Page 1

Am 1. Februar 2014 ist es soweit: Der europaweit einheitliche Standard fĂźr Ăœberweisungen und Lastschriften wird verbindlich. Damit wird der Zahlungsverkehr in 33 Staaten einfacher und schneller. Vorbereiten sollten sich Firmen und Privatkunden schon jetzt.

Sonderbeilage der Mitteldeutschen Zeitung

RAM


2 WOCHENENDE, 14./15. SEPTEMBER 2013

MITTELDEUTSCHE ZEITUNG

Sepa:

Teilnehmende Länder:

A wie Aktie Sie ist als gedrucktes Wertpapier eine Urkunde, die ihrem Inhaber einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft und damit verbundene bestimmte Eigentumsrechte verbrieft. Aktionäre werden durch die Zahlung von Dividenden am Unternehmenserfolg beteiligt.

B wie Bruttoinlandsprodukt Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stellt die Gesamtsumme aller Güter und Dienstleistungen dar, die von einer Volkswirtschaft erbracht worden sind. Es dient in hohem Maße als Indikator zur Messung des erreichten Wohlstandes einer Volkswirtschaft und wird dabei - je nach Land quartalsweise, halbjährlich oder eventuell auch nur einmal im Jahr veröffentlicht. B wie Bulle und Bär Diese abstrakte Darstellung des Börsengeschäftes hat schon einen „fabelhaften“ Hintergrund. Als Bären werden diejenigen Börsianer bezeichnet, die eher eine pessimistische Einstellung haben. Sie rechnen ständig mit einem Rückgang (Baisse) der Kurse. Das Symbol des Bären ist daher passend, weil er mit der Pranke von oben nach unten schlägt und somit den Kursabfall darstellt. Der Bulle dagegen symbolisiert die ansteigenden Kurse (Hausse), weil er mit dem Kopf von unten nach oben stößt. Die bekannten Skulpturen mit dem Bullen und Bären sind vor der Frankfurter und der New Yorker Börse zu finden. Woher diese Symbolik tatsächlich stammt, ist aber nicht überliefert. B wie Bafin Das Ziel der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ist die Sicherung der Funktionsfähigkeit, Stabilität und Integrität des Finanzmarktes. Sie achtet darauf, dass sich sowohl Bankkunden und Versicherte als auch Anleger an die Gesetze halten.

Ziel:

Gilt für:

Grenzüberschreitende, bargeldlose Zahlungen, die genauso

Überweisungen

28 EU-Staaten + Island + Liechtenstein + Monaco + Norwegen + Schweiz

A wie Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat ist in einem Unternehmen, etwa einer Aktiengesellschaft oder GmbH, ein Kontrollorgan. Er überwacht den Vorstand oder die Geschäftsführung und übernimmt zusätzlich eine unterstützende und beratende Funktion. Zudem prüft er die Konzern- und Jahresabschlüsse. Aufsichtsräte verfügen meist über eine eigene Geschäftsordnung und verschiedene Ausschüsse, die mit Spezialthemen betraut sind. Meist besteht der Aufsichtsrat aus Vertretern der Anteilseigner und in vielen Unternehmen zusätzlich aus Vertretern der Arbeitnehmer. B wie Bundesbank Die Deutsche Bundesbank ist die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland und damit die „Bank der Banken“. Seit 1999 ist sie Teil des Eurosystems, in dem sie mit den anderen nationalen Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank für die gemeinsame Währung, den Euro, verantwortlich ist. Von Weisungen der Bundesregierung ist die Bundesbank mir ihrem Präsidenten Jens Weidmann (Foto) unabhängig. Oberstes Ziel ist es, die Stabilität des Preisniveaus zu sichern.

Der gemeinsame europäische Zahlungsverkehrsraum

Lastschriften

schnell (max. 3 Bankarbeitstage), einfach, sicher und kostengünstig

Kartenzahlungen

abgewickelt werden wie im Inland

Für eine Sepa*-fähige EuroÜberweisung werden benötigt:

IBAN (internationale Kontonummer) D E 0 1 1 2 3 4 5 6 7 8 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9

BIC (internationale Bankleitzahl 8 oder 11 Stellen)

Länderzeichen

Länderkennzeichen

Prüfziffer

Bankleitzahl mit 8 Stellen

Kontonummer mit 10 Stellen

Identifikationsmerkmal

Bankkürzel

A B C D D E F F Die eigene IBAN steht auf den Kontoauszügen der Hausbank, die IBAN und BIC des Begünstigten auf Rechnungen und Geschäftspapieren *Sepa = Single Euro Payments Area IBAN und BIC sind die beiden neuen Nummern, die künftig im europäischen Zahlungsverkehr benötigt werden. Die in Deutschland 22-stellige IBAN ist die neue internationale Kontonummer, die sich aus einem Länderzeichen, einer Prüfziffer, der Bankleitzahl und der Kontonummer zusammensetzt. Der BIC -Code hat die Funktion einer internationalen Bankleitzahl.

Der Zahlen-Bandwurm Die IBAN kombiniert Länderkennzeichen, Prüfziffer, Kontonummer und Bankleitzahl. Mit der VON KERSTIN METZE HALLE/MZ - Der Begriff Sepa geistert

zwar zunehmend durch die Medien, wird aber von vielen Menschen noch weit weggeschoben. Dabei geht Sepa jeden an, egal ob Verbraucher oder Unternehmer. Jeder, der Geldgeschäfte tätigt, muss über die neuen Regelungen zum europäischen Zahlungsverkehr Bescheid wissen. Spätestens zum 1. Februar 2014 wird es ernst. Dann werden die nationalen Überweisungs- und Lastschriftverfahren durch das neue, einheitliche, europäische Zahlverfahren ersetzt. Die MZ beantwortet die 25 wichtigsten Fragen:

1

Was verbirgt sich hinter der Abkürzung Sepa?

Die Abkürzung Sepa steht für „Single Euro Payments Area“. Gemeint ist der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum. Damit sollen Geldgeschäfte in Europa mit einheitlichen Produkten, vor allem Überweisungen und Lastschriften, abgewickelt werden: Inländische Zahlungen und grenzüberschreitende Zahlungen werden dann nach denselben „Spielregeln“ ausgeführt.

2

Warum wurde das neue Verfahren eingeführt? Was haben die Kunden davon? Mit Sepa sollen bargeldlose Zahlungen ins Ausland schneller, einfacher, sicherer und auch kostengünstiger erfolgen. Es wird keinen Unterschied mehr machen, ob ich Geld von Halle nach Berlin oder von Halle nach Paris überweise. Das Ferienhaus an der Ostsee kann also künftig genauso bezahlt werden wie das Hotel am spanischen Mittelmeer.

3

Wie viele Länder machen bei Sepa mit?

33 Staaten machen mit. Außer den 28 Staaten der Europäischen Union (EU) - einschließlich des Neumitglieds Kroatien - sind Island, Liechtenstein und Norwegen dabei, die ebenfalls zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gehören. Hinzu kommen noch die Schweiz und Monaco. Nicht dazu gehören beim Start im Februar 2014 Guernsey, Jersey, Isle of Man, die dänischen Färöer-Inseln und Grönland.

Die bekannten Kontonummern und Bankleitzahlen gibt es in dieser Form nicht mehr. Sie werden ersetzt durch die IBAN (International Bank Account Number) und den BIC (Bank Identifier Code).

6

Was steckt hinter dem Begriff IBAN?

Die IBAN ist eine international standardisierte Bankverbindung.

das Einprägen gar nicht so schwer: zweistelliger Ländercode plus zweistellige Prüfziffer plus achtstellige Bankleitzahl plus zehnstellige Kontonummer. Wirklich neu ist nur die Prüfziffer.

8

Und wozu dient dann noch der BIC?

Beim BIC handelt es sich um eine international gültige Bankleitzahl,

Vom Euro zu Sepa

sche Bank: DEUTDEDBLEG, für die Sparkasse Duisburg: DUISDE33.

10

Was müssen Verbraucher für Sepa tun?

Vor allem müssen sich Verbraucher nach der Umstellung an die IBAN gewöhnen. Bisherige Einzugsermächtigungen - beispielsweise für die monatliche Telefonrechnung - müssen aber nicht geändert werden. Auch Daueraufträge - etwa für die Miete - laufen automatisch weiter.

11

1992 Januar: Vertrag von Maastricht mit dem Kernstück Euro-Einführung

4

1999 Januar: Einführung Euro-Buchgeld

Wer hat die Umstellung auf Sepa festgelegt?

In der EU-Verordnung 260/2012 ist der 1. Februar 2014 als verbindlicher Auslauftermin für die nationalen Zahlverfahren für Überweisungen und Lastschriften in den Euroländern festgelegt worden. Ab diesem Zeitpunkt werden die nationalen Überweisungs- und Lastschriftverfahren durch das einheitliche Sepa-Zahlverfahren ersetzt. Zwei Übergangsbestimmungen erleichtern aber bis zum 1. Februar 2016 die Umstellung in Deutschland: Bis zu diesem Zeitpunkt dürfen Verbraucher weiter ihre bisherige Kontonummer und Bankleitzahl verwenden. Darüber hinaus darf im deutschen Einzelhandel weiter das Elektronische Lastschriftverfahren genutzt werden.

5

Was ist neu für den Verbraucher? Woran muss er sich gewöhnen?

2002 Januar: Einführung Euro-Bargeld Sommer: Start des Sepa-Projekts

2008 Januar: Start des SepaÜberweisungsverfahrens

Mit ihr lassen sich die Bank und das entsprechende Konto eindeutig bezeichnen und identifizieren. Die IBAN darf maximal 34 Stellen haben - in Deutschland hat jede IBAN 22 Stellen. Grundsätzlich muss die Kennung in 4er-Blöcken getrennt geschrieben werden und darf keine Sonderzeichen oder Kleinbuchstaben enthalten. Die IBAN beginnt immer mit dem Länderkennzeichen (DE für Deutschland) und der zweistelligen Prüfziffer für die IBAN. Die Prüfziffer wird nach einer Formel berechnet und bleibt für den Kunden immer gleich. Es folgen die acht Stellen lange Bankleitzahl und die zehnstellige Kontonummer, gegebenenfalls um vorangestellte Nullziffern ergänzt.

7

Eine solche BandwurmIBAN kann sich doch kein Mensch merken, oder? Wenn man das Prinzip der Nummernvergabe verstanden hat, ist

2012 März: EU-Verordnung zum verbindlichen Zeitplan

2014

2016

Februar: Ablösung der nationalen Zahlverfahren

Februar: Ende der Übergangsfristen

sie ersetzt die bisher gültigen nationalen Bankleitzahlen. Weil sie von der Swift (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) vergeben wird, trägt die Kombination oftmals auch die Bezeichnung Swift-Code. IBAN und BIC sind also die Daten, die künftig zur Identifizierung eines Kontos und der Euro-Überweisung benötigt werden.

