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BERICHT

MARKTBERICHT MARKTBERICHT MARKTBERICHT 01.2013 12.2015 01.2017

1 Müller & Sohn Marktbericht


DIE WELTWIRTSCHAFT  Trump schürt neue Unsicherheiten Nach dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump macht sich an den Finanzmärkten Enttäuschung und Verunsicherung breit. So hat Trump als mit einer der ersten Amtshandlungen, wie im Wahlkampf angekündigt, den Ausstieg aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen (Trans-Pacific Partnership TPP) besiegelt. In dem unsicheren Umfeld hielten sich die Anleger mit Aktienkäufen merklich zurück und favorisieren die „sicheren Häfen“ wie Anleihen und Gold. Die Verunsicherung über den Kurs von Donald Trump macht auch vor dem Devisenmarkt nicht Halt. Der US-Dollar entwickelte sich uneinheitlich und so gab er erst auf breiter Front nach und der Euro überwand schon am 20.01.17 knapp die Marke von 1,07 Dollar. Der US- Dollar hat dann mit der Spekulation zugelegt, dass die angekündigten Konjunkturprogramme und steigende Staatsausgaben das Zinsniveau nach oben treiben dürften. Nachdem in den ersten Wochen der Amtsübernahme noch große Unsicherheit über die wirtschaftspolitische Richtung Trumps herrschte, schoben die jüngsten Entscheidungen des Republikaners die Werte vieler Aktien wieder an. Der wichtigste US-Börsenindex Dow Jones Industrial kletterte am 25.01.17 erstmals in seiner mehr als 130-jährigen Geschichte über die Marke von 20.000 Punkten. Mehr oder weniger nebenbei wurden auch positive Wirtschaftssignale aus den USA bekannt gegeben. Die US-Wirtschaft hat der US-Notenbank zufolge Ende 2016 ihren Wachstumskurs mit einer gemäßigten Geschwindigkeit in den meisten Regionen des Landes fortgesetzt. So konnte die US-Industrie ihre Produktion im Dezember mit der höchsten Rate seit mehr als zwei Jahren ausweiten und stieg um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das bedeutet den stärksten Zuwachs seit November 2014. Die Kapazitätsauslastung legte auf 75,5 Prozent zu und im verarbeitenden Gewerbe, das für einen Großteil der Industrieproduktion steht, wurde im Dezember binnen Monatsfrist ein Produktionsplus von 0,2 Prozent (Vormonat: minus 0,1 Prozent) verzeichnet. Derweil hat der Preisauftrieb in den USA im Dezember weiter zugenommen und spielt der Fed in die Hände. Die Verbraucherpreise stiegen mit einer Jahresrate von 2,1 Prozent (November: 1,7) und die Inflationsrate konnte erstmals seit Mitte 2014 wieder den Zielwert der USNotenbank von 2 Prozent erreichen. In der Kernrate (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) ergab sich eine Steigerung um 2,2 Prozent.

2 Müller & Sohn Marktbericht


Der amerikanische Präsident Donald Trump bezeichnete gegenüber dem „Wall Street Journal“ die amerikanische Währung als „zu stark“ und hat die Finanzbranche damit weiter gehörig aufgeschreckt. Üblicherweise halten sich die amerikanischen Präsidenten und Finanzminister mit jeglichen Kommentaren über den Wechselkurs und den Entscheidungen der amerikanischen Notenbank zurück. Zudem ist der offizielle Standpunkt jeder amerikanischen Regierung seit mindestens zwanzig Jahren, dass Amerika an einem starken Dollar interessiert ist – doch bei Donald Trump ist auch hier mit einer eigenen speziellen Linie zu rechnen.

