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 Marktbericht

09-2009

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 Marktbericht

Die Weltwirtschaft  Ifo Index für das Weltwirtschaftsklima verbessert Im dritten Quartal 2009 hat sich das Ifo-Weltwirtschaftklima zum zweiten Mal infolge verbessert. Die Zahlen belegen, dass sich in erster Linie die deutlich günstigeren Erwartungen für die nächsten sechs Monate verbessert haben. Aber auch die Einschätzungen der aktuellen wirtschaftlichen Lage haben sich erstmals seit dem dritten Quartal 2007 leicht verbessert. Die Ergebnisse sprechen im Einzelnen von einer reduzierten Inflationserwartung, aber nicht von einer Deflation. In den nächsten sechs Monaten rechnet man mit einer Stabilisierung der kurzfristigen Zinssätze und anziehenden langfristigen Zinsen im nächsten halben Jahr. Im Euroraum liegen die Inflationserwartungen für 2009 mit 0,7% im Jahresschnitt unter der Zielmarke der EZB. In den einzelnen Regionen haben sich die langfristigen Erwartungen in nahezu allen europäischen Ländern aufgehellt, insbesondere Deutschland, Österreich, Frankreich und in den Niederlanden. U. a. rechnet man in Italien, Portugal, Belgien und Spanien mit einer Stabilisierung der Lage, pessimistisch blickt man in Irland und Griechenland in die Zukunft. Besonders die vereinbarten Konjunkturpakete in den Ländern haben die Stimmungslage beeinflusst. Außerhalb von Europa hat sich der Indikator in den USA / Nordamerika verbessert, deutlich verbesserte sich der Stimmungsindikator noch in Asien. Hier sind insbesondere China, Hongkong, Malaysia, Thailand, Singapur und Vietnam zu nennen. Ein Anziehen des Exportgeschehens sowie der Ausrüstungsinvestitionen haben hier einen großen Einfluss gehabt. In Ozeanien, sowohl in Australien und Neuseeland, hat sich das Klima aufgehellt. In den von Ifo erfassten Ländern des Nahen Ostens wird die Lage besonders in Kuwait, Saudi Arabien und Bahrain günstig beurteilt, lediglich zufriedenstellend in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Weltwirtschaft global aus dem Tal herauskämpft und für 2010 mit einer Belebung zu rechnen ist. Die Inflationsraten notierten mit 2,5% im Weltdurchschnitt deutlich niedriger als im Vorjahr (5,4%) und es ist auch kein Deflationsschub zu erwarten.

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 Marktbericht

Ein vorrangiges Thema ist die Regulierung des Finanzmarktes, was auch die Politiker beschäftigt, so auch bei der letzten G 20-Versammlung in Amerika im September.

 Finanzmarktregulierung soll verschärft werden Die G 20 Staaten, die zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt, haben auf ihrem Gipfel im September konkrete Schritte zur Verschärfung der Finanzmarktregulierung besprochen. Bis Ende 2010 sollen internationale Regeln für die Erhöhung und Verbesserung des Eigenkapitals von Banken entwickelt und dann schrittweise bis 2012 umgesetzt werden. Zu den einzelnen Themen gehören Eigenkapital, Basel II, Verschulungsgrad, Derivate, Bilanzierung und Steuerparadiese.

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Europa  Industrie hat Wachstum vor Augen – doch die Schulden bleiben Nach mehr als einem Jahr wirtschaftlichen Rückgangs hat die Industrie in den EuroLändern wieder Wachstum vor Augen. Neben der deutschen Wirtschaft rechnen die Experten sogar mit einer deutlichen Konjunkturbelebung in der gesamten Euro-Zone, im dritten Quartal wird sogar wieder Wachstum erwartet. Dies zeigen auch u. a. die Daten vom BME, denn dort stieg der monatlich erhobene BME-Einkaufsmanagerindex um 0,4 Punkte auf 49,6 Zähler und bestätigte damit vorläufige Berechnungen. Trotzdem blieb das Barometer aber seit August 2008 unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der für die Euro-Zone erhobene Index stieg um 1,1 auf 49,3 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit 16 Monaten. Während in Deutschland, den Niederlanden und Spanien die Erholung an Schwung verloren hat, stieg in Frankreich und Italien das Barometer dagegen stärker als erwartet. Die rasante Talfahrt der Konjunktur geht auch nach Einschätzung der EUKommission zu Ende, doch sei höchst unsicher, ob die sich abzeichnende leichte Erholung von Dauer sein werde, erklärte EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia. Für das Gesamtjahr 2009 geht die Kommission weiterhin von einem starken Einbruch der Wirtschaftsleistung um 4,0% im Euroraum und in der Europäischen Union aus. Trotz der besseren Lage in den großen Industrieländern hob die Kommission damit ihre Prognose nicht an und begründet dies mit dem starken Schrumpfen im ersten Quartal. Zwar könnte das Wachstum kurzfristig sogar positiv überraschen, doch bleibe abzuwarten, ob die Erholung wirklich nachhaltig ausfallen wird. Vorsicht ist somit weiter geboten. Die aktuelle Entwicklung des Euro-Kurses mit dem Kursanstieg der Gemeinschaftswährung bekommen die Unternehmen in der Euro-Zone zunehmend zu spüren, bei denen in Konkurrenz zu Amerika und Asien der vorteilhafte Kurs Wettbewerbsvorteile verschafft.

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 Marktbericht

Der Teilindex für die Exportaufträge verharrte knapp über der Wachstumsmarke und in Deutschland erhielten die Firmen sogar etwas weniger Bestellungen aus dem Ausland als im Vormonat. Zugleich zog aber das Inlandsgeschäft an: Der Auftragseingang war so stark wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Mit der Belebung der Konjunktur in den Wirtschaftländern der EU ist auch die Frage der Rückführung des Schuldenaufbaus wieder auf die Agenda gekommen. Ein verbindlicher Zeitplan für den Abbau der zurzeit massiv steigenden Staatsverschuldung ist jedoch unter den Finanzministern der Euro-Zone umstritten. Der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Starttermin 2011 stößt besonders bei den Ressortchefs aus Portugal, Spanien und Österreich auf Ablehnung. Es ist vielmehr die Frage, ob alle Länder gleichermaßen den vorgeschlagenen Zeitplan einhalten können. Jedes Land ist unterschiedlich stark von der Krise betroffen und müsse einen eigenen Weg aus der Staatsverschuldung finden, daher fordern die Länder ein flexibles Herangehen. Die 27 EU-Staaten pumpten mit ihren Konjunkturprogrammen in diesem und im kommenden Jahr zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Wirtschaft. Neben den Haushaltsdefiziten durch die schuldenfinanzierten Finanzspritzen steigen auch die starken Einnahmeausfälle in der Krise gleichzeitig stark an. Die EU-Wirtschaftsexperten der Mitgliedsländer äußern sich allerdings zurückhaltend und von Seiten der Kommission kommt schon die Einschränkung, man könne zu einem Datum erst etwas sagen, wenn im November die Konjunkturprognose für 2011 vorliegt. Die Diskussion, wie sich die Länder beim Abzug ihrer milliardenschweren Konjunkturprogramme abstimmen sollen, wird erst dann beginnen. Vor dem Hintergrund der massiven Verschuldungen ist es keine Frage, dass eine Strategie entwickelt werden muss, eine Umsetzung scheint aber erst dann möglich, wenn sich die wirtschaftliche Erholung festigt.

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Deutschland  Krise trifft Deutschland wohl nicht so schlimm Die globale und insbesondere die deutsche Wirtschaft erholen sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) schneller als anfangs befürchtet von der tiefsten Rezession seit Jahrzehnten. In seinem neuen Weltwirtschaftsausblick nennt der Fonds ein Wachstum für die globale Wirtschaft um 3,1%, was eine deutliche Revision gegenüber der vorherigen Prognose von 2,5% bedeutet. Auch für Deutschland rechnet der Fonds danach 2010 bereits wieder mit einer Rückkehr zu einem Mini-Wachstum von 0,3%, nachdem er bisher noch ein Minus von 0,4% erwartet hatte. Auch außerhalb Deutschlands zieht nach Ansicht des IWF die Wirtschaft wieder an. Angesichts einer Belebung, die international weitgehend synchron erfolgt, ist sogar ein recht kräftiger Anstieg der Weltproduktion im zweiten Halbjahr zu erwarten. Das IfW erwartet insgesamt, dass einem Rückgang der Weltproduktion um 1,2% in diesem Jahr ein Anstieg um 2,8% im nächsten Jahr folgen wird. Damit wurde die Prognose für das laufende Jahr 2009 um 0,3 und für 2010 um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Die (alte) Bundesregierung geht bislang von einem leichten Zuwachs von 0,5 Prozent im nächsten Jahr nach einem Minus von rund sechs Prozent in diesem Jahr aus. Allerdings hatte man in der Regierung in jüngster Zeit bereits davon gesprochen, dass die Schrumpfungsrate für das laufende Jahr angesichts positiver Zeichen in letzter Zeit besser als die vorausgesagten minus sechs Prozent ausfallen könnte. Manche Experten halten inzwischen Rückgänge der deutschen Wirtschaftsleistung in diesem Jahr bis zu einer Zahl mit einer vier vor dem Komma für möglich.

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 Steht der deutsche Arbeitsmarkt vor einem Wandel? Überraschend deutlich ist die Zahl der Arbeitslosen im September auf 3,346 Millionen gesunken. Von allen Seiten wird aber gewarnt, dass dies jedoch keine Trendwende darstellt, warnt insbesondere der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit. Nach Meinung von Ökonomen soll demzufolge die Quote von durchschnittlich 8% in diesem Jahr auf 10,7% steigen. Auch nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit wird die durchschnittliche Erwerbslosenzahl im Jahr 2010 rund 4,1 Millionen betragen. Jedoch ist auch in den schwierigen Wintermonaten nicht mehr damit zu rechnen, dass die Marke von 5 Millionen überschritten wird. Allerdings ist damit zu rechen, dass der deutsche Arbeitsmarkt vor einer Wende steht, denn bereits in den kommenden Monaten sei mit einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Demnach rechnen Großbanken bis zum Jahresende mit einer Zahl der Erwerbslosen auf bis zu 3,7 Millionen. Einer Umfrage der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zufolge wollen viele Firmen zudem die Kurzarbeit zurückfahren, was auch Entlassungen bedeuten könnte. Experten fürchten, dass in den kommenden Monaten immer mehr Unternehmen wegen Auftragsflauten um Entlassungen nicht mehr herum kommen.

