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We Pimp The World! Jahrbuch Im Jahr 2013 holte die Mutmacherei ein Jahr lang jede Woche ein Projekt vor den Vorhang, das sich für ökologischen, wirtschaftlichen oder sozialen Wandel einsetzt. Die Akteur*innen, die sich mit viel Energie für den Wandel stark machen und dafür ihre ganz persönliche Kreativität und Lösungsorientierung ins Spiel bringen, sind unsere "Held*innen von heute". Sie sind diejenigen, die daran arbeiten, dass die Menschheit die großen Herausforderungen wie Klimawandel, Energieversorgung, Ernährung für alle usw. in der nahen Zukunft gut bewältigen kann.

Sie arbeiten oft unter schwierigsten Bedingungen und werden auf vielen Ebenen ständig gefordert, sich und ihre Projekte zu beweisen: bei Pitches vor möglichen Geldgeber*innen, mit dem Herstellen eines professionellen Außenauftritts, mit überkritischen Fragen von allen Seiten und immer öfter auch mit der Forderung nach finanziellen Beiträgen, um ihre eigene Arbeit sichtbar zu machen. Wir finden, dass es auch anders geht! Wir möchten hingegen den Akteur*innen des Wandels den Rücken stärken und freihalten, sie mit konstruktiver Energie, konkreten Ressourcen und

Wertschätzung unterstützen. Wir finden, dass es Aufgabe der gesamten Gesellschaft ist, unseren Pionier*innen das Gelingen ihrer Projekte, die uns allen dienen, zu ermöglichen. Im Rahmen von We Pimp The World! wollte die Mutmacherei noch mehr Menschen darüber informieren, wie viele und vielfältige Lösungsansätze es zu den globalen Herausforderungen bereits gibt - in Form ganz konkreter, lösungsorientierter Projekte und Initiativen.Und Menschen dadurch ermutigen, sich selbst dem Wandel mit Zuversicht zu nähern. Ira Mollay, Die Mutmacherei

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Inhaltsverzeichnis 03 Vor-Worte

19 fairshare

37 Der WIRfel

04 Rasenreich

20 Nähküche

38 IXSO

04 Bike It On

21 usetwice

40 Die Flickerei

05 Caruso Carsharing

21 foodsharing

40 Material Mafia

06 milli lux

22 Zero Waste Jam

40 essenswert

06 Experiment Selbstversorgung

23 Republik Reinprechtsdorf

40 Lebende Christbäume

08 R.U.S.Z. Reparatur- und Servicezentrum

24 goteo

42 CraftWerk

24 shareboxx

43 Die Wäscheleine

24 Fair Fair

44 Kraftstoff

25 flinc

45 fotoMULUC-Wettbewerb

26 free4us

46 auferstanden

26 allup cycle

48 Nach-Worte

27 Tres Hombres

50 Impressum

08 Dunavision 09 SchülerInnen gestalten Wandel 10 End Ecocide In Europe 11 erdbeerwoche 12 One Laptop Per Child 12 Fesches Mascherl 28 Wohnwagon 12 Krongarten 29 Kancha 13 Soulbottles 30 carsharing24/7 14 Zukunftsbibliothek 31 SpeiseLokal! 14 IMeditateVienna 32 Tankstelle Bregenz 15 Metallhase 33 Essbare Gemeinde Übelbach 16 Kraftwerk Anerkennung 35 Greenskills Lehrgang 17 Afterwork Recycling 36 Einkaufsgruppe NGO NPO Austria 18 Die Obststadt

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Vor-Worte Projektbetreiber*innen über We Pimp The World! Wir haben nur ein Leben und selbst das gehört uns nicht allein. Wir sind im Grunde verbunden, aber diese Verbundenheit ist heute in großer Gefahr. Deshalb braucht es auf allen Ebenen engagierte AkteurInnen für einen Wandel. Er beginnt von innen und wirkt nach außen. Brennende Herzen und kreative Köpfe sind ebenso gefragt wie beharrliches Umsetzen und freudiges Feiern. Wandel in Verbundenheit - das ist unser Leben. Wer dazu ermutigt und wer dazu ermutigt wird, der schmeckt bereits das andere Dasein jenseits des nur Nützlichen, jenes das die Not unserer Zeit wenden kann.

