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 Marktbericht

02-2010

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 Marktbericht

Die Weltwirtschaft  Ifo Weltwirtschaftsklima aufgehellt Das Ifo Weltwirtschaftsklima hat sich bisher im ersten Quartal des Jahres 2010 weiter verbessert, was vor allem auf die Entwicklung in Asien zurück zu führen ist. Aber auch in Nordamerika, Westeuropa und in den anderen Weltregionen ist es günstiger als im Vorquartal. Auch die befragten Experten anderer großer Wirtschaftsregionen, wie z. B. Japan, schätzen die Wirtschaftslage weniger schlecht ein als noch im vergangenen Herbst. Hinsichtlich der Entwicklung im nächsten halben Jahr sind die Befragungsteilnehmer nochmals etwas zuversichtlicher. Das spricht für eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung der Weltwirtschaft in den kommenden Monaten, auch wenn der Indikator unter seinem langjährigen Mittelwert liegt. Es fällt allerdings ins Auge, dass die Befragungsteilnehmer die aktuelle Situation der Wirtschaftslage in den Volkswirtschaften außerhalb Asiens weiterhin vorwiegend unbefriedigend einstufen. Hinsichtlich der Entwicklung in der nahen Zukunft sind die Asienkenner weiterhin optimistisch, aber nicht mehr ganz so wie im Vorquartal. Auch die Experten für Nordamerika äußern sich etwas weniger positiv. Dagegen hat in West- und Osteuropa die Zuversicht hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung im kommenden halben Jahr weiter zugenommen. Die Inflation sollte 2010 im Weltdurchschnitt etwas höher ausfallen als im Vorjahr (2,9% gegenüber 2,5%). Insbesondere in den nächsten sechs Monaten wird der Preisauftrieb zunehmen. Die kurzfristigen Zinsen werden nach Meinung der Ökonomen im kommenden halben Jahr steigen. Bestätigen sich die günstigeren Konjunkturperspektiven dann erwarten die Konjunkturforscher zudem, dass auch die langfristigen Zinsen in der nahen Zukunft anziehen werden. Die Zinspolitik wird somit von der Entwicklung der Inflation abhängen. Hier stellt sich auch die Frage, wie sich die weltweit anstehenden Zinserhöhungsrunden auf die globale Rohstoffnachfrage auswirken werden.

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 Marktbericht

 Die Gewichte der Weltwirtschaft verlagern sich Während sich die westlichen Industrieländer mühsam aus der Krise quälen und nur im Schneckentempo aus der Rezession kommen, erleben die Länder Ostasiens einen neuen Boom. Die Asiatische Entwicklungsbank sieht in diesem Jahr ein Wachstum von 6,6% in den Schwellenländern Asiens. Andere Ökonomen sind noch optimistischer und erwarten eine Expansion des BIP in diesem Jahr von 7,4 %. Da kommen die Länder in Europa und die USA nicht mehr mit: Zwischen 1,0 und 2,5% Wachstum sagen die Prognosen für die USA voraus, und die Länder der Euro-Zone müssen sich in diesem Jahr mit einem Wachstum zwischen 0,3 und 0,5% begnügen. Daher sehen die Industrieländer des Westens voller Hoffnung auf die boomenden Länder des Fernen Ostens, die 2009 bereits drei Viertel des weltweiten Wachstums erwirtschaftete. Unternehmen und Politiker hoffen auf ein starkes Asien, damit die gesamte Weltwirtschaft wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren kann. Ein neues, asiatisches Jahrzehnt hat begonnen, in dem China als Exportweltmeister 2009 großer Wahrscheinlichkeit Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ablösen kann. Die Fundamente des asiatischen Wachstums könnten sich aber verschieben, denn Exporte von Technik, Elektronik und Textilien könnten weniger wichtig werden, denn mit dem steigenden Wohlstand wird der Konsum der Asiaten anziehen und die Binnennachfrage zu einer wichtigen Stütze der eigenen Wirtschaft werden. Was die Unternehmen rund um den Globus hoffen lässt, bereitet aber auch Sorgen. Mit Chinas wachsender Bedeutung für die Weltwirtschaft nimmt auch die Rolle Chinas in der Weltpolitik zu. Die Abhängigkeiten erkennt man schon jetzt an den letzten aktuellen Geschehnissen: keine Diskussion über die Währungsaufwertung, Androhung von Wirtschaftssanktionen an die USA wegen Waffenverkauf an Taiwan und dem Empfang des Dalai Lamas, Erhöhung der Abhängigkeiten von rohstoffreichen Ländern in Afrika und Lateinamerika von chinesischen Geldgebern.

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 Marktbericht

Europa  Notfallplan für den griechischen Patienten Die Schuldensituation in Griechenland spitzt sich immer weiter zu. Staats- und Regierungschefs der EU arbeiten an einem Notfallplan für Griechenland und haben ein entschlossenes und koordiniertes Handeln für den Fall versprochen, dass die Stabilität der Euro-Zone bedroht ist. Konkrete Maßnahmen für Griechenland wurden jedoch nicht beschlossen, was einerseits den Druck auf Griechenland beibehalten wird, andererseits aber auch ein Zeichen für die Finanzmärkte zur Beruhigung setzt. Dennoch reagierten die Märkte und der Euro stürzte auf teilweise unter 1,36 USDollar ab. Die EU-Kommission verlangte einen noch härteren Sparkurs von Griechenland. Die Regierung in Athen hat sich verpflichtet, das Haushaltsdefizit von derzeit 12,7% des Bruttoinlandsproduktes im laufenden Jahr zunächst um vier Prozentpunkte zu drücken. Es ist die Rede davon, dass Griechenland jahrelang Statistiken gefälscht haben soll, um sein Haushaltsdefizit zu verschleiern. 37 Mrd. Euro an Krediten muss das griechische Finanzministerium noch refinanzieren. Die Unsicherheit an den Märkten, wie die EU-Hilfe für das südosteuropäische Land aussehen könnte, belastet den Euro und die Kurse der griechischen Staatsanleihen weiter. Der Renditeaufschlag stieg am 15.02.10 wieder auf gut drei Prozentpunkte, nachdem er zuvor 0,25 Prozentpunkte niedriger war. Das heißt, dass Anleger für den Kauf einer griechischen Staatsanleihe drei Prozentpunkte mehr Rendite fordern als für ein vergleichbares deutsches Papier. Es waren auch Sorgen aufgekommen, dass es Finanzmarkt-Spekulanten möglicherweise neben Griechenland auch auf den gesamten Euro-Raum abgesehen haben. Dann könnten die Finanzmarktinstitute, Anleger und Versicherungen zu den Profiteuren der Krisen werden: Je zweifelhafter die wirtschaftliche Lage der EuroLänder gesehen wird, desto größer wird die Angst bei Anlegern und umso profitabler ist das Geschäft der global tätigen Investmentbanken. Aber es geht nicht nur um Griechenland, sondern auch um Spanien, Portugal, Irland und gelegentlich wird auch Italien mit genannt. Diese Länder sind nicht Opfer der Bankenkrise, sondern sie haben schlicht und einfach über ihre Verhältnisse gelebt. Die übrigen, soliden EU-Länder und die Europäische Zentralbank befinden sich in einer Zwickmühle.

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 Marktbericht

Man kann nicht zuschauen, wie es Griechenland & Co. in die Pleite treibt. Ein sinkendes Vertrauen in den Euro würde die Probleme vergrößern und auf der anderen Seite sind den Staaten weitere Steuermilliardenhilfen für faule Kredite kaum zuzumuten und der Bevölkerung auch schwer zu vermitteln. Schnelle Hilfen wären aber auch ein schlechtes Signal für die Zukunft vielmehr sind bei Hilfen strikte Auflagen notwendig.

 Euroraum: Ifo Wirtschaftsklimaindikator steigt weiter Der Ifo Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum stieg im ersten Quartal 2010 zum vierten Mal in Folge. Es hellte sich sowohl die Urteile zur aktuellen wirtschaftlichen Situation als auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate spürbar auf. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die konjunkturelle Erholung, die bereits Mitte letzten Jahres eingesetzt hatte, im ersten Halbjahr 2010 fortsetzen wird. Das Wirtschaftsklima hat sich neben Deutschland insbesondere in Italien sowie in Österreich, Belgien und den Niederlanden verbessert. Hingegen verschlechterte sich die Stimmung in Frankreich, Portugal, Slowenien, Griechenland und Zypern. Die Experten rechnen für Griechenland und Zypern als einzige Länder im Euroraum sogar mit einer weiteren konjunkturellen Verschlechterung in den kommenden sechs Monaten. In allen anderen Ländern des Euroraums fallen die Erwartungen optimistisch aus. Unverändert schlecht sieht die aktuelle Wirtschaftslage in Irland, Spanien und Portugal aus. In Griechenland haben sich die Urteile zur aktuellen Lage sogar weiter verschlechtert.

