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nuds Virtuelles Wasser: Wie viel verbrauchen wir wirklich?

Ich konsumiere, also bin ich! Tipps und Tricks f端r einen bewussteren Konsum

Macht Geld gl端cklich? Der Happy Planet Index

Meins, Deins, Unsers: Die Share-Economy

Die Lebensmittelretter Ein Leben im Konsumstreik, es gibt genug Essen f端r alle

Ausgabe 1 htw Berlin / FB 5 August 2014

nach uns die sintflut


Gestaltung Ricardo Andrés Camargo Barrera Anja Groß Laura Klein Nicole Koehler Rebecca Kopiecki Maria Lanowski Antonia Lorenz Nicole Nickel Franziska Panitz Eva Pyko Benjamin Schubert Janina Schwager

Taisia Tikhnovetskaya Milosz Wachulski Inés Rosemarie Weinmann Olivia Wellensiek

Druck Newspaper Club 58-60 Osborne St Glasgow

Konzeptioneller Entwurf, Einführung Nachhaltigkeit betreut durch Stephan Bohle htw Berlin, Fachbereich 5 / Kommunikationsdesign Sommersemester 2014


NUDS ist der Titel unseres Semesterprojektes an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) im Studiengang Kommunikationsdesign Modul Konzeptioneller Entwurf. Dazu eine kleine Geschichte vorab, die mir persönlich widerfahren ist. Nachdem ich mit einem befreundeten Vater über die Grenzen der Tragfähigkeit der Erde gesprochen hatte und das wir mit unserer Lebensweise einige dieser Grenzen bereits überschritten haben (Klimawandel, Verlust an Biodiversität, etc.) machte ich nochmals deutlich, dass wir damit unseren Kindern ein ganz schönes Schlamassel hinterlassen werden. Der Vater kommentierte achselzuckend: „Das ist nicht mehr mein Problem, das müssen dann halt meine Kinder ausbaden.“ Anders ausgedrückt: „Nach uns die Sintflut.“. Auch die Wissenschaft, im besonderen die Wirtschaftswissenschaft, diskutiert, ob die jetzigen Gesellschaften sich auf ihre Entwicklung konzentrieren sollten und es zukünftigen Generationen zuzumuten ist, die Folgen des Klimawandel auszubaden.1 Da schließt sich dann gleich die nächste Frage an, was eigentlich Entwicklung bedeutet? Auch das wird kontrovers diskutiert. Denn der „Wohlstandsmesser“ der Industriestaaten, das BIP, steht mächtig in der Kritik.2 Wohlstand wird dabei auf den materiellen Güterwohlstand einer Gesellschaft und eines jeden Einzelnen reduziert. Richtig ist, dass unsere Grundbedürfnisse Wohnen, Ernährung, Bildung und Mobilität befriedigt sein müssen. Die immer weitere Anhäufung von Gütern führt aber nicht zu mehr Wohlstand und Lebensszufriedenheit der Menschen, wie zahlreiche Studien belegen. Ich bin mit meinen Studenten der Frage nachgegangen, was Wohlstand und Lebenszufriedenheit für jeden individuell bedeutet und welche möglichen Formen eines weniger materiell fixierten Lebens bestehen. Zugegebenermaßen eine alte Diskussion, aber wenn “NUDS” nicht als zynische Antwort auf die Herausforderungen des 21.Jahrhunderts akzeptiert werden soll, so muß jeder Einzelne seine Verantwortung annehmen (neben der Verantwortung, die endlich Politik und Wirtschaft auch wahrnehmen muß), um jetzigen und zukünftigen Generationen ein gutes Leben auf dem Planten zu ermöglichen. Wir haben auch die besondere Verantwortung des Kommunikationsdesigns diskutiert, das bisher eher den Lebensstil der Güteranhäufung mit besten Ideen und Kreativität unterstützt hat. Es wird höchste Zeit, diese Kreativität für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts einzusetzen und eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen. Wir haben auf Basis von eigenen Recherchen, Erfahrungen und Erkenntnissen versucht, die Texte des “Simpler Way“ von Samuel Alexander und Simon Ussher vom Simplicity Institute, Colorado in eine attraktive Visualität zu transformieren, um Alternativen eines weniger auf Güteranhäufung fixiertem Leben aufzuzeigen. Wir haben dafür als Kommunikationsträger das “Zeitungsformat” gewählt. Zeitungen vermitteln und reflektieren Information. Sie sind alltäglicher Gebrauchsgegenstand. Die Beschäftigung mit Lebensweisen, die einen kleineren ökologischen Fußabdruck brauchen und trotzdem zufrieden und glücklich machen, sollten auch zu einer täglichen Handlung gemacht werden. NUDS zeigt Beispiele, Optionen und Gedankenexperimente, die Geschmack machen sollen auf einen nachhaltigeren Lebensstil. Aus meiner Sicht eine fantastische Aufgabe für Kommunikationsdesigner/innen. Ob das uns gelungen ist, können Sie am vorliegenden Exemplar selbst beurteilen. - Stephan Bohle 1 Mike Hulme 2014 Streitfall Klimawandel, München: oekom verlag, S. 153ff.) 2 Ebenda, S.249

Inhalt nuds Klamotten + Zeug + Gemeinschaft Maria Lanowski, Eva Pyko, Laura Klein

Achtsamkeit + Zeit & Arbeit + Wohnen Benjamin Schubert, Olivia Wellensiek, Janina Schwager

Upcycling + Reducing Waste +Politik + Vermischtes Ricardo Camargo Barrera, Inés Weinmann, Taisia Tikhnovetskaya, Nicole Köhler,

4-7 8-11 12-15

Ernährung + Transport+ Aktivismus Rebecca Kopiecki , Anja Groß, Franziska Panitz

Wasser + Geld + Freizeit & Unterhaltung Nicole Nickel, Milosz Wachulski, Antonia Lorenz

16-19 20-23


KLAMOTTEN + ZEUG + GEMEINSCHAFT

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SHOW ME YOURS

Fotografien: Maria Lanowski

I’LL SHOW YOU MINE

Der böse Kleiderschrank Über ein eher zwiespältiges Verhältnis von Maria Lanowski Zu meinem Kleiderschrank habe ich ein ganz besonderes Verhältnis: Er ist immer voll und trotzdem finde ich nichts zum Anziehen. Es wieder Sommer und meine Shirts aus dem letzten Jahr hängen mir zum Hals raus. Ich gehe also los und kaufe mir wieder einmal etwas Neues. Natürlich weiß ich, dass H&M und co nicht die Lösung sind und auch ich besitze so einige Second Hand Teile vom Flohmarkt aber achte ich aktiv darauf? In Deutschland werden 800.000t Textilien jedes Jahr importiert, neun von zehn Kleidungsstücken kommen aus Billiglohnländern. Ich habe mich gefragt, wie es eigentlich

in meinen eigenen Kleiderschrank aussieht und einen knallharten Kassensturz gemacht. Alle Sachen einsortiert und durchgezählt besitze ich (ohne Unterwäsche) 115 Kleidungsstücke. Ich, allein! Über 80% davon habe ich bereits länger als ein Jahr und davon sind etliche Teile noch Jugendsünden aus längst vergangener Zeit, von denen ich mich einfach nicht trennen kann. Damit bin ich anscheinend noch nicht ganz von der deutschen Kaufwut befallen, denn im Durchschnitt kauft der Deutsche 70 neue Kleidungsstücke im Jahr. Trotzdem zähle ich weiter. Über ein Drittel meiner guten

Stücke habe ich leider bei H&M gekauft, nur 13% kommen aus Second Hand Stores, vom Flohmarkt oder sind abgelegte Sachen von Freundinnen. Doch wie kann man bewusster Einkaufen und trotzdem » 115 Kleidungsstücke. Ich, allein! « Stil und persönlichen Ausdruck im Kleidungsstil nicht vernachlässigen? Ich habe mir vorgenommen, bei meinem nächsten Kaufanfall zuerst die vielen Berliner Second Hand Läden abzuklappern, in denen man das ein oder andere Kleinod finden

kann. Außerdem sollte ich mich vor jedem Kauf fragen, ob das Kleidungsstück meines Begehrens auch wirklich zu meinen Sachen passt. So kann man Käufe á la „ich brauch da noch was zu der Hose, die ich mir neulich gekauft hab“ zu vermeiden. Ich habe mir zudem vorgenommen, die Dinge auf ihre Gemütlichkeit zu prüfen. Denn wenn das T-Shirt oder die Shorts dann ein halbes Jahr rumliegen, weil etwas hier oder dort zwickt, brauche ich es eigentlich nicht. Auch Tauschplattformen, wie Kleiderkreisel sind eine gute Lösung, um Neukäufen aus dem Weg zu gehen.

Eigentlich ist es so einfach, wir müssen uns nur bewusst machen, dass jedes Kleidungsstück Energie-, Wasser- und andere Produktionskosten verursacht. Dass eine Jeans aus China 6,93€ im Einkauf kostet und ein Mensch dafür gearbeitet hat.


KLAMOTTEN + ZEUG + GEMEINSCHAFT

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Hast was gut bei mir Ein Selbstversuch von Laura Klein Ich bin zweimal innerhalb eines halben Jahres umgezogen. Weil ich wusste, dass ich nicht alleine wohnen mag sondern in einer WG, war es Quatsch, mir einen Staubsauger, einen Föhn, einen Kühlschrank, einen Herd etc. zu kaufen, für die Zeit in der ich alleine wohnte. Ich fragte also rum, meistens persönlich “Hey hast du ‘n Föhn, den du nicht mehr brauchst?” oder auf facebook “Hat jemand ‘n Kühlschrank übrig?” viele Leute fragten aber auch, ob ich irgendetwas bräuchte. So hatte ich, während ich drei Monate alleine wohnte, alles was ich brauchte, ohne Geld auszugeben. Ziemlich geil, denn genau das hatte ich nicht. Nach den drei Monaten verteilte ich die Sachen dann an denjenigen der es brauchte. Closed-loop quasi. Für mich ist es selbstverständlich, sich eine Bohrmaschine bei den Nachbarn zu borgen, so wie man nach einer Tasse Mehl fragt oder einem Ei, wenn man beim Backen merkt, was man vergessen hat einzukaufen. Für viele ist es aber wichtig sagen zu können “ich besitze eine Bohrmaschine”. Das ist wie mit der fetten Karre in der Einfahrt und dem Ralph Lauren Poloshirt. Statussymbole.

