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Q II  I 2013

Land, Leute, Leben Vorpommern – die Region für Vorausschauende

Blickrichtung: Himmelwärts Jobs mit Aussicht

Weitblicker Aussichten, die verzaubern, Forschungsstandorte mit Rückenwind, eine erfolgreiche Opernsängerin: Überraschende und spannende Perspektiven bietet Mecklenburg-Vorpommern


Einblick

Greifswald    54° 5’ 44” N • 13° 22’ 53” O

Frischer Wind, starkes Fundament Mecklenburg-Vorpommern – viele Menschen verbinden mit diesem Bundesland Küste, Strand, Urlaub, Felder, Häfen, Werften. Was viele nicht wissen: In Mecklenburg-Vorpommern stehen mit den Universitäten in Greifswald und Rostock zwei Universitäten, die zu den ältesten in Deutschland gehören. Sie sind Teil einer alten Kulturlandschaft rund um die Ostsee und können auf eine jahrhundertealte Geschichte zurückblicken.

Prof. Johanna Eleonore Weber

Die Universität Greifswald wurde 1456 gegründet und ist heute eine der kleinsten Volluniversitäten in Deutschland. In ihr verbinden sich sichtbar Tradition und Moderne. Medizin und Naturwissenschaften sind in neuen Gebäuden auf einem Campus am Rande der Innenstadt angesiedelt, der zu den modernsten in Deutschland gehört. Die Geistesund Sozialwissenschaften werden demnächst in der Innenstadt auf einem Campus zusammengeführt, der aus sanierten und modernisierten ehemaligen Klinikgebäuden entsteht. Die Attraktivität einer Volluniversität mit ihrem breiten Fächerspektrum und den daraus entstehenden vielfältigen Möglichkeiten zu Interdisziplinarität und Vernetzung zu erhalten, erachte ich als meine primäre Aufgabe für die nahe Zukunft.

Professorin Johanna Eleonore Weber wurde in Rheinland-Pfalz geboren. Sie studierte Publizistik und Psychologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Nach Abschluss ihres Studiums 1981 war sie bis 1994 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik an der OttoFriedrich-Universität Bamberg tätig. 1987 promovierte sie, 1992 folgte die Habilitation. Seit 1994 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls für Differentielle und Persönlichkeitspsychologie/ Psychologische Diagnostik an der ErnstMoritz-Arndt-Universität Greifswald. Im Herbst 2012 wurde sie vom Senat der Hochschule zur ersten Rektorin in der 556-jährigen Geschichte der Universität gewählt. Am 31. Januar 2013 wurde sie mit der traditionellen Investitur in ihr Amt eingeführt.

Im historischen Stadtkern zeugt das Hauptgebäude der Universität mit der barocken Aula von dem hohen Stellenwert, der dem akademischen Leben von jeher in dieser Stadt zukam. Akademisches Leben in Greifswald: Das ist Forschung in einem breiten Spektrum von der Mikrobiologie bis zur Romantik, in vielen Bereichen auch auf internationalem Spitzenniveau, betrieben von Lehrenden, die sich der Universität sehr verbunden fühlen und in engem Kontakt zu den Studierenden stehen. In der Studierendenschaft treffen Landeskinder auf Studierende aus allen Bundesländern und dem europäischen und außereuropäischen Ausland. Bedingt durch ihre Lage war die Universität Greifswald schon immer grenzüberschreitend und europäisch-international orientiert, besonders in Richtung Skandinavien und Baltikum. Auch wenn die Wege in den hohen Norden Deutschlands bisweilen lang erscheinen und im Frühling der kalte Wind über die Ostsee den Norden direkt spürbar macht, so belohnt diese Region die Mitglieder der Universität mit landschaftlichem Reiz und dem hohen bürgerlichen Engagement für die Universität. Die Universität Greifswald ist ein lebendiger Ort zum Studieren und zum Forschen: klein, aber nie engstirnig, traditionsbewusst, aber stets offen für Innovation, persönlich, aber

Kap Arkona – weit schauen Eine 45 Meter hohe Steilküste und drei Türme an einem Platz – das ist Kap Arkona, der nördlichste Punkt der Insel Rügen. Alle Türme – der Schinkelturm, das Leuchtfeuer Kap Arkona und der Peilturm – sind für Besucher begehbar. Wer sie besteigt, wird mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Wer sich nicht ganz hinauf traut, kann im Schinkelturm in einer Ausstellung zur Seefahrt verweilen. Übrigens: Im Schinkelturm – benannt nach seinem Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) – ist ein Standesamt untergebracht. >> www.kap-arkona.de

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Fotos Cover, S. 2–3: Getty Images, Universität Greifswald, Sven Uerckwitz, VHS „Ehm Welk“ Schwerin, Usedom Design

Q ll | 2013

Inhalt nie auf enge Gemeinschaften begrenzt. Bei allen finanziellen Problemen, vor denen die Universitäten in Deutschland gegenwärtig stehen, erwachsen aus den Erfahrungen der langen Geschichte der Universität Greifswald auch die Gewissheit und die Zuversicht, dass schwierige Zeiten überstanden werden und sich das Engagement für eine Fortentwicklung lohnt. Prof. Dr. Johanna Eleonore Weber An Orte mit Rundumblick (S. 12 –13) führt Sie diese Ausgabe von ['em vau]. Sie zeigt, welche unternehmerischen Perspektiven die Region Vorpommern (S. 4–7) bietet und stellt einen Zukunftsberuf mit Ausblick (S. 8 – 9) vor. Welche Veranstaltungen Sie im Sommer in MV erwarten, lesen Sie auf Seite 15. Erleben Sie Land, Leute, Leben und lassen sich mit den Geschichten dieser Ausgabe durch MV führen.