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Deutschland  Arbeitslosenzahl weiter erhöht Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, hat sich die Arbeitslosenzahl im Dezember 2009 weiter erhöht. So kletterte die Zahl der Arbeitslosen auf Monatssicht um 60.000 auf insgesamt rund 3.275.000 Menschen (West: +33.000 auf 2.248.000; Ost +28.000 auf 1.027.000). Trotz der hohen Zahl bleibt dies eine moderate Entwicklung, denn im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 sowie angesichts der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der tiefen Rezession hat sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2009 robust gezeigt. Zwar ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr angestiegen, aber bei weitem nicht so stark wie befürchtet, was auch auf den massiven Einsatz von Kurzarbeit zurückzuführen ist, denn dies bewahrte den deutschen Arbeitsmarkt weiterhin vor einer Jobkrise und extremer Winterarbeitslosigkeit. Schätzungen von Volkswirten zu Folge könnte die ungünstige Witterung im kältesten Januar seit 1987 - mit durchschnittlich minus 3,7 Grad Celsius - das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu Jahresbeginn um bis zu einem Drittel-Prozent verringert haben.

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Das Winterquartal wird wohl allenfalls ein kleines konjunkturelles Plus, vielleicht sogar ein Minus bringen. Danach hoffen jedoch die meisten Ă–konomen, dass die deutsche Konjunktur dann im FrĂźhjahr an Fahrt gewinnt. Die Frage wird sein, ob die positiven Impulse vom wachsenden Welthandel im Laufe des Jahres die eher verhaltene Entwicklung der Binnenkonjunktur Ăźberkompensieren kann.

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 Geschäftsklima in Deutschland trübt sich ein Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, der Ifo-Index, fiel nach zehnmonatigem Höhenflug im Februar dieses Jahres erstmals wieder um 0,6 Punkte auf 95,2 Punkte. Die aktuelle Lage wurde von den rund 7.000 befragten Unternehmen schlechter als im Vormonat bewertet. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate werden allerdings besser als im Vormonat bewertet, von daher ist mit einer Trendwende nach unten nicht zu rechnen. Vielmehr wird der harte Winter für die aktuell schlechtere Lage verantwortlich gemacht und die Experten erwarten nach dem Winter eine Fortsetzung des eingeschlagenen Erholungspfades der deutschen Wirtschaft.

NE-Metalle Aluminium Positive Stimmung hält den Markt aufwärts Das noch relativ schwache fundamentale Umfeld für Aluminium scheint sich etwas aufzuhellen, was insbesondere die Notierungen zum Monatsende unterstreichen. Bis zur Monatsmitte büßte das Leichtmetall deutlich ein. Die 2.000-USD-Linie wurde am 06.02.10 mit 1.996 USD nach unten durchbrochen. Dann dümpelten die Notierungen vor sich hin und bewegten sich ab dem 11.02.10 seitwärts knapp oberhalb der 2.000 USD. Erst am 16.02.10 kam wieder Schwung in den Markt und die LME-Notierungen stiegen auf 2.110 USD, bevor dann zum Berichtsmonatsende die Börsenpreise in London auf 2.155 USD ansteigen konnten. Es macht sich bei den Marktteilnehmern die Meinung breit, dass die Investoren sich langsam aus dem Rohstoffmarkt zurückziehen könnten. Zwar bieten Rohstoffe sich neben den Staatsanleihen als Spekulationsobjekt an, doch steigt die Nachfrage nach den sicheren Staatsanleihen weiter an, könnten die konjunktursensiblen Rohstoffpreise sinken. Rohstoffe haben aus diesem speziellen Trading-Blickwinkel einen Pluspunkt. Ihre Preise sind kräftig gestiegen, eine Wette auf fallende Notierungen bietet dementsprechend mehr Gewinnpotenzial, denn: Was hoch steigt, wird auch tief fallen.

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Die Preise der Londoner Metallbörse werden stark von Anlegern beeinflusst und der LME-Kurs gibt nur bis zu einem gewissen Grad den Marktpreis wieder. Trotz der gestiegenen Notierungen kann aber von einer wirklichen Entspannung der aktuellen Lage auf dem Aluminiummarkt noch keine Rede sein. Die Auslastung der Schmelzwerkskapazitäten hat sich zwar inzwischen wieder verbessert und aktuell hat sich die Nachfrage auf dem erreichten Niveau stabilisiert. Doch noch ist unklar, wie sich der Auftragsbestand in den kommenden Monaten entwickeln wird, denn bisher ist auffällig, dass Orders nur für den kurzfristigen Bedarf eingehen. Da der Markt besonders von der Automobilindustrie abhängig ist, ist die Entwicklung dieses Wirtschaftssektors im Auge zu behalten. Eine andere Frage, die sich stellt, lautet: Wie lässt sich die dringend benötigte Konsolidierung der Staatshaushalte bewältigen, ohne dabei den Wirtschaftsaufschwung gleich wieder abzuwürgen? Die Lagerbestände an der LME befinden sich mit einer Höhe von fast 4,6 Mio. Tonnen weiterhin in der Nähe des Rekordhochs. Hinsichtlich der Bestandsentwicklung zeigt sich etwas Hoffnung im Februar, denn vom 02.02.10 an reduzierten sich die Bestände bis zum 15.02.10 auf zwischenzeitlich 4.550.025 t, konnten aber bis zum 18.02.10 mit 4.609.575 wieder das Niveau vom Berichtsanfang erreichen. Am 26.02.10 wurde der LME-Lagervorrat mit 4.579.875 gemeldet. Inzwischen befinden sich auch die Vorräte in den Lagerhäusern der Börse Shanghai auf einem Allzeithoch. Beides wird einem nachhaltigen Anstieg des Aluminiumpreises entgegenstehen. Gegenwind könnte aufgrund eines starken US-Dollars und schwächelnder Aktien entfacht werden und so könnte sich die Seitwärtsbewegung am Aluminiummarkt durchaus noch einige Wochen hinziehen. Treiber für den Aluminiummarkt wird wieder einmal mehr China sein. Dies sollte sich positiv auf die Aluminiumnachfrage und damit auch den Aluminiumpreis auswirken. Insgesamt sind die Aussichten für das Leichtmetall weiterhin positiv und die Akteure am Markt sind überwiegend Optimisten.

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 Kupfer Spekulanten und die Konjunktur Der Preis des Industriemetalls Kupfer ist immer noch ein vorlaufender Konjunkturindikator und spiegelt die sich erholende Weltkonjunktur wider. Das Metall wird in Autos, Häuser und Leitungen eingebaut. Steigt die Nachfrage nach diesen Gütern, steigt auch die Nachfrage nach Kupfer und entsprechend auch der Preis. Sackt die Konjunktur ab, rutscht demzufolge auch der Preis ab. Die Anhebung des Diskontsatzes durch die US-Notenbank belastet über den stärkeren US-Dollar somit auch den Kupfermarkt. Eine ähnliche Auswirkung auf die Metallmärkte, wie sie von den Maßnahmen in China zur Abkühlung der teilweise überhitzten Wirtschaft ausgehen könnte, ist von dem Zinsschritt der Fed jedoch nicht zu erwarten. Der Kupferpreis ist im Berichtsmonat Februar erstmals seit fünf Wochen wieder unter die 7.000-USD-Marke gefallen und hat somit rund 9% verloren. Wie so oft nach derart scharfen Marktbewegungen und der inzwischen überverkauften Situation vieler Metalle ist für Experten eine kurzfristige technische Gegenreaktion nicht unwahrscheinlich. Aufgrund des Verlustes markierte Kupfer mit 6.325 USD am 07.02.10 den niedrigsten Wert im Februar. Wie auch bei den meisten NE-Metallen kletterte die Notierung erst ab dem 17.02.10 wieder nach oben und festigte sich bis zum 22.02.10 auf 7.330 USD. In Anbetracht des Umfelds dürfte in den kommenden Wochen jedoch ein Abwärtsrisiko überwiegen, zumal auch die weiterhin extrem einseitige Positionierung der spekulativen Marktakteure zur Vorsicht mahnt. Einige der jüngsten US-Konjunkturdaten sind schlecht ausgefallen und außerdem machen Gerüchte die Runde, China horte Rohstoffe - und China ist der wichtigste Verbraucher von Kupfer. Wenn die chinesische Nachfrage gesättigt ist, dürfte der Preis anfällig sein für eine Korrektur. China hat im Januar 196.926 t Raffinadekupfer importiert. Das bedeutet einen Rückgang um 19% gegenüber Dezember, als die Einfuhr bei 244.013 t lag. Wie die allgemeine Zollbehörde in China weiter mitteilte, ergab sich im Vergleich zum Januar vergangenen Jahres jedoch ein Anstieg um 9,1%. Seinerzeit waren 180.490 t importiert worden. Am Markt für Raffinadekupfer hat von Januar bis November 2009 weltweit ein Überschuss von 144.000 t bestanden. Wie die International Copper Study Group (ICSG) weiter mitteilte, hat der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr schätzungsweise um weniger als 1% abgenommen. Gleichzeitig wuchs die Bergbauproduktion um 1,6%

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Mit Blick auf das Mitte Februar anstehende chinesische Neujahrsfest und den damit verbundenen Feiertagen und Betriebsferien dürften vom weltgrößten Metallverbraucher vorerst wohl kaum positive Nachfrageimpulse ausgehen. Auf der anderen Seite wird aufgrund des schweren Erdbebens in Chile davon ausgegangen, dass die Kupferpreise in die Höhe schnellen könnten. Experten befürchten, dass bis zu 5 Prozent der globalen Kupferproduktion aufgrund der vorübergehenden Schließung chilenischer Minen betroffen sein könnten, denn Chile ist der größte Kupferproduzent der Welt und fördert fast ein Drittel des weltweit abgebauten Kupfers. Zwar kann in diesem Zusammenhang auf die hohen, im Februar weiter angewachsenen LME-Lagerhausbestände verwiesen werden, aber in der Vergangenheit hat sich oft genug gezeigt, dass die Erwartung von Engpässen alleine schon reicht, um den Markt zu beeinflussen. Die Bestände in den LME-Lägern sind im Berichtsmonat in kleineren, aber kontinuierlichen Schritten von 541.150 t auf 550.225 t gestiegen. Kupfer wird auch in den kommenden Wochen die Leitrolle beibehalten und die ersten Anzeichen für eine Konjunkturerholung werden sich bei dem roten Metall als erstes in den Notierungen zeigen. Sollten sich also die konjunkturellen Erholungszeichen der Weltwirtschaft häufen und China seinen Sonderstatus großer Kupfernachfrager behalten, kann mit erfreulicher Preisentwicklung bei Kupfer und anderen NE-Metallen gerechnet werden.

