an – neuer Weltrekord. Auf ebay kosten die Tickets bereits mehr als 500 Euro. Kein Wunder, verspricht Robbie zum Live-Comeback, das am 27. Mai in Sunderland startet, doch Sensationelles: „Es wird eine Show für alle. Ich werde meine größten Solo-Hits spielen, dann gibt es Take That als ViererPartie und als Finale die große Reunions-Show mit der Comeback-CD ,Progress’. Also drei Konzerte in einem.“ Dass Take That dafür 30 Millionen Euro in die bombastische Bühnenshow stecken und sogar die Pet Shop Boys als Vorprogramm gewinnen konnten, verdeutlich den Sensations-Charakter. Nur Österreich-Konzert gibt es keines – aufgrund der irren Nachfrage in England haben Take That nämlich nur für sieben Konzert im Rest von Europa Zeit – z. B. am 29. Juli im Münchener Olympiastadion. Alle happy! So aufregend das Comeback, so wäre es doch fast gescheitert: Nur eine Woche nach dem ersten gemeinsamen CharityAuftritt im November 2009 stieg Robbie schon wieder aus! „Ich hatte Angst vor unserem Revival, weil ich befürchtete, dass ich Gary Barlow nur schlimme Dinge an den Kopf werfen würde. Außerdem war ich so fett wie Elvis,“ kämpfte er mit den Nerven und Take That zeigten sich verzweifelt: „Wir fühlten uns verarscht, weil das auch unsere Integrität als Band infrage stellte. Aber wir konnten ihn nicht zwingen.“ Doch im Jänner 2010 kam Robbie wieder: „Ich hatte irre Angst, dass mir das alles zu groß werden würde. Dass ich alle enttäusche. Aber die Jungs haben jeglichen Druck von mir genommen.“ Auch Elton John überzeugte Robbie beim Studiobesuch vom Take That-Revival: „So glücklich hast du schon lange nicht ausgesehen. Das musst du machen!“ Wir wollen uns! Sieben Monate werkten Take That mit Madonna-Produzent Stuart Price an den zehn ComebackSongs. „Die Schwierigkeit war, dass wir nicht wie Robbie klingen wollten und auch nicht wie die alten Take That“, verrät Gary Barlow. Dabei wurde jede Songzeile diskutiert. Etwas, das Robbie nicht immer leicht nahm. „Ich hatte das Gefühl von ,allein gegen alle‘, doch wir rauften uns zusammen.“ Nach 15 Jahren sind Take That nun wirklich wieder eine Einheit und Robbie kennt den Grund: „Wir brauchen uns nicht – wir wollen uns!“ Und jetzt heißt es nur noch: Warten auf die Bombast-Show. Und auf nach München! n

Progress_HamishBrown

Sag niemals nie


Ă–sterreich entspannt.

Wien 103.2 Linz 102.0 Wels 95.8 Steyr 99.4 Gmunden 90.6 Klagenfurt 93.4

http://radio.lounge.fm


Interview Manuel Simbürger

„Kino schafft Veränderung!“ Im Kalender schon mal rot anstreichen: Vom 2. Bis 12. Juni 2011 findet wieder das mittlerweile kultige Wiener Queer-Filmfestival „identities“ statt. NAME IT warf mit Organisatorin und Gründerin Barbara Reumüller einen Blick hinter die Festival-Kulissen. Plus: Die besten Film-Schmankerl!

Prayers for Bobby

S

eit rund 20 Jahren gibt es das queere Filmfestival identities nun schon. Im 2-Jahres-Rhythmus zeigen Wiener Kinos (Top Kino, Gartenbaukino und Filmcasino) zehn Tage lang Filme aus dem Genre „Queer Cinema“. Heißt: Die ganze Bandbreite des filmischen, aber auch sexuellen Seins wird an diesen Tagen auf die große Leinwand gebracht. Im leidenschaftlichen Gespräch mit NAME IT erklärt identities-Gründerin und Organisatorin Barbara Reumüller, welches gesellschaftliches Potenzial in einem queeren Filmfestival steckt, warum Lesben Schwulenfilme mögen und wieso sie „Glee“, aber nicht den ORF mag. Welche thematischen Schwerpunkte wird es bei identities 2011 geben? Barbara Reumüller: Zum Einen wird es einen Fashion-Schwerpunkt geben, der drei Dokus und einen Spielfilm umfasst. Ein weiterer thematischer Fokus liegt auf Brasilien – zwei Spielfilme, eine Doku und ein Kurzfilmprogramm werden sich damit befassen. Ein weitere wichtige Thematik ist „Familie und Kinder“, womit wir auf das Mini-Partnerschaftsgesetz in Österreich Bezug nehmen. Wir zeigen, wie und was Familie sein kann. Wie hat sich identities seit seiner Gründung 1994 verändert? Reumüller: Unser Bemühen seit 17 Jahren ist es, an all den gesellschaftlichen Kategorien und Etikettierungen zu rütteln. Deshalb wollen wir die internationale und thematische Vielfalt von Queer Cinema nach Österreich bringen und zeigen: Der Umgang mit vielfältiger Sexualität geht auch anders. Wir wollen anhand der Filme Vorbilder liefern. Ich glaube an die große verändernde Wirkung des Kinos. Was sich aber verändert hat, ist die Größe des Festivals… … Reumüller: Deshalb wehren wir uns vehement gegen den Begriff

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„Minderheiten-Festival“! Bei identities, immerhin ein 10-TagesFestival, treffen sich Community, Filmfreaks und auch gesetztere Hetero-Ehepaare. Sie alle unterhalten sich angeregt miteinander und sitzen friedlich zusammen im Kino. Diese Bandbreite ist sehr wichtig. Es geht uns um eine gesamtgesellschaftliche Veränderung. Die Finanzierung dürfte heute also leichter sein? Reumüller: Nein, leider nicht. Trotz aller Erfolge und offensichtlichen Bedarfs müssen wir Jahr für Jahr erbittert um die Finanzierung kämpfen. Muss das nicht jedes Filmfestival? Reumüller: Ja. Aber ein Festival, in dem es um sexuelle Vielfalt geht, hat es noch eine Nuance schwieriger. Auch wenn es nicht offen ausgesprochen wird. Wie verstehen Sie „queer“ – als Gegenbegriff zu „Mainstream“? Reumüller: „Queer“ ist eine Verortung, die eine Identitätsbandbreite von nicht-heteronormativen Identitätsentwürfen in sich birgt. Mit dem Begriff „Mainstream“ habe ich große Probleme. Denn damit werden wir erneut an den Rand der Gesellschaft gedrängt! Man braucht sich nur identities anzuschauen: Das Publikum, die FilmemacherInnen, die Themen der Filme – sie alle stehen mitten in der Gesellschaft. Wir müssen gegen die von der Gesellschaft stets wiederholte Heteronormativität ankämpfen! Kann ein Filmfestival zu diesem Kampf dazu beitragen? Reumüller: Natürlich. Die Gesellschaftsveränderung muss an ALLEN Orten passieren! Vom Billa bis zum Filmfestival. Dann bekämpft man auch wirksam das beständige Ausblenden der gesellschaftlichen Diversität. Diesem Ausblenden haben wir das schlechteste Eingetragene Partnerschaft-Gesetz in ganz Europa zu verdanken. Das ist eine Schande – aber typisch für unser Land: Nirgends anecken, die Vielfalt an Sexualität nicht öffentlich machen.


Mannen som elsket Yngve

Dzi Croquettes

Homophobe Ausbrüche wie jüngst von Niki Lauda überraschen mich deshalb keineswegs. Hat sich in der Gesellschaft, seit dem es identities gibt, bezüglich Homosexualität etwas verändert? Reumüller: Natürlich – aber viel zu wenig! Momentan befinden wir uns in einem neokonservativen Backlash. Wir bewegen uns zurück anstatt nach vorne. Ab wann ist ein Film für Sie „queer“? Reumüller: Es gibt Kriterien wie: queere Handlung, queere Charaktere – ob nun klar erkennbar oder subtil vorhanden. Ob die FilmemacherInnen queer sind oder nicht, ist für uns von keiner großen Bedeutung. Für mich ist entscheidend: Was macht der Film mit dem Publikum? Was entdecke oder empfinde ich beim Sehen des Filmes? Viele Personen hatten ihr Coming-Out, nachdem sie identities besucht haben. Was sagen Sie zur Darstellung von Schwulen und Lesben im TV? Reumüller: Ich finde z.B. „Glee“ großartig. Der Erfolg dieser Serie hat auch seinen Grund. Diversity aller Art, Akzeptanz und vor allem Selbstverständlichkeit ist hier auf allen Ebenen vorhanden. Zudem ist das breite Themenspektrum phänomenal. Und das alles im USamerikanischen Hauptabendprogramm eines rechtskonservativen Fernsehsender – mit Top-Quoten!

Im TV hat sich also viel in Sachen Queerness getan… Reumüller: Das ist richtig. In Österreich allerdings nicht. Wir sind eine „Ha-ha“-Nation der Comedy- und Kabarettfilme. Ich habe genug von all diesen billigen Formaten! Der (Vor-)Abend im ORF ist nichts anderes als peinlich. Keine Qualität, kein Inhalt. Stimmt es, dass Lesben zwar schwule Filme schauen, aber Schwule selten Lesbenfilme? Reumüller: Ja! Lesben schauen alles! (lacht) Schwule sind da leider zurückhaltender. Wir arbeiten seit Jahren daran, das zu ändern! Wieso ist das so? Sind Lesben… Reumüller: Anders? (lacht) Ich wollte „aufgeschlossener“ sagen. Reumüller: Frauen nehmen per se einen größeren Ausschnitt der Welt wahr. Das Festival denkt aber nicht in Kategorien wie „schwul“ und „lesbisch“. Dies möchten wir auch dem Publikum näher bringen. Wie sieht die identities-Zukunft aus? Denken Sie ans Aufhören? Reumüller: Diese Gedanken kommen durchaus immer wieder – vor allem dann, wenn man zu Beginn des Festivaljahres noch immer kein Brösel Geld zugesagt bekommen hat. Allerdings ist die Nachfrage nach queerem Kino größer denn je! Also mache ich weiter.

Auch dieses Jahr kann identities mit einer tollen und abwechslungsreichen Filmauswahl aufwarten (das komplette Programm auf: www.identities.at). NAME IT empfiehlt ganz besonders folgende Filme: – Mannen som elsket Yngve Pop als Coming-out- und Lebenshilfe im norwegischen Glockenhosen-Provinzdasein. Erfrischend anders!

