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Firmung ab 18 Bistum St.Gallen Bulletin Nr. 2 | 2013

Apropos ...

Frage des Firmspenders Bischof Markus Büchel an einen Firmkandidaten in Flawil: „Welche Gabe des Heiligen Geistes wäre das Wichtigste, damit dein Leben auch das Leben mit andern gelingt?“ Die spontane Antwort des jungen Mannes: „Ich denke, die wichtigste Gabe des Heiligen Geistes ist das positive Denken. Wenn ich selbst mal nicht weiter komme, dass ich in Gott und seinem Heiligen Geist etwas habe, wo ich mich festhalten kann, wo ich weiss, das habe ich noch. Dadurch denke ich dann auch positiv und durch meine positive Ausstrahlung kann ich mein eigenes Leben in den Griff kriegen und auch andern helfen. Ja, und ich denke, wenn man den Glauben so in sich hat, dann ist man irgendwie glücklich, dann ist es gar nicht möglich, wirklich unglücklich zu sein.“ Ein spontaner Applaus des ganzen Saals folgte, und Bischof Markus doppelte nach: „Also, wenn ihr mal einen unglücklichen Bischof seht, dann fehlt ihm der Glaube.“ - was dann natürlich alle zum Lachen brachte. „Nein, wirklich“ meinte Bischof Markus, „ich finde, das was du da gesagt hast, eine wunderbare Antwort, die muss ich mir merken und weiter erzählen, wo ich hinkomme.“

Mehr als Smalltalk Einzeln-Firmgespräche gehören bei den meisten Firmwegen zum Konzept. Diese sind zwar aufwändig, bieten jedoch eine grosse Chance für die FirmkandidatInnen und die SeelsorgerInnen resp. FirmbegleiterInnen - wenn sie mehr als Smalltalk sind. "Hallo." "Hallo." "Geht's gut?" "Ja, danke." "Hat dir der Firmweg gefallen?" "Ja, eigentlich schon." "Was denn so am meisten?" "Hm, alles!" "Ok, schön. Das freut mich." So oder ähnlich hast du sicher auch schon "small getalkt". Ob's jedoch wirklich erbauend und anregend war?! Smalltalk ist oft sprechen miteinander und sich doch nichts sagen. Mehr als Smalltalk soll ein Einzel-Firmgespräch sein. Manch eine Verantwortliche/ein Verantwortlicher für den Firmweg fragt sich, wann, wie, mit wem und mit welchem Ziel so ein Gespräch gestaltet und angeboten werden kann. Verschiedene Formen und Zeitpunkte Ein Firmgespräch kann ein sehr befruchtendes und effizientes Mittel zu einer gu-

ten Vorbereitung der Firmung werden. Im Laufe einer Firmvorbereitung, oder gar kurz davor, wenn's um die Anmeldung für den Firmweg selbst geht, wird sich jedeR Firmling die Frage des Warum einmal stellen. Dies wird mehr oder weniger intensiv geschehen. Weshalb sich firmen lassen? Weshalb Zeit investieren. Weshalb sich mit Glaube, Gott und Kirche auseinandersetzen? Es sind Fragen, die bei Firmgesprächen, die ich schon erlebt habe, sehr schnell einmal auf dem Tisch sind. Wenn auch während der gesamten Zeit der Firmvorbereitung solche oder ähnliche Fragen bestimmt immer wieder angesprochen werden, so wird es meist kaum wirklich tief und individuell geschehen können. Bei einem persönlichen Ge-

Hans Brändle Firmverantwortlicher in FlawilNiederglatt Damit ein Einzelgespräch mehr als Smalltalk ist: zugewandt zuhören und erzählen...


Blitzlicht ... Der andere Firmweg – ein Modell, welches sich organisatorisch und inhaltlich stark nach den Möglichkeiten der FirmkandidatInnen richtet. Gearbeitet wird in erlebnisorientierten Blöcken. Das Wann, Wie, Wo, Was wird zusammen mit der Firmgruppe geplant und so ihren Voraussetzungen, Interessen und Ressourcen möglichst gut Rechnung getragen. Mehr Infos: kornel.zillig@kathsg.ch

Aktuelles

 Für Firmverantwortliche: Modul "Firmung ab 18". 13.-15. Jan. und 14. März 2014. Mehr Infos unter: www. fachausweis-jugendarbeit.ch.  Für Firmverantwortliche: Juseso-Tagung "Balance von Nähe und Distanz". 6./7. Nov. 2013. Infos: www.daju.ch  Offen für alle Interessierten: Diözesanforum am 26. März 2014 zum Thema "beziehungsweise". Themen wie Partnerschaft, Liebe, Sexualität machen vor keinem Firmweg Halt... Mehr Infos unter: www.daju.ch.

