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MUSIKDORF ERNEN*JAH RESPROGRA MM2018*

45. KONZERTSAISON


MEHR ALS EMOTIONEN Jedes Jahr unterstützt Groupe E zahlreiche Veranstaltungen in Ihrer Region!

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WIR TEILEN MEHR ALS ENERGIE


In Bewegung

«Tanz ist die Antwort auf die Fragen der Musik.» Marianne Mühlemann, Kulturjournalistin

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Willkommen im Musikdorf

Verehrtes Publikum Sehnsucht – welch wunderbares Gefühl! Die geheimnisvolle Antriebskraft macht uns kreativ, stark und neugierig. Sie lässt uns Dinge hoffen und tun, von denen andere glauben, sie seien unmöglich. Als der ungarische Pianist György Sebök vor 45 Jahren in Ernen den Grundstein für das Musikdorf legte, trieb auch ihn eine tiefe Sehnsucht an. Er träumte von einer authentischen Oase fernab von Hektik und Starkult, wo Menschen sich im Dienste der Musik begegnen und inspirieren. Im charmanten Bergdorf hat sich seine Vision erfüllt. Seit 1974 blüht hier eine fünfte Jahreszeit: der Musiksommer. Dieses Jahr trägt er das Motto «In Bewegung». Und das hochkarätige Programm ist dies tatsächlich. Neben Klavier-, Kammermusik-, Jazz-, Barock- und Orchesterkonzerten erwarten Sie Vorträge, ein Filmabend, ein Schreibseminar und eine Biographiewerkstatt – sowie tänzerische Bewegung. Lassen Sie sich überraschen, wie gut die Schwesterkünste Musik und Tanz sich im Konzertprogramm ergänzen. Die hervorragende Akustik in der Dorfkirche und im historischen Tellenhaus sowie die traumhafte Lage des Musikdorfs im idyllischen Landschaftspark Binntal bilden den Rahmen für Konzerterlebnisse, die Körper, Geist und Seele in Bewegung bringen und Sehnsüchte stillen. Probieren Sie es aus. Zusammen mit Musikern aus aller Welt freue ich mich auf Sie. Francesco Walter Intendant Festival Musikdorf Ernen 5


Unser Dank Der Verein Musikdorf Ernen dankt den nachstehenden Partnern für ihr grosszügiges Engagement: Hauptsponsoren Groupe E SA Privatbank IHAG AG Zürich Touring Club Suisse – Walliser Sektion

Co-Sponsoren Chanton Weine, EW GOMS AG, Lonza AG, Matterhorn Gotthard Bahn, Migros Kulturprozent, Raiffeisenbank Aletsch-Goms, Stadler Rail AG

Stiftungen Boner Stiftung für Kunst und Kultur, Ernst Göhner Stiftung, Fondation Fern Moffat de la Société Académique Vaudoise, Fondation Les mûrons, Kiefer Hablitzel | Göhner Musikpreis, Landis & Gyr Stiftung, RHL Foundation, Sandoz Fondation de Famille, Stanley Thomas Johnson Stiftung

Öffentliche Beiträge Gemeinde Ernen, Kanton Wallis, Kulturkommission der Stadtgemeinde Brig-Glis, Landschaftspark Binntal, Loterie Romande

Medienpartner Radio SRF 2 Kultur, Radio Suisse Romande Espace 2 Der Verein Musikdorf Ernen dankt ebenso den Gönnerinnen und Gönnern, die nicht genannt werden möchten.

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ProgrammĂźbersicht 2018 45. Konzertsaison

Jugendorchester Sonntag, 10. Juni, um 17 Uhr: Konzert mit dem Jugendorchester der Allgemeinen Musikschule Oberwallis

Kammermusik kompakt Freitag, 29. Juni, bis Sonntag, 1. Juli: 7 Kammerkonzerte

Klavier Samstag, 7. Juli, um 20 Uhr: Klavier und Tanz Sonntag, 8. Juli, um 18 Uhr: Klavierrezital 1 Montag, 9. Juli, um 20 Uhr: Vortrag Dienstag, 10. Juli, um 20 Uhr: Klavierrezital 2 Mittwoch, 11. Juli, um 20 Uhr: Klavierrezital 3 Freitag, 13. Juli, um 20 Uhr: Klavierrezital 4

Barock Sonntag, 15. Juli, um 18 Uhr: Barockkonzert 1 Mittwoch, 18. Juli, um 20 Uhr: Barockkonzert 2 Freitag, 20. Juli, um 20 Uhr: Barockkonzert 3 Samstag, 21. Juli, um 20 Uhr: Tanzfilm mit Livemusik Sonntag, 22. Juli, um 18 Uhr: Jazzkonzert Montag, 23. Juli, um 20 Uhr: Tanzfilm mit Livemusik Dienstag, 24. Juli, um 20 Uhr: Barockkonzert 4 Donnerstag, 26. Juli, um 20 Uhr: Barockkonzert 5

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Kammermusik plus Sonntag, 29. Juli, um 18 Uhr: Chorkonzert Dienstag, 31. Juli, um 20 Uhr: Orchesterkonzert 1 Donnerstag, 2. August, um 20 Uhr: Kammerkonzert 1 Samstag, 4. August, um 18 Uhr: Kammerkonzert 2 Samstag, 4. August, um 21 Uhr: Kammerkonzert 3 Sonntag, 5. August, um 18 Uhr: Volksmusikkonzert Montag, 6. August, um 20 Uhr: Kammerkonzert 4 in Brig Mittwoch, 8. August, um 20 Uhr: Kammerkonzert 5 Freitag, 10. August, um 20 Uhr: Orchesterkonzert 2 Samstag, 11. August, um 20 Uhr: Orchesterkonzert 3 in Martigny

Orgelrezital Freitag, 17. August, um 20 Uhr: Abschlusskonzert Meisterkurs

Klavier kompakt Freitag, 24., bis Sonntag, 26. August: 5 Klavierrezitale

Newcomers Samstag, 15., und Sonntag, 16. September: 4 Kammerkonzerte

Winterkonzerte Dienstag, 25. Dezember, um 18 Uhr: Weihnachtskonzert Sonntag, 30. Dezember, um 18 Uhr: Silvesterkonzert

Seminare / Meisterkurs 7. bis 13. Juli: Biographie-Werkstatt 14. bis 21. Juli: Schreibseminar 11. bis 17. August: Meisterkurs für Orgel

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KAMMERMUS IK KOMPAKT* 29. JUNI – 1. JULI 2018* mit dem Gringolts Quartett


Hochgesteckte Ziele, Zwänge und Zangengeburten – das Streichquartett im 19. Jahrhundert Die Anfänge des Streichquartetts lassen sich als eine Geschichte über Fluch und Segen einer schnellen und intensiven Blüte erzählen. Joseph Haydn, der «Vater des Streichquartetts», traf mit seinen einzigartigen Schöpfungen im späten achtzehnten Jahrhundert den Nerv der Zeit: Sie verbreiteten sich dank dem expandierenden Musikverlagswesen schnell und begründeten eine äusserst lebendige Quartettkultur für Kenner und Liebhaber. Gleichzeitig dienten Haydns Werke nebst jenen von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven als mustergültige Vorbilder, in Konzerten verfestigte sich allmählich ein starrer Kanon. Das Streichquartett wurde zur anspruchsvollsten Gattung der Kammermusik erhoben und zog sich auch wegen der Brillanz, welche die ab 1800 aufkommenden öffentlichen Quartettkonzerte forderten, mehr und mehr in bildungsbürgerliche und halbprofessionelle Zirkel zurück. Auf die Schwierigkeiten im Umgang mit diesem Erbe bezog sich Robert Schumann, als er im Jahr 1842 die Vergabe eines Kompositionspreises für Streichquartette rühmte, da in dieser «edlen Gattung» ein «bedenklicher Stillstand» eingetreten sei: «Haydn’s, Mozart’s, Beethoven’s Quartette, wer kennt sie nicht, wer dürfte einen Stein auf sie werfen? Ist es gewiss das sprechendste Zeugnis der unzerstörbaren Lebensfrische ihrer Schöpfungen, dass sie noch nach einem halben Jahrhundert aller Herzen erfreuen, so doch gewiss kein gutes für die spätere Künstlergeneration, dass sie in so langem Zeitraume nichts jenen Vergleichbares zu schaffen vermochte.» Im gleichen Jahr gelang es Schumann allerdings gleich selbst, die Gattung zu neuem Ruhm zu führen. Als Robert Schumann im sogenannten Kammermusik-Jahr in nur sechs Wochen drei Streichquartette entwarf und ausarbeitete, tat er dies nicht unvorbereitet. Schon in seiner Jugend- und Studienzeit spielte er selbst mit Freunden Kammermusik. Ab dem Sommer 1836 führte Schumann mit dem legendären David-Quartett in seiner Wohnung «Quartettmorgen» durch. Er wollte sich in dieser Zeit vom «zu eng» gewordenen Klavier abwenden, brachte es aber nur zu ersten Skizzen von Quartetten. Im April 1842, als seine Gattin Clara Schumann noch auf Konzertreise in Kopenhagen war, begann er intensive Partiturstudien der Streichquartette von Haydn, Mozart und Beethoven, die er mit Clara zusammen im Sommer weiterführte. Als er zwischen Anfang Juni und Mitte Juli 1842 mit drei Streichquartetten seinen einzigen Beitrag zur Gattung leistete, tat er dies im Bewusstsein ihrer Tradition. Dabei fand er gleichwohl zu einer Originalität, die völlig neue Ausdrucksbereiche erschloss. Obschon Schumann seine drei Streichquartette seinem Freund Felix Mendelssohn widmete und im Adagio des ersten Quartetts eine Reminiszenz an das Adagio aus Beethovens Neunter einbaute, wirken seine Streichquartette nur bedingt «klassisch». Schumann schrieb vielmehr poetische Charakterstücke mit einer oft assoziativen Form. Auch in den intimen Melodien seiner Streichquartette ist der Klavierkomponist ganz bei sich. Einunddreissig Jahre vergingen danach, bis ein Komponist die Gattung zu neuer Blüte führte – und dies ebenfalls bloss mit drei Werken. Johannes Brahms, der sich der Verpflichtungen der Tradition bewusst war und angeblich zwanzig frühe Streichquartette vernichtet hatte, zögerte lange, bis er das erste Streichquartett vorlegte. Er steckte seine Ziele hoch, 12

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wollte er doch einer Gattung zu neuem Ruhm verhelfen, die während der Verbreitung der «neudeutschen» Ästhetik und ihren programmatisch unterlegten sinfonischen Dichtungen an Ansehen verloren hatte. Unter dem selbstauferlegten Druck wurde die Entstehung der beiden Quartette op. 51 zur «Zangengeburt», wie Brahms dem Freund und Widmungsträger Theodor Billroth schrieb. Auf den Leistungsdruck mag die extreme Dichte und Kompliziertheit der drei Streichquartette Brahms’ zurückzuführen sein. Brahms wendete ein für ihn typisches Verfahren an, das «entwickelnde Variation» genannt wird, da ein musikalischer Gedanke ständig fortgesponnen wird. Er vereinte, verflocht und variierte Motive und Themen so, dass er aus einer motivischen Zelle ein ganzes Stück entwickeln konnte und fast jede Note eng in das thematische Geflecht eingebunden ist. Der Fokus auf das Quartettschaffen von Schumann (1842) und Brahms (1873/1876), erlaubt dem Gringolts Quartett im darum herum angeordneten Programm mancherlei Gegenüberstellungen: Rückblicke zu den Vorgängern und Ausblicke auf die Nachfolger. Ältester Anknüpfungspunkt des dichten Netzes an Bezügen ist dabei Joseph Haydn. Mit seinen sechs Quartetten op. 50 reagierte dieser allerdings schon auf die zuvor publizierten und ihm gewidmeten Werke Mozarts, indem er seinen eigenen Stil gar noch festigte. Das spätere Werk aus der neunten Quartettserie (op. 76) gibt einen Eindruck von Haydns subtiler und gerissener Schreibweise auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Das von Mozart erklingende dritte «Preussische Streichquartett» in F-Dur KV 590, sein letztes, entstand in einem Moment, als auch Mozart sich dem Quartettschaffen nicht mehr unbefangen nähern konnte. Im Gegenteil: Der Eindruck der klassischen Ausgewogenheit dieses Werkes ist der Ertrag grösster Anspannung und Mühe des Komponisten. Stellen ein frühes und ein spätes Quartett Beethovens einen Personalstil vor, der Anfang des Jahrhunderts in Auseinandersetzung mit Haydn und Mozart gereift war, so schliesst das Gringolts Quartett mit dem zuletzt erklingenden 13. Quartett von Antonín Dvorˇák, einem weiteren grossen Kammermusikkomponisten, das Tor des 19. Jahrhunderts. Drei Kompositionen des zwanzigsten Jahrhunderts stellen schliesslich drei eigenständige Ansätze vor, die dank der schrittweisen Befreiung aus den Zwängen des klassischen Gattungsideals möglich wurden – indes bleibt die Auseinandersetzung mit den drei Wegbereiteren des Streichquartetts auch hier nicht aus. Bei Béla Bartók etwa, der in seinen sechs Streichquartetten zu einer eigenen Sprache fand, indem er sich an den späten Streichquartetten Beethovens orientierte. Der französische Komponist Henri Dutilleux studierte vor der Komposition seines einzigen Streichquartetts, «Ainsi la nuit» (1973–76), das Schaffen von Beethoven und Bartók. Jörg Widmann, ein Komponist der Gegenwart, bezieht sich in seinem «Jagdquartett» (2003) hingegen explizit auf Klaviermusik. Eine Referenz auf den Kehraus in Robert Schumanns «Papillons», der dort selbst schon eine traditionelle Melodie aufgreift, belegt einmal mehr, dass jedes Streichquartett auf seine Art Musik über Musik ist.   Michelle Ziegler

Michelle Ziegler studierte Musikwissenschaften, Kunstgeschichte und Journalistik in Freiburg (CH). Sie ist als freie Journalistin tätig, u. a. für die «Neue Zürcher Zeitung», «Dissonance» und die «Schweizer Musikzeitung», und hat in der Konzeption und Organisation verschiedener Festivals und Konzertreihen mitgewirkt. Seit 2013 arbeitet sie am Forschungsschwerpunkt Interpretation der Hochschule der Künste Bern an einer Dissertation über den Schweizer Komponisten Hermann Meier.

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29. JUNI* Kammermusik kompakt Freitag, 29. Juni 2018, um 20 Uhr, Tellenhaus Ernen (Dauer ca. 60 Minuten) Béla Bartók 1881–1945 Streichquartett Nr. 3 Sz 85 Prima parte: Moderato Seconda parte: Allegro Ricapitulazione della prima parte: Moderato Coda: Allegro molto Ludwig van Beethoven 1770–1827 Streichquartett Nr. 12 Es-Dur op. 127 Maestoso-Allegro Adagio, ma non troppo e molto cantabile Scherzando vivace Finale Ilya Gringolts, Violine Anahit Kurtikyan, Violine Silvia Simionescu, Viola Claudius Herrmann, Violoncello

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30. JUNI* Kammermusik kompakt Samstag, 30. Juni 2018, Tellenhaus Ernen 1. Teil, 15 Uhr (Dauer ca. 55 Minuten) Henri Dutilleux 1916–2013 Streichquartett «Ainsi la nuit» Nocturne – Miroir d’espace – Litanies – Litanies II – Nocturne II – Constellations – Temps suspendu Johannes Brahms 1833–1897 Streichquartett c-Moll op. 51 Nr. 1 Allegro – Romanze: Poco adagio – Allegretto molto moderato e comodo-Un poco più animato – Allegro 2. Teil, 17 Uhr (Dauer ca. 65 Minuten) Joseph Haydn 1732–1809 Streichquartett D-Dur op. 50 Nr. 6 Hob. III:49, «Froschquartett» Allegro – Poco adagio – Menuetto. Allegretto-Trio – Finale. Allegro con spirito Johannes Brahms 1833–1897 Streichquartett a-Moll op. 51 Nr. 2 Allegro non troppo – Andante moderato – Quasi minuetto, moderato-Allegretto vivace – Finale: Allegro non assai 3. Teil, 20 Uhr (Dauer ca. 50 Minuten) Jörg Widmann *1973 3. Streichquartett (2003), «Jagdquartett» Johannes Brahms 1833–1897 Streichquartett Nr. 3 B-Dur op. 67 Vivace – Andante – Agitato (Allegretto non troppo) – Poco allegretto con variazioni – Doppio movimento Kammermusik kompakt

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1. JULI* Kammermusik kompakt Sonntag, 1. Juli 2018, Tellenhaus Ernen 1. Teil, 11 Uhr (Dauer ca. 60 Minuten) Ludwig van Beethoven 1770–1827 Streichquartett Nr. 6 B-Dur op. 18 Allegro con brio – Adagio, ma non troppo – Scherzo: Allegro – La Malinconia: Adagio-Allegretto quasi allegro Robert Schumann 1810–1856 Streichquartett Nr. 1 a-Moll op. 41 Introduzione: Andante espressivo-Allegro – Scherzo: Presto-Intermezzo – Adagio – Presto 2. Teil, 12.30 Uhr (Dauer ca. 50 Minuten) Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791 Streichquartett F-Dur KV 590 Allegro moderato – Andante (Allegretto) – Menuetto: Allegretto-Trio – Allegro Robert Schumann 1810–1856 Streichquartett Nr. 2 F-Dur op. 41 Allegro – Andante, quasi variazioni – Scherzo: Presto – Allegro molto vivace 3. Teil, 15 Uhr (Dauer ca. 60 Minuten) Joseph Haydn 1732–1809 Streichquartett G-Dur op. 76 Nr. 1 Hob. III:75 Allegro con spirito – Adagio sostenuto – Menuetto: Presto-Trio – Finale: Allegro ma non troppo

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Antonín Dvorˇák 1841–1904 Streichquartett Nr. 13 G-Dur op. 106 Allegro moderato – Adagio ma non troppo – Molto vivace – Finale: Andante sostenuto-Allegro con fuoco


Gringolts Quartett

Im 2008 gegründeten und in Zürich beheimateten Gringolts Quartett fanden sich vier Musiker aus vier Ländern zusammen, die einander schon durch viele kammermusikalische Begegnungen freundschaftlich verbunden waren: Über Jahre hatten der russische Geiger Ilya Gringolts, die rumänische Bratschistin Silvia Simionescu und die armenische Geigerin Anahit Kurtikyan immer wieder auf internationalen Festivals in verschiedenen Formationen gemeinsam musiziert; der deutsche Cellist Claudius Herrmann spielte mit Anahit Kurtikyan im renommierten AmatiQuartett Zürich. Was sie miteinander verbindet, sind die grosse Freude am gemeinsamen Musizieren und die Lei-

am L’Auditori Barcelona, bei der Sociedad Filarmónica de Bilbao, der Società di Concerti in Mailand und den Kasseler Musiktagen zu Gast. In der laufenden Spielzeit sind neben Länderdébuts in Norwegen und Polen weitere Konzerttourneen durch Italien, Deutschland und die Schweiz geplant. 2011 erschien die Début-Aufnahme des Quartetts mit Werken von Robert Schumann. Für die Ende 2012 erschienene Ersteinspielung des Quintetts von Walter Braunfels gemeinsam mit David Geringas wurde das Gringolts Quartett mit einem Supersonic Award sowie mit einem ECHO Klassik ausgezeichnet, und 2014 machte es mit seiner Brahms-CD auf sich aufmerksam. Im Frühjahr 2016 veröf-

denschaft für das Streichquartettspiel. Zu den musikalischen Partnern des Quartetts zählen Künstler wie Leon Fleischer, Jörg Widmann, David Geringas, Malin Hartelius, Christian Poltéra und Eduard Brunner. Abgesehen vom klassischen Repertoire widmen sich die Musiker auch regelmässig zeitgenössischer Musik, u. a. den Streichquartetten von Marc-André Dalbavie, Jörg Widmann und Jens Joneleit. In den vergangenen Spielzeiten war das Quartett unter anderem bei den Salzburger Festspielen, beim Lucerne Festival, dem Gstaad Menuhin Festival, an der Sankt Petersburger Philharmonie,

fentlichte das Quartett gemeinsam mit Christian Poltéra eine neue CD mit den Quintetten von Glasunow und Tanejew. Die Mitglieder des Gringolts Quartetts spielen alle auf seltenen italienischen Instrumenten: Ilya Gringolts spielt eine Violine von Giuseppe Guarneri del Gesù, Cremona 1742/43, aus privatem Besitz; Anahit Kurtikyan eine Violine von Camillo Camilli, Mantua 1733; Silvia Simionescu eine Bratsche von Jacobus Januarius, Cremona 1660; und Claudius Herrmann ein Cello von Maggini, Brescia 1600.

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KLAVIER*7. – 13. JULI 2018* Francesco Walter Musikalische Leitung


7. JULI* «La dernière touche» Performance für Klavier und Tanz mit Aleksandr Shaikin, Klavier, und Tadayoshi Kokeguchi, Tanz Samstag, 7. Juli 2018, um 20 Uhr, Tellenhaus Ernen

Maurice Ravel 1875–1937 Jeux d’eau (1901) Sonatine (1903/1905) Modéré Mouvement de menuet Animé Kurze Pause William Byrd 1543–1623 The Queen’s Alman Pavan Galliard Three French Corantos Ground Peter Philips 1560–1628 Pavana Dolorosa Sergei Rachmaninow 1873–1943 Variationen über ein Thema von Corelli op. 42

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Unerfüllte Liebe Tag und Nacht, Helles und Dunkles, Vitalität und Morbidität stehen sich im Programm von Beatrice Berrut gegenüber; damit ist zugleich ein ausgeprägter Gegensatz zwischen Barock und Moderne auf der einen und der Romantik auf der anderen Seite verbunden. Die erste Hälfte des Abends ist dem 18. und dem 20. Jahrhundert gewidmet: den Anfang macht Johann Sebastian Bachs zweite Partita aus der sogenannten Klavierübung, erster Teil, die er 1731 als sein offizielles Opus primum im Druck vorlegte. Es enthält alle sechs seit 1726 komponierten Partiten für Klavier bzw. Cembalo. Sie sind grossangelegte Suiten in der populären Satzfolge nationaler bzw. höfischer Tänze in Gestalt von Allemande, Courante, Sarabande und Gigue, die aber durch zusätzliche Sätze oder Tänze individuell gestaltet werden. So ist der zweiten Partita eine langsame Einleitung in Form einer italienischen Sinfonia vorangestellt, und anstelle der englischen Gigue stehen am Ende ein französisches Rondo und ein Capriccio, ein scherzohaftes, mit Normen und Erwartungen spielender Kehraus. Wie alle Instrumentalwerke Bachs bezieht auch die Partita aus dem Unterschied zwischen dem allgemein Vertrauten und dem Besonderen der eigenen Musiksprache ihre Faszination. Zoltán Kodály verstand es wie kaum ein anderer Musiker des 20. Jahrhunderts, aus diesem Potential des Einfachen und Unverbrauchten zu schöpfen, indem er auf die südosteuropäische Volks- und Tanzmusik zurückgriff. Weltberühmt wurden Kodálys Tänze aus Galata für Orchester aus dem Jahr 1933; ihnen war bereits 1927 die Klaviersuite Marosszeker Tänze vorangegangen, die er 1930 für Orchester bearbeitete. Die Bearbeitungen der von Kodály in einem siebenbürgischen Distrikt gesammelten Tänze stehen an Kraft und Originalität ihren Nachfolgern nicht nach; für den Komponisten waren sie Ausdruck eines untergegangenen Paradieses. Einer traumhaft verlorenen Sphäre gehören die Werke der zweiten Hälfte des Abends an. Wagners Wesendonck-Lieder sind Dokumente einer unerfüllt bleibenden Liebe zu Mathilde, der Ehefrau des Zürcher Seidenhändlers Otto Wesendonck. Er schrieb sie im Schweizer Exil während der Arbeiten an «Tristan und Isolde», deren magische Klangsprache auch in diesen Studien in jedem Ton spürbar bleibt. Sein Schwiegervater Franz Liszt, der Wagner um drei Jahre überlebte, hatte diese Atmosphäre in seiner Klaviermusik bereits lange vorher antizipiert, so in den drei Folgen der Harmonies poétiques et religieuses (1833–1847); die grossartige «Hymne an die Nacht» ist hieraus eine Vorstudie. 1849 transkribierte Liszt kongenial Wolfram von Eschenbachs Arie aus dem 3. Akt des «Tannhäuser», den er im Februar des Jahres vollständig in Weimar aufführte und damit nach der verunglückten Dresdner Premiere von 1845 rehabilitierte. Mit Gustav Mahlers unermüdlichem Einsatz für die Musik Wagners als Dirigent korrespondiert sein Bestreben als Komponist, etwas dem Wagnerschen Musikdrama Vergleichbares für die Sinfonie zu erreichen und in ihr eine «ganze Welt» zu erschaffen. Beatrice Berruts Bearbeitungen des mystischen Adagiettos aus der 5. Sinfonie und des pastoralen «Tempo di Menuetto», dem 2. Satz der monumentalen 3. Sinfonie, spiegelt die Fülle und die faszinierenden Paradoxien von Mahlers musikalischem Weltentwurf eindrücklich wider.  Wolfgang Rathert 22

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8. JULI* Klavierrezital 1 mit Beatrice Berrut Sonntag, 8. Juli 2018, um 18 Uhr, Kirche Ernen Um 16.00 Uhr: Generalversammlung des Vereins Musikdorf Ernen im Tellenhaus

Johann Sebastian Bach 1685–1750 Partita Nr. 2 c-Moll BWV 826 Sinfonia. Grave Adagio – Andante Allemande Courante Sarabande Rondeaux Capriccio Zoltán Kodály 1882–1967 Marosszeker Tänze (1927) Pause Richard Wagner 1813–1883 Drei Wesendonck-Lieder aus dem Liederzyklus nach Gedichten von Mathilde Wesendonck Bearbeitung für Klavier solo von Beatrice Berrut Gustav Mahler 1860–1911 Adagietto aus der Sinfonie Nr. 5 Menuetto aus der Sinfonie Nr. 3 Bearbeitungen für Klavier solo von Beatrice Berrut Franz Liszt 1811–1886 «O du mein holder Abendstern» S. 380 «Hymne de la nuit» S. 172 a/2 Klavier

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9. JULI* «Auf spitzen Tasten – das Klavier und der Tanz» Vortrag von und mit Wolfgang Rathert Montag, 9. Juli 2018, um 20 Uhr, Tellenhaus Ernen Wenn wir an die musikalische Ausgestaltung des Tanzes denken, dann wohl an Instrumente wie Fiedel, Bassgeige und Laute, an die Flamenco-Gitarre oder das für den Tango unabdingbare Bandoneon, an Salonorchester und Swing-Combos oder an die suggestiv-aufpeitschenden elektronischen Discoklänge. Freilich haben eigentlich alle Instrumente, also auch die Tasteninstrumente, eine Verbindung zum Tanz: die eigenständige Instrumentalmusik, die sich gegen Ende des 15. Jahrhunderts von der Vokalmusik zu emanzipieren begann, war wesentlich vom Tanz inspiriert. So tragen die Bezeichnungen früher instrumentaler Formen vielfach die Namen volkstümlicher Tänze wie Galliarde, Bergamasca, Passepied, Pavane, Tarantella oder Ground(e). Als vielleicht einzige allen Kulturen der Menschheit gemeinsame Praxis ist der Tanz auch in Europa nicht auf den Bereich des bäuerlichen oder Volkstanzes beschränkt geblieben, sondern wurde auch ein wesentliches Element höfischer und später bürgerlicher Selbstdarstellung. Durch die aufwendigen Zeremonien am Hof Louis’ XIV und die glanzvollen Walzerbälle in den Wiener Redouten im 19. Jahrhundert haben sich Menuett und Walzer in das kollektive Gedächtnis der Musikgeschichte eingebrannt. Sie sind damit in gewisser Weise unsterblich geworden, obwohl ihre gesellschaftlichen Voraussetzungen längst verschwunden und die Phänomene der Massenkultur an ihre Stelle getreten sind, die sich um 1900 ebenfalls zuerst in Modetänzen wie dem Charleston oder Foxtrott zeigen, die aus den USA nach Europa exportiert wurden. Für ein so universelles Instrument wie das Klavier wäre es also seltsam gewesen, wenn es an dem gesellschaftlichen Siegeszug von Tanz und Ballett nicht teilgenommen hätte, und so finden wir seit dem Barock eine Fülle von Übernahmen des Tanzes und des Balletts in das Feld der Klaviermusik – teils als Stilisierungen, teils als Transkriptionen, teils aber auch als gleichberechtigter Partner des choreographischen Geschehens. Das diesjährige Lecture-Recital führt durch die reiche Geschichte der Musik auf «spitzen Tasten» anhand von Beispielen vom Barock bis zur Gegenwart, von Scarlatti bis Glass und von Bach bis Prokofjew. Der Vortrag dauert ca. 90 Minuten und wird von Klaviermusik, gespielt von Pietro De Maria, umrahmt. Der Eintritt ist frei.

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Pianistische Teufeleien Das stilistisch und pianistisch überaus herausfordernde Programm Alexandr Shaikins führt uns eindrücklich vor Augen und Ohren, wie sehr die Komponisten des 20. Jahrhunderts dem Tanz huldigten. Doch am Anfang steht mit der Französischen Ouvertüre von Johann Sebastian Bach ein Meisterwerk der Klaviermusik, das ebenfalls ohne den Tanz nicht zu denken wäre. Der Titel des 1735 zusammen mit dem Italienischen Konzert als Klavierübung II. Teil im Druck erschienenen Werkes ist ein wenig irreführend, denn die von Lully etablierte französische Ouvertüre ist zweiteilig; bei Bachs Ouvertüre handelt es sich dagegen um eine Klaviersuite, die – wie seine Orchestersuiten – mit einer Ouvertüre eröffnet werden, der dann acht Tanzsätze folgen. Da drei von ihnen in sich dreiteilig (mit Wiederholung des jeweils ersten Teils) sind, erklingen nicht weniger als elf unterschiedliche Charaktere. Dieser Vielfalt steht die melodische Fasslichkeit, sogar bewusste Schlichtheit der Themen gegenüber. Das für ein zweimanualiges Cembalo gedachte Werk lebt auch von dem Kontrast zwischen «forte»- und «piano»-Passagen, der im als «Echo» gestalteten Schlusssatz zum Ausgangspunkt der Form wird. Technische Hürden ganz besonderer Art bieten die Trois Mouvements de Pétrouchka, die Igor Strawinski 1921, zehn Jahre nach der Pariser Premiere seines Balletts, auf Bitten seines Freundes Arthur Rubinstein zusammenstellte und für Klavier transkribierte. Das Stück galt lange als ein Nonplusultra pianistischer Teufeleien durch seine exzessive Sprungtechnik, die unregelmässigen Skalen und den Gebrauch von Glissando und Tremoli auf Grundlage einer komplexen Rhythmik. Bereits die originale Orchesterfassung von Petruschka sieht einen virtuosen Klavierpart als ein Alter Ego des «Hampelmanns» vor – denn auf welchem anderen Instrument kann man gleichzeitig so beweglich und einer so unerbittlichen Mechanisierung unterworfen sein? Auch in Maurice Ravels berühmtem Orchesterwerk La Valse von 1919/20, das Sergei Djagilew als Ballettmusik bei ihm in Auftrag gab, waltet eine Art Mechanik: sie ergreift den Hörer aber erst unmerklich und lässt die «joie de vivre» einer Walzerfolge, die nach Auskunft des Komponisten in einem imperialen Ballsaal um 1855 angesiedelt ist, in eine Katastrophe umschlagen. Das Werk ist immer wieder mit dem Ende des Ersten Weltkriegs in Verbindung gebracht worden, doch Ravel wehrte sich gegen eine solche Deutung. Für ihn war La Valse – ähnlich wie zehn Jahre später der Bolero – die Apotheose eines Rhythmus, der ihn zeitlebens in Bann zog. Noch vor der Orchesterpartitur veröffentlichte er zwei Klavierfassungen, eine für zwei Klaviere und eine für Klavier solo. Vor allem letztere stellt dem Pianisten die (fast) unlösbare Aufgabe, den Wirbel dieser Apotheose auf 88 Tasten allein zu erzeugen. Der rumänische Geiger und Komponist George Enescu gehört zu den grössten Begabungen der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Das Wunderkind leistete mit seiner 1901/1903 in seiner Wahlheimat Paris komponierten zweiten Suite op. 10 einen höchst originellen Beitrag zur Wiederbelebung der barocken Suite im Geist des entstehenden europäischen Neoklassizismus.   Wolfgang Rathert

Wolfgang Rathert studierte Historische Musikwissenschaft, Philosophie und Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin; 1987 promovierte er mit einer Arbeit über Charles Ives. 2012 war er Mitglied der Jury des Concours Géza Anda Zürich.