 Nach der Bundestagswahl... Mit einer klaren Mehrheit für CDU und FDP steht Deutschland vor einem politischen Neuanfang. Nach 11 Jahren in der Opposition tragen die Liberalen, an der Spitze mit Guido Westerwelle, die deutsche Bundesregierung wieder mit. Kaum sind die Wahlen zu Ende, äußern Wirtschaftsverbände und Unternehmen ihre „Wünsche“ für die nächste Legislaturperiode und die Hoffnungen richten sich vor allen auf die Liberalen. Sie sollen aus Sicht der Wirtschaft für eine deutliche Korrektur der bisherigen Politik sorgen. Doch die neue Regierung in Berlin wird noch weiter mit den Nachwehen der schwersten Wirtschaftskrise in der deutschen Nachkriegsgeschichte zu kämpfen haben. Die Neuverschuldung, die so hoch ist wie nie zuvor, wird den Takt der Politik angeben. Die Pläne der neuen Regierung sind ehrgeizig, doch der geringe finanzielle Spielraum steht dem entgegen, der von folgenden Risikofaktoren begrenzt wird: Rückläufige Steuereinnahmen, Defizit bei der Bundesagentur für Arbeit und Bankenrettung.

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Im dritten Quartal dieses Jahres, in dem die neue Regierung ins Amt tritt, ist die deutsche Wirtschaft zwar wieder im Aufwärtstrend, doch die größte Volkswirtschaft des Euro-Raums muss aus dem Tal herausgeführt werden und die Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise steht an, ohne das fundamentale Wahlversprechen der Steuersenkungen zu vergessen. Ein schwerer Regierungsstart steht den Parteien bevor.

NE-Metalle  Rohstoffe und China Während man sich in Deutschland in den letzten Monaten auf die Wahl konzentrierte und die Bevölkerung in den USA weiterhin mit den wirtschaftlichen Problemen ihres Landes konfrontiert wird, kümmert sich am anderen Ende der Welt ein Land um Rohstoffreserven und schließt einen Deal nach dem anderen ab. China handelt und sichert sich im Schatten der Medienaufmerksamkeit seine langfristige Rohstoffversorgung. Insbesondere geraten die Seltenen Erden in den Fokus, denn hier schlummert einer der nächsten großen Investmenttrends, die bisher noch sehr wenig Aufmerksamkeit bekommen haben. Auch bei Rohöl hat China verschiedene Abkommen mit anderen Ländern gemacht. Eines der aktuellsten läuft mit Venezuela. China hat 16 Milliarden investiert, um dadurch 900.000 Barrel Rohöl pro Tag von Venezuela zu erhalten. Zudem wurde ein Joint Venture zwischen den beiden Ländern gestartet, um neue Vorkommen zu finden. Den USA dürfte dies gar nicht passen, da man sich selbst neue Versorger suchen muss. Die Tatsache, dass China im Revier der USA auf Ölsuche geht, könnte noch zu Spannungen führen.

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Aluminium Ernüchterung am Markt Im Zuge der generellen Konsolidierung der Metallpreise notierte LME-Aluminium zuletzt wieder etwas schwächer. Vor dem Hintergrund der fundamentalen Rahmenbedingungen erscheint der Rückgang durchaus angemessen. Im weiteren Jahresverlauf sollte der Markt aber wieder Steigerungspotential haben. Der Monatsbeginn gestaltete sich zuerst positiv für die Marktteilnehmer, denn der Preis für das Leichtmetall konnte bis auf 1.970 USD am 18.09.09 zulegen Doch dann zeigte sich der Markt wieder zurückhaltender und Aluminium verlor bis auf 1.880 USD am 22.09.09 und bis zum Berichtsmonatsende auf 1.818 USD. Während die weltweite Aluminiumnachfrage in den ersten sechs Monaten 2009 fast vollständig von China dominiert wurde, haben sich zuletzt auch in anderen Regionen die Anzeichen für eine leichte Nachfragebelebung gemehrt. Auch ist die Stimulierung der Aluminiumnachfrage durch diverse staatliche Stützungsaktionen für den Automobilsektor zu erwähnen. So meldet etwa die US-Aluminium Association für Juni 2009 einen Nachfrageanstieg nach Aluminiumhalbzeug in Nordamerika von 2,1% gegenüber einem Minus von 23,1% im Mai. Auch in Japan hat es im Juli einen Nachfragezuwachs bei AluminiumProdukten von 5% gegeben. Dies steht auch im Einklang mit dem Anstieg der Prämien an den physischen Märkten. Aus fundamentaler Perspektive muss der leichte Abbau der Lagerhausvorräte in den LME-Lägern erwähnt werden. Diese reduzierten sich von 4.611.325 t auf zuletzt 4.583.850 t, nachdem sie am 16.09.09 zwischenzeitlich auf 4.629.000 t steigen konnten. Trotz der Rekordstände in den Lägern der LME sind in diesem Jahr enorme Produktionskapazitäten in China wieder in Betrieb genommen worden, obwohl die starke Nachfrage meist entweder einmaliger Natur gewesen ist oder dem Lageraufbau diente. Aber nicht nur die LME-Bestände, auch die weltweiten Lagerbestände bei Produzenten, darin enthalten sowohl unverarbeitetes Aluminium als auch Schrott und halbfertige Produkte, sind nach Angaben des Internationalen Aluminiuminstituts IAI um 52.000 Tonnen auf 2,31 Mio. Tonnen gestiegen.

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Die deutschen Aluminiumproduzenten bewerten den Aluminiummarkt verhalten optimistisch und sehen 2010 wieder ein Anfahren der Produktionskapazitäten auf 100%. Die Nachfrage sollte sich bis zu diesem Zeitpunkt auch wieder verbessern, begründet durch die Konjunkturverbesserung. Die Aluminiumbestände der LME befinden sich in wenigen, festen Händen, so dass ein Lageraufbau bei den Verarbeitern einen direkten Einfluss zeigen dürfte. Leichtmetall wird bei den Automobilproduzenten im Trend steigen, was schon einige, in die Zukunft orientierte, Kooperationen und Projekte zeigen.

 Kupfer Marktteilnehmer sind zufrieden Die Bewertung des aktuellen Kupfermarktes wurde von den meisten Marktteilnehmern als zufriedenstellend beurteilt, zumindest so lange, wie sich die Notierungen oberhalb der 6.000-USD-Linie bewegten. Lange hatte es den Anschein, als ob die Notierungen sogar noch steigen könnten, denn am 09.09.09 konnte Kupfer sogar einen Wert von 6.502 USD erreichen. Am 25.09.09 wurde die Chartlinie aber durchbrochen und Kupfer notierte mit 5.950 USD. Bis zum Berichtsmonatsende reduzierte sich der Preis weiter auf 5.935 USD und somit im September insgesamt um 576 USD. Nach Angaben der International Copper Study Group (ICSG) lag das weltweite Defizit des Kupfermarktes im Juni 2009 bei 155.000 Tonnen, dank der weiter steigenden Kupfernachfrage aus China. Bezogen auf die ersten sechs Monate des laufenden Jahres vermeldet die ICSG ein Defizit von insgesamt 290.000 Tonnen, diesen weltweiten Nachfragerückgang konnte auch China im Alleingang nicht ausgleichen. Die Wichtigkeit Chinas als Kupferverbraucher zeigt sich daran, dass China die Kupfernachfrage um 47% steigerte, während in der restlichen Welt die globale Nachfrage um 18% zurückging. Die weltweite Bergbauproduktion betrug im ersten Halbjahr dieses Jahres 231.000 Tonnen - eine Steigerung um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Vor allem in Indonesien stieg die Produktion um beträchtliche 91 Prozent, während in den beiden größten Produzentenländern Chile und den USA die Kupferherstellung um jeweils 3,8% zurückging. Die Lagerbestandentwicklung in der Londoner Metallbörse zeigt bei Kupfer im September einen Aufwärtstrend und in Summe erhöhten sich die Vorräte um 37.875 t, d. h. von 306.350 t am 03.09.09 auf 344.225 t am 29.09.09, was auch ein deutliches Signal von mangelnder Nachfrage ist.

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Die Kupfer-Läger in Shanghai sind ebenso wie in Europa gut gefüllt und folglich kann man auch von einer sinkenden Nachfrage in China ausgehen. Jedoch sollte beachtet werden, dass Kupfer der beste Stromleiter unter den Metallen ist und vor allem bei der Herstellung von Leitungen und Telefonkabeln verwendet wird. Da China in den kommenden Jahren vor allem seine Elektrizitätsinfrastruktur ausbauen werde, scheine ein weiterer Anstieg langfristig möglich. Aber auch positive weltweite Konjunkturdaten könnten weitere positive Impulse setzen und den Kupferpreis wieder steigen lassen. Somit kann die weitere Entwicklung des Leitmetalls kurzfristig auch wieder freundlicher aussehen.