 Chinas Wachstum schwindet Die chinesische Wirtschaft ist im Gesamtjahr 2016 mit 6,7 Prozent so langsam wie seit 1990 nicht mehr gewachsen. Diese Interpretation nehmen die Ökonomen nach Bekanntgabe der jüngsten Daten für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt vor. Das derzeitige Wachstumsmodell zeigt sich als nicht nachhaltig, da Chinas Wachstum immer noch zu sehr von Stimulierungsmaßnahmen der Regierung abhängig ist, warnte zuletzt der Internationale Währungsfonds (IWF) in einem Bericht. Insbesondere wird eine Gefahr der Abschwächung in der Wirtschaft gesehen, wenn das Kreditvolumen weiter so rasant wächst und die Regierung nicht entschlossener gegen hohe Schulden der Unternehmen vorgeht. Chinas Wirtschaft sieht sich in diesem Jahr weiteren Risiken gegenüber: Ein schwacher Außenhandel, hohe Verschuldung sowie drohende Handelsstreitigkeiten mit den Vereinigten Staaten und Protektionismus unter dem neuen Präsidenten Donald Trump. Zuletzt leitete Trump eine Kehrtwende in der amerikanischen Handelspolitik ein und steigt aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen TPP aus. Australien will das Handelsabkommen trotzdem retten, möglicherweise mit der Hilfe Chinas. Das TPP, das Abkommen zur Transpazifischen Partnerschaft, wurde 2016 von zwölf Staaten aus dem Asien-Pazifik-Raum einschließlich Amerika unterzeichnet, ist aber bislang noch nicht in Kraft getreten. Stand jetzt hat nur das japanische Parlament das Abkommen ratifiziert. Zu dem Bündnis gehören die Länder Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, USA und Vietnam und repräsentieren 40 Prozent der weltweiten Wirtschaft. Dabei machen die Vereinigten Staaten allein rund 60 Prozent der gemeinsamen Wirtschaftsleistung aller TPP-Unterzeichnerstaaten aus.

3 Müller & Sohn Marktbericht


EUROPA  Abschied von Großbritannien Das höchste britische Gericht hat entschieden, dass das britische Parlament über die Austrittserklärung aus der EU abstimmen muss. Die Beratungen darüber sollen bis zum 08.02.17 abgeschlossen sein, so dass die Austrittserklärung wie geplant Ende März nach Brüssel geschickt werden kann. Im britischen Parlament gibt es zahlreiche EU-freundliche Stimmen, gerade was die Mitgliedschaft im Binnenmarkt betrifft. Premierministerin Theresa May dagegen tritt für einen „harten Brexit“ ein. Sie will aus dem EU-Binnenmarkt austreten, die Einwanderung deutlich strenger regulieren und Großbritannien auch der Gerichtsbarkeit des Europäischen Gerichtshofes entziehen. Eine weitere wichtige Entscheidung wurde von den Richtern getroffen, denn Schottland, Wales und Nordirland wurde kein Mitspracherecht eingeräumt, die Entscheidung liegt einzig und allein beim britischen Parlament. Dies sorgt insbesondere bei den Schotten für Verärgerung, denn diese wollen möglichst im EU-Binnenmarkt bleiben und drohen erneut mit einem neuen Referendum über die schottische Unabhängigkeit.

 Europäische Zentralbank behält Kurs bei Keine Umkehr des expansiven Kurses, so entschied die Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) und hat die Leitzinsen unverändert auf ihrem niedrigen Niveau von null Prozent gelassen. EZB-Präsident Mario Draghi gab bekannt, dass es zwar Anzeichen für eine etwas stärkere Erholung der Weltwirtschaft gibt, dennoch sei ein „sehr erhebliches Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung“ für die EuroUnion immer noch notwendig. Die Inflationsrate in der Währungsunion hat sich im Dezember 2016 auf 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht, der stärkste Anstieg seit mehr als drei Jahren. Die vorläufige Inflationsrate für den Euroraum von 1,8 Prozent im Januar 2017 liegt nahe dem von den Währungshütern angestrebtem Ziel von rund 2 Prozent.

4 Müller & Sohn Marktbericht


Sollten die Energiepreise weiter fest bleiben, oder sogar weiter steigen, und sich die Inflation bei dem Januar-Wert einpendeln, entfällt die Begründung für die aggressive Politik der quantitativen Lockerung der EZB und Draghi kommt in ein Dilemma.

DEUTSCHLAND  „Horrorszenario für Deutschland“ Die Stimmung bei den rund 7.000 vom Ifo-Institut befragten Unternehmen sah in der letzten Umfrage sehr gespalten aus. Sie schätzten ihre aktuelle Lage im Januar 2017 zwar als hervorragend ein, der Teilindex stieg um 0,2 auf 116,9 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit 2011. Aber die Meinung der Unternehmen für die kommenden Monate ist deutlich pessimistischer und der Erwartungsindex fiel um 2,3 auf 103,2 Punkte. Die Volkswirte erklärten das Ergebnis mit den wachsenden Sorgen aufgrund des Brexits und der Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Der scharfe Anti-Globalisierungs-Kurs des neuen amerikanischen Präsidenten bedroht den Wohlstand in Europa. Als führende Exportnation ist Deutschland von Einschränkungen des Welthandels deutlich stärker betroffen als die meisten anderen Länder. Der Chef vom Ifo-Institut Clemens Fuest warnte jüngst, „Trumps Wirtschaftspolitik wird ein ernsthaftes Problem für Deutschland“.