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10. JULI* Klavierrezital 2 mit Alexsandr Shaikin Dienstag, 10. Juli 2018, um 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Johann Sebastian Bach 1685–1750 Französische Ouvertüre h-Moll BWV 831 Ouverture Courante Gavotte 1 und 2 Passepied 1 und 2 Sarabande Bourrée 1 und 2 Gigue Echo Igor Strawinski 1882–1971 Petruschka (1921) Drei Sätze für Klavier solo Pause George Enescu 1881–1955 Suite Nr. 2 für Klavier D-Dur op. 10 Toccata Sarabande Pavane Bourrée Maurice Ravel 1875–1937 La Valse (1920) Poème chorégraphique

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Geste der Sehnsucht Zwei Werke der Klassik, zwei Werke der klassischen Moderne – Alexander Ullman lässt bewusst die Romantik in seinem Programm aus. Und doch weist der erste Teil seines Abends mit zwei Schlüsselwerken Haydns und Beethovens unmissverständlich darauf hin, dass hier die Romantik bereits vorweggenommen ist. Die gemeinsame Tonart f-Moll der beiden Werke von Lehrer (Haydn) und Schüler (Beethoven) ist in der Tonartenästhetik des ausgehenden 18. Jahrhunderts einschlägig belastet. Der Musikschriftsteller Christian D. F. Schubart bezeichnete sie in seiner postum 1806 erschienenen Ästhetik der Tonkunst als Inbegriff von «tiefer Schwermuth, Leichenklage, Jammergeächz» und «grabverlangender Sehnsucht». Die Melancholie war eine allen Künstlern des Zeitalters der Empfindsamkeit wohlvertrauter Topos, und es ist kein Zufall, dass sie vor allem in Beethovens Werk von Beginn an, so gleich in der ersten Klaviersonate op. 2, Nr. 1, und dann immer wieder in entscheidenden Werkphasen auftaucht. Auch seine Klaviersonate Nr. 23 op. 57, die sogenannte «Appassionata», aus den Jahren 1804/05, lebt ganz von der Geste einer Sehnsucht, die keine Erfüllung findet. Die beiden Aussensätze kennen dagegen kein Entrinnen aus einem sich selbst verzehrenden Leid, das in der Coda des Finales dann in einen sarkastisch stampfenden Rhythmus umschlägt, halb (Veits-)Tanz, halb (Teufels-)Marsch. Von solchen Exzessen sind Haydns Variationen in f-Moll, sein letztes Klavierwerk überhaupt, noch weit entfernt, auch wenn sie durch ihr Entstehungsdatum 1793 schon an der Schwelle zum romantischen Zeitalter stehen. Haydn komponierte die Variationen wahrscheinlich für Mozarts Schülerin Barbara Ployer und nahm das Werk auf seine Londoner Reise 1794/95 mit. Wahrscheinlich war dieses Meisterwerk als erster Satz einer Sonate gedacht; typisch für Haydns Kompositionskunst ist die Anlage als Doppelvariation zweier Themen, eines in Moll und eines in Dur. Dadurch entsteht eine schwankende «Hell-Dunkel»-Stimmung, die einen zeitgenössischen Rezensenten dazu veranlasste, dahinter die Vorstellung der freien Phantasie zu vermute. Sergei Prokofjew erregte früh nicht nur als Komponist, sondern auch als Pianist Aufsehen: seine ersten Auftritte, noch im zaristischen Russland, waren durch ihre ungestüme Vitalität skandalträchtig. Zeitlebens faszinierten Prokofjew daher die imaginativen Möglichkeiten des Instruments im Hinblick auf den Tanz. Die Zehn Stücke aus dem Ballett «Romeo und Julia» op. 75 (1937) sind ein Paradestück für Virtuosen geworden, denen die hier zu hörenden Sechs Stücke aus «Cinderella» (1944) nicht nachstehen. Sie sind die letzte von drei Klaviersuiten (opp. 95, 97, 102), die Prokofjew noch während der Entstehung der originalen Ballettmusik (1940 bis 1944) veröffentlichte. Während Igor Strawinski von seinen Pariser Balletten Petruschka und Le sacre du printemps eigene Fassungen bzw. Transkriptionen für Klavier anfertigte, gibt es von L’oiseau de feu nur Orchestersuiten aus seiner Hand. Umso dankbarer können wir dem italienischen Meisterpianisten und Busoni-Schüler Guido Agosti (1901–1989) für seine fulminante Transkription dreier Sätze aus dem Feuervogel sein, die er 1934 herausgab und die Strawinskis uneingeschränktes Lob fand.  Wolfgang Rathert 28

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11. JULI* Klavierrezital 3 mit Alexander Ullman Mittwoch, 11. Juli 2018, um 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Joseph Haydn 1732–1809 Variationen f-Moll op. 83 Hob. XVII:6 Ludwig van Beethoven 1770–1827 Klaviersonate Nr. 23 f-Moll «Appassionata» Allegro assai Andante con moto – attaca Allegro ma non troppo – Presto Pause Sergei Prokofjew 1891–1953 Sechs Stücke aus «Cinderella» op. 102 Igor Strawinski 1882–1971 «Der Feuervogel» (1909/1910) Bearbeitung für Klavier von Guido Agosti (1934) Danse infernale du roi Kastcheï Berceuse Finale

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Kompositorische Erfindungsgabe Pietro De Marias magistrales Programm führt uns einmal den Kosmos der Klaviermusik des 19. Jahrhunderts vor Augen und Ohren, im thematisch zentralen Werk des Abends, der Suite aus Tschaikowskis Ballett Der Nussknacker in der Bearbeitung des russischen Pianisten und Dirigenten Mikhail Pletnev, freilich auch aus der Perspektive des 20. Jahrhunderts. Tschaikowskis unsterbliche Ballettmusik wird umrahmt von nicht minder unvergänglichen Meisterwerken Schuberts und Chopins, in deren Werk die tänzerischen Elemente auch dort präsent sind, wo sie nicht explizit im Titel genannt werden. Dies hat mit zwei aufeinander bezogenen Entwicklungen im 19. Jahrhundert zu tun, dem Aufstieg des Bürgertums mit seinem unstillbaren kulturellen Hunger nach – teils geistvoller, teils leichter – musikalischer Unterhaltung, und dem Aufstieg des Klaviers zu einem Universalinstrument, das eben auch zur Darbietung der Flut an Werken für solche Zwecke diente. Das Programm hat trotz der Popularität, die alle Werke des Abends – mit Ausnahme vielleicht der Drei Klavierstücke D 946 von Schubert – vereint, mit «Unterhaltung» aber nur in einem ganz anderen Sinn zu tun. Unterhalten wird hier ein Hörer, der sich dem emotionalen und geistigen Genuss höchster kompositorischer Erfindungsgabe hingibt. Oder anders formuliert: Schubert, Chopin und Tschaikowski liefern uns grossartige Sublimierungen von Modellen, die durchaus vorher schon bekannt und geschätzt waren. Die Vier Impromptus D 899 (op. 90) sind das erste Heft einer von Schubert auf acht Stücke angelegten Serie lyrischer Klavierstücke. Der Titel geht auf den böhmischen Komponisten Jan Václav Vorˇíšek (1799–1825) zurück, der die Bezeichnung «Impromptus» erstmals 1822 in einem Klavierwerk verwendete. D 899 entstand im Herbst 1827, die zweite Folge mit den Nr. 5–8 (D 935) Ende desselben Jahres. Der grosse Unterschied zu Vorˇíšeks Vorlage besteht in der Integration des improvisatorischen Elements in komplexe thematische und harmonische Zusammenhänge, und so bilden die vier Stücke trotz ihren fortschreitenden Tonarten (c-Moll, Es-, Ges- und As-Dur) einem imaginären Zyklus. Chopins Etüden op. 10 stellen für viele Pianisten nichts Geringeres als eine Neuerschaffung dieser Gattung da. Und auch wenn die erste Etüde in C-Dur wie eine ultravirtuose Hommage an das C-Dur-Präludium des ersten Teils des Wohltemperierten Klaviers von Bach anmutet, so definiert sie doch die Aufgaben des Klaviers grundsätzlich neu; und dies tun auch die folgenden elf Etüden, die mit gleichem Recht Charakterstücke genannt werden könnten, unter denen die Etüde Nr. 5 in GesDur dem Ideal eines schwerelosen Tanzes auf den schwarzen Tasten nahekommt. Tschaikowski komponierte sein Nussknacker-Ballett 1891/92: während die Uraufführung der Balletmusik ein Misserfolg war, erfreute sich die vom Komponisten selbst zusammengestellte Konzertsuite von Anfang grosser Popularität. Mikhail Pletnev erstellte aus beiden Vorlagen 1978, im Jahr seines Triumphs beim Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb, eine eigene Fassung, die grossen Virtuosen einen ebenso dankbaren wie intrikaten Tanz auf weissen und schwarzen Tasten erlaubt.   Wolfgang Rathert 30

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13. JULI* Klavierrezital 4 mit Pietro De Maria Freitag, 13. Juli 2018, um 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Franz Schubert 1797–1828 Impromptus op. 90 D. 899 Nr. 1 c-Moll Nr. 2 Es-Dur Nr. 3 Ges-Dur Nr. 4 As-Dur Peter Tschaikowski 1840–1893 Konzertsuite «Der Nussknacker» op. 71 Bearbeitung für Klavier von Mikhail Pletnev Pause Franz Schubert Klavierstück Nr. 2 Es-Dur D 946 Allegretto Frédéric Chopin 1810–1849 12 Etüden op. 10

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Beatrice Berrut Klavier

Beatrice Berrut, von der internationalen Presse als «Offenbarung» gefeiert, als «ausgezeichnete Pianistin, deren Spiel durch die mannigfaltigen Schichten von Genie und Schönheit verzaubert» (Irish Times), ist an renommierten Häusern in ganz Europa, Amerika und China aufgetreten. Als Solistin spielte sie mit Orchestern wie den Dortmunder Philharmonikern, der Philharmonie Südwestfalen, dem Orchester der italienischen Schweiz, dem North Czech Philharmonic, den Krakauer Philharmonikern. Im Wallis geboren, besuchte sie das Konservatorium in Lausanne und die Pianistenschule der Heinrich-Neuhaus-Stiftung in Zürich und beendete ihr Studium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin, wo sie fünf Jahre lang bei Galina Iwanzowa Unterricht hatte. In der Royal Irish Academy of Music in Dublin bildete sie sich bei John O’Conor, einem Schüler von Wilhelm Kempff, weiter und erhielt ein Diplom als Recital Artist. Sie hat mit erstrangigen Künstlern gespielt und erhielt zahlreiche Preise: Schweizer Eurovision Young Musicians 2002, Preis der Société des Arts de Genève 2006, «Revelación» der argentinischen Musikkritik, Förderpreis des Kanton Wallis, Griffon culturel de l’Association du Chablais u. a. Häufig ist sie im Rundfunk und im Fernsehen aufgetreten. Die Diskographie hält das künstlerische Schaffen der Konzertpianistin unverwechselbar fest. Bis heute hat die Pianistin drei CD veröffentlicht, die von der Fachpresse sehr gelobt wurden.

Pietro De Maria Klavier

Nach der Auszeichnung mit dem Kritikerpreis 1990 beim Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb gewann Pietro De Maria erste Preise bei renommierten Klavierwettbewerben, wie 1990 beim Dino-Ciani-Wettbewerb an der Mailänder Scala und 1994 beim Concours Géza Anda in Zürich. 1997 wurde ihm in Hamburg ausserdem der Mendelssohn-Preis verliehen. Pietro De Maria konzertiert regelmässig in Europa und Übersee und spielte mit namhaften Orchestern. In Venedig geboren, studierte er am dortigen Konservatorium bei Giorgio Vianello und Gino Gorini und bildete sich später in der Meisterklasse von Maria Tipo am Genfer Konservatorium weiter aus. Heute unterrichtet er an der Scuola di Fiesole und an der Musikakademie von Pinerolo. Unter seinen Aufnahmen befinden sich drei Sonaten von Clementi (Naxos), eine Live-Einspielung seines Rezitals beim Miami International Piano Festival (VAI Audio) und Beethovens Gesamtwerk für Cello und Klavier mit Enrico Dindo (Decca). Viel Beifall findet seine monumentale CD-Einspielung von Chopins Gesamtklavierwerk beim Label Decca/Universal, die von der Kritik als eine der bemerkenswertesten bezeichnet wird. Kürzlich erschien ausserdem bei Decca seine Einspielung von J. S. Bachs Wohltemperiertem Klavier und der Goldberg-Variationen. Seit Herbst 2017 ist er Professor an der Universität Mozarteum in Salzburg. Klavier

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Tadayoshi Kokeguchi Tanz

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Aleksandr Shaikin Klavier

Tadayoshi Kokeguchi ist 1982 in Equemauville, Frankreich, geboren. Nach seinem Studium der Musikwissenschaft an der Universität Paris-Sorbonne besuchte er die Ecole-Atelier Rudra Béjart in Lausanne. Seine professionelle Karriere als Tänzer begann beim ScapinoBallett in Rotterdam. Seit August 2009 tanzt er im Ballet de l’Opéra de Lyon. 2006 gewann er den Silver-Swan-Preis für die beste Tanz-Performance der Niederlande. Tadayoshi Kokeguchi führte Tänze der grössten Choreographen des 20. und 21. Jahrhunderts auf, darunter William Forsythe, Jirˇí Kylián, Maurice Béjart, Mats Ek, Anne-Theresa de Keersmaeker und Maguy Marin. Geprägt durch seine klassische Musikausbil-

Aleksandr Shaikin, 1987 in Russland geboren, trat 2002 in die Gnessin-Spezialschule ein, wo er die Klasse von Anna Arzamanova besuchte. 2005 setzte er sein Studium am Moskauer TschaikowskyKonservatorium bei Elisso Wirssaladse fort und schloss dieses 2010 ab. Es folgten Nachdiplomkurse bei Elisso Wirssaladse in Moskau und bei Pavel Gililov am Salzburger Mozarteum. Seit 2006 hat er zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen und Preise bekommen. In Zürich gewann er im Juni 2015 den 2. Preis beim prestigereichen Concours Géza Anda. Seine Affinität zur Kammermusik unterstreicht Shaikin mit der Gründung eines eigenen Klaviertrios, das durch Preise bei den Kammermusikwett-

dung, komponiert er oft Musik für Choreographen, Kurzfilme und Websites. Darüber hinaus laufen Kooperationen mit Fotografen und Architekten für diverse Kunstrichtungen und Kunstvorstellungen. Tadayoshi Kokeguchi ist in letzter Zeit auch vermehrt als Choreograph tätig.

bewerben von Graz (2012), Kaluga (2011) und Moskau (2011) ausgezeichnet wurde. Er gab Klavierrezitale in verschiedenen renommierten russischen Konzertsälen, aber auch in Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Griechenland, der Schweiz, Kasachstan, Estland, der Ukraine und Aserbaidschan. Als Solist war er bisher mit der Moskauer Philharmonie, den Sinfonieorchestern von Yaroslavl, Orel, Thessaloniki, Valladolid, Almaty, dem Concerto Budapest, dem Musikkollegium Winterthur, dem Tonhalleorchester Zürich sowie dem European Philharmonic of Switzerland, mit der Mährische Philharmonie und mit dem Lviv Phiharmonic Orchestra zu hören. Im Herbst 2016 spielte er den Klavierpart im Ballett «Bar\ock» an der Genfer Oper.

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Alexander Ullman Klavier

Alexander Ullman gewann 2017 bei der 11. Austragung der Liszt International Competition in Utrecht den ersten Preis. Anschliessend ging er in den Niederlanden auf Tournee und gab sein Début am Concertgebouw in Amsterdam. Es folgten weitere Engagements, darunter Auftritte als Solist mit dem Korean Symphony Orchestra im Seoul Arts Centre und dem Norwegian Radio Symphony Orchestra am Oslo Konzerthus. Er absolvierte Auftritte in Belgien, Litauen, Slowenien, Hongkong, Kolumbien und China und spielte seine erste CD mit russischer Ballettmusik für Rubicon ein. Alexander Ullmann wurde 1991 in London geboren und studierte am Curtis Institute of Music in Philadelphia und dem Royal College of Music in London. Im letzten Jahr kehrte er an die Wigmore Hall zurück, konzertierte an den Nottingham and SJE Arts Oxford International Piano Series und debütierte mit dem Royal Philharmonic Orchestra und der Manchester Camerata. Zudem ging er auf Tournee in Argentinien, Kolumbien und China. 2018 spielt er seine erste CD für Rubicon ein. Er gibt in ganz Europa, Asien und Amerika Konzerte, Höhepunkte bilden Auftritte am Gewandhaus zu Leipzig, an den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, im Louisiana Museum of Modern Art (Kopenhagen), am Auditorio de la Diputación de Alicante, im Shanghai Oriental Arts Centre, im Beijing NCPA und am La Jolla Arts Festival (Kalifornien).

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BAROCK*15.– 26.JULI 2018* Deirdre Dowling und Ada Pesch Musikalische Leitung


Die Pariser «Concerts spirituels» Darf man Nationen und ihre Charaktere musikalisch karikieren? Georg Philipp Telemann befasste sich schon früh mit den unterschiedlichen musikalischen Kulturen seiner Zeit und überwand die national durchwirkten Rivalitäten. Telemann darf als Vollender des «vermischten Geschmacks» gelten, den Johann Sebastian Bach als «Telemannischen Geschmack» bezeichnete und schätzte. Telemann brachte zusammen, was gemeinhin als unvereinbar galt: Als deutscher Komponist sah er sich in Frankreich, Italien und Polen um und integrierte typische Stilmerkmale dieser Musik in seinen eigenen Stil. Auf die französisch geprägte Ouvertüre folgt in Les Nations zunächst ein Menuettpaar – als Verbeugung vor dem beliebtesten unter den Tänzen. Anschliessend werden «Völker» besucht und pointensicher charakterisiert. Die Türken mögen es laut, die Schweizer pendeln zwischen schwer und schnell, die Moskowiter setzen das legendäre russische Glockengeläut in Gang, die Portugiesen verbinden Glanz mit Beweglichkeit. Ähnlich geschmeidig gibt sich die Ouvertüre (Suite) B-Dur aus der dreiteiligen Sammlung «Tafelmusik» von 1733. Eine Sammlung mit Ensemblemusik, für deren Druck Telemann in kurzer Zeit gegen 206 Subskribenten aus ganz Europa zusammenbrachte. Das illustriert den Rang des seinerzeit berühmtesten Komponisten Deutschlands, der die Gattung der französischen Ouvertüre mit den Stilmitteln der italienischen Musik durchsetzte und damit das konzertante Wechselspiel integrierte. Derart überzeugend, dass er «endlich diese Ausländer selbst in ihrer eigenen Nationalmusik übertroffen» hätte. So liest es sich in der politisch unkorrekten Würdigung durch den einflussreichen Musikschriftsteller Johann Adolph Scheibe. Paris und seine absolutistisch geprägte Musikkultur genoss wie andere Zentren (etwa Dresden) übernationale Ausstrahlung. Die Konzertreihe «concerts spirituels» durfte mit königlicher Erlaubnis an opernfreien Tagen gut 30 Mal im Jahr stattfinden und wurde rasch zu einem Treffpunkt der gefragtesten Musiker. Dort feierte Telemann als erster deutscher Komponist triumphale Erfolge, dort gaben 1751 auch die katalanischen Komponisten und Oboisten Joan und José Pla ihren Einstand. Sie traten zusammen mit ihrem Bruder Manuel an, die Musikerfamilie aus Madrid berühmt zu machen. 1754 trat Joan in den Dienst der württembergischen Hofkapelle in Stuttgart, später konnte auch José nachfolgen. Hier entstanden vor allem Gemeinschaftskompositionen, darunter über 30 Trios (Sonaten) für zwei Melodieinstrumente und Bass. Der galante Stil der Plas war derart angesagt, dass die Trios in Paris und London Verleger fanden. Auch Jean-Baptiste Barrière, der berühmteste Cellovirtuose seiner Zeit, trat im Rahmen der «concerts spirituels» auf. Er war Orchestermitglied der königlichen Oper in Paris und verhalf dem Cello (gegenüber der Gambe) zum Durchbruch. Barrière hinterliess sechs Sammlungen mit Kompositionen, darunter Livre VI Sonates et pièces pour le clavecin. Darin misst sich Barrière mit der Tradition französischer Cembalomusik und erweist sich gleichzeitig als Kenner der italienischen Sonate. So sind seine langsamen Sätzen präludienhaft frei gearbeitet und überraschen mit häufigen Taktwechseln.  Corinne Holtz

Die Geigerin und promovierte Musikwissenschafterin ist seit 1989 als Musikredaktorin (heute als Autorin) für Radio SRF 2 Kultur tätig, publiziert u. a. für NZZ, Salzburger Festspiele, Opernhaus Zürich und ist freiberuflich als Texterin, Moderatorin und Dozentin (u. a. Zürcher Hochschule der Künste) tätig. Text&Ton www.corinneholtz.ch

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15. JULI* Barockkonzert 1 Sonntag, 15. Juli 2018, um 18 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 17 Uhr im Tellenhaus Ernen

Georg Philipp Telemann 1681–1767 «Les Nations» für Streicher und Basso continuo B-Dur TWV 55:B5 Ouverture – Menuet I-Menuet II – Les Turcs – Les Suisses – Les Moscovites – Les Portugais – Les Boiteux – Les Coureurs Jean-Baptiste Barrière 1707–1747 Sonate für Cembalo D-Dur Nr. 2 Grave: Prestissimo-Adagio-Prestissimo-Adagio-Prestissimo – Allegro – Sarabanda – Arie Joan Baptista Pla 1720–1773 Sonate für zwei Oboen und continuo d-Moll Allegro – Andante – Allegro Christoph Schaffrath 1709–1763 Duett für Fagott und Cembalo g-Moll CSWV F:23 Andante – Allegro assai – Allegro Sylvius Leopold Weiss 1687–1750 Ciacona für Barockharfe ursprünglich für Barocklaute Georg Philipp Telemann Ouvertüre (Suite) B-Dur «Tafelmusik» TWV 55:B1 Ouverture – Bergerie – Allegresse – Postillons – Flaterie – Badinage – Menuet Keine Pause

Erner Barockensemble: Ada Pesch, Violine | Monika Baer, Violine | Deirdre Dowling, Viola | Catherine Jones, Violoncello | Christian Staude, Kontrabass | Luca Quintavalle, Cembalo und Orgel Josep Domenech, Oboe | Thomas Meraner, Oboe | Siobhán Armstrong, Harfe Michele Pasotti, Theorbe und Barockgitarre | Benny Aghassi, Blockflöte und Fagott

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Roulette an der Opernakademie Um 1711 kam der Böhme Jan Dismas Zelenka als Kontrabassist an den Hof August des Starken in Dresden. Später war er Leiter und Komponist der höfischen Kirchenmusik. Der Unterricht durch Johann Joseph Fux in Wien schärfte Satztechnik und Kontrapunkt, ausserdem baute Zelenka eine Studiensammlung alter und zeitgenössischer Musik auf. Diese Grundlagenforschung legte den Boden für seine originelle Musik, in der Italien, Frankreich und Deutschland und ihre Stilpraktiken in einer besonderen Weise zusammenfinden. In seinen sechs Triosonaten (mit der aus der französischen Oper stammenden Besetzung für 2 Oboen, Fagott und Generalbassinstrumente) eignete er sich einerseits die Gattungen Sonata da chiesa und Concerto an. Andererseits fallen lange und fremd anmutende Themen in den schnellen Sätzen auf, während in den langsamen Sätzen ungewöhnliche harmonische Fortschreitungen regieren. Auffallend ist der durchweg virtuose Ton. Auch das Fagott wird bei Zelenka zum konzertierenden Instrument. Die Machart der Triosonaten beruht zwar auf zeittypischen Verfahren (wie etwa Hexachord-Solmisation, Zahlensymbolik und rhetorisch-musikalischen Figuren), sie scheint jedoch in ihrer Fremdheit eine semantische Ebene zu verbergen. Selbstzeugnisse fehlen, man weiss nur von den glücklosen Versuchen, Hofkapellmeister zu werden. In seinen späten Messen verbirgt sich der Komponist in der Partitur hinter Buchstabenfolgen, die als Widmungen gedeutet werden können. Zwei seiner Messen (Missa Sanctissimae und Missa votiva) sind düster und über weite Strecken ziellos schwebend, sein letztes Werk (ein Zyklus von sechs Missae ultimae) blieb unvollendet. So entstand der Mythos vom «ungeliebten» Komponisten. Er hätte Gutsbesitzer werden sollen statt Künstler und Abenteurer: Bellerofonte Castaldi. Der Sohn aus einer wohlhabenden Familie Modenas war eine exzentrische Mischung aus Komponist, Satiriker, Graveur und erfand das Tiorbino (eine Miniaturtheorbe). Ausserdem duellierte er sich regelmässig und entsandte zweimal einen Auftragsmörder. Der universell gebildete Castaldi veröffentlichte zu Lebzeiten zwei Sammlungen: Capricci (1622) für Theorbe sowie Lieder (Monodien) in Primo mazzetto di fiori musicalmente colti dal giardino bellerofonte (1623). Die Capricci enthalten Tabulaturen unterschiedlicher Kompositionstypen: Tänze, Fantasien, einsätzige Sonaten und neun Duos für Theorbe und Tiorbino. Titel und Musik dieser Duos künden vom grenzensprengenden Geist des Autors. In unserem Programm folgt auf das «Häppchen an Fantasie» eine «Schrulle, einem Spanierlein zugeschrieben», dargeboten auf Theorbe und Barockharfe. Roulette an der Opernakademie in London: Grosse Namen wie der Altkastrat Francesco Bernardi (Senesino), die Mezzosopranistin Faustino Bordoni und die Sopranistin Francesca Cuzzoni forderten immer grössere Honorare und trieben den Opernunternehmer Georg Friedrich Händel in die Enge. Die Saison 1728/29 fiel schliesslich wegen drohender Pleite aus, die Diven waren frei für andere Engagements.

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Senesino und Bordoni liessen sich für die Karnevalssaison an das Teatro San Cassiano in Venedig verpflichten, während das vornehme Teatro San Giovanni Gristomo den Superstar Farinelli buchte. Dieser debütierte in Venedig mit der Rolle des Arbace in der Oper Catone in Utica von Leonardo Leo, berühmtes Gegenüber war der Publikumsliebling Nicolini als Catone, komplettiert durch den Kastraten Domenico Gizzi als Cesare. In dessen Sturmarie Soffre talor del vento werden kompositorische Klischees unterwandert: Das Tempo – ein unerwartetes Andante, die Partie – ein Marathon mit grossen Intervallsprüngen. Giuseppe Maria Orlandini schrieb derweil für den Star Faustina Bordoni seine Adelaide um. Was ein Farinelli kann, kann auch eine Bordoni. Dieser Ehrgeiz spricht aus der Machart der Partie. Struktur und Länge der Koloraturen erinnern nämlich vielmehr an eine Arie für einen Kastraten. So verweisen die atemraubenden Tonwiederholungen in Scherza il mar la navicella auf dem zweigestrichenen d auf eine Stärke Bordonis, die auch eine Waffe Farinellis war. Das Finale dieses legendären Karnevals zündete ein Pasticcio, bestehend aus den Spitzentiteln der Saison und einer Erfolgsarie aus Rom: Nave altera che in mezzo all’ondo von Leonardo Vinci. Der Titel war ursprünglich für den Tenor Baldini komponiert, wurde aber in Venedig von der Sopranistin Catterina Giorgi gesungen. Ann Hallenberg (unsere Interpretin in Ernen) vermutet, dass Giorgi die publikumswirksame Arie ihrem Mann abgeluchst haben könnte. Dieser war Tenor und stand zwei Jahre vorher mit dem berühmten Baldini auf der Bühne. Händel liess sich ebenfalls am Karneval blicken. Zum einen, um Sänger für die kommenden Spielzeiten in London zu gewinnen, zum anderen, um seinen Konkurrenten den Puls zu fühlen. Er hatte auf der Rückreise Partituren von Catone in Utica und Adelaide im Gepäck und übernahm das Libretto von Adelaide fast buchstabengetreu für seine neue Oper Lotario.   Corinne Holtz

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18. JULI* Barockkonzert 2 Mittwoch, 18. Juli 2018, um 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Jan Dismas Zelenka 1679–1745 Triosonate für zwei Oboen, Fagott und Basso continuo F-Dur ZWV181/1 Adagio ma non troppo – Allegro – Larghetto – Allegro assai Georg Friedrich Händel 1685–1759 «As with Rosy steps the morn» Arie der Irene aus der Oper «Theodora» HWV 68 Georg Friedrich Händel «Pensieri, voi mi tormentate» Arie der Agrippina aus der Oper «Agrippina» HWV 6 Johann Friedrich Fasch 1688–1758 Quartett für zwei Violinen, Viola und Basso continuo d-Moll FaWV N:d3 Largo – Allegro – Largo – Allegro Georg Friedrich Händel «Furibondo spira il vento» Arie der Arsace aus der Oper «Partenope» HWV 27 Georg Friedrich Händel «Mirami, altero in volto» Arie der Taurice aus der Oper «Arianna in Creta» HWV 32 Pause

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Bellerofonte Castaldi 1580–1649 Un bocconcino di fantasia für Chitarrone (Theorbe) solo Bellerofonte Castaldi Capriccio detto Spagnolino für Chitarrone (Theorbe) und Harfe Antonio Vivaldi 1678–1741 Konzert für Violoncello a-Moll RV 418 Allegro – Largo – Allegro Giuseppe Maria Orlandini 1676–1760 «Scherza in mar la navicella» Arie der Adelaide aus der Oper «Adelaide» Leonardo Leo 1694–1744 «Soffre talor del vento» Arie des Cesare aus der Oper «Catone in Utica» Leonardo Vinci 1690–1730 «Nave altera che in mezzo all’onde» Arie der Clorinda aus der Festa teatrale «L’abbandono di Armida»

Erner Barockensemble: Ann Hallenberg, Mezzosopran | Ada Pesch, Violine | Monika Baer, Violine | Deirdre Dowling, Viola | Catherine Jones, Violoncello | Christian Staude, Kontrabass | Luca Quintavalle, Cembalo und Orgel | Josep Domenech, Oboe | Thomas Meraner, Oboe | Siobhán Armstrong, Harfe | Mike Fentross, Theorbe und Barockgitarre | Benny Aghassi, Blockflöte und Fagott

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Zwei höchst dynamische Affektwesen Johann Joseph Fux galt bis ins 20. Jahrhundert als Musiktheoretiker und Kontrapunktiker. Denn er hatte den mehrstimmigen Satz mit selbständig geführten Stimmen niemals aufgegeben. Dies im Einklang mit dem Musikverständnis seines Dienstherrn Kaiser Karl VI. in Wien. So pflegte Fux als Kapellmeister in der Kirchenmusik, zusammen mit Caldara und Conti, den «Wiener Imperialstil» und war stolz auf die Verankerung im Hause Habsburg. Entgegen seinem Ruf als Lehrer und als Autor des Lehrbuchs Gradus ad Parnassum hat Fux die modernen Strömungen jedoch nicht vollständig ignoriert. So finden sich im Concentus musico-instrumentalis (1701) Tänze, Stile und Satzarten französischer, italienischer und deutscher Herkunft. In der Ouvertüre d-Moll leuchten die Sätze Ouverture, Menuet und Gigue als souveräne französische Stilkopien auf, während in Aria und Lentement Corellis Ton des Concerto grosso einkomponiert ist. Johann Friedrich Fasch ist im Zuge des denkwürdigen Bewerbungsverfahrens um die Stelle des Thomaskantors in Leipzig bekannt geworden. Nach Kuhnaus Tod rangen 1722 Fasch, Telemann, Graupner und Johann Sebastian Bach um das ehrenvolle Amt. Telemann, favorisiert, zog die Bewerbung zurück, und Fasch weigerte sich, den Lateinunterricht an der Thomasschule zu übernehmen. Die Wahl fiel schliesslich auf Bach. Fasch trat als Hofkapellmeister in Zerbst an und verbrachte dort sein Leben. Die Hofkapelle war ambitioniert und zog gute Musiker an, für die Fasch in aller Breite Musik schreiben konnte. So mehrere Kantatenjahrgänge, Orchestersuiten, Konzerte und Kammermusik, inspiriert von Faschs Kontakten etwa nach Darmstadt zu Graupner und nach Dresden zu Pisendel. 32 Sonaten sind bis heute bekannt, darunter zahlreiche Trios und Quartette für Doppelrohrblattinstrumente. Die Oboe in ihrer dreiteiligen und das Fagott in seiner vierteiligen Form waren damals noch junge Instrumente. Die Oboe kam aus Frankreich, verdrängte die Schalmei und galt als eines der «angenehmsten» Instrumente überhaupt, «wenn es wohl tractiret wird». Besonders stimmungsvoll kommt der «redende» Charakter im Grave des Quartetts B-Dur zum Tragen, einem aus einem Ostinato-Motiv des Grundtons heraus entwickelten Satz. In Faschs Kammermusik überlagern sich verschiedene, mit galanten Stilmitteln verbundene Verfahren: von fugiert über kanonisch bis hin zu liedhaften und freien Formen. Sein Vorbild war Telemann, seine bevorzugte Musik stammte aus Italien. So sind Faschs Konzerte Vivaldi verpflichtet, während seine Kantaten die Tradition Mitteldeutschlands fortschreiben. Giulio Cesare ist die erfolgreichste Oper Händels, was nicht nur an der Prominenz der beiden Titelfiguren (Caesar und Kleopatra) liegt. Händel schrieb die Partien für die besten Sänger der Zeit und liess sich beim Komponieren auf einen aussergewöhnlich wechselvollen Prozess ein. Ganze sechs Stufen der Arbeit sind überliefert: Im Sommer 1723 Komposition des ersten Akts, dann eine erste Revision, weitere 44

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Revisionen aufgrund der definitiven Besetzung, Komposition des zweiten Akts ohne die Musik der Rezitative, Bearbeitung des zweiten und Komposition des dritten Akts, Revision des dritten Akts und Abschlussbearbeitung. Einzigartig ist etwa die Eröffnung des zweiten Akts. Kleopatra inszeniert die Verführung Cäsars als eigentliches Gesamtkunstwerk: eine Bühne mit Maschinerie, ein Musenorchester aus Oboe, Fagott, Streicher, Harfe, Theorbe und Gambe; dazu tritt ein inniger, bewusst nicht leidenschaftlich aufgeladener Text, der sich mit einer raffinierten Sarabande zum zielführenden Meisterstück verbindet. Anstelle eines Stereotyps treffen wir bei Händel eine Charakterstudie an und erleben, wie aus der berechnenden Verführerin eine liebende Frau wird. Kleopatra und Cäsar sind höchst dynamische Affektwesen: von kriegerisch-virtuos über verinnerlicht-pathetisch bis hin zur Koketterie reichend. Oper lebt vom Kontrast und der Überhöhung. Cornelia und Sesto verkörpern im Gegenzug statischere Figuren. Cornelia (die Mutter und Witwe) ist auf das Tragische fixiert, Sesto (ihr Sohn) hingegen auf Rache. Das Duett am Ende des ersten Aktes (Son nata a lagrimar) zählt zu den Wundern dieser Partitur und ist in eine ausweglos kreisende Siciliana gekleidet. Sesto ist im Grunde ein unschuldiger Jüngling, der seinen Gefühlen ausgeliefert ist und ungeduldig auf Rache für seinen geköpften Vater (Pompeius) sinnt. Sämtliche seiner Arien stehen in Molltonarten und künden von Getriebenheit. Dennoch reagiert der Halbwüchsige auf den Auftritt Achillas, der den abgeschlagenen Kopf vorzeigt, verzögert. Als Echo auf Cäsars Drohung ruft Sesto die rächenden Eumeniden an (Svegliatevi nel core, furie d’un alma offesa, Akt I Szene 1). Später triumphiert er über den Geheimplan (La giustizia ha già sull’arco, Akt II Szene 1) und inszeniert sich als verletzte Schlange, die niemals ruht (L’angue offeso mai riposa, Act II Szene 2). Der Schwur geht in Erfüllung: Sesto tötet am Ende Tolomeo, während Cäsar die entrechtete Königin auf den Thron hebt. Corinne Holtz

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20. JULI* Barockkonzert 3 Freitag, 20. Juli 2018, um 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Johann Joseph Fux 1660–1741 Ouvertüre d-Moll für zwei Oboen, Fagott und Streicher Ouverture – Menuet – Aria – Fuga – Lentement – Gigue – Aria Georg Friedrich Händel 1685–1759 Sonate für Blockflöte d-Moll op. 1 Nr. 11 HWV 369 Larghetto – Allegro – Alla siciliana – Allegro Georg Philipp Telemann 1681–1767 Sonate für Viola und Oboe c-Moll TWV 42:c5 Adagio – Vivace – Affettuoso – Allegro Georg Friedrich Händel «Ogni vento, che al porto lo spinga» Arie der Agrippina aus der Oper «Agrippina» HWV 6 Georg Friedrich Händel «La crudele lontananza» Arie der Almirena aus der Oper «Rinaldo» HWV 7 Georg Friedrich Händel «Lusinga questo cor» Arie der Oriana aus der Oper «Amidigi di Gaula» HWV 11 Pause

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Johann Hieronymus Kapsberger 1580–1651 Toccata X Passacaglia Johann Friedrich Fasch 1688–1758 Quartett B-Dur für Blockflöte, Oboe, Violine und Basso continuo FaWV N:B1 Largo – Allegro – Grave – Allegro Georg Friedrich Händel «La giustizia ha già sull’arco» «L’angue offeso» «Svegliatevi nel cuore» Arien des Sesto aus der Oper «Giulio Cesare in Egitto» HWV 17

Erner Barockensemble: Ann Hallenberg, Mezzosopran | Ada Pesch, Violine | Monika Baer, Violine | Deirdre Dowling, Viola | Catherine Jones, Violoncello | Christian Staude, Kontrabass | Luca Quintavalle, Cembalo und Orgel | Josep Domenech, Oboe | Thomas Meraner, Oboe | Siobhán Armstrong, Harfe | Mike Fentross, Theorbe und Barockgitarre | Benny Aghassi, Blockflöte und Fagott

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Drei Frauenfiguren aus höheren Sphären Domenico Scarlatti – auch ein Opernkomponist? Zuallererst wird er über seine einzigartig originellen Cembalosonaten definiert. Vor seiner Übersiedlung nach Portugal, später nach Spanien, war er in Rom Kapellmeister der Capella Giulia des Vatikan. Dort entstanden vor allem geistliche Vokalmusik und Opern. 1714 schrieb er ein Drama für zwei Stimmen: Amor d’un ombra e gelosia d’un aura über den in sein Spiegelbild verliebten Narciso; ein Auftragswerk für das Privattheater der polnischen Königin Maria Casimira Sobieska. Der Mythos Arkadien, dem die Königin anhing, wird von Scarlatti musikalisch stimmungsvoll bedient. Narciso ruft die Sonne an (Mio bel sol), fürchtet, sich die Flügel zu verbrennen (Amorosa farfalletta) und wünscht, von Eco getröstet zu werden (Vieni, o cara). Domenico Natale Sarro war ein prägender Komponist der Musikstadt Neapel und kann sich sehr wohl neben höher geschätzten Kollegen wie Vinci und Leo behaupten. Sarro (auch Sarri genannt) war als Opernkomponist ausschliesslich für Bühnen Neapels tätig und übertrug sein theatralisches Gespür auch in seine Kammerkantaten und in die Kirchenmusik. Mit La Didone abbandonata vertonte er 1724 als erster das bedeutende Libretto des damals jungen Pietro Metastasio. Über 60 Vertonungen sind bis ins 19. Jahrhundert entstanden und machten Dido zu einem der populärsten Stoffe Metastasios. Sarro hinterliess 76 Kammerkantaten, die in verschiedenen, weit verstreuten Abschriften überliefert sind und teils auch unter anderen Namen (etwa Alessandro Scarlatti) bekannt wurden. Barbara gelosia fuggì dall’alma mia fand sich in der berühmten Bibliothek der ehemaligen Hofmusik in Sondershausen und wurde erst kürzlich wiederentdeckt. In der Kantate geht es um aussichtslose Liebe. Die Szene setzt traditionell bei der Eifersucht ein und steigert sich in ein bedrohliches Ende. Der unerreichbaren Geliebten wird im Rahmen einer Gleichnisarie der Tod vorausgesagt: Der Nordwind knickt die verliebte Rebe, sie wird verdorren. «Noch belebt sie der Bach, noch ernährt sie der Boden», schliesst das Stück. Knappe Rezitative sind typisch für den «modernen» neapolitanischen Stil. In den Arien kommen getriebene instrumentale Oberstimmen (Violinen) zum Zug, die oft mit der Solopartie identisch sind. Die Affekte sind so knapp wie genau gezeichnet: die todbringende Eifersucht (Arie D-Dur) mit einem harmonisch geschärften Mittelteil, der verheerende Nordwind (G-Dur) mit rasenden Tonkaskaden. Schlüsselworte werden bildhaft ausgeziert und in den Instrumenten gespiegelt. Denn Drama findet bei Sarro immer auch im Instrumentalpart statt.