Aber ist das nicht altbacken? Ich persönlich freue mich immer wenn ich mal wieder was nicht hab. So kann ich sonntags bei meinen Nachbarn klingeln, sie verpennt und im Sonntags-wohlfühl-outfit antreffen, mit ihnen tratschen und mein soziales Netz spannen, ganz abseits von facebook. Natürlich gebe ich auch gerne, nicht nur materielle Dinge sondern auch Fähigkeiten. Es ist ja unmöglich für jede Sache jemanden zu bezahlen geschweige denn alles selbst zu erlernen. Bei facebook wurde oft gefragt “weiß jemand wie dies oder jenes geht?”. Mir fällt dazu dieses Klischee von den traurigen reichen Leuten ein, die zwar alles Geld der Welt haben aber unglücklich sind. Also weniger Sachen besitzen und mehr teilen schafft mehr Gemeinschaft. Man muss ja nicht die Nagelschere teilen, aber Sachen wie den Drucker, den Rasenmäher, den Entsafter, Klappstühle, das Zelt, die Farbwalze, die Bohrmaschine, Werkzeugkoffer, Auto uvm. kann man einfach mal borgen. Das spart Geld, man tut was für das eigene Karma und für das soziale Netzwerk, jenseits von Freunde sein bei facebook.

FREUDE TEILT MAN DOCH AUCH. Ökodörfer Best Practice von Laura Klein 1998 wurden Ökodörfer erstmals offiziell unter den Top 100 Best Practices der Vereinten Nationen als exzellente Modelle nachhaltigen Lebens genannt.

6,93€

BENUTZEN STATT BESITZEN

kostet eine Jeans aus China im Einkauf.

Mara über das Großwerden in Gemeinschaften von Laura Klein »Die letzte prägende Station, an die mich meine Mama geschleppt hat, war das ZEGG.Eine Gemeinschaft bestehend aus ca. 100 Leuten. « » Kurz nachdem ich meine erste Skepsis dann doch abgelegt hatte, » Patchworkfamilien sind nicht nur war ich verzückt ein Konstrukt, davon, was ich dass in unserer » Ich wünsche mir das für meine alles lernen Zeit immer Kinder und alle anderen Kinder kann von den häufiger eneinfach auch. « Menschen. Ich tsteht, sondern steh sehr darauf, sie können wenn mir Leute aus ihrem Leben Kindern sehr viel bringen. Viele erzählen. « Menschen bringen viele Eindrücke und Erfahrungen mit sich. « »So habe ich im ZEGG die cool» Meine Mama hat mich mit 21 beste Handwerkerin kennengelernt kommen, demnach war sie abends und lauter andere lustige, bunte, auch manchmal aus und es war für liebenswerte Menschen. « mich total normal, dass Freunde auf mich aufgepasst haben. « » In dieser Gemeinschaft wohnt auch noch ein weiterer Teil meiner »Wir sind nach Bad Belzig gezogen. Familie. Ich habe noch einen Ultracool, wenn man in Berlin groß Bruder bekommen (der kleinste süßeste), als ich 17 war. Sein Papa geworden ist.« wohnt auch dort, genau wie zwei seiner vier Kinder. Meine kleinere Schwester und mein mittlerer Bruder. Auch die Mama von den Beiden wohnt dort. « »ein Lob auf Patchworkfamilien, (Wohn)gemeinschaften und Mitmenschen, die Kinder einfach hüten und ins Herz schließen. «

Das ZEGG Zentrum für Experimentelle Gesellschaftsgestaltung von Laura Klein Das Zegg ist eine Lebensgemeinschaft in Bad Belzig (80 km südwestlich von Berlin). Es ist ein Modellprojekt für eine ökologisch und sozial nachhaltige Lebensweise. Das Gründungskonzept beruht auf den Ideen von Dieter Duhm. Dabei geht es um persönliche Entwicklung, Aufbau einer kooperativen und ökologischen Lebensweise sowie um politisches Engagement. Das ZEGG besteht seit 1991 auf dem ca. 16 ha großen Gelände. Heute leben ca. 110 Menschen, darunter 15 Kinder und Jugendliche im ZEGG. Es gibt Wohnhäuser, ein Gästehaus mit

Restaurant, Veranstaltungs- und Seminarräume, Werkstätten, ein Atelier und mehrere kleine Lehmbauten. Die ökologischen Modellprojekte auf dem Gelände sind die moderne, fast CO2-neutrale Energieversorgung, der Wasserkreislauf mit ökologischer Pflanzenkläranlage sowie der große BioGarten, in dem Obst und Gemüse angebaut werden. Grundlage der Finanzierung sind Angebote der ZEGG GmbH, für die die Mitglieder der Lebensgemeinschaft „ehrenamtlich“ tätig sind. Das ZEGG ist ein erfolgreicher Veranstalter innerhalb der New Age-Bewegung.

Foto: Mara


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KLAMOTTEN + ZEUG + GEMEINSCHAFT

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n k M S T K

THE THINGS YOU OWN, D

T t F n h q K o H p U Mk S x Q g s P q 10.000 L Z X c A Dinge besitzt ein Durchschnittseuropäer.

The Sharehood 40.412 Nachbarn teilen 51.146 Dinge... von Laura Klein ...und der Rest der Welt kann auch noch mitmachen. Bei www.thesharehood.org kann man seinen Wohnort angeben, sich ein Profil erstellen und man gibt an ob man etwas leihen, verleihen oder ganz weggeben möchte und los geht’s. Erstaunlicherweise habe ich schon 76 Nachbarn im Umkreis von 16 Kilometern die 24 Dinge teilen. Es werden Dinge angeboten wie Gesangsunterricht, nach Sachen wird gefragt wie hütet jemand meine Katze, und ich verleihe mein Auto! Teilen wie Robin Hood. Ich hätte es nie gedacht.

70

neue Kleidungsstücke kauft ein Deutscher pro Jahr.

10000 Dinge, die sich an mich binden Der harte Weg zum bewussteren Konsumieren von Eva Pyko Ich hab da was gehört. Nämlich, dass der Durchschnittseuropäer in etwa 10 000 Dinge besitzt. 10 000… diese Zahl muss man erst einmal verdauen. Aber kann das wirklich sein? Ich sitze an meinem Schreibtisch inmitten meines Zimmers. Wenn ich meinen Blick jetzt so umher schweifen lasse, zähle ich da schon einmal zehn große Möbelstücke, acht Dekokisten, einen großen und einen kleinen Wäscheständer und Lampen. Kaum zu glauben, aber insgesamt stehen fünf Lampen in einem Zimmer. Dazu kommen jetzt noch die ca. 180 CDs und ungefähr 150 Bücher, alleine in dem einen Regal, rechts von meinem Schreibtisch. Was ich jetzt nicht dazu zähle sind die Hunderte von Postkarten, die in Schubladen darauf warten endlich verschickt zu werden oder die Menge an Ketten und Ohrringen, die ich schon seit Jahren nicht mehr getragen habe. Ebenso lasse ich die Habseligkeiten unter meinem Bett außer Acht, oder die in sämtlichen Kisten. Und ganz von den Dingen in meinem Bastelkorb zu schweigen. Ich bin jetzt 27 Jahre und muss feststellen,

dass ich die 10 000 Dinge, wirklich zusammen bekomme. Aber brauche ich das denn alles? Erzogen wurde ich so nicht. Da gab es wenig von allem und es wurde viel geteilt. Aber jetzt, wo ich seit mehr oder weniger fünf Jahren alleine wohne habe ich auch von allem eins. Eine Waschmaschine, einen Herd, überhaupt besitze ich eine komplette Küche, die so wohl auch locker für eine dreier WG funktionieren würde. Wenn ich jetzt ehrlich bin, konsumiere ich aber eigentlich nicht wirklich viel. Ich habe den Eindruck, alles sammelt sich so über die Jahre an und ich nutze vieles nicht mehr. Ich gebe es offen zu! Manches hab ich tatsächlich nur gekauft, weil ich entweder im Kaufrausch war, oder weil ich auf ein sogenanntes „Schnäppchen“ rein viel. Wenn ich jetzt nicht in weiteren fünf Jahren ein totaler Messie sein möchte, muss sich wohl etwas ändern. Aber wie kann das funktionieren?

KONSUMIERT WERDEN ODER BEWUSST KONSUMIEREN


KLAMOTTEN + ZEUG + GEMEINSCHAFT

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Ich konsumiere, also bin ich Tipps für den nachhaltigen Umgang mit Dingen frei übersetzt nach www.simplerway.org Miste alles überflüssige aus und gib die Sachen an wohltätige Organisationen, vieles davon ist sicherlich noch zu gebrauchen + Kaufe nur Dinge, die zur Qualität deines Lebens beitragen + Vorsicht vor versteckten Kosten, und Dingen die du ggf zusätzlich zu deinem Neukauf anschaffen musst um es zu optimieren + Kaufe nichts im Rausch, meistens brauchst du die Sachen nicht und sie machen dich nur kurz glücklich + Kaufe Second Hand, es ist günstig und man kann immer das ein oder andere Kleinod finden. + Schaue zu, dass deine neuen Dinge, auch zu deinen alten Sachen passen + Kaufe fair produzierte Sachen – wenn dir etwas viel zu günstig erscheint, lass die Finger davon + Gib lieber etwas mehr aus für ein qualitativ hochwertiges Produkt, von dem du dann länger etwas hast + Wenn du dich von Sachen nicht sofort trennen kannst, verstaue sie in einem blickdichten Sack. Wenn du dich nach 3-4 Monaten nicht mehr daran erinnerst, was alles in dem Sack ist, schmeiß in einfach weg. + Miste alles überflüssige aus und gib die Sachen an wohltätige Organisationen, vieles davon ist sicherlich noch zu gebrauchen + Vorsicht vor versteckten Kosten, und Dingen die du ggf zusätzlich zu deinem Neukauf anschaffen musst um es zu optimieren + Kaufe nichts im Rausch, meistens brauchst du die Sachen nicht und sie machen dich nur kurz glücklich + Schaue zu, dass deine neuen Dinge, auch zu deinen alten Sachen passen + Kaufe fair produzierte Sachen – wenn dir etwas viel zu günstig erscheint, lass die Finger davon + Gib lieber etwas mehr aus für ein qualitativ hochwertiges Produkt, von dem du dann länger etwas hast +

Zieh schlichte und praktische Sachen an! Damit kannst du ein Statement gegen die Konsumkultur setzen. + Kaufe nur Dinge, die zur Qualität deines Lebens beitragen + Dabei musst du nicht deinen Stil aufgeben. Wenige Dinge, die du dafür pflegst machen auch glücklich. Stell dir die Unsummen vor, die jedes Jahr in neue Mode investiert werden. All das Geld könnte auch für humanitäre Zwecke eingesetzt werden. + Wenn du sehr ehrgeizig bist, kannst du auch lernen, Kleidung selbst zu nähen, um nicht Neues von der Stange kaufen zu müssen. + Modediscounter sind zwar günstig, doch häufig ist der ausbeuterische Umgang mit Arbeitskräften der Grund dafür. Informiere dich, über die Ketten bei denen du einkaufst. + Teile Anschaffungen wie etwa einen Rasenmäher mit deinen Nachbarn. Nicht jeder muss jeden Gegenstand selbst besitzen. + Neben Dingen und Nutzgegenständen, kannst du auch deine Fähigkeiten mit anderen Teilen. +

800.000t

Textilien werden im Jahr importiert.

Was ist dir wirklich wichtig?

