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Mensch · Umwelt · Tier e.V.

Mitgliederjournal des Vereins

Ausgabe 03/ 2013

Naturschutzstation Malchow e.V., Berlin

Der NaturHofladen Therapiehunde Berlin e.V.

Wo ist denn der weiße Hund?

Zappelphilipp oder AD(H)S?

Wenn Kinder keine Ruhe geben


IMPRESSUM ...

Bei Frag Mitgliedsc en zur haft meld en Sie sich gerne unter Tel. :

030/ 30 09 62 34

glieder, Liebe Mit uns Ihre S n ie bitte teile sse mit! Email-Adre iese an: ie d S n ke ic Sch rg mut-ev.o service@ mitglieder

finden Sie Aktuelles r immer unte

ev.org www.mut-

Titel: Victoria und Sissi auf der Ponyfarm Kladow

Herausgeber Mensch · Umwelt · Tier e.V. Kaiserdamm 97 14057 Berlin www.mut-ev.org

Fragen zur Mitgliedschaft: Fon: 030/ 30 09 62 30 Fax: 030/ 30 09 62 55 mitgliederservice@mut-ev.org Allgemeine Fragen: Fon: 030/ 30 09 62 34 info@mut-ev.org

Redaktion

moventis GmbH Kaiserdamm 97 14057 Berlin Fon: 030/ 30 09 62 33 Fax: 030/ 30 09 62 55 Pressesprecherin & Redaktion: Alexandra Diezemann redaktion@mut-ev.org Fon: +49 30/ 24 53 51 81 Mobil: +49/ 172 3110212

Produktion Gestaltung: A. Bolz

Illustration: P. Bolz

Druck: Möller Druck und Verlag GmbH Zeppelinstraße 6 16353 Ahrensfelde/ OT Blumberg

Beiträge

Sandy Both, Alexandra Dieze­mann, Beiträge der Projektpartner Fotos: P. & A. Bolz, Alexandra Diezemann, M·U·T e.V., Pixelio, Projekt­partner, Titel: Bolz Ausgabe 3/2013 Gesamtauflage 20.000 Nächster Redaktionsschluss: 16.09.2013 M·U·Tmacher 4/2013 erscheint am: 15.11.2013 M·U·Tmacher ist das Mitglieder­journal des Vereins Mensch · Umwelt · Tier e.V., Vereins­register Berlin Nr. 20033 Nz Bitte geben Sie bei Anruf oder Email Ihre Anschrift und Mitgliedsnum­mer an. Alle Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich ge­schützt. Nachdruck nur mit ausdrücklicher Geneh­ migung der Redaktion. Herausgeber und Redaktion übernehmen keine Gewähr für unverlangt eingesandte Beiträge. Redaktionelle Fremdbeiträge oder Leser­ briefe entsprechen nicht immer der persönlichen Meinung der Redaktion, werden jedoch mit Rück­­sicht auf die freie Meinungsäußerung einbezogen. © moventis GmbH

Der M·U·Tmacher besteht aus 100% Altpapier, der Umwelt zuliebe.

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iebe Mitglieder, MUTmacher und Leser, dass der Kontakt zwischen Kindern und Tieren eine beinahe magische Verbindung herstellt, haben wir Ihnen in den vergangenen Ausgaben des MUTmachers schon sehr oft aufgezeigt. Wir beobachten dies vor allem, wenn wir unsere auf Kinder und Jugendliche ausgerichtete Projektpartner, z.B. den Kinderbauernhof Pinke Panke in Berlin-Pankow oder den am Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg besuchen. Hier haben Kinder in ihrer Freizeit die Möglichkeit, Tiere mit zu versorgen, sie zu streicheln und einfach Freude an ihren tierischen Kumpels zu haben. Spaß im Umgang mit Tieren haben auch immer die Kinder, die unseren Partner, das Kinderbauerngut Lindenhof in Sachsen-Anhalt, in ihren Ferien besuchen. Der Lindenhof konnte vor ein paar Monaten sein 20-jähriges Bestehen mit einem großen Fest feiern. Dazu mehr auf den Seiten 8-9. Die Kinder, die den Kinderbauernhof am Görlitzer Park regelmäßig besuchen, durften sich auf eine Reise der besonderen Art freuen: Sie sind nämlich (natürlich mit Betreuern) nach Italien gefahren und hatten dort eigentlich nur Eisessen im Kopf … Aber ein bisschen Kultur durfte es auch sein und so schauten sie sich gemeinsam die schöne Stadt Florenz an. Diese Reise konnte größtenteils durch Spenden realisiert werden. Einige Kinder, die als „Stammkinder“ auf den Kinderbauernhöfen anzutreffen sind, kommen aus eher sozial schwierigen Familien, die ihr Portemonnaie nicht so weit öffnen können. Lesen Sie mehr zur Ferienfahrt auf Seite 12.

Tiere zeigen nicht nur eine besondere Wirkung auf Kinder. Auch wenn es um Senioren oder Menschen mit Behinderung geht, sind Tiere oft eine gute Medizin. Dies erlebte ich beim gemeinsamen Besuch mit Herrn Ehrhart und seinem Hund Jade. Herr Ehrhardt ist ehrenamt-

lich für den Verein „Therapiehunde Berlin“ tätig und besucht wöchentlich das Seniorenheim „HermannRadtke-Haus“ in Berlin-Neukölln. Es wird einem immer ganz warm ums Herz, wenn man beobachtet, wie sanft ein Therapiehund mit den doch etwas gebrechlicheren und labileren Menschen umgeht. So mancher Bewohner sitzt im Rollstuhl, der andere liegt im Bett. Ein Besuchshund geht zu den Menschen – auch mit der Pfote aufs Bett – und schenkt ein bisschen Liebe. Faltige Hände gleiten über das Fell des Tieres und in den Mundwinkeln zeigt sich sehr schnell ein Lächeln. Viele Menschen erinnern sich dann gerne an das einst eigene geliebte Haustier, andere genießen die Möglichkeit, Zuneigung zu schenken. Von den gewonnenen Eindrücken bei diesem Besuch lesen Sie mehr auf den Seiten 14-17. Auch bei den Kindern gibt es manche, die ein bisschen anders sind als die anderen. Sie sind nicht richtig krank und an einer Behinderung im klassischen Sinn leiden sie auch nicht. Gemeint sind diejenigen Kinder, die das sogenannte AD(H)S Syndrom haben oder dieses zumindest von einem Arzt so diagnostiziert wurde. ADS bedeutet „Aufmerksamkeits Defizit Syndrom“ und ADHS „Aufmerksamkeits Defizit Hyperaktivitäts Störung“. Ca. 5 % unserer Kinder in Deutschland sollen daran leiden. Sie fallen auf: im Elternhaus und auch in der Schule, sind zappelig oder unkonzentriert. Seit Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre trat dieses Phänomen plötzlich in Deutschland auf. Um die Kinder „in den Griff“ zu kriegen, wird gerne das Amphetamin Ritalin® gereicht. Medikamente für Kinder? Wir schauen einmal hinter die Kulissen und sprechen auch mit einer betroffenen Mutter. Den ganzen Bericht lesen Sie auf den Seiten 22-25.

Bild: © Regina Welk

Editorial auf dem Speiseplan stehen – auch um sich für den Winter mit ausreichend Vitaminen zu versorgen. Vielleicht finden Sie ja einmal die Zeit, nach Berlin-Lichtenberg in die Naturschutzstation Malchow zu fahren. Denn hier wartet ein ganz besonderer Hofladen auf Sie. Hier erhalten Sie Lebensmittel aus rein ökologischer Herstellung. Egal, ob es sich um den leckeren Honig, Obst, Gemüse oder um Getreideprodukte handelt. Und gerade wenn Sie doch zu denjenigen gehören, die auf Fleisch nicht ganz verzichten möchten, so gibt es hier die beste Möglichkeit, einzukaufen. Denn das verkaufte Fleisch und die Wurstwaren stammen von den eigenen Robustrindern (Schot­ti­sche Hochlandrinder) der Naturschutzstation, die ganzjährig draußen leben. So können Sie mit gutem Gewissen schlemmen und setzen sich gleichzeitig für tierschutzgerechte Haltungsbedingungen von Nutztieren ein. Hereinspaziert in den Hofladen auf den Seiten 28-29. Genießen Sie die letzten warmen Tage dieses Jahres. Wir bedanken uns herzlich für Ihre so treue Unterstützung. Mit den allerbesten Wünschen Ihre

Alexandra Diezemann Pressesprecherin Mensch-Umwelt-Tier e.V.

Es steht nun schon wieder fast der Herbst vor der Tür. In der Ernte-Dank-Zeit sollte viel Gemüse

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INHALT ...

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as Kinderbauerngut Linden­ hof in Sachsen-Anhalt konnte sein 20-jähriges Jubiläum feiern. Stolz blickt der Verein und langjährige Projektpartner von M.U.T. zurück auf viele Jahre. Hier erleben Kinder und Jugendliche eine ideale Ferienfreizeit in der Natur.

Seite 8 .........................

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in glücklicher Umstand ermöglichte es den Kindern des Kinderbauernhofs am Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg, Schafswolle zu verarbeiten. Denn unser Partner, der „Lottihof für Kinder und Jugendliche e.V.“ aus MecklenburgVorpommern brachte Schafswolle vorbei. Unsere Mitarbeiterinnen des Aufklärungsteams von M.U.T. e.V. gaben vielen Interessierten den Termin für die Wollverarbeitung am Infostand bekannt. Und so war es ein toller Tag für alle Beteiligten.

© Alexandra H. – Pixelio.de

Seite 10 .......................

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enn Kinder unruhig und besonders zappelig sind, denken wir schnell an den „Struwwelpeter“. Ca. 5 % unserer Kinder in Deutschland ist das AD(H)S-Syndrom diagnostiziert worden. Wir beleuchten dieses Thema näher und geben Tipps, wie man mit hyperaktiven oder unkonzentrierten Kindern besser umgehen kann.

Seite 22 .................

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er Besuch eines Seniorenheims zusammen mit einem Thera­ piehund ist immer ein emotional aufwühlendes Erlebnis. Dieses Mal erlebten wir den Besuchshund „Jade“ unseres Projektpartners „Therapiehunde Berlin e.V.“ in Aktion, der die Bewohner HermannRadtke-Hauses in Berlin-Neukölln erfreute.

Seite 14 .......................

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er Naturhofladen der Natur­ schutzstation Malchow e.V. in Berlin-Lichtenberg hat ein tolles Angebot für all diejenigen, die auf ökologisch verarbeitete und tierschutzfreundliche Produkte Wert legen. Kommen Sie einfach mal vorbei!

Seite 28 .................

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Inhalt 6-7 ............. 8-9 .................... 9 ..............

AKTUELL + + + IN KÜRZE + + + Ein Grund zu feiern Das Kinderbauerngut wird 20 Jahre Schweinisch gut im Lindenhof Spenden gesucht für artgerechte Haltung

10-11 ....................

Auf die Wolle – fertig – los! Vom Infostand zum Wollpullover

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Kinderbauernhof Görlitzer e.V. Ein Sommermärchen

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Stiftung Liebenau am Bodensee Ein schöneres Tiergehege in 72 Stunden

MAGAZIN 14-15 ........................ 20 ............................. 21 ...................... 22-25 ........................

26-27 ............... 28-29 ................. 30-31 ............ 31 ...............

Therapiehunde Berlin e.V. Wo ist denn der weiße Hund? Mensch und Tier e.V.: Pudel-Duo Lenny und Gino Zehn Jahre Freude im Haus St. Elisabeth Stift Berlin Rambo in Kuschel-Action Zappelphilipp oder AD(H)S? Wenn Kinder keine Ruhe geben KARUNA – Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not e.V. Justus Delbrück Haus | Akademie für Mitbestimmung Bahnhof Jamlitz Naturschutzstation Malchow e.V., Berlin Der NaturHofladen Pferdehof Glutzow des Insel e.V. auf Rügen Mittendrin ist besser als außen vor Buchtipp von M·U·T e.V. Der Krankentröster

KID'S KALLE 18-19 .....................

Toll gebastelt, gut recycled!

SERVICE 32-33 ................ 34-35 ............

Termine Adressen

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AKTUELL ...

IN KÜRZE + + + IN KÜRZE + + + IN KÜRZE + + Naturschutzstation Malchow – ein gelungenes Fest

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as Storchenfest 2013 war in jeder Beziehung ein voller Erfolg. Trotz eines übervollen Berliner Veranstaltungskalenders zeugen über 2000 Besucher von der Attraktivität dieser beiden abwechslungsreichen Tage am 15. und 16. Juni auf dem Gelände der Naturschutzstation Malchow. Rund drei Dutzend Vereinsstände und Aussteller unterschiedlicher Branchen sorgten für Informationen und Kaufmöglichkeiten. Besonders heftig umlagert war die Präsentation des Leibnizinstituts für Zoo- und Wildtierforschung mit Blasrohrschießen und Tierschädelbestimmung. Ein ausgewogenes Programm mit Tanz und Gesang, Jazz, Vorträgen und Führungen sowie einer attraktiven Tombola sorgten in gewohnt angenehmer Atmosphäre für viel Abwechslung. Das Storchencafé sorgte für die kulinarische Versorgung der Gäste. Nach diesem gelungenen Fest beginnt nun mit EU-Mitteln der denkmalgerechte Aus- und Umbau des alten Stallgebäudes und der Remise zum künftigen Naturhof. Unmittelbar nach dem 19. Storchenfest haben die Vorbereitungen für das 20. bereits begonnen. Wie es angesichts des Baugeschehens auf dem Gelände ausfallen wird, wissen wir noch nicht genau. Wir werden darüber aber rechtzeitig informieren. Als Termin bleibt traditionell das letzte Wochenende vor den Berliner Sommerferien. 2014 ist das der 5. und 6. Juli. ■

Drei Eichen – Helfer für das Mädchenhaus gesucht!

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ir wollen das „gute alte Mädchenhaus“, die angrenzende Fläche und die alte „Töpferwerkstatt“ zu einem Wildnispädagogischen Zentrum ausbauen. Gefunden haben wir schon schlaue Köpfe, die sich mit der Baumaterie auskennen und dabei sind, zu planen und organisieren. Weiterhin suchen wir Hände, die mit anpacken, Menschen/Firmen/Organisationen/ Stiftungen, die uns mit finanziellen Mitteln unterstützen. Jeder Zeit können interessierte Menschen ein Praktikum hier in Drei Eichen machen. Gerne für zwei, drei oder auch mehr Monate. Es darf aber auch kürzer sein. Alle PraktikantInnen bekommen bei uns Unterkunft und Verpflegung. ■

Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen und Betreuen: Ehrenamtliche gesucht!