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Wie kommt es, dass der bedeutendste Komponist Spaniens nach 1700 unbekannt ist? José de Nebra schrieb zum einen Musik für angestammte spanische Gattungen, zum anderen sind viele seiner Werke verloren. Nebra entstammte einer aragonesischen Musikerfamilie und trat bereits mit 17 Jahren die Stelle als Organist am königlichen Kloster der Descalzas Reales in Madrid an. 1724 wurde er Organist der Capilla Real und konnte sich zunehmend auch als Komponist im Zentrum der Macht profilieren. So kam ihm die Ehre zu, für die Hochzeit des spanischen Thronfolgers Ferdinand in Lissabon einen Akt der Oper Amor aumenta el valor zu komponieren. Dieser ist stilistisch an die Akte der anderen zwei Komponisten angelehnt, die italienisch schrieben. In Sevilla begann Nebra für die spanische Theaterszene Schauspielmusik zu komponieren und wurde neben Corradini zum wichtigsten Komponisten der beiden Madrider Schauspieltruppen, die die beiden städtischen Theater («corrales») bespielten. Hinzu kamen spanische Gattungen von musikalischem Theater. Allen voran die Zarzuela, in der abwechselnd gesprochen und gesungen wird, und zwar von Schauspielerinnen und Schauspielern. Alle ernsten Partien (auch Männerrollen) wurden von Schauspielerinnen dargestellt. Diese mussten über beachtliche sängerische Fähigkeiten verfügt haben, auch wenn die Partien einfacher komponiert sind als Opernpartien für Sängerinnen und Kastraten. Das wird auch in den italienisch geprägten Arien der heroischen Zarzuelas deutlich, die Nebra als eigenständige Gattung (neben den leichtfüssigen Zarzuelas) gepflegt hat. Die Arie ist den Göttinnen und Adeligen vorbehalten, während Hirten und Mägde mit volkstümlichen Liedern und Chören vorliebnehmen müssen. Wir begegnen in den drei Arien José de Nebras drei Frauenfiguren aus höheren Sphären: Dircea ist die gewalttätige Gattin des Königs Lykos, die in der griechischen Mythologie ihre verwitwete Nichte Antiope quält. In Gozaba el pecho mío verflucht Dircea Zärtlichkeit und Liebe, die Unruhe säen und angreifbar machen. Venus wetteifert mit Diana und hat eben ihre Pfeile auf Anchises abgeschossen. In Quién cielos zeigt sich die Göttin der Liebe selbst verletzlich und führt ein ernstes Gespräch mit Adonis. Lucrecia, von Tarquinio vergewaltigt, verzehrt sich ob der Schande. Am Ende nimmt sie sich das Leben. In Hado infiel beklagt sie ihr Verhängnis.   Corinne Holtz

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24. JULI* Barockkonzert 4 Dienstag, 24. Juli 2018, um 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Antonio Lotti 1667–1740 Sonata a 4 für zwei Oboen, Fagott und Continuo Adagio – Allegro – Adagio – Allegro Domenico Scarlatti 1685–1757 «Amorosa farfalletta» «Mio bel sol» «Vieni, o cara» Arien des Narciso aus der Oper «Amor d’un ombra e gelosia d’un aura» Giovanni Stefano Carbonelli 1691–1772 Sonata da camera Nr. 6 A-Dur für Violine und Basso continuo Adagio-Allegro-Adagio – Allegro – Aria Domenico Natale Sarro 1679–1744 Kantate «Barbara gelosia fuggì dall’alma mia» Pause

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Luis de Milán ca. 1500 – ca. 1561 Fantasia – Pavana Solo für Vihuela (spanisches Zupfinstrument) Joan Baptista Pla 1720–1773 Trio Es-Dur für zwei Oboen und Continuo Allegretto – Andante – Allegro ma non tanto José de Nebra 1702–1768 «Gozaba el pecho mío» Arie der Dircea aus der Oper «Para obsequio a la Deydad, nunca es culto la crueldad» José de Nebra «Quién cielos?» Arie der Venus aus der Oper «Vendado es amor, no es ciego» José de Nebra «Hado infiel» Arie der Lucrecia aus der Oper «Donde hay violencia, no hay culpa»

Erner Barockensemble: ˇicˇic´, Violine | Monika Baer, Violine Maite Beaumont, Mezzosopran | Ada Pesch, Violine | Bojan C Deirdre Dowling, Viola | Catherine Jones, Violoncello | Christian Staude, Kontrabass Luca Quintavalle, Cembalo und Orgel | Josep Domenech, Oboe | Thomas Meraner, Oboe Siobhán Armstrong, Harfe | Mike Fentross, Theorbe und Barockgitarre | Benny Aghassi, Blockflöte und Fagott

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Ein Grossmeister des Kontrapunkts Norditalien stellte im 17. Jahrhundert eine ganze Reihe herausragender komponierender Geiger. Biagio Marini aus Brescia hatte zunächst in der Kapelle von San Marco in Venedig unter Monteverdi gedient. Dann führten ihn Anstellungen nach Brescia, Parma und 1623 als Konzertmeister der Hofkapelle nach Neuburg an der Donau. Marini war unter den Pionieren der neuen italienischen Instrumentalmusik und sorgte nördlich der Alpen für ihre Verbreitung. Seine Sonate da chiesa e da camera sind venezianisch geprägt und vom Ballet de cour, dem Unterhaltungsballett am französischen Hof. Im Balletto secondo 3 & 4 (1655) ist die Formgebung durch einzelne Abschnitte bereits fortgeschritten. Der Schluss ist ein Ritornell, «retirada» genannt, und verweist auf die Tanzbarkeit dieser Musik. Die «retirada» gibt den Tanzenden Zeit, sich für den nächsten Part wieder in Linien anzuordnen. Üblich waren damals auch Perkussionsinstrumente, ohne dass sie in der Partitur vermerkt wären. Das ist eine Ansage an eine auch rhythmisch vibrierende Interpretation dieser Musik. Die Bezeichnung «dilettanti di musica» hatte einst eine positive Bedeutung. Sie meinte Menschen, die «per diletto» (zum Vergnügen) Musik machen, während Berufsmusiker auch müssen. Francesco Antonio Bonporti zählt zu jener Schar hochbegabter «dilettanti», die insbesondere in Italien anzutreffen waren. Den promovierten Philosophen zog es zum Priestertum nach Rom. Gesichert ist Kompositionsunterricht beim berühmten Ottavio Pitoni, vielleicht liess sich Bonporti auch von Arcangelo Corelli unterweisen. In dieser Zeit (vor 1696) entstand Bonportis op. 1, die zehn Suonate a tre, inspiriert von den neusten Satztechniken Corellis. Die Inventioni da camera für Violine und Basso continuo sind Bonportis Meisterstücke. Frei von akademischen Zwängen, präsentiert sich Bonporti als Erfinder einer eigenen Musik. An die Stelle der schematischen Satzfolge tritt die Phantasie des improvisationsmächtigen Geigers. So beginnt die Invention op. 10 Nr. 4 g-Moll mit einem opernähnlichen Rezitativ (Largo), das die Expressivität der Gesangsstimme auf die Geige überträgt. Bonporti hinterliess in den Partituren genaue Auszierungen und Spielanweisungen. Das Herzstück der Invention könnte die Aria sein. Sie gleicht einem ausführlichen Gespräch, das nie langweilig wird. Leonardo Leo galt als der «Grossmeister des Kontrapunkts der neapolitanischen Schule» und wusste dieses Erbe mit den modernen Figuren der damaligen Zeit zu kombinieren. So trifft man in seiner Melodik auf vorklassisch anmutende Sext- und Septimensprünge, dynamische Kontrastwirkungen und Gliederungen im Geist der späteren Periodenstruktur. Seine Musik wurde u. a. vom einflussreichen Musikschriftsteller Charles Burney gesammelt und in Europa bekannt gemacht. Leo war selbst auch ausgebildeter Sänger und bespielte die ganze Palette an Vokalmusik. Sein berühmtes Miserere à 8 voci ist ein vom «antiken» polyphonen Stil durchdrungenes Werk, während etwa die ersten Sätze seiner dreiteiligen Opernsinfonien auf die entsprechenden Sätze der vorklassischen Sinfonie verweisen. Das Salve regina c-Moll (vor 1737) ist für den berühmten Kastraten Matteuccio entstanden und dürfte für eine Aufführung mit der königlichen Hofkapelle in Neapel gedacht gewesen sein. Corinne Holtz 52

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26. JULI* Barockkonzert 5 Donnerstag, 26. Juli 2018, um 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Biagio Marini 1594–1663 «Balletto Secondo à 3 & à 4» aus den «Sonate da chiesa e da camera a due, tre e a quattro» op. 22 Entrata grave – Balletto allegro – Gagliarda – Corrente – Retirada Francesco Antonio Bonporti 1672–1749 «Invenzione» für Violine und Basso continuo op. 10 Nr. 4 g-Moll Largo – Balletto – Aria – Corrente Antonio Maria Montinari 1676–1737 Triosonate für zwei Oboen und Basso continuo C-Dur Adagio – Allegro – Vivace Leonardo Leo um 1694–1744 Salve Regina c-Moll für Sopran, zwei Violinen und Basso continuo Largo – Allegro – Adagio e piano – Lento – Larghetto – Largo Pause Arcangelo Califano um 1700–1756 Sonata à 4 F-Dur für zwei Oboen, Fagott und Basso continuo Adagio – Allegro – Adagio – Allegro Antonio Vivaldi 1678–1741 Solomottette «Sum in medio tempestatum» RV 632 Sum in medio tempestatum – Quid ergo faciam – Semper maesta – Alleluia

Erner Barockensemble: ˇicˇic´, Violine | Monika Baer, Maite Beaumont, Mezzosopran | Ada Pesch, Violine | Bojan C Violine | Deirdre Dowling, Viola | Catherine Jones, Violoncello | Christian Staude, Kontrabass Luca Quintavalle, Cembalo und Orgel | Josep Domenech, Oboe | Thomas Meraner, Oboe Siobhán Armstrong, Harfe | Mike Fentross, Theorbe und Barockgitarre | Benny Aghassi, Blockflöte und Fagott

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Benny Aghassi Blockflöte und Fagott

Siobhán Armstrong Harfe

Benny Aghassi, 1978 in Israel geboren, begann seine Ausbildung an der Blockflöte bei Bracha Kol. Bereits während seiner Ausbildung an der Rubin Academy of Music in Jerusalem gewann er mehrere Preise, u. a. am Woodwind Concerto Competition und Wettbewerb für alte Musik. Seinen Bachelor schloss er am Königlichen Konservatorium in Den Haag ab, wo er bei Sébastian Marq Blockflöte und bei Donna Agrell Barock- und klassisches Fagott studierte. Seinen Masterabschluss machte er bei Heiko ter Schegget am Konservatorium in Utrecht. 2005 gewann er zwei erste Preise beim Aviv-Wettbewerb in Tel Aviv. Benny Aghassi lebt in Den Haag, unterrichtet am Amsterdamer Konservatorium historische Aufführungspraxis für

Siobhán Armstrong ist eine der bekanntesten Interpretinnen auf historischen Harfen Europas. Sie musiziert mit nachgebauten Harfen aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock und begleitet mit Vorliebe Singstimmen, und zwar von gregorianischen Choralgesängen über mehrstimmige Gesangswerke bis hin zu irischen Sean-nós-Gesängen und barocken Opern und Kammermusik. Sie musiziert mit einigen der renommiertesten Ensembles für alte Musik Europas und tritt mit den besten traditionellen Musikern aus ihrer Heimat Irland auf. 2014 wurde sie an die Staatsoper Perm (Russland) eingeladen, um in Peter Sellars’ neuer Produktion von Purcells «Indian Queen» mitzuwirken. Letz-

Fagott und ist Mitglied des Ensembles Osmosis. Er spielt regelmässig mit verschiedenen Orchestern zusammen, u. a. mit dem Europäischen Barockorchester, mit dem Freiburger Barockorchester, mit dem Orchestra of the 18th Century, mit dem Orchestre des Champs-Elysées, mit dem Al Ayre Español und mit dem Amsterdam Baroque Orchestra.

tes Jahr spielte sie u. a. am Royal Opera House in London in der sehr erfolgreichen Produktion von Cavallis «Ormindo» mit und vertrat Irland am internationalen Harfenfestival von Edinburg, dem weltweiten grössten Anlass für Harfe. Sie ist Begründerin und Leiterin der Historical Harp Society of Ireland, die sich mit Erfolg für die Anliegen der altirischen Harfe einsetzt. 2014 wurde ihr von der Middlesex University in London ein Doktorandenstipendium zugesprochen, damit sie ihre Studien zur historischen Aufführungspraxis der altirischen Harfe fortführen kann.

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Monika Baer Violine

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Maite Beaumont Mezzosopran

Monika Baer stammt aus Zürich und studierte an der Musikhochschule Genf (Lehr- und Solistendiplom für Violine) sowie Kammermusik in Basel. Es folgten Jahre intensiver Auseinandersetzung mit alter Musik, die sie unter anderem an die Hochschule für Musik in Dresden zu John Holloway führte. Von 1999 bis 2004 arbeitete sie als Konzertmeisterin des Kammerorchesters Basel im engen Austausch mit Dirigenten wie Christopher Hogwood, Philippe Herreweghe und Giovanni Antonini. Seit 1995 spielt Monika Baer als Zuzügerin in der Philharmonia Zürich an der Oper und ist Gründungsmitglied sowie seit 2014 Konzertmeisterin des dortigen Barockorchesters La Scintilla, das regelmässig mit Persön-

Maite Beaumont stammt aus Pamplona, wo sie ein Gesangs- und Geigenstudium an der Musikhochschule Pablo Sarasate absolvierte. Sie setzte ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg bei Hanna Schwarz fort und wurde 2000 in das Internationale Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper aufgenommen. Internationales Aufsehen erregte sie 2002 mit einem Einspringer als Ruggiero in der Hamburger Neuproduktion von Händels «Alcina». Von 2003 bis 2006 war sie für drei Jahre Mitglied im Ensemble der Hamburgischen Staatsoper, seither ist sie freischaffend tätig. Engagements führten sie unter anderem an die Opéra national de Paris, an das Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an das

lichkeiten wie Marc Minkowski, William Christie und Cecilia Bartoli zusammenarbeitet. Als Kammermusikerin setzt sie sich ebenso für barocke Raritäten wie für moderne Musik ein und hat diverse Studio- und Liveaufnahmen unter anderem für das Label ECM gemacht. 2018 übernimmt sie zusammen mit Renate Steinmann die Leitung des Zürcher Barockorchesters. Monika Baer ist Dozentin für Barockvioline und Kammermusik an der Zürcher Hochschule der Künste sowie geschätzte Gesprächspartnerin in der Radiosendung «Diskothek» von Radio SRF 2 Kultur.

Théâtre Royal de la Monnaie, an die Bayerische Staatsoper, an die Staatsoper unter den Linden Berlin, an das Théâtre du Capitole in Toulouse, an das Teatro Real in Madrid sowie an die Mailänder Scala, das Teatro Municipal de Santiago de Chile und die Lyric Opera Chicago. Bei den Salzburger Festspielen debütierte sie 2005. Auch als Konzertsängerin ist Maite Beaumont sehr gefragt. Ihr Repertoire reicht von der Barockmusik bis hin zu zeitgenössischen Werken. Es liegen mehrere CD-Aufnahmen von ihr vor.

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ˇicˇic´ Bojan C Violine

Deirdre Dowling Viola

ˇicˇic´ ist bekannt für sein intelliBojan C gentes und virtuoses Spiel auf der Violine und der Viola d’amore und spezialisierte sein Repertoire auf das späte 16. Jahrhundert bis zur Romantik. Er war Gastdirigent und Solist beim Orchestra of the 18th Century, beim Orchestra of the Age of Enlightenment, dem King’s Consort und dem Budapest Festival Orchestra. Zudem trat er oft auf als Dirigent der Academy of Ancient Music und des European Union Baroque Orchestra. Er übernahm mehrmals die Aufnahmeleitung mit dem Ensemble Florilegium, La Nuova Musica und dem Arcangelo Consort. Seine Aufnahme des Konzerts für zwei Violinen von J. S. Bach mit Rachel Podger wurde jüngst vom BBC Music Magazine als beste ver-

Die gebürtige Australierin Deirdre Dowling lebt seit 2001 in Europa, wo sie nach einem Masterstudium mit Spezialisierung in barocker und klassischer Viola am Königlichen Konservatorium Den Haag als gefragte Kammer- und Orchestermusikerin arbeitet. Sie ist Stimmführerin des Amsterdam Baroque Orchestra unter der Leitung von Ton Koopman und des Collegium Vocale Gent unter Philippe Herreweghe. Als Gast tritt sie regelmässig als Stimmführerin der Bratschen mit dem Orchester La Scintilla der Oper Zürich und bei Il Complesso Barocco unter der Leitung von Alan Curtis auf. Des weiteren spielt sie mit Les Arts Florissants unter der Leitung von William Christie, bei Concerto Köln, mit den Mu-

fügbare Aufnahme bezeichnet. Bojan ˇicˇic´ eigene Gruppe, The Illyria Consort, C widmet sich den seltenen Repertoires der venezianischen Republik und der Habsburgermonarchie des 17. und 18. Jahrhunderts. Vor kurzem wurde er Professor für Barockvioline am Royal College of Music und widmet sich mit grosser Leidenschaft der Ausbildung der nächsten Generation von Instrumentalisten für historische Aufführungspraxis.

siciens du Louvre-Grenoble unter der Leitung von Marc Minkowski sowie im Orchester des 18. Jahrhunderts. Deirdre Dowling ist auch eine passionierte Kammermusikerin. Mit ihrem Streichquartett Edding, das auf historischen Instrumenten musiziert, tritt sie regelmässig in allen Ländern Europas auf. Ein exklusiver Plattenvertrag mit Fuga Libera widmet sich der Erforschung des Streichquartettrepertoires der Frühromantik. Als Kammermusikerin ist sie dem Ensemble Ausonia, Harmonie Universelle sowie Il Gardellino fest verbunden.

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Mike Fentross Theorbe und Barockgitarre

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Ann Hallenberg Mezzosopran

Der Dirigent und Lautenist Mike Fentross hat sich als Spezialist für alte Musik einen Namen gemacht. Er wirkt in ganz Europa als Dirigent, Solist und Basso-continuoSpieler und ist Professor für Laute und Basso continuo am Königlichen Konservatorium Den Haag. 1988 schloss Mike Fentross sein Studium am Königlichen Konservatorium Den Haag ab, wo er beim Lautenpionier Toyohiko Satoh studierte. 1994 gewann er den Van Wassenaer Concours in Amsterdam, und 1999 spielte er seine erste CD, «Chitarrone Virtuosi», mit Sololaute ein. Er spielte Kammermusik mit renommierten Musikern wie Yo-Yo Ma, Ton Koopman, Janine Jansen, Marion Verbruggen, Sonia Prina, Maria Bajo, Wilbert Hazelzet, Bruce Dickey, Lucy van

Die schwedische Mezzosopranistin Ann Hallenberg tritt in allen grossen Opernhäusern der Welt auf wie der Mailänder Scala, dem Teatro La Fenice in Venedig, dem Teatro Real Madrid, dem Theater an der Wien, dem Opernhaus Zürich, der Opéra national de Paris, der Opéra de Lyon, dem Théâtre de la Monnaie in Brüssel, der Nationale Opera Amsterdam, der Bayerischen Staatsoper in München, der Staatsoper Unter den Linden Berlin, der Semperoper Dresden und der Royal Swedish Opera in Stockholm; auch bei renommierten Festivals ist sie zu Gast, etwa bei den Salzburger Festspielen und beim Edinburgh Festival. Hallenbergs Opernrepertoire umfasst zahlreiche Partien, doch auch auf der Konzertbühne ist sie zu Hau-

Dael, Andrew Lawrence King, Marta Almajano, Eduardo López Banzo, Skip Sempe und Gerard Lesne. Mike Fentross machte über 75 CD-Aufnahmen. Als Dirigent debütierte er 1999 mit «La Dafne» von Marco da Gagliano in einer Produktion der Nieuwe Opera Academie in Amsterdam. 2009 dirigierte er erstmals im grossen Saal des Amsterdam Concertgebouw, zudem war er im gleichen Jahr musikalischer Leiter der Granida-Produktion, die in Anwesenheit von Königin Beatrix aufgeführt wurde.

se. Die Mezzosopranistin ist in den bedeutendsten Konzertsälen und auf Festivals in ganz Europa und Nordamerika zu hören. Sie hat sich ein ungewöhnlich breites Konzertrepertoire erschlossen, das vom frühen 17. Jahrhundert (Monteverdi und Cavalli) über Mozart, Haydn, Beethoven, Berlioz, Brahms, Mahler und Chausson bis zu zeitgenössischen Werken von Franz Waxman und Daniel Börtz reicht. Ann Hallenberg arbeitet mit namhaften Dirigenten wie Fabio Biondi, William Christie, Sir John Eliot Gardiner, Emmanuelle Haïm, Philippe Herreweghe, Marc Minkowski, Riccardo Muti, Kent Nagano, Sir Roger Norrington, Sir Antonio Pappano, Christophe Rousset und Alberto Zedda zusammen. Hallenberg kann eine mehr als 40 CD und

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DVD umfassende Diskographie vorweisen.


Catherine Jones Violoncello

Catherine Jones machte ihr Barockcellodiplom in Den Haag bei Jaap ter Linden. Sie arbeitete oft mit international bekannten Ensembles zusammen, so dem Amsterdam Baroque Orchestra, der Academy of Ancient Music und dem Concerto Copenhagen. Als Solocellistin spielte sie mit Il Complesso Barocco unter der Leitung von Alan Curtis für die Deutsche Grammophon ein erfolgreiches Album ein und trat als Solistin mit Franz Brüggen und The Orchestra of the 18th Century am Utrecht Early Music Festival auf. Weiter trat sie als Solistin am Festival of Cremona mit Il Complesso Barocco auf und nahm für die deutsche Harmonia Mundi mit der gleichen Gruppe das Cellokonzert von Leonardo Leo auf. Ihre erste Solo-CD mit Cellosonaten von Boccherini wurde 2014 von Sony DHM herausgegeben und erhielt 5-Sterne-Bewertungen. 2017 spielte sie Fiorenzas Cellokonzert für ABC Classics in Australien ein. Regelmässig arbeitet Catherin Jones mit den bedeutenden internationalen Künstlern William Carter und Enrico Baiano zusammen. Sie ist Gastprofessorin am Königlichen Konservatorium Den Haag und unterrichtet Meisterklassen an der Novia University in Finnland, der Austria Barock Akademie, am Forum Alte Musik und an den Corsi di Musica Antica ILMA in Italien. Zudem ist sie Professorin für Barockvioloncello am «Felice Dall’Abaco»-Konservatorium in Verona und der Civica Scuola di Musica Claudio Abbado in Mailand.

Josep Domènech Lafont Oboe

Josep Domènech Lafont absolvierte seine Grundausbildung in seiner katalanischen Heimatstadt Amposta und zog dann nach Barcelona, um sein Studium bei Josep Julià am Conservatori Superior de Barcelona fortzusetzen. Josep Domènech Lafont ist Absolvent der Musikakademie Basel und studierte auch am Conservatorium van Amsterdam, wo er sein Studium bei Alfredo Bernardini abschloss. Er trat mit den bedeutendsten historischen Orchestern auf, so mit Les Talens Lyriques, mit dem Bach Collegium Japan, mit Il Giardino Armonico, dem Balthasar Neumann Ensemble, mit Europa Galante, dem Orchestre révolutionnaire et romantique und dem Concert des Nations. 2008 wurde er erster Oboist des Concerto Köln. Der Künstler arbeitet mit vielen bedeutenden Musikern zusammen, darunter Masaaki Suzuki, Sir John Eliot Gardiner, Fabio Biondi, Giovanni Antonini und Jordi Savall. Am Conservatoire à rayonnement régional de Toulouse unterrichtet er historische Oboe und bietet regelmässig an Festivals und Konservatorien in ganz Europa Meisterkurse und Seminare an.

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Thomas Meraner Oboe

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Ada Pesch Violine

Thomas Meraner wurde in Bozen geboren. Nach einem Studium in seiner Heimatstadt setzte er seine Studien an der Musikakademie Basel bei Emmanuel Abbühl (Oboe) und Sergio Azzolini (Kammermusik) fort. Es folgen Masterstudien an der Scola Cantorum Basiliensis bei Katharina Arfken und am Conservatorium van Amsterdam bei Alfredo Bernardini. 2009 war Thomas Meraner Oboist und Solist im European Union Baroque Orchestra (EUBO). Er ist Mitbegründer des Ensembles Cafébaum, mit dem er 2013 den internationalen Wettbewerb der Händelfestspiele Göttingen gewann. Thomas Meraner spielte unter der Leitung von Philippe Herreweghe, René Jacobs, Masaaki Suzuki, Jos van Immer-

Ada Pesch ist seit 1990 erste Konzertmeisterin der Philharmonia Zürich (vormals Orchester der Oper Zürich). Im Alter von sechs Jahren begann sie mit dem Violinunterricht. Sie studierte u. a. bei Josef Gingold an der University of Indiana und nahm an Meisterklassen von Arthur Grumiaux und György Sebök teil. Mit 22 Jahren kam Ada Pesch nach Deutschland und wurde erste Konzertmeisterin bei den Hofer Symphonikern. Mit Mitgliedern der Philharmonia Zürich hat Ada Pesch 1996 das Orchestra La Scintilla gegründet, das sich ganz auf historische Instrumente spezialisiert hat und zusammen mit Pionieren wie Nikolaus Harnoncourt, William Christie und Marc Minkowski die historische Aufführungs-

seel, Lars Ulrich Mortensen und Enrico Onofri. Er ist Gast in den Orchestern La Cetra Basel, Ensemble Cordia, Bach Collegium Japan und dem Freiburger Barockorchester. An der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart unterrichtet er Barockoboe.

praxis pflegt. Unter der Leitung von Ada Pesch begleitete das Orchestra La Scintilla Cecilia Bartoli auf Nordamerika- und Europatournéen. Ihre CD und DVD «Maria» hat Cecilia Bartoli mit La Scintilla unter der Leitung von Ada Pesch eingespielt. Sie wirkt auch als Konzertmeisterin des Barockorchesters Les Musiciens du Prince. Dieses Ensemble wurde von Cecilia Bartoli 2016 in Monte Carlo gegründet. Seit 2004 leitet sie das von ihr gegründete Barockfestival in Ernen.

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Luca Quintavalle Cembalo und Orgel

Christian Staude Kontrabass

Luca Quintavalle studierte Klavier bei Ernesto Esposito. Seinen «Master of Cembalo» absolvierte er mit «maxima cum laude» als Schüler von Giovanni Togni, Stefano Molardi und Paolo Beschi am Konservatorium seiner Heimatstadt Como. Als Stipendiat des DAAD wurde er nach seinem Studium mit dem Konzertexamen bei Christian Rieger an der Essener Folkwang-Musikhochschule ausgezeichnet, besuchte Kurse von Kristian Bezuidenhout, Jesper Christensen, Stefano Demicheli, Andrea Marcon, Christophe Rousset, Alexei Lubimov sowie Andreas Staier und gewann 2007 beim Basso-continuoWettbewerb «G. Gambi» in Pesaro den ersten Preis. Luca Quintavalle hat mit Orchestern wie Concerto Köln, Les Talens

Christian Staude studierte modernen Kontrabass in Groningen und Amsterdam bei Peter Korpershoek, Roelof Meijer und Peter Stotijn sowie Violone und historischen Kontrabass bei Maggie Urquart in Den Haag. Er begann seine professionelle Laufbahn mit Orchestern wie dem Rotterdams Philharmonisch Orkest, Radio Philharmonisch Orkest, Combattimento Consort Amsterdam und der Nederlandse Bachvereniging. Seit 2007 wohnt er in Frankreich, wo er die Bassgruppe der Musiciens du Louvre (Marc Minkowski) anführt. Er ist Mitglied des Orchesters des 18. Jahrhunderts und Le Concert de la Loge und arbeitet regelmässig mit dem Ensemble Pygmalion, Les Ambassadeurs, Les Musiciens

Lyriques, Balthasar Neumann Ensemble, Academia Montis Regalis, Harmonie Universelle, Divino Sospiro, Capella Augustina, La Folia Barockorchester, Ensemble Resonanz, Kölner Kammerorchester, Gürzenich Orchester, Hamburger Symphoniker und Philharmonisches Staatsorchester Hamburg zusammengearbeitet. CD sind bei Sony-Deutsche Harmonia Mundi, Deutsche Grammophon, Hyperion und Capriccio erschienen. Seit 2016 ist er Dozent an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

de Saint-Julien und Le Banquet Céleste. Gelegentlich produziert sich Christian Staude auch solistisch, so spielte er Mozarts Konzertarie «Per questa bella mano» für Bariton, Kontrabass und Orchester mit James Rutherford (Bariton) und Le Cercle de l’Harmonie (Jérémie Rohrer) sowie das Kontrabasskonzert von Johann Baptist Vanhal mit The New Dutch Academy (Simon Murphy).