Foto: Eva Pyko

Eine nicht repräsentative Umfrage von Eva Pyko Ich habe Familie und Freunde befragt, auf welche Konsumgüter sie auf keinen Fall verzichten wollen. Mein Fazit: Gerade die ungesunden Dinge für Mensch und Natur sind es, worauf viele nicht verzichten möchten. Hier die Ergebnisse in der Häufigkeit ihrer Nennung: 1 Internetfähige Geräte (Laptop, Smartphone) 2. Kaffee 3. Elektrogeräte (z.B. Mp3-Player) 4. Bücher 5. Tabakk bzw. Zigaretten 6. Klamotten 7. Süßigkeiten (Kaugummi) 8. Kosmetika (z.B. Hautcreme) 9. Alkohol

END UP OWNING YOU.


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ANTIARCTIC EDT.


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a r b e it DIE FREIHEIT ZU ARBEITEN Entspricht es denn tatsächlich dem Gedanken der Freiheit, immer und überall Arbeiten zu können? „ [...] Die digitalisierte Produktion braucht keine Stechuhr, denn jeder ist selbst verantwortlich für seinen Arbeitseifer, der als Vergnügen empfunden werden soll. Arbeit lässt sich nicht mehr auf Zeiten und Orte beschränken. Der Philosoph Byung-Chul Han: „Heute sind wir zwar frei von den Maschinen des Industriezeitalters [...] aber die digitalen Apparate bringen einen neuen Zwang, ein neues Sklaventum hervor. Sie beuten uns [...] noch effizienter aus, als sie aufgrund ihrer Mobilität jeden Ort in einen Arbeitsplatz und jede Zeit in Arbeitszeit verwandeln, [...] so können wir der Arbeit nicht mehr entkommen.“ Zygmunt Bauman sieht in dieser Arbeitswelt ein weiter entwickeltes Panoptikum, dass jeder für sich selbst baut, um aus dieser „verfleißigten“ Welt nicht heraus zu fallen: „Wie die Schnecke, die ihr Haus immerzu bei sich trägt, so müssen die Beschäftigten in der schönen neuen flüchtig-modernen

Welt ihr jeweils persönliches Panoptikum selbst hervorbringen und auf dem eigenen Buckel mit schleppen. Sie sind uneingeschränkt verantwortlich dafür, sich selbst in gebrauchsfähigem Zustand zu erhalten und ihren störungsfreien Betrieb zu gewährleisten (wer sein Mobil- oder Smartphone zu Hause lässt [...] und sich damit der lückenlosen Verfügung [...] entzieht, kann in ernsthafte Schwierigkeiten geraten).“... Quelle: Aufgeklärte Gesellschaft Transparenz & Kontrolle, Wolfgang Dreßen

BURNOUT „Die Leistungsgesellschaft ist ganz von dem Modalverb KOENNEN beherrscht im Gegensatz zur Disziplinargesellschaft, die Verbote ausspricht und sich des SOLLENs bedient. Ab einem bestimmten Punkt der Produktivität stößt das SOLLEN schnell an seine Grenzen. Zur Steigerung der Produktivität wird es durch das KOENNEN ersetzt. Der Ruf nach Motivation, Initiative und Projekt ist wirksamer für die Ausbeutung als Peitsche und Befehle. Als Unternehmer seiner selbst ist das Leistungssubjekt zwar insofern frei,

Work harder HAPPINESS IS JUST AROUND THE CORNER!

Earn more HAPPINESS IS JUST AROUND THE CORNER!

BUy more HAPPINESS IS JUST AROUND THE CORNER!

Keep going HAPPINESS IS JUST AROUND THE CORNER!

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als es keinen gebietenden und ausbeutenden Anderen unterworfen ist, aber wirklich frei ist es nicht, denn es beutet nun sich selber aus, und zwar aus freien Stücken. Der Ausbeutende ist Ausgebeuteter. Man ist Täter und Opfer zugleich. Die Selbstausbeutung ist viel effizienter als die Fremdausbeutung, weil sie mit dem Gefühl der Freiheit einhergeht. [...] DU KANNST erzeugt massiv Zwänge, an denen das Leistungssubjekt regelrecht zerbricht. Der selbstgenerierte Zwang erscheint ihm als Freiheit, sodass er nicht als solcher erkannt wird. DU KANNST übt sogar noch mehr Zwang als DU SOLLST. Der Selbstzwang ist fataler als der Fremdzwang, weil kein Widerstand gegen sich selbst möglich ist. [...] Wer scheitert, ist außerdem selbst Schuld

und trägt diese Schuld fortan mit sich herum. [...] DER KAPITALISMUS IST NUR VERSCHULDENT. Er verfügt über keine Möglichkeit der Sühne, die den Schuldigen von seiner Schuld befreien würde. Die Unmöglichkeit der Entschuldung und Entsühnung ist auch verantwortlich für die Depression des Leistungsobjekts. Die Depression stellt zusammen mit dem Burnout ein unrettbares Scheitern am KOENNEN, d.h. eine psychische Insolvenz dar. Insolvenz bedeutet wörtlich, die Unmöglichkeit die Schuld abzutragen. (solvere)“ Quelle: Byung-Chul Han, Agonie des Eros

ANEKDOTE ZUR SENKUNG DER ARBEITSMORAL In einem Hafen an der Westküste Europas schläft ein ärmlich gekleideter Fischer und wird durch das Klicken des Fotoapparates eines Touristen geweckt. Anschließend fragt der Tourist den Fischer, warum er denn nicht draußen auf dem Meer sei und fische. Heute sei doch so ein toller Tag,

um einen guten Fang zu machen, es gebe draußen viele Fische. Da der Fischer keine Antwort gibt, denkt sich der Tourist, dem Fischer gehe es nicht gut, und fragt ihn nach dessen Befinden, doch der Fischer hat nichts zu beklagen. Der Tourist hakt noch einmal nach und fragt den Fischer abermals, warum er denn nicht hinausfahre. Nun antwortet der Fischer, er sei schon draußen gewesen und habe so gut gefangen, dass es ihm für die nächsten Tage noch reiche. Der Tourist entgegnet, dass der Fischer noch zwei-, drei- oder gar viermal hinausfahren und dann ein kleines Unternehmen aufbauen könnte, danach ein größeres Unternehmen und dieses Wachstum schließlich immer weiter steigern könnte, bis er sogar das Ausland mit seinem Fisch beliefern würde. Danach hätte der Fischer dann genug verdient, um einfach am Hafen sitzen und sich ruhig entspannen zu können. Der Fischer entgegnet gelassen, am Hafen sitzen und sich entspannen könne er doch jetzt schon. Darauf geht der Tourist nachdenklich und ein wenig neidisch fort. Quelle: Heinrich Böll (1963)

Verrat mir deinen JOb und ich sag dir wie viel du Wert bist. ZEIT UND ARBEIT Sich seine Einstellung gegenüber Arbeit und Arbeitsstunden zu überdenken ist ein zentraler Bestandteil von “NUDS”. Die meisten Dinge die wir konsumieren müssen erworben werden, und das heißt, je mehr wir konsumieren, desto mehr Arbeitszeit müssen wir aufbringen um unseren Lebensstil zu bezahlen. REDUZIERUNG DER ARBEITSSTUNDEN?! Die Situation jedes Menschen ist verschieden. Das reduzieren von Arbeitsstunden ist manchmal nicht möglich. Wenn du mit deinem zu zahlenden Haushalt Wege findest, signifikante Einsparungen bezüglich der gesamten Reichweite des Konsums zu machen, wirst du vielleicht herausfinden, dass du gar nicht so viele Stunden am Tag, in der Woche, im Monat Lohnarbeit nachgehen musst. Diese Erkenntnis wird dir mehr Zeit schenken, die du anders, mit privaten Leidenschaften und der Auseinandersetzung mit deiner Community über und für bedeutsame und erfüllende Dinge, nutzen kannst. Diese Vorgehensweise wird vielleicht deinen materiellen Reichtum schmälern, jedoch ist es sehr wahrschein-

lich, dass du deine Lebensqualität steigern wirst. ABER WIE?! Wenn du meinst, dass es möglich wäre dir einen simpleren Lebensstil zu leisten, indem du weniger konsumierst und demnach weniger arbeitest, ist die Frage demnach wie du diese Erkenntnis umsetzt und sie Realität werden lässt. Es gibt zwei Hauptwege um die Arbeitszeit zu verkürzen. Die eine Möglichkeit ist, einen neuen Job zu finden der eine Teilzeitstelle anbietet. Die zweite Option ist, deine_n jetzige_n Arbeitgeber_in zu fragen, ob du weniger Stunden bei proportional sinkendem Lohn lohnarbeiten kannst. Dein_e Arbeitgeber_in ist vielleicht offener dafür als du denkst. Im Prinzip ist das Resultat daraus reduzierte Kosten. Nebenbei wird deine eigene Leistungsfähigkeit gesteigert, da du durch weniger Stunden Arbeit ein geringeres Riskiko an Überlastung erfährst und du deshalb konzentrierter, kreativer und produktiver sein kannst. Andere Dinge die dir wichtig sind können in der Freizeit erledigt werden, es gibt Zeit über Dinge nachzudenken und du bringst mehr Energie mit. GEHALTSERHÖOEHUNG?! Wahrscheinlich wird es in deinem Arbeitsleben eine Zeit geben, in der du eine

Gehaltserhöhung bekommst. Eine Option, wie oben bereits erwähnt, ist diese Erhöhung zu sparen. Es gibt allerdings noch eine andere Idee. Anstatt das extra Geld zu akzeptieren und höchstwahrscheinlich mehr auszugeben, kannst du danach fragen den selben Lohn wie vorher zu erhalten, dafür aber weniger Stunden zu Arbeiten. Zum Beispiel kannst du einen freien Nachmittag in der Woche aushandeln und auch hier ist es möglich, dass dein_e Arbeitsgeber_in gerne auf diesen Deal eingeht. NACHHALTIG AUF DER ARBEIT?! Schau dich um auf deiner Arbeit und überlege, ob es bei euch nachhaltig zugeht. Hohe Müllproduktion? Rechner die über Nacht nicht ausgeschaltet werden? Licht das dauerbrennt? Kühlschränke aus dem letzten Jahrhundert? Fahrstuhlnutzung aus Faulheit? Papierverschwendung? Übermässiges Verpackungsmaterial? Bürobedarfsartikel? Ist der Kaffee fair? Firmenfeste? Geht das auch anders? Was kann bei euch optimiert werden? HOMEOFFICE?! Besteht für dich die Möglichkeit einmal die Woche oder mehrmals von zu Hause aus zu arbeiten? Es könnte dir einen gemütlichen Arbeitstag von zu Hause bringen, definitiv sparst du jedoch die Anfahrtszeit und der daraus hervorge-

hende Verbrauch von Treibstoff. ONLINEMEETINGS?! Videokonferenzen können oftmals unnötige Geschäftsreisen innerhalb von Städten, Ländern und generell Auslandsreisen reduzieren. Du würdest Zeit und deine Firma Kosten und die Umweltressourcen sparen. COWORKING SPACES?! Du arbeitest selbstständig und du hast Lust auf andere Menschen? Hast du schonmal darüber nachgedacht, dir einen Tisch in einer Gemeinschaft zu mieten? Das nennt sich heutzutage Coworking. Wikipedia sagt dazu: „Coworking Spaces stellen Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis zur Verfügung und ermöglichen die Bildung einer Gemeinschaft, welche mittels gemeinsamer Veranstaltungen, Workshops und weiterer Aktivitäten gestärkt werden kann. Dabei bleibt die Nutzung jedoch stets unverbindlich und zeitlich flexibel. [...] Vielleicht liegt dir das Teilen? DU MAGST DEINE AUFTRAGGEBER GAR NICHT?! Wenn du weniger Geld ausgibst und du demnach weniger Geld verdienen