 Nickel Nickelpreis markiert Sechsmonatshoch Der Nickelpreis hat sich im Berichtsmonat spürbar von dem Geschehen an den übrigen Metallmärkten abgekoppelt und die Preise konnten steigen. Dies ist in erster Linie weniger auf die physische Nachfrage zurück zu führen, sondern vielmehr auf die Erwartungen der Edelstahlindustrie. Die Prognosen der Produzenten klingen hoffnungsvoll und die Stimmung hellte sich danach auf. Im Februar 2010 hat das in der Stahlproduktion eingesetzte Metall einen regelrechten Preissprung von mehr als 11% verzeichnet und notierte damit erstmals seit August 2008 wieder über der Marke von 20.000 USD. Allgemein wird die jüngste Rallye der Nickelpreise vor allem auf die anziehende Investmentaktivität zurückgeführt, weniger durch eine anziehende Nachfrage.

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An der fundamentalen Marktlage hatte sich trotz eines leichten Lagerrückgangs in den letzten vier Wochen wenig geändert. Trotz allem ist Nickel aktuell das einzige LME-Metall, das seit Jahresbeginn einen nennenswerten Preiszuwachs (+12%) aufweist. Die Notierungen verloren erst zu Berichtsmonatsbeginn und erreichten mit 17.200 USD am 09.02.10 das schlechteste Monatsergebnis. Jedoch festigten sich die Preise dann und am 17.02.10 wurde mit 20.100 USD erstmals die Marke bei 20.000 USD geknackt. In den dann folgenden Handelstagen bestätigte sich dieser Trend und am 21.02.10 wurde mit 20.450 USD der beste Monatswert erreicht. Bis zum Monatsende blieb der eingeschlagene Preistrend unverändert. Der fundamentale Marktfaktor der LME-Bestände unterstreicht, dass er keine Rolle mehr spielt, denn mit steigenden Notierungen legten auch die Lagervorräte in den LME-Lägern wieder zu. Zwar wurde der Lagervorrat im Februar abgebaut, doch mit 145.866 t war dieser am 26.02.10 noch sehr hoch. Abschließend kann für den Nickelmarkt eine positive Stimmung und Preisentwicklung aufgenommen werden, die in den nächsten Wochen sogar noch ausgebaut werden könnten. Gehen die Spekulanten tatsächlich aus den Rohstoffmärkten, wird sich ein realer Preistrend bei Nickel abzeichnen, der dann überwiegend von der Nachfrage der Edelstahlindustrie abhängig sein wird.

 Zink Kein Schattendasein mehr War der Zinkmarkt noch mit viel Rückenwind aus 2009 in die ersten Handelstage des neuen Jahres gestartet, hat sich seither etwas Ernüchterung am Markt breit gemacht. So haben die Notierungen in den letzten Februartagen sich wenig bewegt, dies jedoch auf einem Niveau, das deutlich über 2.000 USD liegt. Zwischenzeitlich haben sie sogar an Boden verloren, insbesondere zum 06.02.10, denn die Notierungen fielen unter die wichtige 2.000-USD-Linie und Zink war an der LME 1.998 USD wert. Die dann einsetzende Phase bescherte Notierungen bis zu 2.320 USD (18.02.10) und zum Berichtsmonatsende schloss die Notierung der Londoner Metallbörse bei 2.200 USD. Dass die Kurse nicht noch weiter gestiegen sind, ist zum einen auf die gute Versorgungslage zurück zu führen, denn ein LME-Vorrat von zuletzt 542.350 t deutet nicht auf eine Knappheit von Zink hin. Alleine vom 14. bis zum 17.02.10 baute sich der Vorrat von 499.825 t auf 541.375 t auf.

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Auf der anderen Seite spekulierten die Einkäufer und Konsumenten auf fallende Notierungen, denn der noch im Januar erreichte relativ hohe Preis wirkte handelshemmend auf die Nachfrage. Doch diese Rechnung ist im Februar nicht ganz aufgegangen. Im Zuge der allgemein guten Stimmung an den Rohstoffmärkten, wo die Preise vor allem in den ersten Jahresquartalen auf breiter Front zulegten, kÜnnte auch bei Zink von weiter steigenden Preisen ausgegangen werden. Der Markt kann durch eigene Impulse sicherlich die eingeschlagene Richtung behaupten. Besonders wird auch hier die Nachfrage in China im Fokus stehen, und von dieser Seite wird ein weiterer Nachfrageschub, nicht zuletzt aufgrund von Konjunkturprogrammen, zu erwarten sein.

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Informationsservice für den Metallhandel Herausgeber: Müller & Sohn GmbH & Co. KG Metall-Aufbereitungswerk Harkortstraße 22 D-45549 Sprockhövel-Haßlinghausen Telefon: Fax: E-Mail: Internet:

+49 (0)2339-605-5 +49 (0)2339-605-888-88 info@aluminiumonline.de www.aluminiumonline.de

Redaktionsleitung:

Rainer Kämper (V.i.s.d.P.)

Redakteurin:

Petra Reuther

Schriftleitung:

Michael Obst

Layout:

Matthias Kämper

Erscheinungstermin:

Monatlich

Rechtliche Hinweise: Die Marktinformation und alle in ihr enthaltenen Beiträge, Abbildungen und Charts sind urheberrechtlich geschützt. Eine Verwertung, wie Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung in elektronischen Systemen, ist nur für eigene Zwecke statthaft. Eine Bearbeitung oder Änderung ohne unsere Zustimmung ist unzulässig und strafbar. Müller & Sohn übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der in diesem Marktbericht mitgeteilten Informationen und haftet nicht für abgeleitete Folgen.

Rechtsform: Müller & Sohn GmbH & Co. KG Sitz der Gesellschaft: Sprockhövel Amtsgericht Essen, HRA 8543 Steuernummer: 323/5819/0278 USt-ID-Nr.: DE 247 385 649

Persönlich haftende Gesellschafterin: Müller & Sohn Geschäftsführungsgesellschaft mbH Sitz der Gesellschaft: Sprockhövel Geschäftsführer: Rainer Kämper, Matthias Kämper Amtsgericht Essen, HRB 20164

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Die Weltwirtschaft  Ifo Weltwirtschaftsklima aufgehellt Das Ifo Weltwirtschaftsklima hat sich bisher im ersten Quartal des Jahres 2010 weiter verbessert, was vor allem auf die Entwicklung in Asien zurück zu führen ist. Aber auch in Nordamerika, Westeuropa und in den anderen Weltregionen ist es günstiger als im Vorquartal. Auch die befragten Experten anderer großer Wirtschaftsregionen, wie z. B. Japan, schätzen die Wirtschaftslage weniger schlecht ein als noch im vergangenen Herbst. Hinsichtlich der Entwicklung im nächsten halben Jahr sind die Befragungsteilnehmer nochmals etwas zuversichtlicher. Das spricht für eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung der Weltwirtschaft in den kommenden Monaten, auch wenn der Indikator unter seinem langjährigen Mittelwert liegt. Es fällt allerdings ins Auge, dass die Befragungsteilnehmer die aktuelle Situation der Wirtschaftslage in den Volkswirtschaften außerhalb Asiens weiterhin vorwiegend unbefriedigend einstufen. Hinsichtlich der Entwicklung in der nahen Zukunft sind die Asienkenner weiterhin optimistisch, aber nicht mehr ganz so wie im Vorquartal. Auch die Experten für Nordamerika äußern sich etwas weniger positiv. Dagegen hat in West- und Osteuropa die Zuversicht hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung im kommenden halben Jahr weiter zugenommen. Die Inflation sollte 2010 im Weltdurchschnitt etwas höher ausfallen als im Vorjahr (2,9% gegenüber 2,5%). Insbesondere in den nächsten sechs Monaten wird der Preisauftrieb zunehmen. Die kurzfristigen Zinsen werden nach Meinung der Ökonomen im kommenden halben Jahr steigen. Bestätigen sich die günstigeren Konjunkturperspektiven dann erwarten die Konjunkturforscher zudem, dass auch die langfristigen Zinsen in der nahen Zukunft anziehen werden. Die Zinspolitik wird somit von der Entwicklung der Inflation abhängen. Hier stellt sich auch die Frage, wie sich die weltweit anstehenden Zinserhöhungsrunden auf die globale Rohstoffnachfrage auswirken werden.