– Swiss Delights Fünf Kurzfilme des Schweizer Queer Cinema. Vom gleichgeschlechtlichen Begehren in der Pubertät über Supermamas bis zu schwulen Sprayern - hier wird großes Kino in Kurzform geliefert. – L’arbre et la forêt Ein Kammerspiel der etwas anderen Art vor dem Hintergrund der Verfolgung Homosexueller im

„identities 2011. Queer Film Festival“

Identities: Das Beste vom Feste zweiten Weltkrieg. Beeindruckendes und gefühlvolles französisches Kino. – Prayers for Bobby Bewegende Geschichte über eine streng religiöse Mutter, die nach dem Selbstmord ihres schwulen Sohnes zur engagierten Gay Rights-Verfechterin und zur neuen Schwulenikone wird … Nach einer wahren Begebenheit.

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Text Michael Schmucker

Schwule Küsse im TV Zwei sich liebende Männer zur besten Sendezeit im TV zu zeigen ist noch immer eine Seltenheit. Doch Serien aus Deutschland und Großbritannien beweisen: Dieser Bann muss nicht sein. Im Gegenteil: Auch heterosexuelle Seher sind etwa vom schwulen Paar in „Verbotene Liebe“ begeistert.

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In Großbritannien sorgt das schwule Paar aus „Emerdale“ für Rekordquoten. Und ist Ikone der dortigen Gay-Community.

Copyright ARD/Anja Glitsch, Stonewall,

Das schwule Paar Olli und Christian aus der ARD-Soap „Verbotene Liebe“ hat sogar in den USA eine Riesen-Fangemeinde.

s war ein ambitioniertes Projekt, als im November 2008 der erste schwule Fernsehsender namens Timm an den Start ging und versuchte, schwule Männer im deutschsprachigen Raum für Gay-TV zu begeistern. TV-Kenner bemängelten, dass der Markt für schwules Fernsehen einfach zu klein sei, um rentabel zu werden. Und so wundert es kaum, dass Timm derzeit in der Insolvenz steckt – Ende offen. Doch braucht es überhaupt noch reine Spartensender für schwule Sehbedürfnisse?

as Folk weit nach Mitternacht gesendet, so dass nur hartgesottene Fans die Serie verfolgen konnten. Ein ähnliches Trauerspiel zeichnet sich derzeit mit der in Amerika beliebten Dramedy United States of Tara ab. Neben der schizophrenen Mutter steht ihr schwuler Sohn im Mittelpunkt der Geschichte. Die mit Emmy und Golden Globe ausgezeichnete Serie läuft derzeit in der ARD – meist gegen zwei Uhr morgens unter der Woche. Der ORF hat sich zwar die Rechte an der Serie gesichert, wann sie ausgestrahlt wird, steht freilich in den Sternen.

Vom Nachtprogramm zum Vorabend? In den vergangenen Jahren ist im Fernsehen unserer Nachbarländer ein Wandel zu bemerken – immer öfter sind schwule Paare zu sehen und das fernab peinlicher Überzeichnungen und Klischees, die gerne in Hollywoodfilmen breitgetreten werden. Natürlich zeichneten Serien wie Queer as Folk bereits ein starkes Bild von homosexuellen Männern – doch meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit. In Deutschland wurde Queer

Aber halt. Nur zu mäkeln ist nicht angebracht. Denn seit einiger Zeit gibt es durchaus schwule Themen auch in der Prime Time – und das in Sendungen, die von einem gemischten Publikum aus Homosexuellen und Heterosexuellen gesehen werden. Federführend in Deutschland ist da das schwule Paar Christian und Olli in der Soapserie Verbotene Liebe (ARD, Montag bis Freitag, 18 Uhr). Der Hype um das TV-Gay-Paar, das letztes Jahr in der Serie heiratete


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(übrigens von Dirk Bach getraut, der in einer Gastrolle einen evangelischen Pfarrer gab), kennt bis heute keine Grenzen. Olli-Darsteller Jo Weil zeigt sich begeistert von der TV-Hochzeit: „Ich denke, dass dieses Ereignis ein ganz besonders tolles Dankeschön für alle unsere Fans weltweit war, die uns jeden Tag aufs Neue phänomenal unterstützen. Und soweit ich weiß, drehten wir die erste kirchliche Männer-Hochzeit in einer Soap! Vielleicht können wir mit unserer Liebesgeschichte ja noch ein paar Menschen mehr davon überzeugen, dass Liebe weder Grenzen noch Geschlechter kennt.“ Küssen: ja! Sex: nein! Gerade auch in der noch immer prüden USA gibt es viele Fans von Chrolli, wie die beiden liebevoll genannt werden. Zwar werden auch dort einige erfolgreiche Formate mit schwulen Charakteren ausgestrahlt, doch sind intime Momente zwischen zwei Männern noch immer tabu. Auch deswegen wächst die amerikanische Fanbase von Chrolli tagtäglich. Dank youtube sind die schönsten Momente der beiden inklusive englischer Untertitel zu bewundern, über 5.000 Videos sprechen eine deutliche Sprache. Im eigenen Chrolli-Blog der beiden Schauspieler lässt sich dann auch entdecken, warum das schwule Paar so beliebt ist – beide stehen für einen neuen Typ von Homosexuellen im Fernsehen: normale Durchschnittstypen, mitten in der Gesellschaft und eben gay. Keine peinliche Karikatur von schwulen Klischees. Stattdessen: romantische Filmszenen, in denen geküsst, gestreichelt und geliebt wird. Das kommt an! Natürlich gibt es Grenzen, um ein heterosexuelles Publikum nicht zu verschrecken, wie Christian-Darsteller Thore Schölermann im Cicero-Interview verrät: „Wir zeigen keine intimen Sexszenen, sondern küssen uns vor allem, maximal am Hals. Aber viel tiefer zeigen wir nicht. Ehrlich gesagt, finde ich diese Begrenzung auch gar nicht schlimm. Denn ich glaube, für einen Zuschauer, der mit Homosexualität eh schon ein Problem hat, wäre das dann der Ausschlag, davon überhaupt gar nichts mehr wissen zu wollen. Wir zeigen einfach zwei Menschen, die sich lieben und zärtlich zu einander sind – und nicht zwei Männer, die irgendwelche wilden Sexfantasien vorführen.“ Der Erfolg gibt den beiden recht, derzeit dreht sich in der Serie alles um den nächsten Schritt: die Adoption eines Kindes. Jo Weil sieht in der positiven Darstellung von Homosexuellen auch eine Signalwirkung: „Ich als Fernsehgucker weiß, wie Klischees nach außen wirken können. Und genau deswegen ist es für mich wichtig, ohne Klischees zu spielen. Würden wir Klischees bedienen, würden wir viel kaputt machen.“ Schwules Leben richtig darstellen! Den gleichen Schritt in die richtige Richtung machte Großbritannien mit seiner Serie Emmerdale. Ähnlich wie Verbotene Liebe ist auch die britische Soap seit vielen Jahren am Bildschirm zu sehen. Doch im vergangenen Jahr änderte sich etwas, als sich der bis dato heterosexuelle Charakter Aaron in den schwulen Jackson verliebte. Natürlich konnte Aaron nicht gleich zu seinen Gefühlen stehen, doch schließlich outete er sich in einem dramatischen Gerichtsprozess. Die Resonanz des englischen Publikums war äußert positiv, nur vereinzelt wurden die beiden Schauspieler mit homophoben Kommentaren auf der Internetseite der Serie konfrontiert. Aaron-Darsteller Danny Miller dazu: „Diese Rolle hat mir ermöglicht zu verstehen, wie schwule Männer oft niedergemacht werden! Um so mehr war uns wichtig, alles richtig darzustellen – wir wollten, dass unsere Küsse echt wirkten“. Für diese offene Einstellung gewannen beide in diesem Jahr den britischen Serienpreis Bubble Award. Hallo, ORF! Inzwischen sind schwule Paare lebensnah und abseits von Klischees auch in anderen Soap-Serien zu sehen. Auffällig bleibt dabei allerdings, dass der offene Umgang und die realistische Darstellung von Homosexualität in dieser Bandbreite fast ausschließlich in TV-Formaten aus Großbritannien und Deutschland zu finden sind. Bleibt die Frage offen, wann endlich die anderen Länder – so auch Österreich – nachziehen werden?  n

identities QUEER FILM FESTIVAL 2.– 12. JUNI 2011

Gratisprogramm unter T. 01 - 524 62 74 oder office@identities.at www. identities.at


Interview Manuel Simbürger Fotos Miriam Höhne

Peter Weck, der Vater der Katzen, feiert seine Rückkehr.

Die Katzen singen wieder! Anfang 2012 wird in Wien wieder laut miaut, gekratzt, getobt – und vor allem gesungen: Rund 30 Jahre nach der deutschen Uraufführung in Wien kehrt das Kult-Musical CATS erneut in die österreichische Hauptstadt zurück. NAME IT sprach mit Schirmherren Peter Weck über die neue Inszenierung & seine Erinnerungen.

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eter Weck hat in „Sissi“ mitgespielt. In „Ich heirate eine Familie“. Oder 2010 in „Die Mutprobe“, wo er einen Pädophilen darstellte. Auch als Regisseur hat er sich einen Namen gemacht. Das weiß man. Was aber leicht untergehen mag, wenn man von Peter Weck spricht, ist seine fast 10-jährige Karriere (1983 – 1992) als Theaterintendant und Chef der Vereinigten Bühnen Wien (VBW). Weck zeichnete für deutsche Uraufführungen von Klassikern wie „Elisabeth“, „Phantom der Oper“ oder eben „CATS“ verantwortlich – und prägte somit die österreichische Musical-Landschaft entscheidend mit. Neue-alte Inszenierung. Obwohl Weck mit der Musicalwelt schon lange abgeschlossen hat, wie er selbst sagt, hat er sich doch entschlossen, die Schirmherrschaft der CATS-Comeback-Tournee zu übernehmen. „CATS im Theaterzelt“ heißt das Musical-Spektakel,

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das derzeit mit großem Erfolg durch Deutschland tourt und ab 31. Jänner 2012 in Wien zu sehen sein wird. Das Besondere: In einem eigens vom Cirque du Soleil-Team erbauten Theaterzelt wird dem Publikum die Londoner Originalinszenierung aus 1981 präsentiert. Gesungen wird in der deutschen Übersetzung von 1983 – jenem Jahr, in der CATS in Wien die deutsche Uraufführung feierte. Als Weck – quasi der Mann, der den Katzen deutsch beibrachte –, die Direktion des Theaters an der Wien übernahm, wollte er etwas „Exorbitantes“ auf die Bühne bringen. Mit CATS ist ihm das mehr als gelungen: Seit seiner Uraufführung wurde die Katzengeschichte in über 300 Städten und 26 Ländern aufgeführt und erreichte mehr als 65 Millionen Zuschauer. Damit ist CATS das erfolgreichste Musical aller Zeiten. In NAME IT spricht Peter Weck über CATS, warum neue Musicals so oft floppen – und warum ihm Geld herzlich egal ist. Wie ist das Gefühl, nach 30 Jahren eine Inszenierung von CATS zu sehen, die sich so sehr an der Originalinszenierung anlehnt?