LAND Seite 4 –7 Vorpommern – die Region für Vorausschauende LEUTE Seite 8 – 9 Blickrichtung: Himmelwärts Seite 10 –11 Strandkorbgespräch: Linda van Coppenhagen LEBEN Seite 12–13 5 x 360° Seite 14 Zauber in Grün Seite 15 Veranstaltungskalender: Der Sommer in MV Impressum Herausgeber Landesmarketing MV Peter Kranz-Glatigny (V. i. S. d. P.) Schloßstraße 2–4, 19053 Schwerin Tel.: + 49 385 588 10 94, Fax: + 49 385 588 10 97 info@mv-tut-gut.de, www.mv-tut-gut.de Redaktion und Gestaltung A&B One Kommunikationsagentur GmbH Druck Frank Druck GmbH & Co. KG Auflage 275.500 Redaktionsschluss Mai 2013

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung

Schwerin – fern sehen

Zinnowitz – tief blicken

In Schwerin sind die Sterne zum Greifen nahe. Die Sternwarte der Volkshochschule „Ehm Welk“ erklärt Besuchern im Planetarium den aktuellen Sternenhimmel und zeigt, welche Sternbilder, Planeten und Besonderheiten gerade zu beobachten sind. Auf Anfrage bietet die Sternwarte eine Fülle an Sonderveranstaltungen, auch für Kinder. Mit „Plani und Wuschel retten die Sterne“ können die Kleinen eine ganz spezielle Reise ins Universum antreten. Aber nicht nur Hobby-Astronomen besuchen das beliebte Ausflugsziel. Von der Sternwartenplattform genießt man einen schönen Blick über die Stadt und ihre Seen. >> www.vhs-schwerin.de

Wie viele verschiedene Fische, Quallen, Krabben und Muscheln tummeln sich in der Ostsee? Und welche Pflanzen wachsen am Meeresboden? Ein Bild darüber kann sich machen, wer in die Zinnowitzer Tauchgondel steigt und mit ihr vier Meter unter die Wasseroberfläche fährt. Die Besatzung führt dabei in den Lebensraum der Ostsee und seine Besonderheiten ein. Je nach Jahreszeit unterscheiden sich die Tiere und Pflanzen, die von den Fenstern aus zu sehen sind. Die Tauchgondel ist seit 2006 in Betrieb. Sie bietet Platz für 24 Besucher und befindet sich am Kopf der 315 Meter langen Vinetabrücke. >> www.tauchgondel.de

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Prora  54° 26’ 20” N • 13° 34’ 28” O

Land

Vorpommern: Wipfelstürmer mit Weitblick In Deutschlands wildem Norden, auf den Inseln, an der Küste und im Binnenland, an Bodden und Achterwassern nehmen Geschichten über Vorpommerns ursprüngliche Natur und seine bodenständigen Menschen ihren Anfang. Der weite Blick übers Land und das Meer lässt Raum für Genuss und Ideen. und Ideenquell. Einen schier unerschöpfAug in Aug mit dem König der Lüfte lichen Motiv­fundus habe Friedrich vor „Dieser Rundumblick über die Prora – Mit jedem Schritt lichtet sich das 200 Jahren nicht nur in seiner HeimatDunkel des dichten Laubwaldes. Diesen weite Landschaft – da fühle stadt aufgetan, sondern ebenso auf Weg nach oben sollte sich jeder einmal ich mich fast wie ein Seeadler.“ Rügen mit der Halbinsel Mönchgut, der gönnen, der auf Rügen Urlaub macht. Oliver Thassler, Leiter Umweltinformation weltbekannten Kreide­küste und der Die ersten Besucher bei der Einweihung im Naturerbe-Zentrum Rügen Nordspitze Kap Arkona, schwärmt die Exdes Baumwipfelpfades im neuen Naturpertin. „Quasi durch die Augen Friedrichs erbe-Zentrum Rügen sind begeistert. betrachten die Kursteilnehmer die Natur Stetig geht es über zwölf Windungen und er­weitern mit ihrem genauen Beobachten und künstlerischen den hölzernen Pfad hinauf. Gut ein Kilometer Weg ist es bis zur Schaffen den eigenen Horizont.“ luftigen Plattform mit einem Ausguck, der einem Adlerhorst nachempfunden ist. Spätestens hier wird die Ausdauer belohnt: ein Das präzise Studium von Landschaft und Architektur, insbeatemberaubender Blick über Vorpommerns berühmten Buchensondere der Backsteingotik, lockt zunehmend auch Kinder und und Eichenwald, hin zur Ostsee- und Boddenküste. Ganz nah dran, Jugendliche nach draußen, freut sich Hobbymalerin Karen Kunim Inneren der Baumwipfel-Spirale, steht eine prächtige 26 Meter kel. Sie legt einen Zeichenblock auf das Brückengeländer im hohe Buche. Natur zum Anfassen. Nicht weit entfernt tanzt ein Greifswalder Museumshafen. Flott kritzelt ihr Stift übers Papier. Seeadler in der Thermik. „Zeichnen ist Sehen, das verlangt Konzentration und Gefühl und bedeutet eine Rückbesinnung auf die Natur, auf das Wesentliche“, Rügens neuer Baumwipfelpfad hat mit seiner Eröffnung pünktmeint die Kunststudentin. Ihr Tipp für romantische Panorama­ lich zum Saisonbeginn gute Chancen, zu einer neuen Touristen-­ bilder à la Caspar David: Eine tiefer gelegte Horizontlinie weitet attraktion auf Deutschlands größter Insel zu werden. die Sicht und fängt besonders viel Licht in der Zeichnung ein. Möglich macht diese Sicht aus der Adlerperspektive die Erlebnis­ ausstellung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt inmitten Überhaupt spielt das Licht eine wichtige Rolle in Vorpommern: Mit ökologisch wertvoller Naturareale, die bis zum Ende der DDR durchschnittlich über 2.000 Sonnenstunden im Jahr ist Vorpommilitärisches Sperrgebiet waren und seit 2009 der Umweltmern eine der sonnenreichsten Regionen Deutschlands. Das inspistiftung gehören. riert offensichtlich auch die Wissenschaft: So arbeiten in Greifswald Forscher an intelligenten Leuchtstoffen. Der Blick schweift weit über die glitzernde See bis hin zur legendären Kreideküste Rügens. Vom ganz besonderen Licht Weltklasseforschung in Greifswald dieser Landschaft und der einmaligen Natur hat sich schon Caspar Greifswald – Helle Köpfe der Universität Greifswald, die seit den David Friedrich (1774–1840), einer der großen Väter der deutschen 1940er Jahren für ihre Lumineszenz-, also Lichtforschung bekannt Romantik, inspirieren lassen. ist, machten sich mit einem ungewöhnlichen Start-up selbstständig. Die Litec-LLL GmbH (Merck-Konzern) entwickelt und produMit dem Stift auf den Spuren der Romantiker ziert Leuchtstoffe für energieeffiziente LED – Licht emittierende Greifswald – Seinen Spuren folgen in Greifswald immer mehr Dioden. Diese ersetzen alte Glühbirnen und sorgen in Monitoren Menschen. Die Kunsthistorikerin Susanne Papenfuß vom Casund Mobiltelefon-Displays für gute Sicht. Dank spezieller Leuchtpar-David-Friedrich-Zentrum nimmt kleine und große Gäste der stoffe sollen LED ein möglichst naturgetreues weißes Licht ausHansestadt, Laien, Hobbykünstler und Profis mit auf ihre zeichnestrahlen, sagt Geschäftsführer Stefan Tews. Das Licht von morgen rischen Entdeckungsreisen. Für die Romantiker der Moderne ist also – entwickelt in Vorpommern. der in Greifswald geborene Maler Caspar David Friedrich Vorbild >>

