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sinn(5)

Von den f端nf Sinnen

Viktor Giacobbo Einer der schweizweit erfolgreichsten Kabarettisten im Interview. Nicole Wie eine blinde Kantisch端lerin ihr Schulleben meistert. Sinnlichkeiten Wobei die Kantisch端lerinnen und -sch端ler ihre sinnlichsten Momente erlebt haben.


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Editoral

Alejandro, Ale-ale-jandroooo! Liebe Leserinnen, liebe Leser Während der Gestaltung der NAKT #8 hat Radio Argovia im Hintergrund schon geschätzte tausend Mal Lady Gaga’s „Alejandro“ abgespielt. Und jedes Mal, wenn’s wieder kommt, tätsche ich die Fernbedienung und stelle das Radio lauter, in etwa doppelt so laut wie zuvor. Dann singe ich laut, aber trotzdem stimmlos mit: „Alejandro, Alejandro! Aleale-jandro Ale-ale-jan-dro!“ Und freue mich wie ein kleines Kind. Lady Gaga geht mir zwar auf den Keks, aber diesen Chanson liebe ich!

hen, ganz und gar kein Bijou ist, sondern vielmehr zum abdrehen. Zum Tasten ist sie der Traum vieler Teenies, wobei ich mich hier dann doch nicht mehr dazuzähle. Und fünfter Sinn, das Hören? Ja, dort punktet sie - mit ebensolchen Ohrwürmern. Und just in dem Moment, in dem ich diesen Artikel hier abschliessen will passiert‘s wieder: Es kommt! „Alejandro, Alejandro! Ale-ale-jandro Aleale-jan-dro!“ Ich bin glücklich! Ein sinnliches wünscht

Leserlebnis

Als es dann wiedermal so weit war und das Intro aus den Boxen ertönte, habe ich mich gefragt, ob Lady Gaga in unser Fünf-Sinne-Muster passt. Nun, wahrlich nicht bei jedem Sinne, zumal ich nicht weiss, ob Lady Gaga stinkt und wie sie wohl frisch vom Grill geröstet serviert schmecken würde. Thomas Meyenberg Aber: Ich kann beurteilen, dass Gesamtleiter sie beim dritten Sinne, dem Se-

Titelfoto

Als wir damals noch Vodka tranken Aus dem NAKT-Archiv

Früher, als die Jugend noch anständig war, der wahre Mann noch ins Militär ging und die NAKT noch Troubadour hiess, war die Buchhaltung ebendieses Troubadours eine wahre Papierschlacht. Diese wurde in den vergangenen Wochen digitalisiert. Ein Job, der durchaus interessant war: So fragte man sich schon, wieso aus dem Jahr 2003 Kassenzettel aus dem „Tabakhaus Aarau“ auftauchten oder wieso im Denner „Wodka Gorbatschow“ gekauft wurde. Waren damals Redaktionssitzungen noch feucht-fröhliche Volksfeste? Wohl eher nicht. Auf die gesamte Belegschaft wurden nebst viel Rivella sonst nämlich nur noch zwei Halbliterflaschen Bier gekauft. Also doch keine Volksfeste. Was der Vodka jedoch bezweckte, weiss wohl nur derjenige, der ihn dazumals kaufte. Eines ist auf jeden Fall klar: Nachhaltig gelitten haben die Moral und die Finanzen deswegen auf jeden Fall nicht.

Mindestens ein Sinn wird hier ziemlich getäuscht. Stimmt da mit dem Schattenwurf etwas nicht? Steckt Photoshop dahinter? Oder werfen Hydranten am fotografierten Ort tatsächlich solche Schatten? Die Lösung kennt wohl nur der Fotograf Yannick Blattmann...


Thema: Die fünf Sinne 2 3 4 7 9

Editorial

Thomas Meyenberg und Lady Gaga

Inhalt

Die NAKT #8 im Überblick

Viktor Giacobbo

Der Kabarettist im Interview

Crashkurs Sinneslehre

Miriam Marti erklärt die fünf Sinne

Nicole

Gespräch mit einer blinden Kantischülerin

22 Lyrik

Zwei Gedichte von Leserinnen

23 Interview Fühlen

Michèle Neiger, Coiffeuse

24 Kolumne - In Latein

Zwei Gedichte von Leserinnen

25 Rätsel

Für langweilige Schulstunden

28 Schottland

Auf der schönsten Bahnlinie der Welt

30 Mamma Mia Maturaarbeit!

Von Maturaarbeit und Studienwahl

11 Geld für Blinde

Kantileben

Schweizer Franken im Blindentest

13 Wenn C-Dur dreieckig wird

32 Mensavergleich

14 Apropos Sinn...

38 AKTE-T

15 Essen im Dunkeln

40 Kantinews

16 Interview Hören

41 Fotoumfrage

17 5 Sinne, 13 Facts

46 Leserbrief

Was ist eigentlich Synästhesie?

Miriam Marti sinniert

Restaurant „Blinde Kuh“ in Zürich

Beat Wätli, Musiklehrer

Überraschendes zu den Sinnen

19 Das Facebookhoroskop

Freundeanzahl verrät die Zukunft

20 Interview Sehen

Béatrice Steiner, Optikerin

21 Tipps

Monty Phyton und Shane

21 Interview Riechen & Schmecken Ricardo Garça, Mensakoch KSWE

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Inhalt

Die Kantimensen im knallharten Vergleich

Aus den Gerüchteküchen der Schulen

Neues aus den Aargauer Kantis

Dein sinnlichster Moment?

47 SINN-VOLL

Kolumne von Süsette Rusterholz


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Interview

„Für den Bundesrat wäre ich wohl die eklatanteste Fehlbesetzung“

Kabarettist Viktor Giacobbo über immergleiche Interviewfragen, sein Dasein als Zürcher, Gaddafi und Moritz Leuenberger. Interview & Bilder: Joshua Andres, KSWE

Nerven Sie sich über die immer gleichen Interviewfragen? Ja, wobei ich einschränkend sagen muss, dass man jemanden ja aus einem bestimmten Grund, d.h. wegen seiner Tätigkeit interviewt. In der Regel mache ich die Erfahrung, dass Schülerinterviews fantasievoller sind als professionelle Journalisteninterviews. Welche Sinne brauchen Sie auf der Bühne und im Fernsehen? Hmm... das habe ich mir jetzt noch nie wirklich überlegt. Das ist also schon mal eine gute Frage, wenn ich mir das noch nie überlegt habe. Vermutlich bin ich eher ein visueller Typ. Das brauche ich wohl am meisten. Und ohne welchen Sinn könnten Sie am ehesten Leben? Das hingegen hab ich mir schon

überlegt. Ohne Gehörsin, kei- mehr durchlüften sollte. Aber das ne Musik mehr, das wäre scheisse. kann man auch von Zürich sagen. Ohne Augen, keine Bücher oder sind Zürcher. WerBlindenschrift lernen. Ohne Tast- Sie den Sie oft auf ihr „Zür„Der Aargau ist wie ein cherdasein“ angesprochen? Naja, ich bin eben nicht einfach kleines Kondensat der Zürcher, jedenfalls nicht Stadtzürganzen Schweiz“ cher, ich bin Winterthurer! Und das gibt schon einmal eine gewisse sinn, falls der überhaupt als Sinn gilt. Distanz zu diesem Urzürchertum. Wenn die Stadtzürcher Witze über Was halten Sie vom den Aargau reissen, dann ist man Kanton Aargau? als Winterthurer manchmal eher Typisch ist für den Aargau, dass er auf der Seite der Aargauer, weil sehr schweizerisch ist. Er ist wie Stadtzürcher oft überzeugt sind, ein kleines Kondensat der ganzen sie seien der Mittelpunkt der Welt. Schweiz, ein Durchschnittskanton – Und auf diese Verirrung muss man ich meine es nicht im negativen Sinn, sie manchmal aufmerksam machen. sondern einfach in demografischer Hinsicht – er ist ein etwas braver Ist Ihnen die Bühne oder Fernsehen lieber? Musterkanton. Manchmal vielleicht das ein Kanton, den man ein bisschen Es gibt da eine weitere Option: ich


schreibe noch. Und das ist auch sehr wichtig. Schreiben ist das genaue Gegenteil – man ist allein, vor dem Computer im Arbeitszimmer. Auf der Bühne ist man vor Livepublikum und im Fernsehen vor einem riesigen, teils virtuellen Publikum. Ohne Schreiben könnte ich nicht Bühne und Fernsehen machen.

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Interview

ge es auf dieser Welt gibt und was rial einbezieht, versiegt der Stoff nie. für „Lämpe“ die machen, da bin ich froh, dass ich ein Ungläubiger Wenn Sie jemandem mal richtig bin. Aber ich akzeptiere natürlich, die Meinung sagen könnten, wer wenn jemand an Gott glauben will wäre es und was würden Sie sagen? und denke, jeder soll diese Freiheit Da kommen einem so Figuren in haben. Aber keiner soll den anderen den Sinn wie Kim Jong-Il, Mugabe zu einem Glauben zwingen. Und oder andere dubiose Figuren, deden Titel „Humorpapst“ bekommt nen würde man mal gerne die Meiman von den Medien. Aber jeder, nung sagen – oder Gaddafi. AllerWas halten Sie vom SF? der diesen Begriff braucht, wird dings müsste das Ganze in einem Ich habe mit dem Alltagsbetrieb von von mir sofort exkommuniziert. geschützten Rahmen sein. Weil SF wenig zu tun. Mike und ich könalle drei ziemlich gefährlich sind. nen „Giacobbo & Müller“ relativ au- Kann man überhaupt ernsttonom produzieren, niemand redet haft über Humor diskutieren? Sind Sie ein glücklicher Mensch? uns rein. Solange das so ist, bin ich Ja, das kann man, manchmal muss Man glaubt vielfach, witzige Menglücklich. Und zudem verschonen man sogar. Und wenn man über schen müssten glücklich sein. wir den eigenen Betrieb und auch uns Humor diskutiert, darf es zwischen- Ja, ich würde sagen, im Grossen und selber nicht. Es gibt wohl kaum einen zeitlich auch einen Witz geben über Ganzen bin ich sicher ein glückähnlich grossen Medienbetrieb, der den Humor. Das wäre dann soge- licher Mensch. Ich habe auch sehr den Satiremachern so viel Freiheit nannter „Metalässt. Das ist eine liberale Einstellung. H u m o r “ ( l a c h t ) . Viktor Giacobbo Und Komik und Viktor Giacobbo ist jeweils sonntags um ca. 22.00 Sie sind schon 58 Jahre alt, wie lange Humor ist im- bei SF1 zusammen mit Mike Müller in der Sendung wollen Sie noch so weiter machen mer extrem Ge- „Giacobbo & Müller“ zu sehen. Weiter findet und wann werden Sie Bundesrat? schmackssache. man ihn regelmässig auf der Theaterbühne im Bis ungefähr 89, habe ich mir vorCasinotheater Wintherthur, bei welchem er vor gestellt, und dann arbeite ich nur Merz und Leu- zehn Jahren selbst als Initiant mitwirkte (Bild). noch halbtags. Und für den Bun- enberger sind desrat wäre ich wohl die eklatan- zurückgetreten: www.viktorgiacobbo.ch teste Fehlbesetzung. Allerdings, Ein Verlust für www.casinotheater.ch wenn ich mir überlege, wie viele die Schweizer Fehlbesetzungen es in der letzen Kabarettszene? Zeit schon gegeben hat, würde ich Der Nachschub eigentlich hineinpassen. Aber nein, ist gesichert: ich bin nicht konkordanzfähig. Ich der Rohstoff könnte nicht mit meinen grössten geht uns nie aus. Gegnern zusammen einen täglichen Das ist das Gute, operativen Kompromiss finden. wenn man politische Satire Herr Giacobbo, fühlen Sie sich macht. Das heisals Comedypapst der Schweiz st, wenn man Coeher katholisch oder reformiert? medy macht, in Am ehesten komisch-katholisch. der es um etwas Nein, früher war ich reformiert, jetzt geht, in der man bin ich weder noch. Frei schwebend die Realität nicht zwischen Himmel, Erde und Hölle. ausschliesst, sonWenn ich sehe, wie viele Gläubi- dern sie als Mate-


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Interview

viel Glück, denn ich kann von der Tätigkeit gut leben, die ich auch am liebsten ausübe. Aber es gibt Dinge, die mir nicht gelungen sind. Und in manchen Situationen ist man nicht für einen Witz aufgelegt. Es heisst nicht, dass man als Komiker von Morgens bis Abends kichert. Solche Leute gehen einem eher auf den Geist: Menschen, die nur noch komisch sein können, die immer ein Publikum um sich haben wollen. Von Ihnen erwartet man, immer lustig zu sein und eine Pointe aus dem Ärmel schütteln zu können. Stresst Sie dieser Erwartungsdruck? Nein, falls ich diese Erwartungshaltung bei jemandem spüre, dann bewege ich mich sofort dage-

gen. Dann kommt garantiert keine Pointe. Mit einer Pointe kann man etwas zuspitzen, man kann etwas verdeutlichen, man kann Leute dazu bringen besser zuzuhören.

praktisch von uns entdeckt worden ist, fragte mich ein Radimoderator in anklagendem Tonfall, was ich dazu sage, dass dieser Künstler bisher von mir ignoriert worden sei...

Aber in diesem Interview war keiHaben Sie jetzt einen Witz? ne dumme Frage darunter, das Nein! Ich habe keine Witze auf Lager. kann ich schon jetzt mal sagen... Ich bin kein Instant-Komiker. Auch kann ich mir kaum einen Witz merken. Viktor Giacobbo, vielen Dank Die besten Witze entstehen spontan für das Interview und weiterhin aus dem Umfeld, aus dem Alltag heraus. viel Erfolg mit allen Projekten. Was war die dümmste Fragen, die Ihnen je gestellt worden ist? Bei der Theaterpremiere eines jungen Komikers, der die ersten Auftritte in unserer Sendung hatte und

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THEMA

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Die fünf Sinne

Sinneslehre: Crashkurs gefällig? Von Miriam Marti, KSZO

Ohne sie wären wir nichts. Wir könnten kaum überleben, und wenn doch wäre das Leben niemals so interessant. Die Rede ist von unseren fünf Sinnen. Doch was sind sie eigentlich genau, wie funktionieren sie und welche Körperfunktionen werden überhaupt zu den fünf Sinnen gezählt? Weil viele mindestens eine dieser Fragen nicht beantworten könnten, ist hier ein kleiner Crashkurs zu jedem dieser Sinne.

