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Liebe Leserschaft « Schlechte Kandidaten werden von Bürgern gewählt, die nicht zur Wahl gehen » Dieses Zitat stammt vom 3. US-Präsidenten und Verfasser der Unabhängigkeitserklärung Thomas Jefferson. Er erwähnt dabei ein altbekanntes Problem: Die grösste Wähler-Gruppe ist die Gruppe der Nichtwähler. Die Gruppe ist stark heterogen, da die Beweggründe, nicht zu wählen, denkbar unterschiedlich sind. Man kann aus Protest gegen das System nicht an einer Wahl teilnehmen oder aus religiöser Überzeugung wie die Zeugen Jehovas. Doch der weitaus grösste Teil der Nichtwähler sind die konjunkturellen Nichtwählern. Sie entscheiden jedes Mal aufs Neue, ob sie am Wahlprozess teilnehmen. Oft sind sie mit dem System zufrieden und nicht oder nur schwach an Parteien gebunden. Diese Gruppe hält das Wählen zwar für wichtig, jedoch konkurriert der Wahlakt häufig mit privaten Interessen so, dass die potenziellen Wähler am Wahltag verhindert sind. Ironischer Weise hat auch die Einführung der Briefwahl den krassen Trend der sinkenden politischen Partizipation nicht stoppen können.

Fabio Hö h e n er, Chefreda kto r

Mit unserer neuen Ausgabe versuchen wir den Trend entgegen zu wirken. Besonders die Gruppe der jungen Erstwähler sollten hier angesprochen werden. Es ist zu wünschen, dass sie sich für die jungen Kandidaten aus den verschiedenen Parteien entscheiden, denn ein Altersdurchschnitt von 50,1 Jahre ist eindeutig zu hoch. Nur 12,1 % der Grossräte befinden sich im Alterssegment der 18-39 Jährigen. Erschrecken, wenn man bedenkt, dass genau diese Altersgruppe fast 50 % der Aargauer Wohnbevölkerung ausmacht. Doch das ist nicht das Einzige, was ihr, geschätzte LeserInnen, zu entscheiden habt. Auch bei der Lektüre dieser Ausgabe ist eure aktive Partizipation gefragt. Bereits beim Titel könnt ihr euch entscheiden zwischen: „Du hast die Wahlfisch“ und „die Qualle der Wahl“ Ausserdem habt ihr die Wahl zwischen spannenden, packenden und auch unpolitischen Artikel. Auf Seite 16 spricht unsere neue Redaktorin Nadia Kammermann mit einer „Berührerin“ über ihren Beruf und versucht dabei die Grenze zwischen den Tabuthemen Sexualbegleitung und Prostitution zu ziehen. Zusätzlich versucht sich Manuel Diener zu entscheiden (S. 18), Michael Küng triff auf Snowboard-Star Nicolas Müller (S. 22) und Melanie Bösiger entführt uns in den hohen Norden ins Norwegische Oslo (S. 31)

Manuel a Ze l l er, Gesamt l e i t u n g

Die nächste Ausgabe der NAKT wird bereits Ende März erscheinen. Unter anderem erwartet euch dort eine Reportage über das neue Begabtenförderungssystem, dass in gewissen Schulen zu viel Lob geführt hat. Was ist aber nach den ersten Monaten der Einführung davon zuhalten? Die NAKT zieht Bilanz. Viel Spass bei eurer Wahl! Für die Chefredaktion Fabio Höhener

Zum Titelbild: Die Aufnahme wurde unter härtesten Bedingungen (kein warmes Wasser mehr, kein Badeschaum) von Stefanie Freudenthalter, KSWO G4B gefertigt. Herzlichen Dank dem ausdauerden Model Simone (KSWO)!


nächste Redaktionssitzung:

An der nächsten Redaktionssitzung wird das Thema der nächsten Ausgabe besprochen. Jedermann und jede Frau ist herzlich willkommen. Infos und Anmeldung (wegen den Gipfeli) info@kantizeitung.ch oder www.Kantizeitung.ch

Haben wir Hammer-Interviews? Doofe Geschichten? Schöne Farben? Kriese

mit ie geschrieben?

Gleich selber mitarbeiten (siehe oben) oder Leserbrief schreiben an texte@kantizeitung.ch.

An dieser Stelle wrden in der nächsten Ausgabe Infos zu Organisation und

Vereinen Erscheinen

Wissenswertes an texte@kantizeitung.ch. Weitere Infos für Organisationen auf www.Kantizeitung.ch

Auch NAKT-Redaktoren müssen klein anfangen. Ein anonymes Mitglied hat bereits vor 12 Jahren fleissig Texte geschrieben. Die Rechtschreibung hat sich inzwischen enorm verbessert, die Faszination für Clowns ist geblieben. Übersetzung: Mir hat der Clown gut gefallen. In Autopnös sind sie herum gehüpft. Das Popchorn ist gut gewesen in der Pause. Nächstes Jahr gehe ich wieder.


L A I C E P S S T A R S S O GR Worum gehts? der GR kurz erkl채rt Die Jugend ins Parlament! F체nf Junge Kandidaten im Vergleich

Macht Wahlkampf Sinn?

...

Kommt ganz auf die Mittel darauf an

Otto N. im Wunderland

ettel ausf체llen lz ah W m ei b o tt O t ifl h Sara T.


G R O S S R AT S -S P E C IA

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G rosser Rat, Grosse R at los Bald f l atte r n d i e n ä c h ste n Wa h lzettel ins Haus. Höchste Zeit, wieder mal nachzule sen, wo r u m s b ei d i e s er Wa h l ü berhaupt geht. von Fabio Höh en e r, KSW E G 3 E

Ku r z ge s a gt i st der Gros s e R at d a s Parlament des Ka nto n s A a rgau und die ge s et zge b e n d e Behörde – A l l e S t re b er d es Staatskun d e u nter r i c ht s rufen jetzt L e g i s l at i ve – und besitzt 1 4 0 M i t g l i ed e r, welche von d e n S t i m m b ü rgern gewählt werd en u n d das Volk vert rete n s o l l te n .

Das Wa h l ver fa h ren D i e 1 4 0 zu besetzenden S i t ze werd en i m Verhältnis d e r E i nwo h n erzahlen auf d i e Wa h l k rei se verteilt. J ed e Pa r te i erstellt für je d e n B ez i r k ei ne Liste mit Na m e n d er Kandidatinnen u n d Ka n d i d aten. Auf die s e n Wa h l l i sten stehen ma x i m a l s o v i el e Personen,

Stimmenanteil Diagramm Stimmenanteil

Sitzanteil

Wo f ü r wo l l en sich die Leu te , d i e zu r ze i t wieder an ge st ren gt f re undlich von d e n P l a kat we nden grinsen, wä h l e n l a s s en? Grosser WA S ? Wa s f ür ein Parla m e nt ? A a rga u ? J a gen a u , d i e aargauische B evö l ke r u n g wählt am 8. M ä r z s ei n e Vertretung im ka nto n a l e n Parlament. D e n G ro s s e n Rat.

40.0% 35.0% 30.0% 25.0% 20.0% 15.0% 10.0% 5.0% 0.0%

2005 2001

SVP

SP

CVP

FDP

Grüne

EVP Parteilos SD

FPS

2005 32.1% 21.4% 18.6% 17.1%

5.0%

5.0%

0.7%

0.0%

0.0%

2001 36.0% 18.0% 16.0% 20.0%

3.5%

4.0%

0.0%

2.0%

0.5%

Diagramm: NAKT FaH / Quelle: Publikation Parlamentsdienste

wie der jeweilige Bezirk anrecht auf Mandate im Grossen Rat hat. Man kann also nur Kandidaten wäh len, die im eigenen Bezirk aufgestellt wurden. Zu sätzlich wird der Kanton A argau seine ersten Erfahrungen mit dem „Dop pelten Pukelsheim“ Sitzverteilung

EVP 7 EVP 7

Pa r teiParteilos los 1 1

CVP CVP 26

FDP FDP 24

26

SP 30 SP 30 Grüne 7 Grüne 7

24

SVPSVP45 45 Total 140

Grafik: NAKT FaH / Quelle: Publikation Parlamentsdienste

(siehe Box ) m a c h e n . D a s neue Sitzzu te i l u n g sve r fa h ren ist ein k l a rer Na c htei l für die gro s s e n Pa r te i e n , jedoch ei n g u te r S c h r i tt vor wärts i n d e r Ve r b es serung un s e re s d e m o k ratischen Wa h l syste m s . Die n eu e n R at s m i tglieder wä ren d a n n f ü r v i e r Jahre gewä h l t , wo b e i i h re Amtszeit a m 1 . A p r i l b e ginnt. Der R at ta gt a b d a n n jeden Dien sta g i m P l e n u m im Gross rat s ge b ä u d e i n Aarau. Da d e r G ro s s e R at eine Miliz b e h ö rd e i st u n d somit die G ro s s rät i n n en


Anzahl M a n d ate p ro B ez i r k :

ig k e i t? D o p pelter Pukelsheim D e r D o p p el te Pukelsheim ist ein S i t zver teilungsverfah ren . B en a n nt nach seinem E r f i n d er, d e m Mathematiker F r i e d r i c h P u ke lsheim. W i e f u n kt i o n i erts? F r ü h e r : B e i der Sitzvertei l u n g w i rd j eder Wahlkreis i s o l ie r t b et ra chtet und die Pa r tei st i m m e n eines Wahl k re i s e s h atte n keinerlei Ein f l u s s a u f d i e Sitzzuteilung i n e i n e m a n d e ren Bezirk. So w u rd en d i e k l einen Parteien sta r k b en a c hteiligt. Nehmen w i r a n , d a s s eine kleine Parte i i n e i n em kleinen Bezirk w i e L a u fe n b u rg (6 Sitze) zwar v i el e S t i m m e n holt, aber kei n e n S i t z . S o verfallen diese a b ge geb e n en Stimmen.

Zahlen und Fakten

N e u : Wä h re n d ein Wähler im B ez i r k B a d en beispielswei s e d rei s s i g Ka ndidaten seine S t i m m e ge b en kann, hat ein Wä h l er i m B ez irk Laufenburg n u r s e c h s S t i mmen zur Verf ü g u n g . D a m i t die Stimmen ve rg l e i c h b a r sind, werden d i e S t i m m en i n Laufenburg d u rc h s e c h s geteilt, in Baden d a ge gen d u rc h dreissig und s i n d d a n a c h gleich gewich tet . D i e « d o p p elte» Proporti o n a l i - tät b ed e utet also, dass d i e Ve r h ä l t n i s mässigkeit zwi s c h en d e n Pa r teien und den Wa h l k re i s en gewahrt wird.

Ein Grossrat ist heute im D urchschnitt 50,1 Jahre alt, wobei er in der Le gislatur 2001-2005 noch 47,1 Jahre alt war. Auch die Geschlechterzusam mensetzung ist nicht Ide al. Nur 36,4 Prozent der Mitglieder sind weiblich. D ie Jungen wie auch die Frauen sind also noch klar unter vertreten. Am 8. März besteht die Möglichkeit, das zu än dern. Die NAKT versucht, dabei Hilfestellung zu bie ten. Auf den nachfolgenden

Von Wikimedia Commons, Tschubby (GNU-Lizenz). Bearbeitet durch NAKT/ FaH

und Grossräte das Amt nur nebenberuflich ausüben, erhalten sie für jeden Sitzungstag eine Entschädi gung von 100 Franken und pro Kommissionssizung 150 Franken.

Inp flic htn ahm e An der Ers ten Sitz ung ge ben die Rat smi tgli ede r fol gen des Gel öbn is ab: „Ich gel obe als Mit glie d des Gro sse n Rat es me ine Ver ant wo rtu ng geg enü ber Me nsc h, Gem ein sch aft und Um wel t wah rzu neh me n, die Wo hlfa hrt des Kan ton s Aar gau und der Sch wei ze risc hen Eid gen oss ens cha ft zu för der n und der Ver -fas sun g und den Ges etz en gemä ss nac h bes tem Wis sen und Gew isse n zu han del n.“

Seiten fin d et i h r a l l e j u n gen Kand i d at i n n e n u n d Kandidaten d er f ü nf g rö s sten Parte i en , w i e a u c h Portraits vo n E x p o n ente n der jeweil i gen J u n g p a r te i . Die NAKT w ü n s c ht v i e l E rfolg bei de r A u swa h l e u re r Favoriten!


G R O S S R AT S -S P E C IA

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Kan did ate n im Ver gle ich Jun ge ins Par lam ent ! - 5 von Fabio, Florian, Manu, Marc u n d S a ra

JCVP

JFDP

Vera Niedrist ist Maturandin

Sebastian Mösli assistiert in einer Kanzlei

We l c h e r G e ge n d sta n d ve r kö r p e r t f ü r d i c h d e n A a rga u ?

Kein Gegenstand. Ich verbinde den Aargau damit, dass wir ei ne wun derschöne Landschaft haben, ich da wohne, dies meine Heimat ist und ich da reiten kann

Ich denke, man kan n d en A a rga u nicht mit einem ei n z i ge n G ege n stand darstellen, d af ü r i st e r v i el zu vielseitig.

s a ge et wa s p o s i t i ve s ü b e r die...

... SVP. Ui, das ist schwierig , da fal len mir im Moment vor allem ne gative Sachen ein. Aber im Bereich des Wirtschaftsrechts, vor allem die schon ältere Forderung nach einer Verschärfu ng des Aktiengesell schaftsrechts, das gefällt mir.

... Grünen. Dass si e s i c h f ü r d i e Umwelt einsetzen f i n d e i c h g u t . Das will ich ja auch .

We l c h e s Wo r t w ü rd e st d u ge r n e a u s d e m Po l it i ka l l ta g st rei c h e n ?

Konkordanz (im Sinne, wie es die SVP versteht).

Wischiwaschi. Das w i rd j a a u c h i n jeder Debatte ver we n d et . . .

We l c h e s T i e r i m Po l i t- Z i r ku s b i st d u ?

Der geduldige Maulesel

Die Katze: gemütli c h , a n ge n e h m im Umgang , kommt a b e r i m m er ans Ziel.

Wo ra u f, wa s d u ge r n e m a g st , ve r z i c hte st d u der Gesells c h af t / U mwe l t zu li e b e ?

Autofahren, wann immer möglich nehme ich den ÖV

Das einzig unumwel t f re u n d l i c h e was ich so mache i st A u to fa h re n . Und ich pendle ja m i t d e m Z u g nach Zürich. Ich ne h m e a u c h ge rne das Bike, für kü r ze re S t re c ken .

E r zä h l e e i n e n Witz!

Mäuschen und Elefa nt s i t zen i m Ki n o, Elefant vor Mäusc h e n . M ä u s c h en s i e ht nichts, sie tausch e n P l ät ze. A l s M ä u s chen vorne sitzt d reht e s s i c h u m u n d sagt: jetzt siehst d u m a l w i e d a s i st !

( M i t e i n i g er Ve r zö gerung) Wenn e i n e F l i e ge a u f d em Gesicht eines Z ü rc h ers vo n ei n e m Mundwinkel zu m a n d e re n s p a z i eren will, wählt s i e d e n k ü r ze sten Weg: hinten rum.

... oder ... ?

Altes oder neues Testament? das Neue > mit gewissen Vorbehälten.

Sparsäuli oder Kre d i t ka r te ? Kred i t ka r te > L eb e n auch geniessen


JSVP

S a n d ra H a n s e l mann b u c h h a l tet b e i der C o m p o ga s AG

R ü eb l i , d a i c h von meiner Chefin, d i e Z ü rc h er i n i st, auf Weihnachten e i n e n S l ä n g i ko n (Züri-Deutsch Dix.) b e ko m m en h a be und A a rga u = R ü eb li stand. . . . J U S O. d i e J USOs befassen sich mi t U mwel t f ra gen , was sehr wichtig ist. I h re I d ee n s i n d ok, sollten aber an d e rs u m ge s et z t werden. Ausserdem ve r m a r kten s i c h die JUSOs in den M ed i e n s eh r g ut. Es f u n kt i o n i e r t - ob‘s mit gefällt, sei d a h i n geste l l t . Zwei e r t i c ket

S el bst b ew u s ster Löwe

d a s R a u c h en .

