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Plattform für Experimente Schon in der Architektur spiegelt sich wider, dass man im InfraLab eine besondere Form der Zusammenarbeit pflegt: In dem kürzlich offiziell eröffneten Containerbau auf dem Berliner EUREF-Campus gibt es offene Räume mit viel Licht, die sich mithilfe von Modulen, Trennwänden und mobilen Möbeln innerhalb von Minuten an die Bedürfnisse der dort arbeitenden Start-ups und Teams anpassen können. Ryotaro Bordini Chikushi, kurz Ryo, ist als Leiter des InfraLab-Projekts gleichzeitig Vertrauensperson, Gastgeber und eine Art Hausmeister für die dort ansässigen Teams von sechs Berliner Versorgern, darunter BSR, Vattenfall und Veolia, die im InfraLab innovative Ideen für die nahe Zukunft entwickeln. „Bei uns kommen Firmen in den Dialog, erschaffen neue Formate und Lösungen. Wir bieten dafür die Plattform, auf der Experimente möglich sind“, beschreibt der gebürtige Japaner das besondere Umfeld. Familiär, kommunikativ und durch die Leidenschaft für die Visionen geprägt sei die Atmosphäre im InfraLab. Während die Corporates große Netzwerke und Budgets mitbrächten, um neue Konzepte zu entwickeln, zauberten Start-ups meist aus minimalen Ressourcen ein maximales Ergebnis, allein durch hohe Motivation und den Glauben an ihre Ideen. „Ein wesentlicher Faktor für die gute Zusammenarbeit ist jedoch Transparenz. Sie ist Basis für Vertrauen“, ist Ryo überzeugt. Er glaubt, dass sich dies auch außerhalb der Start­up-Szene durchsetzen wird. Firmen wie der Outdoor-Bekleidungshersteller Patagonia oder der Online-Shop Zappos hätten deshalb ein holistisches, also ganzheitliches Management eingeführt, die funktionalen Einschränkungen der Mitarbeiter aufgehoben und planen, alle Gehälter transparent zu machen.

»Ein wesentlicher Faktor für die gute Zusammenarbeit ist Transparenz. Sie ist die Basis für Vertrauen.« Ryotaro Bordini Chikushi Leiter des InfraLab-Projekts EUREF-Campus Berlin

So weit ist Deutschland zwar noch nicht, doch der InfraLab-Leiter glaubt, dass viele deutsche Start-ups durch den Geist der amerikanischen Gründer beeinflusst sind. „Wichtig ist, dass mit dem Produkt auch eine Geschichte erzählt wird und dass dahinter eine glaubwürdige Persönlichkeit steht“, meint Ryo. Ob dies auch bei den Innovationsprojekten der Berliner Versorger gelingt, werden die kommenden drei Jahre zeigen. So lange darf ohne Einschränkungen in dem besonderen Rahmen experimentiert werden. Beim Climathon, der Auftaktveranstaltung im InfraLab, entwickelten internationale Teams in 24 Stunden innovative Strategien gegen den Klimawandel. Mehr zum holistischen Management: www.holacracy.org + www.reinventingorganizations.com

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nahdran. 3|2016  

Alles Anders: Digitale Tranformation der Kreislaufwirtschaft

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