 Der deutschen Industrie geht es gut Dank der kräftigen Nachfrage aus dem Inland und der Euro-Zone hat die deutsche Industrie das Jahr 2016 mit einem kräftigen Auftragsplus abgeschlossen. Die Bestellungen sind im Dezember 2016 um 5,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit, was den kräftigsten Zuwachs seit zweieinhalb Jahren markierte. Im November 2016 hatte es noch einen deutlichen Rückgang von 3,6 Prozent gegeben. Vor allem die gute Inlandsnachfrage, die sich um 6,7 Prozent verbesserte, sorgte für den guten Gesamtwert. Die Auslandsaufträge nahmen um 3,9 Prozent zu, wobei sich hier die Bestellungen aus der Euro-Zone um 10,0 Prozent erhöhten, während die aus dem Rest der Welt stagnierten.

5 Müller & Sohn Marktbericht


NE-METALLE ALUMINIUM  Deutlicher Preisanstieg für das Leichtmetall An den Basismetallmärkten gab es in der vergangenen Berichtszeit sehr unterschiedliche Preisbewegungen und fast alle profitierten dabei vom abwertenden US-Dollar im Nachgang der Antrittsrede von Donald Trump. Entgegen den Markterwartungen konnte der Aluminiumpreis in den ersten Wochen des neuen Jahres aufgrund von Marktberichten über Kapazitätskürzungen in China zulegen. Berichten zufolge gibt es Überlegungen der chinesischen Regierung bzw. des Ministeriums für Umweltschutz, Aluminiumkapazitäten in den Wintermonaten stillzulegen, um die Umweltbelastungen zu reduzieren. Hier wird von einer angeblichen Größenordnung von 3,3 Millionen Tonnen gesprochen, was rund zehn Prozent der chinesischen Jahresproduktion bzw. knapp sechs Prozent des weltweiten jährlichen Aluminiumangebotes entsprechen würde. Die Angaben sind noch nicht von offizieller Seite bestätigt, auch nicht ein möglicher Zeitpunkt bzw. Zeitraum der Stilllegung. Sollte es zu Kapazitätsanpassungen in den genannten Größenordnungen kommen, würde dies das Angebots-/ Nachfragegefüge auf dem Aluminiummarkt deutlich beeinträchtigen. Mit Widerständen ist insbesondere seitens der Aluminiumhütten bzw. der betroffenen Regionen zu rechnen, so dass eine Realisierung in den genannten Größenordnungen äußerst zweifelhaft erscheint. Dennoch scheint das Thema Überkapazitäten, und insbesondere neu auch Umweltbelastungen, in China nun auch mit Blick auf den Aluminiummarkt an Bedeutung zu gewinnen. Zum Berichtsmonatsende war das Marktgeschehen von den chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten beeinflusst werden. Diese finden in diesem Jahr vom 27. Januar bis 02. Februar statt. Donald Trumps Versprechen aus dem Wahlkampf: „Wir werden neue Straßen und Highways bauen, ferner Brücken, Flughäfen, Tunnel und Eisenbahnschienen quer durch unser wundervolles Land". Ein Versprechen, dass bei manchem Marktteilnehmer am Aluminiummarkt die Phantasie anregt. Seit Monatsbeginn verteuerte sich das Leichtmetall um mehr als acht Prozent auf zeitweise 1.867 USD und erreichte damit das höchste Niveau seit Sommer 2015. Insgesamt verbesserte sich Aluminium im Januar 2017 deutlich von 1.693 USD am 03.01.17 auf 1.821 USD am 31.01.17.

6 Müller & Sohn Marktbericht


Jedoch verfestigt sich am Markt die Meinung, der Anstieg der Preise auf ein 20-Monats-Hoch sei spekulativ getrieben. Grund für diese Annahme ist neben einem zuletzt starken Anstieg der Netto-Long-Positionen das bestehende Überangebot. Nach Angaben des International Aluminium Institute ist die weltweite Produktion 2016 mit 58,2 Millionen Tonnen auf einen Rekordwert gestiegen. Die Entwicklung der LMELagerhausbestände untermauert dies, denn die Vorräte konnten bis zum 18.01.17 auf 2.300.550 t zulegen (03.01.17: 2.202.175 t) und lagen zum Monatsende immer noch bei 2.268.875 t. Trumps Versprechen werden nicht reichen, um die Aluminiumpreise weiter zu treiben. Wahrscheinlicher kann man kurzfristig mit fallenden Notierungen rechnen.