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Bundespräsident Joachim Gauck _ Ministerpräsident Erwin Sellering und Prof. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie

Fotos S. 4–5: Grit Büttner, Staatskanzlei MV, INP Greifswald e. V.

Kreidefelsen _ inspirierten Caspar David Friedrich

Zeichenkurs _ in Greifswald

Baumwipfelpfad _ Blick vom Aussichtsturm aus auf eine alte Buche

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Land

Loddin    54° 1’ 10” N • 14° 0’ 25” O

Norbert Briesemeister _ mit seinen Schützlingen

Überhaupt heißt Vorpommern entdecken, Forschung entdecken. Plasmaforschung gibt es in der Hansestadt Greifswald seit fast 100 Jahren. Plasma ist ein ionisiertes Gas, ein natürliches Phänomen, das in der Sonne und in allen Sternen vorkommt und das die Wissenschaftler als „vierten Aggregatzustand“ bezeichnen. Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) ist weltweit führend im Bereich der Erforschung von Plasmen u. a. für medizinische Anwendungen, so für deren therapeutischen Einsatz am oder im menschlichen Körper. Da die physikalischen Plasmen nachgewiesen Mikroorganismen abtöten und Zellen stimulieren, wirken sie antientzündlich und wundheilungsfördernd. Daraus ergeben sich vor allem in der Dermatologie vielfältige therapeutische Möglichkeiten etwa zur Behandlung chronischer Wunden. Aber auch in der ästhetischen und plastischen Chirurgie oder der Zahnmedizin kann Plasma eingesetzt werden. Zudem arbeiten die Forscher an Anwendungen in der Krebstherapie. Beeindruckt zeigte sich jüngst auch Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Besuch im INP Greifswald: „Ich kann nur meinen Respekt ausdrücken. Wir sind fähig, Großes zu leisten.“ Er fügte hinzu: „Hut ab, ihr könnt es!“

In jeder Fohlensaison füllt Norbert Briesemeister Hunderte Liter Stutenmilch in Viertelliter-Fläschchen ab. Wellness-Tempel in Vorpommern nutzen das naturbelassene Produkt für gesundheitsfördernde Anwendungen. Eine Rügener Apotheke mischt die Milch in Cremes und Lotionen. Allergiker kaufen die wertvolle Pferdemilch zum Trinken direkt ab Hof. „Die Haflinger von Ummanz weiden auf reinen Öko-Wiesen, mit ihrer Milch kommt nur gesunde Natur in die Flasche“, sagt der Züchter.

Natur in Flaschen: Stutenmilch als Gesundbrunnen Ummanz – Zurück auf die Insel Rügen, von Gingst aus nach Westen, über eine kleine Brücke zur Insel Ummanz. Für Haflingerzüchter Norbert Briesemeister liegt das Glück dieser Erde nicht nur auf dem Rücken seiner Pferde – sondern auch in deren Stutenmilch. Seit fast 40 Jahren sind die blondgelockten vierbeinigen Schönheiten das Markenzeichen des winzigen Eilands. Im Frühjahr legt Landwirt Briesemeister seinen Stuten das Melkgeschirr an, um den seit Jahrtausenden in Asien geschätzten „heilenden Saft“ zu gewinnen, erzählt der Insulaner. Mag der Geschmack der Stutenmilch auch etwas gewöhnungsbedürftig sein, seine Kunden schwören auf die Wirkung.

Cabernet Sauvignon und Chardonnay werden hier geerntet und können dann – zu Rebsaft gekeltert – als Weiß- und Rotwein gekostet werden. Weinbauer Peter Noack hält vor allem sein „Loddiner Abendrot“ für eine echte Rarität – made in Vorpommern. Wenn sich der Tag dem Ende zuneigt, zaubert die untergehende Sonne ein feuerrotes Lichterspiel über die Ostsee. Das „Loddiner Abendrot“ kann damit locker mithalten.

