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Wir packen das! Sonderbeilage: Mit dem Corona-Virus hat sich das Leben in Sachsen-Anhalt komplett verändert. Reporter der „Mitteldeutschen Zeitung“ und der „Volksstimme“ berichten über Menschen, die nach Wegen aus der Krise suchen.

GRAFIK: ANKE KRAKOW


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Wir packen das!

Freitag, 15. Mai 2020

AUS DEM INHALT

6 Jeßnitz

Wie das Musikhotel in Jeßnitz die Zeit ohne Gäste überbrückt

9 Dessau-Roßlau

Wie Forscher bei IDT Biologika am Corona-Impfstoff mitarbeiten

10 Stendal

Wie eine Firma für Prüfgeräte jetzt ihre Produkte in alle Welt transportiert

Wie eine Bad-Firma in der Altmark ihre Produktionsstätten vergrößert

26 Prosigk

Wie ein Landwirt um Abnehmer für seine Pommes-Kartoffeln ringt

28 Magdeburg

Wie die Fußballfans in der 3. Liga jetzt ihre Vereine unterstützen

31

Zeitz

Wie eine Weinkönigin Genießer virtuell zum Probieren einlädt

IMPRESSUM Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung GmbH & Co. KG Magdeburger Verlags- und Druckhaus GmbH Geschäftsführer:

Marco Fehrecke Chefredaktion:

Hartmut Augustin (MZ), Alois Kösters (VS) Anzeigen:

Heinz Alt (MZ) Sebastian Mühlenkamp (VS) Koordination und Redaktion:

Hans-Ulrich Köhler (MZ) Heike Groll (VS) Foto/Video: Andreas Stedtler (MZ) Layout:

Frank Neumann (MZ) Druck Mitteldeutsche Zeitung:

MZ Druckereigesellschaft mbH, Fiete-Schulze-Straße 3, 06116 Halle Druck Volksstimme:

R. Weeke Betriebs GmbH, Verlagsstraße 1, 39179 Barleben

Eigentlich wollte Daniel Rost seinen hochprozentigen Alkohol in alten Fässern zu Whisky reifen lassen. Doch dann entschied der Zeitzer, ihn an Apotheken und Heime abzugeben. Ein bisschen schade sei es ja schon um das gute schottische Malz gewesen, meint Daniel Rost. Der Inhaber der Zeitzer Whisky Manufaktur im Burgenlandkreis steht zwischen Edelstahltanks, alten Weinfässern und zwei großen Holzbottichen, die zusammen um die 5.000 Liter fassen. Hier in seiner Brennerei stellt Rost aus eben diesem schottischen Malz, Wasser und Hefe hochprozentigen Alkohol her, den er dann in den rustikalen Weinfässern zu vollmundigem Whisky reifen lässt. Seit 2014 macht er das bereits. So lange ist seine kleine Schnapsdestille am Markt. Doch in den vergangenen Wochen wurden mit den Beständen des Brennmeisters nur wenige edle Tropfen angesetzt. Anstatt den Rachen von Feinschmeckern zu putzen, reinigt der Alkohol nun Geländer, Türklinken und Hän-

FOTOS: ANDREAS STEDTLER

18 Salzwedel

Gegründet 1908 wurde das Unternehmen nach der Wende als einer der ersten Maschinenbaubetriebe privatisiert. Im Foto: Der Schleifer Chris Kupka bearbeitet Fahrwerksteile.

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VON GERT GLOWINSKI //

ür Britta Hübner ist das Arbeitszimmer ihres Hauses nahe München zur Krisenzentrale geworden. Von Zuhause aus führt sie Magdeburgs größten Industriearbeitgeber durch die Corona-Pandemie. Seit mehr als einem Jahr ist Britta Hübner Geschäftsführerin des Maschinenbauers Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen (FAM). Corona zwang die gebürtige Ostwestfälin ins Home-Office – von dort spricht sie täglich mit dem Krisenstab des Traditionsbetriebs und koordiniert die Geschäfte des Unternehmens mit rund 1.500 Mitarbeitern. Zur FAMGruppe mit Stammsitz in Magdeburg gehören weltweit elf Beteiligungsfirmen. Das Unternehmen konstruiert und fertigt Anlagen für die Gewinnung und Förderung von Mineralien und Rohstoffen.

Aktuell gibt es nur wenig Kurzarbeiter Und die Geschäfte laufen besser als befürchtet für FAM, auch in der CoronaKrise. Die Firma hat durch frühzeitige Umplanungen und Krisen-Management zwar mit Projektverschiebungen zu kämpfen, sieht aber die Chance, dass die Verluste aufs Gesamtjahr betrachtet geringfügig bleiben. „Wir haben bereits im Februar mit ersten Maßnahmen begonnen, als sich das Ausmaß der Corona-Krise abzeichnete“, so Hübner. Einige Aufträge können wegen der Corona-Auflagen in anderen Ländern auf den Baustellen nicht plangemäß umgesetzt werden. In Magdeburg, wo rund 700 Mitarbeiter

de. Er wurde zu Desinfektionsmittel verarbeitet. Und das kam so: Wenngleich in Krisenzeiten das Brennen von Hochprozentigem nicht verboten ist, hatte die umfassende Schließung der Gesellschaft doch auch Auswirkungen auf das Geschäft von Rost. „Unsere Produkte werden in kleineren Läden verkauft“, erzählt der Zeitzer. Und die hatten alle geschlossen. Hinzu kam, dass Rost neben seiner Brennerei noch einen irischen Pub betreibt. Doch auch dort versiegten behördlich angeordnet die Guinness- und KilkennyQuellen. Es herrschte beim Fachmann für Liquidität Einnahmen-Ebbe auf allen Ebenen – fast zumindest. Denn erfreulicherweise entwickelte sich ein größeres Verlangen nach dem Grundstoff der Spirituosenherstellung: „Im Laden und der Brennerei fragten plötzlich verschiedenste Leute nach reinem Alkohol“, berichtet Daniel Rost. Im Internet war zu dieser Zeit kaum noch Desinfektionsmittel zu bekommen. Und wenn, dann zu astronomischen Preisen. Selbst die Großhändler, die sonst die In-

Hohe Flexibilität zahlt sich jetzt aus Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen Das größte Industrieunternehmen der Landeshauptstadt will zurück in die Erfolgsspur. Die derzeitige Prognose macht Hoffnung.

haben Wir bereits im

Februar mit ersten Krisenmaßnahmen begonnen. Britta Hübner, FAM-Geschäftsführerin

beschäftigt sind, versuche man flexibel zu reagieren und Aufträge umzupriorisieren, sagt Britta Hübner. Aktuell ist nur ein sehr geringer Teil der Mitarbeiter in Kurzarbeit. Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter ließen sich in der Fertigung gut umsetzen, man achte auf die Einhaltung aller behördlichen Auflagen. Aktuell bewerte ein Krisenstab täglich die Lage neu und treffe schnell Entscheidungen. Schon seit Monaten in einer Sanierungsphase Der Maschinenbauer aus dem Magdeburger Stadtteil Sudenburg ist 1993 als eines der ersten ostdeutschen Maschinenbauunternehmen privatisiert worden. Die Firma kann auf eine inzwischen mehr als 100-jährige Geschichte zurückblicken. 1908 hatte der Kaufmann Georg Becker in Magdeburg ein Geschäft für Transportgeräte eröffnet und am heutigen Stammsitz die Maschinenfabrik Ge-

Händereiniger statt Rachenputzer

Brennmeister Daniel Rost in seiner Zeitzer Whisky Manufaktur.

org Becker & Co. gegründet. Die heutige FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH steckt aber seit Monaten in einer Sanierungsphase und will nach millionenschweren Verlusten zurück in die Erfolgsspur. Bereits 2017 hatte FAM damit begonnen, die Sanierung einzuleiten. Mitarbeiter wurden entlassen, es musste gespart werden. FAM war nicht mehr wettbewerbsfähig, das musste sich ändern. Nach dem Einstieg Hübners, die bundesweit als versierte Firmensaniererin gilt, ging es für FAM wieder bergauf. In Magdeburg baut die 47-Jährige unter anderem das Auslandsgeschäft kräftig aus, setzt auf mehr kaufmännische Expertise und Effizienz. Ob FAM aber tatsächlich gerettet ist, wird sich laut Hübner in diesem Jahr endgültig zeigen. Welche Auswirkungen die Corona-Krise auf dieses Ziel hat, lasse sich jetzt noch nicht mit Bestimmtheit sagen. „Wie die Situation für FAM in einigen Monaten sein wird, kann ich heute natürlich nicht verlässlich sagen“, so Britta Hübner. Konkrete Zahlen könne man derzeit nicht nennen. Zudem seien Modernisierungsmaßnahmen noch nicht abgeschlossen. Dennoch: Die wirtschaftliche Prognose für FAM ist auch trotz Corona weiter positiv.

dustrie, Apotheken und Altenpflegeheime belieferten, winkten ab, wenn danach gefragt wurde. So wurde die Whisky Manufaktur zum rettenden Ufer in der Desinfektionsmitteldürre. Und auch wenn es Daniel Rost schmerzte, dass mit dem, was in ferner Zukunft ein kulinarischer Schatz hätte sein können, nun Böden zu hygienischem Glanz gebracht wurden, entschied er sich ohne Zögern, den Alkohol zu verkaufen. „Da habe ich gar nicht lange überlegt, denn wenn wir als Brennerei in einer Notlage Praxen, Altenheimen und Apotheken helfen können, dann machen wir das natürlich.“ Etwa 1.500 Liter Alkohol in verschiedensten Prozentstufen hat er bereits an Bedürftige herausgegeben. Das große Geschäft macht er damit allerdings nicht. „Hätte ich den Alkohol zu Whisky oder anderen Spirituosen verarbeitet, wäre der Ertrag natürlich höher“, sagt der Brennmeister. Doch mehr als das komme es darauf an, dass den Abnehmern geholfen ist. Und das sei ohnehin gerade das Wichtigste, meint Rost. Julius Lukas


Wir packen das!

Freitag, 15. Mai 2020

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Backen hinter Plexiglas Großbäckerei Aryzta Eisleben Das Geschäft ist von einem Tag auf den anderen eingebrochen, weil Hotels und Restaurants schließen mussten. Mit Kurzarbeitergeld und neuem Service will das Unternehmen die Lage bewältigen.

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aubere Arbeitskleidung anziehen, Hände waschen, desinfizieren: Nicht erst seit der Corona-Pandemie gehören diese Hygienemaßnahmen zu Beginn jedes Arbeitstages für die Beschäftigten des Aryzta-Backwerkes in Eisleben zum Alltag. Doch das reicht nun nicht mehr aus. „Neue Regeln sind hinzugekommen“, sagt Geschäftsführer Heiko Gerling. Mundschutz und Abstand gehörten wie bei vielen Lebensmittel-Herstellern dazu. Ungewöhnlich ist eine räumliche Trennung. An den teilweise mehr als 100 Meter langen Backlinien standen bisher die Mitarbeiter dicht nebeneinander, um Backwaren in Kisten zu verpacken. Nun trennen mobile Plexiglaswände die Beschäftigten voneinander. „Wir haben die Leistung gedrosselt, damit das überhaupt umsetzbar ist“, erläutert Gerling. Es ist eine Art Isolation am Arbeitsplatz, die für die Beschäftigten eine zusätzliche Belastung bedeutet. Doch haben die Vorkehrungen einen gewichtigen Grund: Mit 2.000 Mitarbeitern gehört der Aryzta-Standort zu den größten Backbetrieben Deutschlands. Das Unternehmen, das Teil eines Schweizer Backkonzerns ist, stellt sogenannte Tiefkühlbackwaren unter anderem für die großen deutschen Einzelhändler her. In den Supermärkten werden die Brötchen, Croissants und Baguettes nur noch aufgebacken. Damit ist Aryzta aktuell systemrelevant. Gerling ist in gewisser Weise stolz darauf, in der Produktion „noch keinen Corona-Fall gehabt zu haben“. Dafür wurden jedoch nicht nur in der Herstellung die Prozesse verändert. „Wir haben überall die Kontakte auf das Nötigste minimiert“, sagt der Firmenchef. Als Beispiel führt er die Logistik an: „Die Lkw-Fahrer bleiben bei der Beladung in ihren Fahrzeugen.“ Da habe es bisher täglich sehr viele Berührungspunkte gegeben. Auch Verwaltung und Produktion haben keinen persönlichen Kontakt mehr. „Dafür gibt es jetzt jeden Morgen um 8 Uhr eine Art Lagebericht in den unterschiedlichen Bereichen“, führt Gerling aus.

Kurzarbeit für Mitarbeiter angemeldet Sorgen bereitet vielen Beschäftigten aktuell wohl nicht nur das Coronavirus, sondern die Auftragslage. Zu den großen Kunden von Aryzta zählen Hotels, Gastronomie und Cateringfirmen. „Das Geschäft ist von einem auf den anderen Tag weggebrochen, wir haben dadurch zweistellige Umsatzrückgänge“, schildert Gerling die Situation. Die Hälfte der Mitarbeiter sei daher in Kurzarbeit. Relativ stabil verläuft laut Firmenchef das Geschäft mit den Supermärkten: „Die

FOTO: ANDREAS STEDTLER

VON STEFFEN HÖHNE //

Kristin Schwabe arbeitet im Aryzta-Backwerk in Eisleben, auf dem Foto sortiert sie gerade Brezeln.

Morgen Jeden um 8 Uhr gibt es eine Art Lagebericht in allen Bereichen.

Heiko Gerling, Geschäftsführer

privaten Kunden kaufen mehr ein, doch auch hier verändert sich das Verhalten.“ Waren vor der Corona-Krise vor allem frische Backwaren gefragt, greifen die Kunden nun eher zu abgepackten Produkten. „In Kooperation mit dem Handel werden unsere Backwaren daher nun auch verpackt“, erläutert der Unternehmenschef. In den Auslagen der Backstationen gibt es Brot und Brötchen nun nur noch in Papiertüten. Bei täglich zehntausenden Backwaren bedeute das einen ho-

Bauhaus-Schlafzimmer als kleine Chance Was am Ende alle überraschte, war das enorme Tempo. Der Antrag wurde am Vormittag abgeschickt. „Ein paar Stunden später“, erinnert sich Lutz Schöbe von der Stiftung Bauhaus in Dessau, „hatten wir für unser Projekt schon die Zusage im Postfach.“ Das Projekt, das ist ein Schlafzimmer, das vom Bauhäusler Karl Keller entworfen und 1928 in der Tischlerwerkstatt der Staatlichen Bauhochschule Weimar hergestellt wurde. Im Jahr 1986 wurde es von der Stiftung Bauhaus Dessau aus Weimarer Privatbesitz erworben und verschwand im Fundus der über 50.000 Objekte zählenden Dessauer Sammlung, die Stücke vom Breuer-Stuhl bis zu einer kompletten Wohnungseinrichtung enthält. Es sind Dinge, die am Bauhaus hergestellt wurden. Es sind aber auch Werke darunter, die erst nach der Bauhauszeit

entstanden sind. Wie das Schlafzimmer von Karl Keller (1903 - 1979). Gezeigt wurde es noch nie. Aus zweierlei Gründen. Um ein ganzes Schlafzimmer zu präsentieren, braucht es Platz. Und: Das Schlafzimmer ist nach all den Jahren etwas angegriffen, es hat leichte Furnierschäden und Farbabplatzungen. „Es war immer klar, dass wir da etwas machen müssen. Wir haben die Restaurierung aber vor uns hergeschoben“, sagt Schöbe. Es fehlte Geld. „Es machte keinen Sinn, das Stück für Stück zu machen.“ Doch dann kam Corona. Mit drastischen Folgen auch für das Bauhaus. Das gerade eröffnete Museum war wochenlang geschlossen. Das Bauhaus ebenso. Alle Führungen im Haus und zu den Meisterhäusern waren abgesagt. Das Welterbe ruhte, nun wartet es wieder auf Gäste. Doch in der Krise gibt es auch kleine Chancen. Eine solche bot die in Berlin

hen Mehraufwand. Mit anderen Worten: Die Corona-Krise trifft auch systemrelevante Betriebe. Gerling hat daher drei Kernziele für den Standort Eisleben: Schutz der Mitarbeiter, Versorgungssicherheit und Erhalt der Arbeitsplätze. Durch die Kurzarbeit wird das Unternehmen finanziell entlastet. Die Aufnahme von staatlichen Hilfskrediten ist nach seinen Worten aktuell nicht geplant: „Wir versuchen, die Krise aus eigener Kraft zu bewältigen.“ Ausschließen will er aber nichts. Das Unternehmen versucht sich flexibel an die neue Lage anzupassen und bietet daher auch neue Service an. Um die große Lkw-Flotte auszulasten, fährt Aryzta nun unter anderem Waren für einen Eishändler und den Einzelhändler Edeka aus. „Dort gibt es zusätzlichen Bedarf, den wir decken können“, so Gerling. Dass man die Logistik im Haus habe, erweise sich als Stärke. Pläne für die Zeit nach der Krise An den Plänen, die kleineren Backwerke im benachbarten Mansfeld (Landkreis Mansfeld-Südharz) und Artern (Thüringen) im Sommer 2020 zu schließen, wird festgehalten. Die Produktion wird teilweise nach Eisleben verlagert. Aryzta hat den betroffenen 200 Mitarbeitern eine

Übernahmegarantie gegeben. „Dazu stehen wir auch weiter“, sagt Gerling. Ansonsten gebe es derzeit einen Einstellungsstopp. Aryzta begründete die Schließungen der beiden Werke damit, dass es im deutschen Backwarenmarkt Überkapazitäten gibt. Durch eine effizientere Produktion in Eisleben erhofft sich das Unternehmen daher Kostenvorteile. Der Schweizer Konzern hatte 2013 das mittelständische Back-Unternehmen Klemme mit mehreren Standorten in Mitteldeutschland übernommen. Seither wurden 100 Millionen Euro in das Eislebener Werk investiert. Wie schwer die Corona-Krise das Backwerk trifft, wird am Ende vor allem davon abhängen, wann wichtige Kunden wieder ihre Geschäfte aufnehmen können. Unternehmenschef Gerling geht fest davon aus, dass mit der Öffnung der Wirtschaft auch die Aufträge wieder zurückkommen. „Der Trend zu frischen Backwaren wird anhalten“, sagt er und plant bereits für nach der Krise: „Wir werden die Ausbildungsquote erhöhen“. Aktuelle seien im Werk 120 Azubis beschäftigt. „Das sollen auf jeden Fall mehr werden“, sagt Gerling. Die Förderung des Nachwuchses sieht er als wichtigste Aufgabe, um den Standort langfristig zu entwickeln. Man könnte auch sagen: Es gibt ein Leben nach Corona.

Das Bauhaus-Schlafzimmer von Karl Keller aus dem Jahr 1928 wird jetzt rekonstruiert. Foto unten: Lutz Schöbe von der Stiftung Bauhaus.

FOTOS: STEDTLER, STIFTUNG BAUHAUS/GUNTER BINGSACK

ansässige Ernst-von-Siemens-Kunststiftung, die vor einigen Wochen eine „Corona-Förderlinie“ auflegte, um freiberufliche Restauratoren in Zeiten von geschlossenen Museen und wegbrechenden Aufträgen gezielt zu unterstützen. „Der Museumsverband Sachsen-Anhalt hat uns auf das Programm aufmerksam gemacht“, sagt Lutz Schöbe. Das Bauhaus

bewarb sich mit der etwa 15.000 Euro teuren Restaurierung des Schlafzimmers und bekam prompt den Zuschlag. Die Restaurierung wird die „gruppe e“, das Dresdner Atelier für Restaurierung des Restaurators Frank Dornacher, übernehmen. Es ist die erste Zusammenarbeit zwischen dem Bauhaus und den Sachsen.

eiten wie diese hat Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch nicht erlebt. Das alltägliche Leben hat sich komplett verändert. Die Menschen sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Wie kommen sie in Sachsen-Anhalt durch die Krise, woraus schöpfen sie Mut? Wie gehen Unternehmen mit der Situation um? Journalisten der „Mitteldeutschen Zeitung“ und der „Volksstimme “ haben gemeinsam nach Antworten darauf gesucht.

Für die Illustration auf der Titelseite dieser Beilage hat die Grafikerin Anke Krakow aus Halle das Wappen Sachsen-Anhalts genutzt. Es zeigt den sächsischen Rautenkranz (grün), rechts oben den preußischen Adler, der die ehemalige preußische Provinz Sachsen symbolisiert. Unten läuft der askanische Bär als Symbol des früheren Freistaates Anhalt über eine Mauer. Die Streifen zeigen die Landesfarben. Das Wappen Sachsen-Anhalts wurde per Gesetz am 29. Januar 1991 eingeführt.

„Wir hatten bislang immer mit einem Dessauer Restaurator zusammengearbeitet“, sagt Schöbe. Der aber ist in den Ruhestand gegangen. Das Schlafzimmer-Projekt ist nun auch ein Kennenlernen. „Wir haben vorher recherchiert, wie die Kollegen in Dresden arbeiten“, erzählt Schöbe. Es geht um Restaurierungsphilosophien. Es geht darum, möglichst viel Originalsubstanz zu erhalten. Sind alle zufrieden, ist mehr möglich. Die Restaurierung des Schlafzimmers wird bis Ende 2020 dauern. Wann und wie es danach gezeigt wird, ist offen. Das hängt natürlich von Corona ab. Aber auch vom Ausstellungsprogramm des Bauhaus Museums in Dessau. Es gibt dort „Zwischenspiele“, wechselnde Ausstellungen in der Ausstellung. Derzeit ist dort der Arbeitsplatz des Architekten Friedrich Karl Engemann zu sehen. „Das Schlafzimmer würde da natürlich gut reinpassen“, gibt Schöbe zu. 2021 könnte es erstmalig präSteffen Brachert sentiert werden.


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Freitag, 15. Mai 2020

Goldener Spatz fliegt bald wieder Musikhotel Jeßnitz Sängerin und Wirtin Angela Novotny versucht mit Forellen und Wurtspaketen ihre Gäste zu halten.

