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MARKTBERICHT 01.2013

1 M端ller & Sohn Marktbericht


DIE WELTWIRTSCHAFT  Zeichen für einen konjunkturellen Aufschwung... ... in China: In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt legte 2012 das Wirtschaftswachstum auf 7,8 Prozent zu. Damit wurden die Vorgaben der Regierung in Peking leicht übertroffen, da insbesondere das letzte Quartal überraschend stark war. Nach einem Tiefpunkt im dritten Quartal 2012 stieg das Wachstum im vierten Quartal auf 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt in Peking berichtete. Im gesamten Jahr legte somit das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft um 7,8 Prozent zu. Somit liegt das Wirtschaftswachstum 2012 damit über der Vorgabe der Regierung von 7,5 Prozent. Dieses Ziel wurde aber immer im laufenden Jahr schon sehr vorsichtig gesetzt, wie auch in den Vorjahren. Allerdings wurde dieses vorgegebene Ziel sonst meist um ein oder zwei Prozent übertroffen. Mit neuen Stimulusmaßnahmen seitens der Regierung dürfte das Wachstum in der ersten Jahreshälfte 2013 weiter an Schwung gewinnen, doch warnen Experten auch vor schwierigeren Zeiten in der zweiten Jahreshälfte. Das Augenmerk richtet sich trotz des Wachstumtrends bereits wieder auf die Frage, wie dauerhaft die gegenwärtige Erholung der Wirtschaft sein werde. Nach Einschätzung von Experten dürfte die Beurteilung Chinas an den Märkten gegen Mitte 2013 wieder etwas vorsichtiger werden. Es wird erwartet, dass dann die Regierung in Reaktion auf Inflation und steigende Immobilienpreise möglicherweise wieder beginnen könnte, die Fiskal- und Geldpolitik zu straffen. Prognosen für 2013 sprechen von einem BIPWachstum von 8,3 Prozent im ersten Halbjahr 2013 und von 8,1 Prozent im zweiten Halbjahr. ... in den USA: Die amerikanische Wirtschaftsleistung hat sich doch am Jahresschluss 2012 überraschend kräftig abgeschwächt und stagniert faktisch. Das reale Bruttoinlandsprodukt schrumpfte nach der ersten Schätzung des US-Wirtschaftsministeriums um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. An den Finanzmärkten war mit einem Zuwachs von etwa 1 Prozent gerechnet worden. Noch im dritten Quartal war die Wirtschaft außergewöhnlich stark um 3,1 Prozent gewachsen.

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Es gibt einige ausschlaggebende Gründe für die Stagnation am Jahresschluss. Dies waren drastisch sinkende Verteidigungsausgaben, schrumpfende Lagerbestände der Unternehmen und ein Minus im Export. Insbesondere die Verteidigungsausgaben fielen auf ein Jahr hochgerechnet um 22,2 Prozent, so schnell wie seit vier Jahrzehnten nicht mehr. Andere Bereiche der Wirtschaft bestätigten dagegen das Bild einer sich mühsam erholenden Konjunktur in den USA. Die privaten Haushalte konsumierten per Ende Dezember 2,2 Prozent mehr als im Vorquartal, die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen und Software legten im Jahresschlussquartal 12,4 Prozent zu, die gesamten Investitionen in Kapitalgütern um 9,7 Prozent. Die Aufträge für dauerhafte Güter waren im Dezember um 4,6 Prozent gestiegen und der private Wohnungsbau wuchs um 15,3 Prozent. Die Zentralbank Federal Reserve (Fed) bestätigte auch weiterhin sowohl den eingeschlagenen Kurs der Nullzinspolitik als auch den weiteren Ankauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren für 85 Milliarden Dollar im Monat. Damit versucht die Fed nach wie vor die langfristigen Zinssätze zu drücken. Ebenso ist das Thema um die Staatsverschuldung auch noch nicht ausgestanden, sondern vielmehr nur verschoben. So zeigt die jüngste Entspannung in der Problematik um die US-Schuldengrenze nur ein Verschieben des Problems um weitere vier. Die Bedrohung der hohen US-Verschuldung tritt damit vorerst in den Hintergrund und die Daten rund um die Nachfrageentwicklung und die Konjunktur werden die Preise in den kommenden Wochen bestimmen.