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 Die Gewichte der Weltwirtschaft verlagern sich Während sich die westlichen Industrieländer mühsam aus der Krise quälen und nur im Schneckentempo aus der Rezession kommen, erleben die Länder Ostasiens einen neuen Boom. Die Asiatische Entwicklungsbank sieht in diesem Jahr ein Wachstum von 6,6% in den Schwellenländern Asiens. Andere Ökonomen sind noch optimistischer und erwarten eine Expansion des BIP in diesem Jahr von 7,4 %. Da kommen die Länder in Europa und die USA nicht mehr mit: Zwischen 1,0 und 2,5% Wachstum sagen die Prognosen für die USA voraus, und die Länder der Euro-Zone müssen sich in diesem Jahr mit einem Wachstum zwischen 0,3 und 0,5% begnügen. Daher sehen die Industrieländer des Westens voller Hoffnung auf die boomenden Länder des Fernen Ostens, die 2009 bereits drei Viertel des weltweiten Wachstums erwirtschaftete. Unternehmen und Politiker hoffen auf ein starkes Asien, damit die gesamte Weltwirtschaft wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren kann. Ein neues, asiatisches Jahrzehnt hat begonnen, in dem China als Exportweltmeister 2009 großer Wahrscheinlichkeit Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ablösen kann. Die Fundamente des asiatischen Wachstums könnten sich aber verschieben, denn Exporte von Technik, Elektronik und Textilien könnten weniger wichtig werden, denn mit dem steigenden Wohlstand wird der Konsum der Asiaten anziehen und die Binnennachfrage zu einer wichtigen Stütze der eigenen Wirtschaft werden. Was die Unternehmen rund um den Globus hoffen lässt, bereitet aber auch Sorgen. Mit Chinas wachsender Bedeutung für die Weltwirtschaft nimmt auch die Rolle Chinas in der Weltpolitik zu. Die Abhängigkeiten erkennt man schon jetzt an den letzten aktuellen Geschehnissen: keine Diskussion über die Währungsaufwertung, Androhung von Wirtschaftssanktionen an die USA wegen Waffenverkauf an Taiwan und dem Empfang des Dalai Lamas, Erhöhung der Abhängigkeiten von rohstoffreichen Ländern in Afrika und Lateinamerika von chinesischen Geldgebern.

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Europa  Notfallplan für den griechischen Patienten Die Schuldensituation in Griechenland spitzt sich immer weiter zu. Staats- und Regierungschefs der EU arbeiten an einem Notfallplan für Griechenland und haben ein entschlossenes und koordiniertes Handeln für den Fall versprochen, dass die Stabilität der Euro-Zone bedroht ist. Konkrete Maßnahmen für Griechenland wurden jedoch nicht beschlossen, was einerseits den Druck auf Griechenland beibehalten wird, andererseits aber auch ein Zeichen für die Finanzmärkte zur Beruhigung setzt. Dennoch reagierten die Märkte und der Euro stürzte auf teilweise unter 1,36 USDollar ab. Die EU-Kommission verlangte einen noch härteren Sparkurs von Griechenland. Die Regierung in Athen hat sich verpflichtet, das Haushaltsdefizit von derzeit 12,7% des Bruttoinlandsproduktes im laufenden Jahr zunächst um vier Prozentpunkte zu drücken. Es ist die Rede davon, dass Griechenland jahrelang Statistiken gefälscht haben soll, um sein Haushaltsdefizit zu verschleiern. 37 Mrd. Euro an Krediten muss das griechische Finanzministerium noch refinanzieren. Die Unsicherheit an den Märkten, wie die EU-Hilfe für das südosteuropäische Land aussehen könnte, belastet den Euro und die Kurse der griechischen Staatsanleihen weiter. Der Renditeaufschlag stieg am 15.02.10 wieder auf gut drei Prozentpunkte, nachdem er zuvor 0,25 Prozentpunkte niedriger war. Das heißt, dass Anleger für den Kauf einer griechischen Staatsanleihe drei Prozentpunkte mehr Rendite fordern als für ein vergleichbares deutsches Papier. Es waren auch Sorgen aufgekommen, dass es Finanzmarkt-Spekulanten möglicherweise neben Griechenland auch auf den gesamten Euro-Raum abgesehen haben. Dann könnten die Finanzmarktinstitute, Anleger und Versicherungen zu den Profiteuren der Krisen werden: Je zweifelhafter die wirtschaftliche Lage der EuroLänder gesehen wird, desto größer wird die Angst bei Anlegern und umso profitabler ist das Geschäft der global tätigen Investmentbanken. Aber es geht nicht nur um Griechenland, sondern auch um Spanien, Portugal, Irland und gelegentlich wird auch Italien mit genannt. Diese Länder sind nicht Opfer der Bankenkrise, sondern sie haben schlicht und einfach über ihre Verhältnisse gelebt. Die übrigen, soliden EU-Länder und die Europäische Zentralbank befinden sich in einer Zwickmühle.

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Man kann nicht zuschauen, wie es Griechenland & Co. in die Pleite treibt. Ein sinkendes Vertrauen in den Euro würde die Probleme vergrößern und auf der anderen Seite sind den Staaten weitere Steuermilliardenhilfen für faule Kredite kaum zuzumuten und der Bevölkerung auch schwer zu vermitteln. Schnelle Hilfen wären aber auch ein schlechtes Signal für die Zukunft vielmehr sind bei Hilfen strikte Auflagen notwendig.

 Euroraum: Ifo Wirtschaftsklimaindikator steigt weiter Der Ifo Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum stieg im ersten Quartal 2010 zum vierten Mal in Folge. Es hellte sich sowohl die Urteile zur aktuellen wirtschaftlichen Situation als auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate spürbar auf. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die konjunkturelle Erholung, die bereits Mitte letzten Jahres eingesetzt hatte, im ersten Halbjahr 2010 fortsetzen wird. Das Wirtschaftsklima hat sich neben Deutschland insbesondere in Italien sowie in Österreich, Belgien und den Niederlanden verbessert. Hingegen verschlechterte sich die Stimmung in Frankreich, Portugal, Slowenien, Griechenland und Zypern. Die Experten rechnen für Griechenland und Zypern als einzige Länder im Euroraum sogar mit einer weiteren konjunkturellen Verschlechterung in den kommenden sechs Monaten. In allen anderen Ländern des Euroraums fallen die Erwartungen optimistisch aus. Unverändert schlecht sieht die aktuelle Wirtschaftslage in Irland, Spanien und Portugal aus. In Griechenland haben sich die Urteile zur aktuellen Lage sogar weiter verschlechtert.

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Deutschland  Arbeitslosenzahl weiter erhöht Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, hat sich die Arbeitslosenzahl im Dezember 2009 weiter erhöht. So kletterte die Zahl der Arbeitslosen auf Monatssicht um 60.000 auf insgesamt rund 3.275.000 Menschen (West: +33.000 auf 2.248.000; Ost +28.000 auf 1.027.000). Trotz der hohen Zahl bleibt dies eine moderate Entwicklung, denn im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 sowie angesichts der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der tiefen Rezession hat sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2009 robust gezeigt. Zwar ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr angestiegen, aber bei weitem nicht so stark wie befürchtet, was auch auf den massiven Einsatz von Kurzarbeit zurückzuführen ist, denn dies bewahrte den deutschen Arbeitsmarkt weiterhin vor einer Jobkrise und extremer Winterarbeitslosigkeit. Schätzungen von Volkswirten zu Folge könnte die ungünstige Witterung im kältesten Januar seit 1987 - mit durchschnittlich minus 3,7 Grad Celsius - das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu Jahresbeginn um bis zu einem Drittel-Prozent verringert haben.

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Das Winterquartal wird wohl allenfalls ein kleines konjunkturelles Plus, vielleicht sogar ein Minus bringen. Danach hoffen jedoch die meisten Ă–konomen, dass die deutsche Konjunktur dann im FrĂźhjahr an Fahrt gewinnt. Die Frage wird sein, ob die positiven Impulse vom wachsenden Welthandel im Laufe des Jahres die eher verhaltene Entwicklung der Binnenkonjunktur Ăźberkompensieren kann.

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 Geschäftsklima in Deutschland trübt sich ein Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, der Ifo-Index, fiel nach zehnmonatigem Höhenflug im Februar dieses Jahres erstmals wieder um 0,6 Punkte auf 95,2 Punkte. Die aktuelle Lage wurde von den rund 7.000 befragten Unternehmen schlechter als im Vormonat bewertet. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate werden allerdings besser als im Vormonat bewertet, von daher ist mit einer Trendwende nach unten nicht zu rechnen. Vielmehr wird der harte Winter für die aktuell schlechtere Lage verantwortlich gemacht und die Experten erwarten nach dem Winter eine Fortsetzung des eingeschlagenen Erholungspfades der deutschen Wirtschaft.