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TANZ-FILM UND JAZZKONZERT IM RAHMEN DER BAROCKMUSIK WOCHEN*

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Ein einzigartiges Joint Venture «Tanzmacher» sagt er, wenn er nach seinem Beruf gefragt wird – und obwohl in seinen Ausweisen wohl etwas anderes steht. Tanzmacher trifft das, was Heinz Spoerli macht, auf den Punkt. Der Choreograph macht Tänze. In seinem Métier hat es der heute 77jährige zur Meisterschaft gebracht. Davon zeugt die lange Liste mit Auszeichnungen und Preisen, mit denen der gebürtige Basler und Weltbürger des Balletts für sein künstlerisches Schaffen geehrt wurde. Heinz Spoerli verfügt über eine instinktsichere Musikalität und ein aussergewöhnliches erzählerisches Talent. Und die Vielseitigkeit seines tänzerischen Vokabulars macht es ihm möglich, das Wesen der Musik in Bewegung zu übersetzen. Zuerst war er selber als Tänzer unterwegs, doch seine eigentliche Berufung fand er im Choreographieren. Als Ballettdirektor kreierte Heinz Spoerli am Theater Basel während achtzehn Spielzeiten abendfüllende Handlungsballette. Die Qualität und Schönheit dieser Stücke bescherte ihm als Gastchoreograph Einladungen zu den führenden klassischen Tanzkompanien weltweit. Als er in den 1990er Jahren als Tanzchef an die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf wechselte, entstand da eine seiner wichtigsten Arbeiten: ein Stück zu Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen. Das abstrakte Ballett liess auch jene Kritiker verstummen, die fanden, es sei ein Sakrileg, Bach zu «vertanzen». Am Opernhaus Zürich, wo Spoerli von 1996 bis 2012 als Direktor und Chefchoreograph die Leitung des wichtigsten Ballettensembles der Schweiz innehatte, führte er die Auseinandersetzung mit Bach weiter. Er kreierte zu drei von Bachs Suiten für Cello solo (Nr. 1, 4 und 5) das Ballett «...und mied den Wind»; 2003 folgte zu den Suiten Nr. 2, 3 und 6 das Ballett «In den Winden im Nichts». Die poetische, hochmusikalische Interpretation, die als Filmaufzeichnung weiterlebt, hat nun Charl du Plessis zu einer eigenen musikalischen Interpretation inspiriert. Der südafrikanische Pianist, der während seines Studiums auch als Ballettrepetitor tätig war, lernte Heinz Spoerli zufällig während eines Gastspiels mit Bachs Goldberg-Variationen in Südafrika kennen. Später kreuzten sich ihre Wege in Ernen wieder. Und da ist die Idee zu diesem Joint Venture entstanden. Plessis, ein begnadeter Arrangeur, der in der Klassik ebenso wie im Jazz zu Hause ist, hat Bachs Cellosuiten für sein Jazztrio neu arrangiert und wird den Tanzfilm «In den Winden im Nichts» live begleiten. Francesco Walter

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21. / 23. JULI* Tanzfilm «In den Winden im Nichts» Ein Ballett von Heinz Spoerli Samstag, 21. Juli 2018, um 20 Uhr, Tellensaal Ernen Montag, 23. Juli 2018, um 20 Uhr, Tellensaal Ernen

Musik: Johann Sebastian Bach Kostüme: Heinz Spoerli Bühnenbild: Sergio Cavero Ensemble: Zürcher Ballett Uraufführung: 2003 am Opernhaus in Zürich Die Suiten für Violoncello solo Nr. 2, 3 und 6 – im Film von Claudius Herrmann interpretiert – werden live vom Charl du Plessis Trio begleitet. Charl du Plessis, Klavier Werner Spies, Kontrabass Peter Auret, Schlagzeug

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Charl du Plessis Trio

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Das Charl du Plessis Trio gehört zu den vielfältigsten und renommiertesten Crossover-Ensembles Südafrikas. Das Ensemble spielt verschiedenste Musikstile von Latin über Swing bis hin zu Klassik und Funk und unterscheidet sich dadurchvonanderenInstrumentalgruppen. Gegründet wurde das Charl du Plessis Trio 2006. Im darauffolgenden Jahr nahmen sie ihr erstes Album, «Trio», mit neu arrangierten Jazz-Standards und Originalmusik von Charl du Plessis auf. Nach einer landesweiten Tournee mit dem «Trio»-Album folgten internationale Konzerttourneen mit Auftritten in China, der Schweiz und Holland, die allesamt ausverkauft waren. Das Album «Shanghai Brunch» wurde für den South African Music Award als bestes Klassik-

Plessis am Klavier, Werner Spies am Kontrabass und neu seit Herbst 2017 der Schlagzeuger Peter Auret.

und Instrumentalalbum 2012 nominiert und gewann im gleichen Jahr die KykNetGhoema-Auszeichnung für das beste Instrumentalalbum. In den letzten fünf Jahren erschienen die CDs «Pimp my Piano» – die auch als DVD erhältlich ist – und «Gershwin Song Book». In Koproduktion mit dem Festival Musikdorf Ernen erschienen die drei CDs «BaroqueSwing Vol. I, II und III», alle drei Liveaufnahmen aus dem Festival Musikdorf Ernen 2013, 2015 und 2016. Die «BaroqueSwing Vol. II» gewann letztes Jahr den South African Music Award 2017 als beste Aufnahme in der Sparte klassische Musik. Mitglieder des Trios sind Charl du

spielt mit Südafrikas renommiertesten Orchestern. Neben der vielseitigen internationalen Arbeit unterrichtet er an der Universität Pretoria. Sein Repertoire reicht von Werken Bachs und Chopins bis zu Jazz und Pop-Adaptationen; seine CDEinspielungen, u. a. beim Schweizer Label Claves Records, wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.

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Der Pianist Charl du Plessis gehört zur Spitze der internationalen Crossover-Interpreten und gastiert bei namhaften Festivals weltweit. Er studierte an der Universität Pretoria und spezialisierte sich als erster Student in seiner Doktorarbeit gleichermassen auf Klassik und Jazzklavier. Studien bei bekannten Musikern wie György Sebök in Ernen, Dan Hearle und Stefan Karlson an der University of North Texas, USA, und Ulrich Koella an der Musikhochschule Winterthur ergänzen seine umfangreiche Ausbildung. Charl du Plessis erhielt zahlreiche erste Preise internationaler Wettbewerbe und


22. JULI* Jazzkonzert mit dem Charl du Plessis Trio Sonntag, 22. Juli 2018, um 18 Uhr, Kirche Ernen Chick Corea *1941 La Fiesta Christoph Willibald Gluck 1714–1787 Thema aus der Oper «Orpheus und Eurydike» John Lewis 1920–2001 Django Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791 Arie «Der Hölle Rache» aus der Oper «Die Zauberflöte» KV 620 Duke Ellington 1899–1947 C Jam Blues Giacomo Puccini 1858–1924 Arie «E lucevan le stelle» aus der Oper «Tosca» Arvo Pärt *1935 Für Alina (1976) Georges Bizet 1838–1875 Arie «Seguidilla» aus der Oper «Carmen» Peggy Lee 1920–2002 Where can I go without you? Giuseppe Verdi 1813–1901 Arie «La donna è mobile» aus der Oper «La Traviata» Duke Ellington 1899–1947 / Juan Tizol 1900–1984 Caravan Gioachino Rossini 1792–1868 Arie «Largo al factotum» aus der Oper «Il barbiere di Siviglia» Keine Pause

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KAMMERMUSI K PLUS* 29. JU LI — 11. AUGUST 2018* Xenia Jankovic Musikalische Leitung


«Nicht Bach, sondern Meer sollte er heissen» Als künstlerisches Vermächtnis hat Johann Sebastian Bach in seinen letzten Lebensjahren eine Reihe von grossartigen Meisterwerken geschaffen. Zu ihnen gehört «Die Kunst der Fuge», eine Sammlung von Fugen und Kanons, deren Einzigartigkeit darin besteht, dass der gesamte Zyklus sich vom gleichen Themenmaterial ableitet. Die Urgestalt des Themas wird in Contrapunctus 1 – so sind die Fugen betitelt – vorgestellt und umfasst 12 Töne. Bach hat das Thema so gestaltet, dass er daraus die vielfältigsten und erstaunlichsten Möglichkeiten entfalten konnte. So gewinnt er beispielsweise aus den letzten vier Tönen des Themas die wunderbare Bewegungsenergie der ersten Fuge. Diesem Contrapunctus 1 hat der kroatische Musiker Grgo Peroš den Messetext des Kyrie unterlegt. Die erste Veröffentlichung der «Kunst der Fuge» hat Bach nicht mehr erlebt. Die letzte Fuge blieb unvollendet. Ihr wurde deshalb im Erstdruck – sozusagen als Ersatzschluss – Bachs Choral «Wenn wir in höchsten Nöten sein» angefügt, der in einer Leipziger Handschrift auch mit dem Text «Vor deinen Thron tret ich hiermit» überliefert ist und Bachs Glauben bekräftigt, dass das Ziel unseres Lebens in einer höheren Welt liegt. Das Œuvre des 2013 verstorbenen englischen Komponisten John Tavener ist zu einem grossen Teil von seinem christlich-orthodoxen Glauben geprägt. Die Liturgie und der Gesang der osteuropäischen Kirche haben ihn fasziniert und seinen Kompositionsstil beeinflusst. So hat das 1995 entstandene «Svyati» einen Bezug zur orthodoxen Liturgie der Totenfeier. Zu den mystischen Klängen des Chors setzt Tavener ein Violoncello in Dialog und erläutert dazu: «Der Chor singt Svyati, wenn der Sarg geschlossen und aus der Kirche herausgetragen wird, dem die Trauernden mit Kerzen folgen. Das Cello stellt den Priester oder die Ikone von Christus dar.» Kaum hatte der russische Komponist Anton Arenski sein Studium am St. Petersburger Konservatorium mit einer Goldmedaille beendet, wurde er als Kompositionslehrer ans Moskauer Konservatorium berufen. Später wirkte er als Direktor der Hofsängerkapelle in St. Petersburg, und wohl für diese Kapelle komponierte er 1901 die drei Gesangsquartette op. 57 für die ungewöhnliche Besetzung von vier Stimmen und einem Solocello, das diese Gesänge kommentiert und illustriert. Das erste Quartett ist ein Wiegenlied, das zweite ein geheimnisvolles Lied «An die sterbenden Sterne», im dritten besingt der Chor eine Quelle, deren quirliges Sprudeln im Cellopart wiedergegeben wird. Ein Wiener Kaufmann machte Johannes Brahms auf eine Sammlung von 25 ungarischen Liedern aufmerksam, die er – mit Hilfe eines ungarischen Kindermädchens – ins Deutsche übersetzt und in Reime gefasst hatte. Brahms, ein Liebhaber ungarischer Musik und eben von einer Budapester Konzertreise nach Wien zurückgekehrt, vertonte im Winter 1887/88 insgesamt fünfzehn, elf davon fanden Eingang in den Zyklus «Zigeunerlieder», den er selbst als «Geschichte» bezeichnete. Eine Geschichte von Liebessehnsucht, Liebesglück, Tanz, Eifersucht, Abschied und Liebesschmerz. Im Unterschied zu seinen Ungarischen Tänzen benutzte Brahms hier keine Originalmelodien, übernahm aber typische Merkmale ungarischer Volksmusik. Rolf Grolimund

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29. JULI* Chorkonzert Sonntag, 29. Juli 2018, um 18 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 17 Uhr im Tellenhaus Ernen

Johann Sebastian Bach 1685–1750 Kyrie: Contrapunctus 1 aus «Die Kunst der Fuge» BWV 1080 Bearbeitung Grga Peroš John Kenneth Tavener 1944–2013 «Svyati» (1995) für gemischten Chor und Violoncello Anton Arenski 1861–1906 Drei Quartette für vierstimmige Chöre mit Violoncello op. 57 Ständchen – Soll ich fragend – Die heisse Quelle Johannes Brahms 1833–1897 «Zigeunerlieder» für vier Singstimmen mit Klavierbegleitung op. 103 He, Zigeuner, greife in die Saiten Hochgetürmte Rimaflut Wisst ihr, wann mein Kindelein am allerschönsten ist? Lieber Gott, du weisst, wie oft bereut ich hab Brauner Bursche führt zum Tanze Röslein dreie in der Reihe blüht so rot Kommt dir manchmal in den Sinn Horch, der Wind klagt in den Zweigen Weit und breit schaut niemand mich an Mond verhüllt sein Angesicht Rote Abendwolken ziehn am Firmament Johann Sebastian Bach «Wenn wir in höchsten Nöten sein» BWV 1080 Choral aus «Die Kunst der Fuge» SOLAND Chor, Leitung: Ruth Soland Xenia Jankovic, Violoncello Paolo Giacometti, Klavier Keine Pause

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Venezianischer Zauber und Tango argentino In Johann Sebastian Bachs «Kunst der Fuge» bilden die Contrapuncti 2, 3 und 4 eine Gruppe einfacher Fugen über das Grundthema. Dieses Grundthema stellt Bach zu Beginn von Contrapunctus 2 nochmals vor. Bei den letzten vier Tönen aber setzt ein punktierter Rhythmus ein, der fortan das ganze Stück durchläuft und dieser Fuge einen recht energischen Charakter verleiht. Contrapunctus 3 bringt das Thema zwar auch in der Grundgestalt, allerdings jetzt erstmals in der Umkehrung. Diesem ausdrucksmässig eher ernsten Stück folgt mit Contrapunctus 4 eine liebliche, heitere Fuge, in der schon bald nach der Vorstellung des Themas das Motiv einer fallenden Terz («Kuckucksmotiv») den weiteren Verlauf des Stücks dominiert. Antonio Vivaldis «Jahreszeiten»-Konzerte dürften zwischen 1715 und 1720 entstanden sein. Rund 25 Jahre später hat Bach mit den frühesten Stücken seiner «Kunst der Fuge» angefangen. Zeitlich liegen die Werke also gar nicht so weit auseinander, und doch offenbaren sich hier zwei unterschiedliche barocke Klangwelten. Dabei darf daran erinnert werden, dass Bach Konzerte seines italienischen Zeitgenossen sehr geschätzt, einzelne übernommen und für andere Besetzungen bearbeitet hat. Vivaldi komponierte die meisten seiner Konzerte für das Orchester eines Mädchenkonservatoriums in Venedig. Die «Jahreszeiten»-Concerti sind zusammen mit einigen anderen Konzerten in der Sammlung «Il Cimento dell’Armonia e dell’Inventione» im Druck erschienen, was etwa mit «kühne Versuche mit der Harmonie und der Erfindung» zu übersetzen ist. «Armonia» bezeichnet die Lehre vom musikalischen Satz und «inventione» die musikalische Erfindungskraft. Vivaldi wagt hier die Darstellung aussermusikalischer Themen und gestaltet auf höchst eindrückliche Weise Bilder der Natur in Musik um. Bilder, wie sie in den vier Sonetten beschrieben werden, die den Konzerten im Notentext beigefügt sind. Im «Frühling» erscheint eine arkadische Landschaft: Die Vögel begrüssen die neue Jahreszeit, Bäche rauschen, Winde blasen, ein Gewitter zieht heran, ein Hirte schläft, und im dritten, mit «Danza pastorale» überschriebenen Satz tanzen Nymphen und Hirten zum Klang des Dudelsacks. Im «Sommer» leiden Mensch, Vieh und Natur unter der glühenden Sonne. Kuckuck, Turteltaube und Distelfink sind zu hören, der Hirtenknabe hat Angst vor dem drohenden Unwetter, aber auch vor den Mücken und Wespen: «Der Himmel donnert und blitzt und der Hagel bricht die Köpfe der Ähren und der stolzen Halme.» Im «Herbst» freuen sich die Bauern bei Tanz und Gesang («Ballo e canto di Villanelli») über die gute Ernte; sie kosten ausgiebig vom Wein und schlafen ein, die Jäger gehen zur Jagd, Hörner erschallen, Hunde bellen, das Wild flieht. Im «Winter» schliesslich vermitteln pochende Achtel und Dissonanzen den Eindruck winterlicher Starre: «Zitternd im gefrorenen Schnee und im grausamen Wind stampfen wir mit den Füssen, während unsere Zähne klappern.» Ein wilder Wintersturm fährt auf, «am Feuer verbringt man die ruhigen und friedlichen Tage», auf dem Eis gleitet man aus, die Winde kämpfen miteinander: «Das also ist der Winter, und doch ist er so, dass er auch Freuden bringt.»

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Die Brücke von der Barockmusik zur Moderne schlägt die 1980 in Bulgarien geborene Komponistin Dobrinka Tabakova. Seit 1991 lebt sie in London und hat dort ihre musikalische Ausbildung vollendet. Als Komponistin ist sie offen für unterschiedlichste Einflüsse, lässt Altes und Neues, westliche und östliche Klänge zusammenfliessen. In der «Suite im alten Stil» für Soloviola, Cembalo und Streicher, die sie 2004 auf Anregung des ukrainisch-britischen Bratschisten Maxim Rysanow komponiert hat, liess sie sich von Cembalominiaturen des französischen Barockmeisters Jean-Philippe Rameau inspirieren, ohne ihn jedoch direkt zu zitieren. Sie vermischt vielmehr barocke Satzmodelle mit folkloristischen Akzenten und sucht nach neuen musikalischen Farbwirkungen. Der Name Ástor Piazzolla ist eng mit dem Tango verbunden. Piazzolla kam in Mar del Plata in Argentinien zur Welt, verbrachte seine Kindheit in New York, wo er vom Jazz fasziniert war. Nach seiner Rückkehr nach Argentinien beschäftigte er sich auch mit europäischer Musik. Zunächst studierte er bei Alberto Ginastera, später bei Nadja Boulanger in Paris, die sein Talent erkannte und ihn ermutigte, sich ganz dem Tango zuzuwenden. Mit seiner «klassischen» Ausbildung und seinem grossen Interesse für den Jazz schuf er schliesslich einen eigenen Tangostil, den «tango nuevo». In verschiedenen Werken verband er zudem diesen «tango nuevo argentino» mit Barockmusik und Jazz – so auch in «Las Cuatro Estaciones Porteñas» (Die vier Jahreszeiten in Buenos Aires). Anders als Vivaldi mit seinen Violinkonzerten dachte Piazzolla zunächst gar nicht an einen Zyklus. Die erste seiner vier Kompositionen – den «Sommer» – schrieb er 1965 für ein Theaterstück. «Herbst», «Frühling» und «Winter» folgten rund fünf Jahre später, und die Suite wurde erstmals in einer Liveshow von Piazzollas Quintett im Mai 1970 aufgeführt. Die wechselnden Stimmungen der Jahreszeiten drückt Piazzolla in vier Konzerten aus, die alle Elemente enthalten, die für seine Werke charakteristisch sind: elegante Tangos, sentimentale Melodien, scharfe Rhythmen, ausdrucksvolle Dissonanzen und abrupte Tempo- und Rhythmuswechsel. Rolf Grolimund

Rolf Grolimund studierte an den Universitäten von Basel und Grenoble Geschichte und Musikwissenschaft. Nach dem Lizentiatsabschluss liess er sich in Basel zum Gesangslehrer ausbilden. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er bei Schweizer Radio DRS; ab 1998 als Leiter Musik von DRS 2.

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31.JULI* Orchesterkonzert 1 Dienstag, 31. Juli 2018, um 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen Johann Sebastian Bach 1685–1750 Contrapunctus 2, 3 und 4 aus «Die Kunst der Fuge» BWV 1080 Festivalorchester Antonio Vivaldi 1678–1741 «Die vier Jahreszeiten» op. 8 Der Frühling RV 269 Allegro – Largo e pianissimo – Danza pastorale: Allegro Maria Włoszczowska, Violine Der Sommer RV 315 Allegro – Adagio – Presto Tim Crawford, Violine Der Herbst RV 293 Allegro – Adagio – La caccia: Allegro Ulrike-Anima Mathé, Violine Der Winter RV 207 Allegro non molto – Largo e cantabile – Allegro Joseph Puglia, Violine Festivalorchester Pause

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Dobrinka Tabakova *1980 Suite im alten Stil für Viola, Streicher und Cembalo (2004) Prelude: Fanfare from the Balconies – Back from Hunting – Through Mirrored Corridors The Rose Garden by Moonlight Riddle of The Barrel – Organ Player – Postlude: Hunting and Finale Timothy Ridout, Viola Andrey Doynikov, Cembalo Festivalorchester Ástor Piazzolla 1921–1992 «Jahreszeiten» (Las Cuatro Estaciones Porteñas) Bearbeitung für Violoncello solo und Streicher von Jorge A. Bosso Verano Porteño (Sommer) Chiara Enderle, Violoncello Otoño Porteño (Herbst) Alice Gott, Violoncello Invierno Porteño (Winter) Mladen Miloradovic, Violoncello Primavera Porteña (Frühling) Xenia Jankovic, Violoncello Festivalorchester dazwischen Ástor Piazzolla Primavera Porteña (Frühling) aus den «Jahreszeiten» Bearbeitung für Klaviertrio von José Bragato Daniel Lazar, Violine Mladen Miloradovic, Violoncello Paolo Giacometti, Klavier

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Archaisch und modern Nach vier einfachen Fugen folgen in Johann Sebastian Bachs «Kunst der Fuge» drei sogenannte Gegenfugen, in denen Bach die Themen direkt nacheinander in ihrer normalen und umgekehrten Form folgen lässt. Schon in Contrapunctus 5 verändert er dabei das Thema ganz leicht, indem er zwei Durchgangstöne einfügt. Damit umfasst es neu 14 Töne; dies wohl nicht ganz zufällig, denn hinter der Zahl 14 verbirgt sich zahlensymbolisch der Name B-A-C-H. In Contrapunctus 6 ist das Thema im französischen Stil stark punktiert, und in Contrapunctus 7 – ein weiteres Kunststück – erscheint das Thema in drei verschieden grossen Notenwerten. Wie seinen beiden Balletten «Der Feuervogel» und «Petruschka» liegt auch Igor Strawinskis «Sacre du printemps» eine russische Geschichte zugrunde, das Ritual eines archaischen Frühlingsopfers im heidnischen Russland. Es beinhaltet Reigentänze, Wettkämpfe junger Burschen und den Auftritt eines weisen Alten, der die Erde küsst. Im zweiten Teil tanzen junge Frauen im Kreis. Eine unter ihnen wird als Opfer ausgewählt, die Ahnen werden angerufen und die Auserwählte tanzt den «heiligen Tanz». An Strawinskis Musik – nach der Uraufführung 1913 als barbarisch verteufelt, heute als Jahrhundertwerk bejubelt – faszinieren immer wieder neu die kraftvollen rhythmischen, klanglichen und motivischen Elemente, die auch in der vom Komponisten selbst besorgten Fassung für Klavier zu vier Händen eindrucksvoll zur Geltung kommen. Welche Komponisten waren die grössten Wunderkinder? Diese Frage stellte das BBC-Musikmagazin seinen Musikkritikern. Aus der Umfrage ging Mendelssohn als Sieger hervor; immerhin den beachtlichen sechsten Platz belegte Benjamin Britten, direkt hinter Prokofjew und vor Saint-Saëns. In der Tat hatte Britten schon früh viele Werke komponiert, darunter mit siebzehn ein erstaunlich modern klingendes Quartettino, das unter dem Einfluss seines fortschrittlichen Lehrers Frank Bridge entstanden ist und erst 1983 – sieben Jahre nach Brittens Tod – veröffentlicht und vom berühmten Arditti-Quartett uraufgeführt wurde. «Man kann nicht schöner Klarinette blasen, als es der hiesige Mühlfeld tut», schrieb der 58jährige Johannes Brahms 1891 an Clara Schumann, und für diesen Musiker – Soloklarinettist in der Meininger Hofkapelle – schrieb er das Klarinettenquintett, das zusammen mit seinem Klarinettentrio in der Singakademie Berlin erstmals öffentlich aufgeführt wurde. Im Quintett verbindet Brahms den warmen, fülligen Ton der Klarinette mit dem Streichquartettklang und lässt das Blasinstrument bald im Dialog mit der Violine in hoher Lage, bald auch mit dunkler gefärbten Tönen in tieferer Lage erklingen. Ganz besonders gefiel dem Publikum schon bei der Uraufführung der langsame zweite Satz mit seinen Anklängen an ungarische Musik, der Imitation des Zymbals und dem Klangreiz der gedämpften Streichinstrumente und der Klarinette. Der Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick fasste seine Eindrücke in poetische Worte und verglich diesen Satz mit dem Bild eines jungen Hirten, der in der Einsamkeit einer ungarischen Ebene schwermütig seine Schalmei bläst. Nach einem freundlichen, wiederum ungarisch gefärbten Scherzo folgt als Finale ein Variationensatz mit einem ergreifenden Abgesang.   Rolf Grolimund 76

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2. AUGUST* Kammerkonzert 1 Donnerstag, 2. August 2018, um 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Johann Sebastian Bach 1685–1750 Contrapunctus 5, 6 und 7 aus «Die Kunst der Fuge» BWV 1080 Joseph Puglia, Violine Tim Crawford, Violine Mark Holloway, Viola Mladen Miloradovic, Violoncello Arnulf Ballhorn, Kontrabass Igor Strawinski 1882–1971 «Le sacre du printemps» (1913) Fassung für Klavier zu vier Händen vom Komponisten Alasdair Beatson Paolo Giacometti Pause Benjamin Britten 1913–1976 Quartettino (1930) Andante-Allegro molto e con fuoco – Poco adagio ma con moto – Allegro molto vivace Ulrike-Anima Mathé, Violine Joseph Puglia, Violine Sally Beamish, Viola Chiara Enderle, Violoncello Johannes Brahms 1833–1897 Klarinettenquintett h-Moll op. 115 Adagio – Adagio-Più lento – Andantino-Presto non assai, ma con sentimento – Con moto David Dias da Silva, Klarinette Terje Tønnesen, Violine Maria Włoszczowska, Violine Mark Holloway, Viola Xenia Jankovic, Violoncello Kammermusik plus

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Klänge aus dem Norden Ausserhalb Englands ist das Œuvre des 1879 in Brighton geborenen Komponisten Frank Bridge wenig bekannt, in seinem Heimatland aber hatte er sich nicht nur einen Namen als Komponist gemacht, sondern auch als Dirigent, Bratschist und Kompositionslehrer. Benjamin Britten war sein bedeutendster Schüler, und Bridge war es, der die Begabung des jungen Britten erkannt und gefördert hatte. In Dankbarkeit widmete ihm Britten später sein erstes grosses Orchesterwerk, die Variationen über ein Thema von Frank Bridge, und setzte sich stark für die Aufführung der Werke seines Lehrers ein. Die Fantasie für Klaviertrio verdankt ihre Entstehung der Initiative eines britischen Musikfreundes. Walter Wilson Cobbett war ein begeisterter Liebhaber alter englischer Kammermusik und ganz besonders der «Fantasy», einer typisch englischen Gattung um 1600. So stiftete er 1905 einen Preis für Kammermusikwerke, die in der Art dieser englischen «Fantasy» aus einem Satz bestehen sollten. Zwei Jahre später liess er einen zweiten Wettbewerb durchführen. Diesmal war eine «kurze Fantasie in Form eines Klaviertrios» gefordert, und mit seinem «Phantasie Trio» gewann Frank Bridge den ersten Preis, einem Werk, das – anders als seine späteren Kompositionen – noch ganz in der Tradition spätromantischer Musik steht. Es beginnt mit einer dramatischen, bedrohlichen Geste, der eine melancholische Melodie folgt, die abwechslungsweise von der Geige und vom Cello vorgetragen und vom Klavier mit dunklen, monotonen Klängen begleitet wird. Romantische Klavierklänge und kurze Motive im Wechselspiel von Violine und Cello leiten zum lyrischen Andante über. Ihm folgen ein elfenhaftes Scherzo und, nach einer ruhigeren Episode, ein Schlusssatz, der die Eingangsmotive des ersten Satzes wiederaufnimmt und heiter-tänzerisch ausklingt. Vielfältige Einflüsse vereint die Komponistin Sally Beamish in ihren Werken, insbesondere Einflüsse schottischer Volksmusik und des Jazz, und immer wieder hat sie Werke für renommierte Solistinnen und Solisten komponiert. «Seavaigers» hat sie für zwei Musiker komponiert, die mit keltischer Volksmusik eng vertraut sind. Das dreisätzige Werk ist in enger Zusammenarbeit mit ihnen entstanden und lässt ihnen viel Spielraum für Improvisation. Der Titel, erläutert die Komponistin, bedeute Seefahrer und beziehe sich sowohl auf das Seefahrervolk der Nordsee wie auch auf die beiden Solisten, den Geiger Chris Stout aus Shetland und die Harfenspielerin Catriona McKay aus Dundee. Denn das Gewässer zwischen den beiden nördlichen Häfen Shetland und Dundee habe über die Jahrhunderte unzählige Leben gefordert, sei aber auch eine der schönsten und romantischsten Meerlandschaften der Welt – Heimat von Seevögeln, Walen, Delphinen und beständigen Wechseln des Lichts und des Wetters. Dieses Stück reflektiere die Erwartung, die Angst, den Kameradschaftsgeist und das Abenteuer von Schiffsfahrten. Der erste Satz beginnt mit der Morgendämmerung, die über dem Wasser schimmert. Bald wird es in jazzigem Rhythmus belebter, unruhig und stürmisch. Im zweiten Satz wird eine einfache Melodie vielfältig und teils auch improvisatorisch verziert. Es ist ein Klagegesang über die vielen menschlichen Tragödien, die sich auf See ereignen. Im dritten Satz – «Haven» – steuert die Musik aufgeregt dem heimatlichen

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Hafen zu. Kurz vor Schluss ist die Eingangsmusik wieder zu hören; sie kündet an, dass Land in Sicht ist. Die Contrapuncti 9 bis 11 in Johann Sebastian Bachs «Kunst der Fuge» sind Fugen mit mehreren Themen. Contrapunctus 9 beginnt zunächst in allen vier Stimmen mit einem geschwinden, lebhaft freudigen Thema, und schon bald erklingt dazu – nahezu wie ein feierlicher Choral – das Hauptthema des Zyklus, insgesamt sieben Mal. Ernster fängt die nächste Fuge an, deren erstes Thema mit einer Seufzer-Pause versehen ist und später auf das Grundthema in Umkehrung trifft. Contrapunctus 11 schliesslich ist mit seinen Seufzerfiguren, den klagenden Halbtonfortschreitungen und der B-A-C-H-Tonfolge das wohl expressivste Stück des ganzen Zyklus und lässt an das Passionsgeschehen denken. Mit einem gigantischen Programm stellte sich im November 1862 der 29jährige Johannes Brahms dem Publikum in Wien vor: Mit Bachs Orgeltoccata F-Dur in einer eigenen Klavierbearbeitung, Schumanns C-Dur-Fantasie, seinen Händel-Variationen op. 24 und – als Uraufführung – seinem Klavierquartett A-Dur op. 26. Dieses Quartett beginnt freundlich mit einem Thema im Klavier, das seinen Reiz durch den Wechsel von Achtelnoten und Achteltriolen erhält, wie es auch in Werken von Franz Schubert vorkommt. Überhaupt scheint sich Brahms in diesem Werk an Schubert angelehnt zu haben. In den rezitativähnlichen Abschnitten des zweiten Satzes bringt er ein Zitat aus Schuberts Heine-Lied «Die Stadt», dessen letzte Strophe lautet: «Die Sonne hebt sich noch einmal leuchtend vom Boden empor und zeigt mir jene Stelle, wo ich das Liebste verlor.» Diese Anspielung und die Seufzerfiguren im Hauptteil dieses Satzes lassen an Brahms’ Beziehung zu Clara Schumann denken, der er kurz zuvor auch die HändelVariationen gewidmet hatte. Leichtgewichtiger sind das Scherzo und das Finale. Aufhorchen lassen im Mittelteil des Scherzos kanonische Stimmführungen zwischen dem Klavier und den Streichern. Im Finale greift Brahms den Tonfall ungarischer Musik auf, die er durch den Geiger Eduard Reményi kennen- und schätzengelernt hatte. Rolf Grolimund

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4. AUGUST* Kammerkonzert 2 Samstag, 4. August 2018, um 18 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 17 Uhr im Tellenhaus Ernen

Frank Bridge 1879–1941 Fantasie c-Moll für Klaviertrio H. 79 Allegro moderato ma con fuoco Andante con molta espressione Allegro scherzoso Andante Allegro moderato Con anima Tim Crawford, Violine Xenia Jankovic, Violoncello Paolo Giacometti, Klavier Sally Beamish *1956 «Seavaigers» für schottische Harfe, Violine und Streichensemble (2011) Storm Lament Haven Christopher Stout, Violine Catriona McKay, Harfe Joseph Puglia, Violine Maria Włoszczowska, Violine Sally Beamish, Viola Mladen Miloradovic, Violoncello Arnulf Ballhorn, Kontrabass Pause

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Johann Sebastian Bach 1685–1750 Contrapunctus 9, 10 und 11 aus «Die Kunst der Fuge» BWV 1080 Terje Tønnesen, Violine Ulrike-Anima Mathé, Violine Timothy Ridout, Viola Chiara Enderle, Violoncello Johannes Brahms 1833–1897 Klavierquartett A-Dur Nr. 2 op. 26 Allegro non troppo Poco adagio Scherzo. Poco allegro-Trio Finale. Allegro Alasdair Beatson, Klavier Ulrike-Anima Mathé, Violine Mark Holloway, Viola Chiara Enderle, Violoncello

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Teuflischer Pakt Igor Strawinski hatte eben innerhalb kurzer Zeit seine drei berühmten russischen Ballette «Der Feuervogel», «Petruschka» und «Le sacre du printemps» geschrieben, als er sich zu Beginn des Ersten Weltkrieges gezwungen sah, in die Schweiz zu emigrieren. Das Jahr 1917 brachte ihm dann neben persönlichen Schicksalsschlägen auch finanzielle Sorgen, denn als Folge der russischen Oktoberrevolution blieben Einnahmen aus, die er jeweils aus Russland erhielt. So sah er sich gezwungen, mit einem neuen Projekt die Existenz seiner Familie zu sichern. Im Gedankenaustausch mit dem Schweizer Schriftsteller Ferdinand Ramuz, den er in Morges kennengelernt hatte, entstand die Idee einer Musiktheaterproduktion, die mit möglichst geringen Mitteln verwirklicht und als Wanderbühne an verschiedenen Orten gezeigt werden sollte. In Werner Reinhart aus Winterthur fanden die beiden einen Mäzen, und so machte sich Ramuz an die Bearbeitung des russischen Märchens vom Soldaten und dem Teufel, einer Legende aus altrussischen Märchensammlungen. Die Uraufführung fand im September 1918 in Lausanne unter der Leitung von Ernest Ansermet statt. Das Stück erzählt von einem Soldaten, der Urlaub hat und heimwärts wandert. Als er am Ufer eines Baches einen Halt macht und auf seiner Geige zu spielen beginnt, erscheint der Teufel im Gewand eines alten Mannes. Der Teufel schlägt ihm ein Tauschgeschäft vor: der Teufel möchte die Geige, und der Soldat soll dafür ein Zauberbuch erhalten, das Reichtum verspricht. Der Soldat wird reich, doch der Wohlstand macht ihn nicht glücklich. Er möchte in sein früheres Leben zurückkehren, und während eines Kartenspiels gelingt es ihm, dem Teufel die Geige zu entreissen. Er findet das Glück wieder, indem er mit seiner Musik eine kranke Prinzessin heilt. Sie wird zu seiner Frau, denn der Vater hatte sie demjenigen Manne versprochen, der sie heilen kann. Doch der Teufel warnt den Soldaten davor, in sein Heimatdorf zurückzukehren. Nach einiger Zeit bittet die Prinzessin den Soldaten, sein Heimatdorf kennenzulernen. Die beiden machen sich auf den Weg. Doch wie der Soldat die Grenze des Dorfes überschreitet, taucht der Teufel auf, entreisst ihm die Geige und treibt ihn triumphierend in die Hölle. Im Zentrum von Strawinskis Komposition steht die Geige, die die äussere Handlung mitbestimmt und auch das subjektive Empfinden des Soldaten ausdrückt. Marschrhythmen charakterisieren den unheilvollen Plan des Teufels. Das Stück umfasst elf Nummern, darunter einen Choral, ein «kleines Konzert», einen furiosen «Teufelstanz» und drei Tanzminiaturen der Prinzessin, die einen argentinischen Tango, einen englischen Walzer und einen afroamerikanischen Ragtime stilisieren. Wie so oft in Strawinskis Werken ist das rhythmische Element stark ausgeprägt. Ein «kleiner Choral» für die Bläser mit Cantus firmus-Melodie in der Posaunenstimme führt nach einem Couplet des Teufels zum «grossen Choral», der wie in einem mittelalterlichen Bittgebet von Rezitativen des Teufels unterbrochen wird. Diese Rezitative münden in einen Triumphmarsch, der auf gespenstische Weise die teuflische Freude darüber ausdrückt, dass die Seele des Soldaten der Hölle verfallen ist.   Rolf Grolimund 82

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4. AUGUST* Kammerkonzert 3 Samstag, 4. August 2018, um 21 Uhr, Dorfplatz Ernen bei schlechter Witterung in der Mehrzweckhalle

Igor Strawinski 1882–1971 «Die Geschichte vom Soldaten» (1918) musikalisches Bühnenwerk für Sprecher und Kammerensemble Libretto von Charles Ferdinand Ramuz nach der Märchensammlung von Alexander Afanasjew (deutsche Fassung von Hans Reinhart) Dani Mangisch, Sprecher Michel Briand, Tanz Terje Tønnesen, Violine Miroslav Petkov, Trompete David Dias da Silva, Klarinette Frederic Belli, Posaune Carlos Tarancón, Fagott Arnulf Ballhorn, Kontrabass Andrey Doynikov, Percussion Freier Eintritt. Kollekte.

