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Golf

Ausgabe 3/2015

Magazinpreis 4,80 Euro

CU I S I NE

ANTRETEN ZUM ABSCHLAG

MIT DER BUNDESWEHR AUFS GRÜN

PREISE MÜSSEN POSEN KÖNNEN

WIE DESIGNER DESIGNPREISE DESIGNEN

PUTTEN MIT DEM PRO

„KEINE KOPFSACHE“ DIE TECHNIK MACHTS

SOLHEIM KULINARISCH

FEINE HÄPPCHEN IM SEKUNDENTAKT

820 800 täglich

DAS MAGAZIN FÜR GOLF, GENUSS UND DESIGN


CUISINE

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GOLF

Golf CU I S I NE

E D I T O R I A L

Liebe Golfer, liebe Genießer Diese Zahl hat uns erstaunt: Mehr als 820 000 Golfbälle suchen weltweit täglich das Weite, liebend gern auch das Nasse. Sie verstecken sich stumm irgendwo im blickdichten Dickicht oder tauchen sicht- und hör- aber nicht mehr abwendbar mit einem letzten, sich wortkarg verabschiedenden „Plop“ unter. Sie sind verloren. Die Frage nach dem Warum, beantworten wir mal so: Wahrscheinlich liegt es dran, dass der kürzeste aller Golfwitze - „Ich kann‘s“ - eben ein Witz ist, wohl auch immer einer bleiben wird, und jeder Realität entbehrt. Gut zu wissen allerdings, dass man als nie perfekter Golfer mit solchen Schlägen durchaus Gutes tut. Nehmen wir mal Michel Frauen, den Bälletaucher aus Leverkusen. Dem helfen wir allesamt und mit jeder Runde aufs Neue, sein Startup-Unternehmen auf solide Füße zu stellen. Auf unser aller Missgeschick ist halt Verlass im Nass. Also: Nicht gleich aus Frust das Handy hinterherwerfen. Haltet kurz ein, wenn das leise „Plop“ euch zuhaucht: „Auch das wird wieder kein Birdie“. Atmet kurz durch und erinnert euch: Ihr tut gerade Gutes. Zum Schluss zwei Zahlenspiele und eine Idee: 820 000 verlorene Bälle machen aneinandergereiht eine Strecke von knapp 37 Kilometern aus und kommen auf ein Gesamtgewicht von gut 36 Tonnen. Wer mag, darf das bei der Ballsuche im Rough gern mal für ein Jahr hochrechnen. Es beruhigt bestimmt.

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Spaß beim Putten mit Marvin Buschmann Der 27-Jährige aus dem sauerländischen Langscheid gehört zu Deutschlands wenigen Putt-Experten und behauptet: Üben auf dem Grün muss keineswegs langweiliig sein. Ein paar Tipps vom Pro.

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Solheim Cup: Golf und gutes Essen für die Gäste An fünf Tagen im September wollen beim Solheim Cup 2015 bis zu 100.000 Menschen verpflegt werden. André Schellenberg, kulinarischer Direktor der Compass Group, stellt sich dieser Herausforderung.

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1 woche Golf und Luxus pur

An der Costa de la Luz liegt das Hotel Melia Sancti Petri Cadiz. Golf-Cuisine verlost einen einwöchigen Aufenthalt.

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Ein satz T-Shirts für euer Team

Jubel, fotografieren, gewinnen: Agon und Golf-Cuisine laden zum Wettbewerb um einen Satz T-Shirts.

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Design lenkt die Sinne

Er ist der Designer des Designpreises: Günter Wermekes aus Neuenrade hat die Red Dot Trophäe gestaltet.


INHALT 30 06 Golfer in Uniform: Für - Schwarz - Rot - Gold auf dem Grün HAlt! Stehenbleiben, oder ich putte

Stabsfeldwebel Thomas Franken ist Flugingenieur bei der Nato Airborne Early Warning and Control Force. Und er ist leidenschaftlicher Golfspieler. Als Mitglied im Military Golf Team Germany vertritt er die Bundesrepublik bei internationalen Golfturnieren. Und wenn es der Einsatz zulässt, landet das Golfbag des 48-Jährigen auch schon mal im Frachtraum seines AWACS-Aufklärungsflugzeugs.

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Den Sommer Genießen

Endlich Sommer: Küchenexperte Friedrich Gabel empfiehlt Erfrischendes für die heiße Jahreszeit.

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Alex gewinnt Game of Chefs

Alexander Hoppe, Koch im Hammer Denkma(h)l, ist seinem Traum vom Stern ein Stück nähergekommen.

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Vor sechs Jahren gründete sich die BSG Polizeigolf NRW. Heute hat sie bereits 290 Mitglieder - und veranstaltet regelmäßig Turniere.

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Und jetzt mal fein aufgepassst

Hätten Sie‘s gewusst? Nicht nur, wer gerade die Platzreife machen will, sollte die Golfregeln kennen.

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Text und Fotos anja luckas

Ein bisschen Selbstironie ist Natürlich auch bei der Polizei erlaubt. Statt nearest to the Pin mussten die Teilnehmer des „Ruhr-Pott“-Turniers der Betriebssportgemeinschaft Polizeigolf NRW in Duisburg den Ball möglichst nah an den Policeman schlagen. Auch Treffen durften sie den Knaben. Mit einer Verwarnung oder gar einem Bußgeld musste jedenfalls niemand rechnen, der dem Pappkameraden gefährlich nahe kam. 6

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GOLF

Halt!

Stehenbleiben, oder ich putte!

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ie Kanzlerin hat Vorrang. Weil Angela Merkel zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau geladen hat, herrscht bei der bayerischen Polizei seit Wochen Ausnahmezustand – und Urlaubssperre. Zehn Kollegen aus Bayern fehlen deshalb im Mai beim traditionellen Polizeigolf-Turnier „Ruhr-Pott“ auf der Anlage des Golfclubs Am Kloster Kamp in Kamp-Lintfort. 70 Spielerinnen und Spieler, vom Streifenbeamten bis zum Hauptkommissar sowie deren Angehörige, treffen sich an diesem Tag, um gemeinsam ihrem Hobby nachzugehen. Sechs Bundesländer sowie die Bundespolizei sind in diesem Jahr vertreten. Auch Bayern, nur halt nicht so stark wie sonst. Dienst geht eben vor, weiß auch Duisburgs Polizeipräsidentin Elke Bartels. „Denn Straftaten werden nicht nach dem Terminkalender begangen.“ Oder in diesem Fall besser: nicht nach dem Turnierkalender. Bartels ist seit Jahren Schirmherrin des Turniers der Betriebssportgemeinschaft Polizeigolf Sektion Duisburg und hat keinerlei Berührungsängste mit dem immer noch etwas elitären Klischee des Golfsports. Im Gegenteil, die Präsidentin sieht die Sache eher pragmatisch: Angesichts eines Durchschnittsalters bei der Polizei von 48 Jahren, „kann sich nicht jeder mehr mit Zirkeltraining fit halten“. Und schließlich gehört es zu ihren Aufgaben, sinnvolle sportliche Aktivitäten der Beamtinnen und Beamten zu fördern und

Rother war es auch, der die BSG Polizeigolf NRW vor nunmehr sechs Jahren ins Leben rief. Geplant war das damals so nicht, eigentlich suchte der Polizeibeamte aus Duisburg über den dienstlichen Verteiler nur ein paar Mitspieler für eine lockere Golfrunde, doch hat die BSG in NRW mittlerweile 290 Mitlieder und Sektionen unter anderem in Unna, Bochum, Gütersloh, Münster und Wuppertal.

Kein Kontakt zur Kundschaft

Polizeihauptkommissar Arndt Rother suchte eigentlich nur ein paar Mitspieler für die Runde nach Feierabend.

zu unterstützen. „Das tue ich gern.“ Bartels Kollege, Polizeihauptkommissar Arndt Rother, lobt derweil den Teamgeist beim Golf und die Koordination, die nötig ist, um den Ball vom Abschlag ins Loch zu befördern. Beides Eigenschaften, die man auch im Dienst in Uniform natürlich gut gebrauchen kann. Golf-Cuisine 3/2015

Allein auf Rothers Mail meldeten sich damals 230 Kolleginnen und Kollegen, Golfspieler ebenso wie absolute Anfänger. Schnell organisierten sie sich und gründete eine Betriebssportgemeinschaft, um sich künftig regelmäßig auf dem Platz zu treffen. Nach Dienstschluss, versteht sich. Den Sport, egal ob auf dem Golfplatz, im Schwimmbad oder im Fitnessstudio, ist Freizeitvergnügen, auch wenn er sozusagen betrieblich organisiert ist. Und wenn auch der Name „Golfclub Hände hoch“ vielleicht lustiger gewesen wäre als BSG Polizeigolf NRW, so einfach war das nicht. Doch apropos Hände hoch: Ihre „Kundschaft“ treffen Rother und seine Kollegen bei den bundesweiten Turnieren der golfenden Polizisten nicht. Wollen sie auch nicht. „Steckbrieflich Gesuchte würden wir bei uns nicht aufnehmen“, sagt Rother etwas scherzhaft. Und im Ernst? >>

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GOLF

Ermittelt wird nur im Dienst

Wenn die Polizisten aus dem ganzen Land ins Revier kommen, muss natürlich um den „Ruhr-Pott“ gespielt werden.

>> „Wir schauen uns die Leute, die zu uns kommen, schon genau an.“ Wenn es sein muss, vermutlich auch in der Kartei. „Ich hätte schon etwas dagegen“, sagt Bartels, „wenn ein Straftäter ein T-Shirt mit Polizei-Logo trägt“. Verständlich. Aber auch auf der Runde bleibt der Dienst – meistens – außen vor. Natürlich reden auch Polizeibeamte, wenn sie unter sich sind, gern und viel über die Arbeit. Alles andere wäre wohl seltsam. Ermittelt aber wird auf dem Platz allenfalls ein neues Handicap, nicht aber in einem Mordfall. Und das Telefon bleibt aus. Es sei denn, kurz vor dem Turnier muss eine Kollegin oder ein Kollege doch noch raus zum Tatort. „Alles schon vorgekommen“, weiß Rother. Wie gesagt, Dienst ist eben Dienst. Ansonsten geht es bei den regionalen und internationalen Turnieren der GoPos genauso zu, wie in jedem anderen Golfclub auch. Nach der Runde wird auf der Terrasse gefrotzelt, später beim Bier werden Freundschaften geschlossen und neue Ideen geboren. Aktuell denken Rother und seine Golf-Kollegen über eine Turnierserie in Form eines bundesweiten „Länderkampfes“ nach. Erstmal nur eine Idee, aber wer weiß, die besten Ideen entstehen ja ohnehin auf dem Golfplatz – oder beim Bier. Oder beides.

World Police Cup im August in Prag

Freunde bei der Bundeswehr

Verein ist gemeinnützig

Auch bei den golfenden Polizisten steht neben dem Sport, das Miteinander im Mittelpunkt. Der Kontakt zu Kollegen wird bei Turnieren gepflegt, wie beispielsweise dem Internationalen Deutschen Polizeigolfcup (6. bis 8. August in München). Weltweit messen sich die Polizisten in diesem Jahr in Prag. Vom 19. bis 23. August richtet Unitop CR (Union of the Police Sports Clubs in the Czech Republic) den World Police Golf Cup aus.

Die Betriebssportgemeinschaft Polizeigolf NRW gliedert sich in zwölf Sektionen. Dies sind: Bochum, Düsseldorf, Duisburg, Gütersloh, Kleve, Köln, Oberhausen, Münster, Recklinghausen, Unna, Wesel und Wuppertal. Die jüngste, Wuppertal, hat sich erst in diesem Jahr gegründet und spielt auf den Plätzen der Golfclubs Felderbach und Gut Frielinghausen. Darüber hinaus pflegt die BSG Polizeigolf NRW guten Kontakt zu den golfenden Kollegen in Luxemburg, Bayern und Berlin sowie zum Bund der Kriminalbeamten und zur Bundespolizei. Auch die Turniere der Bundeswehr sind für die „Kollegen von der inneren Sicherheit“ offen.

Die Gründung eines normalen Golfclubs war für Arndt Rother und seine Kollegen nicht möglich, da sie alle den selben Chef haben – in diesem Fall den Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen. Anders ausgedrückt: Wenn Mitarbeiter einer Einheit oder einer Firma einen (Sport-)Verein gründen wollen, muss dies in aller Regel eine Betriebssportgemeinschaft sein. Diese wird als gemeinnütziger Verein eingetragen und bietet den Mitgliedern für einen ausgesprochen günstigen Jahresbeitrag zahlreiche Vorteile. Dazu gehören unter anderem die Sporthilfe Versicherung sowie auch die Zugehörigkeit zum LandesSport-Bund.

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INFO • Kontakt zur Betriebssportgemeinschaft Polizeigolf NRW können Interessierte am besten über das Internet aufnehmen: www. pogo-nrw.de • Dort finden sich auch die Ansprechpartner der einzelnen Sektionen. • Vorsitzender der BSG Polizeigolf NRW ist Arndt Rother (Polizeipräsidium Duisburg). • Heimatplatz der golfenden Polizisten in NRW ist der Golfclub Am Kloster Kamp in Kamp Lintfort.

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CUISINE

Alex kocht sich an die Spitze Drei Monate lang durfte Alexander Hoppe nichts sagen, selbst seinen besten Freunden und Kollegen nicht. Auch als Golf-Cui-sine den jungen Koch im März in seiner Küche im Restaurant Denkma(h)l in Hamm besuchte, stand bereits fest, dass der 23-Jährige die VoxKochshow „Game of Chefs“ gewonnen hatte.