Sehen

r nur it den Augen. Abe m ch tli nn ka be ir klich Sehen tun w ichen, damit wir wir re t ch ni de ür w in le s Licht das Auge al ille gelangt zwar da up P e di ch ur D n. etwas sehe ir kein Bild er noch nehmen w ab , es ug A s de re ins Inne r Netzhaut aufgede f au n de er w en war. Die Lichtstrahl n Ner venzellen auf ne de ie ch rs ve en el fangen und von vi ie Ner ven transpor D . ht uc rs te un it ke s Farbe und Hellig Gehirn, welches da m zu n ne io at rm fo . Zutieren diese In so für uns sichtbar d ir w es es di t, er ui Kopf Bild rekonstr m Gehirn auf den vo ch no ch do je herum erst muss es Welt sonst verkehrt e di ir w l ei w n, de g, in die gestellt wer nur in die Richtun n he se ir W n. de t für uns sehen wür nd. Alles übrige is si t te ch ri ge en ug unsere A ar. momentan unsichtb

e

n Was wir a llgemein a ls „Schme nen, ist cken“ bez in Wirkli eichc h keit eine von Schm Ver misch ecken, Rie ung ch wir sagen , etwas sc en und Fühlen. W enn hm dann riec ht es eig ecke nach Erdbee r entlich d Zunge sc anach. M en, hmecken it wir ledigli oder ein ch, dass e der bisschen s süss sau gibt es un terschiedli er ist. Auf der Zu nge che Rezep Rezeptore tortypen. n können Diese u süss, bitte r, sauer, sa nterscheiden zwisc hen lzig und u herzhaft) mami (fle und nach isch neustem tig. Die R Stand auc ig, ezeptoren h fet le durch Ne r venzellen iten die Geschmä cker zum Geh irn weiter .

Hören

Damit wir hören können, brauc hen wir vor allem das Zwerchfell. Es spürt Schwingungen un d leitet diese Schallwellen via Hammer, Amboss und Steigb ügel zum Gehirn weiter. Dort werden die Wellen verarbeitet und als Geräusch wahrgenommen. Im Gegensatz zum Sehen können wir Geräusche aus allen Richtungen hören un d auch bestimmen, woher sie kommen. Dafür können wir nicht auf so weite Distanzen hin hören, wie wir sehen könn en.

Riechen

Schmeck

ten Organe. Mit ihr hs lic nd pfi em r re se ehDie Nase ist eines un ne Ger üche wahrn de ie ch rs ve 00 ‘0 10 ren können wir über sich an die Rezepto rn ge la e ül ek ol m hs lben men. Die Ger uc pfchen zum Riechko kö ch ie R n de n vo ionen an und werden erden die Informat w t or D t. te ei el rg te . Auch im Gehirn wei he wahrgenommen üc er G s al s un n vo sie sind gelesen und erall her bemerken, üb n vo ir w en nn Ger üche kö ung gebunden. nicht an eine Richt

Fühlen

Als einziger der fünf Sinne gibt es für das Fühlen n icht ein ausgezei ch netes Organ, so ndern es bekom m t seine Informatio nen von vielen ve rschiedenen Rez eptoren, die ü ber den ganzen Kö rper verteilt wir d. Oft wird dafür d ie Haut als Sinn esorgan bezeichn et. Diese kann Diverses feststellen : Druck, Vibrati on, Dehnung, Sch merz, Temper at ur und so weiter. Diese werden au ch unterschiedlich und mit versch iedenen Laufzeite n zum Gehirn w eitergeleitet, welch es dann das Gef ühl wiedergibt.


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THEMA

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Die fünf Sinne

„Gefühlvoller und viel intensiver“ Von Kathrin Ernst, KSZO

Vier Prozent – so viel sieht die 18-jährige Nicole Pfister. Trotzdem meistert sie ihren Alltag selbstständiger als viele andere Kantischülerinnen und wohnt mit ihrem Freund in einer eigenen Wohnung. Im Interview erzählt sie von ihrem Traumberuf, geschärften Sinnen und von Plakaten, die verschwinden. Nicole, du besuchst ein Gymi in Bern. Was ist an deinem Schulalltag anders als am Schulalltag von Gut-Sehenden? Dass ich meinen Laptop dabei habe und nicht mit Büchern arbeite, sondern mit dem Computer. Ich finde, dass dies ein Vorteil ist. Ich muss keine Bücher schleppen und habe einfach alles auf dem Laptop. Ausser wenn es Bücher in Blindenschrift gibt. Dann muss ich diese schleppen und die sind schwerer.

die Altersklasse an und auch darauf, wie die Leute reagieren. Im Bahnhof, wenn ich unterwegs bin, ist es eigentlich nicht wirklich schwierig. Aber in der Klasse habe ich das Gefühl, einerseits ist kein Interesse da, andererseits wissen sie nicht, wie mit mir umgehen und die dritten – ich weiss auch nicht, was die dritten haben – sie hätten Interesse daran, Zudem erhalte ich Stützunterricht in aber trauen sich nicht oder naturwissenschaftlichen Fächern be- keine Ahnung. zahlt. In Physik und anderen Fächer mit Abbildungen, bei denen man mir Wie ist es denn dir am helfen muss, diese zu be­schreiben. liebsten? Wie soll man mit dir umgehen? Das ist ja wirklich schwierig, wenn Eigentlich überall gleich. Mich andu ein Bild hast, und du nicht sprechen und beginnen mit mir zu siehst, was darauf ist. sprechen. Für mich ist es schwieEntweder beschreiben es die Lehrer, riger - gerade zum Beispiel in meiner und dann kann ich es mir vorstellen Klasse - auf jemanden zuzugehen, oder nicht (lacht). Oder wenn es Dar- weil ich nicht weiss, wer es ist. Wenn stellungen sind, kann man diese auf er einfach still dasitzt, habe ich keine eine Plastikfolie zeichnen. Dann steht Ahnung. Einfach sprechen und komes hervor. Diese Folien kann man munizieren, das ist wichtig. auch mit Blindenschrift beschriften, damit ich es lesen kann. Wie orientierst du dich? Zu Hause wirst du dich wohl einfach ausIst der Umgang mit Sehenden kennen. schwierig? Ja. Ansonsten lerne ich Wege durch Vorallem in der Klasse ist es extrem Orientierungs- und Mobilitätslehrer. schwierig. Ich denke, es kommt auf Diese kommen mit, zeigen und geben

Anhaltspunkte, zum Beispiel dort ist ein Plakat und so weiter. Es ist halt dann Pech, wenn es nicht mehr da ist. Viele Blinde orientieren sich zum Beispiel bei Fussgängerstreifen an den Gullideckeln, aber dies würde ich nicht einmal spüren mit dem Stock. Vorallem noch durch das Sehen orientiere ich mich. Aber an unbekannten Orten bin ich schon recht verloren und auf Hilfe angewiesen. Benützt du weniger das Gehör, den Geruchs-, Tast- oder Geschmackssinn?


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Die fünf Sinne THEMA

Wo gehst du denn in den Ausgang? Discos und solche Sachen kommen weniger in Frage, aber ab und zu auf jeden Fall. Bars – einfach etwas, wo Denkst du, dass deine Sinne bes- du am Platz bleiben kannst. Etwas ser ausgeprägt sind? Zum Beispiel zusammen trinken oder essen gehen, das Gehör oder der Tastsinn? ein Theater schauen oder ins Kino. Mehr ausgeprägt ist es vermutlich nicht. Aber diese Sinne werden si- Ins Kino gehen erscheint mir specherlich mehr gebraucht als bei den ziell. Dies ist ja vor allem bildlaGut-Sehenden. Bestimmt sind sie stig. mehr geschärft, aber besser nicht un- Schon, aber man kann hören und bedingt. einige Kinos bieten auch HörfilmDoch, dies auch. Das Gehör ist auch ein wichtiger Faktor. Die Nase ist, wenn man ein Restaurant sucht, extrem wichtig und sonst etwas weniger.

musst: Sofort zu reagieren auf das, was man dir sagt. Aber sonst fahre ich Ski, wie jeder andere auch. Shoppen ist ja auch ein Hobby vieler Frauen. Ach ja, das habe ich vergessen. Das mache ich auch gerne. Wie shoppst du? Im Moment gehe ich vorallem noch mit meiner Mutter Kleider einkaufen, da ich noch nicht so viele gutsehende

Bild links: Nicole‘s Hilfsmittel: Der Blindenstock, der weisse Euromünzen- und Notentester, der orange FrankenNotentester, die Unterschriftenschablone und das Handy mit Sprachausgabe erleichtern den Alltag von Nicole massiv. Auf dem Foto fehlen ihre sprechende Uhr, ihr Aufnahme- und Hörbuchgerät und ihre sprechende Waage. Bild rechts: Nicole am Laptop: Mittels der Braillezeile kann Sie den Laptop trotz fehlendem Sehvermögen verwenden.

Aber der Tastsinn – ein Normalsehender kann nicht sofort die Brailleschrift lesen. Nein natürlich, aber das braucht bei allen, bei jedem Kind, zuerst Tastübungen, damit man dies spüren kann. Was sind deine Hobbys? Musik ist wahrscheinlich eines meiner grössten Hobbys, vor allem Musik hören. Aber ich singe auch sehr gerne. Ich kann im Moment privaten Gesangsunterricht an der Schule nehmen. Ansonsten lese ich sehr gerne, bin mit Kollegen und Kolleginnen draussen und ich gehe, seit ich 18 Jahre alt bin, sehr gerne in den Ausgang, weil ich jetzt überall hineinkomme.

fassungen an, in denen beschrieben wird. Dies ist aber noch nicht so häufig. Ansonsten gehst du mit jemandem Gut-Sehenden, der dir beschreiben kann, was geschieht. Und sonst weisst du es auf Grund des Tons, weil du diesem folgen kannst. Treibst du eigentlich auch Sport? Ich tanze sehr gerne und joggen gehe ich regelmässig mit der Schule. Das fägt. Ins Fitnesscenter bin ich gegangen und schwimmen gehe ich mittelmässig aktiv. Da war ich auch einmal regelmässig.

Kolleginnen habe, die den gleichen Kleiderstil wie ich haben. Wenn man zu zweit sehbehindert ist, tastet man entweder – zum Beispiel im Claires ist dies nicht so das Problem ­– und sonst gibt es immer Verkäuferinnen im Laden, die dich gerne beraten. Man ist halt sehr oft auf die Hilfe von anderen angewiesen.

Wie sieht deine Zukunft aus? Was ist dein Traumberuf ? Ich möchte eigentlich gerne Physiotherapeutin werden und irgendwann - also wirklich Traum - dann weitermachen und an der Fachhochschule Im Winter war ich Skifahren. Da oder an der medizinischen Masseufährst du vorallem mit Kommandos. renschule unterrichten. Eigentlich Das ist etwas, was du sicher lernen wäre Lehrerin mein Traumberuf ge-


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Die fünf Sinne wesen, aber da dies natürlich nicht so super möglich ist, könnte man das auch so lösen. Was bleibt Sehenden verwehrt? Ich habe das Gefühl, man empfinde Liebe und die ganzen Gefühle extremer. Es ist einfach viel gefühlvoller und viel intensiver, weil weniger über das Sehen läuft. Und vielleicht ist das Körpergefühl etwas anders. Wenn man dich sehend machen könnte. Möchtest du dies? Nein. Es gibt einen Film, Azzurro, in dem ein blindes Mädchen sehend gemacht wird, weil man sie operieren konnte. Sie muss einfach alles komplett neu lernen. Sie war sich gewohnt, dass sich ein Apfel so anfühlt und als sie ihn zum ersten Mal gesehen hat, hat sie ihn nicht mehr erkannt. Sie musste alles neu lernen. Ich denke, dies wäre bei mir auch so.

Die 18-jährige Nicole Pfister ist vermutlich seit Geburt, ganz sicher seit sie vier Jahre alt ist, sehbehindert. Zwischen 1997 und 2009 besuchte Nicole die Blindenschule in Zollikofen (BE). Seit Sommer 2009 besucht Sie ein halbprivates Gymnasium in Bern, wo sie Klassenbeste ist. Nicole lebt zusammen mit Einige Dinge sind interessanter und ihrem Freund in Olten (SO). Aber du kannst es ja noch immer andere bleiben einem aber auch verwehrt, wenn man sehbehindert ist. ertasten. Das ist so, aber der Tastsinn, der Das ist klar. verringert sich dann auch, wenn du Besten Dank für das Interview! siehst. Dann ist einfach alles komplett verwirrt. Das ganze Gehirn ist verwirrt. Zweitens denke ich, dass man auch so ein gutes Leben führen kann und deshalb möchte ich dies nicht unbedingt.

Kurztest: Geld für Blinde? Von Ladina Lange, KSBA Erstmals versuche ich meine eigenen Ressourcen zu testen, sprich ich krame meine Franken, Euro, Pfund und einen Dollarschein hervor. Der ultimative Fühltest kann nun beginnen. Doch schon hier stosse ich an die Grenzen. Während ich auf den schweizerischen Noten die Blindenzeichen gut ertasten kann, bin ich schon beim Euro aufgeschmissen. Ist das silberne, etwas klebrige Zeichen rechts auf der Vorderseite das Blindenzeichen oder gibt es gar keines? Es existiert zwar eine Tiefenreliefnummer, die man mit viel Fingerspitzengefühl wahrnehmen kann, doch ist diese keineswegs

blindentauglich, sie gehört zur Sicherheitsvorkehrung. Ein kleiner Abstecher ins Internet bringt Licht ins Dunkle. Die Massnahmen für Blinde sind die unterschiedlichen Grössen und das Relief der Notenwerte, sprich 5, 10,… Ok, dann nächster Versuch: Great Britain. Auf jeder Note befindet sich königsgerecht die Queen. Ein weiteres Mal lasse ich meine Fingerkuppen über das Papier tanzen und suche nach Erhebungen. Wie schon beim Euro verharrt mein Finger auf dem silbernen Symbol, jede Note ein unterschiedliches, doch ein weiteres Mal belehrt mich die Nati-

onalbank eines Besseren: Bloss die Grösse ist eine Hilfestellung und für Sehbehinderte sind es die grossen Notenwerte. Weiter geht’s mit den USA: Der eindeutige Verlierer meiner kurzen Liste, denn die Noten sind weder nach Grösse geordnet noch gibt es irgendwelche Erhebungen, da bleibt einem nichts anders übrig, als die Noten ihren Werten nach im Portemonnaie anzuordnen. Die Schweiz geht deshalb als Sieger in unserem Wettkampf um die Blindentauglichkeit hervor.