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EUROPA  Großbritanniens Wirtschaft schrumpft Die britische Wirtschaftsleistung ist im letzten Quartal 2012 abermals zurückgegangen und das Bruttoinlandsprodukt für die Monate Oktober bis Dezember fiel um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Somit schrumpfte die Wirtschaftsleistung im Schlussquartal 2012 noch stärker als es die Wirtschaftsexperten vorausgesagt hatten. Diese negative Entwicklung ist vor allem auf einen Rückgang in der Industrieproduktion und auf eine Stagnation bei den Finanzdienstleistungen zurückzuführen. Auf Jahresbasis gesehen blieb die Wirtschaftsleistung in Großbritannien im Vergleich zum Vorjahr 2011 konstant und liegt somit heute unter dem Stand des Jahres 2006. Die Staatsverschuldung des Landes beträgt nach Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) mehr als 88 Prozent. Die Ratingagenturen drohen Großbritannien inzwischen mit dem Verlust der Bestnote AAA. Bereits im Jahr 2011 hatte Großbritannien nur ein schwaches Wachstum von 0,9 Prozent, für 2012 folgt jetzt ein Nullwachstum. Die Wirtschaftsexperten befürchten jetzt schon, dass das Land abermals in eine Rezession zurückfallen könnte. Es gibt auch Stimmen aus Regierungskreisen, die davon sprechen, dass die Kürzungen zum Abbau des immensen britischen Schuldenberges kontraproduktiv gewesen sein könnten und jetzt mehr Investitionen in die Infrastruktur freigesetzt werden müssen. Mit einem Referendum will man die Briten über den Verbleib in der EU entscheiden lassen. Ein Verlassen des Binnenmarktes dürfte allerdings nicht im Interesse des Landes stehen.

 Europäische Schuldenkrise: Tiefpunkt steht noch bevor Beim Wachstum und in der Industrieproduktion ist der Tiefpunkt in Europa noch nicht erreicht, auch wenn Mario Draghi eine deutliche Verbesserung der Schuldenkrise in der Euro-Zone sieht. So sehen Experten z. B. in Italien am Ende des 2. Quartals und in Spanien am Ende des 3. Quartals 2013 den konjunkturellen Tiefpunkt erreicht. Deutschland scheint hingegen diesen Punkt bereits überwunden zu haben.

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Auch wenn es sehr ermutigende Zeichen von den Finanzmärkten gibt, scheint die Normalität aber noch nicht erreicht. Hier steht noch ein weiter Weg bevor. Die Talfahrt der Wirtschaft in der Eurozone hat sich im Januar zum dritten Mal in Folge verlangsamt und der Tiefpunkt der Rezession dürfte damit überwunden sein. Die Schere zwischen den Ländern klafft jedoch weit auseinander: Während wohl die deutsche Wirtschaft eine Trendwende geschafft hat, schrumpft die französische Volkswirtschaft. Der fehlende Gleichlauf der Konjunktur erschwert der Europäischen Zentralbank die Steuerung der Geldpolitik und daher ist es umso bedenklicher, dass die Entwicklung der einzelnen Mitgliedsländer in einem Besorgnis erregenden Ausmaß auseinanderläuft, insbesondere zwischen den beiden Schwergewichten Deutschland und Frankreich. Die deutsche Privatwirtschaft hat insgesamt wieder so kräftig expandiert wie seit einem Jahr nicht mehr und der Markit-Einkaufsmanagerindex für das produzierende Gewerbe stieg in Deutschland um 3,8 Punkte auf 49,8 Zähler. Der entsprechende Index für die EU verbesserte sich um 1,8 Punkte auf 47,9 Zähler. Die Wirtschaftsleistung in Frankreich schrumpft so stark wie zuletzt im März 2009 und der Einkaufsmanagerindex leistete sich einen erneuten Ausreißer nach unten und der Index ging um 1,7 Punkte auf 42,9 Zähler zurück. Diese wirtschaftlich konträre Entwicklung dürfte auch für erhöhte Spannungen und weiteren Zündstoff auf politischer Ebene sorgen. Die Schere geht auch bei den Inflationsraten auseinander. Während Spanien mit einer Teuerungsrate von 3,0 Prozent kämpft, steht Griechenland vor einer Deflation; die Preise legten nur um 0,3 Prozent zu. Auch die Ökonomen der Weltbank sehen im Euroraum noch einen Gefahrenherd für die Weltwirtschaft und erwarten, dass die EuroWirtschaft in diesem Jahr um 0,1 Prozent schrumpfen wird, nach einem Minus von 0,4 Prozent im vergangenen Jahr. Hinter diesem Rückgang verbirgt sich aber eine im Jahresverlauf erwartete zunehmende Beschleunigung des Wachstums im Euroraum. Sollte das Momentum der Reformen, wie etwa die Bankenunion, nicht aufrechterhalten bleiben, könnten einige Länder des Euroraums in diesem Jahr vom Kapitalmarkt ausgeschlossen werden. Ein neues Thema hingegen ist Zypern und auch Spanien.