9

Wie setzt sich der BIC zusammen?

Der BIC besteht aus acht oder elf Zeichen und ist wie folgt untergliedert: vierstelliger Bankcode, zweistelliger Ländercode, zweistellige Codierung des Ortes und am Schluss - optional - die dreistellige Kennzeichnung der Filiale. Durch diesen Code kann jedes Kreditinstitut weltweit einwandfrei identifiziert werden. Für die Saalesparkasse Halle beispielsweise lautet der BIC: NOLADE21HAL, für die Deut-

Kann ich Zahlungen auch in Währungen anderer Teilnehmerländer abwickeln? Nein. Sepa-Zahlungen können nur in Euro abgewickelt werden. Für Zahlungen in anderen europäischen Währungen, etwa Britische Pfund, können die Sepa-Verfahren nicht eingesetzt werden. In solchen Fällen bedarf es weiter besonderer Auslandsüberweisungen. Ferner gibt es andere Konditionen bei Entgelten oder Ausführungsfristen.

12

Was hat es mit den Mandaten auf sich, die im Zusammenhang mit Lastschriften neu sind? Wer eine Lastschrift ausführen lassen will, also von einem Kunden über dessen Bank Geld einziehen möchte, braucht dafür vom Kunden einen Auftrag. Was bisher als Einzugsermächtigung bekannt ist, heißt nun Sepa-Mandat. Zahlungsempfänger, wie der Stromanbieter, benötigen von ihren Kunden ein Sepa-Lastschriftmandat. Es könnte etwa so lauten: „Ich ermächtige die Firma x, Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die von Firma x auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen.“


WOCHENENDE, 14./15. SEPTEMBER 2013 3

MITTELDEUTSCHE ZEITUNG

Die Sepa-Staaten Island

MZ/Lorenzen

S Schweden Norwegen n Finnland

Euro-Staaten EU-Staaten EWR-Staaten• Weitere Sepa-Staaten

E Estland

Großbritannien

Dänemark Dänemar ark

Let ettland et Lettland

Niederlande

Irland

LLitauen itauen

Deutschland

Belgien Luxemburg

Tschechien Slowakei

Liechtenstein Liechtens ns nstein Frankreich Frankreich

Portugal al

Polen

Spanien

Ungarn n Rumänien Slow S Slowenien low wenie eniie ien en Kroatie Kroatien Kroati r atie at en

Monaco*

Bulgarien Bulga garien g ga

Italien

*kein offizieller Euro-Staat, Euro wird aber genutzt •Europäischer Wirtschaftsraum

Malta

Griechenland Zypern

Belgien g Bulgarien g Dänemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Griechenland Großbritannien Irland Island Italien Kroatien Lettland Liechtenstein Litauen Luxemburgg Malta Monaco* Niederlande Norwegen g Österreich Ö sterreich Polen Portugal g Rumänien Schweden Schweiz Slowakei Slowenien Spanien p Tschechien Ungarn g Zypern yp

C wie Compliance Compliance - zu Deutsch Regelbefolgung - meint, dass Mitarbeiter von Wertpapierhandelsunternehmen und solche, die über Insiderinformationen verfügen, bestimmten Verhaltensregeln und Gesetzen unterliegen. Dabei werden wichtige Richtlinien zur Vermeidung von Insiderhandel, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie zur Vermeidung von Marktmanipulation, Korruption und Wahrung des Datenschutzes festgelegt. D wie Dispokredit Der Dispokredit erlaubt die Überziehung vom privaten Girokonto bis zum vereinbarten Kreditlimit. Das Kreditlimit wird von der Bank festgelegt und richtet sich nach dem Einkommen des Kontoinhabers, welches jeden Monat auf das Konto eingeht. Banken räumen Privatpersonen meist das Zwei- bis Dreifache des monatlichen Einkommens als Dispolimit ein.

17 Euro-Staaten 28 EU-Staaten 31 EWR-Staaten• 33 Sepa-Staaten

Zur Gruppe der 33 Sepa-Staaten gehören die 28 Länder der Europäischen Union (EU). Hinzu kommen mit Island, Norwegen und Liechtenstein noch drei weitere Länder des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sowie die Schweiz und Monaco. 17 der 33 Sepa-Staaten gehören der Eurozone an. Monaco zählt nicht zur Eurozone, ist aber ein sogenannter assoziierter Euro-Nutzer.

für alle bekannten EC-Karte kann aber weiter im Supermarkt bezahlt werden. 13

Müssen Verbraucher allen Unternehmen und Behörden, denen bereits früher eine Einzugsermächtigung erteilt worden ist, neue Lastschriftmandate ausstellen? Nein, für bereits bestehende Lastschrifteinzüge aufgrund einer schriftlichen Einzugsermächtigung müssen keine neuen SepaLastschriftmandate erteilt werden. Die Einzugsermächtigungen bleiben gültig. Dies ist aufgrund der im Juli 2012 erfolgten Anpassung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Kreditinstitute in Deutschland möglich. Bei neuen Aufträgen ist hingegen ein Lastschriftenmandat erforderlich.

14

Gibt es bei den Mandaten Ausnahmen?

gen ohne Angaben von Gründen zurückbuchen zu lassen. Bei unberechtigten Abbuchungen bleibt eine Rückerstattung über 13 Monate möglich.

17

Stimmt es, dass es bei größeren Beträgen Besonderheiten gibt? Ja, es gibt Meldepflichten bei grenzüberschreitenden Lastschriften: Bei Beträgen von mehr als 12 500 Euro in das oder aus dem Ausland besteht eine Meldepflicht an die Deutsche Bundesbank.

15

19

16

Können Buchungen rückgängig gemacht werden?

Ja. In allen Ländern, die bei Sepa mitmachen, haben Verbraucher einheitlich acht Wochen nach Abbuchung die Möglichkeit, Zahlun-

formulars beträgt die Ausführungsfrist maximal zwei Bankarbeitstage.

23

22

Online-Banking 21 Beim wird von Februar an auch nur noch mit IBAN und BIC gearbeitet. Ändert sich sonst etwas?

Unternehmen müssen ihre Buchungssoftware für Sepa umstellen und die Bankverbindungen ihrer Kunden für Lastschriften mit IBAN und BIC erfassen. Ähnlich gilt das für Vereine. Zudem müssen sie

Damit ist der Zahlungsempfänger, also etwa eine Firma oder ein Verein, nach der Umstellung europaweit identifizierbar. Ein Einzahler kann also genau erkennen, an wen er Geld einzahlt oder überweist. Damit soll die Sicherheit im Zahlungsverkehr erhöht werden. Die Gläubiger-ID wird bei jedem Lastschriftmandat angehängt. Viele Betriebe haben es bisher aber versäumt, eine solche Nummer bei der Bundesbank zu beantragen.

Welche Konsequenzen hat die Sepa-Umstellung für Unternehmen und Vereine?

Gibt es Änderungen beim elektronischen Lastschriftverkehr, zum Beispiel beim Bezahlen an der Kasse im Supermarkt?

Ja. Eine Besonderheit stellen Einzugsermächtigungen dar, die nicht in Schriftform vorliegen - zum Beispiel telefonisch oder per Internet erteilte Einzugsermächtigungen. Sie sind grundsätzlich nicht automatisch sepafähig, müssen also mit einem Mandat neu erteilt werden.

Ein Sepa-Lastschriftmandat kann entweder für eine einmalige oder für regelmäßige Zahlungen erteilt werden. Sofern das Mandat nicht für eine einmalige Zahlung erteilt wurde, gilt es unbefristet bis zum Widerruf durch den Zahlungspflichtigen.

Gibt es auf den Überweisungsformularen die Spalte „Verwendungszweck“ noch? Ja. Neu ist aber, dass Angaben dort nur noch 140 Zeichen haben dürfen. Bislang waren 378 Zeichen bei Überweisungen innerhalb Deutschlands möglich.

18

Im Handel wird es weiter elektronische Lastschriften geben. Bei denen erteilt der Kunde mit einer ECKarte an der Kasse per Unterschrift dem Händler eine Einzugsermächtigung. Der Händler holt sich das Geld dann später vom Konto. Da dieses Verfahren sich in Deutschland bewährt hat, bleibt es bis zum 1. Februar 2016 bestehen.

Wie lange gilt das SepaLastschriftmandat?

20

24

Wie setzt sich die Gläubiger-ID zusammen?

Die Gläubiger-ID hat europaweit maximal 35 Stellen und setzt sich zusammen aus einem zweistelligem Ländercode, etwa „DE“ für Deutschland, aus einer zweistelligen Prüfziffer, einem dreistelligen Creditor Business Code, der vom Kunden selbst definiert werden kann, und aus einem nationalen Identifikationsmerkmal mit bis zu 28 Stellen. Die Gläubiger-ID hat in Deutschland 18 Stellen und der Creditor Business Code wird zunächst von der Deutschen Bundesbank mit „ZZZ“ vorbelegt. Anschließend kann der Zahlungsempfänger den Code neu definieren.

Was muss bei Überweisungen alles beachtet werden? Im Inland sind Überweisungen ab Februar 2016 nur noch mit IBAN möglich. Bei grenzüberschreitenden Sepa-Überweisungen fällt dann die internationale Bankleitzahl BIC weg. Bis 2016 helfen die Geldinstitute ihren Kunden noch, sie bieten die sogenannte „Konvertierungslösung“ an. Das bedeutet: Privatkunden können weiter bis 2016 die deutsche Kontonummer und Bankleitzahl für die Beauftragung von Zahlungen angeben, die Banken wandeln diese dann in IBAN und BIC um.

Was hat es mit der SepaGläubiger-Identifikation auf sich?

25 Auch Online-Banking läuft künftig mit IBAN und BIC.

Bei beleglosen Überweisungen, also beispielsweise beim Online-Banking, gilt die Vorgabe in der Europäischen Union und im Europäischen Wirtschaftsraum, dass der Zahlungsempfänger das Geld bereits einen Bankarbeitstag nach der Überweisung zur Verfügung haben muss. Im Falle eines bei der Bank eingereichten Überweisungs-

Was ändert sich, wenn ich Rechnungen bezahle?

FOTO: DPA

sich bei der Deutschen Bundesbank eine Gläubiger-Identifikation (Gläubiger-ID) besorgen, mit der sie identifiziert werden können. Für Unternehmen und Vereine ist der Sepa-Standard ab Februar verpflichtend: Für neue Einzugsermächtigungen müssen sie sich dann auch neue Sepa-Mandate ausstellen lassen.