(Mit Tobias MIttners Hilfe) Fussball Mannschaft im Flugzeug macht Lärm. Copilot schaut nach dem Rechten, plötzlich ist es still. Fragt der Pilot: Was hat du gemacht? Copilot: „Naja, sie spielten Fussball, also sagte ich: hey, wie schön das Wetter ist,geht doch nach draussen spielen. 1 . A u g u st fe u e r oder Buurezmorge? 1. Augustfeuer> Feiertage wichtig

Der Perfekte Grossrat woran erkennt ma n i h n ? Wir vergleichen fünf junge Kandidate n d er d e r f ü nf wichtigsten Parteien. Doch: Wie vergleicht man GR-Kandid ate n ? Vo r a l l em : Was vergleicht man? Was macht einen g u te n G ro s s rat aus? Toleranz, Humor, Spontanität, die Be re i t s c h af t , O pfe r zu bringen für die gute Sache, Chara kter u n d S el bstbild und natürlich ihr Bild vom Aarga u , s a ge n w i r. Um Toleranz zu testen, liessen wir di e Ka n d i d aten etwas nettes über eine andere Partei s a ge n . Um Humor und Spontanität zu bewei s e n , s o l l e n s i e einen Witz erzählen (stell t sich als sc hwer h e ra u s ) Mit wel chem Tier sich die Kandidaten verglei chen, soll Aufschluss über ihren Charakter geben, wo rauf sie der Umwelt/Ge sellschaft zuliebe verzichten, soll zeigen, ob Vorsätze auch tatsächlich umgesetzt werden. Ill u st rat i o n : M a n u e l a Ze l l e r

An einem mitgebrachten Gegenstand ( o d er T i e r ) zei gen die Kandidaten, wie sie unseren Ka nto n s e h en .


G R O S S R AT S -S P E C IA

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Jun ge ins Par lam ent ! - 5 Kan did ate n im Ver gle ich

Jungee Grün

Tabea Kaderli ist Kantischülerin

Juso

Matthias Erisman ist Kantischüler

Weisse Socken, das finde ich ein lustiges Klischee. Alle Aargauer tra gen weisse Socken. Andere Klischees finde ich hingegen überhaupt nicht lustig. Man soll offen auf andere Personen zugehen!

Der Aargau wird of t u nte rs c h ät z t , wie die Chilischote. M a n w ü rd e nicht er warten, da s s d a s o v i el Schärfe, so viel Wü r ze e nt h a l ten ist. Genauso ist es m i t d e m A a rga u . Zudem ist der Aarga u ga n z e i nfa c h ein scharfer Kanton .

... CVP. Ihre Familienpolitik finde ich positiv. Auch wenn das „Wie“ nicht immer auf meiner Wellenlänge ist, finde ich es doch gut, dass sie sich diesem Thema a ngenommen hat .

... FDP. Die FDP hat i n d e n e rste n Jahren ihres Beste h en s g ro s s artiges geleistet. D i e G r ü n d u n g des Schweizerische n S ta ate s entstand ja aus den li b e ra l en B e st re bungen.

Alle Wörter (Schl agwörter), die andere fertig machen; der Umgang unter den Politikern sollte auf einem gewissen Niveau bleiben und sachlich sein.

Geheimplan – es ist d o c h ei n W i t z auf so einen abente u er l i c h en Begriff zurück zu g re i fe n . D i e Schweizer Politik ist d o c h kei n James Bond Film.

M i t we l c h e m T i e r i n d e nt i f iz i e rst d u d i c h (p o l i t i s c h ) ?

Vielleicht mit einer Eule, die aus dem Wald ruft und ve rsucht, den Leuten etwas mitzugeben und sie gleichzeitig auch aufzuwecken. Und ihnen so auch etwas zeigt.

Mit dem Adler. Der A d l er h at ei n e n sehr scharfen Blick u n d b e o b a c htet alles von oben. So i st e s a u c h i n d e r Politik. Es ist nicht a l l e s S c hwa r z oder Weiss, sonder n v i e l ko m p l exer.

Wo ra u f, wa s d u ge r n e m a g st , ve r z i c hte st d u der Gesells c h af t / U mwe l t zu l i e b e ?

Allgemein versuche ich Strom und Wasser zu sparen. Dann versuche ich auch, möglichst wenig zu fliegen, auch wenn die Zugfahrt allenfalls etwas teurer kommt. Und ich fahre nicht Auto. lacht

Grundsätzlich lässt s i c h d a s , wa s ich mag , mit der U mwe l t u n d d e r Gesellschaft verein e n . D i e G e sellschaft in der Sc hwe i z i st g u t organisiert, es ist n i c ht n ö t i g , a u f Grundbedürfnisse zu ve r z i c hte n

E r zä h l e e i n e n Witz!

„Soll ich vorsicht s h a l b e r m e i n B a n kkonto leeren?“ – „ B ra u c h en S i e n i c ht , das erledigt Ihre B a n k f ü r S i e.“

Der Witz war super, a b e r l e i d e r zu lang für unsere Tab e l l e . U n b e d i n gt nachlesen auf w w w. ka nt i ze i t u n g . c h

We l c h e r G e ge n d sta n d ve rkö r p e r t f ü r d i ch d e n A a rga u ?

s a ge et wa s p o s i t i ve s ü b e r die...

We l c h e s Wo r t w ü rd e st d u gern e a u s d e m Pol i t i ka l l ta g st reichen?

... oder ... ?

Offroader verbieten oder AKW verbie - H a m m e r o d e r S i c h el? Ich distanziere ten? AKW. Offroader sind das kleinere m i c h e nt s c h i e d en vom Terrorregime d e r S ow j et- U n i o n u nd bevorzuge we Übel. d e r L a n d - n o c h Fa b rikarbeiter.


Ju ng e ins Pa rla me nt ! D e r G ro s s rat i st ein Gremium, das wir nicht nur als Wähler beinflussen können . V i e l m eh r G ew i c ht h at u nsere Stimme, wenn wir uns als Kandidaten aufstellen lassen - un d v i e l l ei c ht s o ga r gewä h l t werden. Ab dem Zeitpunkt wo wir abstimmen dürfen, dürfen wir u n s a u c h f ü r p o l i t i s c h e Ä mter wählen lassen. Wer sich in der Politik noch keinen Namen ma c h e n ko n nte, b ra u c ht m e i stens mehrere Versuche, ums in den Grossrat zu schaffen. Es lohnt s i c h a l s o u m s o m eh r, f r ü h damit anzufangen. Jungparteien sind oft auf der Suche, nach junge n c l everen L e u ten , d i e s i c h in der Partei engagieren oder für ein Amt kandidieren wollen. Wa r u m n i c ht m a l d em P rä s i denten der lokalen Lieblingspartei anrufen? Jammern ist zwar gu t f ü r d i e S ee l e , H a n d e l n i st a b er deutlich erfolgreicher. Hier eine Liste von KandidatInnen bis J a h rga n g 1 9 8 7 .

J G r ü n e Wä l t y G rö b l y S i eg r i st O b e r l e G a l i z i a B r u g g i s s er Kr u m m en a c h er Kä l i n Kn e c ht Ka d e r l i S c h e i b l e r

L u ca S i l l a S i l va n J o l a n d a A n n a M a r t i n a L i v i a I rè n e S eb a st i a n Ta b ea Ni co l a s

1 9 88 1 9 88 1 9 87 1 9 87 1 9 88 1 9 88 1 9 88 1 9 87 1 9 89 1 9 90 1 9 88

Baden Baden Baden Wettingen Wohlen Wohlen Hausen Lenzburg Bünzen Oftringen Oftringen

Fachmann Betreuung in Ausbildung Fachmittelschülerin Student, Maschineningenieur ETH Studentin Humanmedizi n Studentin, Betriebswirtschaftslehre Studentin Rechtswissenschaften Schreinerin gestalterische BM Studentin Lastwagenmechaniker in Ausbildung Kantonsschülerin Student

1 9 88 1 9 88 1 9 90 1 9 90 1 9 90 1 9 88 1 9 88 1 9 87 1 9 89 1 9 87 1 9 88

Aarau Suhr Wettingen Wettingen Wettingen Widen Wohlen Brug g Boniswil Waltenschwil Magden

Zentralsekretärin Jungsozi alistInnen Schweiz Hochbauzeichnerin, Kantonsschüler Koch Kantonsschülerin, NAKT Kantonsschüler, NAKT Kaufmann Informations- und Dokumentationsassistent Kantonsschüler Automechaniker Studentin Rechtswissenschaften

M i c h e l G a sto n C h r i sto p h S eb a st i a n Ka s p a r C at h r i n e B a s i l

1 9 86 1 9 87 1 9 86 1 9 87 1 9 86 1 9 86 1 9 89

Aarau Aarau Oberrohrdord Oberrohrdorf Gipf-Oberfrick Endingen Lenzburg

KV-Angest. Bezirksgericht Aarau Kaufmann Eidg. Fähigkeitszeugnis Kauf mann, BM dipl. Kaufmann mit kaufm. BM Student HSG Studentin IUR, HSG Landwirt

M at i a s Rajmonda C h r i sto p h L u ca s Vera

1 9 89 1 9 88 1 9 88 1 9 87 1 9 87

Boniswil Hirschtal Niederrohrdorf Boniswil Klingnau

Kaufmann in Ausbildung Pharmaassistentin Geomatiker Student ETH Maturandin

S tefa n i e J a n i n e 1 9 90 D a r i o 1 9 89 C a ro l e 1 9 89 S a n d ra 1 9 89 J a n n i k 1 9 87

Fislisbach Würenlos Ober wil-Lieli Birrhard Murgenthal

Studentin Kaufmann Restaurationsfachfrau Buchhaltungs-Allrounderin Assistent Qualitätsmanager

J U S O

J o b é L ü s c h er E r i s m a n n Vö ge l i Tr i f kov i c H ö h en e r B a l a zs va n d en B r u l Ts c h u d i n B u r ka rd Wa l d m e i er

V i v i e n A nto n i a M att h i a s Sve n S a ra Fa b i o D i m i t r i C l e m en s Pat r i c k F l u r i n L e n a

J F D P M eye r D i a z H o ffel n e r M ö s l i We i l en m a n n A m b r u s R ü tt i m a n n

JCVP

B ra u n Ku kel a j M er k l i B ra u n Ni e d r i st

J SV P

H e i n r i c h Wys s S to p p a H a n s el m a n n Po r t n e r

JEVP

M a u c h T i efe n a u er Kn e c ht

R a p h a el 1 9 8 8 S i m o n D a m a r i s

S a rmenstorf 1 9 89 Döttingen 1 9 90 Leug gern-Gippingen

Detailhandelsangestellter Konstrukteu Floristin in Ausbildung


Otto N. im Wunderland oder: die Enttäuschung

Parlament, Legislative, Verfassung, die Linken und die Netten, Rüeblitorte, Nationalratswahlen, Ständerat, Bundesgesetzbuch, Road Pricing, Volksinitiative, Grossratswahlen, Resolution, Strafregister, Judikative, Rüeblihose, Referendum, Bundesrat, Bürgerliche, Lobbyisten, Zivilgesetzbuch, Exekutive, Mutterpartei, Ausländerpolitik, Parteipräsident, Rüeblisalat, AKWs. Wo wählst du stehen? Eine satirische Wahlhilfe von Sara Trifkovic, KSB G3A

Otto N. erhielt das Couvert nicht zum ersten Mal per Post zugestellt, doch zuvor hatte er sich noch nie Zeit genommen, es genauer zu betrachten. Darin fand er viele lose Blätter, einige davon zusammengeheftet, in verschiedensten Farben und Grössen, mit Bildern, die Tinte gedruckt auf dickes und dünnes Papier. Als er das ganze Zeug herausnahm, fiel einiges davon zu Boden. Regel Nummer 1: Nimm dir viel Zeit und vor allem Raum, bevor du das Wahlcouvert aufmachst. Als Otto N. sich schliesslich zu Boden gelassen hatte, denn er besass diesen alten bequemen chinesischen Teppich, den seine Frau in die Ehe gebracht hatte und den sie stets zu häufig zu staubsaugen pflegte und auf dem sich der Schneidersitz gut eignete, und dort den Kram ausgebreitet hatte, sah er sich das Wirrwarr etwas entmutigt an. Wo anfangen? Regel Nummer 2: Schaffe Ordnung, vermische Äpfel und Birnen nicht. Zuerst blähte Otto N. die roten Pausbäckchen mächtig auf, so dass es den Anschein machte, sein Kopf werde gleich wie ein eitriger Pickel aufplatzen, und fuhr sich durch die spärlichen Haare, denn das Volumenshampoo brauchte Zeit, um Wirkung zu zeigen. Er überflog kurz nur die Stimmzettel. Daraufhin begann er Stapel zu machen: Bundes-, Kantons-

und Gemeindeebene. Zu jedem verfluchten Zettelchen gab es mindestens ein verdammtes Informationsblättchen, das in einem unleserlichen Kauderwelsch verfasst war. Doch nun, da etwas mehr Ordnung vorhanden war, schien der nächste Schritt einfacher. Jedenfalls auf den ersten Blick. Otto N. wollte jetzt nämlich lesen, um sich auf den neusten Stand der Dinge zu bringen, was sich jedoch als ziemlich schwierig erwies. Regel Nummer 3: Lies nicht jeden Fliegendreck durch. Pro- und Kontraseiten sind verständlicher und helfen dir, dir deine eigene Meinung zu bilden. Was nun? Otto N. war informiert. Aber er wusste nicht genau, was er eigentlich wählte. Die Grossratswahlen seines Lieblingskantons standen vor der Tür, aber Otto N. hatte, milde ausgedrückt, keinen blassen Schimmer, was oder wen er da eigentlich wählte. Otto N.s Frau kam ins Zimmer, rümpfte die Nase, als sie ihren Mann auf dem Teppich kauern sah, murmelte vor sich hin und band sich die schmutzige Schürze enger, so dass ihr ein zweiter Bauch wuchs. Sie stellte sich mit breiten Beinen vor ihn hin und hielt ihm ein weiteres Stück Papier entgegen, nachdem sie mit einer festen Stimme verkündet hatte: „Regel Nummer 4: Informiere dich im Voraus kurz über den Aufbau der Regierung!“.

Otto N. schielte unwillig darauf: Der Grosse Rat, auch Kantonsparlament genannt, ist das Parlament, bzw. die Legislative eines Kantons der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Kantonsparlamente sind mit den Gesetzgebungsverfahren der Bereiche vertraut, die nicht in die Kompetenz des Bundes fallen. Ein Kantonsparlament wird in der Regel alle vier Jahre vom Volk gewählt. Seine Aufgaben umfassen in erster Linie die Gesetzgebung, die Oberaufsicht über Verwaltung, Regierung und Justiz sowie die Beschlussfassung über Steuern, Abgaben und Kredite, das kantonale Budget und die Staatsrechnung. Nachdem Otto N. das gelesen hatte, schaute er hinauf in das gerötete Gesicht seiner Frau. Ihm war noch nie aufgefallen, dass sie einen kleinen Bart hatte. Klein aber fein. Er dankte ihr, obwohl ihm alles andere als danach zumute war, und lächelte. Otto N.s Frau starrte zurück, ihre Mundwinkel zuckten, doch eine freundliche Miene kam nicht zustande. Schliesslich warf sie noch einen missbilligenden Blick auf das eine oder andere Härchen ihres Angetrauten, riss ihm das Blatt aus den Händen und wackelte selbstzufrieden in die Küche. Regel Nummer 5: Sei stets respektvoll deiner Frau gegenüber, die immer nur helfen kann.


Das „Weisse Haus des Aargaus“. Bislang gibts noch keinen roten Teppich, auch nicht für clevere Kantischüler


G R O S S R AT S -S P E C IA

L

Kampf dem Wahlkampf! Inwiefern ist ein Wahlkampf ein Kampf? Wann müssen Politiker aufpassen, dass sie nicht das Wesentliche aus den Augen verlieren? Welche Wahltaktiken sind förderlich? Welche sind zu unterlassen? Wann sind Anhänger eher kontraproduktiv? Schwierige Fragen, eindeutige Antworten gibt es nicht. Doch eines steht fest, bei einem Wahlkampf steht nicht der Kampf im Vordergrund, sondern die Wahl! von Laura Fricker, KSBA G3A Inwiefern ist ein Wahlkampf ein Kampf? Wann müssen Politiker aufpassen, dass sie nicht das Wesentliche aus den Augen verlieren? Welche Wahltaktiken sind förderlich? Welche sind zu unterlassen? Wann sind Anhänger eher kontraproduktiv? Schwierige Fragen, eindeutige Antworten gibt es nicht. Doch eines steht fest, bei einem Wahlkampf steht nicht der Kampf im Vordergrund, sondern die Wahl! Seit Monaten sind wir Zuschauer und Zuschauerinnen von Wahlkämpfen: Auf der Weltbühne seit Frühjahr 2008, wo man nicht wegsehen konnte bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen, national im Dezember auf der Bühne genannt Bundeshaus mit einem krimiartigen Ende der Wahl, kantonal zur Zeit noch offen für die Regie-

„Nicht der Kampf steht im Vordergrund, sondern die Wahl“ rungsrats- und die Grossratswahlen. Die letztgenannten Wahlkämpfe sind meist ohne grössere Probleme und Ausschreitungen verlaufen. Doch es gibt auch weniger friedliche Beispiele, wie die geplanten Mordanschläge auf Obama oder die Ausschreitungen in Kashmir bei den Regionalwahlen über die Festtage 2008, bei denen mehrere Menschen schwer verletzt worden sind oder bei den Ausschreitungen in Bern, wo die linksorientierte kraftvoll auf die rechtsorientierte Szene der

Schweiz traf. An diesen Orten wurde gekämpft, nicht gewählt!