Initiativen hinausposaunt werden. „We Pimp The World!“ tut das und zeigt auf, was in kreativen Menschen und in unserer Zivilgesellschaft steckt. Viele unter uns versuchen täglich das Prinzip der Nachhaltigkeit zu leben und setzen Zeichen mit innovativen Aktionen. Ihr „Pimper“ macht diese sichtbar und motiviert andere. Ich verfolge die Pimp-Projekte mit Freude und Zuversicht - sie machen Mut und Hoffnung. Danke allen AkteurInnen. Macht bitte weiter, ermutigt uns und zeigt, was möglich ist. Gerfried Koch, Leiter der Abteilung Klima und Energie, Stadtgemeinde Baden bei Wien Ein großes DANKE an die Mutmacherei für wunderbare Projekte, die wirklich Mut machen: Mut auf Veränderung - Mut dazu, anders zu denken! Unzählige nachhaltige Projekte standen vor dem Vorhang! Einfach großartig!

Johannes Kaup, Redakteur und Moderator bei ORF-Radio Ö1, Gesprächsleiter der Radio-kulturhausReihe "Im Zeit-Raum. Vorreiten und Nachdenken"

Doris Holler-Bruckner, redakteurin oekonews

Ich habe mich im Jahr 2013 jede Woche auf die Vorstellung der mutmachenden Projekte gefreut. Wo in Zeitungen und Fernsehen die Negativschlagzeilen überwiegen ist es für mich besonders erfrischend und motivierend, von den großartigen Ideen und Projekten zu erfahren. Sie sind für mich wie Mosaiksteine, aus denen in Summe das Bild einer lebenswerten Zukunft entworfen werden kann.

Wege der Inspiration abzubilden und zu verbreiten stellt wohl einen der wichtigsten Ankerpunkte dar, wenn es darum geht, Menschen auf ihrem Weg von nachhaltigen Visionen hin zu konkreten Aktionen zu unterstützen. Die Fähigkeit, Glück in dem zu empfinden, was wir tagtäglich tun, ist für unsere Lebenszufriedenheit essentiell. Gelebte Lebensqualität an andere weiterzugeben tut gut und macht Mut!

Markus Piringer, Leiter umweltberatung" Wien

Petra Biberhofer, koordinatorin RCE Wien

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Ob Wels, Berlin oder Baden - unsere Welt ist in Veränderung: klimatisch, wirtschaftlich, gesell-schaftlich. Und diese Veränderungen wirken sich auf unser Tun und Sein aus. Viele besonders Entscheidungs-trägerInnen in der Politik – wollen diese Veränderungen noch nicht wahrhaben. Aber andere setzen sich mit Veränderungen kritisch und kreativ auseinander und setzen gestalterische Maßnahmen. Projekte entstehen und wirken.

PionierInnen des Wandels sind mutig, auch wenn ihnen das oft nicht bewusst ist. Die hier vorgestellten Projekte machen Mut, die notwendigen Veränderungen im eigenen Leben vorzunehmen – jetzt!

Unsere Welt ist klein geworden. Darum müssen gute Ideen, Taten und

Harald "Katzi" Katzenschläger, Dream developer @Dreamicon Valley

Stefan Keller, Leiter des INBE Instituts für Neues Bewusstsein Wien/Zürich/ München Y_our dream works!


Rasenreich

Hinter Rasenreich steckt der bildende Künstler Mario Sinnhofer. Er designt Fußbälle, die nicht rund sind und durch ihre spezielle Form, im Training eingesetzt, zu besonderen Erfolgen führen. Durch die schwer vorhersagbaren Bewegungen des Objekts wird die Koordinationsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit der Spieler*innen stärker gefordert und drastisch verbessert. Auch in Physiotherapie und Rehabilitation sowie im Sportunterricht versprechen die Trainingsgeräte sehr gute Erfolge. Der Salzburger trägt aber mit Rasenreich nicht nur zur Effizienz von Fußballtrainings bei, er verfolgt mit seinem Unternehmen auch ein weiteres Ziel: die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Hersteller seiner Produkte. Seine unrunden Bälle sind nach internationalen Fairtrade-Standards zertifiziert. Damit werden hohe soziale, ökologische und ökonomische Standards garantiert und für die Konsument*innen mit dem FairtradeSiegel sichtbar gemacht.

Fußbälle werden meist in Indien, Pakistan oder China von Näher*innen zu einem so geringen Stundenlohn produziert, dass auch ihre Kinder arbeiten müssen, statt zur Schule gehen zu können. “Fair Play darf nicht an den Grenzen des Spielfelds enden“, meint Mario Sinnhofer. Doch damit nicht genug. Er verfolgt weitere Ziele hinsichtlich Nachhaltigkeit und Verbesserung von Arbeitsbedingungen und hat sich ein persönliches Ziel gesetzt: “Ich möchte, dass zumindest ein Hersteller zu 100% auf Fairtrade umstellen kann. Damit könnten wir ein wichtiges Zeichen für Fair Play in der Sportartikelbranche setzen.” Für die fernere Zukunft träumt er von einem Fußball, der zur Gänze recyclingfähig ist. Die persönlichen Träume zu leben und umzusetzen hat Mario nicht zuletzt bei den Pioneers of Change gelernt – Plattform und fast schon legendärer Lern- und Werdegang zur Stärkung der Pionier*innen des Wandels.