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Die fünf Sinne

Synästhesie ­– wenn C-Dur dreieckig wird Von Andrea Knecht, KSWO

Manche Menschen sagen von sich, bei ihnen seien die Sinne miteinander verknüpft. So sehen sie zum Beispiel vor dem inneren Auge das A violett und das B rot, oder sie nehmen einen Duft wahr, wenn sie ein C hören. Man mag vielleicht denken, jene Menschen seien nicht ganz gesund oder sie wollen sich wichtigmachen. Es gibt jedoch eine Wissenschaft, die sich mit genau diesen Sinnesverknüpfungen beschäftigt und die herausgefunden hat, dass solche Menschen ganz „normal“ sind: die Synästhesie.

Vermischung von Sin- Synästhesie auch durch Krankheiten hervorgerufen werden, neseindrücken Die Synästhesie (griech. mitempfinden) beschäftigt sich mit der Vermischung verschiedener Sinne. Ein Synästhetiker kann beispielsweise ein Geräusch nicht nur hören, sondern er sieht dazu noch Formen oder Farben. Auch kann die Farbe Gelb nach Ketchup riechen. Andere Synästhetiker verbinden Sinnesreize mit Gefühlen. So genannte Gefühlssynästhesien funktionieren in beide Richtungen: manche fühlen sich glücklich, wenn sie blau sehen, andere hören ein Geräusch, wenn sie traurig sind. Synästhesien sind vermutlich vererbbar, denn sie treten gehäuft innerhalb von Familien auf. Hierzu gibt es verschiedene Theorien, von welchen aber noch keine bestätigt werden konnte. Andererseits kann

beispielsweise durch Schizophrenie, oder drogenbedingt durch Halluzinogene, jedoch ist sie für sich alleine kein Symptom für eine Störung. Man unterscheidet zwischen starker und schwacher Synästhesie. Die starke Synästhesie führt zu sehr lebendigen Empfindungen auf einen Reiz. Dabei kommt es beim gleichen Reiz immer zu demselben Eindruck (d. h. ein B ist immer rot und nie grün). Diese Form kommt vor allem bei Jugendlichen und bei Frauen vor. Ein schwacher Synästhetiker dagegen hat keine lebhaften Eindrücke. Er registriert keine begleitenden Empfindungen, er kann nur sekundäre Sinneseindrücke erkennen (zum Beispiel unterscheidet er zwischen warmen und kalten Farben).

B B B

Beispiel für die Synästhesie: Für einige Menschen lässt sich ein Buchstabe ganz klar einer Farbe zuordnen.

Sechs typische Merkmale

1. Synästhesien brauchen einen Auslö- ser, finden aber unwillkürlich statt. 2. Verschiedene Reize rufen nie densel- ben Eindruck hervor. 3. Synästhesien basieren auf einfachen und abstrakten Formen (beispielswei- se geometrische Figuren). 4. Synästhetiker können sich leicht an Synästhesien erinnern. 5. Synästhesien sind wie Einbahnstras- sen. Meistens verlaufen sie nur in eine Richtung. 6. Die Empfindungen werden als natür- lich angesehen, sie sie sind schon im mer da gewesen.

Häufigkeit des Auftretens

Früher glaubte man, Synästhesien kommen recht selten vor. Neuere Studien zeigen aber, dass etwa 4% der Bevölkerung eine Synästhesie haben. Bei Kunstschülern liegt der Anteil sogar bei ungefähr 23%. Weiter gibt es eine grosse Dunkelziffer, weil sich viele ihrer besonderen Wahrnehmung gar nicht bewusst sind. Sie erkennen ihre Synästhesie erst, wenn man sie darauf aufmerksam macht.


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Die fünf Sinne THEMA

Apropos Sinn... Von Miriam Marti, KSZO

ben uns zum Biozimmer. „Die Fotosinnthese haben wir letztes Mal abgeschlossen, in der nächsten Zeit werden wir uns mit dem Nervensystem beschäftigen“, informiert uns die Biolehrerin. Und schon beginnt sie uns zu erklären, wie ein Nervensignal übertragen wird. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Sinnapsen, wie wir erfahren. Na schön, aber ich Als erstes steht Sport auf dem Pro- hätte jetzt lieber eine Pause. Nach gramm. Wer ist um halb 8 schon einer endlos erscheinenden Lektion wach genug, um Kunstturnen zu ertönt schliesslich die Pausenglocke. machen? Naja, jedenfalls mache ich so gut es geht mit. „Das war aber Doch schon geht es weiter. Deutsch. gar nicht sinnchron!“, höre ich un- Zu allem Übel verteilt der Lehrer uns seren Sportlehrer rufen. Soll er’s auch noch die korrigierten Aufsätze. doch besser machen! Endlich ist Auf dem Korrekturblatt teilt er mir die Stunde zu Ende und wir bege- mit, ich hätte die Sinntax der deutRiiing! Mit diesem freundlichen Klang reisst mich der Wecker aus dem Schlaf. Schon wieder beginnt ein SINNloser Schultag. Nach einem Blick auf dem Stundenplan bin ich überzeugt, dass ich heute besser im Bett bleiben würde, entschliesse mich dann aber trotzdem, in die Schule zu radeln.

schen Sprache wohl überhaupt nicht begriffen. Ein Sinntaxfehler nach dem andern. Ich habe noch nie behauptet, Grammatik mache Sinn… Schlussendlich beginnt die letzte Stunde an diesem sinnlosen Tag. Musik war noch nie mein Ding. Aber jetzt sollen wir eine Sinnfonie analysieren. Womit habe ich das nur verdient?! Das wird wohl die sinnloseste Schulstunde meines Lebens. Nun ja, egal. Auch dieser Tag wird vorbei gehen und etwas sinnvollerem Platz machen.

Kulinarischer Ausflug in kompletter Dunkelheit Kurztipp von Anna-Katharina Ris Die bunte Welt der Dunkelheit erleben: Schmausen, diskutieren, lachen, trinken, zuhören. Im Hier und Jetzt. In kompletter Dunkelheit. Die Rede ist vom Dunkelrestaurant blindekuh. Wo Gaumen und Nase, aber auch Ohren und Hände ihr wahres Wunder erleben – ein sinnliches Abenteuer, ohne Tischmanieren und Schnickschnack, nur du, dein Gegenüber, euer Essen und eure Gespräche. Und diejenigen eurer Tischnachbarn.... Blinde und Sehbehinderte begleiten und servieren; unglaublich, wie sie den Weg finden. Und sich die Bestellung merken.

Ein inspirierendes Erlebnis – gerade für die Ohren und den Geist – sind auch die Kulturveranstaltungen. Nebst Konzerten und Lesungen wird sogar im Dunkeln getanzt, endlich reden die Augen den Füssen nicht drein! Schulklassen profitieren übrigens mittags von einem Spezialangebot. Blindekuh – mehr als ein Restaurant. In Zürich und Basel. www. blindekuh.ch


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Hören

„Was man singen kann, hört man auch!“ Von Andrea Knecht, KSWO

Beat Wälti ist Musiklehrer an der Kanti Wohlen. Er erzählt, wie er das Klavierspiel lernte, dass Musikalität nicht nur angeboren ist und wie jede Generation Komponisten neu entdeckt. Ich habe zwei Schwestern. Die ältere spielte Geige, die zweite Klavier. Ich hätte immer gern Klavier gespielt, doch die Eltern wollten keine Konkurrenz zwischen mir und meiner Schwester. So musste ich Blockflöte spielen. Anfangs kam ich gut mit der Flöte zurecht – bis der Ringfinger ins Spiel kam. Ich konnte diesen einfach nicht unabhängig bewegen. Ich durfte eine anderes Instrument lernen, die Familie schlug Oboe vor, Klarinette. Doch ich begann, mir das Klavierspielen selber beizubringen. Meine Fingerstellung war katastrophal. Meine Eltern merkten, dass es mir ernst war. Als meine Schwester schliesslich für längere Zeit krank war, durfte ich ihre Klavierstunden haben. Seither spiele ich Klavier. Das Gefühl für die Musik Musikalität ist schwer zu definieren. Der ganze kognitive Teil ist jedenfalls nicht Musikalität: Strukturen erkennen, Musikgeschichte oder technische Fähigkeiten auf dem Instrument. Auch flinkes Klavierspiel kann man lernen. Musikalität ist das Gefühl für Rhythmus, Harmonie und Melodik. Wer sensibel mit Formalem umgehen kann und erkennt, was Musik ausdrücken will, ist musikalisch.

Musikalität ist sowohl angeboren als auch anerzogen. Das absolute Gehör beispielsweise ist angeboren. Gleichzeitig können Instrumentalisten lernen, Töne auf ihrem eigenen Instrument zu identifizieren. So erkennt ein Geiger einen Ton auf seiner Violine – nicht aber auf einem Klavier. Ich persönlich erkenne Töne auf Klavieren, die ich sehr gut kenne.

Schüler machen Fortschritte Ich hatte Schüler aller Gattungen, auch solche, die gar nichts hörten. Noch nie hatte ich aber einen, der keine Fortschritte gemacht hätte. Zum Beispiel Louis, ein Austauschschüler, der in den Chor kam und nur einen einzigen hohen Ton singen konnte. Ich übte mit ihm. Er kam mehrmals pro Woche für zehn Minuten zu mir, wir machten Gesangsübungen. Ende Jahr konnte er tatsächlich einigermas-

sen singen. Was man singen kann, hört man auch. Singen ist ein wichtiger Bestandteil meines Unterrichts. Musik im Laufe der Zeit Die Kriterien für Ästhetik ändern sich mit der Zeit, doch es gibt auch Musik, die zeitlos ist. Bach in der Klassik beeinflusst seit seinem Tod 1750 alle S ti l r i chtung en. Ausserdem kann jede Generation einen Komponisten auf ihre Art entdecken und wahrnehmen. So galt Brahms (18331897) in seiner Generation als konservativer und eher r ückwärtsg e r i ch t e t e r Komponist. Die nächste Generation jedoch sah ihn als Innovator. Schönberg und Webern beriefen sich in den 1920ern auf Brahms. Es ist grosses Glück, wenn man sein grösstes und liebstes Hobby zum Beruf machen kann. Musik ist ein sehr wichtiger Faktor in meinem Leben. Musik ist wie eine Sprache, die mein Innerstes berührt, vielleicht mehr, als alles andere. Ich muss sagen, dass ich Musik brauche und sie mir fehlt, wenn ich für längere Zeit weder Musik hören noch machen kann.


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Facts

DIVERSICUM

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Ein neu ge dem Ko borenes Kind p s merkt, f. Erst, wenn ieht alles auf das Ge dreht e hi s das B ild um. rn dies

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Der Geruchssinn spielt eine wichtige Rolle für unsere Lebensqualität.

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einerseits da, Das Innere des Ohres ist erzuleiten, anum Töne ans Gehirn weit auch dazu, das dererseits dient es aber Gleichgewicht zu halten.

Es gibt rund 10 Millionen Ge ruchsrezeptoren, die zusammen 10‘000 Gerüche unterscheiden können.

Wie Fingerabdrücke ist auch die Iris für jeden Menschen einzigartig.

Beim Sc Riech hmecken k en an ommt .D süss, salzig ie Zunge k es zu 80% a , bitte a den. r und nn nur zw uf das sauer is unter chen scheiDie Haut ist das grösste Organ im Körper. Sie hat Rezeptoren für Schmerz, Druck, Bewegung, Kälte und Wärme.

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DIVERSICUM

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Horoskop

Das Facebook-Horoskop Von Yvette von Aarburg und Jessica Harosz

Kein Facebook

Egal ob du Trendsetter oder AntiMainstream bist, du brauchst diesen Winter weiterhin kein Facebook, denn du weißt, wer deine wahren Freunde sind und wie du Anschluss findest. Für dich stellt es keinen Unterschied dar, ob es ein verregneter oder ein Winter voller Pulverschnee wird, denn du machst das Beste aus ihm. Dein Wintertipp: Bleib deiner Persönlichkeit weiterhin treu, dann wirst du auch ausserhalb des Internets eine spannende Bekanntschaft machen.

1-20 Freunde

51-150 Freunde

nehmen Seiten des Mit deinen Winters in vollen Zügen. Freunden stehst Dein Wintertipp: Versteck dich du diesen Winter jeden nicht hinter dem Bildschirm deines Schneesturm durch, mag er noch Computers, sondern lebe dein Leben. so stark sein, denn diese stehen dir mit Rat und Tat zur Seite. Vertraue ihnen deine Probleme an, dann 1001-2000 Freunde werden auch sie sich dir öffnen. Du denkst nur noch in Facebook-Stati? Dein Wintertipp: Der Winter hält Pass auf, dass du dich diesen Winter auch viele positive Seiten für dich be- nicht im sozialen Netzwerk verlierst, reit, wenn du weiterhin so offen bleibst. denn der Winter hat mehr zu bieten. Ob Schneeballschlachten mit Freunden oder ein besinnliches Weihnach151-300 Freunde ten mit der Familie, es gibt viele ArNicht jede schlechte Nachricht bringt ten den Winter richtig zu geniessen. auch Schlechtes mit sich. Manche deiDein Wintertipp: Ein Facebookner Freunde sind diesen Winter bestatus am Tag sollte genügen, um sonders ehrlich, lass dich nicht davon weiterhin Kontakt zu halten, aber beirren, sondern nutze dies positiv. auch Platz für Erlebnisse ausserDein Wintertipp: Lese zwischen halb des World-Wide-Web zu haben. den Zeilen deiner Nachrichten, damit du den wahren Inhalt erkennst.