NE-Metalle Aluminium Positive Stimmung hält den Markt aufwärts Das noch relativ schwache fundamentale Umfeld für Aluminium scheint sich etwas aufzuhellen, was insbesondere die Notierungen zum Monatsende unterstreichen. Bis zur Monatsmitte büßte das Leichtmetall deutlich ein. Die 2.000-USD-Linie wurde am 06.02.10 mit 1.996 USD nach unten durchbrochen. Dann dümpelten die Notierungen vor sich hin und bewegten sich ab dem 11.02.10 seitwärts knapp oberhalb der 2.000 USD. Erst am 16.02.10 kam wieder Schwung in den Markt und die LME-Notierungen stiegen auf 2.110 USD, bevor dann zum Berichtsmonatsende die Börsenpreise in London auf 2.155 USD ansteigen konnten. Es macht sich bei den Marktteilnehmern die Meinung breit, dass die Investoren sich langsam aus dem Rohstoffmarkt zurückziehen könnten. Zwar bieten Rohstoffe sich neben den Staatsanleihen als Spekulationsobjekt an, doch steigt die Nachfrage nach den sicheren Staatsanleihen weiter an, könnten die konjunktursensiblen Rohstoffpreise sinken. Rohstoffe haben aus diesem speziellen Trading-Blickwinkel einen Pluspunkt. Ihre Preise sind kräftig gestiegen, eine Wette auf fallende Notierungen bietet dementsprechend mehr Gewinnpotenzial, denn: Was hoch steigt, wird auch tief fallen.

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Die Preise der Londoner Metallbörse werden stark von Anlegern beeinflusst und der LME-Kurs gibt nur bis zu einem gewissen Grad den Marktpreis wieder. Trotz der gestiegenen Notierungen kann aber von einer wirklichen Entspannung der aktuellen Lage auf dem Aluminiummarkt noch keine Rede sein. Die Auslastung der Schmelzwerkskapazitäten hat sich zwar inzwischen wieder verbessert und aktuell hat sich die Nachfrage auf dem erreichten Niveau stabilisiert. Doch noch ist unklar, wie sich der Auftragsbestand in den kommenden Monaten entwickeln wird, denn bisher ist auffällig, dass Orders nur für den kurzfristigen Bedarf eingehen. Da der Markt besonders von der Automobilindustrie abhängig ist, ist die Entwicklung dieses Wirtschaftssektors im Auge zu behalten. Eine andere Frage, die sich stellt, lautet: Wie lässt sich die dringend benötigte Konsolidierung der Staatshaushalte bewältigen, ohne dabei den Wirtschaftsaufschwung gleich wieder abzuwürgen? Die Lagerbestände an der LME befinden sich mit einer Höhe von fast 4,6 Mio. Tonnen weiterhin in der Nähe des Rekordhochs. Hinsichtlich der Bestandsentwicklung zeigt sich etwas Hoffnung im Februar, denn vom 02.02.10 an reduzierten sich die Bestände bis zum 15.02.10 auf zwischenzeitlich 4.550.025 t, konnten aber bis zum 18.02.10 mit 4.609.575 wieder das Niveau vom Berichtsanfang erreichen. Am 26.02.10 wurde der LME-Lagervorrat mit 4.579.875 gemeldet. Inzwischen befinden sich auch die Vorräte in den Lagerhäusern der Börse Shanghai auf einem Allzeithoch. Beides wird einem nachhaltigen Anstieg des Aluminiumpreises entgegenstehen. Gegenwind könnte aufgrund eines starken US-Dollars und schwächelnder Aktien entfacht werden und so könnte sich die Seitwärtsbewegung am Aluminiummarkt durchaus noch einige Wochen hinziehen. Treiber für den Aluminiummarkt wird wieder einmal mehr China sein. Dies sollte sich positiv auf die Aluminiumnachfrage und damit auch den Aluminiumpreis auswirken. Insgesamt sind die Aussichten für das Leichtmetall weiterhin positiv und die Akteure am Markt sind überwiegend Optimisten.

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 Marktbericht

 Kupfer Spekulanten und die Konjunktur Der Preis des Industriemetalls Kupfer ist immer noch ein vorlaufender Konjunkturindikator und spiegelt die sich erholende Weltkonjunktur wider. Das Metall wird in Autos, Häuser und Leitungen eingebaut. Steigt die Nachfrage nach diesen Gütern, steigt auch die Nachfrage nach Kupfer und entsprechend auch der Preis. Sackt die Konjunktur ab, rutscht demzufolge auch der Preis ab. Die Anhebung des Diskontsatzes durch die US-Notenbank belastet über den stärkeren US-Dollar somit auch den Kupfermarkt. Eine ähnliche Auswirkung auf die Metallmärkte, wie sie von den Maßnahmen in China zur Abkühlung der teilweise überhitzten Wirtschaft ausgehen könnte, ist von dem Zinsschritt der Fed jedoch nicht zu erwarten. Der Kupferpreis ist im Berichtsmonat Februar erstmals seit fünf Wochen wieder unter die 7.000-USD-Marke gefallen und hat somit rund 9% verloren. Wie so oft nach derart scharfen Marktbewegungen und der inzwischen überverkauften Situation vieler Metalle ist für Experten eine kurzfristige technische Gegenreaktion nicht unwahrscheinlich. Aufgrund des Verlustes markierte Kupfer mit 6.325 USD am 07.02.10 den niedrigsten Wert im Februar. Wie auch bei den meisten NE-Metallen kletterte die Notierung erst ab dem 17.02.10 wieder nach oben und festigte sich bis zum 22.02.10 auf 7.330 USD. In Anbetracht des Umfelds dürfte in den kommenden Wochen jedoch ein Abwärtsrisiko überwiegen, zumal auch die weiterhin extrem einseitige Positionierung der spekulativen Marktakteure zur Vorsicht mahnt. Einige der jüngsten US-Konjunkturdaten sind schlecht ausgefallen und außerdem machen Gerüchte die Runde, China horte Rohstoffe - und China ist der wichtigste Verbraucher von Kupfer. Wenn die chinesische Nachfrage gesättigt ist, dürfte der Preis anfällig sein für eine Korrektur. China hat im Januar 196.926 t Raffinadekupfer importiert. Das bedeutet einen Rückgang um 19% gegenüber Dezember, als die Einfuhr bei 244.013 t lag. Wie die allgemeine Zollbehörde in China weiter mitteilte, ergab sich im Vergleich zum Januar vergangenen Jahres jedoch ein Anstieg um 9,1%. Seinerzeit waren 180.490 t importiert worden. Am Markt für Raffinadekupfer hat von Januar bis November 2009 weltweit ein Überschuss von 144.000 t bestanden. Wie die International Copper Study Group (ICSG) weiter mitteilte, hat der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr schätzungsweise um weniger als 1% abgenommen. Gleichzeitig wuchs die Bergbauproduktion um 1,6%

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 Marktbericht

Mit Blick auf das Mitte Februar anstehende chinesische Neujahrsfest und den damit verbundenen Feiertagen und Betriebsferien dürften vom weltgrößten Metallverbraucher vorerst wohl kaum positive Nachfrageimpulse ausgehen. Auf der anderen Seite wird aufgrund des schweren Erdbebens in Chile davon ausgegangen, dass die Kupferpreise in die Höhe schnellen könnten. Experten befürchten, dass bis zu 5 Prozent der globalen Kupferproduktion aufgrund der vorübergehenden Schließung chilenischer Minen betroffen sein könnten, denn Chile ist der größte Kupferproduzent der Welt und fördert fast ein Drittel des weltweit abgebauten Kupfers. Zwar kann in diesem Zusammenhang auf die hohen, im Februar weiter angewachsenen LME-Lagerhausbestände verwiesen werden, aber in der Vergangenheit hat sich oft genug gezeigt, dass die Erwartung von Engpässen alleine schon reicht, um den Markt zu beeinflussen. Die Bestände in den LME-Lägern sind im Berichtsmonat in kleineren, aber kontinuierlichen Schritten von 541.150 t auf 550.225 t gestiegen. Kupfer wird auch in den kommenden Wochen die Leitrolle beibehalten und die ersten Anzeichen für eine Konjunkturerholung werden sich bei dem roten Metall als erstes in den Notierungen zeigen. Sollten sich also die konjunkturellen Erholungszeichen der Weltwirtschaft häufen und China seinen Sonderstatus großer Kupfernachfrager behalten, kann mit erfreulicher Preisentwicklung bei Kupfer und anderen NE-Metallen gerechnet werden.

 Nickel Nickelpreis markiert Sechsmonatshoch Der Nickelpreis hat sich im Berichtsmonat spürbar von dem Geschehen an den übrigen Metallmärkten abgekoppelt und die Preise konnten steigen. Dies ist in erster Linie weniger auf die physische Nachfrage zurück zu führen, sondern vielmehr auf die Erwartungen der Edelstahlindustrie. Die Prognosen der Produzenten klingen hoffnungsvoll und die Stimmung hellte sich danach auf. Im Februar 2010 hat das in der Stahlproduktion eingesetzte Metall einen regelrechten Preissprung von mehr als 11% verzeichnet und notierte damit erstmals seit August 2008 wieder über der Marke von 20.000 USD. Allgemein wird die jüngste Rallye der Nickelpreise vor allem auf die anziehende Investmentaktivität zurückgeführt, weniger durch eine anziehende Nachfrage.