„Es geht darum, respektiert zu werden“ Man kann einen Kampf mit Wörtern, Taten oder Fäusten austragen. Eines ist jedoch in jedem Kampf dasselbe: Man will seinen Gegner übertrumpfen, will ihn sich unterwerfen, will, dass er merkt, wer hier das Sagen hat. Bei einer Wahl jedoch geht es darum, entscheiden zu können, respektiert zu werden für die Wahl, die man trifft, gute Argumente und Fakten für beide Seiten der Wahl zu hören. Es ist also schwierig, diese zwei so gegensätzlichen Dinge zu vereinen und in ein gutes positives, gemeinsames Schaffen zu verbinden. Weil diese Vereinigung von Wahl und Kampf so schwierig ist, ist es schwierig immer das Richtige zu tun und so zu handeln, dass man möglichst vielen gerecht wird. Es gibt so in einem Wahlkampf oft fiese Machenschaffen, unfair ans Licht gebrachte, schlüpfrige Details aus der Vergangenheit oder sonstige Seitenhiebe gegen seinen Gegner. Vielleicht durch Hilflosigkeit hervorgerufen, da man nicht weiss, wie man sich sonst verhalten soll. Solange diese Art Wahl-Kämpfen jedoch im Rahmen von klaren Regeln ge-

führt wird, können sie produktiv und in Ordnung sein. Doch sobald sie unfair werden, eine der Seiten über die Grenzen hinauskämpft, die Spiellinien klar überschreitet – sei dies nun mit unpassenden Worten, unangebrachten Handlungen oder durch Gewalttaten, verfehlt man schlichtweg das Ziel eines Wahlkampfes. Man sollte durch positive Energien und starke Taten seinen Anhängern beweisen, warum man für sie die richtige Wahl ist. Man sollte seinen Gegner achten und auch wenn man seine Ansichten und Meinung nicht teilt, diese dennoch nicht verurteilen oder gar bekämpfen. Man sollte auch als Wähler die Gegenseite respektieren und versuchen durch gute Diskussionen

„Jede Person sollte gut informiert sein“ und starke Argumente seine Seite der Lage klarzumachen und ganz sicher nicht durch Mord- und Todschlag. Jede Person sollte nach einem gut geführten Wahlkampf gut informiert sein und daher fähig sein, seine Wahl treffen zu können. Denn in einem Wahlkampf geht es ums wählen, nicht ums kämpfen!


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Berührungen in Angebot Auf dem Klingelschild steht „F. Fühlgrabe“*. Die Tür wird geöffnet, eine sympatische Frau blickt mir entgegen und bittet mich, einzutreten. Frau Fühlgrabe ist Mutter, Lehrerin und betreibt einen Hof. Weiter arbeitet sie als Berührerin und Sexualbegleiterin. Sie bietet Berührungen für jedermann und jederfrau an, auch für ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen. In einem Interview steht sie uns Rede und Antwort. Von Nadine Kammermann, AKSA G4B In Österreich nennen Sie sich Berührerin, in der Schweiz Sexualbegleiterin. Sehen Sie sich dabei selber als Prostituierte? Wenn man Prostitution als sexuelle Dienstleistung gegen Entgelt definiert, dann ja. Sexualität beginnt ja bereits mit Berührungen der Haut, wenn lustvoll erotische Gefühle auftauchen. Meine Arbeit unterscheidet sich aber auch ganz klar von der Prostitution, wie sie im Allgemeinen verstanden wird. Es geht nicht ausschliesslich um den Geschlechtsverkehr. In Achtsamkeit und Toleranz biete ich den Raum, um seine eigene Sexualität neu zu entdecken, sich selbst neu zu erleben. Manchmal brauchen Kunden mehr Zeit auf Grund ihrer Behinderungen, was sich aber nicht direkt auf die Kosten auswirkt. Ich gehe auf der Herzensebene eine Beziehung mit den Kunden ein, indem ich mich vollständig öffne. Birgt dies keine Gefahren, so könnte doch eine Abhängigkeit zwischen dem Kunden und Ihnen entstehen? Abhängigkeit im Sinne von „Ich kann ohne diese Berührungen oder ohne dich nicht mehr leben“ war bis jetzt noch nie ein Thema. Von vornherein ist klar, dass es sich dabei um eine Dienstleistung handelt. Es geht auch oft darum, durch den

Der Arbeitsplatz der Berührerin

Kontakt bei mir, zu lernen, jemandem nah zu sein, zu genießen, dass da jemand ist, und auch danach wieder loszulassen. Aus wieder gefundenem Selbstvertrauen heraus hat sich danach schon mancher wieder getraut, Beziehungen einzugehen, Frauen oder Männer anzusprechen, zu flirten etc. Gibt es Momente, in denen Sie Grenzen ziehen oder jemanden nicht empfangen? Grenzen ziehe ich da, wo es um Gewalt oder Schmerz geht. Ich verlasse mich bei dem ersten Gespräch auf meine Intuition. Wenn ich

Bild: Nadine Kammermann

merke, dass jemand bei mir nicht das finden wird, was er sucht, sage ich das und mache Vorschläge für eine Lösung. Wenn sich schon am Telefon zeigt, dass wir nicht einig werden können, dann sage ich auch nein. Wie reagiert Ihr Umfeld auf Ihren Beruf? Langsam werde ich in Vorarlberg immer bekannter mit meiner Arbeit und ich mache auch ein wenig Werbung. Freunde und Familie wissen, dass ich als Sexualbegleiterin arbeite. Meine Kinder haben keine Probleme damit und wir gehen offen


damit um. Die Bezeichnung „Berührerin“ hilft ebenfalls ein Stück weit, da nicht sofort ein direkter Bezug zur Sexualität hergestellt wird. Was ist Ihre Motivation für diesen Beruf? Impulse setzen. Den Menschen zeigen, wie wir liebevoll und achtsam mit uns selbst und den anderen umgehen können. Ist das dann nicht ein schweres Unterfangen? Nein, Wir Menschen erinnern uns sofort wieder daran, was liebevolle Berührungen sein können, was Achtsamkeit und Liebe sein können. Wir tragen das in uns. Vielen Dank für das Interview. *Name geändert Sinnliche Arbeitsuntensilien

Berührerin?! Die Ausbildungen zur/zum BerührerIn und Sexualbegleitung sind beides Wege, um insbesondere behinderten Menschen einen Zugang zur Sexualität zu ermöglichen. In gegenseitigem Einverständnis ermöglichen BerührerInnen, den eigenen und den fremden Körper zu erforschen und dadurch Erfahrungen zu machen, die anderweitig nur bedingt möglich sind. Um sich BerührerIn oder SexualbegleiterIn nennen zu können, ist eine rund halbjährige Ausbildung nötig. Weitere Informationen unter www.sexualassistenz.ch

Bild: Nadine Kammermann


Eins Entscheidungen sind nötig, um im Leben weiter zu kommen. Sich zu entscheiden, bedeutet aber auch, gewisse Dinge entbehren zu müssen. Deshalb müssen Entscheidungen gut überdacht werden. Die NAKT testet zwei Methoden der Entscheidungsfindung. KSWE G3A rechnet.

Entscheidungen bestimmen den Lebensweg eines Menschen. Im Leben gelangt man immer wieder an kleinere und grössere Weggabelungen, an denen sich einem zahlreiche, neue Wege eröffnen. Von allen Wegen kann man aber nur einen einzigen gehen und es gibt kein Zurück. Wir treffen tagtäglich Entscheidungen – bedeutendere und weniger bedeutende. Schon ein Gespräch kann auf ganz verschiedene Arten geführt werden. Mit unbewussten Entscheidungen lenken die Gesprächsteilnehmer ihre Unterhaltung nämlich in eine bestimmte Richtung.

Lust oder Tugend? Im Gegensatz zu den alltäglichen, eher unbedeutenden Entscheidungen machen einem schwerwiegende Entscheidungen mit weit reichenden Konsequenzen sehr zu schaffen. Der griechische Held Herkules musste sich einst als Jüngling zwischen dem Weg der Tugend und dem Weg der Lust entscheiden. Die Göttin der Lust versprach ihm Genuss, Reichtum und Glückseligkeit, die Göttin der Tugend hingegen Achtung, Verehrung und Liebe. Herkules entschied sich für den Weg der Tugend. Doch hätte er mithilfe der heutigen Methoden

der Entscheidungsfindung auch so entschieden? Das lässt sich nur erahnen. Eine zentrale Frage ist, ob Herkules bei seiner Entscheidung eher auf eine rationale oder eine intuitive Methode zurückgegriffen hätte. NAKTRedaktor Manuel Diener testet je eine rationale und eine intuitive Methode, um herauszufinden, ob die beiden Methoden niet- und nagelfest sind und wie Entscheide letztendlich gefällt werden.

Selbstversuch: Rationale und Intuitive Entscheidungsmethoden Im vergangenen Schuljahr lebte ich für ein Jahr als Austauschschüler in Peru. Da ich meine Gastfamilie, meine Freunde und das Leben dort sehr vermisse, denke ich darüber nach, in den nächsten Sommerferien für vier Wochen nach Peru zu reisen. Gleichzeitig zweifle ich daran, ob es die richtige Entscheidung wäre, nach Peru zurückzukehren. Ich könnte nämlich an einer RomReise teilnehmen und mit Freunden verreisen. Am liebsten würde ich mich gar nicht entscheiden müssen, mich zweiteilen und die eine Hälfte nach Peru und die andere an einen anderen Ort schicken. Doch leider

ist das nicht im Bereich des Möglichen. Deshalb bin ich gezwungen, mich zu entscheiden und einem von beidem zu entbehren. Damit tue ich mich besonders schwer, da ich doch möglichst nichts verpassen möchte. Und was ist, wenn ich mich falsch entscheide? Ich schiebe die Entscheidung heraus, was mich in eine immer brenzligere Lage bringt. Denn solange ich mich nicht entscheide, bin ich unfähig, zu handeln. Und am Ende habe ich nichts von beidem. Schon Schiller hatte einst gesagt: „Wer gar zuviel bedenkt, wird wenig leisten“. Darum versuche ich mich nun mithilfe zweier verschiedener Methoden der Entscheidungsfindung für eine Alternative zu entscheiden.

„PMI“ Eine der rationalen Methoden nennt sich „PMI“ (Plus-MinusInteresting nach E. de Bono). Zunächst liste ich alle Plus- und alle Minuspunkte auf, um mir einen Überblick zu verschaffen. In einer weiteren Kategorie mit der Bezeichnung „Interessant“ (i) liste ich alle Fragen auf. Um die Plus- und Minuspunkte gewichten zu können, gebe ich ihnen eine Note zwischen 1 (gar nicht wichtig) und 6 (sehr


wichtig). Schliesslich ziehe ich die Summe der Minuspunkte von der Summe der Pluspunkte ab. Ist das Resultat grösser als 0, heisst die Antwort „Ja“, ist es kleiner als 0, heisst die Antwort „Nein“.)

+

Schon das Bestimmen der Plus- und Minuspunkte war schwierig. Wie sehr sollte man dabei ins Detail gehen? Sind die ersten drei Pluspunkte legitim oder müsste man sie zu einem zusammenfassen (siehe Tabelle)?

Die Entscheidung lautet ganz knapp „Nein“. Kann man bei einem so knappen Resultat mit gutem Gewissen eine Entscheidung treffen? Ich glaube nicht. Mir fällt es schwer, das Resultat zu akzeptieren, es kommt mir fast willkürlich vor.

-

Soll ich in den Sommerferien nach Peru reisen? Gewichtung

Gewichtung

I

G a st fa m i l i e / F re u n d e w i e d e rs e h e n

6

Ko ste n / A u f wa n d

2

was tun dort?

E r i n n e r u n ge n a u f l e ben lassen

6

Fa m i l i e / F re u n d e h a b e n n i c ht d e n ga n ze n Ta g Ze i t f ü r m i c h

4

noch zu wenig Distanz von P.?

To u r i s m u s

6

A l l e i n e re i s e n

2

Werden meine Erwartungen enttäuscht?

1

n i c ht m e r h s o w i e i m A u s ta u s c h

3

Z u ku r ze r A u fe nt h a l t ( n o c h m a l s s c h we re r A b s c h i e d )

4

Pe r u ke n n e i c h s c h o n

2

Ke i n e Ro m re i s e u n d ke i e n Fe r i e n m i t F re u n d e n

5

TOTA L :

22

TOTA L

19

Die Entscheidung lautet ganz knapp „Nein“. Kann man bei einem so knappen Resultat mit gutem Gewissen eine Entscheidung treffen? Ich glaube nicht. Mir fällt es schwer, das Resultat zu akzeptieren, es kommt mir fast willkürlich vor. Schon das Bestimmen der Plus- und Minuspunkte war schwierig. Wie sehr sollte man dabei ins Detail gehen? Sind die ersten drei Pluspunkte legitim oder müsste man sie zu einem zusammenfassen (siehe Tabelle)?

app: NEIN

Die Antwort lautet kn

WORTWAHL:

keine Macht dem Wörtchen macht

„ M a c h e s S M S met em Kennwort B2 a 949.“ Wer hat noch nie Bekanntschaf t ge m a c ht m i t s o l c h e n o d e r ähnlichen Sätzen? Und mal ganz ehrlich: wer hat sich schon G e d a n ke n d a r ü b e r gem a c ht ? Wie ich diesen Spruch zum ersten Mal gelesen habe, so began n i c h n a c h zu d e n ke n . I c h fragte mich nicht, wer ihn gemacht hat und ob er Sinn macht, s o n d e r n we s s e n G ed a n ke n er entsprungen ist und wo der Sinn darin verborgen liegt. U n d vo r a l l em p l a gte m i c h eine Frage: Was wird denn hier mit der deutschen Sprache gem a c ht ? A n stel l e n kö n nte man definitiv Schöneres damit: eine SMS kann man senden, jem a n d em zu ko m m e n l a s s en oder auch schicken, aber wo kommt man hin, wenn man eine S M S M AC H T ? D a n n m a c ht man Halt da, wo Informationen gemacht werden, nicht aber info r m i e r t w i rd , wo wed e r Tex te noch Lieder geschrieben, sondern nur noch welche gemacht we rd en u n d wo e i n Ve r b wie „machen“ zwar daran gehindert wird, sich sprachlich auszu b re i ten , s i c h d af ü r a b e r u ngehindert breit machen kann – und dabei erst noch eine gute F i g u r m a c ht ! S el bst wen n andere Wörter eine bessere Figur abgäben, „machen“ macht h a l t m e h r E i n d r u c k , d a kö nnen alternative Ausdrücke sich noch so bemühen, Eindruck zu s c h i n d en . M a c ht eu c h s elber eine Meinung über dieses Sprachphänomen, oder wenn ihr d a s s e l b e d e n kt w i e i c h : B I L D ET euch eine Meinung! Und zwar eine, die Sinn – nein, nicht m a c ht – e rg i bt . von M el a n i e B ösiger , KS BA G 3 E


. Ic h b in m e in H o b b y t. in en H ob bi es ge fr ag se ch na an m d ir w D au er nd

se he n. ha t, so ll si ch hi er um en nd fu ge g un tig äf nf äh ig e Fr ei ze itb es ch W er no ch ke in e sa lo

Vo rstel l u n g s runde: „Sagt doch b i tte e u re n Namen, wo ihr h e r ko m mt , u nd was für Hobbys i h r h a bt “. U nseren Namen und Wo h n o r t w i s sen wir ja. Aber h ab en w i r d e nn Hobbys? Und fa l l s n e i n : m it welcher Lüge m a c h en w i r den besten Ein druck? Wa s i st ei n Hobby überhaupt? I m D u d en w i rd als Synonym „ S tec ke n pfe rd“ angegeben. D a s ko m mt d aher, dass der e n g l i s c h e B egriff „Hobby “ eine A b k ü r zu n g von „Hobbyhorse“ i st , wa s a u f deutsch wiederum „ S tec ke n pfe rd“ heisst. Aber wa r u m n e n n en wir unsere lieb ste F rei zei t b eschäftigung „Ste c ke n pfe rd “ ? Man vermutet, d as s d i e B egeisterung und das S p i el e r i s c h e mit welchen klei n e K i n d e r a u f ihren Holzpferd e n rei te n , mit jenen Gefühlen ve rg l i c h e n w ird, die uns ein H o b by g i bt . Ein Hobby ist also u n s ere l i e bste Freizeitbeschäft i g u n g . Et wa s das wir freiwillig t u n u n d wo f ür wir keinen Lohn k r i e gen a u s s er Freude. Nu n i st d i e F reizeit eines Schü l e rs n i c ht gerade reich bemes s e n . U n d d i e Zeit die uns nach d e r S c h u l e b l eibt, verbringen w i r a u f Fa c ebook oder mit Fe r n s e h en u nd das Wochen -

H ch, KSWE G4 a b r a M e is u o n M a r ie -L o g u te Id e e n v

ende ist für Partys und So cializen vorgesehen. Ist Face book ein Hobby? Könnte der Ausgang mit Freunden als Steckenpferd durchgehen? Die Vorstellungsrunde läuft weiter, bald sind wir an der Reihe. Klar, laut Definition spricht nichts dagegen, den Kon takt mit Freunden als Hobby anzugeben. Aber das tun ja s chon so viele… Schade, dass wir keine versierten Sportler sind, wie Reto aus Mel lingen, oder ein Instrument s pielen, wie Hanna aus Turgi. Während wir unser altes Sprüchlein vom „ Ausgang mit Kollegen“ aufsagen, nehmen wir uns vor, für die nächste Vorstellungsrunde eine rich tig ausgefallene Freizeitbe schäftigung zuzulegen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage: welches Hobby eig net sich? Es muss ja zu uns passen, Spass machen, gün stig sein… In der Liste rechts haben wir einige Vorschläge zusammengetragen.

