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Händel-Festspiele Halle Sonderbeilage * Mitteldeutsche Zeitung

Mittwoch, 1. Juni 2011

2. Juni bis 12. Juni 2011

Ein buntes Fest für Halle und alle

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ie Beziehung der Stadt Halle zu ihrem großen Sohn Georg Friedrich Händel ist eine alte Liebe, die alljährlich aufgefrischt wird - und dabei durchaus mit der Zeit geht. Bei den Festspielen in seinem Namen kann man dem Barockmeister inzwischen in vielen Verkleidungen begegnen: in Jazzkonzerten ebenso wie in interkulturellen Projekten, im Puppentheater oder im Ballett. Das Zentrum des Geschehens aber bilden noch immer jene Opern, Oratorien und Konzerte, die zuverlässig unter Beweis stellen, wie kraftvoll und vital Händels Werk auch 252 Jahre nach seinem Tod wirkt. In diesem Jahr schlagen die Veranstalter eine Brücke nach Dresden, wo Händel 1719 als Gast einer königlichen Hochzeit über Sachsens Glanz staunen durfte. So, wie August der Starke dabei einst prominente Künstler um sich versammelte, setzen auch die Festspiele auf renommierte Gäste aus vielen Ländern - darunter das English Concert und das französische Café

Zimmermann, das tschechische Ensemble 1704 und die israelische Gruppe Al Ol. Zugleich stellen sie die Leistungsfähigkeit der lokalen Ensembles unter Beweis: Oper und Händel-Festspielorchester, der Stadtsingechor und die Ensembles der Martin-Luther-Universität sind Konstanten im Programm. Dass Halle sich bei diesem Blick über die Grenzen selbst auf seinen Stolz besinnt, dass sich die Stadt als Festraum und als Gastgeber für die Künstler und das Publikum aus Nah und Fern bewährt, scheint sicher. Doch bevor der erste Ton erklingt, bevor die Staatskapelle Halle mit dem Jazz-Pianisten Uri Caine die Festspiele in der Händel-Halle eröffnet, sollen die folgenden Seiten auf die kommenden zehn Tage vorausblicken - auf die vielen Farben und Facetten der Festspiele, in deren Zentrum wie immer Händel steht. FOTOS: ANDREAS STEDTLER Die Händel-Festspiele im Internet: www.haendel-in-halle.de Die Spezial-Seite der Mitteldeutschen Zeitung: www.mz-web.de/haendel


Donnerstag, 2. Juni

Händel-Haus Eröffnung der Sonderausstellung „Dresden 1719: Händel sucht die Superstars“ 16 Uhr Markt Feierstunde Stadtsingechor Halle Pfeiferstuhl Music Halle Kammerorchester der Martin-Luther-Universität Frank-Steffen Elster 16 Uhr Händel-Halle Festakt zur Eröffnung der Festspiele (nur auf Einladung) 17.30 Uhr Händel-Halle Eröffnungskonzert Uri Caine, Klavier Staatskapelle Halle Karl-Heinz Steffens 20 Uhr Ulrichskirche Handel meets Jazz Gianluigi Trovesi (Klarinette) Roberta Mameli (Sopran) La Venexiana Claudio Cavina 22 Uhr Freitag, 3. Juni

Marktkirche Messiah Raffaella Milanesi (Sopran) Janja Vuletic (Mezzosopran) Markus Brutscher (Tenor) Marián Krejcík (Bass) Collegium Vocale 1704 Collegium 1704 Václav Luks 17 Uhr Opernhaus Ottone, Re di Germania Regie: Franziska Severin Bühne: Helmut Brade Kostüme: Sabine v. Oettingen Matthias Rexroth (Altus) Ines Lex (Sopran) Ki-Hyun Park (Bass) Romelia Lichtenstein (Sopran) Alon Harari (Altus) Sandra Maxheimer/ Ulrike Schneider (Alt) Händelfestspielorchester Halle Marcus Creed 19 Uhr

Aus Halle in die Welt Der Direktor der Stiftung Händel-Haus spricht über den zweiten Festival-Jahrgang, der seine Handschrift trägt. Rund 1 400 Künstler sind beteiligt.

CLEMENS BIRNBAUM

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it den Händel-Festspielen 2011 präsentiert der Direktor der Stiftung Händelhaus, Clemens Birnbaum, den zweiten Jahrgang in seiner Regie. Über Programmlinien und die Finanzierung des Festes befragte ihn MZ-Redakteur Andreas Hillger. Herr Birnbaum, das Händel-Fest blickt in diesem Jahr in die sächsische Nachbarschaft, nach Dresden. Was ist der Grund? Birnbaum: Den unmittelbaren Anlass liefert die Erstaufführung der Oper „Ottone“ nach der Hallischen Händelausgabe. Da dieses Werk auf einer Vorgänger-Oper von Antonio Lotti basiert, die Händel bei seinem Besuch in Dresden 1719 kennen gelernt hatte, haben wir auch diese „Teofane“ in das Programm aufgenommen. Zudem präsentieren wir in einem Konzert mit La Stagione aus Frankfurt Telemanns Bearbeitung von Händels „Ottone“. Und darum gruppiert sich eine Fülle von Angeboten, die Bezug auf die Hochzeit des sächsischen Kurprinzen Friedrich August II. mit der Habsburger Erzherzogin Maria Josepha nehmen - also auf jenes Fest, das Händel im Auftrag des englischen Königs Georg I. besuchte. Welche anderen Veranstaltungen beziehen sich auf dieses Ereignis? Birnbaum: Unmittelbar natürlich das Konzert mit der Mezzosopranistin Vivica Genaux, die Arien des Dresdner Hofkapellmeisters Johann Adolph Hasse mit nach Halle bringt. Das Ensemble Sarband erinnert mit seinem Auftritt an die Orient-Begeisterung des sächsischen Hofes, an dem August der Starke sogar eine eigene Janitscharen-Kapelle unterhielt. Und mittelbar reisen wir auch im Eröffnungskonzert nach Sachsen, weil die Staatskapelle Halle jene Suite aus der Oper „Der Rosenkavalier“ spielen wird, die vor 100 Jahren in Dresden uraufgeführt wurde - und in der sich Richard Strauss auf die Zeit des Barock bezieht. Apropos Staatskapelle - wie präsentieren sich die einheimischen Ensembles im Fest? Birnbaum: Die Oper ist traditionell mit zwei Inszenierungen vertreten - diesmal mit dem „Orlando“ und mit „Ottone“, die beide vom Händel-Festspielorchester gestaltet werden. Bernhard Forck wird mit diesem Ensemble auch „Jephtha“ zur Aufführung bringen. Die Staatskapelle spielt bei „Bridges to Classics“, die Ensembles der Martin-Luther-Universität gestalten ihr

Clemens Birnbaum in der Musikinstrumentensammlung des Händel-Hauses

traditionelles Wandelkonzert in Reichardts Garten - und der Stadtsingechor ist bei der Feierstunde auf dem Markt sowie mit „Die Kinder des Mister Handel“ zu erleben.

„Wir nehmen Bezug auf die Hochzeit des sächsischen Kurprinzen 1719.“ Und welche internationalen Gäste setzen sie als Kontrapunkt? Birnbaum: Da gibt es alte Bekannte wie The English Concert oder Concerto Köln - aber auch längst überfällige Debüts wie das Orchestra of the Age of Enlightenment. Zu den Ensembles, die erstmals in Halle musizieren, gehören auch Europa Galante und Café Zimmermann aus Frankreich. In vielen Konzerten werden zudem Star-Solisten wie die Sopranistin Roberta Invernizzi und der Altist Franco Fagioli zu erleben sein. Das sind die Stars der Alten Musik was gibt es jenseits der historischen Aufführungspraxis? Birnbaum: Schon im Eröffnungskonzert schlägt der Pianist Uri Cai-

ne eine Brücke zum Jazz, unmittelbar im Anschluss musiziert der Klarinettist Gianluigi Trovesi. Eine reizvolle Begegnung zwischen Musik und Figurentheater verspricht die Aufführung der Oper „Rinaldo“ durch die Lautten Compagney und die italienische Marionettenfamilie Carlo Colla. Bei „Bridges to Classics“ erwarten wir die Popsängerin Maggie Reilly - und für interkulturelle Begegnungen sorgt unter anderem das Projekt „Israel in Egypt“ mit l'arte del mondo und Yair Dalal. Für Freunde des Tanzes ist schließlich das italienische Aterballetto im Programm ... Wie finanziert sich das Programm? Birnbaum: Unser Etat liegt relativ konstant bei 1,2 Millionen Euro zuzüglich der Personalkosten, die aus dem Stiftungshaushalt gedeckt werden. Neben Land, Stadt und Bund haben wir verlässliche Partner wie Lotto-Toto, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung mit der Saalesparkasse, Total, DSM und die Mitteldeutsche Barockmusik - aber auch Firmen aus Halle wie Kathi, das Bauunternehmen Papenburg oder die halleschen Stadtwerke. Ihr Engagement ist für das Gelingen der Festspiele unverzichtbar -

FOTO: BAUER

ebenso wie die Unterstützung durch die Kirchgemeinden und die Franckeschen Stiftungen, die Bühnen der Stadt und das Goethe-Theater Bad Lauchstädt, wo wir zu Gast sind. Besonders stolz sind wir darauf, dass einige Produktionen von Halle in die Welt gehen - etwa der „Rinaldo“ nach Winterthur, der „Jephtha“ nach Göttingen und „Israel in Egypt“ sogar nach Jerusalem. Insgesamt sind rund 1 400 Künstler aus 21 Ländern an den Festspielen beteiligt - was im Umkehrschluss auch einen gewaltigen Werbeeffekt für die Stadt bedeutet. Im Hof des Händelhauses begegnet man derzeit Bauarbeitern. Was wird gebaut? Und bringt das Beeinträchtigungen mit sich? Birnbaum: Nachdem das Museum auf den neusten Stand gebracht wurde, haben wir nun die dringend nötige Sanierung des Verwaltungstrakts begonnen. Später werden die Beleuchtung des Hofes und der Zugang durch die Toreinfahrt erneuert. Die Besucher der Festspiele aber werden von diesen Maßnahmen nicht betroffen sein, das Händelhaus soll auch in diesem Jahr der Treffpunkt für die Festival-Gemeinde sein.