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erraten hat er es – natürlich – nicht. Doch jetzt ist es raus. Und jetzt endlich darf Alexander Hoppe darüber reden. Darüber, wie er das Finale erlebt hat. Wie aufgeregt er die ganze Zeit über war. Und darüber, ob und wie die Sendung ihn verändert hat und wie es jetzt weitergehen soll. Gern und offen tut er das, beim Interview sprudelt es nur so aus ihm heraus. Und immer wieder fallen dabei Worte wie „mega“ und krass“, noch häufiger allerdings der Name seines

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gekocht, gekocht, gekocht.“ Als die Aufzeichnung der Show später bei vox.de ausgestrahlt wurde, haben sie das Menü aus Rotbarbe, Rinderfilet und Honigbanane noch einmal gekocht vor den Gästen des Denkma(h)l. „Als dann die Entscheidung fiel, standen alle auf und klatschten“, erinnert sich Hoppe. „Das war schon ein extremer Moment.“ Zu gern wäre er damals einfach im Boden versunken, auch wenn er natürlich erleichtert war, endlich nicht mehr aufpassen zu müssen, „dass ich mich nicht verplappere. Das war vorher echt schwer.“ Und jetzt ist alles schon wieder so lange her. Doch die Erinnerung ist noch hellwach. Erst recht, wenn Alexander Hoppe in Hamm plötzlich auf der Straße erkannt wird. „Neulich wollte sogar Vor fünf Jahren entdeckte Alexander Hoppe seine Leidenschaft fürs Kochen. Foto: Sascha Schürmann einer ein Autogramm von

Chefs. „Dass Wilko richtig stolz auf mich war“, sagt Hoppe, „das war das größte Kompliment für mich“. Wilko Masan, Küchenchef in der Ausbildungs- und Trainingsgastronomie der Malteser Werke, war live dabei, als Alexander die mit 30 Sternen dekorierte Finaljury der Kochshow mit seinem Menü überzeugte. „Das war schon krass, wie im Film“, erinnert sich der junge Mann an den Finaltag. „Mein Team hat 100 Prozent für mich gegeben und ich hab irgendwann nur noch

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Jubel nach dem Sieg: Hoppe und Jürgens fallen sich in die Arme.

Foto: VOX/Andreas Friese

Alexander Hoppe tatsächlich reichmir“, sagt er. So richtig verstehen lich. Auch sein Coach von „Game kann der 23-Jährige das nicht, of Chefs“, 3-Sterne-Koch Christian findet es sogar ein bisschen koJürgens, würde ihn gern nach Baymisch. Auch, dass immer wieder ern locken. „Aber Knall auf Fall meiLeute nach ihm fragen, dass im ne Koffer packen, meine Wohnung Denkma(h)l noch immer Briefe für aufgeben und weg hier“, sagt der ihn ankommen, sogar aus ÖsterShow-Sieger, „das mach ich nicht. reich und aus der Schweiz, und Das will ich mir erstmal ansehen.“ dass junge Mädchen bei Facebook schon mal nach einem Date mit ihm Die Chance, die Sterne-Gastronomie kennenzulernen, will er sich fragen. Man merkt schnell, dass all das dem jungen Mann eigentlich ein aber auf keinen Fall entgehen lassen, erst recht, weil Christian Jürwenig unbehaglich ist. gens ihn in sein Team gewählt hat, Richtig sauer wird er allerdings, wenn Restaurant-Chefs im Denkma(h)l anrufen und ihn abwerben wollen. „Das müssen Sie sich mal vorstellen“, ereifert er sich, „die rufen hier an und lassen über meine Kollegen ausrichten, dass ich bei ihnen anfangen könnte. Das geht gar nicht.“ Zum Kochen gehört auch Liebe zum Detail, besonJob-Angebote aber hat ders beim Dessert. Foto: Sascha Schürmann

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„obwohl ich anfangs so schüchtern war“. Gut ein halbes Jahr später ist aus dem schüchternen Alexander ein durchaus selbstbewusster junger Mann geworden, der weiß, dass er sich seinen Traum vom Stern irgendwann erfüllen wird. Vorerst aber will er im Denkma(h)l bleiben. „Denn dass ich hier diesen Erfolg haben durfte, freut mich besonders“, sagt der junge Mann, der erst vor fünf Jahren nach Hamm kam und hier eine neue Familie fand. Gleichwohl will er mit dem gewonnenen Geld demnächst durch Europa reisen, sich Restaurants anschauen, hier und da ein Praktikum machen – und dann entscheiden, wie es weitergeht. Vorher aber wird noch richtig gefeiert – mit Freunden und allen Kollegen aus dem Denkma(h)l. Denn hier ist Alexander Hoppe einfach „einer von uns“. Anja Luckas

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advertorial

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Edles aus dem Sauerland

in kleines, aber feines Jubiläum kann die Sauerländer Edelbrennerei in diesem Jahr feiern: Inmitten des Sauerlandes, in dem kleinen Bergdorf Kallenhardt, werden seit nunmehr 15 Jahren feinste und exquisite Brände, Geiste und Liköre gebrannt. Das Familienunternehmen hat sich dabei stets an eine klare Philosophie gehalten: Nur das Beste und nichts als Natur. Diese Maxime steht noch heute für die Zutaten aus besten Anbaugebieten sowie für die Liebe und das Gefühl, mit der Brennmeister Julian Wellhausen bei der Dreifach-Destillation zu Werke geht. Seit 2007 produziert die Brennerei ihren eigenen Whisky. Auch hier legt das Unternehmen besonderen Wert auf beste Zutaten und eine Destillation nach eigenem aroma-schonenden Verfahren. Für den einzigartigen Mc Raven Single Malt Whisky wird ausschließlich natürliches Malz aus der Region verwendet, gebrannt wird der Thousand Mountains - Mc Raven nach eigens optimierten Kolonnenbrennverfahren. Perfekt abgerundet wird die blumige Note

und die gold-schimmernde Bernsteinfarbe des Single Malts durch die Lagerung in erstklassigen Eichenfässern aus der Toskana sowie in frisch getoasteten Kentucky Bourbon-Fässern. Von all dem können sich Freunde des guten und erlesenen Geschmacks selbstverständlich auch selbst ein Bild machen. Brennmeister Julian Wellhausen selbst führt die Besucher in die Produktionsprozesse und das Handwerk des Brennens ein.


FOTOS: TIM HOFFMANN

GOLF

Putten

wird zu wenig geübt jeder amateur-golfer kennt das: ein guter abschlag, dann mit dem zweiten schlag aufs grün, chance zum birdie oder par – aber der ball will, verflucht nochmal, einfach nicht ins loch. woran liegt’s? „putten wird viel zu wenig geübt“, behauptet marvin buschmann. der golflehrer würde das gern ändern. Denn: „wer weniger Dreiputts spielt, wird sicher auch besser abschlagen“. schauen wir mal.

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s gibt kaum einen Amateur-Golfer, so Marvin Buschmann, „der beim Putten richtig ausgerichtet ist“. Und das, „obwohl es doch eine so wichtige Konstante beim Golf ist“. Der Mann weiß, wovon er spricht. Der 27-Jährige ist einer der wenigen deutschen Golflehrer, die sich auf das Spiel auf dem Grün spezialisiert haben. Bundesweit, schätzt Buschmann, gibt es lediglich vier oder fünf Putt-Experten wie ihn. Denn das Putten wird oftmals unterschätzt, weshalb die wenigsten Golfer Unterrichtsstunden auf dem Grün buchen. „Vielen ist es auch zu langweilig“,

vermutet Buschmann. „Aber wenn man Erfolg hat, kommt auch beim Putten der Spaß.“ Genau dafür will Buschmann sorgen. Beruflich beheimatet bei Golf am Haus Amecke in Sundern, reist er mit seiner Puttklinik und seinem hochmodernen Quintic Ball Roll System seit Jahren quer durch Deutschland und unterrichtet Bundesliga-Mannschaften und Kaderspieler sowie Spieler der Pro Golf Tour. Aber auch im Sauerland hat er eine Reihe von Stammkunden, die von ihm lernen wollen, wie sie den kleinen weißen Ball mit möglichst wenig Putts ins Loch bringen. >>

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CUISINE

Marvin Buschmann gehört zu den wenigen Pros in Deutschland, die sich aufs Putten spezialisiert haben.

>> Die schlechte Nachricht gleich vorab: „Ein Grün lesen zu können, kann man kaum beibringen“, sagt Buschmann. „Das ist immer ein bisschen raten und schätzen.“ Anders ausgedrückt: Nur wer putten übt und ein Gefühl fürs Grün entwickelt („man muss versuchen, es in den Füßen zu spüren“), der lernt es irgendwann auch. Wenngleich natürlich letztlich doch in erster Linie die richtige Technik zum Erfolg führt. Und die kann man beibringen. Doch dazu später mehr. Marvin selbst war der Putter schon immer lieber als der Driver. „Als Jugendlicher habe ich mehr Zeit auf dem Puttinggrün und der Driving14

range verbracht als auf dem Platz“, sagt der 27-Jährige und fügt hinzu: „Ich wusste als Zwölfjähriger schon, dass ich Golflehrer werden will.“ Er hat Wort gehalten. Als Pro in einem kleinen hessischen Golfclub hat er dann später begonnen, Putten in jede Unterrichtsstunde einzubauen.

Die Gesetze der Physik Viele habe das überrascht, so Buschmann, „aber bei vielen Schülern kam das gut an“. Weshalb der Lehrer irgendwann auf die Idee kam, „mal nur das Eine zu tun“. So ging der gebürtige Sauerländer ein Jahr lang sozusagen auf Tournee,

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fuhr zehntausende Kilometer durchs Land, war heute hier und morgen da, um Unterricht anzubieten. Heute, da er als Pro bei Golf am Haus Amecke wieder fest in seine Heimat zurückgekehrt ist, macht er nur noch 10 bis 15 Mal im Jahr solche Termine, muss nicht mehr so viel fahren. Denn heute kommen die Leute zu ihm. Also doch Technik und Training? Natürlich ist Golf nicht, wie viele meinen, bloß Kopfsache. „Das hätten viele gern“, sagt Marvin Buschmann und lacht. Ist halt immer eine gute Ausrede. Entscheidend ist und bleibt aber die Technik. „Und wenn ein Spieler technisch erst einmal


GOLF

INFO

Quintic Ball Roll System •

besser wird, nimmt das Mentale automatisch ab“, sagt der 27-Jährige, der selbst geradezu tiefenentspannt wirkt. Beim Golf ist es übrigens die Physik, die die entscheidende Rolle spielt. Um das besser zu verstehen, nennt Buschmann ein eindrucksvolles Beispiel: „Schon eine Verstellung des Schlägers beim Putt um ein Grad reicht, damit der Ball am Loch vorbeirollt“, erklärt er. Zum Vergleich: „Eine Sekunde auf der Uhr sind 6 Grad.“ Also kommt es doch auf die richtige Zielgenauigkeit an. Unter anderem. Einige Regeln kann sich der Golfer leicht merken: Wenn der Putt beispiels-

Für seinen Unterricht nutzt Marvin Buschmann das Quintic Ball Roll System. Dieses kombiniert eine Hochleistungskamera mit einer Software, welche den „Roll“ des Balles und die Bewegung des Putters analysiert. Dadurch erhalten wir viele Informationen wie zum Beispiel: wie weit fliegt der Ball, in welchem Winkel fliegt er, wann beginnt er wirklich zu rollen, hat der Ball Hook- oder Cutspin, was macht die Schlagfläche, wie sieht der Eintreffwinkel aus und vieles mehr.

weise bergab geht, muss der Golfer das Break immer ein wenig größer spielen, bergauf wird es - umgekehrt - kleiner.

je schneller, desto schwieriger Aber auch die Geschwindigkeit des Grüns wirkt sich natürlich auf die Linie des Balles aus. Und auch hier gilt: Je schneller das Grün, desto größer das Break. „Die meisten Amateure tun sich allerdings schwer mit Geschwindigkeit und putten lieber auf langsamen Grüns“, weiß der Experte. Auf Tour-Plätzen kämen sie also mithin ins Schleudern. „Hier hat schon ein

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Also viele Dinge, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. •

Die von dem System erfassten Daten helfen dabei herauszufinden, an welcher Stelle der Fehler liegt. Ist es der Putter, die Technik oder beides?

Im Gegensatz zu allen anderen Systemen gibt es hier keine überflüssigen Sensoren, die Einfluss auf den Putter nehmen und dem Spieler ein komisches Gefühl vermitteln.

1-prozentiges Gefälle eine riesige Auswirkung auf die Rollbahn des Balles.“ Wie gesagt: alles Physik. Der Putt-Lehrer rät deshalb allen Amateurgolfern, durchaus öfter mal auf dem Puttinggrün zu üben, und nicht nur fünf Minuten vor einem Turnier. „Das bringt gar nichts.“ Aber das war wohl immer schon so. Früher, sagt der Mann, der beim Golf gern auch mal Hut trägt, „wurden das kurze Spiel und das Putten überschätzt und trotzdem nicht geübt. Heute wird es unterschätzt und deshalb noch weniger geübt.“ Zeit, das zu ändern. Anja Luckas

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Schattenspiel

Für daheim: 5 DVDs zu gewinnen 16

Auf seiner DVD „Hauptsache drin!“ erklärt Marvin Buschmann anschaulich, wie jeder Golfer sein Puttspiel verbessern kann. Golf-Cuisine verlost für seine Leser fünf DVDs im Wert von je 29 Euro. Beantworten Sie einfach folgen-

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de Frage: Wie heißt der optimale Treff-Punkt auf der Schlagfläche des Putters? Die Antwort schicken Sie mit Name und Anschrift an gewinnspiel@golf-cuisine.de Die Gewinner werden am 15. August ausgelost und schriftlich benachrichtigt.


GOLF

Tipps von Pro Marvin Buschmann

Fettstift hilft den sweetspot besser zu treffen

Die Distanzkontrolle beim Putten ist nicht nur eine reine „Gefühlssache“, sondern hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein ganz entscheidender Faktor ist das Treffen des Sweetspots. Wenn man den Ball nicht immer in der Mitte der Schlagfläche, sondern mal mit der Hacke und mal mit der Spitze trifft, kommt es nie zur vollen und einer konstanten Kraftübertragung auf den Ball. Wenn Sie herausfinden möchten, ob Sie den Ball immer an der gleichen und richtigen Stelle Ihrer Schlagfläche treffen, hilft der folgende kleine Test: Schmieren Sie die komplette Schlagfläche Ihres Putters mit einem Fettstift ein. (Bild 1) Suchen Sie sich nun einen Putt aus zwei Metern Entfernung und spielen Sie 10 Putts. Schauen Sie zwischen den Putts bitte nicht nach, wie Ihre Schlagfläche aussieht. Nach den Putts überprüfen Sie, wo sich die Abdrücke in der Fettschicht befinden. (Bild 2)

Wenn die Abdrücke nicht immer an der gleichen Stelle und/ oder nicht im Sweetspot liegen, kann die folgende kleine Übung sehr hilfreich sein: Malen Sie einen Dimple Ihres Golfballs mit einem Filzstift aus. Legen Sie diesen Dimple immer genau nach oben in die Mitte. (Bild 3) Wenn sie jetzt den Putt ausführen, sollte der Fokus nur auf dem ausgemalten Dimple sein. Wenn Sie diese Übung ein paar mal durchgeführt haben, nehmen Sie wieder den Fettstift, um zu überprüfen, ob sich die Abdrücke nun schon näher und konstanter an der Mitte befinden. Meistens reicht diese Idee schon, um eine deutliche Verbesserung herbeizuführen. Falls nicht, spielen Sie den Ball mit der Vorstellung, dass sich die Ziellinie auf Ihrem Putter durch den ausgemalten Dimple bewegen muss. Wiederholen Sie Übung und Test immer wieder aus verschiedenen Distanzen. Die Tatsache, dass Sie den Ball jetzt immer an der gleichen Stelle auf der Schlagfläche treffen, sorgt dafür, dass Sie immer mit der gleichen Kraftübertragung auf den Ball rechnen können und ermöglicht Ihnen, viel leichter an weiteren Faktoren der Längenkontrolle und Ihrem Gefühl zu arbeiten. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

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Maßgeschneidert Der Putter ist der meistgenutzte und damit wichtigste Schläger in der Tasche eines Golfers. Bei der Wahl des richtigen und individuellen Putters sollte man deshalb nichts dem Zufall überlassen.

