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 Marktbericht

06-2010

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Die Weltwirtschaft  China wertet Yuan nach G-20-Gipfel weiter auf China überraschte mit einer sehr interessanten Neuigkeit bezüglich des eigenen Wechselkurses. Man gab bekannt, dass die chinesische Währung, der Yuan, zukünftig gegenüber dem US-Dollar aufgewertet werden soll. China hat seine Währung wohl aufgrund des großen internationalen Drucks erneut aufgewertet. Dies bedeutet: Der Yuan ist nun so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr. Diese Nachricht sorgte kurzfristig an den Märkten für Euphorie und trieb die Notierungen mehrerer Anlageklassen zunächst nach oben. Allerdings konnten die Aktienmärkte nur sehr kurzfristig von den Neuigkeiten profitieren. Angesichts des Drucks von Teilnehmern des G-20-Gipfels hat China den Yuan auf seinen höchsten Wert seit knapp fünf Jahren heraufgesetzt. Der mittlere Wert der erlaubten Wechselkursbandbreite liegt nun bei 6,7890 Yuan pro Dollar, teilte die chinesische Zentralbank mit. Damit stieg die chinesische Währung auf ihren höchsten Wert seit Juli 2005. Zuletzt hatte China den Wechselkurs im Juli 2008 auf 6,8 Yuan für einen Dollar festgelegt, um chinesische Exporte billig zu halten und damit Millionen Arbeitsplätze in der Volksrepublik zu sichern. Insgesamt durfte der Kurs nur um 0,5 Prozent schwanken. Die Vertreter sagten allerdings, der Kurs verändere sich nur aufgrund der inneren Dynamik der chinesischen Wirtschaft und nicht auf Druck anderer Länder oder internationaler Institutionen. Bereits gut eine Woche vor dem letzten G-20-Gipfel im Juni hatte China einen flexibleren Wechselkurs angekündigt. Auch nach der Festlegung des neuen Wechselkurses am Montag erwarten Analysten keine deutliche Aufwertung des Yuan. Im Hinblick auf das Weltwirtschaftsgeschehen beschäftigen die Marktteilnehmer und Unternehmen allerdings andere Sorgen.

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 Sorge um Wachstumspause chinesischer Wirtschaft Ein Rückschlag für die chinesische Industrie hat weltweit Konjunktursorgen ausgelöst. Das Wachstum verlangsamte sich im Juni unerwartet stark, was Experten auf Maßnahmen der Regierung zurückführen, die unter anderem die Kreditvergabe eingeschränkt haben. Wegen der Schuldenkrise bei wichtigen europäischen Handelspartnern und dem Auslaufen des riesigen Konjunkturprogramms sind auch die weiteren Aussichten für China gedämpft. Experten befürchten, verliert die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt an Dynamik, so könnte das weltweit die Konjunktur belasten. Der stark beachtete Einkaufsmanagerindex fiel im Juni auf 52,1 von 53,9 Punkten, wie die staatliche chinesische Statistikbehörde mitteilte. Das Stimmungsbarometer signalisierte zwar noch ein Wachstum, rutschte aber auf den niedrigsten Stand seit Februar ab. Infolge dessen fielen die chinesischen Börsen auf ihr niedrigstes Niveau seit 15 Monaten. Auch der deutsche Aktienindex Dax geriet unter Druck, denn die Angst vor einem Rückfall in die Rezession wird wieder größer. Die chinesische Regierung befürchtet eine Überhitzung des Immobilienmarktes, nachdem die Preise für Wohnungen und Häuser teilweise drastisch gestiegen waren. Deshalb hat sie die Kreditvergabe eingeschränkt und Regeln eingeführt, die Spekulanten den Kauf mehrere Objekte gleichzeitig erschweren sollen. Der Bausektor steht für ein Viertel der Investitionen. Die chinesische Industrie sorgt sich aber auch um ihr Exportgeschäft und ebenso macht die Schuldenkrise in Europa den Exporteuren zu schaffen, denn dort sitzen wichtige Kunden für die chinesische Wirtschaft. Erschwert wird das Geschäft zusätzlich durch den schwachen Euro, der chinesische Produkte verteuert. Das Bruttoinlandsprodukt der Volksrepublik ist im ersten Quartal 2010 um 11,9 Prozent gestiegen. Das Wachstum werde sich allerdings bis zum Schlussquartal auf 8,2 Prozent abkühlen, sagen Prognostiker. Dazu dürfte auch beitragen, dass die Regierung ihr rund 480 Milliarden Euro schweres Konjunkturprogramm auslaufen lässt. Die chinesische Wirtschaft scheint einen Schnupfen zu haben, wie krank wird die Weltwirtschaft in Folge dessen werden?