Links zu Rasenreich: Website: http://www.rasenreich.com/ Facebook: http://www.facebook.com/ rasenreich

von

IndyACT

ein

Und so haben sie sich eine coole Sache einfallen lassen, um einerseits Strom zu erzeugen für Veranstaltungen wie Konzerte, Events und Kinovorführungen. Andererseits schaffen sie mit ihren Fahrrädern auch Stoff zum Nachdenken: Wer selbst einmal unter Einsatz der eigenen Körperkräfte und Fitness einen Verstärker oder Filmprojektor zum “Laufen” gebracht hat, sieht danach den persönlichen Energieverbrauch wohl mit anderen Augen: Strom kommt nicht immer aus der Steckdose. Ein paar Fakten machen noch nachdenklicher: Derzeit verfügt Bike It On über sechs Fahrräder, die über die österreichische Crowdfunding-Plattform Respekt.net finanziert wurden. Damit lässt sich eine maximale Leistung von rund 600 W erstrampeln. Absolut ausreichend, um z.B. im Herbst 2011 den Auftritt von den “Cosmophonics”, einer siebenköpfigen Funk-Band, in Greifenstein zu powern, oder im Dezember 2012 beim Weihnachtsmarkt am Karlsplatz in Wien einen Gig der “Untouchables”, einer sechsköpfigen Formation im Stile der legendären “Blues Brothers”. Vor einer haushaltsüblichen Kaffeemaschine müssen die Biker*innen jedoch kapitulieren: Bis zu drei Pferde(stärken) würde es brauchen, um diesen Strombedarf zu decken.

Bike It On

IndyACT, die in Wien gegründete Liga der unabhängigen Aktivisten, hat Bike It On Im Herbst 2011 ins Leben gerufen, um mithilfe von EBikes und dem Einsatz von Körperkraft   “sauberen” Strom zu erzeugen. Die Fairtrade-Initiative von Rasenreich ist auch deshalb besonders hervorzuheben, weil sie für die Fußballbranche alles andere als selbstverständlich ist. Herkömmliche

Aktivist*innen Anliegen.

Eine “postfossile” Welt, in der die Energie aus erneuerbaren Quellen stammt anstatt aus fossilen oder nuklearen Brennstoffen, ist den

Seit Oktober 2011 ist Bike It On bereits im deutschsprachigen Raum unterwegs und hat seitdem bei mehr als 25 Veranstaltungen die tretwillligen Gäste ins Schwitzen gebracht. Derzeit ist Winterpause – die Bikes müssen gewartet und technisch für die nächste Saison auf Vordermann gebracht werden. Weiters wünschen sich die Betreiber*innen bei IndyACT ein E-Bike für Kinder: “Bei den Veranstaltungen sehen wir immer wieder, wie gerne Kinder mittun würden. Unsere Fahrräder sind jedoch zu groß für sie. Doch gerade der Jugend einen guten Zugang zu 4


Energiegewinnung und -verbrauch zu ermöglichen, finden wir sehr wichtig”, meint Robert Marcus Klump, einer der Gründer von Bike It On.

Visionen zur Weiterentwicklung gibt es genug. So wird z.B. der Einsatz der stromerzeugenden E-Bikes in der Entwicklungszusammenarbeit überlegt. Doch auch für die nähere Zukunft gibt es Pläne, z.B. die Finanzierung des Kinder-Bikes sowie eine größere Verbreitung der Bike It On-Events. Anfragen von Bands und Veranstaltern werden gerne entgegen genommen. Und für alle, die nun meinen, dass beim Transport der Fahrräder wohl auch CO2 entsteht, eine weitere gute Nachricht: Natürlich muss Bike It On bei weiter entfernten Veranstaltungsorten die Bikes manchmal per LKW transportieren. Doch in diesen Fällen machen die umweltbewussten Aktivist*innen ein sogenanntes “carbon offset“: ein finanzieller Beitrag zu einem Projekt erneuerbarer Energien oder zur CO2Reduktion. Bike It On hat auf diesem Weg mehr CO2 ausgeglichen als verursacht. Und für die Zukunft möchte man noch stärker auf Bahn und öffentlichen Verkehr setzen. Links zu Bike It On: Website: www.bike-it-on.at Facebook: www.facebook.com/BikeItOn