 Nickel Nickelpreis hat deutlich verloren Der Nickelpreis hat in den vergangenen drei Monaten weiter deutlich zugelegt und ist von gut 14.000 USD Anfang Juni auf knapp 21.000 USD Mitte August gestiegen, doch nun scheint Schluss damit zu sein. Der Abwärtstrend bei den LME-Notierungen hält an. Der steile Anstieg des Nickelpreises seit Jahresbeginn war auf die rekordhohen Importe Chinas, die massiven Kapitalzuflüsse seitens der Investoren sowie jüngst auf den Streik in zwei der weltgrößten Nickelminen zurückzuführen. In Anbetracht der fundamentalen Fakten scheint die Preiserholung aber inzwischen beendet zu sein. Für den Berichtsmonat September bedeutete dies einen Preisverlust auf der ganzen Linie. Mit 18.450 USD am 09.09.09 erreichte Nickel die höchste Notierung des Monats und danach reduzierte sich der Preis stetig in kleinen und großen Schritten. Vom 14. auf dem 15.09. fiel der Preis in London um 830 USD von 17.400 USD auf 16.570 USD. Zwar stabilisierte sich die Notierung wieder oberhalb der 17.000-USDLinie, doch am 26.09.09 gelang es dem Nickelmarkt dauerhaft unter diese Linie zu fallen und am 30.09.09 musste für 3-Monatsware 16.750 USD gezahlt werden. Die Angebotslage am Nickelmarkt stellt sich alles andere als knapp dar. Im Gegenteil: Nachdem sich die LME-Nickellagerbestände zwischen April und Juli kontinuierlich verringert hatten und bereits eine Trendwende vermuten ließen, sind die Nickellager zuletzt wieder deutlich angewachsen. Seit Anfang August kam es zu einem Zufluss auf nunmehr rund 108.558 t (30.09.09). Dies entspricht dem höchsten Stand seit dem Sommer 1995 und etwa 10% der für 2009 erwarteten Weltnachfrage nach raffiniertem Nickel. Im Vergleich zu den anderen Industriemetallen wird der Angebotsüberhang am Nickelmarkt derzeit nur noch durch Aluminium übertroffen.

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Von der Nachfrageseite ist wenig grundlegend Neues zu vermelden. Es scheint, als ob sich in der westlichen Welt die Erholung der Edelstahlproduktion langsam, aber beständig vollzieht. Dies zeigt sich u.a. an dem steigenden Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten sowohl in Japan und Europa, als auch in den USA. Die Auslastung erreicht ca. 50 bis 60% nach etwa 40% zuvor. Auch in Deutschland steigert die Edelstahlindustrie wieder ihre Produktion. Im Jahresvergleich liegt die Edelstahlproduktion in allen großen Regionen außerhalb Chinas aber noch tief im Minus. Die Edelstahlhersteller in China produzieren teilweise bereits wieder unter Vollauslastung der Kapazitäten, was sich auch in der Nickelnachfrage der VR China niederschlägt. So summieren sich die chinesischen Nickelimporte von Januar bis Juli auf bislang schon 168.000 t. Zum Vergleich dazu wurden in den kompletten Jahren 2007 und 2008 insgesamt gerade 223.000 t eingeführt. Wenn der aktuelle Trend anhalten sollte, würde das ein Importhoch für China bedeuten. Die außergewöhnlich hohen Importe Chinas seien nach Erachten der Analysten jedoch nur zu einem Teil auf den erhöhten Verbrauch der Edelstahlindustrie zurückzuführen. Chinesischen Medienberichten zufolge sollen zahlreiche private Investoren das Metall mit dem Motiv der Kapitalanlage horten, was wiederum die Rohstoffstrategie der Chinesen bestätigen würde. Die Nickelnachfrage könnte aufgrund steigender Lagerhausbestände der LME, der nach wie vor schleppenden Nachfrage der Edelstahlindustrie außerhalb von Asien und den fallenden Edelstahlpreisen wieder abstürzen. Vieles spricht dafür, dass auch die chinesischen Edelstahlproduzenten bald wieder ihre Produktion drosseln könnten, um den Markt zu stabilisieren. Ein weiterer Abwärtstrend bei Nickel scheint somit möglich.

 Zink Preis und Erwartungen klaffen auseinander Vor einem guten Monat nahm der Zinkmarkt die Marke von 1.800 USD und die Marktteilnehmer sahen eine bullishe Entwicklung für Zink. Daran hat sich seither nichts geändert und die Notierungen konnten in der Berichtszeit September sogar noch weiter steigen. Die Bullen behielten das Zepter in der Hand, insbesondere als sich der Kurs den 2.000 USD näherte. Anfang September zeigte der Markt Dynamik und Zink verbesserte sich von 1.825 USD am 03.09.09 auf 1.990 USD am 09.09.09. Im weiteren Monatsverlauf konnte das Niveau aber nicht gehalten werden und so reduzierte sich am 15.09.09 der Kurs

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erstmalig wieder auf 1.850 USD. Zwar konnte die Linie bei 1.900 USD dann wieder genommen werden, bevor sich der Markt dann ab dem 25.09.09 auf ein Niveau um 1.870 USD einpendelte. Das erreichte Niveau trug mit dazu bei, dass von einer Nachfragebelebung keine Rede sein kann. Die Konsumenten ordern nur für den kurzfristigen Bedarf und verzichten weiterhin auf einen Lageraufbau. Vor dem Hintergrund der hohen Lagerhausbestände an der LME sehen sie auch keine Notwendigkeit, ihre Strategien zu ändern. Die Lagerhausbestände in den Lägern der Londoner Metallbörse bewegten sich in der zurückliegenden Zeit kaum und verharrten somit auf dem hohen Niveau von zuletzt 436.050 t. Auch außerhalb der LME ist am Weltmarkt ausreichend Material verfügbar. Dies untermauert die Internationale Blei- und Zinkstudiengruppe in ihrem jüngsten Bericht. In dem Zeitraum Januar bis Juni 2009 bestand ein Überschuss an Raffinadezink von 273.000 t, im selben Vorjahreszeitraum waren es 121.000 t. Derzeit belebt sich die wirtschaftliche Situation in den wichtigen Industrieländern wieder etwas und das Auftragsvolumen stieg wieder an, auch in den zinkverarbeitenden Bereichen wie z. B. der Bauindustrie. Doch auf der anderen Seite brachen die Exporte nach Asien ein und bei Zink zeigen sich besonders die engagierten Käufe Chinas der ersten Jahreshälfte. Derzeit scheint die Nachfrage hier nahezu zum Erliegen gekommen zu sein. Wie lange der Rückzug Chinas vom Zinkmarkt dauert, ist auch entscheidend für die weitere Preisentwicklung. Bei isolierter Betrachtung der Notierungen besteht momentan aber kein Grund zur Depression.

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Informationsservice für den Metallhandel Herausgeber: Müller & Sohn GmbH & Co. KG Metall-Aufbereitungswerk Harkortstraße 22 D-45549 Sprockhövel-Haßlinghausen Telefon: Fax: E-Mail: Internet:

+49 (0)2339-605-5 +49 (0)2339-605-888-88 info@aluminiumonline.de www.aluminiumonline.de

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Rainer Kämper (V.i.s.d.P.)

Redakteurin:

Petra Reuther

Schriftleitung:

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Rechtliche Hinweise: Die Marktinformation und alle in ihr enthaltenen Beiträge, Abbildungen und Charts sind urheberrechtlich geschützt. Eine Verwertung, wie Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung in elektronischen Systemen, ist nur für eigene Zwecke statthaft. Eine Bearbeitung oder Änderung ohne unsere Zustimmung ist unzulässig und strafbar. Müller & Sohn übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der in diesem Marktbericht mitgeteilten Informationen und haftet nicht für abgeleitete Folgen.

Rechtsform: Müller & Sohn GmbH & Co. KG Sitz der Gesellschaft: Sprockhövel Amtsgericht Essen, HRA 8543 Steuernummer: 323/5819/0278 USt-ID-Nr.: DE 247 385 649

Persönlich haftende Gesellschafterin: Müller & Sohn Geschäftsführungsgesellschaft mbH Sitz der Gesellschaft: Sprockhövel Geschäftsführer: Rainer Kämper, Matthias Kämper Amtsgericht Essen, HRB 20164

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Die Weltwirtschaft  Ifo Index für das Weltwirtschaftsklima verbessert Im dritten Quartal 2009 hat sich das Ifo-Weltwirtschaftklima zum zweiten Mal infolge verbessert. Die Zahlen belegen, dass sich in erster Linie die deutlich günstigeren Erwartungen für die nächsten sechs Monate verbessert haben. Aber auch die Einschätzungen der aktuellen wirtschaftlichen Lage haben sich erstmals seit dem dritten Quartal 2007 leicht verbessert. Die Ergebnisse sprechen im Einzelnen von einer reduzierten Inflationserwartung, aber nicht von einer Deflation. In den nächsten sechs Monaten rechnet man mit einer Stabilisierung der kurzfristigen Zinssätze und anziehenden langfristigen Zinsen im nächsten halben Jahr. Im Euroraum liegen die Inflationserwartungen für 2009 mit 0,7% im Jahresschnitt unter der Zielmarke der EZB. In den einzelnen Regionen haben sich die langfristigen Erwartungen in nahezu allen europäischen Ländern aufgehellt, insbesondere Deutschland, Österreich, Frankreich und in den Niederlanden. U. a. rechnet man in Italien, Portugal, Belgien und Spanien mit einer Stabilisierung der Lage, pessimistisch blickt man in Irland und Griechenland in die Zukunft. Besonders die vereinbarten Konjunkturpakete in den Ländern haben die Stimmungslage beeinflusst. Außerhalb von Europa hat sich der Indikator in den USA / Nordamerika verbessert, deutlich verbesserte sich der Stimmungsindikator noch in Asien. Hier sind insbesondere China, Hongkong, Malaysia, Thailand, Singapur und Vietnam zu nennen. Ein Anziehen des Exportgeschehens sowie der Ausrüstungsinvestitionen haben hier einen großen Einfluss gehabt. In Ozeanien, sowohl in Australien und Neuseeland, hat sich das Klima aufgehellt. In den von Ifo erfassten Ländern des Nahen Ostens wird die Lage besonders in Kuwait, Saudi Arabien und Bahrain günstig beurteilt, lediglich zufriedenstellend in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Weltwirtschaft global aus dem Tal herauskämpft und für 2010 mit einer Belebung zu rechnen ist. Die Inflationsraten notierten mit 2,5% im Weltdurchschnitt deutlich niedriger als im Vorjahr (5,4%) und es ist auch kein Deflationsschub zu erwarten.

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Ein vorrangiges Thema ist die Regulierung des Finanzmarktes, was auch die Politiker beschäftigt, so auch bei der letzten G 20-Versammlung in Amerika im September.