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ie Mitarbeit ehrenamtlich Engagierter ist uns wichtig. Dabei gilt: Ehrenamtliche können und sollen hauptamtliche MitarbeiterInnen nicht ersetzen! Ehrenamtliche unterstützen und ergänzen die Arbeit der hauptamtlichen MitarbeiterInnen, sie realisieren zusätzliche Aufgaben und Projekte. Es entsteht eine besondere Angebotsvielfalt; die Lebensqualität der Menschen, die unsere Angebote nutzen, wird weiter erhöht, deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unterstützt. In der Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen & Betreuen sind zahlreiche Menschen auf vielfältigste Art und zum Teil schon seit Jahren ehrenamtlich tätig. Ob Einzelbetreuung (Gespräche, Begleitung bei Spaziergängen, Veranstaltungen oder Einkäufen) oder Gruppenkontakte (Lesekreis, Singekreis, Kreativarbeiten, Gottesdienste, Antisturzgruppe), ob organisatorische Hilfe (Bibliothek) oder Übernahme von haushalts- und handwerklichen Tätigkeiten (Wäsche legen, Ausbesserungsarbeiten an Kleidungsstücken, Zimmer individuell malern), ob kontinuierliche Tätigkeit (freundschaftliche Begleitung von BewohnerInnen) oder punktuelle Mitarbeit (Mithilfe bei Veranstaltungen) – alle Einsätze unterstützen direkt oder indirekt die Menschen, die unsere Angebote nutzen. Außerordentliches wird hier geleistet, an dieser Stelle ein großes Dankeschön dafür! ■

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+ IN KÜRZE + + + IN KÜRZE + + + IN KÜRZE + zusammengestellt von: Alexandra Diezemann

Eselfest auf dem Mundenhof – Naturerlebnispark Mundenhof

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sel gehören zu den ältesten Nutztieren des Menschen. Wir möchten Ihnen zeigen, dass Esel auch heute noch vielfältig genutzt werden. Angebote für Kinder und Erwachsene. In Kooperation mit der Interessengemeinschaft für Esel- und Mulifreunde in Deutschland e.V. Von Sa., 14.09. bis So., 15.09.2013 10-16 Uhr Mundenhof 37 79111 Freiburg mundenhof@stadt.freiburg.de Telefon 0761 201-6580 Fax 0761 201-6581 ■

Backtermin mit Mandy von M·U·T e.V. und Basti vom Jugendclub Future!

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andy zeigt euch, wie man leckeren Flammkuchen zubereitet, den ihr natürlich anschließend selbst verputzen könnt. Und Basti kümmert sich darum, dass der Lehmbackofen die richtige Backtemperatur hat, damit die Flammkuchen nicht anbrennen. Wann: Sonntag, 22. September 2013, von 12.00 bis 15.00 Uhr Wo: Kinderbauernhof Knirpsenfarm, auf dem Gelände „Grüner Campus Malchow“ Malchower Chaussee 2, 13051 Berlin Öffentliche Verkehrsmittel: aus der Richtung Weißensee mit dem Bus 259 oder ab dem S-Bahnhof Hohenschönhausen mit dem Bus 154 bis zur Haltestelle „Ortnitstraße“ Mit dem Auto: am Wochenende stehen begrenzt Parkplätze auf dem Schulparkplatz zur Verfügung, ansonsten bitte in der Ortnitstraße parken. ■

GANZ NEU – Stockbrotbacken am Lagerfeuer Grüner Campus Malchow – Knirpsenfarm

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eden Mittwoch, von 16.00 bis 18.00 Uhr, backen wir gemeinsam Stockbrot am Lagerfeuer auf der Knirpsenfarm Berlin. Gegen einen kleine Unkostenspende von 50 Cent pro Stockbrot, können Sie den Tag mit ihrem Kind am Lagerfeuer in Ruhe ausklingen lassen. Schauen Sie vorbei, wir freuen uns auf Ihren Besuch. Bitte beachten Sie jedoch: Bei Regen und brandschutzrelevanten Temperaturen findet kein Stockbrotbacken statt! ■

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AKTUELL ... Ein Grund zu feiern

Das Kinder­bauerngut wird 20 Jahre „Kleiner Onkel“, ein Hausschwein, lässt sich geduldig von Kindern streicheln, nebenan sitzen Viertklässler der Harthauer Grundschule mit Kaninchen im Stroh … Seit nunmehr 20 Jahren kommen Schulklassen und Familien ins Langenstriegiser Kinderbauerngut und die Lehrerin der Klasse ist sich sicher: „Das lange Warten auf einen Platz im Schullandheim hat sich gelohnt“. Ein Bericht von Michael Lipkowsky

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m 22. Juni 2013 feierte der Verein Lindenhof e.V. als Träger des Kinderbauerngutes im Kreise der Vereinsmitglieder sowie Förderer und Sponsoren seinen 20. Geburtstag. Ein besonderer Anlass, um gemeinsam auf die bewegte Geschichte des Vereins zurückzublicken. Denn als der Verein 1993 begann, ein Bauerngut für Kinder einzurichten, war die Zahl der Skeptiker groß. Junge Leute wanderten aus den ländlichen Regionen ab. Das Freizeitverhalten der Kinder wurde zunehmend von Fernseher und Computer bestimmt. Fernreisen waren möglich und beliebt. Der Hof war verfal-

len, hatte großen Sanierungsbedarf, die Zielgruppe Kinder war absehbar nicht profitabel. All das waren Gründe, die scheinbar gegen das Projekt sprachen. Doch es zeugt von der Weitsicht und dem Gestaltungswillen der Gründungsmitglieder, die allen Widrigkeiten zum Trotz an ihrer Idee, einen Bauernhof insbesondere für Stadtkinder zu schaffen, festhielten. Das Konzept, der persönliche Einsatz der Vereinsmitglieder und nicht zuletzt die Resonanz der Besucher überzeugten letztendlich auch Behörden, das Projekt zu unterstützen.

Ein Paradies für Kinder So wurde aus dem ehemals dem Verfall preisgegebenen Hof im Laufe der Jahre ein „Paradies“ für Kinder. Und schüttelten manche Ortseinwohner anfangs beim Eintreffen der Schulklassen noch verständnislos den Kopf, gehört es nun zur Normalität des Ortes. Dass sich der Optimismus der Gründer ausgezahlt hat be-

legen die aktuellen Zahlen. Jährlich besuchen mittlerweile ca. 2000 Kinder den Hof. Das Bauerngut verfügt über 54 Betten nebst Familienwohnung. Fünf Mitarbeiter/ Innen und zwei Freiwillige im FÖJ sorgen für das Wohl der Gäste. Das Angebot des Schullandheimes setzte damals, wie auch heute noch, bewusst auf Alternativen zu aktuellen Freizeitangeboten und unterstützt mit Bildungsangeboten die schulische Arbeit. Es wird ein umfangreiches Programm angeboten, das je nach Dauer des Aufenthaltes, Reiten, Füttern und Pflege der Tiere, Vermittlung traditioneller Handwerkstechniken, geführte Wanderungen, Lagerfeuer mit Knüppelkuchen und weitere unterrichtsergänzende Projekte beinhaltet. Das Gelände ist naturbelassen und weiträumig, es gibt einen Sinnesgarten und einen Platz für gemeinsame abendliche Lagerfeuer. Abkühlung bietet ein kleiner Bach,

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der die Idylle perfekt macht. Zudem erwarten die Gäste auf der 30.000 m2 großen Fläche rund 100 Tiere aus 16 verschiedenen Haustierarten, darunter Schweine, Katzen, Kaninchen, Pferde, Ziegen, Esel, Schafe. Und so gehören die Erziehung zu verantwortungsvollem Umgang mit Natur und Umwelt, die Bewahrung ländlicher Traditionen und des traditionellen Handwerks ebenso zum Angebotsspektrum wie einfach nur „Kind sein“ in unverfälschter natürlicher Umgebung. Längst ist das Schullandheim „Kinderbauerngut Lindenhof“ in Städten wie Dresden, Leipzig und Chemnitz ein „Geheimtipp“. Um

je­doch in Zukunft vor allem auch außerhalb der Saison noch mehr anbieten zu können, wird in diesem Jahr kräftig investiert. So ist neben einer Fassadenrenovierung ein neuer Anbau mit Mehrzweckraum und modernen sanitären Anlagen geplant. Im Garten wird eine Klet­ter­wand entstehen und im Freigelände eine umweltfreundliche Pflanzenkläranlage. Gelingen konnte und kann dies alles nur durch die Zusammenarbeit Vieler, welche sich auf verschiede­ ne Art und Weise bemühen, einen sinnvollen Ort für Kinder zu schaf­ fen. Zurzeit gehören dem Ver­­ein 35 Mitglieder an, welche die Ent­ wicklung ideell, finanziell und bei

Ar­beitseinsätzen unterstützen. Für diese und alle Förderer und Spon­ soren gab es nun im Juni eine kleine Geburtstagsfeier, bei welcher Danke gesagt, die Entwicklung zurückver­ folgt und Pläne für die Zukunft ge­schmiedet wurden. Am ersten Ok­to­berwochenende dann soll es für alle Freunde und Interessierte ein Herbstfest geben. ■

Schweinisch gut im Lindenhof

Spenden gesucht für artgerechte Haltung Das Kinderbauerngut in Langen­ striegis ist auf der Suche nach Paten für die Erneuerung der Schweineställe. „Raus aus der Box – rein ins Schweineleben“ so oder ähnlich ließe sich das aktuelle Bauprojekt im Kinderbauerngut umschreiben. Bei diesem soll auf rund 140 m2 ein neuer ganzjähriger Freilaufstall für die hauseigenen Schweine entstehen. Ein Bericht von Kyra Zill

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amit es diesen dabei auch im Winter nicht zu kalt wird, haben wir uns für die in Deutschland seltene Rasse der Turopolje-Schweine entschieden. Diese Rasse ist sehr robust gegenüber Kälte sowie den üblichen Schweinekrankheiten. Dafür benötigen sie aber einen angemessenen Freilauf. Ursprünglich stammen die Turopolje aus Kroatien, wurden dort aber im Zuge des Krieges fast ausgerottet. 1993 gab es nur noch 20 bis 30 Tiere.

Eine Tierorganisation hat es sich dann zur Aufgabe gemacht, den Bestand zu retten und die Rasse wieder mehr zu verbreiten. Die Turopolje sind mittelgroß, werden bis zu 250 Kilogramm schwer und sind eher gemächliche Tiere. Dadurch eignen sie sich natürlich besonders für den Umgang mit Kindern. Blond sind sie, manchmal grau oder weiß, und haben unterschiedlich viele schwarze Flecken auf dem Körper verteilt. Zur finanziellen Unterstützung des Projektes sind wir auf Hilfe angewiesen, gilt es doch neben der Anschaffung der Säue auch, deren neues Heim sowie das Außengelände artgerecht zu gestalten. Als „Schweinepaten“ genießen Sie natürlich verschiedene Sonderrechte, wie zum Beispiel die Namensgebung, ein Mitspracherecht bei der Nachzucht und mehr.

Wir freuen uns, auch im Namen unserer Schweine, über Ihre Mithilfe, damit diese dann endlich ihre Rüssel in unsere Bauernhoferde graben können und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen dürfen. ■

Werden Sie Schweinestallpate! Spendenkonto: Sparkasse Mittelsachsen Stichwort „Saustall“ Kontonummer: 87052000 BLZ: 1840000194

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AKTUELL ... Auf die Wolle – fertig – los!

Vom Infostand zum Wollpullover Gemeinschaftliche Zusammenarbeit wird bei M·U·T e.V. groß geschrieben. Immer wieder ergeben sich bei M·U·T e.V. aus unserer Gemeinschaft heraus neue Möglichkeiten, Mehrwerte für die wichtige Arbeit unserer Projektpartner zu schaffen. Gern erinnere ich mich beispielsweise an die „Zaunaktion“ auf dem Kinderbauernhof Pinke Panke in Berlin-Pankow, bei der wir letztes Jahr viele hundert Meter neue Zäune für die Tiere ziehen konnten. Die freiwilligen Helfer, die an diesem Wochenende mit anpackten, kamen sogar mit eigenem Werkzeug und hatten teilweise einige Stunden Autofahrt auf sich genommen, um mit ihrem Wissen und ihrer Arbeitskraft den Kinderbauernhof zu unterstützen. Jeden dieser engagierten Menschen, ohne die wir die Aktion nicht hätten durchführen können, haben wir vom Team der Öffentlichkeitsarbeit bei M·U·T e.V. vorher an unseren Infoständen getroffen. Es waren Menschen, die sich spontan, trotz Alltagsstress, ein wenig ihrer kostbaren Zeit für unser Anliegen nahmen. Am Ende einiger dieser Gespräche standen dann neue Zäune auf Pinke Panke. Ein Bericht von Sandy Both, Mitarbeiterin Aufklärungsteam M·U·T e.V.

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nsere Informationsstände in Berlin und Brandenburg machen ihrem Namen wirklich alle Ehre. Täglich nehmen wir Mitarbeiter zahlreiche Informationen von bestehenden Fördermitgliedern und neuen Interessenten auf, die wir bestmöglich für alle Beteiligten verwerten. Schließlich sind alle unsere Projektpartner erst durch die Menschen, die dort zu Besuch kommen oder mitwirken, lebendig! Dabei laden vor allem die Kinderbauernhöfe in Berlin ganz herzlich zum Teilnehmen ein. So ging es kürzlich zusammen mit

vielen Kindern den Schafe des Kinderbauernhof am Görlitzer Park „an die Wolle“: Gemeinsam wurden die Tiere geschoren und die Wolle kunstvoll verarbeitet. Unterstützung für diesen Aktionstag kam auch von einem anderen M·U·T e.V.-Projektpartner, dem „Lottihof für Kinder und Tiere e.V.“ in Mecklenburg Vorpommern. Da die Wolle der Görli-Schafe nicht für alle Kinder zum Basteln ausreichte, kamen Mitarbeiter vom Lottihof extra nach Berlin gefahren, um die überschüssige Wolle (fünf große, blaue Säcke voll!) von ihrer eigenen Schafschur dem Kinderbauernhof zu schenken. Denn was der eine M·U·TProjektpartner zu viel hat, braucht

Die Wolle muss trocknen

vielleicht ein anderer – die vielen verschiedenen Beteiligten bei M·U·T e.V. ermöglichen immer wieder tolle Dinge, die in dem einzelnen Projekt alleine nicht möglich wären. Die Kinder auf dem Görli jedenfalls waren begeistert über so viel neues Bastelmaterial. Schließlich kann man anhand der frischen Wolle den Kindern zeigen, wie man die Wolle wäscht, trocknet, einfärbt und Wollfäden zieht, um dann letztlich

beispielsweise einen Pullover zu stricken. Auch einige „neue Gesichter“ waren am Schaf-Aktionstag erstmals auf dem Görli dabei. Es waren Kinder, deren Eltern kurz zuvor am M·U·T Infostand irgendwo in Berlin mit einem von uns M·U·T-Machern gesprochen hatten. Die sich von uns Tipps gaben ließen, was man mitten in Berlin so alles kostenlos mit Kindern erleben kann. Und die am Ende einfach mal auf dem Kinderbauernhof vorbei schauten.