Deine Zeit.

musst, mildert sich der Druck für blöde Unternehmen zu arbeiten, die du sowieso nicht magst. Oft sehen sich Menschen aus finanziellen Gründen gezwungen für Unternehmen zu arbeiten, die nicht wirklich nach Allgemeinwohl und nachhaltiger Produktion streben. Vielleicht kannst du dir ja sogar Arbeit suchen bei der du weniger verdienst, dafür jedoch erfüllendere Aufgaben übernehmen kannst und diese ohne schlechtes Gewissen zu verrichten sind. DU MAGST DEINEN JOB NICHT?! Änder was. Das klingt anmaßend, aber überleg dir doch eventuell mal, wie viel Zeit deines Lebens du für einen Konzern arbeitest den du gar nicht unterstützenswert findest. Gesund kann das nicht sein. Mach dich auf die Suche oder setze deine eigenen Visionen um. VOTE WITH YOUR TIME! Zeit ist nicht Geld sondern dein teuerstes Gut. Du könntest dir deine Gewichtung von Arbeit und Freizeit anschauen und überlegen, welches Statement du machst. Denn nicht nur mit dem ausgeben von Geld gibst du eine Stimme ab, sondern auch mit deiner Zeit. Außerdem bestimmt nicht dein Job wer du bist und wie viel du Wert bist, sondern dein handeln. Zeit ist Leben. Es ist Zeit.


WOHNEN

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Die Wahl wo und vor allem wie wir leben möchten gehört zu den essentiellsten Fragestellungen unseres Lebens und zu den Entscheidungen mit den weitreichendsten Folgen. Wohnen – egal ob mieten oder kaufen – nimmt heutzutage üblicherweise einen Großteil unserer Ausgaben ein. Tragisch, dass es heute ebenso oft gang und gäbe ist, Unsummen an Geld für ressourcen- und energieintensive Neubauten aus dem Fenster zu schleudern. Tragisch auch, dass diese „DickeHoseBauten“ obendrein meist potthässlich oder zumindest geschmacklich fragwürdig sind. Wenn wir die Frage, wie wir wirklich leben möchten, um dabei möglichst frei sein zu können, wohlüberlegt und mit Anspruch auf Bescheidenheit beantworten, könnten wir sehr viel Energie und Geld einsparen, die uns an anderer Stelle wieder zugute kommen kann.

WIE WOHNEN? Sobald du in den eigenen 4 Wänden angekommen bist – halte kurz inne. Ist es wirklich notwendig auf kürzestem Wege zum schwedischen Möbelriesen zu hetzen? Abgesehen von erhöhtem Herzinfarkt- und Beziehungskrisenrisiko, sind die Produkte nicht nur von fragwürdiger Qualität, sondern auch alles andere als nachhaltig hergestellt. Alternativ bietet sich ein entspannter Flohmarktbesuch an, auf dem man kaum geringere Auswahl – dafür umso mehr Charme – und beim Kramen vielleicht sogar das ein oder andere Unikat antrifft. Ebenso praktisch: Kleinanzeigen↑ oder Facebook-Gruppen↑, in denen Privatpersonen ihr Hab und Gut anbieten und teilweise sogar verschenken.

LINKS & QUELLEN

Eine andere Möglichkeit um das Heim individuell zu Gestalten: Möbel und Deko selbst herstellen. Das geht meist einfacher als man es sich vorstellt und mittlerweile gibt es zahlreiche Selbermach-Anleitungen im Netz. Zum Beispiel kannst du aus alten T-Shirts einen Teppich↑ stricken oder aus Weinkisten eine Regalwand↑ zaubern! Ganz nebenbei hättest du hierbei auch noch recycelte Materialien verwendet. Keep the cycle flowing!

RECYCELT Aus Recycling-Materialien lassen sich nicht nur Möbel, sondern sogar vollwertige Häuser bauen. Die Paletten-Häuser↑ der Architektinnen Suzan Wines und Azin Valy wurden ursprünglich entworfen, um rückkehrenden Flüchtlingen im Kosowo ein vorrübergehendes Heim zu bieten. Das Konzept verbreitete sich schnell und wurde zu verschiedensten Anlässen erneut aufgegriffen. Die Bauanleitung, sowie Youtube-Tutorials gibt es unter: http://www.i-beamdesign.com

GEMEINSAM Von der klassischen WG, über Hausprojekte, bis hin zu mehreren Familien die gemeinsam unter einem Dach leben – gemeinschaftliches Wohnen hat viele Gesichter und Vorteile! Ganz abgesehen von der Großartigkeit des Beisammenseins und des Miteinander wachsens, sprechen auch im Sinne der Nachhaltigkeit viele Punkte für das gemeinschaftliche Leben. So lebt man nicht nur automatisch kosten- und energieeffizienter, sondern verfügt über viele paar Hände, die dementsprechend viel anpacken und umsetzen können. Aber auch wenn du in einem Mehrfamilienhaus mit abgetrennten Wohneinheiten lebst, gibt es die Möglichkeit näher zusammenzurücken, sich auszutauschen und zu teilen. Nicht jede Wohnung benötigt ihre eigene Waschmaschine, ihren eigenen Staubsauger oder die eigene Leiter. Teile! – Und du sparst Geld, Stauraum und bist dabei nachhaltig.

UNTERHALTSKOSTEN STÄDTEVERGLEICH 2014 IN € http://unicum.de/studienzeit/service/lebens-

WO WOHNEN?

↑ ↑ ↑ ↑ ↑ ↑ KLEINANZEIGEN http://kleinanzeigen.ebay.de NETT-WERK BERLIN https://www.facebook.com/groups/79516702871/ TSHIRT-TEPPICH http://ow.ly/zmpX4 WEINKISTENREGAL http://ow.ly/zmqj6 T-SHIRT TEPPICH http://ow.ly/zmpX4 PALLET HOUSE http://www.i-beamdesign.com CONTAINER HOME http://weburbanist.com/2008/08/25/buying-designing-and-building-cargo-container-homes/

SELBSTGEMACHT

Ein schwarzes Brett, eine Tauschkiste oder Hausbücherei im gemeinsamen Treppenhaus, sind wunderbare Möglichkeiten, um sich auszutauschen.

Obwohl die Wahl unseres Wohnortes von vielfältigen Faktoren abhängig ist, sollte man die Tatsache im Hinterkopf behalten, dass Wohn- und Unterhaltskosten sich von Region zu Region erheblich unterscheiden können. Abseits von Großstadt oder Trendbezirk, verringern sich Miet- und Grundstückspreise. ↑

Leipzig 223,67 Miete inkl. Nebenkosten 136,24 Ernährung 49,41 Kleidung, Wäsche, Körperpflege 2,26 ein Mensaessen 34,51 Ausgaben für öffentl. Verkehrsmittel 73,27 Krankenversicherung, Arztkosten, Medikamente 47,10 Telefon, Internet, Rundfunk- und TVgebühren 2,73 Bier 0,5l (Innenstadt-Kneipe) 8,23 Theaterkarte

Hamburg ↑ Miete inkl. Nebenkosten 327,42 Ernährung 176,69 Kleidung, Wäsche, Körperpflege 60,35 ein Mensaessen 2,88 Ausgaben für öffentl. Verkehrsmittel 39,06 Krankenversicherung, Arztkosten, Medikamente 84,42 Telefon, Internet, Rundfunk- und TVgebühren 53,39 Bier 0,5l (Innenstadt-Kneipe): 3,24 Theaterkarte 11,46

ALTERNATIV Alternatives Wohnen existiert in zahlreichen Facetten – ebenso vielschichtig sind die Beweggründe für einen Schritt in diese Richtung. Hierbei gibt es radikale Modelle wie z.B. das Besetzen eines Geländes mit Bauwagen oder gar gänzliches „Aussteigen“ aus der Gesellschaft und dem Schaffen von neuen Gemeinschaftsformen, vernab von allgemeingültigen Regeln und Werten. Allerdings kann sich das „alternativ“ im Wohnen ebenso gut rein auf die Behausung beziehen: Zu Strohballenund Lehmhäusern, sowie Schiffscontainer-Bauten↑ oder umgebauten Hausbussen findet man heute zahlreiche Anleitungen und Informationen zu Workshops oder Lehrververanstaltungen im Internet.


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Upcycle dies und das

“Upcycling” (aus alten Dingen neue machen) liegt voll im Trend. Viele Inspirationen finden sich auf Trödelmärkten, Kunstmuseen, DIY Seiten, oder auch in Einrichtungshäusern – das Beste wird dort aber meistens nicht verkauft.

„Use it up, wear it out, make it do, or do without“ „Use it up, wear it out, make it do, or do without“ Dies ist ein altes Sprichwort von den Jahren der grossen Depression. Vernunft muss unsere Konsumkultur bestimmen. Denn das ist, was wir brauchen - gesunder Menschenverstand.

du wirst dich von diesem Verbraucherverhalten befreien und glücklich mit dem sein was du hast.

Tech Cats / AtomicAttic

Wiederverwendung

Dies ist ein altes Sprichwort von den Jahren der grossen Depression. Vernunft muss unsere Konsumkultur bestimmen. Denn das ist, was wir brauchen gesunder Menschenverstand.

Verschwende nichts Bevor Du etwas weg wirfst, frag dich, ob du es nicht einfach anders verwenden könntest. Die Wiederverwendung von Materialien für neue Anwendungen ist der erste Schritt, um Geld zu sparen. Mit ein wenig Kreativität lassen sich viele Ideen finden. Das gleiche gilt für das Essen. Lass nicht deine Reste verfaulen. Plane deine Mahlzeiten genau, so dass du nichts weg schmeißen musst oder erstelle dir eine neue Mahlzeit aus deinen Resten. Reste neu kombiniert ergeben leicht eine wohlschmeckende Suppe oder einen leckeren Auflauf.

Schenke den Produkten ein langes Leben Ein sorgfältiger Umgang mit deinen Produkten lässt sie länger leben und schenkt dir Zeit und Geld. Dies gilt insbesondere für Geräte und Autos. Informiere dich wie du deine Sachen warten und pflegen kannst, so musst du lange keine Ersatzgeräte besorgen. Für den Fall das etwas kaputt geht, denk nicht sofort ans wegschmeißen. Oft lassen sich Sachen mit wenig Aufwand reparieren, du kannst Freunde nach Rat fragen, online Anleitungen für Reparaturen finden, oder einen Fachmann beauftragen. So lernst du wertvolle Fähigkeiten und gibst weniger Geld aus als für Neuanschaffungen.