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Mehr Infos zu Vorpommern unter: >> www.mv-tut-gut.de Grit Büttner

Foto S. 6: Grit Büttner

Abendrot vom Waterblick-Weinberg Loddin – Vorpommern zu entdecken, ohne auf Usedom gewesen zu sein – das ist unmöglich. Das Bernsteinbad Loddin liegt auf der Landenge zwischen Nord- und Südusedom, inmitten einer landschaftlich reizvollen Gegend zwischen Ostsee, Kölpinsee und Achterwasser. Nach Südosten sind es gut 13 Kilometer bis zum Kaiserbad Heringsdorf, nach Nordwesten gut acht Kilometer bis zum Seebad Zinnowitz. Der Gastwirt vom Restaurant „Waterblick“ in Loddin schenkt das besondere Licht der sonnenverwöhnten Insel sogar in Gläsern aus: Wein von 99 Rebstöcken – Deutschlands nördlichstem Weinberg.


Land

Vorpommern – Region in Zahlen

10 Darß

Fischland

1

2.000

Sassnitz

Seebrücken RÜGEN

Zingst

Stralsund

Kranichmuseum Rostock

4

produzierte Strandkörbe pro Jahr in der ältesten Manufaktur auf Usedom Peenemünde

Forschungsstandorte: 1 Uni, 1 FH, 2 Forschungszentren

viele bildschöne Landschaften u. a. von Caspar David Friedrich gemalt

ca. 40.000

USEDOM

Greifswald

Anklam

2 64

Kraniche, die gerne in Vorpommern rasten

Kite-Surfschulen Ueckermünde

Nationalparks

Neubrandenburg

ca. 2.000

Patentanmeldungen* alleine im Life-Science-Bereich

* Im Zeitraum vom 1. Januar 2002 bis 23. Mai 2013 ** Laut Meteomedia, Wetterstudio Hiddensee, ist Vorpommern mit durchschnittlich über 2.000 Sonnenstunden die Region Deutschlands mit der höchsten Sonnenscheindauer, rückblickend auf die letzten 10 Jahre.

13

Pasewalk

Penkun

Sonnenstunden pro Jahr**

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Leute

Buschmühlen   54° 9’ N • 11° 54‘ 38” O

Blickrichtung: Himmelwärts Buschmühlen, etwa 60 Kilometer nördlich von Schwerin. Es ist früher Morgen, eine seichte Brise weht. Perfektes Wetter für Alexander Bomberg. Der 31-Jährige bereitet sich auf seinen Einsatz vor: 140 Meter Seil, unzählige Karabinerhaken, Handschuhe, Kamera, Funkgerät und seine persönliche Schutzausrüstung bestehend aus Gurt, Helm und Falldämpfer – das sind Bombergs Arbeitsmaterialien. Der Mecklenburger ist „Seiler“, wie es im Jargon heißt, und begutachtet und repariert Rotorblätter an Windkraftanlagen in luftiger Höhe für die Firma Rotor Energy, die 2006 in Rostock gegründet wurde.

In luftiger Höhe Schnell und trittsicher erklimmt er ein Windrad. Was für manchen nach Abenteuer klingt, ist für Alexander Bomberg Alltag. Täglich führt ihn der Weg senkrecht hinauf zu seinem Arbeitsplatz. Sprosse für Sprosse erklimmt der Abseiltechniker eine 100 Meter lange Leiter, die ihn zur Gondel, dem Herzstück des Windrads führt. Dort geht die eigentliche Arbeit los: Von der Gondel aus seilt er sich an den Rotorblättern ab und prüft, repariert oder reinigt sie. Die Frage, ob er bei seinem Job in luftiger Höhe manchmal Angst hat, verneint Bomberg. „Ein Job zwischen Himmel und Erde hat schon seine Vorteile. Wenn das Wetter wie heute freundlich ist, dann ist die Aussicht auf meine Heimat grandios!“ Der aus Tessin bei Rostock stammende Seiler war zunächst für Rotor Energy von der Arbeitsbühne aus an den Rotorblättern tätig. Er wollte sich weiterentwickeln und machte seine „Scheine“ als Industriekletterer. Inzwischen besitzt er das FISAT Level 3 und ist aufsichtsführender Höhenarbeiter. Nach getaner Arbeit geht es dann wieder auf den Boden. Alexander Bomberg seilt sich ab und genießt dabei meist noch einmal den unverwechselbaren Panoramablick auf die Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns.

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Job mit Aussicht Alexander Bomberg, Seiler bei Rotor Energy

Laut Wind Energy Network e. V. ist gerade im Bereich der Windenergie die Nachfrage nach Servicedienstleistungen in den letzten Jahren stark gestiegen. Dies hängt mit dem stetigen Ausbau und dem wachsenden Bestand von Windenergieanlagen an Land zusammen. Parallel dazu entwickelt sich derzeit im maritimen Sektor ein Servicemarkt für die Offshore-Windenergie. Da Servicedienstleistungen stets regional erbracht werden, hat die Windenergie für Mecklenburg-Vorpommern, neben ihrer Bedeutung für das Gelingen der Energiewende, einen hohen wirtschafts- und beschäftigungspolitischen Stellenwert. Oder kurz: Die Zukunftsbranche Erneuerbare Energien schafft Arbeit und Perspektiven. Diesen Trend bestätigt Erwin Kunz, Geschäftsführer von Rotor Energy. Das junge Unternehmen ist ständig auf der Suche nach qualifizierten Servicetechnikern und Industriekletterern. „Mutige und schwindelfreie Frauen sowie Männer mit handwerklichem Geschick sind willkommen“, so Kunz. Die Monteure werden mit doppelter Aussicht belohnt – einmal auf eine sichere berufliche Zukunft und ganz nebenbei auf die sagenhafte Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns.