Bei der Bezahlung von Rechnungen per Überweisung dürfen, anders als im Zahlungsverkehr zwischen Privatleuten, ab dem 1. Februar 2014 nur noch die Kontoinformationen aus Sepa verwendet werden. Die Daten, also IBAN und BIC, müssen vom Rechnungssteller, etwa einem Handwerker, kommen. Der muss die Sepa-Angaben auf der Rechnung vermerken.

D wie Dollar Dollar ist der Name verschiedener Währungen. In Staaten, in denen der Dollar keine offizielle Währung ist, wird damit der USDollar bezeichnet, der Weltleitwährung ist. Das Wort hat seinen Ursprung im deutschen Begriff „Taler“. Die Bezeichnungen „Dolaro“ oder „Dolares“ wurden zum ersten Mal unter Kaiser Karl V. in Spanien erwähnt und diente damals der Unterscheidung der sich im Umlauf befindlichen verschlechterten acht Reales-Geldstücke gegenüber den vollwertigen Silberstücken. Die ersten offiziellen „Dolaros“ ließ erst König Phillip II. von Spanien ab 1575 prägen. D wie DAX Der Deutsche Aktienindex wird von der Deutschen Börse AG ermittelt und monatlich in einer Rangliste veröffentlicht. Er umfasst die 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands. Damit repräsentiert er rund 75 Prozent des gesamten Grundkapitals inländischer börsennotierter Aktiengesellschaften sowie etwa 85 Prozent aller deutschen Börsenumsätze. E wie Euro Der Euro wurde am 1.1.1999 als gemeinsame gesetzliche Währung in der EU eingeführt. Seit 1.1.2001 werden in den Ländern, die an der Währungsunion teilnehmen (Euro-Zone), die bis dahin noch im Umlauf befindlichen nationalen Banknoten durch Euro-Noten ersetzt. F wie Freistellungsauftrag Sparer können so in einem gesetzlich geregelten Umfang von der direkten Abführung der Kapitalertragssteuer befreit werden. Wird der Auftrag nicht erteilt oder der Betrag überschritten, kann der Empfänger von Zinszahlungen erst später im Rahmen seiner Einkommenssteuererklärung die vorab gezahlten Steuern geltend machen. G wie Girokonto Das Girokonto ist ein klassisches Bankkonto, das dem Kunden die Möglichkeit des bargeldlosen Zahlungsverkehrs einräumt. Der Begriff stammt aus dem Italienischen (Giro: der Kreis) und meint die Möglichkeit, mittels eines Girokontos Geld kreisen zu lassen. Die Bank berechnet in der Regel für die Führung eines Girokontos Gebühren. Guthaben werden nicht oder nur gering verzinst


4 WOCHENENDE, 14./15. SEPTEMBER 2013

G wie Gold Gold erfreut sich schon seit langer Zeit sowohl als Schmuck als auch als Kapitalanlage wachsender Beliebtheit und wird besonders in unsicheren Zeiten geschätzt. Besonders interessant ist dabei seine langfristige Werterhaltung, obwohl auch der Goldmarkt Schwankungen unterliegt. Gold spielt im internationalen Zahlungsverkehr, etwa zum Ausgleich von Zahlungssalden zwischen verschiedenen Staaten, eine wichtige Rolle. Seit 1976 hat das Gold allerdings etwas von seiner währungspolitischen Bedeutung verloren, ist aber trotzdem noch eine solide Kapitalanlage. H wie Hedgefonds Dieser Sammelbegriff steht für Investmentfonds mit verschiedenen Anlagestilen, die keinerlei Beschränkung unterliegen. Hierbei kaufen Profis alles, was Profit verspricht: Fonds, Aktien, Rohstoffe, Währungen oder Agrarprodukte. Diese Anlagepolitik ist hochspekulativ und bietet damit die Chance auf eine hohe Rendite. Hedgefonds agieren jedoch alles andere als abgesichert und nehmen bewusst Risiken in Kauf. Das Ziel dabei ist es, unabhängig von der Börsenentwicklung absolute Erträge zu erzielen. Hedgefonds sind seit Inkrafttreten des Investmentmodernisierungsgesetzes am 1. Januar 2004 auch in Deutschland zugelassen. H wie Hypothek Der Ausdruck bezeichnet eine Darlehensschuld gegenüber einem Kreditinstitut, die mit einem Grundstück gesichert ist. Sie wird in das beim Amtsgericht geführte Grundbuch eingetragen und dient damit der Absicherung langfristiger Kredite, hauptsächlich in der Baufinanzierung. Bei nicht fristgerechter Rückzahlung oder Konkurs hat der Kreditgeber das Recht, das Grundstück versteigern zu lassen. I wie Insolvenz Ein Unternehmen ist insolvent, wenn es seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Die Insolvenz ist gekennzeichnet durch eine akute oder drohende Zahlungsunfähigkeit und/oder Überschuldung. Das grundsätzliche Ziel des gerichtlichen Insolvenzverfahrens ist es, alle Gläubiger gemeinsam zu befriedigen. I wie Inflation Der Begriff bezeichnet den Kaufkraftschwund des Geldes durch eine anhaltende Preissteigerung. Sie entsteht, wenn das Güter- oder Warenangebot unter der Nachfrage liegt. Dadurch kommt es zur Preissteigerung - und somit zum Wertverfall des Geldes. Es wird zwischen schleichender, moderater und galoppierender Inflation unterschieden. Liegt die Inflation unter zwei Prozent, wird von Preisstabilität gesprochen. J wie Joint Venture Joint Venture, zu Deutsch Arbeitsgemeinschaft oder Gemeinschaftsunternehmen, bezeichnet das gemeinsame Vorgehen einer Personengruppe zur Erreichung bestimmter Ziele. Dazu können der Bau einer Fabrik oder eines Kraftwerkes gehören oder die Durchführung gemeinsamer Forschungsarbeiten. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, gemeinsame Tochter- oder Beteiligungsgesellschaften zum Zweck der Zusammenarbeit zu gründen.

MITTELDEUTSCHE ZEITUNG

„Um Sepa kommt keiner herum“ Präsident Michael Ermrich sieht zwar noch einige Akzeptanzprobleme, rät aber jedem, sich mit dem Thema zu beschäftigen. OSTDEUTSCHE SPARKASSEN

Michael Ermrich steht seit diesem Jahr an der Spitze des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Zuvor war er Landrat im Harz. FOTO: STEDTLER

V

iereinhalb Monate bleiben noch. Dann wird umgestellt. Doch schaffen alle Unternehmen und Vereine Sepa pünktlich umzusetzen? Und was passiert, wenn nicht? Steffen Höhne sprach mit dem Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Michael Ermrich, über den Stand der Umstellung in Deutschland und Europa, den Aufwand für die Wirtschaft und nötige Hilfen aus der Politik.

wirklich einen nennenswerten Nutzen? Ermrich: Davon bin ich überzeugt. Es dient der Vereinheitlichung des europäischen Zahlungsverkehrs. Gerade für Unternehmen, die in anderen europäischen Ländern Geschäfte machen, gibt es größere Vorteile. Künftig können Bankgeschäfte wie Überweisungen viel schneller abgewickelt werden. Dies ist etwa für die zügige Begleichung von Rechnungen, beispielsweise für ein Hotel im Ausland, sehr wichtig. Ich weiß aber, dass dies Vorsitzenden von Sportvereinen etwas schwierig zu vermitteln ist.

Die Sparkassen und andere Banken warnen, dass die Sepa-Umstellung nur schleppend erfolgt. Welche Belege gibt es dafür? Ermrich: Als Sparkässler haben Sollte die Politik mehr auf das Thewir natürlich Zahma aufmerksam len für Sie: Bis Mitmachen? Bei der „Wegen Sepa te August wurden Umstellung der Postwird niemand insgesamt erst leitzahlen 1993 gab 713 000 sogenannes große Werbekampleite gehen.“ te Gläubiger-Identipagnen. fikationsnummern (ID) in Deutsch- Ermrich: Das lässt sich nicht so land beantragt. Jedes Unterneh- einfach vergleichen. Die neuen men und jeder Verein benötigt aber Postleitzahlen waren noch recht eine solche Nummer, um künftig einfach zu vermitteln. Sepa ist Überweisungen oder Lastschriften komplexer. Ich gehe davon aus, vornehmen zu können. Man dass das Thema nach der Bundesschätzt, dass es etwa 3,6 Millionen tagswahl stärker in den Fokus rüUnternehmen und 600 000 Ver- cken wird. Europäische Zentraleine gibt, die potenziell Lastschrift- bank und Politik sind hier sicher nutzer sind. Daran sieht man gefragt. Die Sparkassen und die angut, dass viele Betriebe die Umstel- deren Kreditinstitute werden dies lung noch nicht auf dem Schirm aus meiner Sicht nicht alleine haben. schaffen. Woran liegt’s? Ermrich: Es ist etwas Neues. Viele haben ihre Kontonummern und Bankleitzahlen im Kopf. Nun bekommen wir durch Europa dieses einheitliche Nummernsystem. Das führt offenbar zunächst zu Akzeptanzproblemen. Bringt Sepa den deutschen Bürgern, Unternehmen und Vereinen denn

Ist Deutschland bei der Umstellung in Europa Schlusslicht? Ermrich: Wir liegen zumindest im hinteren Drittel. In vielen Ländern wie Belgien, Frankreich oder den neuen EU-Staaten wie Slowenien ist die Umstellung schon bedeutend weiter. Nach Angaben der Europäischen Notenbank werden in der EU derzeit mehr als 40 Prozent aller Überweisungen über Sepa ab-

gewickelt. In Deutschland sind es noch unter zehn Prozent.

wird niemand pleite gehen, selbst wenn es Anlaufprobleme gibt. Wer sich einigermaßen mit dem Thema beschäftigt, wird Sepa auch einführen können.

