Nachhaltig in Wien

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e t k e n Wiener Proj e v i t a i t i n spannende I n e und Unternehm


Dieses Jugend-Umwelt-Projekt wird auf Initiative von Teilnehmer*innen des Freiwilligen Umweltjahres im Rahmen des FUJ-Lehrgangs durchgeführt. (www.fuj.at)

Wir danken unseren großzügigen Sponsor*innen

Wir danken unseren Projektpartner*innen Sepp Eisenriegler

Markus Piringer


Liebe*r Wiener*in, Klima- und Umweltschutz – damit verbinden wir alle unterschiedliche Vorstellungen. Wir, Franziska Eilmsteiner, Isabella Kanka und Melissa Leicht, sehen darin ein global wichtiges Thema. In diesem Magazin konzentrieren wir uns darauf, wie jede*r individuell im Alltag etwas zu Klima- und Umweltschutz beitragen kann. Es werden lokale Initiativen und Projekte vorgestellt, die Wiener*innen dabei helfen sollen, ihr eigenes Leben nachhaltiger zu gestalten. Wir möchten somit interessanten Menschen und ihren Ideen eine Plattform bieten, aber natürlich auch euch, die Leser*innen, informieren und motivieren, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit weiter auseinanderzusetzen. Zusammengefunden haben wir drei im Rahmen des ersten Seminars des freiwilligen Umweltjahres. Schnell haben wir gemerkt, dass „die Chemie einfach stimmt“ und uns vor allem eine Sache besonders verbindet: Wir leben uns gerne kreativ aus - ob beim Schreiben, Designen oder Illustrieren. Aus diesem Grund ist auch die gesamte grafische Gestaltung eigenhändig entstanden.

Dass wir uns für Umwelt- und Klimaschutz einsetzen, liegt auf der Hand. Den Fokus dieses Magazins haben wir aber ganz klar auf Wien gelegt, denn zwei von uns sind erst vergangenen Herbst nach Wien gezogen und alle möchten wir mehr über die Stadt, in der wir leben, erfahren. Im Rahmen des Projektes haben wir außer unseren intensiven Recherchen und Diskussionen, viele interessante Gespräche mit Projektpartner*innen geführt, Kontakte geknüpft und allgemein viel Neues gelernt. Wir möchten mit „Nachhaltig in Wien“ aufzeigen, dass jede*r etwas tun kann, um das eigene Leben und somit auch unsere Welt und Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Gemeinsam können wir das schaffen! Nun wünschen wir dir viel Spaß beim Lesen - vielleicht ist ja auch etwas für dich dabei! (März 2021)

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Praktisches Reparaturen Reparieren, Reparieren, Reparieren,...

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Was tun, wenn sich eine Reparatur nicht lohnt?

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All you need is less

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Leihen statt kaufen!

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Pflanzen

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Grün ≠ Grün

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Wiener Wasser

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Reparaturen Warum sind Reparaturen für Umwelt- und Klimaschutz wichtig? Wenn man an Umwelt- und Klimaschutz denkt sind Reparaturen meist nicht das Erste, das in den Sinn kommt. Doch Reparaturen können einen massiven Einfluss auf unsere Erde haben. Eine „Reparaturkultur“ zu etablieren bedeutet nicht nur beschädigte Dinge wieder auf Vordermann zu bringen. Das Verringern der CO2-Emissionen, das Einsparen von Energie und Unmengen an Abfall (der meist auf Mülldeponien in ärmeren Ländern landet und dort zu Gesundheitsschäden oder dem Vergiften von Gewässern führt), das Schonen von Rohstoff- und Energieressourcen und das Schaffen lokaler Arbeitsplätze gehen damit einher. Neben dem Umweltaspekt ist auch die soziale Komponente von großer Bedeutung. Es ist also wichtig sich mehrmals zu überlegen, ob eine Neuanschaffung wirklich notwendig ist. Denn Wiederverwertung, Reparatur und Instandhaltung sind maßgebliche Faktoren für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. (Isabella Kanka)

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Reparieren... Reparaturnetzwerk Wien Markus Piringer im Interview Du bist seit dem Jahr 2012 bei der Umweltberatung und jetzt für die Koordination des Reparaturnetzwerk Wien zuständig. Wie war dein bisheriger Werdegang? Wie bist du schlussendlich beim Reparaturnetzwerk gelandet? Ich habe an der TU Wien Chemie studiert und bin eigentlich schon dort in den Umweltbereich hineingekommen. Einfach aus persönlicher Motivation und zum Teil auch weil es mich ein bisschen abgeschreckt hat, wie in der Chemie mit Substanzen, Gesundheit und Umwelt umgegangen wird. Ich habe dann beim Institut für Chemie und Umwelt gearbeitet und dort Live Cycle Assessments, also Ökobilanzen, gemacht. Ich habe danach in verschiedenen Umweltorganisationen gearbeitet und schließlich 2012 bei der Umweltberatung angefangen. Bei dem Reparaturnetzwerk Wien bin ich seit knapp zwei Jahren. Ich fühle mich bei diesem Thema sehr wohl, weil es ein positives Zukunftsthema ist, wo man wirklich ordentlich Ressourcen sparen und die Umwelt schonen kann. Kannst du uns etwas über die Motivation bzw. den Anstoß für die Gründung des Rapraturnetzwerk Wien im Jahr 1999 erzählen? Damals waren Reparaturen und diese voranzubringen etwas sehr Außergewöhnliches. Ein Grund war sicherlich die Abfallvermeidung, die damals schon von der Stadt Wien gefördert wurde. Auch das R.U.S.Z (Reparatur- und

Service-Zentrum) war schon sehr erfolgreich mit Reparaturen. Es stellte sich aber für Reparaturbetriebe die Frage, wohin man jemanden schickt, wenn man das Gewünschte nicht selbst reparieren kann. Es ging also auch darum unterschiedliche Gewerke zusammenzubringen und aufeinander verweisen zu können, auch im Sinne der positiven Kund*innenenbindung. Kannst du noch einmal kurz das Konzept bzw. Modell des Reparaturnetzwerk Wien, für jemanden der noch nie davon gehört hat, zusammenfassen? Das Reparaturnetzwerk ist ein Zusammenschluss von Betrieben, die auf Reparaturen spezialisiert sind. Im Netzwerk sind wir inzwischen über 100 Betriebe, die so ziemlich alles reparieren können, von Fahrrädern über Puppen, Badewannen, Uhren, Musikinstrumenten bis hin zu verschiedenen Elektrogeräten. Wir sehen uns also als One-Stop-Shop für Wiener*innen. Zusätzlich machen wir auch Öffentlichkeitsarbeit für Reparaturen, also beispielsweise Pressearbeit, sind bei Veranstaltungen vertreten und veröffentlichen eigene Publikationen. Das Ziel ist es, durch Reparaturen die Umwelt zu schützen und Ressourcen zu schonen. Abgesehen von diesen ideellen Zielen wollen wir es den Wiener*innen leichter machen reparieren zu lassen. Unser unmittelbares Ziel ist es, dass in Wien mehr repariert und weniger weggeworfen wird. Der Wiener Reparaturbon ist eine Reparaturförderung der Stadt Wien und kann auch nur über eure Betriebe abgewickelt werden. Wie genau funktioniert der Reparaturbon und wie kann man ihn als Kund*in nutzen? Der Wiener Reparaturbon ist ein Gutschein, der das Reparieren für Kund*innen billiger macht. Er wird von der Stadt Wien ausgegeben und fördert Reparaturen bis maximal 100 Euro bzw. bis maximal 50 % der Reparaturkosten.

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die Hülle dabei zu zerstören. Das sind Tendenzen, die es auch für die Bevölkerung immer schwerer machen, selbst wenn sie Reparaturen gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt sind. Ein großes Hemmnis ist natürlich auch der Preis, da sich durch die bei uns recht hohen Lohnkosten ein Ungleichgewicht ergibt. Wenn irgendwo auf der Welt in irgendeinem Billiglohnland maschinell große Mengen von Produkten hergestellt werden, ist das viel billiger. Noch einmal zur ursprünglichen Frage, ob sich etwas verändert hat: Das ist branchenspezifisch unterschiedlich. Wir merken, dass in den letzten Jahren mehr Handys und Fahrräder repariert werden, während zum Beispiel die klassischen Elektrokleingeräte eher zurückgehen. Wie kann dem Phänomen, dass immer mehr hergestellt wird, das nicht ausreichend reparierbar ist, auf politischer Ebene entgegengewirkt werden? Welche Möglichkeiten gibt es hier?

Es gibt allerdings Aktionszeiträume, da so die Stadt Wien die Kontrolle über das Budget behält. Habt ihr im vorherigen Aktionszeitraum gemerkt, dass mehr Menschen ihre Sachen reparieren haben lassen? Absolut. Die Anzahl der Reparaturnachfragen ist bei den Betrieben gestiegen. Auch auf unserer Website und Hotline hat man klar gesehen, dass die Anfragen stark angestiegen sind. Nach einer Befragung der Betriebe hat sich herausgestellt, dass Personen zur Reparatur gekommen sind, die sonst wahrscheinlich nicht hätten reparieren lassen, weil es beispielsweise zu teuer wäre. Fakt ist auch, dass werthaltiger repariert wurde, das heißt, man hat mehr auf Qualität geachtet und beispielsweise teurere Ersatzteile dazu genommen.

Auf politischer Ebene ist es auf alle Fälle wichtig die Mehrwertsteuer auf Reparaturen zu senken. Das ist derzeit schon in Österreich geplant, allerdings nur für eine gewisse Gruppe, nämlich die sogenannten kleinen Reparaturen. Wichtig wäre das auch für andere Branchen, da müsste aber die EU mitspielen. Abseits davon wäre es wichtig, die Rahmenbedingungen für Reparaturen gesetzlich zu verbessern, das heißt, dass Geräte und Gegenstände schon reparierbar auf den Markt kommen und gewisse Kriterien erfüllen müssen. Zusätzlich sollten Betriebe dazu verpflichtet werden, den Reparateur*innen Ersatzteile und Informationen über einen gewissen Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Auch eine Art Reparaturlabel mit Kategorien von beispielsweise eins bis zehn, wo Kund*innen bereits beim Kauf sehen, wie langlebig und reparierbar das Produkt ist, wäre sehr sinnvoll. Das sind Rahmenbedingungen, die politisch festgelegt werden könnten.

Abgesehen vom Jahr 2020, wie hat sich in den Jahren und Jahrzehnten zuvor das Verhalten der Menschen in Bezug auf Reparaturen geändert? Wir haben den Eindruck, dass es Menschen zunehmend stört, dass die Dinge so schnell kaputt werden und auch, dass sie grundsätzlich reparieren wollen. Aber es wird einem zum Teil nicht leicht gemacht, das heißt, es werden Produkte auf den Markt gebracht, die immer schwieriger zu reparieren sind. Es gibt immer mehr Produkte, vor allem bei den Elektrokleingeräten, die man zum Beispiel gar nicht mehr öffnen kann, ohne

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Kannst du abschließend noch einmal kurz zusammenfassen, was man als Privatperson also tun kann? Studien haben gezeigt, dass man auf Dauer billiger fährt, wenn man auf langlebige Produkte setzt. Beim so genannten Point of Sale hat man zwar den Eindruck etwas billig zu kaufen, aber man denkt nicht an die im Nachhinein entstehenden Kosten. In Betrieben gibt es Profieinkäufer*innen, die auch langlebige Dinge kaufen, weil sie wissen, dass sich das auf Dauer rechnet. Ein privater Haushalt rechnet sich das oft nicht genau durch. Deshalb muss das kommuniziert werden und ich als Konsument*in muss ein Auge darauf haben. Wer billig kauft, kauft letztendlich teuer. Es geht also nicht nur darum etwas Kaputtes zu reparieren, sondern gute Dinge zu kaufen und diese auch während des Gebrauchs zu pflegen. Falls dann ein Schaden auftritt, soll man das Produkt nicht gleich wegschmeißen, sondern sich informieren und schauen, wo man reparieren lassen kann. Wenn es um kleine Geräte geht, wo es sich eventuell nicht rentiert diese reparieren zu lassen, gibt es zum Beispiel auch Repaircafés. Dort sind Ehrenamtliche, die sich mit dir hinsetzen und dich anleiten, wie du dein Gerät selbst reparieren kannst.