Wire Box Organization / Upcycle That

Egal ob es sich um Stoff, Gummi oder Leder handelt, ob Sie was zum Lagern brauchen oder nur als Deko, es wird immer eine Lösung geben, diese Materialen wieder zu verwenden.

Für weitere Tipps: http://www.upcyclethat.com/

Nutze die Nachbarschaft Eine gute Möglichkeit für weniger Anschaffungen ist es Produkte zu teilen. Vielleicht gibt es in deinem Haus einen Gemeinschaftsraum, den alle benutzen können. Hier können Werkzeuge, Haushaltsgeräte oder ähnliches untergestellt werden, die mit Hilfe einer Liste von den Anwohnern ausgeliehen werden können. So spart ein jeder Platz und Geld für Anschaffungen die nicht alltäglich benötigt werden.

Mach das Möbel Garten Beleuchtung Dekoration Lagerung Kunst für Tiere für Kinder Unterhaltung

Verwende das Stoff Glas Leder Metall Papier Kunststoff Gummi Wachs Holz

Tennis Ball Helper / duitang

Zufriedenheit ist Reichtum Doch wie gelangt man zur Zufriedenheit? Unterscheide zwischen Bedürfnissen und Wünschen und beobachte dich selbst genau. Wenn du lernst maßvoll zu leben, dann weißt du weißt du was du wirklich brauchst und wirst keine unnötigen Einkäufe mehr tätigen. Du wirst deinen Besitz wertschätzen und dich länger an ihm erfreuen. Du musst dich von gesellschaftlichen Erwartungen wie zum Beispiel Modetrends trennen und dir bewusst machen, das diese Bewegungen einzig durch grosse Konzerne über Medien generiert werden um dein Verhalten zu kontrollieren und an dein Geld zu kommen. Auf diese Weise wirst du nicht nur Geld sparen, Quelle: http://www.upcyclethat.com/


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Tomaten in Cellophan, eingeschweißter Käse und Gurken in Plastikfolie

Original Unverpackt

Es war einmal in Berlin

Unverpackt”, viel mehr als geplant: Angestrebt

Wer im Supermarkt einkauft, nimmt neben den Waren vor allem eines mit, einen riesigen Berg Verpackungsmüll. Ein junges Start Up aus Berlin möchte dies nun ändern und plant einen Supermarkt, in dem Waren ohne unnötigen Müll verkauft werden.

Nachgefragt:

Und wir sind dagegen weiter mit Buzzwords um uns zu werfen.

hatten die Gründerinnen lediglich 45.000 Euro.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Wir leben in einer Wegwerf-Gesellschaft: Jed-

Das Ziel ist also doppelt erreicht und der verpack-

Unser Ziel haben wir seit über einem Jahr

er Teebeutel hat seine eigene Papier-Hülle,

ungsfreie Supermarkt kann an den Start gehen,

klar vor Augen: Wir wollen, dass es bald in ganz

der Joghurt ist in kleine Becher gefüllt und

möglicherweise schon im Sommer dieses Jahres,

Deutschland Supermärkte gibt, die allen Men-

Dieses Projekt ist der Anfang vom Ende

Schoko-Bonbons sind gleich in zwei Ver-

schreibt das Nachhaltigkeitsportal “WiWo Green”.

schen den Zugang zu sorgfältig ausgesuchten

vom Verpackungswahnsinn. Wir sind

packungsschichten gewickelt. So sieht die

Die Kunden kommen aus den unterschiedlich-

Lebensmitteln ermöglicht, während auf Ein-

keine großen Player aus der Lebensmit-

Realität in Deutschlands Supermärkten aus.

sten Gesellschaftsschichten. Das könnte daran

wegverpackungen verzichtet wird und einkaufen

telbranche. Wir wollen was verändern

Eine Realität, die bald von einem jungen Startup

liegen, dass unverpackt einkaufen gar nicht so

endlich wieder

kräftig durcheinander gebracht werden könnte.

schwer ist, wie man sich das im ersten Moment

Spaß macht. Un-

Die Berlinerinnen Sara Wolf und Milena Glim-

vorstellt. Jedenfalls sehen das Wolf und Glim-

sere Zielgruppe:

bovski wollen einen Supermarkt in Berlin-Kreuz-

bovski von “Original Unverpackt” so. Sie planen

das bist du und

berg eröffnen, der vollkommen auf Verpackungen

eine große Auswahl an Produkten, die von ihnen

das sind wir. Wir

verzichtet. “16 Millionen Tonnen Verpackungen

vorher sorgfältig ausgesucht und getestet wurde.

wollen

endlich

wandern jedes Jahr allein in Deutschland in den

Zwar müssten die Kunden den Aufwand betrei-

selbst

bestim-

Müll”, schreiben die Gründerinnen. Das wollen

ben, die Aufbewahrungsbehälter selbst mitzu-

men, wie wir einkaufen. Wir wollen wissen wo es

Verbraucher genug haben. In nur einer

sie ändern - zusammen mit Hunderten Inves-

bringen. Das Einkaufsgefühl werde dadurch je-

herkommt und was da drin ist. Wir wollen entsc-

Generation haben wir die Welt zugemüllt,

toren, die sich über die Crowdfunding-Plattform

doch ein ganz anderes: “Einkaufen wird nicht

heiden, wieviel Verpackungsmüll wir bereit sind

geben wir der nächsten Generation die

Startnext an dem verpackungslosen Supermarkt

mehr einfach nur der Gang in die Neon-Licht-

zu tolerieren. Wir wollen die Wahl haben. Als Ver-

Chance es besser zu machen.

beteiligen können. Rund 108.000 Euro spendete

Hölle deines Vertrauens, sondern macht endlich

braucherin, als Verkäufer, als Einkäuferin, als Lief-

die Netzgemeinde für die Idee von “Original

wieder Spaß.”

erant. Wir sind für Slow Food und für Zero Waste.

Ein Selbstversuch

füttern zu lassen. Weil es ja schnell weiter-

die Küche um ein paar Tropfen Milch aus einem

gehen muss, wird der natürlich auch gut ver-

Tetrapack in meinen frisch gebrühten, indischen

packt, damit auch ja nichts verloren geht.

Chai zu geben. Wenn die Milch dann ausgeht

Nach einem erfolgreichen Tag am Campus

wird dieser, ebenso wie der Teebeutel in den Müll

schlendere ich kurzentschlossen durch den

geworfen. Weil die morgendlichen 20 Minuten

Prenzlauer Berg und besorge mir für den

dann leider nicht mehr für ein heimisches Früh-

Heimweg noch eine Buttermilch und wenn

stück reichen, besorge ich mir oft auf der Reise

ich schon mal Zeit zum Einkaufen habe, ne-

zur Uni ein Baguette; natürlich schön verpackt,

hme ich doch direkt noch ne Dose Fisch und

um die Vorlesung bis zum Mittag zu überstehen.

eine neue Packung Milch mit.

Meine Mutti sagt oft, dass man viel trinken soll.. In der Hektik von Termin zu Termin habe ich aber

Nachts verfolge ich meine Spur von Müll quer

natürlich mal wieder meine Spreequellflasche

durch die Stadt. Berge von Mateflaschen, eine

verlegt und um doch noch pünktlich zum Ter-

Statue aus leeren Milchkartons und dutzende

min mit dem Fachschaftsrat zu kommen, kaufe

Knollen aus Döneralupapier wälzen sich über

ich mir schnell beim Kiosk nebenan eine Brause

die Schönhauserallee. Ich wache schweißge-

oder besser gleich zwei, weil man ja nie wissen

badet auf. Diesen ganzen Dreck kann doch un-

kann. Nach der Sitzung hat die Mensa natürlich

möglich nur ich fabriziert haben. Oder doch?

von Dönermenschen mit einem Fallafel im Brot

stützen?

“Von Kürbiskern bis Sellerie, lässt der Laden keine Wünsche offen!”

und das können wir nur mit eurer Hilfe. Dieses Projekt setzt ein Zeichen und zeigt der Lebensmittelindustrie, dass es auch anders geht und dass wir als

http://original-unverpackt.de

Mein Walk of Waste

Kurz nach dem Aufstehen begebe ich mich in

zu. So bleibt mir nichts anderes übrig als mich

Warum sollte man dieses Projekt unter-


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Einfachheitspolitik

Der gesellschaftliche und persönliche Einsatz sind die treibende Kraft einer Veränderung. Wir treffen unsere Entscheidungen innerhalb politischer und wirtschaftlicher Strukturen, die unsere Art zu leben prägen. Zurzeit leben wir in einer Gesellschaftsstruktur, die Konsumverhalten fördert. Um das zu verändern, benötigen wir die Unterstützung unserer Regierung.

Shareconomy

Das Internet macht’s der Shareconomy leicht

In materiell gesättigten Gesellschaften streichelt Besitz schon lange nicht mehr das Ego. Immer mehr Menschen empfinden zu viele Dinge sogar als Belastung und leben in Abkehr der konsumorientierten Überflussgesellschaft minimalistisch. Doch wer ein Loch in die Wand bohren will, braucht eine Bohrmaschine. Weil so ein Werkzeug aber aus Mangel an benötigten Löchern vor allem ungenutzt herumliegt, verleihen sich Menschen immer häufiger Werkzeuge und allerlei andere Dinge. Mit Hilfe entsprechender Online-Plattformen und sozialen Medien kann man den Verleiher in der Nähe einfach kontaktieren. So entsteht eine neue Shareconomy.

Kontaktaufnahme, Kommunikation und Bezahlung lassen sich mit wenigen Klicks oder Berührungen des Touchscreen abwickeln. Auf einer Karte wird die nächstgelegene, verfügbare Bohrmaschine angezeigt. Oder der nächste freie Raum, den man für eine Veranstaltung braucht. Und natürlich das nächste Auto einer Car-Sharing-Firma. Ursache für diesen Trend ist ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft. Nachhaltigkeit ist in aller Munde, und knapper werdende Energie und Rohstoffe führen zu dem Verlangen, Ressourcen effizienter zu nutzen, um die Umwelt zu entlasten. Der Trend zum Tauschen und Teilen ist also eine Gegenbewegung zur Überproduktions- und Wegwerfkultur.

Das Internet verändert unsere Einstellung zu Besitz Die grundsätzliche Ideen des geteilten Konsum ist nicht neu: Wohngemeinschaften, Büchereien, Wohnungsbaugenossenschaften und Waschsalons sind Beispiele für bestehende gemeinschaftliche Nutzungsformen, die es schon seit Jahrzehnten gibt. Doch die aktuelle Bewegung nutzt digitale Kanäle und erhöht dadurch Reichweite und Vielfalt. Plattformen wie Peerby, Fairleihen und Kleiderkreisel machen es möglich, Dinge, die man nur vorübergehend braucht, in der Nachbarschaft zu leihen. Tauschgeschäfte zählen auch zur Shareconomy, weil bestehende Ressourcen gemeinsam genutzt werden, statt sie neu zu kaufen.