V FOTO: ANDREAS STEDTLER

VON ANTONIE STÄDTER //

Hotelbesitzerin und Sängerin Angela Novotny

on hundert auf null von einem Tag auf den anderen“ - so beschreibt Angela Novotny jene Zeit im März, als für sie alles anders wurde. „Corona hat uns, wie viele andere, extrem hart getroffen“, sagt die Inhaberin des Musikhotels „Goldener Spatz“ in Jeßnitz (Kreis Anhalt-Bitterfeld), in dem Kulinarik und Kultur zu Hause sind und die Chefin regelmäßig singt. Normalerweise. Das Haus musste schließen, Buchungen abgesagt werden - und auch geplante Auftritte der Wirtin und Sängerin bei Veranstaltungen anderswo sind „bis tief in den Sommer“ gestrichen worden. Eine besorgniserregende Lage: „Man darf nicht arbeiten, hat kein Einkommen - und auch nicht solche Rücklagen, dass man das über Monate stemmen könnte.“ Doch Angela Novotny, die das Hotel zusammen mit ihrem Mann Horst führt, ist keine, die wegen derlei Umständen aufgeben würde. Im Gegenteil: „Man muss das Beste aus der Situation machen - und darf nicht darauf warten, dass sich alles irgendwie von alleine regelt.“ Die Hotelinhaber versuchen in dieser Zeit, mit ihren Stammkunden in Kontakt zu bleiben. Sie führen einen Tag ein, an dem sie Forellen räuchern, bieten Wurstpakete und Gerichte zum Mitnehmen an. Und erfüllen jenen, die aus Berufsgründen in der Region sind

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und deshalb trotz Corona-Krise im Hotel übernachten dürfen, „manchen Sonderwunsch mehr“, sagt sie. „Es findet sich immer eine Lösung.“ Mit diesen Angeboten mache sie „keinen Umsatz, der uns am Leben halten würde“, so die Jeßnitzerin, die die staatliche Soforthilfe für den „Goldenen Spatz“ erhalten hat. Doch es gehe auch darum, sich in dieser Situation nicht aus den Augen zu verlieren „und anderen Mut zu machen“. Dabei mussten Angela Novotny und ihre Familie selbst nicht nur ein Mal nach Tiefschlägen wieder aufstehen. Zwei Hochwasser haben sie mit ihrem Gasthaus überstanden. Beim ersten Mal, 2002, hatten sie keine entsprechende Versicherung, „die Mulde ist ja ein Stück weg“. Ihre inzwischen verstorbenen Eltern haben sie damals nach Kräften unterstützt, erzählt sie - „auch von Freunden und Gästen haben wir viel Hilfe bekommen“. Sie rappelten

Man darf nicht darauf warten, dass sich alles irgendwie von alleine regelt. Angela Novotny, Wirtin

sich wieder auf. Und erlebten zehn Jahre später einen erneuten Albtraum: „Das Haus meiner Eltern, das sich gleich gegenüber dem Hotel befindet und in dem die ganze Familie wohnte, brannte.“ Ein Jahr später, 2013: wieder Hochwasser, dieses Mal - mit Versicherung - finanziell kein solches Desaster. „Aber mental ist das natürlich hart, wenn wieder auf einer Etage alles herausgerissen werden muss. Und da gab es auch Momente, in denen man dachte, es geht nicht weiter. Doch man kann alles schaffen“, sagt die singende Wirtin. Dass sie auf die Bühne gehört, war ihren Eltern, die ihr den Spitznamen „goldener Spatz“ gaben, schon zeitig klar. „Mit sechs Jahren bekam ich Akkordeonunterricht, später erlernte ich auch Klavier und klassischen Gesang“, erinnert sich Angela Novotny. „Und als ich elf, zwölf Jahre alt war, hat mich mein Vater zu Auftritten gefahren.“ Später folgte das Studium an der Leipziger Musikhochschule. Danach war sie ab Ende der 80er Jahre als freischaffende Künstlerin tätig. Eine tolle Zeit: „Ich hatte viele Auftritte, vielleicht 200 im Jahr und teilweise im Ausland. Es lief richtig gut.“ Doch: „Mit der Wende 1989 brach schlagartig alles weg. Das Netz, das man sich aufgebaut hatte, wo man auftritt und mit wem man zusammenarbeitet, gab es nicht mehr“, sagt sie. „Da habe ich zum ersten Mal gemerkt, wie es ist, wenn man total ausgebremst wird.“ Doch auch in jener Zeit verliert sie ihren Mut nicht. Mit ihrem Mann, mit dem sie 1989 einen Sohn bekommt, hatte sie schon länger darüber nachgedacht, ihre beiden Berufe miteinander zu verbinden. Sie Künstlerin, er Koch. „Wir hatten kein Geld auf dem Konto, aber große Pläne“, blickt sie mit einem Lachen zurück. Doch die beiden verwirklichten ihren Traum: 1995 eröffneten sie ihr Musikhotel, in dem oft Künstler zu Gast sind. „Der Start war fulminant.“ Inzwischen arbeiten auch der Sohn und die Schwiegertochter hier mit. Was wünscht sie sich in diesen Tagen? „Dass wir alle gesund bleiben und uns bald wieder in die Arme nehmen können“, so Angela Novotny. Und: „Dass uns unsere Gäste treu bleiben und wir nächstes Jahr das 25-jährige Bestehen vom ,Goldenen Spatz’ nachfeiern können.“


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VON RITA KUNZE //

n Zeiten von Corona geht Jonte Volkmann schon mal in seinen Kleiderschrank. Durchaus eine seriöse Sache: Der Schauspieler hat dort Hörbücher eingesprochen; der Schrank wird von ihm als selbstgebaute Tonkabine genutzt. Eigentlich wäre der 29-Jährige jetzt mitten in den Proben zu „Sonny Boys“ - die Komödie von Neil Simon steht im Sommer auf dem Spielplan des Nordharzer Städtebundtheaters. Doch das Haus ist wegen der Pandemie geschlossen und läuft im Notbetrieb. „Das ist wie in einem Apokalypsenfilm, was da gerade läuft“, sagt Volkmann. „Der ganze künstlerische Betrieb ist eingestellt. Wir hocken alle zu Hause, wie es weitergeht, muss man abwarten.“ Beschäftigungslos ist er deswegen nicht, denn Jonte Volkmann liest neben seinem Job als Schauspieler auch Texte für Hörbuch-Produktionen ein: „Aus dem Leben eines Taugenichts“, „Der kleine Prinz“ oder Platons „Kratylos“ sind bereits im Zürcher Fliegenglas-Verlag erschienen. Höchstens eine Stunde im Kleiderschrank Im Moment arbeitet der Schauspieler daran, den Roman „Jugend ohne Gott“ des österreichisch-ungarischen Schriftstellers Ödön von Horváth einzusprechen. Für solche Arbeiten braucht es einen bestimmten Klang. Volkmanns Altbauwohnung mit ihren hohen Decken bietet dafür nicht die besten Bedingungen, es gäbe einen Nachhall. „Deswegen habe ich im Kleiderschrank gesessen“, erzählt er. Ist das denn bequem? „Es geht, wenn man es sich nett einrichtet und ein Glas Wasser mitnimmt“, sagt der Schauspieler, der Texte nicht länger als eine Stunde am Stück laut liest. „Wegen der Stimme und der Konzentration“, erklärt er. Denn Texte für Hörbücher zu sprechen, das „kann teilweise eine Fitzelarbeit sein“. Sein Schauspielerkollege Eric Eisenach bestätigt das. Wie Volkmann hätte er in diesen Tagen für die „Sonny Boys“ am Nordhar-

Freitag, 15. Mai 2020

Der Schrank wird zum Studio

zer Städtebundtheater proben sollen, und wie Volkmann arbeitet er jetzt an Projekten für den Fliegenglas-Verlag. Er gibt seine Stimme, um das Magazin „Spektrum der Wissenschaft“ hörbar zu machen. Für den 35-Jährigen ist das eine neue Erfahrung: „Man lernt schon eine ganze Menge. Es ist interessanter, als ich dachte“, sagt Eisenach und erzählt von einem Artikel über das „Waldbaden“, den er für die <<Hörbuch>>-Ausgabe gelesen hat. Zuvor hatte er für den Schweizer Verlag Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ gelesen. Ein Kontrastprogramm, denn im Gegensatz zu Goethes emotionalem Briefroman müssen Wissenschaftstexte sachlich vorgetragen werden. Aber: „Mir haben die Magazine gut getan, weil ich vom Blatt lesen konnte“, sagt Eisenach. Der „Werther“ habe wesentlich mehr Vorarbeit verlangt: Wo muss beim Vortrag die Haltung verändert, wo muss ein „Atemzeichen“ gesetzt werden? Doch leicht ist es auch mit wissenschaftlichen Abhandlungen nicht: Die Texte, die teils viele Fremdwörter enthalten, werden von Lektoren kontrolliert. Eisenach: „Wenn man Pech hat, muss man 40 Fehler korrigieren.“

Nordharzer Städtebundtheater Weil es keine Vorstellungen gibt, überbrücken Bühnenschauspieler diese Zeit auf ungewohnte Weise. Sie lesen Texte für Hörbücher und Fachmagazine ein.

FOTO: ANDREAS STEDTLER

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Das Nordharzer Städtebundtheater ist wegen Corona geschlossen. Der Schauspieler Jonte Volkmann nutzt die spielfreie Zeit zum Aufnehmen von Hörbüchern. Der Kleiderschrank zu Hause wird zur Aufnahmekabine, weil die Akustik dort gut ist.

Schauspieler sehnen sich nach den Bühnen des Nordharzes Ähnliche Erfahrungen hat auch Jonte Volkmann gemacht. Er erinnert sich an „Kratylos“: „Da habe ich mich zahlreiche Stunden durchbeißen müssen, weil es um die Entstehung der altgriechischen Sprache geht.“ Zwei Drittel der altgriechischen Wörter habe er neu einsprechen müssen. Auch das Textbuch für „Ronja Räubertochter“ am Nordharzer Städtebundtheater hat er da, Premiere soll am 17. Juni im Harzer Bergtheater sein. Aber die Zeiten sind ungewiss. „Wir wissen leider noch gar nicht, wann wir wieder starten“, sagt Eric Eisenach. Doch der Schauspieler blickt nach vorn. Sein nächstes Projekt sind Stefan Zweigs „Sternstunden der Menschheit“, die er für eine Hörbuchversion einlesen will. „Damit werde ich anfangen, wenn wir nicht endlich wieder anfangen können zu proben.“


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Freitag, 15. Mai 2020

Pieks gegen das Virus

Bleiben Sie zuversichtlich!

IDT Biologika Dessau-Roßlau Die Welt wartet auf einen Impfstoff gegen Sars-Cov-2. In Sachsen-Anhalt könnte er produziert werden.

Bernd Wiegand Oberbürgermeister in Halle (Saale)

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Im Herbst sollen die Tests dann erstmals beginnen Ebola, MERS oder das Lassafieber – bei IDT werden Mittel hergestellt, die gegen verheerende Viruserkrankungen immun machen. Und bald schon soll hier auch der Wirkstoff in Ampullen gefüllt werden, den man aktuell als „Heiligen Gral“ der Weltgesundheit bezeichnen kann: Eine Impfung gegen das neuartige Coronavirus Sars-Cov-2. Denn während die Welt unter den Folgen der Pandemie leidet, wird im BiopharmaPark Dessau an einer Lösung der globalen Notlage gearbeitet. IDT ist dabei Teil eines Forschungsverbunds, der den Impfstoff gemeinsam entwickelt. Fragt man allerdings Andreas Neubert nach dem Präparat, auf das die Welt wartet, tritt der IDTEntwicklungsleiter erst einmal auf die Euphoriebremse. „Stand jetzt testen wir unseren Wirkstoff im Herbst erstmals an einer kleinen Gruppe von Menschen“, sagt Neubert und schiebt gleich noch eine andere Zeitangabe hinterher, die das Bild vom schnellen Wundermittel geraderücken soll. „Die Herstellung eines Human-Impf-stoffs dauert normalerweise zehn Jahre.“ Neubert steht, als er das sagt, vor dem Reinraumfenster, hinter dem die beiden Frauen Flaschen befüllen. Die Flüssigkeit, mit der sie hantieren, ist zwar farblos, dafür inhaltsreich. „In 150 Milliliter Nährlösung sind Millionen hochspezifischer Zellen, die sich in den Flaschen weiter vermehren sollen“, erklärt der 64-Jährige. Diese Zellen kann man sich als kleine Fabriken vorstellen, deren Aufgabe die Produktion eines Virus ist. „Natürlich nicht des Sars-2-Virus“, beruhigt Andreas Neubert. Die Zellen vervielfachen ein Trägervirus, das genetische Informationen des neuartigen Erregers enthält. Mit dem Trägervirus sollen Menschen gegen Sars-Cov-2 immunisiert werden. Virus hilft gegen Virus - so die Hoffnung. Der Mensch ist dem Virus nicht hilflos ausgeliefert Um diesen Mechanismus zu verstehen, muss man etwas genauer wissen, wie das neuartige Coronavirus den

FOTOS: ANDREAS STEDTLER, ZB, SILVIO KISON

VON JULIUS LUKAS //

lasche für Flasche füllen die beiden Frauen mit der klaren Flüssigkeit. Um sie herum glänzen EdelstahlOberflächen. Ihre Handgriffe sind geübt, was sie anfassen, wird sofort desinfiziert. Ihr Arbeitstempo: gemächlich. Doch die reduzierte Geschwindigkeit der in blaue Schutzkleidung gehüllten Frauen ist keineswegs Faulheit, sie ist Vorgabe und Arbeitsmaxime. Angewiesene Langsamkeit sozusagen. Denn bei jeder schnellen Bewegung besteht die Gefahr, dass winzige Staubteilchen aufgewirbelt werden. Gelangen diese Körnchen in die farblose Flüssigkeit, könnte sie unbrauchbar werden. Das Werk eines Tages wäre damit zerstört. Schon dieses Beispiel zeigt, mit welcher Genauigkeit und Sorgfalt bei IDT Biologika produziert wird. Die beiden Frauen sind Mitarbeiterinnen des Biotechnologie-Unternehmens aus Dessau-Roßlau. Was sie machen, lässt sich durch große Glasscheiben beobachten. Die Schaufenster wurden im 2019 eingeweihten Produktionsgebäude eingebaut, um einen Einblick in eine Arbeit zu geben, die sonst hinter mehreren Schleusen und Sicherheitsstufen verborgen ist: Die Herstellung eines Impfstoffs.

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Produktionsmitarbeiterinnen Kesrin Müller (links) und Wiebke Krause prüfen das Zellwachstum unter dem Mikroskop.

Allerdings ist der Mensch diesem Mechanismus nicht hilflos ausgeliefert. Als Immunantwort bildet er zum einen Antikörper, die den Rezeptor des Coronavirus blockieren. „Sie neutralisieren ihn, so dass der Erreger nicht an die menschlichen Zellen andocken kann.“ Die Infektion wird damit gestoppt. Hinzu kommen Immunzellen, die die infizierten Zellen zerstören und die Viren entsorgen. „Ein Impfstoff funktioniert am besten, wenn diese beiden Mechanismen in einer guten Balance sind“, sagt Neubert. Dieses Gleichgewicht zu treffen, sei das Ziel.

Seit 1982 forscht Andreas Neubert in Dessau-Roßlau an viralen Impfstoffen. Heute leitet der 64-Jährige die Entwicklungsabteilung von IDT Biologika. Die IDT Biologika-Zentrale (unten) im BioPharmaPark Dessau-Roßlau.

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Projekte gibt es weltweit, mit denen an einem Impfstoff gegen Sars-Cov-2 gearbeitet wird. Quelle: Verband der forschenden Pharmaunternehmen

menschlichen Organismus erobert. Auf den Darstellungen des Erregers sind zumeist Ausstülpungen auf dessen kugelförmiger Hülle zu sehen. Dabei handelt es sich um Rezeptoren. „Mit denen dockt das Virus an die menschlichen Zellen an“, erklärt Andreas Neubert. Einmal in Kontakt, wird der Erreger von der Zelle aufgenommen und kann sich darin dann vermehren. „Die infizierte Zelle geht daran zugrunde, zerplatzt und die gebildeten Viren können neue Zellen befallen.“ So verbreite sich Sars-Cov2 im Körper.

Viele Hürden auf dem Weg zum Impfstoff Nachdem die beiden Frauen alle Flaschen befüllt haben, kommen die Gefäße in Schränke, die wie Weinregale aussehen. Rollen bewegen sie darin. Das stimuliert das Zellwachstum. „Wenn die gewünschte Zahl Zellen erreicht ist, wird das Trägervirus hinzugegeben“, erklärt Andreas Neubert. Im Fall des Sars-Cov-2-Impfstoffs wird ein in menschlichen Zellen nicht vermehrungsfähiges Pockenvirus verwendet. „Das dringt schnell in die Zellen ein und aktiviert auch die Abwehrkräfte sehr gut.“ Immunzellen werden gebildet und weil das Pockenvirus auch Genmaterial des Coronavirus enthält, zeigen sich dessen typische Rezeptoren auf der menschlichen Zelle. Das wiederum führt zur Bildung neutralisierender Antikörper. In einer Produktionszelle entstehen um die 100 solcher Impfviren. In weiteren Produktionsschritten werden diese gereinigt, als Impfstoff aufbereitet und dann abgefüllt. Bis das bei IDT allerdings massenweise geschieht, wird noch einige Zeit vergehen. Wie lange, darüber will Andreas Neubert, der seit 1982 in Dessau an viralen Medikamenten forscht, nicht spekulieren. Seine Erfahrung allerdings sagt, dass sich immer wieder Hürden in den Weg stellen: „Gerade bei den Coronaviren wurde etwa bei Tieren beobachtet, dass der Impfstoff die Infektion in wenigen Fällen noch verstärkt.“ Ob das auch für Menschen gilt, sei bisher unklar. Doch gemeinsam mit seinen Forschungspartnern will IDT diese Hürden nehmen. „Wir werden unser Bestes tun, um den Impfstoff auch verfügbar zu machen“, verspricht Andreas Neubert.

Corona und kein Ende? Seit Monaten hält uns das Virus in Atem. Die allermeisten Menschen haben den Ernst der Lage erkannt. Sie halten sich an den Mindestabstand von 1,5 Metern und tragen in vielen öffentlichen Bereichen einen MundNasen-Schutz. In Halle haben wir frühzeitig gehandelt; in Folge dessen sinkt die Zahl der Infizierten seit dem 10. April stetig, mittlerweile auf 23 Fälle pro 100.000 Einwohner. Stolz machen mich die große Einsicht und die Welle der Hilfsbereitschaft, die wir seit Anbeginn dieser Pandemie erleben. Nun stellen wir uns gemeinsam der Herausforderung, schrittweise zur Normalität zurückzukehren und uns gleichzeitig weiter aktiv zu schützen. Solange, bis ein Impfstoff gefunden ist. Die Stadt fordert seit Wochen weitreichende Lockerungen, unter Einhaltung konsequenter Abstands- und Hygieneregeln – für alle gesellschaftlichen Bereiche. Immer vorausgesetzt, dass die Zahl der Infizierten nicht gravierend steigt. Das wäre ein Schritt, der vielen Betroffenen Mut machen würde. Ein Vertrauensvorschuss zugleich für alle Kommunen in Sachsen-Anhalt. Darüber sollte die Landesregierung unverzüglich entscheiden. In ihrer Existenz sind derzeit viele Bereiche gefährdet: Unternehmen, Gewerbetreibende, Kulturschaffende. Viele entwickeln kreative Ideen, wie der Mindestabstand eingehalten werden kann. Die Stadt Halle (Saale) unterstützt die Entwicklung kluger Konzepte mit zentralen Ansprechpartnern. Auch diese Partnerschaft lässt mich zuversichtlich in die Zukunft schauen. Klar ist: Wir sind noch nicht über den Berg und müssen weiter mit Augenmaß und Vorsicht handeln. Mein Wunsch: Bleiben Sie gesund! Und bleiben Sie zuversichtlich!

Unterwegs ins Leben danach Lutz Trümper Oberbürgermeister in Magdeburg

In der Landeshauptstadt Magdeburg und im ganzen Land gibt es seit dem 10. März eine Situation, die niemand zuvor kennengelernt hatte. In Magdeburg wurden im Monat März ungefähr 80 Corona-Fälle registriert, die im überwiegenden Maße Urlaubsrückkehrer aus Italien und Nordösterreich waren. Aber eine Infektionskette konnte sich durch das zügige Eingreifen des Gesundheitsamtes und durch Quarantänemaßnahmen nicht bilden. Eine exponentielle Ausbreitung wurde unterbunden. Es wurden dazu über einen kleinen Krisenstab eine ganze Reihe von Maßnahmen eingeleitet. Unsere besondere Aufmerksamkeit lag immer auf den Altenpflegeheimen, weil die Menschen dort am meisten gefährdet sind. Bisher ist es uns gelungen, einen Ausbruch dort zu verhindern. Ob das auf Dauer so sein wird, kann man natürlich nicht sagen. Krankenhäuser wurden für mögliche schwere Infektionsfälle vorbereitet. Die überwiegende Zahl der Patienten, die an Beatmungsplätzen in der Universitätsklinik Magdeburg angeschlossen waren, waren allerdings Menschen von außerhalb Magdeburgs, aus Frankreich etwa. Unter den Maßnahmen des Shutdowns haben natürlich zahlreiche Wirtschaftsbetriebe, Kultur-, Sport- und andere Vereine extrem gelitten, so dass manche Menschen existenzielle Sorgen haben. Jetzt ist es wichtig, dass wir unter Beachtung der aktuellen Infektionslage darauf achten, den Menschen möglichst schnell eine Chance zu geben, ihre Existenz zu sichern. Das Wirtschaftsleben und die Zahlung von Steuern, die die öffentliche Hand braucht, um das alles zu finanzieren, müssen laufen, ansonsten wird das finanziell in einem Desaster enden. Ich bin optimistisch, dass uns das gelingen wird. Schritt für Schritt werden wir in den nächsten Monaten wieder zu einem halbwegs normalen Leben zurückkehren.


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Wir packen das!

ls die Corona-Krise losging, „herrschte schon eine Unsicherheit“, erinnert sich Bianca Zorn. Doch diese sei schnell verflogen. „Wir haben gehandelt, die Belegschaft hat toll mitgezogen. Die Lage ist entspannt, normal“, fügt die Firmenchefin von Zorn Instruments hinzu. Der Spezialist für Hochpräzisionstechnik für Prüfverfahren im Straßen- und Gleisbau, in der Zuckerindustrie und in Laboren hat seinen Sitz in Stendal. Und das Familienunternehmen hat trotz weltweiter Corona-Pandemie keine Probleme, seine Produkte an den Mann zu bringen. Ob in den USA, in Südamerika, in Asien oder in Europa. So stehen alle 40 Mitarbeiter samt der drei Auszubildenden in Lohn und Brot. „Wir haben zwar Kurzarbeit angezeigt, müssen davon aber keinen Gebrauch machen“, sagt die 37-jährige Firmenchefin. Den Infektionsschutzverordnungen entsprechend, gab es vor allem im operativen Bereich Veränderungen. Berücksichtigt wurde bei Einteilung der Mitarbeiter in das Zweischichtsystem die Kinderbetreuung. Für die Chefin, die selbst ein einjähriges Kind hat, Selbstverständlichkeit. Für sie und ihren Partner, der auch als Unternehmer tätig ist, springen die Eltern ein, zumal der Seniorchef zur Risikogruppe gehört. „Sonst war mein Vater fast täglich in der Firma, nun darf er aus der Ferne das Geschehen verfolgen“, sagt die junge Unternehmerin, die seit 2017 an der Spitze steht. Auf die Einhaltung der Corona-Verordnungen legt sie privat wie beruflich großen Wert. Viermal am Tag werden Klinken und Handläufe sowie die Sanitärbereiche in den Betriebsgebäuden desinfiziert. Der Aufenthalt im Pausenraum erfolgt gestaffelt - entsprechend der maximal zulässigen Personenzahl. „Die Mitarbeiter sind sehr diszipliniert und sensibilisiert. Das Abstandhalten ist Routine geworden“, sagt Bianca Zorn. Bislang gab es keinen Ausfall im Betrieb wegen einer

Bauboom hilft Experten für Prüftechnik Zorn Instruments Stendal Das Unternehmen bringt auch in schwierigen Zeiten seine Spezialgeräte weltweit zuverlässig zu den Kunden.

FOTO: ANDREAS STEDTLER

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VON REGINA URBAT //

Freitag, 15. Mai 2020

Frank Dobberkau, Vertriebsleiters Deutschland der Zorn GmbH, mit Geräten zur Messung der Bodendichte

Coronavirus-Infektion. „Wir müssen dennoch vorsichtig bleiben“, sagt die Chefin. Das gilt auch für den Kontakt mit Kunden, Händlern und Schulungsteilnehmern. Reisetätigkeit und Firmenbesuche sind tabu, alles wurde auf Telekommunikation umgestellt. Darin sieht der Vertriebsmanager Thorsten Hildebrand sogar einen „Vorteil dank Corona“. Die Kommunikation per Skype und Bildtele-

haben Wir gehandelt, die

Belegschaft hat toll mitgezogen. Bianca Zorn, Geschäftsführerin

fon oder ein Seminar per Video-Liveschaltung, wie jüngst mit 50 Teilnehmern in der indonesischen Hauptstadt Jakarta, durchzuführen, ersetzt zwar nicht den persönlichen Kontakt, „ist aber eine sinnvolle Alternative, für die es vor Corona wenig Verständnis gab“, sagt Hildebrand. Ungeachtet der Anpassungen im operativen Geschäft, bei Zorn Instruments laufen die Maschinen auf Hochtouren.