Welchen Einfluss haben Reparaturen konkret auf Umweltverschmutzung und Klimawandel? Reparieren ist Umweltschutz und Klimaschutz. Dazu gibt es auch einige aussagekräftige Studien. Der Klimaeffekt ist gerade bei hochkomplexen elektronischen Produkten, wie Smartphones, sehr hoch. Der Energie- und Ressourcenaufwand für die darin enthaltenen seltenen Erden und Silber ist extrem. Für die Ökobilanz ist also der Strom, der während des Gebrauchs verwendet wird, nicht so relevant, wie die Umweltverschmutzung, die durch die Rohstoffgewinnung entsteht oder die Energie, die zur Herstellung dieser Dinge benötigt wird. Das Klimapotenzial entsteht also bei der Produktion, deshalb ist es ökologisch wichtig, dass man repariert, um die Umwelt zu schonen. Warum liegt dir dieses Thema persönlich am Herzen und was ist deine Zukunftsvision, auch für das Reparaturnetzwerk Wien? Für das Reparaturnetzwerk gesprochen, hoffe ich, dass wir weiterwachsen und die Anzahl der Reparaturen in Wien und die Anzahl unserer Mitglieder steigt. Auch, dass das Mindset eher in Richtung eines wertschätzenden Umgangs mit den Dingen geht, also „wertschätzen statt wegwerfen“. Diese Kultur des Tauschens, Teilens und Verleihens soll weiterverbreitet werden. Das hat auch soziale Benefits, denn dort können Menschen andocken und ins Gespräch kommen. Menschen können dabei ihre Kompetenzen zur Verfügung stellen und Selbstwirksamkeit und Anerkennung erfahren. Das bringt ein positives Lebensgefühl. Reparieren wäre also gesamtgesellschaftlich schön weiterzuentwickeln. Markus Piringer ist bei der Umweltberatung für die Koordination des Reparaturnetzwerk Wien zuständig. (Das Gespräch führte Isabella Kanka) Website: reparaturnetzwerk.at

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Was tun, wenn sich eine Reparatur nicht lohnt? Das Hintergrundwissen, um kaputte Elektrogeräte und Gegenstände eigenständig zu reparieren, ist in den meisten Fällen nicht vorhanden. Diese reparieren zu lassen ist aber häufig zu teuer. Da können Reparaturcafés von Nutzen sein, denn mit Hilfe von geschultem Personal kann man dort ganz einfach selbst Hand anlegen. Das Konzept von Reparatur- oder Repaircafés stammt ursprünglich aus den Niederlanden und hat sich inzwischen auf der ganzen Welt, vor allem aber in Europa, verbreitet. Sie entstanden hauptsächlich für Gegenstände und Geräte, bei denen es sich aufgrund der anfallenden Arbeitskosten finanziell nicht lohnt sie reparieren zu lassen. In diesen Cafés erhält man die Möglichkeit

seine eigenen kaputten Gegenstände und Kleingeräte mitzubringen. Reparaturprofis stehen vor Ort mit Rat und Tat zur Seite und meistens geht man mit einem vollkommen funktionstüchtigen Gerät wieder nach Hause. Das alles häufig nur gegen eine freiwillige Spende. Neben den Aspekten der Nachhaltigkeit, wie CO2-Einsparungen oder Abfallvermeidung bringen Repaircafe̒s außerdem soziale Vorteile. Man kann Kontakte knüpfen, es findet Erfahrungsaustausch statt und die regionale Gemeinschaft wird gestärkt. Das tut nicht nur dem Gewissen, sondern auch der Seele gut.

Eine kleine Auswahl von Wiener Reparaturcafés: ››

Schraube14 (R.U.S.Z.) Jeden Donnerstag (sofern Werktag) 12:30 - 16:30 Uhr Lützowgasse 12-14, Wien, 14. Bezirk

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Energie und Reparaturcafe̒ Am letzten Montag im Monat Café Florianihof, Wien, 8. Bezirk

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Initiative Schwendermarkt Samstags 15:00 – 18:00 Uhr bei Schönwetter Schwendermarkt, Wien, 15. Bezirk (vis-á-vis Mariahilfer Straße 196) Reparatur von Gartenhandgeräten (Schaufel, Rechen etc.) und Gartenworkshops

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48er-Tandler Unregelmäßige Events (mehrmals im Jahr) Siebenbrunnenfeldgasse 3, Wien, 5. Bezirk Aufgrund der Corona-Situation können Reparaturcafe̒s im Frühjahr 2021 nur sehr bedingt stattfinden. Viele Betriebe und Organisationen, die diese Events veranstalten, bieten dennoch Online-Workshops zum Thema Reparaturen und Nachhaltigkeit an. Es lohnt sich also auf jeden Fall, sich zu informieren und zumindest online vorbeizuschauen. (Isabella Kanka)

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ou need y l l A is less Reparatur- und Service-Zentrum (R.U.S.Z) Sepp Eisenriegler im Interview Wie war dein Werdegang bis hin zur Gründung von R.U.S.Z? Wie bist du zu Themen wie Kreislaufwirtschaft, Konsum und Reparaturen gekommen? Ich denke, der erste Auslöser war mein Geografie-Studium. Im Rahmen dessen sind schon einige Fragen aufgetaucht, die sehr deutlich darauf hingewiesen haben, dass wir ein Problem mit der übermäßigen Verwendung und Verschwendung, bis hin zur Vernichtung nicht regenerativer Rohstoffe haben. Dazu kamen weitere Dinge. Ich habe mich zum Beispiel bei den Protesten in der Hainburger Au engagiert und mich auch an vielerlei anderen Anliegen der Zivilgesellschaft beteiligt. Als ich dann die Umweltberatung Wien gegründet habe, habe ich schon am nächsten Thema gearbeitet und das war das Reparatur- und Service-Zentrum. Elektroaltgeräte sind traditionell der am schnellsten wachsende Abfallstrom, das heißt, dort ist es am ehesten möglich etwas zu bewirken, wenn man positive Änderungen herbeiführen möchte. Das ist mir insbesondere in den letzten Jahren und Jahrzehnten, glaube ich, ganz gut gelungen. Wie kam es konkret zur Gründung des R.U.S.Z? Hast du mit anderen zusammengearbeitet? Ich war eher Solotänzer. Ich habe entdeckt, dass ich mich in meiner Funktion als Leiter der Abteilung Abfall- und Ressourcenwirtschaft in der Umweltberatung die längste Zeit habe ablenken lassen durch eher weniger wichtige Dinge, im Vergleich zum Elektroschrott als Abfallstrom. Deshalb habe ich versucht noch als Umweltberater bereits das R.U.S.Z aufzusetzen, das Unternehmenskonzept zu entwickeln, mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) zu diskutieren und einen entsprechenden Auftrag zu bekommen. Durch die Betreuung von Randgruppen am Arbeitsmarkt konnte ich das machen, was ich eigentlich inhaltlich tun wollte. Also die soziale Komponente ist glücklicherweise, aber eigentlich zwangsläufig zu meinen ökologischen Missionen hinzugekommen und hat sich dann sehr gut verknüpfen lassen. Insofern bin ich froh, dass ich quasi schon

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vor mehr als 20 Jahren deutlich darauf hingewiesen wurde, dass die soziale Dimension zur Nachhaltigkeit dazugehört. Wir haben dann diesen sozialökonomischen Betrieb gegründet und damit auch riesige Erfolge gefeiert, und zwar mit dem, was dem Auftraggeber wichtig war: Wir hatten eine Vermittlungsquote von 75 %, konnten also 300 von 400 Transitarbeitskräften an den Regelarbeitsmarkt vermitteln. Das hat, zumindest in Österreich, noch niemand geschafft. In dieser Phase des Erfolges hat dann das AMS-Wien seine Strategie geändert. Das hat mir die etwas unfreiwillige Entscheidung leichter gemacht, das R.U.S.Z zu privatisieren, das heißt, ich habe das ganze Risiko genommen und bin als Unternehmer aufgetreten. Ich bezeichne das R.U.S.Z heute noch als soziales Unternehmen, weil es uns nicht darum geht Gewinne zu erwirtschaften. Es geht uns im Gegenteil darum, dass wir unsere Mitarbeiter*innen, die jetzt unbefristete Dienstverträge haben, ordentlich bezahlen können, aber auch, dass wir eine entsprechende Leistung erwarten. Kannst du das gesamte Konzept bzw. Modell vom R.U.S.Z kurz zusammenfassen? Man kann sich darunter Österreichs größten unabhängigen Reparaturbetrieb für Elektro- und Elektronikgeräte vorstellen. Im Angebotsportfolio befindet sich nicht nur die Reparatur von Elektro- und Elektronikgeräten vor Ort und in unserer Werkstätte, sondern man kann mehrfache Alternativen bei uns finden: Zum Beispiel als Mietgeräte, wie die Produktdienstleistung saubere Wäsche. Die Waschmaschinen, die wir verleihen, sind unsere Testsieger auf Basis der von uns selbst erstellten österreichischen Norm: “Gütezeichen für langlebige, reparaturfreundlich konstruierte elektrische und elektronische Geräte“ (ONR 192102:2014). Unsere Produktdienstleistungen wollen wir kontinuierlich erweitern, denn es ist ja auch möglich, dass wir andere Dinge des täglichen Bedarfs verleihen. Wir sind weiters der größte Verkäufer von gebraucten Haushaltsgroßgeräten Österreichs.