Wer leiht, lernt neue Leute kennen.

Die Bereiche, in der sich die Shareconomy ausbreitet, sind vielfältig: Zu den allgemeinen Tausch- Verleih- und Verschenkebörsen kommen noch Wohnungssharing (z. B. AirBnB), Coworking, Carsharing, Mitfahrzentralen oder das Teilen von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen.

Eine wichtige Voraussetzung der internetgestützten Leih-, Miet- und Tauschmodelle ist Vertrauen. Vertrauen, dass Dinge von unbekannten Menschen gut behandelt werden und Abmachungen eingehalten werden. „Vertrauen ist die neue Währung“ postuliert auch Rachel Botsman, die zusammen mit Roo Rogers das viel zitierte Buch „What’s mine is yours. The Rise of Collaborative Consumption“ geschrieben hat. Damit Vertrauen entstehen kann haben User ein Nutzerprofil und Bewertungsmöglichkeiten. Zunehmend werden auch Social Media Profile also etwa Facebook-Profile für den Aufbau von Vertrauen im Netz hinzugezogen.

15 Minuten läuft eine durchschnittliche Bohrmaschine während der gesamten Lebensdauer.

So entstehen innerhalb der Leih- und Tauschnetzwerke neue Gemeinschaften zwischen Privatpersonen, ob beim Treffen zum Kleidertausch, wenn Autos gemeinschaftlich genutzt werden oder in Communities wie WHYown.it, in der man sein Freundes-Netzwerks nach den benötigten Dingen durchsuchen kann.

Wird die Bohrmaschine geteilt, wird auch die Nutzungsdauer besser ausgeschöpft. Außerdem müssen weniger Maschinen hergestellt werden. Der geteilte Konsum reduziert so die Gütermengen und schon Ressourcen, ohne dass wir unseren Lebensstandard senken müssen.

The Simpler Way POLITISCHE ENTSCHEIDUNGEN

LEBEN

WIRTSCHAFT

MOBILITÄT

Investition in erneuerbare Energien Wenn wir nicht von fossilen Brennstoffen abhängig sein wollen, muss stark in erneuerbare Energien investiert werden. Fossile Brennstoffe dürfen nicht mehr subventioniert werden.

Verringerung der Arbeitsstunden Viele Menschen würden weniger Arbeitsstunden mit niedrigerer Bezahlung bevorzugen. Das kann dazu führen, dass Menschen weniger konsumorientiert leben. Denn Fakt ist; Wer viel arbeitet, belohnt sich gerne mit Konsum.

Post-Wachstumswirtschaft Das wahrscheinlich wichtigste Ziel, ist es die Menschen davon zu überzeugen, dass großer Wirtschaftswachstum nicht besser ist. Der Wachstum hat ökologische Grenzen. Wir müssen Lebensqualität fördern, selbst wenn das einen langsameren Wirtschaftswachstum nach sich zieht.

Öffentliche Transportmittel Wenn die Menschen nicht auf das Auto angewiesen sein sollen, muss mehr in Fahrradwege und öffentliche Verkehrsmittel investiert werden.

Naturschutz Die Regierung muss den Naturschutz unterstützen. Die Märkte sind dazu nicht in der Lage. Progressive Wahlen Alle politische Entscheidungen hängen davon ab, welche Parteien gewählt werden. Wir müssen progressiv leben und wählen.

Permakultur Permakultur ist ein Konzept, das auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden, nachhaltigen und naturnahen Kreisläufen zielt. Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, umfasst Permakultur auch Bereiche wie Energieversorgung, Landschaftsplanung und die Gestaltung sozialer Infrastrukturen. Mithilfe von Permakultur kann Politik nachhaltiger gestaltet werden.

Armut und ökonomische Ungleichheit Ökonomische Ungleichheiten wirken zerstörerisch auf eine Gesellschaft. Wenn wir die Armut reduzieren wollen, ohne uns dabei auf grenzenlosen Wachstum zu verlassen, dann wird es notwendig Wohlstand gerechter zu verteilen. Ein progressiver Steuersatz und eine Mindestlohngarantie können dazu beitragen.

Grüne Apps Inhaltsstoffe-Check, Car Sharing, Saisonkalender, CO2 Rechner - Wer auch unterwegs ganz unkompliziert etwas für Klima- und Umweltschutz tun will, findet mittlerweile eine große Auswahl an Smartphone-Apps.

Quelle: www.simpler-way.com; www.trendreport.betterplace-lab.org


VERMISCHTES

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Der fünfte Schal, das zehnte Parfüm. Es klingt furchtbar banal. Aber Dinge die wir kaufen und dann besitzen, kosten Zeit, Geld und Ressourcen. Traditionell verschärft sich das alles an Weihnachten noch ein wenig. Dabei denken wir noch, wir tun denen die wir am meisten lieben, einen Gefallen, wenn wir ihnen Zeug schenken.

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Weitere tolle Zeitgeschenke findest du auf: zeit-statt-zeug.de

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Den Freunden schenken wir gemeinsame Zeit.

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Der Welt weniger Verbrauch.

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Textquelle: www.zeit-statt-zeug.de

Ideen zur Vereinfachung des Lebens Quelle: The simpler Way Meditation/Yoga: In einer hektischen Welt kann es eine grosse Herausforderung sein, innere Ruhe zu bewahren. Besuche doch einen Yoga- oder Meditationskurs. Alternativ kannst du dich auch fünfzehn Minuten am Tag hinsetzen, die Augen schließen und dich einfach nur auf deinen Atem konzentrieren. Das tut der Seele gut. Führe ein Tagebuch: Es kann sehr nützlich und entspannend sein, ein Tagebuch zu führen. Nimm dir jeden Tag etwas Zeit um über deinen Tag, deine Gedanken und deine Gefühle zu schreiben. Was würdest du anders machen, wenn du noch einmal die Möglichkeit dazu hättest? Diese Selbstreflexionsübung kann uns dabei helfen, den Kopf freizukriegen und bewusster zu leben.

Weihnachten: Die materialistische Orgie, die „Weihnachten“ genannt wird, gehört für die westliche Gesellschaft zur Normalität. Gehe sparsam mit Materialien um und feiere Weihnachten ohne exzessiv zu konsumieren. Schenke sparsam. Kostenloses Training: Wahrscheinlich kann jeder von sich behaupten, nicht genug Sport zu treiben. Dennoch ist physische Gesundheit eine wichtige Voraussetzung für psychische Gesundheit. Es gibt keinen Grund Unmengen von Geld in teure Fitnessclubs zu investieren. Gehe lieber im Park joggen und mach ein paar Sit-Ups. Es ist einfach, sich kostenlos fit zu halten. Reinigungsmittel: Die Werbung suggeriert uns, dass unsere Wohnung voller krankmachender Keime ist. In der Regel ist das nicht so. Natürlich ist es gut eine

Kommentar

saubere Wohnung zu haben, aber dazu brauchst du keine Reinigungsmittel. Eine Mischung aus Backpulver und Essig ersetzt die meisten Reinigungsprodukte.

Zum Thema ”zeit-statt-zeug„ von Thomas Henningsen, Europäischer Kampagnendirektor Greenpeace

Kindererziehung: Sei dir bewusst, dass du ein Vorbild für die jüngere Generation bist. Erziehe Kinder mit den Wertvorstellungen einer Post-Konsumgesellschaft. Es gibt Wichtigeres im Leben als Status und Besitz.

”Wie jedes Lebewesen müssen auch wir Menschen konsumieren und das darf auch Spaß machen. Doch oft haben wir den Bezug dazu verloren, besonders zu der Menge an Dingen, die nicht wichtig oder sogar komplett überflüssig sind. Damit fehlen aber die Rohstoffe für Andere oder Wichtigeres und: das viel zu viel Unnötige trägt durch die Energieverschwendung zum alles bedrohenden Klimawandel bei. Dann wird Verzichten richtig wertvoll und weniger eben doch mehr.„

Mach mit oder spende: Wenn du die Möglichkeit hast beteilige dich an Klimaschutzprojekten oder nachhaltigen Initiativen. Das Angebot an Förderprogrammen für Start-ups mit nachhaltigen Interessen ist reichhaltig. Spende oft für den guten Zweck. Andere Dinge zum Nachdenken: Lebe langsamer; träume; sei organisiert; vertraue dir selbst.


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IST NICHT NUR PRIVATSACHE. Sie hat ganz konkrete Auswirkungen : auf das Leben der Menschen in anderen Ländern, an die wir häufig nicht denken, wenn wir z.B. ein Stück Fleisch essen. Auf die Umwelt und biologische Vielfalt. Und auf das Klima – auch bei uns.

Wasser, Wald, Landnutzung, Klima und Biodiversität

DIE UMWELT LIESSE SICH DURCH EINEN GERINGEREN FLEISCHKONSUM UND EINE ANDERE ART DER PRODUKTION LEICHT SCHÜTZEN.

Veggie No. 1 : Berlins grüne

Mensa

Die erste komplett vegetarischvegane Mensa Deutschlands befindet sich in Berlin, der FU zugehörend in Dahlem, direkt neben der juristischen Fakultät. »Veggie No. 1« ist jeden Mittag gut besucht und lockt durch ein helles, freundliches Ambiente. Die Auswahl ist groß : aus einer täglich wechselnden Karte wählt man zwischen mindestens einer veganen Speise, einem Bio-Essen, verschiedenen Suppen und Pfannengerichten. Daneben gibt es ein großes Salatbuffet sowie vegane Beilagen zum Kombinieren, wie Gemüse, Nudeln, Kartoffeln oder Reis. Zusätzlich werden Schmankerl wie Soja- und Seitanschnitten angeboten. Hunger bekommen ? Den Speiseplan findet man auf studentenwerk-berlin.de .