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V.l.n.r.: Mandy, Jessi, Kelly und Sandy sind die "Informationsschnittstelle bei M·U·T e.V.

Bei der Schafschur auf dem Görli im Jahr 2012

Gespendete Wolle vom Lottihof

die Interaktion vieler einzelner Menschen und Projekte, alle mit individuellen Stärken, die gemeinsam ganz wunderbare Dinge bewirken können! ■ Frisch geschoren ist es im Sommer schön kühl

Die Gemeinschaft bei M·U·T e.V. ist vielfältig und wechselwirksam. Jeder kann teilnehmen, jeder kann mithelfen, jeder kann bei unseren Projektpartnern vorbei kommen. Was wir an unseren Informationsständen erzählen, wird

so für jeden erlebbar. Wir freuen uns über jeden Menschen, der sich einige Minuten Zeit am Infostand nimmt, denn oft entstehen daraus viele neue Möglichkeiten für beide Seiten, etwas Gutes zu bewirken. Das ist es, was M·U·T e.V. ausmacht:

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Bild © Alexandra Diezemann

Veranstaltung s­ ter­mine dieses Jour­nals finden Sie unte r w w w.mut-ev.bl ogspot.de


AKTUELL ... Kinderbauernhof Görlitzer e.V.

Ein Sommermärchen

Es war einmal eine Gruppe von 14 Kindern und 3 BetreuerInnen, die begaben sich auf den Weg nach Italien. Nach endlosen Stunden hallte der Schrei durch den Bus: „Italia, Italia“, als wir den Brennerpass überquerten. Doch noch lagen gut 500 Kilometer vor uns, bevor wir unser ersehntes Ziel, einen schönen, alten Bauernhof im Herzen der Toskana, erreichen sollten. Ein Bericht von Michael Schulze

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itten in der Nacht angekommen, mussten wir uns erst einmal durch einen dunklen, verwunschenen Wald schlagen. Denn der Bauernhof kann nur mit einem Jeep erreicht werden und dieser transportierte unser Gepäck. Die ersten Tage hatten wir richtig schönes Sommerwetter und unsere Gruppe war meist an einem wunderschönen Wasserfall, um sich abzukühlen oder stand vor der Eisdiele, um sich mit dem besten Eis der Welt die Bäuche vollzuschlagen. Abends saßen wir um das Lagerfeuer oder spielten endlos (ohne die BetreuerInnen!) Flaschendrehen. Gestört wurde die Nachtruhe immer wieder durch panikhafte Schreie, wenn wieder einer der vielen Skorpione an der weißen Wand in den Zimmern entdeckt

wurde. Aber Lebensgefahr bestand zu keiner Zeit! Die Tiere sind in etwa 5cm groß und ein Stich ist so giftig wie ein Bienenstich. Uns wurde auch versichert, dass noch nie jemand gestochen wurde.

Tornados, Forellen und ganz viel Eis Natürlich hingen wir nicht nur faul in der Sonne und am Wasser. Wir waren ja schließlich in Italien, dem Land der Kulturschätze. So machten wir auch einen Ausflug nach Florenz. Doch dort bestand die Kulturbegeisterung hauptsächlich darin, sein Geld in den Geschäften und Eisdielen auszugeben, was ja auch schön ist. In der zweiten Hälfte unserer Reise ließ das Wetter zu wünschen übrig. Hinter vorgehaltener Hand wurde Cengiz (der

Name wurde von der Redaktion geändert) dafür verantwortlich gemacht, da er des Öfteren sein Essen nicht aufgegessen hatte. Mal regnete es, mal gewitterte es mit Hagel und einige meinten gar, einen Tornado gesehen zu haben. Wir ließen uns nicht beirren und verlebten weiter schöne Tage. Ein Ausflug zu einer Forellenfarm wird wohl allen in Erinnerung bleiben. Jeder konnte sich dort selber einen Fisch fangen. Musste ihn aber auch selbst ausnehmen. Alle haben sich einen gefangen und abends über dem Feuer gebraten. Ein anderer Ausflug bleibt sicherlich auch in Erinnerung. Wir wollten am vorletzten Tag in einen Aqua Park mit vielen großen Rutschen und sind dort auch hingefahren. Nur leider war auf Grund eines technischen Problems geschlossen. Die Kinder haben es mit erhobenem Haupt ertragen und wurden einen Tag später mit einem Ausflug in ein Schwimmbad mit einer kleinen Rutsche getröstet. Auf die Frage, ob die Kinder sich denn auf Berlin freuen, kam die Antwort: „auf keinen Fall, dort gibt es ja nicht so gutes Eis wie in Italien“. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schlecken sie noch heute. ■

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Stiftung Liebenau am Bodensee

Ein schöneres Tiergehege in 72 Stunden Liebenau am Bodensee: Sie zimmerten einen „Carport“ für die Hasenställe, bauten einen Kletter­ parcours für die Ziegen, reinigten den Ententeich und sanierten das Holzhaus. In 72 Stunden haben 30 junge Ministranten aus Kehlen den Liebenauer Streichelzoo schöner gestaltet. Hintergrund war die bundesweit größte Sozialaktion junger Menschen „Uns schickt der Himmel“. Ein Bericht von Lioba Scheidel

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irko Bätz lobt: „Das Freigehege für die Hasen ist stabil“. Besonders gefällt dem Tierpfleger das Holzhaus, das die Jugendlichen mit starken Farben bemalen. Mirko Bätz organisiert Hammer, Schaufel, Schubkarren und schaut nach den Tieren, die in stoischer Zurückhaltung den Trubel und die Streicheleinheiten über sich ergehen lassen. Die Enten flattern aufgeregt über das Gelände, ihr Teich wird gereinigt. Mit frischen Blättern lassen sich die Ziegen „überreden“, den Kletterparcours zu testen. Um an Höhe zu gewinnen, haben die Jugendlichen mächtige Baumabschnitte und Felsgesteine bewegt. Die Bewohner aus den umliegenden Heimen begrüßen die Jugendlichen und staunen. Das Holzhaus strahlt in rot, blau und grün.

Miteinander – 72 Stunden in der Stiftung Liebenau Die Auftaktveranstaltung war in Friedrichshafen. 300 Jugendliche aus dem Dekanat sind für Sozialaktionen angetreten. Erst dort haben die 16 Teams ihren Auftrag erhalten. Die Spannung war groß: „Was wird kommen?“, „Wie wird es sein?“. Für viele Jugendliche ist es die erste Begegnung mit der St. GallusHilfe. Die Mitarbeiterinnen Susanne Aggeler und Ruth Hofmann beglei-

ten das Projekt und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Befangenheiten sind schnell abgebaut. „Wer hat auf was Lust?“, „Wer bringt was mit?“. Die Details werden mit den Tierpflegern besprochen und großzügige Spender liefern Holz, Farben und Dachpappe. Die Holding der Stiftung lädt zum Essen und Trinken ein und zum Übernachten auf dem Gelände.

Unkomplizierter Kontakt Vor 12 Jahren wurde das Klein­ tiergehege in Anwesenheit der Gattin des damaligen Minister­präsidenten Erwin Teufel eingeweiht. Der Verein Mensch·Umwelt·Tier e. V. unterstützt seither die Initiative. Heimbewohner genießen den Streichelzoo in ihrer Nähe. „Die Tierpfleger organisieren das Futter, misten die Ställe aus und kümmern sich selbstverantwortlich um das Wohl der Tiere“, berichtet Ruth Hofmann. Sie sieht das Tiergehege als Chance: „Die Menschen können es, wenn man sie lässt“. So ist für Ernst Kohl der Zoo zur Lebensaufgabe geworden. Michael Freudenberg hat einige der Tiere aufwachsen sehen und Agnes Reichhart liegt das Wohl der Tiere am Herzen. Der Kontakt mit den Jugendlichen ist völlig unkompliziert. „Sie begegnen sich im Tun“. Susanne Aggeler ist das Miteinander wichtig und die Gemeinschaft. Die 72-Stunden-Aktion wird vom Südwestrundfunk für „Religion, Kirche und Gesellschaft“ begleitet. Für den Redakteur Bernd Seidl steht die Begegnung im Mittelpunkt, die hohe Aufmerksamkeit für soziale Einrichtungen. Die Bewohner spüren: „Wir werden wahrgenommen“. Die Oberministrantinnen Leonie Zehrer und Christina Lehle wertschätzen den guten Verlauf: „Die Tierpfleger sind sehr hilfsbereit und richtig witzig. Wir können ei-

Junge „Künstler“ streichen das Holzhäuschen mit starken Farben.

gene Ideen einbringen. Es macht ganz viel Spaß“. Am Sonntag ministrieren die Jugendlichen im Gottesdienst, feiern gemeinsam mit den Bewohnern ein Fest. Wolfgang Ilg vom Pastoralen Dienst spricht den Segen. Agnes Reichhart darf im Tor zum Tiergehege das rote Band durchschneiden. ■ Die vier verantwortlichen Tierpfleger (v.l.n.r.) Michael Freudenberg, Mirko Bätz (vorne), Ernst Kohl und Agnes Reichhart sind zufrieden.

Tierpflegerin Agnes Reichhart darf im Tor zum Tiergehege das rote Band durchschneiden.

Die Enten flattern aufgeregt über das Gelände, ihr Teich wird gereinigt.

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MAGAZIN ... Therapiehunde Berlin e.V.

Wo ist denn der weiße Hund? Herrn Ehrhardt, der seit 2011 ehrenamtlich für den Therapiehunde Berlin e.V. mit seinem Hund Jade, einem Englischen Bullterrier Mini, die Senioreneinrichtung „HermannRadtke-Haus“ in Berlin-Buckow besucht, erkenne ich schon von weitem. Denn Jade leuchtet geradezu mit ihrem schneeweißen Fell. Wir treffen uns am 4. Juli 2013, um gemeinsam die Bewohner des Seniorenheims zu besuchen. Ein Bericht von Alexandra Diezemann, Pressesprecherin M·U·T e.V.

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uf diesen gemeinsamen Besuch habe ich mich persönlich schon sehr lange gefreut. Denn mit Therapiehund Jade unterwegs zu sein, ist schon etwas Besonderes. Schließlich wird Jade schnell verwechselt mit dem „echten“ Englischen Bullterrier, der zu den als „gefährlich“ eingestuften Hunden gehört. (Ein Information zum Unterschied finden Sie im InfoKasten auf Seite 16/17.) Mit ihrer süßen gebogenen Schnauze sehen sie und ihre Artgenossen meiner Meinung nach zwar nicht wirklich gefährlich, sondern eher lustig aus – so, als hätten sie den Schalk auf der Schulter. Viele Menschen attestieren diesen Hunden auch ein „sonderbares“ Aussehen – aber, die Geschmäcker sind nun einmal verschieden. Jade ist in jedem Fall hochgradig sympathisch und geht freudewedelnd auf jeden zu.

Bevor wir ins Seniorenheim zu den Bewohnern gehen, erzählt mir Herr Ehrhardt noch ein wenig darüber, wie er zur Arbeit bei Therapiehunde Berlin gekommen ist. „Eigentlich ist meine Großmutter Schuld“, erzählt er schmunzelnd. „Wir hatten früher einen anderen Bullterrier (Espen), mit dem ich oft meine Großmutter besucht habe. Er kletterte gerne zu ihr aufs Bett, sodass sie ihn besser streicheln konnte. Da sagte eines Tages meine Großmutter – besuch doch mit dem Hund mal die Senioren, die in einem Heim leben.“ Da dieser frühere Hund selbst schon Rentner war und dann auch nicht mehr solange lebte, wurde der Gedanke zunächst verschoben. Herr Ehrhardt kam aber kurz darauf zu seinem Hund Jade, die jetzt im November 4 Jahre alt wird. Er dachte an die Worte seiner Großmutter und wurde aktiv. Im Gespräch zur Aufnahme in den Verein Therapiehunde Berlin e.V. war es am Anfang gar nicht so einfach, eine geeignete Einsatzstelle zu finden. Denn leider haben noch immer viele Einrichtungen große Vorbehalte und hegen Vorurteile diese Hunderassen betreffend (siehe hierzu den Infokasten).

Ein Besuchshund muss zu jeder Zeit die Ruhe bewahren Wie aber bei allen Hunden, liegt ein mögliches Problem nun einmal immer am anderen Ende der Leine. Und gerade was die Englischen Bullterrier Mini betrifft, so sind diese in den USA schon sehr lange als Therapiebegleithunde oder Besuchshunde beliebt und gerade, eben weil ihre Reizschwelle so hoch ist. D.h., diese Hunde fah­ ren sozusagen nicht schnell aus der Haut, sondern bewahren die Ruhe, auch wenn es mal hektisch wird. Und beim Besuch in einem Seniorenheim, da wird es durchaus auch einmal etwas wilder und laut. Schließlich freuen sich die Bewohner dann sehr, wenn „ihr“

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Bilder © Alexandra Diezemann

beikommt, schnuppert sie natürlich interessiert – vor allem Bananen haben es ihr angetan.