Wie hoch ist der finanzielle Aufwand für die Wirtschaft, um die Umstellung zu bewältigen? Ermrich: Wir selbst haben keine Doch wenn eine Firma nun nicht Zahlen vorliegen. Die Europäische rechtzeitig umstellt, was passiert Zentralbank schätzt, dass die Um- dann? Laufen die alten Systeme zur stellung allein die Kreditwirtschaft Sicherheit weiter? in Europa rund zehn Milliarden Eu- Ermrich: Die bisherigen Systeme ro kosten wird. Daran sieht man, müssen weiter betrieben werden. dass es um gewaltige Summen Das elektronische Bezahlverfahren geht. Dennoch rechnen Fachleute per Karte bei Händlern muss erst damit, dass die Kosten durch die 2016 umgestellt sein. Auch Privatvereinfachten Systeme über die personen können noch bis 2016 ihJahre wieder eingespielt werden. re Überweisungen mit der vertrauIch kenne aber keine Schätzungen ten Kontonummer und der Bankder Kosten für die Unternehmen. leitzahl vornehmen. Wenn es ProbDie Softwareleme nach dem Umstellung ist 1. Februar „Viele Betriebe haben mitunter auf2014 noch gibt, die Umstellung noch wendig, gerawerden wir de auch für diese lösen. nicht auf dem Schirm.“ kleine Vereine. ... aber warum wird dann jetzt so ein Wie ausgereift ist die Software? Druck gemacht? Lässt sich Sepa in die Buchungs- Ermrich: Was heißt Druck, Sepa programme der Unternehmen pro- war seit langem angekündigt. Fest blemlos integrieren? steht, kein Unternehmen kommt Ermrich: Mir ist nicht bekannt, um Sepa herum. Firmen und Vereidass es bei den Computer-Pro- ne gehen Risiken ein, wenn sie grammen größere Hürden gibt. Die nicht rechtzeitig umstellen. Aber, Technik ist ausgereift. Dies um Insolvenzen zu vermeiden, schließt nicht aus, dass die eine muss es eine gewisse Flexibilität oder andere Firma Probleme hat, geben. Was wir aber bei allen erreietwa weil es die Firma nicht mehr chen müssen, ist, dass es ein Begibt, die die bisherige Software wusstsein für das neue System programmiert und betreut hat. gibt. Bisher hat fast niemand seine IBAN-Nummer, die neue KontoEinige Experten befürchten, dass nummer, im Kopf. Dabei steht sie Unternehmen in die Insolvenz gehen bereits auf jedem Kontoauszug und könnten, weil sie die Umstellung auf vielen EC-Karten. nicht pünktlich schaffen. Es kommt kein Geld mehr auf die Konten, die Die Bürger können doch ganz entLiquidität fehlt. Teilen Sie diese spannt dem neuen System entgegenEinschätzung oder wird dramati- blicken, für sie gilt eine Übergangssiert? frist bis 2016. Ermrich: Ich glaube nicht, dass es Ermrich: Stimmt, einen Teil der so weit kommen wird. Wegen Sepa Umstellung werden die Bürger

Bargeld verliert die Vormacht - Bezahlen mit dem Handy an der Supermarkt-Kasse? In vielen Märkten von Netto und Edeka ist dies bereits möglich. Im Frühjahr 2013 starteten die Handelsketten das neue Bezahlsystem, das Bargeld ersetzt. Der Kunde kann sich ein spezielles Programm (App) auf sein Smartphone laden. An der Kasse muss dann nur noch das Handy an den Scanner gehalten werden. So soll der Einkauf erleichtert werden. Netto und Edeka sind Vorreiter beim Bezahlen mit dem Smartphone. Sie folgen damit aber auch nur einem großen Trend: bargeldloser Zahlungsverkehr. HALLE/MZ

Nach einer Untersuchung der Beratungsfirma A.T. Kearnrey wird sich die Zahl elektronischer Zahlungsvorgänge in den 27 Staaten der Europäischen Union von derzeit jährlich 90 Milliarden bis zum Jahr 2020 auf mehr als 175 Milliarden steigen. „Der Haupttreiber des Wachstums kommt dabei aus dem sogenannten E-Commerce: Immer mehr Menschen kaufen im Internet ein, und das geht natürlich nicht mit Bargeld“, sagt Andreas Pratz, Partner bei A.T. Kearney. 15,2 Milliarden Scheine

Bislang wird die Mehrzahl der Zahlungen aber noch in Bargeld getätigt. Nach Angaben der Europäi-

schen Zentralbank sind aktuell 15,2 Milliarden Euro-Scheine im Wert von insgesamt 883 Milliarden Euro im Umlauf. Von den im Durchschnitt jährlich etwa 800 Bezahlvorgängen pro Kopf werden rund 600 bar bezahlt - also 75 Prozent. Der Anteil von Barzahlungen wird nach Einschätzung von Pratz bis 2020 auf 60 Prozent sinken, elektronische Bezahlsysteme nehmen parallel zu. Dabei konkurrieren verschiedene elektronische Zahlungssysteme miteinander. Neben der klassischen Überweisung sind dies ECKarte, Kreditkarte, Zahlen per Handy, aber auch alternative Bezahlmethoden wie etwa PayPal.

Von wem erhalten Unternehmen und Vereine bei den Sparkassen Unterstützung bei der Sepa-Umstellung? Und kostet die gewährte Hilfe auch etwas? Ermrich: Die Unterstützung für die Kunden bei ihrer Sparkasse egal ob Privatperson oder Unternehmer - gehört zu unserem Service und kostet nichts extra. Die Sparkassen haben Kundenberater und Spezialisten, die zu den Vereinen und in die Unternehmen gehen. Dazu bieten wir zusätzlich umfangreiches Info-Material für die verschiedenen Zielgruppen. Bei der Umstellung ihrer Computer-Programme müssen sich die Unternehmen natürlich an die Software-Unternehmen wenden, von denen sie die Programme gekauft haben. Bisher wickeln viele Unternehmen und Vereine ihre Überweisungen noch nach dem alten System ab. Sind Sie optimistisch, dass der Termin Februar 2014 gehalten werden kann? Ermrich: Da es am 1. Februar eingeführt wird, darf uns den Optimismus keiner nehmen (lacht). Im Ernst: Wir müssen dafür arbeiten, dass der Prozentsatz sehr hoch ist. Was mit dem kleinen Rest passiert, der es nicht schafft, werden wir dann sehen.

Zahlungsverkehr Bargeldanteil im täglichen Gebrauch

Elektronische Bezahlsysteme boomen durch den Einkauf im Internet. VON STEFFEN HÖHNE

auch nicht mitbekommen, weil die Kreditinstitute dies im Hintergrund erledigen. Das heißt aber nicht, dass sie sich nicht mit dem Thema beschäftigen müssen. Privatpersonen werden zunehmend Post von Unternehmen bekommen, die etwa bei Lastschriftverfahren und Überweisungen die IBAN haben wollen. Ich wurde beispielsweise zuletzt wegen meiner Rundfunkgebühren angeschrieben.

Kreditinstitute, Kreditgarten-Konzerne, Mobilfunkbetreiber und Technologie-Unternehmen liefern sich ein Wettrennen mit ihren Systemen um die Gunst der Kunden. Die Banken mit ihren direkten Finanzbeziehungen zu den Kunden nehmen hier die stärkste Rolle ein.

in Prozent

78 %

60 % 177

GIBTESNICHT-BANK

87

Mrd.

KARSTEN KUNDE 0815471100

12345600011

0815/4711 11/22

Mrd.

elektronische Zahlungen in Europa

in Milliarden Euro 2010

2015

2020

Quelle: A. T. Kearney

Deutschen zahlen per Rechnung

Nach wie vor gibt es in Europa allerdings große Unterschiede, wie die einzelnen Bezahl-Systeme angenommen werden. Während hierzulande laut A.T. Kearney gerade einmal neun Prozent aller Internetkäufer die Kreditkarte bevorzugen, sind es in England oder Italien mehr als zwei Drittel. In Deutsch-

land wird vor allem per Rechnung gezahlt. Die Skepsis gegenüber Kreditkarten ist nicht unbegründet, immer wieder werden Betrugsfälle aufgedeckt. 2009 wurden in Deutschland hunderttausende Kreditkarten ausgetauscht, weil es offenbar in Spanien ein großes Datenleck gab.


WOCHENENDE, 14./15. SEPTEMBER 2013 5

MITTELDEUTSCHE ZEITUNG

F

ür uns ist es selbstverständlich, den Wert von Dingen in Geld auszudrücken. Tagtäglich fliegen uns die Milliarden von Euro aus dem politischem Raum nur so um die Ohren. Was kostet die Urlaubsreise? Ist der Flug nicht billiger zu haben? Und viele, sehr viele Dinge, die wir täglich brauchen, können ganz schön ins Geld gehen. Da ist es gut, wenn man es hat. Gemessen an der Menschheitsgeschichte ist Geld in unserem Verständnis eine junge Erfindung. Etwa 700 Jahre vor Christus prägten die Lydier, ein aufstrebendes Volk auf dem heutigen Staatsgebiet der Türkei, die ersten Münzen. Die lydischen Stater (Foto) waren unregelmäßig geformt, trugen aber klare Reliefs und besaßen vor allem eines, einen festgelegten Wert. Mit den Lydiern verbindet sich auch ein zweiter Meilenstein der Geldgeschichte. Deren letzter König Krö-

sus, um dessen Reichtum sich später viele Legenden rankten, ließ die ersten Goldmünzen fertigen. Und er hatte eine weitere Geldmaschine: Statt wie seine Vorgänger mit Raubzügen und Plünderungen seinen Reichtum zu mehren, erhob er von den unterworfenen griechischen Städten regelmäßige Steuern. Doch schon lange vor den Lydiern hatten Menschen das Bedürfnis, den Tauschhandel von Waren zu erleichtern. Vielleicht war die begehrte Ware nur ein halbes Schaf wert. Doch wie sollte die andere Hälfte nützlich weiterleben? Also verfielen die Händler auf Zwischentauschmittel. So wurde etwa ab dem 6. Jahrtausend vor Christus Naturalgeld genutzt. Dafür eignete sich alles, was einen allgemeingültigen Wert besaß und haltbar war: Felle, Werkzeuge, Waffen, Salz, Metalle, Perlen, Muscheln - je nachdem, was in der jeweiligen Region für die

Menschen einen Wert besaß. Wo Werte sind, ist kriminelle Energie nicht weit. Im pazifischen Raum etwa galten Kaurimuscheln (Foto) als Zahlungsmittel - teilweise bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts. In China kam das Muschelgeld etwa 2 000 vor unserer Zeitrechnung auf, und die ersten Fälscher ahmten die Muscheln aus Knochen, Stein oder Jade nach. Von Lydien ausgehend verbreitete sich der Münzgebrauch über die Griechen. In allen wichtigen Handelsstädten entstanden Münzzentren. Bald wurden Münzen auch als Mittel der Macht erkannt. So war es im kaiserlichen Rom im ersten Jahrhundert unserer Zeit dem Kaiser vorbehalten, Münzen aus Gold oder Silber prägen zu lassen. Und