Bei allen Neueinsteigern oder Alteingesessenen, bei denen Facebook vergessen gegangen ist, wird der Winter ein Winter voller Überraschungen. Ob es sich dabei um Neuanfragen oder um Nachrichten längst vergessener Bekannter handelt, es wird auf jeden Fall erfreulich. Dein Wintertipp: Sei offen für 301-500 Freunde alle Requests, dann erhältst du eine Behältst du noch den Überblick? Nachricht, mit der du nicht gerechDieser Winter könnte für dich Klarnet hast. heit schaffen. Wichtige Entscheidungen werden für dich anstehen, 21-50 Freunde doch wenn du auf dein Herz hörst, Diesen Winter möchte jeder deiner wirst du die richtige Wahl treffen. Freunde mit dir in Kontakt blei- Dein Wintertipp: Richtige Freunde ben, weil du trotz der Kälte eine zeigen sich in eben solch entscheiwarme Atmosphäre verbreitest. denden Phasen des Lebens, darum Wenn du diese Einstellung beibe- lasse dir von ihnen den Weg weisen. hältst, kann dein positives Lebensgefühl bis in den Frühling anhalten. 501-1000 Freunde Dein Wintertipp: Verlier deine guten Trotz vieler Facebook-Freunde Freunde nicht aus den Augen, damit es sehnst du dich diesen Winter nach ein Winter voller Glücksgefühle wird. Wärme. Ob ein romantisches Kaminfeuer oder eine heisse Tasse Schokolade mit Freunden, geniesse die ange-

>2000 Freunde

Wow! Du erklimmst die Spitze des Facebook-Freundeberges, aber wer hoch steigt, kann auch tief fallen. Deine wahren Freunde können sich als Rettungsseil herausstellen, so wirst du nicht auf gefrorenem Winterboden aufprallen, sondern auf weichem Pulverschnee landen. Dein Wintertipp: Schaue nach, wer es wert ist in deiner Freundschaftsliste zu stehen, dann wird das Seil nicht reissen und du wirst heil oben ankommen. Und wenn du die Anzahl deiner Freunde nicht auswendig weisst, stimmt mit dir wohl etwas nicht...


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THEMA

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Sehen

„Bei den Augen verstehe ich keinen Spass!“ Von Joshua Andres, KSWE

Béatrice Steiner (48) besitzt ein Brillengeschäft in Bad Zurzach. Die Augen versteht sie als Tor zur Welt und als wohl wichtigster Sinn. Im Gespräch mit Joshua Andres. Welche Sinne brauchen Sie beim Arbeiten? Die Augen sind der Hauptsinn, es läuft alles über die Augen, zum Beispiel bezüglich Kundenkontakt. Und beim manuellen und handwerklichen Arbeiten wird das visuelle System immer wieder gebraucht. Die Hände natürlich auch, und ich muss immer voll konzentriert sein. Ich muss ganz viele Sachen neben dem Visuellen aufnehmen, damit ich das Sehproblem gänzlich erfassen kann. Nur so kann ein optimales Ergebnis erreicht werden. Warum sind Sie Optikerin geworden? Ursprünglich, weil es für mich eine ideale Kombination war. Mein Berufswunsch war zusammengesetzt aus Kundenkontakt, handwerklichem Arbeiten und immer wieder vor neuen Anforderungen zu stehen. Ich wollte Probleme lösen. Mode und Design waren auch wichtig. Heute kommt man im Bezug zum Kunden oft weg vom rein technischen, eine Brille ist ein modisches Accessoire, obwohl es natürlich die Funktionalität braucht. Haben Sie eine besondere Beziehung zu den Augen? Etwas vom Wichtigsten in meinem Leben. Die müssen funktionieren (lacht)! Bei allem, was mit meinen

Augen zu tun hat, bin ich relativ heikel. Und ich hasse nichts mehr, als wenn ich nicht gut sehe. Wenn ich jemanden kennenlerne, dann schaue ich zuerst in die Augen.

spannend. Mein Ziel ist es, bis zur Pensionierung weiter arbeiten zu können. Aber der grosse Mitbewerber Fielmann, den kann man nicht einfach wegdiskutieren. Für uns ist darum wichtig, dass wir uns noch mehr Mühe geben und persönliche Dienstleistungen anbieten. Wann leuchten Ihre Augen und wann schauen Sie weg? Etwas Schönes in der Natur, oder wenn jemand Freude hat an einer Brille. Es gibt vieles an einem Tag, man muss es nur sehen (lacht). Wegschauen ist der falsche Begriff, es ist eher eine Abgrenzung. Denn in diesem Job bekommt man wirklich sehr viel Persönliches mit, das ist manchmal nicht so einfach. Gewisse Sachen sollte man nicht mit nach Hause nehmen.

Haben Sie noch eine besondere Begebenheit? Ich habe schon gesehen, wie introvertierte, ruhige Kinder durch eine Brille richtig Sind Sie zufrieden als Optikerin? aufgeblüht sind. Durch ihre Sehr, ich will nichts anderes. Obwohl Sehschwäche haben sie sich zu nichts ich schon lange dabei bin, aber es ist mehr getraut. Das fasziniert und freut nach wie vor sehr interessant und ab- mich immer wieder. wechslungsreich. Jeder Tag und Kunde ist anders, das macht das Ganze


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Tipps THEMA

FILMTIPP Monty Python: The Meaning of Life Als ich den Film fertig geschaut habe, musste ich mir zuerst einmal die Frage stellen, ob ich nun eine Kritik oder eine Hymne auf dieses Werk der britischen Komikertruppe „Monty Python“ schreiben soll. In diesem Film wird die älteste aller Fragen beantwortet, die nach dem Sinn des Lebens. Das Ganze dauert etwa 2 ¼ Stunden und ist urkomisch. Die Lösung ist dann aber ähnlich simpel wie in Douglas Adams „The Hitchhikers Guide to the Galaxy“. Aber es geht auch gar nicht wirklich um die Antwort auf diese Frage, sondern um den Weg dazu. In sechs Episoden wird mit viel britischem Humor gezeigt, wie Menschen den Sinn des Lebens suchen.

MUSIKTIPP Shane: Lifetides

SHANE – Wenn gepflegter Pop auf dem Silbertablett serviert wird. Mit frischen Songs laden SHANE zum musikalischen Dinner inklusive Champagnerfrühstück ein. Inspiriert durch Künstler wie Maroon 5, Jamiroquai oder The Script entstand eine hochkarätige Mischung aus melodiösem Pop mit einer Prise Funk – im gepflegten, musikalisch anspruchsvollen Gewand. Mit Ihrer Musik versprühen SHANE pure Lebensfreude und Sommergefühle. Die Songs schildern in englischer Sprache bekannte Situationen aus dem Alltag, mit denen sich so mancher Zuhörer identifizieren kann. Wie oft möchte man seinem besten Freund sagen wie wertvoll und unverzichtbar er doch ist; Hast nicht auch Du schon über das scheinbar „langweilige Alltagsleben“ nachgedacht und doch keine Möglichkeit gefunden, etwas zu ändern; Hat sich nicht jeder schon mal gewünscht, im Boden zu versinken oder auf den Mars zu flüchten - Und wer gibt uns eigentlich eine Garantie, dass alles im Leben so kommt wie man es sich im Kopf ausgemalt hat? Diese und andere Lebenssituationen hat SHANE mit Gefühl in musikalische Höhepunkte verpackt und mit Songs wie „A good friend of mine“, „Boring life“ oder „One way to mars“ wahre Diamanten entstehen lassen. Von Matthias Stöckli

Sinn macht es oft wenig, wenn beispielsweise der katholische Familienvater erklärt, warum Kondome schlecht sind und das Ganze in einem Lied mit dem Refrain: „Every sperm is sacred, every sperm is great! If a sperm is wasted, God is quite irate!“ endet. Witzig ist es aber allemal. Dieses cineastische Abenteuer besticht auch durch seine Ehrlichkeit. So wird im Prolog erklärt: „So take your seats, enjoy yourselves, and let’s just hope it’s funny. Because it’s not just done to make you laugh... but to make us lots of money.“ Ein Muss für alle Liebhaber des rabenschwarzen britischen Humors. Von Joshua Andres, KSWE

Vertrieb: Exlibris: iTunes:

Nationmusic CHF 23.90 CHF 14.-


THEMA

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Riechen und Schmecken

„...und mein Bauch hat Hunger!“ Von Joshua Andres, KSWE

Ricardo Garça (32) ist Koch in der Mensa der KSWE. Viele Schüler kennen seine laute Stimme und seine Fröhlichkeit. Ursprünglich komme ich aus Portugal, aber aufgewachsen bin ich in Frankreich. Seit 15 Jahren bin ich nun Koch. Da erlebt man viel, ich arbeitete schon in Frankreich, China, Marokko, Tunesien, Korsika und nun in der Schweiz. Das sieht man immer wieder Neues. Koch zu sein ist ein harter Job. Viele beginnen eine Lehre, brechen sie dann aber ab oder wechseln später den Beruf. Freizeit hat man nicht viel, die Arbeitszeiten sind lange und wechselhaft, der Stress ein ständiger Begleiter. Aber ich brauche Stress zum Arbeiten, für mich ist er wie eine Droge, er ist Adrenalin. Und da ich keine Familie habe, sind die Arbeitszeiten kein grosses Problem für mich. Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit meinem Beruf. Koch zu sein ist kein Job, c’est une passion! Beim Kochen in der Mensa habe ich meistens etwas im Mund. Es ist auch sehr wichtig, immer zu probieren, ob alles auch gut schmeckt. Der Geruchssinn spielt zwar auch ein Rolle, aber wir essen ja nicht mit der Nase.

Und wie ein Gericht aussieht, ist eher zweitrangig. Es nützt nicht nichts, wenn es super aussieht, aber total schlecht schmeckt. Ein einzelnes Lieblingsessen habe

team funktioniert auch prima, wenn man gut zusammenarbeitet und communique à les autres. Mit den einen Studierenden komme ich besser zurecht, mit den anderen weniger. Das ist halt so, ich habe einen humour spécial, singe während der Arbeit, bin vivant, aber eben nicht jeden Tag Pinocchio, manchmal habe ich auch schlechte Laune. Meine direkte Art passt wohl nicht jedem. Aber so ist es im Leben, es können dich nicht alle lieben!

KOCHTIPP

Chouquette von Ricardo Garça 2.5 dl 120 g 2.5 g 25 g evtl.:

ich nicht, aber besonders mag ich Meeresfrüchte, Fisch und Lammrücken. Hier in der Mensa der KSWE arbeite ich nun seit zwei Jahren, aber nach diesem Schuljahr werde ich wohl zu neuen Ufern aufbrechen. Es war für mich sehr interessant hier, normalerweise arbeitete ich in à-la-carte-Restaurants. Man muss immer schauen, für 9.70 ein super Menu zusammenzustellen. Das ist manchmal gar nicht so einfach, denn wir schauen auch immer darauf, dass das Essen nicht zu fettig und ungesund wird, die Schüler sollen gesund essen. Das Küchen-

Wasser Butter Salz Zucker ein bisschen Vanillezucker zusammen kochen 150 g Mehl dazurühren 4 grosse Eier hinzufügen

rühren, bis eine homogene M a s se entstanden ist. Die Masse in einen Spritzsack einfüllen und Spitzchen auf Blech formen. ca. 25 min bei 185 °C backen danach Backofentür öffnen und für 5 min bei 150 °C weiterbacken, danach sofort auf ein Gitter stellen Heiss oder ausgekühlt servieren mit einer Crème (Erdbeer, Vanille, etc.)


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Lyrik POESIE

Lyrik poesie

Fünf Sinne

I speak

Wir wandern durch die Welt mit uns’ren fünf Sinnen Damit wir uns zurechtfinden und uns nicht verirren

I speak of freedom. A place where man can be who he wants, A place where man is free of taunts, A place where man is free to leave And come again at will.

Die Welt auch zu erkennen, wird uns trotzdem nie gelingen Doch lassen wir die Philosophen miteinander ringen Denn ob die Umwelt nun existiert, oder nicht: Erfreue dich des Blumendufts und des Sonnenlichts Stell dir vor, du wärst bis an dein Ende taub Hörtest weder Musik noch leis’ fallendes Laub Oder du wärst für immer und ewig blind Und dann bemerkst du, wie schön doch die Dinge sind Da ein ruhiges Bächlein, da ein lachendes Gesicht In der Luft der Duft von deinem Lieblingsgericht Und so ist’s im Leben: erst wenn etwas weg ist Erkennt man seinen Wert, den man dann so sehr vermisst Anonym (Autorin der Redaktion bekannt)

I speak of joy. A feeling from which none should be kept, We all have a right to happiness, depth, We all have the right to wear a smile And keep that sadness out. I speak of hope. We all have the right to keep on trying, Let us think our souls will be flying, Let us think our souls will soar And we will come to win. I speak of love. The thought of infinite joy for one, The fact that evil souls would have done Anything to keep that single other On top of the world. I speak of freedom. Tamara Dima Imboden, G2A, KSWE

Auch deine Lyrik ist gesucht! Hast du ein Gedicht geschrieben? Eine Kurzgeschichte? Sende deinen Beitrag an info@kantizeitung.ch. Eine Redaktionsmitgliedschaft ist nicht nötig.