Hund wieder zu Besuch kommt. Jeder möchte den Hund streicheln, ihn liebkosen, ihm etwas sagen. Da kommt es zu Stimmengewirr und schnellen Bewegungen von vielen Seiten. Ein Hund darf in einer solchen Situation natürlich nicht gestresst reagieren, darf erst recht nicht schnappen oder knurren. Jade ist die Ruhe selbst. Sie lässt sich anfassen, guckt gemütlich von rechts nach links und scheint fast vor sich hin zu lächeln. Als eine Pflegerin im Heim mit einem Essenswagen vor-

Wir gehen zunächst in ein Zimmer, das sich zwei Bewohnerinnen teilen. Mit von der Partie ist die Ergotherapeutin Franziska. Die beiden Damen plaudern ganz aufgeregt und freuen sich sichtlich über den Besuch und die damit verbundene Abwechslung. Sie erzählen von einem Besuch (hatte das Heim organisiert) bei einer Ranch in der Nähe des Hoppegartens wo es viele Pferde gab, die sie mit Möhren gefüttert hatten. Auch Kätzchen seien da gewesen. Es sei so schön, Tiere um sich zu haben. Und Jade bekommt eine halbe Banane während unseres Aufenthalts. Nach einiger Zeit wechseln wir das Zimmer und besuchen zwei weitere Damen. Jade krabbelt halb auf das Bett der einen und lässt sich aus der vom Leben gezeichneten Hand ein paar Leckerlis geben. „Das kitzelt“, sagt die im Bett liegende ältere Dame und lächelt. Heute wolle sie nicht raus in den Garten. Es ist auch recht schwül an diesem Tag und das macht vielen Bewohnern zu schaffen. Aber Herrn S., der nach einem Schlaganfall im Rollstuhl sitzt, motivieren wir und gehen zusammen in den hübschen Garten der Anlage. Hier steht auch ein großer überdachter Kaninchenstall mit Auslauffläche – Jade ist natürlich sehr interessiert an den süßen Hopplern. „Sie würde nur mit ihnen spielen wollen“, erklärt Herr Ehrhardt. „Auch den Kaninchen würde sie nichts

tun.“ Für meinen Hund könnte ich da glaube ich nicht die Hand ins Feuer legen … Herr S. spricht nicht. Es fällt aber auf, dass sich immer mehr ein Lächeln um seine Mundwinkel bildet. Und schließlich sitzt die weiße Jade,

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MAGAZIN ...

Da ist jemand, den man liebhaben kann Es ist schön, dass ein Englischer Bullterrier (Mini) wie Jade auch dabei hilft, Vorurteile gegenüber bestimmten Rassen abzubauen. Ihr Besitzer Herr Ehrhardt erzählte, dass er und der Verein Therapiehunde Berlin schon lange auf der Suche nach einem Senioren­heim waren, die einen „solchen“ Hund willkommen heißen. Im Seniorenheim Hermann-Radtke-Haus ist Jade mehr als willkommen. Wir finden das großartig und freuen uns sehr, dass immer mehr Einrichtungen zum einen den Sinn und die Freude eines Besuchshundes erkennen und anerkennen und dass sogenannte als gefährlich eingestufte Hunde hier das tun, was allen Freude

Englischer Bullterrier

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ie Zucht des Bullterriers nahm in Mittelengland ihren Anfang und damit an den Orten der großen Kohlezentren und Porzellanmanufakturen, wo einst auch die Tierkämpfe eine Monopolstellung genossen und das Aufeinanderhetzen verschiedenster Tiere in Verbindung mit erstrebten Wettgewinnen eine beliebte Abwechslung des Volkes war. Um Hundekämpfe durch Schnelligkeit, Mut und Aggressivität spektakulärer zu machen, wurde eine kleine, bewegliche und leistungsfähige Hunderasse gesucht, deren Schnauze besser zum Beißen geeignet sein sollte als die des eher langsamen VollblutBulldogs. So entstand der Bullterrier als eine Kreuzung zwischen der englischen Bulldogge alten Typs, dem später nach dem Inkrafttreten des Kupierverbotes in England um 1880

macht – schmusen, Leckerlis futtern und einfach ein bisschen Blödsinn machen … Ich persönlich gehe immer mit einem etwas klammen Gefühl im Bauch aus einer Senioreneinrichtung heraus. Man sieht die vielen älteren Menschen, die auf ein langes Leben zurückblicken. Man sieht die vielen älteren Menschen, die in diesem Seniorenheim zwar auf das Beste betreut werden. Aber natürlich fehlt es immer an Zeit. Zeit für aufmerksame Worte, Zeit für ein Streicheln über die Hände. Zeit für ihr Leben. An Tagen, wenn „der weiße Hund“ kommt, erhellen sich die Gesichter ein wenig. Denn es ist jemand da, den man liebhaben kann. Mir wird immer ganz warm ums Herz und man wünscht sich, noch länger bleiben zu können. Umso wichtiger ist es, dass Sie, liebe Mitglieder, durch Ihre Unterstützung dazu beitragen, dass diese Besuche überhaupt durchgeführt werden können. Sie schenken damit den Menschen glückliche Momente. ■

ausgestorbenen White English Terrier und dem Dalmatiner. Noch heute gibt es in der Zucht von Bullterriern Hunde, die ihrem Äußeren nach zum einen oder anderen Rasseahnen hin tendieren. So spricht man vom Dalmatiner- (eher hochläufig, nicht so schwer gebaut, wirkt eleganter), Bulldog- (eher kurzläufig, sehr knochenstark, schwer und plump gebaut, häufig mit Vorbiss behaftet) oder Terriertyp. Bevorzugt wird der sogenannte „Allrounder“, die als perfekt betrachtete Mischung aus allen drei Hundetypen in einem Individuum vereint. Sein idealer Charakter wird als eigensinnig, feurig und tapfer beschrieben, dabei mit einem ausgeglichenen Wesen, diszipliniert und freundlich gegenüber Menschen. Züchter sollen nunmehr Tiere, die diesen Forderungen nicht nachkommen, nicht

Bilder © Alexandra Diezemann

die von Kindern auch oft „Eisbär“ genannt wird, auf seinem Schoß. Mit Herrn S. gehen wir dann zurück ins Heim hinein. Heute gibt es Goulasch zum Mittagessen.

wesensfest oder gar aggressiv sind, von der Zucht ausschließen. Die FCI verlangt in der Rassebeschreibung folgende Eigenschaften: „Mutig, lebhaft, mit einem verspielten Wesen. Ausgeglichenes Wesen und diszipliniert. Obgleich sehr eigensinnig, ist er im Besonderen sehr gut gegenüber Menschen“.

Bullterrier als „gefährliche Hunde“ Der Bullterrier wird von den meisten deutschen Bundesländern in ihren Hundeverordnungen oder -gesetzen in der Liste der gefährlichen Hunde aufgeführt. Das bedeutet, dass die Haltung und/oder Zucht des Bullterriers in diesen Bundesländern verboten oder eingeschränkt ist. Des Weiteren wird diese Rasse im Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz geführt, wodurch

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Seniorenheim Hermann-Radtke-Haus

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as 1956 eröffnete Seniorenheim HermannRadtke-Haus unweit des Erholungsparks Britzer Garten verfügt nach Umbau und Sanierung heute über 57 Einzel- und 18 Doppelzimmer, die überwiegend mit eigenem Bad (Dusche, WC, Waschbecken) ausgestattet sind. Alle Zimmer und Zugänge im Haus sind barrierefrei gestaltet und für Rollstuhlfahrer erreichbar. Der hübsche Garten, die einladende gepflasterte Terrasse, ein schöner Teich sowie der große Saal im Erdgeschoss sind beliebte Orte zum Ver­ weilen, für Ver­an­stal­tungen und Gruppenaktivitäten. Das Senioren­heim ist in die Infrastruktur der näheren Umgebung eingebunden und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Seniorenheim Hermann-Radtke-Haus Buckower Damm 31 12349 Berlin Tel.: 030 60 97 16 400 Fax: 030 60 97 16 401 Anreisehinweise: Busse 181, M44 „Buckower Damm/ Gutschmidtstr.“

der Import in das Bundesgebiet verboten ist, auch in jene Bundesländer, in denen der Bullterrier nicht in der Rasseliste steht. In der Schweiz führen zehn der zwölf Kantone mit Rasselisten den Bullterrier auf diesen Listen, die Haltung ist in diesen Kantonen bewilligungspflichtig. In den Kantonen Wallis und Zürich sind Haltung, Zucht und Einfuhr verboten. Quelle: Wikipedia

Unterschied Standard Bullterrier / Miniatur Bullterrier Der Unterschied zwischen Standard und Miniatur Bullterriern besteht außer in der Größe eigentlich nur im Temperament und in der Führigkeit. Die Miniatur Bullterrier haben in der Regel einen höheren Spieltrieb und sind dadurch auch schneller und besser zu motivieren als ihre größeren

Verwandten. Der Miniatur Bullterrier stellt viel Hund im kleinen Format dar. Er vereint alle Eigenschaften seines großen Bruders wie Furchtlosigkeit, Feuer, Schneid, Zähigkeit, Verspieltheit und Clownhaftigkeit in kleiner handlicher Verpackung in sich.

und Beachtung. Er genießt es sehr, gestreichelt zu werden und nimmt gerne von sich aus engen Körperkontakt auf. Er braucht unbedingt den Kontakt zu Menschen. ■

Bereits seit 1860 wurden Unterschiede zwischen Standard und Miniatur Bullterriern gemacht. Es ist sehr schade, dass diese absolut eigenständige Rasse oft nur als Anhängsel des Standard Bullterriers behandelt wird. Der Miniatur Bullterrier ist sehr menschenfreundlich und anpassungsfähig. Er genießt es, im Mittelpunkt zu stehen und lechzt geradezu nach Aufmerksamkeit

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KID'S KALLE ...

Toll gebastelt, gut recycled! RRR Da, Rschau R Isigor! R

Schon wieder. Alle schmeißen ihren Müll einfach nur in die Gegend.Gemeinheit!

G

R

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igor a t Is h da le Idee ... h ol oc ne t ei

Hey! Warum sammeln wir nicht einfach den ganzen Müll ein und machen etwas Schönes daraus? Müll muss nicht Müll bleiben. Man kann mit Phantasie aus allem noch was Tolles machen. Pass mal auf Kalle! Schon legen die Freunde los: Als erstes bauen sie ein Dosentelefon, so können sie bei der Arbeit gut miteinander sprechen. Könnt ihr auch selber nachbauen, ist ganz einfach. Ihr braucht: zwei Dosen


(Joghurtbecher gehen auch), eine lange Schnur. Dosen am Boden mit einem Loch versehen, Schnur durchfädeln und von innen einen dicken Knoten machen. Fertig! Und dann legen die Freunde los: Die Ideen sprudeln nur so. Ein Roboter muss unbedingt gebaut werden. Aus dem alten Fahrrad soll ein schickes Windrad werden. Der alte Stiefel ist doch ein prima Blumentopf ...

Ach, und dann wollte Kalle eh seinen Blumengarten neu anlegen. Da kann man doch prima die alten Verpackungen als Blumenkasten benutzen. Genug Material für ein neues Windlicht finden sie auch noch. Übrigens, so ein Windlicht könnt ihr bestimmt auch basteln. Ihr braucht nur eine alte Dose, Hammer, Nagel, Draht, eine Kerze und etwas Wasser. Und so geht's: Als erstes füllt ihr die Dose mit Wasser und stellt sie ins Eisfach. Wenn das Wasser gefroren ist, könnt ihr loslegen. Der Trick dabei ist, dass sich die Dose nun nicht mehr verbiegen kann, wenn ihr mit dem Hammer und dem Nagel ein schönes Muster in die Dose hämmert. Zeichnet das Muster zuvor auf der Dose an. Und dann wird der Hammer geschwungen! Vergesst am oberen Rand der Dose nicht, zwei Löcher für den Henkel zu machen. Eis raus, Draht durch, Kerze rein und fertig!

Hallo Kinder! Bastelt doch auch einmal aus alten Sachen was Neues. Viel Spaß dabei wünscht euer Kalle.

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MAGAZIN ... Mensch und Tier e.V.: Pudel-Duo Lenny und Gino

Zehn Jahre Freude im Haus Mit strahlenden Augen und einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht sitzt Frau Anft in der Runde der Hundefreunde. „Ja, wir hatten früher auch so einen lieben Hund zu Hause. Unser Wastl, ein kleiner Dackel, war ein richtiges Familienmitglied“, sagt die Bewohnerin unseres Pflegeheims. Von Gabi Bollmann und Isabel Rudahl

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ede Woche donnerstags kommt das Duo auf vier Pfoten mit Frauchen Heidi Lehr hier ins Haus. Es wird gestreichelt, gestrahlt, und mit den Vierbeinern erzählt. Die Freude ist auf beiden Seiten groß. Lenny und Gino kommen voller Freude zu ihren zweibeinigen Freunden. Anfassen und angefasst werden, Wärme geben und bekommen, Freude

Umgang mit dem Tier fällt es ihnen auch im hohen Lebensalter leichter, Anschluss an andere Heimbewohner zu finden.

schenken und erleben! Es gibt keine schönere und direktere Art und Weise, Menschen zu erreichen und mit ihnen zu kommunizieren.

Ebenso wirkt sich der Umgang mit Tieren positiv auf die Gesundheit aus. Der Kontakt zu Tieren soll, laut Studien, das Stressempfinden der Heimbewohner reduzieren. Dies lässt sich beispielsweise daran erkennen, dass der Blutdruck sinkt, wenn ein Tier in unmittelbarer Nähe ist oder ein Tier gestreichelt wird.

Tiere im Wohn- und Pflegeheim fördern soziale Kontakte. Tiere bedeuten nicht nur Zuneigung und Begleitung im Alltag, sondern stellen für ältere Menschen auch eine Motivation dar, die somit zu mehr Lebensfreude führt. Durch den

In For m eines kleinen Sektempfanges feierten wir am Donnerstag den 21.03.2013 im AWO Wohn-und Pflegeheim SalzgitterThiede das zehnjährige Bestehen der Therapiehunde Lenny und Gino in unserem Haus. ■

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Dass sich die Hasenversorgerin dann schon mal mächtig erschreckt, weil plötzlich kein Häschen mehr da ist (hat der Fuchs etwa doch eine Lücke gefunden, habe ich ein Fluchtloch übersehen – war die Tür nicht fest zu?), interessiert sie herzlich wenig, aber den Weidenast zum Knabbern riechen sie meilenweit und dann kommen sie ganz schnell auch aus der letzten Ecke gehoppelt.