Wähl dir ein Hobb y aus: Bons a i z ü c hten Aquariu m b et re i b en Schleimp i l ze s a m m e l n Tulpen (od e r a n d e re B l u men ) k re u ze n Berg stei ge n Agility Den Hor i zo nt s u c h en Step pta n ze n Kom p o n i eren Songstex te s c h re i b en Hymn e n s a m m l e n Instrum e nte b a u e n Rezepte ent w i c ke l n Stilb e rate r / i n Scherensch n i tte ent we r fe n NAKT. Re d a kto r / i n Fut u ro l o g i e Klassen c h ro n i st / i n Sorgen c h ä st l i Gross rat we rd e n Homepa ges d e s i g n en Kameras au s Ko m p o st b a u e n Haustier t h e ra p i eren Schallplatte n a u f M P 3 ü b erspielen Katzen von B ä u m en h o l e n Demos o rga n i s i e re n


Snowboard statt Schule Nicolas Müller hat sich gegen die Kanti und fürs Boarden entschieden. Seit zehn Jahren ist er weltspitze. Der Snowboardstar aus Aarau über Jacken aus PET-Flaschen, snowboarden in Kapstadt und was ihm zu „Die Wahl“ einfällt. von N/AKSA P2B Einer der letzten Novemberabende im 2008. Ich warte im Schnee vor der Alten Kanti Aarau auf Nicolas (28). Gerade noch auf einen Tee bei seiner Mutter, schlendert er nun gemütlich über das Schulareal auf mich zu: „Wo ist denn die Mensa?“ – „Abgerissen“ – „Es ist lange her…“.

noch kennenlernen? Nicolas: Das ist wahr, abgesehen von den Polen war ich schon auf allen Kontinenten. Afrika wäre spannend! Da war ich bis jetzt nur in Marokko und Südafrika. Michi: 2003 warst du am Totally Board in Kapstadt: Nokia baute am Strand eine Rampe und liess bei Foto: Curtes

Nicolas Müller: Cheers! Michael (NAKT): Gsundwohl! Nicolas: Mit Blick auf mein Getränk Feldschlösschen! Michi: Magst du? Nicolas: Naja, im Moment bin ich ziemlich clean. Ich habe aufgehört mit kiffen, trinke keinen Alkohol, rauche nicht – und es macht Spass! Michi: Du warst letztes Wochenende am Contest „Hit the Cheese“ in St. Moritz! Hat es Spass gemacht? Nicolas: Klar, das war super! Vor allem der frische Powder am Sonntag auf dem Corvatsch. Beim Mittellift gibt’s so tolle ... Michi: Wellen, links vom Lift? Nicolas: Genau! Michi: Eine Pracht! Und dann, wie geht’s weiter in deinem Kalender? Nicolas: Jetzt kann ich zwei Wochen chillen und dann geht’s nach Tokio. Michi: Tokio! Da bin ich in Wildhaus – ein Kaff… Nicolas: Ja, der Nissan X-Trail Jam ist schon etwas sehr spezielles. 40‘000 Zuschauer und die Wahnsinnsshow im Tokyo Dome sind einmalig! Michi: Travis Rice hat mal eben diese Show, kurz vor seinem Lauf, als pervers bezeichnet! Nicolas: Lacht Tatsächlich! Michi: Als Mitglied eines Global Teams reist du rund um die Welt. Welchen Ort würdest du gerne

Nicolas Müller, mal nicht im Schnee

über dreissig Grad rund 200 Tonnen Kunstschnee produzieren. Nicolas: Das war pervers! Die Hinfahrt führte uns vorbei an Slums und im Dreck spielenden Kindern. Anschliessend am Strand das Brett anzuschnallen war schon ein komisches Gefühl. Was dieser Schnee

wohl gekostet hat? Und dann hielt er noch nicht einmal bis in den Final. Mit diesem Aufwand hätte man einiges für die Kinder tun können! Michi: Auch für uns Normalsterbliche ist Snowboarden vor allem eine Frage des Geldes. Wie hast du dich vor der Karriere finanzieren können? Nicolas: Damals haben mich meine Eltern sehr gut unterstützt, mie-

„Sie muss einfach ein grosses Herz haben“ teten für mich ein Zimmer in FlimsLaax, finanzierten mir die Saisonkarte und so weiter… Dazu kam noch, dass ich bereits mit 16 einen Sponsor fand und damit mein erstes kleines Reisebudget hatte. Und so ging es los, bis ich schliesslich einen grossen Vertrag bekam. Michi: Woher hast du da den Mut genommen, die Kanti abzubrechen? Nicolas: Ich habe mich damals gleich von Beginn weg gegen die Kanti entschieden und habe nach der Bez Aarau gar nicht mehr weiter gemacht. Es war nicht einfach, viele haben mich für verrückt erklärt, Lehrer wie Kollegen. Aber ich habe an mich geglaubt und mein Ding bis hierher durchgezogen – es hat funktioniert! Michi: Heute hast du zehn Jahre Sport an der Weltspitze im Rucksack. Kannst du noch unerkannt über die Strasse gehen? Nicolas: Ja, das ist kein Problem. Ich habe das Glück das mein Name zwar weltbekannt ist, mein Gesicht


erkennt aber kaum jemand. Und wenn mal jemand kommt „isch das härzig“. Michi: Du bist 28. Hast du vor, etwas ruhiger zu werden? Nicolas: Überlegt Nein, das nicht, wobei ich allerdings langsam nach Veränderung Ausschau halte. Wenn du während zehn Jahren jeden Contest mitgemacht, fast alle gewonnen und unzählige Videoparts gefilmt hast, dann wird es langsam Zeit für etwas Neues. Snowboarden

Method Air, Nicolas aktueller Lieblings-Trick.

macht mir nach wie vor Spass, aber ich muss heute nicht mehr unbedingt an jeden Contest, sondern arbeite lieber etwas mehr in der Produktentwicklung bei Burton mit. Konkrete Pläne dazu gibt es nicht, denn am Schluss kommt ja doch wieder alles anders. Deshalb gehe ich alles etwas lockerer an. In dieser

„Viele Leute haben das Gefühl, keine Wahl zu haben.“ schnellen Zeit kann ich unmöglich wissen, wie die Welt in zehn oder bereits fünf Jahren wohl aussehen

wird. Einige Leute tun mir schon fast leid, wenn ich sehe, wie viel Zeit sie in Ausbildungen für Berufe investieren, die es in zehn Jahren vielleicht gar nicht mehr gibt. Trotzdem interessiere ich mich sehr für das Weltgeschehen und dafür, wie sich das menschliche Bewusstsein im Zeitgeist verändert. So scheinen wir uns in den letzten 50 Jahren von der Natur entfernt zu haben und es liegt mir am Herzen, dass wir uns der Natur wieder annähern

Foto: Blotto

und ihr ausreichend Sorge tragen. Das fliesst auch bei unserer Produktentwicklung ein und ist mir sehr wichtig, weil ich als Fahrer eine Marketingfigur für dieses Unternehmen bin. Michi: Macht Burton da auch konkret etwas? Nicolas: Das Green Mountain Project! Das ist eine neue Kleiderlinie, die wir seit einiger Zeit aufbauen. Schon nächste Saison sollen alle Jacken aus PET-Flaschen produziert werden! Da bin auch ich Mitschuldiger, weil ich immer wieder auf so etwas hingedrängt

habe. Ganz neu auch mein erstes eigenes Snowboard, das umweltfreundliche econico. Das Promodel von mir und der Natur sozusagen. Eine anstrengende Sache! Aber es hat sich gelohnt, denn mir liegt es sehr am Herzen, dass Burton etwas mehr macht als jede Saison

„...bis ich meine Kleider in den Kompost werfen kann“ nur neue Grafiken zu zeichnen. Die sind auch wichtig, denn man kann natürlich weder Brett noch Jacke jedes Mal neu erfinden, eine Firma jedoch ist auf anhaltenden Konsum angewiesen. Irgendwo erreichte ich aber einen Punkt, an dem ich nicht mehr wusste, wieso ich Saison für Saison die immergleichen Sachen neu kaufen sollte. Diese Verschwendung von Ressourcen ist für mich kein annehmbares Konsumverhalten. Stoppen kann ich das natürlich nicht, ohne dabei arbeitslos zu werden. Deswegen strebe ich nach Produkten bei denen ich sagen kann: „Die sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch besser, denn…!“. Das will ich weiter machen - bis ich meine Sachen in den Kompost werfen kann! Michi: Neutralisierst du deine Emissionen als Vielflieger? Nicolas: Nein, das nicht. Die Projekte sind mir zu wenig transparent. Aber ich bin Botschafter für eine Stiftung von Freunden, die den brasilianischen Regenwald unterstützen, indem sie mit Spendengeldern Land kaufen. Da kannst du als Spender über ein Google Earth Bild dein persönliches Stück Land sehen und beobachten, das gefällt mir. Michi: Dein Lieblingstrick? Nicolas: Method Air! Wenn ich jemandem snowboarden erklären müsste, würde ich ihm diesen Trick zeigen. Denn das ist der einzige, der nur auf dem Snowboard möglich


ist, nicht aber auf einem Skateoder Surfbrett, da bei diesen die Bindung fehlt. Michi: Ich dachte, dein Favorit sei der Backside 180°? Nicolas: Nein, nicht mehr. Da war das Gefühl toll, nicht zu sehen, wo man hinfliegt. Inzwischen habe ich aber den Spass daran entdeckt, mich mit der Distanz zum Boden im Angesicht auseinanderzusetzen. Michi: Next level sozusagen! Nicolas: Lacht Ja genau, in die Richtung geht es wohl. Michi: Dass du mit deinem riesigen Trickrepertoire damals denselben Favoriten hattest wie ich, ein durchschnittlicher Boarder, hat mich ziemlich beeindruckt. Nicolas: Schwere Tricks sind häufig zu nervös, als das man diese geniessen könnte. Sie faszinieren auf eine andere Weise, fordern den sportlichen Ehrgeiz heraus. Michi: Rubrik Boulevard – wieso bist du solo? Nicolas: Ich habe vor einiger Zeit gemerkt, dass ich nicht recht weiss, was ich will. Deshalb habe ich mich damals zurückgezogen, um mich etwas mit mir selbst befassen zu können. Das hat unglaublich gut getan und inzwischen könnte eigentlich durchaus wieder jemand kommen. Michi: Wer sollte diese Jemand sein? Nicolas: Sie muss einfach ein grosses Herz haben, nicht nur für

mich, sondern für alles. Für die grosse weite Welt. Michi: Zum Schluss die Frage: Was fällt Nicolas Müller zum Thema „Die Wahl“ ein? Nicolas: Überlegt Die Qual der Wahl. Nun, viele Leute haben das Gefühl, eben gerade keine Wahl zu haben. Dabei ist es wichtig, immer die eigene Wahl zu treffen. So wie ich damals entschieden habe, snowboarden und nicht in die Kanti zu gehen. Meine eigene Entscheidung zu treffen, eigenständig zu denken, unabhängig von Eltern,

Die von Nicolas unterstützte Sudden Rush Atlantic Rainforest Institution ist zu finden auf www.atlanticrainforest. org

Lehrern oder Politikern. Denn wer sich zu fest auf die Meinungen anderer verlässt, ist irgendwann nicht mehr sich selbst. Michi: Merci! Nicolas: Danke dir!

Am 14. Dezember sich Nicolas beim

katapultierte

X-trail Jam mit

einem aufsehenerre

genden Double

Backflip unter die

besten Vier. Im

hart umkämpften

Final blieb ihm

allerdings mit einem

Cab9 nur der Platz neben dem Po dest, gleich hinter Shaun White. Gewo nnen hat Torstein Horgmo aus Norw egen.

Nicolas Müller nimmt sich Zeit - auch für seine Unterschrift.


Studieren oder quer einsteigen? Jura oder Germanistik? Geld oder Leidenschaft? Karriere oder Familie? In spätestens vier Jahren müssen wir uns entscheiden, wie unser Leben weitergehen soll. Wir müssen uns für einen Beruf, oder zumindest eine Berufsrichtung entscheiden. Diese Reportage handelt von Menschen, die eine Wahl getroffen haben, immer wieder, die Umwege gegangen sind und Abkürzungen. Text und Illustrationen von

KSWE G4H

Studieren wollte sie, die Bauerntochter aus dem Aargau. „Das musst du gar nicht versuchen!“ Erklärten die Lehrer. Die Eltern hätten sie gerne noch etwas auf dem Hof behalten, für die jüngeren Kinder. Aber Marlene will weg. Mit 14 Jahren, ein Jahr zu früh, tritt sie aus der Schule aus. Sie habe erkannt, sie es noch einmal versuchen. „Eine dass die Lehrer ihr nie das erklären Freundin bot mir eine würden, was Stelle als ElektromonVon der Schere zum Bohrer sie interesteurin an.“ Und obwohl sierte, meint diese Tätigkeit meilensie dazu. „Ich war gut in Matheweit von allem entfernt ist, was sie matik und wollte auch Geometrie bisher getan hat, sagt sie zu. Sie sei machen, aber dass durften damals neugierig gewesen, sagt sie. Weil es nur Jungen.“ Sie lacht, „Und der sie interessierte, lernte sie schnell. Französischlehrer hatte uns ohneAuf die Frage, ob Elektromonteuhin aufgegeben.“ rin ihr letzter Beruf sei, meint sie, Also macht Marlene, wie die meisten Mädchen zu dieser Zeit, ein Haushaltsjahr. Danach beginnt sie eine Schneiderlehre. „Meine Mutter hatte eine Freundin die Schneiderin war. Das wäre doch etwas für dich, meinte sie und so war es entschieden.“ Nach der Lehre arbeitet Marlene als Verkäuferin in einem Kleidergeschäft. Mit der Heirat gibt sie ihren Beruf auf. 18 Jahre lang ist sie nur für ihre Kinder da und zehrt an den Erfahrungen, die sie als Verkäuferin gemacht hatte. Dann will

war ein Restaurant zu verkaufen, dafür reichte mein Geld noch. Was konnten wir verlieren?“ Seine Frau macht das Wirtenpatent und die beiden beginnen zu Kellnern. „Dann kam ich auf die Idee mit den ZuckerErstens kommt es an- beuders und zweitens als teln“, fährt man denkt er fort. „Jedes Restaurant braucht Zuckerbeutel! Wir begannen, sie selber herzu-

„Wer weiss, vielleicht lerne ich noch etwas ganz anderes.“

Emanuel begann mit einem Theologiestudium. „Ich wollte Pfarrer werden.“ Tatsächlich wird er Unternehmer. „Weisst du, mir wurde bald klar, dass ich mehr Geld verdienen will.“ Und so machte Emanuel sich auf. Wurde Kaufmann, heiratete, und machte Konkurs. „Da

stellen.“ Er eröffnet eine Fabrik und als diese richtig läuft, verkauft die Familie das Restaurant. Doch auch mit Zucker lässt sich nicht das grosse Geld machen. „Also begann ich mit Uhren zu handeln.“ Und tatsächlich brachte der Uhrenhandel genug ein, um das Leben geniessen zu können, wie er es sich vorgestellt hatte. „Jetzt arbeite ich nur noch aus Vergnügen“,


Dauer des Studiums macht ihr noch Sorgen. Mindestens 6 Jahre studieren und dann vielleicht noch spezialisieren, das findet Rahel doch etwas lang. „Dann bin ich bereits 26 Jahre alt, vielleicht sogar älter und ich habe immer noch nichts verdient.“ Doch eine Grosstante zerstreut ihre Zweifel. „Sie sagte, ich würde schlussendlich etwa vierzig Jahre in meinem Beruf arbeiten. Da machen 6 Jahre Studium nicht mehr viel aus.“

meint er lächelnd. Er habe alle Uhren verkauft und versuche sein Geld mit dem Kauf von Aktien zu vermehren. „Ohne etwas Nervenkitzel wäre das Leben doch langweilig.“

„Als ich die Bezirksschule abgeschlossen hatte, konnte ich mich nicht entschliessen, welchen Beruf ich lernen wollte, also entschied ich mich für die Kantonsschule.“ Rahel will Philosophie studieren, oder Germanistik, oder Historik. Auf der anderen Seite würde auch eine Goldschmiedlehre genügen. Oder doch Schreinerin? Vielleicht auch einfach eine Lehre in der Landwirtschaft. Sie kann sich nicht entscheiden, schreibt keine Bewerbungen und meldet sich, als die Zeit für Alternativen abgelaufen ist, an der Kantonsschule an. „Doch bald merkte ich, dass ich damit nicht nur die Entscheidung hinaus schob, sondern nun auch noch mehr Wahlmöglichkeiten hatte.“ Allerdings wird ihr bald klar, dass es für sie vor allem ein Ziel gibt: „Ich will einen Beruf, der mir Spass macht.“ Aber