THEMA

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Fühlen

„Ein Haarschnitt verwandelt eine Person“ Von Darja Keller, KSWE

Seit einigen Monaten arbeitet Michèle Neiger als Coiffeuse. Im Gespräch mit NAKT-Reporterin Darja Keller erklärt sie, wieso der Tastsinn bei diesem Beruf eine wesentliche Rolle spielt. Michèle Neiger hat vor einigen Monaten ihre Berufslehre beim Coiffeur Wassmer in Baden begonnen. Ihr Alltag sieht nun anders aus: Vor den Sommerferien sass sie jeden Morgen auf ihrem Stuhl – jetzt steht sie neun Stunden am Tag auf den Beinen: „Im ersten Lehrjahr darf man sich während der Arbeit nie hinsetzen“, sagt sie, „man darf aber auch nicht einfach herumstehen – es gibt immer etwas zu tun, putzen, aufräumen, Kaffee für die Kunden holen.“ Und während sie in der Schule Theorieaufgaben lösen musste, ist bei den praktischen Aufgaben im Geschäft auch Handgeschick gefragt. Herausfinden, was der Kunde oder die Kundin mag Der Tastsinn spielt in Michèles Beruf eine wichtige Rolle. Neben den üblichen Angeboten bietet ihr Geschäft auch Hand- und Kopfmassagen an. Dabei muss sie erst herausfinden, was der Kunde mag: „Als ich mit der Lehre begann, war ich sehr unsicher wegen dem Druck und der Struktur, ich wusste nicht, wo ich anfangen und aufhören sollte“, meint Michèle. „Aber durch die tägliche Wiederholung fand ich irgendwann meinen Stil. Wenn ich mir unsicher bin, frage ich nach, ob ich zu fest drücke oder zu wenig. Oft sagt eine Kundin auch von Anfang an, was sie mag und was nicht.“

Frisuren gestalten statt Formeln anwenden Obwohl Michèle in der Schule gute Noten schreibt, arbeitet sie lieber mit den Händen als mit dem Kopf: „In der Mathematik hat man einfach eine Formel, die man anwenden muss. Aber als Coiffeuse kann man seinen eigenen Stil einbringen, man kann sich selbst in der Frisur verwirklichen. Man verwandelt eine Person.“ Sie lächelt.

Geschäft und geht mit glattem, gesundem, schönem Haar wieder hinaus. Das gibt mir das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben.“

„Bisher hatte ich kaum negative Erfahrungen mit Kunden“ Und was mag sie weniger an ihrem Beruf ? Gibt es Situationen, in denen ihr der Körperkontakt mit anderen Personen unangenehm ist? Ist sie manchmal angeekelt? „Ja, das gehört halt dazu. Wenn wir Folienmèches machen müssen, teilt die Coiffeuse das Haar in verschiedene Strähnen ein, hebt diese an, und ich lege die Folie am Scheitel an. Dort sind die Haare manchmal schuppig und fettig.“ Gefährlich wird es, wenn jemand Pilze auf der Kopfhaut hat: „Das ist hochansteckend. In einem solchen Fall müssen wir die Kundin diskret darauf hinweisen, dass wir sie aus medizinischen Gründen nicht behandeln dürfen, und ihr empfehlen, einen Arzt aufzusuchen.“ Michèle hat so etwas aber noch nie erlebt; auch dass ein Kunde mit ihrer Arbeit nicht zufrieden war oder unfreundlich reagierte, kam noch nie vor. Im Gegenteil: „Als ich einmal einem Musikjournalisten den Kopf massierte, erzählte er mir von den Sängern und Musikern, die er schon interviewt hatte. Nachdem ich mit der Massage fertig war, schenkte er „Manchmal mir eine CD und sagte, er habe noch kommt jemand mit völlig kaputten nie eine so schöne Kopfmassage beund ausgefransten Haaren in unser kommen. Das war süss.“


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Fremdsprachentext THEMA

Ein kleines Lateinum

Von Beat Brandenberg, Lateinlehrer an der KSWE

Lingua Latina?! Cui bono[1] Quid prodest[2] Latinum? – Mille causae bonae sunt, immo vero[3] optimae, cur utile esse possit[4], Latinum discere[5]. Certe tres causas dicere volo[6]: Prima causa est: delectat[7]! – Lingua Latina lingua aliena est, et linguas novas cognoscere semper iucundum[8] est. Quo in casu[9] etiam linguam alienam et inusitatam[10], sed tamen[11] vicinam[12] et propinquam discere possumus[13]. Deinde[14]: prodest! – Pleraque[15] verba linguae nostrae nata sunt[16] ab lingua Latina. Omnia[17] enumerare quasi non possumus[18]: Fingite[19] tantum[20] verba ut[21] aula, villa, murus, domina, magister, studium, vinum etc. Sed etiam si linguas Romanicas (Italicam, Hispanicam...) discimus, semper verba nata ab lingua Latina invenimus[22]. Tandem[23] causa gravissima: Res[24] Romanae nobis maxime utiles sunt. – Romani saepe labores difficiles solvere[25] debebant[26]. Et saepe nos ipsi[27] eosdem[28] labores vel[29] quaestiones difficiles solvere debemus: Quo modo[30] ferimus[31] amorem infelicem? Quemadmodum[32] amicum verum invenimus? Quid volo et quid debeo[33] facere in vita? Quo modo res, quas facimus, bene eveniunt[34]? In libris Romanis persaepe[35] responsa improvisa[36] ad eas[37] quaestiones invenimus. Paucis[38] verbis: Aut prodesse vult[39] aut delectare Latinum!

Übersetzungshilfen (Die wahren Lateiner decken diese ab) [1] Cui bono? – Wem bringt’s etwas? (wörtl.: Für wen <ist das> gut?) [2] prodest – es nützt [3] immo vero – ja sogar [4] possit – es kann [5] discere – lernen [6] volo – ich will [7] delectat – es macht Spass [8] iucundum – angenehm [9] quo in casu – in diesem Fall [10] inusitatam – fremde, ungewöhnliche [11] tamen – dennoch [12] vicinam – benachbarte [13] possumus – wir können [14] deinde – dann, zweitens [15] pleraque – sehr viele, die meisten [16] nata sunt ab – stammen ab von [17] omnia – alle [18] possumus – wir können [19] fingite – stellt euch vor [20] tantum – nur [21] ut – wie [22] invenimus – wir finden [23] tandem – schliesslich [24] res – Themen [25] solvere – lösen [26] debebant – sie mussten [27] ipsi – selbst [28] eosdem – dieselben [29] vel – oder [30] quo modo – wie [31] ferimus – wir werden fertig mit [32] quemadmodum – auf welche Weise [33] debeo – ich muss [34] eveniunt – sie gelingen [35] persaepe – sehr oft [36] improvisa – unerwartete [37] ad eas – auf diese [38] paucis – mit wenigen [39] vult – es will


Rätsel

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Rätsel

DIVERSICUM

diversicum Weihnachtslogical Schon viel zu bald ist wieder Weihnachten. Sind eure Geschenke schon bereit? Nein? Dann ist es höchste Zeit, sich durch das Logical einige Geschenkideen geben zu lassen!

Name Sehnlichster Wunsch Die Person verschenkt Ort der Weihnachtsfeier

1. Die junge Frau, die ihren Eltern ein Gedicht schreibt, sitzt neben dem Mädchen, das ihrer Grossmutter eine afrikanische Ziege schenkt. 2. Gisela sitzt zwischen zwei Freundinnen. Während eine ihrer Freundinnen auf einen Photovoltaik-Baukasten hofft, wünscht sie sich ein Jahresabo von NEON. 3. Es ist nicht Johanna, die eine selbstgezogene Kerze verschenkt. 4. Die junge Frau, die unbedingt einen Büchergutschein für all ihre Maturabücher haben will, sitzt neben der, die Weihnachten zu Hause feiert. 5. Die zweite Frau wünscht sich einen Photovoltaïk-Baukasten. 6. Marialena besucht an Weihnachten ihre Freundinnen Ramona und Hulda in Rostock. 7. Die Frau, die sich nichts sehnlicher wünscht als eine Halskette mit einem Herz-Anhänger, sitzt neben der Freundin, die sich ein NEON-Abo wünscht. 8. Marialena sagt zu einer Freundin: „Ich wette, du fährst wieder extra bis nach Vals und schenkst deiner Gross- mutter eine afrikanische Ziege.“ 9. Johanna legt am Heiligen Abend einen Gutschein für einen Restaurantbesuch für ihre Eltern unter den Weih- nachtsbaum. Sie feiert zuhause. 10. Die Frau, die eine afrikanische Ziege verschenkt, sitzt zwischen Johanna und der, die Weihnachten auf Ibiza feiert. Was ist Sirins grösster Wunsch zu Weihnachten? Die Lösung und Links zu den vorgeschlagenen Geschenken gibt es unter www.kantizeitung.ch


F†RÊIN

FOSÊ&

PARTYS

samstag

TRESE

RVATIO NE

gonÊpresents

30.10. ingoÊboss samstag

ÊTICKE

ladiesÊfirst

minimal partytunesÊ/Êr'n'bÊ/ÊhipÊhop

06.11. djÊkittyÊkatÊ/ÊdjÊacee

freitag

80sÊ/Ê90sÊ/Êpartytunes

19.11. jubelÊtrubelÊdiscokugel

samstag

20.11.

drum'n'bassÊ/ÊhipÊhopÊ/Êhouse projectÊriotÊ camoÊ[at]Ê/ÊhtcÊ&ÊsŸdeÊ[ag]

freitag

bestÊofÊbravoÊhits

26.11. bravoÊhitsÊpartyÊvol.2 KONZERTE

olliÊbanjoÊ[de]Ê 29.10. laasÊunltdÊ[de]Ê freitag

hipÊhop

freitag

electro-pop

freitag

punkÊ/Êska

fijiÊ[be]Ê 05.11. sexomodularÊ[zh]Ê

talcoÊ[it]Ê/ÊnguruÊ[ch]Ê 12.11. sickapplezÊ[ch] desperadoÊcaminoÊ[ch]ÊÊ freitag

19.11.

knutÊbutterÊ[agÊ/Êmeauns]Ê plattentaufe

groovindeedÊ[ag]Ê 10.12. dirtyÊvenusÊ[ag]Ê freitag

hipÊhop funkÊ/Êrock

Wer d GŠs eÊFanÊu telis ndÊp t Rab r atte enplŠtz ofitiere e ! Frei -Get rŠnk e

ht

Ausweispflic


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Rätsel

DIVERSICUM

Pflanzt Bäume, denn Bäume sind gut!

Wie ist es möglich, zehn Bäume in fünf Reihen mit je vier Bäumen zu pflanzen?

Mathegenies vor! Oder hilft doch nur geschicktes Kombinieren?

Die Zahlen 1, 3, 4 und 6 sollen kombiniert mit den Grundrechenarten (+, -, *, :) 24 ergeben. Die vier Zahlen dürfen nur einmal gebraucht werden. Die Reihenfolge der Verwendung spielt aber keine Rolle. Die Grundrechenarten können beliebig oft benutzt werden. Klammernsetzen und Denken um vier Ecken ist erlaubt.

Sudoku und Bimaru

Rätsel: Kathrin Ernst, KSWO Foto: Yannick Blattmann


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Schottland FERNWEH

Wenn der Weg das Ziel ist

Text von Thomas Meyenberg, NKSA; Fotos von Yannick Blattmann, LCE (Luxembourg)

Auf der West Highland Rail in den schottischen Highlands ist Bahnfahren noch ein Erlebnis. Die Linie, auf welcher auch der Hogwarts Express verkehrt, zählt mit ihrem einmaligen Charme zu einer der schönsten der Welt. Türen zu, und weg! Diesmal ist der Weg das Ziel. Der NAKT-Reisetipp führt uns in die Schottischen Highlands. Ausgangspunkt ist diesmal die Stadt Glasgow. Vom Bahnland Schweiz einen immens hohen Standard gewohnt, folgt das erste Staunen bereits am Bahnhof Glasgow King’s Street. Es dieselt, anstelle der bei uns gewohnten elektrischen Triebzügen reihen sich ratternde Dieselmotoren zwischen den Zugswagen ein. Wie hinterwäld-

lerisch! Nicht mal Stromleitungen Kurve verändert sich das Panorama haben sie! Drei Stunden später wird und bleibt trotzdem einmalig schön. dieser erste Eindruck dann revidiert, Wäre man alleine im Zugswaggon, wir eines besseren belehrt sein. würde man sich gewiss verloren und Wir fahren auf der „Rathad Iarainn einsam fühlen. Das bestätigt sich nan Eilean”, was gälisch soviel wie auch, wenn man der Highland Rail „Eisenbahn zu den Inseln” beudeu- mittels Google Maps auf dem Sateltet. Die Bahnstrecke führt von Glas- litenbild folgt. Ein einsames Gleis, gow im Süden nach Mallaig direkt am sonst nichts. Das erklärt auch schnell, Meer. wieso hier mit Dieselzügen gefahren wird. 264 Kilometer in der freien NaBereits nach kurzer Fahrzeit bie- tur schreien nicht danach, elektrisiert tet sich beidseits der Zugfenster ein zu werden. wunderbares Panorama. Menschenleere Täler, mal steppenmässig, mal Die Stationen folgen etwa im Viertelvoll mit Tannenwäldern, mal mit stundentakt und bedienen in der ReHochlandrindern, ein andermal mit gel bestenfalls Dörfer, normalerweise tiefblauen Seen, saftigen Gebüschen aber einzelne Häuser und Strässchen. und schroffen Felsen. Nach jeder So stiegen gemäss offiziellen Stati-


FERNWEH

stiken in der Saison 2008/2009 in Beasdale, nahe der Endstation Mallaig, gerade mal 210 Menschen ein. Kurz: Nicht jeden Tag will dort jemand auf den Zug. Manchmal hupt die Lokführerin irgendwo im Feld aussen. Eilig verschieben die Hochlandrinder ihren Fressplatz vom Gleis weg. Dieses ist hier nicht wie bei uns eine landschaftszerschneidende Grossanlage, sondern Nichts mehr als zwei rudimentäre Stahlstränge im Sand. Keine Bahnübergänge, keine Stromleitungen, keine Zäune. Es wäre nicht verwunderlich, wenn während dieser fünf Stunden und vierzehn Minuten Fahrzeit zwischen Startbahnhof Glasgow im Süden und Mallaig, im Norden direkt am Meer, schon manch ein Mensch die zündende Idee, die philosophische Erleuchtung oder die göttliche Eingebung erlebt hätte. Die wunderschöne Natur, die Unendlichkeit und die Einzigartigkeit haben eine durchaus inspirierende Wirkung. Zwischendurch reisst einem der italienische Minibarchef aus den Träumen. Er ist ein Allrounder. Verkauft er gerade keine Snacks und Getränke – was er in grossen Mengen tut – dann hilft er dem Kondukteur, putzt, hilft und beantwortet Fragen aller Art. Nach drei Vierteln der Fahrstrecke halten wir in Fort William, der mit 10‘000 Seelen grössten Stadt in den westlichen Highlands. Hier steigen die Touristenscharen auf ihre Touristenbusse um, die endlich das Monster von Loch Ness finden wollen, es aber nie finden werden.