Da haben wir seit dem Jahr 2012 eine Spendenaktion am Laufen. Die beschert uns im Jahr etwa 1400 Waschmaschinen, von denen wir immer zwischen 20% und 30% für einen weiteren Nutzungszyklus vorbereiten können. Woran, glaubst du, liegt es, dass sich bestimmte Dinge nicht schneller verändern und merkst du, dass sich große Konzerne häufig gegen neue Richtlinien stellen? Das ist durchaus unterschiedlich, manchmal sind mir die Hersteller*innen von qualitativ hochwertigen Produkten im EU-Standardisierungsprozess ab dem Jahr 2016 äußerst freundlich begegnet. Dieser Standardisierungsprozess und das, was jetzt noch folgt, ist eine ordnungspolitische Maßnahme und gilt für alle Importeur*innen und Hersteller*innen. Gewisse Kriterien müssen in Zukunft einfach erfüllt werden. Das ist vielleicht doch ein wesentlicher Hinweis darauf, dass ohne Ordnungspolitik nichts geht und die freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft nicht funktioniert. Welche Gesetze und Richtlinien wären am effizientesten? Die Öko-Design-Richtlinie und eine Eco-Label-Regulation. Diese Öko-Label-Kennzeichnung ist deshalb von sehr großer Bedeutung, da wir immer wieder feststellen, dass es Informationsasymmetrien zwischen Hersteller*innen und Endnutzer*innen gibt. Insbesondere die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der großen Hersteller*innen wissen alles und die, die dann dieses Produkt ins Eigentum übernehmen und verwenden, wissen nichts. Was kann man als Privatkund*in machen, wenn gewisse Dinge nicht von den Hersteller*innen kommuniziert werden? Lästig sein und fragen. Es ist nur möglich, dass aufgrund von statistisch signifikant höherer Unzufriedenheit der Kund*innen bezüglich dieser fehlenden Informationen Hersteller*innen solche Auskünfte doch zur Verfügung stellen. Aber das ist wieder dieser Aufruf, wo Leute viel zu stark in eine Rolle gedrängt werden, die ihnen ja selbst nicht angenehm ist. Also: Lästig sein heißt lästig

sein und um lästig sein zu können, braucht man ziemlich viel Energie. Ich bin daher ein Fan von Ordnungspolitik. Was aber natürlich hilft, ist entsprechender Handlungsdruck seitens der NGOs. Wo und wie kann man sich am besten informieren? Folgendes ist ein sehr egozentrischer Tipp, aber so eine Konzentration an aufbereiteten Informationen gibt es selten: Ich würde unseren YouTube-Kanal www.youtube.com/reparaturundservice nutzen, wo inzwischen über 200 Videos zu finden sind. Das meiste davon sind Fernsehbeiträge und nachdem ich immer wieder dasselbe gefragt werde, auch was diese Informationsasymmetrie angeht, kann man das dort aufrufen. Auch wenn dieser Änderungsprozess jetzt langsam eintritt und das hoffentlich bald nicht mehr nötig sein wird, habe ich bisher immer geraten, am besten nach der Ersatzteilverfügbarkeit zu fragen, wenn man wissen will, für wie lange ein Elektrogerät technisch konstruiert wurde. Zurück zum Reparatur- und Service-Zentrum. Was habt ihr in näherer und auch entfernterer Zukunft geplant? Die Lobbyarbeit auf EU-Ebene in Ruhe mit einem genügend strengen Ergebnis abschließen. Das wird noch drei Jahre dauern und in derselben Zeit möchte ich zumindest in Österreich, Deutschland und der Schweiz die ersten fünf Franchisepartner*innen haben, die unser Konzept in die Welt hinaustragen. Wir haben geplant, dass wir nach fünf Jahren zumindest 23 Franchisepartner*innen haben, da sind dann schon die ersten EU-Mitgliedstaaten jenseits des D-A-CH-Raumes dabei. Wir werden außerdem alles dafür tun, dass Reparatur insgesamt einen großen Stellenwert erhält. Wir hätten gerne eine Reparaturförderung als Kompensation für Marktversagen in ganz Österreich, und nicht nur in einigen Bundesländern, wo es das schon gibt. Wir hätten gerne eine Überarbeitung der Mehrwertsteuerrichtlinie, damit diese nicht nur für Kleinreparaturen erlaubt ist, sondern, dass sie im ersten Schritt auf alle Elektrogeräte ausgebaut wird und im zweiten Schritt dann auf Reparaturen aller Art.

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In dem Zusammenhang ist ganz wichtig, dass man auch ein Qualitätsmanagement bei den Reparaturdienstleister*innen durchführt. Wir machen das in Wien schon 21 Jahren mit dem Reparaturnetzwerk Wien. Damit kann man nämlich die vielen schwarzen Schafe aus diesem Förderprozess draußen halten. Das sind also die drei Hauptforderungen: Erstens die Reparaturförderung, als Zwischenschritt zur ökologischen Steuerreform, zweitens die Mehrwertsteuersenkungen und drittens natürlich das Etablieren einer Qualitätskontrolle. Möchtest du den Leser*innen noch etwas mitgeben? Ja möchte ich! Es ist gar nicht so schwer einen Beitrag zu leisten, der schlussendlich unserem Klima zu Gute kommt. All you need is less. Man sollte sich überlegen, ob man das ganze Zeug überhaupt braucht, das man permanent anschafft und sich dann nachher über die Kurzlebigkeit dieser Produkte ärgert. Wenn man zu dem Schluss kommt, dass man es wirklich braucht, dann sollte man eigentlich darüber nachdenken ob man dieses Produkt nicht auch mieten kann. Wir müssen weg vom Verkauf von Produkten am Point of Sale, hin zu Produktdienstleistungen.

Ein weiterer kleiner Tipp ist, dass man sich beim Kauf einer neuen Waschmaschine weniger auf deren Energieeffizienz konzentriert, sondern eher auf deren Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit. Der logische Tipp, den ich noch geben kann, auch aufgrund eines mittlerweile zweijährigen Selbstversuches: Am energieeffizientesten wäscht man, wenn man den Temperaturregler auf Null stellt, seine Wäsche niedertourig schleudert (das schont das Lager und hilft gegen verknitterte Wäsche) und nicht bügelt. Wer seine Wäsche bügelt, braucht über Energieeffizienz seiner Waschmaschine nicht einmal nachzudenken. Ich würde generell sagen, das Geheimnis unseres Konsumverhaltens liegt in der Überlegung: Was brauche ich wirklich, um ein gutes Leben zu führen? Wir müssen endlich raus aus diesem Hamsterrad der materiellen Bedürfnisbefriedigung und rein in ein gutes Leben für alle. Und zu allen zählen auch diejenigen, die wir jetzt noch in den Ländern des globalen Südens und in Schwellenländern ausbeuten. Sepp Eisenriegler ist Gründer und Geschäfts-führer des R.U.S.Z. (Das Gespräch führte Isabella Kanka) Website: rusz.at

In f o

One-Stop-Shop Bezeichnet die Möglichkeit, alle nötigen Schritte, die zur Erreichung eines Zieles führen, an einer einzigen Stelle durchzuführen (beispielsweise ein Betrieb oder eine Organisation).

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Es werden alle ökologisch relevanten Aktivitäten bzw. Faktoren eines Unternehmens/Betriebes/Produktes/usw. in Form einer Bilanz zusammengefasst. Sie dient dazu die Umweltbelastung analysieren und bewerten zu können.

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Der Reparaturbon ist eine Reparaturförderung der Stadt Wien, die über das Reparaturnetzwerk Wien abgewickelt wird. Dabei können innerhalb der Aktionszeiträume (nächste Aktionszeiträume: 01.03.2021 – 30.06.2021 und 01.09.2021 – 12.12.2021) Reparaturen erheblich verbilligt vorgenommen werden. Die Stadt Wien übernimmt max. 100€ bzw. max. 50% der Reparaturkosten. Der Bon kann auf der Website der Stadt Wien heruntergeladen und anschließend innerhalb einer bestimmten Frist eingelöst werden.

Ökobilanz (Life Cycle Assessment)

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Reparaturbon

Sozialökonomischer Betrieb Bezeichnet Betriebe, die zeitlich begrenzte Arbeitsplätze (sog. Transitarbeitsplätze) an Langzeitarbeitslose bzw. Menschen, die in den Regelarbeitsmarkt wiedereingeführt werden sollen, vergeben. Ökologische Steuerreform

Kleinreparaturen

Dabei sollen umweltbelastende Aktivitäten höher besteuert und umweltschonende Aktivitäten entlastet werden.

Hierzu zählen beispielsweiseFahrradreparaturen und Reparaturen von Schuhen, Lederwaren und Textilien.


Leihen Leila.wien macht es vor... leila.wien funktioniert nach dem Prinzip sharing is caring und ist fast komplett auf Vertrauen aufgebaut – und das klappt! Die „Bibliothek der Dinge“, wie sie sich selbst gerne nennen, hat mit über 200 Gegenständen einiges zu bieten und das auch noch zu einem ziemlich guten Preis. Das Konzept: Ausborgen statt kaufen. Auf ihrer Website kann man online alle verfügbaren Gegenstände einsehen, reservieren und sie letztendlich im Geschäft zu den Öffnungszeiten abholen – click and collect – so wie wir es in Zeiten von Corona schon kennen. Dabei werden die Gegenstände und Geräte regelmäßig auf Funktion und mögliche Schäden kontrolliert und gegebenenfalls repariert.

Woher kommen die Gegenstände? Bei leila.wien kann man sich die unterschiedlichsten Dinge ausborgen, von Kameras über Werkzeug, Kostüme, Campingausrüstung bis hin zu Musikinstrumenten. Davon sind etwa 70% geschenkt, 20% geliehen und 10% wurden durch Crowdfunding bei der Neueröffnung im Jahr 2019 finanziert. Hier hat sich leila.wien bewusst dafür entschieden einen Teil des erhaltenen Geldes für hochwertige Produkte auszugeben.

Aber warum eigentlich ausleihen? Platz sparen: Bei wem stehen nicht Dinge herum, die man eigentlich nur ein oder zwei Mal im Jahr benutzt und die unnötigen Platz verbrauchen? Ausprobieren: Ob Nudelmaschine oder E-Gitarre, ausprobieren wollten wir alle schon einmal etwas, waren dann aber doch nicht so begeistert. Durch Ausleihen kann man unterschiedliche neue Sachen probieren, ohne sich zu viele Gedanken über Anschaffung und Co. machen zu müssen.

Wer ist leila.wien? Entstanden ist die Idee für leila.wien, dem Leihladen nach Vorbild des europaweit ersten Leihladens in Berlin, im Rahmen eines Uni-Seminars. Eine Projektgruppe dieses Seminars traf im Jahr 2013 auf den Gründer des leila-berlin und war von seiner Idee begeistert. So begeistert, dass es im Mai 2014 zur Öffnung des ersten Leihladens in Österreich und zweiten in Europa kam. Von den ursprünglichen Gründungsmitgliedern sind allerdings nur noch zwei dabei, denn das Ganze beruht auf ehrenamtlicher Basis und verlangt deshalb nach Flexibilität und zeitlichen Kapazitäten. Das Kernteam und auch der erweiterte Kreis changiert daher von Zeit zu Zeit. Das Team ist im Laufe der Jahre bereits nach London, Bologna und Ljubljana gereist, um sich mit anderen Leihläden zu vernetzen und das Konzept „Leihladen“ in die Welt hinaus zu tragen.

Geringere Kosten: Wenn man wenige finanzielle Mittel zur Verfügung hat, aber nicht an Qualität einsparen möchte, ist ausleihen eine gute Möglichkeit. Bei leila.wien gibt es außerdem einen Sozialtopf. Damit können sich Leute, die knapp bei Kasse sind, zu noch geringerem Preis Gegenstände ausborgen. Der Umweltaspekt: Der Grundgedanke von leila. wien ist die Umwelt zu schonen und durch gemeinsames Nutzen nachhaltig zu wirtschaften, sowie Ressourcen und CO2 zu sparen. Jedes gekaufte Ding trägt zum Klimawandel und der Erderwärmung bei, jedes geliehene spart hingegen CO2 und Ressourcen. „Am liebsten wäre es uns, wenn es an jeder Straßenecke einen Leihladen gäbe.“ leila.wien unterstützt auch gerne neue Projekte in diesem Bereich und steht mit Rat und Tat zur Seite. Sie freuen sich aber auch selbst über Unterstützung und Mithilfe in diversen Bereichen, denn es gibt immer etwas zu tun! (Isabella Kanka) Website: leila.wien

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Grün = Wieso unsere Hauspflanzen umweltschädlich sein können Gerade bei Pflanzen sollte man meinen, dass sie unterm Strich eine gute Sache sind. Wie man sich eine Hauspflanze zulegt, kann allerdings mehr Bedeutung haben als man denkt. Aus dem Supermarkt, Möbelhaus oder Baumarkt ist sie selten umweltfreundlich beschafft. »Warum?« fragst du dich jetzt? ››

Pflanzen aus dem Supermarkt haben oftmals einen hohen Torfgehalt. Das ist deshalb ein Problem, weil durch den Torfabbau Hochmoore und damit Ökosysteme zerstört werden. Zudem werden dabei Feuchtgebiete entwässert und das gespeicherte CO2 in die Luft freigesetzt.