Eigentlich ist es schwierig, von Nacht zu sprechen. Was ist die genaue Definition von Nacht? Doch beginnen wir von vorne. Meine Flüge aus den USA nach Europa starten effektiv um 20.00 Uhr Ortszeit. So gesehen sind es Nachtflüge. Das heisst also, ich treffe unge-

welcher Beruf ist das? „Ich begann Kriterien zu erstellen, an denen ich jedes Studium und Es gibt also viele Wege, jeden Beruf abwog.“ Einen Beruf, der Spass wie wir unser Geld verRahel will einen macht. dienen können. Manche Beruf, der Spass mögen gerade die Abmacht, bei dem wechslung und manche finden auf sie nie ausgelernt hat und der mit Anhieb den Beruf fürs Leben. Aber Menschen zu tun hat. Sie will eine egal, welche Wahl man trifft, FehArbeit, die nicht nur am Schreibler kann man hier keine machen. tisch stattfindet, sondern auch prakJede Erfahrung, jeder Umweg tische Aspekte hat. „Das war alles macht uns reicher. Denn gerade noch ziemlich ungenau. Schliesslich wenn es um die Arbeit geht, ist der kam ich um eine Wahl nicht mehr Weg das Ziel. herum und entschied mich, einfach zu springen. Ich erklärte, ich wolle Medizin studieren.“ Nachdem sie * Namen geändert sich festgelegt hat, beginnt Rahel, Informationen über dieses Studium und alle Berufe, die es ermöglicht, zu sammeln. „Alles begann zusammen zu passen“, sagt sie, nur die

fähr anderthalb Stunden vor der Abflugszeit am Flughafen ein. Besser gesagt: Die Crew und ich werden vom Hotel abgeholt. Bevor wir das Flugzeug aber besteigen, muss die Route geplant und die Treibstoffmenge berechnet werden. Das Reisen an sich ist für mich längst Routine. Da ist nichts Aufregendes mehr dabei. So bin ich denn Foto: Peter Euler


Erst wenn wir über dem Atlantik sind, habe ich wieder Zeit, um etwas zur Ruhe zu kommen. Da alles klar vorgegeben ist von der Flugroute her, müssen wir in erster Linie präsent sein und abwarten und die Instrumente im Auge behalten. Einer der Piloten kann deshalb immer schlafen, während der andere diese Aufgaben übernimmt. Dies ergibt eine sehr spezielle Stimmung im Cockpit. Gerade weil einer schläft und weil das Land weit weg ist, bekomme ich jeweils das Gefühl einer gewissen Einsamkeit. Man ist so alleine und total den eigenen Gedanken überlassen. Manchmal dimme ich sogar das Licht im Cockpit etwas herunter und geniesse den Ausblick, der sich mir bietet. Es ist schlicht wunderschön. Ich kann die Sternen wunderbar sehen und natürlich auch den Mond, welcher sich, bei schönem Wetter, sogar im Atlantik spiegelt. Die Nacht hat sich dadurch für mich verändert. Ich erlebe sie viel intensiver, wenn ich so alleine bin. Das beschützende Gefühl von Zuhause ist weg. Das Meer ist

Flexibilität wegen der Zeitverschiebung zeigt sich besonders im Essverhalten: Wenn wir mit der Crew frühstücken gehen, ist es gegen 2.00 Uhr nachmittags. Drei Stunden vor der Landung sind beide Piloten wieder wach. Durch die Helligkeit der aufgehenden Sonne ist das Wachbleiben dann nicht mehr ein Problem. Zudem haben wir über Europa wieder mehr zu tun. Der Verkehr ist dichter, wir müssen wieder mehr kommunizieren.

Heimelige CockpitAtmosphäre?

Foto: airliners.net

auch nicht nervös vor der Abreise, zwar nicht bedrohlich, man muss sondern nutze die Zeit im Hotel sich aber zuerst an diese Stimmung vor der Abreise, um kurz zu schlagewöhnen. fen. Das Wenn mir die Stimmung ist folglich „Manchmal dimme ich sogar doch zu einsam wird, mitten am unterhalte ich mich mit das Licht im Cockpit etwas Nachmitandern Piloten auf einer herunter“ tag, New freien Frequenz. Oft sind Yorker Zeit. es mehrere Flugzeuge, Das Problem ist, dass ich meinen die so miteinander kommunizieren. persönlichen Rhythmus nicht Es ist eine richtige Gemeinschaft, an die Ortszeit anpassen kann. die sich da über dem Atlantik zuSchliesslich bin ich jeweils nur sammengeschlossen hat. Man hilft 24 Stunden an der Zieldestinasich, gerade auch, wenn einer einen tion. Und da ich einen sieben- bis Notfall haben sollte. achtstündigen Flug vor mir habe, nutze ich diese Zeit neben kurzen Stadtbesichtigungen gerne auch für etwas Erholung.

Das Anstrengendste dieser Nächte Nach der Landung ist die Arbeit ist nicht die Arbeit, sondern die für mich als Pilot getan. AllerZeitverschiebung. Ich muss trotz dings muss ich zuerst richtig nach der MüdigHause kommen. keit und des Ich fliege nämlich „Es kommt nicht mehr darauf schlafenden in der Regel USAan, ob Tag oder Nacht ist“ Kollegen Destinationen nach die KonAmsterdam, Frankzentration furt oder München. behalten. Dies ist denn vielleicht So muss ich auf eine passende auch das, was diesen Beruf im Alter Mitfluggelegenheit nach Zürich erschweren kann. Man muss in warten. Gegen 14 Uhr bin ich erster Linie sehr flexibel sein. Tag normalerweise zu Hause. Dort und Nacht verschmelzen. Und obgeniesse ich in erster Linie das wohl es eigentlich ein Nachtflug ist, Gefühl, in den eigenen vier Wänfliegen wir ja der Sonne entgegen. den zu sein. Es kommt schliesslich nicht mehr drauf an, ob es Tag oder Nacht ist, Moritz Bruggisser, G3E KSWE, man muss einfach arbeiten. Diese hat Peter Euler interviewt.


Studienwahl: Wer pfeift? Gemäss Wikipedia wird eine Wahl dann als frei bezeichnet, wenn alle Wählenden „ihre Stimme selbst, unbeeinflusst, ohne Zwang und unmanipuliert abgeben“ können. Keine Zwänge, keine Einflüsse, keine Manipulation; wählen im luftleeren Raum - ist das überhaupt möglich? Ein Gastartikel von Regula Feller Lysek, Studienberaterin bei der Studien- und Laufbahnberatung, Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau. Herzlichen Dank!

2008 stiegen die Anmeldungen zum Lehrerstudium markant an, denselben Effekt hatte man schon früher in schwierigen Konjunkturlagen festgestellt: Das Schulhaus als Arbeitsplatz wird umso attraktiver, je mehr die Wirtschaft schwächelt. Mittelschüler/innen aus akademischer Familie wählen häufiger ein geistes- oder sozialwissenschaftliches Studium; wer aus Handwerks- oder Unternehmerkreisen stammt, zieht hingegen ein Studium mit einer konkreten Berufsperspektive (z.B. Ingenieur, Architektin, Zahnarzt oder Juristin) vor. Der Grund: Weniger Erklärungsbedarf – die Frage, wo Sie nach einem Studium der Kulturwissenschaften tatsächlich eine Stelle finden, wird Ihnen kaum gestellt, wenn Ihr Vater selbst Philosophieprofessor ist. Soziolinguistische Studien zeigen: Wenn Ihr Lehrer Sie für ein Genie hält, werden Sie höchst wahrscheinlich zumindest

Bild: Hameln Marketing und Tourismus GmbH

Wir alle treffen Dutzende von Entscheidungen, jeden Tag. Wenn wir uns in der Migros für ein Schoggigipfeli oder aber einen Apfel zum Znüni entscheiden, sind wir beeinflusst von dem, was wir über gesunde Ernährung wissen. Beim Kauf eines Haarsprays leiten uns die Bilder der Kinowerbung. Und die Wahl eines Berufes wird von sehr vielen Faktoren bestimmt, die uns längst nicht immer bewusst sein. Einige Beispiele:

Der Rattenfänger von Hamlet. Und wer gibt bei uns den Ton an? durchschnittliche Leistungen erbringen. Hält er Sie aber für eine Flasche – und lässt Sie dies auch spüren – verschlechtern sich Ihre Leistungen und Ihr Selbstvertrauen tatsächlich und messbar innerhalb weniger Monate. Den gleichen Effekt haben natürlich auch entsprechende Erwartungen Ihrer Freunde oder Ihres familiären Umfeldes. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ingenieur zu werden, hängt entscheidend von Ihrem Geschlecht ab. Die Chance, einmal die Leitung eines Grosskonzerns zu übernehmen – oder Fussballprofi zu werden – übrigens auch.

Wenn Ihre Mutter sich insgeheim schon auf Enkelkinder freut, wird sie Sie kaum zur Priesterweihe (falls Sie ein Sohn sind) oder zum Medizinstudium (falls Sie eine Tochter sind) ermutigen.

Wenn Ihr Vater einmal von Arbeitslosigkeit betroffen war, wird Ihre Idee, Filmwissenschaften zu studieren, nicht gerade Begeisterungsstürme auslösen. Wenn Sie sich also dereinst für ein Studium einschreiben, werden Sie diese Wahl nicht unbeeinflusst getroffen haben. Je genauer Sie aber verstehen, welche Einflüsse auf Sie wirken, desto besser können Sie entscheiden, welche Sie zulassen wollen und welche nicht. Und darum geht es ja beim Erwachsen werden: Im Getöse der verschiedensten Melodien Ihr eigenes Lied zu pfeifen. Übrigens: Die Studienberaterinnen und Studienberater in Aarau und Baden unterstützen Sie gerne dabei! Infos finden Sie unter www. beratungsdienste-aargau.ch > Studienberatung.


I l l u stratio n : Jana R u p recht a ka Jane Tu r pentine, m i t freund l i c h er Ge n e h migung.


China kann man auch vom heimischen Herd her kennen lernen. Marie-Louise Marbach, KSWE G4H, unsere Chinakorrespondentin zeigt wie‘s geht.

Jiaozi sind chinesische Teigtaschen. Die Zubereitung verlangt etwas Zeit und Geschick, aber der Aufwand lohnt sich.

Füllung: 1x Karotte ½ Tofu ¼ Zwiebel etwas Ingwer Sojasauce Pfeffer 1x Ei Die Karotte mit der Bircherraffel reiben, Tofu mit der Gabel zerdrücken und Zwiebel hacken, alles zusammen fügen, mit Pfeffer Ingwer und Sojasauce würzen (wer keine Sojasauce mag, kann auch Salz nehmen), dann mit dem Ei binden. Falls die Füllung zu flüssig wird, etwas Mehl, oder Maisstärke beigeben. Die Füllung kann beliebig variert werden.

Einpacken: Vom Teig kleine Kugeln rollen. Diese sollte man vorzu mit dem Wahlholz zu flachen Rondellen formen. Die Füllung mit einem Teelöffel auftragen und den Teig rundherum, wie ein Säcklein schliessen. Gut zusammendrücken und in heissem gesalzenem Wasser kochen.

Teig: Mehl Heisses Wasser Kaltes Wasser Eine handvoll Mehl mit dem heissen Wasser zu einem Brei rühren. Zwei Gläser Mehl hinzugeben und kaltes Wasser hinzufügen, bis ein zäher Teig entsteht.

Illustration: MArie-Louise Marbach

Jiaozi


Den Titel zu übersetzen dürfte kaum einem Deutschsprachigen schwer fallen. Doch was ist das für ein Land, in dem dieses Sprachgemisch aus Deutsch, Englisch und anderem gesprochen wird? Irgendwo im Norden muss es liegen, soviel steht fest. Ein Reisebericht von M el a nie B ö s i ge r , KSBA G3E

S c h o n d e r Weg von Zürich n a c h O s l o i st ein kleines A b e nteu e r. : Nach einem ve rs p ätete n Abflug in Zü r i c h m ü s s en wir in Amsterd a m e i n m a l quer über den F l u g h afen re nnen, wo wir g l ü c k l i c h e r weise unser An s c h l u s sf l u g ze ug knapp er wi s c h en u n d s o planmässig in O s l o l a n d e n . Dort bleibt uns n i c ht v i e l Zei t, die nächtl i c h e , w u n d erschöne Stadt a u szu ku n d s c haften, der Na c ht zu g n a c h Trondheim fä h r t s c h o n b ald. In einem s e h r gem ü t l i chen Zweierab te i l , d a s w i r der Grösse we ge n l i e b ge m eint mit einem Kl e i d ers c h ra nk vergleichen, fa h re n w i r a c ht Stunden lang q u er d u rc h d i e nor wegische

Nacht. Ein wunderbares Gefühl, nach einer anstren genden Reise einmal nah am Er wachen durch das Rattern des Zuges wieder in den Tiefschlaf gewiegt zu werden!

Foto: Melanie Bösiger

god reise! Trondheim – nicht nur für Touristen In Trondheim angekommen, begeben wir sofort auf Entdeckungsreise durch die unbekannte Stadt. Unser Bruder, dessentwegen es uns überhaupt nach Nor we gen verschlagen hat, er weist sich auch bei „hoher Luftfeuchtigkeit “ (wir würden es Regen nennen) al s idealer Stadtführer. Nicht nur für die Universität, sondern auch für das wohl gemütlichste Café Trondheims, das „Mormors Stue“ – Grossmutters Stube,

Wa s s e r : E i n f ü r N o r we ge n t yp i s c h e s Bi l d , i n Ec ht n o c h v i e l e i n d r ü c k l i c h e r a l s a u f Fo to s .

S p ra c h e : M i t et wa s Fa nta s i e i st d i e s e A nwe i s u n g d o c h ga n z l e i c ht ve rstä n d l i c h .

Foto: Melanie Bösiger


d i e B u rg m i t w underschönem Ausblick über die ganze Stadt und die typischen, s i c h i m Wa s se r s p i ege l nden Häuser weiss er uns zu begeistern. Ta g s d a ra u f m ü ssen wir dann wohl oder übel ohne Führer zurechtkommen, nicht j e d o c h o h n e ei n e n wei teren Insider-Tipp. Dieser führt uns mit dem Tram quer durch da s G a rn i c hts , d u rc h s c heinbar unberührte Landschaft (bis auf eine Tramschiene, stellenwe i s e m i tte n i m Wa l d ) nach Liam, einem der Plätze, an denen die Zeit still steht und d i e We l t i n O rd n u n g i st . Die glatte Wasserfläche eines kleinen Sees oder grossen Weihers , w i e m a n ’s n i m mt , erstreckt sich vor uns und widerspiegelte geradezu wie Glas die ih n u m ge b e n d en Nat u rufer: die je nach Lichteinfall schwarz oder grün scheinenden Spi t ze n d e r Ta n n en a m ge genüber l iegenden Ufer, die weissen Wolken am sonst hellblauen H i m m e l u n d d i e d i c ht ü ber dem Wasser schwebenden oder darauf treibenden Vögel. In k l ei n e r E nt fer n u n g vom Ufer ein im Floss, das uns wünschen lässt, wir wären im Som m e r h i er h e r ge ko m m en u n d nicht im zum Schwimmen zu kühlen Herbst. Ein wunderschöner A n b l i c k , u nterm a l t vo n l e i c hter Stille, einem bezaubernden Licht- und Schattenspiel und dem G ef ü h l , h i e r wei t i n d er F remde daheim zu sein.

Foto: Melanie Bösiger

W i e d e r zu r ü c k in der Hauptstadt D e r d r i tte Ta g i st dann auch schon wieder der letzte, an dem wir in Trondheim e r wa c h e n . F r ü h

Oslo: Der Blic k vo n d e r Bu rg i n O s l o a u f d e n H afe n b e i S o n n e n u nte rga n g


ing in Oslo, wo neben dem nor wegi schen National museum, in dem mit „der Schrei“ das bekannteste Bild des Künstlers Edvard Munch ausgestellt ist, die Burg mit wu nderbarem Blick auf den Hafen Oslos zum Sehens wertesten gehört, steht auf dem Kalender auch schon wieder dasselbe Datum wie auf dem Rückflugticket. Dieses Mal verläuft das Um steigen in Amsterdam ohne zei tliche Komplikationen und der Blick aus dem Flugzeug fenster auf die Lichter der unter uns vorbei ziehenden Länder runden diese wunderschöne Reise gelungen ab.

Nor wegen Foto: Melanie Bösiger

Ikke være en stuegris! God reise med alt pikk og pakk! – Sei kein Stubenhocker! Gute Reise mit Sack und Pack!