Erwin Kunz, Geschäftsführer von Rotor Energy

Windenergie – made in MV

Fotos S. 8–9: Rotor Energy

Mecklenburg-Vorpommern hat sich in den vergangenen Jahren als wichtiger Standort für Windenergie entwickelt. National und international tätige Unternehmen, die die Projektentwicklung und Konzeption, die Produktion und Zulieferung oder den Service und die Wartung von Windenergieanlagen verantworten, haben sich hier im Norden Deutschlands angesiedelt. Ob Fundament, Turm, Turbine, Gondel oder Rotorblatt – fast alle Produkte für Windparks werden in MV hergestellt. Die über 1.200 aufgestellten Windenergieanlagen (Ende 2012: 1.245 Onshore, 22 Offshore, 1.950,33 MW an Land) decken gut 50 Prozent des Stromverbrauchs in MV. Wissenschaftliche Partner der Windenergiebranche sind die Universitäten und Fachhochschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Quelle: Bundesverband WindEnergie e. V.

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Stralsund    54° 18’ 58” N • 13° 5’ 26” O

Leute

Linda van Coppenhagen wurde 1982 im südafrikanischen Johannesburg geboren. Nach dem Psychologie- und Pädagogikstudium an der University of South Africa absolvierte sie eine Gesangsausbildung bei Emma Renzi in Johannesburg. Parallel dazu unterrichtete sie an einem Gymnasium Englisch. Im Januar 2011 kam Linda van Coppenhagen als Sopranistin nach Deutschland und debütierte mit dem Barockensemble „Cosi facciamo“ als Dalinda in Händels „Ariodante“, inszeniert von Kobie van Rensburg. Im vergangenen Jahr sang Linda die Königin der Nacht in einer szenischen Produktion der „Zauberflöte“ von Mozart mit dem Kammerorchester Oberhaching. Linda van Coppenhagen ist Preisträgerin des 22. Internationalen Gesangswettbewerbs Schloss Rheinsberg (2012) und war 2011 Finalistin beim 7. Internationalen Gesangswettbewerb Festspielstadt Passau. Seit August 2012 ist die Sopranistin Mitglied des Solistenensembles am Theater Vorpommern und steht derzeit als Zerlina in Mozarts Oper „Don Giovanni“ und als Gilda in Verdis „Rigoletto“ auf der Bühne.

Schauen Sie hinter die Kulissen mit der Sopranistin Linda van Coppenhagen im Video zum StrandkorbGespräch – jetzt online unter www.mv-tut-gut.de

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['em vau] trifft Linda van Coppenhagen während der Proben zur Oper „Rigoletto“ im Theater Vorpommern in Stralsund. Für das Interview posiert die Sopranistin im Kostüm ihrer Rolle, der Gilda, im Strandkorb und schwärmt von der Weite Mecklenburg-Vorpommerns.

In den höchsten Tönen: Willkommen! Wann haben Sie zum ersten Mal in einem Strandkorb gesessen? Im August 2012, und heute wieder, zum zweiten Mal. Und jetzt ist es eine halbe Stunde. So lange war ich noch nie in einem Strandkorb. Und blicken Sie gerne in die Weite der Natur von einem Strandkorb aus? Ja, ich denke, das ist so angeboren, da ich aus Südafrika komme. Und das ist eines der schönsten Dinge überhaupt in Südafrika – dass man dort wirklich weit sehen kann. In Mecklenburg-Vorpommern habe ich wieder dieses Gefühl: Ah, ich kann einatmen. Ich kann weit blicken. Meine Seele kommt irgendwie zur Ruhe.

Fotos Michael Jungblut, Linda van Coppenhagen

Was ist denn der Unterschied zwischen der Weite in Südafrika und der Weite hier in Mecklenburg-Vorpommern? Natürlich kommt es darauf an, wo man in Südafrika ist, aber der Unterschied ist immer die Nähe des Meeres. Die Natur hat so eine Bescheidenheit, ich weiß nicht, wie ich es anders ausdrücken kann. Es ist nicht wild wie in Südafrika, sondern ruhig. Und egal wo man hingeht, ob das ein Tagesausflug ist und ob man einfach irgendwohin wandert, die Natur hat so eine Ruhe, das ist für mich was ganz Besonderes. Haben Sie denn in Mecklenburg-Vorpommern Ihren Blick weiten können? Ja, denn mir wurde hier meine absolute Traumrolle angeboten, die Rolle der Gilda in Rigoletto. Also mir wurde auch ein Fest-Engagement an einem anderen Theater angeboten. Und ich habe dieses Theater hier gewählt, wegen dieser Rolle. Ich werde es nie vergessen, mein erstes Mal in Stralsund, als ich hier zum Vorsingen war. Das war so ein bezaubernder Tag. Ich denke, das war einfach so bestimmt, dass ich hierher kommen muss. Die Sonne hat gestrahlt. Und der Weg zum Theater, da habe ich überall rumgeguckt, und ich dachte: Das ist einfach so schön! Ich gehe ins Theater und ich singe meine Arie, meine Oper, und ich gehe raus und ich kann die wunderschöne Natur und Stadt anschauen. Und das hat mich natürlich irgendwie geprägt. Was war denn für Sie die größte Umstellung, als Sie von Südafrika nach Deutschland gekommen sind? Die größte Umstellung war erst mal das Klima. Es ist kalt hier. Der Sommer in Südafrika ist etwas anderes als in Europa.