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Damit die Pflanzen im Supermarkt möglichst makellos aussehen, werden sie mit Düngern und Pestiziden optimiert. Eine Studie von Greenpeace, die sich mit Zierpflanzen aus Baumärkten, Gartencentern und Supermärkten auseinandergesetzt hat, hat erschlagende Zahlen ergeben. Auf 98% der blühenden Pflanzen wurden Pestizidrückstände nachgewiesen, 79% davon bienenschädlich. 44% waren außerdem mit Fungiziden kontaminiert und 14% der beinhalteten Pestizide waren nicht in der EU zugelassen.

Umweltfreundliche Wege, die eigene Pflanzenfamilie zu erweitern Wenn man also weiß, wo man überall keine Pflanzen besorgen sollte, bleibt die Frage: Was sind die Alternativen? Wie bei den meisten Dingen lohnt es sich immer, Informationen über lokale Einzelhändler*innen zu sammeln. In Wien gibt es mehrere Biogärtnereien, die einen Besuch wert sind. Pflanzen mit Bio-Kennzeichnung sind allgemein eine sicherere Wahl. Sollten diese einem zu teuer sein, hat man auch andere, oftmals sogar kostenfreie Möglichkeiten:

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Zum Transport kommen die Pflanzen im Normalfall auf Paletten an. Diese sogenannten „Pflanztrays“ sind meist Einwegprodukte aus Plastik und verursachen beispielsweise in Deutschland rund 21 Millionen Kilogramm Plastikmüll im Jahr.

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Oftmals ist der Herkunftsort der Pflanzen unklar. Näher gelegene Herkunftsländer könnten beispielsweise nur der Umschlasort sein, während sie eigentlich aus Lateinamerika oder Afrika stammen. Das bedeutet nicht nur ausbeuterische Arbeitsbedingungen, sondern auch einen weiten Transportweg mit hohem CO2-Fußabdruck.

Es gibt beispielsweise Wiener Facebook-Gruppen, die sich rund um Pflanzentausch, Sharing oder Schenken drehen. Auch Ebay-Kleinanzeigen oder Willhaben können nach Pflanzenablegern durchstöbert werden. Statt sich laufend neue Pflanzen zu kaufen, kann man auch auf die wohl nachhaltigste Methode zurückgreifen und die eigenen Pflanzen vermehren. Dafür gibt es unterschiedliche Techniken, die sich je nach Pflanzenart unterscheiden. Bevor man sich ans Vermehren macht, sollte man sich also über die Eigenheiten seiner Hauspflanze informieren. Zwei besonders herkömmliche Möglichkeiten möchten wir hier vorstellen:


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Ableger und Stecklinge ziehen: Hängen an einer Pflanze kleine Sprossen, die so aussehen wie die Mutterpflanze, sind das Ableger. Diese kann man abschneiden, in ein Glas mit Wasser setzen bis sie Wurzeln bilden und dann in einen neuen Topf pflanzen. Stecklinge hingegen sind Triebabschnitte der Mutterpflanze, die man unterhalb des Knotens abtrennen kann. Diese können je nach Pflanze direkt eingepflanzt oder zuerst noch in ein Glas Wasser gestellt werden.

(Melissa Leicht)

Teilung der Wurzelstöcke: Vor allem dicht wachsende Pflanzen lassen sich gut teilen, indem man beim Umtopfen den Wurzelballen in mehrere Stücke zerlegt. Dabei sollten die einzelnen Teile möglichst viel von Wurzelstock und Faserwurzeln behalten. Der Vorteil: Man hat direkt eine weitere ausgewachsene Pflanze.

Ist die eigene Pflanzenfamilie einmal nachhaltig aufgestellt, bleibt die Frage: Wie gießt man sie denn nachhaltig? In Wien ist die Antwort ganz einfach: Natürlich mit Leitungswasser! Wusstest du, wie umweltfreundlich unser Wasser eigentlich ist? ››

Das Wiener Wasser kommt aus den Alpen und versorgt unsere Haushalte und Brunnen mit frischem Quellwasser.

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Da das Quellgebiet schon im Jahr 1965 zum Wasserschutzgebiet erklärt wurde, ist es noch heute so sauber, dass es nicht aufbereitet werden muss.

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Wenn man einmal weiß, worauf man achten muss, ist es ganz leicht, sich seinen eigenen kleinen Heimgarten nachhaltig aufzubauen. Wir hoffen also, ein paar attraktive Alternativen geliefert zu haben und wünschen euch viel Spaß beim Garteln!

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Seit dem Jahr 2001 ist Wien die erste und bis dato einzige Stadt der Welt, die ihr Trinkwasser mit einer Verfassungsbestimmung schützt. Diese sichert das Wiener Wasser auch für zukünftige Generationen.

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Es gibt einen Wasserwanderweg, sollte man sich den Weg des Wiener Wassers mal mit eigenen Augen ansehen wollen.

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Wenn du 2 Liter Leitungswasser am Tag trinkst, kostet dich das nur 1,30€ im Jahr. (Melissa Leicht)

Das Wasser gelangt im natürlichen, freien Gefälle ohne eine einzige Pumpe bis in die Stadt.

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Kulinarik

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Local Businesses, die einen Besuch wert sind

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Rex Eat Review

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Direkt vor die Haustür

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Rezepte

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Lebensmittelverschwendung

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Karma Food

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Nachhaltig, gesund und gut – so sieht die Küche von Karma Food aus. Mit saisonalem, regionalem und großem veganen Angebot kann mit gutem Gewissen und preiswert gegessen und mitgenommen werden.

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Laurenzerberg 3, Wien, 1. Bezirk Schottenring 17, Wien, 1. Bezirk Neustiftgasse 43, Wien, 7. Bezirk Ausstellungsstraße 63, Wien, 2. Bezirk (wieder geöffnet sobald Gastronomie wieder öffnet)

Bei Karma Food wird derzeit wieder an einer neuen All Day Breakfast Karte für die Filiale in der Ausstellungsstraße 63, im 2. Wiener Gemeindebezirk, getüftelt. Passend dazu verlosen wir einen Frühstücksvoucher für 2 Personen im Wert von 30 €! Sobald die Filiale wieder öffnet, kann dieser eingelöst und die neuen Leckereien genossen werden. Schon jetzt große Vorfreude! Wenn du an der Verlosung teilnehmen möchtest, schreibe uns einfach eine Mail mit dem Betreff 'Karma Food Breakfast' an nachhaltig.in.wien@gmail.com. Darin sollte dein Name und die gewünschte Kontaktmöglichkeit (Telefonnummer, Mailadresse) enthalten sein. Die Verlosung endet am 30.4.2021. Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

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die einen Besuch wert sind Weil es in Wien so viele umweltbewusste, innovative und eindrucksvolle Unternehmen gibt, haben wir eine kleine Auswahl an Empfehlungen zusammengestellt. Dabei haben wir den Fokus auf kleine, einzigartige Lokalitäten gelegt, da gerade diese den Charme der Stadt ausmachen. (Melissa Leicht)

Biobauernmarkt Freyung Der älteste rein biologische Bauernmarkt Europas. Wöchentlich jeden Freitag und Samstag einen Besuch wert, um die lokalen Bio-Landwirt*innen zu unterstützen!

Biologisch, vegan und frei von Industriezucker, Gluten oder Soja: Diese Rohkost-Patisserie hat sich ein hohes Ziel gesteckt und es noch übertroffen. Köstlich, süß und gesund.

Die Freyung, 1. Bezirk

Drahtgasse 2, 1. Bezirk

Pepper and Ginny

Harvest Bistrot

Vegane Gourmetprodukte von feinster Qualität, darunter hausgemachte Spezialitäten wie Kaviar, Wein oder Rohschokolade. Ideal um mit veganem Genuss zu beeindrucken! Ballgasse 5, 1. Bezirk

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Simply Raw Bakery

Ein heimeliges veganes Café-Bistro, das auf Qualität und Gemütlichkeit setzt. Ideal zum Ausgehen und Entspannen. Karmeliterplatz 1, 2. Bezirk

Hollerei

MaranVEGAN

Restaurant, Catering-Service und Galerie zugleich, bietet die Hollerei ein reichhaltiges Angebot – und bemüht sich dabei stets um Fairness und Nachhaltigkeit.

Der erste vegane Supermarkt Österreichs und hoffentlich nicht der letzte. Hier kann man eine große Vielfalt pflanzlicher Produkte kennenlernen.

Hollergasse 9, 15. Bezirk

Stumpergasse 57, 6. Bezirk

Ausnahmsweise

Dazu Hofladen

Ein gemütliches kleines Café mit glutenfreiem und veganem Angebot. Auf der Geschichte einer Lebensmittelunverträglichkeit gegründet, soll hier jede*r zu süßem Genuss finden!

Rein biologischer Anbau – und zwar vom eigenen Hof. Der Dazu Hofladen bietet das, was sie selbst im Burgenland angebaut haben, wie etwa hausgemachten

In der Hofmühlgasse 18/5, 6 Bezirk

Liechtensteinstraße 73/3, 9. Bezirk

Senf oder Säfte.


Ti

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HOLIS market Der größte Wiener Unverpacktwarenladen und ein Familienunternehmen mit der Vision, Nachhaltigkeit in unseren Einkauf zurückzubringen. Hier hat man eine breite Auswahl an regionalen, saisonalen, biologischen und verpackungsfreien Waren - seien es nun Lebensmittel, Kosmetikartikel oder sonstige Alltags-Produkte. In der integrierten Küche werden die Lebensmittelreste des Ladens außerdem zu allerlei Leckereien verwertet. Neubaugasse 88, 7. Bezirk

Café Gagarin

GOTA Coffee Experts

Fairtrade, vegan und mit spannendem Konzept: Dieses Café ist nicht nur kollektiv geführt, sondern hat ein freies Preissystem, bei dem jede*r nach eigenem Ermessen zahlen kann.

Bei GOTA wird darauf geachtet, dass die Bohnen nachhaltig und sozial erwirtschaftet wurden. Und durch den kleinen Blumenladen im Café entsteht ein ganz besonderes Ambiente!

Garnisongasse 24, 9. Bezirk

Mariahilferstraße 192, 15. Bezirk

Taya

Oben

Japanische Küche zum Mitnehmen, Ausprobieren und Selbstkochen. Ganz traditionell kann die eigene Bento-Box gestaltet und auf Pflanzenbasis genossen werden.

Diese Bar hat nicht nur einen fabelhaften Ausblick – Wien von oben – sondern auch eine ausschließlich saisonale, regionale und handgemachte Küche.