Mehr zum Thema ... ... ist auf der Homepage www.my-next-level.ch unter "Bulletin" zu finden, nämlich:  PrakTipps: Firmgespräche konkret: Ziele, mögliche Zeitpunkte, Formen und Inhalte unterschiedlicher Firmgespräche, inkl. Gesprächsraster (bw)  Erfahrungsberichte Firmgespräche von Firmbegleiterinnen (hb)  Erfahrungsbericht Firmgespräche vom priesterlichen Seelsorger (kb)

Impressum

Herausgeberin: www.daju.ch Redaktion: Priska Filliger Koller (pfk), Hans Brändle (hb), Kari Bürgler (kb), Barbara Walser (bw), Filippo Niederer (fn) Foto S. 1 unten: pfk. Foto S. 2 oben: pfk. Auflage: 550

Mit Tiefgang: Schatten- und Sonnenseiten des (Glaubens-) Lebens zur Sprache bringen spräch in guter Atmosphäre in einem gemütlichen Jugendraum, an einem ruhigen Ort draussen während einer Firmreise, an einem Lieblingsplatz des/der Jugendlichen, in einer Kirchenbank, an einem (Lager-) Feuer oder ganz einfach im eigenen Büro oder Sitzungszimmer können Themen und Fragen anklingen, welche in die Tiefe gehen. Hier wird der Smalltalk schnell zu einem sich gegenseitig bereichernden Glaubens- und Lebensgespräch. Herausforderung, die Balance zu finden Ein Firmgespräch kann in entspannter Atmosphäre gut gelingen. Es birgt jedoch die Schwierigkeit in sich, zu kumpelhaft und unverbindlich zu bleiben. Ich will, soll oder darf den jungen Menschen nicht drängen, ihr/ihm etwas aufstülpen oder belehren. Das gemeinsame Suchen und Fragen, das Entdecken und Hinweisen und das miteinander Überlegen - und auch mal Schweigen - können in die Tiefe gehen und nachhaltig bleiben. Die Herausforderung als SeelsorgerIn ist und bleibt es, ein Gleichgewicht zu wahren: mich nicht als SeelsorgerIn aufspielen und ebenso wenig kumpelhafte Bierseligkeit vermitteln. Es ist mehr als Smalltalk. Beachtenswertes für die Organisation Im Firmweekend machen wir die Einteilung für die obligatorischen Firmgespräche. Die Jungen Erwachsenen entscheiden selbst, mit welcher/m SeelsorgerIn der Pfarrei sie sich treffen wollen. Der eine entscheidet sich für diejenige, die ihr am nächsten steht. Jene trägt sich bewusst dort ein, wo sie anonymer und etwas "unpersönlicher" sein darf. Der angebotene Zeitplan spielt eine Rolle und auch die Beziehung, Sympathie hilft zu entscheiden, wie sogar auch Position und Funktion des Gesprächspartners/der

Gesprächspartnerin in der Pfarrei. Müssen die GesprächsleiterInnen Seelsorgende sein? Das ist nicht zwingend erforderlich. In einem Firmteam wird sich zeigen, wer sich für Firmgespräche zur Verfügung stellen kann, damit das Gespräch zu mehr als einem Smalltalk wird. Zudem spielt auch das Geschlecht eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ebenso kann sich ein junger Mensch beengt fühlen, wenn er alleine antraben muss und andererseits kann gerade dadurch mehr Verbindlichkeit oder gar Wertschätzung aufgezeigt werden. Ziel und Hilfestellungen Das Ziel eines Firmgesprächs ist eine vertiefte gemeinsame Reflexion über das eigene Leben, den eigenen Glaubensweg, die Firmung und Gott. Meist stellt sich heraus, dass junge Menschen, wenn sie mal das Angebot bekommen, über Gott und die Welt, über Glauben und Leben zu reden, darauf einsteigen. Wo haben sie sonst noch diese Gelegenheit?! Ein zuvor abgegebenes Themenraster, wenige und einfache Fragen oder die behandelten Themen und Anlässe aus dem Firmweg geben eine gute Startmöglichkeit, beziehugnsweise Vorbereitung für das Gespräch. Gerade ein Rückblick auf gemeinsam Erlebtes, Diskutiertes und Gefeiertes bietet sich dafür auch gut an. Es ist notabene ein Feedback, das wiederum in die Planung des neuen Firmweges einfliessen kann. Fazit Mehr als Smalltalk – Firmgespräche sind, gerade bei grösseren Firmgruppen, aufwändig. Sie sind für Firmverantwortliche, wie meist auch für Junge Erwachsene selbst sehr bereichernd, herausfordernd und wertvoll. (kb)


Bulletin 2 2013