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Schützenfest Neustadt

Die Böllertruppe Die Böllertruppe ist eine der vielen „Randgruppen“ rund um das Neustädter Schützenfest, die Jahr für Jahr ihren Job machen, der letztendlich im Kleinem dazu beiträgt, dass das Fest der Feste komplett gut wird. Das alte Brauchtum des Böllerns, das heute überwiegend in Süddeutschland praktiziert wird, setzt sicherlich die lautesten Akzente beim Schützenfest. Planerisch beginnt die Arbeit der Böllertruppe schon am Anfang eines laufenden Jahres.

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Ende Januar werden entsprechende Anträge an die Stadt gestellt, die das Böllern detailliert regeln. Diese recht strengen Bestimmungen regeln letztendlich die Sicherheit der Aktiven und der Zuhörer und erfüllen in jeder Hinsicht die Auflagen der entsprechenden Waffen- und Sprengstoffgesetze. Die Böller als solches, ca. 20-25 kg schwere Stahlbehälter müssen regelmäßig gewartet werden und in regelmäßigen Abständen zum TÜV.

Wurde früher das Schwarzpulver noch mit Lunten und viel Fingerspitzengefühl gezündet, werden heute moderne Zündmaschinen aus der Sprengtechnik und sogenannte Zündpillen verwendet. Das Fingerspitzengefühl ist jedoch geblieben. Die ersten Schüsse fallen beim Fahnehissen am Erichsberg – mitte Mai. Dort werden mehrere Schüsse zur Begrüßung der Schützenfestzeit abgegeben. Neustadt befindet sich von nun an im „Scheiten“, die Zeit bis zum Fest verfliegt ab dann meist rasant. Bis dahin werden jeden Sonntag vor dem Schützenhaus zur Schießeröffnung um 10 Uhr zwei Schüsse abgegeben. Der Showdown der Böllertruppe ist ohne Zweifel die Tour am Sonnabendmorgen. Um 5 Uhr werden mit den Kirchturmglocken die Startschüsse am Kirchplatz mitten in der Stadt abgegeben. Dann folgt eine etwa zwei Stunden dauernde Fahrt durch die gesamte Kernstadt, in der dann um die 40 weitere Schüsse abgegeben werden. Diese relativ kurze Zeit ist wirklich anstrengend, macht aber auch Spaß und ist nur mit einer wirklich guten Mannschaft zu schaffen, in der jeder seinen Platz hat. Jeder kennt seine und die Aufgaben des Anderen – Sicherheit hat dabei den höchsten Stellenwert. Die anderen Böller am Schützenfestwochenende kennen dann wohl die meisten – die zur Proklamation und die unter

der Brücke. Jede Kompaniefahne bekommt dort ihren SalutBöller und spätestens dann ist auch der müdeste Marschierer (wieder) wach. Zu schaffen ist das Ganze natürlich nur mit einer Truppe im Hintergrund, die in punkto Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Teamgeist ihresgleichen sucht. Die meiste Erfahrung hat sicherlich Sigfried Deim. Seit 32 Jahren sorgt Sigi dafür, dass der Rest der Truppe dahin kommt, wo sie auch hin muss. So lenkt er nicht nur den Bus am Sonnabendmorgen, sondern ist vor allem durch seine Erfahrung schier unersetzlich. Gunnar Hergt, Tim Repenning und Marcel Hinz bilden aktuell den harten Kern der Truppe, vergangenes Jahr haben wir nach 15 Jahren Lars Hetebrügge in den wohlverdienten Ruhestand geschickt. Voller Enthusiasmus, Engagement und dem absoluten Willen zum Knall schuften die drei, damit das Schützenfest die entsprechende Akustik erfährt. Der verantwortliche Leutnant Ulf Hasselbring-Hibbe kann dankbar sein, so eine homogene Truppe über so viele Jahre zusammen zu haben. Als ‚Gäste’ fahren wechselweise Freunde der Böllertruppe und natürlich der jeweils jüngste Leutnant (z.Zt. Dirk Frese) mit, bei dem am Sonnabendmorgen auch die Tour mit einem schönem Frühstück beendet wird.  Ulf Hasselbring-Hibbe

Schützenfest Neustadt 2012  

Magazin zum Schützenfest in Neustadt

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