Caruso Carsharing

Mit Caruso stellen wir ein Projekt vor, das Carsharing in ein völlig neues Licht stellt. Langfristiges Teilen von privaten Fahrzeugen in selbstorganisierter Form, unterstützt durch ein Buchungsund Reservierungssystem und jede Menge Knowhow soll Einstiegshürden

für potentielle Autoteiler*innen senken und den Weg für die Verbreitung von privatem Carsharing ebnen. Christian Steger-Vonmetz, Diplomingenieur aus Vorarlberg, ist die treibende Kraft hinter Caruso. Er meint es mit Carsharing wirklich ernst im Sinne des Wortes: Er setzt sich dafür ein, dass es im privaten Kreis möglich und machbar ist, ein Auto zu teilen. Mit seiner Initiative spricht er sowohl Autobesitzer*innen an als auch Menschen, für die nur die gemeinschaftliche Nutzung eines Fahrzeugs attraktiv genug ist, um eines anzuschaffen.

verbessert wird: Online und bald auch über Smartphone können die Benützer*innen herausfinden, wann ihr Fahrzeug frei ist und es gleich reservieren. Alle diese Angebote gibt es kostenlos über die Website. Optional bietet Caruso eine Box, die im Auto eingebaut werden kann, zum Kauf oder zur Miete an. Damit kann ein elektronisches Fahrtenbuch geführt werden, Sie bekommen eine Auswertung, wie viele Kilometer sie gefahren sind, um sich mit den Sharing-Kolleg*innen die Kosten teilen zu können. Mithilfe der Box kann man das Auto übers Handy entsperren.  Für Elektroautos lässt sich damit sogar der Ladezustand der Batterie feststellen.

Im Unterschied anderen CarsharingPlattformen, deren Angebot eher der Autovermietung ähnelt, geht es Caruso darum, dass Autobenützer*innen, die einander kennen, in der Nähe wohnen Derzeit werden 46 Fahrzeuge mithilfe und ausreichend Vertrauen in die von Caruso geteilt. Die Gruppen der Idee haben, langfristige Beziehungen Autoteiler*innen bestehen manchmal und Vereinbarungen zum KFZ-Teilen nur aus 2-3 Personen. Doch auch aufbauen. Wenn das Autoteilen mehr Gemeinden nützen das Angebot sein soll als das gelegentliche von Caruso: 28 Personen, Vereine Verborgen an Freund*innen und und Organisationen teilen sich den Nachbarn, braucht es eine gute Gaubitscher Stromgleiter und nützen Organisation und klare Abmachungen ebenso wie Carsharing Trentino das im Vorfeld: Buchung und Abholung Reservierungssystem von Caruso. des Autos rund um die Uhr ohne Diese italienische Gruppe hat fast 500 persönliche Übergabe machen den Mitglieder und teilt sich 13 Fahrzeuge. qualitätsvollen Unterschied aus. Caruso bietet also keine Autoflotte an, sondern jede Menge Unterstützung: Musterverträge, Tipps zu den wichtigsten alltagspraktischen Fragen wie Eigentumsverhältnisse,   Versicherung, Kostenteilung, Stellplatz- und Schlüsselorganisation finden sich online auf der sehr ausführlichen FAQ-Seite, um Interessent*innen Mut zum Autoteilen zu machen. Wer zwar willig ist, aber kein Auto oder keine Mitbenützer*innen hat, kann über die Plattform von CarusoGleichgesinnte finden oder Und wie sieht es mit der Akzeptanz sich einer bereits bestehenden von privatem Carsharing in der Praxis Carsharing-Gruppe anschließen. Und aus? “Menschen, die nie ein Auto für all jene, die einander bereits gehabt haben, tun sich leichter”, gefunden haben und mit dem erzählt Christian Steger-Vonmetz. Carsharing beginnen wollen, bietet “Autobesitzer*innen fällt es schwerer, Caruso ein Reservierungs- und sich mit dem Gedanken anzufreunden. Abrechnungssystem, das laufend 5


Es dauert oft Monate, bis eine Gruppe aufgebaut ist oder die Entscheidung fällt. Wir sind aber überzeugt davon, dass es umso einfacher wird, je bekannter privates Carsharing ist und je mehr Erfolgsbeispiele es gibt”, meint Steger-Vonmetz optimistisch. Die Bekanntheit und den Verbreitungsgrad zu steigern ist eines der nächsten Ziele Dabei möchten wir Caruso im Rahmen von We Pimp The World! gerne unterstützen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: verringerter CO2-Ausstoß und somit eine Verbesserung für die Umwelt und das Klima, weniger Fahrzeuge im Umlauf, bewusstere Nutzung, Entstehung von Gemeinschaften, Teilen von Verantwortung, geringere Kosten sind nur einige der zahlreichen Vorteile. Links zu Caruso: Website: http://carusocarsharing.com/ Facebook: http://www.facebook.com/ carusocarsharing

sondern ein kleines, feines Label für Lampenschirme der besonderen Art.