Nicht fern vor dem Endbahnhof Mallaig überquert man in Glenfinnan das bekannte Glenfinnan Viaduct (Bild links). Mit den 21 Pfeilern und der Höhe von 30 Meter ist das Viadukt weitherum berühmt – nicht zuletzt dank den drei Harry PotterFilmen, in welchen der Hogwarts Express über die um 1900 erbaute Brücke rauscht.

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Schottland

Die Highland Rail hat einen Charme, der kaum beschreiblich ist. So ist es auch kaum überraschend, dass das renomierte Reisemagazin „Wanderlust“ die West Highland Rail erst kürzlich zur weltweit schönsten Bahnlinie gekürt hat. In selbiger Liste schafft es gar der Orient Express nur auf Platz acht. Die Highlands sind eine Ferienreise auf jeden Fall wert. Die Region bietet dann auch einiges mehr als nur die schönste Bahnstrecke. Mit dem Fahrrad oder in Wanderschuhen kann man an fast beliebiger Stelle der Bahnlinie aussteigen und die scheinbar unberührte Natur erleben, ohne Zugsfenster dazwischen zu haben.

Gerade, wer geistig mal ausspannen will, ist in den Highlands am richtigen Ort. Biker und Wanderer finden eine Welt für sich. Die Möglichkeiten sind vielseitig, eine Gemeinsamkeit werden dann aber doch fast alle Highlandtouristen erlebt haben. Eine Zugfahrt auf der schönsIm malerischen Örtchen Banavie ten Bahnlinie der Welt“. schwenkt eine andere Brücke quietschend zur Seite, kurz nachdem unser Fotos Zug sie passiert hat. Sie macht den Die Fotos stammen von Yannick Schiffen den Weg vom Caledonian Blattmann. Der 18-jährige lebt in River hinaus ins grosse, weite Meer Luxembourg und besucht dort die Kanti. Weitere Fotos von Schottwieder frei. land findet ihr unter www.yannickblattmann.ch.


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Maturaarbeit KANTILEBEN

Mamma mia Maturaarbeit! Von Kathrin Ernst, KSZO

Die Maturaarbeit ist deine Chance, dich während fast neun Monaten mit einem Thema zu beschäftigen, welches dich fasziniert. Die Wahl des Themas steht dir frei und wird alleine durch deine Kreativität eingeschränkt. Die Maturaarbeit ist eine ideale Gelegenheit, um Einblick in Themengebiete zu erhalten, die dich schon lange beschäftigen und interessieren und um viele spannende Kontakte herzustellen. Im Rahmen der Maturaarbeit stehen dir alle Türen offen, die du aufstösst. Die Wahl des Themas Die wichtigste Entscheidung deiner Maturaarbeit ist die Wahl des Themas. Lass dir dafür genügend Zeit, aber beginne auch früh genug damit, dir Gedanken darüber zu machen! Liste schon jetzt auf, welche Themen dich besonders interessieren, füge neue Ideen hinzu und streiche alte. Informiere dich vorgängig über das Thema, das dich besonders fasziniert. Gibt es bereits Maturaarbeiten zu diesem Thema? Ist es auf Maturaniveau überhaupt möglich eine solche Arbeit zu schreiben? Suche einen Betreuer, der dir bereits bei der Themenwahl behilflich sein kann! Maturaarbeitspatenschaft Viele Hochschulen und Institute bieten auch eine Zusammenarbeit im Rahmen der Maturaarbeit an. Klingt es nicht noch viel besser, die Maturaarbeit zusammen mit der ETH oder einer Universität geschrieben zu haben? Zudem ermöglichen dir die Hochschulen, ihre Laboratorien zu benützen!

Unter www.maturitywork.ch sind viele Hochschulen, die eine MaturaarbeitsPatenschaft übernehmen, aufgelistet. Zögere nicht, die für dein Projekt geeignetste Hochschule zu kontaktieren. Auch wenn du erst eine wage Ahnung hast, in welche Richtung dein Projekt verlaufen soll, darfst du die Universitäten anfragen.

wehre dich auch, wenn dir ein Thema nicht gefällt. Du bist danach derjenige/diejenige, der/die sich neun Monate lang damit auseinandersetzen muss!

Gruppenarbeit ja oder nein? Die zweitwichtigste Entscheidung deiner Maturaarbeit ist wohl die, ob du alleine oder in einer Gruppe arbeiten willst. Beide Wege haben ihre Lass dich nicht entmutigen, wenn du Vor- und Nachteile. auf deine Anfrage nicht sofort eine Antwort erhältst. Am besten fragst Arbeitest du in einer Gruppe, köndu bei der angegebenen Kontaktstel- nen sich die Gruppenmitglieder gele telefonisch nach. So besteht keine genseitig motivieren und zur Arbeit Gefahr, dass deine Fragen unbeant- anspornen. Gute Diskussionen und wortet bleiben und ein erster persön- Meinungsverschiedenheiten bringen licher Kontakt gibt beiden Seiten so- verschiedene Aspekte in eure Arbeit gleich ein gutes Gefühl. und fördern eine differenzierte Arbeit. Jedoch ist auch die KomproDie Zusammenarbeit mit einer Hoch- missfähigkeit jedes einzelnen Grupschule kann dir ein völlig neues, noch penmitglieds sehr wichtig. fremdes Themengebiet eröffnen. Vielleicht hat deine Kontaktperson Wenn du in einer Gruppe arbeitest, eine Idee für ein geeignetes Maturaar- muss dir bewusst sein, dass der Ausbeitsthema. Sei offen für Neues! Aber tausch von Dokumenten erschwert


ZUKUNFT

ist und dauernd Vereinbarungen getroffen werden müssen, wann ihr wo gemeinsam arbeitet. Ausserdem bist du dauernd abhängig von der Arbeit der anderen und deren Zuverlässigkeit. Aller Anfang ist schwer Wenn das definitive Thema bestimmt ist, gilt es zuerst einmal, sich ins Thema einzulesen und sich einen Überblick zu verschaffen. Vergiss nicht, dir deine Quellen von Anfang an immer sorgfältig zu notieren, damit du deine Recherchearbeit auch zurückverfolgen kannst. Eine gute Hilfe bietet dabei das kostenlose Programm Citavi. Schreibe deine Erkenntnisse auf, sobald du dich über einen Teilbereich deines Themas gut informiert hast oder etwas Neues in Erfahrung gebracht hast. So kannst du später, wenn es um das Schreiben deiner Maturaabeit geht, schon auf schriftliche Teile zurückgreifen.

tivation und den Arbeitseifer aufrecht zu halten. Versuche dir in solchen Momenten vor Augen zu führen, was du mit deiner Arbeit schon alles erreicht und herausgefunden hast, und welchen Zielen dich deine nächsten Arbeitsschritte näher bringen!

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Maturaarbeit

sich ganz bestimmt, wenn du dich beim Nationalen Wettbewerb von Schweizer Jugend forscht anmeldest, denn zu verlieren gibt es ganz sicher nichts!

Links zum Artikel: www.maturitywork.ch www.maturaarbeit.net Was lange reift, wird endlich gut Es lohnt sich, während der ganzen www.sjf.ch zur Verfügung stehenden Zeit stetig an der Maturaarbeit zu wirken und Eine ausführlichere Liste mit Links nicht zu versuchen, die ganze Arbeit zu spezifischen Themengebieten finin den letzten Wochen vor der Ab- det sich auf der Website der Kantizeigabe zu schreiben. Unterschätze die tung: www.kantizeitung.ch. Zeit nicht, welche nötig ist, um deine Rohfassung zu verbessern und deiner Maturaarbeit den letzten Schliff zu geben. Am Ende deiner Maturaarbeit kannst du auf viele Erfahrungen und neue Erkenntnisse zurückblicken.

Ist deine Arbeit hervorragend geschrieben, sind deine Ergebnisse überzeugend und bist du selbst stolz Manchmal ist es nicht einfach, die Mo- auf deine Leistung? Dann lohnt es

„Ihre Zukunft beginnt am 27. November“ Von Tina Aeschlimann, Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau

Haben Sie bereits konkrete Pläne, was Sie nach der Matur machen werden? Oder überlegen Sie noch, welche Studienrichtung oder welche Hochschule die richtige für Sie ist? Am 27. November haben Sie die Gelegenheit an der 2. Aargauer Studien- und Weiterbildungsmesse eine Vielzahl von Studiengängen und Ausbildungsmöglichkeiten zu entdecken und zu vergleichen. An über 40 Ständen stellen Universitäten, Fachhochschulen, Höhere Fachschulen und andere Bildungsanbieter ihr Studien- und Weiterbildungsangebot vor. Die Ansprechpersonen

an den Ständen informieren Sie über Bachelor- und Master-Studiengänge und unsere Studienberater und -beraterinnen stehen für Ihre Fragen zur Studienwahl zur Verfügung. Während dem ganzen Messetag gibt es zudem Workshops und Referate zu Themen rund um Studienwahl, Hochschulalltag, Budgetplanung, Berufsaussichten nach dem Studium, Bewerbungsprozess und weitere.

Die Studienmesse findet am 27. November von 10.00 bis 16.00 Uhr im Info-Zentrum ask! in Baden statt. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.beratungsdiensteaargau.ch. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Beratungsdienste Aargau Jetzt in den Kalender eintragen: Datum: 27. November 2010 Ort: Infozentrum ask! in Baden


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Mensavergleich KANTILEBEN

Mensavergleich kantivergleich

Sind die Mensen wirklich so schlecht wie es gerne behauptet wird? Die Mensen der Kantis haben einen schweren Stand. Zu teuer, immer dasselbe, schlecht gekocht sind Argumente, die man immer wieder hört. Oftmals zu Unrecht, wie ein kurzer Mensatest der NAKT zeigt. Die Kantiredaktorinnen und -redaktoren haben mal so sinnlich und bewusst gegessen, wie sonst selten. Und siehe da: Die Mensen schneiden erstaunlich gut ab. Wobei, wie so oft: Hier geht‘s um Geschmackssache. Ein kurzer, nicht vollumfänglich ernstzunehmender Crashtest.

Kanti Zofingen Kriterium Ausgewähltes Menü Geschmack Preis Grösse Auswahl Ästhetik der Mensa Freundlichkeit des Personals Frisuren der Mensafrauen

getestet von Miriam Marti, KSZO

Bewertung Reis mit Chicken Nuggets 5.5 4.5 5.5 5.5 5.75 5.75

5,35

5

Zofinger Fazit Die Mensa im BZZ hat eine gute Auswahl an Gerichten und Sachen für Zwischendurch. Man findet eigentlich immer etwas, was man gern hat. Das Personal ist praktisch

immer freundlich. Die Preise sind deutlich an die Berufsschüler, die dieselbe Mensa benutzen wie wir Kantischüler, angepasst. Mit einer Schlussnote von 5,35 ist

die Mensa der Kanti Zofingen auf jeden Fall empfehlenswert.

al

son r e P s e ndlich u e r F + is - Pre


KANTILEBEN

Neue Kanti Aarau Kriterium Ausgewähltes Menü Geschmack Preis Grösse Auswahl Ästhetik der Mensa Freundlichkeit des Personals Frisuren der Mensafrauen

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Mensavergleich

getestet von Thomas Meyenberg und Stefan Gugler, beide NKSA

Bewertung Gemüselasagne mit Quorn 6 5.25 6 5 5.25 5.75

5.5

5.5

Aarauer Fazit Das ausgewählte Menü war köstlich. Der Preis von acht Franken je nach Zutaten Mittelfeld bis sehr preiswert. Die Auswahl zwischen drei bis vier Menüs ist gut, besonders die Alternativen zu den Menüs (Sandwiches, Salate) dürften jedoch zahlreicher und preiswerter sein. Geschmacklich gibt es daran aber nichts auszusetzen.

lichkeit. Das mittlerweile 20-jährige Gebäude leidet zwar unter chronischem Platzmangel, der aber nicht der Mensa, sondern der zu hohen Schülerzahl zuzuschreiben ist. Das Klima zum Essen ist zwar immer sehr geschäftig, aber trotzdem angenehm.

Fazit: Die Menüs scheinen auf den ersten Blick im Schaukasten nicht immer wie der Hit, sind aber dann doch meistens geniessWechselt man mit dem Personal bar bis sehr gut, eine Mittagseinige Worte, vergibt man für pause in der Mensa der Neuen die Freundlichkeit schnell eine Kanti lohnt sich auf jeden Fall. gute Note, die Frisuren sind selbstverständlich brilliant. Das unglaubliche Tempo und die unschlagbare Präzision der Kassierin Bachmann, besser bekannt als „Batzelifrau“ geben Zusatzpunkte bei der Personalfreund-

en s s E + el g n a m z t - Pla


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Mensavergleich KANTILEBEN

Kanti Baden getestet von Eliane Hofstetter, KSBA Kriterium Ausgewähltes Menü

Geschmack Preis Grösse Auswahl Ästhetik der Mensa Freundlichkeit des Personals Frisuren der Mensafrauen

Bewertung Ravioli mit Ricottafüllung und Rahmsauce 5 3,25 5,5 4,5 3 3,5

4.3

5,25

Badener Fazit

Die Ravioli mit Ricottafüllung waren etwas trocken, ansonsten aber ganz in Ordnung. Die Rahmsauce war hingegen sehr lecker. Mit CHF 8.50 eher zu teuer im Vergleich zu den Alternativen Pommes Frites oder Schnitzelbrot oder im Vergleich mit anderen Mensen. Die Grösse ist angemessen, man ist nachher satt und für Leute mit weniger Hunger gibt es auch kleine Portionen (oder Freunde, die den Rest aufessen). Einen Salat gibt‘s dazu. Für Vegis gibt‘s leider die ganze Woche nur ein Menü zur Auswahl.

rössen g ü n e + M äude b e g r e nk - Bu

Das Gebäude scheint kalt und ist eine Mischung aus Raumschiff und Bunker: Viel Chrom, viel Beton, viel Weiss und wenig Farbe. Man fühlt sich nicht willkommen. Bei den Mensafrauen muss man zuweilen aufpassen, gegen langes Suchen nach Münz oder liegengelassenen Abfall sind sie sehr allergisch. Es scheint, die Damen haben auch untereinander immermal wieder Zankereien. Ihre Kurzhaarfrisuren sind modisch und praktisch (die Gefahr von Haaren im Essen wird dadurch stark reduziert).

