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SACHSEN-ANHALT

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Herbstsitzung der Kammerversammlung am 12. November 2016

Akademischer Festakt zur Urkundenverleihung: Zweite Erxleben-Lecture

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Roboter-assistierte Nierentransplantationen in Halle (Saale)

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Offizielles Mitteilungsblatt der Ă„rztekammer Sachsen-Anhalt | 27. Jahrgang | www.aerzteblatt-sachsen-anhalt.de

Unimedizin Sachsen-Anhalt: Kundgebung gegen den Investitionsstau

2016

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„Kindernotfälle“

6. Magdeburger

Kinderanästhesietag am 21. Januar 2017

08.00-09.30 Uhr WS – Traumaversorgung beim Kind Steffen Becker (Magdeburg) Jana Bergner (Magdeburg) Cornelia Keßling (Magdeburg) 09.30-10.00 Uhr Registrierung

13.15-13.45 Uhr Traumatologie – Unfall im Kindesalter Hans-Jürgen Haß (Magdeburg) 13.45 -14.15 Uhr Traumanetzwerk Felix Walcher (Magdeburg) 14.15-14.45 Uhr Pause

10.00-10.15 Uhr Begrüßung Thomas Hachenberg (Magdeburg) Selinde Mertz (Magdeburg)

14.45 -15.15 Uhr Gewalt im Kindesalter Knut Brandstädter (Magdeburg)

10.15-10.45 Uhr Uhr Im Notfall Druck – Wieviel braucht das Hirn davon? Jochen Strauß (Berlin) 10.45-11.15 Uhr Säuglingsnotfälle Sebastian Brenner (Dresden) 11.15-11.45 Uhr Intraoperative Notfälle im Kinder-OP Martin Jöhr (Luzern) 11.45-12.45 Uhr Imbiss und Besuch der Industriepartner, die Sie mit neuesten Informationen erwarten 12.45-13.15 Uhr Präklinische Kindernotfälle Steffen Becker (Magdeburg)

15.15 -15.30 Uhr Kinder sind unschlagbar! – Wie selbstverständlich ist gewaltfreie Erziehung heute? Andrea Wegener (Magdeburg) 15.30 -16.00 Uhr Wie gehe ich mit Eltern um – wie gehe ich mit mir um? Franziska Höppner (Magdeburg) 16.00-16.15 Uhr Schlusswort

Veranstaltungsort: Landeshauptstadt Magdeburg Gesellschaftshaus am Klosterbergegarten Schönebecker Str. 129, 39104 Magdeburg, Tel. 0391/540 67 70 E-Mail: gesellschaftshaus@gh.magdeburg.de www.gesellschaftshaus-magdeburg.de Organisation: OÄ Dr. med. Selinde Mertz Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R. Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg Email: selinde.mertz@med.ovgu.de Anmeldung: Sekretariat: Frau Silke Zierau Telefon: (0391) 67-21103/-13500, Fax: -13501, E-Mail: silke.zierau@med.ovgu.de

Veranstalter: Klinik für Anaesthesiologie und Intensivtherapie Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R. Direktor: Prof. Dr. med. Dr. Th. Hachenberg

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Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 27 (2016) 12


Inhalt

Körperschaft des öffentlichen Rechts / www.aeksa.de

Inhaltsverzeichnis: Editorial 5

Editorial

Mitteilungen der Kammer 6 6 8 9 11 16

Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt Neu erteilte Weiterbildungsbefugnisse Das Referat „Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten (MFA)“ informiert Herbstsitzung der Kammerversammlung 2016 Beschlüsse der 2. Sitzung der Kammerversammlung Fortbildungsreihe „Medizinische Versorgung von Asylsuchenden“