S TARGAS T

Wunderstimme aus dem hohen Norden Vivica Genaux debütiert mit einem Galakonzert. Was wäre Händel ohne Primadonnen? Seit den Tagen von Francesca Cuzzoni gehören die großen Frauenstimmen zu den Opern und Oratorien des Meisters - und seit dem Aussterben der Kastratenstimmen sind sie wichtiger denn je. Die Star-Solistin, die sich am ersten FestivalSonntag mit einem eigens für dieses Debüt zusammengestellten Gala-Programm in Halle vorstellt, ist von wahrhaft kosmopolitischer Herkunft. Der Vater von Vivica Genaux (Foto) hat belgische Wurzeln, ihre Mutter ist eine Mexikanerin, deren Familie auf Vorfahren in der Schweiz und in Deutschland verweisen kann - und geboren wurde Vivica Genaux in Fairbanks, Alaska. Wer so viele Einflüsse in sich vereint, hat offenbar beste Voraussetzungen für eine Welt-Karriere. Und so hat die Mezzosopranistin nach ihrem Studium in den USA längst auch die Alte Welt erobert. Nachdem sie ihre Laufbahn mit Rossini-Partien begann, hat sich Vivica Genaux inzwischen auf den Barock - und hier vor allem auf das Werk von Georg Friedrich Händel spezialisiert. Fast drei Dutzend Partien hat sie sich inzwischen angeeignet, 20 davon sind Hosenrollen - und ihre Interpretationen von Händels „Arminio“ und „Rinaldo“ liegen ebenso auf CD vor wie Werke von Vivaldi, Scarlatti und Hasse. Nach Halle kommt die Künstlerin nun mit Arien verschiedener Barock-Komponisten. Und begleitet wird die Echo- und MidemPreisträgerin dabei von einem der renommiertesten deutschen Ensembles für Alte Musik - dem Concerto Köln. FOTO: STEINER Das Konzert mit Vivica Genaux beginnt am 5. Juni, 15 Uhr in der Händel-Halle.

SERVICE

Ticket-Hotline Restkarten und Informationen über die Veranstaltungen der Händel-Festspiele sind bei Tim-Ticket sowie ab heute auch im Gästebüro der Festspiele erhältlich. Das Gästebüro befindet sich im Hof des Händel-Hauses. Die Tim-Ticket-Hotline ist von 7 bis 20 Uhr errreichbar unter: 0345 / 565 27 90.

Der rasende Ritter Roland Das italienische Aterballetto gastiert mit „Serata Haendel“. Die traditionelle Feierstunde auf dem Markt geht der Eröffnung voraus. FOTO: FESTSPIELE

Franckesche Stiftungen Soirée Marco Beasley (Tenor) Guido Morino (Cembalo) Accordone 21 Uhr Neue Residenz An Sylvius Marc Sinan (Gitarre) 21 Uhr Sonnabend, 4. Juni

Stadthaus Vortrag: Die Dresdener Fürstenhochzeit von 1719 Michael Walter, Graz 10 Uhr Stadthaus Mitgliederversammlung der Händel-Gesellschaft 11 Uhr

Als Georg Friedrich Händel 1719 sein erstes Opern-Ensemble zusammenstellen wollte, war Italien in dieser Sparte das Maß aller Dinge. Für Innovationen im Ballett jedoch war eher Frankreich berühmt - und daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Was modernen Tanz betrifft, ist Italien bis heute Entwicklungsland - mit einer Ausnahme. Das Aterballetto, 1979 in der Emilia Romagna gegründet und mehr als 20 Jahre von Amedeo Amodio geleitet, hat sich im Laufe der Zeit von den Repertoire-Klassikern emanzipiert und mit Choreografien von Jiri Kylian, Maurice Béjart oder David Parsons internationales Ansehen erworben. Nach Halle kommt das Tanztheater nun mit seiner zweiteiligen „Serata Haendel“, die Werke des Komponisten in Choreografien des langjährigen Aterballetto-Chefs Mauro Bigonzetti übersetzt. In „Come un respiro“ dominiert die abstrakte Bewegung,

VERLOSUNG

Drei mal zwei Gemeinsam mit der Mitteldeutschen Zeitung verlosen die Händel-Festspiele jeweils drei mal zwei Freikarten für die mit Gianluigi Trovesi (2. Juni, 22 Uhr, Ulrichskirche) und für das Gastspiel von Aterballetto (12. Juni, 20 Uhr, Opernhaus). Interessenten mailen Ihren Namen und die Wunsch-Veranstaltung bis morgen, 6 Uhr, an festspiele@haendelhaus.de. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt, die Karten liegen an der Abendkasse.

soll vor allem die Spannung zwischen der Musik und den menschlichen Körpern zum Tragen kommen. Konkreter geht es bei „In canto dall' Orlando furioso“ zu, das wie eine Reminszenz an das letztjährige Festspiel-Thema wirkt. Noch einmal geht es um den rasenden Ritter Roland,

dem Ludovico Ariosto ein Versepos gewidmet hat, das zu einer der einflussreichsten Dichtungen der Renaissance avancierte. Bigonzetti ordnet die ineinander verwobenen Geschichten neu, indem er sich auf die Figuren konzentriert und die widerstreitenden Gefühle der Ritter, Jungfrauen, Feen und Zauberer zeigt. Er übersetzt das Epos und seine Figuren in eine nonverbale, gleichwohl hochkommunikative Körpersprache, in der die Charaktere, ihre Konflikte, die Unzuverlässigkeit der Vernunft und die Widersprüche innerhalb der menschlichen Gesellschaft sichtbar werden. Als „vollendet, perfekt, atemberaubend“ wurde der Abend gelobt - und der Choreograf Bigonzetti, der 1982 zum Aterballetto kam, als „Meister der Pose mit feinem Gespür für Eleganz“ gefeiert. Die Oper „Orlando“ wird noch einmal am 8. Juni um 19 Uhr gezeigt. „Serata Haendel“ ist am 12. Juni um 20 Uhr in der Oper Halle zu Gast.

Elegante Bewegungen zur Musik aus dem Barock: Das Aterballetto zeigt seinen zweiteiligen Abend „Serata Haendel“. FOTO: ARCHIV


Schloss Dieskau Kinder-Händelfestspiele im historischen Ambiente 14.30 Uhr Goethe-Theater Bad Lauchstädt Rinaldo Valer Barna-Sabadus (Sopran) Gesche Geier (Sopran) Katerina Beranova (Sopran) Florian Götz (Bass) Jean-Michel Fumas (Altus) Owen Willetts (Altus) Fabian Egli (Altus) Ensemble Carlo Colla e Figli Lautten Compagney Berlin Wolfgang Katschner 14.30 Uhr

Bannerwerbung in Sachen Händel kündigt im Zentrum Halles die Festspiele an.

Ulrichskirche Der andere „Ottone“ Martina Rüping (Sopran) Andreas Karasiak (Tenor) Wolf-Matthias Friedrich (Bass) Wolfgang Klose (Sprecher) La Stagione Frankfurt Michael Schneider 15 Uhr

FOTOS: ANDREAS STEDTLER

Für jeden etwas

Thalia-Theater Mr. Handel reist nach Dresden Sara Glombitza (Violine) Staatskapelle Halle Hans Rotman 15 Uhr

Halle liebt seinen Händel auf Sockeln und als Fingerpuppe. VON ANDREAS MONTAG

S

o stellt man sich das vor: Der Atem des großen Sohnes bewegt die Stadt. Gleich, wenn man ankommt, sollte es zu spüren sein. Aber da sind natürlich noch ganz andere Windmacher unterwegs heutzutage. International tätige Buletten- und Brausefabrikanten, regionale Bäcker und Fleischer, Blumen- und Zeitungsladen, Geschäfte aller Art bieten am halleschen wie an jedem größeren Bahnhof der Kundschaft ihre Dienste an. Kaum, dass man den Fahrplan dazwischen finden kann. Und Georg Friedrich Händel, der Hausgott der Hallenser? Man findet den Komponisten schon, auch an unvermuteten Orten. Aber das schadet ja nicht, solange die Marketingmaschine nicht völlig durchdreht. Doch von Salzburger Verhältnissen ist man in Halle weit entfernt. Die Händeltorte zum Beispiel, eine Backmischung des einheimischen Herstellers Kathi, reiht sich mit ihren Kartons ein in die übrigen Produkte der Firma, hübsch beisammen im gläsernen Tempelchen in der Bahnhofshalle. Und weiter. Bei gutem Wetter zu Fuß in Richtung Stadtmitte, schon wartet wieder ein Händel auf den Neugierigen, der ihn entdeckt. In einer Rundhalle unter dem Riebeckplatz sind - in allerdings schon nackensteifer Höhe - gläserne Porträts bedeutender Menschen, die mit Halle und Umgegend zu tun haben, aneinander gereiht. Da darf ein Händel natürlich nicht fehlen. Nun wissen wir schon genauer, wie der Mann aussieht und können später sein Denkmal nicht verfehlen. Einstweilen geht es die Leipziger Straße hinab, den „Bullewahr“, sagt der Hallenser. Eine Fußgängerzone, wie Fußgängerzonen eben sind. Gefühlte 1 000 Handyläden, Apotheken, Schuhgeschäfte. Und Schnäppchen, wohin das Auge