Wir sagen Danke!

Die Coronakrise stellt Wirtschaft und Gesellschaft weltweit vor völlig neue Herausforderungen. Entsprechend haben wir unsere Ethanolanlage in Zeitz an die neue Situation angepasst und stehen bereit, Hilfe zu leisten: Innerhalb kürzester Zeit haben wir die Möglichkeit geschaffen, Ethanol auch als Hauptbestandteil für Desinfektionsmittel herzustellen und auszuliefern. Damit tragen wir aktiv zur Bekämpfung des Virus und zum Schutz der Bevölkerung bei. Ob Apotheken aus der Region, Landesregierungen in Deutschland oder die Schweiz – viele setzen zur Zeit auf Ethanol aus Zeitz. Dies ist nur möglich dank des Engagements und herausragenden Einsatzes unserer Mitarbeiter sowie unserer Partner und Lieferanten. Hierfür bedanken wir uns herzlich!

„Wir profitieren vom anhaltenden Bauboom, sei es auf der Straße, der Schiene oder beim Breitbandausbau“, sagt der Vertriebsmanager. Hildebrand begründet es damit, dass der Winter mild war und im Bausektor trotz Corona gearbeitet werden kann. „Ich habe das Gefühl, viele nutzen den Rückgang des Verkehrs, um ihre Straßen und Schienen in Ordnung zu bringen.“ Ihre Firma selbst habe keine Lieferengpässe, sagt die Firmenchefin. „Wir haben unsere Lager aufgefüllt und ordern schneller nach als sonst.“ Schwieriger sei die Belieferung der Kundschaft in aller Welt geworden. Durch die Reduzierung des Frachtflugverkehrs und den Wegfall von Transporten auf Passagierfluglinien „haben sich die Preise verdreifacht“, sagt Thorsten Hildebrand, der die Geschäfte mit Händlern in rund 80 Staaten managt. Die Kostensteigerung auf die Produkte umzulegen, „kam für uns nicht infrage“, so die Firmenchefin. Die Lösung: „Wir haben die Flugrouten für unsere Waren geändert. Sie sind nun zwar mal einen Tag länger unterwegs, doch dafür im Kostenrahmen“, sagt Bianca Zorn. Besonders gefragt ist weltweit das Fallgewichtsgerät. Dabei handelt es sich um einen Schnelltester, mit dem die Tragfähigkeit von verdichteten Materialien etwa im Straßenbau ermittelt werden kann. Nach diesem Vorbild ist mit Unterstützung von Studenten der Hochschule Magdeburg-Stendal, mit der Zorn Instruments eng kooperiert, ein mobiler Asphalttester entstanden. In kürzester Zeit können mehr als 100 Punkte untersucht werden, erläutert Hildebrand. Noch existiert der Asphalttester nur als Prototyp. „Corona hat die Serienproduktion leider in Verzug gebracht“, sagt Bianca Zorn. Was noch fehlt, sei eine Normierung seitens der Forschungsgemeinschaft Straße und Verkehr. Die Altmärker sind aber zuversichtlich, dass diese Hürde in wenigen Monaten genommen wird. Die bisherige Bewerbung für den mobilen Qualitätsprüfer von Zorn Instruments habe gezeigt, „dass das Interesse weltweit vielversprechend ist“, sagt Thorsten Hildebrand.

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Reisekatalog als Mutmacher

ristik bereit für Reise-Träume ist. Und er gibt den Unternehmerinnen wie den Mitarbeitern Hoffnung, im Jubiläumsjahr doch noch in Schwung zu kommen. Bald soll es wieder Kurreisen an die Ostsee geben Das trifft nicht zuletzt auf die Busflotte zu. Auch hier ist die Hoffnung auf einen Neustart groß. Das Unternehmen steht im engen Kontakt mit dem Bundesverband deutscher Omnibusunternehmer. Die Vertretung der Reiseunternehmen hat im schlimmsten Fall für die Branche mögliche Umsatzeinbußen in zweistelliger Milliardenhöhe vorhergesagt. „Aber es gibt auch sehr viele Überlegungen, wie Busreisen wieder anlaufen können“, erklärt Birgit Vetter. Desinfektionsmöglichkeiten muss es an Bord geben. Eine Idee ist auch, im Bus nur jeden zweiten Platz

Touristik-Unternehmen in Salzfurtkapelle Die Busse sind alle abgemeldet, weil sie nicht rollen dürfen. Doch die Firma blickt nach vorn und bereitet wieder Angebote für ihre Gäste vor. Hoffen auf ein Geschäft zum Jahreswechsel.

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VON ULF ROSTALSKY //

as Reisen liegt den Deutschen im Blut. Birgit und Kristin Vetter wissend das ganz genau. Mutter und Tochter halten bei Vetter-Touristik das Steuer in der Hand. 30 Jahre gibt es das Unternehmen in Salzfurtkapelle bei Bitterfeld bereits, das von der Krise besonders hart getroffen wurde. In diesem Jahr sollte das Firmen-Jubiläum groß gefeiert werden. Nun sind alle Veranstaltungen und Vorhaben gecancelt. „Von hundert auf null“, sagt Birgit Vetter und macht das Ausmaß des coronabedingt verordneten Lockdowns für den Tourismus deutlich. 158 Mitarbeiter vom Busfahrer über den Buchungsexperten bis zum Reisebüromitarbeiter sind in Kurzarbeit.

liegt uns Reisen im Blut. Wir bereiten den Neustart vor.

Birgit Vetter, Unternehmerin

FOTO: ANDREAS STEDTLER

Reisebüros der Firma bereiten sich auf Buchungsansturm vor 30 Reisebüros in Sachsen-Anhalt und Sachsen sind geschlossen. Sämtliche Reise- und Traditionsbusse, die TschuTschu-Bahn, die Fahrzeuge für den Flughafentransfer und Kleingruppenfahrten sind abgemeldet. Die im November mit erheblichem Aufwand technisch in Schuss gebrachte „Vineta“ liegt am Steg fest, statt über den Goitzschesee zu schippern. Von heiler Welt und Urlaubsidylle ist man weit entfernt. Eine Katastrophe? Unternehmerisch auf jeden Fall. Aber auch menschlich. „Die Leute wollen nun mal reisen“, meint Birgit Vetter. Und sagt ganz deutlich: „Tourismus braucht eine

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Wir packen das!

Freitag, 15. Mai 2020

Sie führen das Unternehmen: Birgit und Kristin Vetter (v.l.)

Perspektive, ein Licht am Ende des Tunnels.“ Mutter und Tochter warten nicht nur auf Wunder von oben. Sie setzen auf Offensive. Wollen vorbereitet sein, wenn Tourismus in welcher Form auch immer

wieder Fahrt aufnehmen kann. Mit ihren Mitarbeitern haben sie zusammengesessen und an Konzepten gearbeitet. Erstes Ergebnis: Die Reisebüros werden ab Ende Mai öffnen. Vorerst nur stundenweise.

„Aber unter anderem mit einem Angebot an Busreisen für Weihnachten und Silvester“, erzählt Kristin Vetter. Der Katalog ist Mutmacher im doppelten Sinn. Er soll den Kunden zeigen, dass Vetter-Tou-

zu besetzen und den Fahrer zu isolieren: Es wäre kein Idealzustand, aber ein Anfang. Birgit und Kristin Vetter blicken voraus, holen Informationen ein. Reisen in Deutschland und den Anrainerländern sind das Ziel. „Wir tauschen uns auch regelmäßig mit unseren polnischen Partnern aus.“ Kurreisen an die Ostsee sind eine Trumpfkarte von Vetter-Touristik. „Den Leuten gefällt es. Sie vermissen die Fahrten. Wenn wir dürfen, bringen wir die Kunden ans Meer.“ Oder in die Berge, in die Provence, nach Ostpreußen. VetterTouristik ist normalerweise in ganz Europa unterwegs, vermittelt außerdem Reisen großer Anbieter, organisiert selbst Kreuzfahrten. „Wir wollen starten und alle mitnehmen: lieber heute als morgen.“

Stabilität rund um die Uhr

50hertz.com

© Jan Pauls

Stromnetze sind die Lebensadern unserer Gesellschaft. Sie sind die Grundlage dafür, dass in einer Ausnahmesituation wie jetzt viele Menschen ihren für uns alle wichtigen Job machen können: ob im Gesundheitswesen, bei den Sicherheitskräften oder in Handel, Produktion und Verwaltung. In Ostdeutschland arbeiten über 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 50Hertz für eine rund um die Uhr zuverlässige Stromversorgung. Damit die Energiewende gelingt und der Strom auch morgen sicher fließt, machen wir das Stromnetz fit für die Zukunft – zum Beispiel mit dem SuedOstLink zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern.


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Wir packen das!

Adrienne Schlothauer Schneiderin, Langenweddingen

Ich bin seit 1992 Damenmaßschneidermeisterin. Seit der Krise nähe ich Masken. Ich hatte noch so schönen, derben Leinenstoff. Inzwischen fertige ich fünf bis sechs Stück in einer Stunde an. Vor wenigen Wochen musste ich meine 89jährige Mutter beerdigen. Das hatte mit Corona nichts zu tun. Ich erzähle das, weil ich nur drei Tage hatte, um zu schlucken, denn die Realität hat mich sofort eingeholt. Die Leute haben mich gefragt: Nähst du denn weiter Masken? Ja, das tue ich. Inzwischen nehme ich ganz verschiedene Stoffe. Frauen mögen es bunt, mit Blümchen oder Streifen, Männer wollen es dezenter. Ich denke, dass ich das schaffe, die Krise zu überwinden. Weil mir viele Kunden sagen, dass sie weiter kommen werden. Und weil sie nicht nur meine Masken kaufen, sondern zwischendurch auch mal eine Hose mitbringen, die gekürzt werden muss. Oder ein Kleid. Ich habe keine Zuschüsse oder Fördergelder beantragt. Nein, das will ich nicht. Aufgezeichnet von Herbert Spies

Kultur nicht live, aber fast Matthias Poeschel Aka-Vorstand, Aschersleben

Es sollte ein großartiges Jubiläumsjahr werden. Vor zehn Jahren hat die Landesgartenschau Aschersleben wunderbar verwandelt. Für unser Jubiläum war viel Schönes geplant, doch dann kam das Virus mit Absagen und Terminverschiebungen. Das war ein Schock für uns. Denn eine Kulturanstalt (Aka) ohne Veranstaltungen ist nicht vorstellbar. Deshalb haben wir frühzeitig darüber nachgedacht, wie trotzdem Kunst, Musik und Literatur zu den Menschen zu bringen sind. Zusammen mit Gleichgesinnten haben wir Studio A gegründet - ein Veranstaltungsformat, das nun zweimal pro Woche über das Bürgerradio hbw übertragen und auf der Facebookseite der MZ Aschersleben direkt gestreamt wird. Lokale Künstler haben so die Chance, ihre Arbeit zu den Menschen nach Hause zu bringen. Die Resonanz ist ermutigend. Das betrifft Musik wie Lesungen, auch einen Rundgang durch die Neo-Rauch-Stiftung hat es schon gegeben. Aufgezeichnet von Kerstin Beier

MEDIAFIX

A

us Sicht der Wirtschaft einen „Mutmachertext“ in Coronazeiten zu schreiben, ist keine ganz einfache Aufgabe. So wenig wie es „die Wirtschaft“ als einheitlichen Block gibt, so unterschiedlich waren und sind die verschiedenen Branchen und natürlich einzelne Unternehmen in Sachsen-Anhalt betroffen. Einerseits mussten Hoteliers nicht nur in der Altmark, im Harz oder in unseren Welterberegionen lange bangen, wann sie wieder Gäste empfangen dürfen - und wie sie die Flaute überstehen. Auch viele Betriebe anderer Branchen mussten bereits Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Auf der anderen Seite laufen die Bänder beispielsweise in der Nahrungsmittelindustrie seit Wochen auf Hochtouren, hier werden Zusatzschichten gefahren und mehr Arbeitskräfte gebraucht. Aber dieser Arbeits- und Fachkräftemangel wird nicht etwa dadurch erträglicher, dass es nun „Alltagshelden“ sind, die händeringend gesucht werden... Zwischen diesen Extremen sehen wir jede Menge Grautöne, helle wie dunkle. Hellgrau: In der Exportwirtschaft etwa stellen die IHK-Außenwirtschaftsabteilungen zurzeit immer noch genauso viele Ausfuhrpapiere aus wie vor der Krise. Dunkelgrau: Es gibt „Hidden Champions“ in unserem Land, die um ihre globalen Absatzmärkte und ihre Lieferketten bangen, obwohl sie weiter produzieren durften. Allen diesen unterschiedlich Betroffenen gleichermaßen Zuversicht zu vermitteln, dürfte wohl nur sehr schwer möglich sein. Versuchen wir es trotzdem. Schauen wir auf das, was uns Verstand, Emotion und Bauchgefühl signalisieren.

Der Kopf sagt: Wir werden auch einen Weg finden! Für den wichtigsten Mutmacher in diesen Tagen muss die Politik sorgen: Es braucht eine echte Perspektive für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter, wann und wie es nach den ersten Lockerungen weitergehen kann. Das bringt uns zu einem Pluspunkt. Die Zusammenarbeit der Wirtschaftsorganisationen mit der Politik in Magdeburg hat nach unserem Eindruck in den vergangenen Krisenwochen immer besser funktioniert. Die persönlichen Kontakte zu den Entscheidern sind eng, Telefonate fanden vor und nach wichtigen politischen Entscheidungen statt, zu jeder Tages-, manchmal auch zur Nachtzeit. Kritik und Verbesserungsbedarf, welche unsere IHKn von den Betroffenen an den Hotlines unmittelbar in so manche Telefonkonferenz mit den handelnden Politikern hineingetragen haben, wurden offen diskutiert. Das hat, so unsere feste Überzeugung, so manche Unterstützungsmaßnahme und den schrittweisen Einstieg in ein Wirtschaftsleben mit und trotz Corona effektiver gemacht. Natürlich erwartet niemand ernsthaft, dass die gewerblichen Kammern – genauso wenig wie andere Organisationen – den Politikern bestimmte Maßnahmen einfach in die Feder diktieren könnten. Aber wir haben den Eindruck gewonnen, dass unser Hauptargument inzwischen angekommen ist: Wirtschafts- und Gesundheitssystem gehören zusammen, sie sind Organe desselben Körpers. Wenn das eine ernsthaft krank ist, kann das andere nicht überleben.

Spielen wir unsere Stärken aus Gastbeitrag Die Präsidenten der IHK Halle-Dessau und Magdeburg zu den aktuellen Herausforderungen für die Wirtschaft

FOTOS: ANDREAS STEDTLER, DIRK MAHLER, IHK, FRANK GEHRMANN

 Die Kunden bleiben mir treu

VON STEFFEN KEITEL UND KLAUS OLBRICHT //

Freitag, 15. Mai 2020

In der Firma Z-Blech Zerbst werden u. a. die Oberflächen von Metallkonstruktionen geschützt und veredelt.

Steffen Keitel, Präsident der IHK Halle-Dessau

Klaus Olbricht, Präsident der IHK Magdeburg

Wir sind deshalb überzeugt: Das Wiederanfahren der Wirtschaft wird als Notwendigkeit und gemeinschaftliche Aufgabe verstanden. Weil wir uns über dieses Ziel einig wissen, werden wir auch einen Weg finden, um Erwerbsleben und Gesundheit in eine Balance zu bringen. Der Kopf empfiehlt uns deshalb: Spielen wir diese Stärke aus! Das Herz sagt: Stehen wir weiter zusammen! Tatsächlich reicht der Zusammenhalt in unserem Land noch weiter. Wenn wir in diesen Tagen mit betroffenen Unternehmern sprechen, die Verantwortung für Mitarbeiter tragen, dann hören wir nicht selten den Satz: „Alle hier im Betrieb haben richtig gut mitgezogen.“ Und die Augen, in die wir dabei schauen, glänzen bisweilen. Wenn es so wie in den vergangenen Wochen hart auf hart kommt, dann stehen die Belegschaften vielerorts zusammen und für ihre Firma ein. Kreativ finden wir deshalb die Onlinebörse www.TeamTausch.de. Unternehmen, die gar nicht erst in Kurzarbeit gehen wollen oder zurückkommen, können in dieser Onlinebörse kostenlos inserieren und Arbeitskräfte in Unternehmen entsenden, die stark ausgelastet sind. Wer Bedarf hat, kann dort Unterstützung suchen. Eine prima Idee: Firmen helfen

Firmen. Beziehen wir in diese Gemeinschaft noch eine weitere Gruppe ein: einzelne Unternehmer ohne oder mit wenigen Mitarbeitern, die um ihre Existenz bangen. Wir denken hier beispielsweise an viele Einzelkämpfer in der Dienstleistungswirtschaft. Auch diese brauchen das gute Gefühl, dass ihre Kunden und ihre Gläubiger mitziehen. Die Zukunft dieser Betriebe – es sind mehr als die Hälfte der Unternehmen in unserem Land – ist uns ebenfalls eine Herzensangelegenheit. Bisher gestundete oder verschobene finanzielle Lasten werden später auf sie zurückfallen. Diese Unternehmen werden auch weiterhin Unterstützung brauchen, nicht nur die staatliche, sondern auch die ihrer Kunden – wenn beispielsweise Preise steigen. Der Bauch sagt: Es wird nicht einfach! Liebe Leserinnen und Leser, Sie merken schon. Mut zu machen heißt gerade nicht, alles rosarot zu malen. Nur wenn wir alle Herausforderungen gleichermaßen im Blick behalten, und weiter sorgfältig die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Anforderungen abwägen, können wir die Durststrecke ohne größere Verluste bewältigen. Unser Bauchgefühl sagt uns: Das wird nicht einfach, aber es ist zu schaffen.


Wir packen das!

Freitag, 15. Mai 2020

m Mai 2018 wurde in Wittenberg das stationäre Katharinavon-Bora-Hospiz eröffnet. Seither haben dessen Leiterin Sindy Herrmann und deren Team 245 Gäste begleitet, nicht selten auch Angehörige. Dabei konnten sie eine große Bandbreite dessen erleben, was Krankheit und Angst, Sterben, Tod und Trauer in einem Menschen auslösen können - und zwar bei demjenigen, der geht, sowie bei den Hinterbliebenen. Viel Erfahrung schützt aber vor Überraschungen nicht und als Reaktion auf eine solche haben sie vor kurzem ein Trauerhilfe-Telefon eingerichtet: Das gäbe es in dieser Form ohne die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus’ wohl nicht. Um Menschen vor einer Infektion zu schützen, wurden zum Teil rigide Schutzmaßnahmen eingeführt und dabei auch vor den letzten Dingen nicht haltgemacht. An Beerdigungen etwa durften plötzlich nur noch engste Familienangehörige oder eine höchst begrenzte Anzahl von Trauergästen teilnehmen. Spätestens aber als die Hospizleiterin nun in der Zeitung in einigen Trauerannoncen las, die Beisetzung finde zu einem späteren Zeitpunkt statt, verspürte sie Handlungsbedarf. Denn während der Satz von der Verschiebung einer Beisetzung im unbeteiligten Leser nur kurz nachhallen mag, stellten sich für Herrmann Fragen wie diese: „Was passiert da gerade mit den Menschen, die einen Trauerfall haben, wenn bestimmte Rituale nicht in gewohntem Maß stattfinden können?“ Ein „anderer Strang“ (Hermann) betraf das Hospiz selbst, die Betreuung durch ehrenamtliche Hospizhelfer in der Häuslichkeit oder anderen Orten, an denen sich ein Mensch auf der Schwelle zum Tod eben gerade befand: Auch dort mussten sie teilweise „umschalten“, beispielsweise auf telefonische Begleitung, während sich im Hospiz die Frage nach der Besucherzahl stellte. So war man übereingekommen, zunächst einen Besucher pro Gast und Tag zuzulassen. Aber wenn zum Beispiel Verwandtschaft von

Bei Anruf Trost Hospiz „Katharina von Bora“ Wittenberg Weil die Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie auch vor einem Hospiz nicht haltmachen, hat die Leiterin ein Trauerhilfe-Telefon eingerichtet.

FOTO: ANDREAS STEDTLER

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VON CORINNA NITZ //

Hospizleiterin Sindy Herrmann: „Wir haben immer einen Weg gefunden.“

weiter her kam, dann habe sie „behutsam mit Augenmaß entschieden“, wie Regeln angepasst werden können. „Wir haben immer einen Weg gefunden“, sagt Herrmann und erinnert an einen Ehemann, der selbst als Dauergast mitaufgenommen wurde und bei seiner Frau bleiben konnte, bis zu deren letztem Atemzug. „Danach haben wir den Mann telefonisch begleitet. Sonst würde unser normales Angebot, zum Beispiel das Trauer-Café,

ist eine Das Herausforderung, die wir gerne annehmen.

Sindy Herrmann, Hospizleiterin

greifen. Das war schwierig, weil ich keine Gruppentreffen stattfinden lassen konnte“, erinnert Herrmann an jene Zeit, in der die Überzeugung heranreifte, dass für die Trauernachsorge noch ein anderes Angebot gebraucht würde. Von der Idee bis zur Umsetzung war es nicht weit, momentan seien sie dabei, das Angebot etwa mit Kliniken oder Bestattungsinstituten zu „kommunizieren“, man könnte auch sagen, es bekannt zu

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machen. Es habe bereits mehrere Anrufe gegeben auch von Menschen, die nicht durch die Corona-Krise betroffen sind, sondern davon, dass sie einen eigenen Verlust erlebt haben. „Auch diese Menschen sind herzlich willkommen, durch eine erfahrene Fachkraft an der Trauerhotline begleitet zu werden“, sagt Herrmann, die die Erfahrung gemacht hat, dass vielen schon das Sicherheitsversprechen reicht, welches ja auch mit einer solchen Hotline verbunden ist: „Ich kann anrufen, aber ich muss nicht.“ Betreut wird das Trauerhilfetelefon von sechs Hospizfachkräften der Johannesstift Diakonie in Wittenberg und Berlin. Herrmann, die selbst mit von der Partie ist, sagt, die Kollegen werden abwechselnd wöchentlich eingeteilt. Dadurch könne auch gewährleistet werden, dass „im Fall von Mehrfachanrufern nicht ständig eine andere Person am Telefon ist“. Auf diese Weise ließe sich auch leichter klären, ob ein Mensch womöglich mehr braucht als nur dieses Telefonat. Die Hotline selbst bezeichnet sie auch als eine „zusätzliche Herausforderung, die wir gerne annehmen“. Das Katharina-von-Bora-Hospiz in Wittenberg ist das jüngste von sieben stationären Hospizen in Sachsen-Anhalt. Entstanden ist die Einrichtung, die nach der Ehefrau des Reformators Martin Luther (1483 bis 1546) benannt wurde, in einem ehemaligen Bettenhaus auf dem Gelände des evangelischen Krankenhauses Paul Gerhardt Stift. Es gibt zehn Zimmer und 21 Mitarbeiter, dazu kommen gut 90 Ehrenamtliche im ambulanten Hospizdienst. Für den Umbau, in den 1,3 Millionen Euro investiert wurden, gab es einst auch eine große Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung. Den Löwenanteil der Kosten hat die damalige Paul Gerhardt Diakonie (heute Johannesstift Diakonie) getragen. Nach wie vor ist das Hospiz aber auf Spenden angewiesen, da die Kostenträger nur für 95 Prozent aufkommen. Zu den Angeboten, die bereits vorgehalten werden, gehöre ein Kinderhospizdienst. Noch entstehen soll nach Auskunft von Sindy Herrmann ein Tageshospiz.