Das Credo von milli lux: Es wird nur Holz und gebrauchter Stoff verarbeitet, denn Nachhaltigkeit auch in der Produktgestaltung ist Barbara Stölzl wichtig. Mit näherischer Kunstfertigkeit wird der Stoff so zugeschnitten und verarbeitet, dass er wie von selbst die richtige Form findet. Als Halterung dient eine Holzscheibe mit gefrästen Ausnehmungen, durch die das Licht sich in alle Richtungen entfalten kann. Die Lampenschirme sind abnehmbar und können gewaschen werden.

Barbara Stölzls Mann kümmert sich um den Webauftritt, der Sohn rückt die alltagstauglichen Designobjekte fotografisch ins rechte Licht. Erfrischend sind auch Barbara Stölzls Zukunftspläne: Sie möchte ihr Label langsam und organisch wachsen lassen und ihr Sortiment erweitern. Zu den Hängeleuchten sollen sich bald auch Stehlampen gesellen.

Die Zufriedenheit der Kund*innen ist sehr hoch. Das freut Barbara Stölzl sehr: “Das Licht der Lampen ist erstaunlich schön. Ich verarbeite nur sehr helle Stoffe, weiß bis naturweiß, das erhöht die Lichtdurchlässigkeit und gibt einen warmen, weichen Ton. Sogar Energiesparlampen kommen damit ganz gut zur Geltung.” Links zu milli lux: Facebook: http://www.facebook.com/pages/MilliLux/484068198306087

milli lux

Website: http://www.millilux.at

Diese Woche stellt We Pimp The World! ein Projekt vor, das Nachhaltigkeit mit Design und Handwerkskunst sowie Kreativität verbindet: milli lux stellt einzigartige Lampenschirme her, die ausschließlich aus Holz und gebrauchtem Stoff bestehen. Dadurch hat jedes Stück   seine eigene Geschichte und seinen ganz unver-wechselbaren Charakter. Die Grazerin Barbara Stölzl war für ihr Schlafzimmer auf der Suche nach einer Lampe, die ein angenehmes Licht gibt, aus Naturmaterialien besteht und kein Metall enthält. Die Suche gestaltete sich recht schwierig, und so wählte Barbara Stölzl, die aus der Modebranche kommt, einfach die “selbst ist die Frau”Variante: Sie packte Nähmaschine und Werkzeugkoffer raus und fertigte im Nu jene Lampe an, die ihr vorgeschwebt war. Aus der lichten Not wurde sehr schnell nicht nur eine Tugend,

Die Stoffe finden wie von selbst zu Barbara Stölzl. Der Großteil wird gespendet – so kann die Aussteuer der Großmutter, die schon Jahrzehnte überdauert hat, aber im eigenen Haushalt nicht dazu passt, noch weiter dienen. Auch Flohmärkte und die Caritas-Läden sind eine Fundgrube für milli lux. milli lux fertigt auch in Auftragsarbeit. Da kann es schon mal vorkommen, dass das gestickte Monogramm, das die Bettwäsche der Lieblingsurgroßtante geziert hat, zum leuchtenden Gesprächsstoff wird und die Familiengeschichte weiterschreibt.

milli lux ist eine One WomanShow mit tatkräftiger Unterstützung:

Experiment Selbstversorgung

Das We Pimp The World! Projekt der Woche ist ein beispielgebender und mutiger Selbstversuch zweier junger Menschen: Sie möchten im Experiment Selbstversorgung biovegane Landwirtschaft, regionales Wirtschaften, einen möglichst nachhaltigen Lebensstil und noch viel mehr mit Konsequenz und 6


Impressum Medieninhaber und Herausgeber: Die Mutmacherei - Verein zur Förderung von Informationen über den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Wandel 1050 Wien http://www.mutmacherei.net Für den Inhalt verantwortlich: Ira Mollay Autorinnen: Ira Mollay, Antonia Wenzl Herstellungsort: Wien Erscheinungsjahr: 2014 Veröffentlicht im Rahmen einer CC BY-NC-SA-Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/.

Alle Fotos stammen, soweit nicht anders angegeben, von den Projektbetreiber*innen.

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