Begründet auf den Erkenntnissen der Florida State University, wonach ein professioneller Golfer den Driver im Durchschnitt weniger als 11 Mal pro Runde nutzt, der Putter jedoch abhängig vom jeweiligen Handicap zwischen 28 und 40 Mal zum Einsatz kommt, hat sich das junge Unternehmen Caledonia die „höchste individuelle Spielbarkeit“ dieses Schlägers zum Ziel gesetzt. Ein filigranes Spielgerät – nicht von der Stange – sondern abgestimmt auf die individuellen Spielbedürfnisse des einzelnen Profi- oder Amateur-Golfers ist die Inspiration des Putterherstellers mit Sitz im baden-württembergischen Hirschberg. Mit der innovativen „Hosel Insert Technology“ (HIT) hat das Unternehmen ein Portfolio an Puttervarianten entwickelt, die einzigartig und mit viel Liebe zum Detail hergestellt werden. Fundiertes Know How im Putterbau, technologischer Vorsprung im Maschinenpark und eine variantenreiche Vielfalt bei der individuellen Zusammenstellung machen jeden Caledonia-Putter zu einem edlen Unikat. Denn die HIT ermöglicht es, jeden Caledonia Putterkopf

perfekt auszubalancieren, um eine maximale Spielbarkeit zu erreichen. Durch den Einsatz des Face Weighting Systems (FWS) ist es zudem möglich, das Schwunggewicht und die Schlägerkopfbalance den individuellen Anforderungen des Spielers perfekt anzupassen. Die Marke Caledonia steht für Hightech und edles Design aus Deutschland. Alle Putterkomponenten werden in der deutschen Produktionsstätte von einem Team aus Spezialisten gefertigt. Offizieller Stützpunkt der Caledonia Golf GmbH ist seit diesem Frühjahr der Golfclub Velbert Gut Kuhlendahl. Doch auch international hat sich Caledonia längst einen Namen in der Golfbranche gemacht. Pros wie der Schotte und ehemalige Open Champion Paul Lawrie gehören zu den Botschaftern der Marke made in Germany. Der Deutsche Philipp Mejow sicherte sich Anfang des Jahres bei den Red Sea Ain Sokhna Classics dank eines Birdies mit seinem Caledonia Big Eye Putters seinen zweiten Titel auf der Pro Golf Tour. Wie gesagt, der Schlüssel zum Erfolg liegt auf den Greens dieser Welt.


GOLF

Einst unbrauchbare Dünenlandschaften bilden heute oftmals das Gelände so genannter Links Courses.

Links Course

Paderborn und das Meer Ein Links Course zeichnet sich dadurch aus, dass er sich auf sogenanntem Linksland befindet. Dies ist die früher als unbrauchbar angesehene Dünenlandschaft, die das Meer mit dem frucht-

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ertreter einer geologischen Sichtweise argumentieren, dass Linksland sich nur dort bilden kann, wo die See sich zurückgezogen und eine Dünenlandschaft hinterlassen hat, die anschließend von fruchtbarer Erde aus dem Mündungsbereich eines Flusses bedeckt wurde. Andere Experten akzeptieren auch Links-ähnliches Land, wie man es im Landesinneren in Heidegebieten oder am Ufer großer Seen finden kann, und begründen dies mit optischer und spieltechnischer Vergleichbarkeit. Tatsächlich gibt es nur knapp 160 echte Links Plätze weltweit, der berühmteste ist sicher der St. Andrews Old Course in Schottland. In Deutschland tragen die Golfplätze auf Norderney und Sylt sowie WinstonLinks (Vorbeck) in Mecklenburg-Vorpommern die Bezeichnung

baren Ackerland verbindet (to link = „verbinden“). Ob ein links platz jedoch zwangsläufig am Meer liegen muss oder ob es auch so etwas wie „Inland Links“ gibt, ist allerdings umstritten.

Links Course. Auch der Golfplatz Haxterhöhe in Paderborn vereint typische Merkmale traditioneller Dünenkurse mit den Gegebenheiten auf der Hochfläche im Paderborner Süden und ist als Links Platz anerkannt. Auch die Anlage des Kölner Golfclubs verfügt über einen Links Course. Zugänge sind in signifikanter Zahl allerdings in Zukunft nicht zu erwarten, da das dafür nötige Terrain mittlerweile fast überall unter Naturschutz gestellt wurde. Nur in entlegenen oder unwirtlichen Gegenden konnten in den letzten Jahren Links-Projekte realisiert werden, so etwa in Oregon und Tasmanien. Eine Ausnahme bildet der Links Course Budersand auf Sylt, der 2008 eröffnet wurde. Die natürliche Dünenlandschaft dort war aufgrund der vorherigen Nutzung als Militär-

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stützpunkt und Flughafen bereits weitgehend zerstört, so dass die üblichen Umweltauflagen hier nicht zum Tragen kamen. Ein typisches Merkmal eines Links Course ist, dass der Platz kaum Bäume aufweist. Auch finden sich viele kleine Bunker, mit hochwachsenden Gräsern bepflanzte Roughs sowie hügelige Fairways. Häufig gehen die ersten neun Löcher (out) in einer Richtung weg vom Clubhaus, während die letzten neun Löcher (in) - meist parallel - zum Golfhaus zurückführen. Spieler auf solchen Plätzen müssen mit starken Windböen rechnen. Die Bewältigung eines Links Course gilt daher als recht anspruchsvoll. Vor allem in Nordengland, Schottland oder Irland sind Links Courses verbreitet. Das Gegenteil zum Links Course ist der Parkland Course.

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GOLF

André Schellenbergs Herausforderung in St. Leon-Rot

Feine Häppchen im Sekundentakt

Küchenchef André Schellenberg

Bis zu 30.000 Besucher pro Turniertag werden im September auf dem Golfplatz St. Leon-Rot erwartet, wenn sich Europas und Amerikas beste Golfspielerinnen beim Solheim Cup 2015 messen. Rund 100.000 Fans also, die perfekten Golfsport erleben wollen, die aber auch verpflegt werden müssen. Mit einer Banane, einem Müsli- und einem Schokoriegel für die Runde ist es da nicht getan.

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eshalb kümmert sich André Schellenberg um den Speiseplan in den VIP-Bereichen, den Public Areas und dem Oktoberfestzelt. Der 38-Jährige ist offiziell Executive Chef und Leiter Menu Management der Compass Group, dem weltweiten Marktführer im Bereich Food Services und Catering. Er selbst nennt sich einfach Küchenchef oder auch kulinarischer Direktor.

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Drei Stunden hat Schellenberg im Stau gestanden, bevor wir zum Interview verabredet sind. Insgesamt hat er mehr als sechs Stunden für die Strecke von München nach Eschborn im Main-Taunus-Kreis gebraucht.

Weltreisender in kulinarischer Mission „Normalerweise brauche ich drei“, sagt er zur Begrüßung und wirkt

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trotzdem keineswegs genervt oder müde. Schellenberg kennt das, er ist viel unterwegs. Regelmäßig pendelt er zwischen Bayern und Hessen, ist aber auch weltweit gern unterwegs. „Ich war in 80 Ländern dieser Welt“, schwärmt er. Und: „Immer mit kulinarischem Hintergrund.“ Schellenberg ist quer durch Südamerika gereist, hat lange in Großbritannien gearbeitet, kennt die Formel-1-Rennstrecken von Indi-


CUISINE

Fest steht bereits, dass es beim Solheim Cup auch ein Oktoberfest-Zelt geben wird.

anapolis, Montreal und Monaco, war beim America’s Cup dabei. Ja, selbst Tadschikistan und Usbekistan stehen auf seiner Liste. Golfplätze finden sich darauf bisher nicht. Irgendwann habe er zwar schon einmal einen Golfschläger in der Hand gehabt, erinnert sich Schellenberg, aber irgendwie war es wohl nicht der richtige Sport für ihn. Macht nichts. In St. Leon-Rot, dem Austragungsort des Solheim Cup 2015, ist der gebürtige Thüringer im September ja „nur“ fürs Essen

zuständig. „Nur“, ist gut. Mit allein zwei Tonnen Leberkäse für das Oktoberfestzelt rechnet der Mann, der nicht allein kochen, sondern „auch in Masse“ und obendrein betriebswirtschaftlich denken kann. Anders könnte er den Job wohl auch nicht machen, den er seit gut sechs Monaten bei Compass innehat.

Speiseplan für 550 Betriebe Für 550 Betriebsgaststätten zwischen Lübeck und München ist der

38-Jährige Ansprechpartner rund um Kulinarik und Handwerklichkeit. Dabei greift er auf einen großen Erfahrungsschatz zurück, was Sportevents betrifft. „Am Anfang muss man sehen, was ist das für eine Location, wie ist der Gästefluss, das Kommen und Gehen. Danach entscheidet sich die Form des Essens, sprich Menü, Flying Buffet oder Snacks“, erläutert Schellenberg seine Herangehensweise an sportliche und eben kulinarische Großveranstaltungen. >>

So soll sie aussehen, die Public Area 1 des Golf Clubs St. Leon-Rot mit Oktoberfestzelt (5). 25.000 bis 30.000 Besucher pro Turniertag werden hier vom 18. bis 20. September 2015 erwartet.

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CUISINE

Beim Golf gilt: Viele kleine Gerichte statt großer Portionen.

Fotos: Compass Group

„Essen muss entertainen“ >> „Erst wenn man das fertig hat, geht es unter den Gesichtspunkten Jahreszeit, Region, Kundenwünsche beim Essen ans Detail und es entstehen Erlebnisbilder in meinem Kopf.“ Man hört es heraus: Der kulinarische Weltenbummler kennt sich mit sportlichen Großveranstaltungen aus. Womöglich deshalb haben sie ihn für das Catering beim diesjährigen Solheim Cup ausgewählt. Nach Stationen auf Kreuzfahrtschiffen, dem Savoy Hotel in London („hier war ich nach zehn Monaten der jüngste Sou-Chef in der Geschichte des Hotels“) sowie in Belfast, war Schellenberg gut fünf Jahre bei dem österreichischen Catering-Unternehmen Do&Co unter anderem für das VIP-Catering bei internationalen Formel-1-Rennen zuständig.

Jede Sportart hat ihr eigenes Essens-Ritual Und egal, ob in Abu Dhabi, Monaco oder im japanischen Suzuka - „gegessen wird bei der Formel 1 immer vor dem Rennen, danach nicht mehr“. Anders beim Fußball: „Hier wird vor dem Spiel gegessen, dann muss für die Pause etwas bereitgehalten werden. Und nach dem Spiel gibt es auch noch mal etwas“, weiß der Küchenchef, der auch mal für den FC Southhampton am Herd stand. Entsprechend „lange Standzeiten“ müssen bei der Auswahl der angebotenen Speisen einkalkuliert werden. Beim Golf ist der Essens-Rhythmus wieder ein anderer. Hier wollen oder sollen die Gäste den ganzen Tag

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André Schellenberg muss stets den Überblick behalten.

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GOLF

Mit kulinarischen Kleinigkeiten sollen die Gäste des Solheim Cups verwöhnt werden.

über essen können. Große Gerichte gibt es deshalb nicht, stattdessen viele kleine Teller mit möglichst viel Abwechslung. Schließlich, so der Koch, „muss Essen auch entertainen“. Was genau Schellenberg und sein rund 100-köpfiges Team den Besuchern des Solheim Cups servieren werden, steht noch nicht fest. Vielleicht kleine Omeletts, Mais-Poularde oder auch Desserts im Glas.

INFO •

Gekocht wird saisonal und regional Noch denkt der Küchenchef nach. Sicher ist nur, dass es im öffentlichen Bereich ein Oktoberfestzelt geben wird, mit Klassikern von der Brezel bis zum Leberkäs. Aber auch hier gilt: Allzu groß und vor allem allzu teuer sollten die Portionen nicht sein. Ansonsten ist noch vieles in Planung. Thementage beispielsweise könnte Schellenberg sich gut vorstellen, auch ist die Zusammenarbeit mit TV-Star-Köchen geplant. Doch wenn auch die Planungsphase noch nicht abgeschlossen ist, auch bei dem wichtigsten

André Schellenberg kennt sich auch in der 3. Liga des englischen Fußballs aus. Auf Bitten des Schweizer Unternehmers Markus Liebherr wechselte er vor sechs Jahren zum FC Southhampton. Der englische Club stand nahezu am Abgrund, als der Sohn des Baumaschinenherstellers Hans Liebherr den Verein 2009 rettete. Für 20 Millionen

Turnier im Golfsport der Damen will Schellenberg nicht von seiner Regel abweichen, ausschließlich mit frischen und saisonalen Produkten zu kochen. Das gilt für ihn im Beruf ebenso wie privat. „Ich käme nie auf die Idee, im Winter mit Paprika zu kochen. Da nehme ich dann eben Rote Bete.“ Zumal, da hat

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Franken kaufte er den Club, holte den Italiener Nicola C ­ ortese als Geschäftsführer mit an Bord - und führte den FC Southhampton wieder in die englische Premierleague. •

Auf gutes Essen wurde damals nicht verzichtet. 47 VIP-Logen mit unterschiedlichen Food-Konzepten hat der 38-jährige Schellenberg damals konzipiert und betreut.

der Mann ganz recht, „saisonale Produkte nicht nur viel preiswerter, sondern auch nährstoffreicher sind“. So wird es in St. Leon-Rot vermutlich viel Pflaumen, Äpfel, Birnen oder auch Kohl geben. An Ideen jedenfalls mangelt es Schellenberg nicht. Anja Luckas

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CUISINE

Traumhafte Fairways erwarten die Damen auf der Anlage in St.Leon-Rot.

