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MUSIKDORF ERNEN*JAHRESPROGRAMM 2012*

Pianissimo und fortissimo. Professionell und familiär.

MUSIKDORF ERNEN*JAH RESPROGRA MM 2012*

39. KONZERTSAISON


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Himmel und Hölle in der Musik

«Beethoven erreicht in manchen seiner Werke den Himmel, aber Mozart, der kommt von dort.» Josef Krips (1902–1974) Österreichischer Dirigent


Willkommen im Musikdorf Verehrtes Publikum, Musikdorf Ernen, das bedeutet für Sie spannende Begegnungen mit Musikerinnen und Musikern, Entdecken unbekannter und Geniessen berühmter Werke, und dies unter einem Thema, das die Festivalwochen vom «Klavier» über «Barock» bis zu «Kammermusik plus» sinnvoll miteinander verbindet. In dieser Saison haben sich die künstlerischen Leiterinnen Deirdre Dowling, Xenia Jankovic, Ada Pesch und ich für «Himmel und Hölle» entschieden, ein faszinierendes, ein inspirierendes Thema. Hölle und Feuer, Himmel und Glückseligkeit sind Parameter, die Menschen und Künstler aller Gattungen berückten, schreckten oder in Ehrfurcht erstarren liessen. In der Musik reicht das Spektrum vom barock stilisierten Affekt bis zur zeitgenössisch expressiven Bekenntnismusik, ein idealer Ansatz für unsere eigenständige Programmierung, die so vielseitig ist, dass ich hier aus über zwanzig Konzerten nur ein paar Höhepunkte hervorheben kann. Wie tragisch Teufel und Engel in der Realität nebeneinander existieren, zeigt der unter die Haut gehende Dokumentarfilm «Von der Hölle ins Paradies – oder Chopin hat mich gerettet» über Aliza Sommer-Herz (7. Juli). Die jüdische Pianistin überlebte das Nazi-Konzentrationslager Theresienstadt, in dem Juden unter unwürdigsten Bedingungen musizierten. Es versteht sich, dass in der Klavierwoche auch Werke von Chopin gewichtig vertreten sind. In der Barockmusik spielten Himmel und Hölle eine zentrale Rolle, so etwa in Händel-Opern wie «Agrippina», der Geschichte der teuflischen Mutter, die den blutrünstigen Nero auf den römischen Kaiserthron brachte (18. Juli). Laute und Harfe bilden den himmlischen Gegenpol und kommen daher prächtig zum Zug. Berühmte Werke wie die «Wassermusik» oder die Bach-Suite Nr. 1 mit ihrer duftig schwebenden Aura krönen die Barockwochen mit ihrer überschäumenden Fülle. Spannende, himmlisch-höllische Gegenüberstellungen verspricht uns «Kammermusik plus», sei es mit Haydns meditativen «Sieben letzten Worten unseres Erlösers am Kreuze», dem «Tirol Concerto» auf das Lied «Maria Hilf» des zeitgenössischen Komponisten Philip Glass (31. Juli), oder in der satzweisen Konfrontation des romantischphantasievollen Klaviertrios d-Moll von Fanny Hensel-Mendelssohn mit Galina Ustwolskajas eruptivem, raumsprengendem Duett für Cello und Klavier (2. August). Es gäbe noch so viel zu erwähnen! Am besten ist es, Sie kommen nach Ernen und wählen Ihre Favoriten aus dem reichhaltigen Angebot zu «Himmel und Hölle». Wir freuen uns auf Sie!

Francesco Walter Intendant Musikdorf Ernen


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Inhaltsverzeichnis 9 10 – 11 12 – 13 14 – 15 17

Unsere Partner und Förderer Übersicht Jahresprogramm 2012 Hölle, Himmel – und Musik Nicht anderswo, nicht jenseits Konzerteinführungen

Klavier

20 – 21 22 – 29 30 – 31

Rahmenprogramm Konzertprogramme Biographien der Solisten

Barock

34 – 49 51 – 57

Konzertprogramme Biographien der Solisten

60 – 61 62 – 81 83 – 94

Kammermusik plus Vorwort Konzertprogramme Biographien der Solisten

Literarische Veranstaltungen

98 99

Schreibseminar Querlesen

Allgemeine Informationen

102 – 103 104 – 105 107

Vorverkauf und Abendkasse Konzertbus Anreise und Unterkunft 109 Der Verein Musikdorf Ernen 111 – 115 Mitglieder Verein Musikdorf Ernen 117 Die Stiftung Musikdorf Ernen 121 Ausstellungen in Ernen 122 Impressum 123 Anmeldeformular für die Vereinsmitgliedschaft 125 Bestellkarte für Eintrittskarten und Abonnemente


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Die Loterie Romande verteilt rund 200 Millionen Franken im Jahr an die Kultur, die Sozialhilfe, den Sport und die Umwelt in der Westschweiz.

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Danke Der Verein Musikdorf Ernen dankt den nachstehenden Unternehmen und Organisationen für ihre grosszügige Unterstützung. Hauptsponsoren Groupe E SA, Provins Valais, Touring Club Suisse – Walliser Sektion

Co-Sponsoren Abegg Holding AG, EWEM AG, Gommerkraftwerke AG, Matterhorn Gotthard Bahn, Migros Kulturprozent, NOMOS Glashütte, SSE Société Suisse des Explosifs, Stadler Rail AG

Stiftungen Artephila Stiftung, Evelyn und Herbert Axelrod, Boner Stiftung für Kunst und Kultur, Ernst Göhner Stiftung, Fondation Fern Moffat, Landis & Gyr Stiftung, Sandoz Fondation de Famille, Stiftung Lyra

Öffentliche Hand Gemeinde Ernen, Kanton Wallis, Kulturkommission der Stadtgemeinde Brig-Glis, Loterie Romande

Medienpartner Kulturtipp, Radio Swiss Classic, Radio Suisse Romande Espace 2, Schweizer Radio DRS 2 Ein besonderes Dankeschön geht an Hortense Anda-Bührle und die Géza Anda-Stiftung, die seit über zehn Jahren das Musikdorf Ernen begleiten, unterstützen und grosszügig fördern. Der Verein Musikdorf Ernen dankt ebenso den Gönnerinnen und Gönnern, die nicht genannt werden möchten.

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Programmübersicht 2012 39. Konzertsaison

Jugendorchester Sonntag, 10. Juni, 18 Uhr, Konzert mit dem Orchester der Allgemeinen Musikschule Oberwallis

Klavier Samstag, 7. Juli, 20 Uhr, Von der Hölle ins Paradies Sonntag, 8. Juli, 18 Uhr, Klavierrezital 1 Montag, 9. Juli, 20 Uhr, Der Concours Géza Anda – Erbe eines Pianisten Dienstag, 10. Juli, 20 Uhr, Klavierrezital 2 Mittwoch, 11. Juli, 20 Uhr, Klavierrezital 3 Donnerstag, 12. Juli, 20 Uhr, Vortrag mit Arthur Godel Freitag, 13. Juli, 20 Uhr, Klavierrezital 4

Barock Sonntag, 15. Juli, 18 Uhr, Barockkonzert 1 Mittwoch, 18. Juli, 20 Uhr, Barockkonzert 2 Freitag, 20. Juli, 20 Uhr, Barockkonzert 3 Dienstag, 24. Juli, 20 Uhr, Barockkonzert 4 Donnerstag, 26. Juli, 20 Uhr, Barockkonzert 5

Kammermusik plus Sonntag, 29. Juli, 18 Uhr, Liederrezital Dienstag, 31. Juli, 20 Uhr, Orchesterkonzert 1 Donnerstag, 2. August, 20 Uhr, Kammerkonzert 1 Samstag, 4. August, 18 Uhr, Kammerkonzert 2 Sonntag, 5. August, 18 Uhr, Jazzkonzert Montag, 6. August, 20 Uhr, Kammerkonzert 3 in Brig Mittwoch, 8. August, 20 Uhr, Kammerkonzert 4 Donnerstag, 9. August, 20 Uhr, Kammerkonzert 5 Freitag, 10. August, 20 Uhr, Orchesterkonzert 2 Samstag, 11. August, 20 Uhr, Orchesterkonzert 3 in Martigny

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Orgelrezital Freitag, 17. August, 20 Uhr, Abschlusskonzert Meisterkurs für Orgel

Winterkonzerte Dienstag, 25. Dezember, 20 Uhr, Weihnachtskonzert Sonntag, 30. Dezember, 18 Uhr, Silvesterkonzert

Literatur 21. und 22. Juli, Querlesen

Seminare/Meisterkurse 7. bis 13. Juli, Biographie-Werkstatt 7. bis 13. Juli, Meisterkurs für Klavier und Jazzimprovisation 14. bis 21. Juli, Schreibseminar 11. bis 17. August, Meisterkurs für Orgel

Bitte beachten Sie, dass die Konzerte an Samstagen und Sonntagen   in Ernen um 18 Uhr beginnen!

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Hölle, Himmel – und Musik Die Hölle, ein Ort des Schreckens, «wo ihr [der Sünder] Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt» (Markus 9, 48, vgl. auch Jesaja 66, 24). Es scheint, als ob gerade die bildenden Künstler in der Geschichte unserer Kultur von den Höllenqualen der Verdammten besonders inspiriert worden wären. Ging es etwa darum, die grausame Gegenwart durch noch abscheulichere Vorstellungen erträglicher zu machen? Wie lustvoll hatte doch ein Hieronymus Bosch die teuflischen Quälgeister, die leidenden Sünder gemalt – auch wenn seine Bildfindungen einst zur Abschreckung und Warnung für die Lebenden gedacht waren. Oder Peter Paul Rubens: Sein «Höllensturz der Verdammten» (1620) mit den üppigen nackten Leibern, die wie ein immenser Wasserfall in den Abgrund stürzen, wirkt, als ob der Maler ihn mit der Genüsslichkeit eines modernen Katastrophenfilm-Regisseurs inszeniert hätte. Entstanden ist das grossformatige Gemälde allerdings in besonders höllischer Zeit, während des Dreissigjährigen Krieges. Beim Betrachten all der Höllendarstellungen der europäischen Kunstgeschichte bis zur Gegenwart wächst auch der Verdacht, dass die Hölle künstlerisch ein ganz diesseitiger Ort einer alle Konventionen sprengenden, lustvoll narrativen Phantasie sein könnte. Wie viel braver – langweiliger – sind die Darstellungen des Himmels oder der himmlischen Freuden, mit einer Ausnahme: Matthias Grünewald hat eine Tafel des Isenheimer Altars (1512–1516) mit der Himmelfahrt Christi als eine abstrakte und in dieser Abstraktion auch erschreckende Farbexplosion gemalt. Vielleicht befindet sich das Purgatorium nicht an einem unbekannten Ort im Jenseits, sondern an einem Ort in der vierten Dimension, in der Zeit. Vielleicht benennt das Wort «Purgatorium» diesen Moment des Erschreckens beim Erblicken des Lichts im Augenblick des Todes, den Punkt des Übergangs in die Zeitlosigkeit. Es ist die Ahnung dieses Erschreckens, das wir in Mozarts c-Moll-Messe hören, wenn er am Ende des «Gloria» dem Heiligen Geist und der Herrlichkeit Gottes durchaus auch etwas unterschwellig Dämonisches gibt («Cum Sancto Spiritu»), das Purgatorium als ein Punkt auf dem Zeitstrahl, wo die Mauer zu einem andern Raum durchbrochen wird, der Himmel als ein Zustand der Zeitlosigkeit und die wahre Hölle als der unabänderliche Lauf der Zeit in der realen Welt. Der Realismus, mit welchem Matthias Grünewald auf einer andern Tafel den hängenden Christus mit seinem ausgekugelten Schultergelenk am sich unter dem Gewicht biegenden Kreuzbalken gemalt hat, das wäre ein Bild der Hölle, ganz gegenwärtig, das Leiden im Diesseits. Oder dann das endlose, figurierte Vorwärtsmarschieren oder -tanzen in einigen Sätzen in den Sinfonien Gustav Mahlers, durchaus realistisch mit mu12

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sikalisch benennenden, ironischen Anspielungen an Triviales komponiert. Da quält sich der Komponist mit den Umtrieben des Weltlaufs, um dann plötzlich in diesen anderen, gleichsam zeitlosen Raum zu blicken, den er als nun beinahe sentimentale Idylle mit Herdenglocken und Naturlauten erklingen lässt, so etwa in der sechsten und siebten Sinfonie oder im berühmten Posthorn-Scherzo der Dritten: Himmel und Hölle wie im Kino, direkt nebeneinander montiert. Auch bei Dmitri Schostakowitsch: Wenn in seinen Sinfoniesätzen grotesk das Xylophon zu spielen beginnt, klappern die Knochen, und wir sind mitten in der Hölle seiner Gegenwart. Was er unter Stalin erlebt hat, können wir uns, die wir das Glück hatten, nie in einer Diktatur gelebt haben zu müssen, nicht vorstellen. Doch gibt es auch bei Schostakowitsch Momente, wo statt des Xylophons die Celesta (welch ein Name für ein Instrument!) spielt, etwa am Schluss der Vierten. Da entstehen durchaus «himmlische» Längen, entsteht das Erlebnis von Zeitlosigkeit, ein Erleben, in das uns Franz Schubert eingeführt hat: Die Zeit vergeht anders bei «himmlischen» musikalischen Stellen, die uns berühren; sie lehren uns mehr über den Kern des Lebens und Sterbens als alle Religion und Philosophie. Damit könnten wir doch versuchen, «Hölle» und «Himmel» im abstrakten, wortlosen musikalischen Denken zu suchen, in welchem Komponisten ihre Vorstellungen entwickeln, im Umgang mit Zeit. Da gibt es einerseits die musikalische Bewegung, die vorwärtsdrängt, gleichsam eine «Geschichte» erzählt, sich entwickelt, ein dramatisches oder narratives Wollen der Musik. Und da gibt es den Stillstand in Klängen, die keine Entwicklung mehr haben müssen, in Klängen, die einfach da sind, wie als Tatsachen in einem anderen Raum. Etwa in diesen Zonen bei Schubert oder Bruckner, wo sich einfach nur Klang ausbreitet. Dann in diesen gleichsam unendlichen Stücken in Olivier Messiaens «Quatuor pour la fin du temps» (in der Hölle von 1940/1941 im deutschen Kriegsgefangenenlager Görlitz entstanden): die «Louange à l’éternité de Jésus» und die «Louange à l’immortalité de Jésus». Später bei Morton Feldman, wo die Musik keinen Anfang und kein Ende mehr haben muss, wo sich die musikalischen Texturen wie von selber weben und einen vergessen lassen, dass dabei Zeit vergeht. Oder im Spätwerk von John Cage. Das Wissen um die Endlichkeit einer Bewegung und die Ahnung eines Unendlichen: Franz Schubert, Anton Bruckner, Gustav Mahler, Olivier Messiaen, Morton Feldman, aber auch Franz Liszt, Jean Sibelius, Dmitri Schostakowitsch, Galina Ustwolskaja, Alfred Schnittke, John Cage – vielleicht sind es diejenigen Komponistinnen und Komponisten, die genau spürten, wie verschieden die Zeit vergeht, und die uns am ehesten von dieser «Mischung aus Verlust und Unendlichkeit» (E. M. Cioran) berichten können. Alfred Zimmerlin Einleitung

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Nicht anderswo, nicht jenseits Einst scheint Einigkeit über die Vorstellung von Himmel und Hölle geherrscht zu haben. Wenn wir etwas darüber erfahren wollen, müssen wir uns an die alten Meister halten. Blicken wir also zurück, weniger mit den Augen des Religionswissenschafters (der ich nicht bin) als mit denen des Laien, der schon als Kind an die Überzeugungskraft der Bilder glaubte. Manche Religionen sehen die Hölle als ewig, andere als überwindbar. Wieder andere haben eine dritte Abteilung – das Fegefeuer – hinzugefügt; dieses verlässt jeder über kurz oder lang, nachdem er für seine Sünden mit körperlicher Pein bezahlt hat. Am Ende kommt er heil davon. Im Himmel trägt keiner Wunden zur Schau. Trotz allen Unterschieden der Religionen und Anschauungen gibt es aber wohl mehr Übereinstimmungen und Konstanten. Vor allem die, dass es dort, wo man eigentlich auf ewig frieren müsste, unsäglich heiss ist. Allen Höllen, die wir seit der Antike kennen – oder seitdem die Antike im Mittelalter ihre Gestaltung durch bedeutende Maler fand –, ist die Hitze eigentümlich. Hitze, Glut und Lavastrom, feuerspeiende Drachen und brodelnde Töpfe, Ungeheuer und -geziefer; wirkungsvoll vermitteln uns diese Qualen, Schrecken und Abnormitäten ein Gefühl für das, was den Sünder erwartet. Der Künstler war hier Prophet und Seher wie der Geistliche auf der Kanzel; sie wollten mehr gesehen haben als die Gemeinde. Während die Breughelschen und Boschschen Ungeheuer Ausgeburten menschlicher Phantasie und Träume waren, liess sich das Feuer als Bedrohung durch die alltägliche Erfahrung des Menschen im Mittelalter erklären. Ständig war dessen Wohnung durch jenes Element bedroht, das zugleich sein Leben sicherte: durch das Feuer im Herd, das Tag und Nacht in Gang gehalten werden musste. Die Quelle, die das Überleben sicherte, Flamme und Glut, ohne die das ungeniessbare Rohe nicht hätte gegessen werden können, konnte im Handumdrehen Ursache vollständiger Verwüstung werden. Nicht nur durch Erdbeben provozierte Feuerbrünste, auch gewöhnliche Kamin- oder Herdbrände und Funkenflug zerstörten ganze Dörfer, Viertel und Städte. Das Feuer war ein ständiger Begleiter, im Guten wie im Schlechten. Der Mensch kannte dessen Macht. Ein grosses Feuer war nicht zu löschen. Das Feuer der Hölle schon gar nicht. In den Höllendarstellungen brennt an allen Ecken und Enden Feuer, aber verbranntes Fleisch und Asche fehlen. Man sieht zwar, wer der Höllenglut überantwortet wird, doch wie er daraus hervorgeht, entzieht sich unserem Blick. Statt Aschehaufen intakte, oft nackte Leiber, die dem Feuer – noch – trotzen oder gerade übergeben werden. Hat man deshalb auf sie verzichtet, weil Asche nicht mehr leidet, Materie ist, die nicht von Qual und Strafe Zeugnis ablegen kann? Weniger Fragen bleiben bezüglich des Himmels offen; wir glauben ihn besser zu kennen. Harfen, Engel, Posaunen, Wolken, Vergessen, Verzeihung, Halleluja und 14

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Glückseligkeit, all das ist schon Kindern zugänglicher als die Hölle. Der Himmel ist schön und – auch dies längst ein Gemeinplatz – ein wenig langweilig. Den Mephisto zu mimen – wahlweise Hitler – ist ja für einen Schauspieler auch interessanter als den Faust – wahlweise Albert Schweitzer – zu spielen. Der Himmel ist wattig, etwas öde, ewiger Tag, Schäfchenwolken. Hätte er die Hölle nicht zum Antipoden, den Antichrist nicht in der Antichambre gehabt, wäre der Ehrgeiz, im Himmel eingelassen zu werden, nachdem man gegen jenen gekämpft hatte, wohl geringer gewesen. Der Himmel ist eine christliche Erfindung, die auf die griechische Vorstellung vom Sitz der Götter auf dem Olymp zurückgeht. Während im islamischen Djanna (Garten) die Auserwählten (Männer) von schönen Frauen, jungen Knaben und Sklaven bedient werden, also erotische Erfüllung in Aussicht gestellt wird, herrscht im christlichen Himmel eine Glückseligkeit, die des Eros enträt. Asexualität ist das Gebot der ungezählten Stunden; die (männlichen) Engel sind in Gewänder gehüllt, nicht Hüllen fallen, sondern Falten, Frauen sind nicht in Sicht, die feisten Putten sind Stoff für Ammen. Der christliche Himmel ist die der Sinnlichkeit beraubte Form des Paradieses. Hier lockt nicht Sünde, droht nicht Strafe. Im Himmel herrscht bestenfalls die zur Selbstgerechtigkeit neigende Überheblichkeit des Frömmlers (den man doch lieber in der Hölle schmoren sähe). Dennoch dürften sich Höllen- und Himmelsdarstellungen quantitativ nicht nur in der Malerei die Waage halten, auch in der Musik und Literatur. Was die Qualität angeht, neigt die Darstellung der Hölle wohl eher zur Vielfalt. Doch je fremder uns die Vorstellung einer jenseitigen Zukunft an einem dieser beiden Ort wurde, desto bedeutungsloser wurde sie es in der Malerei, der Literatur und der Musik; Sartre war einer der letzten, die die Hölle zum Ort einer Dramenhandlung machten (ein deutlicher Rückschritt gegenüber Lubitsch, dem die Vorstellung von Himmel und Hölle in «Heaven can wait» nur noch zur Komödie diente); daher der Satz «L’enfer c’est les autres» (viel mehr blieb von seinem Stück «Huis clos» nicht übrig.) Das Feuer – tonnenweise menschliche Asche hinterlassend – ist in den letzten hundert Jahren auf so unvorstellbar reale Art und Weise über die Erde hinweggefegt, dass sie jede Vorstellung der Hölle und erst recht jeden Glauben an den Himmel fast vollständig ausgelöscht hat. Die Hölle ist auf Erden, nicht anderswo, nicht jenseits. Dass Himmel und Hölle zu einer Einheit zusammengeschmolzen waren, bezeugten die utopistischen Ideologien des 20. Jahrhunderts und ihre Folgen unwiderlegbar. Was bleibt uns Zeitgenossen an Himmel und Hölle? Persönliches Glück, persönliches Unglück, Freude und Leid, Gesundheit und Krankheit. Himmel und Hölle sind auf die Grösse individueller Erfahrungen geschrumpft und haben längst andere Namen angenommen. Unter Pseudonymen sind sie auf die Erde zurückgekehrt, im Himmel und in der Hölle wird man sie vergeblich suchen. 

Alain Claude Sulzer

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Konzerteinführungen Als Einstimmung auf die Sommerkonzerte begrüssen Arthur Godel, Florian Hauser und Rolf Grolimund zu anschaulichen und informativen Einführungen in ausgewählte Werke der Konzertprogramme. Verschiedene Aspekte kommen dabei zur Sprache, wie etwa das Besondere eines musikalischen Stils oder biographische und zeitgeschichtliche Hintergründe, die bei der Annäherung an ein Werk hilfreich sein können. Die vorgestellten Werke werden mit Musik- und Notenbeispielen ins Gesamtschaffen der Komponistinnen und Komponisten eingebettet und in Beziehung gesetzt zu Tradition und Inspirationsquellen. Die Konzerteinführungen finden im Tellenhaus in Ernen statt. Die Konzertkarte berechtigt zum freien Eintritt. Überblick über die Konzerteinführungen:

Klavierwoche mit Arthur Godel Dienstag, 10. Juli 2012, 19 Uhr Mittwoch, 11. Juli 2012, 19 Uhr Freitag, 13. Juli 2012, 19 Uhr

Barockkonzerte mit Florian Hauser Sonntag, 15. Juli 2012, 17 Uhr Mittwoch, 18. Juli 2012, 19 Uhr Freitag, 20. Juli 2012, 19 Uhr Dienstag, 24. Juli 2012, 19 Uhr Donnerstag, 26. Juli 2012, 19 Uhr

Kammermusik plus mit Rolf Grolimund Sonntag, 29. Juli 2012, 17 Uhr Dienstag, 31. Juli 2012, 19 Uhr Donnerstag, 2. August 2012, 19 Uhr Samstag, 4. August 2012, 17 Uhr Mittwoch, 8. August 2012, 19 Uhr

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Klavier * 7.– 13. Juli 2012*


Rahmenprogramm Klavierwoche Von der Hölle ins Paradies – oder Chopin hat mich gerettet Ein Dokumentarfilm von Michael Teutsch Samstag, 7. Juli 2012, 20 Uhr, Tellenhaus Der Dokumentarfilm «Von der Hölle ins Paradies» erzählt die Lebensgeschichte der Pianistin Aliza Sommer-Herz. Als der Film 2005 gedreht wurde, war die Pianistin einhundertundeins Jahre alt. Sie erlebte beide Weltkriege, Inflation, Holocaust, Befreiung, Kommunismus, Emigration und den Aufbau Israels – Lebensstationen einer Jahrhundertzeugin und Kosmopolitin. Aliza Sommer-Herz war in den dreissiger Jahren eine gefeierte Pianistin und gab zahlreiche Konzerte in den Grossstädten Europas. Die Musik half ihr, das Ghetto von Theresienstadt zu überleben und den Verlust ihres Mannes, ihrer Mutter, fast ihrer ganzen Familie zu ertragen. Michael Teutsch hat nicht nur einen wunderbar einfühlsamen Film über die kosmopolitische Jahrhundertzeugin gemacht, sondern auch ein wichtiges Dokument gegen das Vergessen unserer eigenen Geschichte – am Beispiel des mutmachenden Lebens von Aliza Sommer-Herz. Der Dokumentarfilm dauert 75 Minuten. Der Eintritt ist frei.

Der Concours Géza Anda – Erbe eines Pianisten Ein Dokumentarfilm von Jörg Lohner Montag, 9. Juli 2012, 20 Uhr, Tellenhaus 1979 rief Hortense Anda-Bührle den Concours Géza Anda ins Leben, um den pianistischen Nachwuchs im musikalischen Geiste ihres 1976 verstorbenen Mannes gezielt und nachhaltig zu fördern. Wer den Concours Géza Anda gewinnt, darf sich über den Sieg in einem künstlerisch und technisch höchst anspruchsvollen, weltweit anerkannten Klavierwettbewerb freuen. Darüber hinaus können die Gewinner mit der umsichtigen Begleitung durch die Géza-Anda-Stiftung ins anforderungsreiche Konzertleben rechnen. Der Film – mehrheitlich in Ernen gedreht – porträtiert die Géza-AndaGewinner Pietro De Maria, Filippo Gamba, Jinsang Lee und Alexei Volodin und zeigt die Wege auf, die sie nach ihrem ersten Preis in Zürich eingeschlagen haben. Der Dokumentarfilm dauert 45 Minuten. Der Eintritt ist frei. 20

Klavier


Diktat und Freiheit: Russische Verhältnisse 1900–1970 Am Beispiel der Komponisten Skrjabin, Prokofjew und Schnittke Vortrag mit Arthur Godel Donnerstag, 12. Juli 2012, 20 Uhr, Tellenhaus Die russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts mussten durch eine «Hölle» des Parteidiktats. Stalin und seine Genossen wollten ihnen einen massentauglichen Stil aufzwingen. Wie unter lebensbedrohenden Verhältnissen die künstlerische Freiheit, ohne die kein wahres Werk entstehen kann, bewahren? Es blieb als Ausweg die innere und äussere Emigration, aber auch ein Schwanken von Werk zu Werk zwischen Fortschritt und Anpassung. Ausgehend von drei russischen Werken im Programm der diesjährigen Erner Klavierwoche, skizziert Arthur Godel 70 Jahre russische Kultur- und Musikgeschichte. Die Ausschnitte aus den Werken spielen Anna Fedorova, Pietro De Maria und Jinsang Lee. Der Vortrag dauert etwa 90 Minuten. Der Eintritt ist frei.