Das Fazit fällt eher gemischt aus Das bestätigen auch die Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern: zu teuer, zu lieblos sei die Mensa. Wenn man einmal keine Lust hat, in die Stadt essen zu gehen, kann man getrost einen Besuch in die Mensa wagen. Wer jedoch kein volles Portemonnaie hat – wie wohl die meisten Kantischüler – dem ist geraten, auf Alternativen auszuweichen wie die Mikrowelle oder ein mitgebrachtes Sandwich.


KANTILEBEN

Kanti Wettingen getestet von Darja Keller, KSBA Kriterium Ausgewähltes Menü Geschmack Preis Grösse Auswahl Ästhetik der Mensa Freundlichkeit des Personals Frisuren der Mensafrauen

Bewertung Mixteller 5.25 5 6 5 6 5,5

5.3

+ F am - M iliäre Atm anchm os al hek phäre tisch beim E

4,25

Wettiger Fazit

Bemerkung: Das Mensa-System der KSWE: Auf dem Tisch stehen zwei grosse Schüsseln, die jederzeit in der Küche aufgefüllt werden können. Ein Vorteil ist, dass so eine familiäre Atmosphäre entsteht. Der Nachteil ist, dass immer irgendjemand damit beschäftigt ist, eine Schüssel oder einen Krug aufzufüllen, dadurch wird das Essen ein bisschen hektisch. Fazit: Eine gemütliche Mensa mit familiärer Atmosphäre und fairem Preis – sogar Dessert ist ab und zu inbegriffen (wenn man den Koch ganz lieb fragt).

ssen

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Mensavergleich


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A b He

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KANTIVERGLEICH

Kanti Wohlen getestet von Andrea Knecht, KSWO Kriterium Ausgewähltes Menü Geschmack Preis Grösse Auswahl Ästhetik der Mensa Freundlichkeit des Personals Frisuren der Mensafrauen

5.1

Bewertung Nüdeli + Rindsgeschnetzeltes + Menüsalat 4.5 5 6 4.75 4.75 + 4.75

nal o s r e p sa Men angel tzm - Pla

6

Wohlener Fazit

Die Wohler Kantischüler stehen dem Mensaessen und dessen Preisen eher kritisch gegenüber: Zu teuer sei die Mensa und die Auswahl begrenzt. Mehrfach genannt wurde, dass zu wenig Obst angeboten würde. Dafür kommt das Personal umso besser an: Die Mensafrauen sind

Gesamtfazit

beliebt und kennen die Schüler. Sie sind freundlich und schöpfen ordentliche Portionen - der hungrige Kantischüler darf auch nach einer grösseren Portion fragen. Als sehr störend wird der Platzmangel empfunden. Dieses Problem wurde vor einigen Jahren “gelöst”, indem schmälere Stühle angeschafft

der doch eher unschöne Beton-Billigbau eine wesentliche Rolle. Auch das Personal Die Aargauer Kantischüle- mag in Sachen Freundlichrinnen und Kantischüler sind keit (noch) nicht mit den anverwöhnt mit ihren Mensen. deren Mensen mithalten. Auf dem ersten Rang landet die Neue Kanti Aarau, die Es haben also alle Mensen vor allem durch die brilliante noch teils mehr, teils weniger Lasagne und das effiziente Verbesserungspotential, an Personal überzeugen konnte. dem sie vielleicht bereits arbeiten. Auf jeden Fall sind die Enge Verfolger sind die Men- Schülerinnen und Schüler im sen in Wettingen, Zofingen Aargau gut bedient. En guete! und Wohlen. Bis auf einige Mängel lässt es sich auch dort gut bis sehr gut speisen. Einzig ein wenig abgeschlagen ist die Mensa der Kanti Baden. Dort spielt vor allem

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Mensavergleich

wurden. Die Mensa ist im Winter jeweils so voll, dass ein Teil der Schülerschaft im Rondell essen muss. Die Mensa wird zwar genutzt, doch viele Schüler bringen ihr Essen selbst mit und wärmen es in den Mikrowellen.

Testsiege r

Neue Kan

:

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en: n i e m e Im Allg n e + Esse de / Atmosphär äu - Geb


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AKTE-T KANTILEBEN

AKTE-T Schulleben

nketeufel in der BaKSBA: GeträG etränke schlagen

h, Goldeic d ck e d in e le di s ch os Die Preise für die is T bl : n E de KSW er weiter auf. Wer nhi kt ec dener Mensa imm st er usdemsack od la e p p ü geleert n r K le d hü n Sc u l r se de s ie rerPortemonna lan? Plant die Leh P er ch is ufl te n ei eltste Mensa ter all dem ihrer Schüler die W steht bekanntlich die be d n el ge G tin et m W de In it m a, heren e Studieschaft etw den Tag speisen dort di n oder sind die hö Je se . is eiz re hw Sc zu r de ch si an ler tlich. Aber herrschaft n Schaden der Schü Lehrer der KSWE fürs d de un en um , nd er re hi s , os bl Kosten sind von erster Qualität n e Überfluten des ite ös lze ri ah te M ys e m di r s nu da t a nich . zu bezahlen? Etw litik unserer Schulleitung Was geschah ? po le ns io hu at Sc rm r fo re In e se di un ch au s von zweiten Stocks in benen September, sind wir in den Genus et or ht w ric m be nu its ge re sa be ie em W ren r wirklich an dies Wasserhahn? Jede ten Informationsmonito an er ss kt re fe te in de s n au ei er s üb os t iges getag? War es bl ürde hier vehemen e werden wohl auch ein w ies h D . sc en en m m M ko de ge en aufrational denk sonst? sie trotzdem ins Budget ie as W w n. so be al ha t n, ste el ko tt hü n, r damit den Kopf sc e Dinge geschehe en konnten, ist wohl nu ft rd ha we el en ts m rä m no nd ge si t ei Kanti! ldungsdirekIn letzter Z hüler der Badener ss noch Rainer Huber Bi Sc r da r, ih ba t, är ch kl er A in ch nehmt eu eine eilige Bankübers au u ra Aa n vo d un r tor wa seinen Posten räumen weisung erliess, bevor er ozialer wird er wohl ein -S ch tli ris Ch s Al . ste us m ben. das ehemalige Kloster ha r g fü n air u Fl es ll er a nd h so be c rbes die Computer in den KSWO: Dakuaeuf dem Pausenplatz, die Musiekn im oher nun das Geld für W evaluieum, die d mmt, ist schwieriger zu ko ra n en e Es ist die Musi ll um e Rä w n ue ro ne ik ren und t usik im M re die kabellosen Tastatu lässt: Was geh de n on Rondell, die M e es h sb rc In o n. re fh u a stattlarmiert rauf hin, dass wohl ein antischüler ist da n K Kantischüler a ise r e we d se äu n M n e d denkt er, den war. m Hinschauen re hier vor sich, e u a n hes Sümmchen vorhan e lic g i e B r. ie t, st e it d SVP-Mann e n ht unbegrü Hürzeler ein strammer ic ein Gewohnh n ex Al ls it a m a is D n rg so ine Be t den Ton angibt, wird allen aus en h m c rte rs e pa de e gs g erweist sich se n un ld lä Bi beim zu chen Electro-K tischüler hat sein, ein paar „Batzeli“ n n a se we K ge r e er denn die liebli ig D ier . hw n sc o es er iPod Stati er Bildung d m e d den Boxen ein r o v l a bekommen. ht der t: Nicht einm c n a n a m s rk u e a g allgeliebter Führer und ti er -H h a ns c U av ri e: es tr la Th e a C ein M n geholt, z geweihte Knüppel aus dem Sack n de t und Intelligen ha r ite lle hu Sc . sprinpple halt auerbeschalen von Hürzeler herum ck D Rü r Weltkonzern A e m d de f r au te n n ih u t ie geüler leide en nach, als d eimal laut „Bricklebrit“ it dr e d Der Kantisch Z un n n e se lt las a n ge n te en rt den gu Gitarrenkläng Goldtaler nur so flogen. e lung. Er traue n di e s bi h , c ien is hr st sc u k a ler dass es ch von nicht die Woh den können nur hoffen, Mittagszeit no h en c ier o ud n St ir le W p p A r e, als die alte Turnhalle hätr war – soga t, e gib ss e ng b zu et s untermalt wurd e rts ll Fo a e ls ein bald eherrschte, a Kantischüler b te Renovation nötig. . ft die Zukun


KANTILEBEN

NKSA: Mysterium Sporttag

Wer steckte wohl dahinter? Die Illuminaten? Die Templer? Oder etwa die Fachschaft Sport der NKSA? Wieso um Himmels (Wolkenbruchs und Donners) Willen fand an jenem gar wässrigen Freitag im Schachen Aarau der Sporttag statt?

KSZO: It’s a long way to Guggershörnli und auch auf den Napf

Schon vor den Sommerferien wurde den damaligen Erst- bis Drittklässlern das Vergnügen eines Schulausflugs auf den Napf versprochen. Du mmerweise spielte das Wetter an den beiden möglic hen Durchführungsdaten nicht mit und so musste die kantiinTrotz Regen und wohl von Petr us ziemlich terne Wanderung auf den Napf zweima l abgesagt falsch interpretierten Regentänzen waren werden. wir (die Schülerschaft und einige zu UnUm niemanden zu enttäuschen, wurde der Napftag parteiischen abgeurteilten Lehrkörper) von kurzerhand verschoben und im Septem ber erneut der obgenannten und äusserst polysportiv auf einen Freitag angesetzt. Aufgr und der grosveranlagten Kommission also gewollt, uns sen schulischen Belastung der Viertkläss ler, die an in die klamme Nässe zu stürzen. Speerwurf, diesem Tag teilweise nur zwei Lektion en Unterricht Hochspr ung und tausende von Kilometern geniessen und einiger Drittklässler, die ihren freien zu rennen – das stand unter anderem auf Nachmittag ebenfalls nur ungerne mit einer Napfdem Programm. Von einem wirklichen Vorwander ung verbringen wollten, bewirkt e dieser teil bei einer der jeweiligen Athletiken kann Vorschlag nicht nur strahlende Augen . man nicht sprechen: Der Wald war kein Wald Es ist bekannt, dass auch gewisse Leh rer ihre Vormehr, sondern ein „Feuchtgebiet“ und wohl behalte hatten. Angeblich haben sich bei einer Wanschlicht modriger als das seit 15 Jahren in der der ung zur Rekognoszierung der steilste n NapfBiosammlung in Essig konservierte Menroute die Sohlen am Ende von den Wa nderschuhen schenhirn. Die Hochspr unganlage mutierte gelöst. Dies hat den Enthusiasmus der sohlenlose zum aufgeweichten Dreckschwamm und Wanderschuhe-tragenden Lehrperson verständlider Hürden- zum Spiessrutenlauf (war um cherweise nicht gerade gefördert. Angeb lich nutzten er dann auch zu einer Stafette ohne Hürden danach die Geografielehrer ihre Verbin dungen zu umfunktioniert wurde). Meteo Schweiz, so dass die Wetter vor aus sagen Regen mit uns, so die Freude in uns – ein gar jeweils der allgemeinen Stimmung im Leh rerzimmer feuchtfröhlicher Sporttag. entsprachen. Nur so liess sich nämlich die dauernd schwankende gut/schlecht-, Hoch-/T iefdruckprognose erklären. Als sich dann (leider) die Mehrheit der Lehrpersonen gegen den Wandertag aussprach und die Wetterprognose dementsprech end regnerisch ausfiel, wurde die Wanderung auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben. Wir dür fen gespannt sein, ob im nächsten Frühling der Na pftag wiederum auf der Ter minliste steht oder die Destination in Guggershörnli geändert wird. Dieser Berg lässt sich nämlich viel einfacher in das bek annte Lied der Britischen Soldaten „It’s a long way to Tipperary“ einbauen. So könnten dann auch singbe geisterte und geschichtsinteressierte Lehrer am Wandertag ihrer Passion frönen.