Fotos: Solheim Cup

Premiere für Deutschland

Der Solheim Cup ist die begehrteste Trophäe im internationalen Damengolf. Alle zwei Jahre treten die zwölf besten amerikanischen Spielerinnen gegen die zwölf besten Golfspielerinnen Europas an. In diesem Jahr wird der Wettbewerb erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte in Deutschland ausgetragen. Vom 18. bis 20. September messen sich die Spielerinnen auf dem Gelände des Golf Clubs St. Leon-Rot nahe Heidelberg und

Speyer. Wie der Ryder-Cup wird auch der Solheim Cup über drei Tage als Lochwettspiel ausgetragen. Insgesamt gibt es 28 Matchplay-Partien: an den ersten beiden Tagen acht Foursomes (klassischer Vierer) und acht Fourballs (Vierball-Bestball), am Finaltag werden dann zwölf Einzel gespielt. Die Qualifikation für das europäische Team erfolgt über zwei Ranglisten, mittels derer jeweils vier der zwölf Plätze im Kader vergeben werden. Zum einem gibt es das LET

Points Ranking, welches sich aus den Ergebnissen der Spielerinnen bei Ladies European Tour Turnieren zusammensetzt. Die besten vier Spielerinnen dieses Rankings haben einen Platz im Team sicher. Zum anderen qualifizieren sich die vier Spielerinnen, die am Ende des Qualifikationszeitraums am besten im Rolex Ranking platziert und nicht bereits durch das LET Points Ranking qualifiziert sind. Die letzten vier Plätze vergibt Kapitänin Carin Koch per Wildcard.

Tickets für den Solheim Cup: www.solheimcup.de

INFO

Karsten Solheim •

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Namensgeber des bedeutendsten Damengolfturniers der Welt ist Karsten Solheim (1911-2000). Der norwegisch-stämmige US-Amerikaner und Gründer des Unternehmens Ping rief den Cup im Jahr 1990 ins Leben. In der heimischen Garage konstruierte und baute Solheim im Jahr 1959 einen eigenen Putter, da er herkömmliche Putter für unzureichend hielt. Der neue Schläger erhielt den Namen „PING 1A“. Ping stand hierbei für das helle Geräusch, das beim Kontakt von Schläger und Ball entsteht. Charakteristisch für diesen Schläger war eine andere Gewichtsverteilung als bei üblichen Modellen. Da das Gewicht nicht über den ganzen Schlägerkopf gleichmäßig verteilt war, sondern verstärkt an Ferse und Spitze, ließ sich der Putter leichter auf einer Linie halten.

Zwei Jahre später siedelte Solheim nach Phoenix (Arizona) über. Hier befindet sich noch heute der Sitz der Firma Ping.

Im gleichen Jahr (1961) entwickelte Solheim erstmals Eisen. Neuerungen waren eine Gewichtsverteilung mit einem tieferen Schwerpunkt und eine Aussparung am Rücken des Schlägerkopfes, genannt „Cavity Back“.

Die Eisen erhielten den Namen „69“, da Solheim 69 Schläge für ein hervorragendes Ergebnis einer Golfrunde hielt.

1967 professionalisierte Solheim die Schlägerherstellung, die zuvor noch weitgehend in Handarbeit ablief, und gründete die Firma Karsten Manufacturing.

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GOLF

solheim news KOCH FÜHRT TEAM EUROPA

Carin Koch, Kapitänin des Europa-Teams

Foto: Münstermann

Ein Tag für zwei beim Cup Golf-Cuisine und der Gastgeber des diesjährigen Solheim Cups, der Golf Club St. Leon-Rot laden Sie ein, dabei zu sein, wenn sich vom 18. bis 20. September 2015 die jeweils zwölf besten Golferinnen der USA und aus Europa gegenüberstehen. Für den ersten Turniertag am 18.

September 2015 liegen 2 Karten für einen Golf-Cuisine-Leser bereit. Und so kommen Sie an die Karten: Wie heißt Europas Team-Kapitänin? Lösung an:

Golf CU I S I NE

gewinnspiel@golf-cuisine.de

Der Gewinner wird am 15. August ausgelost und benachrichtigt.

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St. Leon-Rot. Das europäische Team geht mit der Schwedin Carin Koch an der Spitze in den Wettbewerb mit den Amerikanerinnen. Sie löst Lotta Neumann als Kapitänin der besten europäischen Golfspielerinnen ab. Zu ihren Vize-Kapitäninnen ernannte sie Annika Sörenstam, Sophie Gustafson und Maria McBride (geborene Hjorth) (ebenfalls Schweden). Das europäische Solheim Cup Team will im Herbst versuchen, zum dritten Mal in Folge gegen die Auswahl der USA zu gewinnen. Nach dem Erfolg 2011 in Killeen Castle und dem historischen 18:10-Auswärtssieg im Colorado Golf Club (2013) hat das europäische Solheim Cup Team nun vom 18. bis 20. September 2015 die Möglichkeit, einen historischen Hattrick zu erlangen.

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Foto: Ralf Münstermann

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Zitat aus dem Film: Die Legende von Bagger Vance

„Sie haben ihren Schwung verloren, den müssen wir jetzt suchen“


GOLF

Good old days Golfen ohne die jungen, talentierten Caddies, das war Ende der 50er Jahre unvorstellbar. Die „treuen, kleinen Helfer“, wie sie einstmals bei Jahreshauptversammlungen gern bezeichnet wurden, waren zumeist selbst sehr gute Golfspieler, aber eben ohne festen Job. Sie nutzten ihr Talent und verdienten sich auf diesem Weg ein paar Batzen dazu. Dem Golfer damals war es ebenfalls mehr als recht. Nur so konnte er sich ganz und gar auf sein Spiel konzentrieren, nahm ihm sein Caddie doch bis auf den eigenen Schwung beinahe alles ab.. Mit einsetzender Vollbeschäftigung allerdings änderte sich das Bild auf den Golfplätzen abrupt. Für die Caddies öffneten sich neue Verdienstmöglichkeiten. Sie wurden flügge. Die bundesdeutsche Golfer-Familie war ratlos. Nicht nur, dass sie nun auf die guten Ratschläge à la Bagger Vance verzichten musste, sie musste sich jetzt eigenhändig um ihr Equipment kümmern und nach dem Abschlag auch noch dem Ball hinterhersehen. „Das hat schlechten Einfluss auf den Schwung“, wetterten die Golf-Puristen. Doch es half nichts, die schöne alte Zeit der Caddies war vorbei. Nur gut, dass findige Unternehmer ein seltsames, aber doch praktisches Gefährt auf zwei Räder stellten: den Caddie-Wagen. Der blieb zwar stumm, entwickelte sich dennoch zusehends zum Verkaufsschlager. Die Golf-Welt schien fast wieder in Ordnung zu sein. Aber eben nur fast: Mit dem Ausstieg der Caddies verlor der bundesdeutsche Golfsport auch seinen späteren Golflehrer-Nachwuchs. Da er im Amateur-Bereich nicht genügend Lehrer rekrutieren konnte, wurden nun auch Pros aus dem Ausland angeheuert, die, wie sich schnell herausstellen sollte, eine wahre Bereicherung des Golfsports in Deutschland wurden. Foto: Ralf Münstermann

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Im Namen des Volkes • Ein Golfspieler, der grund-

sätzlich seinen Ball nur spielen darf, wenn er sicher sein kann, dass er andere nicht gefährdet, muss mit der Gefahr einer irregulären Flugbahn insbesondere dann rechnen, wenn der Ball im Rough liegt und er selbst noch Anfänger ist.

OLG Nürnberg, Urteil vom 12.7.1990

• Das Landgericht Lübeck

hat das Verschulden eines Golfspielers bejaht, dessen verzogener Ball einen Helfer auf der Nebenbahn verletzte. Er habe es nämlich versäumt, den Warnruf Fore abzugeben. Allerdings wurde auch ein Mitverschulden des Helfers angenommen, der die Gefährlichkeit eines abirrenden Balles kannte.

LG Lübeck, Urteil vom 15.8.1962

• Bei einem Rechtsstreit vor

dem Landgericht Mannheim im Jahr 1989, der von den Parteien durch Abschluss eines Vergleichs beendet worden war, ging es darum, dass ein Einzelspieler unbemerkt eine Gruppe von Golfern überholt hatte. Als nun einer der Spieler den Ball ins Rough schoss, befand sich zu diesem Zeitpunkt gerade dort der überholende Spieler. Er wurde von dem Ball so unglücklich getroffen, dass er auf einem Auge erblindete. Das Gericht vertrat hierzu grundsätzlich die Auffassung, dass der Schädiger den hier

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notwendigen Warnruf Fore versäumt hatte und deshalb für den gesamten Schaden hätte aufkommen müssen.

• „Der Golfsport gehört nicht zu den Kampfsportarten, bei denen infolge typischer sportlicher Härte leichte Regelverletzungen hinzunehmen sind, sondern zu den sogenannten parallelen Sportarten, bei denen jeder Teilnehmer auf die volle Regeleinhaltung vertrauen darf und andererseits für Schäden aus Regelverletzungen einzustehen hat.“

OLG Hamm, Urteil vom 13.01.1997

Darum ging‘s: Bei einem Turnier war zwischen den Spielbahnen 9 und 10 ein Erfrischungsstand aufgebaut. Dort hielt sich gerade ein Damenflight auf, als von Tee 10 ein Turnierteilnehmer abschlug. Dessen Ball wich jedoch 40 bis 50 Meter von der Ideallinie ab und traf eine der Damen an der Hand. Das OLG Hamm warf dem abschlagenden Spieler leichte Fahrlässigkeit vor und verurteilte ihn zum Ersatz des Schadens. Er hatte damit rechnen müssen, dass er dort stehende Turnierteilnehmer treffen könnte. Allerdings musste sich die verletzte Mitspielerin ein Mitverschulden in Höhe von einem Drittel anrechnen lassen. Sie hätte die dicht nachfolgende Gruppe im Auge behalten und auf Warnrufe achten müssen.


REGION

lights zu Gast in Bereits zum dritten Mal in Folge setzt die Kunstorganisation Urbane Künste Ruhr in diesem Jahr eine Stadt in neues, ganz besonderes Licht. Nach Bergkamen und Hamm finden die Urban Lights im von der Unesco ausgerufenen Internationalen Jahr des Lichts in Hagen statt. Vom 9. bis 25. Oktober „lenken künstlerische Eingriffe den Blick auf Licht und Stadt und bieten neue Perspektiven auf das Vertraute“, versprechen die Macher des Lichtkunstfestivals. Die Installationen und Performances bilden einen Lichtparcours, der zum Flanieren, Entdecken und zum aktiven Mitgestalten einer sich wandelnden Stadt einlädt. Beteiligt sind internationale Künstler wie die Italienerin Anna Rispoli, die Briten Simon Faithfull

und Janice Kerbel sowie der Japaner Tatzu Nishi. Unter dem Titel „Wearable Facade“ beispielsweise wird der Brasilianer Ricardo O‘Nascimento ein smartes Kleidungsstück vorstellen, das die Farbstimmung seiner Umgebung einfängt und sie als Muster auf eine große Fassade überträgt. Weitere Informationen: www.urbanekuensteruhr.de

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hagen

urban

Das Lichtkunstfestival Urban Lights eröffnet neue Perspektiven. Fotos: Roman Mensing/VG Bild Kunst/Urbane Künste Ruhr 2015

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CUISINE

STARTZEIT 15.15 CGN

Fotos: Andre Frackowiak Thomas Franken Bundeswehr

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GOLF

Ob Luftwaffe, Heer oder Marine: Für so manchen Bundeswehrsoldaten gehört auch das Golfbag längst zur Ausrüstung. egal ob daheim nach Dienstschluss oder nach getaner Übung im Ausland – gern gehen auch sie zur Enstpannung eine Runde über den Golfplatz. Dann und Wann setzen die Kameraden ihre Schläger aber auch im Dienste des Staates ein - im friedlichen Wettstreit mit anderen Nationen, versteht sich. Seit 2006 stellt die Bundeswehr eine eigene Golf-Nationalmannschaft, das Military Golf team Germany.

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GOLF

Antreten zum ersten Abschlag wenn es der Einsatz zulässt, landet das Golfbag des Flugingenieurs auch schon mal im Frachtraum eines AWACS-Aufklärungsflugzeugs. Franken gehört ebenso wie Hauptfeldwebel André Frackowiak zum Military Golf Team Germany. Der eine als Spieler, der andere sozusagen als Manager. 2006 trat das Team, bestehend aus sechs Herren und zwei Damen, erstmals bei einer WM der Conseil International du Sport Militaire (CISM) an – und wurde prompt Vize-Weltmeister. Kaum 90 Kilometer entfernt, auf Das Gastgeberland hieß damals der Nato Airbase in Geilenkirchen, Irland, doch auch Nationen wie würde das indes kaum jemanden Namibia, Zaire oder Sambia sind wundern. Stabsfeldwebel Thomas regelmäßig mit dabei. „Beim letzten Franken ist dort stationiert, und Mal“, erzählt Franken, „war ich mit einem ugandischen General im Flight“. Ein anderes Mal „misst man sich mit einem pakistanischenund amerikanischen Kameraden“. Wer hier welche Nationalität hat, ist egal. Das Motto der CISM, die beinahe mehr Mitglieder hat als die Vereinten Nationen, lautet „Friendship through Sport“, Beim Einmarsch der Teams ist Uniform Pflicht. Lüttich-Kaserne Köln, Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr: Thomas Franken wirkt ein wenig fremd hier. Mit Sonnenbrille, olivfarbener Nato-Fliegerkombi, „die die meisten wahrscheinlich nur aus US-Filmen kennen“, erscheint er zum Interview und wird auch von den anderen Soldaten interessiert beobachtet. Nur gut, dass er nicht auch noch seine Golftasche über der Schulter trägt …

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Freundschaft durch Sport. „Das wird bei uns gelebt“, sagt Franken und würde sich wünschen, „dass sich die Politik hier ab und zu mal ein Beispiel nimmt“.

