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s t i m m e

Nr. 4/2013

d e r

h o f f n u n g

M i s s i o n s - M a g a z i n

Rettende Gnade für alle Völker Afrikanische Flüchtlinge werden von der italienischen Küstenwache in Sicherheit gebracht.

I N H A LT • Die anvertraute Botschaft (Jörg Wehrenberg) • Projektbericht – Afghanistan • Projekt – Sizilien und Lampedusa • Wortverbreitung über Medien • Römerbrief - Seminar

Verbreitung des Evangeliums, Unterstützung von Missionaren und missionarischer Arbeit im In- und Ausland

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Inhalt

Impressum

Erbauung

VOICE OF HOPE

Die anvertraute Botschaft

Projektbericht – Afghanistan Freiheit und Festigkeit durch das Evangelium

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Sizilien und Lampedusa

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Verkündigungsdienst

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Bibelstudium im Missionswerk Voice of Hope

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Für junge Leser

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Gebetsanliegen

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Stellenausschreibung

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Hörbuch-Empfehlung

Hoffnung für Hoffnungslose in Sizilien und Lampedusa

Wortverbreitung über Medien

Römerbrief-Seminar mit Jörg Wehrenberg

Der Fels des Heils

Gemeinsam bitten und danken

Mitarbeiter für Buchhaltung und Hauswirtschaft gesucht!

Erich Schnepel: Jesus im Römerreich

Wer bringt die Gute Nachricht nach Afghanistan?

Erscheint fünf Mal jährlich Herausgeber: Missionswerk Voice of Hope e.V. Eckenhagener Str. 21 51580 Reichshof-Mittelagger Tel.: +49 (0)2265/99 749-0 Fax: +49 (0)2265/99 749-29 E-Mail: info@voiceofhope.de www.voiceofhope-missionswerk.de Bankverbindungen: Deutschland: Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt Kto-Nr.: 1000 103 331 BLZ: 384 500 00 Für Überweisungen aus dem Ausland: IBAN: DE 983 845 0000 1000 1033 31 SWIFT-BIC: WELADED1GMB Postbank Frankfurt am Main Kto-Nr.: 92 223 607 BLZ: 500 100 60 Für Überweisungen aus dem Ausland: IBAN: DE 815 001 0060 0092 2236 07 SWIFT-BIC: PBNKDEFF Schweiz: Missionswerk Voice of Hope – Stimme der Hoffnung e.V. DE Gummersbach PostFinance, 3030 Bern Kto-Nr.: 91-521048-7 Hinweis: Zweckgebundene Spenden werden grundsätzlich satzungsgemäß und für den vom Spender bezeichneten Zweck eingesetzt. Gehen für ein bestimmtes Projekt mehr Spenden als erforderlich ein, werden diese für einen ähnlichen satzungsgemäßen Zweck verwendet. Weitere Kontakte: in Kanada, USA, Dänemark, Luxemburg, Schweiz, Österreich, Belgien und Frankreich Druck www.druckhaus-gummersbach.de

Evangelium für afrikanische Flüchtlinge auf Lampedusa

© 2013 Voice of Hope, Germany Bildernachweis: Voice of Hope, Shutterstock Nachdruck oder Verwendung der in diesem Heft veröffentlichten Informationen sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion gestattet.


Editorial

Der feste

Sta n d

Liebe Missionsfreunde, liebe Leserinnen und Leser, wenn wir die wichtigsten Themen unserer Zeit in eine Rangliste sortieren würden, bekäme das Thema „Sicherheit“ einen der vordersten Plätze. Angefangen von der persönlichen Sicherheit, bis hin zur Sicherung des Weltfriedens ist der Mensch stets bemüht, sich ein Umfeld zu schaffen, in dem er sich sicher fühlt. Aber trotz aller Bemühungen bleibt festzustellen, dass Sicherheit immer relativ zu verstehen ist. Mit anderen Worten: Alle menschlichen Errungenschaften im Bereich der Sicherheit stehen auf wackeligem Boden. Unvorhergesehene Umstände können eine angeblich sichere Lage schlagartig in eine Katastrophe verwandeln. Das Wort Gottes gibt uns eine Antwort darauf, wie unser Leben einen sicheren, festen Stand erhält. „Darum gleicht jeder, der auf Meine Worte hört und tut, was Ich sage, einem klugen Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baut.” Matthäus 7,24 Nur derjenige, der durch die Gnade des Herrn den Ruf Jesu hört, Ihm aufgrund Seiner unwiderstehlichen Gnade gehorcht und im Glauben zu Ihm kommt, wird auf diesen Felsen, der Christus heißt, gestellt (1. Kor. 10,4). „Wer diesem Felsen fest vertraut, der hat auf keinen Sand gebaut”, heißt es in einem bekannten Lied – und hierin wird eine herrliche Wahrheit bezeugt. Alle Bemühungen der Menschen, durch gute Werke eine heile Welt zu schaffen oder sich gar den Himmel zu verdienen, sind zum Scheitern verurteilt. Wenn das Fundament nicht einen festen Stand bietet, nützt auch das beste Baumaterial nichts! Erst als Kind Gottes kann man sich einer absoluten Sicherheit erfreuen, die wir allein in Jesus haben, wie es in Matthäus 7,25 unmissverständlich bezeugt wird. Lasst uns also nicht ängstlich um uns blicken und zögerlich einen Fuß vor den anderen setzen oder uns von unseren Gefühlen irreführen lassen, sondern lasst uns in diesem festen Stand „an den Füßen das Schuhwerk der Bereitschaft [tragen], das Evangelium des Friedens zu verbreiten!” Eph. 6,15. Wir wünschen Ihnen, dass Sie durch das Lesen dieses Heftes hierin ermutigt und gestärkt werden. Dazu wünschen wir Ihnen Gottes reichen Segen! Kornelius Dück Editorial

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Erbauung

Der Auftrag, die Botschaft von der Versöh-

Die anvertr aute Botschaf t Gemälde von Raffaello Santi "Die Rede des Paulus auf dem Areopag"

nung durch Christus zu verkündigen, formt das Leben von Christen.

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ine Botschaft hat Gott den Christen anvertraut. Diese Botschaft sollen sie ausbreiten; Menschen sollen sie hören. Für den, der sie noch nicht gehört hat, ist sie eine Neuigkeit. Diese Botschaft beinhaltet vor allem Informationen: Wir erzählen davon, was Gott in und durch Jesus Christus getan hat. Dabei ist es hilfreich, uns immer wieder vor Augen zu führen, was der Kern der Botschaft ist, die wir weitergeben. Zudem können wir vom Apostel Paulus sehr anschaulich lernen, welcher Lebensstil zu der Botschaft passt, die uns anvertraut worden ist. Er schreibt in 2.Kor. 5,18.19: „All dies aber kommt von Gott, der uns mit sich Selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst, die Versöhnung zu verkündigen, gegeben hat. Nämlich, dass Gott in Christus war und die Welt mit sich Selbst versöhnte, den Menschen ihre Übertretungen nicht vorhielt. Und

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Er hat uns diese Botschaft der Versöhnung anvertraut.“ „All dies aber kommt von Gott.“ Hiermit bezieht sich Paulus auf das, was er unmittelbar vorher gesagt hat, und spielt dabei besonders auf zwei Dinge an: 1) Seitdem Paulus und seine Mitarbeiter Jesus Christus im Glauben dienen, haben sie damit aufgehört, Menschen nach weltlichen Maßstäben zu beurteilen. 2) Wenn jemand durch den Glauben an Christus in Ihm ist, hat er Teil an der neuen Schöpfung, die Christus durch Seinen Tod und Seine Auferstehung heraufgeführt hat. Diese dramatische Wende in der Weltgeschichte und im Leben von Menschen ist allein auf Gottes Wirken zurückzuführen, wie Paulus am Anfang von Vers 18 be-


Die anvertraute Botschaft tont. Gott Selbst ist es gewesen, der in Christus die alte Schöpfung an ihr Ende geführt und die neue Schöpfung herbeigeführt hat. In den Versen 18-21 geht Paulus weiter darauf ein, wie es zu dieser neuen Schöpfung gekommen ist und worin sie besteht. Paulus‘ Antwort lautet: Dadurch, dass Gott die Welt mit Sich Selbst versöhnt hat durch Christus, ist eine neue Schöpfung entstanden. Paulus beschreibt nun in zweifacher Weise die neue Schöpfung. Zum einen geht es zentral darum, was Gott in Christus für uns getan hat. Paulus fasst dies mit dem Begriff „Versöhnung“ zusammen. Zum anderen geht es um das konkrete Leben von Paulus und seinen Mitarbeitern sowie ihr Vorbild für andere Christen. Was ist der Schlüssel, um ihr Verhalten zu verstehen? Antwort: Es ist der Dienst der Versöhnung; der Auftrag, die Botschaft der Versöhnung zu verkündigen, erklärt das Leben von Paulus und das seiner Mitarbeiter. Beiden Linien möchte ich anhand der Verse 18 und 19 nachgehen. Die zentr ale Botschaft von der Versöhnung durch Christus Hierbei gehe ich in umgekehrter Reihenfolge vor. Auf den Inhalt, den Kern der Versöhnungsbotschaft, gehe ich im zweiten Punkt ein. Vorher möchte ich die Wirkung beschreiben, die diese Botschaft auf Paulus und seine Mitarbeiter gehabt hat und auf uns heute haben kann. 1) Der Auftrag, die Botschaft von der Versöhnung durch Christus zu verkündigen, formt das Leben von Christen. Paulus schreibt: „All dies aber kommt von Gott, der uns mit sich Selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst, die Versöhnung zu verkündigen, gegeben hat. ...“ Paulus sagt, dass Gott „uns den Dienst, die Versöhnung zu verkündigen, gegeben hat“. Dieses uns bezieht Paulus auf sich und seine Mitarbeiter.