Händel-Püppchen

FOTOS: STEDTLER

blickt. Hier hält sich der barocke Genießer wohl bewusst zurück. Oder er taucht unter im Getümmel. Am Hansering, auf halbem Wege zum Markt, findet sich wie bei einer Schatzsuche der nächste Hinweis: Händelhaus 900 Meter, zeigt es an, weiß auf rotem Grund. So geht man ermutigt weiter, lässt die bunten Läden links und rechts liegen und wird nach kurzer Zeit von einem Banner begrüßt, das dort, wo der Marktplatz sich öffnet, die Straße überspannt. Hier sind wir also richtig. Ohne Zweifel, die Stadt weiß ihren Händel und die Festspiele, die man ihm zu Ehren veranstaltet, zu schätzen. Mitten auf dem Platz steht der Meister höchstselbst auf seinem eindrucksvollen Sockel, der klassische Verabredungsort für Freunde wie Pärchen. In Halle trifft man sich „am Händel“, Ehrensache. Und zu jeder Jahreszeit. Schräg gegenüber, am Marktschlösschen, steht der korpulente Herr gleich noch einmal, hier allerdings auf Augenhöhe. Selbstbewusst und goldbronzen glänzend begrüßt er die Besucher der Stadtinformation. Drinnen gibt es freundliche Auskunft, einen Orientierungsplan, das Programm der Händelfestspiele - und einen Schrank voller Souvenirs. Wer Händels Geburtsstadt besucht und seine Musik im Herzen trägt, wird

wohl auch gern ein Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen wollen. Natürlich steht eine Biografie des Komponisten dabei, wer sie schon besitzt oder nur ein kleines Mitbringsel sucht, mag sich für einen Bleistift mit Händel-Signet entscheiden. Und den passend gestalteten Radiergummi gleich dazu. Auch eine kleine Büste des Titanen ist im Angebot. Der Star im Regal aber ist eindeutig textiler Art: Als farbenfrohes Fingerpüppchen kann man Händel schon den Jüngsten spielerisch zur Hand geben. Eine wirklich rührende, gar nicht respektlose Geste. Zumal es für das Große und Bedeutende ja genügend Marken gibt in der Stadt. Die Händel-Halle am Salzgrafenplatz zum Beispiel, in Sichtweite des Marktplatzes. Egal, ob dort die Staatskapelle oder Roger Whittaker musizieren, Händel ist als Namenspatron des Konzerthauses immer dabei. Ebenso nah, in Richtung des Doms und der Moritzburg, liegt das Händel-Karree, das neben einer Tiefgarage auch den musikalischen Nachwuchs und eine florierende Kneipe beherbergt. Gleich nebenan ist der Musikfreund dann endlich am Ziel all seiner Wünsche: im Händel-Haus samt Museum. Hier kann jedermann nach seiner Fasson glücklich werden: in der Ausstellung, bei Konzerten oder im Café. Und Händels-Ware gibt es natürlich auch. Wer seinen Kaffee aus einem Porzellantässchen mit Händelbild schlürfen will, hier wird ihm geholfen. Auch Büsten sind am Lager, in allen Kalibern. Wobei es sich für die größeren Exemplare empfiehlt, den Abtransport per Wagen zu organisieren. Alternativ sind auch Silberschmuck, T-Shirts und ein mit Kinderbildern gestaltetes Memory zu haben. Den Händelwein nicht zu vergessen. Wahrhaft, eine üppige Präsenz. Wie es sich für einen Helden des Barock geziemt.

Auf Briefmarken oder Wegweisern - Händel ist unübersehbar präsent in seiner Geburtsstadt.

Händel-Haus Lamentatio und Il Duello amoroso Erik Dremel 18.30 Uhr Händel-Halle Galakonzert Vivica Genaux (Mezzosopran) Markus Hoffmann (Konzertmeister) Benoit Laurent (Oboe) Concerto Köln 19 Uhr Dom zu Halle Lamentatio und Il Duello amoroso Václav Luks (Cembalo, Orgel) Raffaella Milanesi (Sopran) Markéta Cukrová (Alt) 19.30 Uhr Neues Theater Handel Variations Uri Caine (Klavier) 21 Uhr Händel-Haus Aftershow Lucas Rabe (Klavier) 21 Uhr Händel grüßt als Türsteher vor der Stadtinformation am Markt.


Sonntag, 5. Juni

Marktkirche Festgottesdienst 10 Uhr Löwengebäude Matineé Roberta Invernizzi (Sopran) Café Zimmermann 11 Uhr Goethe-Theater Bad Lauchstädt Rinaldo Valer Barna-Sabadus (Sopran) Gesche Geier (Sopran) Katerina Beranova (Sopran) Florian Götz (Bass) Jean-Michel Fumas (Altus) Owen Willetts (Altus) Fabian Egli (Altus) Ensemble Carlo Colla e Figli Lautten Compagney Berlin Wolfgang Katschner 14.30 Uhr Händel-Haus Händel und Montanari in Dresden Julia Schröder (Violine) Giorgio Paronuzzi (Cembalo) Daniele Caminiti (Theorbe), Christoph Dangel (Violoncello) 15 Uhr Händel-Haus Authentischer Klang Anspiel der Johann-GottliebMauer-Orgel von 1770 15 Uhr Marktkirche Israel in Egypt Tölzer Knabenchor Yair Dalal & Alol Ensemble l'arte del mondo Werner Erhardt 18 Uhr Kursaal Bad Lauchstädt Teofane (konzertant) Kai Wessel (Alt) Jutta Böhnert (Sopran) Kay Stiefermann Ewa Krzak (Alt) Robert Crowe (Altus) Britta Schwarz (Alt) Christian Zenker (Tenor) Dresdner Kapellsolisten Helmut Branny 19 Uhr Opernhaus Ottone, Re di Germania Regie: Franziska Severin Bühne: Helmut Brade Kostüme: Sabine v. Oettingen Matthias Rexroth (Altus) Ines Lex (Sopran) Ki-Hyun Park (Bass) Romelia Lichtenstein (Sopran) Alon Harari (Altus) Sandra Maxheimer/ Ulrike Schneider (Alt) Händelfestspielorchester Halle Marcus Creed 19 Uhr Montag, 6. Juni

Händel-Haus Wissenschaftliche Konferenz 9 Uhr Marktplatz Kinder-Händelfestspiele 11 Uhr Botanischer Garten Wandelkonzert Universitätschor Halle Pfeiferstuhl Music Halle Jens Lorenz 18 Uhr

Matthias Rexroth (Mitte) singt die Titelpartie in Georg Friedrich Händels Oper „Ottone“.

FOTO: KIERMEYER

Wirren der Liebe und Macht „OTTONE“

Leipzigs Operndirektorin Franziska Severin inszeniert ihren ersten Händel bei Halles Festspielen.

VON ANDREAS HILLGER

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u Händels „Ottone“ ist Franziska Severin auf wundersamen Wegen gekommen: Als sie vor einigen Jahren im Theater Sankt Gallen ihre ersten Regie-Erfahrungen mit einer Barockoper sammelte, stand ausgerechnet die „Teofane“ von Antonio Lotti auf dem Plan - also jenes Werk, das Händel bei seinem Dresden-Besuch 1719 kennen gelernt und dessen Libretto er wenig später nach London exportiert hatte.

„Jede der Figuren hat auf ihre Weise Recht.“ Franziska Severin Regisseurin

Und während im Graben des Theaters mit Reinhard Goebel ein ausgewiesener Experte der historischen Aufführungspraxis für Wohlklang sorgte, stand als Gatte der Titelheldin ein Hallenser auf der Bühne: Axel Köhler. Der besann sich - inzwischen Halles Opernchef - auf Franziska Severin, als die Erstaufführung des Werks nach der Hallischen Händel-Ausgabe anstand. Und so fügt es sich, dass die Leipziger Operndirektorin nun in der Nachbarstadt und bei der Konkurrenz zum Bachfest fremd geht. Auf die Diskussion, wer von den beiden Barockmeistern denn nun

der Größere sei, will sich die Regisseurin nicht einlassen. Dass Händel freilich dem Musiktheater näher steht, muss sie neidlos eingestehen - ebenso wie die Tatsache, dass Halles Oper mit dem HändelFestspielorchester ein echtes Alleinstellungsmerkmal besitzt. Für ihr Debüt bei den Händel-Festspielen hat sie zudem einen alten Bekannten mitgebracht, der mit seinen Plakat- und Bühnenbildentwürfen zuletzt vor allem Peter Konwitschnys Arbeiten in Leipzig geprägt hat: Helmut Brade hat laut Franziska Severin einen Bühnenraum gebaut, in dem die verschiedenen Schauplätze nahtlos verbunden sind, was schnelle Übergänge in den einzelnen Szenen gestattet. Diesen Raum hat er mit einem Vorhang verblendet, auf dem man die komplizierte Genealogie der Handlung darstellt. Da findet man denn den Germanen-König Otto, der durch seine Hochzeit mit der byzantinischen Prinzessin Teofane seinen Machtanspruch in Italien festigen will. Doch durch eine geschickte Täuschung soll sich Ottos Rivale Adalberto zwischen das junge Paar stellen - und dann ist da auch noch ein geheimnisvoller Seeräuber, der Teofane entführt ... Der frühere hallesche „Burg“Professor Brade, sagt Franziska Severin, könne angesichts dieser im deutschen Mittelalter verwurzelten Handlung „einen sehr patriotischen Vortrag“ über die Wurzeln der deutschen Nation halten. Den-