Konzerteinführungen Dienstag, 10. Juli 2012, 19 Uhr Mittwoch, 11. Juli 2012, 19 Uhr Freitag, 13. Juli 2012, 19 Uhr Für die Rezitals 2–4 gibt es jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn im Tellenhaus eine musikalische Vorschau. Einzelne Werke des Abendprogramms werden kurz erläutert, in ihr historisches Umfeld gestellt und in Ausschnitten vorgeführt. Pietro De Maria, Jinsang Lee und Anna Fedorova spielen markante Schlüsselstellen, Arthur Godel porträtiert die Komponisten und ihren Stil. – Die ideale Einstimmung auf das anschliessende Konzert, ein Schlüssel zum besseren Verständnis und intensiveren Genuss. Die Einführungen dauern etwa 30 Minuten. Der Eintritt ist frei.

Arthur Godel leitete von 1995 bis 2008 das Radiokulturprogramm DRS 2. Er hat Musik (Violine) und Musikwissenschaft studiert und mit einer Untersuchung über den kompositorischen Prozess bei Schubert promoviert. Seit 1976 arbeitete er als Redaktor bei Radio DRS. Daneben unterrichtete er jahrelang an der Universität Zürich musikalische Analyse und an der Musikhochschule Zürich Musikgeschichte. Arthur Godel publiziert und hält regelmässig Vorträge zu musikalischen und literarischen Themen.

Klavier

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Himmel und Hölle – von C-Dur nach Cis-Dur Im C-Dur-«Himmel» eines Bach-Präludiums, zu dem später Gounod sein «Ave Maria» phantasierte, beginnt es, durch die wehmütigen Heimwehgärten der Chopinschen Mazurken irrt es, mitten im Zweiten Weltkrieg und in Stalins Russland endet es. Wenn das nicht ein Gang vom Himmel in die Hölle ist! Musik umspannt das ganze existentielle Spektrum und überschreitet es sogar gelegentlich. Mit einer Systematik, die der göttlichen Ordnung abgeschaut scheint, erkundet Johann Sebastian Bach in seinem «Wohltemperierten Klavier» alle 24 Tonarten; jede erschliesst einen neuen Ausdrucksbereich. Werckmeister, ein kluger Kopf, hatte herausgefunden, wie sich Tasteninstrumente «temperiert» stimmen lassen, so dass alle Tonarten mehr oder weniger rein gespielt werden können. Cis-Dur, sieben Kreuze, zum Beispiel klang ohne diese Korrektur teuflisch falsch; jetzt konnte Bach in Cis-Dur ein heiteres zweistimmiges Präludium schreiben und überhaupt seine harmonische Phantasie auch innerhalb einzelner Sätze in entlegene Regionen ausschweifen lassen. Es stand ihm das ganze harmonische Universum zur Verfügung. Im Präludium erkundete er es gleichsam frei improvisierend, in der Fuge bildete er seine inneren Ordnungsprinzipien ab. Frédéric Chopin war ein Bewunderer dieser Bachschen Präludien und ihrer harmonischen Freiheiten. Sie ermutigten ihn zu eigenen harmonischen Farbsuchen. In den Mazurken, diesen aus einem polnischen Volkstanz geborenen poetischen Kleinodien, findet Chopin vor allem auch dunkle, spannungsvolle Harmonieverbindungen; sie geben seinem Heimatgefühl Ausdruck. In den Pariser Salons sehnte sich der Pole Chopin nach seiner Heimat zurück. 58 Mazurken hat er geschrieben. Von seinen Anfängen bis zu seinen letzten Tagen liess diese Tanzfigur ihn von Lebensleid und Lebensfreud, von Arm in Arm, von Sehnsucht und Jugend träumen, von einem verlorenen Himmel, dem Himmel seiner Jugend über Polen. Alle schönen Träume zerbrachen im Zweiten Weltkrieg und in Stalins Russland. Sergei Prokofjew versuchte sich nach der Rückkehr in seine Heimat mit der kommunistischen Ästhetik zu arrangieren, geriet aber immer mehr unter Druck, eine massentaugliche Musik zu schreiben. Diese künstlerisch und menschlich schwierige Situation verschärfte sich in den Jahren des Zweiten Weltkriegs. Er gab seinen Ängsten und den Bedrohungen in einer dissonant geschärften Sprache Ausdruck; sie missfiel den Ideologen und führte zu Verwarnungen. Die mittlere seiner drei sogenannten Kriegssonaten, in der Evakuation 1942 in Tiflis vollendet, flieht in eine Art resignierte Innerlichkeit und gibt der Unruhe (Vortragsbezeichnung «inquieto») einen eher stillen, melancholischen Ausdruck. Im berührenden Mittelsatz wird zunächst ein innerer Friede gefunden, den jedoch Interventionen («caloroso»/«stürmisch») empfindlich stören. Der letzte Satz stürzt sich («precipitato») mit jazzigem Swing in eine künstliche Heiterkeit. Hier, wie im ersten Satz, parodiert Prokofjew aufgekratzte Lieder der jungen «Pioniere», ohne dass die Betroffenen es bemerkten. Die Sonate erhielt den Stalinpreis, was einmal mehr zeigt, wie dumm und taub Teufel sein können.  Arthur Godel 22

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8.JULI* Klavierrezital 1 mit Pietro De Maria Sonntag, 8. Juli 2012, 18 Uhr, Kirche Ernen Um 16.00 Uhr: Generalversammlung des Vereins Musikdorf Ernen im Tellenhaus

Johann Sebastian Bach 1685–1750 Präludium und Fuge Nr. 1 C-Dur BWV 846 Präludium und Fuge Nr. 3 Cis-Dur BWV 848 Präludium und Fuge Nr. 11 F-Dur BWV 856 Präludium und Fuge Nr. 12 f-Moll BWV 857 aus «Das Wohltemperierte Klavier 1» Frédéric Chopin 1810–1849 Mazurka f-Moll op. 7 Nr. 3 Mazurka C-Dur op. 24 Nr. 2 Mazurka As-Dur op. 50 Nr. 2 Mazurka C-Dur op. 56 Nr. 2 Mazurka a-Moll op. 67 Nr. 4 Scherzo b-Moll op. 31 Nr. 2 Pause Johann Sebastian Bach Präludium und Fuge Nr. 4 cis-Moll BWV 849 Präludium und Fuge Nr. 13 Fis-Dur BWV 858 Präludium und Fuge Nr. 15 G-Dur BWV 860 Präludium und Fuge Nr. 22 b-Moll BWV 867 aus «Das Wohltemperierte Klavier 1» Sergei Prokofjew 1891–1953 Klaviersonate Nr. 7 B-Dur op. 83 Allegro inquieto Andante caloroso Precipitato Klavier

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250 Jahre Klaviergeschichte Zweihundertfünfzig Jahre Klaviergeschichte von Scarlatti bis Schnittke, Werke aus der Hand von Komponisten, die auch Pianisten waren, die vom Klavier her kamen, vom Klavier her dachten. Domenico Scarlatti, der Neapolitaner, der Anfang des 18. Jahrhunderts seine Karriere am portugiesischen und am spanischen Hof machte, spielte schon als Knabe so gut, dass ein spanischer Reisender berichtet, ihm sei gewesen, als ob zehnmal hundert Teufel am Cembalo gesessen wären, nie zuvor hätte er ein derart hinreissendes Spiel gehört. Ähnlich wie später bei Chopin kreiste das ganze musikalische Denken und Erfinden Scarlattis um sein Instrument. In 550 einsätzigen Sonaten entwarf er ein stupendes Panoptikum instrumentaler und expressiver Möglichkeiten. Die beiden ausgewählten Nummern zeigen die filigrane, durchsichtige Zeichnung Scarlattis, einmal melancholisch versonnen, einmal heiter aufgeweckt. Alfred Schnittkes «Improvisation und Fuge» von 1965, zeitlich am anderen Ende dieser kleinen «Klaviergeschichte», wurde für den Tschaikowsky-Wettbewerb als Pflichtstück geschrieben. Der Jury missfiel wohl die strenge Zwölftontechnik, und so kam das Stück erst 1975 durch Wladimir Krainew in Moskau zur Uraufführung. Der Anfang des Stücks ist ein rhythmischer Kanon, bei dem jeder neue Akkord auch all die Töne enthält, die zuvor erklungen waren. Am Ende der Fuge erklingen diese geballten Akkorde dann als Klangcluster nochmals. Das erste Thema der Fuge klingt rhythmisch wie eine Rumba, das zweite ist im Stil einer Bachschen Toccata gehalten. Stilkombinationen werden Schnittke ein Leben lang faszinieren. Leicht, durchsichtig und elegant kommt dieses Zwölftonstück daher, ohne scharfe Dissonanzen und so fein gezeichnet, als wär’s eine Sonate von Scarlatti. Mit Sergei Rachmaninow wird es vollgriffiger. Wir gehen in der russischen Klaviergeschichte eine Generation zurück zu einem Pianisten, der auf seinem Instrument, aber auch als Komponist und Dirigent Weltkarriere gemacht hat. Die kommunistische Machtübernahme zwang ihn zu seinem grossen Leid ins Exil. In Hertenstein am Vierwaldstättersee, wo er ab 1930 wohnte, erschreckte er die Schweizer mit seinen wilden, sonntäglichen Motorbootfahrten. Die Präludien opus 23 entstanden 1901, in einer Zeit, als Rachmaninow mit Depressionen zu kämpfen hatte, die Präludien opus 32 im Jahr 1910 nach einer Amerikatournee, auf der Rachmaninow die Neue Welt mit seiner exorbitanten Virtuosität in Erstaunen gesetzt hatte. Frédéric Chopin und Franz Liszt schliesslich, die grossen Klavierpoeten des 19. Jahrhunderts, beide begnadete Interpreten, beide Pioniere der Klaviersprache. Gleichzeitig mit der Weiterentwicklung des Instruments durch Klavierbauer wie Erard, Boisselot und Bechstein erweiterten sie die Spiel- und Ausdrucksmöglichkeiten auf den 88 Tasten ins fast Unermessliche; doch Technik war für sie nie Selbstzweck. In den Ungarischen Rhapsodien von Liszt sollte sie ein ganzes Zigeunerorchester einfangen; in Chopins Etüden erschloss das Einüben neuer Techniken neue Paradiese des pianistischen Ausdrucks. Gewidmet hat Chopin die Etüden opus 25 von 1837 der Lebensgefährtin von Liszt, Marie d’Agoult.  Arthur Godel 24

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10.JULI* Klavierrezital 2 mit Anna Fedorova Dienstag, 10. Juli 2012, 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Domenico Scarlatti 1685–1757 Sonate d-Moll K 213 Sonate E-Dur K 20 Alfred Schnittke 1935–1998 Improvisation und Fuge (1965) Sergei Rachmaninow 1873–1943 Präludium op. 32 Nr. 5 Präludium op. 32 Nr. 6 Präludium op. 32 Nr. 12 Präludium op. 23 Nr. 1 Präludium op. 23 Nr. 2 Franz Liszt 1811–1886 Ungarische Rhapsodie Nr. 6 Pause Frédéric Chopin 1810–1849 Etude h-Moll op. 25 Nr. 10 Etude a-Moll op. 25 Nr. 11 Frédéric Chopin Klaviersonate h-Moll Nr. 3 op. 58 Allegro maestoso Scherzo. Molto vivace Largo Finale. Presto ma non tanto

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Unvorhersehbare Ekstasen Alle vier Komponisten spielten Klavier, mehr oder weniger gut. Beethoven zertrümmerte mehrere Instrumente, da sie seinem Furor nicht standhielten. Schubert kam mit den feinen Streicher-Graf-Flügeln seiner Zeit sehr gut zurecht, aber wenn es stürmisch zuging wie in der «Wandererfantasie», da sollen seine Finger nicht immer mitgekommen sein. Ähnliches gibt es weder von Skrjabin noch von Liszt zu berichten. Beide schienen auf dem Instrument keine Grenzen zu kennen, beide versuchten es im wahrsten Sinn des Wortes, spielend und komponierend zu «transzendieren». Wenn es um einen Pakt mit dem Teufel geht, dann ist auch pianistisch die Hölle los. Nicht weniger als vier Konzertwalzer hat Franz Liszt dem Mephisto gewidmet, den er von seiner «Faust»-Lektüre her als die dämonische Kraft par excellence kannte. Im ersten Mephisto-Walzer geht er allerdings von einem Gedicht von Lenau aus. Faust und Mephisto betreten eine Dorfschenke, wo gerade eine Hochzeitsfeier stattfindet. Mephisto nimmt sich eine Geige von einem der Bauern, stimmt sie (am Anfang durch Quinten dargestellt) und spielt einen wilden Tanz. Als Alexander Skrjabin in die Paradiese der Theosophie und des poetischen Symbolismus eintauchte, faszinierte ihn die Religiosität des späten Liszt. Von Wagner und Nietzsche inspiriert, suchte er schliesslich nach einer Kunst, die zum mystischen Gesamtkunstwerk und Erleuchtungserlebnis für die ganze Menschheit werden könnte. Gleichzeitig mit seinem «Poème de l’extase» entwarf er 1907 seine fünfte Klaviersonate und notierte dazu: «Ich rufe euch ins Leben, ihr geheimnisvollen Kräfte… ihr ängstlichen Schatten des Lebens, euch bringe ich Kühnheit.» Die Sonate ist in einem Satz, die Themen wachsen wie Pflanzen im Urwald auseinander hervor, sich aneinanderschmiegend, die Tonalitäten wuchern wagnerisch ohne festen Grund. Die lebensbejahenden Motive «Kühnheit» und «Lebenserweckung» führen in einer Schlussekstase zum endgültigen Durchbruch der «verborgenen Kräfte» und des «Schöpfergeistes». Musik, die sich als klanggewordene Philosophie versteht. Franz Schuberts Impromptus von 1827 entstanden in seinem vorletzten Lebensjahr, im Jahr der «Winterreise», deren innere Unruhe in den beiden f-Moll Stücken zu spüren ist. Die beiden Mittelstücke dagegen gehören zu dem, was man Schuberts «Himmel» nennen könnte, diese wunderbare Sphäre des Losgelösten, des Schwebenden. Es ist aber nie ein ungetrübtes Glück, Molltöne mischen sich ein, Schatten schweben durch das Licht, unvorhersehbar, wie die Bezeichnung «impromptu» andeutet. «Sturm»-Sonate wurde sie genannt, die siebzehnte Sonate in d-Moll von Ludwig van Beethoven. Es ist ein Sturm des Aufbegehrens gegen die Konvention. Welche Sonate beginnt schon mit einem lockeren Arpeggio-Akkord, um dann unvermittelt voranzustürzen? Welche Sonate vor Beethoven stellt so alles in Frage wie hier im ersten Satz, wo sie mitten im «Sturm» den Gang der Welt anhält und die Hand gleichsam ins Leere greift? Durch diese Sonate weht der revolutionäre Geist der komponierenden Phantasie, der sich für alle Menschen eine neue Freiheit wünscht.  Arthur Godel

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11.JULI* Klavierrezital 3 mit Jinsang Lee Mittwoch, 11. Juli 2012, 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Franz Schubert 1797–1828 Vier Impromptus op. 142 D 935 Nr. 1 f-Moll: Allegro moderato Nr. 2 As-Dur: Allegretto Nr. 3 B-Dur: Thema mit Variationen Nr. 4 f-Moll: Allegro scherzando Pause Ludwig van Beethoven 1770–1827 Klaviersonate d-Moll Nr. 17 op. 31 Nr. 2 Largo – Allegro Adagio Allegretto Alexander Skrjabin 1872–1915 Klaviersonate Nr. 5 Fis-Dur op. 53 Allegro. Impetuoso. Con stravaganza Franz Liszt 1811–1886 Mephisto-Walzer Nr. 1

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Stürme Stürme unterschiedlicher Provenienz fegen durch dieses Programm: ein Gewittersturm auf dem Land, das Brausen des Jüngsten Gerichts und pianistische Tornados. Zu den beliebtesten Zugabestücken von Franz Liszt gehörte seine eigene Klaviertranskription der Sturmmusik aus Ludwig van Beethovens «Pastoral»-Sinfonie. Hier trat der Virtuose Liszt gleichsam als Donnergott auf und konnte zeigen, was alles in einem robusten Konzertflügel steckt und wie ein einziger Mann die Wirkung eines ganzen Orchesters hervorruft. Liszts grosser Respekt vor Beethoven hielt ihn jedoch bei der Klaviertranskription aller neun Sinfonien davon ab, Beethovens Musik auch nur eine Note beizufügen. «Klavierpartituren» nannte er seine Transkription aller Beethoven-Sinfonien, und er legte sie mit äusserster Sorgfalt an, um das Original so transparent und so exakt wie möglich auf dem Klavier abzubilden. Uns Hörern eröffnete er so nochmals einen neuen Zugang zu den (allzu) bekannten Werken. «Dies irae», Tag des Zorns, dieser mittelalterliche Endzeithymnus wurde später in die katholische Totenmesse aufgenommen. Von hier kennen wir das schauerliche Dröhnen der Posaunen des Jüngsten Gerichts, etwa in der Version von Mozart, Verdi und Berlioz. Noch bevor Liszt zum Abbé wurde, das heisst in Rom die niederen Priesterweihen empfing, schrieb er einen Totentanz auf das Motiv des «Dies irae», den wir in der ersten Fassung für Klavier allein hören (es folgte später eine Orchesterversion). Als 1874 ein Freund von Liszt, Camille Saint-Saëns, eine «Danse macabre» für Orchester (mit einer Solovioline) veröffentlichte, fertigte Liszt eine Fassung für Klavier allein an, was zur weiteren Verbreitung des Stücks beitrug. Allerdings war diese Fassung nichts für die höhere Tochter, sondern setzte das virtuose Handwerk der obersten Klasse voraus, was den Pianisten Horowitz reizte, eine noch mehr gepfefferte Fassung als Zugabestück zu präparieren, und in dieser Fassung wird Konstantin Scherbakov das Stück vortragen. Der Tod tritt bei Saint-Saëns als höhnischer Teufel auf, der mit uns in die Hölle walzert; doch sein Triumphgeheul zerstiebt beim ersten Hahnenschrei. Auch durch die zweite Klaviersonate des Russen Nikolai Miaskowski spukt das «Dies irae»-Motiv und kennzeichnet den depressiven Grundzug des Werks. Miaskowski, Zeitgenosse von Prokofjew und Schostakowitsch und von vergleichbarer musikalischer Statur, wurde durch die Turbulenzen des kommunistischen Regimes noch stärker in den Schatten gedrängt als seine Zeitgenossen, auch wenn sie alle unter Stalins fortschrittsfeindlicher Diktatur zu leiden hatten. Die Schwermut in vielen Werken von Miaskowski reflektiert die «höllischen» Verhältnisse im Russland nach der Oktoberrevolution und zu Stalins Zeit. Der introvertierte und selbstkritische Miaskowski fand Halt in der Musik und versuchte in der Überarbeitung früherer Werke (auch der zweiten Klaviersonate) zu immer mehr Klarheit des Ausdrucks zu kommen und zu einer direkten Kommunikation mit dem Hörer.  Arthur Godel

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13.JULI* Klavierrezital 4 mit Konstantin Scherbakov Freitag, 13. Juli 2012, 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Ludwig van Beethoven 1770–1827 Sinfonie Nr. 6 «Pastorale» op. 68 Transkription für Klavier von Franz Liszt Pause Franz Liszt 1811–1886 «Totentanz» Version für Klavier solo Nikolai Miaskowski 1881–1950 Klaviersonate Nr. 2 fis-Moll op. 13 Camille Saint-Saëns 1835–1921 Danse macabre op. 40 Transkription für Klavier von Franz Liszt und in einer Bearbeitung von Vladimir Horowitz

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Pietro   De Maria, Klavier

Nach der Auszeichnung mit dem Kritikerpreis 1990 beim Moskauer TschaikowskyWettbewerb gewann Pietro De Maria erste Preise bei renommierten Klavierwettbewerben wie 1990 beim Dino-CianiWettbewerb an der Mailänder Scala und 1994 beim Concours Géza Anda in Zürich. 1997 wurde ihm in Hamburg ausserdem der Mendelssohn-Preis verliehen. Pietro De Maria konzertiert regelmässig in Europa und Übersee und spielte mit namhaften Orchestern unter Leitung von Gary Bertini, Myung-Whun Chung, Vladimir Fedoseyev, Alan Gilbert, Eliahu Inbal, Marek Janowski, Fabio Luisi, Daniele Gatti, Ton Koopman, Ingo Metzmacher, Gianandrea Noseda und Sándor Végh. In Venedig geboren, studierte er am dortigen Konservatorium bei Giorgio Vianello und Gino Gorini und bildete sich später in der Meisterklasse von Prof. Maria Tipo am Genfer Konservatorium weiter aus. Heute unterrichtet er an der Scuola di Fiesole und an der Sommer-Klavierakademie in Samaden. Unter seinen Aufnahmen befinden sich drei Sonaten von Clementi, eine Live-Einspielung seines Rezitals beim Miami International Piano Festival und Beethovens Gesamtwerk für Cello und Klavier mit Enrico Dindo. Viel Beifall findet seine monumentale CDEinspielung von Chopins Gesamtklavierwerk beim Label Decca/Universal, die von der Kritik als eine der bemerkenswertesten bezeichnet wird. 30

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Anna Fedorova, Klavier

Als Tochter einer Musikerfamilie in Kiew erhielt die 1990 geborene Anna Fedorova ihren ersten Klavierunterricht, als sie fünf war. Mit Beharrlichkeit und Talent – ihr Spiel wurde bereits mit dem Alicia de Larrochas verglichen – verfolgt sie ihre stetige Karriere, die sie auf namhafte Konzertpodien führte. Stationen sind etwa das Concertgebouw in Amsterdam, der Palacio de Bellas Artes in Mexiko Stadt, das Teatro Colón in Buenos Aires oder die Salle Cortot in Paris. Dazu kommen Auftritte in deutschen Städten, in Österreich, Estland, Litauen, Russland, Polen und Griechenland. Ebenso beeindruckend ist die Zahl der internationalen Preise, die sie bislang entgegennehmen durfte; der jüngste in einer Reihe von über einem Dutzend ist derjenige des Wettbewerbs zum Gedenken an Arthur Rubinstein im polnischen Bromberg (Bydgoszcz). 2008 beschloss die Pianistin ihre Studien bei Boris Fedorov in Kiew und perfektioniert sich gegenwärtig an der Accademia pianistica internazionale di Imola «Incontri col Maestro».


Jinsang Lee Klavier

Konstantin Scherbakov Klavier

Bereits im Alter von 19 Jahren hatte Jinsang Lee 2001 bei der Sendai International Music Competition den zweiten Preis sowie den Publikumspreis gewonnen. Weitere erste Preise folgten 2005 beim Internationalen Klavierwettbewerb Köln und 2008 bei der Hongkong International Piano Competition. Jinsang Lee wurde 1981 in Seoul, Korea, geboren. Er begann seine Ausbildung an der Korean National University of Arts bei Daejin Kim und setzte seine Studien in Deutschland bei Wolfgang Manz, Julia Goldstein und Pavel Gililov fort. Jinsang Lees rege Konzerttätigkeit führte ihn bereits auf mehrere Kontinente. Solorezitale gab er beim Klavierfestival Ruhr, beim Lake District Summer Music Festival in England, beim

Geboren in Sibirien, erhielt Scherbakov schon als Fünfjähriger Klavierunterricht und wurde mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 im Alter von elf Jahren dem Publikum vorgestellt. Später studierte er am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium bei Prof. Lev Naumov. Nach dem Sieg beim ersten Moskauer RachmaninowWettbewerb gewann er zahlreiche Preise bei internationalen Klavierwettbewerben (Montréal, Bozen, Zürich und Rom). Er konzertiert in der ganzen Welt und erhält Einladungen von renommierten Festivals, u. a. aus Salzburg, Bad Kissingen, Hohenems, Luzern und dem Klavierfestival Ruhr. Als ehemaliger Dozent am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium und heutiger Professor an der Hoch-

Festival Montepulciano Palazzo Ricci in Italien, beim Festival de Strasbourg und beim Joy of Music Festival, Hongkong. Er trat mit Dirigenten wie Vladimir Ashkenazy, Michel Brousseau, Peter Gülke, Eivind Gullberg-Jensen, Ola Rudner, Theo Wolters, Theodor Guschlbauer und Muhai Tang als auch mit namhaften Orchestern wie dem Sendai Philharmonic Orchestra, den Nürnberger Symphonikern, dem WDR-Rundfunkorchester, dem Shanghai Philharmonic Orchestra, der Württembergischen Philharmonie, dem Bucheon Philharmonic Orchestra, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem Zürcher Kammerorchester auf. Der erste Preis beim Concours Géza Anda hat Lee die Möglichkeit zahlreicher weiterer Kon-

schule der Künste Zürich ist Scherbakov auch als Pädagoge gefragt. Meisterkurse gibt und gab er in Italien, Frankreich, Ungarn, Deutschland, Neuseeland, Kuba, Singapur, Japan und in der Schweiz. Sein Repertoire umfasst über 50 Klavierkonzerte und ebenso viele Soloprogramme mit Werken verschiedenster Stilrichtungen und Epochen. Über 30 Einspielungen erschienen bei EMI Classics, Marco Polo und Naxos, wovon viele seiner CDs mit Preisen ausgezeichnet worden sind. Er ist ein gefragtes Jurymitglied bei internationalen Klavierwettbewerben, wie z. B. Busoni in Bozen, ARD in München und Liszt in Weimar.

zertauftritte eröffnet.