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Freitag, 15. Mai 2020

Virtuelle Konzerte VON ALEXANDER WALTER //

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o sonst Studenten, Künstler, Kiezbewohner im Licht der Barlampen ihr Bier im Magdeburger„Café Central“ trinken und lebhaft diskutieren, war es wochenlang still. Fahrräder sind zwischen Tischen geparkt. Werkzeug liegt herum. Es ist ein ernüchterndes Bild, wie am Morgen nach einer zu langen Party. Seit Wochen fehlen die Gäste. Die Corona-Krise sei eine der herausforderndsten Zeiten des Cafés, sagt Julia Mantwill, eine von vier Inhabern des Central. Sie wollten die Situation aber nicht tatenlos hinnehmen.

Café-Betreiber wollen neue Geschäftsideen verwirklichen Bei den Besitzern entstand eine Idee: „Wenn die Leute nicht ins Central kommen können, warum nicht das Central zu den Leuten bringen?“, fragt Mantwill. Motivation war dabei nicht in erster Linie das Geld, sagt sie. „Wir verstehen uns als Treffpunkt, wollen Menschen weiter zusammenbringen, Kulturstätte bleiben und etwas für unsere Stadt Magdeburg tun.“ Tatsächlich ging das Central nur zwei Tage nach der Schließung aller Lokale in Sachsen-Anhalt als eines der ersten mit dem Stream eines Live-Konzerts online. Anfangs freitags und samstags auf

Sendung, sind die Centraler inzwischen auf Mittwoch und Donnerstag umgestiegen. Gäste können sich bei den virtuellen Veranstaltungen unter dem Motto „Central digital“ auf sozialen Medien wie Youtube, Twitter oder Twitch dazuschalten und per Kommentarleiste mitreden. „Richtig gut funktionierte ein Vortrag des Reiseautors Toni Hinze über eine Norwegen-Tour“, so Mantwill. Solche Reise-Vorträge wolle das Central nun ausbauen. Erst kürzlich sprach zudem der in Magdeburg lebende New Yorker Jonathan Failla live mit Ärzten in den von der Pandemie besonders geplagten USA. Zudem ging es virtuell sogar auf Pilgerreise durch Spanien. „Wenn es Input gibt, zieht das die Leute an“, sagt Julia Mantwill. Das Café habe also bereits aus Erfahrungen gelernt. 30 bis 70 Leute kommen inzwischen im Schnitt zu einer virtuellen Veranstaltung – etwa so viele, wie sonst auch im Café sitzen würden. Bei allem Erfolg fallen die Einnahmen online noch bescheiden aus: Gerade 100 Euro kommen im Schnitt pro Abend zusammen. „Die Spenden aus der virtuellen Hutkasse sind eine schöne Wertschätzung, das ist toll, aber unsere Fixkosten deckt das bei Weitem nicht“, so die Inhaberin. Studenten, darunter mehrere aus dem Ausland, die im Central kellnern, sind deshalb derzeit ohne Einkommen. Aber immerhin: Alle vier Café-Inhaber haben parallel andere, sichere Jobs. Die Krise ist damit nicht existenzbedrohend. Eine tragfähige Einnahme-Alternative

FOTO: ANDREAS STEDTLER

Café Central Magdeburg Musik wird per Online-Stream in die Wohnungen der Kundschaft übertragen.

Café-Betreiberin Julia Mantwill im Central in Magdeburg, im Hintergrund Steffen Jany

Spenden aus der virtuellen

Hutkasse sind für uns große Wertschätzung. Julia Mantwill, Café-Betreiberin

hat das Café in der Krise also nicht gefunden. Aber immerhin ein zweites Standbein. Ein weiteres wollen Café-Managerin Mantwill und ihre Mitinhaber mit der Vermarktung der Marke „Café Central“ aufbauen. T-Shirts mit dem Symbol des Treffpunkts wurden bereits gedruckt. „Dafür hatten wir viele Bestellungen“, sagt die Besitzerin. Gut gerüstet, wenn wieder geöffnet werdend darf Wie geht es nach der Krise weiter? „Wir sind im Moment weder panisch noch euphorisch“, sagt Mantwill. Selbst wenn – wie von der Landesregierung angestrebt – am 18. Mai alle Lokale wieder öffnen dürfen, komme erstmal der Sommer mit erfahrungsgemäß sinkenden Gästezahlen.

„Wenn wir dürfen, werden wir aber in jedem Fall unsere Terrasse öffnen“, sagt Julia Mantwill. Abstandsregeln könne man dort gut einhalten. Mit einem echten Aufschwung rechnet sie aber erst im Oktober. Bis dahin will das Central seine virtuellen Veranstaltungen in jedem Fall durchziehen. So oder so, zu feiern gibt es 2020 trotz Corona in jedem Fall eine Kleinigkeit: Das Central wird in diesen Wochen 15 Jahre alt. 2005 hatte das Café, damals noch an anderem Standort in der benachbarten Leibnizstraße, angefangen. Julia Mantwill war seit den Gründungstagen dabei, anfangs auch als Kellnerin. Das Jubiläum ihres Cafés würde die Magdeburgerin gern begehen - am liebsten nicht virtuell, sondern mit vielen Gästen.

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Kultur | Sport | Soziales Hilfe, die ankommt: schnell, unbürokratisch, wirksam. Antragsformulare auf www.lotto-sachsen-anhalt.de

Auch wir als Unternehmen können Mut machen – wir planen, bauen, schützen, reparieren, informieren und organisieren. Dabei geben wir stets unser Bestes und oft sogar noch mehr. Für uns und vor allem für Sie. Unser Dank geht an jeden Einzelnen unserer Freunde, Partner, Auftraggeber, Kollegen und Mitarbeiter, die in diesen Zeiten mit uns kämpfen. Zusammen werden wir diese Krise meistern.

Umwelttechnik und Wasserbau GmbH Hüttenstraße 24 ∙ 38889 Blankenburg (Harz) Niederlassungen: Anlagenbau, Berlin/Brandenburg, Blankenburg (Harz), Frankfurt am Main, Gelsenkirchen, Halle/Saale, Jena, Leipzig, Magdeburg, Schkeuditz, Spezialtiefbau Falkenstein (Harz) OT Ermsleben, Wernigerode Webseite: www.uw.de · Instagram & Facebook: @umwelttechnik.wasserbau


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Wir packen das!

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Ende April landete eine Frachtmaschine im Auftrag der Bundeswehr mit 8,3 Millionen Schutzmasken an Bord auf dem Flughafen Leipzig/Halle.

Tierheimleiterin, Stendal

Seit Anfang März leite ich das Tierheim in Stendal, es ist die größte Einrichtung dieser Art in SachsenAnhalt. Wir betreuen 32 Katzen, 30 Hunde, sieben Kaninchen und einen Nymphensittich. Normalerweise kommen täglich Gäste und gehen mit den Hunden Gassi. Das ist Ende März erst mal entfallen – teilweise. Es war eine schwierige Situation, in die ich da reingekommen bin, auch wenn weniger Besucher weniger Verwaltung bedeutet. Die Kollegen nutzten die Zeit stattdessen mit den Tieren. Am Ende des Tages wurden so einige Hunde trotzdem noch Gassi geführt, allerdings waren die Runden etwas kürzer als sonst. Die Vermittlung von Tieren wurde eingestellt. Ausgesetzte Vierbeiner haben bei uns aber weiterhin ein Zuhause gefunden. Inzwischen konnten einige Regelungen etwas gelockert werden, auch unsere regelmäßigen Gassigänger dürfen uns nun wieder unterstützen Aufgezeichnet von Mike Kahnert

Von der Manege aufs Dach Benjamin Hein Zirkusartist, Seyda

„Mitte März habe ich als ausgebildeter Artist und Kind einer berühmten Zirkusfamilie sprichwörtlich mit dem Rücken zur Wand gestanden. Wir haben mit dem „Projektcircus Bertolini“ jährlich 45 Schulen in ganz Deutschland besucht und innerhalb einer Woche aus Kindern Stars in der Manege gemacht. Aufgrund der Schulschließungen sind mir mit einem Schlag sämtliche Aufträge weggebrochen. Als selbstständiger Unternehmer ist es mir wichtig gewesen, nicht in Vergessenheit zu geraten. Der Dreiteiler „Jonglieren mit Benjamin“ ist im Internet gut angekommen. Es ist mir gelungen, die Menschen mit meinen Kunststücken zu erfreuen und sie vom Dauerthema Corona abzulenken. Seit knapp drei Wochen arbeite ich als Helfer bei einer Dachdeckerfirma in Edderitz. Ich bin sehr glücklich, dass wieder Geld in die Kasse kommt. Aufgezeichnet von Thomas Tominski

FOTOS: IMAGO/BJÖRN TROTZKI, IMAGO/EASTNEWS, BENJAMIN HEIN, MIKE KAHNERT

Mehr Zeit für die Tiere Anne Mollenhauer

Freitag, 15. Mai 2020

W

Luftbrücke nach Mitteldeutschland

VON MAX HUNGER //

ährend der Passagierflugbetrieb am Flughafen Leipzig/Halle aufgrund der Reisebeschränkungen nahezu still steht, herrscht bei der Frachtabfertigung auch in der Coronakrise Hochbetrieb. So sorgen etwa die Maskenpflicht und strenge Hygienebestimmungen in Krankenhäusern im ganzen Bundesgebiet für einen enorm gestiegenen Bedarf an Schutzkleidung. Dem mitteldeutschen Airport kommt bei der Versorgung mit der dringend benötigten Ausrüstung eine wichtige Rolle zu: Weil sich an den Bundesgrenzen zwischenzeitlich Lkw-Staus von bis zu 60 Kilometern Länge gebildet haben, seien in den vergangenen Wochen mehr Warentransporte per Flugzeug nach Sachsen-Anhalt gekommen, sagt Flughafensprecher Uwe Schuhart. „Das Rad in Halle muss weiterlaufen“, so Schuhart.

Schutzausrüstung wird in Passagiermaschinen transportiert Damit das auch in der Krise funktioniert, ist die Flughafenleitung neue Wege gegangen: Etwa 20 Kollegen aus der Flugzeugabfertigung, die sonst am Standort in Dresden im Passagierbetrieb arbeiten, helfen nun in Leipzig/Halle aus. So könne man auch einige Einbußen im Passagierbetrieb abfangen, sagt Schuhart. Die Mitarbeiter aus Dresden seien in dieser Zeit direkt im Flughafenhotel untergebracht. Die Verstärkung ist auch nötig: Über 100.000 Tonnen Waren werden hier pro Monat umgesetzt - auch während der Pandemie. Darunter auch medizinische Schutzausrüstung. So wurden laut Schuhart vor kurzem etwa 650.000 Atemschutzmasken für Altersheime per Flugzeug geliefert. Um dem hohen Bedarf gerecht zu werden, wird auch bei den Flugzeugen improvisiert: Weil ohnehin keine Passagiere

Flughafen Leipzig/Halle Der Airport ist eines der wichtigsten Warendrehkreuze. Um die Versorgung zu sichern, gingen die Beschäftigten ungewöhnliche Wege.

8.300.000 SCHUTZMASKEN

hat eine Antonow geliefert

100.000

TONNEN WARE PRO MONAT werden umgeschlagen

25 Mio. SCHUTZMASKEN

kamen insgesamt aus China

befördert werden, wird das Material teilweise mit normalen Linienflugzeugen transportiert. Pakete mit Masken, Schutzanzügen und Handschuhen werden dafür einfach auf den Sitzen verstaut. „Hauptsache, der Frachtverkehr läuft weiter, er ist essenziell für unsere Gesellschaft“, so Schuhart. Auch die Bundeswehr hat den Flughafen für ihre Hilfslieferungen in der Coronakrise genutzt. So landete Ende April eine Maschine vom Typ Antonow An-225 mit 8,3 Millionen Schutzmasken an Bord auf dem mitteldeutschen Airport. Diese Flugzeuge fliegen normalerweise im sogenannten Salis-Projekt für die Bundeswehr und bringen unter anderem Hubschrauber und Panzer in Krisengebiete. Die Antonow kann bis zu 250 Tonnen Fracht transportieren und gehört der ukrainischen Gesellschaft „Antonov Airlines“. „Der Flughafen Leipzig/Halle ist für die Bundeswehr mittlerweile das größte Drehkreuz geworden“, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei ein Besuch vor Ort. Die Schutzmasken wurden von Leipzig über eine private Spedition an die Bundesländer verteilt. Insgesamt 25 Millionen Schutzmasken wurden bisher von China zum Flughafen Leipzig/Halle geflogen.

Das ist nicht die einzige Krisenhilfe, die das Land über den Airport erreicht: Bisher habe es auch zwei Flüge mit Helfern für die hiesige Spargelernte aus Rumänien gegeben, sagt Schuhart. „In Zukunft könnte es weitere solcher Flüge geben“, so der Flughafensprecher. Flughafen Leipzig/Halle bereitet sich auf neue Art des Fliegens vor Warentransporte, Hilfslieferungen, eingeflogene Erntehelfer - zweimal war der mitteldeutsche Airport im April für einen kurzen Zeitraum der verkehrsreichste Flughafen in ganz Europa. Was Flughafensprecher Uwe Schuhart dennoch schmerzt: Die Terminals, an denen sonst zahlreiche Menschen auf ihre Flüge warten, sie sind derzeit wie leer gefegt. „Der Passagierbetrieb ist fast bei null.“ Das sei natürlich auch mit wirtschaftlichen Einbußen verbunden. Doch die Flugbranche bereite sich bereits jetzt auf eine Wiederaufnahme des Geschäftes vor. Wie können in Flugzeugen und an den Terminals Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden? „Daran wird gerade intensiv gearbeitet“, sagt Schuhart. Denn er ist sich sicher: Fliegen wird in der Zukunft wieder möglich sein, wenn auch unter anderen Umständen.

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Freitag, 15. Mai 2020

ie Corona-Krise trifft eine große Anzahl der Unternehmen in Sachsen-Anhalt. Fast drei Viertel der Unternehmen erwarten Umsatzrückgänge. Wie lange kann der Staat eine Wirtschaft herunterfahren, ohne langfristige Schäden zu riskieren? Wie soll Sachsen-Anhalt aus dem wirtschaftlichen Tal kommen? MZ-Redakteur Steffen Höhne sprach dazu mit Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD).

Interview Wirtschaftsminister Armin Willingmann fordert, nicht nur auf das Virus fixiert zu sein. Noch hält er die wirtschaftlichen Schäden für reparabel.

und Landesebene auflegen, um eine größere Pleitewelle zu verhindern. Unternehmen muss jetzt durch die Krise geholfen werden, damit sie noch am Markt sind, wenn sich die Verhältnisse wieder normalisiert haben. Wie wird die staatliche Hilfe derzeit angenommen und was planen Sie? Bisher haben wir einen Regenschirm, der über die ganze Wirtschaft aufgespannt ist. Unser Soforthilfeprogramm vom Solo-Selbstständigen bis zum Unternehmen mit 50 Beschäftigten wird unglaublich angenommen. Mehr als 42.000 Anträge auf Zuschüsse sind bei der Investitionsbank seit Ende März eingegangen

Herr Willingmann, wie erleben Sie persönlich die Corona-Pandemie? Welcher Verzicht fällt Ihnen privat am schwersten? Armin Willingmann: Die Arbeit ist fraglos noch intensiver als ohnehin schon. Zwar bin ich derzeit weniger draußen in Unternehmen oder auf Veranstaltungen, dafür nimmt die Abstimmung erforderlicher Maßnahmen in der Corona-Pandemie im Ministerium und unter den Ministerien viel Zeit in Anspruch: jeden Tag gibt es neue Herausforderungen. Positiv sehe ich, wie schnell derzeit Entscheidungen umgesetzt werden. Was sonst Wochen oder Monate dauerte, geht nun in Tagen, manchmal Stunden. Privat fehlt mir vor allem das Kulturangebot. Ich bin ein begeisterter Theater-, Konzert- und Opernbesucher. Immerhin: Unser Hund profitiert davon, da ich in der knappen Freizeit nun mit unserer Retriever-Hündin wieder längere Spaziergänge im Harz mache.

Wirtschaftsminister Armin Willingmann

und werden abgearbeitet. Die Antragsfrist endet aber Ende Mai. Und danach? Wir sollten dann nicht mehr generell, sondern gezielt weitere Hilfen ausgeben. Die Branchen, die länger vom Lockdown betroffen sind, benötigen zusätzliche Unterstützung. Ich sehe da Spielräume.

STATISTIK

ArbeitslosenZahlen im April Die Zahl der freien Stellen, welche die Firmen melden, hat deutlich abgenommen. QUELLE: ARBEITSAGENTUR, GRAFIK: NEUMANN

+10

Prozent Zunahme der Arbeitslosen

-60 Prozent Rückgang bei freien Stellen

Jeder vierte Beschäftigte in SachsenAnhalt befindet sich in Kurzarbeit. Wo führt das hin? Das hängt ganz maßgeblich davon ab, wie lange der Lockdown noch dauert und wie schnell es gelingt, die Wirtschaft wieder anzufahren. Ein nicht unerheblicher Teil der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt arbeitet fast normal, ein großer Teil ist aber zum Stillstand gekommen. Als Wirtschaftsminister sehe ich es als eine meiner Aufgaben, dabei zu helfen, diesen Motor wieder anzuschmeißen. Im Handel beginnt die Öffnung bereits, die Gastronomie und Hotellerie wartet ungeduldig darauf. Wie lange soll die Zwangspause noch gelten? Der Handel läuft langsam wieder an – die ersten Geschäfte konnten in SachsenAnhalt am 20. April ihre Tore wieder öffnen. In den Innenstädten der Großstädte

FOTOS: ANDREAS STEDTLER, SILVIO KISON, SINTIJA ROMANOVSKA

Bei den Menschen, die Sie treffen: Sorgen die sich mehr vor dem Virus oder um ihre wirtschaftliche Existenz? Ich glaube, der Blickwinkel hat sich inzwischen verändert. Am Anfang war es die Angst vor dem Virus. Die Bilder aus den Krankenhäusern in Norditalien haben die Menschen sehr beunruhigt. Doch die Infektionsentwicklung in Deutschland - insbesondere in Sachsen-Anhalt und die spürbaren Folgen des Herunterfahrens des öffentlichen Lebens haben die Krisenwahrnehmung verändert. Inzwischen haben die Menschen - so nehme ich es zumindest wahr - mehr Sorge vor den wirtschaftlichen Auswirkungen eines zu langen Lockdown. Das ist auch berechtigt. Daher müssen wir auch neue Risikoabwägungen treffen. 500 Kilometer Aquarium: In den Glasröhren schwimmen Algen. Die Roquette Klötze GmbH produziert Algen als Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel.

wird das schneller gehen als an meinem Wohnort in Wernigerode. Dort sind viele Unternehmen auf Touristen angewiesen. Aber: Wenn die Infektionslage dies erlaubt und geforderte Hygienestandards eingehalten werden können, wollen wir noch in den Pfingstferien erste Öffnungen im Tourismus, in Gastronomie und bei Beherbergungsbetrieben zulassen. Das ist ein erster Schritt, ich halte diesen auch für unerlässlich. Warum ist es unerlässlich? Wenn die Infektionszahlen so niedrig bleiben, wie sie jetzt in Sachsen-Anhalt sind, schwindet die Bereitschaft in der Bevölkerung, Einschränkungen hinzunehmen, das gilt gleichermaßen für Anbieter und Kunden. Es zeichnet sich ab, dass wir länger auf einen Impfstoff warten müssen. Wir müssen also längere Zeit mit dem Risiko durch COVID-19 leben. Da dürfen wir nicht nur fixiert auf das Virus sein, sondern müssen auch sicherstellen, dass das normale Leben, unser „Alltag“ wieder in Gang kommt. Haben Sie den Ausstieg aus dem Lockdown in der Landesregierung vorangetrieben? Wir stimmen alle Maßnahmen zwischen den Ministerien gemeinsam ab. Jeder hat sein Ressort und seine Kompetenzen. Ich bin allerdings der Auffassung: Dort, wo es eine günstigere Infektionslage in Deutschland gibt, muss man auch mehr zulassen. Aktuell sind die wirtschaftlichen Schäden des Lockdown noch reparabel, das muss aber nicht so bleiben. In

dem Sinne gehöre ich zu denjenigen, die ein Vorangehen befürworten. Sie hatten schon erwähnt, dass die Tourismuswirtschaft sich auf viele Bereiche auswirkt. Können Sie den Hoteliers Hoffnung machen, dass ihr Sommergeschäft wieder läuft? Das hängt von der Infektionslage ab, denn die Touristen kommen zum großen Teil aus anderen Bundesländern. Natürlich wird es Öffnungen geben und damit Reisetätigkeit. Das wird innerdeutsch spätestens im Juni Fahrt aufnehmen. Internationale Handelsketten wie H&M und Hotelketten werden die Krise sicher besser durchstehen als Familienbetriebe. Droht ein Strukturbruch? Das wollen wir auf jeden Fall verhindern. Daher werbe ich auch dafür, dass wir weitere Stützungsprogramme auf Bundes-

150

Millionen Euro stellt das Land für Zuschüsse an Firmen bereit. Quelle: Landesregierung

Das wirtschaftliche Leben läuft wieder an, Schulen und Kitas sind aber noch weitgehend geschlossen. Überfordert das nicht die Familien? Wenn die Wirtschaft hochgefahren wird, müssen die Betreuungsangebote natürlich wieder zur Verfügung stehen. Darüber herrscht in der Regierung Konsens. Wir sind bereits dabei, das Betreuungsangebot schrittweise aufzustocken. Aktuell arbeiten viele „Büroarbeiter“ im Home-Office, digitale Medien werden stärker genutzt. Werden wir auch nach der Krise anders arbeiten? Ich würde es mir zumindest wünschen. Die Flexibilität, die es derzeit in vielen Unternehmen gibt, sollte nicht gänzlich wieder verschwinden. Ich glaube sogar, dass es eine grundsätzliche Diskussion über die Ausrichtung unserer Wirtschaft geben wird, dazu gehören auch die Arbeitszeitmodelle. Was meinen Sie mit grundsätzlicher Diskussion? Die Pandemie hat eine weltweite Krise ausgelöst. Diese führt uns vor Augen, wie wirtschaftlich verflochten, ja abhängig wir in vielen Bereichen sind. Störungen bei Betrieben, die viele tausend Kilometer von uns entfernt sind, führen hierzulande zu Versorgungsengpässen. Ich halte nichts davon, die Globalisierung zurückzudrehen. Doch wir werden künftig darauf achten, das wichtige Bereiche etwa in der Pharmaindustrie oder bei Medizinprodukten zumindest in Europa verfügbar sind. Da geht es nicht nur um Schutzmasken und Beatmungsgeräte. Was spricht dafür, dass Sachsen-Anhalt schnell aus der Krise kommt? Der wichtigste Punkt ist, dass die Infektionen auf einem niedrigen Niveau sind und wir deshalb zügig wieder in ein normaleres Leben zurückfinden. Zudem haben wir eine sehr lange Konjunkturperiode hinter uns, die auch den heimischen Unternehmen genützt hat. Wir haben eine relativ kleinteilige Wirtschaft, die nicht ganz so sehr von der internationalen Wirtschaft abhängig ist. Die müssen wir erhalten. Diese Unternehmen müssen wir jetzt weiter unterstützen. Wenn es uns gelingt, die Wirtschaft bis zum Sommer wieder hochzufahren, dann können wir schon im kommenden Jahr an die ordentliche wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre anknüpfen.