© David Liuzzo

m o rge n s steh en wir bereits a m B a h n h o f u m den Weg , d e n w i r i n d e r Nacht im Zug h i nte r u n s ge bracht hatten, n u n n o c h b e i Tageslicht zu b e sta u n en . Z u sehen gibt es d a E i n i ge s : N eben bekannten O r t s c h af te n w ie Lillehammer u n d L i l l e st rø m fahren wir an V i n st ra u n d B rumunddal vorb e i w i e d e r zu rück nach Oslo. W i r w u n d er n uns über die f ü nf m i n ü t i ge nor wegische D u rc h s a ge d es Lokomotiv füh rers , i rge n d wo mitten in norweg i s c h er U n berührtheit, die i m E n g l i s c h e n schlicht mit „We’re n ow at the highest p o i nt o f o u r j ourney “ übers et z t w u rd e . Welche wis s e n swer ten I nformationen in d e n rest l i c h en vier Minuten f ü nf u n d f ü nfz i g versteckt gewe s e n wä ren, blieb uns F re m d e n ve rs chlossen. Na c h zwei Ta gen Sightsee -

Liam: Der See vo n L ia m , e i n O r t zu m E r h o l e n u n d A u f ta n ke n


Redaktorin Sara Trivkovic erzählt uns was. Und zwar auf Ihre Muttersprache, Serbokroatisch. Svako ljeto nasi idu kod nas, nazad. Svako u svoj grad, svako u svoje selo, svako iza svoga brda. E, onda se odmaraju pet nedelja. Sto znaci, jedu, piju, jedu, spavaju, jedu, smiju se, piju, spavaju, jedu, zive. Sto pitate kako smo? Pa zivi smo. Sara Trifkovic, Kanti Baden, G3a Nema nigdje toliko cuda kao kod nas. Ljetos, kada ja idem svojima, putujem sa avionem ili sa autom i sa vozom. Preporucujem svakome zadnje, jer se vidi najvise, kada se putuje polako kroz ona mala mjesta, koja niko nezna nazvati po imenu. Vidjela sam kafane koje se sastoje od kartona i praznih flasa Coca Cole, u kojima se moze popiti samo kafa ili rakija. Mozda mali izbor, ali joj, kakav kvalitet! Osim toga ce se vidjeti velika polja od neznam nija cega, repe ili tako necega, na kojima hodaju starci. Ti starci izgledaju zivahni nego mi mladi, imaju od sunca tamnu kozu, misice i dobre crne brkove. Modicni sesiri su tu obaveza. Ti starci mogu vise popiti nego iko i puni su bajkama i sujeverjom. Sta najvise vole da rade, je da sjede po padnutom drvecu, piju neko zabranjeno pice, igraju sah i pricaju. Mada se pomalo tresu, nikada im se neprospe ni zer onoga sta im je u casama. I tako, kada se zadje u zemlje te balkanske, vidjece se i veoma dosta spomenika pored ulica. Nasi putovi su sve drugo, ali sigurno ne sigurni. Obicno ce se i naci pored slika i cvjeca poneka felga okacena na krstu, da opomene prolaznike od cega je pokojni mrtvi umro. U nekim djelovima Balkana ima i dosta

sarenila. Cesto su kuce sto vece i sto vise u bojama raznim. Roza, ljubicasto i neka zelena, koja se nemoze bas tako jednostavno pristojno definisati, su najpopularnije. Sta zapada za oko, ako ste oprezni, je da su te kuce cesto samo sa glavne strane okrecene. Zidovi, koji nepokazuju prema ulici, su goli. Ograde moraju biti klasicne, sto znaci sa mnogo cosaka i strasnih ukrasila. A baste su kazimo veoma neobicne. Male zivotinjice od plastike i kamena, kao sto su patuljci, mace, zeke, bambi, ali tu i tamo i poneki zmaj ili lav, ich pune. U glavnom preporucujem taj put. Ja sam ga isla, i mogu vam reci, da nema nista bolje nego dvadeset i cetri sata sa roditeljima u malim kolima. Bas se ima vremena za pricati. I onda, kada se stigne u svoju vilu u svojem selu iza svoga brda, cekaju dede i babe. Deda onda kaze, da mu se macak bio osugao i da ga je vodio ljekaru, ali da mu nije nista pomagalo, posto mu je on, deda, nasprico rep sa lakom za kosu od babe, sto je jako pomoglo. Ma ja bolan, kud ces drugacije nego ovako!

GFDL - based on David Liuzzo‘s locator map


Bild: Manuela Zeller

A P O PR . . . OS


BISSIG IN MOLL - SIMON LIBSIG „Bissig in Moll“ (Buch & CD), Echtzeit-Verlag. Slam Poetry. 6 Geschichten und 16 Tracks von Simon Libsig. Eigenlob stinkt! Das weiss ich schon seit dem Kindergarten, als mir Reto H. mit dem Sandkasten-Schüfeli meine beiden FrontZähne ausschlug. Deshalb heissen sie ja wohl auch SchaufelZähne. „Eigenlob stinkt!“, schrie er und päng! waren meine Beisserchen draussen, bzw. drinnen. Ich habe sie ja dann verschluckt. Der Reto H. hat mir so doll mit dem Schüfeli auf die Schaufeln gehauen, ich habe sie glatt inhaliert. Und alles nur, weil ich meine Arbeit gelobt hatte. Mein Meisterwerk! Weil ich voller stolz behauptet hatte, meine Sandburg sei die Schönste. Es sei wenigstens eine Sandburg und nicht so ein undefinierbarer Sand-Pflädder wie der von Reto H. Es war eine schmerzhafte Lektion, aber ich habe sie gelernt: „Eigenlob stinkt!“ Deshalb werde ich mich hüten, mein Buch mit CD lobend anzupreisen. Nur so viel: Du kannst es unter www.simon-libsig.ch bestellen und ich denke, es würde Dir gefallen! Text: Simon Libsig

Heisse Piraten-Schoggi Meine Vorfahren waren ja begnadete Piraten. Ja doch, die gabs in der Region Thunersee. Und grosse Geniesser waren sie auch. Bevor sie in den See stachen, stärkten sie sich mit einem Tässchen heisser Schokolade. Tässchen, nicht Tasse, denn die Schokolade hatte es in sich. Zuerst erhitzt man 2 ½ Reiheli dunkle Schokolade (Crémant oder bis 70%) in ½ Tässchen Vollmilch und ¼ Tässchen Halbrahm im Pfännchen. Sobald das Gemisch schön sämig ist, gibt man etwas geriebener Zimt und Muskatnuss bei. Nach längerem Umrührem gibt man die heisse Schoggi ins Tässchen und füllt dieses bis oben auf mit Rum. So das traditionelle Rezept. Anstatt Rum kann man auch Grandmanier nehmen, das schmeckt dann weniger nach alter Kajüte. Hat man keinen Seemanns-Magen sollte man die heisse Schoggi mit Vorsicht geniessen. Das handgearbeitete Piratentassli gibt‘s zu bestellen unter www.kantizeitung.ch

Bild:Simon Libsig


SPHERE »ONEC UPON A TIME« Pink Floyd und Coldplay neu verwertet

Bild: Sphere

Die fünfköpfige Badener Band ‚Sphère‘ tüftelte seit Jahren an ihrem Erstlingswerk ‚Once upon a place...‘ und hat eine traurig-schöne CD kreiert, welche passend zur Winterzeit einsame Stunden in verträumte Momente melancholischen Sinnierens verwandelt. Sphärische Klänge bilden den Auftakt zu einer Reise durch poppige, rockige und trip-hoppige Gefilde. Schon mit dem ersten Lied merkt man, dass man hier keine klischierten 3-Minuten Popsongs zu erwarten hat, sondern stimmungsvolle Harmonien und ausgeklügelte Arrangements. Minutenlang wird Spannung aufgebaut, ehe es in einem an Dramatik kaum zu überbietenden akustischen Feuerwerk kulminiert. Lyrisch beschäftigt sich das Album mit Themen wie Nostalgie, Fernweh, Glück und (wie immer) die Liebe... Für musikalische Abwechslung sorgen Elektronische Hilfsmittel wie Synthesizer und gesampelte Beats oder ein Gastauftritt eines befreundeten Trompeters. Dieses Album ist aus Mangel präziserer Definitionen der Sparte Pop zuzuschreiben. Wer aber einen Lausch riskiert hört Trip-Hop, Brit Pop und Rock zu einem eigenen Sound verschmelzen. Fans von Coldplay und Pink Floyd kommen garantiert auf ihre Kosten. Text: Sphere

Bild: Renatonee at Wikipedia

Valentinstags-Tipp Die zentrale Frage an jedem Valentinstag: Was soll ich meinem Liebsten an diesem besonderen Tag schenken? Eine ewig blühende Rose oder eher eine herzchenförmige Wärmeflasche? Wie wäre es mit einem Höschen im Döschen? Oder ist eine „Kamasutra Bedside Box“ nicht doch passender? Es muss nicht immer ein Geschenk sein, um dem Partner seine Liebe zu bekunden. Machs nach italienischer/ungarischer Tradition. Suche mit deinem Liebsten eine schöne Brücke. Dort hängt ihr ein Vorhängeschloss an das Geländer und werft danach den Schlüssel in den Fluss. Dabei dürft ihr euch etwas wünschen. Auf das Schloss könnt ihr eure Initialen schreiben oder es nach eigenem Geschmack verzieren. Durch dieses kleine Ritual ist eure Liebe für immer gefestigt. (Könnte auch in der Schweiz als Vandalismus gelten. Wir möchten unsere Leser natürlich zu nichts illegalem motiveren.) Das Bild zeigt die Ponte Milvio in Rom. Text: Stefanie Freudenthalter


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Bild: Stefanie Freudenthaler


Wohlen

Wenn die Wohlner am schlafen und snowboarden sind.... Wohlen ist ja katholisch. Meines Wissens die einzige Kanti auf katholischem Boden im ganzen Kanton. Wenn die Wohlner am Shoppen, am Snowboarden oder Auschlafen sind, während die restlichen Aargauer Kantischüler frühmorgens zur Schule gehen, dann kann das nur einen Grund haben: Katholischer Feiertag! Und katholische Feiertage gibts ja einige. Aber freie Tage kann man ja nie genug haben. Und deshalb, so das Gerücht, planen die Wohlner, einen neuen Feiertag einzuführen. Die Pedition dazu sei bereits auf dem Kantiareal herum gereicht worden, heissts. Bloss fehlts noch an einem eingänglichen Namen. Tag des Strohhuts vielleicht? Kanti-Wohlen-Tag? Tag des Faulenzens? Ganz einig sind sich die Initianten noch nicht. Helft Ihnen doch und findet einen passenden Namen (an texte@kantizeitung.ch), wir reichen die dann ans Kommitee weiter.

die akte t


Aarau - Huhn oder Ei? Neulich wurden in der NKSA zwei Bild schirme aufgehängt. Neulich wurden auf dem Dach der NKS A einige Solarzellen angebracht. Diese Solarzellen speisen die Bildschirme . Diese Bildschirme sind dazu da, zu zeig en, was mit Solarstrom erreicht werden kann. Mittlerweile sind auf den Bildschirmen die Stundenausfälle abgebildet. Obwohl es für uns Schüler sicherlich prak tisch ist, auf einen Blick alle absenten Lehrer erfassen zu können, profitieren die PPP-Schüler und –Lehrer klar am meisten: Was kann sich ein Lehrer mehr wünsche n, als ein gelungenes Beispiel für eine der ältesten philosophischen Fragen: Was war zuerst da, das Ei oder das Huh n? Als den Verantwortlichen nun klar gew orden ist, dass sich diese Schlange in den Schwanz beisst, haben sie zum Glück schn ell die Idee gehabt, die ausfallenden Stunden anzuzeigen, wäre ja peinlich gewesen, wenn jemand erfahren hätt e, dass das Ganze ziemlich sinnlos ist!

Aarau Starke Argumente an der NKSA

Als im letzten Frühling „die Debatte“ durchgeführt wurde, war das Fazit, von Seiten der meisten Lehrer, überaus gut. Man hörte „Nicht auf den Mund gefallen“s, „starke Argumente“s und manchmal sogar das ein oder andere „zukünftiger Politiker“. Dieses überschwängliche Lob ist auch gar nicht verwunderlich, wenn man die Debattierkünste gewisser Lehrer in Betracht zieht. Schauen wir uns das Ganze mal anhand eines Beispieles an: Ich habe kurz vor den letzten Parlamentswahlen einen Lehrer gefragt, wie er abstimmen werde. „Nicht die SVP“, antwortete er. „Dagegen spricht mein Gewissen.“ Toll argumentiert, Herr Leuthard! „Aber auch nicht bürgerlich. Denn die Linken werden die Steuern erhöhen und das verleide ich nicht.“ Ach so… Wie bitte!!?? Ein Kantilehrer, dessen Frau ebenfalls arbeitet, und der nur für einen Sohn sorgen muss, erträgt eine Steuererhöhung nicht? Abgesehen davon, dass man den Anderen beim Debattieren nicht unbedingt seinen extravaganten Lebensstil unter die Nase reiben muss, lässt auch die Form stark zu wünschen übrig: Lassen Sie mich erklären. Klingt es gut, wenn ich für A argumentiere, weil B nicht gut und C schlicht schlecht ist? Nein… Ausschlussverfahren ist zwar ganz toll für alle Mathematiker und Filmhelden, um „das grosse Rätsel“ zu lösen, aber nicht fürs Diskutieren geeignet. Da wird mit schlagenden Argumenten um sich geschossen, da fliegen die Wortfetzen und setzen sich zu einem Monument der Wahrheit zusammen, um in einem einzigen Moment des Erkennens den Gegner zu zertrümmern. Sie sehen, kein Wunder, dass unsere Debattierkünste gelobt werden.


Baden

Wettingen (die Klosterbrüder haben ja immer zwei Akten T...)

Frau Bürgi, neuerdings Wernli, also nein Wernli-Bürgi zeigte ihr Baby herum und das Finalspiel war nicht sonderlich interessant. Das ist auch schon alles von der diesjährigen Volleynight, mehr gibt’s da nicht zu berichten. Aber sonst ist ganz viel passiert: Ja, wir sind es! Die offiziell tollste Kanti der Schweiz! Mit dem Preis der Wissenschaftsolympiade konnte unser Cheftheologe Herr Dr. Wiedemeier ein tolles Blatt Papier entgegen nehmen. Gerüchten zufolge hängt es jetzt direkt neben dem Foto von Frau Wiedemeier im Rektoratszimmer. Mit dieser einmaligen Leistung von knapp einem Dutzend Schülern schafften wir es sogar, Geld vom Kanton zu ergattern, um unsere Begabten noch weiter zu fördern. Kommen jetzt die grossen Flüchtlingsströme auf die Kanti Wettingen zu? Die Begabten aus dem ganzen Aargau, ja sogar aus der ganzen Schweiz, ja sogar aus dem ganzen Schengenraum (wir sind jetzt dabei!)? Wettingen ist gewappnet! Der schwarze Bunker hat noch Platz und vielleicht kommt schon bald eine Passarelle, um die armen Schülerfüsse zu schonen. Aber ob da das Geld reicht? Apropos Bunker: Wer kann der Redaktion Minergie erklären? Warum sind die Fenster nicht abgedichtet, warum zieht es kalt die Füsse hoch? Und wieso baut man solch gigantische Türen? Mancher entkam nur knapp dem Erfrierungstod, weil glücklicherweise ein Kraftprotzen von einem Mensch auch gerade hinein oder hinaus musste... Ja, da gibt’s noch vieles zu diesem Bunker. Man möchte nicht sagen, dass da einiges schief gelaufen ist: Aber es ist schon einiges schief gelaufen. Über die urin-gelben Urinals haben wir ja schon berichtet. Aber habt ihr euch mal die Kasse in der Cafeteria angeschaut? Da hat’s ja zwei Ausgänge und links und rechts einen Eingang. Schön. Wozu? Damit man den falschen Eingang nimmt, um dann festzustellen, dass sich die Warteschlange in die andere Richtung entwickelt hat? Dass man schockiert nach einem Tomatenmozarella-Brötchen (manchmal ohne irgendetwas wie Sauce) sucht und es dann, mehrere Kilometer entfernt, auf der anderen Seite an der anderen Futterstelle findet?

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Wettingen Warum es plö tzlic

h weniger Fre

ifächer gibt.

In Wettingen w erden die Freif ächer gekürzt Hebräisch einfa oder wie beim ch gestrichen. Angeblich, we nug Geld für d il nicht geie zusätzliche Beschäftigung zu teuer würd d er Lehrkräfte e. Doch wozu, wenn nicht fü wird das Geld r U nterricht, denn benötigt ? Die Redaktio die neu erworb n hatte zuerst ene Infrastrukt ur in Verdacht. Schliesssystem Das neue mit den Legis und allen Schü Doch für die Le lerausweisen. gis hat die Sch ule ja einen Sp den. Fliesst da onsor gefuns Geld etwa in d ie tollen neue schirme für die n FlachbildZimmer P01 u nd Z14? Alles falsch. Hartnäckige E rmittlungen ha ben schliesslic bracht, dass d h zu Tage geas Geld in die Instandsetzun anlage gefloss g unserer Parken ist. Sprich in die schmucke randung der K Kopfsteinumieswege. Wir a lle hoffen nun Schulleitung im , das sich die nächsten Jahr wieder der Zie vielfältigen Bild rde unserer ung zuwendet. Die umso schö wird, da wir si ner gedeihen e nun in schön er Umgebung pflegen könne n.