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Barock*15.– 26.Juli 2012*

KĂźnstlerische Leitung: Deirdre Dowling und Ada Pesch


Reise Nr. 1: Das ganze Spektrum zwischen Solo und Ensemble Tradition heisst nicht die Asche bewahren, sagt Konfuzius, Tradition heisst die Glut weitertragen. Die Erner Barockwochen laden Sie wieder ein zu fünf spannenden, glutvollen Reisen durch die unerschöpfliche Welt der Barockmusik. Der Reihe nach: Der Abend beginnt mit dem «nobile alemanno» Johannes Hieronymus Kapsberger (selbstbewusst nennt er sich Giovanni Geronimo Tedesco della Tiorba), einem ausgesprochen wandlungsfähigen Komponisten, der sich, wie ein sehr altes Lexikon schreibt, «in jede Art Stil fügt, wie er eben verlangt wird, und sich überall nützlich und beliebt macht. Für den Papst schreibt er Messen à la Palestrina, für die Bühne im neuen recitirenden Stile, für Instrumente Modestücke.» Zu diesen Modestücken par excellence mit den allerneuesten Verzierungen und Effekten der Zeit gehören auch die «Libri d’intavolatura di chitarrone», deren 4. Band aus dem Jahr 1640 das reife Alterswerk eines enorm experimentierfreudigen Komponisten versammelt. Nach dem kunstvollen Auftakt geht es (um mit Goethe zu sprechen) hinein ins volle Menschenleben: Mit Mitte 20 kommt Heinrich Ignaz Franz Biber in die Dienste des Salzburger Erzbischofs, steigt dort bis zum Kapellmeister auf – und widmet seinem Herrn zur vergnüglichen Erbauung auch die Sammlung «Mensa sonora» (die klingende Tafel). Einleitungs- und Schlusssätze umrahmen jeweils vier bis fünf spritzige Tanzsätze. Konzentration wiederum im nächsten Programmpunkt – und eine neue Farbe: Fast ausschliesslich Orgel- und Cembalomusik ist von Johann Jakob Froberger erhalten, einem Kosmopoliten, der es meisterhaft versteht, aus verschiedenen Einflüssen einen eigenen Stil zu bilden, «indem er die natürliche Klarheit der Italiener mit der Grazie der Franzosen und dem harmonienreichen Tiefsinn der Deutschen vereinigt», wie ein Zeitgenosse schreibt. All das fliesst hier zusammen in Variationen über den damals sehr beliebten, sarkastisch-galligen Gassenhauer über die «Mayerin» (der mit den Worten beginnt «schweiget mir vom Weibernehmen…»). Vollends programmatisch wird es dann in Johann Heinrich Schmelzers «Fechtschule», einem Paradebeispiel der nachahmenden, ganz dem damaligen Zeitgeist verpflichteten Musik. Deutlich sind die Degenhiebe zu hören und die aufeinander einstürmenden Kontrahenten – bis sich am Schluss der Bader als der wahre Sieger des Duells erweist, weil sich die erschöpften Kämpfer im Badehaus erholen müssen.

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Im steten Wechsel der Solostücke und Ensemblewerke, in immer neuen Farbschattierungen fächert sich im 1. Barockkonzert ein breites stilistisches Spektrum auf, das Sie einstimmt auf die ganze Vielfalt der kommenden beiden Wochen: Originalwerke folgen auf Arrangements (eine weitere, damals übliche Facette barocker Musizierpraxis), Solisten wechseln sich mit grösserem Ensemble ab – derart auf einer Perlenkette aufgereiht, dass zum Auftakt des Erner Barocksommers das passieren möge, was Goethe so unnachahmlich formuliert hat: «Zufällig naht man sich, man fühlt, man bleibt Und nach und nach wird man verflochten; Es wächst das Glück, dann wird es angefochten, Man ist entzückt, nun kommt der Schmerz heran, Und eh’ man sich’s versieht, ist’s eben ein Roman.» Florian Hauser

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15.JULI* Barockkonzert 1 Sonntag, 15. Juli 2012, 18 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 17 Uhr im Tellenhaus Ernen

Giovanni Girolamo Kapsberger 1580–1651 Canzona prima Solo für Theorbe aus «Libro quarto d’intavolatura di chitarrone» Heinrich Ignaz Franz Biber 1644–1704 Mensa sonora Pars IV B-Dur für zwei Violinen, Viola und Continuo Sonata – Allemanda – Courante – Balletto – Sarabande – Gigue – Sonatina Johann Jakob Froberger 1616–1667 Partita für Cembalo Nr. 6 G-Dur «Auf die Mayerin» FbWV 606 Johann Heinrich Schmelzer 1620/23–1680 «Die Fechtschule» für zwei Violinen, Viola und Continuo Aria 1 – Aria 2– Sarabande – Courente – Fechtschule – Bader Aria Pause

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Claudio Monteverdi 1567–1643 «Ave Maris Stella» aus der Marienvesper SV 206, Übertragung für Harfe solo Giovanni Paolo Cima 1570–1622 Sonata für Violine, Violone und Basso continuo g-Moll Biagio Marini 1597–1665 Passacaglia für zwei Violinen, Viola und Continuo Francesco Geminiani 1687–1762 Sonate op. 5 Nr. 2 für Violoncello und Basso continuo d-Moll Andante – Presto – Adagio – Allegro Alessandro Piccinini 1566–1638/39 Corrente terza Solo für Harfe aus «Intavolatura di liuto et di chitarrone» Luigi Rossi 1598–1653 «Per se ferridi accenti» aus «Pianto della Maddalena», Bearbeitung für Harfe solo Dario Castello 1590–1644 Sonata decima quinta d-Moll für zwei Violinen, Viola und Basso continuo aus «Sonate concertate in stil moderno libro II»

Erner Barockensemble: Ada Pesch, Violine | Monika Baer, Violine | Deirdre Dowling, Viola | Catherine Jones, Violoncello | Paolo Zuccheri, Kontrabass | Johannes Maria Bogner, Cembalo und Orgel | Siobhán Armstrong, Harfe | Mike Fentross, Laute und Theorbe

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Reise Nr. 2: Licht und Schatten Licht und Schatten in dreifacher Ausfertigung präsentiert das 2. Barockkonzert. Tomaso Albinoni, der älteste Sohn eines Spielkartenherstellers, bringt es weit: Als Sänger, Geiger und Lehrer ist er begehrt, als Komponist sogar berühmt – zumindest so lang, bis das Publikum den um einige Jahre jüngeren Antonio Vivaldi noch mehr zu hofieren beginnt als ihn. Liegt es daran, dass Vivaldi – ein ebenso genuiner Melodiker wie Albinoni – seine Zuhörer nun für eine quasi komplementäre Kompositionsweise zu begeistern versteht? Während Albinoni die Melodien in seinen Konzerten und Sonaten von Anfang an genau im Kopf zu haben scheint und sie anschliessend vielfältig, überraschend, voller Schwung und wohlproportioniert aufbricht, geht Vivaldi den umgekehrten Weg und baut seine Stücke aus kurzen Melodieteilen wie aus Bausteinen zusammen, die zu einem überwältigenden Ganzen werden. Vivaldi bleibt im öffentlichen Bewusstsein erhalten, Albinoni geht vergessen. Zu Lebzeiten hoch angesehen, dann von einem Konkurrenten überflügelt und in Vergessenheit geraten – ein ähnliches Phänomen zeigt sich auch bei Johann Friedrich Fasch und dem drei Jahre älteren Johann Sebastian Bach: Zu Lebzeiten ist Fasch hoch angesehen, doch für die Nachwelt vollkommen im Schatten eines noch Berühmteren verschwunden. Dabei ist Fasch zwar weniger kunstvoll, aber innovativer als Bach, schreibt gar schon Sinfonien und ist seiner Zeit weit voraus als einer der Wegbereiter der Klassik. Vergessen – bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein, als der renommierte Musikwissenschafter Hugo Riemann schreibt, Fasch habe «die Instrumentalmusik ganz auf eigene Füsse gestellt». Übrigens wäre Fasch fast Thomaskantor in Leipzig geworden, im letzten Moment aber entscheidet er sich für eine andere Stelle – und Johann Sebastian Bach bekommt den renommierten Posten. Licht und Schatten zum dritten: aufgewühlte Seelenlandschaften zwischen Verzweiflung und Reflexion, zwischen Besonnenheit und Verzückung in fünf Arien des Meisters der Tiefgründigkeit und psychologischen Ausleuchtung, Georg Friedrich Händels (davon allein drei Arien aus der «Agrippina», dem italienischen Meisterstück des 24jährigen «caro sassone», mit dem er sich den Ruf eines gewichtigen Opernkomponisten erwirbt). Barocke Geschichten werden hier verhandelt, die viel mehr mit uns, mit unserer Zeit zu tun haben, als wir manchmal meinen. Händels starke Frauengestalten weisen in ihrer Radikalität, Verletzlichkeit und Unbedingtheit weit in die Zukunft. Seine Geschlechterrollen gründen nicht auf Unterwerfung, sondern auf Übereinstimmung, auf der Ebenbürtigkeit von Mann und Frau. Wie es die Musikpublizistin Silke Leopold formuliert hat: «Die zärtlichen Männer und die starken Frauen, die so anders sind als Wotan und Carmen, die virtuellen Welten der Zaubergärten, in denen zu verweilen mindestens so erstrebenswert ist wie in der strengen Realität, der Zwang, um des eigenen Fortkommens willen die Affekte zu kontrollieren und zwischen ‹öffentlichem› und ‹privatem› Handeln genau zu unterscheiden – all dies sind Themen, die in Händels Opern verhandelt werden, all dies aber auch Probleme, mit denen wir uns heute herumschlagen.»  Florian Hauser

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18.JULI* Barockkonzert 2 Mittwoch, 18. Juli 2012, 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Tomaso Albinoni 1671–1750 Konzert für 2 Oboen, Streicher und Basso continuo F-Dur op. 9 Nr. 3 Allegro – Adagio – Allegro Antonio Vivaldi 1678–1741 Cellokonzert c-Moll RV 401 Allegro non molto (Andante poco mosso) – Adagio – Allegro ma non molto Georg Friedrich Händel 1685–1759 «O Lord, Whose Mercies Numberless» für Harfe solo aus dem Oratorium «Saul» HWV 53 «Vaghe Perle» Aria der Poppea aus der Oper «Agrippina» HWV 6 Sarabandes I und II d-Moll Übertragung für Harfe solo «Col peso del tuo amor» Aria der Poppea aus der Oper «Agrippina» HWV 6 Air g-Moll Übertragung für Harfe solo «Bella pur nel mio diletto» Aria der Poppea aus der Oper «Agrippina» HWV 6 Pause

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Antonio Vivaldi Konzert D-Dur für zwei Violinen, Laute und Basso continuo RV 93 Allegro – Largo – Allegro Johann Friedrich Fasch 1688–1758 Trio für zwei Oboen und Basso continuo g-Moll FWV N:g2 Andante – Allegro – Poco allegro Johann Sebastian Bach 1685–1750 Toccata e-Moll für Cembalo Georg Friedrich Händel «Se pietà di me non senti» Arie der Cleopatra aus der Oper «Giulio Cesare in Egitto» HWV 17 «Like Clouds» Arie aus der Oper «The Triumph of Time and Truth» HWV 71 Erner Barockensemble: Sunhae Im, Sopran | Ada Pesch, Violine | Monika Baer, Violine | Deirdre Dowling, Viola | Catherine Jones, Violoncello | Paolo Zuccheri, Kontrabass | Johannes Maria Bogner, Cembalo und Orgel | Paolo Grazzi, Oboe | Emiliano Rodolfi, Oboe | Siobhán Armstrong, Harfe | Mike Fentross, Laute und Theorbe | Tomasz Wesołowski, Fagott

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Reise Nr. 3: Die Giganten Innerhalb von nur vier Jahren werden in drei norddeutschen Städten, nur wenige Hundert Kilometer voneinander entfernt, drei der grössten Barockkomponisten geboren. Der eine kommt nie über Norddeutschland hinaus (Johann Sebastian Bach), der andere lernt zumindest Paris kennen und wird nach seiner Rückkehr noch mehr geschätzt als vorher (Georg Philipp Telemann), der dritte flieht aus seiner Heimat und wird erst in Italien, dann in England weltberühmt (Georg Friedrich Händel). Warum aber sind diese drei Städte Eisenach (Bach), Halle (Händel) und Magdeburg (Telemann) ein derart guter Humus für die Herausbildung musikalischen Handwerks und kompositorischer Erfindungskunst? (Es stammen auch Heinrich Schütz und Johann Pachelbel aus dieser Gegend). Eine Laune der Natur? Sicher, wenn auch begünstigt durch die günstigen Sozialstrukturen für kulturelle Entwicklungen in diesem bevölkerungsreichen Gebiet. Die oft kleinen Orte haben alle das Stadtrecht, sind Zentren der schönen Künste. Fürsten, Städte und Kleinstaaten liegen im produktiven Wettstreit miteinander und bauen eine der Toscana der Renaissance vergleichbare Kulturlandschaft auf: Orchester, Musiktheater, blühende Kirchenmusik. Einem «untypischen» Händel begegnen wir: In seinen 9 deutschen Arien begibt er sich auf ein intimeres, nicht so publikumswirksames Feld wie sonst in seinen Opern und Oratorien, indem er hier nicht italienische oder englische Libretti vertont, sondern eine Sammlung von Naturgedichten in seiner deutschen Muttersprache: schlicht, süss und – in der letzten der 9 Arien, «Flammende Rose, Zierde der Erden» – innig kreisend in selig-kontemplativer Schilderung von Blütenpracht. Dem «Mass aller Dinge begegnen wir» – nicht Bach, sondern Telemann: Mitte des 18. Jahrhunderts ist der sehr viel beliebter als der gestrenge Leipziger Thomaskantor, der sich zudem heftig gegen die Dilettantisierung der Kunst wehrt, nachdem es jetzt möglich und gefragt ist, nicht mehr nur für die Fürstenhöfe zu schreiben, sondern auch für die vermögenden Liebhaber. Bach wird in den Hintergrund gedrängt, der populäre Telemann dagegen triumphiert, und in der Verbreitung seiner Werke baut er eine international einmalige Machtstellung auf. Und dem Komponisten begegnen wir, der für viele von uns heute doch wieder so etwas wie die «Quintessenz» (Pablo Casals) ist, die fundamentale Schaltstelle all dessen, was vor ihm an Musik entstanden war, der Komponist, der zusammenfasste und auf höherer Ebene neu ordnete. Jahrhunderte und Generationen hätten an Bachs Werk gearbeitet, konnte Anfang des 20. Jahrhunderts schliesslich der Universalgelehrte Albert Schweitzer bewundern; und der Philosoph Ernst Bloch schreibt: «Er schuf die gelehrteste und zugleich am tiefsten durchseelte Musik.» Ist bei Beethoven beides zu finden: Synthese und Aufbruch, die Zusammenfassung der bisherigen Entwicklungen, die dann aber gleichzeitig nach vorne weisen, neu erhitzt werden – liegt bei Bach das Gewicht viel mehr auf der Synthese selber, und statt der neuen Hitze strahlt in seiner Musik die ruhige Kraft grosser Klarheit.  Florian Hauser

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20.JULI* Barockkonzert 3 Freitag, 20. Juli 2012, 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Johann Sebastian Bach 1685–1750 Orchestersuite Nr. 1 C-Dur BWV 1066 Georg Friedrich Händel 1685–1759 «Flammende Rose, Zierde der Erden» HWV 210 aus «Neun Deutsche Arien» Georg Philipp Telemann 1681–1767 Fantasie e-Moll für Traversflöte TWV 40:9 Georg Friedrich Händel «Süsser Blumen Ambraflocken» HWV 204 «Singe, Seele, Gott zum Preise» HWV 206 aus «Neun deutsche Arien» Pause Georg Friedrich Händel Suite d-Moll Übertragung für Harfe solo Georg Friedrich Händel Triosonate F-Dur op. 5 Nr. 6 für zwei Oboen und Basso continuo HWV 401 Johann Sebastian Bach Kantate «Non sa che sia dolore» BWV 209 Erner Barockensemble: Sunhae Im, Sopran | Ada Pesch, Violine | Monika Baer, Violine | Deirdre Dowling, Viola | Catherine Jones, Violoncello | Paolo Zuccheri, Kontrabass | Johannes Maria Bogner, Cembalo und Orgel | Tami Krausz, Flöte | Paolo Grazzi, Oboe | Emiliano Rodolfi, Oboe | Siobhán Armstrong, Harfe | Mike Fentross, Laute und Theorbe | Tomasz Wesołowski, Fagott

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Reise Nr. 4: Liebe, Bindung, Freiheit Auf Bach und seinen ältesten Sohn treffen wir im heutigen Konzert, einen genialen Orgelimprovisator und einen Musiker mit einer schweren Bürde: wie herauskommen aus dem Schatten eines übermächtigen, unnahbaren, überaus berühmten Vaters? Dass Wilhelm Friedemann Bach eine schwierige Persönlichkeit ist, dass er als überaus mürrisch, zerstreut, aufbrausend und unbeherrscht gilt, dass er so sehr mit seinem unbeherrschten Charakter aneckt, dass er bald jede Anstellung verliert und fortan darauf angewiesen ist, als freischaffender Musiker und reisender Virtuose zu überleben, wissen wir, oder dass sein rastloses Leben Anlass zu wilden Spekulationen gegeben hat. Wer aber war er wirklich? Wie sehr mag er unter seiner Situation gelitten und wie sehr um die Liebe des Vaters gekämpft haben? Dennoch: In seinem grossen Freundeskreis ist Wilhelm Friedemann beliebt und verehrt, wenn auch ein wenig gefürchtet. Zu diesem Kreis gehört auch der Berliner Hofarzt Georg Stahl, und für dessen Hochzeit wiederum schreibt Johann Sebastian Bach 1741 ein Auftragswerk bzw. verwertet, wie das nicht unüblich ist, eine ältere Komposition wieder: Die mindestens zehn Jahre ältere Urfassung – die jeweils für verschiedene Anlässe verwendet und je nach Verwendungszweck textlich angepasst wurde – bekommt nun ihre 4. Fassung. So entsteht die Hochzeitskantate «O holder Tag, erwünschte Zeit». In altbekannter und bewährter Manier beschwört der Text zunächst die Macht der Töne, ihre Kraft, die Menschen zu bezaubern, zu erfrischen, zu stärken und zu ermutigen, bis am Ende raffinierterweise der Bräutigam als Förderer der Musik gepriesen wird. Neben Georg Philipp Telemann treffen wir auch auf einen heute eher unbekannten Meister, auch er ein Deutscher: Gottfried Heinrich Stölzel, geboren im Erzgebirge, nahe der böhmischen Grenze. Johann Sebastian Bach schätzt diesen zur damaligen Zeit vielbeschäftigten Mann ausserordentlich hoch ein (viele von Stölzels Kompositionen führt er regelmässig selbst auf, in sein «Klavierbüchlein für Wilhelm Friedemann Bach» nimmt er sogar einige von seinen Melodien auf). Stölzel ist ein glühender Telemann-Verehrer, unternimmt ausgedehnte Italienreisen, lernt Vivaldi und Scarlatti kennen, kehrt schliesslich in seine Heimat zurück – und wagt es, den Ruf des Kurfürsten an den Dresdner Hof auszuschlagen, aus unbekannten Gründen, wie es heisst. Stattdessen lässt er sich in Gotha nieder und beliefert gegen stattliche Gehälter diverse Fürstenhöfe mit Musik. So avanciert er zu einem der bekanntesten Musiker seiner Zeit mit einem enormen Œuvre. In jedem musikalischen Genre ist er aktiv und schreibt neben Kammermusik nicht weniger als 18 musikdramatische Werke, Oratorien und Messen, Motetten und mindestens sieben Passionen sowie über 1100 geistliche Kantaten (von denen immerhin ein Drittel überliefert ist), dazu zahlreiche weltliche Kantaten. Der Grossteil seiner Werke geht schon während der Amtszeit Georg Bendas, seines Nachfolgers am Hof von Gotha, verloren (pikanterweise «nicht ohne dessen Verschulden», wie es heisst). Zwei der weltlichen Kantaten Stölzels, Huldigungen an die Königin der Blumen, erinnern an den heute weitgehend vergessenen Meister des Spätbarock.  Florian Hauser 44

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24.JULI* Barockkonzert 4 Dienstag, 24. Juli 2012, 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Georg Philipp Telemann 1681–1767 Quartett F-Dur TWV 43F:1 Adagio – Allegro – Andante – Allegro Gottfried Heinrich Stölzel 1690–1749 «Von Rosen und Violen» Kantate für Sopran und Basso continuo Georg Philipp Telemann Trio d-Moll für Flöte, Oboe und Basso continuo TWV 42:d4 Largo – Allegro – Affettuoso – Presto Gottfried Heinrich Stölzel «Die Rose bleibt der Blumen Königin» Kantate für Sopran und Basso continuo Pause Wilhelm Friedemann Bach 1710–1784 Duo für zwei Violen C-Dur F. 60 Allegro di molto – Scherzo – Vivace Johann Sebastian Bach 1685–1750 Hochzeitskantate «O holder Tag, erwünschte Zeit» BWV 210

Erner Barockensemble: Dorothee Mields, Sopran | Ada Pesch, Violine | Monika Baer, Violine | Deirdre Dowling, Viola | Catherine Jones, Violoncello | Paolo Zuccheri, Kontrabass | Johannes Maria Bogner, Cembalo und Orgel | Tami Krausz, Flöte | Paolo Grazzi, Oboe | Mike Fentross, Laute und Theorbe

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Reise Nr. 5: England 1665: In London wütet die Pest, Zehntausende Menschen sterben. 1666: Die Stadt London wird der Raub eines mehrere Tage andauernden Grossbrandes. 1667: Holländische Kriegsschiffe fahren die Themse hinauf, beschiessen London und vernichten die englische Flotte. Henry Purcell, ein Knabe von noch nicht einmal zehn Jahren, überlebt all diese Katastrophen, er überlebt auch die grauenhaften hygienischen Zustände – vorerst meint es das Schicksal noch gut mit ihm. Er macht am Königshof eine grosse Karriere, komponiert dann für die Londoner Theater, übersteht jede politische Unruhe und ist der Liebling der High Society – bis er mit gerade einmal 36 Jahren stirbt. Ziemlich genau 100 Jahre vor Purcell kommt sein berühmter Vorgänger John Dowland zur Welt, der grosse Melancholiker aus der Zeit Shakespeares – wobei seine «Melancholie» weniger einen biographischen Kern hat als vielmehr mit der Versinnbildlichung von Dunkelheit, Kummer und Tränen Ausdruck einer kulturellen Strömung des Elisabethanischen Zeitalters ist. Jahrzehntelang wird das gesamte Inselreich der typisch englischen «melancholy» in Literatur und Musik erliegen, bis schliesslich im 17. Jahrhundert Musiker aus Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich eintreffen, die ihre eigene Kultur mit dem, was sie auf der Insel vorfinden, wie in einem «melting pot», einem Schmelztiegel, vermischen. Archaischer Kontrapunkt trifft auf die höfische Eleganz französischer Tanzsätze, Raffinement in der Melodik auf ausgelassene Virtuosität und die «maniera italiana». Einige Jahre lang existiert beides nebeneinander – bis zur Ankunft Georg Friedrich Händels, der mit seinen Opern und Oratorien die Londoner zu ungeahnten Begeisterungsstürmen hinreisst, nicht nur das gemeine Volk, sondern auch den König. Der Legende nach habe sich der damalige Hofkomponist Händel mit dem Hannoveraner Kurfürsten Georg Ludwig gründlich zerstritten, weil er nicht aus seinen Ferien heimgekehrt sei und stattdessen seine Zelte in England aufgeschlagen habe. Zufälligerweise aber habe es das Schicksal gewollt, dass eben jener Kurfürst Georg im Jahr 1714 zum englischen König Georg I. gekrönt wurde – und dass Händel mit einer Huldigungsmusik von noch nie dagewesener Pracht den König versöhnt habe. Eine schöne Geschichte, leider aber ist sie nicht zu beweisen. Sicher ist nur, dass Händel in seiner «Wassermusik» alle Register gezogen hat. Zeitzeugen berichten, dass die Themse von Hunderten Booten bedeckt war und dass neben dem königlichen Kahn ein Schiff fuhr «mit 50 Instrumenten aller Art, die während des gesamten Weges die erlesensten Sinfonien, eigens für diesen Anlass von Mr. Händel komponiert, spielten, die Seiner Majestät so gefielen, dass er es dreimal spielen liess, auf dem Hinund Rückweg». Wie schon Jahre vorher in Rom und Venedig, so erobert Händel auch in London die Menschen im Sturm. – Beziehungsreich enden die Erner Barockwochen 2012 mit einer Nachtigall: «Sweet bird, that shun’st the noise of folly, most musical, most melancholy!», «Süsser Vogel, der du den Lärm der Narren scheust, voll Musik und Melancholie, lockst du, o Sängerin, mich oft in die Wälder, dein Abendlied zu hören.»  Florian Hauser Barock

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26.JULI* Barockkonzert 5 Donnerstag, 26. Juli 2012, 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Georg Friedrich Händel 1685–1759 Wassermusik-Suite Nr. 3 G-Dur HWV 350 Henry Purcell 1659–1695 «I’ll Sail Upon The Dog-Star» Z 571/6 «Bess of Bedlam» Z 370 «O Solitude, My Sweetest Choice» Z 406 Lieder Henry Purcell Suite für Cembalo Nr. 6 D-Dur Z 667 Prelude Allemande Hornpipe John Dowland 1562/63–1626 «My Thoughts Are Wing’d With Hopes» «Dear, If You Change» Lieder aus «Book of songs or Aires» «A Dream» für Laute solo «Say, Love, If Ever Thou Didst Find» Lied aus «Book of songs or Aires» Pause

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Wilhelm Friedemann Bach 1710–1784 Suite (Ouvertüre) g-Moll für Streicher Ursprünglich unter BWV 1070 Johann Sebastian Bach zugeschrieben Larghetto Torneo Aria Menuetto Capriccio Georg Friedrich Händel «Mio caro, caro bene» Arie der Rodelinda aus der Oper «Rodelinda» HWV 19 «Sweet Bird» Arie aus dem Oratorium «L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato» HWV 55

Erner Barockensemble: Dorothee Mields, Sopran | Ada Pesch, Violine | Monika Baer, Violine | Deirdre Dowling, Viola | Catherine Jones, Violoncello | Paolo Zuccheri, Kontrabass | Johannes Maria Bogner, Cembalo und Orgel | Tami Krausz, Flöte | Siobhán Armstrong, Harfe | Mike Fentross, Laute und Theorbe

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Siobhán Armstrong Harfe

Monika Baer Violine

Siobhán Armstrong ist eine von ganz wenigen internationalen Vertreterinnen ihrer Zunft, die auch historische Harfen spielen. Ihre grosse Sammlung enthält Kopien aus der Zeit des Mittelalters, der Renaissance und des Barock. Siobhán Armstrong wurde in Dublin geboren und lebt in Irland. Als freiberufliche Musikerin und Lehrerin ist sie vor allem in Europa tätig. Ihre vielfältigen Interessen reichen von der italienischen Oper des 17. Jahrhunderts bis zu Hollywood-Soundtracks und zu den grössten traditionellen Musikfestivals der Welt. Besonders liegt ihr an einer Wiederbelebung der altirischen Harfe. Zu diesem Zweck gründete sie die Historische Harfengesellschaft von Irland, deren Vorsitzende sie auch ist.