Taborstraße 65, 2 Bezirk

Urban Loritzplatz 2A, 7. Bezirk

Vegetasia Im Jahr 1988 eröffnet und damit das erste asiatisch-vegane Restaurant Österreichs. Hier kommen leckere Soja-Gerichte nicht zu kurz. Ungargasse 57, 3. Bezirk

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Rex Eat Review Das Großstadtleben lässt selten Zeit für die einfachsten Dinge im Alltag – gerade Kochen kann nach oder während eines langen Arbeitstages mehr als anstrengend sein. Viele greifen daher auf Lieferservices oder Fertiggerichte zurück und stellen ihre Gesundheit und die Umweltfolgen hintenan. Wenn die Zeit es nicht anders zulässt, bleibt kaum eine andere Wahl. Ein Wiener Start-Up kann bei diesem Problem allerdings Abhilfe schaffen: Rex Eat. Mithilfe ihres Services kann man sich mühelos nachhaltig ernähren. Das Konzept ist folgendes: Das Team von Rex Eat bereitet wöchentlich neue Gerichte zu und versiegelt diese in Rex-Gläsern. Bis Freitag kann man eine Online-Bestellung zu sich nach Hause oder zur Arbeitsstelle aufgeben, damit diese montags an die Tür geliefert wird. Die Gläser kann man sich einfach in die Mikrowelle stellen und so über die Woche verbrauchen. Das Praktische: Man braucht die Gläser bloß waschen und kann sie wieder in die Kiste zurückstellen, in der sie gebracht wurden. Dann werden sie bei der nächsten Bestellung wieder abgeholt. Die Umwelt wird also auf mehreren Wegen geschont. Zum einen, da kein Verpackungsmüll entsteht, zum anderen dadurch, dass die Gerichte direkt in Wien hergestellt und gebündelt an einem Tag geliefert werden. Die Zutaten, die Rex Eat für seine Gerichte bezieht, kommen zudem aus biologischer Landwirtschaft von lokalen Lieferant*innen. Eine gute Idee also – aber wie bezahlbar ist es? Die meisten Gerichte kosten 6,90€ pro Portion, Suppen gibt es bereits ab 4,40€. Somit ist das Start Up billiger als viele Lieferdienste und oftmals auch günstiger, als selbst biologisch zu kochen. Allerdings entstehen zusätzlich 8€ Lieferkosten bei einer Bestellung unter 36€, womit sich kleinere Bestellmengen eher nicht lohnen. Am besten probiert man Rex Eat also gemeinsam mit seinen Mitbewohner*innen oder Kolleg*innen aus. Oder man bestellt gleich für 2 Wochen, da die Gläser für 14 Tage haltbar sind und so noch einmal zusätzlich CO2 gespart werden kann. Der Service ist zudem auf verschiedene Ernährungsstile angepasst – man kann zwischen vegan, vegetarisch und Fleischgerichten wählen. Als wir Rex Eat selbst getestet ha-

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ben, probierten wir ausschließlich ihr pflanzliches Angebot und stellten fest, dass man hier selbst als Veganer*in aus leckeren und abwechslungsreichen Gerichten wählen kann. In unserem Test hat der Service allgemein einen positiven Eindruck hinterlassen: Die Lieferung ist im angegebenen Zeitraum angekommen, die Kiste lässt sich gut tragen und die Gläser sind handlich und ordentlich portioniert (200-400 Gramm pro Glas). Auch geschmacklich ist das Angebot hochwertiger als es Fertiggerichte aus dem Supermarkt sind, was wahrscheinlich auf die lokale und zeitnahe Produktion zurückzuführen ist. Der große Vorteil ist, dass Rex Eat sehr praktikabel ist. Ist man mit einer Mikrowelle und einer Spülmaschine ausgerüstet, fallen keinerlei Mühen für Verbraucher*innen an. Eine Bequemlichkeit, die man selten mit so gutem Gewissen genießen kann. Das einzige, was uns als potenzielles Hindernis aufgefallen ist, sind die Lieferzeiten. Da nur montags zwischen 8 und 15 Uhr geliefert wird, sollte idealerweise innerhalb dieses Zeitraumes jemand vor Ort sein. Bestellt man sich die Kiste ins Büro, ist das in den meisten Fällen kein Problem. Als Privatperson könnte das aber zu Schwierigkeiten führen, da sich gerade innerhalb dieses Zeitraumes die meisten außer Haus befinden. Rex Eat bietet auch an, die Bestellungen vor der Haustür abzustellen, doch ob man sich damit wohlfühlt, ist nur individuell zu beantworten. Insgesamt sehen wir hinter Rex Eat ein beeindruckendes Konzept mit ebenso beeindruckender Umsetzung. Wie man Zeitmangel, gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit unter einen Hut bringen kann, ist ein Problem, mit dem wir selbst schon gekämpft haben und von dem wir nicht gedacht hätten, dass es sich so elegant lösen lässt. (Melissa Leicht) Website: www.rex-eat.at


Direkt vor die Haustür Frisches Gemüse vom Hof und das in der Stadt? Biokisten von Bioigel machen es möglich: Durch Abonnement oder als Einzelbestellung werden die Lebensmittel direkt nach Hause geliefert. Biokisten sind eine gute Möglichkeit sich gesund und nachhaltig zu ernähren. Diesen Gedanken hatten auch die Gründer*innen von Bioigel. Der in Tresdorf ansässige Betrieb hat sich auf eine Versorgung mit hochwertigen regionalen, saisonalen und biologischen Produkten für Menschen in Wien und Umgebung konzentriert. Die Biokisten werden wöchentlich direkt vor die Haustür geliefert.

Wie kommt das Biokisterl vom Bauernhof nach Hause? Es wird eine Online-Bestellung bei Bioigel abgegeben, die auch in Form eines wöchentlichen Abonnements abgewickelt werden kann. Erst nach Bestellabgabe übermittelt Bioigel die benötigte Menge den Bauernhöfen, mit denen sie zusammenarbeiten. Damit bleibt der Lagerstand gering und so wenig wie möglich muss aussortiert werden. Nachdem entweder die Bauernhöfe ihre Lebensmittel zu Bioigel gebracht haben oder Bioigel diese selbst abgeholt hat, beginnt das Verpacken und Vorbereiten der Kisten. Auch bei der Verpackung wird auf Nachhaltigkeit geachtet, denn so viel wie möglich wird gar nicht oder in Mehrwegbehältern eingepackt. In der Früh werden noch die frischen Brote hinzugefügt und schon geht es zu den Kund*innen. Die Lieferung erfolgt etwa zur Hälfte mit Transport-Fahrrädern in Kooperation mit Heavy-Pedals und die Übergabe an der Haustür ist kontaktlos und unkompliziert.

und ressourcenschonende Art Landwirtschaft zu betreiben. Doch neben dem biologischen Aspekt sind auch die Unabhängigkeit von üblichen Lieferketten und kurze Transportwege von großer Bedeutung. Der Fokus auf Regionalität und biologischem Anbau sind die beiden Grundpfeiler des Betriebes. Im Jahr 2014 wurden schließlich die ersten Kisten geliefert, damals noch mit wenigen Mitarbeiter*innen und an wenige Kund*innen. Inzwischen ist Bioigel deutlich gewachsen und obwohl das aktuelle Team größer ist, besteht es immer noch aus guten Bekannten, die sich oft seit Jahren kennen. Trotz unterschiedlicher Hintergründe und Biografien, schweißt sie die Begeisterung und Motivation für Bioigel und die Werte, für die der Betrieb steht, zusammen. In den ersten Jahren sind sie zwar kontinuierlich gewachsen, doch seit der Corona-Pandemie im Jahr 2020 sind die Anfragen so stark gestiegen, dass Kund*innen sogar kurzfristig abgelehnt werden mussten. Denn abgesehen von jungen Familien, die das Hauptklientel bilden, kommen auch immer mehr Kund*innen der älteren Generationen und vollbeschäftigte Menschen hinzu.

»Bioigel liefert regionale, saisonale und biologische Lebensmittel in Biokisten jeglicher Form«

Wer sind Bioigel? Aus dem Wunsch ein nachhaltiges Projekt zu starten entstand im Jahr 2013 erstmals die Idee für Bioigel. Es war schnell klar, dass es um die nachhaltige Versorgung von Menschen mit Obst und Gemüse in der Region gehen soll. Das Freund*innen- und Familienunternehmen bietet inzwischen auch Getreideprodukte, Eier, Säfte, Honig, Eingelegtes und vieles mehr an. Der biologische Anbau ist eine nachhaltige

Bioigel möchte natürlich weiter wachsen, das Liefergebiet und Sortiment erweitern, aber auch den eigenen ökologischen Fußabdruck verringern. So erhöhen sie beispielsweise den Einsatz von Transport-Fahrrädern bei der Lieferung oder planen auf Alternativen zu Verbrennungsmotoren bei ihren Transportern umzusteigen. (Isabella Kanka) Website: bioigel.at

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Rezepte In so einer Bio-Gemüsekiste von Bioigel sind die verschiedenesten Lebensmittel. Da uns eine dieser Kisten zur Verfügung gestellt wurde, konnten wir uns beim Kochen austoben und neue Rezepte ausprobieren. (Isabella Kanka)

Kohlrabi-Erdäpfel-Suppe Zeitaufwand: 45 Minuten Zutaten

Arbeitsschritte

›› 2 mittelgroße Kohlrabi

1. Gemüsebrühe aufstellen

››

2. Kohlrabi und Erdäpfel schälen und in mittelgroße Stücke schneiden

600 g Erdäpfel mehligkochend

›› 2 EL Rapsöl ››

600 ml Gemüsebrühe

›› 200 ml Haferdrink ››

Saft einer halben Zitrone

›› 2 Zwiebel ››

Rapsöl

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Muskatnuss

››

Dill

››

Salz und Pfeffer

3. Zwiebeln abziehen und kleinwürfeln 4. Zwiebelwürfel in einem Topf mit Rapsöl glasig werden lassen 5. Kohlrabi- und Erdäpfel-Würfel dazugeben und kurz anbraten 6. Gemüsebrühe hinzufügen und etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis der Inhalt gut durchgekocht ist 7. Haferdrink, Zitronensaft einer halben Zitrone, Muskatnuss und Dill hinzugeben (kann, muss aber nicht püriert werden) 8. Mit Salz und Pfeffer abschmecken

Rote-Rüben-Laibchen Zeitaufwand: 60 Minuten Zutaten

Arbeitsschritte

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1. Ofen auf 180°C Umluft vorheizen

500 g rote Rübe

›› 250 g Feinblättrige Haferflocken ›› 2 EL Universal-Mehl ›› 1 TL Backpulver ›› Saft einer halben Zitrone ›› 100 ml Wasser ›› 1 TL Kreuzkümmel ›› Salz und Pfeffer

2. Rote Rübe schälen und grob raspeln (rote Rübe färbt stark ab und kann nicht mehr herausgewaschen werden, deshalb am besten Handschuhe beim Arbeiten verwenden) 3. Eine halbe Zitrone auspressen und zu den Rote-Rübe-Raspeln geben 4. Die übrigen Zutaten hinzufügen, alles mit den Händen verkneten und 15 Minuten stehen lassen 5. Die aufgequollene Masse erneut durchkneten und auf einem mit Backpapier belegten Blech zu Laibchen formen 6. Bei 180°C 30 Minuten backen (nach 15 Minuten wenden)

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Pastinaken-Erdäpfel-Püree Zeitaufwand: 50 Minuten Zutaten

Arbeitsschritte

›› 500 g Pastinaken

1. Pastinaken und Erdäpfel schälen und in grobe Stücke schneiden

›› 500 g Kartoffeln ›› 200 ml Haferdrink ›› 100 ml Hafercousine ›› Öl ›› Salz und Pfeffer ›› Muskatnuss

2. Pastinaken und Erdäpfel mit gesalzenem Wasser in einen Topf geben und ca. 30 min köcheln lassen, bis sie weich sind 3. Wasser abgießen, anschließend Haferdrink, Hafercousine, Öl und die Gewürze hinzugeben und zerstampfen bzw. pürieren 4. Mit Salz und Pfeffer abschmecken

Sonstige einfache Ideen Ofenkarotten

Geröstete Kürbiskerne

›› Zutaten: Karotten, Öl, Gewürze

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Kürbiskerne

››

››

Kürbiskerne ohne Öl in einer Pfanne erhitzen – kann überall dazugegeben werden

Karotten in Streifen schneiden und mit Öl und Gewürzen im Ofen erhitzen

Soja-Dip

Topinambur-Chips

›› Zutaten: Sojajoghurt (ungesüßt), Knoblauch, Kräuter, Salz und Pfeffer

›› Zutaten: Topinambur, Öl, Gewürze

››

Sojajoghurt mit Kräutern, Knoblauch und anderen Gewürzen vermengen

›› Topinambur in dünne Scheiben schneiden, mit Öl beträufeln und würzen – im Ofen backen bis sie knusprig sind