Franziska Severin

FOTO: ARCHIV

noch habe er im Verein mit Kostümbildnerin Sabine von Oettingen den Grund dafür gelegt, dass die Figuren als heutige Menschen erlebbar sind. Dass sie alle „auf ihre Weise Recht“ haben, will die Regisseurin dem Festspiel-Publikum zeigen - und führt als Beispiel die Beziehungen zwischen den Geschlechtern an, die sich offenbar seit Händels Zeiten nicht wesentlich geändert haben. Das merke man schon in der ersten Begegnung zwischen Ottone und Teofane, die sich als Brautpaar erst noch kennenlernen müssen - aber bereits in diesem Augenblick von Eifersucht regiert werden. Als besondere Herausforderung der Barockoper sieht Franziska Severin natürlich die Da-Capo-Arien, die man mit kleinen Geschichten

füllen müsse, um sie plausibel zu machen. Das Handwerk dafür hat die gebürtige Berlinerin von der Pike auf gelernt: Schon während ihres Theaterwissenschafts-Studiums an der Freien Universität ihrer Heimatstadt hospitierte sie an der Deutschen Oper, 1987 reiste sie als Stipendiatin des WagnerVerbandes nach Bayreuth. Sie spielte in der von Peter Lund geleiteten Theatergruppe „Comp&Co“ und assistierte bei Regisseuren wie Götz Friedrich, Johannes Schaaf, John Dew, Jürgen Rose, Roman Polanski und Giancarlo del Monaco. Letztgenannter holte sie 1992 als Spielleiterin und persönliche Assistentin an die Oper Bonn. Es folgten Jahre als freie Regisseurin, in denen sie u. a. das Teatro Coccia in Novara mit „Les Huguenots“ eröffnen durfte und an Häusern wie dem Metropol-Theater Berlin und der Oper von Nizza, am Stadttheater Gießen und am Theater Lübeck inszenierte. 2001 wurde sie zur Operndirektorin in Sankt Gallen berufen, 2008 wechselte sie in gleicher Funktion an die Oper Leipzig, wo sie seither zum Team um Chefregisseur Peter Konwitschny gehört - aber nicht selbst inszeniert. Ihre letzte Leipziger Arbeit, die Operette „Die Csárdásfürstin“, ging vor elf Jahren über die Bühne der Musikalischen Komödie. Dabei könnte sie sich in ihrer Funktion doch eigentlich Filetstücke im Premierenplan reservieren ... „Mache ich aber nicht“, sagt Franziska Se-

verin knapp. Und man erkennt in diesem freundlichen, aber bestimmten Satz eine Frau, die sich in einem hart umkämpften Geschäft seit langem so gut behauptet, dass sie vor zehn Jahren den Regiepreis der Götz-Friedrich-Stiftung gewann - also eine Auszeichnung, die nach einem ihrer wichtigsten Lehrer benannt ist. Statt des Heimspiels gönnt sich die Regisseurin Severin gelegentlich eine Auszeit vom Leitungs-Job, um an anderen Häusern selbst künstlerisch zu arbeiten - so, wie sie es im vergangenen Jahr in Klagenfurt getan hat, wo sie Albert Lortzings selten gespielter Oper „Casanova“ zur österreichischen Erstaufführung verholfen hat. Diesmal muss Franziska Severin nicht so weit reisen, um eine Geschichte von Liebe und Macht zu erzählen. Dass sie dabei zudem auf den Dirigenten Marcus Creed trifft, dem neben dem historisch instrumentierten Händel-Festspielorchester eine handverlesene Solistenschar zu Gebote steht, freut sie besonders. Und wer weiß: Vielleicht ist dieser „Ottone“ ja tatsächlich der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Immerhin liegen zwischen den Opernhäusern von Leipzig und Halle nur wenige Kilometer - und zwischen den Festspielen zu Bachs und Händels Ehren bekanntlich noch weniger Tage. Premiere „Ottone“ am 3. Juni; Weitere Vorstellungen am 5. und 10. Juni, jeweils 19 Uhr


Vom Luisium nach Lauchstädt LAUTTEN COMPAGNEY

Wolfgang Katschner bringt „Rinaldo“ zum Händel-Fest - und „Landscape“ nach Dessau.

VON ILKA HILLGER

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ein Händel-Preisträger muss am Eröffnungstag der Festspiele früher aufstehen: 4 Uhr am Morgen des 2. Juni wird sich Wolfgang Katschner im Dessauer Park Luisium einfinden. Vielleicht noch eine späte Nachtigall, sicher singende Amseln und quakende Frösche werden den Chef der Lautten Compagney empfangen. Und dann sind da noch seine elf Musiker und drei Sänger, denen von den Maskenbildnern die Müdigkeit aus dem Gesicht geschminkt wird, deren Haare unter Allongeperücken verschwinden und die mit Schönheitspflastern in die Morgensonne treten. Wenn Halle am ersten Tag der HändelFestspiele noch schläft, rüstet man sich in Dessau zu einer Premiere in aller Frühe: „Landscape - Kritik der Liebe“ bittet das Publikum bereits um 5 Uhr zur Uraufführung ins Grüne. Schauspieler, Tänzer, Sänger und eben die Musiker der Lautten Compagney wirken an dieser Produktion des Anhaltischen Theaters Dessau mit.

„Einer macht das Bild, der andere die Musik.“ Wolfgang Katschner Dirigent

„So früh haben wir tatsächlich noch nichts gemacht“, sagt Wolfgang Katschner und verflucht höchstens im Stillen die ausgefallene Idee von Regisseur André Bücker, mit dem er schon mehrfach zusammengearbeitet hat auch in Halle und Bad Lauchstädt. Katschner weiß, dass er seinen Musikern ohne weiteres zumuten kann, im Morgentau die barocken Instrumente auszupacken: „Wir haben schon so viele unterschiedliche Projekte gehabt, da wird dies als neue Facette wahrgenommen.“ Neue Facetten gibt es für die Lautten Compagney im Juni im Tagesrhythmus, die Aufführungsorte dafür könnten unterschiedlicher freilich nicht sein. An einem Tag die morgendliche Frische des Dessauer Parks, am nächsten der von der Sonne beheizte Saal des Goethe-Theaters in Bad Lauchstädt. Die Darsteller in den Inszenierungen, in denen die Lautten Compagney den Ton angibt, sind ebenso ungewöhnlich: im Luisium Faune, Elfen, Fürstin Louise und Figuren aus der Zeit von „Vater Franz“ - und auf der historischen Bühne Puppen. Wenn sich im Lauchstädter Theater am Nachmittag des 4. Juni der Vorhang zur Premiere hebt, dann sieht

Die „Rinaldo“-Figuren der Collas treffen in Bad Lauchstädt auf den Dirigent Wolfgang Katschner.

man Kulissen, Holz, Stoff, Mechanik und Fäden. Rinaldo, Armida und Almirena sind Marionetten aus der Werkstatt der Mailänder Kompagnie Carlo Colla e Figli. Mit den italienischen Meistern dieser Kunst erlebt das Publikum Händels Oper „Rinaldo“. „Vor ein paar Tagen war ich in Mailand und habe mir die Puppen angesehen“, erzählt Wolfgang Kat-

Die Stimme des Mondlichtschattens Maggie Reilly schlägt in Halle Brücken. VON STEFFEN KÖNAU

Wenn das kein Kunststück ist. Selbst als jedes Kind auf der Welt ihre großen Hits mitsingen konnte, blieb die Schottin Maggie Reilly eine große Unbekannte. „Moonlight Shadow“? „Listen To Your Heart“? Kennt jeder. Maggie Reilly? Ach, die singt das! Und wie. Die Tochter des schottischen Sängers Danny Reilly begleitete ihren Vater schon früh zu seinen Konzerten und auf die Bühne. Als sie Anfang der 80er Jahre den Komponisten Mike Oldfield kennenlernte, wurde sie zum unbekanntesten Star der Welt: Vom Album „QE2“ an war Reilly die Interpretin von Oldfields Stücken, die damals zu Welthits wurden. Ihre Karriere begann die Frau mit der Gänsehautstimme aber eigentlich erst nach ihrer Trennung von Oldfield. Jetzt hießen ihre musikalischen Partner Art Garfun-

kel, George Harrison, Julian Lennon und Cliff Richard, sie arbeitete mit dem Produzenten Harold Faltermeyer und kollaborierte mit Kollegen wie David Gilmour von Pink Floyd, den Düsterrockern Sisters of Mercy und der Popband Smokie. Ihre eigene Stimme aber bekamen die Fans erst zu hören, als Maggie Reilly sich zum 50. Geburtstag ein Album schenkte, auf dem sie ihre schottischen Wurzeln pflegte. „Rowan“ und auch das folgende „Looking Back Moving Forward“ zeigen die Frau, die ihre Laufbahn bei der Band Cado Belle begann, als strahlenden Sopran, der Balladen und Rock, Folk und Pop gleichermaßen berührend interpretiert. Das wird die Stimme des Mondlichtschattens auch bei den „Bridges to Classics“ zeigen, bei denen Maggie Reilly als Stargast auftritt. „Bridges to Classics“, 11. Juni, 21 Uhr, Galgenbergschlucht

schner. Schon im März nahm die Lautten Compagney den „Rinaldo“ in der Form auf, wie er bei den Händel-Festspielen zu hören sein wird. Seitdem probt die italienische Theatergruppe das Stück. „Es ist eine komplette Neuinszenierung“, so der Dirigent; ein immenser Aufwand für die Marionettenspieler und -bauer, die mit dieser Oper ein weiteres Werk zu ihrem beträchtli-