Monika Baer stammt aus Zürich und studierte bei Robert Zimansky am Conservatoire de musique de Genève, wo sie das Lehr- und 1994 das Solistendiplom erwarb. Es folgten Jahre intensiver Auseinandersetzung mit alter Musik, die sie auch an die Hochschule für Musik in Dresden zu John Holloway führte. Von 1999 bis 2004 arbeitete sie als Konzertmeisterin des Kammerorchesters Basel mit Dirigenten wie Christopher Hogwood, Philippe Herreweghe und Giovanni Antonini. Seit 1995 spielt Monika Baer als Zuzügerin im Orchester der Oper Zürich und ist Mitglied des dortigen Barockorchesters La Scintilla, das regelmässig mit Persönlichkeiten wie Nikolaus Harnoncourt, Marc Minkowski,

Des weiteren leitet sie die Scoil na gCláirseach (Sommerschule für altirische Harfe), die jeden August in Irland veranstaltet wird. Sie selbst spielt auf einer Kopie des irischen Nationalsymbols, mithin der mittelalterlichen Trinity-College-Harfe, die mit Metallsaiten bezogen und mit 18karätigem Gold verziert ist. Neben ihren eigenen Soloverpflichtungen spielt Siobhán Armstrong sowohl im Studio wie bei Aufführungen regelmässig mit anderen Spezialisten für alte Musik zusammen. Sie gibt Konzerte, Rundfunksendungen und Unterricht in Europa, Nordamerika und Japan.

William Christie und Cecilia Bartoli zusammenarbeitet. Als Kammermusikerin setzt sich Monika Baer ebenso für barocke Raritäten wie für zeitgenössische Musik ein und tritt regelmässig mit Ensembles wie den Kammersolisten Zug oder dem Ensemble der Barockmusikwochen Ernen auf. Sie leitet das Barockorchester Concerto poetico und wirkt als Gastkonzertmeisterin bei diversen anderen Barockorchestern. Monika Baer ist Dozentin für Barockvioline und Kammermusik an der Zürcher Hochschule der Künste sowie geschätzte Gesprächspartnerin in der Radiosendung Diskothek im 2.

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Johannes Maria Bogner Cembalo und Orgel Johannes Maria Bogner studierte an der Universität Mozarteum Salzburg bei Liselotte Brändle und Kenneth Gilbert, wo er im Konzertfach mit Auszeichnung abschloss. Ausserdem absolvierte er an der State University of New York at Stony Brook, USA bei Arthur Haas ein Masterof-Music-Studium. Meisterkurse besuchte er bei Gustav Leonhard, Ton Koopman und Bob van Asperen. Sein Stil wurde durch den Unterricht von Nikolaus Harnoncourt in der Klasse für historische Aufführungspraxis am Mozarteum wesentlich beeinflusst. Er konzertierte als Solist und Kammermusiker in Europa, den USA, Kanada und Israel. 2003 feierte er sein Début im Wiener Musikverein im Kammermusikzyklus der Wiener Symphoniker. Mit dem Ensemble Sait Sing trat er im Juni 2002 als Solist und Kammermusiker im Wiener Konzerthaus auf. Er ist Cembalist beim L’Orfeo-Barockorchester, mit dem er seit der Gründung des Orchesters als Solist und Continuospieler wirkt. 2001 erschien seine erste Solo-CD mit dem Titel «Les Sentiments Bestiaux» mit französischer Musik des 18. Jahrhunderts, der vor allem in der französischen Presse sehr gelobt wurde. Johannes Maria Bogner verfolgt neben seiner Tätigkeit als Solist und Kammermusiker auch eine Unterrichtstätigkeit. Derzeit unterrichtet er Cembalo an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

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Deirdre Dowling Viola

Die gebürtige Australierin Deirdre Dowling lebt seit 2001 in Europa, wo sie nach einem Nachdiplomstudium mit Spezialisierung in barocker und klassischer Viola am Königlichen Konservatorium Den Haag als gefragte Kammer- und Orchestermusikerin arbeitet. Als Stimmführerin der Bratschen tritt sie regelmässig mit dem Orchester La Scintilla der Oper Zürich und bei Il Complesso Barocco unter der Leitung von Alan Curtis auf. Des weiteren spielt sie mit Les Arts Florissants unter der Leitung von William Christie, bei Concerto Köln, mit den Musiciens du Louvre-Grenoble unter der Leitung von Marc Minkowski sowie im Orchester des 18. Jahrhunderts unter der Leitung von Frans Brüggen. Als Kammermusikerin ist sie dem Ensemble Ausonia (Mira Glodeanu), Harmonie Universelle (Florian Deuter) sowie Il Gardellino (Marcel Ponseele) fest verbunden. Mit diesen Gruppierungen hat sie mehrere CDs eingespielt und pflegt eine rege Konzerttätigkeit in ganz Europa.


Mike Fentross Laute und Theorbe

Paolo Grazzi Oboe

Der Dirigent und Lautenist Mike Fentross hat sich als Spezialist für alte Musik einen Namen gemacht. Er wirkt in ganz Europa als Dirigent, Solist und Basso-continuoSpieler und ist Professor für Laute und Basso continuo am Königlichen Konservatorium Den Haag. 1988 schloss Mike Fentross sein Studium am Königlichen Konservatorium Den Haag ab, wo er beim Lautenpionier Toyohiko Satoh studierte. 1994 gewann er den Van Wassenaer Concours in Amsterdam, und 1999 spielte er seine erste CD, «Chitarrone Virtuosi», mit Sololaute ein. Er spielte Kammermusik mit renommierten Musikern wie Yo-Yo Ma, Ton Koopman, Janine Jansen, Marion Verbruggen, Sonia Prina, Maria Bajo, Wilbert Hazelzet, Bruce Dickey, Lucy van

«Wenn Paolo Grazzi auf seiner Oboe singt, bleibt die Zeit stehen», schrieb 2002 ein Kritiker im «Fonoforum». Bereits im Alter von 17 Jahren erhielt Paolo Grazzi sein Diplom am Konservatorium in Parma. Danach studierte er Barockoboe bei Paul Dombrecht in Brüssel. 1981 erhielt er am Königlichen Konservatorium von Brüssel den ersten Preis mit Auszeichnung in den Fächern Oboe und Barockoboe. Nach seinem Studium wurde er ein gefragter Solist und Lehrer im In- und Ausland. Als Solist und Orchestermitglied konzertiert er mit bedeutenden Ensembles, u. a. mit Il Giardino Armonico (Giovanni Antonini) und mit Les Concert des Nations (Jordi Savall). 1989 gründete er das Ensemble Zefiro. Mit dieser Forma-

Dael, Andrew Lawrence King, Marta Almajano, Eduardo Lopez Banzo, Skip Sempe und Gerard Lesne. Mike Fentross machte über 75 CD-Aufnahmen. Als Dirigent debütierte er 1999 mit «La Dafne» von Marco da Gagliano in einer Produktion der Neuiwe Opera Academie in Amsterdam. 2009 dirigierte er erstmals im grossen Saal des Amsterdam Concertgebouw, zudem war er im gleichen Jahr musikalischer Leiter der Granida-Produktion, die in Anwesenheit von Königin Beatrix aufgeführt wurde.

tion gastiert er regelmässig in ganz Europa und spielte mehr als ein Dutzend Tonträger ein. Viele von diesen Aufnahmen wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Grand Prix du Disque und dem Diapason d’Or. Nebst seiner regen Konzerttätigkeit unterrichtet Paolo Grazzi an der Civica Scuola di Musica in Mailand und am Konservatorium in Verona. Ausserdem widmet er sich der Erforschung von Oboen aus dem 18. Jahrhundert.

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Sunhae Im Sopran

Sunhae Im wurde in Cholwon (Südkorea) geboren. Nach Abschluss ihres Studiums in Seoul setzte sie ihre Gesangsausbildung bei Roland Hermann fort. Seit ihrem Bühnendébut 2001 hat sie ihre künstlerische Vielseitigkeit in zahlreichen internationalen Produktionen unter Beweis gestellt. So gastierte sie u. a. an der Staatsoper Hamburg als Adele in Strauss’ «Fledermaus», der Deutschen Oper Berlin als Yniold in Debussys «Pelléas et Mélisande», der Oper Frankfurt, dem Staatstheater Hannover, der Opéra National de Paris als Euridice in Glucks «Orpheus», am Staatstheater Stuttgart als Ilia in «Idomeneo», Susanna in «Nozze di Figaro», Constance in Poulencs «Dialogues des Carmélites», der Korean National Opera und der Budapester Staatsoper als Zerlina in Mozarts «Don Giovanni» sowie am Theater an der Wien. Eine enge Zusammenarbeit verbindet Sunhae Im mit René Jacobs. Sie arbeitet oft mit dem Freiburger Barockorchester, der Akademie für Alte Musik Berlin sowie den Dirigenten William Christie, Fabio Biondi, Thomas Hengelbrock, Riccardo Chailly, Manfred Honeck, Kent Nagano, Lothar Zagrosek, Ton Koopman, Marek Janowski, Iván Fischer, Frans Brüggen oder René Jacobs. Als jüngste der zahlreichen CD-Einspielungen mit René Jacobs erschien im Oktober 2011 Händels «Agrippina». Viele von Sunhae Ims CD-Aufnahmen sind preisgekrönt. 54

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Catherine Jones Violoncello

Nach ihrem Bachelor-Abschluss in modernem Violoncello an der University of Western Australia mit höchster Auszeichnung erhielt Catherine Jones ein Postgraduate-Stipendium für das Barockcellostudium am Königlichen Konservatorium Den Haag. Nach vier Jahren Unterricht bei Jaap ter Linden schloss sie 1999 mit dem Diplom in barocker Aufführungspraxis ab und gewann dabei den NicolaiPreis des Konservatoriums für das beste Prüfungsergebnis. Seither verfolgt Catherine Jones eine vielseitige und erfolgreiche Karriere, trat mit verschiedenen Orchestern und Kammerorchestern aus ganz Europa auf und spielte CDs ein. Sie ist regelmässig erste Cellistin bei The Academy of Ancient Music und seit längerem ständiges Mitglied des Amsterdamer Barockorchesters. Weiter wurde und wird sie zu Gastspielen mit zahlreichen weiteren bekannten Barockorchestern eingeladen, etwa dem Florilegium, La Petite Bande und Concerto Copenhagen. Nächstes Jahr wird sie für die Deutsche Grammophon mit dem italienischen Ensemble Il Complesso Barocco eine Aufnahme einspielen, ausserdem wurde sie vom jungen Flemish Ensemble B’rock eingeladen, ihm als erste Cellistin beizutreten.


Tami Krausz Flöte

Dorothee Mields Sopran

Die Flötistin Tami Krausz gehört zur Generation vielseitiger Künstler für alte Instrumente, die sich auf die Interpretation von Orchester-, Kammer- und Solomusik vom Frühbarock bis zur Spätromantik spezialisiert haben. Die in Israel geborene Tami Krausz begann ihre musikalische Ausbildung mit acht Jahren. 1996 schloss sie ihr Flötenstudium beim Flötisten Yossi Arenheim an der Rubin-Musikakademie der Universität Tel Aviv mit Auszeichnung ab, gewann den Kammermusikwettbewerb der Akademie und beteiligte sich an Aufnahmen von Werken junger zeitgenössischer Komponisten. Da sie sich bereits im Jerusalem Early Music Workshop mit alter Musik und historischer Aufführungspraxis beschäftigte,

Dorothee Mields ist eine der führenden Interpretinnen für die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts und wird von Publikum und Presse besonders für ihr einzigartiges Timbre und ihre berührenden Interpretationen geliebt. Eine enge Zusammenarbeit verbindet Dorothee Mields mit dem Collegium Vocale Gent, dem Bach Collegium Japan, der Nederlandse Bachvereiniging, dem Freiburger Barockorchester, dem RIAS-Kammerchor, dem Orchestra of the 18th Century, L’OrfeoBarockorchester, der Lautten Compagney, Tafelmusik Baroque Orchestra Toronto und dem Klangforum Wien. Sie ist gerngesehener Gast internationaler Festspiele wie Bach-Fest Leipzig, Suntory Music Foundation Festival in Japan, Boston

besuchte sie regelmässig Meisterkurse bei europäischen Meistern auf diesem Gebiet. So erhielt sie im Alter von 20 Jahren erstmals eine Barockflöte, unterstützt von der America-Israel Cultural Foundation. 1997 wurde ihr das NUFFICStipendium für ihr Studium in den Niederlanden zugesprochen. 2001 bestand Tami den zweiten Teil ihres Masterstudiums mit Auszeichnung am Königlichen Konservatorium Den Haag bei Prof. Barthold Kuijken. Tami Krausz hat seither regelmässig an internationalen Musikfestspielen und Vorführungen in Europa, Amerika und Israel mitgewirkt. Gegenwärtig unterrichtet und lebt sie in Den Haag.

Early Music Festival, Festival van Vlaanderen, Wiener Festwochen, Händel-Festspiele Halle, Musikfestspiele Potsdam, Styriarte Graz, Tanglewood Festival, Les Académies Musicales de Saintes und Musikfest Bremen. Eine stetig wachsende Diskographie mit etlichen preisgekrönten Aufnahmen dokumentiert ihr künstlerisches Schaffen. Besondere Beachtung fanden die Einspielungen «In Darkness Let Me Dwell», «Loves Alchymie» und «Love Songs» von Purcell. Im Sommer 2011 erschienen Chopin-Lieder mit dem Pianisten Nelson Goerner. Dorothee Mields hat in Bremen und Stuttgart studiert und lebt in der Nähe von Hagen.

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Ada Pesch Violine

Ada Pesch ist seit 1990 erste Konzertmeisterin des Orchesters der Oper Zürich. In Cleveland (Ohio) geboren, begann sie im Alter von sechs Jahren mit dem Violinunterricht. Sie studierte u. a. bei Josef Gingold an der University of Indiana und nahm an Meisterklassen von Arthur Grumiaux und György Sebök teil. Mit 22 Jahren kam Ada Pesch nach Deutschland und wurde erste Konzertmeisterin bei den Hofer Symphonikern. Mit Mitgliedern des Orchesters der Oper Zürich hat Ada Pesch 1996 das Orchestra La Scintilla gegründet, das sich ganz auf historische Instrumente spezialisiert hat und zusammen mit Pionieren wie Nikolaus Harnoncourt, William Christie und Marc Minkowski die historische Aufführungspraxis pflegt. Unter der Leitung von Ada Pesch begleitet das Orchestra La Scintilla Cecilia Bartoli regelmässig auf Nordamerikaund Europatournée. Ihre CD und DVD «Maria» hat Cecilia Bartoli mit La Scintilla unter der Leitung von Ada Pesch eingespielt.

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Emiliano Rodolfi Oboe

Emiliano Rodolfi wurde in Chiavari in Italien geboren. Nach einigen Jahren Klavierausbildung begann er Barockoboe bei Paolo Grazzi zu studieren und ergänzte sein Studium in Meisterkursen bei Alfredo Bernardini und Sigiswald Kuijken. Er spielt in zahlreichen Ensembles für alte Musik wie Zefiro, La Petite Bande, I Barocchisti, Accademia Bizantina, Concerto Italiano, Il Complesso Barocco, Les Talens Lyriques und Collegium Marianum. Konzertreisen führten in durch ganz Europa und nach Amerika. Er ist auf vielen CD- und DVD-Aufnahmen vertreten, für Labels wie Sony, Archiv, Decca, Deutsche Harmonia Mundi, Teldec, Accent, Chandos, Opus 111, Astrée, Glossa, Ramée, Ambroisie und andere.


Tomasz Wesołowski Fagott

Paolo Zuccheri Kontrabass

Der Fagottist Tomasz Wesołowski wurde 1980 in Danzig geboren und konnte dank einem Stipendium des Präsidenten der Stadt Danzig bei Wojciech Orawiec ein Fagottstudium absolvieren, das er 2004 mit Auszeichnung abschloss. Er arbeitete mit verschiedenen Ensembles zusammen, u. a. dem Baltischen PhilharmonieOrchester, dem Kammerorchester Hanseatica, der Baltischen Sinfonie und der Cappella Gedanensis. Von 2004 bis 2008 studierte er am Königlichen Konservatorium Den Haag bei Donna Agrell und Wouter Verschuren historisches Fagott, danach bei Alberto Grazzi an der Accademia Internazionale della Musica in Mailand. Es wirkte in zahlreichen Orchesterund Kammermusikprojekten in Europa,

Paolo Zuccheri studierte am Konservatorium Benedetto Marcello in Venedig, wo er sein Diplom mit Auszeichnung erhielt. Nach einer Tätigkeit bei mehreren Orchestern entschloss er sich, sich der Barockmusik zu widmen. Er bildete sich im Bereich der Barockmusik weiter und wurde 1996 von Marc Minkowski im Orchestre du Louvre-Grenoble als Kontrabassist verpflichtet. Mit diesem Orchester tritt er weltweit auf und nahm mehrere preisgekrönte CDs auf. Er arbeitete regelmässig mit Cecilia Bartoli, Anne Sofie von Otter sowie mit den Ensembles I Barocchisti und dem Giardino Armonico zusammen. Paolo Zuccheri unterrichtet Kontrabass und Violone an der Akademie für Alte Musik in Bozen und ist Gastdozent an meh-

den USA und Südkorea mit. Er hatte Auftritte mit: Musica ad Rhenum, Les Musiciens du Louvre, Holland Baroque Society, New Dutch Academy, Concerto d’Amsterdam, Haydn Sinfonietta Wien, Niederländische Bachvereinigung und dem Barockorchester der Europäischen Union. Weiter spielte er für Channel Classics, BIS, ORF Edition Alte Musik und DUX CDs ein. Er war 2005 Mitbegründer des Vento-Kammerensembles, das 2006 beim Wettbewerb für Alte Musik in Brügge eine «lobende Erwähnung» erhielt. Weiter ist er Mitglied junger Ensembles wie Nova Silesia, Collegium Musicum Den Haag, Musica Poetica, The Genteel Companions. Er unterrichtet historisches Fagott an der Musikakademie in

reren Musikhochschulen in Italien. Er wird regelmässig zu Meisterkursen in Italien und im Ausland als Dozent eingeladen. 2002 gründete Paolo Zuccheri das Ensemble Gambe di Legno, das sich vor allem der Musik zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert widmet. Daneben studiert er das Spiel der Viola da Gamba am Konservatorium L. Cherubini in Florenz.

Posen (Polen).

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Kammermus ik Plus*29.Ju li–11.August 2012*

KĂźnstlerische Leitung: Xenia Jankovic


Vorwort Verehrtes Publikum, in diesem Jahr darf ich mich zum ersten Mal als künstlerische Leiterin der Kammermusikwochen mit ein paar Worten an Sie wenden. Ich freue mich sehr, dass diese Rolle an mich herangetragen wurde, und übernehme sie sehr gerne. Die Idee und den Geist dieses Festivals, das der verehrte Professor György Sebök vor 26 Jahren gegründet hat und an dem ich seither beteiligt bin, möchte ich unbedingt beibehalten. Es war György Sebök, der in einem Dokumentarfilm von Etienne Blanchon aus dem Jahre 1997, auf einer Bank in Ernen sitzend, sagte: «Menschen, die klüger sind als ich, behaupten, dass es eine Ebene gibt, in der keine Grenzen mehr existieren.» Durch Musik können wir mit Wolfgang Amadeus Mozart, mit Ludwig van Beethoven, mit Galina Ustwolskaja oder mit Philipp Glass «kommunizieren». Durch die Musik wachsen wir und verbinden uns mit dem Genie von Mozart, Haydn, Beethoven oder Bartók und dadurch auch immer wieder mit diesem «Wunder», das über uns allen ist. György Sebök war kein im üblichen Sinne religiöser Mensch, aber er hatte einen sehr wachen Geist – ihm waren viele Ebenen im Kosmos, im Leben auf der Erde und in den Menschen bewusst. Ein «Wunder» war für ihn eben auch, wenn sich eine Verbindung zum Komponisten während des Konzerts ergab oder wenn die Musiker ohne festes «Verabreden» aufeinander im Konzert so reagierten, dass sich alles wie von allein spielte! Was mich an ihm immer so fasziniert hat, war auch seine Fähigkeit, dieses «Wunder» geschehen zu lassen. Wie oft haben wir, als seine Schüler und späteren Kammermusikpartner, diese besonderen Momente mit Dankbarkeit erleben dürfen! 60

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Ich schreibe diese Zeilen an Weihnachten 2011 im schneebedeckten Ernen. Was wird uns wohl das Jahr 2012 bringen?! Auch wenn auf unserer Welt noch viele Kämpfe und viel «Gegeneinander» existieren (wie religiöse, wirtschaftliche, ethnische Kämpfe, Nahrungsüberfluss/Hungersterben, Naturzerstörung), leben wir trotzdem in einer Zeit, in der das Wissen und die Möglichkeit zur Annäherung und zum «Miteinander» grösser sind denn je. In diesem Sinn verstehe ich das diesjährige Motto «Himmel und Hölle». «Himmel» – jene Zeiten der Verbundenheit und der Inspiration, in denen «das Richtige» klar und leicht zu sehen oder zu tun ist – das Miteinander. «Hölle» – die Qual im Chaos, der Kampf, die Isolation – das Gegeneinander. Bei der Programmauswahl habe ich versucht, diese Gegensätze zu veranschaulichen – die verschiedenen Welten der Epochen und der Komponisten mit ihren Ideen und inneren Erlebnissen darzustellen. Die Musik hat diese grosse verbindende Kraft und die Gabe, in den Menschen viele Ebenen zu erwecken und zu öffnen. Besonders heutzutage sehen wir, wie wichtig es ist, miteinander und nicht gegeneinander zu leben und zu agieren! Lassen wir uns alle hier in Ernen durch die Musik und die Kunst dazu inspirieren!  Xenia Jankovic

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Himmlisches Licht Die ganze Welt – Himmel und Erde – wollte Gustav Mahler in seinen Sinfonien darstellen, und auch in seinen Liedern spiegelt sich eine weite Welt. Über vierzig hat er komponiert, mehr als die Hälfte davon auf Gedichte aus der Volksliedersammlung «Des Knaben Wunderhorn». Da finden sich heitere und traurige Lieder, Liebeslieder und geistliche Lieder, humoristische, satirische und sehr traurige Gesänge. Zu den ironisch-tiefgründigen Liedern gehört «Des Antonius von Padua Fischpredigt». Der heilige Antonius findet die Kirche leer vor und geht deshalb zu den Fischen predigen. Die Predigt gefällt ihnen, doch an ihrem Lebenswandel ändert sich nichts. Mit archaisch wirkenden Klängen hat Mahler diese «Satire auf das Menschenvolk» eingefärbt. – Unbeschwert heiter kommt das «Rheinlegendchen» daher. Es erzählt die Geschichte eines Rings, den ein Mädchen in den Rhein wirft, der aber wunderbarerweise auf dem Fischteller des Königs landet und wieder zum Mädchen und ihrem Liebsten zurückfindet. – Traurig stimmt in «Das irdische Leben» das tragische Schicksal eines hungernden Kindes, das seine Mutter um Brot bittet, von ihr aber immer wieder auf den nächsten Tag vertröstet wird. Als das Brot endlich gebacken ist, ist das Kind tot. Beklemmend wirken in Mahlers Vertonung die stürmische Klavierbegleitung, die Angstrufe des Kindes und die eintönige Antwort der Mutter. – Das reichlich doppeldeutige Lied «Das himmlische Leben» beschreibt den Himmel kindlich-naiv als ein Paradies, wo es die köstlichsten Speisen gibt, die schönste Musik erklingt und alles Böse sich zum Guten wendet. – Dass Abschied, Leid und Tod Themen waren, mit denen sich Mahler ein Leben lang immer wieder beschäftigte, kommt im Lied «Nicht Wiedersehen!» zum Ausdruck. Ein Bursche nimmt Abschied von seinem Schatz, geht auf Wanderschaft und findet, als er zurückkommt, seinen Schatz tot. Leidenschaftliche Ade-Rufe und Klavierbässe, die wie ferne Totenglocken klingen, prägen Mahlers Vertonung. – Im Lied «Urlicht», das Mahler mit einem choralartigen Satz gestaltet, führt das menschliche Leid zur Suche und Sehnsucht nach Gott und schliesslich zur Erfahrung eines Lichts, das dem Menschen ewig leuchten wird. Der amerikanische Komponist Philip Glass konnte im Januar dieses Jahres seinen 75. Geburtstag feiern. Er gilt als einer der produktivsten und bekanntesten Komponisten der Gegenwart und wurde mit seinen Filmmusiken zum Weltstar. Glass selber bezeichnet sich vor allem als Theaterkomponisten, hat er doch bis jetzt 23 Opern geschrieben. In seiner letzten Oper, «Kepler», konzipierte er die Figur des Titelhelden Johannes Kepler für den Bariton Martin Achrainer. Die erfolgreiche Zusammenarbeit inspirierte Glass dazu, für den jungen Sänger einen eigenen Liederzyklus zu komponieren: «The Songs of Milarepa», drei Lieder auf Gedichte des im 11. Jahrhundert lebenden tibetischen Poeten Milarepa. Der ursprünglich aus der jüdischen Tradition kommende Komponist, der sich seit Jahren mit dem Buddhismus beschäftigt, hat Milarepas Verse in seinem charakteristischen hypnotisch-repetitiven Stil vertont.  Rolf Grolimund

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29.JULI* Liederrezital mit Martin Achrainer, Bassbariton, und Maki Namekawa, Klavier Sonntag, 29. Juli 2012, 18 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 17 Uhr im Tellenhaus Ernen

Gustav Mahler 1860–1911 «Des Antonius von Padua Fischpredigt» «Rheinlegendchen» «Das irdische Leben» aus «Des Knaben Wunderhorn» «Das himmlische Leben» aus der 4. Sinfonie G-Dur «Nicht wiedersehen!» «Urlicht» aus «Des Knaben Wunderhorn» Pause Philip Glass *1937 «Songs of Milarepa» Widmung für Maki Namekawa und Martin Achrainer Uraufführung