Ein gemeinsames Projekt mit dem Verein kulturbärg und der Stiftung Schloss Leuk.

Weitere Aufführungen: Sonntag, 5. August 2018, um 17 Uhr, in Blatten bei Naters Dienstag, 7. August 2018, um 20 Uhr, im Hof vom Schloss Leuk

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5. AUGUST* Volksmusikkonzert Sonntag, 5. August 2018, um 18 Uhr, Kirche Ernen

Chris Stout *1976 / Catriona McKay *1976 «Seeker reaper» «Dealer in hope» «Louise’s waltz» «Bare knuckle» «Tingaholm» Chris Stout, Violine Catriona McKay, Harfe Petar Hristokov 1917–2006 Rachenitsa Daniel Lazar, Violine Daniel Lazar *1986 Yearn Daniel Lazar, Violine Mladen Miloradovic, Violoncello Johann Sebastian Bach 1685–1750 Contrapunctus 15 und 17 aus «Die Kunst der Fuge» BWV 1080 Daniel Lazar, Violine Mladen Miloradovic, Violoncello

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Chris Stout / Catriona McKay «Moscow rush» Heitor Villa-Lobos 1887–1959 «Bachianas brasileiras» Nr. 4: Preludio Chris Stout / Catriona McKay Stealthy schooner Trad. «Ja vstretil vas, mama» Suite in Zigeunerstil «Hora staccato» Bearbeitungen von Daniel Lazar Chris Stout, Violine Catriona McKay, Harfe Daniel Lazar, Violine Maria Włoszczowska, Violine Sally Beamish, Viola Mladen Miloradovic, Violoncello Keine Pause

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Hommages an Bach und Tschaikowski «Les Vendredis» ist der Titel einer Sammlung verschiedenster Stücke russischer Komponisten für Streichquartett, die im Jahr 1899 in zwei Heften im Beljaiew-Verlag erschienen ist. Mitrofan Beljaiew war Erbe einer reichen russischen Holzhändlerdynastie und ein ausgezeichneter Bratschist. Mit der Gründung eines Verlages in Leipzig leistete er einen bedeutenden Beitrag zur Förderung und Verbreitung russischer Musik, und als Liebhaber der Kammermusik veranstaltete er in seinem Haus in St. Petersburg jeden Freitag Streichquartett-Soiréen, die von bedeutenden Komponisten wie Rimski-Korsakow, Ljadow und Glasunow besucht wurden. Von Glasunow stammt auch das erste Stück, eine als Hommage an Johann Sebastian Bach gedachte Fuge. Nach einer innigen Sarabande in barocker Manier von Anatoli Ljadow folgt eine Polka, die kurioserweise als Gemeinschaftswerk entstanden ist: Nikolai Sokolow lieferte dazu das Hauptthema, Glasunow das zweite Thema und Ljadow den Pizzicato-Mittelteil. Einem besonderen Auftrag verdanken Peter Tschaikowskis zwölf Klavierstücke «Die Jahreszeiten» ihre Entstehung. Die Anregung kam vom Verleger einer Kulturzeitschrift, der ab Januar 1876 Monat für Monat ein Stück und Ende des Jahres schliesslich den kompletten Zyklus erscheinen liess. Den Stücken sind Texte mit poetischen Bildern vorangestellt: Im «Juni» laben Wasserwellen die Füsse und strahlen Sterne «mit geheimnisvoller Trauer» über uns, im «Juli» holt der Schnitter zum Schlag aus, während ihm der warme Sommerwind ins Gesicht bläst, und im «August» bringen die Bauern hastig ihre Ernte ein, scheinen aber mitten in ihrer Arbeit auch kurz in Dankbarkeit zu verweilen. Für sein Duo mit dem Geiger Samuel Duschkin schrieb Igor Strawinski 1932 das Divertimento für Violine und Klavier. Es ist die Bearbeitung einer Suite für Orchester, die ihrerseits auf das Ballett «Le baiser de la fée» («Der Kuss der Fee») zurückgeht, das er einige Jahre zuvor auf Anregung der Tänzerin und Choreographin Ida Rubinstein in Erinnerung an Peter Tschaikowski komponiert hatte. Im Märchen «Die Eisjungfrau» von Hans Christian Andersen, in dem ein Knabe durch den Kuss einer Fee ihren übernatürlichen Kräften ausgeliefert wird, sah Strawinski eine Parallele zu Tschaikowski, der von der Muse geküsst worden war. Und so griff er auf Themen und Motive aus frühen Klavierstücken und Liedern Tschaikowskis zurück und verarbeitete sie. Der erste Divertimentosatz beinhaltet das «Wiegenlied im Sturm»: Eine Mutter wiegt ihr Kind und wird von einem Schneesturm überrascht. Dunkle Gestalten trennen Mutter und Kind, worauf eine Fee den neugeborenen Knaben küsst. Der zweite Satz geht auf die Szene eines Dorffestes mit verschiedenen Tänzen zurück: Der Knabe ist inzwischen ein junger Mann und nimmt mit seiner Verlobten am Fest teil. Als Zigeunerin verkleidet, erscheint ihm die Eisjungfrau und liest ihm aus der Hand. Das Scherzo entspricht dem Ballettsatz «Bei der Mühle»: Während sich seine Braut für die Hochzeit schmückt, erscheint wiederum die Eisjungfrau, diesmal von einem Hochzeitsschleier verhüllt. Wie er sie erkennt, will er fliehen, doch eine geheime Kraft treibt ihn, der Eisjungfrau zu folgen. Mit dem Pas-de-deux schliesst das Divertimento. 86

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Barockmusik ist in hohem Masse eine Musik der Gemütszustände und Leidenschaften – vor allem in Opern und Oratorien, aber auch in Instrumentalwerken. In den beiden dreistimmigen Contrapuncti 8 und 13 kommen geradezu gegensätzliche Gemütszustände zum Ausdruck, Gegensatzpaare, wie sie für die Barockmusik typisch sind: Leid und Schmerz im ersten, Freude und Beschwingtheit im zweiten. Den ernsten Charakter von Contrapunctus 8 bewirken chromatische Fortschreitungen und Seufzerfiguren. In Contrapunctus 13 dagegen drücken der Oktavsprung gleich zu Beginn und der tänzerische Rhythmus heitere Freude und Munterkeit aus. In dieser Doppelfuge vollbringt Bach zudem ein besonderes Meisterstück, wenn nach dem ersten Durchgang das Stück in spiegelbildlicher Umkehrung erklingt. Die grössten Erfolge feierte der 1897 in Brünn geborene Komponist Erich Wolfgang Korngold mit Opern und Filmmusiken. In Wien machte er als Wunderkind von sich reden; seine Oper «Die tote Stadt» gilt als eine der bedeutendsten Opern des 20. Jahrhunderts; in den dreissiger Jahren liess er sich in den USA nieder, wo er mit der Musik zu den Filmen «Ein rastloses Leben» und «Die Abenteuer des Robin Hood» zwei Oscars gewann; er starb 1957 in Hollywood. Vor allem in jungen Jahren komponierte er auch Kammermusik. Das klanglich üppige Klavierquintett E-Dur entstand im Jahre 1921, kurz nachdem er die Oper «Die tote Stadt» abgeschlossen hatte, in der ein Mann nach dem Tod seiner Frau einen seltsamen Totenkult betreibt, und es scheint, dass in den dramatischen Gesten und fast orchestralen Wirkungen des Klavierquintetts dieses psychologische Drama nachklingt. Der zweite Satz, ein tiefernstes Adagio, bringt Variationen über die «Lieder des Abschieds», die Korngold unter dem Eindruck der vielen Opfer des Ersten Weltkriegs komponiert hatte und die vom Sterben, vom Vergessen und von Trennungsschmerz künden. Im Finale nimmt die Musik zunächst den düsteren Tonfall des Adagios nochmals auf, mündet aber nach wenigen Takten in ein brillantes, zuweilen recht übermütiges «Allegro giocoso». Rolf Grolimund

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6. AUGUST* Kammerkonzert 4 Montag, 6. August 2018, um 20 Uhr, Rittersaal im Stockalperschloss Brig

Alexander Glasunow 1865–1936 Fuge d-Moll Anatoli Ljadow 1855–1914 Sarabande d-Moll Alexander Glasunow / Anatoli Ljadow / Nikolai Sokolow 1859–1922 Polka D-Dur Drei Stücke für Streichquartett aus der Sammlung «Les Vendredis» Maria Włoszczowska, Violine Joseph Puglia, Violine Timothy Ridout, Viola Xenia Jankovic, Violoncello dazwischen Peter Tschaikowski 1840–1893 Juni: Barkarole. Andante cantabile Juli: Lied der Schnitter. Allegro moderato con moto August: Die Ernte. Allegro vivace aus dem Zyklus «Die Jahreszeiten» in einer Bearbeitung für Klavier op. 3 7b Alasdair Beatson, Klavier Igor Strawinski 1882–1971 Divertimento (1932) Sinfonia. Andante Danses suisses. Tempo giusto Scherzo. Allegretto grazioso Pas de deux. Adagio-Variation-Coda Alasdair Beatson, Klavier Esther Hoppe, Violine Pause

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Johann Sebastian Bach 1685–1750 Contrapunctus 8 und 13 aus «Die Kunst der Fuge» BWV 1080 Maria Włoszczowska, Violine Sally Beamish, Viola Alice Gott, Violoncello Erich Wolfgang Korngold 1897–1957 Klavierquintett E-Dur op. 15 Mässiges Zeitmass Adagio Finale Daniel Bard, Violine Tim Crawford, Violine Mark Holloway, Viola Chiara Enderle, Violoncello Paolo Giacometti, Klavier

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Wechselndes Licht – wechselnde Farben Das zwölfte Stück in Johann Sebastian Bachs «Kunst der Fuge» ist auf solidem Fundament aufgebaut, wird doch das Thema hier in seiner Grundform und von der Fundamentstimme, dem Bass, präsentiert, und als einziges Stück im ganzen Zyklus steht diese Fuge im Dreiertakt, dem alten «tempus perfectum», dem Symbol des Vollkommenen. Für den in theologischem Denken verwurzelten Bach bildete die Zahl Drei das Symbol der Vollkommenheit der göttlichen Trinität. Contrapunctus 12 ist zudem eine Spiegelfuge: Nach einem ersten Fugendurchgang werden die Intervalle umgekehrt, und die Stimmen werden umgekehrt angeordnet, so dass sich ein Spiegelbild zum ersten Fugenteil ergibt. Neben vierzehn Fugen enthält die «Kunst der Fuge» auch vier zweistimmige Kanons. In Kanon 14 vollbringt Bach das Kunststück, die zweite Stimme nicht nur in Umkehrung, sondern auch in doppelt so langen Notenwerten der ersten folgen zu lassen. Mit vielen Halbtonschritten und Seufzerfiguren wirkt dieses Stück ernst und schwermütig. Chromatische Gänge kennzeichnen auch Kanon 16. Hier allerdings mündet das Grundthema in eine äusserst bewegte kontrapunktische Stimme, die dem Stück eine spielerische Leichtigkeit verleiht und immer wieder reizvoll mit dem Hauptthema kontrastiert. Im Unterschied zum Streichquartett nimmt das Streichquintett in der Musikliteratur einen bescheideneren Platz ein. Als Meisterwerke dieser Gattung gelten die vier grossen Quintette von Mozart und das herausragende Streichquintett von Schubert. Fast zur gleichen Zeit wie der dreissigjährige Schubert hat der siebzehnjährige Felix Mendelssohn das erste seiner beiden Streichquintette komponiert. Entstanden im Mai 1826, steht es in seinem Œuvre zwischen dem berühmten Oktett und der genialen Ouvertüre zum «Sommernachtstraum». Das Besondere an diesem Werk: Es enthielt ursprünglich nur schnelle Sätze, doch ein paar Jahre später ersetzte Mendelssohn den Menuettsatz durch ein Intermezzo, und zwar in Erinnerung an seinen Violinlehrer und Freund Eduard Rietz, der im Alter von nur 30 Jahren unerwartet verstorben war. Während der erste Satz dem Charakter eines «Liedes ohne Worte» nahesteht, eifert der junge Komponist im Scherzo mit einer fugierten Anlage den kontrapunktischen Künsten Bachs nach und erzeugt gleichzeitig mit dem «Sempre staccato»- und «Pianissimo»-Spiel der Streicher eine Stimmung wie in seiner «Sommernachtstraum»-Ouvertüre. Ein fröhliches Hauptthema und eine schöne Kantilene bilden die Bausteine des vierten Satzes, mit dem das Quintett furios und wirkungsvoll schliesst. Kaija Saariaho wurde 1952 in Helsinki geboren und lebt seit vielen Jahren in Paris. Ihre finnische Herkunft zeigt sich in ihrer grossen Liebe zur Natur. Als Kind ging sie gern draussen spazieren; sie liebte im Sommer die Geräusche des Waldes und der Vögel, im Winter das Licht, das vom Schnee reflektiert wurde, aber auch das Licht nach der Dunkelheit der Polarnächte. Dies sei Teil ihrer «Finnishness», die sie immer noch in ihr trage. Spätestens seit dem Erfolg ihrer Oper «L’amour de loin» im Jahr 2000 gehört sie zu den international bekanntesten Komponistinnen. Das Klaviertrio «Light and Matter» komponierte sie 2014 in New York und liess sich 90

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dabei auch hier von der Natur inspirieren, vom wechselnden Licht und den wechselnden Farben des Morningside Parks, den sie von ihrem Fenster aus erblickte. Der Ausgangspunkt ihres Stücks ist eine leichte Bewegungsenergie, der erst dramatischere Gesten und später ruhigere, choralähnliche Motive folgen. Es sind drei Elemente, die rotierend in ständig wechselnden instrumentalen Kombinationen, Besetzungen und Farben erscheinen. Im «Liederjahr» 1840 konnten Robert und Clara Schumann endlich heiraten und sich über das Zusammensein freuen. Doch in die Freude mischte sich auch Trübsal: «…Bei aller Anstrengung zum Arbeiten und Schaffen jetzt will mir nichts gelingen, was mich oft mit Schwermuth erfüllt», schrieb Robert ins Ehetagebuch. Überschäumende Freude und bedrückender Ernst kommen auch in den Werken zum Ausdruck, die er in seinem «kammermusikalischen Jahr» 1842 komponierte, neben drei Streichquartetten und dem Klavierquintett auch das Klavierquartett op. 47. Während im bekannteren Quintett das Klavier mit einem brillanten Part eine Vorrangstellung einnimmt, sind im Quartett das Klavier und die vier Streicher weitgehend gleichberechtigte Partner. Der erste Satz beginnt mit einer geheimnisvollen langsamen Einleitung, auf die Schumann im Laufe des Satzes noch zweimal zurückgreift. Den Allegroteil eröffnen vier kräftige Akkorde und eine kadenzartige Klavierüberleitung, bevor das Cello ein erstes, schwungvolles Thema anstimmt. Ihm folgt als zweites Thema eine Melodie, die an den Anfang des Chorals «Wer nur den lieben Gott lässt walten» erinnert. Wirblig und gespenstisch setzt das Scherzo ein, dessen Perpetuum-mobile-artige Bewegung zweimal von einem ruhigeren Trioteil kontrastiert wird. Das Andante mit seiner innigen Cellomelodie und den fünf Variationen gilt als einer der schönsten Sätze Schumanns überhaupt. Mit einem schwungvollen und dramatischen Finale klingt das Werk aus. Schumann war zufrieden und meinte, das Quartett sei «effektvoller als das Quintett», und Clara schrieb ins Tagebuch: «Abends spielten wir Roberts Es-Dur-Quartett zum ersten Male bei uns, und ich war wahrhaft entzückt wieder von diesem schönen Werke, das so jugendlich.» Rolf Grolimund

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8. AUGUST* Kammerkonzert 5 Mittwoch, 8. August 2018, um 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Johann Sebastian Bach 1685–1750 Contrapunctus 12, Kanon 14 und 16 aus «Die Kunst der Fuge» BWV 1080 Daniel Bard, Violine Tim Crawford, Violine Mark Holloway, Viola Xenia Jankovic, Violoncello Felix Mendelssohn Bartholdy 1809–1847 Streichquintett Nr. 1 A-Dur op. 18 Allegro con moto Intermezzo. Andante sostenuto Scherzo. Allegro di molto Allegro vivace Esther Hoppe, Violine Daniel Bard, Violine Mark Holloway, Viola Sally Beamish, Viola Chiara Enderle, Violoncello Pause

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Kaija Saariaho *1952 «Light and Matter» für Violine, Violoncello und Klavier (2014) Joseph Puglia, Violine Alice Gott, Violoncello Alasdair Beatson, Klavier Robert Schumann 1810–1856 Klavierquartett Es-Dur op. 47 Sostenuto assai-Allegro ma non troppo Scherzo. Molto vivace-Trio I-Trio II Andante cantabile Finale. Vivace Paolo Giacometti, Klavier Maria Włoszczowska, Violine Timothy Ridout, Viola Mladen Miloradovic, Violoncello

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Entdeckungen und Rätselhaftes Ein Werk des tschechischen Komponisten Johann Baptist Georg Neruda eröffnet in diesem Orchesterkonzert eine Trias von Solokonzerten. Geschrieben ist es für Corno da caccia, ein Instrument, das ursprünglich zur Jagd benutzt wurde, bald aber auch Eingang in die Kunstmusik fand, so in Kantaten und in die berühmte h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Ausgebildet in Prag als Geiger, brachte es Neruda bis zum Konzertmeister der Dresdner Hofkapelle. Für dieses Orchester, das damals als eines der besten galt, komponierte er viele Werke, darunter dieses heitere, galante Konzert. Tüchtige Orchestermusiker wie in der Dresdner Hofkapelle gab es auch im Orchester des Fürsten Esterházy in Eisenstadt. Vermutlich für den exzellenten Cellisten dieses Orchesters, Joseph Franz Weigel, komponierte Joseph Haydn in den ersten Jahren seiner Dienstzeit am Esterházyschen Hof das C-Dur-Cellokonzert, das erst 1961 wiederentdeckt wurde, was damals einer Sensation gleichkam, hatte es bis dahin doch als verschollen gegolten. Seither erfreut sich dieses Konzert mit seinem für Haydns Zeit modern anmutenden ersten Satz, dem arienhaften Adagio und dem übermütigen Finale, in dem der Solistin waghalsige Sprünge, heikle Doppelgriffe sowie Läufe in hoher Lage abverlangt werden, grösster Beliebtheit. Im Erstdruck von Johann Sebastian Bachs «Kunst der Fuge» steht sie an zweitletzter Stelle: die «Fuga a 3 soggetti», in der drei Themen vorgestellt und miteinander kombiniert werden. Das erste Thema ist aus dem Hauptthema abgeleitet, das zweite ist neu, und das dritte bringt die Tonfolge B-A-C-H. Aber nach 239 Takten bricht die Fuge ab. Über die Gründe wird noch heute gerätselt. Carl Philipp Emanuel Bach hat dazu – allerdings viele Jahre nach dem Tod seines Vaters – verklärend bemerkt: «Über dieser Fuge, wo der Nahme BACH im Contrasubject angebracht worden, ist der Verfasser gestorben.» Dreizehn Jahre jung war Felix Mendelssohn, als er 1822 ein Violinkonzert in d-Moll komponierte und es seinem Geigen- und Bratschenlehrer Eduard Rietz widmete, und es ist anzunehmen, dass es in einer der berühmten «Sonntagsmusiken» im Hause Mendelssohn in Berlin erklungen ist. Spannende Einfälle kennzeichnen das Werk. Im ersten Satz deuten kraftvolle Unisono-Passagen auf den Einfluss Carl Philipp Emanuel Bachs hin, während sich im Legatospiel des zweiten Satzes, eines lyrischen Andantes, Einflüsse der französisch-belgischen Violinschule niedergeschlagen haben. Den Finalsatz hat Mendelssohn später revidiert und dabei wohl einige Änderungsvorschläge von Rietz übernommen. Tänzerische Musik war eine Vorliebe des russischen Komponisten Peter Tschaikowski. Walzer, Mazurkas, Polonaisen und andere Tänze kommen in seinen Opern, in seiner Instrumentalmusik und natürlich in seinen Balletten vor, und mit «Schlagern» wie dem Tanz der Zuckerfee und dem Blumenwalzer gehört der «Nussknacker» zu den beliebtesten Balletten, und schon Tschaikowski selber hatte mit einer Orchestersuite dafür gesorgt, dass die zugkräftigsten Nummern den Weg auch in den Konzertsaal fanden. Stimmig zum Thema «Bewegung» bildet die Musik aus diesem Ballett – in einer Bearbeitung des Cellisten Mladen Miloradovic – den tänzerischen Ausklang des Festivals.  Rolf Grolimund 94

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10. AUGUST* Orchesterkonzert 2 Freitag, 10. August 2018, um 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Johann Baptist Georg Neruda 1707–1780 Konzert für Corno da caccia (Jagdhorn) und Orchester Es-Dur Allegro – Largo – Vivace Miroslav Petkov, Corno da caccia Festivalorchester Joseph Haydn 1732–1809 Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 C-Dur Hob VII:b1 Moderato – Adagio – Allegro molto Xenia Jankovic, Violoncello Festivalorchester Pause Johann Sebastian Bach 1685–1750 «Fuga a 3 soggetti» (Fuge mit drei Themen) Unvollendete Fuge aus «Die Kunst der Fuge» BWV 1080 Festivalorchester Felix Mendelssohn Bartholdy 1809–1847 Violinkonzert d-Moll Allegro – Andante – Allegro Esther Hoppe, Violine Festivalorchester Peter Tschaikowski 1840–1893 Suite aus dem Ballett «Der Nussknacker» op. 71 a Bearbeitung von Mladen Miloradovic Festivalorchester

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Enigmes et découvertes C’est à une œuvre du compositeur tchèque Johann Baptist Georg Neruda que reviendra l’honneur d’ouvrir ce concert orchestral consacré à une troïka de concerti avec soliste ; elle est écrite pour « corno da caccia », ce cor de chasse qui fera son entrée dans la musique édifiante, notamment grâce à Jean Sébastien Bach, qui l’utilise dans ses cantates et dans sa très fameuse Messe en si. Neruda, violoniste formé à Prague, a gravi les échelons pour devenir premier violon solo à la chapelle royale de Dresde. Pour cet orchestre, qui passait pour être l’un des meilleurs de son époque, Neruda a composé de nombreuses œuvres, dont le présent concerto, écrit dans un style alerte et galant. L’orchestre du Prince Esterházy, à Eisenstadt, était composé de musiciens chevronnés, lui aussi. L’excellent violoncelliste de cet ensemble, Joseph Franz Weigel, était sans doute le dédicataire du concerto en ut que Joseph Haydn composa au cours de ses premières années de service à la cour d’Esterházy. La redécouverte, en 1961, de ce concerto réputé perdu, fit l’effet d’une bombe ; depuis, il ne cesse de faire les délices du public, avec son premier mouvement aux tournures audacieuses pour son temps, un adagio chantant et un mouvement final débridé, ponctué d’intervalles acrobatiques, de double-cordes hasardeuses et de traits virtuoses dans le registre aigu. Dans la première publication de l’Art de la fugue de Jean Sébastien Bach, l’avant-dernière séquence est intitulée « Fuga a 3 soggetti » ; elle comporte trois thèmes qui feront l’objet de multiples combinaisons. Le premier thème découle du thème principal, le deuxième est nouveau et le troisième se base sur les lettres B-A-C-H (si bémol, la, do, si en allemand). Après 239 mesures, la fugue cesse abruptement, pour des raisons qui n’ont cessé de faire couler de l’encre, jusqu’à ce jour. L’explication fournie par Carl Philipp Emanuel Bach, longtemps après le décès de son père et peut-être sous l’emprise du romantisme naissant est que « l’auteur a rendu son dernier soupir sur cette fugue, où le nom de BACH apparaît en contrepoint. » Tout juste treize ans : c’est l’âge auquel Felix Mendelssohn composa son concerto pour violon en ré mineur, en 1822, qu’il le dédia à son maître de violon et d’alto, Eduard Rietz. Sa création eut sans doute lieu lors d’une «Sonntagsmusik», ces concerts dominicaux privés organisés au domicile familial des Mendelssohn à Berlin. L’œuvre frappe par son inventivité. Le premier mouvement, avec ses passages vigoureux à l’unisson, rappelle Carl Philipp Emanuel Bach, alors que les séquences liées et lyriques du mouvement central comportent des échos de l’école de violon franco-belge. Quant au dernier mouvement, Mendelssohn l’a révisé par la suite, intégrant sans doute les propositions de son maître Rietz. On sait le compositeur russe Piotr Ilitch Tchaïkovski grand amateur de musiques de danse. D’innombrables valses, mazurkas, polonaises, etc. animent ses œuvres tant instrumentales que lyriques et bien évidemment ses ballets. Les « tubes » que sont devenus la danse de la fée Dragée et la Valse des fleurs font de Casse-noisette un grand favori du public, ce qui incita le compositeur à écrire une suite orchestrale pour permettre aux pièces fétiches du ballet de se frayer un chemin jusqu’aux salles de concert. En épilogue de ce festival placé sous le signe du mouvement, nous entendrons donc des extraits de Casse-noisette arrangés par le violoncelliste Mladen Miloradovic. Rolf Grolimund (traduction : Irène Minder-Jeanneret)

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11 AOÛT* Concert d’orchestre 3 Samedi 11 août 2018 à 20 heures, Fondation Pierre Gianadda, Martigny

Johann Baptist Georg Neruda 1707–1780 Concerto pour cor de chasse et orchestre en mi bémol majeur Allegro – Largo – Vivace Miroslav Petkov, cor de chasse Orchestre du Festival d’Ernen Joseph Haydn 1732–1809 Concerto pour violoncelle et orchestre no 1 en ut majeur Hob VII:b1 Moderato – Adagio – Allegro molto Xenia Jankovic, violoncelle Orchestre du Festival d’Ernen Pause Jean Sébastien Bach 1685–1750 Fugue inachevée de « L’art de la fugue » (Die Kunst der Fuge) BWV 1080 Orchestre du Festival d’Ernen Felix Mendelssohn Bartholdy 1809–1847 Concerto pour violon en ré mineur Allegro – Andante – Allegro Esther Hoppe, violon Orchestre du Festival d’Ernen Piotr Tchaïkovski 1840–1893 Suite du ballet « Casse-noisette » op. 71 a Transcription par Mladen Miloradovic Orchestre du Festival d’Ernen Avec le soutien du TCS Section Valais

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Festivalorchester

Orchestre du festival

Das Festivalorchester Musikdorf Ernen ist ein Ad-hoc-Orchester, das seit den Anfängen des Festivals besteht. Es wurde vom ungarischen Pianisten und Festivalgründer György Sebök in den 1970er Jahren ins Leben gerufen. Auf Einladung der künstlerischen Leitung kommen alljährlich namhafte Musikerinnen und Musiker aus dem In- und Ausland während der zwei «Kammermusik plus»-Wochen nach Ernen. Sie spielen gemeinsam mit jungen, aufstrebenden Talenten, ermöglichen diesen wertvolle Orchestererfahrungen und fördern ihre musikalische Entwicklung. Als Stimmführerinnen und Stimmführer wirkten bereits Jean Piguet (Orchestre de la Suisse Romande), Ada Pesch (Philharmonia Zürich), Candi-

L’Orchestre du Festival d’Ernen est un ensemble ad hoc formé dès les années 1970, quand le pianiste György Sebök avait fondé le festival. Il se constitue de musiciennes et de musiciens chevronnés suisses et étrangers, invités par la direction artistique du festival à se retrouver chaque été à Ernen pour jouer lors des concerts organisés sous le titre « Musique de chambre Plus ». Dans ce contexte, ils encadrent de jeunes talents ambitieux, qui acquièrent ainsi une précieuse expérience de l’orchestre tout en perfectionnant leur développement musical. Parmi les cheffes et chefs d’attaque qui ont œuvré aux pupitres du festival, mentionnons en particulier Jean Piguet (Orchestre de la Suisse Romande), Ada Pesch

da Thompson (Amsterdam Sinfonietta), Daniel Bard (Trio Mondrian, Camerata Nordica) u. a. mit. Das Orchester begleitet jeweils die Solistinnen und Solisten, die im Rahmen des Festivals in Ernen und Martigny auftreten. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Unerhörte, selten gespielte Musik, sowie die Erarbeitung von Uraufführungen. Namhafte Komponisten wie Bernhard Heiden, Mario Beretta, Jvan Jevtic und Alfred Zimmerlin haben Werke für das Festivalorchester geschrieben.

(Philharmonia Zürich), Candida Thompson (Amsterdam Sinfonietta), Daniel Bard (Trio Mondrian, Camerata Nordica). L’orchestre accompagne les solistes qui se produisent lors des concerts donnés dans le cadre du festival à Ernen et à Martigny. L’interprétation de pièces inouïes, peu jouées et de créations mondiales constitue une autre particularité de cet orchestre, qui a ainsi donné en première mondiale les pièces qui lui ont été dédiées par des compositeurs de renom, tels que Bernhard Heiden, Mario Beretta, Jvan Jevtic et Alfred Zimmerlin.

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Arnulf Ballhorn Kontrabass

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Daniel Bard Violine

Arnulf Ballhorn wurde in Singen am Hohentwiel geboren. Nach dem Kontrabassstudium bei Rainer Zepperitz an der UdK Berlin begann 1999 seine Arbeit im Orchester der Komischen Oper Berlin. Seine musikalischen Vorlieben lassen sich nur schwer eingrenzen: Neben dem Spielen im Orchester gehören zeitgenössische Musik und klassische Kammermusik ebenso zu seinen musikalischen Grundbedürfnissen wie Jazz und Tango und die intensive Arbeit mit dem E-Bass. Inspirationen bekam er durch Kurse und Unterricht bei Bassisten wie Miroslav Vitous, Renaud Garcia-Fons, Gary Willis und Jonas Hellborg, aber auch die rumänisch-deutsche Gruppe Zmei3, das Glorvigen-Trio und die Ar-

Der israelisch-kanadische Violinist und Bratschist Daniel Bard begann sein Studium in Haifa bei Avigdor Zamir. Als 13jähriger übersiedelte er nach Toronto, wo er sein Studium bei David Zafer, Lorand Fenyves, Peter Oundjian und David Takeno weiterführte. Seine Leidenschaft für Kammermusik entdeckte Daniel Bard, als er sechs Jahre lang Mitglied des kanadischen Metro String Quartet war, das mit Künstlern wie Menahem Pressler und Gilbert Kalish zusammenarbeitete. Heute tritt er als Violinist und Bratschist regelmässig mit Kammermusikorchestern in Israel, Europa und Skandinavien auf. 2007 war er Mitbegründer vom Trio Mondrian, das 2007 am internationalen Kammermu-

beit mit der Schauspielerin und Sängerin Dagmar Manzel bieten immer neue Herausforderungen. Arnulf Ballhorn betreibt ausserdem ein eigenes Label und Studio.

sikwettbewerb in Triest den ersten Preis sowie einen Spezialpreis für die Interpretation von Brahms erhielt. Das Trio tritt seither an renommierten Veranstaltungen und Festivals in Europa und Israel auf und erhielt 2009 ein Stipendium von BBT Trust of London. Seit 2003 ist Daniel Bard ein Hauptmitglied der schwedischen Camerata Nordica und arbeitet regelmässig als Gastmusiker mit dem norwegischen Kammerorchester zusammen. Seit 2009 spielt er als Solobratschist und Solist bei der Amsterdam Sinfonietta. Daniel Bard spielt eine Geige von Giovanni Grancino (1686), die ihm von Yehuda Zispel zur Verfügung gestellt wird.

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Sally Beamish Viola

Alasdair Beatson Klavier

Sally Beamish absolvierte ihr Bratschenstudium am Royal Northern College of Music (RNCM) bei Patrick Ireland und in Detmold bei Bruno Giuranna, weiter war sie Gründungsmitglied des Raphael Ensemble. Sie trat regelmässig mit der Academy of St Martin-in-the-Fields und der London Sinfonietta auf und war Solobratschistin bei den London Mozart Players und dem Scottish Chamber Orchestra. 1990 zog sie von London nach Schottland, um ihre Karriere als Komponistin aufzubauen. Ihre Musik ist von vielen Stilen beeinflusst, insbesondere vom Jazz und der traditionellen schottischen Musik. Sie tritt immer noch regelmässig als Bratschistin, Pianistin und Erzählerin auf und moderiert oder er-

Der schottische Pianist Alasdair Beatson konzertiert als Solist und Kammermusiker. In dieser Saison spielt er zum fünften Mal als Solist in der Wigmore Hall in London, konzertierte aber auch mit dem Scottish Ensemble und dem Royal Scottish National Orchestra, an der Schubertiad in Perth, dem Victor Hugo Festival in Guernsey und an Belgiens Resonances Festival. Alasdair Beatson gab mit SOMM Recordings zwei Solo-CDs heraus – die von der Kritik sehr gewürdigt wurden – mit Brahms, Schumann, Grieg und Berg und eine weitere CD mit Klaviermusik von Mendelssohn, u. a. mit der Schottischen Sonate. Alasdair Beatson arbeitet auch mit dem Doric String Quartet, mit Steven Isserlis, Pekka Kuusisto, Anthony

stellt Beiträge für Radio und Fernsehen. Seit 1999 wird ihre Musik vom BIS Label unterstützt, das auch zahlreiche Aufnahmen ihrer Werke erstellte. Zurzeit ist sie Composer in Residence bei der Academy of St Martin-in-the-Fields, und vor kurzem schloss sie die Liederzyklen für Kitty Whateley und Sarah Connolly ab. Die Universität Glasgow verlieh Sally Beamish die Ehrendoktorwürde, weiter erhielt sie einen Creativ Scotland Award sowie einen Paul Hamlyn Award. Kürzlich wurde sie Mitglied der Royal Society of Edinburgh.

Marwood und Lawrence Power zusammen, ebenfalls mit den Komponisten George Benjamin, Cheryl Frances-Hoad und Heinz Holliger. Er nimmt regelmässig am IMS Prussia Cove teil und wurde eingeladen, mit dessen Touring Group 2007 und 2011 mitzuspielen. Alasdair Beatson studierte am Royal College of Music bei John Blakely und an der Indiana University bei Menahem Pressler.