Geldsegen Die „Erfindung“ des Geldes erleichterte den Handel. Dem Naturgeld folgten die ersten Münzen. Bis zu Banknoten war es ein langer Weg. GESCHICHTE

VON ECKHARD JÄCKEL

L wie Liquidität Darunter versteht man die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen zu können. Sie ist von großer Bedeutung für den Bestand einer Firma, denn die Zahlungsunfähigkeit führt unweigerlich zur Insolvenz. Andererseits bezeichnet die Liquidität auch die Eigenschaft eines Zahlungsmittels, in Bargeld umgewandelt werden zu können und damit auch die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten.

diese trugen selbstverständlich des Herrschers Konterfei. Das Prägerecht für die weniger wertvollen Kupfer- und Messingmünzen lag hingegen beim Senat. Die Römer prägten ihre Münzen übrigens im Tempel der Göttin Juno, die den Beinamen Moneta trug, woraus sich der umgangssprachliche Begriff Moneten ableitet. Mit dem Beginn des Untergangs des Römischen Reiches im fünften Jahrhundert kam es gewissermaßen auch zur ersten Währungskrise. Die Einkünfte aus den zuvor besetzten Gebieten blieben aus. Das Geld der Römer verlor an Wert, was den Handel bremste. Man kehrte zurück zu Naturalgeld. Dennoch war der Siegeszug der Münzen nicht aufzuhalten. Karl dem Großen (747/48 bis 814) ist die erste westeuropäische Gemeinschaftswährung zu verdanken. Der Herrscher über das Frankenreich und spätere Römische Kaiser trieb die von seinem Vater begonnene Münzreform - statt privater Münzrechte gab es nur noch Prägungen unter staatlicher Aufsicht - weiter: Um die Jahre 793/794 führte Karl den Denar als Währung ein deutsch hieß diese Münze Pfennig. Der Denar war ein universelles Zahlungsmittel, weil Gewicht, Größe und Silbergehalt genau definiert waren. Doch schon bald nach Karls Tod war es mit der schönen Einheitlichkeit vorbei: Herzöge, Grafen und Städte gaben eigene Münzen mit unterschiedlichem Wert heraus. Der Name Pfennig aber hat sich gehalten - bis zur europäischen Währungsunion. Eine Besonderheit der Geldge-

Magnetisch E

uro-Münzen wie auch die dazugehörigen Banknoten gibt es seit dem 1. Januar 2002. Mittlerweile 17 Staaten gehören zur EuroZone. Auch die Nicht-EU-Staaten Monaco, San Marino sowie Vatikanstadt geben eigene Euro-Münzen heraus. Die Geldstücke haben eine gemeinsame, einheitliche Vorderseite. Die Rückseite gestaltet jedes Land nach seinen Wünschen. Während die Kleinmünzen 1, 2 und 5 Cent magnetisch sind, weil sie zu fast 95 Prozent aus Stahl bestehen, der mit Kupfer ummantelt ist, lassen sich die nächst größeren nicht mit einem Magneten „aus der

K wie Kreditanstalt für Wiederaufbau Die KfW Bank ist eine Spezialbank. Sie wurde 1948 als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet. Die Hauptschwerpunkte liegen in der speziellen Förderung des Mittelstandes und der Hilfe und Unterstützung bei Existenzgründungen. Auch die Finanzierung der Kommunalen Infrastruktur sowie die Exportfinanzierung, hauptsächlich für Investitionsgüter-Ausfuhren in Entwicklungsländern, fallen in den Aufgabenbereich der Bank.

Tasche ziehen“. Die 10-, 20- und 50Cent-Stücke bestehen aus nordischem Gold, einer Legierung aus Kupfer, Aluminium, Zink und Zinn. Die 1- und 2-Euro-Münzen bleiben hingegen wieder am Magneten „kleben“. Sie sind aus Ring und Kern aufgebaut. Beim 1-Euro-Stück besteht der Ring aus Messing und der Kern aus Kupfernickel, beim 2Euro-Stück ist es umgekehrt. Neben diesen in allen Euro-Staaten als Zahlungsmittel anerkannten Münzen gibt eine Reihe von Ländern Sonderprägungen heraus, die nur im jeweiligen Land auch Zahlungsmittel sein können. EJA

schichte ist im deutschen Mittelalter angesiedelt: die Brakteaten (Foto), die dünnsten bekannten Münzen. Im 12. und 13. Jahrhundert waren diese Pfennige lokale Zahlungsmittel. Während herkömmliche Pfennige auf beiden Seiten geprägt wurden, trugen Brakteaten nur auf einer Seite ein Bild. Auf der Vorderseite erschien es als erhabenes Relief, auf der Rückseite als Vertiefung. Meist waren die Münzbilder streng symmetrisch gehalten. Das erleichterte die Gewinnung von Halbwerten, denn um Wechselgeld zu erhalten, wurden Brakteaten einfach zerbrochen. Bis zum ersten Papiergeld vergingen in Europa noch Jahrhunderte, während dessen Geburtsstunde in China bereits im 10. Jahrhundert geschlagen hatte. Dort war es den Leuten lästig geworden, die schwe-

ren Säcke mit Münzen aus Eisen zu transportieren. Deshalb deponierten sie das Geld in Geschäften und erhielten dafür Depotscheine. Bereits ein Jahrhundert später entwickelten Kaufleute daraus das erste

gemeinsame Papiergeld - mit zweifarbigen Bildern und mit Geheimzeichen gegen Fälschungen versehen. Im Spanien des Jahres 1483 gab es eine Münzknappheit. Um der zu begegnen, wurden Zettel mit Wertangabe und Siegel ausgegeben. Eine Annahmepflicht schrieb vor, dass jeder diese Quittungen als Zahlungsmittel akzeptieren muss-

te. 1609 gab auch die Bank von Amsterdam Papiergeld aus, 1661 folgt ein privates Geldhaus in Stockholm. Letzteres brachte aber zu viele Scheine unters Volk. Der Wert war nicht gedeckt, die Bank geriet in Schieflage. Erst im 19. Jahrhundert wurden Banknoten in Deutschland anerkanntes Zahlungsmittel. Wie schnell der Wert des Geldes schwinden kann, erfuhren die Deutschen in der Hyperinflation nach dem Ersten Weltkrieg - das ausgegebene Papiergeld war nicht mehr durch Gold gedeckt. Der Krieg hatte Unsummen verschlungen, hohe Reparationszahlungen waren zu leisten. 1923, auf dem Höhepunkt der Krise, war eine Reichsmark nur noch ein Billionstel US-Dollar wert. Die Billion ist eine Zahl mit zwölf Nullen. Erst eine Währungsreform mit Einführung der Rentenmark brachte Ruhe. FOTOS: EINZELEXPONATE MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON SUNFLOWER FOUNDATION/DPA

M USE E N

Eine Reise wert oder bequem von zu Hause Nahezu jedes Heimatmuseum wartet mit Münzen und Banknoten unterschiedlicher Epochen auf, weil diese immer auch ein Stück lokaler und regionaler Geschichte erzählen. Es gibt aber auch eine Reihe exzellenter Spezialschauen. Einige davon sind ganz in der Nähe zu sehen: Das Landesmünzkabinett in der Moritzburg in Halle verfügt über eine Universalsammlung von 35 000 Münzen und Medaillen. Schwerpunkte sind die mittelalterlichen und die neuzeitlichen Prägungen der mitteldeutschen Länder, insbesondere Anhalt, Mansfeld, Stolberg und BrandenburgPreußen sowie die Sammlung moderner deutscher Kunstmedaillen. Hinzu kommt eine über 50 000 Geldscheine umfassende Sammlung mit dem Schwerpunkt deutsche Inflation. In der Harzstadt Stolberg lädt die Alte Münze zum Besuch ein. Das denkmalge-

schützte Fachwerkhaus beherbergt im Erdgeschoss eine historische Münzwerkstatt. Hier wird die Münzherstellung mit funktionsfähigen Gerätschaften (Foto) in allen Schritten vom Edelmetallbarren bis zur fertigen Münze gezeigt. Das Münzkabinett im Dresdner Residenzschloss ist eine Sammlung historischer Münzen, Banknoten, Medaillen, Wertpapiere, Orden und Ehrenzeichen, Petschaften und Siegelabdrücken, Prägestempeln und münztechnischer Geräte, die ihren Ursprung im frühen 16. Jahrhundert hat. Sie gehört damit zu den ältesten deutschen Münzsammlungen und ist mit etwa 300 000 Einzelstücken nach der Berliner und neben der Münchner Sammlung die umfangreichste ihrer Art in Deutsch-

land und eines der größten und bedeutendsten Münzkabinette in Europa. Das Money Museum in Zürich ist zwar nicht gleich um die Ecke. Die exzellente Schweizer Sammlung kann aber Dank der Sunflower Foundation bequem zu Hause besucht werden. Eine außerordentlich anschauliche Homepage mit brillanten Abbildung ermöglicht eine Zeitreise durch die Geschichte des Geldes. Die Züricher Sammlung im Netz: www.moneymuseum.com

Das Münzkabinett Berlin gehört zu den größten Kollektionen weltweit. Es befindet sich im Bode-Museum. EJA/

M wie Musterdepot In einem Musterdepot können Käufe und Verkäufe von Aktien simuliert werden, ohne dass die Papiere tatsächlich an der Börse erworben werden. Sie sind ein rein virtuelles Depot, das besonders bei Börsenbriefen und Online-Diensten sehr verbreitet ist. Musterdepots eignen sich auch für Börseneinsteiger hervorragend, um unterschiedliche Anlagestrategien zu testen, ohne reales Geld einsetzen zu müssen. Sie stellen spezielle Entscheidungshilfen beim Wertpapierkauf dar und vermitteln dem Anfänger mehr Börsenverständnis und damit auch Sicherheit. M wie Monopol Dieser Begriff stammt aus dem Altgriechischen und setzt sich aus den Wortteilen „monos“ (allein) und „polein“ (verkaufen) zusammen. Er beschreibt somit eine Marktsituation, in der für ein Gut nur ein Anbieter (Angebotsmonopol) existiert. Im Gegensatz dazu gibt es auch das Nachfragemonopol, bei dem nur ein Nachfrager vorhanden ist. Das Monopol ist eine besondere Form der Marktmacht, die in der Regel zu eher unerwünschten Ergebnissen, etwa übertrieben hohen Preisen, führt. N wie NASDAQ Diese Buchstaben stehen für den Begriff National Association of Securities Dealers for Automated Quotation. Die NASDAQ wurde gegründet, um ein landesweites System zu etablieren, welches an jedem Ort der USA und zu jeder Zeit ermöglicht, einen aktuellen Kurs vom Aktienhandel an der New Yorker Börse zu erhalten. Anfänglich wurden hier hauptsächlich junge Unternehmen in einem Computerhandelssystem erfasst, doch mittlerweile hat sich die NASDAQ zu einer Handelsplattform für mehrere Tausend Unternehmen entwickelt die meist in der Computerbranche, im Internet oder Software tätig sind.