Die Lebensmittelretter

Quelle: goodimpact.org

Ein Leben im Konsumstreik – es gibt genug Essen für alle Raphael Fellmer, 29 Jahre alt, träumt von einer Welt ohne Geld. Visionär nennen es die einen, utopisch die anderen : Als ob es so leicht wäre, aus den kapitalistischen Strukturen der Gesellschaft auszubrechen. Leicht ist es nicht, weiß Raphael, doch seit einigen Jahren lebt er vor, wie man ganz ohne Geld über die Runden kommt – zusammen mit seiner Freundin und Tochter. Und er hat sogar noch was über. Denn es gibt genug Essen für

alle, es landet nur zu viel davon im Müll. Raphael begann damit, Lebensmittel zu sammeln, die übrig blieben vom Überfluss der westlichen Welt. Lebensmittel, die noch haltbar waren und solche, die einfach nur nicht mehr perfekt aussahen. Schnell hatte er soviel zusammen, dass er sogar noch etwas abgeben konnte. Zusammen mit einem Inhaber der Bio-Company entwickelte er den »Lebensmittel-

Retter«-Ausweis. »Das ist die zentrale Idee : Nicht in den Container ! Dass die Menschen, die Lebensmittel retten wollen, da nicht rein kriechen müssen und letztendlich Illegales tun. Wir legalisieren das ganze System und lassen den Ekelfaktor weg«, so der Inhaber der Bio-Supermarktkette. Es ist ein Geben und Nehmen : der Supermarkt spendet Nahrung und Raphael, zusammen mit etwa 80 Helfern, holt die aussortierten Lebensmittel

ab. Die Müllberge des Biomarktes reduzieren sich so stark, dass um die Hälfte weniger Restmüll anfällt. Im Blog forwardtherevolution.net berichtet Raphael über seine Erfahrungen und gibt Tipps für Nachahmer. Klar ist: »Lebensmittelretter« können nur wegen des Überflusses ohne Geld auskommen. Aber genau das ist die Botschaft : Ein neues System, in dem nur so viel produziert wie verbraucht wird, ist längst überfällig.


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Revolution am Grill Die Trends: veganes BBQ und »Supper Club«

Weddings Stattbad  ist ein ehemaliges Schwimmbad, Ausstellungsraum, Club, eine Bar und jeden Dienstag Abend ein vegetarisches GourmetRestaurant. Neben der hippen Location hat »Lost in Wedding« ein tolles Konzept : wöchentlich, erschwinglich (kürzlich wurde der Preis pro Menü von 9,60 € auf 7,– € herabgesetzt), regional, vegetarisch, schön anzusehen und unglaublich lecker. Und man trifft dort genau auf die Art von jungem, internationalem und ent-spanntem Puplikum, das man vom Stattbad erwarten würde. Der Tisch ist edel gedeckt und die Atmosphäre charmevoll, stylisch und außergewöhnlich. Serviert wird von freundlichen Kellnern – man fühlt sich rundum versorgt. Die Initiatoren Sylvio Schubert und Maik Gyver beschreiben ihr DreiGänge-Menü als »subtil« – und das trifft es auf den Punkt. Wundervoll

angerichtete Platten und Teller lassen interessante Zutaten miteinander verschmelzen – wie zum Beispiel der dunkle Schokoladenkuchen mit Lavendel-Eis. Der Kochstil »Down to earth« legt seinen Fokus auf natürlichen Geschmack sowie aufregend gestaltete Gerichte und ist darauf spezialisiert, frisch, farbenfroh und saisonal zu kreieren. Hier ein Menü-Beispiel eines veganen »Lost in Wedding« : • gekräuterter Donut mit LakritzPfeffer-Topping, dehydrierte Glowgauer Kugel, Maulbeerenvinaigrette, gegrillter junger Lauch mit Sumak, knuspriger Muckefuck, Minze • im Heu gegarte Karotte, Raviolo gefüllt mit Kaktussprößlingen, Escabeche, Emulsion von vietnamnesischem Kaffee, Himbeergel, Zucchiniblüte, Kerbel • angedickte Mandelmilch, eiskalter Mocca, gebeizte Traube, Amchur

Rezept: Mexican Wraps

Mus, geweckter Fenchel, knusprige Waffel mit Rotbusch und Kandis Wer Lust auf ein vegetarisches, hochwertiges und preiswertes Dinner in außergewöhnlichem Ambiente hat, wird »Lost in Wedding« mögen ! Zu finden ist das Programm unter stattbad.net. Wer es sozial mag, kommt an diesem Trend nicht vorbei : Interessante neue Leute kennenlernen und ein ganz besonderes Dinner genießen kann man schon lange nicht mehr nur in einem Restaurant. Das Konzept des Pop Up-Restaurants oder des sogenannten »Supper Clubs« ist nicht neu. Der Trend aus Kuba bringt spontan Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen zu einem Essen zusammen. Dabei trifft man sich meistens in gemütlichem und heimischem Ambiente oder auch in außergewöhnlichen Locations. Im Vordergrund eines Supper Clubs

Guacamole Eine der Zwiebeln in kleine Stückchen schneiden, den Knoblauch klein hacken. Die Avocados schälen, entkernen und zu einem Brei zerdrücken (z.B. mit einer Gabel). Zwiebeln und Knoblauch untermischen, den Saft einer halben Limette hinzu geben damit die Guacamole nicht so schnell braun wird und das Ganze dann salzen und pfeffern. Schmeckt auch sehr gut aufs Brot oder als Dip zu Rohkost ! Gemüsefüllung Das Sojagranulat in kochendem Wasser quellen lassen, dann salzen und scharf anbraten. Zucchino, Tomaten

Zutaten für 2 Personen 4 große Tortillas 100 g grobes Sojageschnetzeltes 300 g passierte Tomaten 4 frische Tomaten grüner Salat 2 reife Avocados 1 Limette 1,5 Zwiebeln 1 Dose Mais 1 Zucchino Salz, Zucker, Pfeffer, Chili 1 Zehe Knoblauch

steht das kulinarische Erlebnis, dicht gefolgt von der Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und seinen kultuerellen Horizont zu erweitern. Alleine in Berlin gibt es bereits eine Vielzahl von Menschen, die regelmäßig zu einem Supper Club einladen. Mittlerweile helfen Plattformen bei der Suche – dort kann man online das passende Event für sich finden und direkt reservieren. Auf supperclubbing.com kann man beispielsweise auch spezielle Suchkriterien wie »vegetarisch«, »vegan« oder »glutenfrei« verwenden, um seinem Geschmack gerecht zu werden und Abends dann auf Gleichgesinnte zu treffen.

Quelle: Text ist teilweise übersetzt und übernommen von exberliner.com, Hayley Pearce, 09. Oktober 2013

Vegan – ein Selbstversuch Ich war anfangs skeptisch, ob es wirklich möglich ist, ein Haute Cuisine-Gericht völlig ohne tierische Produkte zu zaubern. Bei »Lost in Wedding« wurde ich jedoch bekehrt : Die Mahlzeiten waren wunderbar zubereitet und angerichtet. Es war förmlich eine Geschmacksexplosion für den Gaumen ! Das Gericht kam komplett ohne Fleischersatzprodukte oder ähnliches aus. Auch mein Mitbewohner, der in meinem Selbstversuch eingespannt wurde, hat nichts davon bemerkt, dass alle Speisen vegan zubereitet waren. Hier gehe ich gerne wieder hin ! Anja Groß

und den Rest der Zwiebeln klein würfeln und ebenfalls in der Pfanne mitdünsten. Passierte Tomaten hinzugeben und mit Salz, Pfeffer und je nach Schärfebedarf mit Chili würzen. Nun den Salat waschen, in ein Schälchen geben und auch die Gemüsefüllung, die Guacamole und den Mais in Schälchen anrichten. Kurz vor dem Servieren die Tortillas für ein paar Minuten in den Backofen, damit sie nach belieben gefüllt und gegessen werden können. Mhhhhh… Je nach Geschmack können auch andere frische oder gebratene Gemüsesorten oder weitere Dipps verwendet werden. Viel Spaß und guten Appetit!

Slow Food Slow Food – der Gegenpart zum ungesunden Fast Food – ist eine weltweite Vereinigung von bewussten Genießern und mündigen Konsumenten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Kultur des Essens und Trinkens zu pflegen und lebendig zu halten. Sie fördert verantwortliche Landwirtschaft und Fischerei, artgerechte Viehzucht, das traditionelle Lebensmittelhandwerk und die Bewahrung der regionalen Geschmacksvielfalt. Slow Food ist eine Non-ProfitOrganisation, die Produzenten, Händler und Verbraucher miteinander in Kontakt bringt, Wissen über die Qualität von Nahrungsmitteln vermittelt und so den Ernährungsmarkt transparenter macht. (slowfood.de)


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TRANSPORT

Fahrradstadt Was deutsche Städte von Kopenhagen lernen können In Kopenhagen fahren mehr als die Hälfte der Einwohner mit dem Rad zur Arbeit oder Schule. Berlin ist davon noch weit entfernt. Es gibt zwar bereits viele Fahrradwege, allerdings sind diese oft unstrukturiert. Im Folgenden zeigen wir ein paar Tipps auf, wie man Berlins Straßen Fahrradfreundlicher machen könnte : •

Mehr Raum für Fahrradfahrer. Die Fahrradwege in Berlin sind oft unübersichtlich, sie führen über die Straße, weiter über den Bürgersteig, dann wieder über die Straße und letztendlich enden sie aprupt. Die Straßen sind breit genug um eine regelmäßige Spur für Fahrradfahrer einzuführen. Dies würde auch für mehr Sicherheit sorgen.

Effizienz. Die meisten Radfahrer in Kopenhagen geben an, dass sie mit dem Rad fahren, da man damit am schnellsten von A nach B kommt. Parkplätze sind in Großstädten Mangelware, mit dem Rad kommt man schneller ans Ziel. Niels Tørsløv, Leiter des Verkehrsamts in Kopenhagen rät: »Wandeln Sie Parkplätze in Radwege um. Dann steigen mehr Autofahrer auf das Fahrrad um.« Das Rad bekommt auf diese Weise gegenüber dem Auto einen Zeitvorteil. In Kopenhagen wurde außerdem in fünf Straßen mit viel Radverkehr die Ammüssen cooler werden pelschaltungen so verändert, dass die langsameren Verkehrsteilnehmer bei 20 als Autofahrer.« Stundenkilometern eine grüne Welle haben. Die schnelleren Autofahrer stehen nun öfter vor einer roten Ampel. Dies gibt einen zusätzlichen Impuls, um Autofahrer zum Umstieg auf das Fahrrad zu bewegen. Die geänderte Ampelschaltung signalisiert den Autofahrern, dass Fahrradfahrer wichtiger sind.

»Fahrradfahrer

Auto ? Nee danke.

Sicherheit. Radwege sind in Kopenhagen mit Bordsteinkanten klar von den Autospuren getrennt. Es müsste auch über eine Geschwindigkeitsdrosslung innerhalb der Stadt nachgedacht werden, wenn sich Fahrräder und Autos die Straßen teilen wollen.

Kleine Helfer. Wer für einen Teil der Strecke sein Velo in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnimmt, freut sich in U- und S-Bahnstationen über praktische Schienen, die seitlich an Treppen angebracht sind. Sein Fahrrad muss man dann nicht mehr die Treppen herauf und herunter tragen. Genügend Abstellmöglichkeiten sind ebenfalls wichtig. Nützlich sind auch öffentliche Stationen, an denen man die Reifen aufpumpen kann, oder Haltegriffe an Ampeln

Fahrradkultur. Man muss Fahrradwege attraktive machen. Es sollten nicht nur Verkehrswege sein, sondern Orte, an denen man sich aufhält und andere Menschen trifft. Fahrradfahrer müssen cooler werden als Autofahrer.