FOTOS: ARCHIV, ORTMANN

chen Repertoire hinzufügen können. Die Collas sind immerhin die älteste Marionettistenfamilie Europas, ihre Compagnia besteht mittlerweile in der fünften Generation. Mit dem Marionettenspiel begann die Familie 1805, zunächst im privaten Rahmen und seit 1865 professionell. Schon zu Verdis Zeiten spielten die Collas dessen Opern mit der Erlaubnis des Komponisten

nach, wie auch alle großen Produktionen der Mailänder Scala. Die Puppen kamen als fahrende Truppe zu ihrem Publikum, brachten die große Oper aufs Land. Mehr als 3 000 Figuren und die Kulissen für unzählige Inszenierungen bewahren die Mailänder in einem Lagerhaus an der Peripherie der Stadt auf. Dort befindet sich auch die Probebühne. „Es ist beeindruckend, das zu sehen“, berichtet Wolfgang Katschner von seinem Besuch und erinnert den dominanten Geruch von Mottenpulver in den Lagerräumen und Werkstätten. Das Marionetten-Ensemble erwartet er mit Spannung. „Ich bin selbst neugierig, welche Kommunikation sich da zwischen mir, den Musikern, den Sängern und den Puppen und ihren Spielern ergibt.“ Sicher ist er, dass sich ein ganz eigener Zauber entfalten werde, wenn in Bad Lauchstädt alte Musik und altes Handwerk aufeinander treffen und die Rittergeschichte um Rinaldo erzählt wird. „Einer macht das Bild, der andere die Musik, und von der Bühne hört man ab und zu das Holz klappern.“ Dass die Collas und ihre Kunst im Goethe-Theater übrigens sehr gut aufgehoben sind, wird sich bei den Aufführungen bereits zum wiederholten Male beweisen. Schon vor drei Jahren konnten die Besucher des Festivals „Theater der Welt“ die Marionetten am gleichen Ort bewundern, damals mit ihrem Gastspiel von „Excelsior“, einer Fortschrittsrevue, die zur Weltausstellung 1881 uraufgeführt wurde. „Durch dieses Gastspiel kam auch der Kontakt zustande“, so Katschner. Clemens Birnbaum, der Intendant der Händel-Festspiele, sei damals - wie alle Zuschauer hellauf begeistert gewesen - umso mehr, als er erfuhr, dass auch Händel-Opern zum Repertoire der Marionettenspieler gehören. Dass nun sogar eine Neuinszenierung bei den Händel-Festspielen zu sehen ist, macht die Aufführungen in Bad Lauchstädt zu einem Höhepunkt im Programm und stellt Wolfgang Katschner und fünf seiner Musiker vor weitere Herausforderungen: Wenn am am späten Nachmittag des 4. und 5. Juni die Marionetten ihre Fäden entspannen, dann geht es für die Lautten Compagney musikalisch wieder im Dessauer Luisium weiter, diesmal jedoch zur Abendstunde, denn „Landscape“ gibt es für jene, die die Morgensonne scheuen, auch um 21 Uhr. Natürlich mit der Lautten Compagney, allerdings ohne Musik von Händel - dafür aber von Henry Purcell und John Dowland. „Rinaldo“ am 4. und 5. Juni, jeweils 14.30; 6. Juni, 19 Uhr

Franckesche Stiftungen Die Kinder des Mister Handel Frank Roder (Schauspiel) Susannah Haberfeld (Mezzo) Stadtsingechor zu Halle Merseburger Hofmusik Frank Steffen Elster 18 Uhr Goethe-Theater Bad Lauchstädt Rinaldo Valer Barna-Sabadus (Sopran) Gesche Geier (Sopran) Katerina Beranova (Sopran) Florian Götz (Bass) Jean-Michel Fumas (Altus) Owen Willetts (Altus) Fabian Egli (Altus) Ensemble Carlo Colla e Figli Lautten Compagney Berlin Wolfgang Katschner 19 Uhr Dienstag, 7. Juni

Händel-Haus Wissenschaftliche Konferenz 9 Uhr Schafschwingelweg Händel-Kinderfestspiele Händel lädt zum großen Ball 16 Uhr Franckesche Stiftungen Die Kinder des Mister Handel Frank Roder (Schauspiel) Susannah Haberfeld (Mezzo) Stadtsingechor zu Halle Merseburger Hofmusik Frank Steffen Elster 18 Uhr Händel-Haus Occasional Oratorio Einführungsvortrag Erik Dremel 18.30 Uhr Marktkirche Occasional Oratorio Julia Doyle (Sopran) Andrew Tortise (Tenor) Derrick Ballard (Bass) MDR Rundfunkchor The English Concert Howard Arman 19.30 Uhr Mittwoch, 8. Juni

Händel-Haus Wissenschaftliche Konferenz 9 Uhr Händel-Haus Moritzburg Kinder-Händelfestspiele Händels Reise nach Dresden Händel-Haus Aci, Galatea e Polifemo Einführungsvortrag Erik Dremel 18.30 Uhr Dom zu Halle Aci, Galatea e Polifemo Sophie Bevan (Sopran) Marina de Liso (Mezzo) Joao Fernandes (Bass) The English Concert Harry Bicket 19.30 Uhr


Oper Orlando Regie: Nicola Hümpel Ausstattung: Oliver Proske Owen Willetts (Altus) Marie F. Schöder (Sopran) Dmitry Egorov (Altus) Sophie Klußmann (Sopran) Christoph Stegemann (Bass) Miyoko Urayama (Performer) Patric Schott (Performer) Nico and the Navigators Händelfestspielorchester Halle Bernhard Forck 19 Uhr Donnerstag, 9. Juni

Familienzentrum Schöpfkelle Kinder-Festspiele Händel und das verrückte Orchester 15 Uhr Ulrichskirche Konzert Alison Bury (Violine) Elin Manahan-Thomas Orchestra of the Age of Enlightenment 19 Uhr Schloss Teutschenthal Barock and more Volker Braun Trio 19.30 Uhr Freitag, 10. Juni

Hallmarkt Glanzvolle Barockresidenz Exkursion nach Dresden 7.45 Uhr Oper Spuk im Händel-Haus Zauberoper für Kinder und Erwachsene 11 Uhr Burghof Giebichenstein Kinder-Festspiele Abschlussfest 16 Uhr Händel-Haus Athalia Einführungsvortrag Erik Dremel 17 Uhr Marktkirche Athalia Isabel Bayrakdarian (Sopran) Terry Wey (Altus) Meredith Hall (Sopran) Thomas Cooley (Tenor) Andrew Foster-Williams (Bass) Johanna Neß (Soprano) NDR Chor FestspielOrchesterGöttingen Nicholas McGegan 18 Uhr

Prächtige Party der Planeten DRESDEN 1719

Das Thema der Festspiele erinnert an eine gigantische Präsentation von Sachsens Glanz.

VON ANDREAS HILLGER

I

n der Abgrenzung zu Preußens Gloria ist Sachsens Glanz längst sprichwörtlich geworden, ihre größte Entfaltung aber hat diese Pracht wohl im September des Jahres 1719 gefunden. Damals wurde in Dresden die Hochzeit zwischen Kurprinz Friedrich August II. und der habsburgischen Kaisertochter Maria Josepha gefeiert - und August der Starke, Vater des Bräutigams, tat alles, um die Stadt und den Erdkreis mit seiner Kraft und seinem Reichtum zu beeindrucken. Demonstration des Reichtums

Das hatte wohl nur indirekt mit der Liebe zu seinem Sohn zu tun, im Kern ging es dem vom sächsischen Kurfürsten zum polnischen König aufgestiegenen Herrscher um weiteren Machtgewinn. Nichts Geringeres als die Kaiserkrone wollte er seiner Familie sichern - und dafür war die Demonstration des Reichtums unerlässlich. Also glich bereits die Anreise der jungen Braut einem Triumphzug: Eine Prunkgondel brachte sie von Pirna her bis Blasewitz, wo sie in einem Zeltlager empfangen wurde. Nach einer einwöchigen Erholung von der strapaziösen Reise, die überwiegend mit Banketten, Bällen und Theateraufführungen ausgefüllt wurde, begannen am 10. September die eigentlichen Feierlichkeiten, die als „Planetenfeste“ in die Geschichte Sachsens eingingen. Zentrum des Geschehens war der Dresdner Zwinger, eingeleitet wurde das Spektakel mit einer eigens komponierten Serenade von Johann David Heinichen. Was ein 34-jähriger Kollege des Hofkapellmeisters von dem Werk hielt, ist nicht überliefert. Immerhin hatte er sich auf Geheiß seines Arbeitgebers einer weiten Reise unterzogen, um vor Ort ein wenig Werksspionage und Werbung in eigener Sache zu betreiben. Der Herzog von Newcastle höchstselbst hatte Georg Friedrich Händel den Auftrag erteilt, für den Aufbau einer eigenen Londoner Opern-Compagnie fähige Sänger aus Italien zu engagieren. Und wo wären die leichter zu finden gewesen als am Hot Spot des geselligen Europa? Immerhin standen bei August dem Starken Sänger wie der Kastrat Senesino und der Bass Guiseppe Boschi unter Vertrag - Solisten,