FOTO: STEDTLER

O wie Offener Fonds Dies ist die in Deutschland gängigste Fondsart. Hier ist die Anzahl der Anteile nicht begrenzt und sie können zudem jederzeit zurückgenommen werden. Für deutsche Investmentfonds besteht etwa eine generelle Verpflichtung zur Rücknahme der Anteile. Das Gegenteil sind die geschlossenen Fonds, wo die Anzahl der Anteile von vornherein begrenzt ist.


6 WOCHENENDE, 14./15. SEPTEMBER 2013

O wie Online-Banking Unter dem Begriff Online-Banking wird das Erledigen von Bankgeschäften per Rechner von zu Hause aus verstanden. Kreditinstitute bieten im Internet oft eine kostengünstige oder komplett kostenfreie Führung eines Kontos an. Voraussetzung für das Online-Banking ist ein PC mit Internetzugang zur entsprechenden Bank. Von der Bank werden die persönliche Identifikationsnummer (PIN) für die Kontaktaufnahme sowie ein TAN-Nummernbogen als zusätzliches Sicherungselement bei Erteilung von Aufträgen zur Verfügung gestellt. P wie Portfolio Dieser Begriff beschreibt die Summe aller Vermögenswerte, die ein Kunde besitzt. Dazu gehören neben den Wertpapieren auch Edelmetalle und Grundstücke. Meist werden die Aktien und Wertpapiere eines Unternehmens von einer Bank in einen Depot verwaltet. Q wie Quellensteuer Dieser Begriff steht für Steuern, die direkt an der Quelle erhoben werden, also dort, wo sie entstehen. Sie existiert in vielen Ländern, darunter Deutschland. Als bekannteste Quellensteuer wäre die Einkommensund Lohnsteuer zu nennen. Hier ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Steuer direkt an das Finanzamt abzuführen. Eine vergleichbare Steuer für Anleger ist die Kapitalertragssteuer, die auf Dividenden und Zinsen erhoben wird. R wie Rezession Volkswirte und Wirtschaftsexperten sprechen von einer Rezession, wenn innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Quartalen die Wirtschaftsleistung am Markt erheblich schrumpft. Man bezeichnet damit einen wirtschaftlichen Abschwung. In der Regel ist eine drohende Rezession schon vorher erkennbar und zeigt sich unter anderem durch Kursverluste an den Börsen.

MITTELDEUTSCHE ZEITUNG

„Viele warten noch ab“ Wie läuft die Umstellung vor Ort? Die MZ fragte nach bei Volksbank und Saalesparkasse. Volksbank-Expertin Katrin Schultz

Wie viele der Überweisungen und Lastschriften laufen bei Ihnen bereits nach dem neuen Verfahren?

Wo erwarten Sie in den kommenden Wochen noch größere Probleme?

FOTO: VOLKSBANK

Der Anteil der Überweisungen nimmt durch die Umstellung einiger größerer Unternehmen wie zum Beispiel der Telekom, die bereits Sepa-Vordrucke zur Rechnung bereitstellt, langsam zu. Bis zum Juni lag der Anteil der Überweisungen und Lastschriften jedoch noch unter einem Prozent.

Erhöhten Umstellungsaufwand haben vor allem Kunden, die das Lastschriftverfahren (Lastschrifteinreicher) nutzen. Hier müssen unter anderem interne Betriebsabläufe und Programme umgestellt werden.

Sparkassen-Vorstand Jürgen Fox

FOTO: SAALESPARKASSE

Die Quote der Sepa-Zahlungen liegt im Verhältnis zum Gesamtvolumen der Umsätze heute erst bei gut fünf Prozent. Interessant ist in dem Zusammenhang, dass Löhne und Gehälter schon zu fast zwei Dritteln nach dem neuen Standard überwiesen werden.

Größere Probleme erwarten wir bei Kunden aus dem Vereins- oder Unternehmenssektor, die möglicherweise zu spät mit den Vorbereitungen beginnen. Je nach Größe des Unternehmens oder Vereins kann der Aufwand für die Vorbereitungen sehr hoch sein. Das bedeutet, dass Unternehmen und Vereine, die ihre Umstellungsarbeiten nicht rechtzeitig abschließen können, womöglich nicht mehr in der Lage sind, ab dem Stichtag 1. Februar am Zahlungsverkehr teilzunehmen. Wer sich jetzt an die Umstellung macht, dürfte diese Probleme vermeiden.

Was sind die häufigsten Fragen, die Ihnen bislang zu Sepa gestellt werden?

Die Kunden beschäftigen hauptsächlich folgende Fragen: Brauche ich eine Gläubiger-ID? Wo bekomme ich die Gläubiger-ID? Wo finde ich meine IBAN und BIC? Brauche ich neue Mandate für bestehende Lastschriften beziehungsweise wie kann ich eine Umstellung vornehmen?

Diese beziehen sich hauptsächlich auf den Umgang mit den neuen Regeln des Sepa-Lastschriftverfahrens. Lastschriften erhalten dann ein eindeutiges Fälligkeitsdatum und müssen unter Berücksichtigung der festgelegten Fristen rechtzeitig bei der Sparkasse eingereicht werden. Außerdem müssen die Zahlungspflichtigen vor der ersten Ausführung einer Sepa-Lastschrift vom Gläubiger schriftlich über die bevorstehende Abbuchung informiert werden. Firmen und Vereine, die Lastschriften einziehen, müssen ihre Prozesse und IT-Systeme rechtzeitig anpassen.

Welchen Service und welche spezielle Beratung bieten Sie Ihren Kunden?

Wir stehen unseren Kunden mit zwei Sepa-Beratern zur Seite, hier sind neben Beratungen in der Filiale auch vor Ort-Termine möglich. Dabei wird neben der Anpassung der notwendigen Bankverträge auch zu Umstellungen und Änderungen im Zahlungsverkehrsprogramm der Bank beraten.

Unsere Mitarbeiter in den Filialen sind mit den neuen Zahlverfahren vertraut und stehen allen Kunden für Fragen rund um das Thema Sepa zur Verfügung. Für die speziellen Fragestellungen in Unternehmen und Vereinen, die meist eine intensivere Beratung erfordern, steht ein Team von Spezialisten bereit. Diese unterbreiten unseren Kunden im persönlichen Beratungsgespräch konkrete Lösungsvorschläge. Bei Bedarf erhält der Kunde außerdem ein Softwareangebot, das ihn bei der Sepa-Umstellung unterstützt.

Verschicken Sie noch spezielles Informationsmaterial oder laden zu Beratungsterminen ein?

Wir haben bereits zwei Kundenveranstaltungen durchgeführt. Außerdem haben wir über Aushänge, Informationen im Internet und über unsere SBGeräte die Kunden auf das Thema hingewiesen. Und natürlich halten wir auch Broschüren bereit.

Seit Oktober 2012 haben wir bereits mehrere Infoveranstaltungen für Unternehmen und Vereine durchgeführt, in denen die Herausforderungen bei der Sepa-Umstellung, insbesondere bei der Nutzung des Lastschriftverfahrens, erläutert wurden. Außerdem informieren wir auf unserer Internetseite zu diesen Themen. Auf Sepa-Post können sich unsere Privatkunden in den nächsten Wochen einrichten. In den Briefen informieren wir über die bevorstehenden Änderungen und geben jedem Kunden ein Merk-Kärtchen mit der persönlichen IBAN und BIC an die Hand.

Wie schätzen Sie die Akzeptanz des neuen Verfahrens ein?

Noch schrecken die meisten Kunden vor den langen Nummern zurück. Viele „warten noch ab“. Daher werden auch wir hier unsere Anstrengungen zur Kunden-Akzeptanz noch intensivieren.

Für Privatkunden ändert sich ja kaum etwas - anders bei Unternehmen und Vereinen. Nachdem diese anfangs sehr zögerlich mit den Umstellungsvorbereitungen begonnen haben, stellen wir aktuell eine deutliche Steigerung der Aktivitäten fest. Es sind schließlich auch nur noch gut vier Monate bis zum Februar 2014. Da die Sepa-Umstellung für Unternehmen und Vereine zusätzlichen finanziellen und personellen Aufwand mit sich bringt, kann man kaum von Akzeptanz sprechen. Es handelt sich vielmehr um die unvermeidbare Umsetzung gesetzlicher EU-Vorgaben.

€S EP A

S wie Schufa Schufa ist eine Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung und eine Gemeinschaftseinrichtung der Kreditwirtschaft in Deutschland. Ihre Mitglieder sind verpflichtet, zweifelhafte Kreditnehmer an die Schufa zu melden, um eine Kreditablehnung zu erwirken. Die Schufa dient ihren Vertragspartnern durch Informationsweitergabe zum Schutz vor Verlusten aus dem Kredit- oder Konsumentengeschäft.

