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Die Stadt der Zukunft: digital = nachhaltig? Bis 2030 soll der Bevölkerungsanteil, der in Städten lebt, auf 60 Prozent ansteigen. Das sind fünf Billionen Menschen, die im urbanen Raum leben werden. Um diese fortschreitende Urbanisierung positiv zu gestalten und vorhandene Ressourcen effizient einzusetzen, setzen Smart Cities auf den Einsatz von intelligenten Technologien in der Stadtinfrastruktur. Mit der wachsenden Urbanisierung steigt auch der Bedarf nach Ressourcen. Schon heute verbrauchen Städte global betrachtet 75 Prozent der natürlichen Ressourcen, produzieren 50 Prozent des globalen Abfalls und bis zu 70 Prozent der Treibhausgasemissionen. Wie müssen Städte vor diesem Hintergrund entwickelt werden, um weniger Ressourcen zu verschlingen, weniger Abfall und Emissionen zu produzieren und dafür mehr Umweltschutz und mehr Lebensqualität zu bieten? Die Lösung sehen viele Akteure in der Smart City. In der smarten Stadt sind Informations- und Kommunikationstechnologien so eingebettet, dass sie Bewohnerinnen und Bewohner in ihrem Alltag unterstützen, vorhandene Ressourcen optimal einsetzen und damit die Lebensqualität für alle steigern. Europas Vorzeigestadt auf dem Weg zu einer Smart City ist derzeit die dänische Hauptstadt Kopenhagen. Mittels Digitalisierung möglichst vieler Lebensbereiche will Kopenhagen bis 2025 klimaneutral werden. Bereits jetzt hat die Stadt mit weniger als zwei Tonnen pro Kopf den geringsten Kohlenstoff-Gesamtausstoß auf der Erde. Instrumente auf dem Weg zur Klimaneutralität sind beispielsweise Sensoren: In Abfallbehältern messen sie die Abfallmengen, in Laternen und Kanälen die Kohlendioxidemissionen, den Lärm und Luftverschmutzungs-Daten. Auf Basis einer Analyse dieser Daten werden konkrete Maßnahmen entwickelt. „Ob zur Verbesserung in den Bereichen Logistik und Verkehr bis zur Optimierung von Anfahrtswegen im Notfall zur Rettung von Leben – offener Datenumgang dient einem realen Zweck und wird in Zukunft immer wichtiger werden“, sagt Klimastratege Dr. Boyd Cohen, der jedes Jahr ein Ranking der Smart Cities weltweit erstellt.

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Mit gutem Beispiel voran: Kopenhagen

Wie zukunftsfähig Städte hierzulande bereits aufgestellt sind, haben die „Morgenstadt“-Forscher des Fraunhofer Instituts am Beispiel von 30 deutschen „Schwarmstädten“ untersucht. Schwarmstädte sind Kommunen mit einem hohen Bevölkerungszuwachs, insbesondere bei den 20- bis 34-Jährigen. In den Schwarmstädten, so die Forscher, zeigt sich, welche Themen alle Großstädte bewegen oder bewegen sollten. Der „Morgenstadt-Index“ umfasst 28 Indikatoren; sie erlauben eine objektive Einstufung unter den vier übergreifenden Aspekten Lebensqualität, Resilienz (Fähigkeit, Krisen zu bewältigen), Umweltgerechtigkeit und Innovationsfähigkeit. Wie gut eine Stadt beispielsweise zur Schonung des Klimas beiträgt, haben die „Morgenstadt“-Forscher anhand von fünf Indikatoren gemessen: dem Ausstoß von Treibhausgasen; dem Anteil erneuerbarer Energien an der selbst erzeugten Energie; dem Müllaufkommen; der Recyclingquote bei festen Abfällen und dem Wasserverbrauch.

nahdran. 3|2016  

Alles Anders: Digitale Tranformation der Kreislaufwirtschaft

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