Peter Weck: Naja, „Memory“ eben! Schöne Erinnerungen kommen hoch. Nachdem ich mich ja innerlich schon vom Musicalgenre gelöst habe, spüre ich jetzt wieder ein Aufflackern in mir. Gibt es Anekdoten, an die Sie sich gerne erinnern? Weck: Ich war vier- bis fünfmal in Moskau, um das Stück zu verkaufen. Und immer wieder bin ich mit einem NJET! abgereist – und das, obwohl ich mit den Herrschaften unheimlich viel Wodka trinken musste! Im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien habe ich zufällig die Frau des damaligen sowjetischen Außenministers Schewardnadse getroffen. Und die hat das Stück geliebt. Und siehe da: Kurze Zeit später war CATS in Moskau gelandet! Mussten Sie damals, als Sie CATS nach Wien holten, gegen Widerstand kämpfen? Weck: Unterschwellig gab es durchaus Widerstände. Aber wissen Sie, es gibt ja immer wieder Leute, die einem den Erfolg nicht gönnen! So kam es durchaus immer wieder zu schlechten Stimmungen – natürlich nur so lange, bis sich der Erfolg einstellte!

Weck: Immer bei der Wahrheit zu bleiben. Und sich selbst nichts vormachen. Was machen die heutigen Musicalintendanten eigentlich falsch? Auf Knüller wie CATS oder Elisabeth wartet man heute vergeblich. … Weck: Heute werden Theater nur noch vom Schreibtisch aus geleitet. Kaum nennt sich ein Stück „Musical“, muss es automatisch ein finanzieller Erfolg sein. Ein großer Druck. Für Leute, die nicht von der Pike auf das Theater und alles rundherum erlernt, gelebt und geliebt haben, ist es schwer, eine Verbindung zu dieser Welt zu bekommen. Für mich war Theater immer mehr als nur eine Geldmaschine. Ich habe Theater damals gelebt – mit allem, was dazugehörte. Der Spielplan von heute sieht doch so aus: Entweder wird ein Klassiker zum x-ten Mal aufgeführt oder es stehen Mainstream-Hits im Mittelpunkt, bei denen vor allem mitgeklatscht, aber nichtmitgefühlt werden kann. Die Story rückt in den Hintergrund. Weck: Das kann man wohl sagen! Das ist eine moderne Machart: Man nimmt bekannte Melodien, schreibt eine abstruse Geschichte rundherum, streut hanebüchene Libretti darunter – und schon klatschen, singen und schreien die Leute mit! Das ist der Zahn der Zeit. Musicals sind mittlerweile wie Popkonzerte. Ganz ehrlich: Das ist nicht meins. Oder es gibt Sequels wie „Rudolf“, die aber erbarmungslos floppen … Weck: Ich bin ja nur neugierig, wann der Franz Ferdinand drankommt (lacht). Ist die große Zeit von Andrew Lloyd Webber vorbei? Weck: Scheint so. Seine neueren Stücke sind weit entfernt von den epischen Werken, die er seinerzeit komponiert hat.

Sie haben von Anfang an an den Erfolg von CATS geglaubt … Weck: Geglaubt: durchaus. Gewusst: nein! Ich dachte mir: Entweder brechen wir mit diesem Musical total ein oder wir haben einen durchschlagenden Erfolg. Gott sei Dank ist Letzteres eingetreten. Ihr Spitzname ist ja „Vater der deutschen Musical-Renaissance“? Weck: Ach so, hab ich den wirklich? Stören Sie solche Bezeichnungen? Weck: Wenn mir manche Leute solche Titel geben wollen, dann freue ich mich. Dann habe ich anscheinend etwas bewegt, das Früchte getragen hat. Aber ich habe es nicht deswegen gemacht! Aber mal ehrlich: Haben Sie nicht das Gefühl, die österreichische Musical-Welt mitgeprägt zu haben? Weck: Doch, eine Zeitlang sicherlich! Absolut, keine Frage! Kommen wir zu CATS zurück: Mit welcher Figur aus CATS können Sie sich am ehesten identifizieren? Weck: Sicher nicht mit dem Macho Rum Tum Tugger! (lacht) Schon eher mit Bustopher Jones, der immer dicker wird und sehr gerne genießt! Das ist ein gemütlicher Typ, der gefällt mir. Ihre Lebensphilosophie nach all den erfolgreichen Jahren?

Sie haben eine 55-jährige Erfolgskarriere hinter sich. Kann Sie heute beruflich überhaupt noch etwas überraschen? Oder haben Sie eher das Gefühl, eh schon alles gesehen und gemacht zu haben? Weck: Sie sind knapp dran. Natürlich denkt man sich oft, dass man das und jenes schon x-mal gedreht hat. Aber es kommt doch zwischendurch vor, dass es neue, interessante Nuancen in einer Figur gibt, die über den lieben alten Großvater hinausgehen. Und das reizt mich nach wie vor. Was bewegt Sie heute, eine Rolle anzunehmen? Anthony Hopkins meinte ja unlängst, dass sein Agent und das Geld ausschlaggebende Gründe dafür wären …… Weck: Es ist vor allem die Herausforderung. In „Die Mutprobe“ beispielsweise habe ich einen Pädophilen gespielt. So was ist natürlich keine „Traumrolle“, aber für einen Schauspieler aufgrund der heiklen und sensiblen Thematik sehr reizvoll zu spielen. Geld ist dagegen nicht ausschlaggebend – aber die Beschäftigung und die Herausforderung! Ich erhole mich beim Arbeiten mehr als beim Nichtstun. Das hält Sie anscheinend auch jung. Sie wirken nicht wie 80. Weck: Das freut mich, vielen Dank. Die Zahl steht da, aber der innere Taxameter lässt mir wahrscheinlich noch etwas Zeit.  n

CATS-Comeback-Tournee im Theaterzelt ab 31. Jänner 2012 in Wien Neu-Marx, Karl-Farkas-Gasse. Tickets ab 19,90 Euro bis 89,90 Euro bei www.oeticket.at.

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Text Peter Jobst

Thomas Bernhard – aus schwuler Sicht Der 80. Geburtstag von Thomas Bernhard ist gerade Anlass, diesen zu Lebzeiten geschmähten Jahrhundertautor auch in Österreich heilig zu sprechen. NAME IT nähert sich dem Jahrhundertautor mit einer provokanten Frage: Wie schwul war Thomas Bernhard eigentlich?

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it Österreich, diesem für ihn so konservativ-rückständigen Land, verbindet Bernhard eine Hass-Liebe. Trotz vehementer Attacken harrt er dort bis zum letzten Atemzug aus. Dandy, Homme de Lettres, Misanthrop: gut gekleidet, schlecht gelaunt, müde und unberechenbar aggressiv. So kompensiert er Stigmata, mit denen er ein Leben lang behaftet ist. Uneheliche Geburt, Schulabbruch, unheilbare Lungenkrankheit (Morbus Boeck).

unkonventionell gelesen, was Autorinnen wie Gemma Salem¹ demonstrieren. So exakt Bernhard Mitmenschen beschreibt, so vage sind Aussagen zur eigenen Person. Er legt vielmehr permanent Spuren, um von sich abzulenken. Öffentlich gibt er sich gerne als Mann mit der erhabenen Maske. Verbirgt er dahinter nur das Drama des ledigen Kindes, der seinen Vater nie kennen lernt, über den die Mutter nicht reden kann oder will?

Über seine sexuelle Identität wird gemunkelt. Ist er oder doch nicht…? Mehr spricht keiner aus. Selbst Dauer-Feind Jörg Haider ist zurückhaltend. Bernhard schmückt sich mit Bewunderinnen aus intellektuellen Kreisen und betont seine Freundschaften zu Frauen wie Hedwig Stavianicek (1894-1984): Mutter(ersatz), Gefährtin, Alibi, Tarnung, Inspiration? Viele Frauen hält er auf Distanz. Sein Halbbruder vermutet: aus Rücksicht auf seine Kreativität und die angeschlagene Gesundheit. Thomas Bernhard, der Mann, der nur der Schrift sein Leben weiht?

Traumatisiert. Der in nationalsozialistischen, später katholischen Heimen traumatisierte Schulabbrecher landet als Lehrling im „Keller“ des Händlers Karl Podlaha, ein Außenseiter, den er kaputt und zerstört nennt, da dieser als verhinderter Musiker seinen Traum, Philharmoniker zu werden, aufgeben muss. Stattdessen vermietet dieser im Mozarteum an Musikstudenten Zimmer: Bei ihm können diese Jungs auch im lärmempfindlichen Salzburg ungestört üben. Er bringt dem gescheiterten Gymnasiasten Bernhard den Umgang mit einfachen Menschen bei und erweitert so dessen Horizont. Dieser erkennt, dass ihn mit Podlaha mehr verbindet als er wahrhaben will: „Seine Natur hatte viel gemeinsam mit meiner, wie viel und in hohem Maße, erkenne ich erst jetzt, aber darüber zu reden ist jetzt keine Zeit. Der Zufall, wenn es den Zufall gibt, hatte zwei Menschen, den Podlaha und mich, zusammengeführt, die sich bis in kleinste Einzelheiten ihres Charakters hinein ähnlich waren“.²

Dennoch stehen zumeist Männerfreundschaften im Zentrum seiner Texte. Kommunikation und Nähe kommt zwischen „seinen“ fiktiven Männern aber selten auf. Die körperliche Nähe dreier Burschen (Glenn Gould, Wertheimer, Ich-Erzähler) im „Untergeher“ weicht dem Eindruck, dass die Natur gegen sie sei. Die Erinnerung an sinnliche Körperlichkeit, die sie in einer alten Villa erfahren, wenn sie nackt durch den Regen gehen, umgeben von Statuen nackter Männer (geschaffen von Arno Breker!), wird vom später enttäuschenden Leben ausgelöscht.