In den Augen einiger Christen in Korinth war Paulus nicht der geeignete Mann, um im Auftrag Gottes das Evangelium zu verkündigen. Wahrscheinlich waren es vor allem Angehörige der höheren Schicht, die Paulus vorwarfen, eine erbärmliche Figur abzugeben. Auch Paulus war von Geburt her Angehöriger der höheren Schicht. Seine Familie in Tarsus hatte Besitz; Paulus war ein gebildeter Mann, der gut reden konnte. – Warum machte er von diesen Privilegien keinen Gebrauch? Das Gegenteil war der Fall: Paulus verzichtete bewusst auf jegliches Gehabe, das ihn als Angehörigen einer höheren Schicht gekennzeichnet hätte. Sein Leben als Missionar spiegelte so wenig von seiner vornehmen Herkunft wider. Er verzichtete bewusst darauf, zum Starredner einer bestimmten Gruppe in Korinth zu verkommen. Äußerlich sah Paulus in der Regel aus wie ein Sklave, zumindest wie ein Angehöriger der unteren Schicht von Tagelöhnern. Durch die strapaziösen Reisen blieben oft nur noch Lumpen an seinem Leib. Aber das machte nichts in den Augen von Paulus. Er wollte der großen Mehrheit in den Städten auf dem Weg zum Christ-Werden kein Hindernis vor die Füße legen. Denn die Mehrheit in den Städten bildeten die Sklaven. Daher war dies ein Grundsatz, den Paulus ganz bewusst verfolgte: Den Sklaven kein Hindernis zu sein, das sie vom Glauben an Christus abhielte. Diesen Grundsatz hat er in 1.Kor. 9,19 so formuliert: „Obwohl ich ein Freier bin, habe ich mich allen zum Sklaven gemacht, damit ich die vielen gewinne.“ Dass Paulus sich zum Sklaven gemacht hat, ist nicht nur symbolisch gemeint. In 2.Kor. 6,10 bekennt er: „Wir sind arm wie Bettler und machen doch viele reich; wir besitzen nichts und haben doch alles.“ Einige Christen in Korinth schämten sich mittlerweile für den Apostel, der ihre Gemeinde gegründet hatte. In ihren Augen war Paulus nicht das große Aushängeschild für den christlichen Erbauung

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Die anvertraute Botschaft Glauben. Sie wollten ihm zum Beispiel Geld geben, damit er sich wie ihresgleichen in der Öffentlichkeit geben konnte. Paulus nahm es nicht an. Mittlerweile hatten in Korinth sogenannte Superapostel Einzug gehalten. Für die brauchten die Christen in Korinth, wie sie dachten, sich nicht zu schämen – diese Superapostel vertraten die Gemeinde nach außen würdig. Von Paulus hingegen hörten sie, dass er auf den Missionsreisen von einer Not in die andere geriet: Armut, Prügel, Gefängnis, Verfolgung, Schiffbruch, Hunger und Durst. Erschwerend hinzu kam Paulus‘ Leiden an einer schweren chronischen Erkrankung. Das konnte in ihren Augen unmöglich der Ausweis eines von Gott gesegneten Dienstes sein. Paulus besteht aber darauf, dass Gott es gewesen ist, der ihm und seinen Mitarbeitern den Dienst der Versöhnung anvertraut hat. Paulus hat die Leiden nicht gesucht. Er hat nicht versucht, ein Armutsideal zu verwirklichen – es ist ihm durch Gottes Führung widerfahren. Armut und Leiden waren sozusagen von Gott beigelegte Nebenprodukte in seinem Dienst der Versöhnung. In der Hauptsache ging es Paulus darum, das Evangelium zu verkündigen. Er richtete sein Leben darauf aus, allen zum Sklaven zu werden, um viele für Christus zu gewinnen. Dass dieser Weg für Paulus viele Leiden beinhalten würde, hatte ihm Christus schon bei seiner Bekehrung angekündigt. Paulus hatte verstanden, dass jemand, der einen gekreuzigten und verachteten Retter verkündigt, auch selbst vor den Menschen verachtet dasteht. Aber durch die Botschaft vom gekreuzigten Retter führt Gott Menschen zum Glauben an Jesus Christus. Für uns geht es nicht darum, Paulus zu kopieren. Vielmehr sollen wir von ihm lernen, den Dienst der Versöhnung als die wichtigste Aufgabe im Leben von Christen wahrzunehmen. Auf die eine oder andere Weise ist dies mit Leiden verbunden. Auf die eine oder andere Weise führt dies zu Lebensläufen, die nach weltlichen Maß-

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stäben bewertet merkwürdig sind. Zur Selbstprüfung kann sich jeder von Ihnen diese Fragen stellen: Gibt es etwas in meinem Lebenslauf, das für die Menschen um mich herum unverständlich ist? Gibt es, nach weltlichen Maßstäben gemessen, „Merkwürdigkeiten“ in Ihrer Lebensweise, die nur dadurch erklärbar sind, dass Ihr Leben dem Dienst der Versöhnung gewidmet ist? Der Auftrag, die Botschaft von der Versöhnung durch Christus zu verkündigen, formt so oder so das Leben von Christen. Auf die eine oder andere Weise prägt es den Lebensstil eines Christen zutiefst. Das liegt an der prägenden Kraft, die der Botschaft von der Versöhnung innewohnt. Diese Botschaft ist im wahrsten Sinne des Wortes ergreifend: Wer sie verstanden hat, den nimmt sie in Besitz. Sie prägt sein ganzes Denken und Handeln. Das führt mich im zweiten Punkt zum Inhalt der Botschaft von der Versöhnung. 2) Der Kern der Botschaft: Gott hat uns mit Sich Selbst versöhnt durch Christus. Paulus schreibt in 2.Kor. 5,18.19: „All dies aber kommt von Gott, der uns mit sich Selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst, die Versöhnung zu verkündigen, gegeben hat. Nämlich, dass Gott in Christus war und die Welt mit Sich Selbst versöhnte, den Menschen ihre Übertretungen nicht vorhielt. Und Er hat uns diese Botschaft der Versöhnung anvertraut.“ Das zentrale Stichwort lautet „Versöhnung“. An zwei Stellen, hier und in Röm. 5,11.12 fasst Paulus das Wesen der Errettung als Versöhnung zusammen. Die Botschaft von der Versöhnung ist nicht die eine zentrale Botschaft. Sie ist nicht wichtiger als die Botschaft von der Rechtfertigung oder von der Erlösung. Aber sie gehört sozusagen mit ins Zentrum der christlichen Lehre. Rechtfertigung und Versöhnung durch Christus gehören zusammen. Bei der Rechtfertigung liegt die Betonung auf dem Freispruch von unserer Sünde durch Gott


Die anvertraute Botschaft als Richter. Bei der Versöhnung liegt der Schwerpunkt darauf, dass Gott in eine liebende Beziehung zu uns tritt und uns in Seine Gemeinschaft aufnimmt. Wo von Versöhnung die Rede ist, da war vorher Feindschaft zwischen den beteiligten Personen. Wir, die Menschen, haben uns von Gott abgewandt. In unserer Sündhaftigkeit lieben wir die Selbstbestimmung und hassen von Natur aus die Vorstellung, dass Gott über uns Seine Herrschaft ausübe. Die Menschen hegen in ihrem Herzen Feindschaft gegen Gott und Seinen Willen. Dazu muss angemerkt werden, dass die Beziehung vor der Versöhnung auch auf Gottes Seite von Feindschaft geprägt ist. Auch Gott hegt in Seinem Herzen Feindschaft gegen den Sünder, der gegen Ihn und Seinen Anspruch, Gott zu sein, rebelliert. Ein entscheidender Unterschied ist folgender: Die Feindschaft des Menschen gegenüber Gott ist Ausdruck seiner, des Menschen, Sündhaftigkeit. Die Feindschaft Gottes gegen den Sünder ist Ausdruck Seiner, Gottes, Heiligkeit.

als Handelnde erst einmal gar nicht vor. Auf jeden Fall kann nicht die Rede davon sein, dass wir Gott versöhnt hätten. Stattdessen hat Gott etwas mit uns gemacht, das uns zu Ihm bringt. Das führt uns zum zweiten Kennzeichen der Versöhnung: Derjenige, der im Auftrag Gottes, des Vaters, die Versöhnung bewirkt hat, ist Jesus Christus. Paulus schreibt: „All dies aber kommt von Gott, der uns mit Sich Selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst, die Versöhnung zu verkündigen, gegeben hat. Nämlich, dass Gott in Christus war und die Welt mit sich Selbst versöhnte.“ Gott hat uns mit Sich Selbst versöhnt durch Christus.

Gott hat uns mit Sich versöhnt. Gott ist hier der Handelnde, der uns mit Sich ins Reine bringt. Es heißt hier nicht: »Wir haben uns mit Gott versöhnt.« Es heißt auch nicht:

Die Versöhnung, wie Paulus sie beschreibt, trägt einige bedeutungsvolle Kennzeichen. Zuerst ist wichtig zu verstehen, dass die Versöhnung allein von Gott ausgeht und zu Ihm hinführt. Paulus sagt: „Gott hat uns mit Sich versöhnt.“ Gott ist hier der Handelnde, der uns mit Sich ins Reine bringt. Es heißt hier nicht: „Wir haben uns mit Gott versöhnt.“ Es heißt auch nicht: „Gott hat Sich mit uns versöhnt.“ Denn sonst könnte an dieser Stelle das Missverständnis auftreten, dass beide, der Mensch und Gott, Schuld getragen hätten an der gegenseitigen Feindschaft. So als ob Gott und Mensch sich, nach Art eines beiderseitigen Kompromisses, in der Mitte getroffen hätten: Der Mensch habe eingesehen, dass ein Leben so ganz ohne Gott einfach nicht in Ordnung ist, und Gott habe eingesehen, dass Er bei Seinem Absolutheitsanspruch auch nicht bleiben könne. Diesem Missverständnis beugt Paulus vor: „Gott hat uns mit Sich versöhnt“, schreibt er. Wir kommen