KUPFER  Angebotssituation im Fokus Auf dem Kupfermarkt beherrscht die Angebotsseite gegenwärtig das Marktgeschehen. In der weltweit größten Kupfermine Escondida des weltgrößten Bergwerkskonzern BHP-Billiton in Chile bahnt sich ein Streik an, nachdem die ersten Angebote der Arbeitgeber abgelehnt wurden. Escondida scheint nicht die einzige Kupfermine zu sein, der ein Streik droht. Im weiteren Jahresverlauf drohen weiter latent Unterbrechungen der Produktion. Ins Bild passt hier, dass BHP-Billiton die Kupferproduktion im laufenden Jahr um 2 Prozent drosseln will. Der Kupferpreis stieg an der Comex auf den höchsten Stand seit Ende Mai 2015 und Analysten halten einen weiteren Anstieg der Kupferpreise für möglich. Auch die Preisentwicklung an der London Metal Exchange (LME) war von festen Notierungen geprägt, die vom Jahresbeginn bis zum 16.01.17 um rund 300 USD auf 5.885,50 USD zulegten. Nach einer kurzen Phase der Gewinnmitnahmen wurde die Phantasie der Marktteilnehmer erneut bei einer Notierung von 5.912 USD beflügelt und mit 5.930 USD liegt die Marke 6.000 USD zum Berichtsmonatsende in greifbarer Nähe.

7 Müller & Sohn Marktbericht


Die International Copper Study Group (ICSG) hat ihren Monatsbericht zur Lage am globalen Kupfermarkt veröffentlicht. Demnach war der Markt nach zehn Monaten 2016 ausgeglichen. Noch bis zur Jahresmitte bestand ein beträchtliches Angebotsdefizit, was vor allem auf eine deutliche Produktionsausweitung in China zurückzuführen ist. Den Daten des Nationalen Statistikbüros zufolge sollen seit Juli 2016 jeden Monat durchschnittlich 734.000 Tonnen Kupfer hergestellt worden seien. Die ICSG bezifferte den Produktionsanstieg in China von Januar bis Oktober im Vergleich zum Vorjahr auf 7 Prozent. Ein Anstieg der Kupferproduktion wurde auch in den USA, in Mexiko und in Japan gemeldet. Dem höheren Angebot stand zwar auch eine gestiegene Nachfrage gegenüber, für die ebenfalls China hauptverantwortlich ist. Es deuten aktuell einige Faktoren darauf hin, dass der globale Kupfermarkt 2016 erstmals seit sieben Jahren nicht mehr unterversorgt war. Die Lagervorräte an der LME wurden im Januar 2017 deutlich um insgesamt 50.500 t reduziert und zuletzt wurde ein Vorrat von 261.325 t vermeldet. Spekulative Finanzinvestoren haben ihre Wetten auf steigende Kupferpreise wieder ausgeweitet. Sie geben dem Kupferpreis damit zwar Unterstützung, das Korrekturpotenzial wird aber von Woche zu Woche größer.

NICKEL  Der Nickelmarkt fährt Achterbahn Innerhalb kurzer Zeit haben politische Entscheidungen in Indonesien und auf den Philippinen, den beiden wichtigsten Produzentenländern für Nickel, den globalen Markt durcheinandergewirbelt. Indonesien vollzieht eine Kehrtwende in der Exportpolitik und hat damit für einen ersten Paukenschlag am Nickelmarkt gesorgt. Der Nickelpreis stand infolge der Bekanntgabe der neuen indonesischen Ausfuhrregelungen deutlich unter Druck und fiel im am 20.01.17 unter die Marke von 10.000 USD und schloss bei 9.810 USD. Die indonesische Regierung hat beschlossen, das Exportverbot von Nickelerzen zu lockern. Zwar müssen die Minen einen gewissen Anteil der Erze in eigenen Schmelzereien verarbeiten, doch die darüber hinausgehenden Erzbestände könnten exportiert werden.