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Homoerotik spielt in Bernhards Werk eine große Rolle

Verblödetes Österreich. Worauf beziehen sich Bernhards Geistesmenschen in ihren Attacken gegen das „katholisch-nationalsozialistisch verblödete“ Österreich? Ein Land, das nicht einmal den Code Napoléon kennt, der die homosexuelle Praxis als Privatsache einstuft. In dem hoffnungslos rückständigen Österreich wird die kleine Strafrechtsreform bis 1971 verzögert. Die Bischofskonferenz versucht die Abschaffung der von Nazis verschärften Schwulen-Paragrafen zu verhindern. Eine positive Darstellung von Homosexualität bleibt lang unter Strafe. Die heimische Literaturszene spiegelt diesen Ungeist wider. Hinweise auf Bernhards Nöte finden sich vereinzelt in, noch öfter jedoch zwischen den Zeilen. Schwärmerisch weist Bernhard auf die Traditionen und Empfindlichkeiten in mediterranen Ländern hin, in die er, wegen des Klimas, immer wieder flüchtet. Er bewundert Verleine, Rimbaud, Cocteau, Proust, Gide oder Genet, der den musikalisch rhythmischen Aufbau seiner Wort-Bilder prägt. Bernhard wird dort als Autor erfrischend direkt, respektlos und

Freundschaften. 1951 lernt er in der Lungenheilstätte Grafenhof die um 35 Jahre ältere Hedwig Stavianicek kennen, mit der ihn bis zu deren Tod 1984 eine enge Freundschaft verbindet. Die „Tante“, wie er sie nennt, nimmt ihn bei sich auf, bezahlt das Studium am Mozarteum, führt ihn in die Wiener Gesellschaft ein und unternimmt mit ihm Reisen. Dann landet Thomas wie andere verlorene Künstlerseelen im Auffanglager von Gerhard und Maja Lampersberg, dem Tonhof bei Maria Saal in Kärnten. Der Komponist, Autor und Mäzen Gerhard Lampersberg fördert den mittel- und obdachlosen Bernhard. Über den Bruch und die später erbitterte Feindschaft äußert sich keiner der beiden. Nach der Begegnung mit dem gebildeten Paar vollzieht sich die Metamorphose des erfolglosen Schriftstellers zum literarischen Shooting Star mit hohen Auflagen. Lampersberg klagt Thomas Bernhard nach dem Erscheinen von „Holzfällen“, weil er sich als Vorlage für die Figur des Auersberger, eines begabten, jedoch stehen gebliebenen Komponisten der Webern-Nachfolge, in seiner Privatsphäre verletzt sieht. Bernhard schildert wie Auersberger aus jungen knackigen Autoren Bettgenossen rekrutiert. „Nicht nur junge Männer mussten es sein, die der Auersberger immer an sich und in sein Bett gezogen hat, sondern immer nur junge Schriftsteller“.³ So

¹ Thomas Bernhard: Der Keller. Residenz Verlag Salzburg 1976, S. 64

² Thomas Bernhard: Holzfällen, Suhrkamp. Frankfurt am Main.1984. S.268


Klagen und Skandale. Vereinsamung, Größenwahn und Selbstüberhöhung setzt Bernhard virtuos in aussagekräftige Nominalkompositionen und kompliziert verschachtelte Sätze um. Er bleibt dabei nahe an der Realität: Bekannte wie unbekannte Personen schildert er wenig verschlüsselt in seinen Texten. Das führt zu Klagen und Skandalen. Ein Geist, der vieles verneint. Und der, auch wenn er Gutes will, dafür böse Worte findet! Manche Auslandsaufenthalte, Liebesaffären, Freundschaften, Bekanntschaften finden nur in seinem Kopf statt. Umso dankbarer nehmen seine Interpreten vieles für bare Münze und überlesen Hinweise in den Texten, in denen der Autor viel von sich und noch mehr über andere preisgibt. Auf diese nimmt der keineswegs zimperliche und egozentrische Autor keine Rücksicht. Testament als PR-Coup. Mit einem Paukenschlag tritt er 1989 im Alter von 58 Jahren von der Welt-Bühne ab. In seinem Testament, einem genialer Schachzug in Sachen Public Relations, verfügt er, dass in seiner Heimat keine Werke von ihm „aufgeführt, werden dürfen. Vieles aus Bernhards Leben wird ungeklärt bleiben, dafür hat der Meister selbst gesorgt, indem er jede Menge Spuren und offene Geheimnisse in alle Richtungen verstreut. Um etwas über Thomas Bernhard zu erfahren, sind wir auf seine Texte angewiesen. Und die sind heute mehr den je unterhaltsam, spannend, aktuell und widersprüchlich.  n

Bücher zu Thomas Bernhards 80. Geburtstag Bernhard, der Mann mit den vielen Masken vermeidet zwei Themen: seine Person und sein Werk. Das spiegeln auch die Bücher, Fotos und Aussagen von Zeitzeugen wider. Sein ständiger (Kamera-)Begleiter Sepp Dreissinger wirft als Fotograf und Filmemacher intime Blicke auf den Meister der Camouflage. Er bringt Bernhard nahe stehende Menschen zum Reden, die vielen Schichten von dessen Charakter verraten. Absolut empfehlenswert ist Sepp Dreissingers „Was reden die Leute. 58 Begegnungen mit Thomas Bernhard“, in dem Zeitgenossen, Mitstreiter und Konkurrenten einen Blick zurück, meist ohne Zorn auf Bernhard werfen. Der Film in seiner Kurzfassung heißt „und, also, aber. reden über thomas bernhard“. Dieser soll auf eine 3-Stunden-Film erweitert werden: „ich bin durch und durch glücklich. eine thomas bernhard-umkreisung von sepp dreissinger“. Die Wiener Galerie WESTLICHT. Schauplatz für Fotografie zeigt die Ausstellung „THOMAS BERNHARD. DAS FÜHRT ALLES ZU NIX. FOTOGRAFIEN“ (120 Fotos von Sepp Dreissinger, 12 Schwarzweiß-Portraits von Johann Barth). Auch der von Sepp Dreissinger herausgegebene Band Thomas Bernhard in Portraits Bilder & Texte (Bibliothek der Provinz, Weitra 2010) hält mit Fotos und Texten Stationen im Lebensweg von Thomas Bernhard fest. - Was reden die Leute. 58 Begegnungen mit Thomas Bernhard Müry Salzmann Verlag, Salzburg 2011 - Sepp Dreissinger: Thomas Bernhard. Portraits. Bilder & Texte. Bibliothek der Provinz, Weitra, 2011.

Sepp Dreissinger

bringt er (homo)erotische Spannung in das von seiner Frau finanzierte Ambiente. Der kurzatmige Erzähler hat wohl gegen die gewandte, attraktive Konkurrenz aus dem Bürgertum keine wirkliche Chance. Die Umsetzung dieser Mischung aus Neid, Eifersucht, Heuchelei und Begehren ist eine literarische Meisterleistung. Lampersberg zieht später seine Klage zurück. Hat er den Qualität des Textes erkannt und sich mit Bernhard ausgesprochen?

³ Thomas Bernhard: Holzfällen, Suhrkamp. Frankfurt am Main.1984. S.268

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MUSIK von Manuel Simbürger

Sonnige Musik-Highlights NAME IT verrät, welche CDs diesen Sommer bei keiner Grillparty fehlen dürfen – und auf welche wir getrost verzichten können … …

ipp Top-Tr de on ti k a d Re Cornelia Mooswalder: On The Horizon (SONY)  Aalglatter Teenie-Pop ohne Ecken und Kanten. Da hilft auch das einigermaßen gelungene Duett mit Lukas Plöchl nix.

Foo Fighters: Wasting Light (SONY)

The Baseballs: Strings ‚n‘ Stripes (WARNER)  Die sexy Jungs von The Baseballs haben jüngst den Echo als „Bester nationaler Act im Ausland“ abgestaubt. Kein Wunder, denn da hat wer eine Marktlücke entdeckt: Mit sexy Hüftschwung und erotisch vibrierenden Stimmen à la Elvis, der hier wahrscheinlich im Grab mitswingt, covern The Baseballs aktuelle Hits wie „Candy Shop“, „Paparazzi“ oder „California Gurls“. Und das in so perfektem 60sRock & Roll-Style, dass man gar nicht anders kann, als mit einem Grinsen auf den Lippen, richtig viel Grease in den Haaren und einer Discokugel im Hintergrund zu diesen Songs abzushaken. Fazit: perfekter Gute LauneSound für den Sommer.

Fazit: Heldin von gestern.

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Fazit: Wird den Erwartungen nicht gerecht. Laut ist oftmals einfach zu wenig.  Ohrwurm 

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Adam Lambert: Glam Nation Live (SONY) 

Milow: North and South (UNIVERSAL)  Milows zweites Album „North and South“ fängt da an, wo der Vorgänger „Milow“ aufgehört hat: Der sexy belgische Sänger und Songwriter mit dem Hundeblick singt über sein Leben – begleitet nur von seiner Gitarre. Das ist zwar nett zum Anhören, aber auch ein bissl fad. Fazit: Für romantische Sommernächte bestens geeignet. Oder als Hilfe beim Einschlafen.

Feiner Sound 

Okay 

Adam Lambert ist so was wie die amerikanische Antwort auf Christina Stürmer: Auch er wurde bei einer Casting-Show (nämlich „American Idol“, 2009) nur Zweiter. Macht aber nix, denn wie unsere Christl erobert er seitdem trotzdem die Charts. Lamberts poppigem Glam-Rock und seiner ausdrucksstarken Stimme kann man sich nur schwer entziehen. Seine Erfolgstour „Glam Nation“ gibt´s jetzt als CD+DVD Package. Die Tracklist deckt sich natürlich zu 70 Prozent mit jener von Lamberts Debut-Album „For your entertainment“. Trotzdem zugreifen: Die Songs entfalten erst live ihr volles Potenzial. Ach ja, Lambert ist offen schwul. Womit auch das mit dem Glamour geklärt wäre.

Die amerikanische Jazz-Sängerin, Komponistin und Musikerin gilt als eine der größten VocalEntdeckungen der vergangenen Jahre. Österreich hinkt zwar wieder mal hinter her und ist auf den Nailah-Porter-Zug noch nicht aufgesprungen, aber das wird sich hoffentlich mit dieser Platte ändern. „ConJazzNess“ ist ein gelungenes Jazz-Album mit vielen Ohrwürmern und Höhepunkten. We like!