Gespräche über das leben Apropos: Geredet wird auf dem Golfplatz vor allem über das Leben, auch schon mal über Politik, „aber das vertiefen wir nicht“, so André Frackowiak. Das könnte auch


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Präsentation der teilnehmenden Nationen bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr in Bahrain.

gefährlich werden. So weiß sein fliegender Kamerad zu berichten, dass er auch schon mal an die Grenzen der Verschwiegenheit gelangt, wenn das Gespräch beispielsweise auf die Waffensysteme der jeweiligen Streikräfte kommt. „Ich will niemandem etwas unterstellen“, sagt Franken, der zwischen 2011 und 2014 immer wieder im Auftrag der Nato in Afghanistan im Einsatz war. „Aber es gibt Dinge, über die darf ich schlicht nicht

sprechen.“ Erst recht nicht gegenüber Soldaten aus anderen Ländern. Daher werden Themen, die militärische Geheimnisse beinhalten, auf diplomatische Weise gekonnt umgangen. Derartige Themen sind und bleiben aber natürlich eher die Ausnahme. Im Mittelpunkt der militärischen Golf-Reisen steht selbstverständlich die Völkerverständigung und das friedliche Miteinander aller Nationen. Schließlich ist das Military

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Golf Team Germany um Frackowiak und Franken nicht nur in Uniform, sondern auch im Golfdress stets im Dienst der Bundesrepublik unterwegs. Und deshalb ist die Nationalmannschaft auch kein Team von Einzelkämpfern, wie der 38-jährige Hauptfeldwebel betont, sondern „eine harmonische Truppe von Bürgern in Uniform, die das Land würdig vertreten können“. Anja Luckas

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GOLF

Ganz normale Soldaten Der Anspruch der golfenden Bundeswehrsoldaten ist denkbar einfach und wohl schon vom Steuerzahler vorgegeben. Er lautet: „High standard, low price“. Übersetzt heißt das: Bei den Golfplätzen, auf denen die Military Golf Teams ihre Turniere austragen, werden durchaus hohe Standards erwartet, bei der Unterbringung hingegen darf es durchaus etwas bescheidener sein. „Wenn es sein muss“, so Franken, „übernachten wir auch im Schlafsack oder, wie zuletzt in Belgien, mit zehn Mann auf Hauptfeldwebel einer Stube“. Bundeswehr André eben. Und Frackowiak

genau die „hat gerade andere Sorgen, als uns zu finanzieren“, sagt André Frackowiak. Zumal Golf, anders als beispielsweise Reiten, Laufen oder moderner Fünfkampf, keine typische Militärsportart ist (Fußball übrigens auch nicht). Eine besondere Förderung gibt es für Frackowiak und seine Mitstreiter deshalb nicht. „Wir sind ganz normale Soldaten mit ganz normalen Jobs.“ Eine Weltmeisterschaft der militärischen Golf Teams in Deutschland ist deshalb im Moment wohl eher unwahrscheinlich, müssten doch immerhin 20 Teams untergebracht und verpflegt werden. In der Regel gilt, dass der Gastgeber für Unterkunft, Verpflegung, Transfer usw. aufkommt, die Anreise zahlen die

Teilnehmerländer selbst. „Da muss man sich immer wieder fragen, ob sich das rechnet“, dessen sind sich Frackowiak und Franken bewusst. Gespräche laufen dennoch, weshalb die beiden die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben haben, ihre golfenden Kameraden und Freunde aus aller Welt doch irgendwann als Gastgeber begrüßen zu können. Im Herbst treffen sie sich erst einmal in Südkorea, wo vom 2. bis 11. Oktober die Military World Games stattfinden. Golf ist in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. Bei den Olympischen Spielen ist das Stabsfeldwebel erst 2016 der Thomas Fall. Franken

Raus aus der Uniform, rein ins schwarz-rot-goldene Golf-Trikot: das Military Golf Team Germany.

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Oberstabsärztin Dr. Karin Engelmann ist die erfolgreichste militärische Golferin. Sie gewann nach 2012 auch in 2014 mit der Damenmannschaft der Bundeswehrgolfnationalmannschaft die Bronzemedaille bei den militärischen Weltmeisterschaften.

Zeichnung: Stephan Ink

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usgerechnet der team-manager darf nicht mitspielen. Handicap 15 ist für eine nationalmannschaft einfach nicht gut genug. „ich spiele nur außer der reihe mit“, sagt andré frackowiak. vor allem aber ist er als beobachter und organisator stets mit dabei. einer muss es ja machen. die anderen 14 männer und frauen im team müssen das ihre dann auf dem platz erledigen. sie alle haben ein handicap unter -6 beziehungsweise -8 bei den Frauen, die leider noch immer etwas unterrepräsentiert sind. Gegründet wurde das Military Golf team Germany im Jahr 2006. Mittlerweile rekrutiert

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sich der kader aus allen Organisationsbereichen und Allen Dienstgraden der Bundeswehr. Angehörige des Heeres sind ebenso dabei wie Mitglieder der luftwaffe und der marine, „die allerdings leider immer ein wenig dünn besetzt ist“. eine rangordnung gibt es nicht: Auf dem Platz ist es egal, wer Hauptgefreiter und wer Oberstabsarzt ist. Problematisch ist nur, dass sich die Teammitglieder über das Bundesgebiet verteilen von Rügen bis München und von Aachen bis dresden. Wir versuchen aber (Achtung, jetzt wird es doch noch militärisch) „zwei Zusammenziehungen im Jahr“. 35


GOLF

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Die Gewinner: Estepona freut sich auf Besuch aus Fröndenberg

Die Koffer können gepackt werden: Einen einwöchigen Aufenthalt für 2 Personen im TRYP Estepona an der Costa del Sol gewinnt Marita Krehl aus Fröndenberg.

Golf-Personalien Tim Hoffmann zurück in Amecke

Neu im Amecke-Team: Britta Schäfer (2.v.l) und Tim Hoffmann.

Stilvoll genießen können die Gewinner von je 4 Gläsern der Spezialedition Champus White Label aus dem Hause Ritzenhoff: Doris Konietzny, Sundern Simone Guttmann, Werl Susanne Busch-Steinhaus, Dortmund Irene Urban, Hagen Gisela Bäcker, Kamen

Amecke. Der Neue ist der Alte: Tim Hoffmann ist nach drei Jahren auf die Anlage Golf am Haus Amecke zurückgekehrt. Der Pro hat zum 1. Juli 2015 die operative Geschäftsführung der Golf am Haus Amecke GmbH & Co. KG übernommen. Einen Wechsel gab es in Amecke auch in der Gastronomie: Britta Schäfer bewirtet die Golfer und Gäste neuerdings im Restaurant und Dekorlandhaus Weitblick.

Die vielseitige Golfanlage mit Golfakademie am Sorpesee Golf am Haus Amecke bietet Golfern jeder Spielstärke Golfspaß und abwechslungsreiche Herausforderungen. Hier finden Anfänger Freizeit-Golfer ebenso ihre Heimat wie erfahrene und sportlich ambitionierte Spieler. Der 9-Loch-Platz fordert auch das Können wirklich guter und erfahrener Golfer Das Trainingsareal bietet eine teilweise überdachte Driving Range, Übungsbunker und Putting-Greens Der 6-Loch-Platz ist für sportliche Golfer wie auch für Anfänger, Einsteiger und Freizeitgolfer interessant NEUE Fitting- & Trainingshütte - hochmoderne Kameratechnik und Doppleradar für optimales Training und Schlägeranpassungen

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CUISINE

Ob am Strand oder auf dem Balkon: Im Sommer gehört Erfrischendes ins Glas.

Kulinarisches mit Friedrich Gabel

Den Sommer genießen

Nicht nur Champagner schmeckt gut gekühlt am besten.

Vor Ihrer Tür stehen überraschend alte Freunde und Sie stellen fest, Sie haben keinen Champagner gekühlt.

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ie Möglichkeit, eine Flasche in den Froster zu geben, hilft - dauert aber. Schneller geht es mit Frappieren, Sie kennen diesen Ausdruck aus der Redewendung: „er sieht ihm frappierend ähnlich“, was so viel meint wie verblüffend oder erstaunend. Oder vom Café Frappé als gekühlte Kaffee-Spezialität aus

Griechenland und Zypern, da wird Instant-Kaffee mit Eiswürfeln geschüttelt und mit Trinkhalm serviert. Bei Sekt oder Wein meint es das schnelle Kühlen der Flasche in Eis. Dazu benötigt man einen Sektkühler oder ein ähnliches Gefäß, gibt Würfeleis hinein, Wasser und Salz. So entsteht eine Sole, die bei minus 20°C. noch flüssig ist. Durch Drehen der geschlossenen Flasche in dieser Sole zwischen den Handflächen erreichen Sie in kurzer Zeit einen gut gekühlten Genuss. Aber: Vorsicht beim Öffnen der Flasche! >>

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CUISINE

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as Verfahren wenden die Winzer in der Champagne auch an, um die auf der Hefe liegenden, besser: auf dem Kopf stehenden Flaschen zu degorgieren, das heißt zu enthefen. Dabei wird der Flaschenhals durch die Sole gezogen, der Hefepfropf friert ein, die Flasche wird geöffnet, und dieser Pfropf fliegt dank des immensen CO2-Drucks heraus. Das Auffüllen der fehlenden Menge bezeichnet man als Versanddosage. Mit „Likör“ aus den Grundweinen und Zucker wird dabei auch die Geschmacksrichtung des Schaumweines festgelegt. Das Gegenteil des Frappierens ist das Chambrieren, das bedeutet, einen Rotwein auf Zimmertemperatur zu bringen. In diesem Fall nimmt man halt warmes statt Eiswasser, allerdings bei geöffneter Flasche. Das mit der Zimmertemperatur ist auch so ein Ding: Das galt zu Zeiten der Ritterburgen, als die Zimmertemperatur bei 16°C. lag und nicht bei über 20 °C. und mehr, wie in unseren Räumen heute. Leichte Rotweine sollten sogar leicht temperiert bei 13 - 14°C. getrunken werden.

Apropos Schaumwein. Nachdem Prosecco auf Eis schon out ist, kommt zurzeit ein neuer Trend: halbtrockener Cremant auf Eis. Sie nennen sich auch Ice oder Island antarctic, auf der „Pro Wein“ in diesem Jahr ein Knaller mit 4 Eiswürfeln und einem Stück Limette. Cremant ist übrigens der Qualitätsschaumwein aus Frankreich, der nicht ausdrücklich Champagner heißt und nicht aus der Champagne stammt. Häufig ist er auch durch klassische Flaschengärung erzeugt, aus dem Elsass oder von der Loire, hochwertig und oft günstiger als vergleichbare Champagner. Ebenfalls in sind Rosé-Weine, erfrischend und gut gekühlt auf der Terrasse zu genießen, wohl dosiert bei Produkten aus Spanien, Italien und Frankreich, sie liegen oft bei 13% Alkohol, bestechen durch fruchtige Noten wie Himbeere, Kirschen, Mandarine und Limette. Sie eignen sich hervorragend als Aperitif oder zu Salaten, Pasta und kräftig gewürzten Wurstwaren. >>

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Tipp Gaspacho

>> Damit wären wir auch schon beim Übergang zu den sommerlichen Gerichten: Blattsalate aller Art, aufgepeppt mit Wildkräutern, Blüten mit Dressing aus Walnussöl und Himbeeressig, als Hauptgericht mit gebratenen Garnelen, Jakobsmuscheln, Kalbsleberstreifen und dazu Brot des Bäckers Ihres Vertrauens mit einer leicht aufgeschäumten Kräuterbutter. Wie? Butter schaumig rühren, Salz und Kräuter untermischen, nachwürzen und kühl stellen. Alternativ Graved Lachs (Schwedisch gravad lax) - eine Spezialität aus Skandinavien, wo sie schon vor langer Zeit den Lachs mit Salz haltbar gemacht und zum Lagern in dem kalten Boden vergraben haben. Diese Spezialität können Sie auch leicht selbst herstellen: Eine Seite Lachs mit Haut aber ohne Gräten (eventuell den dunklen tranigen Bauchlappen entfernen) mit Salz, Zucker, Pfeffer und Kräutern, besonders Dill, Fenchelsamen u.ä., in einen Kunststoffbeutel geben und 2-3 Tage kalt stellen. Mit einem Filetiermesser für Fisch, also mit einer langen, dünnen und flexiblen Klinge, in feine Scheiben filetieren und dazu Senf-Dill-Sauce oder Preiselbeersahne und das leckere Brot, köstlich. Der lachsfarbene Roséwein geht super dazu. Die Haut bitte nicht entsorgen. In feine Streifen geschnitten und langsam in Butter gebraten, ist sie mit Rührei eine Delikatesse. Als Suppe ist natürlich an besonders heißen Tagen die andalusische Gaspacho (gazpacho), ursprünglich eine maurische kalte, weiße Knoblauchsuppe (Arabisch: gazpacho=eingeweichtes Brot), geeignet. Tomaten und Paprika kamen übrigens erst nach der Entdeckung des amerikanischen Kontinents dazu, später noch die Salatgurke.

Für 4 Personen benötigen Sie je 150g Paprika und Salatgurke, 400g Tomaten, die Krume, also das Innere von 2 Weißbrotscheiben,1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 600ml Gemüse bzw. entfettete Fleischbrühe, je 15ml Olivenöl und Tomatenmark, Salz und Pfeffer. Die Hälfte von Gurke und Paprika und die gleiche Menge Tomaten in feine Würfel schneiden und als Einlage zurückstellen, das restliche Gemüse zerkleinern.

