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Paradigmenwechsel – neue Möglichkeiten, Vieles besser zu machen Längst geht es in der Wirtschaft nicht mehr nur um die Implementierung digitaler Technologien, sondern vielmehr um einen fundamentalen Wandel – eine Veränderung kompletter Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsprozesse. Im Umgang mit Ressourcen kann dies zu effizienteren Verfahren und neuen Einsparwegen führen. Die digitale Transformation in der Wirtschaft ist nicht weniger als der Schritt zur nächsten industriellen Revolution, schließlich verändert sie Branchen und Unternehmen von Grund auf: Digitale Kundenschnittstellen, beispielsweise über Apps und Social Media, werden unentbehrlich. Fertigungsprozesse erleben eine verstärkte Automatisierung und Autonomisierung. In verschiedenen Branchen wie etwa der Energie- oder Automobilwirtschaft entwickeln sich Kunden zunehmend zu Prosumern, indem sie Strom nicht nur verbrauchen, sondern auch mithilfe der Solaranlage auf dem Dach selber produzieren. In der digitalisierten Welt von morgen werden aus Wertschöpfungsketten Wertschöpfungsnetzwerke, in denen die Akteure in Echtzeit miteinander kommunizieren. So werden Prozesse für alle Beteiligten wesentlich transparenter und effizienter und ermöglichen Unternehmen eine bessere Wertschöpfung. Teamarbeit in der Smart Factory In der Smart Factory beispielsweise arbeiten viele Maschinen zusammen wie ein gut abgestimmtes Team von Handwerkern in einer Manufaktur. Sie kommunizieren miteinander, optimieren und produzieren ein Produkt genau so, wie es der Kunde wünscht. Jede Maschine weiß jederzeit, welches Werkstück sich gerade in welchem Bearbeitungszustand an welchem Ort in der Fabrik befindet. Den Auftragseingang hat das System immer parat.

Materials Data Space: Der Werkstoff wird digital www.materials.fraunhofer.de Prognosen von Accenture www.accenture.com > Strategy > Latest Thinking Delphy Energy Future Studie www.delphi-energy-future.com

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Laut Frank Riemensperger, Deutschlandchef der Beratungsgesellschaft Accenture, ist die Smart Factory technisch schon bald möglich. Mit sehr begrenzten Investitionen ins IT-System ließen sich die Produktion beschleunigen, Material und Energie einsparen oder die Logistik verbessern. Effizienzgewinne von fünf bis sechs Prozent pro Jahr sind nach Accenture-Berechnungen in diesem ersten Schritt möglich. Wie digitale Technologien über Unternehmensgrenzen hinweg den Ressourcenschutz fördern können, zeigt der Fraunhofer-Verbund MATERIALS mit dem Konzept des Materials Data Space. Die Idee: Das System stellt alle relevanten Informationen zu Werkstoffen und Bauteilen in einer digitalen unternehmensübergreifenden Plattform zur Verfügung. „Wir bringen die Werkstoffe zum Sprechen. Sie können uns zu jedem Zeitpunkt ihre Eigenschaften mitteilen. Das hilft beispielsweise, den Materialverbrauch zu senken, die Entwicklung neuer Werkstoffe zu beschleunigen, den Herstellungsprozess zu optimieren, Lebensdauer und Zuverlässigkeit zu steigern oder zu erkennen, bei welchen Produkten sich das Recycling lohnt“, erläutert Prof. Dr. Ralf B. Wehrspohn, der das Projekt koordiniert. Gemeinsam mit Industriepartnern sollen zunächst drei Pilotprojekte im Bereich der Automobilindustrie umgesetzt werden. Konkret geht es dort um Metalle, Faserverbundwerkstoffe sowie Funktionsmaterialien und ihr Recycling.

nahdran. 3|2016  

Alles Anders: Digitale Tranformation der Kreislaufwirtschaft

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