Fazit: Ein Glam-Konzert fürs Wohnzimmer. Ja, das mögen wir.

Fazit: Rau und seidig zugleich. Old School-Jazz vom Feinsten.

Für den Fahrstuhl geeignet 

Ohren zu!

Nailah Porter: ConJazzNess (UNIVERSAL) 

Fotos beigestellt

Was kann man von einem (Rock-) Album erwarten, dessen erste Single „Rope“ vom US-Rolling Stone mal eben zum „hairytesticled, devil-dicked atomic beast of a single“ erklärt wurde? Ohne Zweifel eine ganze Menge. Oder besser: ein Maximum an Lärm und Wahnsinn. Das trifft´s nämlich eher, wenn man sich das neue Album der Foo Fighters anhört. Es wird wieder härter als auf den vorangegangen Scheiben, schließlich wurden die Songs auch in der Garage von Dave Grohl aufgenommen. Komplett analog. Ohne Computer. Mit dem ehemaligen Nirvana-Produzenten Butch Vig und dem ehemaligen Nirvana-Bassisten Krist Novoselic wurde auch zusammen gearbeitet. Klingt prinzipiell nicht schlecht. Was dabei rausgekommen ist? Nicht das, was man glauben mag: zu wenig Innovationen, zu wenig ausgereifte Melodien, zu viel Sound-Lärm.


Sommer, Sonne, Seitenrascheln

BÜCHER von Thomas Schwentenwein

Wie beugt man(n) am besten einem Sonnenbrand vor? Einfach in den Schatten eines Baumes setzen und in den folgenden Büchern schwelgen!

Top-Tipp der Redaktion

Alexander Ahlert und Philipp Fleiter Was von Liebe übrig bleibt

Fotos beigestellt

Patrick Dennis Darling, ich bin deine Tante Mame

Jürgen Lagger Città morta

2010, 192 Seiten, Hardcover, € 19.95, Bruno Gmünder 

2010, 416 Seiten, Hardcover, € 17.50, Manhattan 

2011, 176 Seiten, Hardcover, € 16.90, edition laurin 

Patrick Dennis ist erst zehn Jahre als und bereits Vollwaise. Nun soll er bei seiner Tante Mame unterkommen, die den Inbegriff der New Yorker Bohème der 1920er-Jahre verkörpert. Reich, schön und exzentrisch bringt sie dem Neffen bei, wie man Martinis mixt und was es mit dem Ödipuskomplex auf sich hat. Erzählt werden all ihre Verrücktheiten aus der Perspektive Patricks, der im Laufe des Romans vom Jungen zum Teenager und schließlich zum jungen Mann heranwächst. Konflikte sind da programmiert, etwa wenn Mame mit einem raffinierten Plan Patricks Vermählung mit einer bornierten, oberflächlichen Ostküstenschönheit verhindert. Hier zeigt sich auch die politische Relevanz des Buches: Themen wie Antisemitismus und Rassismus werden angeschnitten und Mame zum Champion der Unterdrückten stilisiert, die mit Vorurteilen so gar nichts anzufangen weiß. Nur schade, dass gerade Schwule dabei nicht allzu gut wegkommen... Der 1955 erschiene Roman gab den Anstoß zur Verfilmung mit Rosalind Russel, der Grande Dame der Screw-Ball-Comedy und der Musical-Version mit Angela Lansbury (unvergessen das Duett „Bosom Buddies“ mit Bea Arthur). Beides möchte ich Euch ans Herz legen, beinahe so sehr wie das Buch!

Einer Naturgewalt gleich bricht Rom in Jürgen Laggers „Città Morta“ über den Protagonisten herein. In poetischen, stakkatoartigen Reflexionen verliert er sich in den engen Gassen, zwischen lauten Kellnern und fetten, schwitzenden Touristen. Es ist dies kein idealisiertes Rom, sondern eine Stadt alptraumhafter Visionen. Der Erzähler ist im Geiste ein Bruder Gustav von Aschenbachs, Protagonist in Thomas Manns „Der Tod in Venedig“, dem Lagger unverhohlen Tribut zollt. Immer wieder verweist er auf die Unzulänglichkeit der Hauptperson, etwas Eigenes hervorzubringen. „Das ist nicht von mir, nur nachgedacht.“ Der Roman wird bewohnt von Phantombildern homoerotischen Begehrens, ein Arsenal an (vor allem jungen) Körpern wird von Lagger minuziös beschrieben. Bewegungen, Blicke – „Die Sexualität vollkommen zum Ritual geworden“. Der Protagonist, anfangs bloß Beobachter (stellenweise auch Voyeur), trifft auf einen blonden Jüngling und nimmt ihn nach einer gegenseitigen Verfolgung mit auf sein Zimmer. Als der Junge geht (es ist klar, dass er fortbleiben wird), verliert sich der Protagonist in pathetisch-schwülstiges Selbstmitleid und sehnt seinen Tod herbei. Lagger weiß, dass solche Gemütszustände selten von Dauer sind und beendet den Roman mit einer feinen, ironischen Pointe, die einem noch lange im Gedächtnis nachhallt.

Beziehungen enden, aber Erinnerungen bleiben zurück. Gerüche, Begebenheiten, Gegenstände – flüchtige Indikatoren vergangenen Liebesglücks. Der Grafiker Alexander Ahlert und der Journalist Philipp Fleiter haben gesammelt „Was von Liebe übrig bleibt“ und geben (meist jungen) Männern im gleichnamigen Buch die Möglichkeit zurückzudenken. Das ansprechende Artdesign harmonisiert mit den Fotostrecken, in denen die Autoren mit dem gezeigt werden, was ihnen von großen und kleinen Lieben übrig blieb. Die Geschichten selbst könnten nicht unterschiedlicher sein, auch was die Qualität anbelangt. Manch eine nimmt da schnell Anklang am Groschenroman und zelebriert klischeehafte Beziehungsabläufe. Man will ja gar nicht in Absprache stellen, dass es so passiert ist, aber die Art wie hier Vergangenheitsbewältigung betrieben wird, ist dann doch oftmals aus einem äußerst egozentrischen Blickwinkel geschrieben – Schuldzuweisungen und Ressentiments (Philipp Fleiters eigene Geschichte bildet hier leider keine Ausnahme) inklusive. Andere wiederum schaffen es tiefer vorzudringen, auch die andere Perspektive zum Tragen kommen zu lassen – in dieser Pluralität entsteht wahres Lesevergnügen. Vor allem „Farbenblind“ von Henning Strotmeier ist ein Juwel voll poetischer Dringlichkeit, das die sich anbahnenden Tränen zum Stocken bringt. Davon hätte man sich mehr gewünscht! Wenn auch euch etwas von einer Liebe zurückgeblieben ist – auf www.ueberbleibsel. com habt ihr die Möglichkeit, eure eigene Geschichte zu schreiben.

Fazit: Kaufen und die Taschentücher bereithalten – ihr werdet weinen vor lauter lachen!

Fazit: eine Hymne an die Stadt Rom, poetisch und sehnsuchtsvoll.

Fazit: prägnante Erinnerungsstücke mit unterschiedlicher Strahlkraft.

 Pflichtlektüre 

Lesespaß 

Okay 

... wenn sonst kein Buch zur Hand ist ... 

Zeitverschwendung

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DVD von Roland Bonimair

Heiße Silberscheiben NAME IT stellt Dir die neuesten DVDs vor – dieser Sommer wird heiß!

Top-Tipp der Redaktion

Ich kann nicht schlafen

Just Say No To Family Values

Von Claire Denis Krimidrama, F 1993; DF, OmU Mit Yekaterina Golubeva, Richard Courcet, Vincent Dupont, Beatrice Dalla

Kurzfilmkompilation; OmU Von John Giorno/Antonello Faretta, Keren Cytter, Maria Petschnig, Patrycia German u. a.

FSK: ab 16; L: 110 Min.

Raging Sun, Raging Sky

 Interessiert an Gender-Theorie und dergleichen? „Gegenwärtig ist die Auflösung binärer Geschlechterlogiken und damit einhergehender dualistischer Sexualitätskonzeptionen immer noch ein visionäres Ziel“, heißt es im Vorwort zur 20-seitigen Begleitbroschüre dieser Kurzfilmsammlung, in der Körper- und Gechlechterrollen sowie Sexualitätspolitiken aus unterschiedlichen Perspektiven und geopolitischen Kontexten beleuchtet werden. Der Bogen reicht vom empathisch vorgetragenen Gedicht gegen wertkonservative Haltungen über feministische österreichische Videokunst bis zur estnischen Kurzdoku über Häftlinge, die sich Glas oder Plastikstücke in die Penishaut einsetzen – angeblich, um das sexuelle Empfinden ihrer Partner zu steigern. Auch den ersten Teil einer Videoserie über eine fiktionale osteuropäische Schwulengang, die als Reaktion auf das Gay-Bashing Heteros jagt, bekommt man zu sehen. Darin wird allerdings nur gezeigt, wie eine alte Oma die rosa Masken für die Truppe strickt …

Von Julian Hernandez Liebesdrama, Mexiko 2008; DF & OmU Mit Jorge Becerra, Javier Olivan und Gullermo Villegas

Fazit: sieben Kurzfilme für Freunde avantgardistischer Filmkunst.

Fazit: mythologisch verbrämter Schwulenkitsch mit Kunstanspruch.

 DVD-Highlight 

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FSK: ab 16; L: 185 Min. Pro-Fun Media  Der Gewinner des Berliner Teddy Awards 2009 beeindruckt mit teilweise atemberaubend schönen (Schwarz-weiß-)Bildern von vorwiegend nackten Jünglingen, die auf der Toilette eines Pornokinos in Mexico City nach Liebe suchen und ihren Trieben nachgehen, ehe im letzten Drittel alles vollends ins Mythologische kippt. Drei Stunden lang werden hübsche, leidenschaftlich dreinblickende junge Männer ins rechte Licht gerückt. Dialoge gibt es so gut wie keine, klare Erzählstrukturen ebenso wenig. Sehr prätentiös, das Ganze, aber absolut sehenswert!