 Finanzmarktregulierung soll verschärft werden Die G 20 Staaten, die zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt, haben auf ihrem Gipfel im September konkrete Schritte zur Verschärfung der Finanzmarktregulierung besprochen. Bis Ende 2010 sollen internationale Regeln für die Erhöhung und Verbesserung des Eigenkapitals von Banken entwickelt und dann schrittweise bis 2012 umgesetzt werden. Zu den einzelnen Themen gehören Eigenkapital, Basel II, Verschulungsgrad, Derivate, Bilanzierung und Steuerparadiese.

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Europa  Industrie hat Wachstum vor Augen – doch die Schulden bleiben Nach mehr als einem Jahr wirtschaftlichen Rückgangs hat die Industrie in den EuroLändern wieder Wachstum vor Augen. Neben der deutschen Wirtschaft rechnen die Experten sogar mit einer deutlichen Konjunkturbelebung in der gesamten Euro-Zone, im dritten Quartal wird sogar wieder Wachstum erwartet. Dies zeigen auch u. a. die Daten vom BME, denn dort stieg der monatlich erhobene BME-Einkaufsmanagerindex um 0,4 Punkte auf 49,6 Zähler und bestätigte damit vorläufige Berechnungen. Trotzdem blieb das Barometer aber seit August 2008 unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der für die Euro-Zone erhobene Index stieg um 1,1 auf 49,3 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit 16 Monaten. Während in Deutschland, den Niederlanden und Spanien die Erholung an Schwung verloren hat, stieg in Frankreich und Italien das Barometer dagegen stärker als erwartet. Die rasante Talfahrt der Konjunktur geht auch nach Einschätzung der EUKommission zu Ende, doch sei höchst unsicher, ob die sich abzeichnende leichte Erholung von Dauer sein werde, erklärte EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia. Für das Gesamtjahr 2009 geht die Kommission weiterhin von einem starken Einbruch der Wirtschaftsleistung um 4,0% im Euroraum und in der Europäischen Union aus. Trotz der besseren Lage in den großen Industrieländern hob die Kommission damit ihre Prognose nicht an und begründet dies mit dem starken Schrumpfen im ersten Quartal. Zwar könnte das Wachstum kurzfristig sogar positiv überraschen, doch bleibe abzuwarten, ob die Erholung wirklich nachhaltig ausfallen wird. Vorsicht ist somit weiter geboten. Die aktuelle Entwicklung des Euro-Kurses mit dem Kursanstieg der Gemeinschaftswährung bekommen die Unternehmen in der Euro-Zone zunehmend zu spüren, bei denen in Konkurrenz zu Amerika und Asien der vorteilhafte Kurs Wettbewerbsvorteile verschafft.

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Der Teilindex für die Exportaufträge verharrte knapp über der Wachstumsmarke und in Deutschland erhielten die Firmen sogar etwas weniger Bestellungen aus dem Ausland als im Vormonat. Zugleich zog aber das Inlandsgeschäft an: Der Auftragseingang war so stark wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Mit der Belebung der Konjunktur in den Wirtschaftländern der EU ist auch die Frage der Rückführung des Schuldenaufbaus wieder auf die Agenda gekommen. Ein verbindlicher Zeitplan für den Abbau der zurzeit massiv steigenden Staatsverschuldung ist jedoch unter den Finanzministern der Euro-Zone umstritten. Der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Starttermin 2011 stößt besonders bei den Ressortchefs aus Portugal, Spanien und Österreich auf Ablehnung. Es ist vielmehr die Frage, ob alle Länder gleichermaßen den vorgeschlagenen Zeitplan einhalten können. Jedes Land ist unterschiedlich stark von der Krise betroffen und müsse einen eigenen Weg aus der Staatsverschuldung finden, daher fordern die Länder ein flexibles Herangehen. Die 27 EU-Staaten pumpten mit ihren Konjunkturprogrammen in diesem und im kommenden Jahr zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Wirtschaft. Neben den Haushaltsdefiziten durch die schuldenfinanzierten Finanzspritzen steigen auch die starken Einnahmeausfälle in der Krise gleichzeitig stark an. Die EU-Wirtschaftsexperten der Mitgliedsländer äußern sich allerdings zurückhaltend und von Seiten der Kommission kommt schon die Einschränkung, man könne zu einem Datum erst etwas sagen, wenn im November die Konjunkturprognose für 2011 vorliegt. Die Diskussion, wie sich die Länder beim Abzug ihrer milliardenschweren Konjunkturprogramme abstimmen sollen, wird erst dann beginnen. Vor dem Hintergrund der massiven Verschuldungen ist es keine Frage, dass eine Strategie entwickelt werden muss, eine Umsetzung scheint aber erst dann möglich, wenn sich die wirtschaftliche Erholung festigt.

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Deutschland  Krise trifft Deutschland wohl nicht so schlimm Die globale und insbesondere die deutsche Wirtschaft erholen sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) schneller als anfangs befürchtet von der tiefsten Rezession seit Jahrzehnten. In seinem neuen Weltwirtschaftsausblick nennt der Fonds ein Wachstum für die globale Wirtschaft um 3,1%, was eine deutliche Revision gegenüber der vorherigen Prognose von 2,5% bedeutet. Auch für Deutschland rechnet der Fonds danach 2010 bereits wieder mit einer Rückkehr zu einem Mini-Wachstum von 0,3%, nachdem er bisher noch ein Minus von 0,4% erwartet hatte. Auch außerhalb Deutschlands zieht nach Ansicht des IWF die Wirtschaft wieder an. Angesichts einer Belebung, die international weitgehend synchron erfolgt, ist sogar ein recht kräftiger Anstieg der Weltproduktion im zweiten Halbjahr zu erwarten. Das IfW erwartet insgesamt, dass einem Rückgang der Weltproduktion um 1,2% in diesem Jahr ein Anstieg um 2,8% im nächsten Jahr folgen wird. Damit wurde die Prognose für das laufende Jahr 2009 um 0,3 und für 2010 um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Die (alte) Bundesregierung geht bislang von einem leichten Zuwachs von 0,5 Prozent im nächsten Jahr nach einem Minus von rund sechs Prozent in diesem Jahr aus. Allerdings hatte man in der Regierung in jüngster Zeit bereits davon gesprochen, dass die Schrumpfungsrate für das laufende Jahr angesichts positiver Zeichen in letzter Zeit besser als die vorausgesagten minus sechs Prozent ausfallen könnte. Manche Experten halten inzwischen Rückgänge der deutschen Wirtschaftsleistung in diesem Jahr bis zu einer Zahl mit einer vier vor dem Komma für möglich.

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 Marktbericht

 Steht der deutsche Arbeitsmarkt vor einem Wandel? Überraschend deutlich ist die Zahl der Arbeitslosen im September auf 3,346 Millionen gesunken. Von allen Seiten wird aber gewarnt, dass dies jedoch keine Trendwende darstellt, warnt insbesondere der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit. Nach Meinung von Ökonomen soll demzufolge die Quote von durchschnittlich 8% in diesem Jahr auf 10,7% steigen. Auch nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit wird die durchschnittliche Erwerbslosenzahl im Jahr 2010 rund 4,1 Millionen betragen. Jedoch ist auch in den schwierigen Wintermonaten nicht mehr damit zu rechnen, dass die Marke von 5 Millionen überschritten wird. Allerdings ist damit zu rechen, dass der deutsche Arbeitsmarkt vor einer Wende steht, denn bereits in den kommenden Monaten sei mit einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Demnach rechnen Großbanken bis zum Jahresende mit einer Zahl der Erwerbslosen auf bis zu 3,7 Millionen. Einer Umfrage der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zufolge wollen viele Firmen zudem die Kurzarbeit zurückfahren, was auch Entlassungen bedeuten könnte. Experten fürchten, dass in den kommenden Monaten immer mehr Unternehmen wegen Auftragsflauten um Entlassungen nicht mehr herum kommen.

 Nach der Bundestagswahl... Mit einer klaren Mehrheit für CDU und FDP steht Deutschland vor einem politischen Neuanfang. Nach 11 Jahren in der Opposition tragen die Liberalen, an der Spitze mit Guido Westerwelle, die deutsche Bundesregierung wieder mit. Kaum sind die Wahlen zu Ende, äußern Wirtschaftsverbände und Unternehmen ihre „Wünsche“ für die nächste Legislaturperiode und die Hoffnungen richten sich vor allen auf die Liberalen. Sie sollen aus Sicht der Wirtschaft für eine deutliche Korrektur der bisherigen Politik sorgen. Doch die neue Regierung in Berlin wird noch weiter mit den Nachwehen der schwersten Wirtschaftskrise in der deutschen Nachkriegsgeschichte zu kämpfen haben. Die Neuverschuldung, die so hoch ist wie nie zuvor, wird den Takt der Politik angeben. Die Pläne der neuen Regierung sind ehrgeizig, doch der geringe finanzielle Spielraum steht dem entgegen, der von folgenden Risikofaktoren begrenzt wird: Rückläufige Steuereinnahmen, Defizit bei der Bundesagentur für Arbeit und Bankenrettung.

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 Marktbericht

Im dritten Quartal dieses Jahres, in dem die neue Regierung ins Amt tritt, ist die deutsche Wirtschaft zwar wieder im Aufwärtstrend, doch die größte Volkswirtschaft des Euro-Raums muss aus dem Tal herausgeführt werden und die Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise steht an, ohne das fundamentale Wahlversprechen der Steuersenkungen zu vergessen. Ein schwerer Regierungsstart steht den Parteien bevor.