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Frederic Belli Posaune

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Michel Briand Tänzer

Frederic Belli war von 1996 bis 2002 Jungstudent an der Musikhochschule Karlsruhe, ehe er sein Studium an der Musikhochschule Hannover bei Jonas Bylund begann. 2004/05 kam er als Student an das Konservatorium in Rotterdam. Er ist Preisträger und Gewinner mehrerer nationaler und internationaler Wettbewerbe. Dazu gehören der Internationale Musikwettbewerb des Prager Frühlings, der Jan-Koetsier-Wettbewerb (München) und der Internationale Blechbläser-Wettbewerb in Danzig. 2007 gewann er als erster Posaunist den Deutschen Musikwettbewerb. Ausserdem ist er Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben. In seiner noch jungen Karriere spielte er bereits Solokonzerte mit verschiedenen

Michel Briand hat sein Studium an der Salzburg Experimental Academy (SEAD) im Sommer 2017 abgeschlosen und arbeitet zurzeit als freischaffender Tänzer. Im Sommer 2016 war er in den Vereinigten Staaten, um sich an der Tisch School of the Arts, einer Fakultät der New York University, im Zeitgenössischen Tanz weiterzubilden. Im Herbst 2017 studierte er an der London Contemporary Dance School - The Place. Michel Briand tanzte u.a. in «Poison» (2018), «Endless» (2013) und «After effects» (2011) von Arthur Kuggeleyn im Zeughaus Kultur in Brig, im Rahmen seiner Ausbildung am SEAD in «Patriot» von James Finnemore und «There is no parade» von Sade und Kristina Alleyne

Orchestern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Nationaltheaterorchester Mannheim und der NDR Radiophilharmonie Hannover. 2011 erschien seine erste Solo-CD. Seit 2006 ist Frederic Belli Soloposaunist beim SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg. Neben seiner solistischen Tätigkeit gilt sein grosses Interesse der Kammermusik. Er spielt in mehreren eigenen Ensembles wie dem Posaunenoktett «TromboneUnit Hannover» und seinem Trio «Belli-FischerRimmer» mit Posaune, Schlagzeug und Klavier.

in Salzburg (beide 2017) sowie in «At that time we were special» von Sita Ostheimer und in «Body Carriers» von Eduardo Torroja/Ultima Vez (beide 2016), ebenfalls in Salzburg. Neben seiner Tätigkeit als Bühnenkünstler unterrichtet Michel Briand Zeitgenössischen und Urbanen Tanz, sowie Jazz und Modern Dance.

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Tim Crawford Violine

David Dias da Silva Klarinette

Tim Crawford ist ein gefragter Musiker und Instrumentalist, der regelmässig an Festivals in ganz Grossbritannien auftritt. Unlängst machte er seinen ersten akademischen Abschluss bei Alexander Janiczek an der Guildhall School of Music in London und wurde danach eingeladen, als Chamber Fellow zurückzukehren. Nach dem besten Abschluss der ganzen Musikschule wurde er mit einem Concert Recital Diploma und dem Lord Mayors Prize ausgezeichnet. Er spielt mit vielen herausragenden Musikern zusammen, u. a mit Janine Jansen, Steven Isserlis, Philippe Graffin, und freut sich auf Auftritte im Wye Valley, in Lewes, am Kammermusikfestival IMS Prussia Cove und am Lockenhaus

David Dias da Silva studierte an der Musikhochschule in Porto bei den Professoren Iva Barbosa, Nuno Pinto und Antonio Saiote. Nebst einem Künstlerdiplom von der McGill University in Montréal, wo er einen Klarinettenstudiengang bei Jean-François Normand und Alain Desgagné belegte, absolvierte er einen Masterstudiengang in Musik und erlangte an der Musikakademie der Stadt Basel das Solistendiplom bei François Benda. Ausser den jüngsten Hauptpreisen des «Prix d’Europe»-Wettbewerbs und des «Stepping Stone» der Canadian Music Competition gewann er auch zahlreiche andere Auszeichnungen, darunter erste Preise der Kiefer Hablitzel Stiftung. David Dias da Silva ist nicht nur als Solist

Festival. Bei seinen letzten Konzertauftritten interpretierte er das Violinkonzert von Glasunow und Mozarts Violinkonzert Nr. 2 und freut sich bereits jetzt, dieses Jahr Beethovens Violinkonzert mit dem Forest Philharmonic Orchestra zu spielen.

und Kammermusiker zu hören, sondern wird regelmässig von verschiedenen Orchestern eingeladen, insbesondere vom Hyogo Performing Center Orchestra (Japan), vom Orchestre Symphonique de Montréal, von der Camerata Zürich und vom Basler Festivalorchester. Weiter ist er Mitglied des Portugiesischen Kammerorchesters in Lissabon, seit 2015 ordentliches Mitglied und erster Klarinettist des Sinfonieorchesters Basel und seit kurzem auch zweiter Klarinettist beim Malaysia Philharmonic Orchestra.

Kammermusik plus

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Andrey Doynikov Schlagzeug

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Chiara Enderle Violoncello

Andrey Doynikov studierte Schlagzeug bei Mark Pekarsky am Moskauer Tschaikowsky-Staatskonservatorium und Klavier bei Vladimir Tropp an der Gnessiner Musikakademie Russland. Während seines Studiums gewann er etliche internationale Wettbewerbe. Seit 1995 spielt er auf wichtigen Bühnen wie Alte Oper Frankfurt, London Guildhall, Tokyo Opera Hall, Salle Gaveau in Paris, den grossen Sälen der Moskauer und der St. Petersburger Philharmoniker sowie vielen weiteren, um als Solist oder im Ensemble mit namhaften Musikern wie Yuri Bashmet, Mstislav Rostropowitsch, Natalia Gutman, Alexei Lubimov, Bobby McFerrin, Mario Brunello und weiteren, aufzutreten. Seit 2008 studierte Andrey

Chiara Enderle wurde 1992 in eine Musikerfamilie in Zürich geboren. Wichtige Impulse erhielt sie von Thomas Grossenbacher (Zürich), Jens Peter Maintz (Berlin) und Steven Isserlis. Chiara Enderle ist erste Preisträgerin des Internationalen Lutosławski-Cellowettbewerbs in Warschau sowie des Pierre Fournier Award in London. Sie tritt regelmässig als Solistin mit namhaften Orchestern wie dem Philharmonia Orchestra (London), der Kammerphilharmonie Potsdam, dem Tonhalleorchester Zürich und der Nationalphilharmonie in Warschau auf. Ihre Saison 2016/17 beinhaltete Solokonzerte mit dem Musikkollegium Winterthur und dem Tonhalleorchester, Rezitals und Kammermusikkonzerte in

Doynikov Konzertexamen in der Studienrichtung Marimba an der Hochschule für Musik Detmold bei Peter Prommel, wo er zeitgleich als Lehrer für Marimba und Kammermusik sowie als Dirigent für das Schlagzeugensemble und das Ensemble Neue Musik der HfM Detmold assistiert hat. Im Juli 2013 hat er sein Konzertexamen mit Auszeichnung bestanden. Gegenwärtig studiert Andrey Doynikov Orchesterleitung an der HfM Detmold, wo er auch als künstlerischer Leiter des Ensembles Neue Musik tätig ist.

England, Schottland, Deutschland, Frankreich, Polen und den USA sowie ein Début beim Lucerne Festival im Sommer 2017. Ihre erste CD erschien 2016 bei Sony, und ihre zweite Aufnahme, eine Einspielung der Werke von Ernest Bloch, kam 2017 auf den Markt.

Kammermusik plus


Paolo Giacometti Klavier

Alice Gott Violoncello

Paolo Giacometti konzertiert weltweit als Solist und Kammermusiker sowohl auf historischen Tasteninstrumenten als auch auf dem modernen Konzertflügel. Seit seiner frühen Kindheit lebt der in Mailand geborene Pianist in den Niederlanden, wo er am Sweelinck-Konservatorium in Amsterdam bei Jan Wijn studierte. Seither spielt er regelmässig in Konzerthäusern wie dem Concertgebouw Amsterdam, der Tonhalle Zürich, der Jordan Hall in Boston, dem Lincoln Center New York, der Londoner Wigmore Hall und dem Théâtre du Châtelet in Paris als Kammermusiker und Solist mit renommierten Orchestern unter Dirigenten wie Kenneth Montgomery, Andrew Manze und Jaap van Zweden. Neben seinen Aktivitäten als Solist hegt

Alice Gott, geboren 1990 in Neuseeland, begann im Alter von fünf Jahren, Violoncello zu spielen. In ihrer Schulzeit studierte sie bereits als Jungstudentin bei Euan Murdoch an der Victoria University in Wellington, bevor sie den Bachelor of Music bei Edith Salzmann an der University of Canterbury, Neuseeland, mit Auszeichnung erhielt. Gegenwärtig studiert sie bei Xenia Jankovic an der Hochschule für Musik Detmold. Sie ist Gewinnerin des Harry Elwood Awards 2009 und des Keith Laugeson Scholarship 2010 und 2011, beides Auszeichnungen der University of Canterbury, sowie Gewinnerin des internationalen Wettbewerbs La Noche en Madrid in Spanien 2012. Als Cellistin des Lazarus String

Paolo Giacometti eine grosse Vorliebe für die Kammermusik. Zu seinen Kammermusikpartnern gehören renommierte Musiker wie Pieter Wispelwey, Viktoria Mullova und Bart Schneemann. Seine CDEinspielungen für das Label Channel Classics wurden mit vielen Preisen wie dem Diapason d’Or und dem Choc du Monde de la Musique ausgezeichnet sowie der «Benchmark of outstanding Quality» des BBC Music Magazine. Für die dritte CD in seiner Gesamtaufnahme von Rossinis Klaviermusik erhielt er 2001 einen Edison. Seit 2010 ist Paolo Giacometti Professor für Klavier an der Robert-SchumannHochschule in Düsseldorf.

Quartet hat sie ausserdem ein Stipendium des Pettman/ROSL ARTS Scholarship 2010 erhalten. Sowohl als Solistin als auch als Kammermusikerin hat Alice Gott Konzerte in Europa, Grossbritannien und Neuseeland gegeben.

Kammermusik plus

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Mark Holloway Viola

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Esther Hoppe Violine

Mark Holloway wurde 1980 in New York geboren und ist als Kammermusiker und Orchestermusiker weltweit aktiv. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er am renommierten Curtis Institute in Philadelphia, wo er sein Diplomstudium bei Michael Tree, Bratschist des GuarneriQuartetts, abschloss, sowie an der Boston University. Er wirkte als erster Bratschist beim Tanglewood-Festival und im New York String Orchestra und spielte als Orchestermusiker unter anderem in Orchestern wie dem New York Philharmonic, dem Orpheus Chamber Orchestra, dem Boston Symphony, dem St. Paul Chamber Orchestra und als Solobratschist bei der Camerata Bern. Mark Holloway ist Mitglied der renommierten

Die Schweizer Geigerin Esther Hoppe ist international gefragt als Solistin und Kammermusikerin. Nach Studien bei Thomas Füri in Basel ging sie nach Philadelphia, wo sie am Curtis Institute of Music bei Robert Mann und Ida Kavafian ihre Ausbildung fortsetzte. Weitere Studien führten sie nach London zu Yfrah Neaman und nach Zürich zu Nora Chastain. Als Solistin trat Esther Hoppe unter anderem mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Münchener Kammerorchester, dem Orchester Les Siècles Paris, dem Kammerorchester Basel, dem Zürcher Kammerorchester und dem Musikkollegium Winterthur auf. Nach dem ersten Preis beim 8. Internationalen Mozartwettbewerb Salzburg

Chamber Music Society of Lincoln Center. Er lebt derzeit in New York, wo er regelmässig bei den grossen Orchestern der Stadt mitwirkt. Mark Holloway ist ein leidenschaftlicher Kammermusiker. Er trat u. a. am Marlboro Music Festival, in Ravinia, bei Musique de Chambre à Giverny in Frankreich, am Casal Festival in Puerto Rico, dem Festival Internacional de Música de Cartagena und in Prussia Cove auf. Viele seiner Konzerte wurden im Radio und im Fernsehen in Nord- und Südamerika und in Europa übertragen.

2002 gründete sie das Tecchler-Trio, mit dem sie bis 2011 intensiv konzertierte und u. a. 2007 den ersten Preis am Internationalen ARD-Wettbewerb München gewann. Von 2009 bis 2013 war Esther Hoppe zudem erste Konzertmeisterin des Münchener Kammerorchesters, das sie auch selber leitete. Seit 2013 unterrichtet sie als Professorin für Violine an der Universität Mozarteum Salzburg. Gemeinsam mit dem Pianisten Alasdair Beatson erschienen bei Claves Records zwei von der Presse hochgelobte Aufnahmen mit Werken von Mozart, Poulenc und Strawinski.

Kammermusik plus


Xenia Jankovic Violoncello

Daniel Lazar Violine

Xenia Jankovic ist die musikalische Leiterin von Kammermusik plus im Musikdorf Ernen seit 2011. Sie stammt aus einer serbisch-russischen Familie und tritt neunjährig bereits mit der Belgrader Philharmonie als Solistin auf. Ein staatliches Stipendium ermöglicht es ihr, ihre Ausbildung an der Zentralen Musikschule des Moskauer Konservatoriums bei Stefan Kalianov und Mstislaw Rostropowitsch fortzusetzen. Danach studiert sie bei Pierre Fournier und Guy Fallot in Genf und bei André Navarra in Detmold. Später vertieft sie ihre musikalische Sensibilität und ihre Vorstellungen von Kunst dank einer intensiven Arbeit mit Sandor Végh und György Sebök. Xenia Jankovic erringt internationale Anerkennung, als sie den

Daniel Lazar stammt aus einer traditionsreichen Musikerfamilie und repräsentiert bereits die fünfte Generation von Geigenspielern in seiner Familie. Mit dem Geigenspiel begann er im Alter von vier Jahren bei seinem ersten Geigenlehrer, nämlich seinem Grossvater. Er schloss sein Bachelorstudium 2010 an der Fakultät für Musik in Belgrad in der Klasse von Ljubomir Mihajlovic ab und absolvierte sein Masterstudium an der norwegischen Musikakademie in Oslo bei Isaac Schuldman. Er gewann zahlreiche Musikpreise in unterschiedlichen Musikrichtungen, so den ersten Preis in Stresa, Italien (1996), den ersten Preis an der Serbian Republic Competition in Belgrad (1998) und einen ersten Preis beim

ersten Preis beim renommierten «Gaspar Cassado»-Wettbewerb in Florenz gewinnt. Die Konzerte, bei denen sie als Solistin mit den Londoner und Budapester Philharmonikern oder den Rundfunkorchestern von Madrid, Berlin und Kopenhagen auftritt, sowie ihre Rezitals in Paris, London, Berlin oder Moskau, für die sie regelmässig von vielen Festivals eingeladen wird, lösen sowohl beim Publikum als auch bei der Presse einstimmige Begeisterung aus. Xenia Jankovic widmet sich auch der Kammermusik, u. a. mit András Schiff, Gidon Kremer, Isabelle Faust und Bruno Giuranna. Seit 2004 ist Xenia Jankovic Celloprofessorin an der Hochschule für Musik Detmold und gibt weltweit Meisterkurse.

berühmtesten Wettbewerb für serbische Volksmusik, «Carevcevi dani» (2010). Während seiner Ausbildung hatte er die Möglichkeit, mit renommierten Professoren und Künstlern zusammenzuarbeiten. Ausserdem erhielt er ein Stipendium für die europäische Musikakademie in Sinaia-Romania für einen Meisterkurs mit Emilian Piedicuta. Er spielt in verschiedenen Orchestern und Ensembles mit. Im August 2012 wurde ihm die Leitung eines internationalen World-MusicSeminars in Bosnien und Herzegowina übertragen. 2013 gab er in Zusammenarbeit mit dem «Strand videregående skole» unter der Federführung der Organisation Tutti ein internationales Seminar. Kammermusik plus

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Dani Mangisch Schauspieler

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Ulrike-Anima Mathé Violine

Der Schweizer Schauspieler und Sprecher Dani Mangisch, Jahrgang 1973, wuchs in Betten im Wallis auf. Von 1995 bis 1999 studierte er Schauspiel an der Zürcher Hochschule der Künste; anschliessend trat er sein erstes Festengagement am Nationaltheater Mannheim an, dessen Ensemble er drei Jahre lang angehörte. Heute ist er freischaffend in der Schweiz und in Deutschland tätig und arbeitet mit Regisseuren wie Fabienne Hadorn, Meret Matter, Annelore Sarbach, Barbara Terpoorten, Samuel Schwarz oder Udo van Ooyen zusammen. Er wirkte in Filmen mit, u. a. von Peter Luisi, Stefan Haupt, Tobias Ineichen, Katalin Gödrös, Lutz Konermann und Dominik Locher, gestaltet Lesungen und Hörspiele und ist

Ulrike-Anima Mathé studierte bei Françoise Zöldy, bei Dorothy DeLay und bei Tibor Varga. Besondere Förderung und Anregung erfuhr sie durch Sándor Végh, György Sebök und Rudolf Serkin. Kammermusikkurse in Marlboro (USA) und in Cornwall (England) sowie das Studium authentischer Aufführungspraxis an der Schola Cantorum in Basel haben ihren künstlerischen Werdegang geprägt. Als erste Preisträgerin einiger Wettbewerbe wie beispielsweise des Europäischen Violinwettbewerbs 1985 in Wien, des Deutschen Musikwettbewerbs 1986 in Bonn, der Young Concert Artists Audition 1988 in New York und als Preisträgerin und Publikumssiegerin beim Concours Reine Elisabeth 1989

als Synchronsprecher tätig. Ausserdem erstellt Dani Mangisch walliserdeutsche Mundartbearbeitungen von Bilderbüchern und ist «station voice» bei rro, dem Walliser Medienportal. 2008 wurde ihm der Kulturförderpreis des Kantons Wallis verliehen.

in Brüssel bekam Ulrike-Anima Mathé Konzertengagements an international bekannten Häusern wie der Alice-TullyHall in New York, dem Kennedy-Center in Washington, den Philharmonien in Berlin und Köln sowie dem Mozarteum in Salzburg. Ausserdem ist sie eine gefragte Kammermusikpartnerin bei internationalen Kammermusikfestivals. Neben zahlreichen Rundfunkaufnahmen hat Ulrike-Anima Mathé CD-Einspielungen bei Harmonia Mundi und Dorian Recordings vorgelegt.

Kammermusik plus


Catriona McKay Harfe

Catriona McKay, weitherum anerkannt für ihr dynamisches Spiel und ihren innovativen Musikstil, experimentiert kühn mit der schottischen Harfe. Ihr langjähriger Duopartner ist der geniale Fiddlespieler Chris Stout. Sie erkunden verbindende und herausfordernde Klangwelten durch einen wagemutigen und abenteuerlichen Dialog ihrer schottischen Volksmusik. Catriona McKay spielt in der Shetland Band Fiddlers’ Bid, mit dem schwedischen Nyckelharpa-Spieler Olov Johansson, dem Improvisationsduo Strange Rainbow und dem Glasgow Improvisers Orchestra. Jüngst hat sie eine Solo-CD mit neu komponierter Musik eingespielt, die ihr harmonisches und rhythmisches Harfenspiel besonders hervorhebt. Die Komposition Harponium kombiniert die Kraft und Zerbrechlichkeit ihrer Harfe mit dem schwungvollen, warmklingenden und charaktervollen Harmonium.

Mladen Miloradovic Violoncello

Der aus Serbien gebürtige Cellist sammelte bereits sehr früh erste Erfahrungen in verschiedenen Orchestern seiner Heimat. Heute ist Mladen Miloradovic regelmässig Gast in der Cellogruppe der Amsterdam Sinfonietta. Seit der Spielzeit 2015 ist er stellvertretender Solocellist im Sinfonieorchester Aachen. Von 2008 bis 2010 absolvierte Mladen Miloradovic ein Zusatzstudium an der Hochschule für Künste Bremen in der Klasse von Alexander Baillie und schloss 2013 sein Studium an der Hochschule für Musik Detmold mit dem Master in der Klasse von Xenia Jankovic ab. Zusätzliche Anregungen für sein Cellospiel verschaffte er sich im Rahmen von Meisterkursen bei Götz Wolfgang Teutsch, Istvan Varga und Stanislav Apolin. Er erhielt das Stipendium des Freundes- und Förderkreises der Hochschule für Künste Bremen, das GFFStipendium der Hochschule für Musik Detmold und ein Stipendium des DAAD. 2012 gewann Mladen Miloradovic den Grand Prix beim Internationalen Cellowettbewerb in Madrid. Mit grosser Hingabe widmet er sich auch der Komposition sowie der Kammermusik, u. a. als Mitglied des Streichquartetts Del Gesù, mit dem er europaweit konzertierte.

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Miroslav Petkov Trompete

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Joseph Puglia Violine

Der in der bulgarischen Hafenstadt Warna geborene Miroslav Petkov begann mit elf Jahren Trompete zu spielen. Nach nur einem Monat wurde er bereits an die Dobri Hristov National Academy of the Arts zugelassen. Er führte sein Studium an der Hochschule für Musik in Detmold weiter. Bevor er im August 2016 dem Royal Concertgebouw Orchestra beitrat, spielte er die erste Trompete im Nationaltheater Mannheim und spielte bereits mehrmals als Ersatz beim RCO. Er hatte zudem Gastauftritte als erster Trompeter mit dem Ensemble Modern, dem Leipziger Gewandhausorchester, dem Orchestra dell’Accademia nazionale di Santa Cecilia und dem NDR-Sinfonieorchester. Nebst klassischer spielt Miroslav Petkov auch

Der Violinist Joseph Puglia ist sowohl für seine energiegeladenen Auftritte mit zeitgenössischer Musik als auch für gefühlvolle Interpretationen des Standardrepertoires bekannt. Gegenwärtig verfolgt er eine weltweite Karriere als Solist, Kammermusiker, Konzertmeister und Lehrer. Ursprünglich stammt er aus New York, liess sich aber 2009 in den Niederlanden nieder. Höhepunkte seiner letzten Konzertsaison waren Konzertauftritte mit Pierre-Laurent Aimard, Marie-Luise Neunecker, Liza Ferschtman sowie ein Künstleraufenthalt am Amsterdam Muziekgebouw mit sechs Konzerten, Vorträgen und Workshops, die ein breites Repertoire von Bach bis zu zeitgenössischer Musik umfassten. Im Alter von vier Jah-

gerne Volksmusik, die mit jazzigen Elementen würzt. «Dadurch erweitert sich mein Horizont, ausserdem basiert ein grosser Teil der klassischen Musik auf Volksmusik.»

ren begann Joseph Puglia mit dem Violinspiel und studierte zuerst bei Louise Behrend. 2002 wurde er an die Juilliard’s College Division mit einem Vollstipendium aufgenommen, wo er bei Robert und Nicholas Mann studierte. Sein Masterstudium in Musik schloss er 2008 am Königlichen Konservatorium Den Haag bei Vera Beths mit Bestnote ab. Gegenwärtig ist er an der Violinfakultät am Königlichen Konservatorium in Den Haag tätig.

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Timothy Ridout Viola

SOLAND Chor

Timothy Ridout studierte an der Royal Academy of Music bei Martin Outram und schloss 2016 mit dem Queen’s Award for Excellence ab. Er studierte zudem an der Kronberg Academy in Deutschland bei Nobuko Imai. 2016 gewann er als erster Brite die Lionel Tertis International Viola Competition und wurde zum Vertreter des Young Classical Artists Trust (YCAT) gewählt. Er gewann 2014 den ersten Preis an der Cecil Aronowitz Competition und 2015 den zweiten Preis an den Windsor Festival International String Competitions. Er nahm an Meisterklassen bei Lawrence Power, Maxim Rysanov, Hartmut Rohde und Thomas Riebl teil und arbeitete 2013–2016 intensiv an der Internationalen Musikakademie im

SOLAND ist die schweizerische Bühne für Gesangstalente zur Gestaltung von mutigen und grossen Chorinterpretationen. Als erster professioneller Konzertchor des Kantons Aargau schliesst er eine Lücke in der Schweizer Chorlandschaft und verbindet die hohen Anforderungen an einen professionellen Chor mit einem wirkungsvollen Talentförderungskonzept. Im Zentrum steht dabei das Tandemprinzip: Ausgewählte Berufssängerinnen und -sänger vermitteln ihre technischen und künstlerischen Fertigkeiten an Nachwuchstalente. SOLAND arbeitet projektorientiert und konzertiert in allen vier Sprachregionen der Schweiz sowie im benachbarten Ausland und trägt mit innovativen Gesamtkunstwerken zur Kunst-

Fürstentum Liechtenstein als Stipendiat. Er nahm teil am Eggenfelden Klassisch, am Musikfestival Koblenz, an den Beethoven Bonn Festivals, am IMS Prussia Cove Open Chamber Music und tritt mit dem Nash Ensemble auf. Als Solist stand er mit der Baden-Baden Philharmonie und dem European Union Chamber Orchestra auf der Bühne. Der passionierte Kammermusiker nahm auch teil am Bad Kissinger Sommer Festival (Deutschland), am Schubertiade Festival (Österreich), am Musique à Marsac (Frankreich), an der Accademia dei Cameristi (Italien) und am Next Generation Festival in Bad Ragaz. Seine erste CD spielte er mit Musik von Vieuxtemps für Champs Hill Records ein.

und Kulturvermittlung bei. Ruth Soland ist die künstlerische und musikalische Leiterin von SOLAND. Sie studierte Sologesang, Dirigieren und Schulmusik und besuchte Meisterkurse bei Helmuth Rilling und bei Dan-Olof Stenlund. In Konzerten arbeitete Ruth Soland mit Solisten wie Ursula Holliger, Rolf Romei und Orchestern wie Camerata Bern, Capriccio Barockorchester Rheinfelden und Chaarts. Auftritte in der Tonhalle Zürich, dem KKL Luzern und dem Casino Basel gehören ebenfalls zu ihrer musikalischen Ausprägung. Ruth Soland wurde für ihr Schaffen der «Förderpreis für DirigentInnen» der Eliette von Karajan Kulturstiftung des Kantons Graubünden verliehen. Kammermusik plus

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Chris Stout Violine

Christ Stout wurde auf den Shetlandinseln geboren und wuchs dort auf. In den vergangenen Jahren gewann er national und international Anerkennung als einer der überraschendsten und dynamischsten Fiddlespieler und Komponisten seiner Generation. Er studierte klassische Violine an der Royal Scottish Academy of Music and Drama, verbrachte aber vermutlich ebenso viel Zeit mit den bekannten Fiddlespielern der Shetlands, um von ihnen zu lernen. Mit seinem Hintergrund aus klassischer und traditioneller Musik spielt er mit Musikern aus der ganzen Welt zusammen, am bekanntesten ist wohl das Duo mit Catriona McKay und der Shetland Band Fiddlers’ Bid.

Carlos Tarancón Fagott

Carlos Tarancón Mateo studierte an der Hochschule für Musik in Aragon (CSMA) bei Juan Enrique Sapiña Riera und Stefano Canuti und schloss sein Studium 2012 mit Auszeichnung ab. Es folgten Meisterkurse, u. a. bei Sergio Azzolini, Marco Postinghel, Gustavo Nuñez, Higino Arrue, Jean Marie Londeix. Zurzeit belegt er an der Hochschule für Musik in Basel einen Masterstudiengang in Musikalischer Performance und Pädagogischem Studium bei Sergio Azzolini. Er erlangte mehrere Preise als Kammermusiker und Solist bei internationalen Wettbewerben, u .a. den Kiefer Hablitzel Preis (2015, 2017), den Nicati-de Luze (2016), der Dienemann Stiftung (2015), den Rahn Kulturfonds (2014) sowie den ersten Preis beim Wettbewerb Primer Palau (2014). Orchesterdienste führten ihn in verschiedene Länder Europas, u. a. wirkte er im Orchester der Komischen Oper Berlin und als Zuzüger im Tonhalleorchester Zürich mit. Als Kammermusiker ist er seit 2006 Mitglied des Sextetts Cluster und seit 2012 des Trios Aëris. Diverse Auftritte als Solist bei Orchesterkonzerten ergänzen seine Musikerlaufbahn. Zurzeit ist er Fagottlehrer an der Hochschule für Musik in Aragon und an der Hochschule für Musik in Salamanca.

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Terje Tønnesen Violine

Maria Włoszczowska Violine

Terje Tønnesen ist einer der bedeutendsten Violinisten Norwegens und spielt seit 1977 als künstlerischer Leiter des norwegischen Kammerorchesters und seit 1996 der Camerata Nordica Schweden eine wichtige Rolle im nordischen Musikleben. Seit 1983 ist er erster Konzertmeister des Philharmonischen Orchesters Oslo.1995–2011 war er künstlerischer Leiter des Oslo Winter Night Festivals und 2001–2010 von Baroque, einem Festival auf Öland, Schweden. Im Laufe der Jahre machte er international Karriere als Solist und Kammermusiker und gewann verschiedene Preise. Terje Tønnesen spielte verschiedene CDs mit für ihn komponierten Werken ein. Er arbeitet mit Künstlern verschiedener Stilrichtun-

Maria Włoszczowska ist eine weltweit gefragte Solistin und Kammermusikerin und lebt seit kurzem in London. Sie gewann den ersten Preis bei der Michail Elsky International Violin Competition in Minsk und war 2016 Finalistin der XV International Henryk Wieniawski Violin Competition. Ihre jüngsten Auftritte als Solistin absolvierte sie in Polen, Weissrussland, Holland, Belgien und Grossbritannien. Sie trat u. a. zusammen mit Maxim Vengerov, Robert Levin, Philippe Graffin, Alasdair Beatson, Nobuko Imai, James Baillieu, Roger Chase und Sam Haywood in Konzerten und internationalen Kammermusikfestivals auf. Unterstützt durch das polnische Ministerium für Kultur und nationales Erbe, konzer-

gen wie Jazz, Rock oder Folk. Er komponierte auch die Musik für viele Theaterproduktionen. 2015 erhielt er den St.

tierte sie mit den meisten polnischen Sinfonie- und Kammerorchestern und spielte in vielen europäischen Konzerthäusern.

Olavs Ritterorden erste Klasse. Sein Ziel als Künstler ist, das Wissen und die Entwicklung der Tradition als Teil von Kontinuität zu kombinieren, aber auch als Widerspruch sichtbar zu machen, was die Schaffung von Neuem hervorbringt.

Für ihren Auftritt in der Wigmore Hall am Finale des Young Classical Artist Trust (YCAT) erhielt sie den Royal Philharmonic Society Emily Anderson Prize. Nach ihrem Abschluss an der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität in ihrer Heimatstadt Warschau studierte Maria Włoszczowska bei Leonid Kerbel in Brüssel und schloss 2011 an der Royal Academy of Music in London bei Maxim Vengerov ihr Studium ab. Vor kurzem wurde ihre erste Aufnahme mit allen Kirchensonaten für zwei Violinen und Orgel von Mozart von BBC Radio 3 in der Sendung «In Tune» ausgestrahlt. Kammermusik plus

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KLAVIER KOMP AKT* 24.–26. AUGUST 2018*


«Das Klavier ist mein zweites Ich» Frédéric Chopin Von Ignaz Friedman, dem grossen polnisch-australischen Pianisten und Herausgeber einer auch heute noch instruktiven Ausgabe von Chopins Klavierwerk, ist der denkwürdige Ausspruch überliefert, dass Chopin das Klavier geöffnet und auch wieder geschlossen habe. Damit meinte er, dass es eigentlich keinen Komponisten in der Geschichte der Klaviermusik gegeben habe, der sich mit vergleichbarer Intensität, Akribie und Meisterschaft den Eigenschaften dieses magischen Instruments gewidmet und sie zur vollendeten Darstellung gebracht habe. Die Charakteristika des Klaviers zu erfassen ist trotz seiner universalen Verbreitung und der Vertrautheit vieler Menschen gar nicht so einfach: Ist es ein Tasten- oder Saiteninstrument, wurde es von seinem italienischen Erfinder Cum 1700 zum Singen (cantare) oder Schlagen (toccare) bestimmt worden, ist es orchestral, kammermusikalisch oder gar vokal gedacht? Jeder Komponist, der für Klavier schrieb oder schreibt, weiss um diese Janusköpfigkeit und gibt darauf verschiedene Antworten, die überraschend oft – auch bei den grössten Namen – sogar «gegen» das Instrument gerichtet sein können. So kann man sich fragen, ob eines der Gipfelwerke der Klaviermusikgeschichte, Beethovens Sonate op. 106 (die sogenannte Hammerklaviersonate) nicht im Grunde eine Zumutung, ja ein Gewaltakt ist. Und dieses Urteil liesse sich mit ähnlichem Recht über Schumanns «Concert sans orchestre», die Klaviersonate op. 14, Liszts und Alkans Etüdengebirge, Sorabjis gigantomanisches «Opus clavicembalisticum», Charles Ives’ «Concord Sonata» oder dem modernen Wiedergänger der Hammerklaviersonate, Pierre Boulez’ «Deuxième Sonate» von 1945, sagen. Umgekehrt hat György Ligeti, der nach eigenem Bekunden zum Klavier keinen Zugang fand, mit den drei Büchern seiner Etüden einen der innovativsten Beiträge zur Klaviermusik des 20. Jahrhunderts geliefert. Die Originalität dieser Stücke resultiert zu einem guten Stück daraus, dass Ligeti immer wieder die Grenzen des Instruments zum Ausgangspunkt erhob – etwa die Blockierung von Tasten oder das Spiel mit dem Umfang der Tastatur. Darin orientierte er sich nicht nur an Debussy, dessen Préludes und Etüden bewundernswerte Beispiele einer genuin vom Klavier aus gedachten Musik sind, sondern auch an Chopin, wenn man an die Etüden op. 10 denkt. Jeder Nummer enthält spezifische Aufgabenstellungen, die entweder mit den klanglichen Möglichkeiten des Instruments, der Physiognomie der Hand und der Tastatur zu tun haben: So ist die erste Etüde in riesigen Akkordarpeggien gleichzeitig eine Studie der Entfaltung von Obertönen wie des Trainings der Elastizität der inneren Finger 2 bis 4 der rechten Hand. Die zweite Etüde ist dagegen auf die geringsten, chromatischen Abstände der Tastatur und die Stärkung der «schwachen» äusseren Finger 4 und 5 fokussiert; die fünfte Etüde spielt sich dagegen für die rechte Hand nur auf den schwarzen Tasten ab, die damit zu einem eigenen «Manual» werden. Diese technisch klingenden Beobachtungen sind freilich nur ein Aspekt von Chopins genialer Neuerfindung des Klaviers; eine andere ist die Orientierung am Belcanto der italienischen Oper, eine dritte die Einbeziehung des Tanzes, und zwar sowohl in einer ursprünglich-volkstümlichen als auch städtisch-raffinierten Ausprägung. Mazurka, Polonaise und Walzer stehen hierfür, aber auch nationale Besonderheiten wie der spanische Bolero, der im 19. Jahrhundert von der Kunstmusik entdeckt wird.