Der Dresdner Zwinger war das Zentrum der Hochzeitsfeier, mit der August der Starke 1719 seine Macht und seinen Reichtum zeigte.

die Händel teilweise selbst schon in Italien gehört hatte. In Dresden vernahm er ihre Stimmen u. a. in Antonio Lottis Uraufführung von „Teofane“, die perfekt zum freudigen Anlass zu passen schien. Schließlich ging es darin um eine weit gereiste Prinzessin, die einen großen Herrscher heiraten sollte ... Dass auch Händels Freund Georg Philipp Telemann ein Zaungast der Feierlichkeiten war und später eine eigene Fassung von Händels Vertonung des gleichen Librettos anfertigen sollte, zeigt die gute Vernetzung der barocken Meister und spiegelt sich nun auch im Festspiel-Programm, das „Teofane“ und den anderen „Ottone“ um dessen Erstaufführung nach der Hallischen Händel-Ausgabe gruppiert. Doch zurück nach Dresden, wo auch der in solchen Dingen durch-

aus verwöhnte Händel eine neue Qualität der Prunkentfaltung bestaunen durfte. Denn das, was hier geboten wurde, holte buchstäblich den Himmel auf die Erde: In bester allegorischer Manier wurde jedem der damals bereits entdeckten und als Sinnbild eines antiken Gottes identifizierten Himmelskörper ein eigenes Fest gewidmet. Von Apoll bis Saturn

Den Auftakt machte Apoll, der am Ufer der Elbe die Geschichte der Argonauten nachstellte. Ihm folgte der Kriegsgott Mars, der selbstverständlich zu einem großen (und nicht ungefährlichen!) Turnier bat. Jupiter hingegen setzte ein Karussell der Elemente in Gang, das von nicht weniger als 637 Menschen und 429 Pferden dargestellt wurde - August der Starke und sein

Sohn mittendrin. Als Schutzpatronin der Jagd sorgte Luna alias Diana für ein gewaltiges Gemetzel unter 400 Hirschen, Rehen und Wildschweinen. Und nachdem Merkur einen Markt veranstaltet hatte, auf dem allein Geschenke in Höhe von 60 000 Reichstalern verteilt worden waren, wurde in der Venus die Macht der Liebe angebetet. Zum Finale schließlich versammelte Saturn nicht nur rund 1 600 sächsische Bergleute als Vertreter der prosperierenden Wirtschaft er brachte auch noch einmal alle Götter-Planeten zu einer „glücklichen Konstellation“ zusammen, die natürlich niemand Anderem als dem sächsischen Herrschergeschlecht der Wettiner galt. Diese Haupt- und Staatsaktion dürfte dem Machtkünstler Händel durchaus gefallen haben - immer-

FOTO: DPA

hin hatte er seinem englischen König Georg bereits selbst eine „Wassermusik“ beschert und sollte später auch eine Suite für die Royal Fireworks komponieren. Triumph in London

Zunächst freilich machte er sich unverrichteter Dinge auf die Heimreise: Weil August der Starke seinen Sängern die üppig ausgestatteten Verträge verlängert hatte, sollte es noch eine Saison dauern, ehe Senesino & Co. von der Elbe an die Themse wechselten. Und weitere zwei Jahre brauchte der Komponist, bis er im Januar 1723 seinen eigenen „Ottone“ auf die Bühne bringen konnte. Es wurde einer seiner größten Triumphe. Eröffnung der Sonderausstellung: „Dresden 1719 - Händel sucht die Superstars“: 2. Juni, 16 Uhr, Händel-Haus

Spezialistin für das Generelle Die Konzertmeisterin des Kammerorchesters Basel hat Händel-Sonaten eingespielt. Aufmerksamen Stammgästen der halleschen Händel-Festspiele dürfte Julia Schröder seit langem bekannt sein, in das Rampenlicht der Solistin aber tritt die Geigerin erstmals in diesem Jahr. Als Konzertmeisterin des Kammerorchesters Basel hat sie in der Vergangenheit Meilensteine wie die konzertanten Aufführungen von „Lotario“ 2004 und „Riccardo Primo“ 2007 mit gestaltet, zuletzt war sie vor zwei Jahren beim Gala-Konzert mit Lawrence Zazzo und Nuria Rial zu erleben. Nun aber bringt sie ihre brandneue CD mit den Violin-Sonaten von Georg Friedrich Händel nach Halle - und beweist einmal mehr, dass sie zu Recht am ersten Pult eines der spannendsten europäischen Orchester sitzt. In den Sonaten, sagt Julia Schröder, fließt alles zusammen, was sie an Händels Musik schätzt: Sie hätten starke, unverwechselbare Melodien, aber auch „groovige“ Passagen, die großen Kontraste sorgten für enormen musikalischen Reichtum. Und um diese Qualität noch zu betonen, hat Julia Schröder die Continuo-Besetzung durch ihre Kollegen aus dem Kammerorchester auf drei Instrumente verstärkt: Christoph Dangel spielt das Violoncello, Daniele Caminiti ist auf Theorbe und Barockgitarre zu erleben und Giorgio Paronuzzi musi-

Julia Schröder beherrscht die Barockgeige ebenso virtuos wie die moderne Violine. Als Professorin lehrt sie seit 2010 in Freiburg. FOTO: ARCHIV

ziert auf dem Cembalo. Diese „Freiheit im historischen Sinn“ habe man sich gegönnt, um die Palette der Klangfarben zu bereichern, sagt die Solistin. Und ist sich sicher, dass Händel diese Treue im Geist - wenn auch nicht im Buchstaben - durchaus gestattet hätte. Gelernt hat die in Niederbayern geborene Musikerin ihre Kunst in Basel - sowohl auf der modernen Violine als auch in der Schola Cantorum, die auf die historische Aufführungspraxis spezialisiert ist. Das prädestiniert sie als Primaria

für ein Orchester, das seine Meriten in beiden Sparten sammelt - als begehrter Partner für Barock-Stars wie Cecilia Bartoli und Andreas Scholl, aber auch in Konzerten mit Werken des 20. Jahrhunderts. Dass „das Eine das Andere“ auch weiterhin befruchtet, ist Julia Schröder wichtig: Auch der Blick auf Komponisten wie Ludwig van Beethoven würde von den Erfahrungen mit dem Barock profitieren, das Klangideal des Kammerorchesters Basel sei generell „sehr leicht und artikuliert“. Das wird man demnächst

auch beim neuen Wittenberger Festival „Himmel auf Erden“ hören können, das am 24. Juni vom Kammerorchester Basel und dem Tölzer Knabenchor aus der Taufe gehoben wird - u. a. mit Werken von Händel und Rebel, aber auch von Arvo Pärt und Darius Milhaud. Zunächst aber ist Julia Schröder mit ihrem Trio-Continuo bei den Festspielen zu Gast - und konfrontiert die Händel-Sonaten mit Werken seiner Zeitgenossen Antonio Montanari, William Babell und Sylvius Leopold Weiss. Wer in dieser Konstellation letztlich über die Besetzung der einzelnen Stücke entscheide? Julia Schröder, die bereits mit der Ersteinspielung von Johann Friedrich Faschs Violinkonzert einen wichtigen Beitrag zur sachsenanhaltischen Musikgeschichte geleitet hat, muss nicht lange überlegen. Im Kammerorchester Basel, sagt sie, sei das demokratische Prinzip seit langem erprobt. Und darum hätte man natürlich auch bei den Sonaten gemeinsam entschieden, welche Instrumente zu welcher Passage passen. Im Mittelpunkt aber steht die junge Virtuosin, die eine Spezialistin für das GeAHI nerelle ist: Julia Schröder. Das Konzert mit Julia Schröder findet am 5. Juni um 15 Uhr im Händel-Haus statt. Die CD mit den Händel-Sonaten ist bei Harmonia Mundi erschienen.


Mit den Augen zum Himmel und dem Rücken zur Welt: das Händel-Denkmal FOTO: ARCHIV auf dem halleschen Marktplatz.

Die Züge eines Zeitgenossen PORTRÄT

Wie nah ist Georg Friedrich Händel der Gegenwart?

VON ANDREAS HILLGER

D

as Etikett von „Händel dem Europäer“ klebt spätestens seit seinem 250. Todestag vor zwei Jahren unablösbar an dem halleschen Barockmeister. Das ist einerseits verständlich, weil sich eine Gemeinschaft wie die europäische gerade in unsicheren Zeiten gern auf Ahnherren besinnt, die der nun angestrebten Weltläufigkeit bei gleichzeitiger Wahrung der Identität schon vor Jahrhunderten nahe kamen. Aber woher leitet sich diese Zuschreibung eigentlich her? Aus Händels Reisen, die ihn erst nach Italien und später in die zweite Heimat England führten? Selbst John Taylor, der als Augenarzt sowohl Händel als auch Bach geblendet haben soll, ist viel weiter herumgekommen! Aus der perfekten Imitation diverser Stile, die sich auch in der perfekten musikalischen Behandlung eigentlich fremder Idiome zeigt? Schon eher - obwohl man Händel nachsagt, dass er im Alltag ein eigenwilliges Kauderwelsch kultiviert habe, das aus den Sprachen seiner Libretti gemischt gewesen sei. Auch das kann man also nur bedingt als Vorbild für das Europa der Regionen anführen.