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An der fundamentalen Marktlage hatte sich trotz eines leichten Lagerrückgangs in den letzten vier Wochen wenig geändert. Trotz allem ist Nickel aktuell das einzige LME-Metall, das seit Jahresbeginn einen nennenswerten Preiszuwachs (+12%) aufweist. Die Notierungen verloren erst zu Berichtsmonatsbeginn und erreichten mit 17.200 USD am 09.02.10 das schlechteste Monatsergebnis. Jedoch festigten sich die Preise dann und am 17.02.10 wurde mit 20.100 USD erstmals die Marke bei 20.000 USD geknackt. In den dann folgenden Handelstagen bestätigte sich dieser Trend und am 21.02.10 wurde mit 20.450 USD der beste Monatswert erreicht. Bis zum Monatsende blieb der eingeschlagene Preistrend unverändert. Der fundamentale Marktfaktor der LME-Bestände unterstreicht, dass er keine Rolle mehr spielt, denn mit steigenden Notierungen legten auch die Lagervorräte in den LME-Lägern wieder zu. Zwar wurde der Lagervorrat im Februar abgebaut, doch mit 145.866 t war dieser am 26.02.10 noch sehr hoch. Abschließend kann für den Nickelmarkt eine positive Stimmung und Preisentwicklung aufgenommen werden, die in den nächsten Wochen sogar noch ausgebaut werden könnten. Gehen die Spekulanten tatsächlich aus den Rohstoffmärkten, wird sich ein realer Preistrend bei Nickel abzeichnen, der dann überwiegend von der Nachfrage der Edelstahlindustrie abhängig sein wird.

 Zink Kein Schattendasein mehr War der Zinkmarkt noch mit viel Rückenwind aus 2009 in die ersten Handelstage des neuen Jahres gestartet, hat sich seither etwas Ernüchterung am Markt breit gemacht. So haben die Notierungen in den letzten Februartagen sich wenig bewegt, dies jedoch auf einem Niveau, das deutlich über 2.000 USD liegt. Zwischenzeitlich haben sie sogar an Boden verloren, insbesondere zum 06.02.10, denn die Notierungen fielen unter die wichtige 2.000-USD-Linie und Zink war an der LME 1.998 USD wert. Die dann einsetzende Phase bescherte Notierungen bis zu 2.320 USD (18.02.10) und zum Berichtsmonatsende schloss die Notierung der Londoner Metallbörse bei 2.200 USD. Dass die Kurse nicht noch weiter gestiegen sind, ist zum einen auf die gute Versorgungslage zurück zu führen, denn ein LME-Vorrat von zuletzt 542.350 t deutet nicht auf eine Knappheit von Zink hin. Alleine vom 14. bis zum 17.02.10 baute sich der Vorrat von 499.825 t auf 541.375 t auf.

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Auf der anderen Seite spekulierten die Einkäufer und Konsumenten auf fallende Notierungen, denn der noch im Januar erreichte relativ hohe Preis wirkte handelshemmend auf die Nachfrage. Doch diese Rechnung ist im Februar nicht ganz aufgegangen. Im Zuge der allgemein guten Stimmung an den Rohstoffmärkten, wo die Preise vor allem in den ersten Jahresquartalen auf breiter Front zulegten, kÜnnte auch bei Zink von weiter steigenden Preisen ausgegangen werden. Der Markt kann durch eigene Impulse sicherlich die eingeschlagene Richtung behaupten. Besonders wird auch hier die Nachfrage in China im Fokus stehen, und von dieser Seite wird ein weiterer Nachfrageschub, nicht zuletzt aufgrund von Konjunkturprogrammen, zu erwarten sein.

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Informationsservice für den Metallhandel Herausgeber: Müller & Sohn GmbH & Co. KG Metall-Aufbereitungswerk Harkortstraße 22 D-45549 Sprockhövel-Haßlinghausen Telefon: Fax: E-Mail: Internet:

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02-2010

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Die Weltwirtschaft  Ifo Weltwirtschaftsklima aufgehellt Das Ifo Weltwirtschaftsklima hat sich bisher im ersten Quartal des Jahres 2010 weiter verbessert, was vor allem auf die Entwicklung in Asien zurück zu führen ist. Aber auch in Nordamerika, Westeuropa und in den anderen Weltregionen ist es günstiger als im Vorquartal. Auch die befragten Experten anderer großer Wirtschaftsregionen, wie z. B. Japan, schätzen die Wirtschaftslage weniger schlecht ein als noch im vergangenen Herbst. Hinsichtlich der Entwicklung im nächsten halben Jahr sind die Befragungsteilnehmer nochmals etwas zuversichtlicher. Das spricht für eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung der Weltwirtschaft in den kommenden Monaten, auch wenn der Indikator unter seinem langjährigen Mittelwert liegt. Es fällt allerdings ins Auge, dass die Befragungsteilnehmer die aktuelle Situation der Wirtschaftslage in den Volkswirtschaften außerhalb Asiens weiterhin vorwiegend unbefriedigend einstufen. Hinsichtlich der Entwicklung in der nahen Zukunft sind die Asienkenner weiterhin optimistisch, aber nicht mehr ganz so wie im Vorquartal. Auch die Experten für Nordamerika äußern sich etwas weniger positiv. Dagegen hat in West- und Osteuropa die Zuversicht hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung im kommenden halben Jahr weiter zugenommen. Die Inflation sollte 2010 im Weltdurchschnitt etwas höher ausfallen als im Vorjahr (2,9% gegenüber 2,5%). Insbesondere in den nächsten sechs Monaten wird der Preisauftrieb zunehmen. Die kurzfristigen Zinsen werden nach Meinung der Ökonomen im kommenden halben Jahr steigen. Bestätigen sich die günstigeren Konjunkturperspektiven dann erwarten die Konjunkturforscher zudem, dass auch die langfristigen Zinsen in der nahen Zukunft anziehen werden. Die Zinspolitik wird somit von der Entwicklung der Inflation abhängen. Hier stellt sich auch die Frage, wie sich die weltweit anstehenden Zinserhöhungsrunden auf die globale Rohstoffnachfrage auswirken werden.

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 Die Gewichte der Weltwirtschaft verlagern sich Während sich die westlichen Industrieländer mühsam aus der Krise quälen und nur im Schneckentempo aus der Rezession kommen, erleben die Länder Ostasiens einen neuen Boom. Die Asiatische Entwicklungsbank sieht in diesem Jahr ein Wachstum von 6,6% in den Schwellenländern Asiens. Andere Ökonomen sind noch optimistischer und erwarten eine Expansion des BIP in diesem Jahr von 7,4 %. Da kommen die Länder in Europa und die USA nicht mehr mit: Zwischen 1,0 und 2,5% Wachstum sagen die Prognosen für die USA voraus, und die Länder der Euro-Zone müssen sich in diesem Jahr mit einem Wachstum zwischen 0,3 und 0,5% begnügen. Daher sehen die Industrieländer des Westens voller Hoffnung auf die boomenden Länder des Fernen Ostens, die 2009 bereits drei Viertel des weltweiten Wachstums erwirtschaftete. Unternehmen und Politiker hoffen auf ein starkes Asien, damit die gesamte Weltwirtschaft wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren kann. Ein neues, asiatisches Jahrzehnt hat begonnen, in dem China als Exportweltmeister 2009 großer Wahrscheinlichkeit Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ablösen kann. Die Fundamente des asiatischen Wachstums könnten sich aber verschieben, denn Exporte von Technik, Elektronik und Textilien könnten weniger wichtig werden, denn mit dem steigenden Wohlstand wird der Konsum der Asiaten anziehen und die Binnennachfrage zu einer wichtigen Stütze der eigenen Wirtschaft werden. Was die Unternehmen rund um den Globus hoffen lässt, bereitet aber auch Sorgen. Mit Chinas wachsender Bedeutung für die Weltwirtschaft nimmt auch die Rolle Chinas in der Weltpolitik zu. Die Abhängigkeiten erkennt man schon jetzt an den letzten aktuellen Geschehnissen: keine Diskussion über die Währungsaufwertung, Androhung von Wirtschaftssanktionen an die USA wegen Waffenverkauf an Taiwan und dem Empfang des Dalai Lamas, Erhöhung der Abhängigkeiten von rohstoffreichen Ländern in Afrika und Lateinamerika von chinesischen Geldgebern.

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Europa  Notfallplan für den griechischen Patienten Die Schuldensituation in Griechenland spitzt sich immer weiter zu. Staats- und Regierungschefs der EU arbeiten an einem Notfallplan für Griechenland und haben ein entschlossenes und koordiniertes Handeln für den Fall versprochen, dass die Stabilität der Euro-Zone bedroht ist. Konkrete Maßnahmen für Griechenland wurden jedoch nicht beschlossen, was einerseits den Druck auf Griechenland beibehalten wird, andererseits aber auch ein Zeichen für die Finanzmärkte zur Beruhigung setzt. Dennoch reagierten die Märkte und der Euro stürzte auf teilweise unter 1,36 USDollar ab. Die EU-Kommission verlangte einen noch härteren Sparkurs von Griechenland. Die Regierung in Athen hat sich verpflichtet, das Haushaltsdefizit von derzeit 12,7% des Bruttoinlandsproduktes im laufenden Jahr zunächst um vier Prozentpunkte zu drücken. Es ist die Rede davon, dass Griechenland jahrelang Statistiken gefälscht haben soll, um sein Haushaltsdefizit zu verschleiern. 37 Mrd. Euro an Krediten muss das griechische Finanzministerium noch refinanzieren. Die Unsicherheit an den Märkten, wie die EU-Hilfe für das südosteuropäische Land aussehen könnte, belastet den Euro und die Kurse der griechischen Staatsanleihen weiter. Der Renditeaufschlag stieg am 15.02.10 wieder auf gut drei Prozentpunkte, nachdem er zuvor 0,25 Prozentpunkte niedriger war. Das heißt, dass Anleger für den Kauf einer griechischen Staatsanleihe drei Prozentpunkte mehr Rendite fordern als für ein vergleichbares deutsches Papier. Es waren auch Sorgen aufgekommen, dass es Finanzmarkt-Spekulanten möglicherweise neben Griechenland auch auf den gesamten Euro-Raum abgesehen haben. Dann könnten die Finanzmarktinstitute, Anleger und Versicherungen zu den Profiteuren der Krisen werden: Je zweifelhafter die wirtschaftliche Lage der EuroLänder gesehen wird, desto größer wird die Angst bei Anlegern und umso profitabler ist das Geschäft der global tätigen Investmentbanken. Aber es geht nicht nur um Griechenland, sondern auch um Spanien, Portugal, Irland und gelegentlich wird auch Italien mit genannt. Diese Länder sind nicht Opfer der Bankenkrise, sondern sie haben schlicht und einfach über ihre Verhältnisse gelebt. Die übrigen, soliden EU-Länder und die Europäische Zentralbank befinden sich in einer Zwickmühle.