»Gott hat Sich mit uns versöhnt.« Doch Christus war nicht bloß ein Auftragnehmer Gottes, der ansonsten in keiner näheren Beziehung zu Ihm gestanden hat. Auch ist Christus nicht eine Art dritte, neutrale Partei zwischen Gott und Menschen, die einen Kompromiss zwischen den verfeindeten Parteien gestiftet hätte. Paulus sagt: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit Sich Selber.“ Gott handelte nicht nur durch Christus, sondern Er war in Ihm. Christus hat nicht in unserem Auftrag gehandelt, sondern im Auftrag des Vaters. Christus hat nicht unseren Willen ausgeführt, sondern den des Vaters. In Christus hat der Vater Selbst gehandelt. In Joh. 5,17 erklärt Jesus Seinen verstörten Zuhörern: „Mein Vater wirkt bis jetzt, und Ich wirke auch.“ Das war der Anspruch von Jesus: in allem das tun, was der Vater tut, gemäß Joh. 5,19: „Amen, Ich Erbauung

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Die anvertraute Botschaft versichere euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun. Er kann nur tun, was Er den Vater tun sieht. Was der Vater tut, das genau tut auch der Sohn.“ Vater und Sohn sind in ihrem Wesen und Wirken untrennbar eins. Gott war in Christus. Im Sohn hat der Vater uns mit Sich Selbst versöhnt. Als drittes ergibt sich die Frage, wen Gott mit Sich versöhnt hat. Paulus schreibt, dass Gott uns mit Sich versöhnt hat. In Vers 19 sagt Er, dass Gott die Welt mit Sich Selbst versöhnt hat. In beiden Fällen bezieht sich Paulus auf dieselbe Gruppe von Menschen. Er spricht von der Menschheit im Allgemeinen. Die Versöhnung, die Christus in Seinem Tod und Seiner Auferstehung erwirkt hat, sieht Paulus als ausreichend für alle Menschen an. Aber wirksam wird die Versöhnung einzig und al-

Die Versöhnung, die Christus in Seinem Tod und Seiner Auferstehung erwirkt hat, sieht Paulus als ausreichend für alle Menschen an. Aber wirksam wird die Versöhnung einzig und allein für die, die an Jesus Christus glauben. lein für die, die an Jesus Christus glauben. Dies wird vor allem daran deutlich, dass die Versöhnung, die Gott in Christus bewirkt hat, verkündet wird. Menschen werden zum Glauben an Jesus Christus aufgerufen: „Lasst euch versöhnen mit Gott!“ In Christus werden sie, die an Ihn glauben, mit Gott versöhnt. Durch den Glauben sind sie „in Christus.“ Als viertes und letztes Kennzeichen der Versöhnung ist ihre Verbindung mit der Rechtfertigung zu betonen. Paulus schreibt in Vers 19: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich Selbst und hielt den Menschen ihre Übertretun-

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gen nicht vor.“ Die Versöhnung mit Gott geschieht nicht durch einen Kompromiss. Wir sind dadurch mit Gott versöhnt worden, dass Er uns die Sünden vergeben hat. Gott rechnet uns die Strafe für unsere Schuld nicht zu, weil Er Christus an unserer Stelle bestraft hat. Mit der Rede von der Versöhnung wird nun betont, dass Gott, nachdem Er uns gerechtgesprochen hat, uns nicht einfach nur in Ruhe lässt. Nach unseren Vorstellungen ist Feindschaft ja häufig schon dann überwunden, wenn man sich in Ruhe lässt. Die Versöhnung mit Gott ist etwas anderes, da Gott in Seinem Wesen von der Liebe bestimmt ist. Gott hat eine Gemeinschaft zwischen Sich und uns gestiftet, in der Er uns Seine Liebe erfahren lässt. Er erfüllt uns mit Seiner Liebe. Von dieser Liebe erfasst beginnen wir, Gott zu lieben. Er erfüllt uns mit der Freude an Ihm und an Seinem Sohn Jesus Christus. Gott Selbst nimmt uns in Christus mit Freuden als Seine Kinder an. Dabei tut Gott nicht so, als ob die Beziehung zwischen Ihm und uns bereinigt ist. Sie ist in und durch Christus bereinigt. Wenn wir Gott im Gebet um Vergebung einer Schuld bitten, sind nicht wir es, die die Versöhnung mit Gott wiederherstellen. Vielmehr treten wir durch Glauben und Vergebung immer wieder in die Versöhnung ein, die Gott in Christus ein für allemal hergestellt hat. Gott war in Christus und hat die Welt mit Sich versöhnt. Gebe Gott, dass uns diese Botschaft so dermaßen mit Freude durchdringt, dass wir sie gerne an andere weitergeben, die noch in Feindschaft mit Gott leben. Gebe Gott, dass wir um dieser Botschaft willen bereit sind, Leiden mit Freude in Kauf zu nehmen. Denn diese Botschaft ist es wert. In ihr verherrlicht Sich Gott in Christus und bringt Sünder in Gemeinschaft mit Sich Selbst. n

Herzlich grüßt Sie Ihr Jörg Wehrenberg


Projektbericht – Afghanistan

Freiheit und Festigkeit durch das Evangelium

»Steht also bereit: die Hüften umgürtet mit Wahrheit; den Brustpanzer der Gerech-

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er bereit sein möchte, das Evangelium den Menschen in der Finsternis wirksam weiterzugeben, muss eine Bedingung erfüllen: selbstlos sein; die Bibel bezeichnet diese Haltung auch als Selbstverleugnung. Selbst Jesus bezeugte ganz klar, dass Er als Botschafter nur das lehrte, was Sein Vater Ihm aufgetragen hatte. Nur so kann sichergestellt sein, dass das Zeugnis wahr ist. Wenn wir als Menschen unsere eigenen Ideen zum Mittelpunkt unserer Verkündigung machen, sind wir keine Botschafter an Christi Statt. Die Selbstverleugnung ist uns aber erst dann möglich, nachdem wir unsere Gerechtigkeit im Licht der Gerechtigkeit Gottes zu sehen bekommen haben. Dies geschieht, wenn der Herr in Seiner Gnade uns unsere völlige Verderbtheit offenbart und uns in Seiner Liebe Seine Gerechtigkeit zurechnet. In dieser geschenkten Gerechtigkeit bekommen wir einen festen * Name von der Redaktion geändert

Stand, der unseren Schritt sicher macht und uns die Bereitschaft schenkt, auch unter schwierigen Bedingungen die Gute Nachricht des Friedens weiterzugeben.

tigkeit angelegt; die Füße mit der Be-

Als Botschafter des Friedens unterwegs in Afghanistan Omar* ist einer der Boten, die sich sogar von lebensbedrohlichen Umständen nicht davon abhalten lassen, das Evangelium auch außerhalb der vertrauten Umgebung weiterzugeben. Zusammen mit einigen einheimischen Brüdern, die treue Diener am Evangelium sind, wagte er eine Missionsreise in einen weiter entfernteren Landesteil Afghanistans – trotz der bekannten Hürden: Zum einen ist das Land im Kriegszustand, zum anderen wird keine andere Religion als der Islam von der Bevölkerung geduldet. Jeder Anhänger einer anderen Religion gilt als Feind, den man liquidieren muss.

reitschaft beschuht, die gute Botschaft vom Frieden mit Gott weiterzutragen!«

Afghanistan

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Projektbericht – Afghanistan An dem Missionseinsatz beteiligt war auch Samir*, der vor einigen Jahren wegen seines Glaubens eine Gefängnisstrafe verbüßte, nachdem man in seinem Haus mehrere Bibeln, Neue Testamente und andere evangelistische Medien gefunden hatte. Auf dieses Verbrechen steht die Todesstrafe. Doch Gott, der die Herzen der Könige lenkt, gebrauchte Regierungsvertreter, die sich für Samir einsetzten, sodass er bereits nach einem Monat freikam. Um sich zu schützen, verließ er seine Verwandtschaft und zog in eine andere Stadt, denn sein Schwager hatte Pläne, die Familie des Christen zu töten. Omar berichtet über den weiteren Ablauf: „Eines Abends waren wir bei einem angesehenen älteren Mann zu einem Familienfest eingeladen. Unter den Gästen war auch ein Mann, der damals bei Samirs Verhaftung dabei gewesen war. Nun saßen sich die beiden gegenüber. Ich registrierte Unruhe in Samirs Gesicht, während der andere ihn aufmerksam musterte. Doch er konnte sich anscheinend nicht erinnern, woher er ihn kannte. Gott hat bewirkt, dass er unseren Bruder nicht wiedererkannte (vgl. Bericht im Magazin 1/2013, S.10-11)! Nach der Missionsreise beteten wir intensiv für Samirs Verwandtschaft, die ernsthafte Todesdrohungen gegen Samirs Familie ausgesprochen hatte. Wir baten Gott nicht darum, dass sie Ruhe geben, sondern dafür, dass sie auf uns zukommen mögen, damit wir ihnen das Evangelium predigen könnten. Gott beantwortete unser Gebet: Diese Familie suchte uns auf und beobachtete, wie wir lebten. Dadurch wurden einige negative Vorurteile widerlegt, die gegenüber Christen verbreitet worden sind. Sie überzeugten sich selbst, dass unsere Familie, in der Liebe untereinander herrscht, glücklich zusammenlebt – ganz anders, als man es ihnen erzählt hatte. Er habe nach uns gesucht, in der Absicht, uns zu töten, gestand Samirs Schwager. – Jemanden zu töten ist hier keine große Sa-