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Aufgehendes Licht Im Jahr 1785 oder 1786 erhielt Joseph Haydn von einem spanischen Domherrn in Cádiz den Auftrag für eine instrumentale Passionsmusik über die sieben letzten Worte Christi am Kreuze. Mit Melodien, die zu den lateinischen Bibelworten entwickelt sind, mit verschiedensten musikalisch-rhetorischen Figuren und Ausdrucksgesten drückt Haydn seine Empfindung des Passionsgeschehens aus. Sie äussert sich in den Seufzerfiguren der ersten Sonate («Vater, verzeihe ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun»), im Gang von der dunklen Tonart f-Moll zum «paradiesischen» C-Dur in der zweiten («Wahrlich, ich sage dir: heute wirst du mit mir im Paradiese sein») und im lieblichen Dialog mit der Mutter in der dritten («Frau, sieh, das ist dein Sohn; und du, sieh, das ist deine Mutter»). Schmerzliche Fragegesten und stockende Bewegungen bringt die vierte Sonate («Vater, warum hast du mich verlassen?»), trockene Pizzicati zeichnen den dürstenden Christus in der fünften («Mich dürstet»). In der sechsten Sonate («Es ist vollbracht») kommt nach düsterem Beginn Hoffnung auf Erlösung zum Ausdruck, und in der siebenten («Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist») weisen die gedämpften Streicher wohl auf die geschwächte Stimme des Heilands kurz vor seinem Tod hin. Mit dem Erdbeben («Il terremoto») schliesst Haydn die Passionsmusik ab. Von der österreichischen Agentur «Tirol Werbung» erhielt der amerikanische Komponist Philip Glass im Jahre 2000 den Auftrag für die Musik zu einem Werbefilm. Entstanden ist ein dreisätziges Werk mit dem Titel «Tirol Concerto for Piano and Orchestra». Glass verarbeitet darin ein Tiroler Marienlied, das zu Beginn des Werks vom Soloinstrument vorgestellt wird und dessen Melodie dann in repetitiven Mustern, wie sie für Glass charakteristisch sind, immer wieder aufklingt. Im Mittelpunkt des Werks steht der langsame und lyrische Mittelsatz: eine Filmmusik, die grosse Ruhe ausstrahlt und zu der das im Werbefilm gezeigte Bild eines über den Tiroler Bergen kreisenden Adlers wunderbar passt. Das Concerto schliesst mit einem lebhaften und munteren Wechselspiel zwischen Klavier und Streichorchester – mit wiederum vielen repetitiven Elementen. In Amerika gilt er als einer der originellsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, doch hierzulande kennt man ihn kaum. Dabei hat er rund 500 Werke komponiert, darunter mehr als 60 Sinfonien: Alan Hovhaness, 1911 in Somerville in Massachusetts geboren, im Jahr 2000 in Seattle gestorben. Er war der Sohn eines Armeniers und einer Amerikanerin mit schottischen Vorfahren. Sein Klavierkonzert «Loudsadzak» hat er 1944 komponiert. Der Titel ist armenisch und bedeutet «aufgehendes Licht». Seit seiner Kindheit hat sich Hovhaness für Meditation und Mystik interessiert, später beschäftigte er sich intensiv mit der Musik Indiens und der Musik der alten Armenier. Orientalisch beeinflusst ist denn auch sein Klavierkonzert, in dem er alte armenische Saiteninstrumente wie die Tar (eine orientalische Laute), das Canoon (ein zitherähnliches Instrument) und die Saz (eine Langhalslaute) imitiert. Rolf Grolimund

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31.JULI* Orchesterkonzert 1 Dienstag, 31. Juli 2012, 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Joseph Haydn 1732–1809 «Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze» Hob. XX:2 L’Introduzione (Maestoso ed adagio) Sonata I (Largo) Sonata II (Grave e cantabile) Sonata III (Grave) Festivalorchester Philip Glass *1937 «Tirol Concerto» für Klavier und Streichorchester Satz I Satz II Satz III Dennis Russell Davies, Klavier Festivalorchester Pause Alan Hovhaness 1911–2000 «Lousadzak», Konzert für Klavier und Streichorchester op. 48 Maki Namekawa, Klavier Festivalorchester Joseph Haydn «Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze» Hob. XX:2 Sonata IV (Largo) Sonata V (Adagio) Sonata VI (Lento) Sonata VII (Largo) Il terremoto (Presto e con tutta la forza) Festivalorchester

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Spannungsvolle Kontraste Berlin 1847: In einer der Sonntagsmusiken im Mendelssohnschen Elternhaus an der Leipziger Strasse wird das Klaviertrio d-Moll von Fanny Hensel-Mendelssohn mit beachtlichem Erfolg aufgeführt. Es ist ihr letztes grosses Werk. Fünf Wochen später stirbt sie im Alter von nur 46 Jahren an einem Gehirnschlag. Russland 1959: In Leningrad komponiert die vierzigjährige Galina Ustwolskaja das Grosse Duett für Cello und Klavier. Es ist eines der wenigen Werke einer Komponistin, die von sich sagte: «Ich schreibe dann, wenn ich in einen Gnadenzustand gerate. Danach ruht das Werk eine Zeitlang, und wenn seine Zeit gekommen ist, gebe ich es frei. Wenn seine Zeit nicht kommt, vernichte ich es.» Einige Jahre später, 1964, schreibt sie das Duett für Violine und Klavier. Es bleibt ihr einziges Werk in den sechziger Jahren. Beide Duette sind Ausdruck einer eigenwilligen Komponistin, die in der damaligen Sowjetunion wenig beachtet wurde, die aber unbeirrt und kompromisslos ihren Weg ging. In der Gegenüberstellung von Fanny Hensel-Mendelssohns Triosätzen und Galina Ustwolskajas Duettsätzen ergibt sich ein höchst spannungsvoller und kontrastreicher Ablauf. Vom ersten bis zum letzten Satz spannt sich ein grosser Bogen mit unerwarteten Klangwechseln. So folgen auf die Schlussakkorde eines romantischleidenschaftlichen Sonatensatzes aufgeregte Klaviertöne in extrem hoher und tiefer Lage und auf die motorischen Bewegungsmotive von Cello und Klavier ein liedhaftes Andante für Klaviertrio, dem sich im Duett von Violine und Klavier eine schmerzliche, stockende, spannungsgeladene und schliesslich mehr und mehr verstummende Musik anschliesst. Sándor Veress studierte in Budapest bei Béla Bartók und Zoltán Kodály. 1949 emigrierte er in die Schweiz und wurde Lehrer am Konservatorium Bern, wo er zahlreiche namhafte Schweizer Komponisten unterrichtete. In den fünfziger Jahren setzte er sich intensiv mit der Wiener Schule auseinander, und 1954 entstand mit dem Streichtrio sein erstes Werk in Zwölftontechnik. Allerdings ist davon vor allem im ersten Satz wenig zu spüren, denn Veress komponierte, wie er selbst anmerkte, das Thema «gleichwohl als Melodie». Ernst und dunkel klingt dieser erste Satz, der zweite dagegen wirkt mit den auffälligen Pizzicato-Folgen und Klopfsignalen farbiger, wilder, vorwärtsdrängender. Schwungvoll und vorwärtsdrängend beginnt auch das Streichquintett in B-Dur von Felix Mendelssohn. Nach einer äusserst anstrengenden Arbeitsphase mit Aufgaben in Berlin, Leipzig und London hatte sich der 36jährige Komponist im Frühjahr 1845 in das etwas ruhigere Frankfurt zurückgezogen, genoss mit seiner Frau Cécile und den vier Kindern das Familienleben und komponierte. Neben anderen Werken entstand in diesen glücklichen Monaten das überwiegend in freundlichem Ton gehaltene B-Dur-Quintett. Nur der langsame Satz in d-Moll bringt mit seinem punktierten Thema und seinen chromatischen Fortschreitungen einen etwas ernsteren Ton ins Werk. Aber auch dieser Satz endet mit einer feierlich-strahlenden D-DurMelodie.  Rolf Grolimund 66

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2.AUGUST* Kammerkonzert 1 Donnerstag, 2. August 2012, 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Fanny Hensel-Mendelssohn 1805–1847 im Wechsel mit Galina Ustwolskaja 1919–2006 Allegro molto vivace aus dem Klaviertrio d-Moll op. 11 1. Satz aus Grosses Duett für Violoncello und Klavier (1959) Andante espressivo aus dem Klaviertrio d-Moll op. 11 3. Teil aus Duett für Violine und Klavier (1964) Lied: Allegretto aus dem Klaviertrio d-Moll op. 11 2. und 3. Satz aus Grosses Duett für Violoncello und Klavier (1959) Finale: Allegro moderato aus dem Klaviertrio d-Moll op. 11 Lily Francis, Violine Xenia Jankovic, Violoncello Alasdair Beatson, Klavier Pause Sándor Veress 1907–1992 Streichtrio (1954) Andante – Allegro molto Elisabeth Kufferath, Violine Mark Holloway, Viola Adrian Brendel, Violoncello Felix Mendelssohn Bartholdy 1809–1847 Streichquintett B-Dur op. 87 Allegro vivace – Andante scherzando – Adagio e lento – Allegro molto vivace Ulrike-Anima Mathé, Violine Kjell Arne Jørgensen, Violine Ylvali Zilliacus, Viola Petra Vahle, Viola Alexander Gebert, Violoncello

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Zwischen Verzweiflung und Vollkommenheit Die Unterschiede könnten kaum grösser sein: musterhafte Fugen, strenger Kanon und spätbarocke Klangrede in Bachs «Kunst der Fuge», melancholische Melodien, rhapsodische Episoden, schroffe Klänge, obsessive Akkordwiederholungen und wilde Volkstanzmelodien in Weinbergs Klavierquintett aus dem Jahre 1944. Rund zwei Jahrhunderte liegen die beiden Werke auseinander. Die Gegenüberstellung führt zu Überraschungen und sensibilisiert die Ohren für die Melodielinien in Bachs Fugen und für die Klangfarben in Weinbergs Quintettsätzen. Mehr als einmal geriet der 1919 in Warschau geborene Komponist Mieczysław Weinberg in grösste Verzweiflung. Aus einer jüdischen Familie stammend, musste er 1939 in die Sowjetunion fliehen. Seine Eltern wurden von den Nazis ermordet, sein Schwiegervater starb unter dem Stalin-Regime, er selbst wurde im Zuge von Stalins Säuberungsaktionen für einige Wochen verhaftet. Nur mit Glück und dank dem Einsatz seines Freundes und Förderers Dmitri Schostakowitsch überlebte er die Stalin-Ära. Johann Sebastian Bachs «Kunst der Fuge» enthält 16 Fugen und 4 Kanons, denen ein einziges musikalisches Thema zugrunde liegt. Die Grundgestalt dieses Themas wird im ersten Contrapunctus – so der Titel der Fugen – vorgestellt. In Contrapunctus 12 und 13 vollbringt Bach ein ganz besonderes Meisterstück: Nach der ersten Fuge folgt jeweils eine sogenannte Spiegelfuge (contrapunctus inversus), in der die Intervalle umgekehrt sind und die tiefste Stimme zur höchsten wird, womit sich ein Spiegelbild zur ersten ergibt. Dabei ging es dem in theologischem Denken verwurzelten Bach auch in der «Kunst der Fuge» gewiss nicht nur um reine Kunststücke, sondern um tiefere Inhalte. So haben Bach-Exegeten beispielsweise den Dreierrhythmus im Contrapunctus 12 als das Vollkommene, das Himmlische, als göttliche Trinität und die Spiegelfuge als Abbild der dem Menschen geschenkten göttlichen Gnade gedeutet. Die letzte Fuge – die Fuga a 3 soggetti – ist nur als Fragment überliefert. Sie bricht nach 240 Takten ab. «Es ist eines der Werke, die meinem Namen am würdigsten sind», meinte Ludwig van Beethoven zu seinem Streichquartett a-Moll op. 132, das er im Juli 1825 vollendet hatte. Es gehört zu seinen berühmten letzten Streichquartetten, die von seinen Zeitgenossen nicht mehr verstanden, die später aber als das Höchste bezeichnet wurden, das nur einer wie der taube Beethoven schaffen konnte, der nicht mehr «von dieser Welt» zu sein schien. Immerhin erlebte aber gerade das a-Moll-Quartett bei der ersten öffentlichen Aufführung im September 1825 einen überraschenden Erfolg. Ob es vielleicht am dritten Satz lag? Über den hatte Beethoven die Worte gesetzt: «Heiliger Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart». Beethoven war im Frühjahr erkrankt und musste die Arbeit an diesem Werk mehrere Wochen lang unterbrechen. In diesem mittleren Satz nun wechselt ein Choralgesang in alter Kirchentonart mit einem bewegteren Teil in freundlichem D-Dur ab, über dem die Worte stehen «Neue Kraft fühlend».  Rolf Grolimund

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4.AUGUST* Kammerkonzert 2 Samstag, 4. August 2012, 18 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 17 Uhr im Tellenhaus Ernen

Johann Sebastian Bach 1685–1750 «Die Kunst der Fuge» BWV 1080 im Wechsel mit Mieczysław Weinberg 1919–1996 Klavierquintett f-Moll op. 18 Contrapunctus 1 Moderato con moto Contrapunctus 12 (rectus) Allegretto Contrapunctus 12 (inversus) Presto Contrapunctus 13 (rectus und inversus) Largo Canon alla ottava Allegro agitato Thomas Gould, Violine Kjell Arne Jørgensen, Violine Lily Francis, Violine Ulrike-Anima Mathé, Violine Mark Holloway, Viola Petra Vahle, Viola Adrian Brendel, Violoncello Alexander Gebert, Violoncello Arnulf Ballhorn, Kontrabass Paolo Giacometti, Klavier Pause Johann Sebastian Bach aus «Die Kunst der Fuge» BWV 1080 Fuga a 3 soggetti (Contrapunctus 14) unvollendet Alasdair Beatson, Klavier Ludwig van Beethoven 1770–1827 Streichquartett Nr. 15 a-Moll op. 132 Assai sostenuto-Allegro Allegro ma non tanto Molto adagio Alla marcia, assai vivace Allegro appassionato Elisabeth Kufferath, Violine Corey Cerovsek, Violine Ylvali Zilliacus, Viola Xenia Jankovic, Violoncello

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5.AUGUST* Jazzkonzert mit der Alex Rüedi Big Band und den Teilnehmenden der Kammermusikwochen Sonntag, 5. August 2012, 18 Uhr, Kirche Ernen

Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791 Sinfonie Nr. 40 g-Moll KV 550 Bearbeitung von Gordon Goodwin *1955 Johann Sebastian Bach 1685–1750 2 Part Invention in D minor Bearbeitung von Gordon Goodwin *1955 Alex Rüedi *1958 «Morning in Salina» für Big Band und Streichorchester Phil Woods *1931 «Paul» für Big Band und Streichquartett «Gary» für Big Band und Streichquartett «Julian» für Big Band und Streichquartett

Alex Rüedi Big Band Die Alex Rüedi Big Band ist ein Jazzorchester, bestehend aus 18 Musikern aus dem Wallis. Die Bezeichnung «Big Band» ergibt sich aus der Besetzung: 5 Saxophone, 4 Trompeten, 4 Posaunen, Piano, Gitarre, Schlagzeug und Bass. Bandleader Alex Rüedi gründete 1986 zusammen mit dem Pianisten Stefan Ruppen und einer Handvoll Jazzbegeisterten die Alex Rüedi Big Band. Im Laufe zweier Jahrzehnte wurde die Big Band dank einer regen Konzerttätigkeit im In- und Ausland vom Exoten zu einem festen Bestandteil der Oberwalliser Musiklandschaft. Die modernere Big-Band-Literatur steht im Vordergrund ihres Repertoires. Sie ist aber nicht abgeneigt, auch Werke von alten Meistern wie Glenn Miller, Duke Ellington, Count Basie und anderen zu interpretieren. Sie spielt auch Eigenkompositionen von ihrem Leader Alex Rüedi. Alex Rüedi studierte Jazz an der Swiss Jazz School in Bern und Klassik an der Musikakademie in Basel. Er spielt in diversen Bands und Ensembles im Ober- und Unterwallis.

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Musikalische Höllenimpression Unterweltszenen und Höllenfahrten gehören zu den spektakulären Szenen in der Oper: Orpheus wagt den Gang in die Unterwelt, Faust geht dort seiner Verdammnis entgegen, Don Giovanni wird von den Flammen der Hölle verschlungen. Eher ungewöhnlich ist die Darstellung der Hölle in einem Kammermusikwerk. Mit dissonanten Akkorden in tiefster Lage des Klaviers zeichnet der französische Komponist Charles Valentin Alkan im zweiten Satz – «L’Enfer» – seines «Grand Duo concertant» die schauerliche Atmosphäre der Unterwelt. Zwar hellt sich die Stimmung auf, wenn – wie aus der Ferne – eine verklärte Musik einsetzt. Doch dann erlischt dieser Hoffnungsschimmer, die tiefen Akkorde kehren wieder, und der Klagegesang der Violine scheint in die Hölle zu versinken. Alkan, 1813 in Paris geboren, ein hervorragender Pianist und Zeitgenosse von Chopin und Liszt, schrieb vor allem Klaviermusik und überraschte immer wieder mit neuen Ideen, so auch im Klaviertrio op. 30. Im dritten Satz dieses um 1840 komponierten Werks stellt er die zwei Streichinstrumente kontrastreich dem Klavier gegenüber, indem er Violine und Cello ein ruhiges, choralartiges Thema spielen und das Klavier mit einem leidenschaftlichen Rezitativ darauf antworten lässt. Der eigenartige Dialog wird kurzgliedriger, steigert sich dann zu einem pathetischen Tremolo und findet zurück zu zarten Klängen. Der Name André Caplet ist heute vor allem bekannt, weil dieser französische Komponist Werke seines Freundes Claude Debussy kongenial orchestriert hat. Caplet war auch ein bedeutender Dirigent; doch wegen einer Gasvergiftung, die er sich im Ersten Weltkrieg zugezogen hatte, musste er seine Dirigiertätigkeit aufgeben und widmete sich fortan ganz dem Komponieren. Eines seiner letzten Werke ist der «Conte fantastique» nach der Erzählung «Die Maske des roten Todes» von Edgar Allan Poe. Ein Prinz veranstaltet einen pompösen Maskenball, ungeachtet einer schrecklichen Seuche, des roten Todes, die rundherum wütet und bereits viele Opfer gefordert hat. Während des Balls nun bahnt sich Unheil an. Um Mitternacht erscheint eine Gestalt in der Maske des roten Todes. Sie tötet den Prinzen und beginnt uneingeschränkt zu herrschen. Mit faszinierenden Klängen bringt Caplet die beklemmende Atmosphäre und die Angst zum Ausdruck, die sich nach und nach breitmacht. Dabei setzt er verschiedene ungewöhnliche Spieltechniken ein wie etwa das Klopfen auf den Resonanzboden beim Erscheinen des Todes. Nur zwei Klavierquartette hat Wolfgang Amadeus Mozart komponiert, beide im Jahr 1786. Das zweite – das Quartett in Es-Dur – ist wenige Wochen nach der Uraufführung der Oper «Le nozze di Figaro» entstanden. Mozart geht mit der gegenüber dem Klaviertrio um eine Bratsche erweiterten Besetzung phantasievoll um und stellt dem Klavier oft das Streichtrio gegenüber. Ein besonderes Juwel ist der lyrische und harmonisch farbige zweite Satz in As-Dur mit ab und zu auch dunkleren Untertönen. Stärker als in den ersten beiden Sätzen tritt das Klavier im dritten Satz konzertant hervor und wetteifert mit den Streichern.  Rolf Grolimund

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6.AUGUST* Kammerkonzert 3 Montag, 6. August 2012, 20 Uhr, Rittersaal im Stockalperschloss Brig

Charles Valentin Alkan 1813–1888 «L’enfer» aus dem Grand Duo concertant für Violine und Klavier Thomas Gould, Violine Paolo Giacometti, Klavier Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791 Klavierquartett Es-Dur KV 493 Allegro – Larghetto – Allegretto Paolo Giacometti, Klavier Hansheinz Schneeberger, Violine Petra Vahle, Viola Alexander Gebert, Violoncello Pause André Caplet 1878–1925 Conte fantastique (1922/1923) nach «Die Maske des roten Todes» von Edgar Allan Poe Anne-Sophie Bertrand, Harfe Daniel Bard, Violine Elisabeth Kufferath, Violine Mark Holloway, Viola Arnulf Ballhorn, Kontrabass Charles Valentin Alkan Klaviertrio g-Moll op. 30 Assez largement – Scherzo. Très vite – Lentement – Finale. Vite Corey Cerovsek, Violine Adrian Brendel, Violoncello Alasdair Beatson, Klavier

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Sehnsucht nach dem himmlischen Paradies Zusammen mit Stücken wie «La chapelle de Guillaume Tell» und «Au lac de Wallenstadt» hat Franz Liszt die Komposition «Vallée d’Obermann» in den Klavierband «Années de pèlerinage – Suisse» aufgenommen. Doch ein Tal mit diesem Namen gibt es nicht. Liszt bezieht sich hier auf einen Briefroman von Etienne Pivert de Senancour und stellt musikalisch die Seelenlage der Romanfigur Obermann dar, die in der Natur ihr Heil sucht, deren Sehnsucht jedoch keine Erfüllung findet. Um 1880, gut vierzig Jahre nach der Erstfassung der Klavierkomposition, arrangierte der dänische Komponist Eduard Lassen – ein Schüler von Liszt und sein Nachfolger als Kapellmeister am Weimarer Hof – eine Fassung für Klaviertrio, die dann Liszt höchstpersönlich noch mit einer Einleitung und einem Epilog ergänzte. Den Obertitel «Tristia» entnahmen die beiden einer Sammlung mit drei Trauermusiken von Hector Berlioz. Leidenschaftlich und melancholisch klingt das Streichquartett, das Gabriel Fauré in seinem letzten Lebensjahr komponiert hat, ein Werk mit französischem Klangraffinement und ausdrucksvollen Themen, die kunstvoll miteinander verwoben sind. Nach dem grossen Erfolg des Klaviertrios 1923 wagte er sich endlich – und ganz im Geheimen – an diese Gattung. Denn zu übermächtig hatte auf ihn bislang das grosse Vorbild Beethovens gewirkt. Jetzt ging Fauré auf die achtzig zu, war völlig ertaubt, wurde rasch müde und musste immer wieder Arbeitspausen einschalten. Mit letzter Kraft brachte er das Werk zu Ende; lediglich Angaben zur Dynamik, Artikulation und Phrasierung konnte er nicht mehr selber beifügen. Diese Arbeit übertrug er seinem Schüler Jean-Roger Ducasse. Nur wenige Wochen später starb Fauré. An der Trauerfeier erklang sein «Requiem», das er fast ein halbes Jahrhundert zuvor komponiert und in dem er die Vision eines himmlischen Paradieses dargestellt hatte. Hoffnungsvoll endet auch sein Streichquartett. Anton Bruckner, der grosse Sinfoniker der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, komponierte das Streichquintett in F-Dur in den Jahren 1878/1879. Der dritte Satz ist ein ruhiges, in sich gekehrtes Stück mit einem breit strömenden ersten Thema und einem sehnsuchtsvollen zweiten Thema, das von der Bratsche angestimmt wird. Dieses Adagio steht der Ausdruckswelt von Bruckners Sinfonien sehr nahe. Es ist eine Musik, die der irdischen Welt entrückt zu sein scheint. Die «Musik für sieben Saiteninstrumente» aus dem Jahre 1911 ist das vielversprechende Werk eines jungen Komponisten, der schon drei Jahre später 28jährig im Ersten Weltkrieg ums Leben kommen sollte: Rudi Stephan, 1887 in Worms geboren, hatte in München Werke von Richard Strauss, Arnold Schönberg und Max Reger kennengelernt, ging dann aber als Komponist eigene Wege. Seine unkonventionellen Werke fanden bald Beachtung, und nach der Uraufführung seiner zweisätzigen «Musik für sieben Saiteninstrumente» 1912 in Danzig beschrieb der Musikkritiker Paul Bekker das Werk als «hervorragende Leistung eines bizarr-phantastischen, aber selbständigen und reichen Talents.»  Rolf Grolimund

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8.AUGUST* Kammerkonzert 4 Mittwoch, 8. August 2012, 20 Uhr, Kirche Ernen Konzerteinführung um 19 Uhr im Tellenhaus Ernen

Franz Liszt 1811–1886 Tristia – Vallée d’Obermann Bearbeitung für Klaviertrio von Eduard Lassen und Franz Liszt (1880) Thomas Gould, Violine Adrian Brendel, Violoncello Paolo Giacometti, Klavier Gabriel Fauré 1845–1924 Streichquartett e-Moll op. 121 Allegro moderato – Andante – Finale: Allegro Hansheinz Schneeberger, Violine Ulrike-Anima Mathé, Violine Petra Vahle, Viola Xenia Jankovic, Violoncello Pause Anton Bruckner 1824–1896 Adagio aus dem Streichquintett F-Dur WAB 112 Thomas Gould, Violine Daniel Bard, Violine Mark Holloway, Viola Ylvali Zilliacus, Viola Adrian Brendel, Violoncello Rudi Stephan 1887–1915 Musik für sieben Saiteninstrumente (1911) Anne-Sophie Bertrand, Harfe Alasdair Beatson, Klavier Daniel Bard, Violine Corey Cerovsek, Violine Ylvali Zilliacus, Viola Alexander Gebert, Violoncello Arnulf Ballhorn, Kontrabass

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Klagegesang und Totentanz In den Jahren 1792/93 hat Joseph Haydn – damals 60 Jahre alt – sechs Streichquartette komponiert, die er dem ungarischen Grafen Anton Apponyi widmete, die aber wohl für Aufführungen in London gedacht waren. Das letzte dieser Werke – das Quartett g-Moll op. 74 Nr. 3 – ist das einzige in Moll. Tatsächlich wirkt es zu Beginn eher ernst, doch der erste und auch der vierte Satz heitern sich rasch nach Dur auf. Das Largo in der weit entfernten Tonart E-Dur ist ein feierlicher Gesang in zarten Farben und hat bei der Uraufführung in London grossen Eindruck hinterlassen. Mit dem Kontrast Hell-Dunkel spielt Haydn auch im Menuett und Trio. Der Übername «Reiterquartett» stammt nicht von Haydn selbst. Er bezieht sich auf die aufspringenden Oktaven zu Beginn des Quartetts und den «galoppierenden» Rhythmus und drängenden Charakter des letzten Satzes. Dem in heiterster Stimmung ausklingenden Haydn-Finale steht mit dem sechsten Streichquartett von Béla Bartók ein Werk tiefernsten Charakters aus dem Jahre 1939 gegenüber. Schon in den ersten Takten erklingt ein Klagelied, gespielt von der Bratsche allein. Diese Melodie, die mit Mesto (traurig) überschrieben ist, leitet auch alle anderen Sätze ein, und im letzten Satz bildet sie das Hauptthema. Auffallend sind im ersten Satz ungarische Züge und in der Marcia kapriziöse und rhapsodische Elemente. Die Burletta dagegen wirkt diabolisch: Bartók setzt Vierteltöne ein und verlangt Effekte wie das Pizzicato-Glissando und das scharfe Anreissen und Zurückschnellen der Saiten auf das Griffbrett. Der letzte Satz ist ein ergreifender Klagegesang, der im Pianissimo ausklingt und den Schmerz zum Ausdruck bringt, den der Komponist im Herbst 1939 – kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges – empfand, als er sich gezwungen sah, seine Heimat zu verlassen. «Wie viel Schlimmes hat sich inzwischen in der ganzen Welt ereignet, Unruhe, Entsetzen», hatte er schon ein Jahr zuvor an seine Frau geschrieben. Bartóks Quartett ist ein Meisterwerk und gleichzeitig die bittere Vorahnung der höllischen Weltereignisse, die bald folgen sollten. Als Franz Schubert im Frühjahr 1824 das Streichquartett «Der Tod und das Mädchen» komponierte, stand er in einer tiefen Lebenskrise. «Ich fühle mich als den unglücklichsten, elendsten Menschen auf der Welt», schrieb er an einen Freund. Dennoch erfasste ihn eine grosse Schaffenskraft, entstanden doch in diesen Tagen das Oktett und zwei Streichquartette. Beim d-Moll-Quartett griff Schubert auf das Lied «Der Tod und das Mädchen» zurück, das er sieben Jahre zuvor komponiert hatte, und zitiert daraus vor allem jene Stelle, wo der Tod als sanfter Verführer auftritt. Der Grundrhythmus des Liedes, die charakteristischen Tonwiederholungen und ganz allgemein das Thema Tod durchziehen alle vier Sätze. Das Finale schliesslich bringt einen im Rhythmus einer Tarantella dahinjagenden Totentanz, und mittendrin erklingt in der Violine eine Melodie, die an den verführerischen Lockruf des Todes aus dem «Erlkönig» erinnert: «Du liebes Kind, komm geh mit mir».  Rolf Grolimund