St. Elisabeth Stift Berlin

Rambo in Kuschel-Action Heute möchte ich wieder einmal über unser gemixtes Hasenpärchen berichten. Honey (Wildkaninchen/ Zwerghasen-Mix) und SchlappiRambo (Zwergwidder) sind ein tolles Team geworden! Nachdem leider unsere beiden anderen Häsinnen Ende des vorigen Jahres gestorben waren, war es zunächst sehr ruhig im Hasenkäfig geworden. Ein Bericht von Birgit Schulz

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ünktlich zum lang ersehnten Frühlingsbeginn fing es bei Honey mächtig an, in den Pfötchen zu jucken und sie ist nun unermüdlich dabei, ständig neue Höhlen und Gänge in den, zum Glück nach unten und zur Seite mit unüberwindbaren Steinen versehenen, Hasenfreiauslauf zu graben. Honey buddelt entsprechend ihrer Erbmasse für ihr Leben gern und Rambo weiß das sehr zu schätzen, wenn sie ihm wieder mal einen neuen Anbau präsentiert, z. B. einen extra tiefen

Gang, der wie eine Kühlzelle funktioniert – da kann man sich so toll von der schwülen Hitze retten, die uns ja vor ein paar Tagen alle geschafft hat.

Es muss nicht der Delfin sein Bei einer tiergestützten Therapie muss es nicht immer der bekannte Delfin, der Hund oder das Pferd sein. Die Delfintherapie ist ohnehin schwierig einzustufen, da es sich nach wie vor um Wildtiere handelt, die in Gefangenschaft nie artgemäß leben können. Beim Kontakt zu Kaninchen ist es wichtig, dass die Tiere ruhig und zahm sind. Sie dürfen natürlich nicht kratzen oder beißen. Und auch hier gilt es einzuhalten, dass die Tiere artgerecht gehalten werden. So dürfen Kaninchen niemals alleine gehalten werden und auch ein täglicher Auslauf muss gewährleistet sein.

Honey steht nicht so sehr auf Schmuseeinheiten, sie möchte lieber um Fressen betteln oder Architekt spielen – Rambo ist da ganz anders. Er schmust und hält ganz ruhig und genießt das Streicheln der Bewohner in vollen Zügen. Er ist beim „Strickliesel“ dabei, wenn die eine oder andere Teilnehmerin mal grad nicht mehr stricken oder weben möchte und eine kleine Auszeit braucht; er bringt selbst stark demente Bewohner dazu, mit der Hand über sein weiches Fell zu streichen und zaubert so manches Lächeln in die Gesichter der zumeist sehr pflegebedürftigen Bewohner. Der Standort des Geheges an der Gartengrenze zum Prater, gleich neben der Vogelvoliere, spornt die Bewohnerinnen und Bewohner zu einem Spaziergang an und die Bank neben dem Gehege lädt nicht nur beim Verpflegen und Saubermachen der Häschen zum Verweilen ein, sondern lässt sich auch prima für kleine Gespräche über die Tiere mit musikalischer Untermalung durch das Kanarienmännchen in der Vogelvoliere nutzen! ■

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© Franz Mairinger – Pixelio.de

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Zappelphilipp oder AD(H)S?

Wenn Kinder keine Ruhe geben Kennen Sie noch „Michel aus Lönne­ berga“ aus dem gleichnamigen Kinder­roman von Astrid Lindgren? Michel stolperte eigentlich von einem Missgeschick ins nächste, erschien hyperaktiv und überdreht. Dieses impulsive Verhalten findet sich auch bei vielen Kindern in unserer heutigen Zeit, die schnell ihren Gedanken nachgehen, ohne sich über mögliche Konsequenzen klar zu sein. Und da geht natürlich viel schief. Auch andere Figuren aus der Kinderliteratur beschreiben diese Art Kinder, die heutzutage in die Schublade „ADS“ (Aufmerksamkeits Defizit Syndrom) oder „ADHS“ (Aufmerksamkeits Defizit Hyperaktivitäts Störung) fallen. Man denke auch an das Buch „Der Struwwelpeter“, in dem der Zappelphilipp auf seinem Kindersitz seine Eltern schier zur Weißglut

bringt, weil er so lange mit dem Stuhl kippelt und herumzappelt, bis er umfällt. Viele Elternpaare haben hier ihr eigenes Kind wieder erkannt. Und dann? Erhält dann ein Kind den „Stempel“ AD(H)S? Ein Bericht von Alexandra Diezemann, Pressesprecherin Mensch·Umwelt·Tier e.V.

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uf einmal war dieses Thema AD(H)S in aller Munde. Was sind das für Kinder, von denen angeblich 5 % in Deutschland betroffen sein sollen? Krankheit oder Modeerscheinung? Wer war für den hohen Informationsfluss zu ADS und ADHS verantwortlich? Eltern hörten davon in der Schule, die Nachbarin las etwas dazu in der Zeitung und in Arztpraxen wurden plötzlich Rezepte für hyperaktive

Kinder ausgestellt: RITALIN® hieß die Wunderpille, die Kinder wieder zur Ruhe bringen sollten. Eine Pille für Kinder? Das schauen wir uns mal gemeinsam genauer an. Ritalin® ist ein eingetragenes Warenzeichen der Novartis Pharma Schweiz AG. In den 60er Jahren wurde das Medikament in den Vereinigten Staaten beworben, um müde Manager munter zu machen und gelangweilten Hausfrauen mehr Pepp zu geben. Ende der 60er Jahre fanden Wissenschaftler heraus, dass das Methylphenidat Ritalin® bei extrem aktiven Kindern die Konzentrationsfähigkeit steigert. Die Pharmaindustrie sattelte um und setzte auf die Kinder. Mit Erfolg. Der Absatz steigerte sich von anfangs nur 35 Mio. bis zu 200 Mio. Tagesdosen innerhalb von nur zehn

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© Alexandra H. – Pixelio.de

werden umfangreiche medizinische Untersuchungen wie Seh- und Hörtest, Aufmerksamkeitstest etc. mit dem Kind durchgeführt, um zusätzliche andere Störungen ausschließen zu können. D.h., bei der Diagnosestellung muss sich der Arzt darauf verlassen können, dass bspw. eine Mutter weiß, wie zappelig ein „normales“ Kind ist. Die Diagnose beruht daher zum größten Teil auf Fremdeinschätzung. Denn es gibt keine messbare körperliche Veränderung anhand derer man zuverlässig eine Diagnose stellen könnte.

Eltern sollten sich ausreichend Zeit für ihre Kinder nehmen und mit ihnen aktiv die Freizeit gestalten.

Jahren (Anfang 80er bis Anfang 90er Jahre). Das zu der Gruppe der leistungssteigernden Amphetamine Medikament macht allerdings stark süchtig, wie erst kürzlich in einer Studie nachgewiesen wurde. In Deutschland wiederholte sich der Verkaufsboom des Medikaments in den 90er Jahren. Von 1991 bis 1999 verzwanzigfachten sich die Verschreibungen, um sich in den letzten Jahren nochmals zu verhundertfachen. Meistens erfolgen die Verschreibungen nach der umstrittenen Diagnose Auf merk samkeits-Def izitSyndrom (ADS). Ritalin® (Me­ thyl­phenidat) kann AD(H)S nicht heilen, es dämpft nur die Symptome ab. Aber für die Pharmaindustrie bildete der Verkauf von Ritalin® einen Jackpot.

stimmt. Pille nehmen. Basta. Es bestehen verschiedene Meinungen zu diesem kritischen Thema. Es gibt die Sicht der Eltern, die eines Arztes, die eines Psychiaters, die eines Lehrers, die eines Vertreters

Kurioser weise f indet unter Erwachsenen ein Missbrauch des Medikaments zum Aufputschen statt (ist im chemischen Aufbau auch mit der Partydroge „Speed“ vergleichbar), während die Wirkungsstoffe bei Hyperaktivität genau ins Gegenteil umschlagen, also beruhigen. Die Nebenwirkungen des Medikaments sind dabei mehr als bedenklich. So zeigen viele Kinder, die Ritalin® nehmen, depressive Schübe, leiden an Teilnahmslosig- und Appetitlosigkeit. Der psychische Effekt auf Kinder durch die tägliche Einnahme eines Medikaments, ohne direkte Schmerz- oder Krankheitssymptome zu spüren, ist enorm. Kindern wird erklärt, dass mit ihnen etwas nicht

der Pharmaindustrie und nicht zu vergessen, die der Kinder.

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Diagnose AD(H)S Erkennungsmerkmale und Verhaltensmuster Es wurde von Ärzten eine Leitlinie zur Diagnostizierung von AD(H)S entwickelt. Dieser umfangfangreiche Fragenkatalog soll dem behandelnden Arzt helfen, herauszufinden, ob der junge Patient tatsächlich an ADS oder ADHS leidet. Der Arzt sitzt dabei im Gespräch mit einem Elternteil und fragt nach den Gewohnheiten des Kindes, Hobbies, schulischen Leistungen, Freunden, Verhältnis zu Lehrern usw. Anschließend

Wieso scheint die Krankheit AD(H)S eine Modekrankheit zu sein? Wieso tauchten plötzlich so viele Fälle auf? Liegt es nicht doch an unserer Gesellschaftsstruktur? Wenn wir in der Zeit zurückblicken, so ist deutlich, dass Kinder früher deutlich mehr Bewegung hatten als Kinder heute. Das Leben war insgesamt körperlicher orientiert. Heute ist alles schnelllebig. Da werden auf dem Schulweg noch schnell die Hausaufgaben vom Klassenkameraden abgeschrieben, auf dem Handy werden die neuesten Infos über Facebook ausgetauscht und dem Mädchen aus der dritten Reihe im Bus wird noch eine SMS geschrieben. In vielen Schulen wird der Unterricht auch mithilfe von Computern bewältigt und wenn es am Nachmittag regnet, spielt man an der Play Station. Auch die Anforderungen an die Kinder sind gestiegen. Das Hausaufgabenpensum ist vervielfacht worden, der Lernstoff wird immer dichter und komplexer, auch durch die Verkürzung der Schulsysteme. Und die Eltern? Viele Eltern haben keine Zeit mehr für Kinder oder nehmen sie sich einfach nicht. In Haushalten, in denen beide Elternteile leben, sind oftmals auch beide berufstätig. Oft ganztags. Kinder kommen dann als „Schlüsselkinder“ alleine nach Hause. Das Essen steht im besten Fall fertig auf dem Herd. Aber wo

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soll das Kind mit all seinen neuen Informationen hin? Mit wem kann es den gelebten Tag und die intensiven Eindrücke teilen? All diese Faktoren spielen eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Kindern. Denn gerade eine feste Tagesstruktur ist wichtig, auch um Vertrauen und damit auch Selbstvertrauen aufzubauen. Es ist wichtig, dass Eltern sich Zeit nehmen für ihre Kinder, ihnen zuhören und somit schnell spüren, wenn etwas nicht stimmt. Wichtig sind feste, Kuschel-,

Der Umgang mit dem Pferd stärkt das Selbstvertrauen

Lern-, Spiel- und Gesprächszeiten zwischen Eltern und Kindern. Und wenn das Kind nun tatsächlich doch mehr zappelt und mehr Ärger macht als andere?

„Der ist ja superdoof!“ Anders als die anderen sein Mensch·Umwelt·Tier e.V. hat sehr positive Erfahrungen bei seinem Projektpartner „Mensch und Tier e.V.“ gemacht, der mit seinem Pferdeprojekt in Großziethen in Berlin-Schönefeld arbeitet. Die Reitoder auch Hippotherapie eignet sich ganz hervorragend, um Kindern, die unter AD(H)S leiden, zu helfen. Ich persönlich habe noch immer Schwierigkeiten damit, Kindern diesen „Stempel“ aufzudrücken, aber lasse mal die Ausdrücke so stehen. Diese Kinder haben meist eine besonders verstärkte Sensibilität und scheinen ihre Umwelt intensiver wahrzunehmen als andere. Auch aus diesem Grund lassen sie sich so schnell ablenken und können sich nur schwer auf eine Sache konzentrieren. Der Umgang mit dem Pferd hilft dabei, zu projizieren, sich auf das Verhalten des doch großen Tieres zu konzentrieren. Die psychologische Begleitung während einer Reittherapiestunde verläuft auch deshalb so erfolgreich, weil vieles über das Medium Pferd kommuniziert werden kann. Einst war die Reittherapie im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten, wurde aber wieder herausgenommen, weil noch nicht so viele

Menschen über diese Therapieform informiert waren. Das Pferd übt auf Kinder eine stark beruhigende Wirkung aus und stärkt über alle Maßen das Selbstbewusstsein der jungen Reiter. Und genau an einem Mangel dessen leiden oftmals die AD(H)S Kinder. Sie fallen bei ihren Mitschülern als „anders“ auf und bekommen Zurufe wie „der ist ja superdoof“ auf dem Pausenhof zu hören. Was dann entsteht, ist eine negative Entwicklungsspirale, da das betroffene Kind eine Anti-Haltung aufbaut, bockt und die Situation für sich selbst nur noch verschlimmert. Im Umgang mit Pferden kann diese Anti-Haltung aufgelöst werden und die Akzeptanz der eigenen Person wird positiv verstärkt. Kinder sind von Natur aus aktiv, sind neugierig und wollen ihre

Sie interessieren sich für die Reittherapie? Wenden Sie sich für weitere Informationen gerne an: Mensch und Tier e.V. Pferdeprojekt Johannisthaler Chaussee 399 12351 Berlin Tel.: 0152 53845155. pferdeprojekt@freenet.de www.pferdeprojekt.de

Umwelt erkunden. Wir sollten sie dabei unterstützen und ihnen helfen, das Leben kennenzulernen und

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Bilder © Alexandra Diezemann

AD(H)S und Ernährung Kinder ernähren sich heutzutage oft sehr viel ungesünder als Kinder von früher. Aufgrund von Zeitmangel gibt es immer mal wieder das Fertiggericht aus der Mikrowelle, es werden zu viele Süßigkeiten gegessen, zu viel Chemie, zu viele Konservierungsstoffe und eine zu Gluten reiche Ernährung stört den natürlich Stoffwechsel unserer Kinder. Obst und Gemüse kommen zu kurz ebenso wie eine ausreichende Bewegung. Eltern, deren Kinder die Diagnose AD(H)S erhalten haben, können mit einer ausgewogenen Ernährungsumstellung sicher viel Positives zum Wohlbefinden ihres Kindes auf einer ganzheitlichen Basis bewirken.