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che; das kann geschehen, ohne mit der Wimper zu zucken. Fast jeder ist im Besitz einer Waffe. Die Ermordung eines Christen gilt sogar als heilige Tat. Wir hoffen auf Gottes Kraft, dass Er ihnen Sein Wort öffnet, damit sie gerettet werden. Befreit durch die Macht des Evangeliums Bei unserer Missionsreise besuchten wir einen guten Freund von Samir, der bisher dem Evangelium gegenüber sehr verschlossen gewesen war. Diesmal zeigte er Interesse und holte auch seine Frau herbei, was in afghanischer Kultur unüblich ist. Denn hier bekommen Gäste die Ehefrau des Gastgebers normalerweise gar nicht zu Gesicht. Dabei stellte sich heraus, dass die Ehefrau schon längere Zeit großen Qualen durch die finstere Macht Satans ausgesetzt war. Islamische Geistliche, bei denen sie Hilfe gesucht hatte, konnten ihr nicht helfen. Sie hatte mehrere Selbstmordversuche hinter sich; ihre Tochter, die mit einem Mann verlobt war, der ihr nicht gefiel, hatte sich das Leben genommen. Diese Not trieb die Familie zu der Bereitschaft, ihr Ohr dem Evangelium zuzuwenden. Wir beteten für sie um Befreiung und brachten ihnen die Botschaft des Friedens. Da durchbrach Gott durch Sein Wort die Finsternis in dem Herzen der Frau. Die Veränderung konnte man ihr sogleich ansehen: Waren ihre Augen vorher finster und unheimlich, schaute sie uns nun mit einem klaren Blick an. In einem Gebet befahl sie ihr Leben ihrem Heiland an. Ihr Ehemann zögerte noch: „Ich kann nicht glauben, weil ich die Bibel nicht lesen kann, doch um zu glauben, muss ich erst verstehen, worum es geht“, erklärte er. Bei unserem nächsten Besuch zeigte er sich aber weiterhin interessiert und offen, hörte aufmerksam zu und saß dabei, als wir beteten. Einige Zeit später luden wir die gläubig gewordene Frau zum Gottesdienst und zu einer Frauenkonferenz ein, die meine Ehefrau zusam-


Projektbericht – Afghanistan men mit ihrer einheimischen Schülerin leitet. In beiden Versammlungen gab sie ein Zeugnis über ihre Bekehrung und die Veränderungen, die Gott in ihrem Leben bewirkt. Unerschrocken erzählte sie vor fremden Glaubensgeschwistern von Jesus Christus und der Freiheit, die sie durch Ihn erfahren hat, indem Er sie von der Macht Satans befreit hatte – für eine Afghanin ein sehr mutiger Glaubensschritt. Wir sahen darin Gottes Wirken, denn viele einheimische Christen fürchten Verfolgung und Verrat und haben aus diesem Grund sogar Hemmungen, vor Glaubensgeschwistern ein Zeugnis zu geben. Das Zeugnis dieser Frau war ein klarer Beweis für die Echtheit ihres Glaubens, denn die meisten Afghanen würden sich zwar vor einem Ausländer zu ihrem Glauben bekennen, nicht jedoch ihren Landsleuten ein Zeugnis geben. Festigen im Evangelium Wer Jesus als Seinen Retter bereits angenommen hat, den laden wir zu weiterführenden Bibelkursen ein. Wir organisieren theologische Fortbildungen für geistliche Leiter und Schulungen für Frauen in Leitungsfunktionen. Um sie für ihren Dienst auszurüsten, lehren wir sie, wie man predigt und dient; außerdem zeigen wir ihnen, wie sie geistlich wachsen können. Daneben laden wir gläubige Frauen zu Bibelbetrachtungen in unsere Häuser ein. In diesem Jahr haben wir bereits vier Frauenseminare dieser Art durchgeführt. Denn das Wort Gottes ist unverzichtbar für geistliches Wachstum – es geschieht nicht durch einen Zauberstab, sondern indem ein Mensch die Mühe aufbringt, täglich das Wort Gottes aufzunehmen, wie Nahrung.

Humanitäre MaSSnahmen ermöglichen und erhalten den Kontakt Um einen Kontakt zu den Menschen aufzubauen und zu erhalten, unterhalten wir mehrere humanitäre Projekte, von denen wir euch ja schon früher berichtet haben. Wir sind Gott dankbar für die positiven Entwicklungen: Nach wie vor besteht großes Interesse am Kursangebot im Frauenbildungszentrum. 20 Frauen haben einen Englischkurs absolviert; ein Computerkurs für 40 Personen ist derzeit in Planung. 30 Absolventinnen des sechsmonatigen Nähkurses bekamen neben einem Zertifikat eine Nähmaschine geschenkt. Etwa 80% unserer Absolventinnen nehmen Aufträge von Nachbarn und Bekannten an und fertigen zu Hause Maßkleider. Für ein einfaches Kleid bekommt eine Schneiderin umgerechnet etwa 3 oder 4 US-Dollar, für ein besonders hochwertiges, aufwendiges Kleid kann sie 8 oder 10 US-Dollar verlangen. Einige wenige Absolventinnen haben sogar ihr eigenes Atelier aufgemacht – eine Besonderheit für afghanische Frauen, die normalerweise nicht berufstätig sind. Nachdem wir im Frauengefängnis Wasserrohre und Gasleitungen verlegt haben, gehen wir ein nächstes Projekt an: Wir beten für die Finanzierung von Nähkursen für die inhaftierten Frauen. Denn afghanische Frauen haben keine soziale Absicherung und genießen selten das Privileg einer Schulbildung. Eine arme Familie, die nicht allen Kindern eine Schulbildung finanzieren kann, wird vorzugsweise ihre Söhne zur Schule schicken. Mädchen bleibt selbst das Lesen- und Schreiben-Lernen oft verwehrt.” Soweit der Bericht von Omar.

Liebe Missionsfreunde, lasst uns gemeinsam den Herrn für Seine Gnade preisen, die Er auch in Afghanistan triumphieren lässt. So wollen wir auch der Botschafter des Evangeliums weiter in unseren Gebeten gedenken, damit sie unter dem Druck der Verfolgung das Vertrauen auf den Herrn setzen. n Afghanistan

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Sizilien und Lampedusa

Wir sind heute mehr denn je von Menschen umgeben, die hoffnungslos an Leib und Seele zu Grunde gehen. Wie kön-

Hoffnung für Hoffnungslose in Sizilien und Lampedusa

nen wir

Und Jesus zog umher durch alle Städte und Dörfer und lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen. (Mt. 9,35)

ihnen helfen?

Dem Beispiel Jesu folgen

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as Wirken Jesu auf dieser Erde lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Liebe. Aus Liebe zu Seinem gefallenen Geschöpf sandte Gott Seinen Sohn. Aus Liebe kam Jesus zu den armen, verlorenen Menschen, um sie zu heilen. Er kam nicht zu den „Gesunden“, nicht zu den „Gerechten“, die keiner Hilfe bedurften – wie sie meinten. Er erbarmte sich über die, die verstoßen und verachtet waren. Er suchte die Menschen auf, die sich ihrer Krankheit an Leib und Seele bewusst waren. Den Menschen, die ohne Hoffnung waren,

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brachte Er Heilung durch die Kraft des Evangeliums. Können wir uns als Jünger Jesu bezeichnen, ohne Seinem Beispiel zu folgen? Wir sind heute mehr denn je von Menschen umgeben, die hoffnungslos an Leib und Seele zu Grunde gehen. Wie können wir ihnen helfen? Indem wir ihnen in tätiger Liebe das Evangelium bringen. Gerade in diesen Tagen erreichen uns täglich erschütternde Nachrichten und Hilferufe aus Sizilien und Lampedusa:


Aktuelles Projekt – Sizilien und Lampedusa Lampedusa und Sizilien sind Anlaufstellen für afrik anische Flüchtlinge Flüchtlinge aus Afrika (Somalia, Eritrea, Marokko, Nigeria) und Syrien versuchen jedes Jahr zu Zehntausenden, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen (siehe Magazin 3-2013). Die Lebensbedingungen in ihrer Heimat sind derart katastrophal, dass sie aus ihrer Verzweiflung heraus die hochriskante, illegale Seereise wagen. Sie sind bereit, ihr ganzes Vermögen in die Überfahrt zu investieren. Ein häufig angesteuertes Ziel ist Sizilien – mit 25.700 km² die größte Mittelmeerinsel – oder Italiens südlichste Insel Lampedusa. Wenn sie die Seefahrt mit einem meist nicht hochseetauglichen Boot überleben, sind sie hilfsbedürftige Gestrandete – fremd, erschöpft und mittellos. Etwa 140 Kilometer trennen das afrikanische Festland von Sizilien und 140 km von Lampedusa – und damit vom verheißungsvollen europäischen Boden. Die Überfahrt mit ungewissem Ausgang haben bereits Zehntausende Menschen in ihrer Hoffnungslosigkeit riskiert. Mitte September kam die italienische Küstenwache fünf Booten zu Hilfe, von denen einige in Seenot geraten waren. An Bord befanden sich insgesamt fast tausend Flüchtlinge. Doch nicht alle Menschen, die in Richtung Europa aufbrechen, erreichen ihr Ziel. In den vergangenen 25 Jahren haben bereits über 12.000 Flüchtlinge im Mittelmeer den Tod gefunden, da ihr marodes und überfülltes Transportmittel in Seenot geraten ist und viele von ihnen nicht schwimmen

konnten. Gerade an Tagen, an denen die See ruhig ist, treffen täglich Boote vor der italienischen Küste ein. Waren es früher überwiegend Männer, die dieses Wagnis eingingen, befinden sich in letzter Zeit immer mehr Frauen und sogar Kinder unter den Flüchtenden. In diesem Sommer sind nach Schätzungen der Missionare mehr als 15.000 Flüchtlinge in Sizilien eingetroffen. Helfen in der Not Aktuell bringen mehrere Tragödien vor der Insel Lampedusa die Hilfsbedürftigkeit der Flüchtlinge auf einen neuen Höchststand. Zwei mit Flüchtlingen überladene Kutter kenterten unweit der Insel. Nur 155 der ca. 545 Männer, Frauen und Kinder kamen mit dem Leben davon. Gegen die volljährigen Überlebenden, die einen Teil ihrer Familienangehörigen auf dieser Reise verloren haben, ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft wegen illegaler Einwanderung. Ihnen droht im schlimmsten Fall die Abschiebung in ihre Heimat. Erschütternd ist in diesem Zusammenhang die Reaktion einiger EU-Staaten, darunter auch Deutschland. Unsere Regierung ist zwar bereit, bessere Überwachungstechnik zur Verfügung zu stellen, um die illegale Einwanderung einzudämmen, ist gegenwärtig aber nicht willig, diese verzweifelten Menschen aufzunehmen. Aber gerade dann, wenn Menschen mit ihrem Latein am Ende sind, können wir Gottes souveSizilien und Lampedusa

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Aktuelles Projekt – Sizilien und Lampedusa

Flüchtlinge hausen in selbstgebauten Notunterkünften

Tommaso Pipitone (li.) und ein Helfer bringen Hilfsgüter zu den Flüchtlingen auf Lampedusa

ränes Handeln beobachten. Er kennt das Elend der Menschen und auch dessen Ursache. So hat Er vor einiger Zeit ein deutsch-italienisches Ehepaar dazu bewegt, sich der Not dieser Menschen anzunehmen.