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 Hiobsbotschaften aus Südeuropa belasten Finanzmärkte Sorgen um die politische Stabilität Spaniens und Italiens haben den Finanzmärkten am Montag massiv zugesetzt. Dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wird vorgeworfen, jahrelang Zahlungen aus Schmiergeldkassen erhalten zu haben, in Italien wird die Affäre um die Traditionsbank Monte Paschi zunehmend zu einem Thema der Innenpolitik. Anleger fürchten, dass die Affäre dem vom ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geführten Mitte-Rechts-Bündnis Auftrieb gibt. Zusätzlich belastet wurde die Stimmung von den weiter steigenden Arbeitslosenzahlen in Spanien: 4,98 Millionen waren dort im Januar ohne Job - im Vergleich zum Dezember sind das gut 132.000 Menschen mehr. Auf den Finanzmärkten gibt es aber auch Zeichen der Entspannung und das Vertrauen der Anleger in die Euro-Zone kehrt allmählich zurück. Die Renditen für portugiesische Anleihen liegen bei 6 Prozent, nach 16 Prozent im Vorjahr. Eine leichte Entspannung auch bei den Forderungen der Deutschen Bundesbank gegenüber dem Euro-System, die auf 656 Milliarden Euro fielen.

DEUTSCHLAND  Ifo Geschäftsklima erneut gestiegen Im Januar hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft den dritten Monat in Folge aufgehellt und somit einen guten Start ins Jahr 2013 hingelegt. Der auf einer Umfrage unter 7000 Managern basierende IfoGeschäftsklimaindex kletterte von 102,4 Zählern im Dezember auf 104,2 Punkte, teilte das Münchener Forschungsinstitut mit. Es hat sich nicht nur die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage gebessert, der entsprechende Teilindex legte von 107,1 auf 108 Punkte zu, sondern auch die Geschäftserwartungen haben sich weiter aufgehellt und dieser Index stieg von 97,9 auf nun 100,5 Punkte.

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Drei Anstiege in Folge signalisieren eine Wende der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hin zum Besseren. Besonders deutlich hat sich die Stimmung in der Industrie verbessert und die Unternehmen würden ihre Maschinen und Geräte wieder stärker auslasten.

Quelle: faz.net

Die Stimmung in der deutschen Industrie befindet sich auf einem aufstrebenden Ast. Nach neun Monaten schrumpfender Produktionszahlen kam es im Januar erstmals wieder zu einem robusten Leistungszuwachs. Dies signalisiert der finale saisonbereinigte Markit/BME EinkaufsmanagerIndex, der im vergangenen Monat um 3,8 Punkte auf 49,8 Punkte angestiegen ist, was die stärkste Monatsverbesserung seit Juli 2009 bedeutet. Wie in den vergangenen 10 Monaten bleibt der PMI dennoch weiterhin im Schrumpfungsbereich unter der 50-Punkte-Schwelle. Die Anhebung der Produktionsleistung ist für viele Analysten das bislang stärkste Anzeichen dafür, dass sich die deutsche Wirtschaft nach dem BIP-Rückgang im vierten Quartal 2012 wieder auf Wachstumskurs befindet. Der verstärkte Stellenabbau bremste den Einkaufsmanager Index im Januar noch ab, denn die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar erstmals seit März 2012 wieder über die Schwelle von drei Millionen gestiegen und erreicht ebenfalls den höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) registrierte im Januar 2013 3,14 Millionen Arbeitslose, was 298.000 mehr gewesen sind, als im Dezember und 54.000 mehr im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