Das Weißbrot in Wasser einweichen, leicht ausdrücken und mit dem Gemüse, den Zwiebeln und dem Knoblauch, Olivenöl und Tomatenmark im Mixer pürieren, mit der Brühe verrühren, die Gemüsewürfel zugeben, würzen und kaltstellen. In einem tiefen Teller mit einem Eiswürfel servieren, dieser darf nur sehr langsam schmelzen, dann ist alles gut temperiert und erfrischend lecker. >>

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CUISINE

Der Renner: Rote Bete Carpaccio >> Ein weiteres Highlight und seit Jahren ein Renner in mannigfaltigen Variationen ist natürlich Carpaccio, erst 1950 in Harry`s Bar in Venedig von Guiseppe Cipriani für einen Gast entwickelt, der kein gegartes Fleisch essen durfte. Benannt wurde es nach dem italienischen Maler Vittore Carpaccio (15. Jahrhundert). Hauchdünne Scheiben vom Rinderfilet, es empfiehlt sich das Fleisch anzufrieren und ein scharfes Messer oder die Aufschnittmaschine zu verwenden, mit frischem Pfeffer und Zitronensaft marinieren und maximal einige Späne Parmesan dazu-

geben. Variationen von Kalb, Lachs oder Thunfisch als italienischer Gegenpart zum japanischen Sushi sind Bestandteil der modernen Küche. Um den Ansprüchen einer wachsenden Zahl von Vegetariern zu genügen, lassen sich auch Gemüse zu Carpaccio verarbeiten. Absoluter Renner ist die Rote Bete, zurzeit als medizinische Wunderknolle gegen freie und andere Radikale gehandelt. Übrigens erstaunlicherweise neben der Kartoffel. Zusammen haben sie Ingwer und Knoblauch in der Hitliste abgelöst. Rote Bete können Sie total einfach

selber in Salzwasser garen, bitte ungeschält (und tragen sie Küchenhandschuhe dabei). So entsteht die rote Farbe, mit der nicht nur Nudeln, sondern einfach alles gefärbt wird. Rote Bete schmeckt als Carpaccio hauchdünn oder auch in Scheiben mit Ahornsirup in der Pfanne karamellisiert sowie natürlich als kalte Beilage mit Gürkchen und Kürbis zu Ochsenbrust und Meerrettichsauce. Das Non plus ultra der westfälischen Küche - Pfefferpotthast - verlangt geradezu die Rote Bete, aber dazu mehr in der nächsten Ausgabe von Golf Cuisine.

Golfen und Geniessen im Piemont, 13. – 17. Oktober 2015, Golf Resort Bogogno

Erleben Sie 4 unvergessliche Golftage und die kulinarischen Highlights des wunderschönen Piemonts in Begleitung der beiden Golfprofis und Firmengründer Christoph Günther und Marcel Haremza • • •

4 ÜF im Golf Hotel Bogogno**** 3 Abendessen in ausgewählten Restaurants 4 Greenfees GC Bogogno & Castelconturbia

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Abschlussturnier mit Preisen Betreuung durch PROject GOLFpros Christoph Günther & Marcel Haremza Pro Person im DZ 990,00 € Pro Person im EZ 1.090,00 €

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www.projectgolfworld.com - info@projectgolfworld.com


GOLF

Sicher, Golf gehört nicht unbedingt zu den gefährlichsten Sportarten und das Verletzungsrisiko ist gering. Gleichwohl sollte man die Wucht des kleinen weißen Balles nicht unterschätzen. Ein Golfball kann beim Abschlag Geschwindigkeiten von mehr als 200 Stundenkilometern erreichen, entwickelt also genügend kinetische Energie, um eine Glasscheibe zu durchschlagen. Trifft Ihr Golfball Ihren Mitspieler im schlimmsten Fall am Kopf, sind ernste Verletzungen wahrscheinlich. Aber auch der versehentliche Schlag eines Mitspielers mit einem Driver kann mitunter sehr schwere Verletzungen mit sich bringen. Vor einem Schlag mit einem Golfschläger oder einem Probeschwung auf dem Gelände des Golfplatzes muss sich der Golfspieler deshalb stets vergewissern, dass keine Gefahr von seiner Aktion ausgeht. Der Schlag nach dem Golfball ist gerade bei Einsteigern risikobehaftet, da dem Anfänger höchst selten kalkulierbare Abschläge gelingen. So sollten Sie bei einer Golfrunde immer mit Querschlägern und Abprallern rechnen, die entweder Sie oder Ihre Mitspieler produzieren. Der Golfspieler hat dafür eine große vorausschauende Sorge zu tragen, dass keine andere Person von seinem Golfschläger, von Übungsschwüngen mit dem Golfschläger, einem zu spielendem Golfball oder anderen Gegenständen wie Steine oder Sand, die bei Schlag oder Schwung aufgewirbelt werden, getroffen werden kann. Könnte trotz aller Vorsicht jemand durch Ihren Ball gefährdet sein, dann rufen Sie sofort mehrmals so laut wie möglich Fore (sprich „Foor“). Hören Sie, dass jemand Fore ruft, so ducken Sie sich sofort und legen Sie Ihre Arme schützend über Ihren Kopf. Reagieren Sie schnell, ohne sich vorher umzuschauen, woher die Gefahr droht. Tun Sie dies bitte auch, wenn Sie nur leise das Wort Fore hören. Denn je nach Windausrichtung können entsprechende Warnrufe überhört werden. Auch wenn alles gut gegangen ist, solten Sie sich für Ihr Missgeschick in der Spielrunde entschuldigen.

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CUISINE

Und jetzt mal fein aufgepasst! Frage 1

Der Spieler tritt bei der Suche versehentlich auf seinen eigenen Ball und bewegt ihn dadurch. Welche Folgen hat dies für ihn? 1.) Der Spieler zieht sich einen Strafschlag zu. Da die Stelle nicht bekannt ist, an der der Ball lag und diese sich durch den Spieler verändert hat, muss der Ball so nahe wie möglich der geschätzten Stelle fallen gelassen werden. 2.) Der Spieler zieht sich einen Strafschlag zu und muss den Ball so nah wie möglich an die geschätzte Stelle legen. 3.) Die versehentliche Bewegung ist straflos und der Ball muss gespielt werden, wie er liegt.

Frage 2

Ein Spieler möchte den in einen Bunker geschlagenen Ball außerhalb des Bunkers droppen. Welche Möglichkeit hat er? 1.) Er kann den Ball mit einem Strafschlag innerhalb von zwei Schlägerlängen vom Kreuzungspunkt des Balls mit dem Bunker fallenlassen. 2.) Er kann den Ball mit einem Strafschlag an der Stelle des letzten Schlags fallenlassen. 3.) Es gibt keine Möglichkeit. Der Ball muss gespielt werden, wie er liegt.

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Frage 3

Wo muss der Spieler Divots (herausgeschlagene Grasnarben) wieder einsetzen und festtreten? 1.) Überall, besonders auf dem Abschlag. 2.) Überall, nur nicht auf dem Abschlag. 3.) Nirgendwo, darum kümmert sich der Greenkeeper.

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GOLF

LÖSUNGEN: 1/1 2/2 3/2 4/3 5/2

Frage 5

Ein Ball liegt spielbar innerhalb eines Wasserhindernisses. Beim nächsten Schlag des Spielers fliegt er jedoch ins tiefe Wasser. Wie darf der Spieler weiterspielen? 1.) Dieses Loch darf der Spieler nicht mehr weiterspielen. Er kann erst am nächsten Abschlag wieder einen Ball schlagen. 2.) Der Spieler darf mit einem Strafschlag einen Ball an der selben Stelle im Wasserhindernis fallenlassen oder mit einem Strafschlag eine der Erleichterungsmöglichkeiten außerhalb des Wasserhindernisses wählen, die er bereits nach dem ersten Schlag in das Wasserhindernis hätte in Anspruch nehmen können. 3.) Der Spieler darf mit einem Strafschlag einen neuen Ball auf Höhe der Balllage außerhalb des Wasserhindernisses fallenlassen.

Frage 4

Wann gilt ein Ball als „eingelocht“ ? 1.) Sobald er innerhalb des Lochs den Boden berührt hatte, auch dann, wenn er wieder herausgesprungen ist. 2.) Sobald er mindestens zwischen Lochkante und Fahne oberhalb der Grünoberfläche klemmt. 3.) Sobald er unterhalb der Lochkante zur Ruhe gekommen ist.

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DESIGN

Texte Volker Lübke

And the winner is... Der Rote Punkt trifft ins Schwarze. Es versteht sich von selbst, dass der Red Dot Award – einer der renommiertesten Designpreise weltweit – ein Meisterstück in Sachen Gestaltung ist. Günter Wermekes hat ihn entworfen. Nicht den roten Punkt – „der stammt in der Ur-Version von Otl Aicher.“ Wermekes ist vielmehr für die Gesamterscheinung des säulenhaften Objektes verantwortlich, das seine Designerkollegen so gerne in Händen halten: die Red Dot Trophy, Symbol höchster Auszeichnung für die Preisträger des Red Dot. Golf Cuisine hat den Designer des Designpreises besucht. Ein Gespräch über Form und Funktion, Emotion und Ehrlichkeit, Trends und Technik… 44

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Design lenkt Sinne „Minimalismus bedeutet, Dinge immer weiter einzugrenzen auf ihr eigentliches Wesen und es dadurch sichtbar und erlebbar zu machen“, sagt Günter Wermekes. Schon die Einrichtung von Wohnung und Werkstatt im ländlichen Idyll irgendwo in der grünen Natur zwischen märkischem Sauerland und oberbergischem Rheinland atmet diesen Geist. Wermekes lenkt den Fokus auf das Wesentliche. Nicht etwa das Gartentor als Entrée, sondern einzig der Torgriff ist es, der den Besucher gleich beim ersten Sinneseindruck buchstäblich be-greifen lässt, worum es hier geht. So punktgenau die Wahrnehmung gelenkt wird, so verstörend wirkt der vom Bewohner persönlich (für die Firma Tecnoline) designte Türbeschlag aus Edelstahl an dem regionaltypischen Jägerzäunchen.

TrophÄe muss für Siegerposen taugen Wer mit dem roten Punkt ausgezeichnet wird, reckt die Trophäe gerne in die Kameras. „Ein wichtiger Aspekt bei der Gestaltung“, sagt Wermekes, der selbst auch einen sein Eigen nennt. Das war 1993. Der Kiersper, der ursprünglich im Schmuckdesign zuhause ist, wurde für eine Uhr der Vredener Firma Niessing ausgezeichnet. Den Auftrag, die Red Dot Trophy neu zu gestalten, erhielt Günter Wermekes 2013. „Ich hatte in dem Bereich schon einiges gemacht.“ Ganz frei ist der Designer bei solchen Aufträgen natürlich nicht. Die

Lenkt den Fokus auf das Wesentliche: Günter Wermekes.

Kundenwünsche in diesem Fall waren nahezu selbstverständlich: Das Material sollte Wertigkeit vermitteln, das Logo prominent platziert und das Textfeld gut sichtbar sein. Wermekes selbst fügte noch ein Kriterium für seine Arbeit hinzu, den Showfaktor: „Der Gewinner muss den Preis hochhalten und in

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Foto: Stefanie Siegel

Siegerpose in die Kameras recken können. Das geht mit dem Bambi zum Beispiel nicht.“ Interessanter Nebeneffekt, den Wermekes selbst erst im Nachhinein entdeckte: Die schlanke Red Dot Skulptur ist mit 35 cm fast auf den Millimeter genau so hoch wie der Oscar. Die Statuette des Filmpreises misst 34,29 cm. >>

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Hightech trifft Tradition Eine besondere Ehre nennt Wermekes seine Nominierung für die Auswahl der möglichen Designer für den Tang Prize. Der als asiatischer Nobelpreis gehandelte Preis wurde 2014 erstmals vergeben – in Kategorien, die den Nobelpreis ergänzen sollen. „Die Zulassung zum Wettbewerb um die Gestaltung der Tang-Prize-Medaille erfolgte auf Einladung“, erzählt der Kiersper. Von 25 Design-Institutionen weltweit wurden 61 Gestalter eingeladen, sich zu präsentieren. Davon wurden 10 ausgewählt, einen Entwurf zu erarbeiten. „Zweieinhalb Monate für ein sehr komplexes Thema, das war schon sehr knapp“, sagt Günter Wermekes. Er legte einen hochgelobten Vorschlag vor für die Medaille aus reinem Gold mit einer Vorder- und vier verschiedenen Rückseiten sowie einer würdigen Verpackung. Das weiße Modell, das Wermekes im 3-D-Druck anfertigen ließ, ist an Noblesse kaum zu übertreffen. Bei der Gestaltung spielten chinesische Schriftzeichen ebenso eine Rolle, wie die Charakterisierung der namensgebenden Tang-Dynastie als sehr weltoffene Epoche. Gewonnen hat der Japaner Naoto Fukasawa.

„Die Globalisierung der Designsprache nivelliert regionale Unterschiede“, sagt G

Material ehrlic Die Möglichkeiten moderner Techniken haben das Design verändert. „Jeder kann heute Designer sein, die Tools sind für jeden überall verfügbar“, sagt Wermekes. Einen wesentlichen Beitrag dazu habe die weltweite Verlinkung und Digitalisierung geleistet. Er sieht mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf diese Entwicklung. „Einerseits ist das Bewusstsein für gute Gestaltung global gewachsen.“ Andererseits finde damit eine Nivellierung statt: „Es gibt keine regionalen Unterschiede mehr. Alle möchten die internationale Designsprache sprechen.“ So konnte man bisher von der Verwendung bestimmter Materialien und der Formensprache auf die regionale Herkunft schließen. Bambus verweist beispielsweise auf Asien; nordisches Design, dem sich Wermekes verhaftet sieht, steht für hochwertige Materialien und klare Linien. Ein gutes Beispiel für globale Designsprache sei die Firma Apple. „Jeder will jetzt diesen Erfolg.“ Günter Wermekes hält mit seinen Arbeiten in gewisser Wei-

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DESIGN

Günter Wermekes.

Fotos: Stefanie Siegel

ch formen se dagegen: „Ich bin ein Verfechter materialgerechter Gestaltung. Jedes Material spricht eine eigene Sprache. Das sollte auch am Produkt ablesbar sein.“ In diesem Sinne spielt Wermekes gerne mit Gegensätzen: blanker Edelstahl trifft mal eher grob geformtes Gold, mal feurige Brillanten, poliertes Holz oder auch rostenden Stahl. Im Zeitalter von „alles geht“ – etwa mit den Möglichkeiten des 3D-Drucks – wird dieser Anspruch weitgehend aufgehoben. „Damit geht ein Stück Ehrlichkeit verloren.“

„Form follows function“ – das ist für Günter Wermekes ein ehernes Gestaltungsgesetz. Moderne Verfahren haben da durchaus ihren Platz. „Die Techniken der Digitalisierung bieten interessante Möglichkeiten, und bestimmte Anwendungen verlangen deren Einsatz geradezu.“ Provokationen seien auch bei der Arbeit des Gestalters durchaus wichtig. Die Grenze sei aber immer schon die Funktion. „Eine Tasse, in der der Kaffee nicht bleibt, wird zum Symbol, möglicherweise zu Kunst. Gebrauchen im Sinne der ihr zugedachten Funktion kann man sie nicht.“ Eine Grenze, die Wermekes bei seiner Arbeit immer wieder neu auslotet – mit Ringen, deren manchmal wuchtige Gestalt vermuten lässt, dass sie die Beweglichkeit des Fingers oder gar der ganzen Hand behindert. Dabei ist ein solches Designer-Schmuckstück selbst beim Gitarre- oder Klavierspiel kaum spürbar.