RAM


MITTELDEUTSCHE ZEITUNG

WOCHENENDE, 14./15. SEPTEMBER 2013 7

RAM

Die Schnellstarter Die Merseburger Wohnungsgenossenschaft Aufbau bucht bereits seit Juni mit dem Sepa-Verfahren die Miete ihrer Kunden von den Konten ab. Anfangs lief nicht alles reibungslos. UMSTELLUNG

VON TINA SAUER

- Es ist mehr Aufwand im Unternehmen, als es der Mieter mitbekommt. Und dennoch ist die Vorstandsvorsitzende der Merseburger Wohnungsgenossenschaft (WG) Aufbau, Barbara Schneider, begeistert, dass es so gut gelaufen ist. Auf die zusätzliche Arbeit, die die Genossenschaft auch zusätzliches Geld gekostet hat, hätte sie aber verzichten können. „Es war schon eine Anspannung da, besonders als wir zum ersten Mal damit gebucht haben. Wir wussten ja nicht, ob es wirklich klappt“, erklärt Schneider. MERSEBURG/MZ

„Es war schon eine Anspannung da.“ Barbara Schneider Vorstandsvorsitzende

Sepa, der neue einheitliche und bargeldlose Zahlungsverkehr im europäischen Raum, wird zum 1. Februar 2014 verbindlich eingeführt. Die WG Aufbau hat ihren Zahlungsverkehr bereits jetzt umgestellt. Rund 78 Prozent der Mieter haben dem Wohnungsanbieter eine Einzugsermächtigung erteilt. „Wir wollten nicht hetzen, deshalb haben wir die Umstellung ein Jahr vorbereitet“, erzählt Schneider. Auch dass die Umstellung relativ zeitig erfolgte, soll verhindern, dass irgendetwas aus dem Ruder läuft. „Wenn wir erst nächstes Jahr umgestellt hätten und ein Problem wäre aufgetreten, wäre unsere einzige Einnahmequelle, nämlich die Miete, nicht richtig geflossen. Eine Katastrophe.“ Außerdem will man den Mietern signalisieren: Wir kümmern uns, wir haben das erledigt. Fast reibungslos lief es laut Schneider vor allem, weil man eine Arbeitsgruppe gegründet hatte, in

Die Merseburger Wohnungsgenossenschaft Aufbau betreut fast 1 700 Wohnungen. Die Miete wird nach dem Sepa-Verfahren abgebucht.

der zwei Buchhalter sich des Themas angenommen haben. Schwierigkeiten gab es nur, weil man schlichtweg nicht alles wusste über die neue Zahlungsweise. „Da gab es eine Woche, da liefen unsere Telefone heiß.“ Die Mieter dachten, dass die Genossenschaft schon fünf Tage früher als sonst das Geld abbuche. „Das stimmt aber nicht. Wenn eine Miete zum 1. Oktober fällig wird, zeigt der Kontoauszug schon am 25. September, dass bald dieses Geld abgebucht wird“, so Schneider. Das solle auch der Sicherheit für den Mieter dienen, er könne überprüfen, ob alles seine Richtigkeit hat, bevor der zu zahlende Betrag fällig wird. „Das wussten wir nicht. Manche Mitarbeiter schauten auf ihre eigenen Kontoauszüge, dann konnten wir unsere Mieter besänf-

tigen. Denn darauf steht auch das Fälligkeitsdatum, wie wir herausfanden.“ Die WG Aufbau hat für alle ihre Mieter Kontonummer und Bankleitzahl nach dem vorgegebenen Algorithmus umgerechnet. „Wir haben uns damit etwas schwer getan“, erklärt Schneider. Schon im

Mai diesen Jahres informierte die Genossenschaft ihre Mieter über die neue Zahlungsweise und schickte ihnen in einem Informationsschreiben die neuen Nummern zu. Mit 1 699 Wohnungen in Merseburg dauerte die Umstellung seine Zeit. Mittlerweile läuft es gut. Barbara Schneider kann jetzt ande-

FOTOS: MARCO JUNGHANS

ren Wohnungsgenossenschaften Tipps geben. Aber ein Problem bleibt: Viele Firmen und Handwerker, mit denen die WG Aufbau zusammenarbeitet, haben noch nicht umgestellt. „Das führt zu zusätzlicher Kommunikation. Wir fragen sie nach ihrer IBAN, sie fragen uns nach unserer Kontonummer.“

T wie Termingeschäft Diese Bezeichnung steht für einen Kauf oder Verkauf, bei dem die Bezahlung und Lieferung der entsprechenden Waren in der Zukunft liegt. Anders ist es bei den sogenannten Kassageschäften, bei denen Vertragsabschluss, Bezahlung und Lieferung kurz aufeinanderfolgen. Termingeschäfte sind mit allen Arten von Werten möglich, etwa Wertpapieren, Währungen, Metallen oder anderen Erzeugnissen. Auf Grund ihrer Art unterscheidet man zwischen Warenund Finanztermingeschäften. Sie sind bis zum tatsächlichen Erfüllungstermin schwebende Geschäfte, denn weder Käufer noch Verkäufer müssen vor dieser Zeit ihre Leistungen erbringen. V wie Vermögenswirksame Leistungen Diese Geldleistungen gehören zu den tarifvertraglich vereinbarten Leistungen des Arbeitgebers und stellen den Teil des Arbeitslohnes dar, den der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer nach Vorschriften des Vermögensbildungsgesetzes anlegt. Für die Anlage erhalten die Arbeitnehmer eine staatliche Förderung wie die Arbeitnehmer-Sparzulage. Als weitere geförderte Anlageformen sind das Investmentsparen (die Anlage in Aktienfonds und Beteiligung am Unternehmen des Arbeitgebers) sowie Bausparen zu nennen.

www.saalesparkasse.de/sepa

Auch die Vereine wappnen sich Lastschriftverfahren spielen nicht überall eine Rolle. das Abbuchungsdatum exakt ankündigen. „Viele VereinsverantHALLE/MZ - Die Vereine in der Regi- wortliche werden wohl erst auf den on regeln ihre Geldtransfers, wie letzten Drücker aktiv. Aber wir etwa von Mitgliedsbeiträgen und denken, dass sie die Umstellung Pachten, auf unterschiedliche Wei- rechtzeitig schaffen.“ se. Insofern ist der Aufwand, den Der Landesanglerverband in Haldie haupt- und die vielen nebenbe- le (40 000 Mitglieder in 96 Vereiruflichen Kassenwarte bei der Um- nen) muss laut Finanzerin Monika stellung auf das Sepa-Verfahren be- Stein die automatische Überweitreiben müssen, ganz verschieden. sung der Pachten für 700 GewäsSo erhält der Stadtsportbund ser auf Sepa umstellen. „Dazu beHalle (SSB) laut nötigen wir die Geschäftsfühneuen Kontoda„Viele werden erst rer Oliver Thiel ten der Verauf den letzten nur in einem pächter. Diese Fall Geld von einzuholen und Drücker aktiv.“ seinen Mitdie Überweigliedsvereinen sungen umzuOliver Thiel per Einzugserstellen, erledigt Verbandsgeschäftsführer mächtigung: bei ein Dienstleisden Bürgerarbeit-Projekten, für die ter für uns“, so Stein. die 50 beteiligten Vereine EigenanIn den 220 Kleingartenvereinen teile leisten. „Hier müssen wir von in Halle und im nördlichen Saaleden Vereinen die IBAN und die BIC kreis (insgesamt 50 000 Mitglieeinholen. Aber das stellt uns nicht der) sind Einzugsermächtigungen vor Probleme“, so Thiel. Die Mit- für Pacht- und Vereinsbeiträge seit gliedsbeiträge würden die 188 dem jeher kaum ein Thema. Den Grund SSB angeschlossenen Vereine alle erklären die Geschäftsstellen von überweisen. Stadt- und vom Kreisverband: der Viel Arbeit könnte es nach Thiels große Aufwand, um einen pünktliEinschätzung indes für jene Verei- chen Geld-Eingang sicherzustellen. ne geben, die die Beiträge ihrer Schließlich wechselten die Mitglieeinzelnen Mitglieder per Last- der ab und an ihre Konten, zudem schrift einziehen. Dort müssten sei manch ein Konto nicht gedeckt. sich die Kassenwarte neue Ein- Zumeist überweisen die Mitglieder zugsermächtigungen einholen und ihr Geld direkt an die Vereine. VON MICHAEL TEMPEL

Neuer Anstrich für Ihren Zahlungsverkehr. Informieren Sie sich jetzt über die Neuerungen.

s Saalesparkasse Schon bereit für SEPA und das Ende der Kontonummer und Bankleitzahl? Wenn nicht, dann handeln Sie jetzt! Ab 2014 verändert SEPA (Single Euro Payments Area = einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum) den bargeldlosen Zahlungsverkehr in Deutschland: Alle Überweisungen und Lastschriften in Euro innerhalb Deutschlands sind dann nach europaweit einheitlichen Verfahren vorzunehmen. Ihre Saalesparkasse berät Sie gern und macht Sie SEPA-fit. Informieren Sie sich in über 50 Filialen der Saalesparkasse in Halle und im Saalekreis, unter 0345 232-00 oder auf www.saalesparkasse.de/sepa. Wenn‘s um Geld geht – Sparkasse.


8 WOCHENENDE, 14./15. SEPTEMBER 2013

MITTELDEUTSCHE ZEITUNG

Was muss ich wissen? V wie Vermögen In den Wirtschaftswissenschaften steht Vermögen für die Gesamtheit aller Güter und Ansprüche auf Güter im Eigentum eines Menschen oder einer Körperschaft. Oft wird unterschieden zwischen Finanzvermögen (Bargeld, Bankguthaben, Aktien etc.) einerseits und realem Vermögen (Häuser, Autos, Grundstücke etc.) andererseits. Eine Steuer auf Vermögen, wie es sie etwa in den USA gibt, wird in Deutschland derzeit nicht erhoben. W wie Wall Street: Die größte und bedeutendste Börse und das Zentrum der USHochfinanz, die New York Stock Exchange (NYSE), ist im Stadtteil Manhattan an der Wall Street zu Hause. Die Adresse, oder besser gesagt dieser bekannte Straßenname, gilt als Synonym für den Aktienmarkt in den USA und ist weltweit bekannt. Ihre Wurzeln reichen bis in das Jahr 1792 zurück. Allerdings hat der Name Wall Street auch eine historische Bedeutung, denn dort, wo sich heute die Börse befindet, stand einst eine Mauer, die das alte New York vom Gebiet der Indianer trennte. X wie Xetra Mit diesem Kürzel wird das Exchange Electronic Trading - das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse - benannt. Xetra wurde 1997 eingeführt. Xetra-Teilnehmer kann jeder werden, der Mitglied an der Deutschen Börse ist. Das System ermöglicht allen Investoren, auch außerhalb der Börsenhandelszeiten Geschäfte zu tätigen. Seit 1999 wird nahezu der komplette Börsenhandel über das elektronische XetraSystem abgewickelt. Y wie Yen Der Yen ist seit 1870 die japanische Währungseinheit. Neben dem US-Dollar und dem Euro ist der Yen zur Währungsstabilisation in vielen Ländern Teil der eigenen Geldreserven. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Yen fest an den USDollar gekoppelt. Der Kurs zu diesem Zeitpunkt belief sich auf 360 Yen pro US-Dollar. Derzeit beläuft sich der Wechselkurs des Yen auf 98 Yen für einen US-Dollar und 130 Yen pro Euro. Z wie Zinsabschlagsteuer Diese Steuer ist eine spezielle Form der Kapitalsteuer, die auf Zinsen aus den Guthaben und Einlagen bei nationalen Kreditinstituten, Bausparguthaben oder aus Wertpapieren zu entrichten ist. Bei der Gutschrift oder Auszahlung von Zinsen wird die Zinsabschlagsteuer von den Kreditinstituten einbehalten und anschließend automatisch an den Fiskus abgeführt.