NE-Metalle  Rohstoffe und China Während man sich in Deutschland in den letzten Monaten auf die Wahl konzentrierte und die Bevölkerung in den USA weiterhin mit den wirtschaftlichen Problemen ihres Landes konfrontiert wird, kümmert sich am anderen Ende der Welt ein Land um Rohstoffreserven und schließt einen Deal nach dem anderen ab. China handelt und sichert sich im Schatten der Medienaufmerksamkeit seine langfristige Rohstoffversorgung. Insbesondere geraten die Seltenen Erden in den Fokus, denn hier schlummert einer der nächsten großen Investmenttrends, die bisher noch sehr wenig Aufmerksamkeit bekommen haben. Auch bei Rohöl hat China verschiedene Abkommen mit anderen Ländern gemacht. Eines der aktuellsten läuft mit Venezuela. China hat 16 Milliarden investiert, um dadurch 900.000 Barrel Rohöl pro Tag von Venezuela zu erhalten. Zudem wurde ein Joint Venture zwischen den beiden Ländern gestartet, um neue Vorkommen zu finden. Den USA dürfte dies gar nicht passen, da man sich selbst neue Versorger suchen muss. Die Tatsache, dass China im Revier der USA auf Ölsuche geht, könnte noch zu Spannungen führen.

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 Marktbericht

Aluminium Ernüchterung am Markt Im Zuge der generellen Konsolidierung der Metallpreise notierte LME-Aluminium zuletzt wieder etwas schwächer. Vor dem Hintergrund der fundamentalen Rahmenbedingungen erscheint der Rückgang durchaus angemessen. Im weiteren Jahresverlauf sollte der Markt aber wieder Steigerungspotential haben. Der Monatsbeginn gestaltete sich zuerst positiv für die Marktteilnehmer, denn der Preis für das Leichtmetall konnte bis auf 1.970 USD am 18.09.09 zulegen Doch dann zeigte sich der Markt wieder zurückhaltender und Aluminium verlor bis auf 1.880 USD am 22.09.09 und bis zum Berichtsmonatsende auf 1.818 USD. Während die weltweite Aluminiumnachfrage in den ersten sechs Monaten 2009 fast vollständig von China dominiert wurde, haben sich zuletzt auch in anderen Regionen die Anzeichen für eine leichte Nachfragebelebung gemehrt. Auch ist die Stimulierung der Aluminiumnachfrage durch diverse staatliche Stützungsaktionen für den Automobilsektor zu erwähnen. So meldet etwa die US-Aluminium Association für Juni 2009 einen Nachfrageanstieg nach Aluminiumhalbzeug in Nordamerika von 2,1% gegenüber einem Minus von 23,1% im Mai. Auch in Japan hat es im Juli einen Nachfragezuwachs bei AluminiumProdukten von 5% gegeben. Dies steht auch im Einklang mit dem Anstieg der Prämien an den physischen Märkten. Aus fundamentaler Perspektive muss der leichte Abbau der Lagerhausvorräte in den LME-Lägern erwähnt werden. Diese reduzierten sich von 4.611.325 t auf zuletzt 4.583.850 t, nachdem sie am 16.09.09 zwischenzeitlich auf 4.629.000 t steigen konnten. Trotz der Rekordstände in den Lägern der LME sind in diesem Jahr enorme Produktionskapazitäten in China wieder in Betrieb genommen worden, obwohl die starke Nachfrage meist entweder einmaliger Natur gewesen ist oder dem Lageraufbau diente. Aber nicht nur die LME-Bestände, auch die weltweiten Lagerbestände bei Produzenten, darin enthalten sowohl unverarbeitetes Aluminium als auch Schrott und halbfertige Produkte, sind nach Angaben des Internationalen Aluminiuminstituts IAI um 52.000 Tonnen auf 2,31 Mio. Tonnen gestiegen.

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 Marktbericht

Die deutschen Aluminiumproduzenten bewerten den Aluminiummarkt verhalten optimistisch und sehen 2010 wieder ein Anfahren der Produktionskapazitäten auf 100%. Die Nachfrage sollte sich bis zu diesem Zeitpunkt auch wieder verbessern, begründet durch die Konjunkturverbesserung. Die Aluminiumbestände der LME befinden sich in wenigen, festen Händen, so dass ein Lageraufbau bei den Verarbeitern einen direkten Einfluss zeigen dürfte. Leichtmetall wird bei den Automobilproduzenten im Trend steigen, was schon einige, in die Zukunft orientierte, Kooperationen und Projekte zeigen.

 Kupfer Marktteilnehmer sind zufrieden Die Bewertung des aktuellen Kupfermarktes wurde von den meisten Marktteilnehmern als zufriedenstellend beurteilt, zumindest so lange, wie sich die Notierungen oberhalb der 6.000-USD-Linie bewegten. Lange hatte es den Anschein, als ob die Notierungen sogar noch steigen könnten, denn am 09.09.09 konnte Kupfer sogar einen Wert von 6.502 USD erreichen. Am 25.09.09 wurde die Chartlinie aber durchbrochen und Kupfer notierte mit 5.950 USD. Bis zum Berichtsmonatsende reduzierte sich der Preis weiter auf 5.935 USD und somit im September insgesamt um 576 USD. Nach Angaben der International Copper Study Group (ICSG) lag das weltweite Defizit des Kupfermarktes im Juni 2009 bei 155.000 Tonnen, dank der weiter steigenden Kupfernachfrage aus China. Bezogen auf die ersten sechs Monate des laufenden Jahres vermeldet die ICSG ein Defizit von insgesamt 290.000 Tonnen, diesen weltweiten Nachfragerückgang konnte auch China im Alleingang nicht ausgleichen. Die Wichtigkeit Chinas als Kupferverbraucher zeigt sich daran, dass China die Kupfernachfrage um 47% steigerte, während in der restlichen Welt die globale Nachfrage um 18% zurückging. Die weltweite Bergbauproduktion betrug im ersten Halbjahr dieses Jahres 231.000 Tonnen - eine Steigerung um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Vor allem in Indonesien stieg die Produktion um beträchtliche 91 Prozent, während in den beiden größten Produzentenländern Chile und den USA die Kupferherstellung um jeweils 3,8% zurückging. Die Lagerbestandentwicklung in der Londoner Metallbörse zeigt bei Kupfer im September einen Aufwärtstrend und in Summe erhöhten sich die Vorräte um 37.875 t, d. h. von 306.350 t am 03.09.09 auf 344.225 t am 29.09.09, was auch ein deutliches Signal von mangelnder Nachfrage ist.

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 Marktbericht

Die Kupfer-Läger in Shanghai sind ebenso wie in Europa gut gefüllt und folglich kann man auch von einer sinkenden Nachfrage in China ausgehen. Jedoch sollte beachtet werden, dass Kupfer der beste Stromleiter unter den Metallen ist und vor allem bei der Herstellung von Leitungen und Telefonkabeln verwendet wird. Da China in den kommenden Jahren vor allem seine Elektrizitätsinfrastruktur ausbauen werde, scheine ein weiterer Anstieg langfristig möglich. Aber auch positive weltweite Konjunkturdaten könnten weitere positive Impulse setzen und den Kupferpreis wieder steigen lassen. Somit kann die weitere Entwicklung des Leitmetalls kurzfristig auch wieder freundlicher aussehen.

 Nickel Nickelpreis hat deutlich verloren Der Nickelpreis hat in den vergangenen drei Monaten weiter deutlich zugelegt und ist von gut 14.000 USD Anfang Juni auf knapp 21.000 USD Mitte August gestiegen, doch nun scheint Schluss damit zu sein. Der Abwärtstrend bei den LME-Notierungen hält an. Der steile Anstieg des Nickelpreises seit Jahresbeginn war auf die rekordhohen Importe Chinas, die massiven Kapitalzuflüsse seitens der Investoren sowie jüngst auf den Streik in zwei der weltgrößten Nickelminen zurückzuführen. In Anbetracht der fundamentalen Fakten scheint die Preiserholung aber inzwischen beendet zu sein. Für den Berichtsmonat September bedeutete dies einen Preisverlust auf der ganzen Linie. Mit 18.450 USD am 09.09.09 erreichte Nickel die höchste Notierung des Monats und danach reduzierte sich der Preis stetig in kleinen und großen Schritten. Vom 14. auf dem 15.09. fiel der Preis in London um 830 USD von 17.400 USD auf 16.570 USD. Zwar stabilisierte sich die Notierung wieder oberhalb der 17.000-USDLinie, doch am 26.09.09 gelang es dem Nickelmarkt dauerhaft unter diese Linie zu fallen und am 30.09.09 musste für 3-Monatsware 16.750 USD gezahlt werden. Die Angebotslage am Nickelmarkt stellt sich alles andere als knapp dar. Im Gegenteil: Nachdem sich die LME-Nickellagerbestände zwischen April und Juli kontinuierlich verringert hatten und bereits eine Trendwende vermuten ließen, sind die Nickellager zuletzt wieder deutlich angewachsen. Seit Anfang August kam es zu einem Zufluss auf nunmehr rund 108.558 t (30.09.09). Dies entspricht dem höchsten Stand seit dem Sommer 1995 und etwa 10% der für 2009 erwarteten Weltnachfrage nach raffiniertem Nickel. Im Vergleich zu den anderen Industriemetallen wird der Angebotsüberhang am Nickelmarkt derzeit nur noch durch Aluminium übertroffen.

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Von der Nachfrageseite ist wenig grundlegend Neues zu vermelden. Es scheint, als ob sich in der westlichen Welt die Erholung der Edelstahlproduktion langsam, aber beständig vollzieht. Dies zeigt sich u.a. an dem steigenden Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten sowohl in Japan und Europa, als auch in den USA. Die Auslastung erreicht ca. 50 bis 60% nach etwa 40% zuvor. Auch in Deutschland steigert die Edelstahlindustrie wieder ihre Produktion. Im Jahresvergleich liegt die Edelstahlproduktion in allen großen Regionen außerhalb Chinas aber noch tief im Minus. Die Edelstahlhersteller in China produzieren teilweise bereits wieder unter Vollauslastung der Kapazitäten, was sich auch in der Nickelnachfrage der VR China niederschlägt. So summieren sich die chinesischen Nickelimporte von Januar bis Juli auf bislang schon 168.000 t. Zum Vergleich dazu wurden in den kompletten Jahren 2007 und 2008 insgesamt gerade 223.000 t eingeführt. Wenn der aktuelle Trend anhalten sollte, würde das ein Importhoch für China bedeuten. Die außergewöhnlich hohen Importe Chinas seien nach Erachten der Analysten jedoch nur zu einem Teil auf den erhöhten Verbrauch der Edelstahlindustrie zurückzuführen. Chinesischen Medienberichten zufolge sollen zahlreiche private Investoren das Metall mit dem Motiv der Kapitalanlage horten, was wiederum die Rohstoffstrategie der Chinesen bestätigen würde. Die Nickelnachfrage könnte aufgrund steigender Lagerhausbestände der LME, der nach wie vor schleppenden Nachfrage der Edelstahlindustrie außerhalb von Asien und den fallenden Edelstahlpreisen wieder abstürzen. Vieles spricht dafür, dass auch die chinesischen Edelstahlproduzenten bald wieder ihre Produktion drosseln könnten, um den Markt zu stabilisieren. Ein weiterer Abwärtstrend bei Nickel scheint somit möglich.