D

„Wir müssen das Risiko neu abwägen“

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Ein Geschenk für Senioren Martin Durek Hobbyfotograf, Halle

Die Idee für ein besonderes HalleBuch kam mir über die Osterfeiertage. Der Hintergrund: Wenn viele der Bewohnerinnen und Bewohner in Senioren- und Pflegeheimen wegen der Corona-Krise weder Besuch bekommen noch ihr Zuhause verlassen dürfen, ist das für sie eine sehr traurige und extrem belastende Situation. Also haben wir - mit mir noch fünf weitere Hobbyfotografen, mit denen ich mich regelmäßig über Instagram austausche - überlegt, wie wir mit unseren Mitteln eine Freude machen und etwas Abwechslung in den Heimalltag bringen können. Wir sammelten über die sozialen Medien Geld für ein Fotobuch, in dem sechs Fotografen sechs ganz unterschiedliche Sichten auf ihre Stadt festhalten. Bei der Spendenaktion zur Finanzierung der Druckkosten sind rund 600 Euro zusammengekommen. Mit unserem Foto-Buch, das in etwa ein bis zwei Wochen vorliegt, wollen wir den Heimbewohnerinnen und -bewohnern ein Stück Halle schenken - in Form von Fotobüchern mit Bildern unserer Stadt. Dazu stellt sich jeder Fotograf auf einer Seite mit seinen Fotos und mit einem kleinen Selbstporträt samt Text vor. Zunächst können wir 20 Heime mit je zwei Büchern beschenken. Falls noch weiter gespendet wird, wollen wir weitere Bücher drucken lassen. Wir hoffen, dass unser Geschenk den älteren Menschen Freude bereitet. Aufgezeichnet von Katja Pausch

Es geht um die Existenz Dirk Ballarin Tourmanager, Genthin

Gesundheitlich geht es mir glücklicherweise gut. Allerdings leide ich genau wie viele Kollegen aus der Kunst- und Kulturszene unter den derzeitigen Schließungen aller Einrichtungen. Für mich als Künstlerund Tourneeagentur, für die Künstler selbst sowie für alle beteiligten Gewerke wie etwa Ton- und Lichttechniker, Druckereien, Hotels oder Restaurants bedeutet dies große, entgangene Gewinne. Das sind Umsätze, mit denen man bereits erwartungsvoll kalkuliert hat. Die Lage ist sehr besonders. Ich musste insgesamt 28 Konzerte mit David Knopfler und Andreas Kümmert auf das nächste Jahr verschieben. Da viele Spielstätten den Herbst 2020 bereits voll ausgeplant hatten, blieb uns keine andere Wahl, als in das nächste Jahr zu gehen. Damit wird es im nächsten Jahr eine riesige Tournee mit fast 40 Konzerten geben. Jetzt geht es mir wie vielen Selbstständigen, denen derzeit das Geld für den Lebensunterhalt fehlt und die es schwer haben, wirtschaftlich durchzuhalten. Dabei wartet im kommenden Jahr wieder ein Auskommen. Ich würde mir wünschen, dass sich alle Menschen soweit wie möglich an die Hinweise halten, damit sich die Ausbreitung dieser Krankheit verlangsamt. Es würde meiner Branche helfen, wenn die meisten Menschen mit den neuen Terminen einverstanden sind und ihre bereits erworbenen Karten einfach behalten. Für nicht wenige Veranstalter, Angestellte und Musiker geht es hier um die Existenz. Aufgezeichnet von Martina Kramer


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Wir packen das!

Freitag, 15. Mai 2020

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sammengekauft. Waren es frĂźher Schiffe, die mit den Bädern ausgestattet wurden, finden sie sich heute in FĂźnf-Sterne-Hotels, Studentenwohnheimen, Krankenhäusern oder Altenheimen wieder. Und letztere, so glaubt der GeschäftsfĂźhrer, werden bald mehr Bedarf haben. Dieser stehe wiederum mit der Corona-Epidemie in Zusammenhang. Denn die Pandemie mit den verheerenden Auswirkungen in manchem Pflegeheim werde manchen Träger dazu bewegen, vermehrt auf Einzelzimmer zu setzen. Davon ist von Gruben Ăźberzeugt. Und diese wĂźrden dann wiederum Bäder benĂśtigen. â&#x20AC;&#x17E;Sanitär heiĂ&#x;t Sauberkeit und Hygieneâ&#x20AC;&#x153;, sagt der Unternehmer. Daher rechnet er mit einem baldigen Mehrbedarf und sieht dies als Chance fĂźr seine Firma. Klar, Salzwedel sei nicht der optimale Standort fĂźr ein Unternehmen wie seines. Keine Autobahn in der Nähe und die BundesstraĂ&#x;e oft ĂźberfĂźllt. Doch der Altmark den RĂźcken zu kehren, sei nie eine Option gewesen, im Gegenteil.

VON ALEXANDER REKOW //

Mitarbeiter fĂźr das GroĂ&#x;projekt begeistern Alles wird optimiert. Man mĂźsse sich die Schwäche des Marktes zu Nutze machen, sagt von Gruben, denn nun gebe es auch Vorteile. Handwerker hätten beispielsweise wieder mehr Kapazität, um das Projekt mit den erforderlichen Arbeiten voranzutreiben. Teils etwas verhalten wĂźrden die langjährigen Mitarbeiter auf das GroĂ&#x;projekt schauen. â&#x20AC;&#x17E;Wir haben auch Leute, die arbeiten seit knapp 30 Jahren an Ort und Stelle.â&#x20AC;&#x153; Und manche Kollegen hätten eben Angst vor Veränderung. Von Gruben und sein Team sind aber bemĂźht, ihren Optimismus auf alle Ăźbergreifen zu lassen. â&#x20AC;&#x17E;Man muss die Leute begeistern, das kommt nicht von allein.â&#x20AC;&#x153; Besagter Opti-

FOTO: ANDREAS STEDTLER

igentlich mĂźsste Dietrich von Gruben pessimistisch sein. Denn der GeschäftsfĂźhrer des Salzwedeler Unternehmens Deba Badsysteme hat mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. â&#x20AC;&#x17E;Wir mussten eine Vollbremsung machenâ&#x20AC;&#x153;, sagt er. Mehr als 700 Bäder im Wert von etwa neun Millionen Euro, die in England und Deutschland vorwiegend in gehobenen Hotels verbaut werden, warten seit dem Ausbruch der Krise auf dem Firmengelände auf Abnahme. â&#x20AC;&#x17E;In so einer Situation die Liquidität aufrecht zu halten, ist nicht einfach.â&#x20AC;&#x153; GrenzschlieĂ&#x;ungen und Materialbeschaffung stellen das Unternehmen derzeit vor enorme Herausforderungen. Doch fĂźr Dietrich von Gruben und sein Team ist die Situation eher Ansporn als Bremsklotz. â&#x20AC;&#x17E;Warte nicht auf die Zukunft, gestalte sie selbstâ&#x20AC;&#x153;, sagt der groĂ&#x;gewachsene 61Jährige. Und das heiĂ&#x;t fĂźr ihn: investieren. Nicht im kleinen, im groĂ&#x;en Stil. Die gesamte Firma zieht noch in diesem Jahr innerhalb Salzwedels um; erweitert sich von 10.000 auf 18.000 Quadratmeter. GrĂśĂ&#x;ere Hallen, neue Maschinen, ausgeklĂźgelte Arbeitsabläufe.

Dietrich von Gruben, Geschäftsfßhrer von Deba Badsysteme Salzwedel, in einem Fertigbad seiner Firma

Baukasten fßr Bäder

Deba Badsysteme Salzwedel Mitten im Krisenjahr erweitert das Unternehmen in der Altmark seine Produktionsfläche und setzt dabei auf modernste Technik.

mismus beginnt schon damit, dass die Firma Deba Badsysteme im Krisenjahr auf VergrĂśĂ&#x;erung statt Verkleinerung setzt. Mehr noch: â&#x20AC;&#x17E;Ich rechne in den nächsten drei Jahren mit einem Wachstum von 35 Prozent.â&#x20AC;&#x153; Auch weitere Auszubildende will das Unternehmen einstellen. Fachleute wie Fliesenleger und Elektriker wĂźrden gebraucht. MĂśglich werde das auch, weil die Firma nicht nur mit dem frischen Maschinenpark am neuen Standort arbeiten kĂśnne, sondern parallel - bis alle Räder ineinander greifen - auch noch weiter am alten Firmensitz. â&#x20AC;&#x17E;Das ist eine groĂ&#x;e Erleichterung.â&#x20AC;&#x153;

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GroĂ&#x;es Engagement fĂźr Salzwedels Kunsthaus Denn wenn Dietrich von Gruben sich nicht um die Geschäfte der Firma kĂźmmert, gehĂśrt sein Herz dem Kunsthaus Salzwedel. Als Stiftungsvorstand stampfte er das Projekt mit Mitstreitern aus dem Boden. So hat die alte Hansestadt Salzwedel seit 2015 ein eigenes Kunsthaus. Aus einer alten Mädchenschule und späterem Pionierhaus zu DDR-Zeiten wurde es zu einem Tourismusmagneten. Ausstellungen, klassische Konzerte und Nobel-Restaurant auf 2.000 Quadratmetern. Bei von Gruben liegt der Fokus zurzeit auf dem Umzug seines Unternehmens. Doch er gibt zu bedenken, auch zur Wende hätten viele nicht gewusst, was morgen kommt. Aber, so von Gruben: â&#x20AC;&#x17E;Kopf hoch, Brust raus und machen.â&#x20AC;&#x153; Als Unternehmer dĂźrfe man nicht nur auf den Staat hoffen. Vielmehr mĂźsse man mit frischen Ideen und Taten das GlĂźck selbst in die Hand nehmen. â&#x20AC;&#x17E;Wir sind in einer Marktwirtschaft und mĂźssen jetzt LĂśsungen aus der Krise finden.â&#x20AC;&#x153;

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Freitag, 15. Mai 2020

Mode findet immer einen Weg

verstärkt auf das zurückgreifen, was sie schon praktiziert: moderne Kommunikation. Wer nicht zu ihr kommen kann, den holt sie digital zu sich auf den Dachboden. Sie schickt eine Datei, in der erklärt wird, wie man richtig Maß nimmt. Per Skype oder über WhatsApp nimmt sie Blickkontakt auf, das Modestück geht per Post auf die Reise. Es wird anprobiert, kommt zurück, sie macht es fertig. „Das klappt super“, sagt die Designerin. Das Mädchen, das sich in Wiesbaden gerade über ein Einschulungskleid freut, hat sie nie persönlich gesehen. Eigentlich würde sie im Frühjahr Abiballkleider, JugendweiheOutfits nähen und Konfirmanden einkleiden. Im Babyjahr hat sie das für sich ausgeschlossen, dass jetzt Corona die großen Termine so vage werden lässt, beküm-

Das Label „Lady Caro Lynn“ Magdeburg Kunden, die derzeit nicht zu Carolin Goldmann kommen können, werden im digitalen Atelier beraten.

B

VON MANUELA BOCK //

Es hängen noch einige verrückte

Kleider im Kopf. Carolin Goldmann, Designerin

FOTO: ANDREAS STEDTLER

itte eine mit Fischen, eine mit Spiderman oder lieber mit Blümchen: Was derzeit entsteht, wenn Carolin Goldmann Zeit hat, um sich an ihre Nähmaschine zu setzen, hätte sie sich noch vor kurzem nicht träumen lassen. Nasen- und Mundschutz zu nähen, hat die Modedesignerin zunächst von sich ferngehalten. Als dreifache Mutter muss sie haushalten mit den Stunden, die sie sich fürs kreative Arbeiten abzwacken kann. Drei Söhne überbieten sich im Eigenheim dabei, wer am lautesten sein kann. Der jüngste ist sechs Monate alt, der älteste im Grundschulalter. Zeit zum Entwerfen und Nähen bleibt wenig auf dem Dachboden. Dorthin zieht sich die Modedesignerin zurück, wenn die Jungs schlafen oder ihr Mann Freiraum verschafft. Dann setzt sie sich in ihr Reich. Hier entsteht, womit sich die Magdeburgerin seit knapp zwölf Jahren mit dem Label „Lady Caro Lynn“ einen Namen macht. Carolin Goldmann entwirft nicht nur, sie schneidert auch selbst. Derzeit ist die 32-Jährige im Babyjahr und hat „extra nicht so viele Aufträge angenommen“. „Aber ganz ohne Mode, das geht nicht“, sagt sie, „schon allein, weil ich selbstständig bin, da kann ich nicht plötzlich komplett aufhören.“ Drei Brautkleider und einige Einschulungsoutfits will sie bald nähen. Und sie verschickt weiter Kleider, wenn Anfragen kommen für Fotoshootings in Paris, Miami oder Los Angeles. „Meine Kleider reisen mehr als ich“, sagt sie. Dass ihre Kreationen prominent gebucht werden, liegt vor allem an Micaela

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Die Magdeburger Modedesignerin Carolin Goldmann

Schäfer. Das Nacktmodel hat die Roben von „Lady Caro Lynn“ bereits auf vielen roten Teppichen präsentiert. Aber das ist nicht alles. Derzeit schon gar nicht. Jetzt näht die Designerin Masken. 150 Stück sind in Arbeit. „Erst haben Freunde angefragt, dann eine Stammkundin, die für ihre Firma besondere Masken wollte. Da konnte ich nicht nein sagen, und ich helfe damit“, so Carolin Goldmann. Endlich kann sie verwenden, was

sie seit Jahren hortet: bunte Stoffreste. Positive Fetzen der Vergangenheit. Wenn sie unter der Nadel liegen, falle ihr meist ein, was aus dem „großen Rest“ geworden ist, sagt Carolin Goldmann. Blusen, Röcke, Abend- und Hochzeitskleider, Kindermode, Jugendweihe- und Konfirmationsroben, Showoutfits. Kollektionen. Fast alles Unikate. Ihre Kundschaft kommt aus der Region, aber auch aus München, Hamburg oder Berlin. Mit viel

Fleiß hat sie sich diesen Status erarbeitet. Eine Webseite, Facebook, Instagram nutzt sie schon lange. Sie war auf Messen unterwegs, organisierte ihre eigenen Veranstaltungen. Ihre Mode kommt aus einer Stadt, die nicht dafür bekannt ist, modische Trends zu setzen. „Meine Mode ist sehr exklusiv, immer passend zur Person“, sagt die Magdeburgerin. In einer Zeit, wo sich die Welt auf Abstand hält, kann Carolin Goldmann

mert Carolin Goldmann trotzdem. Am liebsten würde sie gleich für alle etwas entwerfen. Ideen gibt es genug. Sie sammelt sie in einem Notizbuch. Ein paar Striche, Gedanken. Das ist der Stoff, aus dem ihre Design-Träume gewebt sind. Die könnten auch bald in einer Boutique in Berlin angeboten werden. „Das wäre wieder etwas Neues“, sagt sie, auch, dass bei ihr „noch einige verrückte Kleider im Kopf hängen“. Familie und Job müssen unter einen Hut passen, meint sie. Und momentan füllen sowieso viele Masken ihr Atelier. Ein Teenager hat eine „coole“ bestellt. Die pinkfarbene mit der schwarzen Glitzerschrift ist fertig. Ein Fotograf hat ein Kleid und eine Maske dazu bestellt. „Gesichtsmasken passend zum Outfit, das wird wohl erstmal bleiben. Mode findet immer einen Weg“, sagt sie.

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Wir packen das!

Freitag, 15. Mai 2020

 Wie in einer Familie Andreas Schultz

Wir hatten in unserem Pflegeheim bisher einen Corona-Fall. Die Symptome waren schwach, aber das war schon eine besondere Situation. Alle Bereiche wurden abgeriegelt, die Quarantänemaßnahmen umgesetzt und nur bestimmte Pfleger durften zum Erkrankten. Ich glaube, dass es dabei die Angehörigen fast noch mehr trifft, weil sie ihre Eltern oder Großeltern so lange nicht besuchen durften. Die Senioren selbst haben unheimlich Redebedarf. Einige haben nicht verstanden, warum sie nicht mehr raus dürfen, warum sie nur noch in kleinen Gruppen Zeit verbringen können. Wir haben viele Betreuungsangebote in dieser Zeit geschaffen und uns sehr intensiv mit den Bewohnern beschäftigt. Von Waffeln und Kuchen backen bis hin zum gemeinsamen Kochen haben wir sehr viel zusammen unternommen. Ich nehme aus dieser Zeit auf jeden Fall neue Lebenserfahrung mit. Und das Verhältnis zu den Heimbewohnern ist inniger geworden, es ist fast wie eine zweite Familie. Aufgezeichnet von Maria Kurth

Mehr Nähe trotz Fernunterricht Laura Karls Lehrerin, Bernburg

Musikunterricht in diesen Zeiten ist für Schüler und Lehrer eine Herausforderung. Ich mache meinen Unterricht - wie viele andere Lehrer auch - über eine Videokonferenz. Das kommt dem analogen Unterricht am nächsten. Man kann sich sehen und hören, muss aber mit ein paar Einschränkungen rechnen. Was leider gar nicht funktioniert, ist das gemeinsame Musizieren. Ich habe aber schon einige Dinge entdeckt, die ich auch nach der „digitalen Phase“ weiterführen möchte. Besonders bemerkenswert finde ich, dass die meisten Schüler viel selbstständiger geworden sind. Ich bin sehr dankbar, dass die Kommunikation mit den Eltern so gut funktioniert und dass die technische Ausstattung den Unterricht für alle zulässt. Es gibt auch mehr Nähe. Plötzlich unterrichtet man Schüler nicht mehr in der Musikschule, sondern in ihrem Kinder- oder Wohnzimmer. Gleichzeitig öffnet sich damit die Tür zu meiner Wohnung. Aufgezeichnet von Susanne Schlaikier

FOTOS: PETER WÖLK, TOTAL, ANDREAS SCHULTZ,

Altenpfleger, Flechtingen

Die Total-Raffinerie in Leuna beschäftigt etwa 700 Mitarbeiter. Etwa 1.300 Tankstellen in Mitteldeutschland aller Marken werden von ihr beliefert.

L

VON STEFFEN HÖHNE //

eere Innenstädte, leere Autobahnen, verwaiste Flughäfen: Durch die staatlichen Einschränkungen in der CorinaPandemie geht auch der Verkehr zeitweise deutlich zurück. Das bekommt auch die Total Raffinerie Mitteldeutschland zu spüren. Sie versorgt von Leuna aus 1.300 Tankstellen in Mitteldeutschland mit Kraftstoff. Zudem werden Kerosin für Flugzeuge und Grundstoffe für die Chemie hergestellt. Die Raffinerie kämpft mit Absatzrückgängen, da beispielsweise wichtige Kunden aus der Luftfahrt als Abnehmer ausfallen. „Im europäischen Vergleich stehen wir aber noch recht gut da“, sagt Raffinerie-Chef Willi Frantz. Konkrete Zahlen nennt er aber nicht. Nach seinen Angaben verfügen die Produktionsanlagen über eine gewisse Flexibilität in der Produktpalette. „Derzeit stellt uns die Absatzsituation nicht vor technische Probleme“, so Frantz. Hintergrund ist: Die verschiedenen Kraftstoffarten können nicht in unabhängigen Mengen voneinander hergestellt werden. Die Produktion von Benzin bedingt immer auch die Herstellung von Diesel. Nach Angaben von Frantz ist die Versorgung der Tankstellen abgesichert. „Ein Absatzrückgang lässt sich ohnehin leichter bewältigen als unerwartete Spitzen im Verbrauch“, sagt er. Allerdings werde uns die Krise in wirtschaftlicher Hinsicht noch lange begleiten. Insofern kommt es nach seiner Ansicht auf das Durchhaltevermögen an: „Dieses zeigt sich bekanntermaßen erst langfristig.“

Selbst Tischtennisplatten wurde für Freizeitgestaltung aufgebaut Dass die Raffinerie auch mit ungewöhnlichen Maßnahmen auf eine verschärfte Pandemie-Situation reagieren kann, hat sie gerade bewiesen. Das Unternehmen ist einen bisher in Sachsen-Anhalt einmaligen Schritt gegangen: Vom 22. März bis zum 20. April begaben sich Produktionsteams zeitweise auf dem Firmengelände in Isolation. Konkret heißt das: Jeweils 120 Mitarbeiter hielten sich für fünf bis zwölf Tage ununterbrochen auf dem Firmengelände auf. Raffinerie-Chef Willi Frantz spricht von einer „freiwilli-

Ungewöhnlich betriebsbereit Total Raffinerie Leuna Eines der größten Unternehmen der Region sorgt dafür, dass auch in der Krise genug Kraftstoff produziert wird. Erstmals wurden Mitarbeiter auf dem Firmengelände isoliert. gen Klausur“. Die Raffinerieleitung hatte in der Phase des exponentiellen Anstiegs der Zahl der Infizierten die Sorge, größere Teile der Belegschaft könnten sich anstecken und somit auch die Produktion gefährden. „Als kritische Infrastruktureinrichtung haben wir eine Versorgungsaufgabe für die Aufrechterhaltung des zivilen Lebens. Man stelle sich beispielsweise einen Versorgungsengpass in der Kraftstoffversorgung vor, dies würde nicht nur den Personen- und Güterverkehr treffen, sondern auch Krankentransporte“, sagt Frantz rückblickend. „Wir wurden etwa fünf Tage vorher gefragt, ob wir zu einer Kasernierung bereit sind“, berichtet Schichtleiter Kevin Walloch, der auch Betriebsrat ist, in einem Schreiben, das die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) veröffentlicht hat. „Uns war klar: In dieser Situation muss einfach jeder seinen Beitrag leisten.“ Laut RaffinerieChef wurden Produktionsmitarbeiter, Mitarbeiter der technischen Serviceabteilungen sowie der Feuerwehr am Standort isoliert. Diese seien zur unmittelbaren Absicherung des Betriebs der Anlagen nötig. Für Schichtleiter Walloch bedeutete das konkret: Fünf Tage am Stück arbeiten, zwölf Stunden pro Schicht. Danach hatte er zehn Tage frei. Auf dem Gelände der Raffinerie stehen große Containerburgen, in denen die Mitarbeiter geschlafen haben. Aus den umliegenden leerstehenden Hotels wur-

Willi Frantz leitet die Raffinerie in Leuna seit dem Jahr 2015

120

Mitarbeiter haben jeweils isoliert in der Raffinerie gearbeitet.

den Betten herbeigeschafft - und für den Zeitvertreib Tischtennisplatten, Spielkonsolen und Fernseher aufgestellt. Die Raffinerie hatte ohnehin eine größere Wartung und Installation von neuen Anlagen geplant. „Die Container dienten und dienen der Unterbringung von geplantem Zusatzpersonal“, erläutert Frantz. „Sie standen also bereits zur Verfügung und mussten nur der Nutzung angepasst werden.“

Virustests für alle Mitarbeiter auf dem Firmengelände Die Isolierung war nicht die einzige Vorsichtsmaßnahme: Alle Mitarbeiter mussten sich laut Betriebsrat bei Betreten des Betriebsgeländes einem Corona-Test unterziehen. Das Ergebnis lag innerhalb weniger Stunden vor. Auch mussten die Total-Mitarbeiter einen Fragebogen ausfüllen, mit wem sie in der Freizeit Kontakt hatten. „Wir sitzen alle in einem Boot. Die Solidarität ist groß, Einsatzund Opferbereitschaft der Kollegen überwältigend“, lobt Betriebsratschef Gerald Schneider. Frantz berichtet, dass der medizinische Dienst der Chemieparkgesellschaft Infra-Leuna geholfen habe, „die Risiken für die Mitarbeiter zu minimieren und eine Ansteckungsgefahr weitgehend auszuschließen“. Da durch staatlich angeordnete Kontaktbeschränkungen und das Herunterfahren der Wirtschaft die Zahl der Neuinfektionen gesunken ist, entschloss sich die Firmenführung, die Isolierung nach vier Wochen zu beenden. Die Erfahrungen sind laut Frantz für die weitere Verbesserung des Krisenmanagements unschätzbar. „Das Wichtigste allerdings bleibt die Feststellung, eine Mannschaft zu haben, auf die man sich verlassen kann“, sagt der Raffinerie-Chef. Auch auf eine Verschlechterung der Situation sei man noch besser vorbereitet.

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Wir packen das!