Testamente gedruckt und verteilt. Inzwischen ist vor Ort eine christliche Gemeinde entstanden. „Unter den Flüchtlingen sind auch Christen, die in ihrem Heimatland verfolgt werden“, berichten die Geschwister. „Manche weinten vor Freude, als sie eine Bibel in den Händen hielten, denn sie hatten sich schon lange danach gesehnt, wieder eine Bibel zu haben. Einige kommen auch, weil es bei ihnen keine Arbeit gibt oder weil sie Kriminelle sind, die vor ihrer Strafe fliehen. Alle brauchen Hilfe und vor allem Gottes Liebe.“ Die ehrenamtlichen Mitarbeiter möchten durch praktische Unterstützung Gottes Liebe weitergeben, um der materiellen und geistlichen Not zu begegnen (Mt. 25,35-40). Wenn man Menschen in einer Notsituation in tätiger Liebe begegnet, sind sie meist auch empfänglich für das Evangelium.

Im September dieses Jahres durften wir als Missionswerk Voice of Hope vor Ort einen Einblick in den umfangreichen Dienst dieser Geschwister erhalten. Wir waren erstaunt, wie viel diese Geschwister, ohne nennenswerte finanzielle Unterstützung von außerhalb, durch Gottes Hilfe auf die Beine gestellt haben. Im Folgenden möchten wir einen kurzen Einblick in ihren Dienst geben: Petrosino Barbara und Tommaso Pipitone aus Petrosino, im Westen Siziliens, bieten den gestrandeten Flüchtlingen materielle Unterstützung und das Evangelium in ihrer Muttersprache an. „Wir sehen in dem Flüchtlingsstrom eine von Gott gestellte Aufgabe“, betont Barbara Pipitone. Zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern versorgen sie die auf Lampedusa und Sizilien gestrandeten Flüchtlinge mit dem Notwendigsten und verteilen Bibeln, Neue Testamente und evangelistische Traktate. Jährlich werden unter den Flüchtlingen und in ganz Sizilien über eine Million Traktate in verschiedenen Sprachen und über 40.000 Neue

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Voice of Hope Nr. 4/2013

Castelvetr ano Die Stadtverwaltung Castelvetrano, im Südwesten Siziliens, hat für die gläubigen Geschwister auf einem 4000 qm großen Grundstück zwei von sieben Gebäuden zur Verfügung gestellt. Die Gebäude stehen seit 20 Jahren leer und sind daher recht verwahrlost. Sämtliche Fenster sind zerbrochen, das Dach ist undicht, eine Heizung existiert nicht usw. Vorerst haben die Geschwister begonnen, diese beiden Gebäude – zwei Hallen – zu einer Anlaufstelle für Flüchtlinge umzubauen.


Aktuelles Projekt – Sizilien und Lampedusa

Besuch im Flüchtlingslager

Missionsgottesdienst in Castelvetrano

Sie gaben diesem Ort den Namen Oasi della grazia („Oase der Gnade“). Die „Oase der Gnade“ ist nicht nur eine Anlaufstelle für Flüchtlinge, sondern auch für arme, kranke oder behinderte Menschen und Opfer von Naturkatastrophen. Bei der Verteilung der Hilfsgüter knüpfen die Geschwister Kontakt zu den Menschen, um mit ihnen in Verbindung zu bleiben. Denn ihr Ziel ist kein humanistisches; durch Gutestun wollen sie die Menschen auf die Liebe Jesu aufmerksam machen. „Gott hat es uns aufs Herz gelegt, dort zu helfen: mit dringend benötigten Decken, neuen und gebrauchten Kleidern und Schuhen, die viele Geschwister sammelten, mit Material für Behinderte wie Rollstühle, Gehhilfen, Krankenbetten, und natürlich auch mit evangelistischen Schriften, damit sie Den kennenlernen, Der für sie gestorben ist“, erklären Barbara und Tommaso Pipitone ihren Einsatz. Sie schenken ihnen das Neue Testament und evangelistische Schriften – Johannesevangelien, Kalender, Traktate, Kindermalbibeln – und laden zum Gottesdienst ein. Zum Gottesdienst versammeln sich die Geschwister seit Sommer 2013 in einem dafür umgebauten Raum, einer ehemaligen Zahnarztpraxis. Ein Zahnmediziner hat ihnen seine Praxis als Versammlungsraum zur Verfügung gestellt, als er psychisch erkrankte und währenddessen die Liebe der Gläubigen erfahren durfte. Gott erweist sich auch denen als Helfer, die Seine Liebe weitergeben.

Aktuelle Projekte Anfang 2013 durften wir als Missionswerk den Geschwistern vor Ort einige Paletten von Bibeln, Neuen Testamenten und Johannesevangelien in gewünschter Sprache überreicht. Zudem sind knapp 10.000 Johannesevangelien nachgedruckt worden, die in Kürze nach Italien gebracht werden sollen. Neben dem zunehmenden Flüchtlingsstrom wächst das Interesse der Einheimischen am Wort Gottes, so dass dringender Bedarf an Bibeln und Bibelteilen in verschiedenen Sprachen besteht. Auch Schulungsmaterial zur Unterweisung der Neubekehrten ist vonnöten. Wir empfinden es nicht als Zufall, dass Gott uns mit diesen Geschwistern und diesem Land verbunden hat. Daher ist es uns ein Herzensanliegen, alles dranzusetzen, den unermüdlich arbeitenden Freunden vor Ort beizustehen – sowohl im Gebet, als auch in der Tat. Momentan bereiten wir einen Transport von Bibeln, Traktaten und Kleidung vor. Wir wären Ihnen, liebe Missionsfreunde, sehr dankbar, wenn Sie dieses Projekt durch Gebet und Gaben mittragen würden. Als Kinder Gottes wollen wir uns nicht wegducken, sondern uns da zur Verfügung stellen, wo Gott uns gebrauchen möchte. n Sizilien und Lampedusa

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Verkündigungsdienst

Wortverbreitung über

Medien

Und wie Regen oder Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, ohne dass er die Erde tränkt, sie fruchtbar macht, dass alles sprießt, dass Brot zum Essen da ist und Saatgut für die nächste Saat, so ist es auch mit Meinem Wort: Es kehrt nicht leer zu Mir zurück, sondern bewirkt, was Ich will, und führt aus, was Ich aufgetragen habe. (Jes. 55, 10-11)

J

Den Herrn anrufen kann man nur, wenn man an Ihn glaubt. An Ihn glauben kann man nur, wenn man von Ihm gehört hat. Von Ihm hören kann man nur, wenn jemand da ist, der die Botschaft von Ihm verkündet. 16

eden Tag werden wir mit zahlreichen wichtigen Informationen konfrontiert. Manchmal erscheinen sie uns unwichtig, und dennoch können sie von größter Bedeutung sein. Wenn beispielsweise im Verkehrsfunk die dringende Warnung vor einem Falschfahrer durchgegeben wird, interessiert mich diese Meldung nicht, solange ich mich nicht auf dem betreffenden Autobahnabschnitt befinde. Und so wie mir wird es wohl den meisten Autofahrern gehen, die diese Nachricht hören. Trotzdem wird diese Meldung herausgegeben – warum? Weil das Leben von Menschen in Gefahr ist! Selbst wenn es nur einen einzigen Autofahrer betreffen würde, ist diese Warnung so wichtig, dass dafür die laufende Radiosendung unterbrochen wird. Dieses Beispiel soll uns Christen eines zeigen: Auch wenn es nur einen Menschen auf dieser Welt gäbe, der noch nicht vor dem ewigen Tod gerettet ist, sollten wir alles dransetzen, ihm das Evangelium zu bringen. So will es unser Herr Jesus. Hier dürfen wir nicht eine Kosten-Nutzen-Berechnung aufstellen, denn jede Seele ist wertvoller als alle Reichtümer dieser Welt. Und doch fehlt uns oft die Motivation, Botschafter an Christi Statt zu sein. Die Gründe dafür lassen sich trotz ihrer Vielzahl in einer Ursache zusammenfassen: Mangel an der Liebe zu Gott, zu Seinem Wort und zum Nächsten. Nur wenn mir die freie Gnade Gottes, die mich verdorbenen

Voice of Hope Nr. 4/2013

Sünder zum Heil erwählt hat, in vollem Maße vor Augen steht, werde ich die Freude über die Erlösung nicht für mich behalten können. Die Liebe, die Gott mir erwiesen hat, ist die treibende Kraft, die mich dazu bewegt, mein ganzes Leben dem Herrn zu übergeben und mich in Seinen Dienst zu stellen. Nun, wie kann diese Liebe wieder neu entfacht werden? – Indem ich mich unter Gottes Wort stelle, es studiere und es zu meinem Lebenselixier mache. Gottes Wort kehrt nie leer zurück! Es ist 100% effektiv! Egal, ob es Nichtchristen oder Christen erreicht. An dieser Zusage Gottes wollen wir festhalten und uns darin gegenseitig ermutigen und unterstützen, dem Evangelium Raum zu geben. Seit einiger Zeit stehen wir als Missionswerk auch im Verkündigungsdienst durch Rundfunk und Medien in deutscher Sprache. Dabei richtet sich die Verkündigung sowohl an Nichtchristen als auch an Christen, denn der Befehl Jesu lautet: „Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu Meinen Jüngern. Dabei sollt ihr sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes taufen und sie belehren, alles zu befolgen, was Ich euch geboten habe“ [Hervorhebung durch den Verfasser]. Deshalb gibt es seit April 2013 die Möglichkeit, über Radio (Kurzwelle und Internetradio) und Telefon wöchentlich eine einstün-


