Page 10

Der Fundort Etwa 3,5 km vom Besucherzentrum entfernt, mitten im Naturpark »Saale-UnstrutTriasland« gelegen, ist der Fundort der Himmelsscheibe zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Linienbus erreichbar. Markiert wird er durch das »Himmelsauge«: Die leicht gekrümmte Scheibe aus poliertem

Sonnenuhr. Ein senkrechter Schnitt teilt das Bauwerk und markiert die Sichtachse zum Harzmassiv mit dem Brocken. Das Mittelgebirge war ein wichtiger Orientierungspunkt für die Nutzer der Himmelsscheibe. Hinter dem Harz ging die Sonne am längsten Tag des Jahres, zur Sommersonnenwende, unter. Auf diese Weise ließ sich die Himmelsscheibe ausrichten und

Fotos: © Holzer Kobler Architekturen / janbitter.de; © Arche Nebra, A. Stedtler (o.), E. Becher (u.)

Das touristische Potenzial der Himmelsscheibe von Nebra

10

Nach Bekanntwerden der Himmelsscheibe zeigte sich, dass viele Menschen fasziniert von der geheimnisvollen Bronzescheibe waren. Der Krimi rund um die Auffindung, das Alter und die Echtheitsdiskussion sowie das verschlüsselte Wissen spielen dabei eine wichtige Rolle. Seit 2004 sahen mehrere hunderttausend Menschen die Ausstellung »Der geschmiedete Himmel – Die weite Welt im Herzen Europas vor 3600 Jahren« des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle. Auch der Fundort der Himmelsscheibe auf dem Mittelberg wurde von zahlreichen Interessierten aufgesucht. Über die reine Informationsvermittlung hinaus ging es bei der Entwicklung der Pläne für ein Besucherzentrum am Fundort daher von Anfang an auch darum, die Faszination der Himmelsscheibe und das damit verbundene Besucherpotenzial zu nutzen, um den immer wichtiger werdenden Wirtschaftsfaktor Tourismus in der Saale-Unstrut-Region zu stärken.

Edelstahl spiegelt das Firmament und verbindet Himmel und Erde genau dort, wo 3600 Jahre lang ein Bild des Himmels im Boden verborgen lag. Unweit der Fundstelle wurde zudem ein markanter Aussichtsturm errichtet. 30 m hoch und um 10° geneigt, ist er gestaltet wie der Zeiger einer überdimensionalen

als Sonnenkalender benutzen. Zur Zeit der Himmelsscheibe war der Mittelberg unbewaldet – heute ermöglicht der Aussichtsturm über die Baumwipfel hinweg Ausblicke wie zur Bronzezeit. Darüber hinaus besteht durch den Aussichtsturm auch am Fuß des Mittelberges in der Arche Nebra eine Sichtverbindung mit dem Fundort.

Profile for museum.de

Magazin Museum.de Nr. 8  

Magazin Museum.de Nr. 8

Magazin Museum.de Nr. 8  

Magazin Museum.de Nr. 8

Profile for museum.de
Advertisement