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Überhaupt ist es das bis ins letzte ausgehörte Detail, dem sich Chopin in ganz neuer Weise widmet: Die Faszination, die seine Musik bis heute auf Pianisten, Publikum und Musikwissenschafter ausübt, resultiert aus seiner Fähigkeit, auf kleinem und kleinsten Raum musikalische Gestalten zu erschaffen, die gleichzeitig natürlich und raffiniert, unmittelbar und verschattet sind. Der Grund dafür ist, wie so oft im Falle von Genies, der unermüdliche Fleiss, mit dem Chopin an Einfällen und Entwürfen feilte, bis er sie in eine ihn überzeugende Form gebracht hatte. Damit korrespondieren die Geduld und Sorgfalt, die Chopin seinen Klavierschülern und dem Unterrichten widmete. Glücklicherweise sind wir durch seinen aus der Bukowina stammenden Schüler und Assistenten Karol von Mikuli (1821–1897) sehr genau über Chopins Vorstellungen informiert. Mikuli, der von 1844 bis 1848 mit Chopin arbeitete, dokumentierte sie später in seiner Ausgabe der Klavierwerke Chopins und gab sie in seinen eigenen Konzerten seinen Hörern und als Lehrer an die nächste Generation weiter. Unter ihnen sind vor allem Moriz Rosenthal und Raoul von Koczalski zu nennen, die ihrerseits den Stab weiterreichten; so sind Charles Rosen bzw. Cyprien Katsaris pianistische «Ur»- bzw. «Ur-Ur»-Enkel Chopins. Aus Mikulis Aufzeichnungen und den Tonaufnahmen Rosenthals und Koczalkis lässt sich Chopins Klavierstils sehr gut rekonstruieren. So orientierte sich sein Rubato-Ideal, nämlich die Spannung zwischen einer festen Zeitbasis im Bass und einer freien Bewegung der Melodie, an Mozarts Vorstellungen. Und wir wissen, wie sehr er die Opernmelodien Bellinis bewunderte und welchen Stellenwert Bachs Werk für ihn besass: so war das Wohltemperierte Klavier sein tägliches Vademecum. Vor diesem Hintergrund hört man Chopins vielgestaltiges Klavierwerk mit anderen Ohren. Es lässt sich keineswegs auf das Klischee des «Romantischen» reduzieren, unter dem immer wieder eine rein gefühlsbetont-subjektive Musikauffassung verstanden wird. Vielmehr ist Chopins Idee des romantischen Kunstwerks (wie bei Schumann und Liszt) Produkt einer Synthese intellektueller und emotionaler Kräfte. Ausgangspunkt und Zentrum ist eine klassizistische Vorstellung von Musik, die ihm sein Warschauer Lehrer Joseph Elsner vermittelt hatte. Dieser Klassizismus, der sich in der Musik als Sinn für formale Proportion und thematische Ökonomie fassen lässt, macht klar, warum die Sonaten für Chopin so wichtig wurden. Bereits das Opus 4 von 1828 ist eine Sonate (in c-Moll), die nicht zufällig Elsner gewidmet ist. Da Sol stellt die beiden grossen Sonaten in b-Moll und h-Moll daher an den Anfang seines Programms: Sie gelten zu Recht als Hauptwerke der romantischen Klaviermusik, da sie thematische Stringenz und Konzentration mit grösster harmonischer und rhythmischer Prägnanz verbinden; die letzten beiden Sätze der b-Moll-Sonate, der weltberühmte – von Satie später parodierte – Trauermarsch und das furios-düstere «Raunen des Windes über den Gräbern» (Anton Rubinstein) des Unisono-Finales, sind bezwingende musikalische Bilder. Mit den beiden Nocturnes op. 62 (1845/46) und den Préludes op. 24 stellt Dasol im zweiten Rezital ein spätes Hauptwerk und einen von allen grossen Pianisten gespielten Zyklus gegenüber. Die sieben Jahre, die beide Werke voneinander trennen, markieren zwar eine enorme stilistische Weiterentwicklung, aber es gehört zu den grossen Wundern dieser Musik, dass

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Chopins Musiksprache über alle Entwicklungsphasen hinweg unverwechselbar bleibt. Einer der Gründe dafür ist die formale Meisterschaft, die in den zyklischen, durch alle Tonarten wandernden Miniaturen der Préludes wie in den grossen Bogenformen der Nocturnes gleichermassen waltet. Die Auswahl der Walzer, die im dritten Teil folgt, führt in eine andere, nicht minder eindrückliche Welt: Chopin hat diese Gattung, die er als Wunderkind bereits in Warschau kennenlernte und deren Popularität in der Musik des 19. Jahrhunderts unübertroffen war, wie kein anderer Komponist (ausser Johann Strauss Sohn) geprägt. Melodische und rhythmische Prägnanz gehen hier mit der Fähigkeit zur Erfindung lebendigster Tanzszenen Hand in Hand. Mögen die technischen Aufgaben an den Pianisten auch beherrschbar sein, so sind die gestalterischen Herausforderungen umso grösser – und entsprechend weit ist auch das Spektrum an Interpretationen. (Eine der schönsten, tief melancholischen Deutungen gelangen Dinu Lipatti und Géza Anda in ihren jeweils letzten Aufnahmen vor ihrem allzu frühen Tod.) Das vierte Recital Dasols ist mit den vier Scherzi weiteren Gipfelwerken Chopins gewidmet. Ihr Entstehungszeitraum von 1831 bis 1843 umspannt die Zeit vom aufsehenerregenden Début in Paris (op. 20) bis zum Anbruch einer durch beginnende Krankheit getrübten Verlangsamung der Produktion (op. 54). Musikalisch bewegt sich Chopin hier auf einem fast nur ihm selbst zugänglichen Terrain: Weder Liszt noch Schumann haben diese Gattung ausführlich gepflegt, und auch von Alkan gibt es nur ein – allerdings hochoriginelles – Werk, das Scherzo diabolico aus den Etüden op. 39. Chopins Scherzi sind Dramen ohne Worte, Tondichtungen auf dem Klavier ohne Beifügung eines Programms; sie beziehen ihre Suggestion, ihre Schönheit und Verzweiflung allein aus der Autonomie der kompositorischen Erfindung. Deutlich ist die Paarbildung: op. 20 und op. 31 verbindet ihre strahlende Düsternis, op. 39 und op. 54 eine grosszügige, lichtdurchflutete Klanglichkeit. Der fünfte und letzte Teil des Programms bezieht dann noch einmal grosse Gegensätze aufeinander: Den Anfang macht die herrliche Trias der Mazurkas op. 59, die in ihrer Verbindung von Intimität und Elegik zu den grössten Kostbarkeiten der Klavierliteratur überhaupt gehört. Die drei folgenden Polonaisen führen direkt in die Welt Polens zurück, die Chopin in seiner Musik stets lebendig hielt – in den beiden grossen Polonaisen op. 44 und op. 61 als Wechsel von Aufbegehren und Reflexion, getragen von einem höchst differenzierten Klaviersatz, in dem die chromatisch verflochtenen Linien dem Vorwärtsdrang des Rhythmus immer wieder Einhalt zu gebieten scheinen. Den strahlend-unbeschwerten Abschluss bildet die Polonaise op. 22 mit dem Andante spianato als Einleitung. («Spianato» meint einen «schlichten», ebenmässigen Gesangsvortrag); dieses grossartige Stück hatte Chopin ursprünglich 1831 in einer Orchesterfassung geschrieben, und es gehört sicher zu den schönsten Aufgaben eines Pianisten, auch in der drei Jahre später komponierten Klavierfassung orchestrale Farben und Instrumente zu imaginieren.  Wolfgang Rathert

Wolfgang Rathert studierte Historische Musikwissenschaft, Philosophie und Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin; 1987 promovierte er mit einer Arbeit über Charles Ives. 2012 war er Mitglied der Jury des Concours Géza Anda Zürich.

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24. AUGUST* Dasol Kim spielt Frédéric Chopin Freitag, 24. August 2018, um 20 Uhr, Tellenhaus Ernen (Spieldauer ca. 55 Minuten)

Klaviersonate b-Moll Nr. 2 op. 35 Grave – Doppio movimento Scherzo Marche funèbre Presto Klaviersonate h-Moll Nr. 3 op. 58 Allegro maestoso Scherzo: Molto vivace Largo Finale: Presto non tanto

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25. AUGUST* Dasol Kim spielt Frédéric Chopin Samstag, 25. August 2018, Tellenhaus Ernen 1. Teil, 17 Uhr (Spieldauer ca. 55 Minuten) Nocturne H-Dur op. 62 Nr. 1 Nocturne D-Dur op. 62 Nr. 2 24 Préludes op. 28

2. Teil, 20 Uhr (Spieldauer ca. 50 Minuten) Walzer Nr. 9 As-Dur op. 69 Nr. 1 Walzer Nr. 6 Des-Dur op. 64 Nr. 1 Walzer Nr. 5 As-Dur «Grand Valse» op. 42 Ballade Nr. 1 g-Moll op. 23 Ballade Nr. 2 F-Dur op. 38 Ballade Nr. 3 As-Dur op. 47 Ballade Nr. 4 f-Moll op. 52

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26. AUGUST* Dasol Kim spielt Frédéric Chopin Sonntag, 26. August 2018, Tellenhaus Ernen 1. Teil, 11 Uhr (Spieldauer ca. 50 Minuten) Rondo Es-Dur op. 16 Scherzo Nr. 1 h-Moll op. 20 Scherzo Nr. 2 b-Moll op. 31 Scherzo Nr. 3 cis-Moll op. 39 Scherzo Nr. 4 E-Dur op. 54

2. Teil, 14 Uhr (Spieldauer ca. 55 Minuten) Mazurka a-Moll op. 59 Nr. 1 Mazurka As-Dur op. 59 Nr. 2 Mazurka fis-Moll op. 59 Nr. 3 Polonaise fis-Moll op. 44 Polonaise-Fantaisie As-Dur op. 61 Grande Polonaise brillante précédée d’un Andante spianato Es-Dur op. 22

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Dasol Kim Klavier

Dasol Kim, geboren 1989 in Pusan, Südkorea, studierte von 2002 bis 2006 als Jungstudent an der Kunstoberschule in Pusan bei Il Kim und als Mitglied der Nachwuchsförderklasse der Korean National University of Arts in Seoul bei Jong Phil Lim. Nach einem Studium an der Hochschule für Musik und Theater «Felix Mendelssohn Bartholdy» in Leipzig bei Gerald Fauth wechselte er 2010 zu KarlHeinz Kämmerling nach Hannover, wo er nach dessen Tod von Arie Vardi ausgebildet wurde. Seit 2006 trat Dasol Kim bei vielen internationalen Wettbewerben, u. a. beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD, beim Concours Reine Elisabeth, beim Concours Géza Anda, beim Internationalen Musikwettbewerb Isang

Suisse Romande, dem Berliner Kammerorchester, dem MDR Sinfonieorchester, dem Concerto Budapest und dem Belgischen Nationalorchester sowie unter bekannten Dirigenten wie David Zinman, Alan Gilbert, Lawrence Foster, MyungWhun Chung, Michael Sanderling und Marin Alsop. Neben seiner Solistentätigkeit ist Dasol Kim ein gefragter Kammermusiker: Gemeinsam mit Künstlern wie David Geringas, Svetlin Roussev, Maxim Rysanov, David Pia und Gautier Capuçon spielte er u. a. in der Fondation Pierre Gianadda und beim Festival International de Piano de la Roque-d’Anthéron, beim Kissinger Sommer, bei den Settimane Musicali di Ascona und dem Great Mountains Music Festival in Pyeong-

Yun und dem Concours de Genève, als Preisträger hervor. 2015 gewann er die Young Concert Artists Auditions in New York. Als Solist konzertierte Dasol Kim mit namhaften Orchestern wie dem New York Philharmonic, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Tonhalleorchester Zürich, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Seoul Philharmonic Orchestra, dem Orchestre de la

chang. 2015 erschien seine Début-CD bei der Deutschen Grammophon mit Solowerken von Robert Schumann.

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NEWCOMERS* 15. UND 16. SEP TEMBER 2018* Thomas Demenga Musikalische Leitung


Musikalische Entdeckungen Lieder ohne Worte Wie bei vielen Komponisten bildet die Volksmusik im Œuvre von Manuel de Falla eine wichtige Inspirationsquelle. In den «Canciones populares españolas» hat er Volkslieder seiner Heimat teils notengetreu übernommen, teils umgearbeitet oder auch nachgebildet und sie mit raffinierten und reizenden Klavierbegleitungen ausgestattet. – Schon früh suchte der amerikanische Komponist George Crumb nach neuen Spieltechniken und Klangfarben, so auch in den «Four nocturnes» für Violine und Klavier, zarten Stücken, die eine ruhige nächtliche Stimmung hervorzaubern. – Von Romageigern und Flötenspielern in Siebenbürgen hatte Béla Bartók die Melodien gehört, die er in den «Sechs rumänischen Volkstänzen» zu einer Suite zusammengefasst und auf einfache Weise harmonisiert hat. – Rätselhafter erscheint die Gedankenwelt in Heinz Holligers «Liedern ohne Worte I», deren Geheimnis in äusserst feinen Nuancen und Schattierungen liegt. Zarte Farben leuchten in den ersten beiden Liedern auf, im dritten geben sich Geige und Klavier gesprächiger, im vierten werden die Motive kürzer, bis die Musik im Nichts verklingt. – Liedhaft im romantischen Stil klingt die in der hellen Tonart A-Dur stehende Violinsonate, die Johannes Brahms während eines Sommeraufenthaltes am Thunersee komponiert hat und die fühlbar den Eindruck anmutiger Sommerfrische erweckt. Kontraste Für den berühmten Jazzklarinettisten Benny Goodman hat Béla Bartók die drei Stücke «Contrasts» komponiert. Im Verbunkos (Werbetanz) faszinieren reizvolle Klangwirkungen, im zweiten Satz «Pihenö» (Ruhe) führen Violine und Klarinette ein besinnliches Gespräch, und im dritten Satz «Sebes» (Geschwind) kontrastieren bunteste Elemente ungarischer Musik. – Frisch, charmant und witzig klingt die Suite, die Darius Milhaud aus seiner Musik zum Theaterstück «Le Voyageur sans bagage» zusammengestellt hat. Sie umfasst eine vitale Ouvertüre, ein pastorales Divertissement, ein Duett von Flöte und Violine und einen erst feierlichen und dann tänzerischen Schlusssatz. – Leidenschaftlich, aggressiv und romantisch sollte der Tango werden, den Ástor Piazzolla neu erfand, und so enthält auch das Stück «Revolucionario» all das, was den Reiz seines «Tango nuevo argentino» ausmacht: jazzige Akkorde, rhythmische Überraschungen, toccatenartige Passagen und kühne Dissonanzen. Percussion – Performance Vier Werke führen in die Wunderwelt der Schlagzeugklänge. «Okho» von Iannis Xenakis ist komponiert für ein Trio von westafrikanischen Handtrommeln. In mehreren Abschnitten entwickelt sich das Stück von einfachen gemeinsamen Rhythmen über Solos, komplexere Duos und Trios bis zu Passagen, in denen alle drei Spieler das gleiche Motiv trommeln, jeder aber in einem leicht unterschiedlichen Tempo. – «Bad Touch» von Casey Cangelosi ist ein Performancestück, in dem der Perkussionist vorgegebene Playbackklänge visualisiert. – In «Musique de table» des belgischen Musikers Thierry de Mey dienen den Musikern drei kleine Tische als Instrumente, die sie auf vielfältige Weise zum Erklingen bringen. Das Ergebnis ist ein spannendes musikalisches, visuelles und choreographisches Gesamtkunstwerk. – Wiederum in eine 126

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andere Klangwelt führen die Perkussionisten mit der vierten der sechs Triosonaten, die Johann Sebastian Bach ursprünglich für ein Tasteninstrument mit zwei Manualen und Pedal komponiert hat. Streichquartette cool und furios Als Pianistin und Geigerin hatte die polnisch-litauische Komponistin Graz˙yna Bacewicz eine grosse Zuneigung zur Kammermusik. Sieben Streichquartette hat sie geschrieben, mit dem vierten gewann sie 1951 den ersten Preis beim Streichquartett-Wettbewerb in Lüttich. Die beiden ersten Sätze klingen düster und grüblerisch, im dritten aber wird die Musik mit tänzerischen Rhythmen, überraschenden Klangfarben und volkstümlichen Tönen freundlicher. – «Cool» und «Final» bilden die beiden letzten Sätze im fünfsätzigen «String Quartet Opus One» des Schweizer Cellisten Thomas Demenga. Repetitive Figuren, Pizzicati, Glissandi und andere Spielweisen sowie verschiedene tonale Motive prägen den vierten Satz, ein dichtes Gewebe mit motorischen Bewegungselementen den fünften Satz, der nach einem ruhigeren Schlussteil mit einem A-Dur-Akkord endet – einer Anspielung auf die Auftraggeberin Angelika Milos und das Auryn-Quartett, das das Werk uraufgeführt hat. – Dmitri Schostakowitschs 10. Streichquartett beinhaltet nahezu alles, was uns an der Musik dieses Komponisten bewegt – und erschüttert: Ein Staccatothema und pochende Achtel im ersten Satz, brutale, wilde und gar hysterische Klänge im «Allegretto furioso», ein Lamento in Form einer Passacaglia und ein zwischen tänzerischer Leichtigkeit und tiefem Ernst schwankender Finalsatz. Farbenreiche Trios An ein Potpourri mit populären Melodien dachte der reiche Amerikaner, der bei Frank Martin ein Klaviertrio über irische Volkslieder bestellte. Doch Martin ging selbst auf die Suche nach interessanten irischen Melodien und fand sie in der Pariser Nationalbibliothek in einer reichhaltigen Sammlung, aus der er schliesslich vierzehn in sein Trio übernahm, das er harmonisch, rhythmisch und formal phantasievoll ausgestaltete. – Im Alter von 17 Jahren emigrierte die in Tscheljabinsk in der Sowjetunion geborene Komponistin, Pianistin und Autorin Lera Auerbach in die USA. Dort entstand schon bald ihr erstes Klaviertrio, das mit einem kurzen, geheimnisvollen Präludium beginnt, in dessen letzten Takten die Streicher das Geschrei von Möwen nachahmen. Der zweite Satz ist ein Klagegesang, ein Dialog zwischen Violine und Cello, stimmungsvoll begleitet vom Klavier. Bewegte, toccatenhafte Passagen umrahmen im dritten Satz einen ruhigen, farblich wiederum fein nuancierten Zwischenteil. – Wie eine feierliche Motette beginnt Ludwig van Beethovens Es-Dur-Klaviertrio und lässt ein ernstes Werk erwarten. Doch nach der langsamen Einleitung wird der Tonfall freundlicher, im Finale geradezu heiter-unbeschwert, und den dritten Satz bezeichnete ein Beethoven-Zeitgenosse gar als «das Lieblichste, Graziöseste», das er je gehört habe.  Rolf Grolimund

Rolf Grolimund studierte an den Universitäten von Basel und Grenoble Geschichte und Musikwissenschaft. Nach dem Lizentiatsabschluss liess er sich in Basel zum Gesangslehrer ausbilden. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er bei Schweizer Radio DRS; ab 1998 als Leiter Musik von DRS 2.

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15. SEPTEMBER* Kammerkonzert 1 mit dem Duobitatio Samstag, 15. September 2018, um 17 Uhr, Tellenhaus Ernen (Dauer ca. 60 Minuten) Manuel de Falla 1876–1946 Aus den «Siete canciones populares españolas» Bearbeitung für Violine und Klavier von Paul Kochansky El paño moruno – Nana – Canción – Polo – Asturiana – Jota George Crumb *1929 Four nocturnes (1964) Night music II für Violine und Klavier Serenamente – Scorrevole; allegro amabile – Contemplativo – Con un sentimento di nostalgia Béla Bartók 1881–1945 Sechs rumänische Volkstänze Sz. 56 Der Tanz mit dem Stabe – Jocul cu bata (Molto moderato) Gürteltanz – Braul (Allegro) Der Stampfer – Pe loc (Moderato) Horntanz – Buciumeana (Andante) Rumänische Polka – Poarga romaneasca (Allegro) Schnelltanz – Maruntel (Allegro – Allegro vivace) Heinz Holliger *1939 Vier Lieder ohne Worte I (1982/1983) Johannes Brahms1833–1897 Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 A-Dur op. 100 «Thuner Sonate» Allegro amabile Andante tranquillo – Vivace Allegretto grazioso (quasi Andante) Antonio Viñuales, Violine Rosalía Gómez Lasheras, Klavier 128

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15. SEPTEMBER* Kammerkonzert 2 mit dem Trio Be One und dem Triplet Trio Samstag, 15. September 2018, um 20 Uhr, Mehrzweckhalle Ernen (Dauer ca. 75 Minuten) Béla Bartók 1881–1945 Kontraste Sz 111 (1938) Tänze für Violine, Klarinette und Klavier (Akkordeon) Verbunkos: Moderato ben ritmico – Piheno: Lento – Sebes: Allegro vivace Darius Milhaud 1892–1974 Suite für Violine, Klarinette und Klavier (Akkordeon) op. 157 b Ouverture – Divertissement – Jeu – Introduction et final Ástor Piazzolla 1921–1992 Revolucionario Bearbeitung für Violine, Klarinette und Akkordeon vom Trio Triplet Hannah Walter, Violine Damien Bachmann, Klarinette Stefanie Mierwald, Akkordeon Kurze Pause Iannis Xenakis 1922–2001 Okho (1989) Johann Sebastian Bach 1685–1750 Triosonate Nr. 4 e-Moll BWV 528 Adagio-Vivace – Andante – Un poco Allegro Casey Cangelosi *1982 / Thierry de Mey *1956 Bad Touch / Musique de table Pascal Martin, Perkussion Charles Gillet, Perkussion Robin Fourmeau, Perkussion

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16. SEPTEMBER* Kammerkonzert 3 mit dem Gardan Quartett Sonntag, 16. September 2018, um 11 Uhr Tellenhaus Ernen (Dauer ca. 60 Minuten) Graz˙yna Bacewicz 1909–1969 Streichquartett Nr. 4 (1951) Andante Andante Allegro giocoso Thomas Demenga *1954 «Cool» und «Final» aus Streichquartett «Opus One» (2015) Dmitri Schostakowitsch 1906 –1975 Streichquartett Nr. 10 As-Dur op. 118 Andante Allegretto furioso Adagio Allegretto Jakub Przybycien´, Violine Swica Jacek, Violine Dominik Klauser, Viola Alessandrio Sica, Violoncello

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16. SEPTEMBER* Kammerkonzert 4 mit dem Delta Piano Trio Sonntag, 16. September 2018, um 14 Uhr Tellenhaus Ernen (Dauer ca. 60 Minuten) Frank Martin 1890–1974 Trio sur des mélodies populaires irlandaises (1925) Allegro moderato – più mosso Adagio più mosso Gigue: Allegro Lera Auerbach *1973 Klaviertrio Nr. 1 op. 28 Prélude Andante Presto Ludwig van Beethoven 1770–1827 Klaviertrio Es-Dur op. 70 Nr. 2 Poco sostenuto – Allegro ma non troppo Allegretto Allegretto ma non troppo Finale. Allegro Gerard Spronk, Violine Irene Enzlin, Violoncello Vera Kooper, Klavier

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Delta Piano Trio

Duobitatio

Das Delta Piano Trio wurde von drei jungen niederländischen Musikern in Salzburg gegründet – Gerard Spronk, Violine; Irene Enzlin, Violoncello; und Vera Kooper, Klavier –, mit der Absicht, ihren eigenen Weg einzuschlagen. Das junge Klaviertrio hat bereits ein vielseitiges und persönliches Repertoire erarbeitet, das die gesamte Bandbreite der Literatur des Klaviertrios abdeckt. Seit 2014 hat das Trio mehrere Preise bei internationalen Kammermusikwettbewerben gewonnen, u. a. im Dezember 2017 den ersten Preis bei der Orpheus Swiss Chamber Music Competition. Im März 2015 gab das Trio sein Début in Amerika beim New York Kammermusikfestival und hatte die

Neugierde ist die Eigenschaft, die Antonio Viñuales und Rosalia Gómez Lasheras ganz besonders stark verbindet. Die Grundlage ihres Musizierens besteht in der unentwegten Suche nach neuen Möglichkeiten – einer Suche, die mehr neue Fragen aufwirft als Antworten liefert. Ihr Interesse für die historische Aufführungspraxis führte ihnen vor Augen, dass sie unzählige, musikalisch gleichermassen geltende Wahrheiten zu akzeptieren haben, und ermutigte sie dazu, verschiedene Stile zu untersuchen und für jeden gleich viele Fragestellungen zu entwickeln. Sie versuchen, die Konzertbühne in ein Labor zu verwandeln, um diese faszinierenden Experimente mit dem Publikum zu teilen.

Chance, mit der Komponistin Lera Auerbach an ihrem Klaviertrio Nr. 1 zu arbeiten. Das Delta Piano Trio hat mit Wolfgang Redik (Wiener Klaviertrio) und Rainer Schmidt (Hagen Quartett) an der Universität Mozarteum Salzburg gearbeitet. Weitere musikalische Impulse erhielten sie bei Stephen Kovacevich, Alexander Bonduriansky, Louise Hopkins, Miguel da Silva, Johannes Meissl und Hatto Beyerle (Alban Berg Quartett).

Dubitatio (lat. «Zweifel») ist ihre Art, die Musik und das Leben zu verstehen: Viele Pfade zu beschreiten, statt nur auf einem zu verharren. Es bleibt die Frage, ob es einen richtigen Weg überhaupt gebe. Bei der Orpheus Swiss Chamber Music Competition 2017 hat das Duo den zweiten Preis gewonnen.

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Gardan Quartett

Trio Be One

Das Gardan Quartett wurde 2016 an der Hochschule der Künste Bern für das Abschlussrezital des ersten Geigers gegründet. Nach dem erfolgreichen Projekt beschlossen die vier Musiker, weiter als Kammermusikensemble zusammenzuarbeiten. Als junges Streichquartett hatten sie bereits mit renommierten Musikern und Professoren wie Corina Belcea (Belcea Quartet), Rainer Schmidt (Hagen Quartet), Patrick Jüdt (European Chamber Music Academy), Antonio Meneses (Beaux Arts Trio), Monika Urbaniak Lisik (Camerata Bern) zusammengearbeitet. Das Quartett kann schon auf eine rege Konzerttätigkeit zurückbli-

Die drei Perkussionisten des Trio Be One (Robin Fourmeau, Charles Gillet und Pascal Martin) studierten an der Musikhochschule in Genf und haben das Trio für den Wettbewerb der Jeunesses Musicales Suisse im Jahre 2014 gegründet und gleich den dritten Preis gewonnen. Sie spielen Werke und Bearbeitungen, die u. a. von Johann Sebastian Bach, Xenakis, Jodlowski, Thierry de Mey und Manoury bis zu eigenen Kreationen für den Abfalleimer gehen. Ihr musikalischer Einfallsreichtum kennt keine Grenzen. Ein Anliegen der drei Musiker ist es, jung und alt für die Welt der Perkussion zu begeistern. Bei der Orpheus Swiss Chamber Music Com-

cken. Der Name «Gardan» kommt aus einem ukrainischen Dialekt, der Muttersprache des ersten Geigers. Die Mitglieder sind Jakub Przybycien ´ und Swica Jacek, Violinen; Dominik Klauser, Viola; und Alessandrio Sica, Violoncello.

petition 2017 wurde das Trio mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

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Trio Triplet Die Mitglieder des Trio Triplet, Damien Bachmann, Klarinette; HannaH Walter, Violine; und Stefanie Mirwald, Akkordeon, haben sich in verschiedenen Studiengängen der Musikakademie Basel kennengelernt: klassische Ausbildung vs. Spezialisierung zeitgenössische Musik. Doch gerade diese Verbindung verschiedener Schwerpunkte interessiert die drei sehr: Triplet erzeugt durch die Transformation der Klanglichkeit des klassischen Klarinettentrios (Klavier zu Akkordeon) einen Perspektivenwechsel auf das traditionelle Repertoire. Gleichzeitig möchte es gemeinsam mit jungen Komponisten den Werkkanon für die Triobesetzung erweitern. Aus den verschiedenen künstlerischen Kontexten und Fragestellungen heraus entstehen Konzerte und Programme, die Arrangements von Klassikern, neue Werke und moderne Konzertformen in eine lustvolle dialogische Beziehung stellen.

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ALLGEMEINE INFORMATIO NEN*


Vorverkauf und Abendkasse Online-Bestellung www.musikdorf.ch

Kartenbestellung Telefonisch: +41 27 971 10 00, Montag bis Freitag, 9–17 Uhr Schriftlich: mit der beiliegenden Bestellkarte. Die bestellten Karten bzw. Abonnemente versenden wir ab Mitte Mai 2018.

Abendkasse Die Abendkasse im Büro vom Musikdorf Ernen ist jeweils 45 Minuten vor Konzertbeginn offen. Diese befindet sich kurz nach Sport Café Seiler auf dem Weg zur Kirche.

Weitere Vorverkaufsstelle Tourismusbüro Ernen, Telefon +41 27 971 50 55 Montag bis Freitag 8.15–12.15 Uhr und 14–18 Uhr Samstag 9–12 Uhr

Umtausch Karten werden weder umgetauscht noch zurückgenommen – ausser bei Konzertausfall.

Zahlungsmöglichkeiten Barzahlung, Rechnung, Maestro, Postcard oder Kreditkarte (Mastercard, Visa). Bei Zustellung per Post verrechnen wir einen Unkostenbeitrag von CHF 5.– bzw. CHF 10.–.

Abonnemente Kammermusik kompakt CHF 175.– Klavierrezitale CHF 140.– Barockmusikkonzerte CHF 225.– Barockmusikkonzerte inkl. Jazzkonzert CHF 270.– Kammermusik plus CHF 335.– Klavier kompakt CHF 125.– Newcomers CHF 100.– * Abonnementspreise für Mitglieder des Vereins Musikdorf Ernen

CHF 157.50  * CHF 105.–  * CHF 200.–  * CHF 240.–* CHF 300.–  * CHF 112.50  * CHF 90.–  

In dem Abonnement von Kammermusik plus ist das Volksmusikkonzert sowie das Orchesterkonzert 3 in Martigny nicht inbegriffen.

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Allgemeine Informationen


«20 Jahre 100 Franken Wallis» Inhaberinnen und Inhaber unter 21 Jahren des Abonnements «20 Jahre 100 Franken Wallis» haben freien Zugang zu allen Konzerten im Musikdorf Ernen. Um eine Eintrittskarte zu erhalten, genügt es, das Abonnement an der Abendkasse gemeinsam mit einer Identitätskarte vorzuweisen. Das Abo «20 Jahre 100 Franken Wallis» ermöglicht für unter 21jährige einen freien Zugang zu zahlreichen Theatern, Konzertsälen und Ausstellungen im Wallis. Das Abonnement zum Preis von CHF 100.–, mit einer Gültigkeit von einem Jahr, kann auf der Website www.20jahre100franken.ch erworben werden.

Eintrittspreise Kammermusik kompakt Klavierrezitale Barockmusikkonzerte Jazzkonzert Kammermusik plus – Kammermusikkonzerte – Volksmusikkonzert – Orchesterkonzerte Klavier kompakt Newcomers Weihnachts- und Silvesterkonzert Orgelrezitale * Studierende / Lehrlinge / Kinder

CHF 25.– CHF 35.– CHF 45.– CHF 45.–

CHF 10.–  * CHF 20.–  * CHF 20.–  * CHF 20.–*

CHF 45.– CHF 20.–  * CHF 45.– CHF 20.–  * CHF 55.– CHF 25.–  * CHF 25.– CHF 10.–  * CHF 25.– CHF 10.–  * CHF 30.– CHF 15.–  * freier Eintritt / Kollekte

Eintrittskarten für das Gastkonzert vom Samstag, 11. August 2018, in der Fondation Pierre Gianadda in Martigny können unter der Nummer +41 27 722 39 78 bestellt werden. Alle Plätze sind nummeriert (exkl. Anlass in der Mehrzweckhalle vom 15.9.2018, um 20 Uhr).

Ermässigungen Mit dem TCS-Mitgliederausweis CHF 5.– (nur Konzerte in Ernen und Brig)

Geschenkgutscheine Geschenkgutscheine mit frei wählbarem Betrag sind im Büro des Vereins Musikdorf Ernen erhältlich. Allgemeine Informationen

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Allgemeine Geschäftsbedingungen 1. Allgemeines Alle Bestellungen sind verbindlich. Zusätzlich zu den Kosten für die Eintrittskarte(n) bzw. Abonnement(s) verrechnen wir Ihnen pauschal eine Bearbeitungsgebühr von CHF 5.– (bis zu einer Bestellsumme von CHF 100.–) bzw. CHF 10.– (ab einer Bestellsumme von CHF 100.–). Bitte vergewissern Sie sich in Ihrem eigenen Interesse, dass die uns angegebene Lieferadresse samt Telefonnummer und E-Mail-Adresse richtig und vollständig ist. Für allfällige Verspätungen oder Nichtlieferungen infolge unkorrekter oder unvollständiger Adressen können wir keinerlei Haftung übernehmen.

2. Preise Die Preise sind in CHF (Schweizerfranken) angegeben.

3. Bezahlung Bezahlen können Sie per Rechnung sowie mit den Kreditkarten Visa oder Mastercard.

4. Umtausch / Rückgaberecht Karten können weder umgetauscht noch zurückgegeben werden. Der Verein Musikdorf Ernen behält sich vor, Veranstaltungen auch kurzfristig abzusagen. In diesem Fall wird der auf der Karte ausgewiesene Kaufpreis vollständig zurückerstattet. Weitere Schadenersatzansprüche sind ausgeschlossen. Rückerstattungsansprüche können bis spätestens zwei Monate nach Veranstaltungsdatum geltend gemacht werden. Besetzungs- und Programmänderungen sowie Verlegung des Veranstaltungsortes berechtigen nicht zur Rückforderung des Kartenverkaufspreises. Falls eine Veranstaltung verschoben werden muss, bleiben die Karten für das neue Datum gültig. Die Karten werden nicht umgetauscht oder rückvergütet.

5. Kartenrücknahme Bei ausverkauften Veranstaltungen können Karten zum Wiederverkauf in Kommission genommen werden. Die Kommissionsgebühr beträgt 25% des Kaufpreises. Die Abrechnung erfolgt spätestens einen Monat nach Ende der Veranstaltung. Die Überweisungskosten gehen zulasten des Empfängers. Für den Wiederverkauf zurückgegebener Karten übernimmt der Verein Musikdorf Ernen keine Gewähr.

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Allgemeine Informationen


6. Duplikate Für verlorene Konzertkarten erstellen wir nach Möglichkeit Duplikate. Diese werden ausschliesslich an der Konzertkasse ausgehändigt.

7. Datenschutz Wir verpflichten uns, Ihre persönlichen Daten nicht an Dritte zu veräussern. Alle persönlichen Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Die für die Geschäftsabwicklung notwendigen Daten werden gespeichert und im Rahmen der Bestellabwicklung gegebenenfalls an verbundene Unternehmen weitergegeben.

8. Sicherheit Ihre Kreditkartendaten werden mit bewährter SSL-Technologie verschlüsselt. Jede Transaktion wird online bei den zuständigen Kreditkartenunternehmen autorisiert. Auf Ihrer Kreditkartenabrechnung sind die Einkäufe unter «Musikdorf Ernen | Konzertkarten» ersichtlich. Ihre Kreditkartennummer wird von uns nicht gespeichert.

9. Schlussbestimmungen Ausschliesslicher Gerichtsstand für Streitigkeiten in Zusammenhang mit dem Kartenverkauf und der Durchführung der Veranstaltungen ist Brig, Schweiz. Es ist schweizerisches Recht anwendbar.