Frisch aus de n Gerüchteküchen

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AKTE-T


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Kantinews KANTILEBEN

Kanti-Kurznews kantileben

KSZO: (Freud und) Leid von Open Office Seit Beginn des Schuljahres ist auf allen öffentlich zugänglichen Schülercomputern an der KSZO nur noch das Open Source-Programm OpenOffice vorhanden. Die Erstklässler werden im Fach Informatik mit diesen Anwendungen vertraut gemacht. Für die meisten Schüler ist diese Umstellung auf Open Office aber eine zusätzliche Hürde. Da die Konvertierung von Dokumenten mit komplexen Layouts und grafischen Elementen nicht immer vollständig möglich ist, muss mit Konvertierungsfehlern gerechnet werden. „Für eine reibungslose Zusammenarbeit wird von Ihnen erwartet, dass Sie OpenOffice in der Version 3 auf Ihrem persönlichen Computer zur Verfügung haben.“, ist dem dreiseitigen „Leitfaden für Studierende“ zum „Dokumentenaustausch an der KSZ“ zu entnehmen, welcher auf der Website der Schule publiziert wurde. Ausser dem „Verkehr mit dem Sekretariat“, der im Microsoft Office- und PDF-Format stattfinden soll, muss nun jeder Dokumentenaustausch im ODF- und PDF-Format erfolgen. Die Umstellung hat den Datenaustausch definitiv nicht vereinfacht. Aber die Schule erspart sich damit die Lizenzgebühren für Microsoft Office. Vielleicht reicht das Geld stattdessen bald für ein schuldeckendes W-LAN-Netz.

weist die Kanti Wohlen, dass unter Die Kanti Wohlen hat eine neue Calatravas Dachkonstruktion tatWebsite. Die alte Seite beinhaltete sächlich Schüler ein und aus gehen. vor allem Bilder der Räumlichkeiten, die zwar die schöne Architektur, je- Foto: kswo.ch doch wenig vom Schulalltag zeigten. Mit dem neuen Internetauftritt be-

KSWO: Neue Website

Die Woche wurde fast ausnahmslos von der Klasse selbst in Eigenregie geplant. Entsprechend gut war Einige hundert Meter fernab vom der Teamgeist während der ganzen ländlichen Dorfleben im Bündner Woche, bei der auch der Humor Savognin startete die Klasse G2008e weit oben im Programm stand. zu einem ambitiösen Projekt. Und siehe da: Fast ausnahmslos hat‘s ge- Die Ergebnisse gibt‘s nun im klappt, aus der Mobilen Projektwo- Internet zu betrachten unter che sind ein Film, eine Fernsehdo- www.g8e.ch. ku, eine Website, mehrere Tausend Fotos, ein Filmplakat und so einiges Foto: Mirjana Murer, NKSA mehr entstanden. Das Besondere:

NKSA: Klasse lanciert Projekt „G8e“


KANTILEBEN

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Fotoumfrage

Fotoumfrage kantileben

Von Kebap, Klogeruch und verschüttetem Kafi Mit der Frage nach dem sinnlichsten Moment haben sich die NAKT-Redaktorinnen und Redaktoren von fünf Kantonsschulen auf die Jagd nach untätigen Schulmitgliederinnen und Schulmitgliedern in den Korridoren und Mensen gemacht. Aaraureporter Stefan Gugler berichtet direkt aus Florenz, Sina Kloter aus der markant rot bestuhlten Mensa in Baden. Entgegen einiger Befürchtungen blieben die sinnlichen Momente erstaunlich hoch über der Gürtellinie - zumeist mindestens.

Wohlen n links) Drilona, G1b (zweite vo fgabe verWenn ich eine Matheau stehe! dine, CaFabienne, Tatjana, Na G1b role, Rahela, Katja, alle Mittagspause! Alexander, G3a Gute Frage... Is t das nicht ein wenig privat?

Dein sinnlichstes Erlebnis? 3e Rahel, G al Schokolade eM Das erst der Fastenzeit. ch r essen na stimmt das zwa h c egal! Eigentli z... Aber n a g t h nic

Umfrage: Andrea Knecht


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Fotoumfrage KANTILEBEN

Zofingen

Nicole, 1c und Céline Giehl, 1a Unsere Zensur, der Abschied nach vier Jahren von all den Leuten.

Marina, 3c Die Hochzeit meines Br

uders.

Raphael, 1c Als ich zum ersten Mal Kebap ass. Alex, Marc und Patrick, alle 4d Alex: Beim Cliffjump Marc: Bei der Pilotenprüfung, vor der ersten Landung, als ich das Steuer übernehmen durfte. Patrick: Einmal beim Chili-Essen. Da bin ich fast abgekratzt, es war so scharf !

Win-Hon , 1c Maverick und , 2a Maverick: D ok Leute, z. B us über ar me . Happy D ay W in-Hon: Jedes mal, wenn er mich sieht ! (lacht)

...und dein sinnlichstes Erlebnis? r, Sportlehrer Andreas Buchmülle echtem ins schöWenn man von schl er allgemein der ne Wetter kommt, od gativen in eine Wechsel von einer ne . positive Gefühlslage

Umfrage: Kathrin Ernst und Miriam Marti

Cornel ia Am See , 3a uf nenunt er den Sonerg dinnen ang mit Freu nbe es war m obachten, we nn i gerade st und man baden w ar.


KANTILEBEN

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Fotoumfrage

Baden Fabian, G3j Ein Besuch der Freilichtoper Car men.

Frederic, G2h Ein Restaurantb esuch in der Blinden Kuh.

Viola, G1f Ein Konzert der „Baseballs“ in Pratteln. Beni, W3a Ein Besuch im Cirque du Soleil.

Stella, G3 d Als ich da s er Wars“ ges ste Mal „Star ehen habe .

Dein sinnlichstes Erlebnis? le G4b Pascal, Edi, Elia, al n auf dem Schulklo. ge or M e ut he h uc er Pascal: Der G war. n, bevor es acht Uhr ren. Edi: After Eight esse m Klavier spielen hö de f au ir) m en eb (n Elia: Edi

Umfrage: Eliane Hofstetter und Sina Kloter


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Fotoumfrage SCHULLEBEN

Wettingen Clirim und Jon as, beide G2A Auf diesen Mom ent warten wir noch...

Gabriele Ming hetti, G1a Das war am Sta rt eines Skirennens.

Gianna Ferrari, G1A „Wo ich dä absolut geili wunderhübschi Typ im Internet gseh han.“

...und dein sinnlichster Moment?

Sara Spiess, G2F k sass, Als ich auf einer Ban esicht die Sonne mir ins G h schien und ich einfac glücklich war.

Mely Bau mgartner , G2A Als ich im Flugzeug sas die Wolke n an mir v s, orbe ziehen sah und wusst ie, da ich jetzt ein neues Leb ss en beginnen würde.

Sally, Bea trice, Lena , Dora, F2 Das ist uns a er sinnlich ster Mome nt! Umfrage: Joshua Andres


KANTILEBEN

Neue Aarau

Live aus der Impulswoche in Florenz! Michael Schne llmann, G3e Der Besuch der Abbaye de Sénanque in Südfr ankreich.

Sebastián Ram írez, G2b Die Kuppelinnen bemalung, das Jüngste Ger icht, der Santa Maria del Fiore in Florenz von Gio rgio Vasari war enorm.

Irene Näf, Klavierlehrerin 23 Jahre jung; sizilianisches Amphitheater; griechisches Schauspiel - das war also wirklich unglaublich!

Dein sinnlichstes Erlebnis?

Jan Sarva ri, Sone Räge F2e wald en Amerika .. . Rägewald ? Urwald? E n alte Wald , also en Ur wald!

, Violinenlehrer Manrico Padovani em Löffel so über Den Cafè so mit dies n. Für etwas ist den Rand auszuleere da, oder? (lacht, macht dieser Unterteller ja eine Sauerei)

Umfrage: Stefan Gugler

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Fotoumfrage


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Leserbrief

Das letzte Wort

Leserbrief zum „Geflüster der Kanti Wohlen“ (NAKT Nr. 5, 2009)

„Calatrava? Was ist denn das?“, fragt sich (Ex-) Chefredaktor Tim Honegger in der Zeitschrift NAKT und amüsiert sich in der Kolumne „Geflüster an der Kanti Wohlen“ über den Namen des Hauptgebäudes der Kantonsschule Wohlen.

Das Foto, das – vermutlich rein zufällig – zusammen mit der Kolumne abgedruckt wurde, zeigt die charakteristische Dachkonstruktion des Eingangsbereichs an der Kanti Wohlen. Sie stammt vom international bekannten Stararchitekten Santiago Calatrava wie übrigens auch die Aula Wäre er etwas journalistischer an und weitere markante Elemente des diese Frage herangegangen, hätte er Schulgebäudes. wohl bei seinen Recherchen gemerkt:

Doch das scheint Honegger nicht gemerkt zu haben. Einmal „googeln“ oder „wikipedeln“ – und schon wäre man wohl dem Rätsel auf die Spur gekommen. Oder ist das für einen Chefredaktor zu vornehm? Sibyl Siegrist Staubli, Deutschlehrerin Kantonsschule Wohlen

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SINN-VOLL

Kolumne von Süsette Rusterholz

Wie viele Sinne haben Sie? Wie füllen Sie Ihre Sinne? Wofür nützen Sie sie? Nützen Sie sie!

Wenn Aristoteles Recht hatte, damals, dann hat uns der liebe Gott mit fünf Sinnen versehen. Als Grundausstattung, sozusagen. Damit wir Lunte riechen, wenn’s brenzlig wird. Damit wir keine bitteren Pillen schlucken und reagieren, bevor uns Hören und Sehen vergeht. Und weil er wollte, dass wir mit dem nötigen Fingerspitzengefühl durchs Leben gehen. Er dachte wohl damals, das reiche aus, so fürs Erste. Jedenfalls für uns Menschen. Den Zitteraal hat er mit einem sechsten Sinn ausgestattet. Ist ja auch ein komplexes Leben im Wasser, da ist ein wenig Strom auf die Schnelle sicherlich hilfreich!

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die Letzte

Und wie riecht es auf Ihrem Weg zur Schule? An welcher Ecke besonders gut? – Wie ändert sich das Licht zwischen Aufstehen und Schulbeginn? Welches Licht mögen Sie besonders gerne? Welche Farbe des Himmels… Spüren Sie, was passiert, wenn Sie auf jede Sinneswahrnehmung bewusst achten? Sie werden plötzlich sinn-voll, Sie sind ganz bei sich. Ohne dass Musik dudelt, ohne dass ein Gespräch stattfindet, ohne Kino, Bar, Theater, ohne Informationsflut im weltweiten, übervollen Netz, ohne das, was gestern noch war und morgen schon ist.

„Achtsamkeit“ heisst das Konzept. Achtsam sein bedeutet, ganz in der Gegenwart, im Hier und Jetzt zu sein und seine Aufmerksamkeit auf alle momentanen Sinneswahrnehmungen zu bündeln, ohne sie zu bewerten, ihnen zu entfliehen, sie mit anderem zuzuschütten. Achtsam sein klingt leicht, ist aber schwer. Wir sind es uns nicht mehr gewohnt. Wir haben verlernt, unsere Grundausstattung dann und wann einer gründlichen Reinigung zu unterziehen, damit wir in uns feinsinnig Nun gut. Uns bleiben erst mal fünf und sagen Sie ehrbleiben. Und dadurch empfänglich. Und besonnen. Was lich: benutzen Sie diese wirklich feinsinnig? Füllen Sie Ihre Sinne sinnvoll, unsinnig oder bis zur Besinnungslo- gut ist und notwendig wäre, in diesem schnelllebigen, sigkeit? Seien Sie mal aufmerksam, nur einen Tag lang, an komplexen Alltag, in dieser sinnlosen Flut von Inputs. Sinnieren Sie mal darüber nach. Und probieren Sie es einem ganz normal wahnsinnigen Alltag: Wie hört sich der erwachende Tag an? Ist er schon laut oder noch ganz aus. Immer mal wieder. Sie werden bereichert: durch einen sechsten Sinn! leise? Was hören Sie, wenn er leise ist? - Wie fühlt sich das Wasser bei der Morgentoilette auf Ihrer Haut an? Süsette Rusterholz Fend vom Jugendpsychologischen Wäre etwas kühler vielleicht angenehmer? – Wie schmeDienst, Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aarckt ihr Frühstücksgetränk? Und wenn Sie etwas weniger gau, schreibt regelmässig für die Kantizeitung. Zucker nehmen? – Wie riecht die Luft vor der Haustüre? > www.beratungsdienste-aargau.ch IMPRESSUM # 8, Die fünf Sinne, November 2010 gedruckt bei AZPrint Auflage: 4‘000 Exemplare Teamleitung Thomas Meyenberg, Gesamtleiter Patrick Haller, Redaktionsleiter Layout/ Grafikdesign Thomas Meyenberg Lektorat / Korrektorat Miriam Marti Fotografie Cornelia Zierhofer Yannick Blattmann Verschiedene Autor(innen) Autorenteam Patrick Haller (KSBA)

Eliane Hofstetter (KSBA) Ladina Lange (KSBA) Yvette von Aarburg (KSBA) Stefan Gugler (NKSA) Thomas Meyenberg (NKSA) Joshua Andres (KSWE) Darja Keller (KSWE) Andrea Knecht (KSWE) Kathrin Ernst (KSZO) Miriam Marti (KSZO) Postanschrift Verein Troubadour Redaktion NAKT Postfach 5001 Aarau Kontakt www.kantizeitung.ch info@kantizeitung.ch Für Beiträge aller Art, Inserateanfragen, Neumitglieder etc.

Abo Für 20.- wird dir die NAKT während eines Jahres (3 Ausgaben) bequem per Post nach Hause geliefert. (abo@kantizeitung.ch) Die Teamleitung dankt an dieser Stelle allen, die zum Gelingen dieser Ausgabe mitgeholfen haben. Ebenfalls danken wir allen Leserinnen und Leser recht herzlich - wegen euch gibt‘s uns. Die Meinungen der Autoren müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Wir bemühen uns um Gendergleichberechtigung. Bitte verzeiht vereinzelte Fehler. Die Rechte an den Inhalten liegen bei deren Urhebern und falls diese unbekannt sind beim Verein Troubadour.


Besuchen Sie den Informationstag der Universität Basel 12. Januar 2011 von 10.15 bis 17 Uhr

Kontaktadresse: Dr. Markus Diem Rektorat Universität Basel Petersgraben 35 4003 Basel Telefon 061/2672930 markus.diem@unibas.ch

Am Infotag können die Besucher/innen aus einem vielfältigen Angebot von ca. 400 Veranstaltungen für Studieninteressierte aus allen Fachbereichen auswählen, die ihnen Einblicke in Lehre und Forschung geben sowie die Möglichkeit bieten, sich in direktem Kontakt mit Dozierenden und Studierenden über das Studienangebot der Universität Basel, die Abschlüsse und Perspektiven eines Studiums zu informieren. Programm: 10 Uhr 11–17 Uhr

Begrüssung und Orientierung in acht parallelen Veranstaltungen Wahlprogramm aus allen Fakultäten und Fachbereichen in kleineren Gruppen: Vorlesungen, Führungen, Demonstrationen, Stände, Gespräche etc.

Damit wir die benötigten Räume planen können, bitten wir Sie, sich unter der Adresse markus.diem@unibas.ch anzumelden und uns mitzuteilen, für welche Fächer Sie sich hauptsächlich interessieren. Alle angemeldeten Personen erhalten von uns bis Dezember 2009 ein Programmheft mit einem Bon für ein von der Universität offeriertes Mittagessen sowie einer Tageskarte zur Benutzung der Basler Verkehrsbetriebe zugeschickt.


NAKT #8 sinn(5)  

Neue Aargauer Kantizeitung Troubadour Nummer 8 über die fünf Sinne

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