Einzig kleine Manufakturen, derer es inzwischen wieder einige gibt, steuern dagegen, so Wermekes, für den die Definition von Walter Gropius nichts an Gültigkeit verloren hat: „Design heißt: in Fesseln tanzen“. Eine begrenzte Materialauswahl und die dazu passende Fertigungstechnik machen ein Produkt ehrlich. „Damit kann man sich im heutigen Wust von Designprodukten absetzen.“

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Trends sind nicht planbar Die richtige Idee zur passenden Zeit - und es entstehen Trends. So war es bei dem Swatch Uhren-Projekt von Nikolaus Hajek in den 1980ern, und ganz sicher kommt auch das neueste Apple-Produkt im richtigen Moment auf den Markt: Die Apple-Watch werde den Uhrenmarkt wieder mächtig aufmischen, ist sich Günter Wermekes sicher. Aber auch für seine Schmuckkollektion „Edelstahl und Brillant“ war die Zeit Anfang der 1990er Jahre reif. Er löste damit einen weltweiten Stahlschmuck-Trend aus. „Es gibt Produkte, die sind in der Zeit verankert“, grenzt er seine eigene Position ab: „Ich bin eher jemand, der etwas Bleibendes will.“

Das habe auch ökologische Aspekte. Wermekes hält es mit dem Kölner Professor für Ökologie und Design, Günther Horntrich: „Die Aufgabe des Designers wird nicht sein, sechs neue Bügeleisen zu entwerfen, sondern fünf zu verhindern.“ Einen gewissen Trend sieht Wermekes bei aller Globalisierung der Formensprache

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DESIGN

in der Individualisierung der Produkte. Kundenspezifische Schalter und Stecker nennt er als Beispiel. Auch im Möbelbereich gehe es darum, dem Kunden etwas Spezielles, Besonderes zu bieten. Moderne Technologien sind auch hier der Schlüssel. Stilistisch sei im Design heute schwerlich eine Linie auszumachen. „So etwas geht ohnehin immer nur im Nachhinein, in der Draufsicht.“ Allenfalls lässt sich von persönlichen Stilen sprechen. Wermekes hat ihn nicht nur für seine Schmuckkollektion längst gefunden. Anwendung und Fortentwicklung findet das unter anderem im Innovationspreis Sauerland, dem Lüdenscheider Lichtkunstpreis Lux.us

oder der Red Dot Design Trophäe. Dass der Kiersper Goldschmied und Designer etwas zum Thema zu sagen hat, belegt seine wiederholte Mitgliedschaft in der Red-Dot-Jury, bei der 40 weltweit renommierte Experten die eingereichten Vorschläge in vielen Kategorien bewerten. (Fotos: Dirk Albrecht)

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CUISINE

Geschwungene Formen, urtypische Erscheinung: der neue Unternehmenssitz der Leica Camera AG  Fotos: Ralf Münstermann

Alles so schön rund hier

Ein umlaufender Flur schmiegt sich mit einer 250 Meter langen verglasung an das gebäude. Fasst alles ist gewölbt, gebogen oder rund. Urtypisch erscheint der Komplex von außen. und alles reduziert auf das wesentliche. so schreibt es sich das unternehmen noch heute als maxime ins stammbuch. funktionalität, die sich jedem sofort erschließt. den roten punkt hätte es dabei fast nicht gebraucht. aber eben nur fast. Zum 100. Geburtstag spendierte sich leica einen neuen firmensitz.

D

ie Leica Camera AG macht seit dem vergangenen Jahr in ihrer neuen Unternehmenszentrale im Leitz-Park Wetzlar den Mythos Leica erlebbar. Auf einer Grundfläche von 27.000 Quadratmetern ist nicht nur ein hochmodernes Firmengelände entstanden, das rund 700 Mitarbeitern in Produktion, Verwaltung, Akademie, Customer Care und Leica Store Platz bietet, sondern auch ein multimedialer Erlebnisbereich. Dieser eröffnet spannende Einblicke in die Leica Welt und ist für Besucher ohne Voranmeldung frei zugänglich. Die Leica Erlebniswelt (im Leitz-Park in 35578 Wetzlar) ist von Montag bis Freitag zwischen 10 und 20 Uhr

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Gestiftet vom Unternehmen: die fünf Meter große Weltkugel

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GOLF

Alte Reklame am früheren Stammsitz in der Stadtmitte

Fotoausstellungen. So gehört auch eine einsowie samstags und sonntags von 10 bis zigartige Fotoinstallation mit dem Titel 18 Uhr geöffnet. „36 aus 100“ zum kulturellen Angebot. Das Im Leica Erlebnisbereich im Foyer des FirFotoprojekt umfasst insgesamt 36 ikonische mengebäudes erfahren Besucher alles zur Leica Fotografien aus den vergangenen Geschichte und Gegenwart des Unterneh100 Jahren, die den Mythos der Marke Leica mens sowie zur optischen Fertigung „Made mitbegründet haben. in Germany“. Neben den Meilensteinen der Im ansässigen Leica Store mit integrierLeica Produktgeschichte werden dort in tem Fotostudio, der montags bis freitags Wechselausstellungen auch seltene Expovon 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis nate und Sammlerstücke aus der Unterneh16 Uhr geöffnet mensgeschichte ist, können sich gezeigt. Hinzu Interessenten über kommt eine Festalle aktuellen Leica installation mit Produkte informieLeica Sportoptikren und diese auch produkten: erwerben. 17 FernglasmodelDer Aufenthalt im le aus verschiedeLeitz-Park lässt nen Jahrzehnten sich mit einem Begeben einen such im Restaurant Überblick in die oder Kaffeehaus vergangenen mit eigener Kon100 Jahre der ditorei abrunden. Leica FernoptikDas Kaffeehaus ist entwicklung. Europa, Deutschland, Wetzlar, Leitz-Park, dargestellt in von Montag bis Unmittelbar neben Kreisen, die Objektive symbolisieren sollen. Freitag jeweils von Produkt- und 9 bis18 Uhr und Samstag von 10 bis 17 Uhr Ausstellungsfläche befinden sich die frei geöffnet. einsehbaren Fertigungsbereiche. Durch drei Ganz sicher einen näheren Blick wert ist im Panorama-Fenster haben Gäste Einblick in Übrigen die Weltkugel, die vor dem Firmendie Reinräume, in denen die Linsen, Objeksitz inmitten eines Kreisels platziert wurde. tive und Kameras in der Leica Manufaktur Mehr als 1000 kleine und größere Kreise sind gefertigt werden. Um weitere Informationen auf der im Durchmesser fünf Meter großen zu vermitteln, sind einzelne Fensterscheiben Kugel in Form der verschiedenen Erdteile mit Touchscreens ausgerüstet. Wie auf dem angeordnet. Smartphone können Besucher darauf durch Wischen und Tippen Filme, Fotos und Erläu- In Europa, genauer in Deutschland, noch genauer Wetzlar, oder exakt dort, wo der Leitzterungen abrufen. Park liegt, ist einer der Kreise in Leica-Rot Besonderer Höhepunkt der Leica Erlebniseingefärbt. Selbstverständlich. welt ist die Leica Galerie mit wechselnden

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Meliã Sancti Petri Cadiz

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GEWINNSPIEL

1 woche 2 personen Luxus pur

D

irekt am exklusiven Naturstrand von La Barrosa inmitten einer wunderschönen Naturlandschaft mit Dünen, spektakulären Kiefernwäldern und einzigartigen Golfplätzen liegt das Hotel Meliã Sancti Petri. An einer der schönsten Küsten Spaniens, der Costa de la Luz, erwartet die Gäste ein einzigartiges Ambiente und die unberührte Schönheit des Atlantischen Ozeans. In den luxuriös eingerichteten Zimmern der Ferienanlage findet man nach einem aufregenden Tag in Cadiz, Jerez oder Sevilla, in den berühmten weißen Dörfern oder auf einem der zahlreichen umliegenden Golfplätze genügend Raum, um die Eindrücke des Tages zu verarbeiten.

Das Hotel Meliã Sancti Petri befindet sich in einem authentischen andalusischen Herrenhaus, das im Nasriden-Stil erbaut wurde. Besonders schön sind die mit Marmor verkleideten Patios mit ihren Bögen, die spektakulären Gärten, arabischen Springbrunnen und die faszinierende Vielfalt an Pflanzen. Der Zauber und die im Süden Andalusiens fest verwurzelte arabische Kultur vereinen sich hier harmonisch mit dem urwüchsigen Stil der typischen Haciendas und andalusischen

Golf-Cuisine und die Meliã Hotels International verlosen einen Top-Aufenthalt für 2 Personen, 1 Woche im Hotel Melià Sancti Petri Cadiz. Beantworten Sie folgende Frage: In welchem Stil wurde das Herrenhaus erbaut? Die Antwort senden Sie bitte mit Ihrem Namen und Ihrer Anschrift versehen per E-Mail an: gewinnspiel@golf-cuisine.de Der Gewinner wird am 15. August ausgelost und schriftlich benachrichtigt.

Patios (Innenhöfe), die das Hotel zu einem architektonischen Meisterwerk machen. Alle Zimmer sind im traditionellen Stil eingerichtet und verfügen über eine Terrasse mit Blick auf das Meer, den Golfplatz, die Gartenanlage oder den Pool des Hotels.


MELIÁ SANCTI PETRI - CÁDIZ Willkommen im einem authentischen andalusischen Herrenhaus, das im Nasriden-Stil erbaut wurde. Das Hotel liegt in privilegierter Lage in Novo Sancti Petri direkt am exklusiven Naturstrand von La Barrosa inmitten einer wunderschönen Naturlandschaft mit Dünen und sauberen, paradiesisch anmutenden Stränden, spektakulären Kiefernwäldern und einzigartigen Golfplätzen.

Unser Hotel ist bei Geschäftsreisenden und Besuchern der Stadt für seine qualitativ hochwertigen Standards bekannt.

170 Premiumzimmer, 6 Suiten, 3 Präsidentensuiten und 46 The Level-Zimmer mit exquisiter Ausstattung und einen atemberaubend schönen Ausblick.

Ihre Ansprechpartnerin: Meliá Hotels International Yudelka Koenen López Global Leisure Sales & Marketing Manager E-Mail: yudelka.koenen.lopez@melia.com

3 Golfplätze in einem Umkreis von 5 Minuten vom Hotel entfernt.


CUISINE

weg.

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GOLF

Golf mit Verlust

In den USA gehen pro Minute schätzungsweise 570 Golfbälle verloren. Das bedeutet einen täglichen Verlust von 820.800 Golfbällen, was sich auf monatlich über 24 Millionen verlorene Golfbälle und jährlich knapp 300 Millionen Bälle summiert. Da wundert es nicht, dass Lakeballs ein lukratives Geschäft sind.

Golf für 500 Dollar Wer in Las Vegas, USA, golfen möchte, sollte vorher im Casino gewonnen haben: Der Shadow Creek Golf Club verlangt 500 Dollar Greenfee pro Runde und gilt damit als teuerster Golfplatz der Welt. Einen eigenen Golfplatz kann man

sich hierzulande schon ab 1,5 Millionen Euro bauen. Im Mittleren Osten sollte man aufgrund des Wüstenklimas und gehobener Kundenansprüche allerdings bis zu 10 Millionen Euro für einen Golfplatz einplanen.

Golf weltweit

0,94 Prozent der über 7,2 Milliarden Menschen auf der Erde spielen Golf. Das entspricht 65,8 Millionen Golfspielern. In Deutschland gibt es, aktuellen Zahlen des Deutschen Golf Verbandes (DGV) zufolge, 639.137 organisierte Golfspieler.

Golf mit Schnitt Die verschiedenen Bereiche der Spielbahn eines Golfplatzes unterscheiden sich durch die Länge des Grases: Beim Abschlag wird es auf eine Höhe zwischen 5 und 10 Millimetern geschnitten, auf den Fairways sind es 8 bis 12 Millimeter. Ganz kurz kommen die durchschnittlich 550 Quadratmeter großen

Grüns daher: Hier hat das Gras nur eine Länge zwischen 2,5 und 4 Millimetern! Im Sommer wird es täglich geschnitten und gewässert. Aufgrund ihrer Pflege-Intensität sind die Grüns die empfindlichsten und teuersten Flächen des Golfplatzes. Sie machen nur 2 Prozent der Gesamtfläche eines Golfplatzes aus.

Golf mit Länge

Einer der weltweit 10 längsten Golfplätze befindet sich zwischen Hamburg und Lüneburg: Der Golfplatz GreenEagle Nord-Course in Winsen erstreckt sich über 7.200 Meter und ist Deutschlands längster Platz. Damit erreicht er fast den Rekordhalter: Der längste Golfplatz der Welt hat über 7.600 Meter und liegt in der Nähe von Boston in Massachusetts, USA.

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Aktion von agon und golf-cuisine: So sehen Sieger aus

agon® GOLF hat sich auf die Entwicklung hochtechnologischer Bekleidung spezialisiert. Entworfen von Golfern für Golfer. Hierbei geht es um nachhaltige und langlebige Funktionsware. Golf-Cuisine freut sich, agon als exklusiven Partner gewonnen zu haben. Gemeinsam statten wir eure Golf-Mannschaft mit einem Satz Multifunktions-shirts mit einem

eure fotos an

gewinnspiel@golf-cuisine.de

Einsendeschluss 15. august 2015

Verkaufswert von Stück 99,95 Euro aus (maximal 20 T-Shirts in den Farben Weiß, Schwarz, Marine, Rot oder Aqua). Vorher aber wollen wir euch siegen sehen! Geht mit eurem Team auf den Platz und präsentiert uns die perfekte Jubelpose – und, ganz wichtig, fotografiert euch dabei. Das beste, kurioseste oder auch lustigste Mannschafts-Selfie gewinnt.

jubeln fotografieren gewinnen

T-Shirts für eure mannschaft


GOLF

„Nein, das ist definitiv kein Berufsfeld, das jeder kennt.“ Michel Frauen lacht. „Genau das ist aber der Grund, warum ich das mache.“ Der Leverkusener taucht nach Golfbällen – und bietet die so genannten Lakeballs anschließend zum Kauf an. Golf-Cuisine wollte mehr über diese enge berufliche Nische wissen und hat Michel Frauen zu seinem Start-up befragt.