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9.AUGUST* Kammerkonzert 5 mit den Teilnehmenden des Meisterkurses für Kammermusik Donnerstag, 9. August 2012, 20 Uhr, Kirche Ernen Joseph Haydn 1732–1809 Streichquartett g-Moll Hob. III:74 «Reiterquartett» Allegro Largo assai Menuet. Allegretto Finale. Allegro con brio Eugenia Ottaviano, Violine Jordi Rodrígues Cayuelas, Violine Magdalena Hätl, Viola Lukas Wittermann, Violoncello Béla Bartók 1881–1945 Streichquartett Nr. 6 Sz 114 Mesto-Vivace Mesto-Marcia Mesto-Burletta: Moderato Mesto Eugenia Ottaviano, Violine Jordi Rodrígues Cayuelas, Violine Magdalena Härtl, Viola Lukas Wittermann, Violoncello Pause Franz Schubert 1797–1828 Streichquartett d-Moll D 810 «Der Tod und das Mädchen» Allegro Andante con moto Scherzo: Allegro molto-Trio Presto Nikola Pancic, Violine Franziska Hahn, Violine Ivan Kneževic, Viola Mladen Miloradovic, Violoncello Kammermusik plus

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Pastorale Idylle und teuflische Fuge In seiner im Jahre 1713 erschienenen Schrift «Das Neu-Eröffnete Orchestre» schreibt der Hamburger Musiktheoretiker und Komponist Johann Mattheson zum Begriff «Konzerte», dass diese «also gesetzet sind, dass eine jede Partie sich zu gewisser Zeit hervorthut und mit den andern Stimmen gleichsam um die Wette spielet». Seit dem 17. Jahrhundert gehören Konzerte für ein Soloinstrument und Orchester im Konzertleben zu den bevorzugten Gattungen. Weniger oft zu hören sind Werke für zwei und mehr Soloinstrumente mit Orchester. Dabei sind gerade auch solche Konzerte durchaus reizvoll und geben den Solisten Gelegenheit, untereinander und mit dem Orchester in Dialog zu treten. Johann Sebastian Bach beginnt sein Doppelkonzert d-Moll mit einem vitalen Fugenthema, bevor die beiden Geigen solistisch hervortreten, ein neues Thema präsentieren und gleichberechtigt duettieren. Bach verbindet in diesem Werk geschickt Konzertform und kontrapunktische Technik. Eine ergreifende Musik bringt der pastorale zweite Satz mit dem lieblichen Dialog der beiden Violinen und den wiegenden Akkorden des Orchesters. Eine Fuge erklingt auch mitten in Edward Elgars «Introduktion und Allegro für Streichquartett und Streichorchester». In einem Brief bezeichnete sie der Komponist als «eine Fuge, die den Teufel im Leib hat». Er wusste wohl, wie sehr das britische Publikum Fugen liebte, meinte er doch einmal scherzhaft, Kanon und Fuge seien die wahre Religion Englands. Elgar erweist sich auch als vorzüglicher Meister der Instrumentierung, entlockt er doch dem Streichquartett und dem Streichorchester vielfältigste Nuancen und Wirkungen – von kraftvollen Akkorden gleich zu Beginn bis zu äusserst zart vorgetragenen und begleiteten Themen. Der ungarische Komponist Leó Weiner blieb als Komponist ein Romantiker – dies im Unterschied zu seinen fast gleichaltrigen Kollegen Bartók und Kodály, mit denen er aber durchaus das Interesse an volksmusikalischen Quellen teilte. Weiners Œuvre umfasst Klavierwerke, Orchester- und Kammermusik. Einige seiner Kompositionen bearbeitete er für unterschiedliche Besetzungen. So ist die Romanze op. 29 für Cello, Harfe und Streichorchester aus dem Jahre 1944 eine Bearbeitung einer Romanze für Cello und Klavier, die schon 1921 entstanden ist. In späteren Jahren hat Weiner vor allem als Lehrer für Kammermusik gewirkt. Zu seinen Schülern zählten berühmte ungarische Musiker wie Antal Doráti, Georg Solti und György Sebök. Im Sommer 1803 stiess der damals 71jährige Joseph Haydn beim Stöbern in seinen alten Noten auch auf ein Konzert mit einer ungewöhnlichen Besetzung: ein Konzert für ein Solo-Tasteninstrument und eine Solo-Geige. «Habe ich vor 50 Jahren für meine Schwägerin bei ihrer Introduktion ins Kloster komponiert», soll er gesagt haben. Es ist sehr wohl möglich, dass es sich dabei um das Doppelkonzert F-Dur Hob. XVIII:6 handelte, ein Werk, in dem Klavier, Violine und das Orchester friedlich miteinander wetteifern, ein Konzert, das heiter klingt und – einer spätbarocken Kirche ähnlich – himmlisches Licht durchschimmern lässt.  Rolf Grolimund 78

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10.AUGUST* Orchesterkonzert 2 Freitag, 10. August 2012, 20 Uhr, Kirche Ernen

Johann Sebastian Bach 1685–1750 Doppelkonzert d-Moll für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo BWV 1043 Vivace – Largo ma non tanto – Allegro Hansheinz Schneeberger, Violine Ulrike-Anima Mathé, Violine Festivalorchester Edward Elgar 1857–1934 Introduktion und Allegro für Streichquartett und Streichorchester op. 47 Corey Cerovsek, Violine Thomas Gould, Violine Mark Holloway, Viola Adrian Brendel, Violoncello Festivalorchester Pause Leó Weiner 1885–1960 Romanze für Violoncello, Harfe und Streichorchester op. 29 Xenia Jankovic, Violoncello Anne-Sophie Bertrand, Harfe Festivalorchester Joseph Haydn 1732–1809 Konzert für Klavier, Violine und Streicher F-Dur Hob. XVIII:6 Allegro moderato – Largo – Allegro Paolo Giacometti, Klavier Elisabeth Kufferath, Violine Festivalorchester

Kammermusik plus

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Idylle pastorale et fugue endiablée Dans un traité intitulé «Das Neu-Eröffnete Orchestre» [Le nouvel orchestre] paru en 1713, le théoricien de la musique et compositeur hambourgeois Johann Mattheson évoque aussi la notion de «Concert» (concerto), pièce «aménagée de manière à ce que chacune des parties soit mise en valeur à tour de rôle et se trouve en quelque sorte en concurrence avec les autres voix». Depuis le XVIIe siècle, le concerto pour instrument soliste et orchestre fait partie des formes les plus appréciées dans les concerts. Plus rarement, on trouve aussi des concerti comptant deux instruments solistes (voire davantage) et orchestre; les formations de ce type ont un charme particulier et permettent aux solistes d’entrer en dialogue avec l’orchestre. Jean-Sébastien Bach commence son double concerto en ré mineur par un thème fugué plein de vitalité, préparant ainsi l’entrée des violons solos, à qui il confie un nouveau thème en forme de duo avec des rôles équivalents. Dans cette œuvre, Bach allie habilement la forme concerto et l’écriture contrapunctique. Le deuxième mouvement est d’inspiration pastorale et nous livre un dialogue émouvant entre les deux violons solistes, accompagné par les ondulations souples de l’orchestre. La forme fuguée apparaît également au milieu de l’«Introduction et allégro» pour quatuor à cordes et orchestre à cordes d’Edward Elgar. Dans une lettre, le compositeur décrit cette pièce comme «une fugue qui a le diable au ventre». Bien conscient de la sympathie que le public anglais portait à cette forme, le compositeur fit remarquer un jour que le canon et la fugue sont la véritable religion de l’Angleterre. Dans cette «Introduction et allégro», Elgar révèle sa maîtrise de l’instrumentation, où le quatuor et l’orchestre expriment les nuances et les effets les plus divers, de la série d’accords vigoureux aux thèmes les plus délicats accompagnés avec une douceur infinie. Le compositeur hongrois Leó Weiner est resté un romantique, contrairement à ses deux collègues quasi contemporains Béla Bartók et Zoltán Kodaly, dont il partageait néanmoins l’intérêt pour les sources de la musique populaire. L’œuvre de Weiner comporte des pièces pour piano et pour orchestre, ainsi que de la musique de chambre ; parmi ces dernières, certaines ont été arrangées par le compositeur pour des formations différentes. Ainsi, sa romance op. 29 pour violoncelle, harpe et orchestre à cordes de 1944 est un arrangement de la romance pour violoncelle et piano qu’il avait composée en 1921. Avec l’âge, l’activité musicale de Weiner s’est concentrée sur l’enseignement de la musique de chambre. Parmi ses élèves, on compte de nombreux musiciens hongrois réputés, tels qu’Antal Doráti, Georg Solti et György Sebök. En été 1803, Joseph Haydn, alors âgé de 71 ans, passait en revue ses partitions et tomba sur une œuvre qu’il avait écrite il y a bien longtemps, pour une formation insolite: un concerto pour instrument à clavier solo et violon solo. «Ecrit il y a 50 ans pour ma belle-sœur à l’occasion de son introduction au couvent», aurait dit le compositeur en retrouvant l’œuvre. Il n’est pas exclu que la citation concerne le double concerto en fa majeur Hob. XVIII:6, une pièce qui se caractérise par la concurrence pacifique que se livrent le clavier, le violon et l’orchestre, un concerto alerte et gai, qui, comme une église du baroque tardif, laisse entrevoir la lumière divine. Rolf Grolimund (traduction: Irène Minder-Jeanneret)

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11 AOÛT* Concert d’orchestre 3 Samedi 11 août 2012 à 20 heures, Fondation Pierre Gianadda, Martigny

Jean-Sébastien Bach 1685–1750 Concerto pour 2 violons et orchestre à cordes en ré mineur BWV 1043 Vivace – Largo ma non tanto – Allegro Hansheinz Schneeberger, violon Ulrike-Anima Mathé, violon Orchestre du Festival d’Ernen Edward Elgar 1857–1934 Introduction et allégro pour quatuor à cordes et orchestra à cordes op. 47 Corey Cerovsek, violon Thomas Gould, violon Mark Holloway, alto Adrian Brendel, violoncelle Orchestre du Festival d’Ernen Pause Leó Weiner 1885–1960 Romance pour violoncelle, harpe et orchestre à cordes op. 29 Xenia Jankovic, violoncelle Anne-Sophie Bertrand, harpe Orchestre du Festival d’Ernen Joseph Haydn 1732–1809 Concerto pour piano, violon et orchestre à cordes en fa majeur   Hob. XVIII:6 Allegro moderato – Largo – Allegro Paolo Giacometti, piano Elisabeth Kufferath, violon Orchestre du Festival d’Ernen Avec le soutien du TCS Section Valais

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Martin Achrainer Bassbariton

Der Bariton mit schweizerisch-österreichischen Wurzeln absolvierte zunächst eine Schauspiel- und Musicalausbildung, bevor er sein Gesangsstudium bei Prof. Rotraud Hansmann in Wien aufnahm. Weitere prägende Lehrer waren Brigitte Fassbaender, Robert Holl, Charles Spencer und Irina Gavrilovici. Bereits während seiner Ausbildung wurde er eingeladen, bei verschiedenen internationalen Opern- und Konzertproduktionen mitzuwirken und wurde schliesslich von 2004 bis 2006 Mitglied des Tiroler Landestheaters. Seit der Saison 2006/07 ist er festes Ensemblemitglied des Landestheaters Linz, wo er in den zentralen Partien seines Faches zu hören ist. So konnte sich Achrainer unter namhaften Dirigenten

Arnulf   Ballhorn  Kontrabass

Arnulf Ballhorn studierte bei Professor Zepperitz an der Hochschule der Künste Berlin und schloss 2004 mit dem Konzert‑ examen ab. Seit 2000 ist er Mitglied des Orchesters der Komischen Oper Berlin. Sein besonderes Interesse gilt der zeitgenössischen Musik, und als Kontrabassist des Kammerensembles Neue Musik Berlin hat er auf vielen internationalen Festivals konzertiert. Seine Kenntnisse des Jazz hat er durch Privatunterricht u.a. bei Miroslav Vitous, Renaud Garcia-Fons und Gary Willis erweitert. Als Tangomusiker hat Arnulf Ballhorn durch die Arbeit mit u.a. Quique Sinesi und Daniel Messina und durch die Gruppe Vibratanghissimo auf sich aufmerksam gemacht.

und Regisseuren wie Dennis Russell Davies, Kurt Masur, Ralf Weikert, Brigitte Fassbaender, Harry Kupfer und Olivier Tambosie ein breites Repertoire in seinem Stimmfach (Oper/Oratorium/Lied) erarbeiten. Martin Achrainer ist Preisträger internationaler Gesangswettbewerbe, u. a. beim Robert-SchumannWettbewerb, Hugo-Wolf-Preis, Gradus ad Parnassum und beim Hilde-Zadek-Bewerb. Komponisten wie Kurt Schwertsik, Alexander Balanescu, Ernst Ludwig Leitner und Ingo Ingensand schrieben Werke für ihn. Mehrere CD- und DVD-Produktionen belegen seine facettenreiche Arbeit.

Kammermusik plus

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Daniel Bard Violine

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Alasdair Beatson Klavier

Der israelisch-kanadische Violinist Daniel Bard begann sein Studium in Haifa bei Avigdor Zamir. Als 13jähriger übersiedelte er nach Toronto, wo er sein Studium bei David Zafer, Lorand Fenyves, Peter Oundjian und David Takeno weiterführte. Seine Leidenschaft für Kammermusik entdeckte Daniel Bard, als er sechs Jahre lang Mitglied des kanadischen Metro String Quartet war, das mit Künstlern wie Menahem Pressler und Gilbert Kalish zusammenarbeitete. Heute tritt er als Violinist und Bratschist regelmässig mit Kammermusikorchestern in Israel, Europa und Nordamerika auf. 2007 war er Mitbegründer vom Trio Mondrian, das 2007 am internationalen Kammermusikwettbewerb in Triest den ersten Preis sowie

Der schottische Pianist Alasdair Beatson konzertiert als Solist und Kammermusiker. In dieser Saison spielt er zum fünften Mal als Solist an der Wigmore Hall in London, konzertierte aber auch mit dem Scottish Ensemble und dem Royal Scottish National Orchestra, an der Schubertiad in Perth, dem Victor Hugo Festival in Guernsey und an Belgiens Resonances Festival. Alasdair Beatson gab mit SOMM Recordings zwei Solo-CDs heraus – die von der Kritik sehr gewürdigt wurden – mit Brahms, Schumann, Grieg und Berg, und eine weitere CD mit Klaviermusik von Mendelssohn, u. a. mit der Schottischen Sonate. Alasdair Beatson arbeitet auch mit dem Doric String Quartet, mit Steven Isserlis, Pekka Kuusisto, Anthony

einen Spezialpreis für die Interpretation von Brahms erhielt. Das Trio tritt seither an renommierten Veranstaltungen und Festivals in Europa und Israel auf und gewann 2008 am Bologna Festival den Publikumspreis sowie 2009 ein Stipendium von BBT Trust. Seit 2003 ist Daniel Bard ein Hauptmitglied der schwedischen Camerata Nordica, zudem ist er Mitglied des norwegischen Kammerorchesters und der Seiler Strings of Toronto. Seit 2009 ist er bei der Amsterdam Sinfonietta tätig. Daniel Bard spielt eine Geige von Giovanni Grancino (1686), die ihm von Yehuda Zispel zur Verfügung gestellt wird.

Marwood und Lawrence Power zusammen, ebenfalls mit den Komponisten George Benjamin, Cheryl Frances-Hoad und Heinz Holliger. Er nimmt regelmässig am IMS Prussia Cove teil und wurde eingeladen, mit dessen Touring Group 2007 und 2011 mitzuspielen. Alasdair Beatson studierte am Royal College of Music bei John Blakely und an der Indiana University bei Menahem Pressler.

Kammermusik plus


Anne-Sophie Bertrand Harfe

Adrian Brendel Violoncello

Die französisch-amerikanische Harfenistin ist in Paris geboren. Ihre Studien bei renommierten Harfenistinnen in London, Lyon und Brüssel fanden in Form zahlreicher Preise und Höchstbewertungen erfolgreiche Bestätigung. Vervollständigt wurde diese bemerkenswerte Laufbahn durch internationale Wettbewerbserfolge und Preise in Cardiff (1994), Brüssel (1995) und London (1998, 1999 und 2005). 2007 wurde ihr der Titel «Associate» von der Royal Academy of Music für herausragende Musiker verliehen. Seit September 2000 ist sie die Soloharfenistin beim Hessischen Rundfunk-Sinfonieorchester Frankfurt am Main. Sie spielt auch im belgischen Kammerorchester Prometheus Ensemble, mit

Adrian Brendel studierte am Winchester College, Cambridge University und am Kölner Musik-Konservatorium sowie bei Alexander Baillie, Miklos Perenyi und William Pleeth. In den letzten Jahren hat er regelmässig an Meisterkursen mit Mitgliedern des Alban-Berg-Quartetts und mit György Kurtág teilgenommen sowie eine enge musikalische Beziehung mit seinem Vater Alfred Brendel gepflegt, mit dem er Beethovens Werke für Klavier und Violoncello aufführt. Als Kammermusiker und als Solist gastierte er u. a. in Grossbritannien, Berlin, Buenos Aires und London, wo er 1999 in der Wigmore Hall sein Début gab. Er arbeitete häufig mit Imogen Cooper, Till Fellner, Daniel Hope, Lawrence Power, seinem Trio mit

dem sie zahlreiche Stücke uraufgeführt hat. Als gefragte Kammermusikerin wird sie regelmässig zum Prussia Cove’s Open Chamber Music in Cornwall eingeladen. Sie ist Preisträgerin der internationalen Wettbewerbe Orpheus und Gaudeamus für die Interpretation zeitgenössischer Musik und gastiert bei Festivals für zeitgenössische Musik. Anne-Sophie Bertrand arbeitete mit vielen berühmten Komponisten unserer Zeit wie Heinz Holliger, Matthias Pintscher, Jörg Widmann, Mark-Anthony Turnage, Pierre Boulez und Mauricio Kagel. Dank ihrer künstlerischen Vielseitigkeit ist sie auch als Dozentin gefragt.

Paul Lewis und Katharine Gowers zusammen und in einem neuen Duo mit Tim Horton. Seit Oktober 2002 ist Adrian Brendel Mitglied der Kammermusik Society des namhaften «CMS2-Projekts Junger Künstler» des Lincoln Center in New York. Er ist Mitbegründer des Music at Plushv, eines Sommer-Musikfestivals, das alljährlich in Dorset im Südwesten Englands stattfindet.

Kammermusik plus

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Corey Cerovsek Violine

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Lily Francis Violine

Der in Paris beheimatete Corey Cerovsek wurde 1972 in Vancouver geboren und erlernte das Geigenspiel bereits mit fünf Jahren. Er nahm Unterricht bei Charmian Gadd und Richard Goldner und war als Zwölfjähriger der jüngste Absolvent in der Geschichte des Royal Conservatory of Music in Toronto. Er wurde Schüler von Josef Gingold und trat in die Indiana University ein, wo er mit fünfzehn Jahren einen Bachelor und mit sechzehn einen Master in Mathematik und Musik erwarb. Parallel dazu studierte er bei Enrica Cavallo Klavier und trat bis 1997 häufig sowohl als Pianist als auch als Violinist auf. Corey Cerovsek gibt weltweit Konzerte als Solist und wird von namhaften Orchestern eingeladen. Er ist auch ein be-

Lily Francis wurde 2009 Preisträgerin des ARD-Musikwettbewerbs in München. Sie ist mit den führenden Orchestern Deutschlands aufgetreten, u. a. mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Münchner Kammerorchester und dem Münchner Rundfunkorchester. 2008 hatte sie ihr CarnegieWeill-Recital-Hall-Début und spielte in den USA und Europa. Lily Francis war von 2006 bis 2009 Mitglied der Chamber Music Society of Lincoln Center CMS; regelmässig ist sie heute noch Gast bei der Chamber Music Society of Lincoln Center und ist Konzertmeisterin des Wiener Kammerorchesters. Ausserdem tritt sie weltweit in kammermusikalischen Besetzungen auf. So nahm sie teil an Festi-

geisterter Kammermusiker und nimmt häufig an Festivals in Finnland, in der Schweiz, in den USA, in Frankreich sowie in Italien teil. Zu seinen Kammermusikpartnern gehören unter anderen JeanYves Thibaudet, Thomas Quasthoff, Julian Rachlin, Joshua Bell, Julien Quentin, Jeremy Denk, Leonidas Kavakos, Eric Le Sage, Denis Pascal, Alexandre Tharaud, Paul Meyer, Truls Mørk, Tabea Zimmermann, Katia Skanavi, Isabelle van Keulen, Leif Ove Andsnes sowie das Borromeo- und das Ysaÿe-Quartett.

vals wie Marlboro, Kronberg, Santa Fe Chamber Music Festival, Music at Menlo, Seattle Chamber Music Society und International Musicians Seminar in Prussia Cove. Lily Francis hat mit einigen der führenden Musiker unserer Zeit, darunter Mitsuko Uchida, András Schiff, Gidon Kremer, Arnold Steinhardt, Kim Kashkashian, Paul Neubauer, Peter Wiley, zusammengearbeitet. Als Absolventin des Curtis Institute und New England Conservatory studierte Lily Francis mit Joseph Silverstein und Miriam Fried. Weitere Lehrer waren Philip Setzer, Brian Lewis, Teri Einfeldt, Steve Tenenbom und Gerhard Schulz.

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Alexander Gebert Violoncello

Paolo Giacometti Klavier

Alexander Gebert wurde 1977 in Warschau

Paolo Giacometti konzertiert weltweit als

in eine Musikerfamilie geboren, die 1980

Solist und Kammermusiker auf, er spielt

nach Finnland emigrierte. Er studierte an

sowohl auf historischen Tasteninstru-

der Sibelius-Akademie in Helsinki, als Sti-

menten als auch auf dem modernen Kon-

pendiat des polnischen Staates an der

zertflügel. Seit seiner frühen Kindheit lebt

Warschauer Chopin-Akademie, am Con-

der in Mailand geborene Pianist in den

servatoire de Paris und als DAAD-Stipen-

Niederlanden, wo er am Sweelinck-Konser-

diat an der Stuttgarter Musikhochschule,

vatorium in Amsterdam bei Professor Jan

wo unter anderen Victoria Yaglig, Philippe

Wijn studierte. Seither spielt er regelmäs-

Muller und Natalia Gutman seine Lehrer

sig in Konzerthäusern wie dem Concertge-

waren. Alexander Gebert ist in Europa und

bouw Amsterdam, dem Teatro Colón in

Nordamerika als Solist und Kammermu-

Buenos Aires, der Londoner Wigmore Hall

siker bei einer Reihe renommierter Musik-

und dem Théâtre du Châtelet in Paris mit

feste aufgetreten (Kuhmo Festival, Oleg-

renommierten Orchestern unter Dirigen-

Kagan-Musikfest, Festival de Deauville,

ten wie Frans Brüggen, Kenneth Montgo-

Ravinia Festival). Unter seinen Kammer-

mery, Laurent Petitgirard und Jaap van

musikpartnern waren Eduard Brunner,

Zweden. Neben seinen Aktivitäten als So-

Ana Chumachenko, Bernarda Fink, Ilya

list hegt Paolo Giacometti eine grosse Vor-

Gringolts, Alois Posch, Henri Sigfridsson,

liebe für die Kammermusik. Zu seinen

Elina Vähälä, Meta4-Quartett und Benne-

Kammermusikpartnern gehören Musiker

witz-Quartett. Seit Ende 2004 ist Alexander

wie Pieter Wispelwey, Bart Schneemann,

Gebert Cellist des Altenberg-Trios Wien,

Gordon Nikolich, Janine Jansen und

eines Ensemble in Residence der Gesell-

Emmy Verhey. Paolo Giacometti nimmt

schaft der Musikfreunde in Wien, für die

exklusiv für das Label Channel Classics

es alljährlich einen Konzertzyklus im

auf. Seine beeindruckende Diskographie

Brahms-Saal gestaltet. Ab Mai 2009 findet

wird von der internationalen Presse beju-

jährlich das neue, vom Altenberg-Trio ge-

belt Seine CD-Einspielungen für das Label

staltete Musikfest Schloss Weinzierl an

Channel Classics wurden mit vielen Prei-

dem Ort statt, wo Haydn seine allerersten

sen wie dem Diapason d’Or und dem Choc

Streichquartette komponiert hat. Im Jahr

du Monde de la Musique ausgezeichnet.

2007 hat Alexander Gebert eine Zusam-

Für die dritte CD in seiner Gesamtaufnah-

menarbeit mit der Pianistin Anna Magda-

me von Rossinis Klaviermusik erhielt er

lena Kokits begonnen. Im Jahr 2010 wurde

2001 den Edison-Award. Seit 2010 ist Paolo

er als Professor an die Hochschule für Mu-

Giacometti Professor für Klavier an der

sik in Detmold berufen.

Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf.

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Thomas Gould Violine

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Mark Holloway Viola

Mit drei Jahren schon erhielt Thomas Gould Violinunterricht bei Sheila Nelson, und mit 18 nahm er sein Studium bei György Pauk mit einem Stipendium an der Royal Academy of Music auf. Heute ist er einer der erfolgreichsten Geiger seiner Generation. Höhepunkte in der letzten Konzertsaisons von Thomas Goulds internationaler Solokarriere waren seine Débuts in der Royal Albert Hall, im Barbican Center und in der Bridgewater Hall in England, die Ersteinspielung von Nico Muhlys Konzert für elektrische Geige und seine Auftritte als Solist, u. a. mit dem Hallé Orchestra, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Orchestra of Opera North und der Manchester Camerata. Als Kammermusiker tritt er

Mark Holloway wurde 1980 in New York geboren und ist als Kammermusiker und Orchestermusiker weltweit aktiv. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er am renommierten Curtis Institute in Philadelphia, wo er sein Diplomstudium bei Michael Tree, Bratschist des GuarneriQuartetts, abschloss, sowie an der Boston University. Er wirkte als erster Bratschist beim Tanglewood-Festival und im New York String Orchestra und spielte als Orchestermusiker unter anderem in Orchestern wie New York Philharmonic, Orpheus Chamber Orchestra, Boston Symphony und dem St. Paul Chamber Orchestra. Im Frühjahr 2012 gastierte er als Solobratschist bei der Camerata Bern. Mark Holloway ist Mitglied der renom-

regelmässig mit Adrian Brendel und Alasdair Beatson auf. Als Konzertmeister leitet er die Aurora Sinfonia und die Britten Sinfonia. Beide Orchester gewannen kürzlich Preise von der Royal Philharmonic Society Music Award. Als Gastkonzertmeister tritt er mit der City of London Sinfonia, der London Sinfonietta, der Academy of St. Martin-in-the-Fields, dem Philharmonia Orchestra und dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra auf. Thomas Gould ist auch ein begeisterter Jazzmusiker und ist Mitglied der Swingband «Man Overboard».

mierten Chamber Music Society of Lincoln Center Two. Er lebt derzeit in New York, wo er regelmässig bei den grossen Orchestern der Stadt mitwirkt. Mark Holloway ist ein leidenschaftlicher Kammermusiker. Er trat u. a. am Marlboro Music Festival, in Ravinia, beim Musique de Chambre à Giverny in Frankreich, am Casal Festival in Puerto Rico, dem Festival Internacional de Música de Cartagena und in Prussia Cove auf. Viele seine Konzerte wurden im Radio und im Fernsehen in Nord- und Südamerika und in Europa übertragen.