 Zink Preis und Erwartungen klaffen auseinander Vor einem guten Monat nahm der Zinkmarkt die Marke von 1.800 USD und die Marktteilnehmer sahen eine bullishe Entwicklung für Zink. Daran hat sich seither nichts geändert und die Notierungen konnten in der Berichtszeit September sogar noch weiter steigen. Die Bullen behielten das Zepter in der Hand, insbesondere als sich der Kurs den 2.000 USD näherte. Anfang September zeigte der Markt Dynamik und Zink verbesserte sich von 1.825 USD am 03.09.09 auf 1.990 USD am 09.09.09. Im weiteren Monatsverlauf konnte das Niveau aber nicht gehalten werden und so reduzierte sich am 15.09.09 der Kurs

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erstmalig wieder auf 1.850 USD. Zwar konnte die Linie bei 1.900 USD dann wieder genommen werden, bevor sich der Markt dann ab dem 25.09.09 auf ein Niveau um 1.870 USD einpendelte. Das erreichte Niveau trug mit dazu bei, dass von einer Nachfragebelebung keine Rede sein kann. Die Konsumenten ordern nur für den kurzfristigen Bedarf und verzichten weiterhin auf einen Lageraufbau. Vor dem Hintergrund der hohen Lagerhausbestände an der LME sehen sie auch keine Notwendigkeit, ihre Strategien zu ändern. Die Lagerhausbestände in den Lägern der Londoner Metallbörse bewegten sich in der zurückliegenden Zeit kaum und verharrten somit auf dem hohen Niveau von zuletzt 436.050 t. Auch außerhalb der LME ist am Weltmarkt ausreichend Material verfügbar. Dies untermauert die Internationale Blei- und Zinkstudiengruppe in ihrem jüngsten Bericht. In dem Zeitraum Januar bis Juni 2009 bestand ein Überschuss an Raffinadezink von 273.000 t, im selben Vorjahreszeitraum waren es 121.000 t. Derzeit belebt sich die wirtschaftliche Situation in den wichtigen Industrieländern wieder etwas und das Auftragsvolumen stieg wieder an, auch in den zinkverarbeitenden Bereichen wie z. B. der Bauindustrie. Doch auf der anderen Seite brachen die Exporte nach Asien ein und bei Zink zeigen sich besonders die engagierten Käufe Chinas der ersten Jahreshälfte. Derzeit scheint die Nachfrage hier nahezu zum Erliegen gekommen zu sein. Wie lange der Rückzug Chinas vom Zinkmarkt dauert, ist auch entscheidend für die weitere Preisentwicklung. Bei isolierter Betrachtung der Notierungen besteht momentan aber kein Grund zur Depression.

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Informationsservice für den Metallhandel Herausgeber: Müller & Sohn GmbH & Co. KG Metall-Aufbereitungswerk Harkortstraße 22 D-45549 Sprockhövel-Haßlinghausen Telefon: Fax: E-Mail: Internet:

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Rainer Kämper (V.i.s.d.P.)

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Rechtsform: Müller & Sohn GmbH & Co. KG Sitz der Gesellschaft: Sprockhövel Amtsgericht Essen, HRA 8543 Steuernummer: 323/5819/0278 USt-ID-Nr.: DE 247 385 649

Persönlich haftende Gesellschafterin: Müller & Sohn Geschäftsführungsgesellschaft mbH Sitz der Gesellschaft: Sprockhövel Geschäftsführer: Rainer Kämper, Matthias Kämper Amtsgericht Essen, HRB 20164

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09-2009

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Die Weltwirtschaft  Ifo Index für das Weltwirtschaftsklima verbessert Im dritten Quartal 2009 hat sich das Ifo-Weltwirtschaftklima zum zweiten Mal infolge verbessert. Die Zahlen belegen, dass sich in erster Linie die deutlich günstigeren Erwartungen für die nächsten sechs Monate verbessert haben. Aber auch die Einschätzungen der aktuellen wirtschaftlichen Lage haben sich erstmals seit dem dritten Quartal 2007 leicht verbessert. Die Ergebnisse sprechen im Einzelnen von einer reduzierten Inflationserwartung, aber nicht von einer Deflation. In den nächsten sechs Monaten rechnet man mit einer Stabilisierung der kurzfristigen Zinssätze und anziehenden langfristigen Zinsen im nächsten halben Jahr. Im Euroraum liegen die Inflationserwartungen für 2009 mit 0,7% im Jahresschnitt unter der Zielmarke der EZB. In den einzelnen Regionen haben sich die langfristigen Erwartungen in nahezu allen europäischen Ländern aufgehellt, insbesondere Deutschland, Österreich, Frankreich und in den Niederlanden. U. a. rechnet man in Italien, Portugal, Belgien und Spanien mit einer Stabilisierung der Lage, pessimistisch blickt man in Irland und Griechenland in die Zukunft. Besonders die vereinbarten Konjunkturpakete in den Ländern haben die Stimmungslage beeinflusst. Außerhalb von Europa hat sich der Indikator in den USA / Nordamerika verbessert, deutlich verbesserte sich der Stimmungsindikator noch in Asien. Hier sind insbesondere China, Hongkong, Malaysia, Thailand, Singapur und Vietnam zu nennen. Ein Anziehen des Exportgeschehens sowie der Ausrüstungsinvestitionen haben hier einen großen Einfluss gehabt. In Ozeanien, sowohl in Australien und Neuseeland, hat sich das Klima aufgehellt. In den von Ifo erfassten Ländern des Nahen Ostens wird die Lage besonders in Kuwait, Saudi Arabien und Bahrain günstig beurteilt, lediglich zufriedenstellend in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Weltwirtschaft global aus dem Tal herauskämpft und für 2010 mit einer Belebung zu rechnen ist. Die Inflationsraten notierten mit 2,5% im Weltdurchschnitt deutlich niedriger als im Vorjahr (5,4%) und es ist auch kein Deflationsschub zu erwarten.

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Ein vorrangiges Thema ist die Regulierung des Finanzmarktes, was auch die Politiker beschäftigt, so auch bei der letzten G 20-Versammlung in Amerika im September.

 Finanzmarktregulierung soll verschärft werden Die G 20 Staaten, die zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt, haben auf ihrem Gipfel im September konkrete Schritte zur Verschärfung der Finanzmarktregulierung besprochen. Bis Ende 2010 sollen internationale Regeln für die Erhöhung und Verbesserung des Eigenkapitals von Banken entwickelt und dann schrittweise bis 2012 umgesetzt werden. Zu den einzelnen Themen gehören Eigenkapital, Basel II, Verschulungsgrad, Derivate, Bilanzierung und Steuerparadiese.

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Europa  Industrie hat Wachstum vor Augen – doch die Schulden bleiben Nach mehr als einem Jahr wirtschaftlichen Rückgangs hat die Industrie in den EuroLändern wieder Wachstum vor Augen. Neben der deutschen Wirtschaft rechnen die Experten sogar mit einer deutlichen Konjunkturbelebung in der gesamten Euro-Zone, im dritten Quartal wird sogar wieder Wachstum erwartet. Dies zeigen auch u. a. die Daten vom BME, denn dort stieg der monatlich erhobene BME-Einkaufsmanagerindex um 0,4 Punkte auf 49,6 Zähler und bestätigte damit vorläufige Berechnungen. Trotzdem blieb das Barometer aber seit August 2008 unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der für die Euro-Zone erhobene Index stieg um 1,1 auf 49,3 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit 16 Monaten. Während in Deutschland, den Niederlanden und Spanien die Erholung an Schwung verloren hat, stieg in Frankreich und Italien das Barometer dagegen stärker als erwartet. Die rasante Talfahrt der Konjunktur geht auch nach Einschätzung der EUKommission zu Ende, doch sei höchst unsicher, ob die sich abzeichnende leichte Erholung von Dauer sein werde, erklärte EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia. Für das Gesamtjahr 2009 geht die Kommission weiterhin von einem starken Einbruch der Wirtschaftsleistung um 4,0% im Euroraum und in der Europäischen Union aus. Trotz der besseren Lage in den großen Industrieländern hob die Kommission damit ihre Prognose nicht an und begründet dies mit dem starken Schrumpfen im ersten Quartal. Zwar könnte das Wachstum kurzfristig sogar positiv überraschen, doch bleibe abzuwarten, ob die Erholung wirklich nachhaltig ausfallen wird. Vorsicht ist somit weiter geboten. Die aktuelle Entwicklung des Euro-Kurses mit dem Kursanstieg der Gemeinschaftswährung bekommen die Unternehmen in der Euro-Zone zunehmend zu spüren, bei denen in Konkurrenz zu Amerika und Asien der vorteilhafte Kurs Wettbewerbsvorteile verschafft.