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Insgesamt haben die ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt nur wenige Spuren hinterlassen und der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit ist auf saisonale Gründe zurückzuführen. Für das Jahr 2013 rechnet die Bundesbehörde ungeachtet des schwierigen Starts mit einer Arbeitslosenzahl von im Schnitt unter drei Millionen. So soll es im ersten Halbjahr 2013 noch ungünstiger laufen als 2012, aber danach sieht es voraussichtlich wieder besser aus.

NE-METALLE ALUMINIUM  Notierungen bewegen sich in fester Range Die Metallpreise haben ihren Schwung der letzten Wochen mit ins neue Jahr 2013 hinüber genommen und dank der erwarteten globalen Konjunkturerholung und der damit einhergehenden höheren Nachfrage nach Metallen sollten die Preise 2013 merklich zulegen können. Das Zugpferd dieser Entwicklung dürfte erneut China sein, wo die Umsetzung von zahlreichen Infrastrukturprojekten einen enormen Bedarf an Metallen generieren könnte. Der Preis für Aluminium hat nach Einschätzung der Rohstoffexperten der Commerzbank bei einer Notierung in der Range um 2.060 USD einen Boden gebildet. Man erwartet in diesem Jahr einen Anstieg auf 2.350 USD und sieht sich durch die jüngsten Prognosen von Alcoa, einem der weltweit größten Aluminiumproduzenten, in der eigenen Einschätzung bestätigt. Der Aluminiumkonzern Alcoa erwartet, dass das Wachstum der globalen Nachfrage 2013 um 7 Prozent steigen wird, nach 6 Prozent im letzten Jahr. Für China rechnet der Konzern mit einem Zuwachs der Nachfrage um 11 Prozent auf 23 Millionen Tonnen, da die neue chinesische Regierung verstärkt Infrastrukturprojekte vorantreiben will. Insgesamt soll das Angebot die Nachfrage 2013 aber um mehr als 500.000 Tonnen übersteigen. Die Aluminiumnotierungen erreichten im Januar am 11.01.13 mit 2.113 USD ein vorläufiges Hoch, bevor dann ein Rückgang bis auf 2.042 USD zum 22.01.13 einsetzte.

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In den dann folgenden Handelstagen bewegte Aluminium sich in einer engen Range zwischen 2.091 und 2.052 USD, bevor dann am Monatsende die Notierungen wieder mit 2.097,50 USD kurz vor dem Sprung über die 2.100-USD-Linie standen. Nachrichten von der drastischen Lockerung der japanischen Geldpolitik zur Ankurbelung der heimischen Konjunktur hat den Leichtmetallmarkt genährt, denn ein stärkeres Japan ist gut für die Weltwirtschaft und vor allem bei Aluminium könnte mit steigenden Preisen gerechnet werden. Japan hat noch einen verstärkten Nachholbedarf bei Infrastrukturprojekten, was für eine verstärkte Nachfrage nach Aluminium, Kupfer und Zink sorgen könnte. Die Lagerhausbestände der Londoner Metallbörse gingen in unserer Berichtszeit zurück und zuletzt lagerten 5.156.975 t. Zu Monatsbeginn konnte noch über 5.210.350 t verfügt werden. Der Rückgang ist aber zu gering, um hier einen preistreibenden Faktor zu sehen. Der Aluminiumpreis verteuerte sich auch aufgrund der positiven Energiemärkte. Die Unterstützung liegt bei 2.060 USD; das Leichtmetall stand zuletzt bei 2.097,50 USD. Solange der Markt diese Linie hält ist mit einer Seitwärtsbewegung der Notierungen zu rechnen. Erst wenn sich das Metall oberhalb von 2.080 USD etabliert, wird weiteres Potential bis auf 2.250 USD gesehen. Abseits der sich langsam verbessernden globalen Konjunktur ist die Nachfrageentwicklung weiterhin der wichtigste Treiber bei den Industriemetallpreisen. Hier zeigt sich nach wie vor in China eine zurückhaltende Schwäche. Dies wird auch in den kommenden Wochen so bleiben, erst nach dem chinesischen Neujahrsfest dürfte die Nachfrage hier spürbar ansteigen – und demnach auch die Aluminiumnotierungen.