Unternehmer mit Mut zum Risiko

Nein, wenn man bei Händel tatsächlich nach den Zügen eines nicht unbedingt europäischen Zeitgenossen sucht, dann ist zunächst seine unternehmerische Energie und seine enorme Risikobereitschaft zu nennen. Der Arztsohn aus Halle hatte sich bereits zum Entertainer mit Geschäftssinn entwickelt, bevor er an der Themse selbst zum Kunst-Kapitalisten wurde. Schon die Reise nach und den Aufenthalt in Italien ließ er sich von Mäzenen bezahlen, denen er die Gefälligkeiten mit Kunst dankte - selbst wenn er dafür das Libret-

to eines Gönners vertonen musste. Als er nach England kam, suchte er sich Verbündete, um die italienische Oper zu importieren - und war bei der Abwerbung geeigneter Musiker wie im Umgang mit diesen Diven nicht eben zimperlich. Das mag nicht sympathisch klingen, erinnert aber an heutige Erfolgsgeschichten - auch wenn die inzwischen vor allem auf anderen Wirtschaftsfeldern geschrieben werden. Zu Händels Zeiten aber konnte sich das Musiktheater nicht einmal mittelfristig auf die öffentliche Hand verlassen, die neben dem eigenen Defizit auch den Konkurrenzdruck reguliert. Also musste er einerseits mittels Subskriptionen das Risiko minimieren - und andererseits die Angriffe der Gegner abwehren, die in seinem florierenden Unternehmen auch ein Sinnbild für die Macht des Königs sahen und als Zeichen ihrer Opposition eine Gegen-Oper ins Leben riefen. Unter solchen Umständen hielt sich Händel erstaunlich lange, ehe er mit der Oper endgültig unterging - und sich im Oratorium noch einmal neu erfand. Auch dies ist eine erstaunliche Leistung, die eine Rückbesinnung auf das eigene Frühwerk mit Gespür für den Zeitgeist verbindet. Denn als 1732 erstmals den Begriff des „Oratorio“ auf „Acis and Galatea“ sowie auf „Esther“ anwendet, hat man in England die Haupt- und Staatsaktionen im italienischen Stil satt. Etwas Neues muss her. Dass die konzertante Form auch die Kosten senkt, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Als es Händel 1742 mit dem „Messiah“ schließlich gelingt, das bis heute populärste Werk dieses Genres auf den Markt zu bringen, zeigt sich eine weitere moderne Seite seines Charakters. Der Mann, der in der Vergangenheit selbst immer wieder auf Unterstützung angewiesen war, wird nun selbst zum

Wohltäter. Das Waisenhaus, das Thomas Coram gegründet hatte, kommt fortan immer wieder in den Genuss der Erlöse aus Benefiz-Aufführungen des „Messiah“. Dass das Werk aber überhaupt so erfolgreich werden konnte, lag sicher auch an Händels Selbstverständnis: Der Schöpfer von Wasserund Feuerwerksmusik hatte keine Scheu davor, sein Publikum auf hohem Niveau und spektakulär zu unterhalten - und zugleich den Ehrgeiz, dessen Geschmack zu erziehen. Er war ein Meister der Effekte und ein Kenner der Affekte. So einer wäre nötig, um die hierzulande inzwischen längst in E und U getrennten Sphären des Musiktheaters wieder zu versöhnen. Fremde Ideen im eigenen Werk

Wenn es dabei um die Frage der Originalität ginge, würde man Händel freilich eher auf Seiten der Sampler finden, also jener, die sich fremde Ideen einverleiben und in eigene Werke integrieren. Als barocke Legitimation für die heutige „Copy and Paste“-Methode kann man dieses damals übliche Parodie-Verfahren freilich nicht zitieren. Das war kein geistiger Diebstahl, sondern eine Verneigung vor der Kreativität der Kollegen. Was aber sagt es schließlich aus, dass Händel es verstand, sowohl den katholischen Kardinälen in Rom als auch seinem lutherisch erzogenen König Georg I. im anglikanischen Umfeld Londons zu gefallen? War Händel in religiösen Fragen gewissenlos? Das kann niemand glauben, der sich seine Oratorien anhört, die übrigens bemerkenswert oft das Alte Testament also die Geschichte des jüdischen Volks - verhandeln. Eher muss man glauben, dass Händel seine eigene, undogmatische und tolerante Sicht auf letzte Dinge hatte. Das sollte wieder modern werden!

Sonnabend, 11. Juni

Händel-Haus Scipolo oder Die Macht der Musik United Continuo Ensemble Leipziger Concert Christoph Mayer 14 Uhr Goethe-Theater Bad Lauchstädt L'Amfiparnasso Anna Crookes (Sopran) Kirsty Hopkins (Sopran), William Purefoy (Countertenor) Matthew Long (Tenor) Nicholas H. Smith (Tenor) Thomas Guthrie (Bariton) Charles Gibbs, Bass Catherine Pierron (Cembalo) Lynda Sayce (Laute) Jörg Lichtenstein (Sprecher) I Fagiolini Robert Hollingworth 14.30 Uhr Händel-Haus Hof-Fest für die ganze Familie mit Druckwerkstatt, Instrumentenbau und Kinder-Klangstatt 15 Uhr Franckesche Stiftungen Die Magie der Rhythmen Südamerikas Veronica Gangemi (Sopran) Rubèn Dubrovsky (Cello) Bach Consort Wien 16 Uhr Händel-Halle Agrippina (Konzertante Aufführung) Antonio Abete (Bass) Ann Hallenberg (Sopran) Florin Cezar Ouatu (Sopran) Gemma Bertagnolli (Sopran) Xavier Sabata (Alt) Christian Senn (Bass) Tiziana Pizzi (Alt) Roberto Abbondanza (Bass) Europa Galante Fabio Biondi 19 Uhr Galgenbergschlucht Bridges to Classics Maggie Reilly (Gesang) Anke Sieloff (Gesang), Benjamin Köthe (Keyboards) Cherry Gehring (Gesang) GermanPops Band & Singers Staatskapelle Halle Bernd Ruf 21 Uhr


Sonntag, 12. Juni

Dom zu Halle Festgottesdienst 10 Uhr Löwengebäude Von Istanbul nach Dresden, von Süleyman zu Solimano Vladimir Ivanoff (Perkussion) Bettina Pahn (Sopran) Joachim Held (Barocklaute) Ensemble Sarband 11Uhr Oper Spuk im Händel-Haus Zauberoper für Kinder und Erwachsene 11 Uhr Goethe-Theater Bad Lauchstädt L'Amfiparnasso Anna Crookes (Sopran) Kirsty Hopkins (Sopran), William Purefoy (Countertenor) Matthew Long (Tenor) Nicholas H. Smith (Tenor) Thomas Guthrie (Bariton) Charles Gibbs, Bass Catherine Pierron (Cembalo) Lynda Sayce (Laute) Jörg Lichtenstein (Sprecher) I Fagiolini Robert Hollingworth 14.30 Uhr Ulrichskirche Jephtha Paul Agnew (Tenor) Ulrike Schneider (Mezzo) Chen Reiss (Sopran) Franco Fagioli (Alt) Wolf Matthias Friedrich (Bass) Marie F. Schöder (Sopran) Salzburger Bachchor Händelfestspielorchester Bernhard Forck 16 Uhr Oper Halle Serata Haendel Choreograf.: Mauro Bigonzetti Ausstattung, Bühne und Kostüme: Angelo Davoli Lucia Socci Guglielmo Capone Aterballetto Fondazione Nazionale della Danza 20 Uhr Galgenbergschlucht Abschlusskonzert Klaudia Zeiner (Alt) Albrecht Sack (Tenor) Felix Plock (Bariton) Matthias Hoffmann (Bass) MDR Rundfunkchor MDR Sinfonieorchester Howard Arman 21 Uhr Öffnungszeiten

Franckesche Stiftungen Dauerausstellung zur Geschichte der Stiftungen und der Kunstund Naturalienkammer. Sonderausstellung: „Freiheit, Fortschritt und Verheißung. Blickwechsel zwischen Europa und Nordamerika“. Di-So 10-17 Uhr Landeskunstmuseum Moritzburg Dauerausstellung. Sonderausstellungen: „Mysterium Leib“ „Glanz der Macht“ „Die Natur ist so schön“ „Idee Schatzkammer“ Di-So 10-18 Uhr Kunstverein Talstraße Sonderausstellung: „Gemaltes Land - Aboriginal Art“ Di-Fr 14-19; Sa, So 14-17 Uhr Kunstforum Sparkasse Sonderausstellung: „Macht, Pracht, Herrlichkeit. Die Zarenkrönung von 1856“ Di-Fr 14-19; Sa, So 14-17 Uhr Di, Mi, Fr von 14-17, Do von 1419, Sa, So 11-17 Uhr Stiftung Händel-Haus Dauerausstellung: „Händel, der Europäer“ Sonderausstellungen: „Ich wünschte, die Menschen nicht nur zu unterhalten…“ Geselligkeiten im London Händels und Hogarths“ „Dresden 1719: Händel sucht die Superstars“ Di-So 10-18 Uhr

Der Pianist Uri Caine holt die Musik der Vergangenheit in die Gegenwart. Beim Eröffnungskonzert blickt er auf die Händel-Variationen von Brahms.

FOTO: ARCHIV

Ein Meister guter Mischung URI CAINE

Der amerikanische Jazz-Pianist ist Stargast des Eröffnungskonzertes bei den Festspielen.