Fragen an eine betroffene Mutter

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© S. Hoschlaeger – Pixelio.de

ch treffe mich im Juli 2013 mit einer Mutter, deren Kind unter ADHS leidet. In einem Gespräch hat sie die Gelegenheit, ihre Erfahrungen und Erlebnisse zu schildern. Um ihre Privatsphäre zu schützen, wurde ihr Name von der Redaktion ausgespart.

zu meistern. Das eine oder andere Kind ist da sicherlich auffälliger als andere. Aber wenn wir nochmal hinsehen, so entdecken wir gerade bei diesen besondere Fähigkeiten. Ich selbst kenne einen Jungen, der betroffen ist von der sogenannten ADHS-Erkrankung. Ja, er kann tatsächlich „nerven“ und ist in seinem Verhalten manchmal etwas rauer. Auf der anderen Seite erkenne ich in ihm einen sehr sympathischen, aufgeweckten und intelligenten Jungen, der einfach auf der Suche nach etwas mehr Aufmerksamkeit und Verständnis ist. Alleine, wenn er meinen Hund trifft, erhellt sich sein Gesicht und er wird sanft und liebevoll. Vielleicht sollten wir alle ein bisschen darüber nachdenken, was wir den Kindern in unserer heutigen Gesellschaft alles zumuten. Wenn ein Kind nach der Schule noch 2-3 Stunden damit beschäftigt ist, sein Hausaufgabenpensum zu bewältigen, gleichzeitig aber auch im Sportverein ist, um sich auch einmal auszupowern und womöglich noch ein Instrument lernt – wann ist dann noch Zeit, um einfach Kind zu sein? Mensch·Umwelt·Tier e.V. bietet durch seine Projektpartner ein breites Spektrum an kindgerechten Freizeitaktivitäten. Der Besuch auf einem der Kinderbauernhöfe in unserer Großstadt Berlin kann schon kleine Wunder bewirken. Denn hier dürfen Kinder das tun, was doch so wichtig ist: die Tiere und die Natur erleben und sich selbst als Teil unseres Lebenskreislaufs verstehen. Wir sollten ihnen da öfter einmal die Hand reichen und sie dorthin führen. Weitere Informationen zu unseren Projektpartnern finden Sie auf unserer Website www.mut-ev. org. ■

Diezemann: Wie lebt es sich mit einem hyperaktiven Kind? Mutter: Alltagssituationen sind auf einem „normalen“ Weg nicht zu bewältigen. Meist muss man neben seinem Kind stehen bleiben, wenn es darum geht, bestimmte Dinge zu erledigen (Hausaufgaben, mal den Müll raus bringen, Zimmer aufräumen etc.). Einfache Lebenssituationen können aber auch wirklich lustig sein, wenn sich das Kind z.B. über alle Maßen über oder auf etwas freut. Da kommt dann die pure Lebensenergie zum Vorschein. Diezemann: Wie empfindet sich das betroffene Kind? Mutter: Ich würde sagen, neutral. Die sogenannten „Stempel“ werden meinen Erfahrungen nach eher seitens der Schule aufgedrückt. So beeilte sich mein Kind einmal morgens sehr, um nicht zu spät zum Unterricht zu kommen, und kam etwas aus der Puste in den Klassenraum. Die Begrüßung des Lehrers: „Na, hast Du heute mal wieder Deine Pillen vergessen?“. So etwas ist nicht ermutigend und hilft wirklich niemandem. Diezemann: Wie haben Sie die Lehrer an Schulen erlebt? Mutter: In den Schulen ist einfach zu wenig Information zum Thema AD(H)S vorhanden, bzw. es finden keine zusätzlichen Schulungen zum Umgang mit diesen besonderen Kindern statt. Sie gelten schlicht als Störenfriede. Punkt. Mehr scheint der Lehrplan nicht herzugeben. Das Jugendamt ist zwar behilflich, aber es findet kein Austausch zwischen Schule und Jugendamt statt. Auch an einfache Dinge wird nicht gedacht. So erlebte ich eine Lehrerin, die, gut gemeint, allen Kindern mittags Traubenzucker gab, um einen Energieschub zu gewährleisten. Bei Kindern mit AD(H)S ist das keine gute Idee, da sie dann noch nervöser und hibbeliger werden. Nach einem Gespräch allerdings hat sie den Traubenzucker bei meinem Kind dann weggelassen. Sie hatte sich ohnehin über die extrem starke Hyperaktivität meines Kindes am Nachmittag gewundert … Diezemann: Wie stehen Sie zur Gabe von Ritalin? Mutter: Wir würden gerne gänzlich darauf verzichten. Allerdings sind die schulischen Leistungen ohnehin ständig gefährdet. Aufgrund des Leistungsdrucks gebe ich meinem Kind dann doch wieder das Medikament, damit es überhaupt eine Chance im Leben hat. Wenn in der Schule mehr Raum für Individualität wäre, würde alles besser funktionieren. So erlebte ich positiv an einer Schule, dass die Lehrerin mit meinem Kind ein Zeichen ausgemacht hatte. Wenn er unter massiven Konzentrationsstörungen litt, konnte er für kurze Zeit das Zimmer verlassen und auf dem Hof eine Runde laufen oder Luft schnappen. Der Zwang, dann sitzen bleiben zu müssen, macht für so ein Kind überhaupt keinen Sinn. Diezemann: Was sollte Ihrer Meinung nach in unserer Gesellschaft passieren, um das Leben von Kindern, die unter Hyperaktivität leiden, zu erleichtern? Mutter: Das Schulsystem müsste grundlegend reformiert werden. Es herrschen zu starre Strukturen. Wenn ich mir Privatschulen ansehe, so wird hier viel individueller auf Kinder eingegangen. Es wundert mich nicht, dass die Zahl der Privatschüler in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Warum werden z.B. die Stundenpläne nicht nach den natürlichen Bedürfnissen von (allen!) Kindern erstellt? Warum findet der Sportunterricht am Morgen statt und die Doppelstunde Mathe am Nachmittag, wo dann doch bei allen Kindern die Konzentration nachlässt. Warum fängt Unterricht zu verschiedenen Uhrzeiten an? Mal um 6.45 Uhr (nullte Stunde), mal zur zweiten Stunde (8.30 Uhr). Diese Unregelmäßigkeit bringt Unruhe in nötige Strukturen, die allen Kindern gut tun. Auch Eltern sind noch immer unzureichend über AD(H)S informiert. Mehr Aufklärung schafft auch mehr Verständnis. Viel zu schnell wird die Schuld am Kindesverhalten den Eltern zugeschoben. Sätze wie „der ist aber schlecht erzogen“ oder „da haben die Eltern wohl versagt“ kenne ich nur zu gut. Diezemann: Vielen Dank für das Gespräch.

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Das Team des Justus Delbrück Hauses | Akademie für Mit­be­ stimmung Bahnhof Jamlitz: Andreas Weigelt, Nina Schmidt, Kai-Uwe Kohlschmidt, Anett Quint, Doreen Schindler, Urszula Kiezun, Steffen Spandler, Josepha Dietz (v.l.n.r.)

KARUNA – Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not e.V.

Justus Delbrück Haus | Akademie für Mitbestimmung Bahnhof Jamlitz Am Tag der offenen Tür des Justus Delbrück Hauses, der Akademie für Mitbestimmung Bahnhof Jamlitz in Berlin am Samstag, dem 13.04.2013 kamen gut 200 interessierte Anwohner aus den umliegenden Ortschaften, um erstmalig nach Schließung des Bahnhofgebäudes im Juni 1996 ihren ehemaligen Bahnhof wieder in Augenschein

zu nehmen. „Wir sind sehr froh, dass dieser Ort wieder mit Leben erfüllt wird und finden die Idee, hier mit Jugendlichen und Kindern zu arbeiten eine feine Sache. So schön war der Bahnhof vorher nie gewesen, auch wenn in der oberen Etage alles noch ausgebaut werden muss. Wir drücken Euch die

Daumen und freuen uns, auf eine nächste Einladung“, so eine unmittelbare Nachbarin aus Jamlitz. Eine besondere Überraschung war der Besuch des ehemaligen Soldaten der sowjetischen Streitkräfte, Alexej Belinkow aus Moskau, der anlässlich seines Geburtstages von seiner Familie eine Reise nach Jamlitz geschenkt bekam. Er war bis zum

Abzug der sowjetischen Truppen als Soldat in der Umgebung von Jamlitz stationiert. Es kam zu sehr herzlichen Begegnungen zwischen dem ehemaligen Soldaten und den AnwohnerInnen. Ein Bericht von Jörg Richert

D

as Justus Delbrück Haus widmet sich Kindern und Jugendlichen, die von gesellschaftlichen Prozessen der Mitbestimmung und Teilhabe ausgeschlossen sind. Hier besu-

chen diese Kinder und Jugendlichen Seminare, die dem Prinzip Lernen durch Erleben folgen – so werden die Gruppen gemeinsam mit den TeamerInnen ihren Aufenthalt vor Ort gemeinschaftlich planen, umsetzen und auswerten; sie werden selbst kochen, das Haus in Ordnung halten und Anteil am Leben im Umfeld unserer Bildungseinrichtung nehmen. Im Vordergrund stehen dabei der Wille sich einzubringen, das Aushandeln und die Freude am Tun. Die Lernerfahrungen sollen Mut machen, die eigene Lebensrealität neu zu bewerten und gegebenenfalls neue Entscheidungen für sich zu treffen. Der Aufenthalt der Kinder und Jugendlichen sowie die Bildungsarbeit in den Seminaren wird jedem Einzelnen durch ein Stipendium ermöglicht, welches die Walter Blüchert Stiftung finanziert. Unsere Angebote für Kinder sind: • Wochenendaufenthalte u. Mini­ bildungsseminare von Freitag bis Sonntag • Ferienaufenthalte im Justus Del­ brück Haus • Ausflüge

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… und für Jugendliche und junge Erwachsene: „Schnuppertage“ – Tagesseminare zum Kennenlernen des Hauses und der Angebote, zum Klären der beiderseitigen Erwartungen und zur Ansprache der Frage: Was soll für mich hier in einem Seminar passieren? 3 bis 5-Tages-Seminare von Montag bis Freitag oder übers Wochenende Einzelpersonen-Praktika auch über einen längeren Zeitraum (14 Tage, halbes Jahr je nach Anforderungsprofil der Schule/ der Ausbildung) Bildungs- und Erholungs­aufent­ halte bis ca. 14 Tage in den Som­ mer­ferien Seminarreihen in der gleichen Gruppe z.B. 4 x 1 Woche über ein halbes Jahr verteilt

Alle Angebote haben drei inhaltlichmethodische Schwerpunkte: • Etwas miteinander zu tun haben! • Ein Thema spannend bearbeiten! • Medien wie Musik, Foto, Film, Theater, Outdoor, bewusst Kochen, Sport, Erinnerungskultur, interkulturelle Begegnungen... helfen der Gruppe und dem Einzelnen Themen zu bearbeiten. Themen können z.B. sein: Leben auf der Straße, Geschichte der NS-Zeit, DDR-Geschichte, Ökologie, soziale Gerechtigkeit, Rassismus, Gewalt, Minderheiten-Mehrheiten, Menschenrechte, Religion... Das verabredete Thema und das Medium werden methodisch so aufbereitet, dass der Teilnehmende sich ausdrücken und sich einbringen kann; dass das Kind und der Jugendliche spinnen, träumen, gestalten und planen kann.

Demokratie im Kleinen! In den Seminaren geht es nicht so sehr darum, zu lernen, wie Demokratie funktioniert, sondern dieses Funktionieren in der eigenen Gruppe zu erleben. Jede Gruppe

wird ihr eigenes Programm besprechen, planen und durchführen. Wann stehen wir auf, wer kauft ein, wer kocht, womit beschäftigen wir uns inhaltlich, wie wollen wir miteinander reden/zuhören, wer kümmert sich um das Holz für Lagerfeuer/ Kamin, wer repariert das kaputte Fahrrad im Keller... Neben den konkreten Ergebnissen sind die dabei entstehenden Aushandlungsprozesse wesentlich: wer bestimmt hier was und wie kann ich mich einbringen? Schnell wird erkenntlich, wie solche Prozesse mitunter schwer auszuhalten und zu steuern sind. Schnell wird aber auch sichtbar: Ich hab auch was zu sagen; ich hab (m)eine Meinung; es gibt Dinge, um die ich ringen will; ich will mich einsetzen. Wichtig ist, dass diese erste Wirkungen sich vertiefen können z.B. in der Primäreinrichtung und dass die Teilnehmenden nach der Heimreise Unterstützung erfahren, wenn sie sich engagieren wollen.

Erholen vom Alltag! Die Seminare lassen genug Raum und Zeit zum Erholen, zum Baden im nahegelegenen See, zum Radeln in der Umgebung mit den hauseigenen Rädern, zum Sitzen & Klönen am Lagerfeuer und Kamin, zum Seele-baumeln-lassen in der Hängematte... Mit unseren Angeboten fördern wir: • das aktive Zusammenleben in einer Gruppe. • die Anerkennung des Einzelnen als einzigartig und wertvoll zu erleben. • das Erproben von Autonomie, Selbst- und Mitbestimmung über die eigenen Belange und das Tragen von Verantwortung für die eigenen Entscheidungen. • die Entwicklung eigener Ideen und wie diese sich in der jetzigen Lebenssituation zivilgesellschaftlich einbringen lassen. • Selbstwirksamkeitserfahrungen,

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die selbstvertrauter und selbstbewusster machen. den Wissenserwerb über Rechte und Pflichten in der Demokratie. die Freude am Lernen. die erneute Bewerbung um ein Stipendium am Justus Del­ brück Haus | Akademie für Mit­­ bestimmung. Ruhe zu finden, sich zu erholen, gut zu Essen, Kanu und Fahrrad zu fahren, zu wandern und die Natur zu genießen. ■

Familie Delbrück bei ihrem Besuch in Jamlitz zusammen mit dem künftigen Team der Bildungsstätte: Dr. Sebastian Delbrück, HansJürgen Delbrück und Felicitas Fischer (Enkel, Sohn und Tochter von Justus Delbrück) mit Historiker Andreas Weigelt, Anett Quint und Karin Görsch (v.l.n.r.)