Quelle: Amac Garbe / DLR

Das Lastenrad ist im Kommen – und kann alles (außer vielleicht Fernreisen) chen Kraftfahrzeugen um lukrativere Sendungen.« Im städtischen Raum könnten bis zu 85% der Autokurierfahrten durch Elektro-Lastenräder ersetzt werden. (Quelle: Ergebnis des Projekts BentoBox). Das Projekt setzt damit ein Zeichen im Kampf gegen CO2-Emissionen. Wir sind gespannt wie es weiter geht !

Zahlen & Fakten

Kopenhagen: 55 Prozent der Kopenhagener fahren mit dem Rad zur Schule oder zur Arbeit. Es gibt mehr Fahrräder als Einwohner. Taxis in Kopenhagen haben Träger, damit Kunden Fahrräder mitnehmen können. Die große Mehrheit der Kopenhagener Radfahrer sagt in Umfragen, sie radle, weil es einfach und schnell sei. Nur ein Prozent führt Umweltschutzgründe an. Zum Vergleich hierzu ein paar Statistiken aus Deutschland:

Wie die Deutschen zur Arbeit kommen in Prozent 3,5 Beifahrer

Quelle: Zeit Online, Matthias Breitinger, 16. Februar 2012

9,5 zu Fuß

Schon gewusst?

8,3 Fahrrad

Bei vielen Fernbussen, Airlines und Druckereien kann man schon für wenige Cent Aufschlag etwas für das Klima tun.

Weitere Infos gibts auf: www.climatepartner.com

71%

12,9 ÖPNV

43 Mio

In Deutschland gibt es ca. 69 Mio. Fahrräder und knapp 43 Mio. angemeldete PKWs.

24

29

16

nie

69 Mio

mehrmals die im Monat

der Deutschen sehen gute Fahrradabstellplätze als Anreiz für die Anreise mit dem Rad zur Arbeit bzw. zum Ausbildungsplatz

mehrmals die Woche

Einfach beim Kauf eines Tickets ein Häkchen bei »CO2 Kompensation« setzen und je nach Höhe des zu zahlenden Betrages wird dann ein Betrag auf den Ticketpreis aufgeschlagen. Dieser Betrag wird in zertifizierte internationale Klimaschutzprojekte investiert, mit dem Ziel weltweit CO2 einzusparen.

60 Auto

täglich

»Ich ersetze ein Auto« heißt das Projekt, das im Institut für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin entstanden ist. »Das Projekt schafft das Bewusstsein für eine klimafreundliche Form der Citylogistik und eine starke Alternative im Bereich des Güter- und Wirtschaftsverkehrs« heißt es auf der Website des Berliner Start-Ups. Im Sommer 2012 hat der Piloteinsatz der Elektro-Lastenräder von »Ich ersetze ein Auto« in Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf, Bremen, Leipzig und Nürnberg für die nächsten 24 Monate begonnen. Kuriere, Kunden und Techniker wurden befragt und Routen analysiert. Zu den Ergebnissen der Befragungen heißt es auf der Website weiter: »Die elektrische Unterstützung der Projektfahrzeuge und eine potenzielle Einsparung von bis zu 98 Prozent der Verbrauchskosten machen es für Autokuriere zu einer interessanten Alternative, auf ein ElektroLastenrad umzusatteln. Fahrradkuriere können durch die Unterstützung des mit regenerativer Energie betriebenen Elektromotors schwerere Lasten über weitere Entfernungen als bislang transportieren. Somit treten sie in Wettbewerb mit herkömmli-

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Häufigkeit der Fahrradnutzung in Deutschland in Prozent


ACTIVISM AKTIVISMUS

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Grün, so weit das Auge reicht Urban Gardening auf dem Tempelhofer Feld Berlin im Sommer : die Straßen Neuköllns flimmern vor Hitze und Autos ziehen hupend vorüber. Nur wenige Meter abseits des Verkehrs wartet ein riesiges grünes Paradies auf Erholungssuchende – der ehemalige Flughafen Tempelhof, etwa so groß wie der Central Park in New York. Bis zum Horizont scheint sich die Fläche zu erstrecken, mitten in der Stadt. Kinder lernen hier Fahrrad fahren, Jugendliche üben auf dem Longboard, Pärchen knutschen in der Sonne und Senioren machen ein Picknick mit ihren Enkeln. Erst im Mai 2014 stimmten die Berliner Bürger gegen eine von der Regierung geplante Teilbebauung der Freifläche. Sie wollen den Park so belassen, wie er ist: für alle frei zugänglich, bunt und teilweise selbstorganisiert. Läuft man von der Oderstraße in Neukölln aus über das Feld, erwarten einen scheinbar lose zusam-

mengewürfelte Kisten und Kästen, in denen Pflanzen blühen. Dahinter steckt eines der spannendsten Urban Gardening-Projekte in Berlin, bei dem Menschen verschiedenster Nationen selbst organisiert und im Einklang mit der Natur werkeln, pflanzen, diskutieren und voneinander lernen. Die Story des Gemeinschaftsgartens mitten auf dem Tempelhofer Feld begann 2011, als Teile des Parks zur Zwischennutzung frei gegeben wurden. Den Zuschlag für eine 5 000 qm große Fläche am Neuköllner Eingang erhielt aus dutzenden Bürgerinitiativen das Allmende-Kontor, eine Vernetzungsstelle für Berliner Gemeinschaftsgärten : Allmende nannte man früher Felder und Wiesen, die von Bauern eines Dorfes gemeinsam genutzt wurden. Die ersten Hochbeete entstanden aus Kisten, Paletten oder Gummireifen. Inzwischen tummeln sich rund 900 GärtnerInnen auf dem Feld, viele in ihren Dreißigern und mit

Kind, einige Kunststudenten und Architekten und zahlreiche türkische Familien, die immer schon gern einen Garten haben wollten, aber ihn sich nie leisten konnten. Durch Spenden wird das Nutzungsentgelt und Kosten für das Wasser finanziert – jeder gibt soviel er kann. Mein Freund war unter den letzten, der 2011 ein Plätzchen ergattern konnten. Zuerst war es nur ein Stück Wiese mit Blick auf den Horizont. Dann besorgten wir Melonenkisten vom Gemüsemarkt, sammelten Blätter und Zweige für den Boden und orderten Erde. Die Nachbarn machten vor, wie man eine Bank aus Paletten baut, damit es auch ein wenig gemütlich ist. Als erstes pflanzten wir Tomaten, Zucchini und Paprika. Die Zucchini wuchsen gut, die Paprika kaum und die Tomaten trugen viel, wurden aber nicht rot. Habib (Name geändert), ein Nachbar, zeigte im zweiten Jahr, wie man To-

Einfach mal pflanzen ! In 20 Minuten zum Guerilla-Gärtner Häuser, Straßen, Haltestellen : wenn ihr euch schon lange Farbe auf den städtischen Asphalt wünscht, werdet einfach selbst zum Guerilla-Gärtner und gestaltet die Umgebung auf friedliche, wirkungsvolle Weise mit. So gehts: Sucht euch ein leeres Fleckchen Erde – lange nicht benutzte Beete, Kübel oder Verkehrsinseln. Sie

sollten auf dem Weg liegen, damit ihr euch darum kümmern könnt. Überlegt, was ihr gern pflanzen würdet und ob der Standort zur Pflanze passt. Schreibt auf, was ihr benötigt – Wasser, Erde, Werkzeug, Handschuhe, Mülltüten etc. Ladet Freunde zur Aktion ein ! Bereitet den Platz vor, befreit ihn von Abfall und lockert den Boden.

matenpflanzen richtig anbaut: »die Blätter unten abschneiden und kleine Seitentriebe entfernen, die kosten nur unnötig Energie«. Er ist gelernter Gärtner, hat zahlreiche Pflanzen in seinen Beeten und verschenkt gern mal Mangold und Salat: »Ich wohne in Kreuzberg, komme aber täglich her. Mir gefällt die Gemeinschaft hier und der Austausch.« In diesem Jahr haben wir Bohnen, Zuckererbsen, Tomaten, Zwiebeln, Erdbeeren, Fenchel, Aubergine, Pap-rika, Zucchini, Mangold und Rucola angebaut. Manche Pflanzen stammen von anderen Gärtnern, einige sind gekauft. Ein Nachmittag auf dem Feld ist wie Urlaub : frische Luft, mit den Nachbarn quatschen, nach den Pflanzen schauen, gießen und entspannen. Es gibt kaum etwas schöneres, als das eigene Gemüse zu ernten und es dann abends zuzubereiten. Gärtnern ist einfach, günstig, gut für die Umwelt und macht Spaß. Probiert es bei euch mal aus !

» Ich bin gelernter Gärtner und … wohne in Kreuzberg. Mir gefällt die Gemeinschaft hier und der Austausch« (Habib, 49)

NUDS für alle im Internet issuu.com/nachunsdiesintflut

Setzt die Pflanze oder Samen ein und schaut regelmäßig danach. Pflanzen brauchen viel Wasser zum Wachsen, deshalb muss man sie eventuell an heißen Tagen gießen. Markiert eure Guerilla-Location und erzählt noch mehr Leuten von der Aktion – und schon bald ist die Stadt viel bunter !

Step-by-Step Rezept für Samenbomben Samenbomben sind unscheinbare Kügelchen aus Samen, Ton und Erde. Sie eignen sich gut, um schwer zugängliche Orte zu bepflanzen : Man kann sie über Zäune werfen, in Ecken legen oder in Lücken im Asphalt verstecken. Schon nach kurzer Zeit beginnt es dort zu sprießen ! So einfach geht’s : 3 Teile Erde mit 5 Teilen Tonerde und 1 Teil Samen mischen. 1 Teil Wasser hinzufügen und zu Kügelchen formen. 1–2 Tage trocknen lassen.

Weniger ist mehr : Bei »The Simpler Way« geht es darum, das Leben einfacher und nachhaltiger zu gestalten. Der Ratgeber – zu finden unter http://simplerway.org – war unser Ausgangspunkt auf der Suche nach Themen für diese Zeitung. Sein zukunftsweisendes Konzept möchten wir gern mit viel mehr Menschen teilen, als unsere Auflage stark ist. Auf issuu.com/nachunsdiesintflut findet ihr deshalb ein digitales Exemplar von NUDS mit sämtlichen Infos, Tipps und Hintergrundberichten zu Themen wie Geld, Arbeit, Energie, Klamotten, Wasser, Ernährung oder Community.


1 Hamburger

4 1 kg Kartoffeln

2400 l 250 l


DEU CHE AUT ITA ESP SRB MKD BEL HUN POL ROU HRV BGR NDL LTU BIH CZE SVN NOR LUX RUS MNE 111 37 22 19 15 10 10 10 8 8 6 6 6 4 4 4 3 3 2 2 1 1

l 0 0 0 1 1

1 Jeans

1 Rindersteak (300g)

4500 l


nuds

issuu.com/nachunsdiesintflut

NUDS - Nach uns die Sintflut  

Ein Semesterprojekt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) | Kommunikationsdesign | Konzeptioneller Entwurf: »Einführung in die...

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