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Europa  Europa – Wirtschaftsindikatoren Die Arbeitslosenquote ist im Euroraum im Monat Mai unverändert geblieben. Wie aus einer veröffentlichten Pressemitteilung der Europäischen Statistikbehörde hervorgeht, verharrte die Arbeitslosenquote im Euroraum im Berichtsmonat auf saisonbereinigter Basis bei 10,0 Prozent (Vormonat: 10,0 Prozent). Im Mai 2009 hatte sie 9,4 Prozent betragen. Von den Mitgliedstaaten verzeichneten Österreich (4,0 Prozent) und die Niederlande (4,3 Prozent) die niedrigsten Arbeitslosenquoten. Die höchsten Quoten meldeten Lettland (20,0 Prozent im ersten Quartal 2010), Spanien (19,9 Prozent) und Estland (19,0 Prozent). Der Anstieg der Erzeugerpreise der europäischen Industrie hat sich im Mai 2010 verlangsamt. Binnen Monatsfrist zogen die Preise in der Eurozone um 0,3 Prozent und in der gesamten Union (EU27) um 0,2 Prozent an. Davor hatten sich die Preise im April in den beiden Gebieten um 1,0 bzw. 0,8 Prozent erhöht.

 Der Euro mit Rückenwind Die Hoffnung auf einen starken Aufschwung in Amerika hat einen Dämpfer erhalten, was wiederum den Wert des Euro-Kurses stabilisiert hat. Fachleute bleiben jedoch wegen der europäischen Schuldenkrise skeptisch. Nachdem der Euro in den vergangenen Wochen stark unter Druck gestanden und seit Jahresbeginn gut 20 Prozent verloren hat, stabilisiert sich die europäische Gemeinschaftswährung wieder. Der Euro stieg bis zum Monatsende auf 1,2613 Dollar – das ist der höchste Stand seit Ende Mai. Es scheint eindeutig, dass die schwachen Konjunkturdaten aus Amerika den Euro stützen. Die Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten sind genauso schlecht ausgefallen wie die Zahl der Beschäftigten im Juni dieses Jahres und die Daten zum verarbeitenden Gewerbe. Ebenfalls für schlechte Stimmung sorgte der unerwartet schwächere Immobilienmarkt.

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Ein weiterer Grund für die neue Stabilität ist auch die erfolgreiche Platzierung von spanischen Staatsanleihen. Außerdem haben in dieser Woche die Banken des EuroSystems problemlos der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Kredit in Höhe von 442 Milliarden Euro zurückgezahlt. Das Anlegerverhalten scheint sich leicht zu drehen und könnte sich mittelfristig wieder zu Gunsten des Euro zu verschieben.