Die MitarbeiterInnen im Justus Delbrück Haus | Akademie für Mit­ bestimmung Bahnhof Jamlitz sind: Anett Quint, Einrichtungsleitung, Bad Muskau, Sozialpädagogin mit langjähriger Erfahrung in der deutsch-polnischen Kin­der-, Ju­ gend-, Kultur- und Gemein­wesen­ arbeit, Trainerin DPJW, gruppendynamische Fortbildungen der DGGO und Karin Görsch, Lieberose, Assistentin der Leitung. Justus Delbrück Haus | Akademie für Mitbestimmung Bahn­hof Jam­litz 15868 Jamlitz Tel.: 033671-2682 und 0176 10 612 789 Mail: jamlitz@karuna-ev.de www.bahnhof-jamlitz.de

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MAGAZIN ... Naturschutzstation Malchow e.V., Berlin

Der NaturHofladen

Unser NaturHofladen unterscheidet sich von herkömmlichen BioMärkten durch sein reichhaltiges Angebot garantiert heimischer und regionaler Spezialitäten. Obst und Gemüse der Saison gelangt feldfrisch in den Verkauf. Von einmaliger Spitzenqualität ist das langsam gereifte Fleisch von unseren Robustrindern. Die weiden ganzjährig artgerecht in Naturschutzgebieten und in Streuobstanlagen. Ein Hinweis von Trixie Hübschmann

ganz im Sinne des Vereinsmottos „Mit Herz, Hand und Verstand“. Denn: Mit Herz ... ... bietet Ihnen der Naturhof Malchow ein besonderes Einkaufs­ erlebnis! Mit seiner reichen Waren­ palette unterstützt unser Natur­

schutz-Verein regionale Anbieter, die Mensch, Tier und Umwelt mit Respekt behandeln. Mit Hand ... ... oder von Hand gefertigt sind die Nistkästen für Fledermäuse, die hübschen Keramik­erzeugnisse, gewebte Stoffe und nostalgisches Emaille-

Verbraucherschutz ist wichtiger denn je

Skandale in der Lebensmittelindustrie haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend gehäuft. Der Verbraucher fragt sich: Was kann ich noch mit gutem Gewissen essen? Wo kann ich Produkte kaufen ohne mir über mögliche Gesundheitsrisiken Gedanken machen zu müssen? Wie kann ich helfen, Tierleid aufgrund von Massentierhaltungen zu vermeiden? Ein Hinweis von Alexandra Diezemann, Pressesprecherin M·U·T e.V.

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lücklicherweise macht sich immer deutlicher ein Bewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln bemerkbar. Und jeder Mensch sollte sich klar machen: als Kunde hat man die Macht, Dinge in eine positive Richtung zu verändern. Jeder Cent an einer Supermarktkette zählt. Und wenn Sie sich entscheiden, NICHT das Geflügelfleisch im Discounter für 1,39 EUR zu kaufen, sondern dafür weniger Fleisch und dann in höherer Qualität, dann tun Sie ganz aktiv etwas für die Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren. Es muss nicht jeden Tag Fleisch sein. Es gibt so viele gut schmeckende vegetarische Gerichte, die einen abwechslungsreichen Speiseplan ermöglichen. Auch hier kann man sich umweltbewusst verhalten. Achten Sie darauf, Produkte aus der Region zu kaufen. Was nutzt es, wenn die Bio-Tomate aus Spanien kommt? Schließlich sind die Transportwege weit und der Energieeinsatz für die Transportwege ist hoch. Es muss auch nicht immer etwas Exotisches sein. Statt der Ananas kann man auch vitaminreiche Äpfel aus der Region kaufen. Und Erdbeeren im Winter braucht kein Mensch …

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er Honig unseres Vereinsimkers, das Obst von Streuobstwiesen und der daraus gewonnene wertvolle naturreine Saft sind Ergebnisse unserer Naturschutzarbeit. Der Natur­ Hofladen ist liebevoll gestaltet,

Wenn Sie die Gelegenheit haben, das Fleisch aus dem NaturHofladen der Naturschutzstation Malchow zu probieren, dann schmecken Sie den Unterschied. Aber sicherlich finden Sie auch in Ihrer unmittelbaren Region eine Möglichkeit, Tier- und Naturschutzbewusst einzukaufen. Gehen Sie also mit gutem Beispiel voran und animieren Sie andere, dasselbe zu tun.

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Naturschutzstation Malchow e.V. Dorfstraße 35 13051 Berlin Tel.: 030 92799830/ 31 Der NaturHofladen Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntag von 10-17 Uhr geöffnet Malchower Storchencafé Öffnungszeiten ab 1. März 2013: Mittwoch bis Sonntag von 12 bis 17 Uhr Veranstaltungen am Wochenende laut Programm (siehe www.naturschutzstation.malchow.de) für die ganze Familie. An Feiertagen geschlossen! Verkehrsverbindungen: Vom S-Bahnhof Hohen­schön­hausen mit dem 154er Bus in Richtung Buchholz-West, Auber tstraße oder vom S-Bahnhof Blankenburg mit dem 154er Bus in Richtung S-Bahnhof Wuhlheide bis Haltestelle Malchow/Dorfstraße und mit dem 259er Bus (S-Bahnhof Buch) Malchow/Dorfstraße – Berliner Allee / Indira-Ghandi-Straße

Geschirr. Selbst unser Streuobst ist handgepflückt. Mit Verstand ... ... bereichern wir natürlich auch Ihr Wissen beim Einkauf. Für Ihre Fragen, Wünsche und Anregungen finden Sie in den Mitarbeitern vom Naturhof Malchow aufgeschlossene Partner.

Die Natur hat den besten Geschmack Der NaturHofladen führt ausschließlich Produkte aus folgenden Bereichen: • Fleisch, Wurst, Streuobst, Saft, Honig, Nistkästen

• Mehl, Milch, Zucker, Gewürze

Das Storchencafé

Mit seinem reichhaltigen Angebot von Kaffee und Kuchen sowie regionalen und saisonalen Gerichten wird das Storchencafé gut angenommen. Bei besonderen Veranstaltungen kann das Storchencafé der Naturschutzstation Malchow mit einem vielfältigen kulinarischen Angebot immer zum Gelingen beitragen. Gut etabliert hat sich das Bio-Catering. Es versteht sich von selbst, dass sämtliche angebotenen Produkte Bio-zertifiziert sind. Die Räume des alten Storchencafés werden weiterhin für Veranstaltungen und als Seminarraum genutzt. ■

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Obst, Gemüse, Fleisch/Geflügel Brotaufstriche, Getreideprodukte, Molkereiprodukte, Getränke, Süßwaren Vom Bauer und Gärtner aus der Nachbarschaft Obst, Gemüse, Feld-, Garten- und Waldfrüchte Holz, Keramik und Töpferei, Nostalgiegeschirr aus Emaille, Wolle, Stoffe Erlesene Feinkost aus fairem Handel, regionale Delikatessen, saisonale Highlights wie Roh­ kost­s chokolade, Senf varia­ tionen, Kaffee, Aronia-Produkte, Konfitüren und Chutneys, Wei­ ne

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MAGAZIN ... Pferdehof Glutzow des Insel e.V. auf Rügen

Mittendrin ist besser als außen vor Nicht nur aus der Ferne die Pferde sehnsüchtig beobachten und ihrem sicheren Gang respektvoll nachschauen, nicht nur die Ziegen von weitem blöken hören, nicht nur das Stroh im Fernsehen rascheln hören, sondern mitten drin sein, anfassen, riechen, spüren und durch Berührung erleben, wie lebendig alles um uns herum ist. Ein Bericht von Ulrike Apitzsch-Schöttke

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o ist es, so kann man es erleben, wenn man sich zum Pferdehof nach Glutzow auf Rügen aufmacht und sich auf Tiere und Landschaft mit allen Sinnen einlässt. Glutzow ist dabei nicht nur ein idyllischer Ort im Süden der Insel, sondern es sind hier ein Pferdehof eine Töpferei und Holzwerkstatt zu finden, die zur Werkstatt für Behinderte Menschen des Insel e.V. gehören. Der Insel e.V. selbst, der seinen Stammsitz im 8 km entfernten Kransdorf hat, ist als Träger

der Behindertenhilfe seit 2005 hier in dieser Form aktiv. Er bietet 24 Menschen mit Behinderungen einen sinnvollen und abwechslungsreichen Arbeitsplatz. Jeden Tag kommen die Bewohner, die entweder in den umliegenden Wohneinrichtungen ihr zu Hause haben, oder auch verteilt auf der Insel Rügen wohnen, zum Pferdehof, um die Tiere zu verpflegen. So leben hier auf dem Hof derzeit 7 vereinseigene Pferde, 11 Pensionspferde sowie zwei Ziegen, die alle versorgt sein wollen. Dazu gehört das tägliche Rein- und Rausbringen aller Pferde sowie das tägliche Säubern und Einstreuen der Pferdeboxen. Aber es ist nicht nur die haltgebende Tagesstruktur, die sich positiv auswirkt, sondern auch der Kontakt zu den Tieren. Es werden durch den Umgang mit den Pferden Sinnesbereiche angesprochen, die das Wahrnehmen und den Ausdruck von Gefühlen ermöglichen, die sonst verborgen bleiben. Auch die eigene Körperwahrnehmung wird sensibilisiert und führt zu heilsamen Impulsen. Das wöchentliche therapeutische Reitangebot, das auch gern Klienten in Anspruch nehmen, die sonst in den anderen Werkstattbereichen beschäftigt sind, bietet dazu in konzentrierter Form Gelegenheit. Sie lieben es, die Pferde zu streicheln, zu putzen und zu reiten. Dann trauen sich auch schon mal die ganz Ängstlichen

aufs Pferd … und schon sind sie nicht mehr von den Pferden wegzubekommen. Auch Kinder und Jugendliche aus der Region kommen jede Woche zum Reitunterricht nach Glutzow, um ihr Hobby zu genießen und die Kraft der Pferde zu spüren. Auf unseren vier Kaltblütern, einer Warmblutstute und 2 Ponys lernen die Jüngsten das Einmaleins des Reitens und werden kindgerecht an das Reiten herangeführt, wobei der Spaß immer an erster Stelle steht. Es geht uns aber nicht nur um eine abgeschlossene Nutzung des Pferdehofes durch die Werkstattangehörigen und Einstaller, sondern auch um die Öffnung für den Umkreis, damit Anwohner, Familien und Interessenten die Möglichkeiten haben, den Pferdehof in seiner Vielfalt zu erleben. Neben den genannten Reitangeboten gehört das alljährliche Frühlingsfest genauso fest zu den öffentlichen Veranstaltungen, wie auch das winterliche Krippenspiel im Dezember.

Kremserfahrten und Ponyreiten sind sehr beliebt So haben sich dort, wo das vielstimmige Vogelgezwitscher sich tatsächlich wie ein Chorgesang anhört und nicht

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nur Spatzensolos zu vernehmen sind, wo der Blick ungestört weite Felder und Wiesen aufnehmen kann, ein kleiner Obstgarten grüßt und die Pferde sich geduldig streicheln und striegeln lassen, auch dieses Jahr Ende Mai trotz unbeständigen Wetters viele große und kleine Besucher in Glutzow eingefunden. Neben Kremserfahrt und Ponyreiten, den unumstrittenen Höhepunkten des Festes, gab es auch beim Dosenwerfen und Kindertöpfern immer wieder Andrang und Spaß. Ponyreiten heißt dabei immer auch die direkte Berührung mit dem warmen Pferderücken spüren, das Ausrichten des eigenen Körpers auf die Gangart des Pferdes zu erleben und sich mit ihm verbunden fühlen. Dass wir diese Angebote unentgeltlich machen können und nicht noch

Ein nächster Höhepunkt, zu dem es ebenfalls unentgeltliche Reit- und Mitmachangebote an einem ähnlich idyllischen Platz geben wird, ist unser Hoffest in Kransdorf Ende August dieses Jahres. Es findet konkret am 24. August ab 15.00 Uhr auf dem Gelände der ehemaligen Gutsanlage statt und bietet neben einem umfangreichen kulturellen Programm Einblick in den dort ansässigen landwirtschaftlichen und gärtnerischen Werkstattbereich. Auch wird es einen Überblick über die zugehörigen Wohnbereiche geben. Seien Sie herzlich dazu eingeladen und denken Sie daran: Mitten drin ist besser als außen vor!

ein kleiner Obolus für die Versorgung der Tiere fällig wird, verdanken wir auch den Spendern von M·U·T e.V.! So können wir alle Kinder einbeziehen und keines muss wegen ungeplanten Extraausgaben außen vor bleiben. Die Erwachsenen hatten in

der Zwischenzeit neben Kaffee und Kuchen Gelegenheit, die Töpferei und Holzwerkstatt anzuschauen und handgefertigte Produkte zu erwerben. Traditionell gab es zum Abschluss noch ein besonderes Spektakel für die Sinne, als es hieß: „Die Strohbox ist freigegeben“. Dann sieht man ein wildes Gewühle und Gesuche in einer mit losem Stroh gefüllten Pferdebox, in der kleine Geschenke voller Begeisterung von kleinen und auch größeren Kindern gesucht werden. Das Stroh mit seinem Duft und kitzligen Spitzen ist dabei eine ungewohnte Kulisse, bei der ganzer Einsatz gefragt ist. Mitten im Gewühl zu sein, heißt also auch zu lärmen, zu riechen, zu hören, zu tasten, zu schmecken und ist unersetzlich, wenn wir lebendig bleiben wollen. ■

Buchtipp von M·U·T e.V.