KUPFER  Marktteilnehmer positiv gestimmt, wie lange nicht mehr Kupfer hat den größten Wochengewinn seit vier Wochen eingestrichen und war somit das Gewinner-Metall im Berichtsmonat Januar 2013. Dabei profitiert das rote Metall von Anzeichen, dass sich die Wirtschaften in China und den USA, den beiden weltgrößten Konsumenten des Industriemetalls, erholen könnten. Das verarbeitende Gewerbe in China befand sich im Januar den vierten Monat in Folge auf Expansionskurs.

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So erreichte der gemeldete offizielle chinesische CFLPEinkaufsmanagerindex im Januar einen Wert von 50,4 Zählern und liegt somit weiterhin über der wichtigen, über eine wirtschaftliche Kontraktion oder Expansion entscheidenden Marke von 50 Punkten. Kupfer hat bei einer Notierung von 8.120 USD am 24.01.13 den höchsten Stand seit Mitte September erreicht. Der Kupferpreis hat eine seit mehreren Monaten bestehende Handelsspanne nach oben verlassen und bewegt sich damit auf den nächsthöheren Widerstand bei 8.750 USD zu. Auch zyklische Gründe sprechen für einen weiteren Kursanstieg, denn zwischen Anfang Februar und Anfang April hat Kupfer den Vorjahren zu Folge seine stärkste Phase. Nur ein deutlicher Rückfall unter 7.500 USD könnte die Bullen jetzt noch aufhalten. Die Notierungen lagen am 31.01.13 bei 8.233 USD, nach einem Zwischentief am 17.01.13 mit 7.971 USD und somit in deutlich festerem Fahrwasser. Trotz der sich verbessernden und steigenden Notierungen klagen immer mehr Minenproduzenten über deutlich steigende Produktionskosten. So hatte bereits Codelco, der weltweit größte Kupferproduzent, aufgrund von höheren Energiekosten und niedrigeren Metallgehalten in den Erzen für das vergangene Jahr 30 Prozent höhere Kosten berichtet. Den steigenden Kosten könnte mit Produktionskürzungen entgegengewirkt werden, so dass gerade im Falle von Kupfer die Angebotsausweitung nicht so stark wie von vielen Marktteilnehmern erwartet ausfallen könnte. Insbesondere die Lagerbestände in China spielen eine große Rolle für den Kupfermarkt. Lösen die Asiaten einen Teil der Lagerbestände davon auf und lassen diese in den Markt fließen, wird es zu einem stärkeren Preisdruck kommen. Die Marke von 7.000 USD könnte dann entsprechend nach unten getestet werden. Aktuell sieht es aber eher nach einem weiteren Aufbau von Reserven aus, denn bei einem möglichen Konjunkturaufschwung will der größte Weltkonsument schließlich nicht in die Lage geraten, sich auf dem Markt teuer eindecken zu müssen. Nach Meinung von Marktteilnehmern ist die Gefahr einer plötzlichen Produktionsverringerung durch Streiks oder Übernahmen wesentlich höher einzuschätzen als eine unerwartete Produktionsausweitung. Bei Kupfer sorgt aber der anhaltende Anstieg der Lagerbestände an der LME für Bedenken und ist somit ein fundamentaler Faktor, der auf den Preis drückt. Seit Anfang November 2012 stiegen die Bestände dort um 61 Prozent, wobei laut Analysten die Bestände fast vollständig im belgischen Antwerpen stiegen. Für viele Marktteilnehmer ist die Nachfrageentwicklung 2013 von hoher Bedeutung, da viele einen Anstieg der Produktion erwarten, der den Kupfermarkt Ende des Jahres in einen Überschuss führen könnte.