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Lebensmittel Über 500.000 Tonnen Lebensmittel werden jährlich in Österreich vernichtet – und nicht, weil sie schlecht geworden sind. Über- oder Fehlproduktionen und Waren, die das Mindesthaltbarkeitsdatum trotz ihres guten Zustands überschritten haben werden weggeworfen, obwohl viel zu viele bedürftige Menschen in Armut leben. Diese absurde Realität ist keine Neuheit und es wurden viele Konzepte entwickelt, die sowohl das Problem der Armut als auch das der Lebensmittelverschwendung bekämpfen. Organisationen wie die Lebensmittelrettung Österreich arbeiten mit heimischen Produzent*innen, Landwirt*innen, Großhändler*innen und Supermarktketten zusammen, um dafür zu sorgen, dass die überschüssige und abgelaufene Ware an sie weitergeleitet wird. Damit werden nicht nur die Entsorgungskosten für Händler*innen verringert, es wird auch sozial Schwächeren geholfen. Die Lebensmittel werden an Sozialmärkte, Küchen für obdachlose Menschen und allgemein Einrichtungen im sozialen Bereich geliefert. Auch als Privatperson kann man von Sozialmärkten profitieren – hat man nämlich ein niedriges Einkommen, ist man berechtigt, in einem Sozialmarkt einzukaufen. So kann das zum Beispiel für Student*innen, die nur schwer über die Runden kommen, eine Lösung sein, um Geld zu sparen. Da derartige Märkte ge-

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meinnützig arbeiten und sich durch Spenden erhalten, können sie ihr Angebot weit unter den Preisen normaler Supermärkte verkaufen. Und man braucht keine Sorge haben: Die Lebensmittel werden durchaus auf ihre Verwendbarkeit geprüft, bevor sie den Verbraucher*innen zur Verfügung gestellt werden. Da derartige Organisationen auf dem Engagement von Freiwilligen aufbauen, ist Mithilfe gefragt. Dabei kann man sich ganz nach den eigenen Kapazitäten einbringen: Sach- sowie Geldspenden sind, je nach Anlaufstelle, gern gesehen, aber auch ehrenamtliche Mitarbeit ist immer gefragt. Sollte man sich einen Überblick über die Sozialmärkte und sonstigen sozialen Einrichtungen verschaffen wollen, kann man dies auf der Website der Stadt Wien tun. Doch obwohl sich Vereine wie die Lebensmittelrettung darum bemühen, die Verschwendung in Handel und Landwirtschaft zu reduzieren, bleibt die Hauptursache unberührt. In einer Studie, die die Universität für Bodenkultur im Auftrag des WWF Österreich durchgeführt hat, hat sich herausgestellt, dass Privathaushalte mehr Lebensmittel verschwenden als Handel, Landwirtschaft und Produktionsbetriebe gemeinsam. Hier sprechen wir also von einem Problem, das hauptsächlich von Einzelverbraucher*innen verursacht wird und durch das Umdenken und Umstellen im privaten Bereich bekämpft werden kann.


Was können wir tun, um weniger verschwenderisch zu sein? Natürlich kann man nicht von heute auf morgen sein komplettes Konsumverhalten umkrempeln, aber wenn man anfängt, den eigenen Verbrauch aktiver und achtsamer zu beobachten, ist man bereits auf einem guten Weg. ››

Obwohl sie schwierig zu vermeiden sind, weil etwa Teile eines Produkts für ein bestimmtes Gericht nicht gebraucht werden oder sie nicht genießbar bzw. nicht zum Verzehr geeignet sind, kann man Zubereitungsreste nach ihrem Entstehen in Verwertbares und Unverwertbares trennen. Strunke, Stiele und Schalen können beispielsweise für Suppen oder Soßen weiterverwendet werden, während man Unverwertbares entweder kompostieren oder recyceln kann.

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Speisereste/Tellerreste Zu Hause kann das Verderben von Speise- und Tellerresten durch Kühlung in Kühlschrank oder Gefrierfach verlangsamt werden. So sind die Reste noch mehrere Tage genießbar. Vorbeugen kann man ebenso durch bessere Planung beim Kochen und Einkauf sowie durch eigenständiges Portionieren. Sollten Tellerreste in Restaurants anfallen, kann man diese entweder einpacken lassen oder selbst die nötigen Behältnisse mit sich tragen.

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Einkaufslisten erstellen, Mengen hinterfragen Konfrontiert man sich mit der Frage, wie viel und was wirklich benötigt wird, kommt von vornherein schon weniger Essen ins Haus. Somit werden auch ältere Lebensmittel aufgebraucht, bevor diese durch Neue ersetzt werden.

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Lagerung/Verarbeitung Weiters kann das frühzeitige Verderben vieler Produkte durch die richtige Lagerung und Verarbeitung verhindert werden.

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Verwertung Bereits etwas ältere, jedoch noch essbare Lebensmittel, können etwa - so wie Zubereitungsreste - zu Suppen oder Soßen weiterverarbeitet werden. Kuchen, Marmeladen, Säfte, Kompotte und Fruchtmuse sind weitere Möglichkeiten. »Unschönes« kaufen Es wird darauf vertraut, dass die nicht verbrauchten Lebensmittel gespendet werden oder sozialen Zwecken zugute kommen, jedoch werden das nur etwa 6 %. Seit dem Jahr 2013 wird in manchen Supermärkten Obst und Gemüse, das nicht der Norm entspricht, zumindest zu günstigeren Preisen angeboten. Manchmal befinden sich aber auch bei den »normalen« Lebensmitteln beispielsweise Zucchini mit Ernteschäden, etwas braun gewordene Bananen oder ein wenig verfärbte Marillen. Doch ihr Aussehen beeinflusst den Geschmack nicht. (Melissa Leicht, Franziska Eilmsteiner)

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Aktiv werden

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Aktionstage Nachhaltigkeit

S. 28

Die Europäische Mobilitätswoche

S. 29

Mit Tatkraft gegen Müllverschmutzung

S. 30

Mit dem Gartenpolylog zu einem blühenden Wien

S. 32

Aktivismus in der Nachbar*innenschaft

S. 33


A k

on i t Ein Paar Socken gratis zu deinem Einkauf bei Glein Wien! Glein ist eine junge Wiener Marke, die hochwertige Alltagsprodukte herstellt - und das ausschließlich in Europa. So funktioniert‘s: Wenn du dir vor Ort im Glein-Shop etwas, um einen Einkaufswert von mindestens 20€ kaufst, kannst du ganz einfach bei der Bezahlung einen Screenshot/ein Foto dieser Seite herzeigen und bekommst ein Paar Socken gratis dazu. Diese Aktion gilt bis Ende Mai 2021 und kann ein Mal pro Person eingelöst werden. Viel Spaß mit deinen neuen Socken! Neustiftgasse 18, Wien, 7. Bezirk Website: www.glein.wien

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ionstage t t i k A Nachhaltigke Umweltgerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung sind zentrale und aktuelle Themen unserer Gesellschaft und stellen eine große Herausforderung dar. Wenn du dieses Magazin liest, wirst du das bereits wissen – und du wirst auch wissen, wie wichtig es ist, stets zu hinterfragen, was hinter den Dingen steckt, die wir sehen und konsumieren. Gerade weil man bei einem Thema wie Nachhaltigkeit nie auslernen kann, kommt ein Angebot wie die Aktionstage Nachhaltigkeit gelegen. Bei dieser österreichweiten Initiative handelt es sich um eine Plattform von Akteur*innen für Akteur*innen. Sie bietet eine große Bandbreite an Angeboten und Aktivitäten aus dem Bereich Nachhaltige Entwicklung – auf regionaler, sowie auf Bundesund Landesebene.

etwas dabei ist. Die 17 Globalen Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - SDGs) dienen den Projekten dabei als inhaltliche Richtschnur. Bei der Beschreibung jeder Aktion ist angegeben, welchen Zielen sie sich widmet. Wenn man also besonderes Interesse an einem Thema hat, kann man herausfiltern, welche Veranstaltungen diesen Schwerpunkt gewählt haben. Darunter kann alles fallen, was auch in den SDGs vertreten ist – also beispielsweise Gesundheit, Klimaschutz oder Geschlechtergleichstellung. Letztlich zielen die Aktionstage Nachhaltigkeit darauf ab, Wissen und Erfahrungen zu teilen, sowie auf konkrete Umsetzungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen und zu motivieren selbst aktiv zu werden. Personen und Organisationen, die sich bereits engagieren, können durch das Eintragen ihrer Aktion die Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten für eine lebenswerte Zukunft zeigen.

»Dein Einsatz zählt – ganz egal in welcher Form!«

Verschiedenste Akteur*innen aus dem beruflichen und privaten Bereich, wie z.B. Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen, stellen diese reichhaltige Auswahl bereit: Allein in Wien wurden im Jahr 2020 ganze 42 Veranstaltungen angeboten. Darunter fielen unter anderem Workshops, Präsentationen, Weiterbildungsveranstaltungen, Ausflüge und Märkte. Von mehreren Vereinen wurde der World Cleanup Day organisiert, bei dem eine Säuberung der Donauinsel stattfand, das Unternehmen INSTADRIVE versuchte sich am Weltrekord einer E-Mobility-Parade, bei Zero Waste Workshops konnte man lernen, wie man Naturkosmetik selbst herstellt und auf SUPERTRAMPS-Touren wurde einem das Leben in Obdachlosigkeit aus nächster Nähe begreiflich gemacht. Insgesamt sind die Aktionstage Nachhaltigkeit inhaltlich so vielseitig, dass für jede*n

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Interessierte können sich Tipps und Orientierung für eine nachhaltige Lebensweise holen. Besuche einfach die Website nachhaltigesoesterreich. at. Ab April 2021 kannst du deine eigene Aktion eintragen. Das Angebot und die Inspirationen erweitern sich also ständig. Zwischen 18. September und 8.Oktober 2021 finden die Aktionen dann statt. Wenn du dich weiterbilden oder einfach inspirieren lassen möchtest, wirf also am besten immer wieder einen Blick auf die Ideenplattform. Auf dieser kannst du übersichtlich dein gewünschtes Thema, Format oder Datum heraussuchen und dich direkt engagieren. (Melissa Leicht) Website: nachhaltigesoesterreich.at


Die Europäische Mobilitätswoche Wien hat es im Jahr 2020 auf Platz 1 des Indexes der weltweit grünsten Städte geschafft. Die Stadt ist ein Vorreiter der umweltfreundlichen Mobilität und lädt auch ihre Bewohner*innen dazu ein, kein Auto zu benützen, um die Stadt zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erleben. Ganze 852.000 Menschen besitzen eine Jahreskarte der Wiener Linien und 38 Prozent aller Wege in Wien werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Damit noch mehr diesem Vorbild folgen und etwas über grüne Mobilität lernen, werden diverse Projekte organisiert: Unter anderem die Europäische Mobilitätswoche. Die Europäische Mobilitätswoche kann man jedes Jahr neu mitverfolgen. Wie der Name bereits andeutet, findet die Europäische Mobilitätswoche europaweit statt. Allerdings ist Österreich einer der fleißigsten Mitstreiter mit über 500 teilnehmenden Gemeinden – die natürlich größte davon unsere Hauptstadt Wien! Es mag sich bei der Europäischen Mobilitätswoche zwar um eine länderübergreifend organisierte Initiative handeln, aber letztlich baut sie auf lokal realisierten Aktivitäten auf. Jedes Jahr finden im Zeitraum vom 16. bis 22. September allerlei Veranstaltungen rund um das Thema umweltverträgliche Mobilität statt, und auch in Wien mangelt es nicht an Angeboten. Im Jahr 2020 wurden beispielsweise das Josefstädter Plätzefest und der Mobilitätstag am Servitenplatz veranstaltet: dort gab es ein umfangreiches Angebot an Aktivitäten, wie etwa Fahrradchecks, Selbstreparaturkurse, Mobility Talks mit Mobilitäts-Initiativen und Expert*innen, um nur einige wenige zu nennen. Hinzu kommen kleinere Veranstaltungen, die von einzelnen Organisationen oder Einrichtungen auf die Beine gestellt wurden - besonders Wanderungen und Radtouren erfreuten sich großer Beliebtheit.