IMPRESSUM Verleger Mitteldeutsches Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG, Delitzscher Str. 65, 06112 Halle Geschäftsführer Bernd Preuße 0345 565-24 15 Tilo Schelsky 0345 565-22 00 Chefredaktion Hartmut Augustin 0345 565-42 00 Hans-Jürgen Greye Konzept, Layout, Produktion Walter Zöller, Christian Schafmeister, Bernd Martin Titel Bernd Martin Druck MZ Druckereigesellschaft mbH Bernd Preuße 0345 565-24 15 Hans-Jürgen Kistner 0345 565-14 30 Fiete-Schulze-Str. 3, 06116 Halle

Kreditinstitute stellen alle Daueraufträge automatisch um. EC-Karten können weiter genutzt werden. Internationale Bankleitzahl BIC gilt nur für eine Übergangszeit.

FRAGEN UND ANTWORTEN

VON JÜRGEN BADSTÜBNER

I N T E RNE T

HALLE/MZ - Nicht nur auf Unterneh-

Sicheres Geschäft

men und Vereine rollt mit Sepa eine Welle von Neuerungen im Zahlungsverkehr zu. Auch Verbraucher müssen sich umstellen und an neue Begriffe gewöhnen. Die MZ beantwortet praktische Fragen.

Die Sicherheit des OnlineBankings wird durch die Umstellung auf IBAN und BIC nicht beeinflusst. Moderne Verfahren wie Mobile- oder Photo-Tan sorgen weiter für höchste Sicherheit bei der Erledigung von Bankgeschäften. Versehentliche Zahlendreher bei der Eingabe der Kontodaten werden durch die PrüfnummerAbsicherung der IBAN künftig vom System erkannt und abgewiesen.

1

Wo finde ich IBAN und BIC? Kann ich damit bereits Einzahlungen machen? Die IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Bank Identifier Code) stehen schon seit Längerem unten rechts auf dem Kontoauszug. Die Formulare gibt es bereits in den Banken und Geldinstituten. Auch Einzahlungen mit dem neuen System können schon jetzt getätigt werden.

Trotzdem sollten Verbraucher wachsam bleiben, gerade unerwartete E-Mails kritisch prüfen und nie vorschnell auf Links klicken oder Anhänge unbekannter Herkunft öffnen. „Ein aktueller Virenscanner ist nach wie vor Pflicht“, sagt Kerstin Krämer von der Saalesparkasse Halle. Treten bei der regelmäßigen Prüfung von Konto- beziehungsweise Depotumsätzen Unstimmigkeiten auf, sollte umgehend die Bank informiert werden, rät die Finanzexpertin.

2

Welche Daueraufträge werden von den Banken automatisch umgestellt? Grundsätzlich alle. In Fällen, in denen die Daten von Kontonummer und Bankleitzahl nicht automatisch in IBAN und BIC umgewandelt werden können, nehmen die Geldinstitute Kontakt mit den Kunden auf und stellen die Daueraufträge auch manuell um.

Sensible Daten wie Passwörter, Pin und Tans dürften niemals auf der PC-Festplatte gespeichert werden. Krämer empfiehlt Kunden zudem, immer darauf zu achten, dass die Zugangsdaten nur eingegeben werden, wenn man sich auf der geschützten Seite der Bank befindet und ein verschlüsselte Verbindung besteht. Dies lasse sich auch daran erkennen, dass die Internetadresse der Bank mit https://beginnt.

3

Sind Geldinstitute und Banken kulant, wenn ich etwas falsch ausgefüllt habe? Überweisungen mit „alten“ Kontodaten werden von den Sparkassen und Banken noch zwei Jahre lang automatisch umgewandelt. Nutzt ein Kunde - etwa wegen eines Zahlendrehers - eine fehlerhafte IBAN, wird die Überweisung nicht ausgeführt und an den Auftraggeber zurückgegeben. Das ist ein positiver Nebeneffekt der Umstellung und bringt mehr Sicherheit als beim bisherigen Verfahren. Dabei mussten fehlerhafte Aufträge oft auf langem Weg vom Empfänger zurückgeholt werden. sich künftig bei 4 Ändert den Überweisungsformularen etwas? Die Vordrucke sehen genauso aus wie früher, nur dass anstelle von Kontonummer und Bankleitzahl die IBAN genutzt wird. Banken empfehlen Kunden, das komfortable und sichere Online-Banking für Überweisungen anzuwenden.

5

Spare ich mit dem neuen System Gebühren, oder wird jetzt alles noch teurer? Das Gute am neuen System ist: Die Auslandsüberweisungen dürfen nur so viel kosten wie Überweisungen im Inland. Was eine Inlandsüberweisung kostet, steht im Preisund Leistungsverzeichnis der Banken und Geldinstitute. In zahlreichen Kontoführungsmodellen sind Überweisungen aber auch kostenfrei enthalten.

6

Brauche ich meine IBAN beim Einkaufen?

20. SEPTEMBER:

Hier bekommen Verbraucher Rat und Hilfe Verbraucherzentrale SachsenAnhalt Fragen werden in allen Beratungsstellen beantwortet. Weitere Informationen gibt es im Netz unter: www.vzsa.de

Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) Fortlaufend aktualisierte Informationen gibt es unter: www.halle.ihk.de

Ostdeutscher Sparkassenverband/Volksbanken und Raiffeisenbanken

Deutsche Bank Informationen gibt es über folgende Kunden-Hotline: 018 18 /1 000

Infos unter: www.osv.de www.vr.de

Auskünfte auch im Netz unter: www.deutschebank.de/start-sepa

Auch hier gibt es keine Änderungen. Eine Person des Vertrauens kann nur dann eine Überweisung von Ihrem Konto vornehmen, wenn sie eine Bankvollmacht für das Konto hat. Dies ist auch bisher schon so. die Banken zur Be9 Sind ratung der Kunden verpflichtet?

Nein. Der deutsche Gesetzgeber hat bis zum Jahr 2016 eine Ausnahme zugelassen. Der Einzelhandel kann bis dahin weiter das bewährte Elektronische Lastschriftverfahren nutzen. ich meine Konto7 Sollte nummer und Bankleitzahl noch aufbewahren?

Sicherheiten ha10 Welche be ich, dass meine Überweisung nicht verloren geht?

Wer sie sich zu Erinnerungszwecken aufbewahren möchte, kann dies gerne tun, notwendig ist es nicht. Die aktuelle Kontonummer und die Bankleitzahl sind zudem auch in der neuen IBAN enthalten.

Für die Überweisungen gelten im neuen Format die gleichen Sicherheitsvorkehrungen wie bisher. Der Kunde kann auf seinem Kontoauszug beziehungsweise beim OnlineBanking erkennen, wann die Überweisung verbucht ist.

Darf ich Familienangehörige beauftragen, für mich eine Überweisung im Sepa-Format zu erledigen?

Sepa-Umstellung

A USKÜN FT E Z U SE P A

Natürlich sind die Banken und Geldinstitute interessiert, dass sich bei der Umstellung die Fehler in Grenzen halten. Wer sich also unsicher fühlt, sollte unbedingt seine Hausbank aufsuchen und dort mit den Mitarbeitern offene Fragen klären.

8

MZ-FORUM

FOTO: DPA

11

Wie lange kann ich meine aktuelle EC-Karte noch nutzen?

EC-Karten können weiter wie gewohnt genutzt werden. Der Andruck von IBAN und BIC auf den Karten erfolgt erst später bei der Kartenerneuerung.

12

Was ist, wenn meine Kontonummer zu kurz ist?

Wenn die Kontonummer keine zehn Stellen hat, werden die fehlenden Kästchen von vorne links mit Nullen aufgefüllt. So kann man aus jeder IBAN die für die Identifikation des Empfängers benötigten Daten erkennen und elektronisch

Bundesbank und Commerzbank Finanzexperten haben eine Fülle von Informationen zusammengestellt. Auskünfte unter: www.sepadeutschland.de www.commerzbanking.de/sepa

Bundesverband deutscher Banken

Beim Leserforum geht es am Freitag, 20. September, von 10 bis 12 Uhr um die Umstellung auf den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr Sepa. Auf Fragen der Leser antworten Dr. Bernd Redlich von der Commerzbank, Kerstin Krämer von der Saalesparkasse, Peter Fisch von der Deutschen Bank, Lorenz Knecht von der UniCredit Bank sowie Sven Kretzschmar von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.

Infos im Netz unter: www.bankenverband.de/sepa

Rufen Sie an: 0345/5 60 82 18, -5 60 80 19 oder -5 60 83 13

15

schneller und effizienter als mit dem bisherigen System verarbeiten.

Können Verbraucher die Umstellung auf Sepa auch ablehnen?

13

Nein. Eine Fortführung des alten Lastschriftverfahrens ist spätestens ab dem 1. Februar 2014 nicht mehr möglich. Und wer nicht vertraglich auf das neue System umgestellt hat, wird spätestens zu diesem Datum kraft Gesetzes umgestellt. Derjenige, der die Änderungen nicht mitmacht, wird künftig vom Lastschriftverkehr ausgeschlossen sein. Unterm Strich sollten Verbraucher jedoch nicht schlechter dastehen als bisher, im Gegenteil, sie gewinnen sogar neue Kontrollrechte hinzu.

Gibt es Änderungen beim Widerrufsrecht?

Ja. Der Verbraucher erhält jetzt beim Lastschriftverfahren einen bedingungslosen Anspruch auf Erstattung des abgebuchten Betrags. Hierfür läuft eine Frist von acht Wochen ab der Kontobelastung. Die Einzugsermächtigung kann wie bisher jeweils bis zum Tag vor der Einlösung einer Buchung gegenüber der Bank, der Sparkasse oder dem Vertragspartner des Verbrauchers widerrufen werden. Es ist dabei sinnvoll, schriftlich zu widerrufen.

14

Gibt es bei IBAN und BIC irgendwann einmal Vereinfachungen? Ja. Bis zum 1. Februar 2014 kann es noch vorkommen, dass Verbraucher den BIC angeben müssen. Wenn dann die alten Verfahren abgeschaltet werden, braucht für Inlandszahlungen nur noch die IBAN angegeben werden. Ab Februar 2016 soll der BIC auch für Auslandszahlungen in andere EU-Länder entfallen.

16

Stimmt es, dass Verbraucherschützer die Umstellung genau verfolgen? Ja. Der Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin hat die Umstellung genau im Blick. Verfolgt wird von den Verbraucherschützern zum Beispiel, wie sich Vertragsgestaltung und Preise der Banken und Geldinstitute entwickeln und wie möglicherweise zu Gunsten der Verbraucher nach dem Verstreichen einer gewissen Anlaufzeit nachgebessert werden muss.

SEPA - Sonderveröffentlichung der Mitteldeutschen Zeitung - Halle/Merseburg