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Man kann nicht zuschauen, wie es Griechenland & Co. in die Pleite treibt. Ein sinkendes Vertrauen in den Euro würde die Probleme vergrößern und auf der anderen Seite sind den Staaten weitere Steuermilliardenhilfen für faule Kredite kaum zuzumuten und der Bevölkerung auch schwer zu vermitteln. Schnelle Hilfen wären aber auch ein schlechtes Signal für die Zukunft vielmehr sind bei Hilfen strikte Auflagen notwendig.

 Euroraum: Ifo Wirtschaftsklimaindikator steigt weiter Der Ifo Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum stieg im ersten Quartal 2010 zum vierten Mal in Folge. Es hellte sich sowohl die Urteile zur aktuellen wirtschaftlichen Situation als auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate spürbar auf. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die konjunkturelle Erholung, die bereits Mitte letzten Jahres eingesetzt hatte, im ersten Halbjahr 2010 fortsetzen wird. Das Wirtschaftsklima hat sich neben Deutschland insbesondere in Italien sowie in Österreich, Belgien und den Niederlanden verbessert. Hingegen verschlechterte sich die Stimmung in Frankreich, Portugal, Slowenien, Griechenland und Zypern. Die Experten rechnen für Griechenland und Zypern als einzige Länder im Euroraum sogar mit einer weiteren konjunkturellen Verschlechterung in den kommenden sechs Monaten. In allen anderen Ländern des Euroraums fallen die Erwartungen optimistisch aus. Unverändert schlecht sieht die aktuelle Wirtschaftslage in Irland, Spanien und Portugal aus. In Griechenland haben sich die Urteile zur aktuellen Lage sogar weiter verschlechtert.

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Deutschland  Arbeitslosenzahl weiter erhöht Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, hat sich die Arbeitslosenzahl im Dezember 2009 weiter erhöht. So kletterte die Zahl der Arbeitslosen auf Monatssicht um 60.000 auf insgesamt rund 3.275.000 Menschen (West: +33.000 auf 2.248.000; Ost +28.000 auf 1.027.000). Trotz der hohen Zahl bleibt dies eine moderate Entwicklung, denn im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 sowie angesichts der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der tiefen Rezession hat sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2009 robust gezeigt. Zwar ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr angestiegen, aber bei weitem nicht so stark wie befürchtet, was auch auf den massiven Einsatz von Kurzarbeit zurückzuführen ist, denn dies bewahrte den deutschen Arbeitsmarkt weiterhin vor einer Jobkrise und extremer Winterarbeitslosigkeit. Schätzungen von Volkswirten zu Folge könnte die ungünstige Witterung im kältesten Januar seit 1987 - mit durchschnittlich minus 3,7 Grad Celsius - das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu Jahresbeginn um bis zu einem Drittel-Prozent verringert haben.

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Das Winterquartal wird wohl allenfalls ein kleines konjunkturelles Plus, vielleicht sogar ein Minus bringen. Danach hoffen jedoch die meisten Ă–konomen, dass die deutsche Konjunktur dann im FrĂźhjahr an Fahrt gewinnt. Die Frage wird sein, ob die positiven Impulse vom wachsenden Welthandel im Laufe des Jahres die eher verhaltene Entwicklung der Binnenkonjunktur Ăźberkompensieren kann.

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 Geschäftsklima in Deutschland trübt sich ein Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, der Ifo-Index, fiel nach zehnmonatigem Höhenflug im Februar dieses Jahres erstmals wieder um 0,6 Punkte auf 95,2 Punkte. Die aktuelle Lage wurde von den rund 7.000 befragten Unternehmen schlechter als im Vormonat bewertet. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate werden allerdings besser als im Vormonat bewertet, von daher ist mit einer Trendwende nach unten nicht zu rechnen. Vielmehr wird der harte Winter für die aktuell schlechtere Lage verantwortlich gemacht und die Experten erwarten nach dem Winter eine Fortsetzung des eingeschlagenen Erholungspfades der deutschen Wirtschaft.

NE-Metalle Aluminium Positive Stimmung hält den Markt aufwärts Das noch relativ schwache fundamentale Umfeld für Aluminium scheint sich etwas aufzuhellen, was insbesondere die Notierungen zum Monatsende unterstreichen. Bis zur Monatsmitte büßte das Leichtmetall deutlich ein. Die 2.000-USD-Linie wurde am 06.02.10 mit 1.996 USD nach unten durchbrochen. Dann dümpelten die Notierungen vor sich hin und bewegten sich ab dem 11.02.10 seitwärts knapp oberhalb der 2.000 USD. Erst am 16.02.10 kam wieder Schwung in den Markt und die LME-Notierungen stiegen auf 2.110 USD, bevor dann zum Berichtsmonatsende die Börsenpreise in London auf 2.155 USD ansteigen konnten. Es macht sich bei den Marktteilnehmern die Meinung breit, dass die Investoren sich langsam aus dem Rohstoffmarkt zurückziehen könnten. Zwar bieten Rohstoffe sich neben den Staatsanleihen als Spekulationsobjekt an, doch steigt die Nachfrage nach den sicheren Staatsanleihen weiter an, könnten die konjunktursensiblen Rohstoffpreise sinken. Rohstoffe haben aus diesem speziellen Trading-Blickwinkel einen Pluspunkt. Ihre Preise sind kräftig gestiegen, eine Wette auf fallende Notierungen bietet dementsprechend mehr Gewinnpotenzial, denn: Was hoch steigt, wird auch tief fallen.

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Die Preise der Londoner Metallbörse werden stark von Anlegern beeinflusst und der LME-Kurs gibt nur bis zu einem gewissen Grad den Marktpreis wieder. Trotz der gestiegenen Notierungen kann aber von einer wirklichen Entspannung der aktuellen Lage auf dem Aluminiummarkt noch keine Rede sein. Die Auslastung der Schmelzwerkskapazitäten hat sich zwar inzwischen wieder verbessert und aktuell hat sich die Nachfrage auf dem erreichten Niveau stabilisiert. Doch noch ist unklar, wie sich der Auftragsbestand in den kommenden Monaten entwickeln wird, denn bisher ist auffällig, dass Orders nur für den kurzfristigen Bedarf eingehen. Da der Markt besonders von der Automobilindustrie abhängig ist, ist die Entwicklung dieses Wirtschaftssektors im Auge zu behalten. Eine andere Frage, die sich stellt, lautet: Wie lässt sich die dringend benötigte Konsolidierung der Staatshaushalte bewältigen, ohne dabei den Wirtschaftsaufschwung gleich wieder abzuwürgen? Die Lagerbestände an der LME befinden sich mit einer Höhe von fast 4,6 Mio. Tonnen weiterhin in der Nähe des Rekordhochs. Hinsichtlich der Bestandsentwicklung zeigt sich etwas Hoffnung im Februar, denn vom 02.02.10 an reduzierten sich die Bestände bis zum 15.02.10 auf zwischenzeitlich 4.550.025 t, konnten aber bis zum 18.02.10 mit 4.609.575 wieder das Niveau vom Berichtsanfang erreichen. Am 26.02.10 wurde der LME-Lagervorrat mit 4.579.875 gemeldet. Inzwischen befinden sich auch die Vorräte in den Lagerhäusern der Börse Shanghai auf einem Allzeithoch. Beides wird einem nachhaltigen Anstieg des Aluminiumpreises entgegenstehen. Gegenwind könnte aufgrund eines starken US-Dollars und schwächelnder Aktien entfacht werden und so könnte sich die Seitwärtsbewegung am Aluminiummarkt durchaus noch einige Wochen hinziehen. Treiber für den Aluminiummarkt wird wieder einmal mehr China sein. Dies sollte sich positiv auf die Aluminiumnachfrage und damit auch den Aluminiumpreis auswirken. Insgesamt sind die Aussichten für das Leichtmetall weiterhin positiv und die Akteure am Markt sind überwiegend Optimisten.