Verkündigungsdienst in Deutschland dige Sendung, in der das Evangelium verkündet wird, zu empfangen. Wir sind dem Herrn dankbar für die zahlreichen Rückmeldungen von Christen und Nichtchristen aus dem In- und Ausland. Bitte beten Sie um den Segen Gottes für diesen Dienst und machen Sie andere Menschen auf die Sendungen aufmerksam! Die Frequenzen und Links sowie die Telefonnummer finden Sie unten. In Kürze wird unsere Missions-Webseite eingerichtet sein. Dies ist neben dem Missionsmagazin ein weiteres Medium, das über die Arbeit des Missionswerkes informiert, aber auch alle bereits ausgestrahlten Radiosendungen zum Anhören bereitstellt. Zudem wird in regelmäßigen Abständen eine neue Predigt in Textform eingestellt. Somit soll diese Plattform in erster Linie der Evangeliumsverbreitung dienen und zusätzlich über die Missionsarbeit informieren. Als weiteres Medium für die Wortverbreitung soll die Audio-CD dienen. Die meisten der aufgenommenen Predigten und Lieder, die in den Radiosendungen zu hören sind, können auch als CD oder als Download im Onlineshop erworben werden. Einige dieser CDs sind speziell für die Weitergabe an Nichtchristen gedacht und werden daher nach Möglich-

keit besonders preisgünstig angeboten. Andere CDs vermitteln klare biblische Lehre. Ziel dieser CD-Produktionen ist die Erbauung von Christen. Liebe Missionsfreunde, der Verkündigungsdienst in deutscher Sprache bzw. im Inland ist nicht einfach eine neue Idee des Missionswerkes Voice of Hope. Durch zahlreiche Gespräche, Erfahrungen und Beobachtungen wird uns immer mehr bewusst, wie sehr das Land der Reformation der erlösenden Botschaft der Gnade bedarf. Deutschland kehrt mit großen Schritten in das Heidentum zurück. Selbst die Christen kennen vielerorts ihren Heiland nicht mehr, da sie einem falschen Gottesbild anhängen. Trotz dieser Tatsache müssen wir feststellen, dass diese Not vielen treuen Christen noch nicht bewusst ist. Wir sind darauf hingewiesen worden, dass die Inlandmission ohne finanzielle Unterstützung aus dem Ausland nicht finanzierbar ist. Liebe Missionsfreunde, kann das wahr sein? Können wir angesichts dieser geistlichen Not tatenlos bleiben? Darum bitten wir Sie herzlich, unser in Ihren Gebeten zu gedenken, dass wir durch viel oder wenig zur Verherrlichung Gottes beitragen können, indem wir Sein Wort freimütig verkündigen. n Kornelius Dück

Tel.: 02265 / 99 74 923 Fax: 02265 / 99 74 929 www.voiceofhope-shop.de eMail: radio@voiceofhope.de

Auf diesen Frequenzen kann die Radiosendung empfangen werden: Kurzwelle auf 3995 kHz im 75 Meterband ( jeden Dienstag ab 18:30 Uhr) ab April-Mai zusätzlich auf 7205 kHz im 41 Meterband ( jeden Dienstag ab 18:30 Uhr) Hören Sie die Sendung auch am Telefon: Phonecaster (über SW-Radio) Tel.: 05232 / 946 22 22 ( jeden Dienstag ab 15:00 Uhr) Phonecaster (über HCJB) Tel.: 0931 / 663 99 13 26 ( jeden Dienstag ab 18:30 Uhr) Der Link für das Internetradio: SW-Radio Stream:http://server5.digital-webstream.de: 16165 ( jeden Dienstag ab 15:00 Uhr) HCJB Stream:http://server4.digital-webstream.de: 39825 ( jeden Dienstag ab 18:30 Uhr) Verkündigungsdienst

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Römerbrief-Seminar

BIBELSTUDIUM IM MISSIONSWERK VOICE OF HOPE Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. (1. Korinther 3,11)

D

er Wunsch, Christen im Wort Gottes zu unterrichten, ist uns seit der Gründung des Missionswerkes ein großes Anliegen. In verschiedenen Missionsgebieten konnte dies auch schon realisiert werden. Es ist eine große Freude, zu sehen, wie besonders junge Christen mit großem Interesse das Wort Gottes studieren, von ihm ergriffen werden und die Gute Nachricht des Friedens in die Welt hinaustragen. Gleichzeitig stellen wir fest, dass in unserem Land immer mehr Christen von einem falschen Evangelium vereinnahmt werden – einem Evangelium, das sich nicht damit zufrieden gibt, dass der Glaube an den Sohn Gottes allein ewiges Leben verspricht. Ja, ohne Jesus gehen wir ewig verloren, ohne Ihn gibt es auch keine Sündenvergebung. Er ist für uns am Kreuz gestorben und ruft alle Menschen zur Buße. Dies sind alles richtige und wichtige Botschaften, aber es ist nicht das ganze Evangelium! Wenn Menschen zum Glauben an Jesus Christus kommen, ist es ungemein wichtig, dass sie erkennen, auf welchem Grund sie stehen. Fehlt dieses Bewusstsein, wird ein Christ schnell zum Spielball der Gefühle, verschiedener Lehren und Irrtümer. Kein verständiger Bauherr wird mit dem Hausbau beginnen, bevor das Fundament gelegt ist. Ebenso verhält es sich mit dem Bau der Gemeinde Jesu. Vor allem gilt es, dem Fundament die Aufmerksamkeit zu widmen. Dieses Fundament, bzw.

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Voice of Hope Nr. 4/2013

dieser Grund ist gelegt und heißt: Jesus Christus. Kein anderer Grund kann den Bau unversehrt durch die Stürme der Anfechtungen tragen als nur dieser! Deshalb – wenn wir Gewissheit unserer Errettung haben wollen, müssen wir dieses Fundament gut kennen und ihm vertrauen. Oft stoßen Christen beim Erkunden dieses Grundes auf so manche Fragen: Warum ist jeder Mensch von Geburt an tot in Sünden? Wie wird es möglich, dass ein geistlich Toter den Ruf zur Buße hört und ihm gehorcht? Wie kann Gott, der in Seiner Gerechtigkeit keine Sünde duldet, einen Sünder gerecht sprechen? Wie lange gilt diese Gerechtsprechung? Was ist Heilsgewissheit? Was ist mit der Verantwortung des Menschen? Wie soll ich mit Sünde umgehen? Was hat es mit den Verheißungen Gottes auf sich und wem gelten sie? Wie kann ein Christ so leben, dass Gott verherrlicht wird? usw. Wir laden Sie ganz herzlich ein, mit uns zusammen diese und weitere Fragen anhand des Römerbriefes im Rahmen eines ganztägigen Seminars beantwortet zu bekommen. Damit möglichst viele diese Gelegenheit wahrnehmen können, haben wir einen Freitagabend und vier Samstage bestimmt, an denen die folgenden Themen erarbeitet werden:


Römerbrief-Seminar

Seminarplan Freitag,

25.10.2013 ab 19:00 Uhr Übersicht zum Römerbrief

Samstag, 26.10.2013 ab 10:00 Uhr Röm. 1-4

Das Evangelium zeigt Gottes Herrlichkeit,

wenn Gott Sünder gerechterweise gerecht spricht.

Samstag, 16.11.2013 ab 10:00 Uhr Röm. 5-8

Das Evangelium schenkt Menschen Heilsgewiss-

heit, sodass sie Gott mit Freude verherrlichen.

Samstag, 14.12.2013 ab 10:00 Uhr Röm. 9-11

Das Evangelium bezeugt, dass Gott alle Zusagen

erfüllt hat, und zwar auf herrliche Weise.

Samstag, 11.01.2014 ab 10:00 Uhr Röm. 12-16 Das Evangelium befreit zu einer Lebensweise,

in der Gott verherrlicht wird.

Referent: Jörg Wehrenberg, Jahrgang 1970, kam gegen Ende seiner Schulzeit 1989/90 zum Glauben an Jesus Christus. Nach einer abgeschlossenen Ausbildung zum Krankenpfleger studierte er 1995-1999 an der damaligen Freien Theologischen Akademie in Gießen. Von 1999 - 2009 war Jörg Wehrenberg Pastor in der Bekennenden Evangelischen Gemeinde Osnabrück. Seit kurzem arbeitet er freiberuflich als Prediger und Theologe. Er lebt in Duisburg, wo er in der Bekennenden Evangelischen Gemeinde Duisburg-Marxloh mitarbeitet. Seit einiger Zeit ist er freier Mitarbeiter unseres Missionswerkes.

Verpflegung: Für die Mahlzeiten ist gesorgt. Zudem können wir für eine begrenzte Teilnehmerzahl kostenlose Übernachtungen anbieten. Bei Bedar f wäre auch eine Kinderbetreuung möglich. Die Teilnahme ist kostenlos. Wer sich an den Kosten des Seminars beteiligen möchte, dar f dies in Form einer Spende tun.

Dieses Bibelstudium ist nicht nur für Älteste, Prediger, Missionare, Kinder-, Jungschar- und Jugendleiter gedacht, sondern richtet sich an alle Interessierten.

Liebe Missionsfreunde, bitte beten Sie dafür, dass dieses Seminar den Teilnehmern zum Segen und Gott zur Ehre dient! So Gott will, werden weitere Seminare und Konferenzen folgen. Sie sollen zum einen dazu dienen, die Christen in der Lehre und im Glauben zu stärken, und sie zum anderen ausrüsten und ermutigen, Sündern die Gute Nachricht des Friedens mitzuteilen. Hierin vertrauen wir dem Herrn, dass Er uns auch die finanziellen Mittel für diesen Dienst schenkt. n

Alle Teilnehmer sind jeden Sonntag um 10:00 Uhr nach dem Seminar zu einer Predigt in der Bibelgemeinde Gummersbach, Hohestraße 26 eingeladen. Der Referent vertieft hier nochmal das Seminarthema.