Salzgeber  Spät, aber doch gibt’s das kultige Krimidrama aus den frühen 90ern auch auf DVD. Es geht darin um Heimatlosigkeit, Homosexualität und eine Mordserie an Omas im hochsommerlichen Paris. Der sinnlich-kühle Film streift durch das Leben einiger Immigranten im 18. Arrondissement. Wir treffen etwa auf die Lettin Daiga, die Schauspielerin werden will, aber vorerst in einem billigen Hotel die Betten macht. Auf den mysteriösen Schönling Camille aus Martinique, der einen Prachthintern hat und in einer Schwulenbar als Transvestit auftritt, und auf dessen Bruder Theo, einen Musiker, der sich mit Schwarzarbeit durchschlägt. Der nächtliche Spaziergang durch die Welt perspektiveloser Außenseiter in der kalten und entzauberten Seine-Metropole basiert auf der wahren Geschichte des aidskranken Serienmörders Thierry Paulin. Auf Suspense und psychologische Erklärungen wird verzichtet, stattdessen auf Gesten, Blicke und flüchtige Begegnungen gesetzt. Das kann man langweilig finden – oder großartig. Fazit: für Cineasten.

Sehenswert  Okay  … wenn nichts Besseres im TV läuft  Augen zu!

Fotos beigestellt

L: 91 Min. Index DVD Edition (036)


MICHAEL LUCAS:

Iwona Golczyk:pixelio.de, Lucas Entertainment, Claus, Wolfgang Scholvien

Online-Tipp: rainbowselection.com Genug davon, mühsam nach gay-friendly Destinationen zu suchen? rainbowselection. com, die Webseite der Accor-Hotelgruppe für die LGBT-Community, bietet Abhilfe: Das kostenlose Service listet homofreundliche Hotels in allen Preisklassen und auf der ganzen Welt auf – heißt: weit über die bekannten Gay-Hotspots hinaus! Die Suchmaschine umfasst bereits über 120 Hotels in 29 Ländern (v. a. in Europa und Asien). Die Hotels können direkt gebucht werden, die Seite sucht einem dafür stets den bestmöglichen Preis. Zudem gibt es aktuelle Reise-News für den geneigten User. So macht die Urlaubsplanung besonders Spaß!

Berlin ist übergay!

Es gibt „Übergriffe“, es gibt auch Wäsche, die „überweiß“ gewaschen werden kann. Nun gibt es auch den Terminus „übergay“. Zumindest in Berlin. Germany Tourism hat sich nämlich eine ganz besondere Werbekampagne einfallen lassen, um die LGBT-Community in die deutsche Hauptstadt (mehr als drei Millionen Einwohner) zu locken. Laut Plakaten ist Berlin nicht nur „classic“, „epic“ und „cultural“, sondern nun auch „übergay“. Der zentrale Slogan der Kampagne: „Are you ready for this?“ Ähm … ja, eigentlich schon seit längerem. Berlin hat sich in den letzten Jahren bekanntlich als eine der aufregendsten Metropolen für die LGBT-Community etabliert. Die Szene ist nicht nur vielfältig, sondern auch ein fixer Bestandteil des regen Berliner Nachtlebens – Gaylokale gehören hier dazu wie in Wien das Wirtshaus! Toleranz (und Party) wird dort großgeschrieben – nicht umsonst lebt Berlins Bürgermeister, Klaus Wowereit, seit Jahren offen schwul. Ja, Berlin ist eben übergay. Und angesagt wie noch nie.

Die ältesten Hotels der Welt In hochmodernen Hotels, die mit dem neuesten Schnickschnack ausgestattet sind, zu urlauben, ist nett, keine Frage. Wir Gays wollen aber Abwechslung in den Ferien – und vor allem Stil. Letzteres lassen neu erbaute Hotels aber oftmals vermissen. Deshalb möchten wir an dieser Stelle auf hotels. com hinweisen, das für stilbewusste Urlauber mit Traditionsgefühl die ältesten Hotels der Welt zusammengetragen hat. Oder „in Stein gefasste Manifestationen menschlichen Heimatgefühls“, wie die Homepage es nennt. Zu den ältesten Hotels der Welt zählen unter anderem das NH Porta Rossa in Florenz, das Parador De Reis Catolicos in Santiago de Compostela, das Hôtel de Crillon in Paris (siehe Foto) oder Hotel Dangleterre im Herzen Kopenhagens. Ein Mix aus Tradition und Moderne ist allen diesen Hotels gemein, in dem einen oder anderen haben bereits Superstars wie Madonna, Robbie Williams, Elton John oder Charlie Chaplin residiert! Die nächste Urlaubsplanung sollte unbedingt eines dieser Hotels einbeziehen, es lohnt sich!

TIPP des Monats

„Ja, das Gesicht kenne ich, aber woher nur…?“, mag sich der geneigte Leser beim Betrachten des Bildes links nun denken. Wir helfen auf die Sprünge: Michael Lucas ist Pornostar und hat bereits in unzähligen Gay-Movies mitgespielt. Ach ja, genau … Lucas ist aber auch Gastautor des US-amerikanischen Gay-Magazins „The Advocate“. Und in dieser Funktion fand er nun scharfe Worte gegen das israelische Tourismusministerium. Beim 33. Berliner CSD am 25. Juni und am Berliner Pride Festival (vom 28. Mai bis zum 26. Juni) wird in diesem Jahr eine Delegation aus Tel Aviv ihre weltoffene Stadt präsentieren, auf die Zuschaustellung nationaler Symbole (z. B. die israelische Flagge oder dem Davidstern) will man aus Angst gegen Feindseligkeiten aber verzichten. Lucas, der die amerikanische und israelische Staatsbürgerschaft besitzt, versteht das gar nicht und ist sogar richtig wütend darüber. Man müsse Mut aufbringen, als schwuler Mann selbstbewusst in dieser Welt aufzutreten, aber auch, „seine israelische Identität zu verteidigen“, schreibt der Pornostar. In beiden Fällen besitzt nicht jeder die Charakterstärke, „um sich gegen Ahnungslosigkeit, Klischees und Hass zu stellen.“ Klare Worte.

Reise & Urlaub

Mehr Selbstbewusstsein für israelische Schwule!

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Text & Fotos Frank Störbrauck

Prag – Osteuropas rosa Hauptstadt Für die einen ist Prag mit seinen herausgeputzten Straßen und Häusern ein riesiges sauberes Disneyland, für die anderen die Hauptstadt des deftigen Schweinebratens mit Knödeln und Bier. Andere wiederum begeistern sich für die Schwulenszene – NAME IT war 24 Stunden in Prag und versuchte sich an allem …

Prags Stadtpanorama beeindruckt durch unterschiedliche Architekturstile: Barock, Jugendstil und Renaissance .

13:00 Ankunft am Internationalen Flughafen Wer Taxifahrer vermeiden will, die mit frisierten „Turbo-Taxametern“ Touristen abzocken, aber trotzdem bequem ins Hotel chauffiert werden möchte, sollte sich von Prague4Gay-Chef Petr Prokopík mit dem Auto abholen lassen. Das ist zum einen garantiert günstiger (ca. 35 Euro pro Airport-Fahrt), zum anderen lässt sich bei ihm während der Fahrt in die City gleich schon mal eine (Gay-) Sightseeing-Tour buchen. 15:00 Einchecken im Hotel Icon Das kleine 4-Sterne-Boutiquehotel zeichnet sich durch sein junges und freundliches Personal, die hochwertige Einrichtung und seine

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Die Friends Bar ist vor allem am Wochenende ein beliebter Hot Spot.


Lust auf einen deftigen Happen in schwulem Ambiente? Dann nichts wie hin ins Celebretiy Café.

Hübsche Jungs trifft man allerorten in Prags Nachtleben.

zentrale Lage aus: Die Fußgängerzone ist in fünf Gehminuten erreichbar, die Schwulenszene Vinohrady erreicht man in 20 Minuten zu Fuss. Wer nachts nicht unterwegs ist, sondern schlafen will, sollte einen Bogen um die Zimmer in der ersten Etage machen – es sei denn, die Beats aus der hoteleigenen Lounge versüssen einem den Schlaf … 16:00 Kaffee im Café Café Gleich mal gucken, wo sich Prags Szenetanten zum Klatsch und Tratsch treffen! Das schicke Café Café (heisst wirklich so) ist nur fünf Minuten zu Fuss vom Hotel Icon entfernt und erlaubt somit in Windeseile einen leckeren Latte Macciato mit Erdbeer-SahneTorte in schwuler Umgebung. Die verdammt gutaussehenden Kellner tragen gewöhnlich T-Shirts mit der Aufschrift „heterofriendly“ – und sind immer für einen Szene-Tipp zu haben. Je nach Tageszeit auch viele (Hetero-)Touristen. 17:00 Wahrzeichen Watching Nun ist es aber an der Zeit für einen ersten Stadtrundgang: Die Karlsbrücke, im 14. Jahrhundert erbaut, ist eine der ältesten Steinbrücken Europas – und ein echter Hingucker: Zahlreiche Heiligenfiguren säumen die Ränder der reinen Fussgänger-Brücke, am östlichen Ende befindet sich die Statue des wohl in der Geschichte Prags bedeutendstem Menschen, die von Kaiser Karl IV (1316-1378) nämlich. Wer sich auf der Brücke vor lauter Touristen nicht die Füsse zertreten hat lassen, macht sich mit der Strassenbahn auf zur Prager Burg – dem Wahrzeichen Prags schlechthin. Von dort oben genießt man einen formidablen Blick über die Stadt. 20:00 Stärkung mit deftiger Hausmannskost Prags traditionelle Küche trieft nur so vor schweren, fettigen Brocken, die stundenlang im Magen liegen: zum Beispiel


Bei schönem Wetter kann man ganz wunderbar den Tag in einem Café vertrödeln.

Zur Karaoke-Nacht in der Friends Bar muss man gelegentlich lange anstehen.

Keine andere Schwulenbar verbreitet so viel sozialistischen Charme der 80er-Jahre wie die Piano Bar.

Das Erra Café lockt tagsüber mit leckerem Kuchen und Kaffee.