Deutschland  Die Stimmung bleibt weiter gut Der Geschäftsklimaindex des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo stieg überraschend stark an und kletterte nach einer Umfrage bei 7.000 Firmen im Juni 2010 auf den höchsten Stand seit Mai 2008. Die Unternehmen scheinen mit ihrer momentanen Geschäftslage zufriedener zu sein als noch im Mai dieses Jahres. Die Aussichten auf das kommende halbe Jahr seien weiterhin gut, hätten sich aber leicht eingetrübt, so der Ifo- Bericht. Die Bewertung der aktuellen Lage stieg von 99,4 Punkten auf 101,1 Zähler, die Erwartungen sanken aber von 103,7 auf 102,4 Punkte. Damit seien die Firmen aber immer noch zuversichtlich, wird von Analystenseite betont. Im ersten Halbjahr hat die deutsche Wirtschaft einen starken Sprung nach vorne gemacht, doch nun rechnen die Firmen offenbar damit, dass es nicht mehr ganz so schnell vorangeht. Fast zwei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise gewinnen große Teile der deutschen Wirtschaft wieder an Kraft und vor allem der anziehende Export hilft der Industrie aus dem Konjunkturtal und lässt die Firmen mutiger investieren. Es gibt nicht nur Produktmodernisierungen und Ersatzinvestitionen, sondern auch erste Ansätze für Erweiterungsinvestitionen. Der Investitionsstau löse sich langsam auf und die Industrie wachse hier wieder in ihre Rolle als Zugpferd hinein. Der Export hievt die Wirtschaft aus der Krise, heißt es in der Studie. Dabei hilft auch der schwache Euro.

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Dem Frühjahrsaufschwung und der Konjunktur sei Dank: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni erneut gesunken. Bundesweit waren 3,15 Millionen Menschen auf Arbeitssuche - 257.000 Menschen weniger als vor einem Jahr. Das sind so wenige wie seit Dezember 2008 nicht mehr. Die Bundesanstalt für Arbeit hält es für möglich, dass die Erwerbslosenzahl bis Jahresende unter drei Millionen sinkt: Die Erwerbslosenquote sank zuletzt von 7,7 auf 7,5 Prozent. Bereinigt um Saisoneinflüsse nahm die Erwerbslosigkeit um 21.000 im Vergleich zum Mai ab. Entlastend wirke nach wie vor die Kurzarbeit, hieß es. Zuletzt waren es 613.000 Kurzarbeiter - 2009 zeitweise mehr doppelt so viele. Die meisten Institute rechnen im kommenden Jahr mit einem geringeren Wirtschaftswachstum, weil weltweit viele staatliche Konjunkturprogramme auslaufen. Das könnte die exportabhängige deutsche Industrie treffen. Es muss trotz der positiven Entwicklung vor übertriebenem Optimismus gewarnt werden, denn der Arbeitsmarkt zeigt sich stabil, aber er ist noch nicht dynamisch genug.

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NE-Metalle  Aluminium Industriemetalle befinden sich in einer Korrekturphase In den vergangenen Berichtswochen war die Stimmung an der Londoner Metallbörse verhalten und die Notierungen rückläufig. Aluminium hatte deutlich Mühe, die 2.000USD-Linie nachhaltig zu durchbrechen. Einzig am 16. und 17.06.10 konnte diese Linie mit knapp 2.001 USD gehalten werden. Am 08.06.10 wurde mit 1.850 USD die niedrigste Notierung im Berichtsmonat erreicht. Dann setzte eine Erholungsphase ein und die Preise festigten sich. Zuletzt notierte das Leichtmetall deutlich schwächer und wurde Ende Juni 2010 mit 1.971 USD bewertet. Spekulative Marktteilnehmer, die die Preise im vergangenen Jahr ohne Rücksicht auf Verluste nach oben getrieben hatten, scheinen nun angesichts der sich abschwächenden Wachstumsdynamik Gewinne mitzunehmen. Das könnte die Metallpreise noch weiter nach unten bringen. Nach den jüngsten Angaben des International Aluminium Institute (IAI) ist die globale Aluminiumproduktion im Mai nochmals um gut 3 Prozent gegenüber dem Vormonat auf ein neues Rekordhoch von 3,48 Mio. Tonnen gestiegen. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres sind somit auf globaler Ebene gesehen insgesamt 16,75 Mio. Tonnen Aluminium hergestellt worden, was gut 14% mehr als im Vorjahr bedeutet. Maßgeblichen Anteil daran hat wiederum China gehabt, wo mit 1,42 Mio. Tonnen so viel Aluminium wie nie zuvor produziert worden ist. Höhere Stromkosten sind zum Teil durch niedrigere Rohmaterialkosten wie z. B. für Tonerde aufgefangen worden. China dürfte sich daher in den kommenden Monaten wieder zum Netto-Exporteur von Aluminium entwickeln und das Angebot auf dem ohnehin schon sehr gesättigten Weltmarkt zusätzlich erhöhen. Bereits im April 2010 hat das Land zum ersten Mal seit Ende 2008 wieder mehr Aluminium exportiert als importiert.