Anmeldung: Telefon: 02265 - 99749-22 oder -23 E-Mail: seminar@voiceofhope.de www.voiceofhope-missionswerk.de/cms/

Seminar

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Für junge Leser

H

Der Fels des Heils

eather McDonald lebte in einem kleinen Dorf im

Schlucht führte, merkte sie, dass sie nicht mehr wei-

Norden Schottlands. An einem schönen Früh-

terkonnte. Links von ihr lag ein Dorf, das nicht sehr

lingstag wollte sie ihre Freundin im nächsten Dorf besu-

weit entfernt sein konnte, aber ihre Kraft verließ sie

chen. Sie zog ihren kleinen Sohn Robbie an und machte

allmählich. Robbie fing wegen der schrecklichen Kälte

sich auf den zweistündigen Weg zu ihrer Freundin.

an, zu weinen. Verzweifelt blieb Heather stehen, um

Die ersten wilden Blumen fingen schon an zu blühen

zu überlegen, was sie tun sollte. Sie konnte sich nicht

und die Bäume waren voller Knospen. Alle Spuren des

weiter durch den Schnee kämpfen. Robbie wurde ihr zu

Winters waren verschwunden und Heather genoss auf

schwer und sie selbst zitterte vor Kälte. Als sie aufsah,

dem Weg die schöne Landschaft. Nachdem sie einen

bemerkte sie nicht weit entfernt eine hohle Nische in

schönen Nachmittag mit ihrer Freundin verbracht hatte,

einem großen Felsen, der vor ihr aufragte.

machte sie sich mit Robbie auf den Heimweg. Sie hatten die Hälfte des Weges geschafft, als Hea-

Mit einem Gebet für die Sicherheit ihres Kindes im Herzen traf Heather eine mutige Entscheidung. Schnell zog sie ihre Jacke aus und wickelte sie um ihren Sohn.

Joel R. Beeke & Diana Kleyn W ie G ott d u r c h eine S c hneewehe r ettete und andere Andachtsgeschichten Aus der Reihe "Auf Fels gebaut" Band 3

Dann trug sie ihn zu dem Hohlraum im Felsen und legte

Art.Nr.: 175933 Betanien Verlag www.cbuch.de

Ich überlasse ihn Deiner Fürsorge.«

ihn vorsichtig hinein. Er war dort gut vor dem Wind geschützt. Sie nahm auch ihren Schal und wickelte Robbie darin ein. Mit einem Schluchzer drehte sie sich weg. »Oh Herr«, betete sie, »bitte bewahre meinen Sohn!

Am nächsten Morgen, als sich der Sturm gelegt hatte, gingen die Männer aus den Dörfern hinaus, um

ther Wolken bemerkte, die aus nördlicher Richtung

nach Vermissten zu suchen. Viele Menschen waren

heranzogen. Die Luft wurde kühler und sie beeilte sich,

in diesem schrecklichen Sturm ums Leben gekom-

schnell nach Hause zu kommen. Als sie die weiten

men. Als sie die Umgebung absuchten, fanden sie den

Felder überquerte, begann es zu schneien. Große

Leichnam einer jungen Frau ohne Mantel. Sie erkann-

Schneeflocken bedeckten alles unter sich, und ein

ten Heather sofort wieder. Als die Leute traurig und mit

schrecklicher, unerwarteter Schneesturm wütete los.

gesenkten Köpfen um sie herum standen, hörten sie ein

Es gab kein einziges Haus weit und breit und sie hatte

schwaches Wimmern. Sie schauten überrascht auf und

noch ungefähr vier Kilometer vor sich. Schon bald ging

folgten dem Geräusch. Es hörte sich an wie ein Baby.

ihr der Schnee bis zu den Fußknöcheln und ein scharfer

Sie kamen zu dem Felsen am Ende der Schlucht. Einer

Wind setzte ein.

der Männer entdeckte ein kleines Stück eines Schals in

Heathers dünne Jacke und ihr Schal waren nicht

einer der Felsöffnungen. Schnell liefen sie zu der Nische

warm genug, um sie vor der Kälte zu schützen. Ihr

und fanden dort den kleinen Robbie, sorgfältig in die

wurde bewusst, in welcher Gefahr sie sich befanden,

Jacke seiner Mutter gewickelt und mit ihrem Schal

und sie fing an, mit Robbie auf dem Arm zu laufen. Sie

umhüllt. Die Männer kehrten traurig ins Dorf zurück mit

drückte Robbie fest an sich, um ihn so warm wie mög-

Heathers Leichnam und mit Robbie, der noch immer in

lich zu halten, und hastete durch den immer tiefer wer-

Heathers Schal und Jacke gewickelt war.

denden Schnee. Heather stieß ein Stoßgebet aus. »Oh Herr, hilf mir! Bitte rette uns vor diesem schrecklichen Sturm!«

Heather wurde von den Dorfleuten sehr betrauert. Ihr Mann war kurz zuvor gestorben, und nun ließ sie den kleinen Robbie als Waise zurück. Heather war sehr

Die Temperatur sank weiter und Heather stolperte

bekannt im Dorf und alle hatten sie sehr geachtet. Sie

durch den tiefen Schnee. Während sie vorwärts has-

hatte immer auf den Herrn vertraut und ihm alle Ehre

tete, biss ihr der Schneesturm in die Augen, dass sie

gegeben. Deshalb war sie ein gutes Zeugnis für den

kaum noch sehen konnte. Als der Weg durch eine enge

Herrn. Ihre Freunde konnten sich nur annähernd vor-

20

Voice of Hope Nr. 4/2013

Fortsetzung auf Seite 23


Familie Niko und Lisa Derksen (Bankleitzahl)

Straße

E U R

Jahres-Spb

Jahres-Spendenbescheinigung?

H Ö C H S T E N

Bitte geben Sie für die Zuwendungsbestätigung Ihre Freundesnummer oder Ihren Namen und Ihre Anschrift an.

Konto-Nr. des Kontoinhabers

Datum

Unterschrift

Kontoinhaber/Einzahler: Name, Vorname, Ort (max. 27 Stellen)

PLZ

D E S

Freundesnummer

A U F T R A G

MVH-

I M

Missionswerk VOICE OF HOPE e.V.

Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt

bei (Kreditinstitut)

1000 103 331

Konto-Nr. des Empfängers

Verwendungszweck

Betrag: EURO, Cent

384 500 00

Bankleitzahl

Missionswerk VOICE OF HOPE e.V., Postfach 100902, 51609 Gummersbach

Familie Kornelius und Lilli Dück

Empfänger: Name, Vorname/Firma (max. 27 Stellen)

(Name und Sitz des beauftragten Kreditinstituts)

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Benutzen Sie bitte diesen Vordruck für die Überweisung des Betrages von Ihrem Konto oder zur Bareinzahlung. Den Vordruck bitte nicht beschädigen, knicken, bestempeln oder beschmutzen.

bei

EUR

Sparkasse GummersbachBergneustadt

(Bei Bareinzahlung Empfangsbestätigung des annehmenden Kreditinstituts)

Verwendungszweck Abzugsfähige Zuwendung Bestätigung zur Vorlage beim Finanzamt

Auftraggeber/Einzahler

1000103331

Konto-Nr.

Missionswerk VOICE OF HOPE e.V. Postfach 100902, 51609 Gummersbach

Empfänger

Beleg/Quittung für den Auftraggeber

Konto-Nr. des Auftraggebers

Zuwendungsbestätigung

Bis EURO 200,– gilt der abgestempelte Beleg als

Liebe Geschwister, mit den Worten des Apostels Paulus bitten wir euch, für alle Kinder Gottes und alle Missionare zu beten. Bitte betet für unsere Mitarbeiter Kornelius Dück und Niko Derksen, ihre Familien sowie ihre Arbeitsbereiche im Verlag und Missionswerk: Radio, Redaktion, Grafikdesign, Tonstudio, Musikund Hörbuchproduktion, Aufnahmen und Mastering von Instrumental- und Chormusik, Inlandmission, Auslandsmission.

Überweisungsauftrag/Zahlschein

»Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist, und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen und auch für mich, damit mir Rede verliehen werde, wenn ich den Mund öffne, mit Freimütigkeit das Geheimnis des Evangeliums bekannt zu machen.« Epheser 6, 18-20

SPENDE

Gebetsanliegen

Rettende Gnade für alle Völker


Kurz notiert:

Stellenausschreibung

 Wir danken Gott für die Wortverkündigung durch AudioMedien und Seminare; wir bitten um Unterstützung, um diesen Dienst fortsetzen zu können.  Wir beten für die gestrandeten Flüchtlinge und die Helfer in Sizilien und Lampedusa.  Wir danken Gott und beten für die wachsende Gemeinde Christi in Afghanistan. 

Wir danken Gott für unsere Missionare und Mitarbeiter und bitten um neue Mitarbeiter in der Buchhaltung und Hauswirtschaft.

© Missionswerk Voice of Hope, Reichshof-Mittelagger

Zur Verstärkung unseres Missionsteams in der Zentrale (Reichshof, Oberbergischer Kreis, NRW) suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n gläubige/n Mitarbeiter/in für die Abteilung Buchhaltung/Controlling Ihr Aufgabengebiet:

Zuwendungsbestätigung zur Vorlage bei Ihrem Finanzamt

Das »Missionswerk Voice of Hope e.V.«, Eckenhagener Str. 21, 51580 Reichshof ist wegen Förderung gemeinnütziger religiöser Zwecke nach dem letzten ihm zugegangenen Freistellungsbescheid des Finanzamtes Gummersbach (St.Nr. 212/5825/1763) vom 29.09.2011 nach § 5 Abs.1 Nr. 9 des KStG von der Körperschaftsteuer und nach § 3 Nr. 6 des GewStG von der Gewerbesteuer befreit. Es wird bestätigt, dass die Zuwendung nur zur Förderung gemeinnütziger religiöser Zwecke ggf. (auch) im Ausland verwendet wird. Für Spenden bis € 200 gilt der von Ihrem Kreditinstitut abgestempelte Einzahlungsbeleg oder der Kontoauszug mit den vollständigen Buchungsdaten (Name und Kontonummer des Auftraggebers und Empfängers, der Betrag sowie der Buchungstag) in Verbindung mit diesem Abschnitt als Zuwendungsbestätigung für das Finanzamt. Für alle darüber hinausgehenden Beträ-ge senden wir Ihnen auf Anfrage eine Zuwendungsbestätigung zu.