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Xenia Jankovic Violoncello

Kjell Arne Jørgensen Violine

Xenia Jankovic gab mit neun Jahren ein vielbeachtetes Début als Solistin mit den Belgrader Philharmonikern. 1970 erhielt sie ein Staatsstipendium für die Zentralschule des Moskauer Konservatoriums und wurde Schülerin von Stefan Kalianov und Mstislav Rostropowitsch. Sie studierte bei Pierre Fournier in Genf und Antonio Navarra in Detmold. Nach nationalen und internationalen Erfolgen gewann sie 1981 den ersten Preis des renommierten Gaspar-Cassado-Wettbewerbs in Florenz, der ihr die Anerkennung und Aufmerksamkeit der internationalen Musikwelt brachte. Ihre solistischen Auftritte mit Orchestern sind vom Publikum sowie der Presse enthusiastisch aufgenommen worden. Als engagierte Kammermusike-

Der in Oslo geborene Kjell Arne Jørgensen ist regelmässiger Gast bei internationalen Festivals wie Prussia Cove in England, der Mozartwoche Salzburg, dem Bergen Festival in Norwegen, dem Kammermusikfestival Oslo und dem Bartók Festival Zombately in Ungarn. Er war Konzertmeister und Solist bei der Camerata Academica Salzburg, der Bergen Philharmonie, dem Trondheim Symphonie Orchester, dem Norwegischen Radiosinfonieorchester Oslo sowie dem Norwegischen Kammerorchester. Jørgensen erhielt seine Ausbildung am Konservatorium in Oslo bei seinem Vater Leif Jørgensen und setzte seine Studien am Mozarteum Salzburg bei Sandor Végh fort. Wichtige künstlerische Impulse erhielt er

rin spielt sie unter anderem mit Gidon Kremer und András Schiff und ist ein regelmässiger Gast bei internationalen Festivals in der ganzen Welt. Seit 1990 ist Xenia Jankovic Professorin an der Musikhochschule in Würzburg.

in Meisterkursen bei Aaron Rosand, Norbert Brainin und György Kurtág. Kjell Arne Jørgensen war Mitglied der Camerata Academica Salzburg und Primarius des Osloer Streichquartetts und gehört nun der Cappella Andrea Barca an. Nach Lehrtätigkeit an der Norges Musikkh gskole und dem Barratt Dues Musikkinstitutt in Oslo ist er zurzeit Dozent an der Hochschule für Musik in Detmold.

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Elisabeth Kufferath Violine

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Ulrike-Anima Mathé Violine

Ausgebildet an der Musikhochschule Lübeck bei Uwe-Martin Haiberg und Nora Chastein und bei Donald Weilerstein am Cleveland Institute of Music, wurde sie 1996 Konzertmeisterin bei den Bamberger Symphonikern, parallel dazu unterrichtete sie in Meisterkursen am Interlochen Center for the Arts, Michigan, und an der McGill University in Montréal. Elisabeth Kufferath war Professorin an der Musikhochschule Detmold, seit April 2009 ist sie an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover tätig. Daneben ist sie weltweit als Solistin, Kammermusikerin und Gastkonzertmeisterin tätig. Als gefragte Kammermusikerin war sie Partnerin von Isabelle Faust, Antje Weithaas, Patrick Demenga, Lars Vogt, Pierre-

Ulrike-Anima Mathé studierte bei Francoise Zöldy, bei Dorothy DeLay und bei Tibor Varga. Besondere Förderung und Anregung erfuhr sie durch Sándor Végh, György Sebök und Rudolf Serkin. Kammermusikkurse in Marlboro (USA) und in Cornwall (England) sowie das Studium authentischer Aufführungspraxis an der Schola Cantorum in Basel haben ihren künstlerischen Werdegang geprägt. Als erste Preisträgerin einiger Wettbewerbe wie beispielsweise des Europäischen Violinwettbewerbs 1985 in Wien, des Deutschen Musikwettbewerbs 1986 in Bonn, der Young Concert Artists Audition 1988 in New York und als Preisträgerin und Publikumssiegerin beim Concours Reine Elisabeth 1989 in Brüssel bekam

Laurent Aimard, dem Klaviertrio Jean Paul und anderen. Darüber hinaus ist sie seit 1992 Gründungsmitglied des TetzlaffQuartetts. Elisabeth Kufferath ist ein gerngesehener Gast bei den Berliner Festwochen, dem Lucerne Festival, dem Heimbach Festival «Spannungen», dem Schleswig-Holstein-Musik-Festival, dem Rheingau-Musik-Festival, den Festivals in Feldkirch, Davos, Ravinia und Aspen.

Ulrike-Anima Mathé Konzertengagements an international bekannten Häusern wie der Alice-Tully-Hall in New York, dem Kennedy-Center in Washington, den Philharmonien in Berlin und Köln sowie dem Mozarteum in Salzburg. Ausserdem ist sie eine gefragte Kam mermusikpartnerin bei internationalen Kammermusikfestivals. Neben zahlreichen Rundfunkaufnahmen hat Ulrike-Anima Mathé CD-Einspielungen bei Harmonia Mundi und Dorian Recordings vorgelegt.

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Maki Namekawa Klavier

Dennis Russell Davies Klavier

Maki Namekawa studierte an der Kunutachi-Musikhochschule in Tokyo. 1994 gewann sie den Leonid-Kreutzer-Preis, danach setzte sie ihre Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe weiter. Maki Namekawa startete gleichermassen zu Hause. Sie hat sich jedoch zur Aufgabe gemacht, Werke zeitgenössischer Komponisten auch dem breiten Publikum bekannt zu machen und in das «normale» Musikleben einzuführen. Sie konzertiert regelmässig auf internationalen Podien, u. a. beim Klavierfestival Ruhr, beim WDR-Klavierfestival Pianorama, bei der Musik-Biennale Berlin, dem Eclat Festival Stuttgart, dem RheingauMusikfestival, den Klangspuren Schwaz und dem Festival Ars Electronica Linz

Dennis Russell Davies ist seit 2002 Chefdirigent des Bruckner-Orchesters Linz und des Landestheaters Linz sowie seit 2009 Chefdirigent des Symphonieorchesters Basel. Er studierte Klavier und Dirigieren an der Juilliard School New York. Nach den ersten Engagements als Chefdirigent beim Saint Paul Chamber Orchestra und dem American Composers Orchestra in New York trat er 1980 die Stelle des Generalmusikdirektors am Staatstheater Stuttgart und 1987 beim Orchester der Beethovenhalle und der Oper Bonn an. 1997 wurde er als Professor für Orchesterdirigieren ans Mozarteum in Salzburg berufen. Als Pianist ist Dennis Russell Davies vor allem im Duo mit Maki Namenkawa aktiv. Als Dirigent

und arbeitete mit Dirigenten wie Mario Venzago, Howard Griffiths, Kaspar de Roo und Dennis Russell Davies. Höhepunkte der letzten Jahre waren Konzerte mit dem Münchner Kammerorchester, dem Seattle Symphony Orchestra, dem Concertgebouw Orkest Amsterdam, mit dem sie bereits mehrfach konzertierte, der Basel Sinfonietta und mit dem Philharmonischen Orchester Erfurt. Seit 2005 bildet Maki Namekawa mit Dennis Russell Davies ein erfolgreiches Klavierduo, das regelmässig in Europa und den USA auftritt.

und Pianist hat er über 60 Aufnahmen realisiert. Zu den bedeutendsten Aufnahmen zählen u. a. die zehn Bruckner-Sinfonien mit dem Bruckner-Orchester Linz (2010) und die gesamten Haydn-Sinfonien mit dem Stuttgarter Kammerorchester. Ausserdem hat er alle Sinfonien von Philip Glass eingespielt. Charakteristisch für seine künstlerische Tätigkeit als Opern- und Konzertdirigent sowie als Pianist und Kammermusiker ist sein breitgefächertes Repertoire, das vom Barock bis zur jüngsten Gegenwart reicht. In starkem Masse engagiert er sich für Komponisten unserer Zeit.

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Hansheinz Schneeberger Violine

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Petra Vahle Viola

Hansheinz Schneeberger wurde 1926 in Bern geboren. Er studierte am Konservatorium Bern bei Walter Kägi. Weitere Studien folgten bei Carl Flesch in Luzern, später auf Rat von Jacques Thibaud in Paris bei Boris Kamensky. Von 1948 an unterrichtete er an den Konservatorien in Biel und Bern. Von 1958 bis 1961 war er erster Konzertmeister im Orchester des NDR in Hamburg. Ab 1961 leitete er eine Meisterklasse für Violine an der Musikakademie Basel. In seiner mehr als ein halbes Jahrhundert umspannenden internationalen Karriere hat Schneeberger wichtige Werke uraufgeführt, so unter anderem das Violinkonzert von Frank Martin (1952) und das Violinkonzert Nr. 1 von Béla Bartók. Neben seinen weltwei-

Petra Vahle begann ihre Musikausbildung mit sieben Jahren. Sie studierte bei Rainer Moog, Atar Arad und Nobuko Imai und besuchte die Meisterkurse von György Sebök in Ernen. Bis 1988 war sie Mitglied des Rotterdamer Philharmonischen Orchesters. Ab 1988 war sie Solobratschistin der Göteborger Symphoniker. Von 1991 bis 1995 spielte sie Solobratsche beim Philharmonischen Orchester des Niederländischen Rundfunks in Hilversum. Seit August 1995 ist sie Solobratschistin beim Basler Sinfonieorchester. Sie spielt regelmässig bei zahlreichen Kammermusikfestivals und hat für die Schallplattenfirma BIS mehrere CDs aufgenommen. Im April 1994 war sie zusammen mit Nobuko Imai Solistin bei der

ten Auftritten mit dem Orchestre de la Suisse Romande unter Ernest Ansermet hat er auch mit Dirigenten wie Paul Hindemith, Carl Schuricht, Wolfgang Sawallisch und Heinz Holliger zusammengearbeitet. Seine Kammermusikpartner reichen von Casals und Horszowski bis zu Gidon Kremer. Seine Diskographie umfasst Werke von Bach, Schubert, Schumann, Reger und Ives bis zu Carter und Veress. Unter seinen diversen Auszeichnungen sind der Schumann-Preis der Stadt Zwickau (1995) und der erste Goldene Bogen der Geigenbauschule Brienz (2000) zu nennen.

Premiere von Denissovs Doppelkonzert für zwei Bratschen und Orchester im Concertgebouw in Amsterdam. Petra Vahle tritt gelegentlich auch mit den Mitgliedern des Sharon-Quartetts und des Sarastro-Quartetts auf.

Kammermusik plus


Ylvali Zilliacus Viola

Ylvali Zilliacus’ internationale, abwechslungsreiche Karriere zwischen Kammermusik- und Soloengagements sowie Orchesteraufführungen führte sie in den vergangenen Jahren nach Europa, in die Vereinigten Staaten, nach Südamerika und Asien. Sie ist regelmässig zu Gast bei zahlreichen internationalen Kammermusikfestivals wie zum Beispiel dem Prussia Cove Open Chamber Music, dem Recife Virtuosi Festival, dem Den Haag Internationalen Kammermusikfestival sowie der Cyprus Winter Week. Sie ist Bratschistin des Lendvai String Trio, das 2004 in London gegründet wurde. Das Trio hat zahlreiche Awards und Preise bekommen. 2011 ist die von der Kritik gefeierte Début-CD auf Stone Records herausgekommen. Seit 2009 ist Ylvali Zilliacus Solobratschistin des Musica-VitaeKammerorchesters in Växjö, Schweden. Als Stimmführerin hat sie im Philharmonia Orchestra London, im Umeå Symfoniorkester und im Royal Liverpool Philharmonic Orchestra sowie in dem der historischen Aufführungspraxis verschriebenen Ensemble English Concert gespielt. Sie studierte bei Simon Rowland-Jones am Royal College of Music in London und bei Tabea Zimmermann an der Hanns-Eisler-Hochschule in Berlin. Ylvali Zilliacus spielt eine 1767 in Cremona gebaute Storioni-Bratsche, was ihr dank dem Schwedischen Instrumentenfonds ermöglicht worden ist. Kammermusik plus

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Alinde-Quartett

Quartett «del Gesù»

Die vier jungen Musiker Eugenia Ottaviano, Magdalena Härtl, Jordi Rodriguez und Lukas Wittermann fanden sich in Düsseldorf im Sommer 2010 während ihres Studiums zusammen und entdeckten ihre gemeinsame Idee und Begeisterung für das Streichquartettspiel. Bereits nach drei Monaten ihres Zusammenspiels gewann das Alinde-Quartett den ersten Preis beim Schmolz-&-Bickenbach-Wettbewerb in Düsseldorf. Unterricht und Kurse nimmt das Quartett regelmässig bei Ida Bieler, Jürgen Kussmaul und Christoph Richter. Ferner arbeitete es mit dem Mannheimer Streichquartett und dem Komponisten Wolfgang Rihm.

Das Quartett «del Gesù» wurde im August 2005 von Mitgliedern der Musikfakultät in Belgrad gegründet und ist seitdem ständiger Gast bei vielen Konzerten. Unter anderem spielte es beim Abschlusskonzert des Pavel-Berman-Meisterkurses in Belgrad (2005). Es trat beim Abschlusskonzert der International Summer Academy Prague-Vienna-Budapest in Reichenau auf (2006). Ebenso konzertierte es im grossen Saal Kolarac in Belgrad. 2007 war das Quartett Konzertgastgeber beim Studentenkulturzentrum (SKC) in Belgrad. Zu Beginn des Jahres ging das Quartett «del Gesù» auf eine Deutschland-SerbienTour und gab Konzerte in Köln, Belgrad

Das Quartett erhält ein Stipendium des Vereins Yehudi Menuhin Live-Music-Now und der Werner Richard-Dr. Carl Dörken Stiftung. An der kürzlich eröffneten IdaBieler-Streicherakademie in Köln geben die vier Musiker sowohl einzeln als auch als Quartett Unterricht und Kurse.

und Nis. Das Repertoire des Quartettes umfasst einige Werke von Haydn, Mozart und Beethoven sowie Dvořák und Debussy. Die Mitglieder des Quartetts sind alle Studenten im Masterstudiengang von renommierten deutschen Hochschulen.

Kammermusik plus


W EGE NER.P LAT Z Buchhandlung & Papeterie

WEGENERPLATZ

20 3900 Brig Burgschaft, Alte Simplonstrasse 22, Tel. 027 923 18 84, www.wegenerplatz.ch


LITERARISCHE VERANSTALTU NGEN*


14.-21.JULI* Schreibseminar Privates und Öffentliches: Wo endet die Wahrheit, wo beginnt die Fiktion? mit Donna Leon und Richard Powers Beim Schreiben fliessen Erinnerung und Phantasie ineinander über, es entsteht eine Mischung aus persönlichen Erfahrungen und künstlerischen Neuschöpfungen. Einige der gefeierten Werke der Weltliteratur sind mit Ausschmückungen bestückte Memoiren, während gewisse Memoiren zwar als Meisterwerk gefeiert werden, jedoch mehr Ausschmückungen enthalten als eigentlich zulässig. Im Schreibseminar beschäftigen sich die Teilnehmenden mit verschiedenen Textsorten – Briefen, Gedichten, Memoiren und belletristischen Texten – und untersuchen, wo die Grenze zwischen persönlicher Erinnerung und phantasievoller Neugestaltung liegt. Anhand von Briefen, Gedichten und Geschichten von Elizabeth Bishop und Flannery O’Connor wird der Frage nachgegangen, wie die Kenntnis privater Fakten unser Lesen und unsere Wahrnehmung der öffentlichen Fiktion verändern. Wie viel darf ein Autor über das Leben anderer an die Öffentlichkeit tragen? Ist das Wissen über den Verlauf der Grenze zwischen Fakten und Fiktion hilfreich oder eher störend? Ist es überhaupt möglich, diese Grenzlinie mit Gewissheit zu bestimmen? Die Teilnehmenden werden ihre eigene «Creative Nonfiction» verfassen und untersuchen, was es heisst, wenn etwas «auf einer wahren Begebenheit beruht». Zur Abrundung des Seminars wird ein attraktives Programm mit viel Barockmusik geboten, bei dem auch das gesellige Beisammensein bei kulinarischen Köstlichkeiten aus der Region nicht zu kurz kommt. Seminarsprache ist Englisch. Die Kursgebühr beträgt CHF 590.–. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Der Kurs ist bei Redaktionsschluss bereits ausgebucht!

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Literarische Veranstaltungen


21.-22.JULI* Querlesen Ein literarisches Wochenende mit Miriam Meckel, Simon Froehling und Leif Randt. Moderiert von Bettina Böttinger. Zum diesjährigen «Queerlesen» im Tellenhaus in Ernen sind Miriam Meckel, Leif Randt und Simon Froehling eingeladen – eine Autorin und zwei Autoren, die unterschiedlicher nicht sein können, sich aber wunderbar ergänzen. Miriam Meckel, Leiterin des Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen, unternimmt in ihrem aktuellen Buch «Next» eine Reise in eine fiktive Zukunft. Für ihre apokalyptische Vision sieht sie sehr reale Anknüpfungspunkte in der Gegenwart. In Simon Froehlings Débutroman «Lange Nächte Tag» geht es hingegen um Nähe und Distanz, Selbstfindung und Selbstauflösung, Eros und Thanatos – Liebe und Tod. Der junge Schweizer Dramatiker Froehling lebt als freier Schriftsteller und Übersetzer in Zürich und wurde mit diversen Preisen ausgezeichnet. Von einer ganz anderen Reihe ungewöhnlicher Ereignisse berichtet Leif Randt in seinem zweiten Roman, «Schimmernder Dunst über Coby County». Randt erhielt den Nicolas-Born-Débutpreis, den MDR-Literaturpreis und wurde bei den Tagen der deutschen Literatur in Klagenfurt mit dem Ernst-Willner-Preis 2011 ausgezeichnet. Ins Gespräch verwickelt werden alle drei Autoren von der deutschen Fernsehjournalistin Bettina Böttinger, die sich mit diversen Hörfunk- und Fernsehformaten des WDR einen Namen gemacht hat, u. a. mit der Talkshow «B. trifft…». Sie moderiert jeweils freitags die WDR-Talkshow «Kölner Treff» und die WDR-Kultursendung «west.art am sonntag». Samstag, 21. Juli, 20 Uhr: Lesung mit Simon Froehling Sonntag, 22. Juli, 11 Uhr: Lesung mit Miriam Meckel Sonntag, 22. Juli, 14 Uhr: Lesung mit Leif Randt Die Veranstaltungen finden im Tellenhaus in Ernen statt und dauern jeweils etwa 90 Minuten. Der Eintrittspreis pro Lesung beträgt CHF 15.–.

Literarische Veranstaltungen

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ALLGEMEINE INFO RMATIONEN*


Vorverkauf und Abendkasse Online-Bestellung www.musikdorf.ch

Telefonischer Vorverkauf Telefon +41 27 971 10 00, Montag bis Freitag, 9–17 Uhr

Abendkasse Die Abendkasse im Büro vom Musikdorf Ernen ist jeweils 45 Minuten vor Konzertbeginn offen. Diese befindet sich kurz nach Seiler Sport auf dem Weg zur Kirche.

Weitere Vorverkaufsstelle Welcome Center Ernen, Telefon +41 27 971 17 42 Montag bis Freitag 8–12 und 14–18 Uhr Samstag 8–11 Uhr

Zahlungsbedingungen Barzahlung, Rechnung, EC-direct, Postcard oder Kreditkarte (Mastercard, Visa). Bei Zustellung per Post verrechnen wir einen Unkostenbeitrag von CHF 5.– bzw. CHF 10.–.

Abonnemente Klavierrezitale CHF 140.– CHF 105.–* Barockmusikkonzerte CHF 225.– CHF 200.–* Kammermusik plus CHF 335.– CHF 300.–* * Abonnementspreise für Mitglieder des Vereins Musikdorf Ernen Im Abonnement von Kammermusik plus ist das Jazzkonzert und das Orchesterkonzert 3 in Martigny nicht inbegriffen.

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Allgemeine Informationen


Eintrittspreise Klavierrezitale Barockmusikkonzerte Kammermusik plus – Kammermusikkonzerte – Jazzkonzert – Orchesterkonzerte Orgelrezital Winterkonzerte * Studierende/Lehrlinge/Kinder

CHF 35.– CHF 45.–

CHF 20.–* CHF 20.–*

CHF 45.– CHF 45.– CHF 55.– CHF 30.– CHF 30.–

CHF 20.–* CHF 20.–* CHF 25.–* CHF 15.–* CHF 15.–*

Eintrittskarten für das Gastkonzert vom Samstag, 11. August 2012, in der Fondation Pierre Gianadda in Martigny können unter der Nummer +41 27 722 39 78 bestellt werden. Alle Plätze sind nummeriert.

Ermässigungen Mit dem TCS-Mitgliederausweis CHF 5.– (nur Konzerte in Ernen und Brig)

Geschenkgutscheine Geschenkgutscheine mit frei wählbarem Betrag sind im Büro des Vereins Musikdorf Ernen erhältlich.

Bestellkarte Bestellkarte für Eintrittskarten und Abonemente Seite 125.

Allgemeine Informationen

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Konzertbus – Wir holen Sie ab! Zu den Konzerten der Klavierwoche, der Barockkonzerte und von Kammermusik plus (exkl. Jazzkonzert vom 5. August 2012) in Ernen fährt ein Konzertbus von Oberwald nach Ernen sowie von Ernen nach Brig für das Konzert vom 6. August 2012 im Stockalperschloss in Brig. Preis CHF 5.– retour ab allen Haltestellen (Halbtax-, Generalabonnemente usw. sind nicht gültig). Abfahrtsstation Oberwald Obergesteln Ulrichen Geschinen Münster Reckingen Gluringen Ritzingen Biel Selkingen Blitzingen Niederwald Fürgangen Fiesch Niederernen Ernen Rückfahrt 2

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Allgemeine Informationen

Konzertbeginn 18 Uhr 1

Konzertbeginn 20 Uhr

Abfahrtszeit

Abfahrtszeit

17.00 Uhr 17.03 Uhr 17.06 Uhr 17.08 Uhr 17.11 Uhr 17.14 Uhr 17.15 Uhr 17.16 Uhr 17.17 Uhr 17.18 Uhr 17.19 Uhr 17.22 Uhr 17.27 Uhr 17.32 Uhr 17.36 Uhr 17.40 Uhr

19.00 Uhr 19.03 Uhr 19.06 Uhr 19.08 Uhr 19.11 Uhr 19.14 Uhr 19.15 Uhr 19.16 Uhr 19.17 Uhr 19.18 Uhr 19.19 Uhr 19.22 Uhr 19.27 Uhr 19.32 Uhr 19.36 Uhr 19.40 Uhr

15 Minuten nach Konzertschluss Haltestellen: offizielle Bushaltestellen


Konzert vom 6. August 2012 in Brig Abfahrtsstation

Abfahrtszeit

Ernen Dorfplatz Fiesch Bahnhof Lax Hotel Post Betten Talstation Mörel Hotel Aletsch Brig

19.00 Uhr 19.10 Uhr 19.15 Uhr 19.20 Uhr 19.25 Uhr 19.35 Uhr

Rückfahrt

15 Minuten nach Konzertschluss ab Brig Carparkplatz beim Parkhaus Weri.

1 8. Juli, 15. Juli, 29. Juli und 4. August 2012 2 Der Konzertbus hält nach den Konzerten vom Sonntag, dem 8. Juli, Sonntag, dem 15. Juli, Sonntag, dem 29. Juli und Samstag, dem 4. August 2012 am Bahnhof in Fiesch. Dort haben Sie Anschluss mit dem öffentlichen Verkehr nach Brig, von wo Sie nach Bern, Basel, Lausanne, Sitten und Zürich weitereisen können.

Nach dem Jazzkonzert vom Sonntag, dem 5. August 2012, fährt um 19.37 Uhr vom Dorfplatz Ernen ein Postauto nach Fiesch. Dort haben Sie Anschluss mit dem öffentlichen Verkehr nach Brig, von wo Sie nach Bern, Basel, Lausanne, Sitten und Zürich sowie nach Oberwald weitereisen können.

Allgemeine Informationen

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Einsteigen und geniessen

Sie mÜchten etwas erleben? Aber gerne – wir fahren Sie. Buchen Sie unsere Angebote und Fahrkarten online unter www.mgbahn.ch

Matterhorn Gotthard Bahn Bahnhofplatz 7, 3900 Brig, Tel. 027 927 70 00, railcenter@mgbahn.ch


Anreise und Unterkunft Ernen ist ganzjährig mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto erreichbar. Die Matterhorn Gotthard Bahn bringt Sie von Brig nach Fiesch, wo Sie Anschluss mit dem Postauto nach Ernen und ins Binntal haben. Die Autoverladestationen Furka (Realp–Oberwald) und Lötschberg (Kandersteg–Goppenstein) sind während des ganzen Jahres in Betrieb. In Ernen und Umgebung bettet man sich komfortabel und vielseitig. Wählen Sie zwischen der einfachen bis zur luxuriösen 5-Stern-Wohnung. Wer sich gerne bedienen lässt, wählt eines unserer Hotels. Hier eine Auswahl:

Hotels/Pensionen Gasthaus Jägerheim, Ernen, Tel. +41 27 971 11 31 Hotel Alpenblick, Ernen, Tel. +41 27 971 15 37 Hotel Alpenblick, Fieschertal, Tel. +41 27 970 16 60 Hotel Castle, Blitzingen, Tel. +41 27 970 17 00 Hotel Christania, Fiesch, Tel. +41 27 970 10 10 Hotel Derby, Fiesch, Tel. +41 27 971 00 00 Hotel des alpes, Fiesch, Tel. +41 27 971 15 06 Hotel Glocke, Reckingen, Tel. +41 27 974 25 50 Hotel Ofenhorn, Binn, Tel. +41 27 971 45 45 Hotel Moosji, Ernen, Tel. +41 27 971 14 41 Hotel Walliserkanne, Ernen, Tel. +41 27 971 27 88 Residenz Mühlebach, Ernen, Tel. +41 27 971 50 00, Tea-Room/Bäckerei Frid, Ernen, Tel. +41 27 971 33 32

Ferienwohnungen Feriensiedlung Aragon, Ernen, Tel. +41 27 971 37 10, Welcome-Center Ernen (Tourismusbüro), Tel. +41 27 971 17 42,

Bed and Breakfast Baumhaus, Fiesch, Tel. +41 27 971 01 93 Bergland, Ernen, Tel. +41 27 971 23 60 Kellerie Inn, Mühlebach, +41 78 646 82 34 Sport- und Feriencenter, Fiesch, Tel. +41 27 970 15 15

Restaurants Restaurant St. Georg, Ernen, Tel. +41 27 971 11 28 Speiserestaurant Gommerstuba, Ernen, Tel. +41 27 971 29 71 Allgemeine Informationen

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Der Verein Musikdorf Ernen Der Verein Musikdorf Ernen, gegründet 1987, hat es sich zur Aufgabe gemacht, regelmässig kulturelle Veranstaltungen von höchster Güte in Ernen durchzuführen. Wenn auch Sie unsere Ziele unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihre Mitgliedschaft. Das Anmeldeformular finden Sie im Programmheft auf Seite 123.