Ach SCHEISSE, da löscht es mir ja ab! Die junge Generation von heute hat keine Hoffnung. Verständlicherweise. Während in den 68ern eine kollektive Wir-verändern-die-Welt-(oder zumindest den Bau des neuen AKWs nebenan)-Stimmung zu einem Machtgefühl, kombiniert mit Glückseligkeit führte, bleibt heute den Jungen nur noch die kollektive Ohnmacht. Dann lieber saufen, kiffen oder gamen. Hauptsache, sich verstecken. Handeln ist sowieso aussichtslos. Ein nach eigener Aussage verallgemeinernder Denkanstoss von Florian Vock, KSWE, G3E Bild von Ilona Gremminger, KSWE, G3A Die Welt scheint irgendwie zu gross und zu kompliziert. Die Dinge sind so miteinander verstrickt, dass auch der intelligente Jugendliche von heute die Übersicht nicht mehr behält. Bei kläglichen Versuchen, die komplexen (neu auch global lieferbaren) Zusammenhänge zu erkennen, scheitert er (bzw. sie) und fragt sich, ob es überhaupt jemand versteht.

wurde und wird, ist nicht umweltbewusst. Halt der Luxus des Mittelstandes. Neuerdings sollte man sich aber einschränken. Das macht man nicht so gerne. Umweltbewusst ist irgendwie jeder, darin konsequent zu sein, schafft niemand. Warum sollten wir auch? Wieso ausgerechnet ich, hier und jetzt, in dieser Generation? Das ist ungerecht! Schliesslich haben es ja andere

Der desillusionierte Jung-mensch ohne Lösungsansätze sucht verzweifelt jemanden, der ihm weiter hilft. Nichts. Die politischen Parteien von links bis rechts bieten nichts ausser Machtkämpfen und Provinz-prominenz. Einzig die extreme Linke und Rechte vermögen zu überzeugen, die grosse Masse bleibt orientierungslos.

Wegschauen will man als Ju-gendlicher dann aber doch nicht. Also versucht man, zu handeln. Doch: So wirkungsvoll ist die Mitgliedschaft beim WWF nicht. Davon werden vielleicht zwei oder drei Pandas gerettet, der grosse Weltfriede bleibt aber aus. Demonstrieren bringt auch nichts, es hat den Reiz verloren, sogar Mami würde ja mitmanifestieren. Und überhaupt: Wer

Verstecken wir uns hinter Rauchschwaden und Gläsern?

Schäm dich, Verschwender! Foto: Ilona Gremmiger

Exemplarisch dafür kann das wirre Verhältnis zwischen einem Jungendlichen und der Umwelt stehen: Weltunter-gangsszenarien wie einen Golfstrom, der keine Lust mehr hat zu strömen, sind Tagesordnung. Ein konsequent schlechtes Ge-wissen für jeden im Auto gefahrenen Kilometer ist Pflicht. Vieles, was von den Eltern als vergnüglich, genussvoll und unterhaltsam vorgelebt

verbockt. Die Generation von heute ist wohl eine der ersten, die ihren Luxus und Wohlstand nicht mehr vergrössern kann, sondern Einschränkungen auch noch demokratisch selbst bestimmen muss. Sich selbst zurechtweisen. Die mach ich fertig - bloss wen?

ist eigentlich der Gegner? Der böse Russe? Die fiesen Terroristen? Es gibt keinen Feind. Die globale Welt hat auch globale Täter, wer reist schon nach China und demonstriert gegen die dortige Umweltverschmutzung? Und die Chinesen können ja auch nichts dafür, schliesslich erheben sie nur den berechtigten Anspruch, den


gleichen Standard wie wir zu leben. Jeder Versuch scheint nutzlos, das Individuum wirkt völlig machtlos gegen die Grossinsti-tution Welt. Und auch eine regional organisierte Gruppe kann nicht mehr viel ändern, die AKWs sind sowieso schon gebaut, Renaturierungspro-gramme erfreulicherweise im Gange. Trotzdem geht die Welt vor die Hunde. Halt einfach nicht gerade vor der Haustüre.

sumgesellschaft mit Ablenkungsmöglichkeiten von G wie Gamen bis S wie Shoppen. Auch Kiffen und Trinken sind hoch im Kurs, Unglück wird weggespült und der Rauch vernebelt die Sicht auf die grosse, dunkle Falle, auf welche die Erde langsam zutreibt.

Ach Scheisse!

Für das Fazit am Schluss bleibt aber trotzdem ein fahler Geschmack. Die Hoffnung auf eine tolle Zukunft mit Entfaltungsmöglichkeiten und auch

In dieser Ohnmacht flüchtet man sich gerne in unsere grandiose Kon-

„Our generation needs to save the world.“

der Chance, seine Fussstapfen im positiven Sinne zu hinterlassen, scheint nicht mehr gegeben zu sein. Aber… und hier kommt das grosse, dicke, gigantische ABER nach all dem konsternierten Feststellen: Dies ist wider Erwarten kein Appell an Jugendliche, mal ver-nünftig zu werden. Vernünftig sind wir schon lange, vernünftiger als die meisten Generati-onen vor uns. Mein Apell ist umfassender. Um das Zitat eines Freundes zu verwenden: „As my mum told me: our ge-neration needs to save the world.“

Und was wollen Sie werden? Sie haben ein Ziel. Hier ist der Start.

5. März

nächster Infotag

Finden Sie heraus, was zu Ihnen passt: Am Infotag der Universität St.Gallen. Nächste Infotage im 2009 von 10 bis 17 Uhr

Anmeldung und Programm: www.infotag.unisg.ch Studieren Sie erst mit uns. Wir informieren, beraten und unterstützen Sie bei Ihrer Berufs- und Studienwahl. Studien- und Laufbahnberatung, Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau, www.beratungsdienste-aargau.ch

5. März 2009 7. April 2009

EFMD

Universität St.Gallen (HSG) l Dufourstrasse 50 l 9000 St.Gallen, Schweiz Tel. +41 (0)71 224 37 02 l www.unisg.ch l E-Mail: info@unisg.ch


Z O F IN G E R S E IT E . ar ni ch t di e Le tz te .. w e it se er ng fi Zo te D ie le tz Floria n Vock, Blabl a, blabl a, mein ts ernst .

Zo fin ge n

Leider sind die Kommunikationswege von und n a c h Zo f i n gen so erschwert, dass es noch nicht möglich ist , u n s e re r L e serchaft Beiträge aus dem Hause KSZO aufzu t i s c h en . Wir suchen immer noch verzweifelt Mitarbei te r a u s Zo f i n gen. Sachdienliche Hinweise bitte an info@ka nt i zei t u n g . c h

Kl appt das aus irgendeinem Grund nicht, akze pt i e re n w i r auch Infos via Brieftaube, Flaschenpost, Sond er t ra n s p o r t , Zug , Bus, Velo, zu Fuss, irakischer Schuhtrans p o r te r ( d i e schnellsten weit und breit) o. ä. an unser Sek reta r i at !

Wir kommen potentielle Redaktoren auch abh o l e n , j a w i r würden sogar eine Redaktionssitzung in Zofin gen d u rc hf ü h ren (Reisezeit für Schüler aus Wettingen: 4.5h , m a n s p ü re die Verzweiflung). Aber bis der erste Zofinger kommt, bleibt die Zo f i n gers ei te in unserer Hand.

Aa ra u, Ba de n, W et tin ge n un d W oh le n


Er sagt: “Franz… Ich hasse Franz!“ Sie, Frau K, sagt: „Faites les phrases pour la prochaine leçon mes chères!“ Er sagt: „Franz… Ich hasse Franz!“ Tipps für den richtigen Umgang mit der Schule von Tenzing Memmishofer, KSWE F3A .

Nicht ohne mein Franzbuch!

einzuschätzen und auf emotionale Eingebungen zu verzichten, aber auch, sich auf seine Stärken zu besinnen. Lernen sollte man ohnehin nur dann, wenn man am produktivsten ist und das ist entweder wenn man Lust dazu hat oder wenn der Druck am letzten Abend vor der Abgabe so hoch ist, dass man nicht anders kann. Es bringt beispielsweise nichts, eine Woche vor der Prüfung vor die Unterlagen zu sitzen, während man eigentlich viel lieber darüber sinniert, ob man im Uni 48 von Ogame aufs Raiden oder doch lieber eine solide Defensive setzen soll.

Bild: Manuela Zeller

Bild: Manuela Zeller

Das soll jetzt nicht heissen, lernt

Mit dem Franzbuch im Postauto

erst in der letzten Minute, wenn der Druck nichts anderes mehr zulässt, obwohl es auch so seine guten Seiten hat, weil man eben nicht mehr hinauszögern kann und es einfach machen muss. Zur Lust kann man sich aber auch nicht zwingen, deshalb empfiehlt sich eine andere Angehensweise, die doch allemal entspannter ist, als am letzten Abend zu lernen. Diese besagt, ein sinnvolles Selbstmanagement anzuwenden. Ja klar, das hat man schon x-mal von Mama und Papa gehört, aber es stimmt. Komisch aber wahr. Vielleicht klingen diese Begriffe etwas abstrakt, denn sonst hätte man schon lange gemerkt, dass eigentlich jeder Schüler genau das tut.

Mit dem Franzbuch im Interregio

Leistung bedeutet Aufwand und gerade in ungeliebten Fächern ist das ziemlich ärgerlich. Dazu folgendes: Wenn man sich ärgert, hilft das keinem weiter. Gefragt ist ein nüchterner Umgang, um Stress und Lernen aus schlechtem Gewissen zu vermeiden. „Nüchtern“ bedeutet, die Sache realistisch

Bild: Manuela Zeller

Erfolg ist grundsätzlich ein positives Resultat des Ausführens einer Handlung durch ein Individuum. Das heisst, Erfolg in der Schule hängt zum wesentlich grösseren Teil von der eigenen Leistung und zum kleineren vom Glück ab.

Mit dem Franzbuch am Bahnhof

Sogar diejenigen, die keine schriftliche Agenda führen, machen sich zumindest im Kopf eine „Agenda“.


Selbstmanagement, welche durchaus vom eigenen Willen abhängt und durch diesen auch entscheidend beeinflusst werden kann. Dazu ein einfaches Fallbeispiel von Anwendungen eines sinnvollen Selbstmanagements. Er fährt nach der Franzstunde bei Frau K mit dem Zug nach Baden. Dort verabschiedet er sich von seinen Kollegen und fährt mit dem Bus nach Gebenstorf. Viel Zeit im Bus, keine Ablenkung und viele Franzaufgaben… Er überlegt, holt diese aus der Tasche und löst sie schnell und effizient. Jetzt kann er sich auf entspanntes Ogamen freuen. In den nächsten Wochen beginnt er aktiver im Unterricht teilzunehmen, um Zuhause weniger machen zu müssen. Compris? Oui, il a compris. Unlieb-

Wie kommt denn das? Grundsätzlich ist man in der Schule für sich selber verantwortlich, aber gewisse Dinge müssen eben einfach gemacht werden. Warum also diese nicht so effizient wie möglich erledigen? Wenn man ein Ziel vor Auge hat und weiss, warum man freiwillig die Kanti besucht, wird das vermutlich schnell einleuchten. Wenn nicht bewusst, dann unbewusst. Fassen wir zusammen: Am erstrebenswertesten ist die Lust am Schulstoff, welche jedoch nicht so leicht stimuliert werden kann, da sie sich weitgehend dem menschlichen Willen entzieht. Als zweitbeste Option gibt es das sinnvolle

Jungfreisinnige

same Arbeiten in Zeiten einplanen, wo man keinen grossen Verlockungen widerstehen muss, zum Beispiel im Bus, aber auch in der Schule, ja richtig, denn in unliebsamen Fächern kannst du auch nichts Gescheiteres tun als aktiv zuhören oder vielleicht schlafen, wobei dies auch mit einem gewissen Risiko behaftet ist und sich spätestens bei der nächsten Prüfung rächen kann. Vor allem Eines sollte man aber nicht vergessen: Um ein Ziel zu erreichen, gibt es unliebsame Dinge, die getan werden müssen, also mach es kurz und effizient, damit mehr Zeit für die schönen Seiten des Lebens bleibt.

in den Grossen Rat!

Generationen-Gerechtigkeit!

Brillante Bildung! Fitte Finanzen! Jungfreisinnige Partei des Kantons Aargau

Wir gestalten Zukunft.

mehr Infos: www.jfdp-ag.ch


Bild: froodmat / photocase.com


Florians kleines Tierlexikon

Die Wale (Cetaceae) entwickelten sich vor mehr als 30 Millionen Jahren. Wale sind warmblütige Säugetiere, die ihre Jungen unter Wasser gebären und mit Milch säugen. Als Säugetiere atmen sie mit Lungen und müssen deshalb in regelmässigen Abständen zum Atmen an die Wasseroberfläche. Die komprimierte Atemluft wird durch ein Blasloch ausgestossen. Wale kann man auch jagen, wenn man ein Meer hat und in Norwegen oder Japan lebt. Ausschnitt eines Wals

Die Qualle (Cnidaria) leben in Gewässern und bevölkern seit mehr als einer halben Milliarde Jahre die Weltmeere. Quallen sind gallertartige Organismen, die ironischerweise zu rund 99 Prozent aus Wasser bestehen, wie manch’ aufgeblasener Mensch. Die meisten Quallen haben lange Tentakel, diese benutzen sie zum Fang von Beutetieren oder zur Verteidigung. Quallen kann man – wie Wale – jagen und essen. Rezepttipp (nie von der Redaktion getestet): Qualle mit reichlich Wasser 3-4 Tage einweichen. Das Wasser täglich zweimal wechseln und die Stücke durchkneten und ausdrücken. Die Sauce zubereiten: Essig, Sojasauce, Zucker, Sesamöl und Senf mischen. Das Fischfleisch ausdrücken und in dünne Streifen schneiden. Gurkenstreifen dekorativ auf dem Rand einer Platte anrichten. Sauce mit dem geschnittenen Fisch vermischen und in der Mitte der Platte aufhäufen.

Ausschnitt einer Qualle


Schokolade oder Mandarine? Ein Versuch, den Grund für unsere Entscheidungen zu erfassen. Von Ivo Rickenbacher, G2E NKSA Ich habe Hunger, gehe in die Küche und stehe vor einer schweren Wahl: Mandarine oder Schokolade? Wie treffen wir überhaupt eine Entscheidung? Ich verlasse die Küche und setze mich vor den Computer. Essen kann ich später noch. Bei Entscheidungen stützt sich unser Hirn auf Gewohnheiten und Erfahrungen. Dabei ist die Wahl für die Mandarine umso wahrscheinlicher, je öfter wir uns schon für die

Frucht entschieden haben. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, wie wir uns nach der Entscheidung fühlen. Unter Fühlen verstehen wir hier das Ausschütten gewisser Botenstoffe oder Hormone wie zum Beispiel Endorphin, das ein „Glückshormon“ ist. Fasse ich also zum Beispiel eine heisse Herdplatte an, wird dies unter ‚schmerzvoll’ abgespeichert, und ich werde es nicht mehr absichtlich machen; esse ich aber Schokolade, fühle ich mich gut,

Manderlinli oder Scho ko l a d e ? Wer e nt s c h e i d et , w i r o d er d i e E n d o r p h i n e ?

und werde es wahrscheinlich wieder tun. Wir richten unser ganzes Sein auf diese Hormonschübe aus. So entscheide ich mich also ‚willkürlich’ für die Schokolade. Hätte ich bei der Entscheidung nachgedacht, wäre ich zum Schluss gekommen, dass die Mandarine gesünder wäre. So. Langsam habe ich wirklich Hunger, gehe in die Küche und pack die Schoggi aus. Wenn ich bald fett bin, weiss ich wenigstens, dass die Endorphine Schuld sind.