Ein fester Programmpunkt der Mobilitätswoche ist außerdem der Autofreie Tag. Jedes Jahr am 22. September werden Straßen für nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer*innen geöffnet und als Plätze für Festlichkeiten verwendet. Dies wird oft mit einem jährlichen Straßenmalwettbewerb verbunden, bei dem dazu eingeladen wird, Pinsel und Kreide zu zücken und die Straßen bunt zu färben. Dazu können sich Bildungseinrichtungen, Betriebe, NGOs und sogar Privatpersonen anmelden – und nebenbei noch etwas gewinnen! Das Angebot der Mobilitätswoche variiert mit jedem Jahr, aber man kann sich immer sicher sein, eine umfassende Auswahl an Aktivitäten präsentiert zu bekommen. Es lohnt sich auf jeden Fall im September einen Blick auf die Website mobilitaetswoche.at zu werfen und durch die Veranstaltungen zu stöbern. Vielleicht ist ja auch etwas für dich dabei! (Melissa Leicht)

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Mit Tatkraft gegen Green Heroes Austria Gründerin Elizabeth Toth im Interview Kannst du kurz für jemanden, der noch nie etwas von euch gehört hat, das Konzept von Green Heroes erklären? Green Heroes ist ein Umwelt- und Naturschutzverein, der sich in Wien gegründet hat, aber bundesweit aktiv ist. Unser Ziel ist es, für Abfälle bzw. deren Vermeidung und richtigen Entsorgung Bewusstsein zu schaffen. Das machen wir durch unsere großen Cleanup-Aktionen, den World Cleanup-Day und Plogging World, sowie durch kleinere Cleanups, die immer mal wieder stattfinden. Außerdem gehen wir in Kindergärten, Schulen und Universitäten, um dort Vorträge und Workshops zu halten. Wir versuchen auch mit Unternehmen und Institutionen zusammenzuarbeiten und diesen Tipps zu geben, wie sie ihre Büros und Veranstaltungen nachhaltiger gestalten können. Was hat dich dazu bewegt, Green Heroes zu gründen? Wie ist die Idee entstanden und warum liegt dir dieses Thema so am Herzen? Wirklich Zugang zu dem Thema habe ich im Jahr 2017 gefunden, als ich durch meine Arbeit bei der Jungen Wirtschaft zu einer Friedenskonferenz in Malaysia eingeladen wurde. Dort habe ich von dem World Cleanup Day erfahren, der als Projekt vorgestellt wurde. Damals haben schon über 100 Nationen mitgemacht und ich war so begeistert, dass ich mich gleich dem Team aus Österreich anschließen wollte. Bei meiner Recherche habe ich aber gemerkt, dass es gar kein Team aus Österreich gibt und habe beschlossen es einfach selbst zu gründen. Im Jänner 2018 habe ich dann in Estland an der Clean World Konferenz teilgenommen und habe dort präsentiert, wie das Ganze umgesetzt werden soll. Schon während der Konferenz war für mich klar, dass ich nur noch das machen möchte. So viele Gleichgesinnte zu sehen, die ebenso für das Thema brennen und ähnliche Projekte umsetzen, war für mich ein magischer Moment. Leichter gesagt als getan:

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Zurück in Wien musste ich erst einmal einen Verein gründen und Teammitglieder finden. Über meinen Freundeskreis habe ich ein kleines Team zusammenbekommen, und zu viert haben wir begonnen die ersten Cleanups zu organisieren. Inzwischen sind wir besser als damals aufgestellt und es gibt immer mehr Leute, die uns kennen und unterstützen. Da du nun öfters den World Cleanup Day als Hauptevent erwähnt hast: Möchtest du erklären was dieser genau ist und was dort gemacht wird? Der World Cleanup Day ist im Jahr 2008 in Estland entstanden. Dort haben sich 50.000 Menschen zusammengetan um das Land zu säubern. In den darauffolgenden Jahren haben sich dieser Aktion weitere baltische und skandinavische Länder angeschlossen, bis es im Jahr 2018 einen Boom gab. Inzwischen geht die Aktion wie eine grüne Welle über die verschiedenen Zeitzonen, sodass die Erde 36 Stunden lang gesäubert wird. Es ist die größte globale Bewegung, die sich mit der gemeinsamen Säuberung der Umwelt beschäftigt. Das ganze findet jährlich am dritten Samstag im September statt und lädt jede*n ein teilzunehmen. Menschen mit Behinderung, Kinder, Senior*innen – jede*r ist willkommen. Kann man am Müll Aufsammeln auch Spaß finden, oder ist es eben eine Arbeit, die ihr aus Verantwortungsbewusstsein hinter euch bringt? Ich muss sagen, es macht allen immer sehr viel Spaß, einfach weil so viele Gleichgesinnte zusammenkommen, sich austauschen und kennenlernen. Der Spirit ist großartig und alle sind so motiviert, dass es wirklich Laune macht. Oft machen wir auch seltsame Funde, bei denen es ziemlich lustig ist, sie sich gegenseitig zu zeigen – zum Beispiel findet man in letzter Zeit sehr oft Unterwäsche, was ziemlich suspekt ist. Mir fällt auch auf, dass ich in der Gruppe eine ganz andere Einstellung habe als wenn ich allein unterwegs bin. Allein


ärgere ich mich über die Verschmutzung, während ich mit anderen kaum merke, was wir eigentlich machen. Außerdem kann man sich am Ende des Tages auf die Schulter klopfen und an den vollen Müllsäcken wirklich sehen, dass man etwas Gutes geleistet hat. Wie stehst du zu der Mülltrennung in Wien? Mülltrennung in Wien ist so eine Sache. Man sieht ganz stark, wenn man von Bezirk zu Bezirk geht, dass die Menschen in manchen Gegenden mehr darauf achten als in anderen. Wenn ich in den Randbezirken bin, merke ich einfach, dass vieles einfach noch nicht als Müll wahrgenommen wird – wie etwa Zigarettenstummel und Kaugummis. Ich denke, die Mülltrennung in Wien klappt deshalb nicht so gut, weil man selten am eigenen Geldbeutel spürt, was diese Fehlwürfe ausmachen. Man wird nicht gerügt und bleibt anonym, also kümmert man sich um ein bisschen Kunststoff beim Altpapier nicht. Bei einem Einfamilienhaus auf dem Land sähe das ganz anders aus. Viele finden es auch zu zeitund ressourcenaufwendig den Müll zu trennen. Da man für Kunststoff, Bio und Glas zur nächsten Müllinsel gehen muss, kann das schnell zu anstrengend sein und es wird einfach in den Restmüll geworfen. Davon wird dann alles verbrannt und weg sind die Rohstoffe. Gibt es politische Schritte, die du dir für eine müllfreiere Zukunft wünschen würdest? Auf jeden Fall! Vor allem in skandinavischen Ländern gibt es schon Maschinen, die den Müll durch künstliche Intelligenz trennen. Durch derartigen technischen Fortschritt wird richtiger Umgang mit Müll erleichtert und es muss auch keine händische Trennung mehr vorgenommen werden, die für die, die das machen, nicht gesund ist. Bei uns gab es auch schon Vereinfachungen: Seit dem Jahr 2019 haben wir in Wien die Ökobox nicht mehr, mit der früher Tetrapacks getrennt wurden. Tetrapacks kommen jetzt in die gelbe Tonne, was insofern leichter ist, weil viele die Ökobox nicht benutzt und die Tetrapacks deshalb in den Restmüll geworfen haben. Sonst finde ich immer noch, dass es am einfachsten wäre, ein Pfandsystem für Getränkeverpackungen einzuführen. Eigentlich ist da

so gut wie niemand dagegen, außer eben die Industrie. Wo siehst du das größere Problem: Bei der Umsetzung in der Industrie oder bei den Menschen, die auf Mülltrennung zu wenig achten? Ich glaube, man müsste bei beidem ansetzen. Also zum einen sollten bessere Maschinen zur Mülltrennung eingeführt werden, gleichzeitig muss es Verbraucher*innen auch erleichtert werden. Ich bin davon überzeugt, dass Menschen nicht schlecht sind, sondern es einfach nicht besser wissen – das muss man mit Aufklärung angehen. Zu meiner Schulzeit war Umweltbildung gar kein Thema und heute steht es zwar auf den Lehrplänen, aber die Lehrer*innen wissen auch oft nicht genug darüber. Wegen Corona merkt man ganz stark: Wenn die Politik es möchte, kann sie Informationen in kürzester Zeit vermitteln. Wir wissen alle was eine FFP2-Maske ist, wir wissen alle wie sie getragen werden muss und wir wissen wie viel Abstand wir halten sollen. Würde man das gleiche mit Umwelt- und Klimaschutz machen, dann hätten wir die groben Probleme von heute nicht mehr. Die Leute können ihr Verhalten schließlich nicht ändern, wenn sie es nicht besser wissen. Zum Abschluss: Wie können sich interessierte Leser*innen bei euch engagieren? Allgemein sind wir für jede Art der Unterstützung offen. Wenn jemand zum Beispiel sagt, er ist in einem Gebiet sehr auf Zack, kann man uns einfach anschreiben und Hilfe anbieten. Meistens können wir sehr vieles gebrauchen. Man kann außerdem Mitglied bei uns werden und damit all unsere Workshops und Projekte unterstützen – dafür bekommt man außerdem Rabatte bei unseren Partnern. Auch einmalige Spenden sind immer willkommen. Sonst suchen wir natürlich immer helfende Hände bei den Cleanups. Man kann einfach vorbeikommen und braucht nichts außer Motivation mitbringen. (Das Gespräch führte Melissa Leicht) Website: greenheroes.at

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Mit dem Gartenpolylog zu einem blühenden Wien Urbane Gärten: Viele haben schon davon gehört, aber wie man sich tatsächlich an der Begrünung der eigenen Stadt beteiligen kann, ist oftmals unklar. Wenn man nicht selbst am Entstehungsprozess eines Gartens beteiligt war, weiß man in den meisten Fällen gar nicht, wie man den Zugang zu derartigen Projekten finden soll. Da kann der Gartenpolylog Abhilfe schaffen. Der Verein bietet eine Plattform für alle Gemeinschaftsgärten Österreichs, um diese zu vernetzen und zu unterstützen. Zum Zeitpunkt der Gründung im Jahr 2007 gab es hierzulande nur eine Handvoll Gemeinschaftsgärten, die zudem auf sich allein gestellt waren. Inzwischen sieht das ganz anders aus: In Österreich gibt es derzeit rund 350, wovon knapp 90 allein in Wien liegen. Die Hauptstadt bietet für ihre Bewohner*innen somit sehr viele Möglichkeiten zur Begrünung und dank dem Gartenpolylog ist es nun einfacher denn je, sich einen Überblick über aktuelle Projekte zu verschaffen. Man muss lediglich gartenpolylog.org/ gartenkarte besuchen und kommt direkt zu einer interaktiven Karte, die alle Garteninitiativen Österreichs auf einen Blick zeigt. Man kann dabei nicht nur nach Bundesland, sondern auch nach Bezirk filtern, um sich direkt vor der eigenen Haustür zu engagieren. Zu jedem Projekt gibt es weiterführende Informationen, sowie die nötigen Kontaktdaten, damit man sich gleich melden kann.