Freitag, 15. Mai 2020

A

Spezialist für heiß und kalt

VON MARLENE KÖHLER //

Der Pink Fire für Frauen ist in der Fachwelt ein Begriff „EWS hat sich am Markt etabliert, ist zur Marke geworden“, sagt Jörg Schlichting. 80 Prozent des Umsatzes würden mit Feuerwehrstiefeln erzielt, mit einer Palette vom Einstiegs- bis zum Profistiefel. Besonders stolz ist man auf die Entwicklung des Pink Fire, eines nach Norm zertifizierten Feuerwehrstiefels für Frauen mit pinkfarbenen Sohlen und Nähten, den nur EWS produziert - ein Alleinstellungsmerkmal. Zehn Prozent der zirka

EWS Schuhfabrik Eisleben Der Produzent von Spezialschuhen für Feuerwehrleute und Stahlkocher ist seit März im Krisenmodus. Seine Hausbank sichert derweil die Liquidität.

Eisleber Arbeitsschuhe. 2001 muss die längst reprivatisierte EW-Schuh GmbH Insolvenz anmelden. Die Schulden für Markterschließungskosten in Deutschland und Westeuropa belasten schwer. Das Unternehmen hat Glück im Unglück, es gerät an einen Insolvenzverwalter, der das Potenzial des Eisleber Betriebes erkennt: die Fachkräfte, die Produkte, die Maschinen und den neuen Chef, Diplomökonom Jörg Schlichting. Und so hebt der Verwalter den Daumen: Fortführung möglich. 2005 erfolgt der Neustart.

FOTO: ANDREAS STEDTLER

ls Jörg Schlichting Anfang März 2020 die weiteren Ziele für dieses Jahr abstecken will, schwant ihm nichts Gutes. Die Corona-Meldungen überschlagen sich, die Hygiene-Anforderungen werden verschärft, die wichtige Messe „Interschutz“ in Hannover wird abgesagt. Täglich muss umgesteuert werden. „Seit Mitte März ist EWS im Krisenmodus“, sagt der Schuhfabrik-Inhaber Jörg Schlichting. „Der FeuerwehrstiefelMarkt ist zum Erliegen gekommen, die Absatzmärkte sind eingebrochen, die Umsätze rückgängig, wir haben Kurzarbeit angemeldet.“ Das Einzige, was derzeit gut läuft, sind Aufträge aus dem „Kaltbereich“, also Spezialstiefel für Beschäftigte in Tiefkühllagern. Bis zu minus 24 Grad Celsius lassen sich in den lammfellgefütterten Schuhen aushalten. Die werden jetzt überproportional geordert, ein kleiner Hoffnungsschimmer. In dem Traditionsunternehmen EWS „Die Schuhfabrik“ e.K. produzieren die 26 Mitarbeiter zertifizierte Sicherheitsschuhe für Feuerwehr, Rettungsdienst und Industriebereiche, in denen große Hitze oder klirrende Kälte herrscht, wie für Stahlwerke, Gießereien oder Kühlhäuser. Der Eisleber Betrieb liefert, wenn alles normal läuft, etwa 45.000 Paar Sicherheitsschuhe jährlich aus, nach ganz Deutschland, Europa und in die Welt.

Jörg Schlichting, Inhaber der Firma EWS Schuhfabrik Eisleben

1,2 Millionen Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren sind Frauen, sie wünschten sich spezielle Einsatzstiefel für Frauen, viele lieben den Pink Fire. Mit der Markteinführung 2015 stieg der Bekanntheitsgrad der Schuhfabrik aus der Lutherstadt kolossal. Für ihre Innovationskraft wurde die Firma 2018 mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“ ausgezeichnet. Ein Ritterschlag, wie Jörg Schlichting sagt, ein Wirtschaftspreis, so bedeutend wie für

Belegschaft Die steht voll hinter der Firma.

Jörg Schlichting, Firmeninhaber

Filmschaffende ein Oscar. Seit 75 Jahren werden in Eisleben Schuhe produziert. Es beginnt im August 1945, als die Produktivgemeinschaft Mansfelder Kriegsheimkehrer mit einem breiten Spektrum an Gewerken, darunter auch Schuhmachern, gegründet wird. Ab 1950 spezialisiert man sich auf die Produktion von Arbeitsschuhen, wird zur PGH und zum VEB, gehört ab 1981 zum Kombinat Schuhe Weißenfels. Jeder sechste Werktätige trägt zu DDR-Zeiten

Unternehmen hofft auf Besserung im vierten Quartal Seitdem geht es immer bergauf, auch, weil der Betrieb flexibel reagieren kann. Durch die eigene Stanzerei und Stepperei lassen sich Kundenwünsche schnell umsetzen. Mit breit aufgestellter Produktpalette von 50 Grundmodellen in 200 verschiedenen Ausführungen werden Nischen bedient, sind auch Kleinserien, Sonderanfertigungen und Reparaturen möglich. So etwas kann sich kein Massenproduzent leisten. EWS verfügt seit Jahren über stabile Lieferantenstrukturen. Doch Corona unterbricht seit März des Jahres die bewährten Lieferketten. „Wir hoffen auf Besserung im vierten Quartal“, sagt Jörg Schlichting. Zählen kann er auf seine Hausbank, die Sparkasse Mansfeld-Südharz. Durch ein Unternehmer-Darlehen wird die Liquidität erhalten und Aktivitäten können, wenn auch auf niedrigerem Niveau, fortgeführt werden. „Die Belegschaft steht voll hinter der Firma, wir werden gestärkt aus der Krise hervorgehen“, ist sich der Firmeninhaber sicher. Auch wenn die Feier zum 75. Jubiläum der Schuhproduktion in Eisleben nun verschoben werden muss, „EWS wird es auch nach Corona geben“.

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Wir packen das!

Freitag, 15. Mai 2020

Filter halten Virus fern

Ambulanz Mobile Schönebeck Krankenwagen können nun mit neuartiger Luftreinigungstechnik ausgestattet werden.

Reagiert Ihr Unternehmen auf den Corona-Virus mit besonderen Fahrzeugen? Jan Tikalsky: Unsere Fahrzeuge sind so gebaut, dass sie sich besonders leicht desinfizieren lassen. Aufgrund der CoronaKrise arbeiten wir verstärkt an Fahrzeugen, die besonderen Infektionsschutz für das medizinische Personal und die Bevölkerung bieten. Ziel ist es, alle Keime, Bakterien und Viren im Fahrzeug aufzufangen und über spezielle Filter aus der Luft zu filtern.

Sind diese speziellen Filter neu? Diese Filter kommen in Infektionsschutzräumen in Laboren und Krankenhäusern zum Einsatz. Wir bringen diese Filter nun in das Fahrzeug. Dazu müssen die Saugleistung der Ventilatoren und die Widerstände der Filter einander angepasst werden. Eine besondere Herausforderung ergibt sich durch die Umluft-Heizung und Umluft-Klimaanlage. Diese müssen unter allen Umständen frei von

Was ist dank dieser Filter nun im Fahrzeug möglich? Wir erzeugen im Patientenraum einen leichten Unterdruck und reinigen die entstehende Abluft. Durch dieses System ist es nicht mehr möglich, dass hoch infektiöse Patienten Erreger aus dem Fahrzeug an die Umwelt abgeben. Zusätzlich reinigen wir die Luft fortwährend innerhalb des Fahrzeuges. Die Krankheitserreger landen dann in einem Filter? Ja, sie werden im Filter aufgefangen. Die Filter müssen entsprechend regelmäßig gewechselt werden, um eine Infektion von einem Patienten zum anderen Patienten zu verhindern. Gibt es Anfragen zu diesen Fahrzeugen? Unsere Fahrzeuge sind schon traditionell auf einem sehr hohen Niveau, was die Desinfektion angeht, es gibt im Patientenraum im Grunde weder Spalten noch Kanten. Die Anfragen der Kunden zu noch weiter verbesserter Desinfektion und zum Schutz von medizinischem Personal entwickeln sich in diesem Punkt sehr dynamisch, so dass dieses Thema kurzfristig in unserem Unternehmen bereits an Priorität gewonnen hat.

Entwicklungschef Jan Tikalsky (rechts) und Vertriebsleiter Frank Lundershausen vor einem Krankenwagen der Firma Ambulanz Mobile

310

MITARBEITER

arbeiten bei der 1991 gegründeten Ambulanz Mobile

1.500 FAHRZEUGE

werden jährlich ausgebaut und an die Kunden übergeben

Wie setzen Sie diese neue Priorität um? Arbeiten Sie dabei mit Fachleuten wie zum Beispiel Virologen zusammen? Das Thema Desinfektion ist schon lange ein Thema für uns. Wir arbeiten entsprechend schon sehr lang mit Experten aus den verschiedenen Fachbereichen zusammen. In der Vergangenheit wurden solche Filtersysteme von den Kunden nur selten nachgefragt. Dies hat sich nun schlagartig geändert. Wir reagieren auf die veränderten Bedürfnisse und werden in den nächsten Tagen eine Nachrüstlö-

sung für einige Modelle unseres Portfolios anbieten. Kommen Sie mit der Produktion hinterher oder gibt es Engpässe, zum Beispiel bei Zulieferern? Die Anfragen sind stabil. Die Produktion hat sich von den Stückzahlen zum jetzigen Zeitpunkt nicht groß verändert, in der Summe handelt es sich um etwa 90 Ambulanz-Fahrzeuge im Monat. Die Anfragen nach Infektionsschutzfahrzeugen steigen aber angesichts der derzeitigen Umstände deutlich.

Krise als Chance - auch für Trennung - Scheidung Neubeginn Lebenskrisen wie vorübergehende Arbeitslosigkeit oder die Trennung vom (Ehe-)Partner führen oft zu Verzweiflung, Mutlosigkeit, Trauer oder Verlust der Lebensfreude. Das muss nicht sein: Krisen können auch als Möglichkeit zum Neubeginn gesehen und genutzt werden. Damit dies gelingt bietet der gemeinnützige Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) seit 42 Jahren familienrechtliche Hilfe und emotionale Betreuung an. Wir sind für Sie da: Manfred Ernst, Leiter der ISUV-Kontaktstellen in Sachsen-Anhalt; Tel. 0170 5484542. E-Mail: m.ernst@isuv.de

Mit unserer Aromen-Vielfalt bieten wir unseren Kunden weiterhin Qualität, Zuverlässigkeit und Beständigkeit.

Illustration: Monika Klars

n mehr als 35 Ländern fahren Rettungsfahrzeuge, die in Schönebeck zusammengebaut worden sind. Nun fordert die Corona-Krise den Ausrüster Ambulanz Mobile einmal mehr. Wir sprachen mit Jan Tikalsky, Leiter Entwicklung.

Krankheitserregern bleiben. Dazu nutzen wir zusätzliche Filter in der Luftströmung von Klimaanlage und Heizung.

FOTO: ANDREAS STEDTLER

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GARDELEGEN-LETZLINGEN Im Herzen der Altmark erhebt sich das Jagdschloss Letzlingen. Kurfürst Johann Georg von Brandenburg ließ den Jagdsitz errichten und heiratete hier Elisabeth von Anhalt-Zerbst. Auch heute wird hier noch gern geheiratet. Das Jagdschloss ist seit 13. Mai 10 bis 13 Uhr sowie 14 bis 17 Uhr unter Auflagen wieder geöffnet. Mehr dazu:  www.kulturstiftung-st.de

Sachsen-Anhalt ist reich an Schlössern, Burgen und Parks. Nach und nach öffnen nun die Touristenattraktionen im Land wieder für Besucher. An vielen Orten wird man nur maskiert unterwegs sein können. Was, wann und wo an Besuchen möglich ist, muss vor dem Ausflug genau geprüft werden. Hier einige Tipps, zusammengestellt von Claudia Crodel.

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FOTO: IMAGO/PHOTOTHEK

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Das Schloss Hundisburg ist eine prächtige Barockanlage. Der Park lädt zum Spazieren ein.

Schloss Hundisburg HALDENSLEBEN Die Barock-Schlossanlage entstand Ende des 17. Jahrhunderts/Anfang des 18. Jahrhunderts. Sie besitzt einen Schlossgarten, der frei zugänglich ist. Der Schlossladen ist bereits wieder samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Die Ausstellungen sind wieder zu besuchen, wenn die Gastronomie öffnet. Mehr dazu:  www.haldensleben.de

1 Gardelegen Jagdschloss Letzlingen

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AG D E B U R G M AG

Ummendorf

Börde-Museum 14

FOTO: JÜRGEN MEUSEL

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Schloss Ballenstedt BALLENSTEDT Das Schlosses Ballenstedt stammt zu großen Teilen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In der Krypta der ehemaligen Klosterkirche befindet sich das Grabgelege des Markgrafen Albrecht des Bären, des wohl bedeutendsten Askaniers des Mittelalters. Ab 23. Mai ist mit Auflagen wieder täglich außer montags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Mehr dazu:  www.ballenstedt.de

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9 Wernigerode Schloss Wernigerode

Blankenburg Burg/Festung Regenstein

FOTO: PICTURE ALLIANCE/DPA

Burg Ummendorf UMMENDORF IN DER BÖRDE Die in der Magdeburger Börde gelegene Burg Ummendorf hat ihre Ursprünge im 12. Jahrhundert. Heute befindet sich dort das Börde-Museum, das zurzeit umgebaut wird. Seit 12. Mai sind die Außenalgen mit Kräutergarten, Landtechnikausstellung und Skulpturengarten von Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr wieder geöffnet. Mehr dazu:  www.boerde-museum-burg-ummendorf.de

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Das Schloss thront hoch oben über der Stadt Wernigerode im Harz.

Schloss Wernigerode WERNIGERODE Im späten 17. Jahrhundert erfolgte der barocke Umbau zu einem romantischen Residenzschloss. Sein jetziges aussehen erhielt es im 19. Jahrhundert. Seit 14. Mai ist das Schlossmuseum wieder mit Auflagen zu besichtigen. Maximal 75 Personen pro Stunde sind zu den regulären Öffnungszeiten Montag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr zugelassen.Mehr dazu:  www.schloss-wernigerode.de

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Dessau-Roßlau

5 Wörlitz Wörlitzer Anlagen

Schloss Luisium

3 Ballenstedt Schloss Ballenstedt

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7 Falkenstein Burg Falkenstein

Die Dreiflügelanlage im Barockstil gehört zu den schönsten Schlössern Sachsen-Anhalts.

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Die Burg Ummendorf ist unter anderem wegen der Landtechnikausstellung gern besucht.

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Sachsen-Anhalt

2 Haldensleben Schloss Hundisburg

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FOTO: INGO KUGENBUCH

Jagdschloss Letzlingen

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Das Schlossensemble in Letzlingen wird heute museal, gastronomisch und als Hotel genutzt.

Freitag, 15. Mai 2020

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FOTO: DPA

Wir packen das!

HALLE 38

Wer diese oder andere Sehenswürdigkeiten besuchen will, kann sich im Vorfeld auch im Internet über aktuelle Gegebenheiten oder Anmeldemöglicheiten informieren.

4 Freyburg Neuenburg

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GRAFIK: MZ/F.NEUMANN

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FOTO: IMAGO/PANTHERMEDIA

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Im nördliche Harzvorland liegt die Ruine der mittelalterlichen Festung Regenstein.

Burg und Festung Regenstein BLANKENBURG Die Burgruine Regenstein liegt nördlich der Stadt Blankenburg auf einem 290 Meter hohen Felsen, der an drei Seiten abfällt. Interessant sind vor allem die in den Fels gehauenen Höhlen. Die Burg Regenstein ist bereits seit 22. April von 10 bis 18 Uhr wieder geöffnet. Auch der Kiosk hat bereits seinen Betrieb wieder aufgenommen. Mehr dazu:  www.burg-regenstein.de

Die von Ludwig dem Springer gegründete Neuenburg ist dreimal so groß wie die Wartburg.

Neuenburg FREYBURG Die Neuenburg bei Freyburg wurde um 1090 durch Graf Ludwig den Springer gegründet und bis 1230 unter den Landgrafen Thüringens prachtvoll ausgebaut. Ab 20. Mai ist sie unter Vorbehalt Mittwoch bis Sonntag und Pfingstmontag von 10 bis 12 Uhr, von 13 bis 15 Uhr und 16 bis 18 Uhr für Besucher wieder geöffnet. Mehr dazu:  www.schloss-neuenburg.de

1769 bis 1773 wurde der englische Landschaftsgarten Wörlitz angelegt.

Wörlitzer Anlagen WÖRLITZ Die Wörlitzer Anlagen, im Osten von Dessau gelegen, sind der bekannteste Teil des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs. Jedes Jahr kommen rund eine Million Gäste dorthin, um auf den Parkwegen zu schlendern oder eine Gondelfahrt zu genießen. Gondelfahrten sind seit 8. Mai wieder möglich. Auch das Schloss Wörlitz ist seitdem zu besichtigen. Mehr dazu:  www.gartenreich.de

Das Schloss Luisium ist ein Meisterwerk des berühmten Architekten Erdmannsdorff.

Schloss Luisium DESSAU/ROSSLAU Park und Schloss Luisium in Dessau sind ein Geschenk von Fürst Franz von Anhalt-Dessau an seine Frau Luise zu deren 30. Geburtstag. Das klassizistische Gebäude ist im Erd- und ersten Obergeschoss mit allerlei Reliefs und klassizistischen Wandmalereien verziert. Das Schloss Luisium öffnet ab dem 15. Mai für die Besucher. Mehr dazu:  www.gartenreich.de

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In der Burg gibt es eine Ausstellung, in der man in die Geschichte der Anlage eintauchen kann.

Burg Falkenstein FALKENSTEIN Die Burg Falkenstein ist eine hochmittelalterliche Höhenburg über der Selke. Sie ist die am besten erhaltene Burg im Harz. Ab 20. Mai ist die Burg mit ihrem Burgmuseum unter Vorbehalt Mittwoch bis Sonntag und Pfingstmontag von 10 bis 12 Uhr, von 13 bis 15 Uhr und 16 bis 18 Uhr wieder geöffnet. Mehr dazu:  www.burg-falkenstein.de

FOTO: FRANK GEHRMANN

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FOTO: THOMAS RUTTKE

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FOTO: THOMAS KLITZSCH

FOTO: TORSTEN BIEL

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Wir packen das!

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CHRISTINE WAGNER, JESSEN

HARRY ERIC HESSE, BALLENSTEDT

REGINA URBAN, MERSEBURG

FRANK BRUNZLOW, HALLE

REBECCA GRADTKE, ALTMARK

REINHARD SEIBICKE, ASCHERSLEBEN

CLARA (LI.) UND SABRINA AULICH, MAGDEBURG

U

FOTOS: PRIVAT/ GRAFIK: F. NEUMANN - BILDBEARBEITUNG. MZ SATZ GMBH: A. HÜBELER

VOLKER NOWAK, HALLE

SABINE LORENZ, QUERFURT

KATHRIN MEYER, BEBERTAL

FRANK PALMDORF, WETERITZ

HELGE KRÜPER, SCHWANEBERG

BIRGIT HARTMANN, B. DÜRRENBERG

GÜNTER KREUTZADLER, KÖTHEN

LARS GASPER, STENDAL

EVELYN RIMA, KÖTHEN

nd, schon daran ge- leichterung. Ich lege meine Nase wöhnt? Langsam, ja. etwas frei. Ach wie tut das gut! Wir müssen. Das sa- Wenn da nicht die Unsicherheit gen sich auch die Le- wäre: Hoffentlich sieht es keiner. ser von „Mitteldeut- Also wieder hoch das Ding. sche Zeitung“ und „Volksstimme“. Schön, dass es zwischen all den Sie folgten dem Aufruf ihrer Hei- weißen und blauen Masken auch matzeitungen und schickten uns immer mehr durchgestylte Schutzdutzende Mundschutz-Fotos, eini- tücher gibt. Leser von MZ und ge sind hier zu sehen. Danke! Volksstimme gehören da ganz siIhnen wird es womöglich so ge- cher zu den Kreativen, wie man hen wie mir. Anfangs war da noch sieht. Die Maske wird zum hippen eine kleine Scham-Schwelle: Mit Designobjekt. Wer hätte das gesowas im Gesicht soll ich draußen dacht. Die Schneiderin Adrienne rumlaufen? Bis Corona kam, hat- Schlothauer aus Langenweddinten wir bei Asigen, so ist hier en-Reisen oder auf Seite 29 zu auf großen Fluglesen, hat den häfen verwunzum Hang dert auf die durchgestylten Fernost-MasMundundnasenkenträger geschützer früh erschaut. Und ehrkannt. Sie näht lich, haben wir seither Masken nicht manchmal aller Coleur am geschmunzelt? laufenden Band, Das SchmunMaske auf zeln ist uns verWunsch. Und sie gangen. Nach freut sich nicht wochenlanger nur über Masmedialer Corokenkäufer, sonna-Dosis mag dern auch, wenn ich nicht mehr die Kundschaft VON HANS-ULRICH KÖHLER streiten, ob das ihre in CoronaDing vor Mund Zeiten eng geund Nase was wordenen Honützt. Ja, sagen die Auskenner. sen oder Röcke zum Ändern bringt. Nein, hatten eben die vor Wochen Die Schneiderin hat einen Trend gemeint. erkannt. Frauen mögen es blumig In der Masken-Zeit habe ich und bunt, Männer dezent, einfarschnell dazu gelernt. Früh beim big. Beide lieben auch mal ein BeBäcker klappt es nun mit der rich- kenntnis im Gesicht: HFC! FCM! tigen Lautstärke, wenn ich um zwei Halle! Magdeburg! Schusterjungen und ein Doppeltes Mundundnasenschutzmasken, bitte. Die optimale Anziehtechnik wie auf dieser Seite zu sehen, werhabe ich jetzt auch drauf. Maske den sich einige ihrer Träger vielvors Gesicht, beherzt den Gummi leicht ewig aufbewahren. Man weiß hinters erste Ohr ziehen - je nach ja nie? Nein! Sie werden sie woGustus erst links, dann rechts. Ich möglich den Nachgeborenen zeibevorzuge das linke Ohr, ergab eine gen und erzählen, wie sie anno Selbstanalyse. 2020 unfreiwillig zum Zeitzeugen Als gelegentlicher Brillenträger wurden: Damit bin ich draußen bekomme ich im Supermarkt einen rumgelaufen! Ich war dabei! Ich! Vorgeschmack auf den Sommer: Das wird dann klingen wie „Opa erWie schnell doch die Gläser wegen zählt vom Krieg“. Und vielleicht der Maske beschlagen! Und wer haben die Erzähler dann den ohnehin Probleme mit Luftholen Spruch der Sprüche aus dieser Cohat, ächzt jetzt unterm schützen- rona-Zeit nicht ganz vergessen: den Textil. Mit einem Trick verBleiben Sie gesund, liebe Leseschaffe ich mir gelegentlich Er- rinnen und liebe Leser!

Das neue Atmen

KIRSTEN WENDELMUTH, NAUMBURG

STEFANIE WILKE, ALTMARK

ANGELIKA MÜHLBACH, THALE

MANFRED HÄNSEL, HALLE

NADINE STRÖBER, SALZWEDEL

ANDREAS UND NICK BÖSENER, MAGDEBURG


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Wir packen das!