VON ULRICH STEINMETZGER

E

s ist unübersichtlich in New York. Alles ist in Höhe, Breite und Länge überdimensioniert, die Leute kommen von überall her. Die Wurzeln derer, die einst geblieben sind, sind weit verstreut. Die noch nicht so lange Geschichte der Stadt ist eines der Paradebeispiele für permanente Gegenwart, die Geschichten hier atmen nicht so viel Vergangenheit wie anderswo, zum Beispiel im alten Europa. Immer wieder haben sich Künstler um eine schlüssige Fusionierung dieser neuen Unübersichtlichkeit bemüht. Die ganze Jazzszene in Downtown Manhattan zum Beispiel lebt davon - und ihre Musik ist der wichtigste Beitrag Amerikas zur Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Eine Geschichte, die weitergehen muss. Ein Schmelztiegel der Herkünfte und Sozialisationen, ein immenses Gebräu diverser importierter Stile und Sounds, Schwarz und Weiß und alle nur denkbaren Graustufen dazwischen treten hier auf, Pluralität ist der Schlüsselbegriff. Und alles findet gleichzeitig statt. John Zorn, als Mentor, Saxofonist und Musikherausgeber die Zentralfigur

dieser Szene, hat daraus seine Zapping-Musik entwickelt, die sich anhört, als würde man per Fernbedienung durch die TV-Kanäle jagen. Der Pianist Uri Caine, 1956 in Philadelphia geboren, gehört zu Zorns innerem Kreis, und doch geht er einen anderen Weg. Er geht ihn mit Kontinuität und immer wieder verblüffenden Konzeptideen. Er geht ihn auch deswegen so, weil die Pianisten weltweit das klassische Format des akustischen Klaviertrios derart inflationär ausreizen, dass man nur noch die wirklich Besten wahrnimmt - oder eben einen, der sein Alleinstellungsmerkmal gefunden hat. Auch Uri Caine hat derlei ins Beliebige spielende akustische Klavier-Bass-Schlagzeug-Aufnahmen veröffentlicht. Den Kern seiner Arbeit aber bilden sie ebenso wenig wie Solowerke, Ausflüge in die brasilianische Klangwelt Rios, sein schweißtreibendes Clubmusiktrio Bedrock oder diverse Kollaborationen in den Bands von Kollegen. Den Kern seiner Arbeit bildet die europäische Klassik, die ihn nun auch zum Stargast beim Eröffnungskonzert der halleschen Händel-Festspiele und für einen Recital-Abend im neuen theater prädes-

tinieren. Er hat sie studiert, doch schon in seiner Schulzeit hatte es die zwei Seelen in seiner Brust gegeben: den Hang zum Notierten und den Drang zur Improvisation. Fortan machte er aus der Not eine Tugend und legte vom Start weg seine wichtigsten CDs als große Hommagen an bewunderte Vorbilder an. Zunächst waren das die Jazzgranden Thelonious Monk und Herbie Hancock. Schon seine dritte CD „Urlicht“ aber widmete er 1997 Gustav Mahler. Im selben Jahr erschien auch eine auf Venedigs Markusplatz eingespielte Caféhausmusik, für die ein Streichquartett plus Akkordeon Kompositionen Richard Wagners etwas temposchärfer intonierte. Noch bemerkenswerter dann waren ein paar Jahre später seine Robert-Schumann-Adaptionen. Die auf historischen Instrumenten vorgetragenen vier Sätze von dessen Quartett Es-Dur, op. 47 verschnitt er mit Liedern des Komponisten aus der gleichen Zeit, wobei die Art von deren Vortrag im Heute mündete. Es gab pfeifende Sänger, Rezitationen seiner Mutter Shulamith Wechter Caine, den Extremvokalisten David Moss und sogar die

Sounds einer E-Gitarre. Eine schöne Dekonstruktion ergab das, eine zugeneigte Umdeutung voll Frechheit und Frische, um die Patina wegzublasen und nicht einfach nur noch eine blattgetreue Deutung des klassischen Erbes abzuliefern. Bach, Beethoven, Verdi, Mozart und immer wieder Mahler hat sich Caine zu solchem Ende vorgenommen. Streitbar ist das immer, respektlos nie. Nicht einmal in seiner gigantomanischen Anverwandlung der Goldberg-Variationen. Mit kalkulierten Stilbrüchen versuchte er den Gipfel so weit zu vergrößern, dass er bis in unsere Gegenwart ragt. Seinem Zugang liegt nichts ferner als das parallel grassierende, gängig routinierte „Herunterjazzen“ des klassischen Erbes zur Cocktailuntermalung. Uri Caine bäckt größere Brötchen, strebte nicht weniger an als eine musikalische Bestandsaufnahme zur Wende ins 21. Jahrhundert. Für die gut zweieinhalb Stunden seiner Goldberg-Variationen ließ er in wechselnden Besetzungen auftreten und in kurzen Stücken spielen, was inzwischen dazugekommen war: Bebob, Ragtime, Klezmer, Free Jazz, Balkan, Tango, Blues, Gospel, Mambo, Drum n'

Bass und auch gar nicht dezente Hinweise auf nachgeborene Komponisten wie Mozart, Rachmaninov oder Philip Glass. Musik als eklektisches Sammelsurium - oder wenn man es freundlicher will: als Inventur. Damit ist das gar nicht so fern von Bachs Intentionen. Uri Caine ist ein Künstler der Postmoderne. Alles geht bei ihm, DJs und klassisches Orchester, Chöre und krachende Schlagzeuge, Gamben und Jazztrompeten, lospreschende Saxofone und Sepp Bierbichler, Streichquartett und Bläsersatz. Aus Alt mach Neu. Die abenteuerlichen Einheiten, die er so herzustellen versucht, sind fragil und voller Brüche. Man muss das nicht mögen, staunen aber wird man unbedingt über solch verstörende Schatzkammern der Klänge. Und Spaß macht es auch. Auf allen großen Jazz- und Klassikfestivals der Welt ist Uri Caine aufgetreten, als Pianist ist er vielfach mit Preisen dekoriert worden, auch die Mahler-Siegelbewahrer zu Toblach zeichneten ihn aus, den Echo-Klassik bekam er sogar gleich zweimal. Eröffnungskonzert am 2. Juni, 20 Uhr, Händel-Halle; Solo-Abend am 4. Juni, 21 Uhr, Neues Theater

Die Kleinen sind die Größten Halles Kinder feiern bei den Festspielen kräftig mit. Falls man die Zukunftsfähigkeit eines Festivals am Alter seiner jüngsten Besucher bemisst - was nicht das schlechteste Kriterium zu sein scheint - dann haben die Händel-Festspiele in der jüngsten Vergangenheit einige Zeit hinzugewonnen. Immerhin finden bereits zum vierten Mal eigene KinderFestspiele statt, die von den Tagesstätten der Stadt in eigener Regie entwickelt und durchgeführt werden. Eröffnet wird das bunte Treiben am Festival-Montag um 11 Uhr auf dem Markt, am Dienstag wird um 16 Uhr auf der Freifläche am Schafschwingelweg zum großen Ball geladen - und am Mittwoch begibt sich der Meister um 16 Uhr im Innenhof der Moritzburg 4 auf seine Reise nach Dresden. Am darauf folgenden Tag spielt im Familienzentrum Schöpfkelle in der Hanoier Straße ein „Verrücktes Orchester“ auf - und den Abschluss

des Programms markiert am 10. Juni um 16 Uhr ein großes Kinderfest im Hof der Burg Giebichenstein. Doch nicht nur die Erzieher, auch die professionellen Künstler bemühen sich bei den Händel-Festspielen um ihre jüngsten Zuschauer. Das traditionelle Familienkonzert, zu dem die Staatskapelle am 4. Juni um 15 Uhr in das ThaliaTheater einlädt, widmet sich ebenfalls Händels Deutschland-Reise von 1719 - allerdings aus der Perspektive eines Kindes, das den Meister zunächst inkognito und bald schon ganz offiziell begleitet. Von einer Reise ganz anderer Art erzählt das Stück „Die Kinder des Mister Handel“, das der Stadtsingechor und die Merseburger Hofmusik unter der Leitung von Frank-Steffen Elster bereits im vergangenen Festspiel-Jahrgang erfolgreich aus der Taufe gehoben haben. Diesmal ist die Inszenierung

von Silke Wallstein, in der die Sängerin Susannah Haberfeld und der Schauspieler Frank Roder aus dem Barock in die Gegenwart geraten, gleich zwei Mal zu sehen - am 6. und 7. Juni jeweils um 18 Uhr in den Franckeschen Stiftungen. Auch die unverwüstliche „Alcina“-Adaption „Spuk im HändelHaus“ gibt es zweimal im Foyer der Oper - sowohl am 10. Juni als auch am 12. Juni um 11 Uhr. Und zwischen diese beiden Aufführungen hat das Händel-Haus sein eigenes Kinderfest platziert, bei dem am 11. Juni um 15 Uhr Papier gestaltet und gedruckt werden kann. Zudem bietet die Kustodin der Musikinstrumentensammlung, Christiane Rieche, eine Führung durch die Ausstellung an, bei der sie dem Nachwuchs unter den Händel-Fans Experimente zur Akustik vorführt. Beginn der „Kinder-Klangstatt“ ist ebenfalls um 15 Uhr. AHI

Frank Roder (William Hogarth) und Susannah Haberfeld (Miss Oatfield) spielen in „Die Kinder des Mister Handel“. FOTO: ORTMANN

Händel-Festspiele Halle  

Ein buntes Fest für Halle und alle

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