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 Marktbericht

 Kupfer Spekulanten und die Konjunktur Der Preis des Industriemetalls Kupfer ist immer noch ein vorlaufender Konjunkturindikator und spiegelt die sich erholende Weltkonjunktur wider. Das Metall wird in Autos, Häuser und Leitungen eingebaut. Steigt die Nachfrage nach diesen Gütern, steigt auch die Nachfrage nach Kupfer und entsprechend auch der Preis. Sackt die Konjunktur ab, rutscht demzufolge auch der Preis ab. Die Anhebung des Diskontsatzes durch die US-Notenbank belastet über den stärkeren US-Dollar somit auch den Kupfermarkt. Eine ähnliche Auswirkung auf die Metallmärkte, wie sie von den Maßnahmen in China zur Abkühlung der teilweise überhitzten Wirtschaft ausgehen könnte, ist von dem Zinsschritt der Fed jedoch nicht zu erwarten. Der Kupferpreis ist im Berichtsmonat Februar erstmals seit fünf Wochen wieder unter die 7.000-USD-Marke gefallen und hat somit rund 9% verloren. Wie so oft nach derart scharfen Marktbewegungen und der inzwischen überverkauften Situation vieler Metalle ist für Experten eine kurzfristige technische Gegenreaktion nicht unwahrscheinlich. Aufgrund des Verlustes markierte Kupfer mit 6.325 USD am 07.02.10 den niedrigsten Wert im Februar. Wie auch bei den meisten NE-Metallen kletterte die Notierung erst ab dem 17.02.10 wieder nach oben und festigte sich bis zum 22.02.10 auf 7.330 USD. In Anbetracht des Umfelds dürfte in den kommenden Wochen jedoch ein Abwärtsrisiko überwiegen, zumal auch die weiterhin extrem einseitige Positionierung der spekulativen Marktakteure zur Vorsicht mahnt. Einige der jüngsten US-Konjunkturdaten sind schlecht ausgefallen und außerdem machen Gerüchte die Runde, China horte Rohstoffe - und China ist der wichtigste Verbraucher von Kupfer. Wenn die chinesische Nachfrage gesättigt ist, dürfte der Preis anfällig sein für eine Korrektur. China hat im Januar 196.926 t Raffinadekupfer importiert. Das bedeutet einen Rückgang um 19% gegenüber Dezember, als die Einfuhr bei 244.013 t lag. Wie die allgemeine Zollbehörde in China weiter mitteilte, ergab sich im Vergleich zum Januar vergangenen Jahres jedoch ein Anstieg um 9,1%. Seinerzeit waren 180.490 t importiert worden. Am Markt für Raffinadekupfer hat von Januar bis November 2009 weltweit ein Überschuss von 144.000 t bestanden. Wie die International Copper Study Group (ICSG) weiter mitteilte, hat der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr schätzungsweise um weniger als 1% abgenommen. Gleichzeitig wuchs die Bergbauproduktion um 1,6%

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 Marktbericht

Mit Blick auf das Mitte Februar anstehende chinesische Neujahrsfest und den damit verbundenen Feiertagen und Betriebsferien dürften vom weltgrößten Metallverbraucher vorerst wohl kaum positive Nachfrageimpulse ausgehen. Auf der anderen Seite wird aufgrund des schweren Erdbebens in Chile davon ausgegangen, dass die Kupferpreise in die Höhe schnellen könnten. Experten befürchten, dass bis zu 5 Prozent der globalen Kupferproduktion aufgrund der vorübergehenden Schließung chilenischer Minen betroffen sein könnten, denn Chile ist der größte Kupferproduzent der Welt und fördert fast ein Drittel des weltweit abgebauten Kupfers. Zwar kann in diesem Zusammenhang auf die hohen, im Februar weiter angewachsenen LME-Lagerhausbestände verwiesen werden, aber in der Vergangenheit hat sich oft genug gezeigt, dass die Erwartung von Engpässen alleine schon reicht, um den Markt zu beeinflussen. Die Bestände in den LME-Lägern sind im Berichtsmonat in kleineren, aber kontinuierlichen Schritten von 541.150 t auf 550.225 t gestiegen. Kupfer wird auch in den kommenden Wochen die Leitrolle beibehalten und die ersten Anzeichen für eine Konjunkturerholung werden sich bei dem roten Metall als erstes in den Notierungen zeigen. Sollten sich also die konjunkturellen Erholungszeichen der Weltwirtschaft häufen und China seinen Sonderstatus großer Kupfernachfrager behalten, kann mit erfreulicher Preisentwicklung bei Kupfer und anderen NE-Metallen gerechnet werden.

 Nickel Nickelpreis markiert Sechsmonatshoch Der Nickelpreis hat sich im Berichtsmonat spürbar von dem Geschehen an den übrigen Metallmärkten abgekoppelt und die Preise konnten steigen. Dies ist in erster Linie weniger auf die physische Nachfrage zurück zu führen, sondern vielmehr auf die Erwartungen der Edelstahlindustrie. Die Prognosen der Produzenten klingen hoffnungsvoll und die Stimmung hellte sich danach auf. Im Februar 2010 hat das in der Stahlproduktion eingesetzte Metall einen regelrechten Preissprung von mehr als 11% verzeichnet und notierte damit erstmals seit August 2008 wieder über der Marke von 20.000 USD. Allgemein wird die jüngste Rallye der Nickelpreise vor allem auf die anziehende Investmentaktivität zurückgeführt, weniger durch eine anziehende Nachfrage.

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An der fundamentalen Marktlage hatte sich trotz eines leichten Lagerrückgangs in den letzten vier Wochen wenig geändert. Trotz allem ist Nickel aktuell das einzige LME-Metall, das seit Jahresbeginn einen nennenswerten Preiszuwachs (+12%) aufweist. Die Notierungen verloren erst zu Berichtsmonatsbeginn und erreichten mit 17.200 USD am 09.02.10 das schlechteste Monatsergebnis. Jedoch festigten sich die Preise dann und am 17.02.10 wurde mit 20.100 USD erstmals die Marke bei 20.000 USD geknackt. In den dann folgenden Handelstagen bestätigte sich dieser Trend und am 21.02.10 wurde mit 20.450 USD der beste Monatswert erreicht. Bis zum Monatsende blieb der eingeschlagene Preistrend unverändert. Der fundamentale Marktfaktor der LME-Bestände unterstreicht, dass er keine Rolle mehr spielt, denn mit steigenden Notierungen legten auch die Lagervorräte in den LME-Lägern wieder zu. Zwar wurde der Lagervorrat im Februar abgebaut, doch mit 145.866 t war dieser am 26.02.10 noch sehr hoch. Abschließend kann für den Nickelmarkt eine positive Stimmung und Preisentwicklung aufgenommen werden, die in den nächsten Wochen sogar noch ausgebaut werden könnten. Gehen die Spekulanten tatsächlich aus den Rohstoffmärkten, wird sich ein realer Preistrend bei Nickel abzeichnen, der dann überwiegend von der Nachfrage der Edelstahlindustrie abhängig sein wird.

 Zink Kein Schattendasein mehr War der Zinkmarkt noch mit viel Rückenwind aus 2009 in die ersten Handelstage des neuen Jahres gestartet, hat sich seither etwas Ernüchterung am Markt breit gemacht. So haben die Notierungen in den letzten Februartagen sich wenig bewegt, dies jedoch auf einem Niveau, das deutlich über 2.000 USD liegt. Zwischenzeitlich haben sie sogar an Boden verloren, insbesondere zum 06.02.10, denn die Notierungen fielen unter die wichtige 2.000-USD-Linie und Zink war an der LME 1.998 USD wert. Die dann einsetzende Phase bescherte Notierungen bis zu 2.320 USD (18.02.10) und zum Berichtsmonatsende schloss die Notierung der Londoner Metallbörse bei 2.200 USD. Dass die Kurse nicht noch weiter gestiegen sind, ist zum einen auf die gute Versorgungslage zurück zu führen, denn ein LME-Vorrat von zuletzt 542.350 t deutet nicht auf eine Knappheit von Zink hin. Alleine vom 14. bis zum 17.02.10 baute sich der Vorrat von 499.825 t auf 541.375 t auf.

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Auf der anderen Seite spekulierten die Einkäufer und Konsumenten auf fallende Notierungen, denn der noch im Januar erreichte relativ hohe Preis wirkte handelshemmend auf die Nachfrage. Doch diese Rechnung ist im Februar nicht ganz aufgegangen. Im Zuge der allgemein guten Stimmung an den Rohstoffmärkten, wo die Preise vor allem in den ersten Jahresquartalen auf breiter Front zulegten, kÜnnte auch bei Zink von weiter steigenden Preisen ausgegangen werden. Der Markt kann durch eigene Impulse sicherlich die eingeschlagene Richtung behaupten. Besonders wird auch hier die Nachfrage in China im Fokus stehen, und von dieser Seite wird ein weiterer Nachfrageschub, nicht zuletzt aufgrund von Konjunkturprogrammen, zu erwarten sein.

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Erscheinungstermin:

Monatlich

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Rechtsform: Müller & Sohn GmbH & Co. KG Sitz der Gesellschaft: Sprockhövel Amtsgericht Essen, HRA 8543 Steuernummer: 323/5819/0278 USt-ID-Nr.: DE 247 385 649

Persönlich haftende Gesellschafterin: Müller & Sohn Geschäftsführungsgesellschaft mbH Sitz der Gesellschaft: Sprockhövel Geschäftsführer: Rainer Kämper, Matthias Kämper Amtsgericht Essen, HRB 20164

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Marktbericht Februar 2010