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Am globalen Aluminiummarkt bestehen nach wie vor hohe Überkapazitäten und hohe Lagerbestände. Dies zeigen auch die sichtbaren Bestände in den Lagerhäusern der LME. Diese lagen zuletzt bei 4.440.625 Tonnen. Die Dynamik des Lageraufbaus scheint sich aber zu verlangsamen. Ob sie ganz vom Tisch ist und eine Trendumkehr eingeleitet wurde, bezweifeln selbst die Optimisten. Fakt ist ein Lagerabbau von 10.000 Tonnen im Juni 2010. Trotz der negativen fundamentalen Nachrichten und Daten ist es auf der anderen Seite sehr erfreulich, dass von einer verstärkten Neumetallnachfrage berichtet wird. Die Aluminiumverarbeiter sind gut ausgelastet, was nicht zuletzt auf die guten Wirtschaftsdaten aus Europa zurück zu führen ist. Im Zuge der Belebung stieg die Nachfrage nach Primäraluminium in den ersten vier Monaten dieses Jahres auf 13,2 Millionen Tonnen an, das sind rund 2,8 Millionen Tonnen mehr ist als im Vergleichszeitraum 2009.

 Kupfer Besorgte Investoren wollen derzeit nicht auf Kupfer setzen Die Notierungen für das Industriemetall Kupfer gaben im Juni 2010 an der LME ebenfalls nach. Die Kurse auf 3-Monats-Basis verschlechterten sich zwischenzeitlich um nahezu 300 USD. Hat das rote Metall Anfang April noch bei knapp 8.000 USD gelegen und damit nur rund 10% unter dem Allzeithoch von 2008 notiert, ist der Kurs anschließend eingebrochen. Binnen acht Wochen ist der Kupferpreis in der Spitze um etwa 1.900 USD bzw. 24% auf knapp über 6.000 USD gefallen. Erst die robusten Konjunkturdaten aus den USA und China in den letzten Tagen hatten die allgemeine Krisenstimmung wieder etwas abflauen lassen und an Aktien- und Metallmärkten für positive Impulse gesorgt. LME-Kupfer habt daraufhin deutlich auf aktuell knapp 6.640 USD zugelegt. Paradoxerweise hat sich das fundamentale Umfeld für Kupfer in den Wochen des Preissturzes sichtlich verbessert, wie die Entwicklung der Lagerbestände der LMEMetallbörsen zeigt. So sind die Kupfervorräte seit Mitte April um mehr als 50.000 t auf zuletzt gut 453.175 t gefallen (28.06.10). Zudem scheint sich inzwischen auch bei den asiatischen Börsenbeständen die Trendwende vollzogen zu haben, denn nach Angaben der Shanghai Futures Exchange hatten die dortigen Kupferlager in den vergangenen sechs Wochen einen Rückgang von rund 32.000 t (-17%) auf zuletzt etwa 160.000 t verzeichnet. Darüber hinaus lassen die jüngsten Importzahlen Chinas auf eine weiterhin hohe Nachfrage nach Kupfer und Kupferprodukten im Reich der Mitte schließen.