Neues aus dem Kammerbereich 17 18 19 20 22 24 26 27 28 30 32 33 34 35 36 37

Akademischer Festakt zur Urkundenverleihung – Zweite Erxleben-Lecture Roboter-assistierte Nierentransplantationen in Halle (Saale) Ausschreibungen der Vertragsarztsitze Eine Einrichtung stellt sich vor: Nuklearmedizin des UKH Erste Hospitation von Magdeburger Medizinstudenten in der Apotheke 14. Bad Kösener Groddeck-Symposium: „Schizophrenie und Rehabilitation“ Influenza-Surveillance in Sachsen-Anhalt 12. Wintersymposium der Brustzentren in Weißenfels und Halle (Saale) Transgeschlechtliche Menschen im Praxisalltag Aktionstag der Universitätsmedizin Sachsen-Anhalt Interdisziplinäres Symposium – Kontroversen in der Uro-Onkologie 2017: Die HPV-Impfung Neue Angiographieabteilung im Diakoniekrankenhaus Helios Klinik Köthen: Neue Medizintechnik erhalten Neue Professoren in Halle (Saale) Bergmannstrost ist erfolgreiches Traumazentrum QR-Code: Die schnelle Informationsmöglichkeit

Aktuelle Themen 38 38 39 40

BÄK veröffentlicht Leitfaden für Morbiditätsund Mortalitätskonferenzen Nebenwirkungen durch Medikationsfehler MedGuide – Medizinischer Sprachführer OPS 2017: DIMDI veröffentlicht endgültige Fassung

Medizinischer Fachartikel 41

Seltene Kopfschmerzen – eine Auswahl

Recht 47 49 49

Fallsammlung der Norddeutschen Schlichtungsstelle Warnung: Neue und alte Tricks bei unseriösen Branchenbuchangeboten BGH-Urteil zur Patientenverfügung

Sonstiges 50 52 54

Buchrezension: Leihglocken Leserbriefe Geburtstage

Ärztliche Fortbildung 59 60 66

Übersicht Fortbildungen für Ärztinnen und Ärzte sowie Assistenzpersonal Fort- und Weiterbildungskurse für Ärztinnen und Ärzte Veranstaltungen für Assistenzpersonal

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Stellenausschreibung Der Landkreis Prignitz liegt im Nordwesten des Landes Brandenburg, direkt zwischen den Metropolen Hamburg und Berlin. Sie suchen eine neue Herausforderung im öffentlichen Dienst? Dann bewerben Sie sich bei uns. In der Kreisverwaltung des Landkreises Prignitz im Geschäftsbereich Gesundheit und Soziales ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt folgende Stelle unbefristet zu besetzen:

Stellvertretende/-r Amtsärztin/Amtsarzt mit Zuständigkeit für den Bereich Hygiene und Umweltmedizin Ihre Aufgaben • Durchführung von Aufgaben entsprechend Brandenburgischem Gesundheitsdienstgesetz und weiteren maßgebenden Gesetzlichkeiten inklusive Durchführung von Impfberatungen und Impfungen • Ärztliche Aufgaben nach dem Infektionsschutzgesetz • Ärztliche Mitwirkung bei der Erfüllung der Aufgaben in der Hygieneüberwachung, der Trinkwasserhygiene und im Rahmen des Leichen- und Bestattungswesens • Ärztliche und organisatorische Leitung des Bereiches Hygiene und Umweltmedizin • Vertretung der Amtsärztin/des Amtsarztes als Leiterin/Leiter des Sachbereiches öffentlicher Gesundheitsdienst Ihr Profil • Approbation als Ärztin/Arzt (Humanmedizin) • Wünschenswert: Abschluss als Fachärztin/Facharzt für (öffentliches Gesundheitswesen oder Hygiene- und Umweltmedizin oder Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie) • oder Fachärztin/Facharzt mit Zusatzbezeichnung Infektiologie • Mindestanforderung: Arzt mit mehrjähriger klinischer Erfahrung • Sozialkompetenz und Teamfähigkeit • Kommunikationsgeschick und Einfühlungsvermögen • Führerschein Klasse B, Fahrtauglichkeit für Dienstfahrten Wir bieten • Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch individuelle Arbeitszeitmodelle • bei Vorliegen der individuellen und betrieblichen Voraussetzungen ist die temporäre Einrichtung eines Heimarbeitsplatzes möglich • Arbeitsverhältnis ohne Schicht- und Wochenenddienste • gezielte und umfassende Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten inkl. Freistellung und Kostenübernahme • ansprechendes Arbeitsumfeld mit modernen technischen Arbeitsmitteln • Unterstützung bei einer eventuell notwendigen Wohnraumbeschaffung bzw. familienbegleitende Unterstützung • Möglichkeit einer Nebentätigkeit • bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen sind individuelle übertarifliche Zulagenzahlungen möglich (z. B. Facharztzulage nach Arbeitgeberrichtlinie) • ein Dienstwagen wird zur Verfügung gestellt • Unterstützung durch ein hochqualifiziertes und motiviertes Team • Bei einem Wechsel des Arbeitgebers aus dem öffentlichen Dienst übernehmen wir Ihre Entwicklungsstufen. Die Eingruppierung erfolgt entsprechend des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst. Bei gleicher Qualifikation werden Bewerbungen geeigneter Schwerbehinderter sowie Gleichgestellter im Sinne des § 2 Abs. 3 SGB IX bevorzugt berücksichtigt. Konnten wir Ihr Interesse wecken und entdecken Sie sich in diesem Profil wieder? Für weitere Auskünfte zum Aufgabengebiet steht Ihnen der Amtsarzt des Landkreises Prignitz unter Tel. 03876 713-500 gern zur Verfügung. Aussagekräftige Bewerbungen unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung mit Kopien von Zeugnissen, Qualifizierungen, etc. werden erbeten an:

Landkreis Prignitz Geschäftsbereich I – Recht und Finanzen Berliner Straße 49, 19348 Perleberg oder per E-Mail: personal@lkprignitz.de

Inhalt

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Kollegenhilfe, Solidarität und Nächstenliebe Seit über 60 Jahren kümmert sich die Hartmannbundstiftung „Ärzte helfen Ärzten“* um Arztfamilien in Not. Die Stiftung unterstützt insbesondere Arztkinder, deren Eltern sich auf Grund von Notsituationen oder persönlichen Schicksalsschlägen in einer finanziell prekären Lage befinden. Durch das beherzte und kollegiale Engagement vieler Kollegen ist dieses Hilfe möglich. Oft sind es ganz persönliche Einzelschicksale mit vielen Sorgen und Nöten, die die Stiftung erreichen. Insbesondere die Zahl der Halbwaisen und Waisen aus Arztfamilien, die auf eine Unterstützung durch die Stiftung angewiesen sind, hat sich in den letzten Jahren stark erhöht. Aber auch die Hilfestellung bei der Berufseingliederung von Ärztinnen und Ärzten sowie die schnelle und unbürokratische Hilfe zur Selbsthilfe sind ein wichtiger Bestandteil der Stiftungsarbeit. Helfen Sie mit, diese unverzichtbare Hilfe aufrecht zu erhalten! Unterstützen Sie mit Ihrer Spende die Arbeit der Hartmannbund-Stiftung „Ärzte helfen Ärzten“ – damit wir auch in Zukunft dort Hilfe leisten können, wo sie gebraucht wird. Vielen Dank Dr. Klaus Reinhardt Vorsitzender der Stiftung „Ärzte helfen Ärzten“, Vorsitzender Hartmannbund – Verband der Ärzte Deutschlands e. V.

Dr. Waltraud Diekhaus Stellvertretene Vorsitzende der Stiftung „Ärzte helfen Ärzten“, Ehrenmitglied der Medical Women`s International Association

Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages

Dr. Peter Engel Präsident der Bundeszahnärztekammer Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e. V.

Dr. Andreas Gassen Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Spendenkonto der Stiftung: Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG Düsseldorf IBAN DE88 3006 0601 0001 4869 42 BIC DAAEDEDDXXX Online-Spende unter www.aerzte-helfen-aerzten.de * Ursprünglich als Hilfswerk zur Unterstützung mittelloser Kollegenkinder aus der damaligen DDR gegründet. Eine Unterstützung durch die Stiftung erfolgt generell ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit der Ärztinnen und Ärzte oder ihrer Angehörigen zum Hartmannbund. Hartmannbund-Stiftung „Ärzte helfen Ärzten“ in Verbindung mit Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Verband der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e.V., Marburger Bund, Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V., NAV Virchow Bund e.V., Deutscher Ärztinnenbund e. V., Bundesverband der Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. ,Gemeinschaft fachärztlicher Berufsverbände (GFB), Berufsverband der Allgemeinärzte Deutschlands – Hausärzteverband – e.V. (BDA), Deutscher Kassenarztverband e.V., Bundeszahnärztekammer, Freier Verband Deutscher Zahnärzte e.V., Bundestierärztekammer