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 Marktbericht

Der Teilindex für die Exportaufträge verharrte knapp über der Wachstumsmarke und in Deutschland erhielten die Firmen sogar etwas weniger Bestellungen aus dem Ausland als im Vormonat. Zugleich zog aber das Inlandsgeschäft an: Der Auftragseingang war so stark wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Mit der Belebung der Konjunktur in den Wirtschaftländern der EU ist auch die Frage der Rückführung des Schuldenaufbaus wieder auf die Agenda gekommen. Ein verbindlicher Zeitplan für den Abbau der zurzeit massiv steigenden Staatsverschuldung ist jedoch unter den Finanzministern der Euro-Zone umstritten. Der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Starttermin 2011 stößt besonders bei den Ressortchefs aus Portugal, Spanien und Österreich auf Ablehnung. Es ist vielmehr die Frage, ob alle Länder gleichermaßen den vorgeschlagenen Zeitplan einhalten können. Jedes Land ist unterschiedlich stark von der Krise betroffen und müsse einen eigenen Weg aus der Staatsverschuldung finden, daher fordern die Länder ein flexibles Herangehen. Die 27 EU-Staaten pumpten mit ihren Konjunkturprogrammen in diesem und im kommenden Jahr zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Wirtschaft. Neben den Haushaltsdefiziten durch die schuldenfinanzierten Finanzspritzen steigen auch die starken Einnahmeausfälle in der Krise gleichzeitig stark an. Die EU-Wirtschaftsexperten der Mitgliedsländer äußern sich allerdings zurückhaltend und von Seiten der Kommission kommt schon die Einschränkung, man könne zu einem Datum erst etwas sagen, wenn im November die Konjunkturprognose für 2011 vorliegt. Die Diskussion, wie sich die Länder beim Abzug ihrer milliardenschweren Konjunkturprogramme abstimmen sollen, wird erst dann beginnen. Vor dem Hintergrund der massiven Verschuldungen ist es keine Frage, dass eine Strategie entwickelt werden muss, eine Umsetzung scheint aber erst dann möglich, wenn sich die wirtschaftliche Erholung festigt.

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Deutschland  Krise trifft Deutschland wohl nicht so schlimm Die globale und insbesondere die deutsche Wirtschaft erholen sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) schneller als anfangs befürchtet von der tiefsten Rezession seit Jahrzehnten. In seinem neuen Weltwirtschaftsausblick nennt der Fonds ein Wachstum für die globale Wirtschaft um 3,1%, was eine deutliche Revision gegenüber der vorherigen Prognose von 2,5% bedeutet. Auch für Deutschland rechnet der Fonds danach 2010 bereits wieder mit einer Rückkehr zu einem Mini-Wachstum von 0,3%, nachdem er bisher noch ein Minus von 0,4% erwartet hatte. Auch außerhalb Deutschlands zieht nach Ansicht des IWF die Wirtschaft wieder an. Angesichts einer Belebung, die international weitgehend synchron erfolgt, ist sogar ein recht kräftiger Anstieg der Weltproduktion im zweiten Halbjahr zu erwarten. Das IfW erwartet insgesamt, dass einem Rückgang der Weltproduktion um 1,2% in diesem Jahr ein Anstieg um 2,8% im nächsten Jahr folgen wird. Damit wurde die Prognose für das laufende Jahr 2009 um 0,3 und für 2010 um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Die (alte) Bundesregierung geht bislang von einem leichten Zuwachs von 0,5 Prozent im nächsten Jahr nach einem Minus von rund sechs Prozent in diesem Jahr aus. Allerdings hatte man in der Regierung in jüngster Zeit bereits davon gesprochen, dass die Schrumpfungsrate für das laufende Jahr angesichts positiver Zeichen in letzter Zeit besser als die vorausgesagten minus sechs Prozent ausfallen könnte. Manche Experten halten inzwischen Rückgänge der deutschen Wirtschaftsleistung in diesem Jahr bis zu einer Zahl mit einer vier vor dem Komma für möglich.

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 Steht der deutsche Arbeitsmarkt vor einem Wandel? Überraschend deutlich ist die Zahl der Arbeitslosen im September auf 3,346 Millionen gesunken. Von allen Seiten wird aber gewarnt, dass dies jedoch keine Trendwende darstellt, warnt insbesondere der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit. Nach Meinung von Ökonomen soll demzufolge die Quote von durchschnittlich 8% in diesem Jahr auf 10,7% steigen. Auch nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit wird die durchschnittliche Erwerbslosenzahl im Jahr 2010 rund 4,1 Millionen betragen. Jedoch ist auch in den schwierigen Wintermonaten nicht mehr damit zu rechnen, dass die Marke von 5 Millionen überschritten wird. Allerdings ist damit zu rechen, dass der deutsche Arbeitsmarkt vor einer Wende steht, denn bereits in den kommenden Monaten sei mit einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Demnach rechnen Großbanken bis zum Jahresende mit einer Zahl der Erwerbslosen auf bis zu 3,7 Millionen. Einer Umfrage der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zufolge wollen viele Firmen zudem die Kurzarbeit zurückfahren, was auch Entlassungen bedeuten könnte. Experten fürchten, dass in den kommenden Monaten immer mehr Unternehmen wegen Auftragsflauten um Entlassungen nicht mehr herum kommen.

 Nach der Bundestagswahl... Mit einer klaren Mehrheit für CDU und FDP steht Deutschland vor einem politischen Neuanfang. Nach 11 Jahren in der Opposition tragen die Liberalen, an der Spitze mit Guido Westerwelle, die deutsche Bundesregierung wieder mit. Kaum sind die Wahlen zu Ende, äußern Wirtschaftsverbände und Unternehmen ihre „Wünsche“ für die nächste Legislaturperiode und die Hoffnungen richten sich vor allen auf die Liberalen. Sie sollen aus Sicht der Wirtschaft für eine deutliche Korrektur der bisherigen Politik sorgen. Doch die neue Regierung in Berlin wird noch weiter mit den Nachwehen der schwersten Wirtschaftskrise in der deutschen Nachkriegsgeschichte zu kämpfen haben. Die Neuverschuldung, die so hoch ist wie nie zuvor, wird den Takt der Politik angeben. Die Pläne der neuen Regierung sind ehrgeizig, doch der geringe finanzielle Spielraum steht dem entgegen, der von folgenden Risikofaktoren begrenzt wird: Rückläufige Steuereinnahmen, Defizit bei der Bundesagentur für Arbeit und Bankenrettung.

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 Marktbericht

Im dritten Quartal dieses Jahres, in dem die neue Regierung ins Amt tritt, ist die deutsche Wirtschaft zwar wieder im Aufwärtstrend, doch die größte Volkswirtschaft des Euro-Raums muss aus dem Tal herausgeführt werden und die Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise steht an, ohne das fundamentale Wahlversprechen der Steuersenkungen zu vergessen. Ein schwerer Regierungsstart steht den Parteien bevor.

NE-Metalle  Rohstoffe und China Während man sich in Deutschland in den letzten Monaten auf die Wahl konzentrierte und die Bevölkerung in den USA weiterhin mit den wirtschaftlichen Problemen ihres Landes konfrontiert wird, kümmert sich am anderen Ende der Welt ein Land um Rohstoffreserven und schließt einen Deal nach dem anderen ab. China handelt und sichert sich im Schatten der Medienaufmerksamkeit seine langfristige Rohstoffversorgung. Insbesondere geraten die Seltenen Erden in den Fokus, denn hier schlummert einer der nächsten großen Investmenttrends, die bisher noch sehr wenig Aufmerksamkeit bekommen haben. Auch bei Rohöl hat China verschiedene Abkommen mit anderen Ländern gemacht. Eines der aktuellsten läuft mit Venezuela. China hat 16 Milliarden investiert, um dadurch 900.000 Barrel Rohöl pro Tag von Venezuela zu erhalten. Zudem wurde ein Joint Venture zwischen den beiden Ländern gestartet, um neue Vorkommen zu finden. Den USA dürfte dies gar nicht passen, da man sich selbst neue Versorger suchen muss. Die Tatsache, dass China im Revier der USA auf Ölsuche geht, könnte noch zu Spannungen führen.

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 Marktbericht

Aluminium Ernüchterung am Markt Im Zuge der generellen Konsolidierung der Metallpreise notierte LME-Aluminium zuletzt wieder etwas schwächer. Vor dem Hintergrund der fundamentalen Rahmenbedingungen erscheint der Rückgang durchaus angemessen. Im weiteren Jahresverlauf sollte der Markt aber wieder Steigerungspotential haben. Der Monatsbeginn gestaltete sich zuerst positiv für die Marktteilnehmer, denn der Preis für das Leichtmetall konnte bis auf 1.970 USD am 18.09.09 zulegen Doch dann zeigte sich der Markt wieder zurückhaltender und Aluminium verlor bis auf 1.880 USD am 22.09.09 und bis zum Berichtsmonatsende auf 1.818 USD. Während die weltweite Aluminiumnachfrage in den ersten sechs Monaten 2009 fast vollständig von China dominiert wurde, haben sich zuletzt auch in anderen Regionen die Anzeichen für eine leichte Nachfragebelebung gemehrt. Auch ist die Stimulierung der Aluminiumnachfrage durch diverse staatliche Stützungsaktionen für den Automobilsektor zu erwähnen. So meldet etwa die US-Aluminium Association für Juni 2009 einen Nachfrageanstieg nach Aluminiumhalbzeug in Nordamerika von 2,1% gegenüber einem Minus von 23,1% im Mai. Auch in Japan hat es im Juli einen Nachfragezuwachs bei AluminiumProdukten von 5% gegeben. Dies steht auch im Einklang mit dem Anstieg der Prämien an den physischen Märkten. Aus fundamentaler Perspektive muss der leichte Abbau der Lagerhausvorräte in den LME-Lägern erwähnt werden. Diese reduzierten sich von 4.611.325 t auf zuletzt 4.583.850 t, nachdem sie am 16.09.09 zwischenzeitlich auf 4.629.000 t steigen konnten. Trotz der Rekordstände in den Lägern der LME sind in diesem Jahr enorme Produktionskapazitäten in China wieder in Betrieb genommen worden, obwohl die starke Nachfrage meist entweder einmaliger Natur gewesen ist oder dem Lageraufbau diente. Aber nicht nur die LME-Bestände, auch die weltweiten Lagerbestände bei Produzenten, darin enthalten sowohl unverarbeitetes Aluminium als auch Schrott und halbfertige Produkte, sind nach Angaben des Internationalen Aluminiuminstituts IAI um 52.000 Tonnen auf 2,31 Mio. Tonnen gestiegen.