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Wie die International Copper Study Group (ICSG) in ihrem Bericht für das erste Quartal 2010 mitteilt, ist der Markt für Kupfer aus der Raffinadeproduktion in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres insgesamt ausgeglichen. Der Verbrauch von Raffinadekupfer lag laut ICSG im März 2010 um 13,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Dabei stieg der Verbrauch in China und der EU um rund 11 Prozent, während die Nachfrage aus Japan sogar um 94 Prozent zulegte. Auf das erste Quartal 2010 gerechnet lag die weltweite Nachfrage bei 360.000 Tonnen. Trotz dieser Entwicklung liegt nach ICSG-Angaben die weltweite Kupfernachfrage noch nicht über dem Vorkrisenniveau. Vor allem erhöhte sich die Produktion aus Kupferschrott um 28 Prozent. Dieser Anstieg hängt mit der extremen Schrottknappheit im vergangenen Jahr zusammen, doch inzwischen hat sich die Versorgungslage mit Schrotten wieder erholt. Kaum verbesserte sich hingegen die Minenproduktion von Kupfer. Nach Angaben der ICSG stieg diese nur um rund 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Damit lag die Kapazitätsauslastung bei 76 Prozent. Analysten haben zwar eine starke Nachfrage nach Kupfer ausgemacht, jedoch hat sich diese bisher noch nicht in der Preisentwicklung niederschlagen. Die Händler sind allerdings zuversichtlich, dass sich der Kupferpreis im Einklang mit guten Daten nach oben bewegen wird und für die Marktteilnehmer sieht es langfristig gut aus, so dass die 8.000-Marke, die noch im April erreicht war, nicht unerreichbar bleiben wird. Allgemein herrscht am Markt die Auffassung, dass Kupfer Potential für steigende Preise hat. Bei einem knapper werdenden Angebot sollten die Preise steigen und insgesamt spricht einiges dafür, dass sich der Kupferpreis stabiler erweist, als es die Anleger aufgrund der letzten Kursrückgänge erwarten würden.

 Nickel Wann kehrt der Markt zur Normalität zurück? Auf dem Nickelmarkt heißt die Devise: Geduld. Die Marktteilnehmer haben an ihrer abwartenden Haltung festgehalten und belebten das Handelsgeschäft im Berichtsmonat Juni nicht. Zurückhaltung ist auch bei den Edelstahlwerken spürbar, denn die Order bewegten sich in einer kleinen Mengenrange zur Deckung des unmittelbaren Bedarfs. Aber auch von Seiten der Händler war nicht viel an Aktivität zu bemerken, was auf eine gewisse Knappheit an Edelmetallschrott zurückzuführen ist.

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Da von Seiten des Metallhandels steigende Preise für Nickelschrott erwartet werden, halten sie ihr Metall zurück. Die Notierungen an der LME lagen im Juni deutlich unter 20.000 USD, einer charttechnisch wichtigen Marke. Trotz rückläufiger Lagerhausbestände der London Metal Exchange erreichten die Preise zuletzt eine Bandbreit von 19.825 USD bis 19.450 USD. Zum Ende der Berichtszeit lag der Börsenwert in London bei 19.525 USD. Wie bei fast allen Industriemetallen reduzierten sich die Lager-Vorräte der LME in unserer Berichtszeit, wobei bei Nickel der Rückgang von nahezu 10.000 t am höchsten war. Am 02.06.10 konnten noch 130.080 t gemeldet werden und am 28.06.10 lagen die Lagerhausvorräte bei 120.564 t. Aber anscheinend ist diese Entwicklung des fundamentalen Faktors nicht ausreichend, um die Preise zu stabilisieren. Die gute Stimmung in der Stahlwirtschaft droht nach Meinung von Experten zu kippen, denn die Zufriedenheit über die im Frühjahr unerwartet stark wachsende Produktion wird von den anziehenden Rohstoffkosten belastet. Dazu zählen vor allem die zusätzlichen Kosten für Eisenerz. Vor allem für kleine und mittlere Verarbeitungsunternehmen werde es schwierig werden, Kredite für dieses wachsende Umlaufvermögen zu bekommen, merkt man an. Aber nicht nur die Rohstoffverteuerung, sondern auch der Wegfall von Jahresverträgen treibt die Stahlindustrie um. Die Erzeugung von Rohstahl legte im Mai 2010 auf den Jahreshöchststand von 4,07 Mio. Tonnen zu, 88% mehr als im Krisenjahr. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl warnte jedoch erneut vor zu viel Optimismus. Während die Lagerbestände nahezu aller Metalle weiter sinken, sprechen einige Unternehmen von einer rückläufigen Endnachfrage. Dies macht es auch nicht leicht, den Marktteilnehmern von Nickel Zuspruch zu geben.