Vorstand Anton Clausen, Irene Clausen, Urs Karmann, Wilhelm Schmid, Francesco Walter

Künstlerische Leitung Deirdre Dowling und Ada Pesch (Barockkonzerte), Xenia Jankovic (Kammermusik plus) und Francesco Walter (Klavierwoche)

Ehrenmitglieder Angelina Clausen, Peter Clausen, Willy Clausen, Denise Hürlimann, Josef Lambrigger, Martha Schmid

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Susanne Berchtold-Mutter, Felix Böni, Margrit Böni, Abraham Briw, Josef Briw, Mariette Briw, Sandra Briw, Christine Clausen, Doris Clausen, Emilia Clausen, Judith Clausen-Hardegger, Judith Clausen-Zurwerra, Peter Clausen, Stefan Clausen, Thomas Clausen, Willy Clausen, Julia Heilig, Renata Heilig, Rosalie Heilig, Romaine Heynen, Vreni Heynen, Samira Imboden, Christine Imhasly, Otto Imhof, Nadine In-Albon, Ursula Klein, Christoph Mutter, Peter Pesch, Ingrid Schmid Birri, Emilia Schwery, Rita Seiler, Gaby Steffen, Markus Truffer, Katrin Ullmann, Franziska Wenger, Christoph Zehnder, Odile Zeiter

Allgemeine Informationen

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LANDSCHAFTSPARK BINNTAL LANDSCHAFTSPARK BINNTAL

Natur- und Kulturerlebnisse 2012 Natur- und Kulturerlebnisse 2012 Mit dem Wildhüter auf Spurensuche Sonntag, 5. Februar, Wasen (Ernen) Mit demunsere Wildhüter auf Spurensuche Wo sind Wildtiere im Winter? Sonntag, 5. Februar, Wasen (Ernen) Wertvolle Hochstammobstbäume Wo sind unsere Wildtiere im Winter? Samstag, 24. März, Grengiols Wertvolle GemeinsamHochstammobstbäume Obstbäume pflanzen und pflegen Samstag, 24. März, Grengiols TulpenblüteObstbäume in Grengiols Gemeinsam pflanzen und pflegen zweite Maihälfte Tulpenblüte in den Grengiols Exkursionen zu Grengjer Tulpen zweite Maihälfte Kulturell-kulinarische Parkwanderung Exkursionen zu den Grengjer Tulpen Samstag, 26. Mai, Twingi – Fäld Kulturell-kulinarische Musik in der LandschaftParkwanderung erleben Samstag, 26. Mai, Twingi – Fäld Kunst in amder Wegrand Musik Landschaft erleben Samstag, 23. Juni, bis Oktober, Ausserbinn Kunst am Wegrand LandArt zwischen Ausserbinn und Binnegga Samstag, 23. Juni, bis Oktober, Ausserbinn Ein Blockgletscher im Blumenparadies LandArt zwischen Ausserbinn und Binnegga Sonntag, 8. Juli, Binntal Ein Blockgletscher im Blumenparadies Blumenexkursion im Binntal Sonntag, 8. Juli, Binntal Gestalten im Wald am Wasser Blumenexkursion imund Binntal Mittwoch, 18. Juli, Bodme (Blitzingen) Gestalten im Waldaus und am Wasser Kleine Kunstwerke Naturmaterialien Mittwoch, 18. Juli, Bodme (Blitzingen) Alte Spiele neu entdecken Kleine Kunstwerke aus Naturmaterialien Mittwoch, 25. Juli, Zauberwald (Ernen) Alte Spiele neu entdecken Marfle, Plumsack, Lumpe ziä… Mittwoch, 25. Juli, Zauberwald (Ernen) Marfle, Plumsack, Lumpe ziä…

Traditioneller 1.-August-Brunch Mittwoch, 1. August, Grengiols Traditioneller 1.-August-Brunch Grosses Buffet mit Produkten aus dem Park Mittwoch, 1. August, Grengiols Z Alp auf den Binner Alpen aus dem Park Grosses Buffet mit Produkten Sonntag, 12. August, Brunnebiel (Binn) Z Alp aufinden Alpen Einblick die Binner Arbeit der Älpler Sonntag, 12. August, Brunnebiel (Binn) Sterngucken finsterer Nacht Einblick in diein Arbeit der Älpler Freitag, 7. September, Ausserbinn Sterngucken finsterer Nacht Sternenhimmelinüber dem Landschaftspark Freitag, 7. September, Ausserbinn Herbstmarkt auf dem Sternenhimmel über demHengert Landschaftspark Samstag, 15. September, Ernen Herbstmarkt dem Hengert Markt auf demauf historischen Dorfplatz Samstag, 15. September, Ernen Pilze –auf essbar giftig? Dorfplatz Markt dem oder historischen Sonntag, 23. September, Niederwald Pilze – essbar oderPilzkenner giftig? Exkursion mit dem Sonntag, 23. September, Niederwald Kultur im mit Weiler Exkursion demBodme Pilzkenner Sonntag, 30. September, Blitzingen Kultur im Weiler Bodme Mit Peter Stamm, Red Socks u. a. Sonntag, 30. September, Blitzingen Chuchisuppa, Chouera, Sii u. a. Mit Peter Stamm, Red Socks Samstag, 6. Oktober, Niederwald Chuchisuppa, Chouera, Sii und geniessen Gommer Spezialitäten kochen Samstag, 6. Oktober, Niederwald Binner Kulturabende Gommer Spezialitäten kochen und geniessen zwischen Weihnachten und Neujahr, Binn Binner Kulturabende Ein Feuerwerk der Kleinkunst zwischen Weihnachten und Neujahr, Binn Ein Feuerwerk der Kleinkunst

Landschaftspark Binntal Landschaftspark Binntal Postfach 20, 3996 Binn Tel +41 (0)27 971 50 50 Postfach 20, 3996 Binn info@landschaftspark-binntal.ch Tel +41 (0)27 971 50 50 info@landschaftspark-binntal.ch www.landschaftspark-binntal.ch www.landschaftspark-binntal.ch


Mitglieder Verein Musikdorf Ernen

A

Althof Bern, Undeloh, D

Bürgi Enrico, Cavigliano

Ambühl Hans, Sursee

Bürgin Peter u. Margreth, Basel

Anthenien Irmgard, Brig-Glis

Burkhard-Moser Mireille, Saint-Blaise

Aragno Michel u. Catherine, Neuchâtel

Burri Hilda, Brig

Aubert Marc-Henri, Villard-sur-Chamby

Burri Otto, Brig

Augsburger Maria, Naters

B

Bürcher Alex, Brig

Allison Joan, Corpus Christi, USA

Augsburger Medea, Naters

C

Capt Roland, Bern Chamorel Daisy, Ollon Chandra Barbara, Zürich

Bagdasarjanz Felix u. Verena, Oberrohrdorf Bayard Raoul u. Myrna, Brig

Cina Annlies, Lindau

Becher Horst u. Christa, Bellwald

Cina Gerhard, Lindau

Bellofatto Antonietta, Zug

Clausen Anton u. Emilia, Ernen

Berchtold Roger, Naters

Clausen Martin, Dr., Brig

Berglandprodukte, Ernen

Clausen Erwin, Ernen

Berkovits Joost, Hoofddorp, NL

Clausen Esther, Aarau

Berkovits Maria, Hoofddorp, NL

Cramatte Claude u. Liliane, Ettingen

Berners Jutta, Blatten b. Naters

Csuka Liliane, Zürich

Berners Kurt, Blatten b. Naters Bettler Peter, Matten b. Interlaken

D

Dalichau Gerhard, Langen, D Dalichau Gisela, Langen, D

Blatter Georges, St. Gallen

de Sépibus Dorit, Dr., Sion

Blokker Muus, Obergesteln

De Vos Robert, Groenekan, NL

Blümm Manfred, Freiburg, D

Dhur Spillmann Germaine, Stäfa

Bodenmann Elsbeth, Brig

Dittus Brigitte, Belmont-sur-Lausanne

Böhler Michael, Chernex

Dittus Peter, Belmont-sur-Lausanne

Böhler Yvonne, Chernex

Dreier Friedrich, Basel

Bonnier Johannes, Dr., Nuenen, NL

Duboc Philippe, Moskau, RUS

Brand Keiko, Zürich

Duboc-Chabanon Claude, St-Trojan-les-Bains, F

Brennwald Nelly, Basel

Duss Kurt, Esslingen

Brombacher Martin, Thalwil

Dysli Peter, Wohlen

Brügger Hans, Muttenz Brügger-Urban Astrid, Muttenz

E

Eichenberger Manuela, Binningen Ellinger Dieter, Darmstadt, D

Brunner Fridolin, Langendorf

Ellinger Petra, Darmstadt, D

Bucher Hans Peter u. Hanni, Thun

Elsohn Edith, Pfäffikon

Buob Beatrice, Brig

Ericsson Villa Barbro, Steinhausen

Burch Gabriela, Holzhäusern

Ernst-Gentinetta Ada, Zumikon

Burchard-Bindereif Elisabeth, Brig

Escher Stefan, Brig

Allgemeine Informationen

111


F

G

Evers Brigitte, Langendorf Fauchier-Magnan Catherine, Genève Favre Michel M. u. Ursula, Adliswil

Hager Gisela, Dornach Haselbach Annia, Lully

Feiser Walter, Dr., Oberkirch, D

Heinzen-Schalbetter Paul u. Antonia, Brig

Ferner Verena, Uerikon

Heinzmann Roland, Brig

Feusi Christina, Küssnacht

Hemels Pieter, Fiesch

Feusi Josef, Küssnacht

Hinrichs Martina, Mollie-Margot

Février Daniel, Therwil

Hirsiger Madeleine, Zürich

Février Monika, Therwil

Hochuli Ruth, Kölliken

Flubacher Hanspeter, Therwil

Hoegger Gabi, Küsnacht

Flubacher Trudi, Therwil

Höer Alice, Hedingen

Flüeler Patrick, Fiesch

Hoffmann Barbara, Glis

Fokker Adrian D., Haarlem, NL

Holzer Markus, Fiesch

Fritzsche Marie-Louise, Visp

Huber-Schwarz Erich u. Ulrike, Ebikon

Fumeaux Melitta, Steinhausen

Hug Hans-Ulrich, Gross

Fürer Anton u. Marlis, Volken

Hunziker Peter u. Greti, Baden

Furter Elisabeth, St. Gallen

Hürlimann Denise, Uznach

Fux Eve-Marie, Ried-Brig

Hürlimann Urs, Dr., Uznach

Geertesema Johan Herman, Soest, NL Geissmann Robert G., Dottikon Gentinetta Romeo, Dr., Termen

I

Hürlimann Hans, Triesenberg, FL

Ijsselmuiden Mieke, Oirschot, NL Imahorn Claude, Brig

Gerber Heidi, Bern

Imhasly Alphons, Lax

Gertschen Stephan F., Basel

Imhasly-Clausen Veronika, Cham

Giacometti Alberto u. Valeria, Como, I

Imhof Christian, Ernen

Gischig Rosanna, Herrliberg

Imhof Christoph, Dr., Fiesch

Gisel Werner, Bassersdorf

Imhof Georg, Thun

Gispen Willem Hendrik, Bilthoven, NL

Imhof Hans u. Christine, Brig

Gloor Heidi, Lenzburg

Imhof Paul, Lax

Gloor Walter, Lenzburg

Imhof-Guntern Anna, Brig

Go MJ. Th H. und Joyce, Ernen

Inderbitzin Isler Doris, Rothenburg

Goudswaard Ewoud, Amsterdam, NL

Isler Wolfgang, Rothenburg

Grossniklaus Hans Ulrich, Steffisburg Gsponer André, Brig Gsponer Christiane, Brig Gsponer-Lomazzi Clemens, Mühlebach Gsponer-Lomazzi Lietta, Mühlebach

112

H

Gysin Peter, Dr., Gelterkinden

J K

Jäger Cäsar, Brig Jenelten Anton, Sion Jenny Felix A. u. Adeline, Basel Kaech Hedy, Oberwald Kahl Eugen, Dr., Berlin, D

Guglielmi Caterina, Zürich

Karmann Urs, Dr., Kindhausen

Gusset Hans, Unterägeri

Käser Rita, Muri

Gusset Martha, Unterägeri

Kaufmann Ruth, Zürich

Allgemeine Informationen


L

Keller Hans-Peter, Küsnacht

Masshardt Renate, Orpund

Keller Lukas u. Franziska, Endingen

Masshardt Therese, Fraubrunnen

Kenzelmann Adolf, Brig-Glis

Mathé Hans-Gerhard, Dr., Waldshut, D

Kenzelmann Maria, Brig-Glis

Mathé Marlene, Dr., Waldshut, D

Kern Henriette, Zürich

Mathé Ulrike-Anima, Detmold, D

Kern Otto, Zürich

Mathier Eleonore, Dietlikon

Key Gÿsbrecht Gerrit, Halle-Zoersel, B

Mathier Elmar, Dietlikon

Kiser André, Zürich

Maurer Margrit, Brig

Koch Hermann, Wiesbaden, D

Maurer Peter, Brig

Koch Sigrid, Wiesbaden, D

Mayer Margarethe, Knittlingen, D

Kolb Erwin, Gündlischwand

Meier Edith, Schwerzenbach

Konrath Ingrid, Mettmann, D

Meier Margrit, Basel

Köppel Monika, Egliswil

Meier Roland, Lyss

Köppel Robert, Egliswil

Meier Silvio, Schwerzenbach

Krafft Andreas, Wittenbach

Meili Esther, Wetzikon

Krähenbühl Alfred u. Marianne, Selzach

Mendes de Leon Luis, Champéry

Kreis-Muzzolini Angela, Bern

Menke Roswitha, Bern

Krieg Pius, Ebikon

Meury-Lauper Anna Maria, Pratteln

Küchler-Grab Marta, Einsiedeln

Meyer Urs, Neuheim

Küffer-Gassmann Beatrix, Ebmatingen

Meyer-Schmid Otto, Rüschlikon Meyre Dieter u. Verena, Basel

Lagger Jeanny, Visp Lambrigger-Müller Béatrice, Fiesch

Moillen Monique, Martigny

Landolt Kurt, Herrliberg

Moosbrugger Müller Mireille, Meilen

Lauber Erwin, Naters

Moser Leo u. Gertrud, Würenlos

Lauber Miranda, Naters

Muheim Annagreth, Boppelsen

Lehmann Ruedi u. Andrea, Bellwald

Muheim Cécile, Siebnen

Leuthard Ueli, Adliswil

Mullback Kieth & Linda, Calgary, CAN

Lindenberg Karin, Waldems, D

Müller Hans-Peter, Dr., Lenzburg

Lingemann Gisela, Wuppertal, D

Müller Gerd, Meilen

Loretan Hildegard, Brig

Müller Lorly, Visp

Lüscher Max, Gebenstorf

Müller Madeleine, Visp

Lüscher Silvana, Gebenstorf

Müller Margrit, Wädenswil

Lutz Kathrin, Freiburg, D Lutz Manfred, Freiburg, D

N

Naef Hans, Dr., Solothurn Naef Jürg, Dr., Herzogenbuchsee

Lyoth Heinz u. Iris, Kehrsatz

Naef-Jungo Hans, Bülach

Mansard Florian, Waldems, D

Näf Peter, Zürich

Mansard Karin, Waldems, D

Niederhauser Urs, Dr., Wohlen

M

Margelist-Jenelten Katharina, Visp Marti-Brunner Katharina, Visp

O

Obolensky Konstantin u. Annette, Bern Odermatt Hans, Bellwald

Allgemeine Informationen

113


P

R

S 114

Oertli Rotraut, Winterthur

Scartazzini Christa, Brig

Oskam Sibilla, Fiesch

Schäfer Margrit, Ernen

Osmers Franz, Bremen, D

Schaller Margrit, Naters

Pabst Andrea u. Wetli Urs, Rifferswil

Schenk Maria, Nyon

Pacozzi Marianne, Glis

Scheuring Siegfried u. Mariette, Basel

Pauli-Burckhardt Monica, Basel

Schiess Elsbeth, Rothrist

Pérez-Gusset Claudine, Unterägeri

Schiess Hans, Rothrist

Pesch Ada, Zürich

Schindler Kurt, Zermatt

Peter-Doll Claudine, Vésenaz

Schmid Caspar u. Monica, Zürich

Peyer Ruth, Feldmeilen

Schmid Franz, Dr., Ausserberg

Pfammatter Colette, Naters

Schmid Margrit, Bern

Pfammatter Theodor, Dr., Naters

Schmid Wilhelm, Ernen

Ramaker Jaap u. Luce, Den Haag, NL

Schmid Birri Ingrid, Ernen

Rauss Francine, Plan-les-Ouates

Schmid-Dörig Rudolf u. Rosemarie, Stäfa

Regli Andrea, Oberägeri

Schmid-Zimmermann Gabriela, Brig-Glis

Regli Daniel, Bern

Schmid-Zimmermann Odilo, Brig-Glis

Remund Edith, Hettlingen

Schneiter Suzanne, St-Légier

Remund Urs, Zürich

Schreyer Ruth Regula, Bern

Riggenbach Björn, Neuchâtel

Schulze Ludger, Berlin-Steglitz, D

Riniker Astrid, Gebenstorf

Schweickhardt Dieter, Mainz, D

Ritz Beat, Grengiols

Schwery Emilia, Ernen

Rohrer Monica, Hüttikon

Schwery Siegfried, Münster

Rosenstock Almuth, Männedorf

Schwery Verena, Münster

Rosenstock Peter, Dr., Männedorf

Schwestermann Bernhard, Fiesch

Rössle Alfred, Ascona

Seeholzer Markus u. Priska, Küssnacht

Roten Jean-Pierre u. Pia, Horgen

Seiler Heinz u. Rita, Mühlebach

Roth Jochen, Bertschikon

Seiler Herbert, Brig

Rudorf Horst, Hof/Saale, D

Seiler Yvonne, Mühlebach

Rüegger Bruno u. Monika, Ernen

Seiterich-Stegmann Cornelia, Tuttlingen, D

Rüesch Arthur, Baltschieder

Seiterich-Stegmann Ekhard, Tuttlingen, D

Rüesch Margrit, Baltschieder

Sonnentrücker Fidelis, Visp

Ruff André-Roger, Visp

Speijer-Brouwer Huibert P., Leerdam, NL

Ruppen Franziska, Brig

Speijer-Brouwer Johanna, Leerdam, NL

Ruppen Marilyn, Ernen

Spengler Heidi, Bern

Ruppen Rosy, Visp

Spinner Madelon, Bellwald

Sahli Peter, Luzern

Steffen Walter u. Elena, Winkel

Salzmann Anita, Glis

Steinbrüchel Elsbeth, Männedorf

Sarbach Hugo, Spiegel bei Bern

Steiner Arnold, Visp

Sauer Peter, Bonn, D

Stocker Bettina, Bern

Allgemeine Informationen


T

Strehler Thea, Illnau

Walpen Hermann u. Charlotte, Volketswil

Strehler Walter, Illnau

Wantia-Osmers Mechthild, Bremen, D

Streiff David, Aathal

Weber Monika, Zürich

Strütt-Chappuis Madeleine, Schopfheim, D

Wegmüller Andreas, Meilen

Studer Martin, Rüfenacht

Wehrli Beatrice, Zürich

Studer Monique, Visperterminen

Weissen Andreas, Brig

Stulz-Rötheli Esther, Binningen

Wenger Frank und Sarah, Fieschertal

Stulz-Rötheli Peter, Binningen

Widmer Walter, Dr., Suhr

Süess-Clausen Annelise, Schwarzenberg

Widrig Hanna, Bad Ragaz

Summermatter Peter, Dr., Visp

Wiener Max, Zürich

Szigeti Paul u. Marianne, Zollikon

Wiggli Urs, Dr., Himmelried Wirz Hans Uli, Bolligen

Thierstein Evelyn, Wettswil a.A. Thomet Klara, Unterseen

Wolf Brigitte, Bitsch

Thüring Marcel u. Erika, Basel

Wyer Anneliese, Glis

Timmen Lutz, Zürich

Wyss Annlies, Schaffhausen

Tobler Bernhard, Neuheim Treichler Susanne, Zürich

U V

Z

Z’Brun Patrick, Sierre Zehnder Andreas, Gränichen

Troillet Béatrice, Vollèges

Zehnder Simone, Gränichen

Tschopp Kurt, Uster

Zeiter Bernhard, Fiesch

Turzer Robert, Ernen

Zellweger Regula, Obfelden

Ullmann Eric, Oosterbeek, NL Van den Berk Willem, Monaco, MC Van Kralingen Klaas W., Den Bommel, NL

Zenklusen Antoinette, Brig-Glis Zenklusen Urs, Brig-Glis Zenzünen Amadé, Grengiols

van Oers-Zenderink Ina, Papendrecht, NL

Zimmer Elisabeth, Stäfa

van Veelen Wim u. Carla, Hoevelaken, NL

Zimmer Hermann, Stäfa

Vermeer Anneke, St-Prex

Zollinger Werner, Dr., Visp

Virdis Philippe, Marly

Zünd René, Altstätten

Volken Dorothea, Fiesch Volken Bernhard, Dr., Fiesch Von Hoff Verena, Brig von Rosen Andreas, Zürich von Rosen Rüdiger, Prof. Dr., Frankfurt, D

W

von Witzendorff Ingrid, Dr., Rheinbach, D Wagner Klaus, Dr., Datteln, D

Stand 22.2.2012

Wagner Lisa, Datteln, DWalder Martin H. u. Marianne, Wädenswil Waldner Oswald, Mollie-Margot Walker Bruno, Zürich Walker Elly, Naters

Fehlt Ihr Name im Verzeichnis? Dann werden auch Sie Mitglied und empfehlen den Verein Ihren Freunden und Bekannten weiter! Danke. Das Anmeldeformular finden Sie im Programmheft auf Seite 123.

Allgemeine Informationen

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Die Stiftung Musikdorf Ernen Möchten Sie mit einem Testament, einem Legat oder einer Schenkung dazu beitragen, die Zukunft vom Musikdorf Ernen zu sichern? Viele Menschen haben das Bedürfnis, einen Wert zu hinterlassen, der über ihr eigenes Leben hinausreicht. Für die einen sind es die eigenen Kinder, andere schreiben Bücher. Wieder andere begünstigen ein Anliegen, das ihnen im Leben wichtig ist, zum Beispiel die Musik. Mit einem Testament haben Sie die Möglichkeit, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen über Ihren Nachlass zu verfügen. Dabei können Sie von der Freiheit profitieren, zum Beispiel einzelne Personen, die Ihnen besonders nahe stehen, speziell zu berücksichtigen. Auch Organisationen wie die Stiftung Musikdorf Ernen, mit deren Zielen und Idealen Sie sich verbunden fühlen, können Sie in Ihr Testament oder Legat einbeziehen. Die Stiftung Musikdorf Ernen wurde am 29. März 2001 errichtet. Sie bezweckt die Unterstützung und Förderung von klassischer Musik. Insbesondere soll der Verein Musikdorf Ernen finanziell unterstützt werden bei der regelmässigen Veranstaltung von Meisterkursen, Kammermusik, Orgel- und Orchesterkonzerten in Ernen. Die Stiftung Musikdorf Ernen verfolgt ausschliesslich gemeinnützige Zwecke und ist von der Steuerpflicht befreit. Wenn Sie die Stiftung Musikdorf Ernen in Form einer Schenkung zu Lebzeiten (Legat) oder per Testament unterstützen, müssen keine Schenkungs- oder Erbschaftssteuern bezahlt werden. Das bedeutet, dass Ihre Zuwendung vollumfänglich im Sinne Ihrer Zielsetzung eingesetzt wird. Auch können Zuwendungen an die Stiftung in der Regel von der kantonalen Steuer abgesetzt werden; entscheidend ist die kantonale Steuergesetzgebung. Die Stiftung Musikdorf Ernen wird von Thomas Clausen präsidiert. Weitere Stiftungsräte sind Albert Bruno Bass, Dr. Odilo Guntern, Dr. Urs Hürlimann, Ada Pesch und Francesco Walter. Der Sitz der Stiftung befindet sich in Ernen. Falls Sie weitere Fragen betreffend die Stiftung Musikdorf Ernen haben, wenden Sie sich am Stiftungssekretär Francesco Walter.

Stiftung Musikdorf Ernen, Postfach 28, CH-3995 Ernen Tel. +41 27 971 10 00 / mail@musikdorf.ch Bankverbindung Stiftung Musikdorf Ernen: Walliser Kantonalbank, CH-1951 Sion Konto CH20 0076 5000 L084 1738 2 | Clearing-Nr. 765 | PCK Nr. 19-81-6 | SWIFT BCVSCH2LXXX

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Impressum Herausgeber Verein Musikdorf Ernen, CH-3995 Ernen Telefon +41 27 971 10 00, Fax +41 27 971 30 00 mail@musikdorf.ch, www.musikdorf.ch

Intendant Francesco Walter

Texte Arthur Godel Rolf Grolimund Florian Hauser Verena Naegele Alain Claude Sulzer Francesco Walter Alfred Zimmerlin

Lektorat Wilhelm Schmid, Ernen

Korrektorat Urs Remund, Zürich

Redaktionsschluss 22.2.2012, Programmänderungen vorbehalten

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© 2012 by Verein Musikdorf Ernen

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39. KONZERTSAISON

Musikdorf Ernen | Jahresprogramm 2012  
Musikdorf Ernen | Jahresprogramm 2012  

Das Jahresprogramm 2012 zum Thema "Himmel und Hölle in der Musik".

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