Europa ist im Sommer so ähnlich wie Winter in Südafrika. Mein Körper hat sich erst mal nicht daran gewöhnt. Mir war immer kühl. Und das war schwierig, sich hier anzupassen. Aber mich in Mecklenburg-Vorpommern anzupassen, war überhaupt nicht schwierig. Nach zwei Wochen habe ich gedacht: Mein Gott, hier kann ich toll leben! Hier kann ich absolut eine wunderbare Lebensqualität haben. Und warum? Was war das Gute an Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich jetzt zu Bayern? Was gefällt Ihnen hier besser? Ich habe gemerkt, die Menschen sind irgendwie sehr echt hier. Also manchmal denkt man auf den ersten Blick: Okay, die sind ein bisschen zurückhaltend vielleicht. Aber dann, wenn man nur ein klein bisschen Zeit mit den Leuten hier verbringt, dann merkt man eine Art Unverdorbenheit, was ich in anderen Bundesländern in Deutschland nicht so erfahren habe. Hier habe ich in kurzer Zeit viele Freunde gemacht. Jetzt noch eine Frage zu den beruflichen Chancen. Sie haben es ja schon gesagt. Bietet Ihnen MecklenburgVorpommern berufliche Chancen? Also im Moment bietet Mecklenburg-Vorpommern auf jeden Fall für mich berufliche Chancen, da das Theater Vorpommern mir ein paar sehr schöne Rollen angeboten hat. Zu diesem Zeitpunkt meines musikalischen und künstlerischen Werdegangs ist die Gilda in Rigoletto eine absolute Traumrolle. Im Moment gibt es keine bessere Rolle zu singen. Aber es gibt eine kleine Arietta im zweiten Akt, die gefällt mir sehr gut und ist eine ziemlich gute Zusammenfassung der ganzen Rolle. (Linda stimmt spontan die beschriebene Arietta an.) Noch mal Mecklenburg-Vorpommern: Ist das ein gutes Land zum Leben? Mecklenburg-Vorpommern ist ein tolles Land zum Leben. Ganz ehrlich muss ich sagen: Egal, wo ich in meinem Leben weitermachen werde als Sängerin. Es wird schwierig, irgendwo an einem Platz zu bleiben. Man muss dahin gehen, wo die Arbeit ist. Und wenn es dazu kommen sollte, dass ich irgendwohin umziehen muss, aus Mecklenburg-Vorpommern raus, da muss ich sagen, absolut ehrlichen Herzens: Ich werde wieder und wieder zurückkommen. Weitere Spieltermine der Oper „Rigoletto“ wieder ab September 2013 unter www.theater-vorpommern.de

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Leben

Neukloster   53° 50’ 59” N • 11° 41’ 8” O  

5 x 360° Haben Sie schon mal in einem Turm übernachtet? Wussten Sie, dass das Deutsche Meeresmuseum seinen Außenstandort in einem Leuchtturm beherbergt? In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zahlreiche Türme zu entdecken. ['em vau] stellt eine Auswahl vor:

Ferien im Turm: Lotsenturm auf Usedom Im traumhaften Hinterland von Usedom, direkt am Wasser mit berauschendem Blick auf das Haff, steht der fast 80 Jahre alte Lotsenturm von Karnin. Von hier dirigierten einst Lotsen die Boote, die das Haff Richtung Polen oder in die offene Ostsee durchfuhren. Wenn die Lotsenturmtür heute ins Schloss fällt, dann taucht man ein in eine besondere Welt: Seit 2008 hat das Ehepaar Wittenbecher aus Berlin mit dem wohl „kleinsten Hotel MecklenburgVorpommerns“ eine Oase der Ruhe geschaffen. Der weiße Turm mit rotem Ziegeldach bietet alles, was ein Hotel bieten sollte: Neben einer traumhaften 360-Grad-Aussicht, absoluter Stille und Frühstück im Bett sorgt ein Whirlpool für Entspannung. „Wir haben uns mit dem Leuchtturm einen Traum erfüllt“, sagt Tim Wittenbecher, dem mit seiner Frau das Hotel gehört. „Wir lieben die Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns und fühlen uns hier sehr wohl.“ >> www.lotsenturm-usedom.de

76 Stufen

Über den Dächern der Stadt: Petrikirche Rostock Wer sich Rostock nähert, sieht sie schon von Weitem: die Petrikirche. 1252 erstmals urkundlich erwähnt, im Krieg zerstört und wieder aufgebaut, bietet die Kirche ihren Besuchern heute neben einer abwechslungsreichen Geschichte auch eine spektakuläre Aussicht in luftigen 45 Metern Höhe. „Eine Besteigung während der Dämmerung in den Wintermonaten lohnt sich aber ebenso, um das Funkeln der Stadtlichter zu bestaunen“, sagt Rainer Schwieger, der als historisch verkleideter „Nachtwächter“ spezielle Stadtführungen für Gruppen durch den ältesten Stadtteil Rostocks organisiert. Der Turm ist im Sommer von 10 bis 18 Uhr, im Winter bis 16 Uhr zugänglich. >> www.petrikirche-rostock.de

196 Stufen

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Leben

Usedom   53° 50’ 40” N • 13° 51’ 56.5” O  Leuchtturm am Darßer Ort An einer der schönsten Stellen der deutschen Küste, mitten im Nationalpark „Vorpommersche Boddenlandschaft“, liegt Darßer Ort mit seinem 160 Jahre alten Leuchtturm. Das Deutsche Meeresmuseum hat hier seit über 20 Jahren mit dem viel besuchten NATUREUM einen ganz besonderen Standort. Wer mehr über die einmalige Natur und Landschaft des Darß erfahren möchte, ist im NATUREUM genau richtig: Zahlreiche Tierpräparate vermitteln einen lebensnahen Eindruck der Fauna von Meer, Strand, Düne und Wald dieser Region. Im Aquarium sind viele Fische und wirbellose Tiere aus der Ostsee zu bewundern. Vom Museumscafé genießt man einen faszinierenden Blick über die Darßlandschaft und das Meer – vielleicht ein Ziel für den nächsten Familienausflug? Der älteste noch in Betrieb befindliche Leuchtturm an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns steht Besuchern während der Sommermonate von Montag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr offen. >> www.meeresmuseum.de/natureum/