Sie sanieren Dome, Kirchen, Schlösser oder Brücken in ganz Deutschland. Das Corona-Virus raubt dem Chef der Bauhütte Naumburg, Torsten Birke, Flexibilität beim Einsatz seiner Mitarbeiter. Rund 40 Fachleute sind in der Bauhütte Naumburg beschäftigt, Steinmetze und Maurer für alte Bauwerkstechniken, die vor allem im denkmalpflegerischen Bereich tätig sind. Sie sanieren bildhauerische Architekturglieder, sichern historisches Mauerwerk, reinigen Steinoberflächen schonend per Laser. Noch können alle Teams an den verschiedenen Objekten arbeiten, z.B. am bisher größten Projekt, der historischen Anna-EbertBrücke, die mit ihren elf Bögen die Alte Elbe im Zentrum von Magdeburg überspannt. Oder am Schloss Bernburg, wo die Mauern des Blauen Turms noch bis Oktober 2020 statisch gesichert werden. Oder im Naumburger Dom, wo sie seit Gründung der Bauhütte Naumburg GmbH im Jahre 1992 immer wieder Aufträge ausgeführt haben. Gegenwärtig befreien sieben Mitarbeiter im Ostchor der Weltkulturerbestätte Steine per Laser von schädigenden Schichten und konservieren anschließend Kalkstein-Oberflächen. Damit jeden Tag gearbeitet werden kann, wurde der Arbeitsschutz erweitert. „Wir halten die Besetzungen an den einzelnen Baustellen konstant und minimieren so

Torsten Birke

das Risiko, dass, wenn irgendwo ein Quarantänefall eintritt, alle Baustellen geschlossen werden müssen“, sagt Geschäftsführer Torsten Birke. Man geht in kleinen Gruppen in die Frühstückspause, schläft bei Auswärtstätigkeit im Einzelzimmer, arbeitet mit Schutzmasken. Zumindest letzteres ist für die Steinmetze keine neue Erfahrung. Die erweiterten Schutzmaßnahmen würden zwar höhere Betriebskosten und weniger Flexibilität bedeuten, „aber die Gesundheit geht vor“, sagt Torsten Birke. Die Naumburger Bauhütte hofft nun, dass nach Jahren ständiger Erweiterung von Mitarbeiterzahl und positiver Auftragsentwicklung ihre Qualitätsarbeit auch nach Corona weiter gefragt ist. Marlene Köhler

Corona stoppt Pommes Landwirtschaft Auch die Kartoffelbauern trifft die Krise. Olaf Feuerborn hofft jedoch, dass die Pandemie langfristig für mehr Wertschätzung gegenüber den Landwirten sorgen wird.

K

auch die deutschen Milchbauern unter den geschlossenen Grenzen etwa nach Italien. Das Land ist ein wichtiger Abnehmer deutscher Milchprodukte. „Dieser Weg ist komplett weggebrochen“, sagt Feuerborn. Der darauf folgende Warenüberschuss in Deutschland treibe zusätzlich die ohnehin schon niedrigen Preise auf dem Markt im Inland nach unten. Denn die Produktion ließe sich nicht einfach anhalten. „Man kann bei einer Kuh nicht einfach den Milchhahn zudrehen.“ Um die schwindenden Einnahmen auszugleichen, hat Olaf Feuerborn wie viele Landwirte begonnen, weitere

VON MAX HUNGER //

artoffeln kommen bei den Menschen in Sachsen-Anhalt natürlich auch während der Corona-Krise auf den Tisch. Doch der Blick in seine Lagerhalle bereitet Landwirt Olaf Feuerborn aus Prosigk (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) derzeit trotzdem große Sorgen. Etwa 1.000 Tonnen Kartoffeln lagern hier. Abnehmer findet der Landwirt dafür jedoch kaum. Der Grund: Seine Kartoffeln sind für die Pommes-frites-Herstellung bestimmt. Doch die Fritten werden momentan kaum noch produziert. „Der Markt ist komplett zusammengebrochen“, sagt der 59-Jährige. Denn der Großteil der Pommes wird bei Fußballspielen, Kirmes und Volksfesten verkauft. Die sind aufgrund der Infektionsgefahr weiterhin untersagt. Feuerborn bleibt nun nichts anderes übrig, als seine Ernte an Stärkefabriken zu verkaufen. Hier wird aus den Kartoffeln Tierfutter hergestellt oder sie werden in Biogasanlagen verwertet. Für 100 Kilogramm Kartoffeln bekommt Feuerborn so etwa 2,50 Euro - in der Pommes-Herstellung wären es 15 Euro gewesen. „Das tut natürlich weh“, sagt der Bauer.

Landwirten fehlt Planungssicherheit für nächste Ernte Die Coronakrise trifft die Kartoffelbauern zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Eigentlich soll der Ertrag im späten Frühjahr in die Fabriken gebracht werden. Die nächste Ernte steht bereits im August an. Doch bis dahin rechnet Feuerborn noch nicht mit einer Entspannung der Lage. Etwa 400.000 Tonnen Kartoffeln seien in ganz Deutschland derzeit übrig, schätzt er. Nach der nächsten Ernte im Sommer werden es noch einmal so viele sein. „Wir schieben riesige Mengen vor uns her“, sagt der Landwirt. Und das Pommes-Geschäft braucht Vorlauf. Je nach Verwendung müssen die Kartoffeln unterschiedliche Eigenschaften mitbringen und entsprechend gezüchtet werden. Die Fastfoodkette McDonalds verlangt etwa nach besonders langen Kartoffeln, für die Herstellung von „Riffelpommes“ müssen sie hingegen besonders dick sein. Entscheidend für die beliebte gold-gelbe Färbung ist außerdem der Zuckergehalt. Optimale Größe, Stärkegehalt und Zuckeranteil um all das von der Züchtung bis auf den Teller zu gewährleisten, braucht es zwei Jahre Vorlauf. Doch worauf sollen sich die Landwirte aktuell einstellen? Wie viele Kartoffeln werden sie in Zukunft überhaupt verkaufen können? „Es ist unklar, wann wieder Veranstaltungen stattfinden. Wir hängen total in der Luft“, sagt Feuerborn. Für den Landwirt, der auch Präsident des Landesbauernverbands in SachsenAnhalt ist, sind die Kartoffeln die wichtigste Einnahmequelle. Insgesamt bewirtschaftet er 350 Hektar Ackerland. Neben Kartoffeln baut Feuerborn hier auch Getreide, Zuckerrüben und Raps

Wir sind für Sie da !

Krise Die wird zu einem Umdenken führen.

Olaf Feuerborn, Landwirt

Standbeine aufzubauen: Neben einem Direktverkauf von Kartoffeln an Kunden aus der Umgebung steht dabei das Erlebnis Landwirtschaft im Mittelpunkt. In ein paar Wochen öffnet er sein Erdbeerfeld. Hier können Kunden sich dann für einen Beitrag selbst Früchte pflücken. Im Herbst lädt Feuerborn seine Kunden dann ein, sich ihre Kartoffeln selbst vom Feld zu ernten. „Ich hoffe, dass es so eine Rückbesinnung zur Natur und zur Landwirtschaft gibt.“

FOTOS: ANDREAS STEDTLER, TORSTEN BIRKE

Immer im gleichen Team

Freitag, 15. Mai 2020

Landwirt Olaf Feuerborn findet keinen Abnehmer für seine Kartoffelernte.

1.000

Tonnen Kartoffeln für die Herstellung von Pommes Frites lagert Landwirt Olaf Feuerborn derzeit.

an. Sein Hof in Prosigk ist ein Familienbetrieb. Außer ihm und seiner Frau arbeiten noch sein Sohn sowie zwei Angestellte in dem Unternehmen. Durch die Coronakrise hat er in diesem Jahr Umsatzeinbußen von etwa 150.000 Euro. Ein harter Schlag, denn bereits im vergangenen Jahr hat er 40 Prozent weniger Ernte eingefahren. Der Grund damals: die Trockenheit. Um nun trotz der Einbußen aufgrund der Coronakrise liquide zu bleiben, spielt Feuerborn mit dem Gedanken, einen Teil seines Ackerlandes zu verkaufen. „Das macht kein Landwirt gern.“ Und nicht nur die Kartoffelbauern trifft die Krise: Laut Feuerborn leiden

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Bauer hofft, dass regionale Produkte mehr gekauft werden Denn dass Landwirte seit Jahren immer weniger Geld für ihre Produkte bekommen, das sei auch ein gesellschaftliches Problem, sagt Feuerborn. Beim Handel mit den großen Lebensmittelketten stehen die deutschen Bauern in ständiger Konkurrenz mit Landwirten aus der ganzen Welt. Ein Problem, denn in Deutschland herrschen meist strengere Auflagen, die Produktion ist oft teurer als im Ausland. Seit Jahren werde die Preisschraube hier nach unten gedreht, sagt Feuerborn. „Das untere Ende ist jetzt erreicht.“ Er wünscht sich deshalb ein Label, dass den Kunden im Supermarkt klar zeigt, welches Produkt aus der Region kommt. „Mir ist wichtig, dass der Kunde das sieht.“ Der Landwirt hat angesichts der Corona-Krise eine Hoffnung: Feuerborn wünscht sich, dass den Menschen der Wert der Landwirtschaft wieder stärker bewusst wird. Werden Grenzen geschlossen, versiege der Warenstrom aus vielen anderen Ländern. Feuerborn rechnet damit, dass etwa der Nachschub an exotischen Früchten in den kommenden Wochen knapp wird. „Die Krise macht uns allen klar: Wir müssen uns selbst versorgen können.“ Dafür brauche es eine gesunde Landwirtschaft. „Ich glaube, die Krise wird bei vielen Menschen zu einem Umdenken führen.“


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Wir packen das!

Freitag, 15. Mai 2020

Hilfe für das Dach der Allianz-Arena

FOTOS: ANDREAS STEDTLER, MAIK SCHUMANN

Die S&N Innovations- und Textiltechnik GmbH aus Wallhausen im Landkreis MansfeldSüdharz trotzt der Corona-Krise auf ihre eigene Art und sorgt für trockene Sitzplätze beim FC Bayern München.

Die Blankenburger Firma Studio 4, hier Mitarbeiterin Annika Hedel, sorgt mit ihrer Technik für Autokinospaß auf dem Stendaler Flughafen.

Die Eiskönigin am Rollfeld Unterhaltung auf dem Stendaler Flugplatz Veranstalter sehen Möglichkeiten für Filmaufführungen, Rock, Pop und Jazz. Auch Gottesdienste könnten auf dem riesigen Areal stattfinden.

V

VON REGINA URBAT //

eranstaltungen sind reihenweise abgesagt, die Kultur ist zum Stillstand gekommen. Und plötzlich bietet das längst vergessene Autokino den Hoffnungsschimmer. Deutschlandweit schießen sie wie Pilze aus dem Boden, mit dabei das Autokino Stendal. Auf dem Flughafen erlebt es seine Renaissance. Immerhin flimmerten auf dem Gelände des ehemaligen russischen Militärflugplatzes bis etwa 2005 Filme auf einer Leinwand. Nun wird das Vergnügen wieder belebt. Riesige LED-Wand garantiert beste Unterhaltung Ab 15. Mai werden auf einer 60 Quadratmeter großen LED-Wand mit Drei-Millimeter-Pixelabstand die Eiskönigin, der König der Löwen und andere beliebte Kinderfilme gezeigt. Bei Blockbustern aus 2019 kann mitgefiebert und gekuschelt werden. 160 Autos haben Platz auf dem Flugplatzareal, das Programm für die Kinowochen um Pfingsten steht. An den Wochenenden gibt es drei Vorstellungen, unter der Woche zwei, zumindest in den Pfingstferien. Weiter geht es dann so lange, wie Corona die Wiedereröffnung des Uppstall-Kinos in Stendal nicht zulässt. „Wir wollen keine Konkurrenz zum Kinohaus“, sagt der Veranstalter Christian Legler. Er führt die Eventagentur Studio D4 und hat in der Corona-Krise mit dem Format Autokino eine Nische gefunden. So wie in Stendal in der Altmark, veranstaltet der 40-Jährige mit Partnern in Aschersleben, in seiner Heimatstadt Wernigerode, im nie-

dersächsischen Goslar und thüringischen Apolda jeweils ein Autokino. „Es ist kein Modell zum Geld verdienen“, sagt Legler, „denn der Filmverleiher möchte trotz Krise in der Branche gute 50 Prozent von jedem verkauften Ticket.“ Das Modell eignet sich dennoch, „um den Menschen ein Stück Normalität zurückzugeben. Uns macht es Spaß, viel mehr, anstatt die Hände in den Schoß zu legen.“ Das Projekt von Studio D4 ist so konzipiert, dass es, wenn die Kommune es möchte und das Umfeld es hergibt, als eine Kul-

Wir wollen Menschen ein

Stück Normalität zurückgeben. Christian Legler, Veranstalter

tur-Arena im Stil eines Autokinos in der Corona-Krise genutzt werden kann. „In Stendal passt alles“, sagt Christian Legler. Der Flugplatz, der weit außerhalb der Stadt liegt, ist abgeschlossen, das Veranstaltungsareal groß genug, um alle Abstands- und Hygiene-Vorschriften einzuhalten. Es begann, als der Harzer am Rande einer Beratung im Rathaus der Hansestadt bei der es um die Vorbereitung des Sachsen-Anhalt-Tages 2022 in Stendal ging seine Projekt-Idee kurz erwähnte. Der Veranstaltungsmanager der Stadtverwaltung, Matthias Neumann, „fing sofort Feuer“. Nach ein paar Telefonaten wie mit der

Flugplatz-Betreibergesellschaft stand das Gerüst für ein Autokino in Stendal. Es wurde festgezurrt und ausgebaut. So hatten die Trucks nicht nur LEDLeinwand und Übertragungstechnik an Bord, sondern auch eine Bühne. Sie soll in den kommenden Wochen bespielt werden. Legler und Neumann, die nur zu gut wissen, wie extrem die Musikerszene unter den Einschränkungen in der Corona-Krise leidet, sind überzeugt, das Angebot kommt an. Ähnlich wie unter Studio-Bedingungen erfolgt der Auftritt auf der Bühne, live zu sehen ist er auf der Leinwand, live zu hören der Sound wie beim Kinofilm auf einer UKW-Frequenz im Autoradio.

Hochglanzfotos der Allianz-Arena in München, des Eisstadions in Inzell und ein riesiger Sonnenschirm inmitten einer Wüstenlandschaft zieren die Wände des Beratungsraums der S&N Innovations- und Textiltechnik GmbH in Wallhausen (Landkreis Mansfeld-Südharz). Und nicht ohne einen gewissen Stolz berichtet Thomas Noatzsch, der zusammen mit Silke Hesse die Geschäfte des 16-MannUnternehmens führt, dass man erst vor rund zwei Wochen die Decke des Münchner Fußballtempels und Heimstätte des FC Bayern München repariert, oder besser gesagt, der Wartungsfirma die entsprechenden Teile geliefert hat. Denn die über 20.000 Quadratmeter große Konstruktion besteht aus rund 3.000 Membranen. Während die Außenhaut, die sich aus rund 3.000 speziellen Folienkissen zusammensetzt, vor über 16 Jahren in der Novum Membranes im knapp zehn Kilometer entfernten Edersleben entstand, hatten die Wallhäuser die Teile für die gigantische Decke über den Zuschauerrängen gefertigt. Die Pläne dafür existieren heute noch, schließlich ist auch jedes Teil nummeriert. 76 Membranen waren Sturmtief „Sabine“ zum Opfer gefallen, erzählt Noatzsch, der das Wirken der Wallhäuser an dem bayrischen Fußballtempel in München eher von der wirtschaftlichen Seite sieht. „Mit dem runden Leder habe ich nicht viel am Hut“, gesteht er lächelnd. Dafür geht der 41-Jährige in seiner Arbeit auf. Ne-

Gastronomen der Region können vom Kino profitieren Matthias Neumann, der wie Legler überzeugt ist: Im Autokino auf dem Flugplatz in Stendal ist alles möglich. Rock, Pop, Jazz, „und warum nicht auch ein Gottesdienst?“ Profitieren vom Veranstaltungsformat Autokino sollen auch lokale Unternehmen. „Das ist mir wichtig“, sagt Legler, „denn Events binden eine Vielzahl von Gastronomen und andere Firmen in der Region ein. Viele von ihnen leiden nun unter dem massenhaften Ausfall von Veranstaltungen und Festen.“ Bei der Filmvorführung selbst ist aus Stendal das Uppstall-Kino mit dem Chef Günther Tyllack dabei. „Wir sorgen für die Filmauswahl, liefern Popcorn und Nachos, eigens im Uppstall-Kino zubereitet.“ Ausgemacht ist zudem, dass Stendals Bierbrauerei und Gastronomen den CateringPartner von Studio D4 unterstützen. Und nicht zuletzt werden auch Kfz-Werkstätten gebraucht, die helfen, wenn die Autobatterie plötzlich schlapp macht.

ben den Spezialanfertigungen für die Wartungsteams werden an den Nähmaschinen und dem computergestützten Zuschneidetisch in erster Linie Bespannungen für Sonnenschirme für die Gastronomie produziert. Zwischen 4.000 und 4.500 Schirme verlassen im Jahresdurchschnitt das Unternehmen. Dabei arbeiten die SachsenAnhalter unter anderem für die bayrische Firma Bikatec. Der Spezialist für Überdachungen liefert die Gestelle, die Wallhäuser bespannen diese je nach Wunsch.

Mit dem runden

Leder habe ich nicht viel am Hut. Thomas Noatzsch, Geschäftsführer

Noatzsch hofft indes, mit seiner Firma unbeschadet durch die Corona-Krise zu kommen. Schließlich seien die Auftragsbücher gut gefüllt. So habe man bisher auch keine staatlichen Hilfen in Anspruch nehmen müssen. Gleichwohl blickt man mit Sorge auf die Entwicklung des Hotel- und Gaststättengewerbes. Schließlich hänge man von den Bestellungen der gebeutelten Branche in gewisser Weise ab. Inzwischen näht man bei S&N auch Mund- und Nasenschutz aus Baumwolle. Allerdings in begrenzter Stückzahl. Der Vertrieb erfolge weitgehend über Geschäfte in Wallhausen.

Silvia Hofmann arbeitet im Unternehmen.

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IHK-Hotline: 0345 2126-100

Zudem steht die IHK ihren Mitgliedsunternehmen auch über eine Hotline und im Live-Chat unter www.halle.ihk.de beratend zur Seite.

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Karl-Heinz Klarner


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Wir packen das!

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FOTOS: H

AGO/PIC JOHN, IM

Fußballfans helfen ihren Klubs in der Krise

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Freitag, 15. Mai 2020

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3. Liga in Mitteldeutschland Bei Spendenaktionen können Anhänger virtuelle Reisen oder Online-Stadionbesuche kaufen, um so ihre Mannschaft zu unterstützen.

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VON MANUEL HOLSCHER //

n der Corona-Krise haben viele Fußballvereine mit finanziellen Verlusten zu kämpfen. Doch gerade in dieser schwierigen Zeit können sich der 1. FC Magdeburg, der Hallesche FC oder der FSV Zwickau auf ihre Anhänger verlassen. Der 8. Mai ist für jeden Fan des 1. FC Magdeburg etwas Besonderes. Es ist der Tag, an dem der FCM Fußballgeschichte schrieb. Am 8. Mai 1974 gewann das Team von Meistertrainer Heinz Krügel in Rotterdam durch ein überraschendes 2:0 gegen den AC Mailand den Europapokal der Pokalsieger. Es war der einzige Europapokalerfolg einer DDR-Mannschaft. Spieler wie Wolfgang Seguin, Martin Hoffmann, Manfred Zapf, Uli Schulze und Jürgen Sparwasser erinnern sich auch heute noch gerne an diesen Tag zurück. Und diesen Europapokalsieg des FCM nahmen die aktive Fanszene und der Fanrat zum Anlass für eine Spendenaktion, die Anfang April gestartet wurde. In den schwierigen Wochen der CoronaKrise wollten die Anhänger etwas tun, ihrem Verein helfen. Schließlich leidet momentan auch der 1. FC Magdeburg unter enormen Einnahmeausfällen, muss mit einem siebenstelligen finanziellen Verlust rechnen. „Im Angesicht der Corona-Krise ist es nicht wichtig, dass der Ball rollt. Es ist auch nicht wichtig, dass er schnellstmöglich wieder rollen

wird“, betonen die FCM-Fans. „Wichtig ist aber, dass wir als Fanszene des 1. FC Magdeburg einerseits gesellschaftliches Engagement für und in Sachsen-Anhalt zeigen und andererseits auch Sorge dafür tragen, dass die aktuelle Krisensituation für unseren Verein und insbesondere seine Jugendabteilungen und Mitarbeiterschaft nicht existenzbedrohend wird.“ Deshalb überlegten sich die Anhänger eine besondere Aktion eine fiktive Reise am 8. Mai nach Rotterdam. Es gab drei Preiskategorien für die „Tickets“: Die Eintrittskarte mit Individualanreise (19,74 Euro), die Eintrittskarte mit Zuganreise (29,74 Euro) und die Eintrittskarte mit einem Flug (49,74 Euro). „Durch diese Aktion versuchen die Anhänger, alles in Bewegung zu setzen, um dem Vereinen wirtschaftlich zu helfen“, lobt FCM-Präsident Peter Fechner. Und diese Spendenaktion entwickelte sich schnell zu einem wahren Hit, letztendlich wurden 6.426 „Tickets“ verkauft, die rund 180.000 Euro einbrachten. „Die Resonanz auf die Aktion war überwältigend und die Spendenbereitschaft wirklich grandios“, jubelten die Initiatoren. Das gesammelte Geld kommt dem eingetragenen Verein, also der Basis zugute. „Das zeigt, dass unsere Fans enorm kreativ sind und uns toll unterstützen“, schwärmt der Präsident. Und: „Es geht bei dieser Aktion um den Zusammenhalt, der uns so oft ausgezeichnet hat.“

Das Stadion des Halleschen FC. Foto unten: Stadion des 1. FC Magdeburg

Doch nicht nur beim FCM haben sich die Fans Gedanken gemacht, wie sie ihren Verein unterstützen können. Beim Halleschen FC können Fans einen virtuellen Stadionbesuch unternehmen. Das Heimspielticket kostet symbolische 19,66 Euro. Über die Bratwurst und die Pommes frites bis zum Stadionbier können weitere virtuelle Waren erworben werden. Es gibt aber auch reale Werte: Bei einem „Einkauf“ ab 50 Euro verschenkt der HFC beispielsweise zwei Freikarten für ein Heimspiel in der kommenden Saison. Beim FSV Zwickau gibt es eine ähnliche Aktion: Fans können in einem virtuellen Sonderzug Platz nehmen. Unter dem Motto „Egal wo du auch spielst – mit dem Zug durch unsere Geschichte“ wurde die Aktion am 24. April gestartet. Auf der Online-Seite des Vereins können die Fans eine Reise durch die Vereinsgeschichte unternehmen. Die erste virtuelle Haltestelle war das Stadion der Weltjugend in Berlin mit Geschichten zum Pokalsieg 1975 gegen Dynamo Dresden. Ein „Ticket“ kostet 1,75 Euro. Pro verkaufter Karte sollen zehn Cent Zwickauer Kultureinrichtungen zugute kommen. Bisher wurden mehr als 65.000 „Tickets“ verkauft. Die Fans des Regionalligisten Lok Leipzig wiederum knackten

mit ihrer Aktion sogar einen virtuellen Europa-Zuschauerrekord. Für ein Geisterspiel am 8. Mai zwischen Lok und einem „unsichtbaren Gegner“ wurden bis dahin rund 182.000 „Tickets“ für jeweils einen Euro verkauft. Die „Partie“ unter dem Motto „Leute, macht die Bude voll!“ wurde dann sogar online „übertragen“, zudem gab es ein spezielles Stadionheft. Es war eine Aktion, die europaweite Aufmerksamkeit auf sich zog und die dem Verein helfen soll, im Falle eines Aufstiegs die Drittliga-Lizenz zu sichern. Entsprechend bewegt waren die Vereinsverantwortlichen. „Ich möchte mich im Namen des Vereins bei allen Unterstützern bedanken, die uns aus der ganzen Welt Spenden geschickt haben“, sagte Lok-Präsident Thomas Löwe. Die verschiedenen Spendenaktionen der Fußballfans zeigen, wie kreative Hilfe von Anhängern in der Corona-Krise aussehen kann und dass viel bewirkt werden kann. Mit ihren Ideen sammelten die Fans zudem nicht nur Geld für ihre Vereine. Durch ihr Engagement wurde ihnen auch sehr viel Anerkennung zuteil. „Diese Unterstützung ist ein klares Signal, wie wichtig die Fans im Fußball sind“, betont FCM-Präsident Fechner.