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Die Lagervorräte der LME kletterten in der Berichtszeit Januar 2013 von 320.500 t am 02.01.13 über 349.275 am 16.01.13 auf zuletzt 371.750 t. Für das Jahr 2013 gehen die Einschätzungen für den Kupfermarkt auseinander. So werden sowohl Überschüsse aufgrund steigender Minenproduktion als auch ein anhaltendes Defizit bis ins Jahr 2017 hinein erwartet. Einen Vorgeschmack auf die Risiken der Kupferversorgung in diesem Jahr gab es z. B. von der peruanischen Gesellschaft Southern Copper. Die Arbeiter haben zuletzt angekündigt, in einen unbefristeten Streik treten zu wollen, um Gehaltserhöhungen durchzusetzen. Peru ist nach Chile der weltweit zweitgrößte Kupferproduzent. Sollten sich die Notierungen nach der charttechnischen Analyse entwickeln, dürften die kommenden nahen Monate Gewinne für das Rote Metall bringen.

NICKEL  Potential für steigende Nachfrage Die Industriemetalle bewegen sich an der London Metal Exchange deutlich nach oben und auch Nickel konnte auf ein Drei-Monatshoch ansteigen. Dies wurde zum Ende des Berichtsmonats bei 18.330 USD erreicht, nachdem die Wochen zuvor die Notierungen zwischenzeitlich auch von Preisverlusten gezeichnet waren. So u. a. am 16.01.13, als die LME bei 17.220 USD lag, oder am 26.01.13 bei 17.260 USD. Die Grundstimmung war aber den ganzen Monat sehr positiv, so dass der deutliche Preissprung über 18.000 USD von den Marktteilnehmern erwartet worden war. Auch von Seiten der in den lizenzierten Lagerhäusern registrierten Nickelmengen gab es Unterstützung. Die jüngste Aufwärtsentwicklung bei den gekündigten LME-Lagerscheinen, die mögliche Auffüllung der Läger durch europäische und US-Edelstahlproduzenten und eine weitere Verbesserung des Sentiments bezüglich der globalen Nachfrage könnten dazu führen, dass die Nickelpreise auf einem erhöhten Niveau verharren oder weiter steigen. Die gekündigten Lagerscheine sind ein Hinweis auf die Metallmengen, die die Lagerhäuser verlassen. Die Kündigungen betrafen zuletzt Ende Januar rund 14 Prozent der LME-Lagerbestände gegenüber rund 8 Prozent zu Jahresbeginn.

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Die Bestände in den lizenzierten Lagerhäusern der LME sind ihrerseits im Januar 2013 deutlich angewachsen und legten um nahezu 5.000 t auf 123.144 t am 31.01.13 zu. Der globale Nickelmarkt wies laut dem World Bureau of Metal (WBMS) einen Überschuss von 93.000 Tonnen im Elf-Monats-Zeitraum aus. Im Gesamtjahr 2011 hatte sich ein Defizit von 3.100 Tonnen ergeben. Die Nickelproduktion der Minen lag im angegebenen Zeitraum mit 1,787 Millionen Tonnen um 125.000 Tonnen über dem Wert für den gleichen Vorjahreszeitraum. Der Nickelpreis konnte sich von seinem Tiefpunkt in 2012 bei 15.170 USD bislang um rund 15 Prozent verbessern. Weitere Gewinne hängen nun auch an der Nickelnachfrage, die aber angesichts der in der Vergangenheit stärkeren Schwankungsbreite Risiken birgt. Die Nachfrage wird für 2013 weltweit auf 7 Prozent geschätzt, jedoch ist das Aufwärtspotenzial auch begrenzt. Die Prognosen sind für das Legierungsmetall durchaus positiv. So schätzt Goldman Sachs in seiner Prognose für die kommenden 3 bis 6 Monate eine Notierung von 16.500 USD. Ein Wert, der derzeit sogar übertroffen wird. Die Bank geht von einem Überschuss am Nickelmarkt von 35.000 Tonnen für 2013 aus, nach einem Überschuss von 47.000 Tonnen im Jahr zuvor. Die typische saisonale Nickelnachfrage im ersten Quartal könnte in diesem Jahr weniger bezeichnend sein als üblich, so die Analysten. Die Nachfrager außerhalb Chinas könnten mit dem aggressiven Auffüllen ihres Nickellagerbestandes wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation in Europa und dem Haushaltsstreit in den USA zögern. Gelingt es dem Nickelmarkt, sich oberhalb der 18.500 USD zu behaupten, so hat der Markt eine Chance, mittelfristig bis auf über 20.000 USD zu laufen. Die Vorzeichen sind da und die Bullen kehren auf den Markt zurück.