- Spendenverwaltung und Ausstellen von Spendenbescheinigungen - Rechnungsstellung und Überwachung der Zahlungseingänge - Erstellung von Abrechnungen, Analysen und Berichten - Ansprechpartner für Wirtschaftsprüfer, Steuerberater - Unterstützung der Missionsleitung in administrativen und organisatorischen Angelegenheiten Ihr Profil: - Wiedergeborener Christ sowie Identifikation mit den Inhalten und Zielen unseres Missionswerks - Zuverlässigkeit und Belastbarkeit - Abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung oder wirtschaftswissenschaftliches oder betriebswirtschaftliches Studium - Berufserfahrung im Bereich Buchhaltung/ Controlling - Weiterbildung zum Finanzbuchhalter/Bilanzbuchhalter/Lohnbuchhalter ist von Vorteil - Profunde Kenntnisse im Umgang mit MS Office Anwendungen - Russisch- und Englischkenntnisse von Vorteil

Wir suchen auch Verstärkung im Bereich Hauswirtschaft!


Für junge Leser stellen, was in dem schrecklichen Sturm passiert war;

Mutter mir das Leben gerettet hat, als ich ein Baby war.

aber von Heathers letzten Tat, ihr Leben zu geben, um

Sie hat mich in einer Felsspalte versteckt, um mich vor

ihren Sohn zu retten, waren sie tief gerührt. Viele Men-

einem furchtbaren Sturm zu retten. Sie hat mich sogar

schen kamen zur Beerdigung, um ihre liebe Freundin zu

in ihre eigene Jacke und ihren Schal eingewickelt und

ihrem letzten Ruheort zu begleiten. Heather hatte keine

ist dann erfroren, als sie Hilfe holen wollte.«

Verwandten, aber Hannah, ihre Freundin, nahm den

Die Schwester sah hier eine Gelegenheit, Robbie

kleinen Robbie zu sich nach Hause. Sie wusste, dass

von dem Retter Jesus Christus zu erzählen, der Sein

Heather es so gewollt hätte und dass er in der Furcht

eigenes Leben gegeben hat, damit Er der sichere Fels

Gottes erzogen werden sollte.

für die werden konnte, die an Ihn glauben. Robbie war

Als Robbie größer wurde, erzählte Hannah ihm

tief beeindruckt, und die Schwester hoffte, dass Gott

die Geschichten aus der Bibel und brachte ihm bei

diese Botschaft gebrauchen würde, um ihn zu erret-

zu beten. Sie nahm ihn mit zur Gemeinde und las ihm

ten. Aber sehr bald wurde Robbie wieder kräftig und es

aus Gottes Wort vor. Sobald er alt genug war, erzählte

ging ihm viel besser. Er bekam ein Holzbein, verließ das

Hannah ihm auch von seiner Mutter. Aber Robbie hörte

Krankenhaus und kehrte kurz darauf zu seinen alten

die Geschichte so oft, dass sie ihn nicht mehr beein-

Gewohnheiten zurück. Er lebte in Sünde und streifte

druckte. Trotz Hannahs liebevoller und fürsorglicher

von Stadt zu Stadt.

Erziehung ging Robbie mit schlechten Freunden aus.

Irgendwann entschied er sich, den Ort, an dem er

Als er die Schule beendet hatte, war er in verschiedene

geboren wurde, zu besuchen. Nichts kam ihm dort

Verbrechen verwickelt. Schließlich wurde er festgenom-

bekannt vor. Er wollte nur noch einmal nach dem Grab

men und musste sieben Jahre im Gefängnis verbringen.

seiner Mutter schauen, bevor er weiterzog. Am nächs-

Das brach Hannah das Herz. Es sah so aus, als ob ihre

ten Tag, einem Sonntag, humpelte er über den Friedhof

Gebete und die Gebete seiner Mutter vergebens gewe-

neben der Kirche, um ihr Grab zu besuchen. Er freute

sen wären.

sich, dass es sorgfältig gepflegt wurde.

Als Robbie endlich aus dem Gefängnis entlassen

Aber als er so dastand und auf das Grab der Frau,

wurde, ging er zur Armee. Es war Krieg und er wurde an

die ihr Leben für ihn gegeben hatte, herabschaute,

die Front geschickt. Nachdem er viele Monate gekämpft

erfüllten andere Gedanken sein Herz. Er erinnerte sich

hatte, wurde er am Bein verletzt und ins Krankenhaus

an Verse aus der Bibel, die er vor langer Zeit gelernt

gebracht. Die Wunde entzündete sich und sein Bein

hatte. Robbie erkannte, wie wertlos er in den Augen

musste amputiert werden. Nun musste er Tag für Tag ruhig

Gottes war.

liegen und schreckliche Schmerzen ertragen. Robbie

Mit gesenktem Kopf folgte er den Dorfleuten in die

dachte an zu Hause. Er erinnerte sich an die Geschichte

Kirche. Der Prediger sprach über den Retter, der Sein

seiner Mutter, die ihr Leben für ihn geopfert hatte.

Leben gegeben hatte, um wertlose Sünder zu retten.

Eines Tages kam eine Krankenschwester, um sich

Bitterlich weinend sank Robbie auf seiner Bank nieder.

um einen Patienten, der mit Robbie im Zimmer lag,

»Oh Herr! Hab Erbarmen mit mir! Ich bin nutzlos in

zu kümmern. Nachdem sie mit dem Mann eine Weile

Deinen Augen und verdiene keine Gnade!«

gesprochen hatte, fing sie an, für ihn zu singen. Der Text des Liedes ließ Robbie aufhorchen.

Gott erhörte Robbies Gebet. Robbie lebte noch fünf Jahre. Während dieser Zeit durfte er von dem zeugen,

Fels des Heils, geöffnet mir,

was der Herr Jesus für ihn getan hatte. Oft konnte man

Birg’ mich, ew’ger Hort, in Dir!

ihn singen hören:

Diese Worte trafen Robbie ins Herz. Die Kranken-

Fels des Heils, geöffnet mir,

schwester sah, dass ihn etwas beschäftigte, und kam

Birg’ mich, ew’ger Hort, in Dir.

zu ihm.

Ja, das Wasser und das Blut,

»Was ist los, Robbie?«, frage sie.

Deiner Seite heil’ge Flut,

– »Oh, Schwester!«, weinte Robbie. »Das Lied, das

hat mir zweifach Heil gebracht,

Sie gesungen haben, hat mich daran erinnert, wie meine Mit freundlicher Genehmigung des Betanien Verlags, entnommen aus dem Buch »Wie Gott durch eine Schneewehe rettete«.

von der Sünde Schuld und Macht. Für junge Leser

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Missionswerk Voice of Hope Eckenhagener Str. 21 51580 Reichshof-Mittelagger Tel.: 02265/99 749-0 Fax: 02265/99 749-29

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Jesus im Römerreich

(MP3-Hörbuch)

Der Weg der Gemeinde Jesu in den ersten vier Jahrhunderten Erich Schnepel zeichnet in seiner Ausarbeitung den Weg nach, den die Gemeinde Jesu im Römischen Reich während der ersten vier Jahrhunderte nahm. Es ist ein Weg des Leidens und des Triumphs zugleich: Die Nachfolger Jesu erduldeten um des Evangeliums willen die schlimmsten Leiden bis in den Tod, und – so erstaunlich es klingen mag – gerade dadurch triumphierten sie, wie der Herr verheißt: »Sei getreu bis in den Tod, und Ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben« (Offb. 2,10). Auch blutiger Staatsterror vermochte die Gemeinde Jesu nicht auszurotten. Durch seine innere Kraft überwand das Christentum das Heidentum, das der Macht des Evangeliums nichts entgegenzusetzen hatte. – Aus genau diesem Grund verboten die Nationalsozialisten die Bücher Jesus im Römerreich und seinen Folgeband Jesus im frühen Mittelalter sofort nach ihrem Erscheinen 1939. Der Verfasser schrieb dazu: »Durch diese Darstellung (…) wurden die damals herrschende Weltanschauung und Geschichtsdarstellung völlig durchkreuzt. Das war auch die Absicht des Buches« (aus dem Vorwort zur 4. Auflage von Jesus im frühen Mittelalter, 1978). Aber auch Fehlentwicklungen und Abweichungen vom biblischen Glauben blendet der Autor nicht aus, sondern nennt sie deutlich beim Namen und stellt ihnen das biblische Vorbild wahren Christentums entgegen. Er regt dadurch immer wieder zur kritischen Selbstprüfung an. So dür fen wir gleich einen mehr fachen Nutzen aus dieser Ausarbeitung ziehen: Informationen über die Kirchengeschichte, knappe und klare Darstellung des biblischen Glaubens, Warnung vor dem Abweichen hiervon sowie Ermutigung, dem Herrn Jesus allezeit treu zu sein. Dieses Hörbuch vermittelt Grundwissen in Bezug auf das Zentrum des biblischen Glaubens und empfiehlt sich daher als Pflichtlektüre – nicht nur für Prediger, Lehrer und Hirten, sondern für jeden Bibelleser. € 9,90 I Art.Nr.: 875.395 I mp3-CD, 220 Min. I www.voiceofhope-shop.de

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Missionsmagazin 2013-4  

Rettende GNADE für alle Völker