„Vepro-knedlo-zélo“ – Schweinebraten mit Knödeln und Kraut. Oder „Svícková“ – Rindfleisch-Lendenbraten mit Schlagsahne, Preiselbeeren und – na? – Knödeln natürlich! Wer es bekannter mag, kann sich auch an den XXL-Wiener Schnitzeln versuchen – zwar auch mit Preiselbeeren, aber immerhin ohne Knödel. Als gute Stube für das opulente Mahl empfiehlt sich das Gay-Restaurant Celebrity Café. Zwar ist das Servicepersonal ein wenig lahm und des Englischen nicht besonders mächtig, dafür schmeckt das Essen gut – und ist darüber hinaus recht günstig. 22:30 Abtanzen im Cruising Tempel Vom Celebrity Café aus braucht man nur fünf Meter weiter zu marschieren – und schon ist man mitten im Valentino Club. Das ist Prags schwuler Bar-, Tanz- und Cruising-Tempel in einem. Auf drei Ebenen lässt sich hier stundenlang die Nacht zum Tag machen. Ganz unten rauschen housige Sounds in die Ohren, auf der mittleren Ebene sorgen die DJs mit Euro-Dance, Charts und Trash für Songs zum Mitsingen und ganz oben im Café lässt sich die Eroberung der Nacht bei einem Tête-à-Tête näher kennenlernen – und irgendwo dazwischen kann man in sehr dunklen Räumen ein erotisches Abenteuer erleben … 02:00 Spätes Partyhopping Wer sich nach ein paar Stunden im Valentino nach Abwechslung sehnt, muss nicht verzagen: Rund fünf Gehminuten entfernt lockt der deutlich stylischere Termix Club mit House und jungen Kerlen. Wer‘s düsterer und handfester mag, marschiert etwas weiter in den Fetisch-Club Alcatraz, wo vorwiegend Herren ab 30 in schwarzer Montur und mit strengen Blicken nach paarungswilligen Gleichgesinnten suchen. Schlager-, Pop- und Trash-Musik-Fans dagegen ziehen in die sympathische Friends Bar, wo ein junger, kunterbunter Hühnerhaufen samt besten Freundinnen ausgelassen feiert – und reichlich bechert. 11:00 Kopf auslüften beim Stadtrundgang Nach dem Frühstück im Hotel geht’s mit verkatertem Kopf und glasigen Augen Richtung Altstädter Rathaus mit seiner bekannten astronomischen Uhr. Ähnlich wie auf der Karlsbrücke wimmelt es in dieser Disneyland-Kulisse nur so von Touristen aus aller Herren

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Länder – ein wildes Klicken der Fotoapparate und ein nicht minder wildes Geschnattere aller möglichen Sprachen lässt den Kopf ordentlich brummen. Deutlich ruhiger, aber historisch nicht weniger interessant ist es dagegen auf dem alten jüdischen Friedhof zwischen Pinkas und Klaus-Synagoge in der Altstadt. Zahlreiche der rund 12.000 Grabmäler sind verziert mit Zeichen, die Familiennamen symbolisieren (z. B. Löwen, Blumen, Trauben). 13:00 Lunch im Erra Café Bevor es zurück zum Flughafen geht, noch schnell auf einen Lunch in eine kleine Prager Gay-Institution, dem Erra Café. Das alternative Bistro mit Studenten-Charme lockt Schwule, Lesben und Heteros gleichermaßen und serviert – nicht zuletzt Dank seiner etwas versteckten Lage – günstige Drinks und leckere, leichte Küche. Das Personal ist jung, lässig und erkundigt sich beim Bezahlen gern mal danach, wann man denn wieder nach Prag kommt. Bald. Sehr bald.  n

Alle Infos zu Prag Die besten Tipps für Deinen Prag-Trip im Überblick Anreise Austrian Airlines bedient Prag bis zu fünfmal täglich von Wien. Wer rechtzeitig bucht und nicht unbedingt freitags und sonntags fliegen möchte, ist mit rund 300 Euro dabei. Weitere Informationen und Buchung auf www.austrian.com. Unterkunft Hotel Icon, V jáme 1263/6, 110 00 Praha-Nové Mesto, Tel. 00420 221 634 100, E-Mail: info@iconhotel.eu Website: www.iconhotel.eu. Der Preis für ein Doppelzimmer beträgt ab 125 Euro pro Nacht, inklusive Frühstück.

Guide Prague4Gay-Chef Petr Prokopík, hauptberuflich Anthropologe an der Universität Prag, bietet neun verschiedene Touren und Führungen durch Prag, u. a. Rundgänge mit den Schwerpunkten Geschichte, Architektur & Kultur, Jüdisches Viertel, Moderne Kunst, Altstadt, Schloss & Mystik, CaféKultur – und einen Abend- und Nachtbesuch der Prager Schwulenszene. Die in der Regel dreistündigen Touren kosten ab 990 tschechische Kronen, das sind umgerechnet rund 40 Euro. Weitere Informationen und Buchung auf www.prague4gay.com


International Gay Festival velden-wรถrthersee-austria

25. - 28. August 2011

Beach Club Trachten-Party Boat-Cruise Party Club-Night u.v.m.

Velden

goes pink...!


Text Thomas Schwentenwein

Zum Entspannen nach Tirol! NAME IT war für Dich in Tirol, stellt dir ein perfektes Hotel für entspannende Tage vor – und sagt, was Gays in Innsbruck nicht versäumen dürfen.

W

Die Talstation der Nordkettenbahn von Top-Architektin Zaha Hadid.

ir alle müssen mal raus, den stressigen Alltag hinter uns lassen und einfach entspannen. Warum also nicht ab nach Tirol? Nach Seefeld um genau zu sein. Das malerisch gelegene Dorf unweit von Innsbruck wird von Bergen umgrenzt und verfügt über mehrere idyllisch gelegene Seen. Hier kann man die Seele baumeln lassen und auf Wanderungen die Bergluft genießen und gleichzeitig die Gegend mit ihren Kirchen und anderen Sehenswürdigkeiten kennenlernen. Falkensteiner Seefeld - Wellness und Beauty. Nach einer ausgedehnten Wanderung hat man es sich verdient, wie ein König behandelt zu werden. Nirgendwo kann man das in Seefeld besser als im Falkensteiner Hotel und Spa Royal, eine 4-Sterne-Anlage mit 126 Zimmern und Suiten, wo wirklich kein Wunsch offen bleibt. Das Glanzstück des Hotels ist das Aquapura Spa mit reichhaltigen Angebot: Innen- und Außenpool, weitläufige Saunalandschaft (u. a. Südtiroler Schwitzstube, Kräutersauna, Edelsteincaldarium, etc.) und Ruheräume. Für Bewegungsbegeisterte steht ein hauseigener Fitnessraum zur Verfügung und das Massage- und Kosmetikangebot sollte man sich nicht entgehen lassen.

Innsbruck – einen Steinwurf entfernt. Wer von der Beschaulichkeit des Landlebens genug hat, kann mit einem Tagesausflug ins 15-Minuten entfernte Innsbruck Abhilfe schaffen. Die von den Gipfeln der Nordkette umschlossene Stadt hat mehr zu bieten als nur das berühmte Goldene Dachl. Mehrere Geschäfte in der Altstadt – vom Souvenirladen bis hin zur Boutique, laden zum Verweilen ein und die majestätische Hofburg ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Gleich neben der Altstadt liegt die von der Stararchitektin Zaha Hadid entworfene Nordkettenbahn, die über die Hungerburg

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Tiroler Architektur mit großzügiger Planung: Das Falkensteiner Hotel Seefeld. Rustikales Ambiente in der Zirbenstube, einem der Restaurants des Hotels. Tiroler Schmankerl treffen auf mediterrane Köstlichkeiten.

Das imposante Goldene Dachl - der Tourismusmagnet schlechthin!

Hotel und Spa Royal Seefeld**** Krinz 32, 6100 Seefeld Doppelzimmer inkl. Halbpension: je nach Saison ab 95 Euro. http://www.falkensteiner.com/de/hotel/seefeld

TVB Innsbruck; Falkensteiner Hotels + Residences

Ab Juli 2011 wird das Hotel im neuen asiatischen - Flair erstrahlen. Inklusive eigenem TCM (Traditionelle Chinesische Medizin)-Zentrum mit Akupunktur und vielen anderen Behandlungen.


Links: Im Im luxuriösen Innenpool des Hotels Seefeld kann man alle Sorgen wegwaschen. Rechts: Die malerische Altstadt Innsbrucks - immer einen Besuch wert.

Wohin in Innsbruck? Kleine Szene, Top-Gastronomie Bacchus Diskothek DAS Szenelokal schlechthin, gleich neben der Triumphpforte gelegen. Schräge Clubbings und coole Parties – immer von 22:00 bis 06:00 morgens. Seit 2005 gibt es auch das Tagescafé EASY im Erdgeschoss. Salurner Straße 18 www.bacchus-tirol.at M+M Bar 5-Minuten vom Goldenen Dachl entfernt bietet diese sympathische Bar eine umfangreiche Cocktailkarte mit über 100(!) köstlichen Drinks. Innstraße 45 www.mm-bar.at

Treffpunkt Arcad Unweit von Innsbrucks beliebtem Metropol-Kino gelegen, ist das Lokal einer der Treffpunkt der schwulen Szene. Hier lässt es sich gut abhängen! Innstraße 2 www.treffpunkt-arcad.com Lichtblick In obersten Stock der Rathausgalerien gelegen, ist man hier nicht nur kulinarisch dem Himmel nah. Geboten wird österreichische Küche mit asiatischen und italienischen Einflüssen. www.restaurant-lichtblick.at Maria-Theresien-Straße 18

Das Schindler Der kulinarische Tipp im neueröffneten Kaufhaus Tyrol, der nicht nur mit chicer Einrichtung punktet, sondern auch mit der verspielten Neuinterpretation österreichischer Gerichte. www.dasschindler.com Maria-Theresien-Straße 31 Dom Cafe Gay-friendly Kaffeehaus mit historischem Gewölbe und extravaganten Lustern inklusive exklusiver Weinauswahl. Meist sehr gut besucht! Eine Institution. Pfarrgasse 3 www.domcafe.at

bis auf die Seegrube führt, wo man auf fast 2000 Metern einen unglaublichen Ausblick auf die Stadt hat und sich die Zeit mit Spaziergängen vertreiben kann. Zurück in der Stadt kann man durch den Hofgarten spazieren oder in den Rathausgalerien der Lust am Shoppen frönen. Gleich gegenüber steht auch das neueröffnete Kaufhaus Tyrol des britischen Top-Architekten David Chipperfield – ein absolutes Muss für Kaufwütige! Die schwule Szene ist in Innsbruck recht überschaubar, aber durchaus charmant und einen Besuch wert! n

alpeng

Alpine Reso lühen rt Fieberbrun  n4

Unter dem M otto „Spielplat z für die Großen“ biet et das Hotel einen ganzen Sommer lang Urlaubsangeb ote nur für Erwachsen e. • 2 x ÜN im liebevoll deko rierten DZ inkl. Frühstüc k am Zimmer • 1 x Wande rung zur Lärc hfilzenhochal inkl. romantis m chem Picknic • 1 x Genieße k r-Abendesse n • 1 x Fondue -Abend • 1 Flasche S chlumberger • Freie Benüt zung unsere s SPA-Berei chs ab € 404,- fü r 2 Personen im DZ Angebot gültig auf Anfrage & Verfügbarke it: 25.04. – 29 .10.2011 Buchungsken nwort: Name it

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www.austria-trend.at


, r e m m So ! n e m m wir ko t: lso heißt es jetz A . n e tt ri h c S n e aht mit sonnig o sie die Der Sommer n ser verraten, w Le IT E M A N ! buchen Koffer Sommerurlaub n. Ideen holen, e g n ri rb ve s re en des Jah b! heißsten Woch ab in den Urlau packen – und

Sascha Petrov: Strand & Meer Nach einem anstrengenden Jahr freue ich mich schon ganz besonders auf den Sommer. Ich werde heuer wie so oft Last Minute buchen. Hmm, wohin? Ich lasse mich noch überraschen! Bin kein Typ, der lang im Voraus bucht, ich bin eher spontan. Hauptsache ein geiler Strand, gutes Essen, schönes Meer und heiß muss es sein – genauso wie die Boys ;)

Martin Bango: Kurztrips Mein Sommer 2011: Ich werde wahrscheinlich nicht ins Ausland fahren. Dafür geht`s mit Freunden übers Wochenende an einen See oder ich mache einen kurzen Trip nach Italien, um das „Dolce Vita“ auszukosten. Einfach die Zeit genießen mit den Menschen, die ich gerne um mich habe – das mag ich am liebsten! Der Sommer kann kommen!