ZINK  Konjunkturoptimismus treibt den Preis Die Zinknotierungen bewegen sich an der London Metal Exchange leicht nach oben, getrieben von Hoffnungen auf eine Verbesserung der globalen Konjunktur.

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Die zarten Konjunkturpflänzchen, die sich in Asien und den USA zeigen, bringen insgesamt wieder Bewegung in die Rohstoffmärkte, wovon auch Zink begünstigt wird. Zink ist am 25.01.13 auf ein Zwölfmonatshoch bei 2.095 USD geklettert und dabei profitiert das Industriemetall, wie auch der gesamte NEMetallsektor, von den Anzeichen einer sich belebenden Wirtschaft in China und den USA. Der Optimismus, der sich auf die guten USamerikanischen und chinesischen Daten stützt, wird das Metall wohl auch kurzfristig weiter stützen. Nach Angaben des World Bureau of Metal Statistics zeigte der globale Zinkmarkt im Zeitraum von Januar bis November 2012 einen Überschuss von 175.000 Tonnen, im Vergleich zu einem Überschuss von 552.000 Tonnen im Gesamtjahr 2011. Die globale Produktion von Raffinadezink ging dem Statistikbüro zufolge in den ersten elf Monaten des Jahres 2012 um 3,2 Prozent zurück, bei einem gleichzeitigen Rückgang des Verbrauchs um 0,6 Prozent. Deutliche Signale kommen auch aus China, wo die chinesische Marktversorgung 4,891 Millionen Tonnen betrug. Das bedeutet mehr als 43 Prozent der gesamten Weltnachfrage. Auch die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) veröffentlichte im Januar Zahlen und hier lag der Überschuss am Zinkmarkt im ElfMonats-Zeitraum allerdings bei gut 267.000 Tonnen. Dem ILZSG zufolge kletterte die globale Minenproduktion an Zink um 7,1 Prozent gemessen am gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies sei insbesondere auf einen Anstieg der chinesischen Produktion um 20,2 Prozent zurückzuführen. Die Weltproduktion an Raffinadezink sank laut diesen Angaben um 3,4 Prozent, die Nachfrage um 3 Prozent. Kehrt man wieder zu den physischen LME-Vorräten zurück, sieht man auf den ersten Blick ein uneinheitliches Bild. Nachdem diese Vorräte zunächst zum 08.01.13 auf 1.209.800 t schrumpften, wurde bis zum 21.01.13 der Bestand auf 1.222.850 t aufgebaut. Zum 31.01.13 wurden 1.208.725 t gemeldet. Neuigkeiten gibt es auch zur Fusion Glencore/Xstrata: Die südafrikanischen Wettbewerbsbehörden haben grünes Licht für die Fusion des Rohstoffhändlers Glencore mit dem Bergbaukonzern Xstrata gegeben. Nun steht nur noch die Genehmigung der chinesischen Behörde aus. Da die Lager für Zink nach wie vor gut gefüllt sind, gehen Analysten für 2013 nur von moderaten Preissteigerungen aus, welche auch z. T. aus steigenden Produktionskosten resultieren.

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IMPRESSUM Herausgeber: Müller & Sohn GmbH & Co. KG Metall-Aufbereitungswerk Harkortstraße 22 D-45549 Sprockhövel-Haßlinghausen

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Marktbericht Januar 2013