Reiche Ausbeute: Bälletaucher Michel Frauen hat eine berufliche Nische für sich gefunden.

Fotos: Privat

balltaucher

Michel Frauen reizt das Außergewöhnliche

M

ichel Frauen? Bei Sportinteressierten klingelt da etwas. Den Namen hat man doch schon mal gehört. Allerdings weit abseits der Golfplätze. Michel Frauen ist Stabhochspringer. Seit Jahren ist der Athlet des TSV Bayer 04 Leverkusen bei Deutschen Meisterschaften auf den vorderen Rängen mit dabei. 2013 übersprang er seine Bestmarke von 5,55 m. Der

29-Jährige weiß, dass seine Karriere als Leistungssportler irgendwann ein Ende haben wird.

Taucherausbildung im Studium „Ich bin offen und kreativ“, sagt er im Gespräch mit Golf-Cuisine. Das Bälletauchen habe irgendwann mal durch einen Fernsehbericht seinen Weg gekreuzt. „Das Außergewöhn-

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liche daran hat mich gereizt“, sagt er. Die Voraussetzungen brachte Frauen mit. Eine fundierte Taucherausbildung genoss er während seines Sportstudiums, gekrönt mit der Prüfung beim internationalen Tauchverband. Denn auch wenn die Teiche auf den Golfplätzen in der Regel eher weniger tief sind: „Man braucht schon einiges mehr als einen einwöchigen Urlaubskurs.“ >>

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CUISINE

Um den Spielbetrieb auf den Plätzen nicht zu stören, taucht Frauen hauptsächlich im Frühjahr und im Herbst.

>> Michel Frauen hatte schon als Kind Spaß am Tauchen. Im Pool, im Freibad, im Urlaub, wann immer sich die Möglichkeit bot, tauchte er ab. Mit viel Routine und gründlicher Ausbildung sieht er sich gut gerüstet für sein neues berufliches Leben. „Eigentlich sollte es zunächst ein Nebenjob sein“, erzählt der Unternehmensgründer. Inzwischen sei WATERCADDIE, so der Name seines Start-ups, schon fast zum Fulltime-Beruf geworden. Die

Fast wie neu: Frischgewaschen werden die Lakeballs verkauft.

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steigende Nachfrage nach recycelten Golfbällen und Michel Frauens Ideenreichtum machen das möglich. „Es gibt zwar einige Kollegen auf dem Markt“, weiß Frauen. Doch mit Qualität und dem gewissen Etwas will er sich von der Konkurrenz absetzen: „Auch wenn der Kunde einen gebrauchten Ball kauft, will er vielleicht doch bei der Golf-typischen Etikette bleiben“, glaubt der Geschäftsmann. Und: „Wenn ich schon Bälle recycle, dann muss auch das Drumherum, wie zum Beispiel die Verpackung, nachhaltig sein.“ Stabhochsprung – Tauchen – Golfen: in den beiden erstgenannten Sportarten ist Michel Frauen Profi. Nicht so beim Golfen. „Ich habe zwar schon öfter einen Schläger in der Hand gehabt“, erzählt er von Auslandsreisen. „Spätestens nach meiner Karriere als Leistungssportler wird die Platzreife nachgeholt“, verspricht Michel Frauen.

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Die Teiche auf den Golfplätzen sind zumeist nicht besonders tief.


GOLF

Kopfüber durch trübe Tümpel

Das Agreement zwischen Bälletaucher und Golf-Clubs ist ein Geben und Nehmen. Michel Frauen nennt es eine typische Win-Win-Situation. Die Platzbetreiber werden nicht nur an der „Tauch-Beute“ beteiligt. Mancher Teich droht zu verlanden bzw. buchstäblich zu verballen: „Neulich hatte ich einen, der war nur noch einen halben Meter tief, weil so viele Bälle drin lagen.“ Und einmal im Wasser, kontrolliert Frauen auch schon mal die Teichpumpe.

Die Sicht unter Wasser ist gleich null.

Die Schönheiten der karibischen Unterwasserwelt liegen nicht unter den Golfplätzen der Republik. Selbst wenn es in den „Tiefen“ der Teiche hübsche Regenbogenfische gäbe, sie blieben wohl inkognito. „Die Sicht unter Wasser ist schon sehr schlecht“, sagt Michel Frauen. Und einmal drin, wühlt der Bälletaucher alles auf. „Dann sieht man wirklich gar nichts mehr – erst recht keine Golfbälle.“ Dabei sind die Teiche nicht wirklich tief, zwischen 1 und 3,5 Meter. Manch hübsches Gewässer entpuppt sich als echte Pfütze. Trotzdem ist die volle Tauchermontur unerlässlich. „Ich bin vorwiegend im Frühjahr und Herbst unterwegs, um den Spielbetrieb nicht zu stören“, erklärt Frauen. Da ist schon wegen der Kälte dickes Neopren angesagt. „Ich habe zwei Hände“, sagt Frauen auf die Frage, mit welchen Hilfsmitteln er den versenkten Golfbällen nachspürt. „Ich taste mich vor und suche mit den Händen den Gewässergrund nach etwas hartem Runden ab.“ Nicht nur wegen der

Wassertemperatur, sondern auch als Schutz vor Schürf- und Schnittwunden trägt der Taucher dicke Neopren-Handschuhe. Oft braucht er nur zuzugreifen, kann förmlich mit beiden Händen die Bälle in das Netz vor seinem Bauch schaufeln. „An guten Tagen kommt schon mal eine vierstellige Anzahl zusammen.“

Beste Ausbeute vor dem Grün Die Menge richtet sich vor allem nach der Lage der Teiche. Gerade vor den Grüns lohnt sich der Tauchgang besonders. „Jeder Ball, der getoppt wird, landet im Wasser“, weiß Michel Frauen. Der Ehrgeiz mancher Golfer, direkt aufs Grün spielen zu wollen, erhöhe die Fehlerquote. Und wenn der erste Ball versenkt ist, folgen meist einige nach, hat der Taucher beobachtet. Schläger, Lochfahnen, alles was auf dem Golfplatz nicht niet- und nagelfest ist, fischt er aus den Teichen. „Da waren Golfer wohl mit ihrer Performance nicht zufrieden“, schmunzelt Michel Frauen.

Mit dem Tauchen ist der Job natürlich nicht getan. Zunächst werden die gefischten Golfbälle von grobem Unrat, Steinen und Blättern befreit. Nach dem Heimtransport kommen sie kurz in Seifenlauge, erklärt Frauen, „natürlich ohne scharfe Chemikalien“. Anschließend durchlaufen die Bälle eine kleine Waschmaschine mit Bürsten – wie auf der Driving Range. Danach sind manche Bälle wie neu. Entsprechend sind die Lakeballs in verschiedenen Qualitäten – von AAAA bis Cross – erhältlich. Je nachdem, wie lange der letzte Tauchgang zurückliegt, sind sie auch gar nicht mehr zu gebrauchen. „Bälle, die ein Jahr und länger im Wasser liegen, werfen Bläschen, Schichten lösen sich ab, sie werden rissig und platzen“, weiß der Experte.

Volker Lübke

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Sascha Kruse

„Trolleys, iPhones und Bälle“ GC: Herr Kruse, wie kommt man auf die Idee, nach Golfbällen zu tauchen? Teiche auf Golfplätzen sind ja nicht gerade das Taucher-Eldorado. Sascha Kruse: Zufall! Als 13-Jähriger fuhr ich mit dem Fahrrad zum Fußballtraining, als vom benachbarten Golfplatz ein Golfball über die Straße rollte. Da haben meine Freunde und ich mal auf dem Platz geschaut, ob es da noch mehr Bälle gibt. Und es gab mehr Bälle. So fing alles an. Ich blieb dabei, Golfbälle zu sammeln, um mein Taschengeld aufzubessern. 2002 habe ich dann ein Gewerbe angemeldet, zuerst nur nebenberuflich, um das Ganze parallel zu meinem alten Bürojob aufzubauen. Das klappte ganz gut, so dass ich 2007 meinen alten Job gekündigt habe. Vorher hatte ich bereits eine Tauchausbildung gemacht, damit ich professionell nach Golfbällen tauchen kann. GC: Welche Hilfsmittel setzen Sie bei ihren Unterwasser-Einsätzen ein? Kruse: Hilfsmittel direkt setze ich nicht ein, lediglich meine Tauchausrüstung und die Ballnetze habe ich am Mann. GC: Wie viele Bälle werden denn so ins Wasser geschlagen? Oder besser: Wie viele Bälle holen Sie bei einem Tauchgang aus einem Teich? Kruse: Das kann ich pauschal nicht beantworten. Da ich in der Regel ja unter Wasser nicht viel sehe, hole ich auch nie alle Bälle raus, die irgendwann mal dort hineingeflogen sind. Wenn ich an einem Tag zwischen 1000 und 2000 Bälle aus einem Wasserhindernis hole, bin ich zufrieden. GC: Haben Sie auch schon Kuriositäten gefunden? In den Teichen liegen doch sicher nicht nur Golfbälle. Kruse: Mittlerweile werde ich immer häufiger zu Rettungseinsätzen auf Golfplätzen gerufen, denn dank der Elektrocaddies passiert es immer öfter, dass auch ein ganzer Trolley über Bord geht und im Teich verschwindet. Den Trolley bekommt man meist noch irgendwie zu fassen, aber irgendetwas fehlt meistens, beispielsweise ein Golfschläger. Ich hatte aber auch schon ein iPhone und zweimal ein

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GOLF

Sascha Kruse hat schon viel zeit seines lebens unter Wasser verbracht, ein alter hase könnte man sagen. Seit mehr als zehn Jahren taucht der Norddeutsche im Auftrag von Golfclubs professionell nach Golfbällen - und fördert dabei auch so manch anderes zu tage. Mit seiner Firma GolfballComeback will er Lakeballs hierzulande populär machen.  Volker Lübke befragte Sascha Kruse

Fotos: Baltic-Communications I Finn Radtke

Schlüsselbund mit Auto- und Haustürschlüssel. Auch eine edle Armbanduhr war schon dabei. Für solche Fälle habe ich unter Wasser einen Metalldetektor im Einsatz. GC: Ich habe gelesen, die Bälle schädigen die Teichökologie. Welche Stoffe setzen die Bälle denn frei? Kruse: Dass die Bälle Schadstoffe direkt freisetzen, wäre mir neu. Unabhängig davon denke ich, dass in jedem Teich ein paar Hundert Kilo an Kunststoff zusammenkommen (ein Ball wiegt circa 50 Gramm), und das Zeug muss ja dort auch wieder heraus. GC: In welchem Zustand sind die Bälle, die Sie aus den Teichen holen? Kruse: Die Beschaffenheit des Balles hängt stark

vom Wasserhindernis ab, in dem er lag. Ist das Wasser zum Beispiel sehr eisenhaltig, sind die Bälle oft stark vergilbt bzw. braun. Ist ein Teich zugewuchert mit Algen, Kraut etc., hat man auf den Bällen schnell Ablagerungen, in einem Folienteich sind die Bälle meist in einem guten Zustand, da weniger natürliche Einflüsse auf die Bälle einwirken. Ich versuche, meine Teiche einmal im Jahr zu betauchen, um möglichst frische Bälle vorzufinden. GC: Geht es bei der Akquise nur um die Erlaubnis, zu tauchen oder gibt es da auch eine geschäftliche Beziehung zwischen GolfballComeback und Golf-Club? Kruse: Grundsätzlich habe ich mit allen meinen Partnerclubs eine geschäftliche Beziehung, da der Club auch für jeden ertauchten Golfball, der noch im akzeptablen Zustand ist, eine kleine Prämie von mir erhält.

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Schöne Ferien!

Ralf Münstermann münstermann-media Verlag und Redaktion Journalisten-Zentrum Haus Busch 1-3 58099 Hagen redaktion@muenstermann-media.de www.muenstermann-media.de Tel: +49 2331 / 365 667 Fax +49 2331 / 365 669

Redaktion Ralf Münstermann (verantwortlich) Anja Luckas Kontakt: Tel: +49 2331 / 365 667 redaktion@golf-cuisine.de www.golf-cuisine.de Anschrift wie Verlag

Redaktionelle Mitarbeit Volker Lübke, Frank Winter

Konzept, Design & Layout Ralf Münstermann

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Fotoquellen: ©fotolia, ©Sascha Schürmann, ©Anja Luckas, ©Ralf Münstermann

wünscht das Team von Golf-Cuisine wir lesen uns wieder im September

Golf CU I S I NE

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C a l e d o n i a – i n n ov a ti ve P u t te r -Te c h n o l o g i e n a c h M a ß Der perfekte Putter zeichnet sich durch höchste individuelle Spielbarkeit aus, um die Erfolgschance zu maximieren. In der Produktentwicklungsphase haben wir über Jahre hinweg die Erfahrungen und Wünsche zahlreicher Profispieler einfließen lassen. Caledonia steht für High-Tech aus Deutschland, und das nicht nur in der Entwicklung, sondern auch in der Produktion. Zur Fertigung nutzen wir ausschließlich erstklassige, ausgesuchte Materialien und Oberflächenveredelungen, die entscheidend zur Spielbarkeit der Caledonia Putter beitragen. Nur so können wir unserem Anspruch, gleichbleibende Qualität auf höchstem Niveau zu produzieren, gerecht werden. Das Ergebnis: außergewöhnliche Putter, angelehnt an klassische Formen, dennoch mit einem unverwechselbaren Design und einzigartigen technologischen Lösungen ausgestattet. Diese Serie können wir Ihnen heute stolz präsentieren.

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Weitere Informationen, Details zu allen Caledonia-Modellen sowie der Online-Konfigurator mit seinen vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten finden sich unter:

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Golf-Cuisine 3/2015  

Das Magazin für Golf, Kulinarik und Design

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