Für mich geht‘s dieses Jahr nach Österreich (vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich aus Berlin komme). Nicht nur aus dem Grund, dass mein Daddy den Bund der Ehe eingeht (nach 15 Jahren mit seiner Angebeteten) sondern auch, weil ich mit Österreich unglaublich gute Erinnerungen verbinde: - Bekannte, die mir beim Coming Out mit Gesprächen und Tipps zur Seite standen. - Ein Gefühl von Sommer, Sonne und Sonnenschein, auch wenn draußen alles in gießendem Regen unterging. - Und außerdem habt ihr einfach die fescheren Buam! Sind diese Gründe ausreichend?

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Günther Schulz: Prag & Tirol Ich fahre heuer im Juni vier Tage nach Prag, weil ich diese Reise gewonnen habe. Werde mir da unter anderem auch das Gay-Nachtleben in dieser Stadt ansehen – yeah! Danach fahre ich so gegen 29. Juli, wenn es noch Zimmer gibt, nach Tirol nach Scheffau am Wilden Kaiser. Ich möchte dort zwei Wochen bleiben – und zwar in der schwulen Pension „Romeo“. Hoffe, diesmal keine Paare, wie bei meinem letzten Aufenthalt, sondern auch Singles zu treffen – vor allem auch aus Wien! Super ist jedenfalls, dass man innerhalb einer halben Stunde in München ist – einem schönen Ausflug steht also nichts im Wege.

Beigestellt

Felix Meyer: Österreich


hotelstein salzburg

hotelstein salzburg

außergewöhnliches, modernes design, top-lage und die beste aussichts-terrasse – und dies alles direkt an der salzach und der salzburger altstadt gelegen.

das hotelstein setzt akzente in einer kombination aus anspruchsvollem, elegantem design und der beeindruckenden, barocken architektur der mozartstadt.

Stephan & Randy: Barcelona Barcelona ist eine Stadt, die man immer wieder aufs Neue erkunden kann. Nicht umsonst nennt man sie „das unangepasste Kind, rotzfrech und aufmüpfig“. Sie bietet für jeden das Richtige und der Tagesplan kann dementsprechend nicht abwechslungsreicher sein. Frühstück empfiehlt sich in einem der kleinen Cafés in alten Gassen oder traumhaften Plätzen. Den Vormittag verbringt man (da es noch nicht so heiß ist) mit Barcelonas frechstem Kind – Gaudi – und seinen architektonischen Vermächtnissen wie der Sagrada Familia (woran heute noch gebaut wird), dem Park Güell oder einer Shoppingtour durch die unzähligen freakigen Boutiquen und Geschäfte rund um die Rambla – Barcelonas Wohnzimmer. Der Nachmittag am Strand ist natürlich Pflicht und wenn man unter seinesgleichen bleiben möchte, empfiehlt sich der Strandabschnitt „Mar Bella“. Abends kann man in einer der Tapas-Bars Spaniens Spezialitäten durchkosten oder sich in einem Restaurant der kreativen Kochkunst der ansässigen Cocineros hingeben. Die Nacht hält einem dann bis in die Morgenstunden in einem der Clubs oder Bars in Atem. Von Anfang bis Mitte August findet obendrein das „Circuit Festival“ – Europas größtes Schwulen- und Lesben-Festival statt (Partys, spezielle Queer-Kultur und Kunst inklusive). Absolut empfehlenswert!!! Tipp: Ein Abstecher nach Sitges, ein Fischerdörfchen, das von einer Künstlerkolonie zu einem schwuler Hotspot mutierte, ist durch die Nähe zu Barcelona (ca. 35 Minuten mit der Bahn) immer einen Ausflug wert. Die letzen beiden Sommer haben wir schon unseren Urlaub in Barcelona verbracht. Und freuen uns schon auf unser drittes Mal!

hervorzuheben ist die steinterrasse mit einem atemberaubenden blick auf die herrliche kulisse der stadt von salzburg, wo sie als hotelgast bereits morgens exklusiv das buffetfrühstück einnehmen.

alle 56 zimmer und suiten verfügen über klimaanlage, marmorbäder, flat-tv, 24-stunden-getränkeservice, parkplatz in unmittelbarer nähe und kostenloses w-lan in der lobby und auf der steinterrasse. hotelstein | giselakai 3 – 5 | a-5020 salzburg tel +43 662 8743460 | info@hotelstein.at | www.hotelstein.at


SEX AND A PITY von anonymous

das arschloch-gen

hauptsache unsympathisch? dabei zeigt eigentlich meine affärenund beziehungshistorie mehr als deutlich, dass mit den trägern des arschloch-gens kein krieg zu gewinnen ist. da gab es welche mit ganzen arschloch-dna-abschnitten, meine blinde liebe ließ mich das aber oft alles aushalten – und die ständige zurückweisung spornte mich sogar noch an, alles zu tun, um vielleicht doch mal einen knochen zugeworfen zu bekommen. oder nehmen wir zum beispiel didier, den superarroganten franzosen, der mir bei unserem date gar nicht oft genug sagen konnte, wie lächerlich und kleinkariert er wien und österreich fand (gut, meidling ist halt nicht le marais). seine arroganz fand ich sexier als sein aussehen. und: didier hatte sich nach unserem date noch sehr interessiert gezeigt (anschmusen inklusive) – dann aber von heute auf morgen den kontakt abgebrochen – ohne erklärung, ohne au revoir, ohne nix. was mich dennoch nicht davon abgehalten hat, ihn mit messages zu spammen, auf facebook, msn, skype und den blauen seiten zu stalken (ein hoch auf die moderne welt!) und ihm in der folge länger nachzuhängen, als er eigentlich verdient hätte. denn ich bin mir fast hundertpro sicher: hätte er sich nicht zurückgezogen, hätte ich vielleicht über kurz oder lang das interesse verloren. so toll war er ja nicht – und – ha! von wegen french kissing: er dürfte die französische staatsbürgerschaft im lotto gewonnen haben. wenig großartig war auch marek, der mich intensiv beim weggehen anbaggerte, mich dann abschleppte und mich wochen später im selben club nicht mehr erkennen, geschweige denn grüßen wollte. und ehrlich – seinen hörbaren reaktionen nach kann die nummer gar nicht so schlecht gewesen sein, es sei denn, er litt an chronischer hyperventilation gepaart mit tourette. schubumkehr. komplett gegensätzlich verhielt es sich mit peter: es war die typische verkupplungssituation, heterokollegen von mir waren mit ihm über drei ecken befreundet und hatten befunden, dass wir gut zusammenpassen würden – immerhin waren wir ja beide schwul (dass auch nicht jeder heteromann grundsätzlich jede heterofrau bespringt, war ihnen wohl kurzfristig entfallen). und so lernte ich peter in einer karaokebar kennen, und stellte fest: er war mir einfach zu nett. abgesehen davon gefiel er mir auch gar nicht so gut, aber trotzdem, ich bin überzeugt davon, dass peters chancen größer gewesen wären, hätte er so getan, als würde ich ihn gar nicht interessieren. und die sms-lawine nach diesem kurzen erstkontakt törnte mich auch komplett ab, leider. ähnlich der fall thorsten. er war ein

„seinen hörbaren reaktionen nach kann die nummer gar nicht so schlecht gewesen sein, es sei denn, er litt an chronischer hyperventilation gepaart mit tourette.“  anonymous supernetter typ, total zuvorkommend, alles andere als unhübsch, höflich, aufmerksam, hatte wahrlich keine sms-allergie, machte mir komplimente, und auch im bett klappte es ganz gut. doch als er mir einen tag vor unserem dritten date auf facebook ganz viele gründe schrieb, warum wir bei unserem nächsten treffen etwas zu feiern hätten, bekam ich massiven stress. geschätzte 89 davon betrafen nämlich meine großartigkeit. zu viel war das, eindeutig. da hatte ich‘s anscheinend echt lieber, wenn jemand so richtig scheiße zu mir war.  frommer wunsch. das interessante ist: bei typen wie peter oder thorsten aktiviere ich dann offenbar mein eigenes arschloch-gen, werde vom jäger zum gejagten – und egal, wie distanziert ich mich dann gebe, die motiviation der burschen steigt mit jeder stunde, die ich abwarte, um eine sms zu beantworten. dass diese rollenumkehrung aber bewirkt, mein eigenes verhalten zu überdenken oder gar zu ändern, ist bis jetzt nur ein frommer wunsch. wahrscheinlich ist es aber so: wenn es für beide richtig passt, kann es wohl gar nicht kitschig genug sein. sms-lawine und facebookspams inklusive. 

fragen, wünsche, beschwerden? www.facebook.com/anonymous.nameit

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Andreas Hofmann

keine ahnung, woran es liegt, dass das arschloch-gen für mich so oft zu den absoluten musts unter den charaktereigenschaften meines zukünftigen exfreundes gehörte. ich kann die antwort nur erahnen: vielleicht eine gewissen affinität zu drama, ein leichter hang zum masochismus – oder einfach ein abo auf den wissentlichen griff ins klo?

Achtung! Die neue Ausgabe von NAME IT erscheinT am 29. juli 2011


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