Fotos S. 10 –11: Ivo Götz & Helmut Seger, HTR Hanse Touristik Rostock gmbH, Thomas Grundner, Seehotel J. und G. Nalbach GbR

134 Stufen Hotel für kleine Gäste Ein ehemals als Trafo genutzter Backsteinturm im Park des Seehotels unweit von Wismar wurde liebevoll in ein „Kinderhotel“ verwandelt. Tausend Dinge gibt es zu entdecken: So verstärkt ein Hörtrichter die Vogelstimmen der Umgebung, ein Windrad versorgt eine Fahrradleuchte mit Strom und durch eine Camera obscura können die kleinen Gäste Besucher beobachten, die sich dem Turm nähern. Den Fußboden im Erdgeschoss schmücken 104 Edelsteine, die so in den Beton eingelegt sind, dass man den Fundort auf den Kontinenten daraus schließen kann. Im Sommer wird ein „Vogelnest für Kinder“ eingeweiht. Angelehnt an die kunstvoll gesponnenen Hängenester, die der in Afrika beheimatete Webervogel baut, bekommen Kinder ein fantasievolles Versteck. „In dem nachgebauten Nest können Kinder Vögel und deren Verhaltensweisen beobachten“, erzählt Gernot Nalbach, dem gemeinsam mit seiner Frau Johanne das Hotel gehört. Im Backsteinturm können Kinder in Begleitung eines Erwachsenen übernachten. >> www.seehotel-neuklostersee.de/kinderhotel.htm

26 Stufen Höchstgelegenes Leuchtfeuer an Deutschlands Küste: Leuchtturm Bastorf Wer sagt, dass die Küste flach ist? Der Leuchtturm von Bastorf, mit einer baulichen Höhe von knapp 21 Metern, trohnt auf der Landspitze, dem sogenannten Buk, zwischen den Ostseebädern Rerik und Kühlungsborn. Die Landspitze liegt zirka 78 Meter über dem Meeresspiegel. Nimmt man die Maße des Turms hinzu, ergibt sich eine Feuerhöhe von 95,3 Metern. Damit ist der rote Backsteinturm, der 1878 erbaut wurde, das höchstgelegene Leuchtfeuer, welches an den deutschen Küstengewässern zu finden ist. Bei klarer Sicht ist sogar die Insel Fehmarn, die sich in 45 Kilometern Luftlinie erstreckt, zu sehen. In den Sommermonaten ist der Turm von 11 Uhr bis 17 Uhr zu besichtigen. >> www.leuchtturm-bastorf.de

55 Stufen

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Kolumne

Ehmkendorf    54° 4’ 49” N • 12° 33’ 34” O

Ehmkendorf _ Blick in den Garten des Gutshauses Ehmkendorf im nördlichen Mecklenburg

Zauber in Grün Mecklenburg-Vorpommern besitzt einen besonderen Schatz: Parks und Gärten, deren Vielfalt herausragend und beeindruckend ist. Mit weiten Sichtachsen, einer duftenden Blütenpracht und jahrhundertealten Baumriesen eröffnen sie Aussichten, die verzaubern und eine Entdeckungsreise wert sind.

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sowie die landeseigenen Gärten zu kulturellen Veranstaltungen ein. Überwiegend gehören die Parks und Gärten zu historischen Schlössern, Herren- und Gutshäusern, von denen es rund 2.000 geben soll. Die Schlösser der früheren Landesfürsten, wie Schwerin und Neustrelitz, besitzen noch heute einige der bedeutendsten Barockgärten Deutschlands mit Wasserspielen, verträumten Laubengängen und streng eingefassten Blumenbeeten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden viele Anlagen nach der damaligen Mode im Stil englischer Landschaftsparks umgestaltet. So veränderten sich auch die Parks der Schlösser Bothmer und Hohenzieritz. Die prächtigen Parks und Gärten sind zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Sie zeigen eine ganz besondere, vielfach noch unbekannte Seite Mecklenburg-Vorpommerns. Gewinnen Sie den Gartenreiseführer Mecklenburg-Vorpommern von Katja Gartz. Machen Sie bis 31. Juli 2013 mit unter www.mv-tut-gut.de/magazin

KATJA GARTZ Katja Gartz, geb. 1971 in Berlin, studierte an der dortigen Freien Universität Berlin Germanistik und Publizistik. Seit 2000 schreibt sie als Journalistin für verschiedene Tageszeitungen und Zeit schriften, beispielsweise für den Berliner „Tagesspiegel“, die „Stuttgarter Zeitung“ und „Die Welt“ und ist außerdem als Autorin für Filmproduktionen, Verlage, Verbände und Unternehmen tätig.