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 Marktbericht

Die deutschen Aluminiumproduzenten bewerten den Aluminiummarkt verhalten optimistisch und sehen 2010 wieder ein Anfahren der Produktionskapazitäten auf 100%. Die Nachfrage sollte sich bis zu diesem Zeitpunkt auch wieder verbessern, begründet durch die Konjunkturverbesserung. Die Aluminiumbestände der LME befinden sich in wenigen, festen Händen, so dass ein Lageraufbau bei den Verarbeitern einen direkten Einfluss zeigen dürfte. Leichtmetall wird bei den Automobilproduzenten im Trend steigen, was schon einige, in die Zukunft orientierte, Kooperationen und Projekte zeigen.

 Kupfer Marktteilnehmer sind zufrieden Die Bewertung des aktuellen Kupfermarktes wurde von den meisten Marktteilnehmern als zufriedenstellend beurteilt, zumindest so lange, wie sich die Notierungen oberhalb der 6.000-USD-Linie bewegten. Lange hatte es den Anschein, als ob die Notierungen sogar noch steigen könnten, denn am 09.09.09 konnte Kupfer sogar einen Wert von 6.502 USD erreichen. Am 25.09.09 wurde die Chartlinie aber durchbrochen und Kupfer notierte mit 5.950 USD. Bis zum Berichtsmonatsende reduzierte sich der Preis weiter auf 5.935 USD und somit im September insgesamt um 576 USD. Nach Angaben der International Copper Study Group (ICSG) lag das weltweite Defizit des Kupfermarktes im Juni 2009 bei 155.000 Tonnen, dank der weiter steigenden Kupfernachfrage aus China. Bezogen auf die ersten sechs Monate des laufenden Jahres vermeldet die ICSG ein Defizit von insgesamt 290.000 Tonnen, diesen weltweiten Nachfragerückgang konnte auch China im Alleingang nicht ausgleichen. Die Wichtigkeit Chinas als Kupferverbraucher zeigt sich daran, dass China die Kupfernachfrage um 47% steigerte, während in der restlichen Welt die globale Nachfrage um 18% zurückging. Die weltweite Bergbauproduktion betrug im ersten Halbjahr dieses Jahres 231.000 Tonnen - eine Steigerung um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Vor allem in Indonesien stieg die Produktion um beträchtliche 91 Prozent, während in den beiden größten Produzentenländern Chile und den USA die Kupferherstellung um jeweils 3,8% zurückging. Die Lagerbestandentwicklung in der Londoner Metallbörse zeigt bei Kupfer im September einen Aufwärtstrend und in Summe erhöhten sich die Vorräte um 37.875 t, d. h. von 306.350 t am 03.09.09 auf 344.225 t am 29.09.09, was auch ein deutliches Signal von mangelnder Nachfrage ist.

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 Marktbericht

Die Kupfer-Läger in Shanghai sind ebenso wie in Europa gut gefüllt und folglich kann man auch von einer sinkenden Nachfrage in China ausgehen. Jedoch sollte beachtet werden, dass Kupfer der beste Stromleiter unter den Metallen ist und vor allem bei der Herstellung von Leitungen und Telefonkabeln verwendet wird. Da China in den kommenden Jahren vor allem seine Elektrizitätsinfrastruktur ausbauen werde, scheine ein weiterer Anstieg langfristig möglich. Aber auch positive weltweite Konjunkturdaten könnten weitere positive Impulse setzen und den Kupferpreis wieder steigen lassen. Somit kann die weitere Entwicklung des Leitmetalls kurzfristig auch wieder freundlicher aussehen.

 Nickel Nickelpreis hat deutlich verloren Der Nickelpreis hat in den vergangenen drei Monaten weiter deutlich zugelegt und ist von gut 14.000 USD Anfang Juni auf knapp 21.000 USD Mitte August gestiegen, doch nun scheint Schluss damit zu sein. Der Abwärtstrend bei den LME-Notierungen hält an. Der steile Anstieg des Nickelpreises seit Jahresbeginn war auf die rekordhohen Importe Chinas, die massiven Kapitalzuflüsse seitens der Investoren sowie jüngst auf den Streik in zwei der weltgrößten Nickelminen zurückzuführen. In Anbetracht der fundamentalen Fakten scheint die Preiserholung aber inzwischen beendet zu sein. Für den Berichtsmonat September bedeutete dies einen Preisverlust auf der ganzen Linie. Mit 18.450 USD am 09.09.09 erreichte Nickel die höchste Notierung des Monats und danach reduzierte sich der Preis stetig in kleinen und großen Schritten. Vom 14. auf dem 15.09. fiel der Preis in London um 830 USD von 17.400 USD auf 16.570 USD. Zwar stabilisierte sich die Notierung wieder oberhalb der 17.000-USDLinie, doch am 26.09.09 gelang es dem Nickelmarkt dauerhaft unter diese Linie zu fallen und am 30.09.09 musste für 3-Monatsware 16.750 USD gezahlt werden. Die Angebotslage am Nickelmarkt stellt sich alles andere als knapp dar. Im Gegenteil: Nachdem sich die LME-Nickellagerbestände zwischen April und Juli kontinuierlich verringert hatten und bereits eine Trendwende vermuten ließen, sind die Nickellager zuletzt wieder deutlich angewachsen. Seit Anfang August kam es zu einem Zufluss auf nunmehr rund 108.558 t (30.09.09). Dies entspricht dem höchsten Stand seit dem Sommer 1995 und etwa 10% der für 2009 erwarteten Weltnachfrage nach raffiniertem Nickel. Im Vergleich zu den anderen Industriemetallen wird der Angebotsüberhang am Nickelmarkt derzeit nur noch durch Aluminium übertroffen.

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Von der Nachfrageseite ist wenig grundlegend Neues zu vermelden. Es scheint, als ob sich in der westlichen Welt die Erholung der Edelstahlproduktion langsam, aber beständig vollzieht. Dies zeigt sich u.a. an dem steigenden Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten sowohl in Japan und Europa, als auch in den USA. Die Auslastung erreicht ca. 50 bis 60% nach etwa 40% zuvor. Auch in Deutschland steigert die Edelstahlindustrie wieder ihre Produktion. Im Jahresvergleich liegt die Edelstahlproduktion in allen großen Regionen außerhalb Chinas aber noch tief im Minus. Die Edelstahlhersteller in China produzieren teilweise bereits wieder unter Vollauslastung der Kapazitäten, was sich auch in der Nickelnachfrage der VR China niederschlägt. So summieren sich die chinesischen Nickelimporte von Januar bis Juli auf bislang schon 168.000 t. Zum Vergleich dazu wurden in den kompletten Jahren 2007 und 2008 insgesamt gerade 223.000 t eingeführt. Wenn der aktuelle Trend anhalten sollte, würde das ein Importhoch für China bedeuten. Die außergewöhnlich hohen Importe Chinas seien nach Erachten der Analysten jedoch nur zu einem Teil auf den erhöhten Verbrauch der Edelstahlindustrie zurückzuführen. Chinesischen Medienberichten zufolge sollen zahlreiche private Investoren das Metall mit dem Motiv der Kapitalanlage horten, was wiederum die Rohstoffstrategie der Chinesen bestätigen würde. Die Nickelnachfrage könnte aufgrund steigender Lagerhausbestände der LME, der nach wie vor schleppenden Nachfrage der Edelstahlindustrie außerhalb von Asien und den fallenden Edelstahlpreisen wieder abstürzen. Vieles spricht dafür, dass auch die chinesischen Edelstahlproduzenten bald wieder ihre Produktion drosseln könnten, um den Markt zu stabilisieren. Ein weiterer Abwärtstrend bei Nickel scheint somit möglich.

 Zink Preis und Erwartungen klaffen auseinander Vor einem guten Monat nahm der Zinkmarkt die Marke von 1.800 USD und die Marktteilnehmer sahen eine bullishe Entwicklung für Zink. Daran hat sich seither nichts geändert und die Notierungen konnten in der Berichtszeit September sogar noch weiter steigen. Die Bullen behielten das Zepter in der Hand, insbesondere als sich der Kurs den 2.000 USD näherte. Anfang September zeigte der Markt Dynamik und Zink verbesserte sich von 1.825 USD am 03.09.09 auf 1.990 USD am 09.09.09. Im weiteren Monatsverlauf konnte das Niveau aber nicht gehalten werden und so reduzierte sich am 15.09.09 der Kurs

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erstmalig wieder auf 1.850 USD. Zwar konnte die Linie bei 1.900 USD dann wieder genommen werden, bevor sich der Markt dann ab dem 25.09.09 auf ein Niveau um 1.870 USD einpendelte. Das erreichte Niveau trug mit dazu bei, dass von einer Nachfragebelebung keine Rede sein kann. Die Konsumenten ordern nur für den kurzfristigen Bedarf und verzichten weiterhin auf einen Lageraufbau. Vor dem Hintergrund der hohen Lagerhausbestände an der LME sehen sie auch keine Notwendigkeit, ihre Strategien zu ändern. Die Lagerhausbestände in den Lägern der Londoner Metallbörse bewegten sich in der zurückliegenden Zeit kaum und verharrten somit auf dem hohen Niveau von zuletzt 436.050 t. Auch außerhalb der LME ist am Weltmarkt ausreichend Material verfügbar. Dies untermauert die Internationale Blei- und Zinkstudiengruppe in ihrem jüngsten Bericht. In dem Zeitraum Januar bis Juni 2009 bestand ein Überschuss an Raffinadezink von 273.000 t, im selben Vorjahreszeitraum waren es 121.000 t. Derzeit belebt sich die wirtschaftliche Situation in den wichtigen Industrieländern wieder etwas und das Auftragsvolumen stieg wieder an, auch in den zinkverarbeitenden Bereichen wie z. B. der Bauindustrie. Doch auf der anderen Seite brachen die Exporte nach Asien ein und bei Zink zeigen sich besonders die engagierten Käufe Chinas der ersten Jahreshälfte. Derzeit scheint die Nachfrage hier nahezu zum Erliegen gekommen zu sein. Wie lange der Rückzug Chinas vom Zinkmarkt dauert, ist auch entscheidend für die weitere Preisentwicklung. Bei isolierter Betrachtung der Notierungen besteht momentan aber kein Grund zur Depression.

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