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 Zink Willkommen in der Realität Die Metallpreise haben im Juni 2010 aufgrund schwächerer Konjunkturdaten und fallender Aktienmärkte erneut in der Breite nachgegeben. Was die Preisentwicklung angeht, macht Zink zu den anderen NE-Metallen keine Ausnahme. Zink wurde im Berichtmonat zwischenzeitlich mit 1.730 USD deutlich unter der 1.800USD-Marke bewertet, und somit nochmals deutlich unter den Werten des Vormonats. Am 24.06.10 konnte diese Schwelle aber wieder nach oben durchbrochen werden und der Markt festigte sich auf 1.815 USD und bis zum Berichtsmonatsende auf 1.845 USD. Sollte Zink jedoch unter 1.600 USD fallen, wird eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung weiter möglich sein. Das Marktumfeld und die herannahenden europäischen Sommerferien lassen die Marktteilnehmer nicht viel erwarten. Befürchtungen, dass die Maßnahmen in China zur Abkühlung der lokalen Wirtschaft und die Verschuldungssituation in Europa die globale Erholung der Konjunktur bremsen werden, haben auch hier wieder die Oberhand gewonnen. Es scheint berechtigt, sich zunehmend Sorgen am Markt um die Entwicklungen rund um den Immobilienboom in China zu machen, denn das würde dazu führen, dass die Regierung verstärkt eingreifen werde, um eine Überhitzung zu verhindern. Dies wird wiederum die Zinknachfrage durch China deutlich bremsen und zu weiteren Preisrückgängen führen. Auch das sich ankündigende Ende der europäischen Schuldenkrise kann daran nichts ändern. Auf der anderen Seite scheint es, dass das niedrige Preisniveau die Verarbeiter wieder auf die Agenda gerufen hat, die die Gunst der niedrigen Notierungen nutzen und ihre Läger auffüllen. Ob dies jedoch den Markt langfristig nach vorn bringt, scheint fraglich. Die Entwicklung der Lagerhausbestände der LME zeigt trotz der geringen Kursgewinne einen Bestandsrückgang. Im Juli 2010 reduzierten sich die Vorräte von 618.825 t am 02.06.10 auf 615.850 t zum Monatsende. Für den Zinkmarkt ist in den nächsten Wochen mit einer moderaten bis stagnierenden Veränderung des Preisniveaus zu rechnen. Preisausschläge in die eine wie in die andere Richtung dürften eher selten sein.

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Informationsservice für den Metallhandel Herausgeber: Müller & Sohn GmbH & Co. KG Metall-Aufbereitungswerk Harkortstraße 22 D-45549 Sprockhövel-Haßlinghausen Telefon: Fax: E-Mail: Internet:

+49 (0)2339-605-5 +49 (0)2339-605-888-88 info@aluminiumonline.de www.aluminiumonline.de

Redaktionsleitung:

Rainer Kämper (V.i.s.d.P.)

Redakteurin:

Petra Reuther

Schriftleitung:

Michael Obst

Layout:

Matthias Kämper

Erscheinungstermin:

Monatlich

Rechtliche Hinweise: Die Marktinformation und alle in ihr enthaltenen Beiträge, Abbildungen und Charts sind urheberrechtlich geschützt. Eine Verwertung, wie Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung in elektronischen Systemen, ist nur für eigene Zwecke statthaft. Eine Bearbeitung oder Änderung ohne unsere Zustimmung ist unzulässig und strafbar. Müller & Sohn übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der in diesem Marktbericht mitgeteilten Informationen und haftet nicht für abgeleitete Folgen.

Rechtsform: Müller & Sohn GmbH & Co. KG Sitz der Gesellschaft: Sprockhövel Amtsgericht Essen, HRA 8543 Steuernummer: 323/5819/0278 USt-ID-Nr.: DE 247 385 649

Persönlich haftende Gesellschafterin: Müller & Sohn Geschäftsführungsgesellschaft mbH Sitz der Gesellschaft: Sprockhövel Geschäftsführer: Rainer Kämper, Matthias Kämper Amtsgericht Essen, HRB 20164

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