Welchen Wert kann man persönlich daraus ziehen, in einem Gemeinschaftsgarten aktiv zu werden? Studien legen den Schluss nahe, dass es der eigenen physischen und psychischen Gesundheit zuträglich ist. Zudem ist es ein Ort der Begegnung, an dem man sich sozial integrieren und gemeinsam mit anderen tätig werden kann. In der eigenen Gegend Wurzeln zu schlagen, kann die Lebensqualität und das Heimatgefühl stärken. Ein weiterer Aspekt, auf den der Gartenpolylog Wert legt, ist Interkulturalität. Gerade Wien ist eine Stadt, in der sich Menschen verschiedenster Herkunft sammeln. Die Gärten machen einen zwanglosen Austausch untereinander möglich. Sollte es sich als nötig erweisen, bietet der Gartenpolylog außerdem Übersetzungen oder Möglichkeiten zur Verständigung jenseits der Sprache an. Gerade weil in den Gärten eine Vielfalt sozialer, beruflicher und kultureller Hintergründe gefördert und gefragt wird, kann sich jede*r eingeladen fühlen, sich zu beteiligen. Das einzige, was man mitbringen muss, ist Einsatzbereitschaft. Wie kann der Gartenpolylog unterstützt werden? Sollte man sich außerdem für ein grüneres Wien einsetzen wollen, aber wenig Interesse daran haben, selbst zu gärtnern, kann man sich auch anderweitig ehrenamtlich beim Gartenpolylog einbringen. Unter gartenpolylog.org/mitarbeit finden sich alle möglichen Bereiche, in denen Hilfe benötigt wird – wie beispielsweise Öffentlichkeitsarbeit, Grafikdesign oder Übersetzungen. Seit der Gründung des Gartenpolylogs ist die Menge an urbanen Begrünungsprojekten enorm gestiegen und wir hoffen, dass es auch in Zukunft reichlich neue Initiativen geben wird. Gerade im Stadtalltag kann man schnell den Kontakt zur Natur verlieren, und Gemeinschaftsgärten sind eine brillante Möglichkeit, dem entgegenzuwirken. (Melissa Leicht) Website: gartenpolylog.org

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Aktivismus in der Nachbar*innen schaft Lokale Agenda 21 Wien & Grätzloase Als einfache*r Bürger*in glaubt man oft, keinen Unterschied machen zu können. Man will sich für eine grünere, sozialere Welt einsetzen - aber wo fängt man an? Die Antwort liegt näher als gedacht: Im eigenen Bezirk. Mit der Lokalen Agenda 21 Wien sowie dem Aktionsprogramm Grätzloase wird es engagierten Stadtbewohner*innen leichter gemacht sich für das eigene Wohnumfeld zu engagieren.

Aber wie funktioniert das? Die LA21 Wien lädt engagierte Stadtbewohner*innen dazu ein, ihre Ideen für eine nachhaltige Entwicklung Wiens und mehr Lebensqualität umzusetzen. Gemeinsam mit einem der zwölf Agendabüros werden Projektideen konkretisiert, weitere Unterstützer*innen gesucht und in Zusammenarbeit mit Bezirk und Stadtverwaltung umgesetzt. Dabei kann es sich um Projekte aus unterschiedlichen Themenbereichen, wie nachhaltige Mobilität, Klimaschutz, Nahversorgung, Gestaltung öffentlicher Räume, gutes Zusammenleben u.v.m. handeln. Um einen Eindruck zu bekommen, wie solche Projekte aussehen könnten, hier einige Beispiele:

Alternativ können beim Aktionsprogramm Grätzloase Initiativen zur Belebung und vielfältigen Nutzung städtischer Freiräume eingereicht werden: ›› Der Schwerpunkt „Junges Grätzl“ unterstützt Initiativen, die für Kinder und Jugendliche neue Angebote in Wiens Freiräumen schaffen. Spielen und Sporteln in der Gasse ums Eck, ein Naschgarten am Grätzlplatz, Wasserspiele vor der Haustüre – das und vieles mehr ist möglich. Die Aktionen sollen es Kindern und Jugendlichen ermöglichen, die Stadt nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. ›› Als zweiter Schwerpunkt erhalten „Grüne Parklets“ Unterstützung. Ausgestattet mit Sitzgelegenheiten, Blumen, Bäumen und weiteren Schattenspendern sorgen sie für mehr Aufenthaltsqualität und ein besseres Mikroklima - selbst an heißen Sommertagen. Gebaut von der Nachbarschaft als Begegnungsorte im Grätzl, fördern sie auch das soziale Klima und das gute Zusammenleben vor Ort. Wie bringe ich mich ein? Auf la21wien.at finden sich alle LA21-Projekte inklusive Kontakte und Hinweise zum Mitmachen. Gerne können auch eigene Ideen eingebracht werden.

›› Begrünungs-Aktionen, bei denen immer ein helfender grüner Daumen zum Bepflanzen, Gießen oder Mitgarteln gefragt ist

Auf graetzloase.at finden sich die Informationen zum Aktionsprogramm inklusive der Möglichkeit eigene Ideen einzureichen.

›› Flüchtlingshilfe vor Ort, etwa mit Kultur-Cafés, Bildungsaktivitäten, psychosozialer Unterstützung, Workshops, …

Die Einsatzbereitschaft der Bewohner*innen ist es, die Wien zu einer der lebenswertesten Städte der Welt macht. Wenn du also dazu beitragen willst, bist du hier genau richtig.

›› Tauschen-Teilen-Reparieren: Organisation von Reparatur-Cafés, Tauschkreisen, Informationsabenden oder beispielsweise dem Aufbau einer offenen Bücherzelle ›› Umgestaltung von Straßen zu Begegnungszonen oder Plätzen für mehr Aufenthaltsqualität mit viel Grün und Verweilmöglichkeiten

(Melissa Leicht) Website Lokale Agenda 21 Wien: www.la21wien.at Website Grätzloase: www.graetzloase.at

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Quellen Deckblatt ›› Bild: unsplash.com

Einleitung Reparaturen (Isabella Kanka) ›› help.orf.at/v3/stories/2985846 ›› transparenzportal.gv.at/tdb/tp/situation/buerger/ bauen-wohnen-und-umwelt/umweltschutz-naturschutz/1049105.html ›› www.bmk.gv.at/themen/klima_umwelt/abfall/abfallvermeidung/reparatur.html

Reparieren, Reparieren, Reparieren – Interview mit Markus Piringer (Isabella Kanka) ›› Bild 1: Unsplash.com ›› Bild 2: Unsplash.com ›› Bild 3: Unsplash.com

Was tun, wenn sich eine Reparatur nicht lohnt? (Isabella Kanka) ›› www.repanet.at/projekte-2/reparaturcafes_initiativen ›› rusz.at/reparaturcafe ›› tschuertzservices.at/projekte/laufende-projekte/ energie-und-reparatur-cafe ›› www.schwendermarkt.at ›› 48ertandler.wien.gv.at/?s=Cafe&x=0&y=0 ›› Bild: Unsplash.com

All you need is less – Interview mit Sepp Eisenriegler (Isabella Kanka) ›› Bild: Unsplash.com

Infobox (Isabella Kanka) Ökobilanz (eng.: Life Cycle Assessment): ›› www.rechnungswesen-verstehen.de/lexikon/oekobilanz.php ›› www.ifu.com/oekobilanz

One-Stop-Shop: ›› wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/one-stopshopping-44414 ›› marketbusinessnews.com/financial-glossary/ one-stop-shop-definition-and-meaning

Reparaturbon: ›› mein.wien.gv.at/wienerreparaturbon

Leihen statt kaufen! – Gespräch mit leila.wien (Isabella Kanka) ›› Bild: copyright bei leila.wien

Grün ≠ Grün (Melissa Leicht) ›› wohnglueck.de/artikel/pflanzen-aus-dem-supermarkt-40417 ›› wohnglueck.de/artikel/nachhaltige-zimmerpflanzen-39745 ›› www.pflanzenfreunde.com/vermehrung.htm ›› Bild 1: unsplash.com ›› Bild 2: unsplash.com

Wiener Wasser (Melissa Leicht) ›› https://www.wien.gv.at/wienwasser/ ›› https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wiener_Wasserversorgung ›› https://www.umweltberatung.at/download/?id=was-

ser_sparen_bringts_deutsch-1605-umweltberatung. pdf

Karma Food Verlosung (Melissa Leicht) ›› Logo: Karma Food ›› Bild: Copyright bei Karma Food

Local Businesses, die einen Besuch wert sind (Melissa Leicht) ›› Bild: unsplash.com ›› Logo: Holis Market

RexEat Review (Melissa Leicht) ›› www.rex-eat.at ›› Bild: Copyright bei Melissa Leicht

Direkt vor die Haustür – Gespräch mit Bioigel (Isabella Kanka) ›› Bild: Copyright bei Luiza Puiu

Rezepte (Isabella Kanka) ›› Bild: Copyright bei Isabella Kanka

Lebensmittelverschwendung (Melissa Leicht) ›› www.lebensmittelrettung.at/ ›› www.wien.gv.at/sozialinfo/content/de/10/SearchResults.do?keyword=Sozialmärkte ›› sozialshop.vzkg.at/2020/05/12/neue-studie-zeigt-handel-vermeidet-ueber-15-an-lebensmittelverschwendung-durch-soziale-projekte/ ›› »Don’t Waste The Taste« Diplomarbeit von Franziska Eilmsteiner

Glein Aktion ›› Logo: Glein Wien

Aktionstage Nachhaltigkeit (Melissa Leicht) ›› www.nachhaltigesoesterreich.at

Die Europäische Mobilitätswoche (Melissa Leicht) ›› mobilitaetswoche.at/site/home ›› www.wienerlinien.at/eportal3/ep/contentView.do/ pageTypeId/66526/programId/74577/contentTypeId/1001/channelId/-47186/contentId/5001845 ›› Bild: unsplash.com

Mit Tatkraft gegen Müllverschmutzung - Interview mit Elizabeth Toth (Melissa Leicht) ›› Bild: unsplash.com ›› Bild: unsplash.com

Mit dem Gartenpolylog zu einem blühenden Wien (Melissa Leicht) ›› gartenpolylog.org ›› www.gartenpolylog.org/sites/default/files/inline-files/Green%20Care%2012-20.pdf ›› gartenpolylog.org/sites/default/files/2019-01/Abstract-Leregger2014.pdf ›› Bild: unsplash.com

Aktivismus in der eigenen Nachbar*innenschaft (Melisssa Leicht) ›› www.la21wien.at ›› www.grätzloase.at ›› Bild: unsplash.com


Impressum Herausgeberinnen/Redaktion:

Erscheinungsweise:

Franziska Eilmsteiner Isabella Kanka Melissa Leicht

1 Mal - im Rahmen des FUJ Layout und Grafik:

nachhaltig.in.wien@gmail.com

Franziska Eilmsteiner

Dieses Jugend-Umwelt-Projekt wird auf Initiative von Teilnehmer*innen des Freiwilligen Umweltjahres im Rahmen des FUJ-Lehrgangs durchgeführt. (www.fuj.at)

Vielen Dank für das Lesen unseres Magazins. Wir hoffen, es hat euch gefallen und ihr konntet einige Ideen und Inspirationen sammeln!



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