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Das Ausmaß dieser Maßnahmen ist noch schwer abzuschätzen, aber das Erzangebot dürfte damit insgesamt steigen und dies könnte ausreichen, die Preise vorerst auf Talfahrt zu schicken. Zum Ende der Berichtszeit setzte dann der nächste Paukenschlag ein und dieser verteuerte Nickel dann wieder bis auf 9.950 USD. Die Schließung von rund 20 Bergwerken auf den Philippinen auf Grund von Umweltproblemen, was in etwa der Hälfte der Nickelförderung des Landes entspricht, hat den Markt getroffen. Es bestand für die Marktteilnehmer die Hoffnung, dass die hohen Lagerbestände von deutlich mehr als 350.000 t etwas abgebaut und die Preise dadurch gestützt würden. Die Notierungen verbesserten sich in den letzten Handelstagen des Januars auf 9.950 USD und ein Überspringen der 10.000-USD-Marke wird erwartet. Auch die Lagervorräte in den lizenzierten Lagerhäusern der LME stiegen zuletzt wieder auf 382.290 t, nachdem der Markt schon 369.732 t am 16.01.17 gesehen hatte. Für dieses Jahr wird auf dem Nickelmarkt noch mit einem defizitären Angebot gerechnet, doch die Auswirkungen dürften aufgrund der indonesichen Lockerung des Exportverbots für unbehandelte Erze weniger dramatisch sein, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Indonesien war vor dem Exportverbot mit knapp 65 Millionen Tonnen der weltweit größte Nickelerz-Exporteur und der größte Lieferant für China. Während es auf der Angebotsseite zu kurzfristigen Schocks kommt, wächst die Nachfrage relativ konstant. Die neuen fundamentalen Faktoren werden auch in nächster Zeit das Marktgeschehen bestimmen.

ZINK  Angebotsdefizit zeichnet sich immer deutlicher ab Für das Industriemetall Zink ging es weiter mit neuem Schwung ins neue Jahr. Die hohe Nachfrage wirkte sich auf die Preise aus und schob damit die Rally an. Mit dem Jahreswechsel wechselte Zink wieder in eine Aufwärtsbewegung und die Notierungen kamen wieder mit einem festen Niveau zurück.

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Die Notierungen machten direkt zum Jahresbeginn innerhalb von einer Woche einen Sprung von 2.555 USD auf 2.755 USD. Im weiteren Monatsverlauf wurde am 24.01.17 erstmals mit 2.817 USD die 2.800 USDLinie überschritten, bevor sich dann zum Berichtsmonatsende der Markt mit festen 2.850 USD etablierte. Die Nachfrage nach dem Legierungsmetall könnte weiter zulegen, wenn Donald Trump tatsächlich seinen Wahlversprechen auch Taten folgen lässt und umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur der USA billigt. Generell ist festzuhalten, dass sich die Reduzierung des Angebotes gegen-über einer flachen, aber leicht steigenden Nachfrage positiv ausgewirkt hat. Die Lagerbestände der LME entwickelten sich im Januar 2017 erst seitwärts in einer Range von 427.850 t bis 423.275 t, bevor dann eine Phase der Bestandsreduzierung in der Größenordnung von mehr als 27.000 t einsetzte. Ende Januar lagerten 394.450 t. Der weltgrößte Zinkhersteller Glencore hat die Förderung von Zink im vergangenen Jahr deutlich reduziert und mit 1,09 Millionen Tonnen ist der Ausstoß 24 Prozent niedriger ausgefallen als ein Jahr zuvor, so teilte der Rohstoffhändler und Bergbaukonzern mit. Damit blieb Glencore allerdings hinter seinen Plänen zurück, denn das Ziel des Unternehmens war die Förderung um ein Drittel zu beschneiden, um die Preise nach oben zu treiben. Doch das ist offenbar auch so gelungen. Für das Jahr 2017 kündigt Glencore wieder höhere Fördermengen bei Zink an. Der Interessensverband, die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG), berichtet für den Zeitraum Januar bis November 2016 über ein Angebotsdefizit für den Zinkmarkt in Höhe von 263.000 Tonnen. Das von der ILZSG für das Gesamtjahr prognostizierte Defizit von 349.000 Tonnen ist damit nicht ganz erreicht worden. Zink könnte mittelfristig seine Aufwärtsbewegung fortsetzen und bietet sogar bessere Perspektiven als andere Basismetalle. Das Angebotsdefizit wird sich 2017 nochmals bemerkbar machen und der Zinkpreis sollte im Durchschnitt steigen können. Langfristig hat aber das Metall weitgehend seinen Höhepunkt erreicht und es ist für die kommenden 18 Monate nur noch mit geringfügigen Steigerungen zu rechnen.

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Redakteurin:

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Schriftleitung:

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Monatlich

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