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Konzertbus – Wir holen Sie ab! Zu den Konzerten der Klavierwoche, der Barockkonzerte inkl. Jazzkonzert und von Kammermusik plus (ausser dem Konzert vom 5. August 2018) in Ernen fährt ein Konzertbus von Oberwald nach Ernen. Für das Konzert vom Montag, 6. August 2018, im Stockalperschloss in Brig fährt ein Konzertbus von Ernen nach Brig. Preis CHF 5.– retour ab allen Haltestellen (Halbtax , Generalabonnemente und Tageskarten sind nicht gültig). Gratis mit dem «Entdeckerpass» von Obergoms Tourismus AG.

Abfahrtsstation Oberwald Obergesteln Ulrichen Geschinen Münster Reckingen Gluringen Ritzingen Biel Selkingen Blitzingen Niederwald Fürgangen Fiesch Bahnhof Niederernen Ernen Rückfahrt nach Oberwald2

Konzertbeginn Konzertbeginn 18 Uhr1 20 Uhr Abfahrtszeit Abfahrtszeit 17.00 Uhr 17.03 Uhr 17.06 Uhr 17.08 Uhr 17.11 Uhr 17.14 Uhr 17.15 Uhr 17.16 Uhr 17.17 Uhr 17.18 Uhr 17.19 Uhr 17.22 Uhr 17.27 Uhr 17.32 Uhr 17.36 Uhr 17.40 Uhr

19.00 Uhr 19.03 Uhr 19.06 Uhr 19.08 Uhr 19.11 Uhr 19.14 Uhr 19.15 Uhr 19.16 Uhr 19.17 Uhr 19.18 Uhr 19.19 Uhr 19.22 Uhr 19.27 Uhr 19.32 Uhr 19.36 Uhr 19.40 Uhr

15 Minuten nach Konzertschluss Haltestellen: offizielle Bushaltestellen

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Konzert vom 6. August 2018 in Brig Abfahrtsstation Abfahrtszeit Ernen Dorfplatz Fiesch Bahnhof Lax Hotel Post Betten Talstation Mörel Hotel Aletsch Brig Rückfahrt nach Ernen

19.00 Uhr 19.10 Uhr 19.15 Uhr 19.20 Uhr 19.25 Uhr 19.35 Uhr

15 Minuten nach Konzertschluss ab Brig Carparkplatz beim Parkhaus Weri.

1 8. Juli, 15. Juli, 22. Juli, 29. Juli und 4. August 2018 2

Der Konzertbus hält nach den Konzerten vom Sonntag, dem 8., 15., 22. und dem 29. Juli, sowie am Samstag, dem 4. August 2018, am Bahnhof in Fiesch. Dort haben Sie Anschluss mit dem öffentlichen Verkehr nach Brig, von wo Sie nach Bern, Basel, Lausanne, Sitten und Zürich weitereisen können. Der Konzertbus fährt vom Bahnhof Fiesch weiter nach Oberwald. Nach dem Volksmusikkonzert vom Sonntag, dem 5. August, fährt um 19.37 Uhr vom Dorfplatz Ernen ein Postauto nach Fiesch. Dort haben Sie Anschluss mit dem öffentlichen Verkehr nach Brig, von wo Sie nach Bern, Basel, Lausanne, Sitten und Zürich sowie nach Oberwald weitereisen können.

Konzertbus nach Binn 15 Minuten nach Konzertschluss in Ernen fährt zwischen Freitag, dem 29. Juni, und Freitag, dem 10. August 2018, ein Konzertbus nach Binn. Abfahrt Dorfplatz Ernen. Preis: CHF 5.– (Halbtax , Generalabonnemente und Tageskarten sind nicht gültig).

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Anreise und Unterkunft Ernen ist ganzjährig mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto erreichbar. Die Matterhorn Gotthard Bahn bringt Sie von Brig nach Fiesch, wo Sie Anschluss mit dem Postauto nach Ernen haben. In Ernen und Umgebung finden Sie komfortable und vielseitige Unterkunft. Wählen Sie von der einfachen bis zur luxuriösen 5-Stern-Wohnung. Wer sich gerne bedienen lässt, wählt eines unserer Hotels. Hier eine Auswahl:

Hotels/Pensionen Berghaus Chäserstatt, Ernen, Tel. +41 27 971 23 98 BerglandHof Hotel, Ernen, Tel. +41 27 527 10 00 Gasthaus Jägerheim, Ernen, Tel. +41 27 971 11 31 Hotel Alpenblick, Ernen, Tel. +41 27 971 15 37 Hotel Alpenblick, Fieschertal, Tel. +41 27 970 16 60 Hotel Castle, Blitzingen, Tel. +41 27 970 17 00 Hotel Derby, Fiesch, Tel. +41 27 971 00 00 Hotel des Alpes, Fiesch, Tel. +41 27 971 15 06 Hotel Ofenhorn, Binn, Tel. +41 27 971 45 45 Hotel Moosji, Ernen, Tel. +41 27 971 14 41 Restaurant-Pension Albrun, Binn, Tel. +41 27 971 45 82

Ferienwohnungen Feriensiedlung Aragon, Ernen, Tel. +41 27 971 37 10 Tourismusbüro Ernen, Tel. +41 27 971 50 55

Bed and Breakfast Baumhaus, Fiesch, Tel. +41 27 971 01 93 Bergland, Ernen, Tel. +41 27 971 23 60 Hängebrigga, Mühlebach, Tel. + 41 27 527 11 66 Sport Resort Fiesch, Tel. +41 27 970 15 15

Restaurants / Café Restaurant Erner Garten, Ernen, Tel. +41 27 971 11 28 Restaurant Gommerstuba, Ernen, Tel. +41 27 971 29 71 Restaurant Walliser Kanne, Ernen, Tel. +41 27 971 27 88 Sport Café Seiler, Ernen, Tel. +41 27 971 25 25

Allgemeine Informationen

145


Mit Ihrer Unterstützung kommen wir weiter Der Verein Musikdorf Ernen, gegründet 1987, hat es sich zur Aufgabe gemacht, regelmässig kulturelle Veranstaltungen von höchster Güte in Ernen durchzuführen. Wenn auch Sie unsere Ziele unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihre Mitgliedschaft. Ihre Anmeldung nehmen wir gerne per E-Mail (mail@musikdorf.ch), telefonisch (+41 27 971 10 00) oder auch online (www.musikdorf.ch) entgegen – oder kommen Sie ins Festivalbüro vorbei.

Vorstand Anton Clausen, Präsident Irene Clausen, Vizepräsidentin Gabriela Burch, Urs Karmann, Francesco Walter

Musikalische Leitung Gringolts Quartett (Kammermusik kompakt), Deirdre Dowling und Ada Pesch (Barockkonzerte), Xenia Jankovic (Kammermusik plus), Francesco Walter (Klavierwoche, Klavier kompakt), Thomas Demenga (Newcomers)

Ehrenmitglieder Angelina Clausen, Peter Clausen, Willy Clausen, Denise Hürlimann, Josef Lambrigger, Martha Schmid, François Valmaggia

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Susanne Berchtold-Mutter, Felix Böni, Margrit Böni, Sandra Briw, Christine Clausen, Doris Clausen, Emilia Clausen, Judith Clausen-Hardegger, Judith Clausen-Zurwerra, Nicole Clausen, Stefan Clausen, Thomas Clausen, Jacques A. Ditesheim, Evelien Fokker, Heidi Gerber, Talitha Gurten, Julia Heilig, Renata Heilig, Rosalie Heilig, Salome Heilig, Romaine Heynen, Vreni Heynen, Christine Imhasly, Nicole Imhof-Imstepf, Silvan Imhof, Ursula Klein, Severin Kull, Christoph Mutter, Nicole Schmid, Emilia Schwery, Jasmine Seiler, Rita Seiler, Deborah Stucky, Markus Truffer, Katrin Ullmann, Franziska Wenger, Christoph Zehnder, Cornelia Zeiter, Silja Zur Werra

146

Allgemeine Informationen


Mitglieder Verein Musikdorf Ernen

A

B

Abgottspon Weissen Pascal u. Dominique, Ernen

Bregy Philipp Matthias, Naters

Achermann Heidi, Zürich

Brennwald Nelly, Basel

Aeschlimann Heidi, Saignelégier

Briner Robert, Horgen

Aeschlimann Karl, Saignelégier

Brombacher Martin, Thalwil

Allison Joan, Corpus Christi, USA

Bronn Sibylle, Herrenschwanden

Althof Bernd, Undeloh, D

Bruell Susana, Herrenschwanden

Altorfer Annemarie, Muri

Brügger Hans, Muttenz

Ambühl Hans u. Monika, Sursee

Brügger-Urban Astrid, Muttenz

Amherd Viola, Brig

Bucher Hans Peter u. Hanni, Thun

Amiet Marina, Oberdorf

Buob Beatrice, Brig

Annen-Ziegler Max, Feusisberg

Burch Gabriela, Holzhäusern

Augsburger Medea, Naters

Burchard-Bindereif Elisabeth, Brig

Badoud François, Corcelles

Bürcher Alex, Brig

Bagdasarjanz Felix u. Verena, Solothurn

Bürgin Peter u. Margreth, Basel

Bayard Raoul u. Myrna, Brig

Burkhard-Moser Mireille, Saint-Blaise

Beeli Barbara, Beromünster

Burkhart Rosemarie, Muri

Beeli Hans, Beromünster

Burri Hilda, Brig

Benelli Nathalie, Naters

Burri Otto, Brig

Berghaus Chäserstatt, Ernen Berglandprodukte, Ernen

C

Camponovo Fausto, Burgdorf Camponovo Monika, Burgdorf

Berkovits Joost, Hoofddorp, NL

Chamorel Daisy, Ollon

Berkovits Maria, Hoofddorp, NL

Chandra Barbara, Zürich

Berli Maria, Erlenbach

Cina Annlies, Lindau

Berners Jutta, Blatten b. Naters

Cina Gerhard, Lindau

Berners Kurt, Blatten b. Naters

Clausen Anton u. Emilia, Ernen

Bettler Peter, Matten b. Interlaken

Clausen Christine, Ernen

Biesold Ludwig, Dr., Bad Ems, D

Clausen Esther, Aarau

Biesold Cornelia, Bad Ems, D

Clausen-Zurwerra Judith, Ried-Brig

Bigler Heinrich u. Lotti, Lyss

Clausen Kurt, Ernen

Blatter Georges, Tscherlach

Clausen Martin, Dr., Brig

Bodoky Andras u. Colette, Burgdorf

Clausen Thomas, Ried-Brig

Böhler Michael u. Yvonne, Chernex

Cramatte Claude u. Liliane, Ettingen

Bonnier Johannes, Dr., Nuenen, NL Bortis Heinrich, Freiburg

D

Crausaz Daniel, Pully Dalichau Gerhard, Langen, D

Allgemeine Informationen

147


Dalichau Gisela, Langen, D

Fumeaux Melitta, Steinhausen

de Sépibus Dorit, Dr., Sion

Fürer Anton u. Marlis, Volken

Dhur Spillmann Germaine, Stäfa

Furrer Paula, Zürich

Ditesheim Jacques A., Ernen

Furter Elisabeth, St. Gallen

Dreier Friedrich, Ernen

Fux Armand, Bolligen

Duboc Philippe, Schaffhausen

Fux Eve-Marie, Ried-Brig

Duss Kurt, Esslingen Duss Silvia, Esslingen

E

F

Galle Samuel, Stäfa Galle Hauser Regula, Stäfa

Dysli Peter, Wohlen

Geertesema Johan Herman, Soest, NL

Ehrler Renate, Hellikon

Geissmann Robert G., Dottikon

Eiselin Fabio, Zürich

Gentinetta Ilse, Termen

Ellinger Dieter, Darmstadt, D

Gentinetta Romeo, Dr., Termen

Ellinger Petra, Darmstadt, D

Gerber Heidi, Bern

Elsohn Edith, Pfäffikon

Gerig Walter, Thalwil

Ericsson Villa Barbro, Steinhausen

Gertschen Franz Stephan, Basel

Ernst-Gentinetta Ada, Zumikon

Giacometti Alberto, Como, I

Escher Stefan, Brig

Giacometti Christine, Unterentfelden

Evers Brigitte, Solothurn

Giacometti Jacques, Unterentfelden

Eyer Nicolas, Naters

Giacometti Valeria, Como, I

Faccini Oreste, Ernen

Gischig Rosanna, Dr., Fiesch

Fauchier-Magnan Catherine, Versoix

Gisel Urs, Pfäffikon

Fauchier-Magnan Thierry, Versoix

Gispen Willem Hendrik, Bilthoven, NL

Favre Michel M. u. Ursula, Adliswil

Go Martinus Th H., Ernen

Feiser Walter, Dr., Oberkirch, D

Göldi Peter, Uetliburg

Ferner Holger, Uerikon

Gossmann Jan, Frankfurt, D

Ferner Verena, Uerikon

Gossmann Urte, Frankfurt, D

Février Daniel, Therwil

Goudswaard Ewoud, Amsterdam, NL

Février Monika, Therwil

Graeser Stefan, Arlesheim

Flubacher Hanspeter, Therwil

Grawehr Rita, Blatten b. Naters

Flubacher Trudi, Therwil

Grossniklaus Hans Ulrich, Steffisburg

Flüeler Patrick, Fiesch

Gsponer André, Brig

Fokker Jeroen, Utrecht, NL

Gsponer Christiane, Brig

Frey Katia, Zürich

Guglielmi Caterina, Zürich

Frauenfelder Gustav, Lenzburg

Günthard Beatrice, Brugg

Fritzsche Christoph, Feldmeilen

Gysin Peter, Dr., Gelterkinden

Fritzsche Marie-Louise, Visp Fuhrer Marcel, Hendschiken

148

G

H

Hager Esther, Zürich Hager Gisela, Dornach

Fuhrer Ursula, Hendschiken

Haselbach Annia, Lully

Fumagalli Susanna, Münster

Haug Thalmann Kathia, Oberwald

Allgemeine Informationen


Hauser Robert, Kilchberg

Jörg Klaus, Münchenbuchsee

Heimberg Lydia, Liebefeld

Jörg Verena, Münchenbuchsee

Heinzen-Schalbetter Paul u. Antonia, Brig Heinzmann Roland, Brig

I

J

K

Kaech Hedy, Lax Kalbermatten Matthias, Zermatt

Hemels Pieter, Fiesch

Karagueuzian Jean-Jacques, Lyon, F

Hildenbrand Gerhard, Weil a. Rhein, D

Karmann Urs, Dr., Bergdietikon

Hinrichs Martina, Peney-le-Jorat

Käser Rita, Muri

Hirsiger Madeleine, Zürich

Kaufmann Urs, Wabern

Hochuli Ruth, Kölliken

Kaufmann Vreni, Wabern

Hodel Hans, Bern

Kehl Walter, Männedorf

Hoegger Gabi, Küsnacht

Keller Hans-Peter, Küsnacht

Hoekstra-Wethmar Wilma, Münster

Keller Hubert, Endingen

Hoffmann Barbara, Glis

Keller Lukas u. Franziska, Endingen

Howald Claude, Chêne-Bougeries

Kenzelmann Adolf, Brig-Glis

Huber-Schwarz Erich u. Ulrike, Ebikon

Kenzelmann Maria, Brig-Glis

Hug Hans-Ulrich, Gross

Kern Henriette, Solothurn

Hunziker Peter u. Greti, Baden

Kern Otto, Solothurn

Hürlimann Denise, Uznach

Key Gÿsbrecht Gerrit, Halle-Zoersel, B

Hürlimann Urs, Dr., Uznach

Kienzler Claudia, Luzern

Ijsselmuiden Mieke, Oirschot, NL

Kiser André, Küsnacht

Im Hof Maya, Muri b. Bern

Klausewitz Jörg, Konstanz, D

Imahorn Béatrice, Naters

Klomp Ulla, Bellwald

Imahorn Claude, Brig

Koch Hermann, Wiesbaden, D

Imhasly-Clausen Veronika, Cham

Koch Sigrid, Wiesbaden, D

Imhof Christian, Ernen

Kolb Erwin, Gündlischwand

Imhof Christoph, Dr., Fiesch

Kölliker Anita, Arlesheim

Imhof Daniela, Grengiols

Konrath Ingrid, Mettmann, D

Imhof Georg, Thun

Köppel Monika, Menziken

Imhof Hans u. Christine, Brig

Köppel Robert, Menziken

Imhof Paul, Lax

Krafft Andreas, Wittenbach

Imhof-Guntern Anna, Brig

Krähenbühl Alfred u. Marianne, Selzach

Imoberdorf René, Visp

Krawinkler Margrit, Bern

Inderbitzin Isler Doris, Menznau

Kreis-Muzzolini Angela, Bern

Isler Wolfgang, Menznau

Krieg Pius, Ebikon

Jacober Heidi, Ernen

Küchler-Grab Marta, Einsiedeln

Jacober Matthias, Ernen

Küffer-Gassmann Beatrix, Ebmatingen

Jäger Cäsar, Brig

Kuster Ruth, Watt

Jenelten Anton, Sion Jenny Felix A. u. Adeline, Basel

L

Laederach Anna Katharina, Allenwinden Lagger Jeanny, Visp

Allgemeine Informationen

149


M

Lambrigger-Müller Béatrice, Fiesch

Meier Kipfer Hans u. Ursula, Seltisberg

Landolt Kurt, Herrliberg

Mendes de Leon Luis, Champéry

Lauber Miranda, Naters

Mengis Bay Catherine, Visp

Lehmann Kathrin, Bern

Menke Roswitha, Bern

Lehmann Ruedi u. Andrea, Bellwald

Meyre Dieter u. Verena, Basel

Leimgruber Katherina, Liestal

Möhr-Gubler Brigitte, Thalwil

Leimgruber Walter, Liestal

Moillen Monique, Martigny

Lejeune Irène, Dr. h.c.München, D

Moosbrugger Müller Mireille, Meilen

Lengen Hanni, Küsnacht

Moser Gertrud, Würenlos

Lengen Joseph, Küsnacht

Moser Leo, Würenlos

Leuthard Ueli, Adliswil

Moser-Schlueo Raymond, Altnau

Liechti Barbara, Schönenbuch

Muheim Annagreth, Boppelsen

Lingemann Gisela, Wuppertal, D

Muheim Cécile, Siebnen

Loosli-Hermes Hans-Rudolf, Therwil

Müller Gerd, Meilen

Loosli-Hermes Joke, Therwil

Müller Hans-Peter, Dr., Lenzburg

Loretan Hildegard, Brig

Müller Lisa, Muri bei Bern

Lüscher Silvana, Gebenstorf

Müller Lorly, Visp

Lutz Kathrin, Freiburg, D

Müller Madeleine, Visp

Lutz Manfred, Freiburg, D

Müller Margrit, Wädenswil

Lyoth Heinz u. Iris, Kehrsatz

Müller Thomas, Biel

Mansard Florian, Waldems, D Mansard Karin, Waldems, D

Naef Jürg, Dr., Herzogenbuchsee Naef-Jungo Hans, Bülach

Marchev-Frey Michel, Safnern

Näf Peter, Zürich

Marchev-Frey Susanne, Safnern

Nägele Gertrud, Riehen

Margelist-Jenelten Anne-Ruth, Termen

Niederhauser Urs, Dr., Wohlen

Marti-Brunner Katharina, Visp

Nösberger Josef, Prof. Dr., Wiesendangen

Marty Fred, Küssnacht a.R.

Nussberger Rosmarie, Birmensdorf

Masshardt Renate, Thusis Masshardt Therese, Fraubrunnen

O

Oberli Brigitte, Hölstein Obmann Dieter, Saarburg, D

Mathé Ulrike-Anima, Detmold, D

Obolensky Konstantin u. Annette, Riga,

Mathier Eleonore, Dietlikon

Lettland

Mathier Elmar, Dietlikon

Obrist Gody, Hergiswil

Mattig Astrid, Brig

Oertli Rotraut, Winterthur

Maurer Margrit, Brig

Opl-Steffen Marie-Louise, Bern

Meier Edith, Schwerzenbach

Osmers Franz, Bremen, D

Meier Margrit, Basel

Osmers Mechtild, Bremen, D

Meier Markus, Dr., Ottikon Meier Roland, Lyss Meier Silvio, Schwerzenbach

150

N

Allgemeine Informationen

P

Pabst Andrea u. Wetli Urs, Rifferswil Pauli-Burckhardt Monica, Basel Pavillon Weiss Janine, Walperswil


R

S

Peci Priska, Lugano

Scheuring Siegfried u. Mariette, Basel

Pérez-Gusset Claudine, Unterägeri

Schiess Elsbeth, Rothrist

Perrenoud Pierre Claude, Muralto

Schiess Hans, Rothrist

Pesch Ada, Zürich

Schildknecht Jürg, Pratteln

Peter-Doll Claudine, Vésenaz

Schildknecht Marie-Jeanne, Pratteln

Peter-Weber Elisabeth, Hallau

Schindler Kurt, Zermatt

Peter-Weber Max, Hallau

Schmid Caspar u. Monica, Zürich

Peyer Ruth, Feldmeilen

Schmid Franz, Dr., Ausserberg

Pfammatter Colette, Naters

Schmid Manfred u. Edith, Ausserberg

Pfammatter Theodor, Dr., Naters

Schmid Wilhelm, Ernen

Ramaker Jaap u. Luce, Den Haag, NL

Schmid-Dörig Rosemarie, Stäfa

Rast-Eicher Antoinette, Dr. phil, Bern

Schmid-Dörig Rudolf, Stäfa

Regli Daniel, Bern

Schmid-John Marianne, Basel

Remund Edith, Hettlingen

Schneiter Suzanne, St-Légier

Remund Urs, Zürich

Schreyer Christoph, Zürich

Rieder Beat, Wiler

Schreyer Ruth Regula, Bern

Riggenbach Björn, Neuchâtel

Schutzbach Béatrice, Stäfa

Rindisbacher Renate, Bern

Schwager Monica, Therwil

Riniker Astrid, Gebenstorf

Schweickhardt Dieter, Mainz, D

Ritz Beat, Grengiols

Schwery Emilia, Ernen

Rohrer Monica, Hüttikon

Schwery Siegfried, Münster

Ronchi Gilles, Brig-Glis

Schwery Verena, Münster

Rönnheim Corine, Veyras

Schwestermann Bernhard, Fiesch

Rössle Alfred, Zürich

Seeholzer Markus u. Priska, Küssnacht

Roth Jochen, Bertschikon

Seiler Heinz u. Rita, Mühlebach

Roth Philippe, Zürich

Seiler Herbert, Brig

Rüegger Bruno u. Monika, Ernen

Seiler Paul, Niederhasli

Rüesch Margrit, Baltschieder

Seiler Yvonne, Mühlebach

Ruff André-Roger, Baltschieder

Seiterich-Stegmann Cornelia, Tuttlingen, D

Ruppen Marie-Antoinette, Naters

Seiterich-Stegmann Ekhard, Tuttlingen, D

Ruppen Marilyn, Ernen

Smouha Joe, London, GB

Rushing Elisabeth, Zürich

Sollberger Paul, Biberist

Saboz Ladina, Baden

Sollberger Rosmarie, Biberist

Sahli Peter, Luzern

Somer Metin, Zürich

Salzmann Anita, Glis

Sonnentrücker Fidelis, Visp

Sauer Peter, Bonn, D

Speijer-Brouwer Huibert P., Leerdam, NL

Scartazzini Christa, Brig

Speijer-Brouwer Judith, Leerdam, NL

Schaller Margrit, Naters

Spengler Heidi, Bern

Scheiger Brigit, Berlin, D

Spinner Madelon, Bellwald

Allgemeine Informationen

151


Spinnler Elisabeth, Mettmenstetten

van Ewijk Hans, Amersfoort, NL

Spinnler Peter, Mettmenstetten

van Oers-Zenderink Ina, Papendrecht, NL

Staub Urs, Bolligen

Veeneklaas Lous, Amersfoort, NL

Steffen-Opl Gerhard, Bern

Vermeer Anneke, St-Prex

Steinbrüchel Elsbeth, Männedorf

Virdis Philippe, Marly

Steiner Arnold, Leuk-Stadt

Volken Bernhard, Dr., Fiesch

Stohler Werner, Zug

Volken Dorothea, Fiesch

Stoller-Fux Marc u. Christina, Schönenbuch

von Bredow Moritz, Hamburg, D

Stöwer Gertrud u. Ulrich, Bern

Von Hoff Verena, Brig

Strehler Thea, Hombrechtikon

von Rosen Andreas, Zürich

Strehler Walter, Hombrechtikon

von Rosen Rüdiger, Prof. Dr., Frankfurt, D

Streiff David, Dr., Aathal

von Witzendorff Ingrid, Dr., Rheinbach, D

Strütt-Chappuis Madeleine, Schopfheim, D

von Witzendorff Niklas, Rheinbach, D

Stucky Monica, Ernen Studer Martin, Rüfenacht

T

U V

Waeber Reinhard, Dr., Glis Wagner Klaus, Dr., Datteln, D

Studhalter-Obermüller Klara, Dr., Männedorf

Wagner Lisa, Datteln, D

Studhalter-Obermüller Kurt, Dr., Männedorf

Walder Martin H. u. Marianne, Wädenswil

Stulz-Rötheli Elisabeth, Binningen

Waldner Oswald, Peney-le-Jorat

Stulz-Rötheli Peter, Binningen

Walker Elly, Naters

Süess-Clausen Annelise, Schwarzenberg

Walpen Hermann u. Charlotte, Volketswil

Summermatter Irene, Visp

Wälti-Keller Paul u. Maria, Matten

Summermatter Peter, Dr., Visp

Weber Alex, Steckborn

Szigeti Paul u. Marianne, Zollikon

Weber Hildegard, Liebefeld

Theler Luzius, Ausserberg

Weber Ineke, Steckborn

Thomet Klara, Unterseen

Wegmüller Andreas, Meilen

Thüring Marcel u. Erika, Basel

Weissen Andreas, Brig

Tichelli Christian, Root

Welstead Vreni, Zürich

Timmen Lutz, Küsnacht

Wenger Frank, Fieschertal

Treichler Susanne, Zürich

Wenzel Uwe Justus, Basel

Troillet Béatrice, Vollèges

Werlen Bernard, Biel

Tschopp Kurt, Uster

Widmer Walter, Dr., Suhr

Tschopp-Gutknecht Peter, Hünibach

Widrig Hanna, Bad Ragaz

Tschopp-Gutknecht Ursula, Hünibach

Wiener Max, Zürich

Tuchscherer Christian, Zürich

Wiesmann Brigit, Küsnacht

Turzer Robert, Ernen

Wiggli Urs, Dr., Himmelried

Ullmann Eric, Oosterbeek, NL

Wilhelmsen Peter Preben, London, GB

Valli Carlo, Naters

Wirz Hans Uli, Bolligen

Valli Simone, Naters Van Essen Eddy, Zuidhorn, NL

152

W

Allgemeine Informationen

Z

Wolf Brigitte, Bitsch Zech Christina, Dr., Baltschieder


Zehnder Daniel, Dr., Zürich

Zimmer Hermann, Stäfa

Zellweger Regula, Obfelden

Zimmer-Leuthold Lukas, Zürich

Zen Ruffinen Im Ahorn Franziska,

Zimmer-Leuthold Sylvia, Zürich

Visperterminen

Zimmermann Norbert, Eggerberg

Zenklusen Andreas, Glis

Zimmermann Urs, Niederwil

Zenklusen Antoinette, Brig-Glis

Zufferey Pascal, Veyras

Zenklusen Urs, Brig-Glis Zenzünen Amadé, Grengiols

Stand 27.2.2018

Ziegler-Annen Susann, Basel Zimmer Elisabeth, Stäfa

Allgemeine Informationen

153


Die Stiftung Musikdorf Ernen Sind Sie auch begeistert vom Festival Musikdorf Ernen und seinem vielfältigen Angebot? Dann teilen Sie diese Leidenschaft und Freude mit der Stiftung Musikdorf Ernen. Das Festival Musikdorf Ernen mit dem originellen Angebot von Barockmusik über Klavierrezitals und Kammermusik bis hin zu kleinen, exquisiten Orchesterkonzerten ist in den letzten Jahren zur Freude der Stiftung sinnvoll gewachsen und zu einem abgerundeten Ganzen geworden. Es bereichert das idyllische Bergdorf Ernen am Eingang des Binntals ebenso wie die klassische Festivallandschaft der Schweiz. Zu danken ist dies auch der Stiftung Musikdorf Ernen, die seit ihrer Gründung im März 2001 die Aktivitäten in Ernen mitträgt. Sie bezweckt die Unterstützung und Förderung von klassischer Musik und damit des Vereins Musikdorf Ernen mit seinen regelmässigen Veranstaltungen wie Meisterkursen, Kammermusik, Orgel- und Orchesterkonzerten. Die Stiftung hat sich als Ergänzung zum Verein Musikdorf Ernen bewährt, möchte aber weiterwachsen, um das Ziel jeder Stiftung erreichen, von den Kapitalzinsen genügend profitieren zu können. Die Stiftung Musikdorf Ernen verfolgt ausschliesslich gemeinnützige Zwecke, wofür die Stiftungsräte Thomas Clausen (Präsident), Albert Bruno Bass, Dr. Urs Hürlimann, Ada Pesch, Dr. Franz Schmid, Dr. Oliver Schnyder und Francesco Walter garantieren. Wenn Sie die Stiftung Musikdorf Ernen bedenken möchten, dann zögern Sie nicht, Ernen dankt es Ihnen! Mit ihrem gemeinnützigen Zweck ist die Stiftung von der Steuerpflicht befreit. Wenn Sie also die Stiftung Musikdorf Ernen in Form einer Schenkung zu Lebzeiten (Legat) oder per Testament unterstützen möchten, fallen keine Schenkungsoder Erbschaftssteuern (und in der Regel auch keine kantonalen Steuern) an. Organisationen wie die Stiftung Musikdorf Ernen, mit deren Zielen und Idealen Sie sich verbunden fühlen, können Sie in Ihr Testament oder Legat einbeziehen, und Ihre Schenkung kommt vollumfänglich der Stiftung und ihren Zwecken zugute. Mit Ihrem Beitrag helfen Sie mit, das Musikdorf Ernen und seine Ideale langfristig zu sichern. Falls Sie weitere Fragen zur Stiftung Musikdorf Ernen haben, wenden Sie sich an Stiftungssekretär Francesco Walter; er gibt Ihnen gerne Auskunft.

Stiftung Musikdorf Ernen, Postfach 3, CH-3995 Ernen Tel. +41 27 971 10 00 | stiftung@musikdorf.ch Bankverbindung Stiftung Musikdorf Ernen: Walliser Kantonalbank, CH-1951 Sion Konto CH20 0076 5000 L084 1738 2 | Clearing-Nr. 765 | PCK Nr. 19-81-6 | SWIFT BCVSCH2LXXX

Allgemeine Informationen

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Daten 2019 46. Konzertsaison

Kammermusik kompakt Freitag, 28. Juni, bis Sonntag, 30. Juni: 7 Kammerkonzerte

Klavier Sonntag, 7. Juli, um 18 Uhr: Klavierrezital 1 Dienstag, 9. Juli, um 20 Uhr: Klavierrezital 2 Mittwoch, 10. Juli, um 20 Uhr: Klavierrezital 3 Freitag, 12. Juli, um 20 Uhr: Klavierrezital 4

Barock Sonntag, 14. Juli, um 18 Uhr: Barockkonzert 1 Mittwoch, 17. Juli, um 20 Uhr: Barockkonzert 2 Freitag, 19. Juli, um 20 Uhr: Barockkonzert 3 Sonntag, 21. Juli, um 18 Uhr: Jazzkonzert 1 Dienstag, 23. Juli, um 20 Uhr: Barockkonzert 4 Donnerstag, 25. Juli, um 20 Uhr: Barockkonzert 5

Literatur 20. und 21. Juli: Querlesen

Kammermusik plus Sonntag, 28. Juli, um 18 Uhr: Kammerkonzert 1 Dienstag, 30. Juli, um 20 Uhr: Orchesterkonzert 1 Freitag, 2. August, um 20 Uhr: Kammerkonzert 2 Samstag, 3. August, um 18 Uhr: Kammerkonzert 3 Sonntag, 4. August, um 18 Uhr: Jazzkonzert 2 Montag, 5. August, um 20 Uhr: Kammerkonzert 4 in Brig Mittwoch, 7. August, um 20 Uhr: Kammerkonzert 5 Freitag, 9. August, um 20 Uhr: Orchesterkonzert 2 Samstag, 10. August, um 20 Uhr: Orchesterkonzert 3 in Martigny

156

Allgemeine Informationen


Orgelrezital Freitag, 16. August, um 20 Uhr: Abschlusskonzert Meisterkurs

Klavier kompakt Freitag, 23. August, bis und Sonntag, 25. August: 5 Klavierrezitale

Newcomers Samstag, 14. September, und Sonntag, 15. September: 4 Kammerkonzerte

Seminare / Meisterkurs 6. bis 12. Juli: Biographie-Werkstatt 13. bis 20. Juli: Schreibseminar 10. bis 16. August: Meisterkurs für Orgel

Allgemeine Informationen

157


Impressum Herausgeber Verein Musikdorf Ernen, CH-3995 Ernen Telefon +41 27 971 10 00 mail@musikdorf.ch www.musikdorf.ch

Intendant Francesco Walter

Texte Rolf Grolimund Corinne Holtz Wolfgang Rathert Francesco Walter Michelle Ziegler

Korrektorat Urs Remund, Zürich

Redaktionsschluss 27. Februar 2018, Programmänderungen vorbehalten

Gestaltung Futureworks AG, Zürich

Druck Valmedia AG, CH-3930 Visp © 2018 by Verein Musikdorf Ernen

158

Allgemeine Informationen


Allgemeine Informationen

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FESTIVAL MUSIKDORF ERNEN 2018 45. Konzertsaison | In Bewegung KAMMERMUSIK KOMPAKT 29. / 30. Juni / 1. Juli 7 Kammerkonzerte  KLAVIER 7. Juli Performance für Klavier und Tanz  | 8. / 10. / 11. / 13. Juli 4 Klavierrezitale  BAROCK 15. / 18. / 20. / 24. / 26. Juli 5 Barockkonzerte |  Barockkonzerte | 21. 21. / 23. Juli Juli Tanzfilm Tanzfilm mit Livemusik   mit Livemusik   22. Juli Jazzkonzert  KAMMERMUSIK PLUS 29. Juli Chorkonzert |  2. / 4. / 6. / 8. August 5 Kammer­konzerte |  5. August Volksmusikkonzert | 31. Juli / 10. / 11. August 3 Orchesterkonzerte | KLAVIER KOMPAKT 24. / 25. / 26. August 5 Klavierrezitale  NEWCOMERS  15. und 16. Septemer 4 Kammerkonzerte Infos und Tickets: +41 27 971 10 00 oder +41 27 971 50 55 | www.musikdorf.ch

Profile for Festival Musikdorf Ernen

Musikdorf Ernen | Jahresprogramm 2018  

Das Jahresprogramm 2018 zum Thema "In Bewegung"

Musikdorf Ernen | Jahresprogramm 2018  

Das Jahresprogramm 2018 zum Thema "In Bewegung"

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