Der Krankentröster Ein warmherziger und sehr authentischer Austausch zwischen Freunden in einer extremen Lebenssituation verbunden mit Zukunftsvisionen, Überraschungen und viel Spaß; ein Teil der Bucheinnahmen gehen an das Kinderhospiz SONNENHOF. Ein Hinweis der Björn Schulz Stiftung in Berlin-Pankow

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as braucht ein Mensch, wenn er zwischen Hoffen und Bangen, voller Sorge und Überlebenslust im Krankenhaus liegt? Die überraschenden und lebensbejahenden Antworten findet man in dem neuen Buch von Jürgen von der Lippe und Gaby Sonnenberg. In der bekannt amüsanten und gleichzeitig tiefgründigen, warmherzigen Art und Weise schreiben von der Lippe und Sonnenberg nicht nur Arzt- und Krankenhauswitze auf, sondern geben berührend, komisch, lehrreich ihren E-Mailwechsel wieder, während die ehemalige Mitarbeiterin

von der Lippes gegen eine schwere Jürgen von der Lippe engagiert sich seit mehreren Krebs­erkrankung im Jahren für das Berliner Kinderhospiz SONNENHOF. So Krankenhaus kämpft. hat er sich entschieden, einen Teil der Einnahmen Die große Wirkung aus dem Verkauf des Buches „Der Krankentröster“ des Buches liegt in für dieses besondere Haus zu spenden. Also lächeln der beeindruckenden und lachen Sie, seien Sie tief beeindruckt und tun Authentizität der bei­ Sie mehrfach Gutes, indem Sie dieses Buch kaufen den Autoren und Freun­ und auch an die Richtigen verschenken! de sowie in der ureigenen Wachheit der erlebten Alltagssituationen gefüllt, Ge­danken, die die Situation ernst die der bekannte Entertainer gern an nimmt und gleichzeitig mit unprätensein Gegenüber verschenkt. Beide tiöser Lebensfreude und Empathie Autoren schmieden Zu­ begegnet. Viele Seiten sind darüber kunf ts­p läne hinaus mit feinsinnig entdeckten und und holen die Groß­p ackun­ gen der „beDer Krankentröster sten Medizin“ Von Jürgen von der Lippe hervor, um sie und Gaby Sonnenberg großzügig an Hardcover, 319 Seiten ihre lachenden 16,99 Euro und zugleich beAlbrecht Knaus Verlag, München rührten Leser zu ISBN 978-3-8135-0541-2 verteilen. ■

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SERVICE ... Veranstaltung 3. Charity Soccer Cup des Berliner Hard Rock Cafés zugunsten der Björn Schulz STIFTUNG. Es spielen Hobbymannschaften; Familienfest mit Bühnenprogramm und Tombola, Eintritt frei Sommerfest im Garten des Berliner Kinderhospiz SONNENHOF mit vielen unterhaltsamen Angeboten, Kinderspielen und lukullischen Genüssen. Wir feiern das 10-jährige Jubiläum des M·U·T Streichelzoos. Schwitzhütte zum Herbstanfang mit Regina Fuhrmann, Tel. 033433 589071 o. Tel. 033433 201, anmeldung@dreichen.de Backen mit Mandy von M·U·T e.V.. Auf der Knirpsenfarm wird wieder leckerer Flammkuchen im Holzkohleofen gebacken. Kommen Sie vorbei, machen Sie mit und probieren Sie! Erntedankfest mit Lagerfeuer und Stockbrot. Halloweenparty. Kultur & Küche Abend. Passend zu einer kulturellen Überraschung gibt es ein thematisch abgestimmtes mehrgängiges Essen. Anmeldung erforderlich unter Tel. 033433 201, anmeldung@dreichen.de

Datum Zeit

Ort

Sa., 24.08 ab 10.00 Uhr

August-Bier-Platz, Olympiapark, BerlinCharlottenburg

So., 25.08. 14.00 bis 18.00 Uhr

Sonnenhof der Björn Schulz Stiftung

Sa., 21.09.

Drei Eichen

So., 22.09. 12-15 Uhr

Knirpsenfarm im Grünen Campus Malchow

Sa., 28.09. ab 15 Uhr

Kinderbauernhof Görlitzer e.V. Kinderbauernhof Pinke Panke Drei Eichen

Do., 31.10. ab 16 Uhr Fr., 15.11.

Nähere Informationen erhalten Sie direkt bei unseren Projektpartnern. Die Adressen und Telefonnummern finden Sie auf den Seiten 34-35.

Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung Am Freitag, den 20. Dezember 2013 um 9.30 Uhr in der Rechtsanwaltskanzlei Anders & Jacob, Judenstr. 1-2, 06712 Zeitz Tagesordnung ❶  Feststellung der Tagesordnung und Beschlussfähigkeit ❷  Jahresbericht des Vorstandes über das Jahr 2013 ❸  Bericht des Steuerberaters ❹  Beschlussfassung über die Entlastung des Vorstandes für das Jahr 2012 ❺  Sonstiges Zur Teilnahme an der Versammlung bitten wir Sie, uns rechtzeitig eine Anmeldung bis spätestens 1. Dezember 2013 einzureichen. Nennen Sie uns bei der Anmeldung Ihren Namen und Ihre Anschrift. Bitte fügen Sie eine Kopie Ihres Mitgliedsausweises bei. Das Beitragskonto muss ausgeglichen sein.

Anschrift: Mensch·Umwelt·Tier e.V. Kaiserdamm 97 14057 Berlin

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REGELMÄSSIGE TERMINE Regelmäßige Termine auf dem ASP Waslala Tel. 030 67909356 KÖPENICK Alle Angebote richten sich an Kinder zwischen sechs und 14 Jahren und sind kostenfrei. Jüngere Kinder sind in Begleitung Erwachsener herzlich willkommen. Öffnungszeiten: im Winter 13-17 Uhr, in den Schulferien schon ab 12 Uhr. Montag bis Freitag: offenes Pferdeangebot: Bodenarbeit, reiten, Kutsche fahren (außer Mittwoch) offenes Bauangebot: Bretterbudenbau auf der Baufläche (außer Mittwoch) Tiere pflegen und versorgen (Stallarbeit, Fütterung, Schafspaziergänge, Kaninchen streicheln, Wissenswertes über Tiere und deren artgerechte Haltung lernen und vieles mehr), Feuer machen, backen im Lehmofen, offenes Spielangebot (große Freispielfläche mit Boulderwand, Rutsche, Seilbahn und vielem mehr), Kreativangebote Mittwoch: Spiel- und Gartentag (Gartenarbeit in unserem Weltgarten und an den Hochbeeten, Bogenschießen, Tischtennis, Federball und Dart spielen, Schach-AG, Linedance-AG)

Regelmäßige Termine Kinderbauernhof Pinke Panke Tel. 030 47552593 PANKOW Di: Kreativangebot Mi: Kreativangebot Do: Perlen- oder Wollwerkstatt Sa: Kochen u. Angebot nach Wahl So: Vormittag: Backen

Regelmäßige Termine Kinderbauernhof auf dem Görlitzer e.V. Tel. 030 6117424 KREUZBERG Sonntags ab 12 Uhr Elterncafé für alle mit Waffeln und Getränken Freitags ab 15 Uhr proben die Kinderbands Montags wird ab 15.30 Uhr gebastelt Dienstags ist die Fahrradwerkstatt ab 16 Uhr geöffnet Dienstag und Freitag ab 16 Uhr Kaninchen-AG – mit Anmeldung Dienstag und Donnerstag ab 16 Uhr Esel-AG – mit Anmeldung Hausaufgabenbetreuung täglich ab 15.30 bei Bedarf – außer Mittwoch und Wochenende Jeden 1. Samstag ist Backtag (mit unserem Lehmbackofen) für alle Jeden 2. Samstag im Monat Kinderflohmarkt ab 11 Uhr – für alle, die einen Stand wollen, bitte vorher anmelden! Jeden Samstag ab 13 Uhr (bis zum 20.06.2013): Ferienreisecafé als Unterstützung für die Reise der Stammkinder im Görlitzer Kinderbauernhof.

Regelmäßige Termine im Begegnungshaus "Villa Knirps", Grüner Campus Malchow Tel. 030 96248595, LICHTENBERG Täglich 14.30 Uhr: Fütterung der Tiere Dienstags 14-17 Uhr: Basteln

Regelmäßige Termine Jugendfarm Moritzhof Tel. 030 44024220, PRENZLAUER BERG (kostenfrei, ausgenommen Ponyreiten): Mo-Sa: 11.30-18 Uhr: offener Treffpunkt Mo-Sa: 12-16 Uhr: Stallarbeit Mo-Sa: 16 Uhr: Futtervorbereitung Mo-Sa: 17 Uhr: Fütterung Mo-Fr: 13-15 Uhr: pädagogischer Mittagstisch Mo-Fr: 14-15 Uhr: Tierpflegegruppe Mo: 15-17 Uhr: Wollverarbeitung

Di: 15-17 Uhr: Töpfern Mi: 15-16 Uhr: Stall- und Hofführung Mi: 16-17 Uhr: Pferdebasics Teil 1 Do: 15-17 Uhr: Schmieden Fr: 15-17 Uhr: Backen Sa: 14-16 Uhr: Kaffee & Kuchen Mo/Do/Fr: 15-17 Uhr: Reitgruppe Jeden 1. Und 3. Sa. im Monat: 15-17 Uhr: Ponyreiten für alle Kinder (1 EUR) Jeden 1. Di. im Monat: 17.30 Uhr: Kinderversammlung

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SERVICE ...

Die Projektpartner von M·U·T e.V. ... Baden Württemberg Fördergemeinschaft Freiburger Tiergehege e.V. Mundenhof 37 79111 Freiburg i.Br. Frau Eckert Fon: 0761/ 201 65 80 Fax: 0761/ 201 65 81 St. Gallus-Hilfe für behinderte Menschen gGmbH Stiftung Liebenau Siggenweilerstr. 11 88074 Meckenbeuren Herr Markus Wursthorn Fon: 07542/ 10 12 07 Fax: 07542/ 10 11 17 info@stiftung-liebenau.de www.stiftung-liebenau.de

Bayern Polizisten helfen – Polizeifreunde München e.V. Tegernseer Landstr. 210 81549 München Fon: 089/ 62 16 10 33 Fax: 089/ 62 16 10 38 info@polizistenhelfen.de www.polizistenhelfen.de Tabaluga Kinderstiftung Seestr. 1, 82327 Tutzing Fon: 08158/ 92 77 77 Fax: 08158/ 92 77 78 www.tabalugastiftung.de

Berlin Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen und Betreuen Bahnhofstr. 32 13129 Berlin-Pankow Frau Petra Schulze Fon: 030/ 474 77-451 Fax: 030/ 474 77-452 PetraSchulze@ASS-Berlin.org www.ass-berlin.org Björn Schulz Stiftung „Sonnenhof“ Wilhelm-Wolff-Str. 38 13156 Berlin-Pankow Fon: 030/ 39 89 98 50 Fax: 030/ 39 89 98 99

info@bjoern-schulz-stiftung.de www.bjoern-schulz-stiftung.de FIPP e.V. Abenteuerspielplatz Waslala Venusstraße/ Birnenweg 12524 Berlin-Treptow-Köpenick Frau Annette Hübner Fon: 030/ 67 90 93 56 Fax: 030/ 67 90 93 56 aspwaslala@web.de www.aspwaslala.de Förderverein Naturschutzstation Malchow e.V. Dorfstr. 35 13051 Berlin-Lichtenberg Frau Beate Kitzmann Fon: 030/ 92 79 98 30 Fax: 030/ 92 79 98 31 foerderverein@naturschutzsta­­tion-malchow.de www.naturschutzstation-malchow.de Jugendfarm Moritzhof e.V. Schwedter Str. 90 10437 Berlin-Pankow Fon: 030/ 44024220 Fax: 030/ 44024222 moritzhof@netzwerkspielkultur.de www.jugendfarm-moritzhof.de KARUNA – Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not e.V. Hausotter Straße 49 13409 Berlin Friedrichshain-Kreuzberg Frau Schützler Fon: 030/ 55 49 34 27 Fax: 030/ 55 48 95 27 karunaberlin@t-online.de www.karuna-berlin.de Kinderbauernhof Görlitzer e.V. Wiener Straße 59 b 10999 BerlinFriedrichshain-Kreuzberg Frau Claudia Hiesl Fon & Fax: 030/ 611 74 24 goerlikinderbauernhof@gmx.de www.kinderbauernhofberlin.de Malchower Grashüpfer e.V. Grüner Campus Malchow Malchower Chaussee 2

13051 Berlin-Lichtenberg Herr Tobias Barthl Fon: 030/ 96 24 85 95 Fax: 030/ 96 24 85 96 info@gruener-campus-malchow.de www.gruener-campus-malchow.de www.malchower-grashuepfer.de Spielraum Pankow e.V. Kinderbauernhof Pinke Panke Am Bürgerpark 15-18 13156 Berlin-Pankow Frau Annett Rose Fon: 030/ 47 55 25 93 Fax: 030/ 40 04 70 03 www.kinderbauernhof-pinke-panke.de info@kinderbauernhofpinke-panke.de St. Elisabeth-Stift Eberswalder Straße 17/ 18 10437 Berlin-Pankow Fon: 030/ 44 02 04-0 Fax: 030/ 44 02 04-115 www.elisabeth-diakonie.de info@elisabeth-diakonie.de Therapiehunde Berlin e.V. Herr Winfried Börner Warener Straße 5, Haus 3, Zi. 2190 12683 Berlin-Biesdorf Fon: 033201/ 50 25 19 Mobil: 0176/ 51 21 72 43 www.therapiehunde-berlin-ev.de info@therapiehunde-berlin-ev.de

Brandenburg Drei Eichen – Naturschutzpark Märkische Schweiz e.V. Königsstr. 62 15377 Buckow Frau Charlotte Bergmann Fon: 033433/ 201 Fax: 033433/ 68 15 info@dreichen.de www.dreichen.de Förderverein Mensch und Tier e.V. Pferdeprojekt Therapieort: Kinderbauernhof Ilse Reichel Alt-Großziethen 33 12529 Schönefeld Tel.: 0152 53 84 51 55

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... auf einen Blick Büroadresse: Johannisthaler Chaussee 399 12351 Berlin Mobil: 0152 538 451 55 info@pferdeprojekt.de www.pferdeprojekt.de Jugendhof Brandenburg e.V. Behnitzer Weg 12 14641 Berge bei Nauen Frau Kelb-Jahncke Fon: 03321/ 44 32-0/11 Fax: 03321/ 44 32 13 jugendhof-brandenburg@t-online.de www.jugendhof-brandenburg.de Mensch und Tier – Verein der Tiergestützten Therapie e.V. Sigrön 17 a 19336 Bad Wilsnack/ OT Sigrön Frau Ingrid Buchner Fon: 038791/ 56 81 41

buchnerj@web.de www.verein-mensch-und-tier.de

Mecklenburg-Vorpommern Förderverein Naturerlebnispark e.V. An der Mühle 2, 17498 Gristow Fon: 038351/ 240 Fax: 038351/ 216 nep-gristow@t-online.de www.naturerlebnispark-gristow.de Insel e.V. Gutshaus Kransdorf 18573 Kransdorf (auf Rügen) Ansprechpartner: Herr Henze Fon: 038306/ 612-0 Fax: 038306/ 612-11 www.kransdorf.de Lottihof für Kinder und Tiere e.V. Waldweg 2 a 23936 Seefeld Mobil: 0173 600 28 52

Fax: 03881/ 752 48 26 info@lottihof.org www.lottihof.org

Niedersachsen Dionysiushaus Holsten-Mündrup e.V. Voxtruperstr. 2 49124 Georgsmarien­hütte Fon: 05409/ 98 00 07 Fax: 05409/ 98 00 09 info@dionysiushaus.de www.dionysiushaus.de

Sachsen Kinderbauerngut Lindenhof e.V. Landstr. 5 09669 Frankenberg Fon: 037206/ 716 98 Fax: 037206/ 716 94 info@kinderbauerngut.de www.kinderbauerngut.de

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„In uns selbst liegen die Sterne unseres Glücks.“ Heinrich Heine, dt. Dichter († 17.02.1856)


MUT Macher 03/2013