Foto S. 14: Katja Gartz

In zartem Orange und leuchtendem Gelb strecken unzählige Rosen ihre Blüten der Sonne entgegen. Ich setze mich auf eine Bank und genieße den Duft und den schönen Blick in den Rosengarten von Groß Siemen. Die Besitzerin Edda Schütte hat südlich von Kühlungsborn einen alten Gutspark wiederbelebt und ein Paradies aus Tausenden von Rosen geschaffen. Obwohl ich mich an dieser Aussicht kaum satt sehen kann, reise ich weiter von Ost nach West, zwischen der Mecklenburgischen Seenplatte und der Ostseeküste, und komme aus dem Staunen nicht heraus. Ich stoße auf unzählige kunstvoll angelegte Gärten mit duftender Blütenpracht, riesigen Parks mit faszinierenden Sichtachsen, jahrhundertealten Bäumen und bin beeindruckt vom Reichtum dieser Gegend. Was für eine Vielfalt! Viele dieser Gärten erzählen Geschichten über Menschen, die ein altes Familienerbe lebendig machten oder Neues aufbauten, die ihre Gartenträume verwirklichten und dem Landstrich ein neues Gesicht gaben. Immer wieder sind es diese Geschichten, die mich nach Mecklenburg-Vorpommern ziehen, um sie aufzuschreiben. Dazu zählt auch Gut Dalwitz, auf dem sich Heinrich von Bassewitz für ökologische Landwirtschaft einsetzt. Wenige Kilometer entfernt pflegt Andreas Knoll in Wesselstorf einen Park mit altem Baumbestand und faszinierender Aussicht von seinem Schlossberg. Um die gewachsene Kulturlandschaft zu erhalten, haben sich von Bassewitz, Knoll, weitere Gutshaus- und Parkbesitzer sowie sehenswerte Einrichtungen und Gastronomie zusammengeschlossen und zwischen Laage und Teterow das „Mecklenburger ParkLand“ ins Leben gerufen. Das Netzwerk wurde bereits von der Initiative LandArt MV ausgezeichnet. Die Gärten und Parks sind nicht nur angelegte Kunstwerke, sie sind gleichzeitig ein wunderbarer Ort für Kunst. So laden viele Besitzer


Ausblick

Der Sommer in MV: Land zum (er)Leben Die wichtigsten Termine von Juni bis Oktober 14. 6. bis 15. 9. | Schimmern aus der Tiefe – Muscheln, Perlen, Nautilus Perlmutt fasziniert die Menschen seit Jahrhunderten. Perlmutt, Perlen, Muscheln und Schnecken sind Ausdruck der Entdeckung und Erforschung der Welt durch die Europäer in der Renaissance. Vor diesem Hintergrund zeigt das Staatliche Museum Schwerin historische mit Perlmutt verzierte Kunstgegenstände wie Möbel, Prunkpokale und Waffen. >> www.museum-schwerin.de

Fotos S. 15: Staatliches Museum Schwerin, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Festspiele MV, Hanse Sail/Lutz Zimmermann, Joachim Kloock, eventolive.it., Arche Natura

14. 6. bis 21. 7. | „Die Fledermaus“ bei den Schlossfestspielen Schwerin Mit der „Fledermaus“ von Johann Strauss präsentieren die Schlossfestspiele Schwerin ein Paradestück der goldenen Operettenzeit – und das in ganz besonderer Atmosphäre: unter freiem Himmel mit Blick auf das Schweriner Schloss. Als Gaststar tritt Walter Plathe auf. >> http://schlossfestspiele.theater-schwerin.de 15. 6. bis 14. 9. | Festspiele MV Mit 115 Konzerten an 79 Spielstätten lockt in diesem Jahr die bereits 24. Saison der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern Musikbegeisterte in den Norden. Das Programm bietet eine Mischung aus Vielfalt, Vertrautem und Neuem, das es musikalisch zu entdecken gilt. >> www.festspiele-mv.de 8. 8. bis 11. 8. | Hanse Sail Rostock Zur Hanse Sail, dem größten maritimen Volksfest im Norden, verwandeln sich die Hansestadt Rostock und das Seebad Warnemünde zu einer Festmeile. Eine Flotte von mehr als 200 Traditionssegelschiffen, die zum Teil über 100 Jahre alt sind, macht fest und lädt zum Anschauen und Mitsegeln ein. >> www.hansesail.com

16. 8. bis 18. 8. | Galopprennen mit Tradition Die älteste Traditionsrennbahn Deutschlands lädt zum 21. Ostsee-Meeting ein. Wer wird den Großen Ostseepreis und die Goldene Peitsche von Bad Doberan dieses Jahr gewinnen? Alle Damen, die am 16. August mit Kopfbedeckung erscheinen, erhalten freien Eintritt und haben die Möglichkeit, reizvolle Preise zu gewinnen. >> www.doberaner-renntage.de 6. 9. bis 8. 9. | Vorrunde Volleyball-Europameisterschaft der Frauen Schwerin ist einer der Austragungsorte der Volleyball-Europameisterschaft der Frauen. Zuschauer und natürlich die Spielerinnen können sich auf ein hochklassiges Turnier mit spannenden und hochdramatischen Begegnungen freuen. >> www.eurovolley2013.org

25. 9. bis 29. 9. | Darßer NaturfilmFestival 2013 Seit 2005 präsentiert das Darßer NaturfilmFestival jährlich erstklassige deutsche Naturund Umweltproduktionen. Auch der Austragungsort und das Publikum sind eine Besonderheit: Auf der idyllischen Ostseehalbinsel Fischland-Darß-Zingst treffen zeitgleich mit dem Vogelzug naturinteressierte Menschen aus allen Landesteilen ein. >> www.darsser-naturfilmfestival.de

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Hier loHnt es sicH, den dingen auf den grund zu geHen.

Mecklenburg-Vorpommern hat einiges zu bieten – auch unter der oberfläche. „die schönheit des Meeres ist bei uns zum greifen nah“, sagt Henning May vom ozeaneuM stralsund. der maritime charakter, immer neue, auf regende und spannende orte, die es zu entdecken gibt: Willkommen in Mecklenburg- Vor pommern. land zum leben. Henning May, Taucheinsatzleiter, OZEANEUM Stralsund

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung

www.mv-tut-gut.de


['em vau] QII 2013: "Weitblicker"