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Wir packen das!

Freitag, 15. Mai 2020

IT-Dienstleister Teleport Magdeburg Was kommt nach der Krise? Der Unternehmer Marco Langhof über anpassungsfähige Firmen und seine Schwierigkeiten mit Datenschützern

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Ein Bild des Jammers in der digitalen Bildung „Digitaler Thesenanschlag“ - so nennt der gelernte Nachrichten- und studierte Elektrotechniker seine Gedanken, die er auf die Unternehmenswebsite gestellt hat. Dahinter steht die Frage: Was können wir lernen aus der Corona-Krise? Langhof, das muss man an dieser Stelle wissen, ist auch Vorsitzender des Verbandes der IT- und Multimediaindustrie Sachsen-Anhalt. Zwei seiner Thesen lauten: „Die Krise offenbart alle Schwächen.“ Und: „Datenschützer müssen nun endlich Verantwortung übernehmen.“ Schon die Titel zeigen: Da scheut jemand nicht davor zurück anzuecken. Die Schwächen also: Langhof listet sie in wenigen Sätzen auf. Zwei Beispiele: Breitbandausbau und, so nennt er es, „ein Bild des Jammers in der digitalen Bildung“. Was wird sich ändern, nun, da Videokonferenzen das morgendliche

Warten auf die Gäste Uli Bittner Gastwirt, Magdeburg

VON ALEXANDER SCHIERHOLZ // Marco Langhof, Chef des IT-Dienstleisters Teleport, entwickelt mit seinem Team neue Kommunikationsplattformen.

Mein Nervenkostüm ist inzwischen schon ziemlich dünn, ich reagiere ab und zu gereizt. Denn ich trage große Verantwortung für mein Personal, das sind 30 festangestellte Leute plus Aushilfen in beiden Lokalen in Magdeburg. Der Mückenwirt ist ein großer Familienbiergarten direkt am Ufer der Elbe. Der Domkönig ist ein Restaurant mit Bar vis-à-vis des Doms. Keine Gäste sind eine Katastrophe, gerade für die Kellner. Die leben doch auch vom Trinkgeld. Wir haben seit Wochen geschlossen, alle sind inzwischen in Kurzarbeit. Ohne die Unterstützung vom Bund und vom Land Sachsen-Anhalt ginge es gar nicht. Ich habe ein kleines Polster, aber wenn das weg ist, ist Schicht im Schacht. Aber ich denke, es wird weitergehen. Hoffnung geben mir die Gespräche mit Kollegen und dem Personal. Dieser Austausch ist wichtig für die Seele. Ich bekomme auch viele WhatsApp-Nachrichten und E-Mails von Gästen. Sie denken an uns, zeigen, dass sie unsere Arbeit als Gastgeber zu schätzen wissen. Ich bin zuversichtlich. Gott sei Dank ist es ja noch nicht möglich, sein Bier online zu trinken.

FOTO: ANDREAS STEDTLER, IKK GESUND PLUS

arco Langhof stellt eine kleine Kamera mit drehbarem Objektiv auf den Tisch. Er wischt auf seinem Smartphone herum, legt es daneben. Dann beginnt er, um den Tisch, nun ja, zu tänzeln. Die Kamera surrt, das Objektiv dreht sich, folgt jeder seiner Bewegungen. Auf dem Smartphone kann man ihm zuschauen. Er lächelt, setzt sich. „Wir sind gerade im Gespräch mit einem Tanzstudio. Vielleicht können sie auf diese Weise Tanzkurse online anbieten.“ Langhof (55) ist Gründer und Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Teleport mit Sitz in Barleben bei Magdeburg, Halle und Potsdam. Zu seinen Kunden zählen Geschäftsleute und öffentliche Verwaltungen. Schon jeder hat mal auf der Website einer Kreis- oder Stadtverwaltung nach einem bestimmen Amt oder einem Ansprechpartner gesucht, hat den „Behördenwegweiser“ angeklickt oder die Rubrik „Wo erledige ich was?“. In vielen Fällen steckt dahinter Software von Teleport. 1995, im Jahr nach ihrer Gründung, hat die Firma das erste Intranet des Europäischen Parlaments aufgebaut. Seit Deutschland sich Mitte März heruntergefahren hat, entwickeln Langhof und sein Team neue Geschäftsmodelle und Kommunikationsplattformen für ihre Kunden. Der Online-Tanzkurs ist ein Beispiel dafür. Ein „digitaler Besprechungsraum“ ein anderes - im Grunde Software für eine Videokonferenz, aber technisch viel besser ausgestattet. Ein Unternehmen sucht in der Krise neue Möglichkeiten. So wie gerade viele Firmen. Die Geschichte könnte deshalb an dieser Stelle schon wieder zu Ende sein, wenn Marco Langhof sich nicht auf ungewöhnliche Art und Weise Gedanken über die Zukunft gemacht hätte. Über die der Digitalisierung der Wirtschaft und, wenn man es ein bisschen weiterdenkt, auch über die der Gesellschaft.

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Digitaler Denkanstoß

Aufgezeichnet von Herbert Spies

Für Gesundheit in Krisenzeiten

Meeting ersetzt haben? Und es auch ganz schön wäre, wenn noch viel mehr Schüler im Home-Schooling sich mal per Videochat mit ihren Lehrern zusammenschalten könnten, statt bloß online Arbeitsblätter bereitgestellt zu bekommen. Wird es da einen Schub geben? Marco Langhof lehnt sich zurück, er ist da gar nicht so pessimistisch. „Schon heute könnten die meisten Unternehmen eine Breitband-Internetverbindung bekommen.“ Das sei aber eine Frage des Geldes. Seine Prognose: Die Bereitschaft von Unternehmern, dafür mehr zu bezahlen, werde ebenso steigen wie der Be-

Wir müssen über Lösungen für das Lernen zu Hause nachdenken. Marco Langhof, Unternehmer

darf. Das Problem aus seiner Sicht: „Es mangelt an Baukapazitäten.“ Dabei bräuchten nicht nur Firmen, sondern auch Schulen für digitales Lernen schnelles Internet. Aber war da nicht mal was? Digitalpakt? 5,5 Milliarden Euro von Bund und Ländern für digitale Bildungsinfrastruktur? Für Langhof ist das nur die halbe Miete: Es spreche nichts dagegen, sagt er, Schulen mit WLAN und elektronischen Tafeln auszustatten. Aber mit Unterrichtsvorbereitung und Hausaufgaben habe sich schon vor der Krise ein Großteil der Arbeit von Lehrern und Schülern zu Hause abgespielt. „Wir müssen endlich über Cloud-Lösungen für das Lernen zu Hause nachdenken“, fordert Langhof daher. Also über Online-Speicher und virtuelle Klassenzimmer. Womit wir beim Datenschutz wären. Datenschützern schreibt der IT-Verbandschef in seinem Thesenanschlag eine „verheerende Rolle“ zu, im Gespräch nennt er sie „nur Bedenkenträger“. Was ihn stört: Pauschalurteile wie „Das verstößt gegen den Datenschutz“. Was er fordert: Insbesondere staatliche Datenschützer dürften nicht nur sagen, was nicht gehe, sondern sie müssten auslo-

ten, was bei allen Bedenken möglich sei. Und, bitte schön, konkrete Kritikpunkte formulieren, etwa bei der Anwendung von Cloud-Lösungen. „Damit könnte man sich auseinandersetzen.“ Vor der Wahl ein Wettstreit um die besten Digitalkonzepte Nach Hoffnung auf schnelle Veränderung klingt das alles nicht. Entmutigen lassen will Langhof sich jedoch nicht. Für Sachsen-Anhalt setzt er auf die Landtagswahl im kommenden Jahr, will mit seinem Verband die Parteien in einen Wettstreit um die besten Digitalkonzepte bringen. Und Marco Langhof wäre nicht Marco Langhof, wenn er die Frage, was wir lernen können aus der Corona-Krise, nicht doch noch mit einem optimistischen Ausblick beantworten würde: „Wir werden lernen, dass wir anpassungsfähiger sind, als wir geglaubt haben.“ Er ist überzeugt: Wer sich als Unternehmer oder Kreativer anpasse und gut durch die Krise komme, der könne hinterher „einen Impuls geben, was wir besser machen können“.

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Marco Langhofs digitaler Thesenanschlag: www.teleport.de

Uwe Schröder Vorstand IKK gesund plus, Magdeburg

Die Corona-Krise stellt für die IKK so wie für alle Menschen im Land eine große Herausforderung dar. Als Krankenkasse tragen wir eine besondere gesellschaftliche Verantwortung für die Finanzierung der Gesundheitsversorgung. Wir sorgen unter anderem dafür, dass die gesundheitliche Infrastruktur auch unter Krisenbedingungen funktioniert, dass Ärzte, Krankenhäuser, Therapeuten, Apotheker und Pflegedienste bestmöglich arbeiten und leisten können, was medizinisch notwendig ist. Gleichzeitig sind unsere Mitarbeiter im Dauereinsatz bei der Beantwortung von Versichertenanfragen und der Lösung individueller Probleme. Jetzt gilt es, unbürokratisch und schnell zu helfen. Ich bin zuversichtlich, dass uns dies auch bei den vielen Anfragen von Arbeitgebern gelingen wird.


Wir packen das!

FOTO: PICTURE ALLIANCE/DPA

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Die Franckeschen Stiftungen im Modell: Eine Schau erläutert deren Wandel in den letzten 30 Jahren.

Franckesche Stiftungen HALLE Zwei Sonderausstellungen haben die Franckeschen Stiftungen Halle derzeit zu bieten: In der Schau „Mit Tatkraft und Gottvertrauen“ wird mit Fotoinstallationen daran erinnert, welchen Wandel die Stiftungen seit der Wende 1989 erlebt hat. Eine Ausstellung zeigt Bibel-Illustrationen zu Naturgewalten vereint. Bis zum 6. Juli ist der Eintritt hier frei! Mehr dazu:  www.francke-halle.de

VON KAI AGTHE //

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in Museum ohne Besucher ist kein Museum“, sagt Thomas Bauer-Friedrich, der Direktor des Kunstmuseums Moritzburg in Halle. Nach Wochen der corona-bedingten Schließung ist er froh, dass sein Haus ab kommenden Donnerstag endlich wieder für das Publikum öffnen darf. Und eine gute Nachricht hat der MoritzburgChef auch: Die Ausstellung „Karl Lagerfeld. Fotografie. Die Retrospektive“ konnte um ein halbes Jahr

FOTO: PICTURE ALLIANCE/DPA

Harzmuseum WERNIGERODE Neben der Flora und Fauna des Harzes widmet sich die Dauerausstellung im Harzmuseum Wernigerode auch dem Fachwerkbau und Handwerkskünsten sowie der Geschichte des Bergbaus rund um den zum Greifen nahen Brocken. Daneben wird gerade eine Sonderschau über den Wernigeröder Maler Albert Schöpwinkel (1830-1910) vorbereitet. Mehr dazu:  www.harzmuseum.de

FOTO: PICTURE ALLIANCE/DPA

HALLE Auch wenn die neue, für November angekündigte Ausstellung über die Himmelsscheibe von Nebra auf das kommende Jahr verschoben werden musste, so gibt im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle die Ausstellung „Ringe der Macht“ einen faszinierenden Einblick in die Geschichte von Finger-, Armund Halsringen. Mehr dazu:  www.landesmuseum-vorgeschichte.de

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verlängert werden. Bis zum 6. Januar ist die Schau nun zu sehen, die mehr als 300 Fotografien vereint, die noch zu Lebzeiten gemeinsam mit Karl Lagerfeld (1933-2019) ausgewählt wurden. Präsentiert werden Aufnahmen aus den vielfältigen Interessengebieten des legendären Modeschöpfers, darunter Architektur, Landschaft, Porträt und - natürlich - Modefotografie. Kunstfreunde sollten sich die Schau nicht entgehen lassen, sagt BauerFriedrich. „Denn sie ist die erste Retrospektive zu

Karl Lagerfelds fotografischem Werk weltweit und eigens für Halle gestaltet worden, wird so nirgendwo anders zu sehen sein.“ Der Museumschef ist auch verhalten optimistisch, dass die LagerfeldSchau noch der erhoffte Publikumsmagnet wird: „Die Rückmeldungen, die wir bereits erhalten haben, machen uns Mut“, sagt Bauer-Friedrich, der potenzielle Besucher bittet, ihre Eintrittskarten unbedingt online zu bestellen.

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Ticketverkauf im Netz unter: www.kunstmuseummoritzburg.de

Kunstmuseum Moritzburg

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Das Harzmuseum Wernigerode informiert über die Geschichte der Landschaft rund um den Brocken.

Landesmuseum für Vorgeschichte

FOTO: PICTURE ALLIANCE/DPA

 www.dommuseum-ottonianum.de

Stück für Stück öffnen die Museen in Sachsen-Anhalt wieder ihre Pforten. Einige Empfehlungen

Seine Inschrift gab der Forschung lange Zeit Rätsel auf: Der faszinierende Ring von Paußnitz.

So könnte er ausgesehen haben: Ötzi, der vor etwa 5.000 Jahren im Eis eingefrorene Alpen-Jäger.

Museum für Naturkunde MAGDEBURG Es war die archäologische Sensation des Jahres 1991: Der Mann aus dem Eis, der nach seinem Fundort in den Ötztaler Alpen als „Ötzi“ weltberühmt wurde. Im Museum für Naturkunde Magdeburg stellt eine Sonderschau bis zum 28. Juni die wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um die Mumie des steinzeitlichen Jägers vor. Mehr dazu:  www.naturkundemuseum-magdeburg.de

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HALLE Auf Augenhöhe mit Karl Lagerfeld: Lebensgroße Porträts des Modeschöpfers sind in Halles Moritzburg aufgestellt, wo bis zum Jahresende die Schau „Karl Lagerfeld - Fotografie“ zu sehen ist.

FOTO: PICTURE ALLIANCE/DPA

MAGDEBURG Früher ein Bankgebäude, heute ein Dommuseum: Im Ottonianum in Magdeburg wird an Kaiser Otto den Großen und an die Geschichte des Erzbistums Magdeburg erinnert. Ein besonderer Blickfang ist die Rekonstruktion der nur fragmentarisch überlieferten Skulptur des Heiligen Mauritius, die im 3DDruckverfahren entstand. Mehr dazu:

FOTO: SILVIO KISON

Dommuseum Ottonianum

Lagerfelds Fotos und Trojas Pferd

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3D-Rekonstruktion des Heiligen Mauritius im Magdeburger Dommuseum

Freitag, 15. Mai 2020

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FOTO: PICTURE ALLIANCE/DPA

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Eintauchen in die Bildwelt von Lyonel Feininger kann man in der ihm gewidmeten Galerie in Quedlinburg.

Lyonel-Feininger-Galerie QUEDLINBURG Die Harzstadt ist immer eine Reise wert. Wie wäre es neben der Besichtigung der zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden Altstadt mit einem Besuch in der Lyonel-Feininger-Galerie? Die Dauerausstellung informiert anhand vieler Originalkunstwerke über das Leben und Werk des US-Künstlers und Bauhausmeisters Lyonel Feininger (1871-1956). Mehr dazu:  www.feininger-galerie.de

Winckelmann-Museum STENDAL Immer dem Trojanischen Pferd nach! Der kolossale Nachbau der begehbaren Holzkonstruktion weist in Stendal den Weg zum Museum für den Archäologen und Schriftsteller Johann Joachim Winckelmann (1717-1768). Passend zur Wiederöffnung wartet das Haus in der Winckelmannstraße mit zahlreichen Neuigkeiten auf. Mehr dazu:  www.winckelmann-gesellschaft.com

Zur Ausstellung im Heinrich-Schütz-Haus gehören auch typische Instrumente der Barock-Zeit.

Heinrich-Schütz-Haus WEISSENFELS Das Haus in Weißenfels, in dem Heinrich Schütz (1585-1672) - einer der wichtigsten Barock-Komponisten - seinen Lebensabend verbrachte, ist für Besucher aus Sachsen-Anhalt wieder geöffnet. Die Lebenswelt des von seinen Zeitgenossen „als Vater der deutschen Musik“ gefeierten Tonsetzers wird in dem Renaissance-Gebäude in Szene gesetzt. Mehr dazu:  www.schuetzhaus-weissenfels.de

Aus mehreren Tausend Stämmen Robinienholz wurde das Ringheiligtum Pömmelte rekonstruiert.

Ringheiligtum Pömmelte ZACKMÜNDE Es war Kultstätte und Observatorium in einem: Das Ringheiligtum Pömmelte, das wieder zugänglich ist. Zwar dürfen bis auf Weiteres keine Veranstaltungen und Führungen vor Ort stattfinden, aber die rekonstruierte Kreisgrabenanlage einen faszinierenden Einblick in die Glaubens- und Wissenswelt vor mehr als 4.000 Jahren. Mehr dazu:  www.himmelswege.de

GRAFIK: MZ/F.NEUMANN

FOTO: PICTURE ALLIANCE/DPA

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Unübersehbar: Zum Stendaler Winckelmann-Museum gehört auch ein riesiges Trojanisches Pferd.

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Stimmungsvoll: Die spätromanische Krypta im ehemaligen Benediktinerkloster in Memleben

Kloster und Kaiserpfalz MEMLEBEN Im 10. Jahrhundert hielten sich mehrere ottonische Herrscher hier auf. Besonders gern weilte Heinrich II. in der Pfalz in Memleben (Burgenlandkreis). Besucher erwarten hier neben dem Klostergarten die mittelalterliche Klosteranlage sowie die spätromanische Krypta. Das Klostercafé im früheren Refektorium hat ebenfalls wieder geöffnet. Mehr dazu:  www.kloster-memleben.de


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Wir packen das!

Freitag, 15. Mai 2020

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Weinprobe im Netz

Rettungsbrot für Bäckerei

Winzer von Unstrut und Saale Die Gebietsweinkönigin Annemarie Triebe lädt zu ungewöhnlichen Verkostungen ein.

Gerhild Fischer

G

VON YVETTE MEINHARDT //

Bäckermeisterin, Rothenburg

FOTO: ANDREAS STEDTLER, SILVIO KISON

olden schimmert der edle Wein im Glas. Im Aroma schwingt ein Hauch von Apfel und Birne mit. Die Rede ist von Weißburgunder trocken. „Das ist mein Königinnenwein“, stellt Annemarie Trieben diesen edlen Tropfen vor. Die 24Jährige ist die Gebietsweinkönigin von Saale und Unstrut, dem nördlichsten Anbaugebiet Deutschlands. Normalerweise würde man zu Pfingsten die Weinmeile zwischen Freyburg und Roßbach besuchen, im Juni im Kleeland ein großes Weinfest feiern und überall die jungen Weine probieren. Doch in diesem Jahr ist wegen der Coronakrise alles anders. „Am 8. September trat ich mein Amt als Gebietsweinkönigin an und habe mich sehr darüber gefreut. Genau zur Halbzeit meiner Regentschaft am 8. März gab es den Schnitt und alle Veranstaltungen wurden abgesagt“, erzählt sie. Darüber ist sie sehr traurig, denn gerade im Frühjahr finden auf fast allen Weingütern des Anbaugebietes die Jungweinproben statt. So hatte sie die Idee, die Weinproben virtuell durchzuführen. „Die erste Weinprobe haben wir in meinem elterlichen Weinund Sektgut in Würchwitz durchgeführt und den kleinen Film auf Facebook und Instagram veröffentlicht“, erzählt Annemarie Triebe weiter. Die Premiere war erfolgreich und so wurden die Jungweinwochen in diesem Frühjahr erstmals virtuell zelebriert. Dabei wurde jeden Tag ein neues Video veröffentlicht. „Manches Mal besuche ich die Weingüter, ein anderes Mal arbeiten mir die Winzer und die Weinprinzessinnen die kleinen Filme zu und ich schneide sie zu Hause“, erzählt die Gebietsweinkönigin. Dahinter steckt ein enormer Arbeitsaufwand, denn immerhin gehören fast 60 Weingüter zum Anbaugebiet. „Trotzdem vermisse ich meine Mädels, also die anderen Weinprinzessinnen in unserer Region“, sagt die Gebiets-

Gebietsweinkönigin Annemarie Triebe präsentiert die Weine vor der Kamera.

Halbzeit Zur meiner

Regentschaft gab es den Schnitt. Annemarie Triebe

weinkönigin. Einige wenige wird sie womöglich am 16. Mai zum Kellerfest der Freyburger Winzergenossenschaft wiedersehen. Aber auch das findet ohne Zuschauer statt. Die virtuellen Gäste können es im Livestream ab 18 Uhr auf Facebook verfolgen. Es gibt edle Weine, LiveMusik und interessante Gesprächspartner live von der Weinterrasse mit der Neuenburg als malerische Kulisse. Traditionell startet die Winzervereinigung am dritten Mai-Sonnabend in die neue Saison. Doch Feste fallen bislang aus. Die freie Zeit lässt die Gebietsweinkönigin nicht ungenutzt verstreichen. Denn sie hat das Winzerhandwerk von

der Pike auf gelernt, nach ihrer dreijährigen Lehre absolvierte sie eine Ausbildung zur Technikerin und hat alles erfolgreich beendet. Inzwischen arbeitet sie auf dem heimischen Weingut Triebe in Würchwitz. In diesen Tagen hat sie die Krone gegen Jeans und Arbeitsschuhe getauscht und arbeitet auf dem eigenen Weinberg im Tal der Weißen Elster nahe Zeitz. Hier wurden erst im April rund 8.000 neue Weinstöcke der Rebsorte Weißburgunder mit moderner Technik angepflanzt. „Jetzt müssen doppelte Triebe entfernt und angeleitet werden“, erzählt die Winzerin. In etwa drei Jahren kann der erste Wein geerntet werden.

Ab dem 13. März brach plötzlich ganz viel weg. Zwei Caterer, die Kitas und Schulen versorgen, brauchten unsere Waren nicht mehr. Ein Bio-Laden, den wir immer belieferten, machte vorübergehend zu. Von heut auf morgen war rund 65 Prozent unseres Umsatzes weg. Doch dann rief mich Helmut Stabe an, der uns zu unserem 220. Bäckerei-Geburtstag die Jubiläumsfestschrift gefertigt hatte. Er hatte die Idee, ob er nicht seine und andere Hausgemeinschaften fragen sollte, ob sie Brötchen und Brot aus der Bio-Bäckerei haben wollten und ob man nicht für all jene, die im Home-Office sitzen, einen Bestellservice aufbauen könnte. Dann ging alles ganz schnell und - dank Herrn Stabe - völlig unkompliziert. Wir einigten uns auf Mittwoch und Sonnabend, an denen wir Backwaren nach Wunsch liefern könnten. Schon ein paar Tage später hatte er die ersten Bestellungen der Aktion „Rettungsbroot“ gesammelt. Wir liefern in Tüten mit Namen des Bestellers an. Die Abholung beziehungsweise Verteilung organisiert Herr Stabe. Er überweist auch den Gesamtbetrag an uns. Es war ein ganz neues Gefühl, wie man uns hilft. Das und dass die Leute sich bedanken, ist für uns unglaublich bewegend. Und auch die Franckeschen Stiftungen helfen unserer Bäckerei: Sie haben die Aktion auf ihre Homepage gestellt. Mit den Stiftungen arbeiten wir schon seit langem zusammen. Wir backen regelmäßig zur Franckefeier und anderen Festen das Franckebrot im historischen Backofen. Aufgezeichnet von Claudia Crodel

Wir freuen uns auf Sie!

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Anmeldungen unter: E-Mail: Bauernhof-Deetz@t-online.de Tel. 039246-62039 • Fax 039246-62040 • www.euro-hof-deetz.de ➜ Urlaub auf dem Bauernhof, Familientreffen, Bikertreffen ➜ 83 Schlafplätze in 2 Häusern erwarten Sie als unsere Gäste

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