Bild: Ivo Rickenbacher, Hände: Ivo Rickenbache r

Wissen schafft Wert 175 Jahre Universität Bern Informationsstelle für Studierende Die Anlaufstelle für Studieninteressierte und Studierende. info@studium.unibe.ch www.infostelle.unibe.ch KantizeitungAargau.indd 1

09.01.2009 11:07:36


Klassenbildung oder eine Chance für Randregionen? Wahlfreiheit oder Verschlechterung der Schulleistung? Eine kleine Orientierungshilfe. Von Marc Baumgartner, KSBA W3B Was gibt es Schwereres, als politisch interessierter Mensch, als über ein solch hitzig diskutiertes Thema objektiv und neutral zu berichten? Alle haben etwas dazu zu sagen, nur wenige wissen um was es wirklich geht. Einfach, aber genial? Die vom amerikanischen Wirtschaftstheoretiker Milton Friedman stammende Idee klingt einfach wie genial: Schulen werden nicht mehr, wie bis anhin, direkt finanziert, sondern Eltern erhalten für Ihr Kind eine sogenannte „Voucher“ Diese können dann, egal ob private oder öffentliche, frei eine Schule wählen und diese mit Ihrer Voucher finanzieren. Weltweit ist ein solches System

ein Thema und in einigen Ländern bereits umgesetzt. So wurde die freie Schulwahl beispielsweise in Chile umgesetzt, was aber eher zu einer Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich, als zu einer Besserung der Bildung im Land verholfen hat. In Kolumbien, wo Vouchers an Kinder ärmerer Familien verteilt werden, die so Privatschulen besuchen können, erwies sie sich jedoch als Chance. In Europa ist Schweden ein nennenswertes Beispiel. Nach der Einführung stiegen die Leistungen im Fach Mathematik deutlich an, nicht jedoch im Fach Englisch, was sich durch die neue Wettbewerbssituation erklären lässt, in der das Englische den kürzeren gezogen hat.

Die Wahl zu sterben Bei Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren stieg in den letzten Jahren die Suizidrate massiv an. Selbstmord ist ein schwieriges Thema, über das man, besonders nach dem tragischen Tod eines 13 Jährigen in Zürich, offen sprechen und schreiben sollte. Seit das Bundesgericht am 3. November 2006 sie zu einem Menschenrecht erhoben hatte, wurde viel über die Selbsttötung gesprochen. Immer wieder fiel das

Schweiz vor der Entscheidung Auch in der Schweiz entflammte das Thema durch die Initiativen der Elternlobby, die in einigen Kantonen lanciert und in Basel bereits wieder verworfen wurde. Die Elternlobby argumentiert, dass jedes Kind diejenige Schule besuchen soll, die seinen Bedürfnissen am meisten entspricht. Ausserdem würde der Wettbewerb um Schüler (und ihre Vouchers) zu einer Qualitätsverbesserung führen. Gegner befürchten, dass die freie Schulwahl zu sozialen Ungerechtigkeiten führen und wir vermehrt und wir eine vermehrt statusabhängige Bildung haben. Auch sei es völlig unsinnig, Kinder mit dem Auto in die selbstausgesuchte Schule zu fahren, als das sie jeden Morgen zu Fuss gehen könnten.

Von Marc Baumgartner, KSBA W3B

Wort dabei auf die umstrittenen Sterbehilfe Organisationen Exit und Dignitas. Die beiden Organisationen ermöglichen Totkranken und Altersschwachen einen Tod frei von Leid und Schmerzen. Doch nicht nur körperlich Leidende machen Gebrauch von den äusserst liberalen Gesetzen der Schweiz. Durchschnittlich vier Menschen Sterben jeden Tag durch Suizid. Somit sterben doppelt so viele Menschen durch den Freitod als bei Verkehrsunfällen, was zu einer überdurchschnittlich hohe Suizidrate führt. Doch die Thematik

geht noch viel weiter. Die Anzahl der versuchten Selbstmorde ist, je nach Statistik, 10 bis 60 mal höher, als die tatsächlich begangenen und jeder zweite Jugendliche hatte schon einmal Selbstmord Gedanken. Schrei nach Hilfe Die Suizidrate bei Jugendlichen ist in der Schweiz anhaltend hoch und macht besonders betroffen. Es ist die häufigste Todesursache von Männern zwischen 15 und 25 Jahren,bei Frauen sind es Unfäl-


le. Besonders dramatisch ist die Tatsache, dass viele Fälle daneben gegangene Hilferufe sind. Viele Jugendliche wollen sich nicht wirklich umbringen, sonder fühlen sich allein gelassen und sehen in einem Selbstmordversuch ein letzter Aufschrei nach Hilfe. Trotz Brisanz und Aktualität ist das Thema, ausser bei wenigen engagierten Lehrkräften, weder Teil des Unterricht noch gibt es an den meisten Schulen eine (greifbare) Seelsorge.

Kr i s e ? Bild: Marc Baumgartner

Hilflose Hinterbliebene Besonders tragisch sind diese Fälle für die Hinterbliebenen. Man kann den Freitod als philosophische Überlegung, als Ausweg in der Notlage oder als unumstössliches Menschenrecht betrachten, aber man darf dabei niemals die Konsequenzen für die Zurückgelassenen ausser Acht lassen. Freunde und

.................Ausweg?

Familien fühlen sich in solchen Situationen unendlich Hilflos. Warum? Was hätte ich tun können? War es meine Schuld? Fragen die Angehörige oft jahrelang plagen. Die Last in Form von Trauer und Schuld ist enorm. Ja, man kann die Wahl treffen zu sterben, aber durch einen solchen, egoistischen Akt, lässt man seinen Angehörigen keine Wahl, sie müssen sich damit zurechtfinden.

1 4 7 f ü r J u n ge d l i c h e 1 4 3 f ü r E r wa c h s e n e

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D L I B T K A N S DA

Geknipst und beschrieben von Ilona Gremminger, G3A KSWE

Grossstadt Himmel Beginnt die Unendlichkeit dort, wo sich die Wolken im Blau des Himmels auflösen? Menschen forschen, berechnen, beweisen bohren, graben, bauen – strecken die Arme nach den unergründlichen Weiten des Universums aus – und greifen ins Leere. Scheinwerfer, Strassenlaternen, Kräne, Strom- und Telefonleitungen bilden das Dach der heutigen Grossstädte. Wir spinnen unsere Netze über den ganzen Planeten - ein schwarzes Gitter vor dem blauen Hintergrund. Wem dienen die Koordinaten zwischen Himmel und Erde?


M a n m u s s d i e Ungerechtigkeit verschweigen, verstecken, verdrängen, die letz te n Re ste d e s g u te n G ew i ssens mit dekadenter Halbfettbutter ersticken. Teilen liegt nicht m e h r d r i n . E s h at e i nfa ch zu viele Menschen, als dass alle gleich gut leben könnten. Und d u d u m m er E go i st n en n st dich sozial mit deiner Glückskette-Spende, jährlich mickrigen 20 F ra n ke n , e i n b i s s chen mehr vielleicht bei Erdbeben oder hundertjährlich bei Tsun a m i . Das kotzt mich echt an. Der Allgem ei n ge s c h e i te

D a s H er z e i n Schlag ein elektrischer Impuls j ed e Zel l e j e de Faser erbebt Arterie ein reis s e n d e r F l u s s Kapillare Vene pulsiert zirkuliert. E i n R a u s c h en ein Wirbeln fliesst strömt be ra u s c ht gef r i ert die Angst gibt nimmt das Ende zä h . D e r L e b en s s aft die Energie verbrennt ein nie e n d e n d er S t rom ein Kreislauf das Leben ge r i n nt vergeht. D a s Ro t d u n kel dann hell eine Wunde ein Leck e i n L o c h d a s Blau zerfliesst zerrinnt vergeht ge n a u s o i n j edem das Herz.

Schatten rollen Hoffnung , Wunsch, Sehnsucht Zerdrückt. Am Schluss Nichts. Schatten gegangen Hoffnung , Wunsch, Sehnsucht Zerdrückt. Übrig bleibt Alles. Chance. Steht auf.

Florian Vock

IIlustration: Manuela Zeller

B l u t k re i s l a u f

Das grosse Fen ste r Das Meer k l a gt u n a u f h ö rlich Doch da ist n u r d a s ta u b e Schwarz. Weit oben g l i t zer n d i e Sterne Kaum grös s e r a l s S a n d körner Die Sonne verste c kt s i c h Im Schatte n d e r We l t Den blauen H i m m el Hinter sich h e r z i eh e n d . Ich möchte Aus dem g ro s s e n Fen ste r springen Und eintau c h e n i n d a s Schwarz Tief und ti efer Wo sich da s Kl a ge n d e s Meeres Nicht meh r h i nt ra u t .

M a n u el D i e n er


F端lle die Farben ein, wie die Zah len im Sudoku. Pro Zeile, Spalte und 3x3 Quadrat darf jede Farbe nur einmal vorkom men. Ist alles richtig ausgemalt, ergeben die Farben der gerahmten Diagona le einen Regenbogen.

JungsozialistInnen Aargau

JUSO Aargau in den Grossen Rat

GEGEN AUSBEUTUNG

von M a r i e - L o u i s e M a r b a c h , KSW E G 4 H


Vor welche Entscheidung würdest du gerne gestellt werden?

Stephan, F3D: Entscheidig zw. kafi und thé.

Catherine & Damaris, G3D

Sam, G4B:

Die Entscheidung, jetzt schon Ferien zu machen.

D Wahl zwüsche 2 würkli guete Menüs i de Mensa.

Gianna & Marina, F1b: Schaffe oder Schlofe Laura, G2B: Winter oder Sommer.

Isabellle, Julia, G3D: Es Date metem George Clooney ond em Ueli Muurer (dasch wenigstens en eifachi entscheidig)


Vor welche Entscheidung würdest du gerne gestellt werden?

Sophie 4B (zum 2ten) Öb ech NAKT oder agleiht ed Schuel möcht go.

ne 3c

Denise und Irè

es Date ide Mathi oder Öb mer en 6er agnoli wänd. metem Herr St

F

Oegi 2

en lieber dh c e Öb rie ende F er b i i r h c s d rtner o hofsgä de Erdgasn en lese erwacher b leitigsü tte im Hü (inere e Wald) h sibirisc ott. w werde

Michèle, Marin a, Fabienne 3c: Öb mer es Auto oder en Hamster zor Wiehnacht wen d.


1B, und Drazen W G3G: Mustafa, usti, du Drazen: M cher. srii bisch iifall HauptMustafa: önt sach, es t däänig. ir überDrazen: W n ine nehmen e lub. Fussballc

Cédric, G4c: Vor kei Wahl, wel mer emmer ergendwelli wahle müend treffe. Ich möcht mal d Möglichkeit ha, kei wahl treffe z müesse.

Vor welche Entscheidung würdest du gerne gestellt werden?

Nina und Rade, G4G:

Dragan und Irina, G3E, und Andrej, W3C: Intelligente intellektuelle Truppe (Diktator Andrej und seine zwei Offiziere) möchten Slowenien erobern und sie der Schweiz schenken, damit sie etwas mehr hat.

Nadia, G1G: Isa sell för mich antworte! (Isa: Alles esch dumm!)

Nina: Vor die, bei der wir uns gut entscheiden können. Rade: Genau. Nina: Zum Beispiel Hugh Grant oder Brad Pitt. Die Antwort ist einfach. Hugh Grant ist hässlich.

Nadia: Ep ech en Paris oder en London wohne chan.

Ria, G4C, Eva, G4F, und Anouk, G4C

Vera, G3E:

Anouk: Schoggifondue oder Schogg iraclette! Eva: Hahahahaha! Ria: Was send ehr för gstörti?

*smile**nick**daum enhoch**kicher**hih ihi**tusoalswärsarani chtda**tusoalsobichl erne**kicher*

:


d Huber un Christian 4C G umann, a B o r a lv A d f de Mon Öb mer u and wänd hail oder uf T flüge.

Carmen End

erni G1D:

Sarah O. [re chts] oder Sarah A. [lin ks]

Frau Honarchian (Sportlehrerin) I de Berge oder in Wettige unterrichte.

Stefanie Fehlman n G4B: Präsidenti n oder im nächste L äbe es Tie r.

Vor welche Entscheidung würdest du gerne gestellt werden?

Michael Husistein G4F: Mit Martina oder ohni.

e Heinz,

nn rt und Fabie a h id e N n a ph

ler G4B:

Manuel Vog

.

Die oder die

Ste G3E

t ttige mal wo e W ti n a K e b ich ad hte. Stephan: O rer unterric h le rt o p S ls %a oder de 80 oder 100 hnny Depp Jo e d h ic b Fabienne: O te. an wot hüro m k c Ja h g u H


Kolumne

Der Moralist

Kolumne von Claudia Feller Lysek, Studienberaterin

Liebe Leserinnen und Leser Dieses Mal widme ich meine Kolumne einem grossen Moralisten: Johannes Mario Simmel. Am Neujahrstag starb der österreichische Autor in einer Privatklinik in Luzern. Seinen Lebensabend verbrachte er in seiner Wahlheimat Zug. Laut seinem Anwalt hatte Simmel den unerfüllten Wunsch, Schweizer zu werden. Im letzten Jahr wollte er noch ein Einbürgerungsgesuch stellen. Nach dem er sich bei einem Sturz Hüfte und Schulter gebrochen hatte, fehlte dem 84-Jährigen dazu die Kraft. Johannes Mario Simmel war ein Moralist, den Millionen lasen. Seine Romane verkauften sich 75 Millionen Mal. Trotz dem grossen Erfolg bei seiner immensen Leserschaft war er der Prügelknabe von vielen bösen Literaturkritikern. Blöderweise eignete sich sein Name auch wunderbar für böse Wortspiele, welche die Kritiker sich nicht entgehen liessen. „Es stinkt zum Simmel“, war nur der geläufigste. Man warf im vor, Trivialliteratur zu schreiben und ein „Bestseller-Mechaniker“ (Der SPIEGEL) zu sein. Doch in Wahrheit fand Simmel einfach einen geeigneten Weg, um Botschaften an die Leser zu bringen. Er hatte „gedacht, man müsse so schön schreiben wie Rimbaud, Verlaine und Rilke zusammen“, bis er gemerkt hat: „Man muss den Leuten erzählen, was geschehen ist, verpackt in Romane.“ Als Moralist hatte er eine klare Mission: Er wollte die Missstände in der Welt aufdecken. Wie Berthold Brecht stellte er den Anspruch, die Wahrheit mit List zu verbreiten. Die Hülle der bitteren Pillen zu versüssen, damit der Leser sie lieber schlucken mag. Seine Themen waren Drogen, Aufrüstung oder Plünderung der Erde. Er agierte nicht nur als Autor moralisch. Bis ins hohe Alter kämpfte er gegen den erneut aufkeimenden Rechtsradikalismus. Sein jüdischer Vater hatte noch rechtzeitig vor den Nazis nach London fliehen können. Gegen den kürzlich verstorbenen Rechtspopulisten Jörg Haider befand es sich in einem jahrelangen Rechtsstreit. Haider klagte Simmel wegen übler Nachrede an, wobei Simmel freigesprochen wurde. Da er mit dem geäusserten Vorwurf, dass Haider eine „skrupellose und mörderische Hetze“ gegen Ausländer führt, nicht so falsch lag. Für einen grossen Kampf eines überzeugten Pazifisten erhält er meine volle Anerkennung. Von Calimero da Silva

Buchtipp: Der Stoff, aus dem die Träume sind. Knaur, München 1971 Es muß nicht immer Kaviar sein. Schweizer Druck- und Verlagshaus, Zürich 1960

Gemäss Wikipedia wird eine Wahl dann als frei bezeichnet, wenn alle Wählenden „ihre Stimme selbst, unbeeinflusst, ohne Zwang und unmanipuliert abgeben“ können. Keine Zwänge, keine Einflüsse, keine Manipulation; wählen im luftleeren Raum - ist das überhaupt möglich? Am 10. Dezember letzten Jahres schrieben 122 National- und Ständerätinnen und -räte den Namen von Ueli Maurer auf den Wahlzettel. Hätten einige von ihnen das vielleicht nicht getan, wenn die SVP nicht mit dem Ende der Konkordanz gedroht hätte? Oder wenn die Medien diese abstrakte Drohung nicht während zweier Wochen erst mit Leben gefüllt hätten? Andererseits gab die Bundesversammlung auch ein Jahr zuvor ihre Stimmen nicht im luftleeren Raum ab, sondern in Absprache mit (beeinflusst durch? gezwungen von?) den Parteistrategen/innen, die Christoph Blochers Karriere als Bundesrat beenden wollten. Wie frei wählte Bundesrat Samuel Schmid überhaupt den Zeitpunkt seines Rücktritts? Und wie frei entschied Fast-Bundesrat Hansjörg Walter, dass er eine allfällige Wahl ablehnen würde? Als Historikerin bin ich überzeugt, dass es keine freien Wahlen im obigen Sinn gibt. Entscheidend ist, was mit denjenigen passiert, die sich der Einflussnahme widersetzen. Werden Andersdenkende in ihrer Entscheidungsfreiheit respektiert? Oder werden sie ausgegrenzt, persönlich in den Schmutz gezogen oder gar verfolgt? Die Menschheit hat verschiedene Versuche gesehen, freies Denken und Entscheiden zu unterbinden, besonders systematisch etwa während den Hexenverfolgungen, der Inquisition oder im Faschismus. Davon sind wir in der Schweiz heute weit entfernt. Und trotzdem lohnt sich immer wieder die Frage: Wie viel Einflussnahme lassen wir zu (in der Politik, in der Berufswelt, im persönlichen Leben)? Und wann beginnen wir uns dagegen zu wehren und auf unserer Wahlfeiheit zu bestehen? Bild: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek (SHLB), Kiel


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NAKT #3 Du hast die Wahlfisch