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Editorial

Es geht nur gemeinsam Konkurrenzdenken ist der falsche Ansatz – und keine Lösung

Thomas Dörrer

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

Foto: Archiv

vor einiger Zeit veröffentlichte die KBV eine Statistik, wonach im Jahr 2020 bundesweit 7000 Hausärzte fehlen. Wir alle kennen die Zahlen aus Sachsen-Anhalt, über 800 vakante Hausarztstellen in den nächsten Jahren. Das ist eine erschreckende Zahl. Und dies in einer Zeit, wo immer höhere Spezialisierungen und immer komplexere und diffizilere diagnostische Mittel zur Verfügung stehen. Wer soll den Patienten durch dieses Dickicht der komplexen Medizin führen? Bitte fragen Sie sich, welcher Spezialist diese Aufgabe erfüllen soll? Oder soll der Patient dies in Eigenverantwortung selbst erledigen? Dies kann doch nur im Chaos enden, ganz zu schweigen von den explodierenden Kosten und den nicht abzusehenden gesundheitlichen Risiken für unsere Patienten. Nein, genau in dieser Zeit braucht es einen gut ausgebildeten Generalisten, der sich dazu noch mit den sozialmedizinischen und psychosomatischen Problemen dieser Gesellschaft und Zeit auskennt. Dies kann am besten ein Allgemeinmediziner und liebe Kollegen und Kolleginnen, Allgemeinmedizin ist kein Nebenfach eines anderen Faches! Ganz im Gegenteil! Dazu muss die Ausbildung schon im Studium beginnen! Bedrückend für mich ist das Wissen, dass für diese Fehlentwicklung vor allem die Konkurrenz zwischen den Arztgruppen die Ursache ist. Schließlich steuern wir seit langem in Richtung Hausärztemangel und die ärztliche Selbstverwaltung ändert erst jetzt, nicht zuletzt auf Drängen des Gesetzgebers, ihren Kurs. Das ist beschämend! Ich frage mich, warum das so ist? In welcher Form bedroht denn eine gute Hausarztpräsenz die anderen Fachgruppen. Das Gegenteil ist doch der Fall. Der Großteil der Arzt-Patientenkontakte erfolgt doch wegen Bagatellerkrankungen. Möchte der Spezialist sich wirklich damit beschäftigen? Soll tatsächlich ein Patient mit einer Gastroenteritis beim Gastroenterologen oder gar in einer Notaufnahme versorgt werden? Meine lieben spezialisierten Kollegen, liebe Klinikärzte, das können Sie nicht wollen! Auf der anderen Seite stößt der Hausarzt natürlich an seine Grenzen. Jeder Spezialist stellt doch in seinem Fach, nicht zuletzt durch die immer

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höhere Spezialisierung ein Alleinstellungsmerkmal dar, welche wir in der Patientenversorgung brauchen und nicht missen dürfen. In meinen Augen stellt sich hier mitnichten eine Konkurrenzsituation dar. Ganz im Gegenteil, die suffizienteste und auch kostengünstigste Patientenversorgung ist eine gute, breite Hausarztpräsenz in der Peripherie, mit Netzwerken und Kontakten zu den spezialisierten Gebietsärzten jeglicher Couleur. Und wenn beide an ihre Grenzen stoßen oder natürlich bei entsprechenden Indikationen benötigen wir gut ausgebildete Klinikärzte in den Krankenhäusern. Meine Damen und Herren, liebe Kollegen, wir brauchen einander! Also lassen Sie uns bitte gemeinsam die Zukunft gestalten. Dies geht aber nur, wenn wir mit Vernunft und Objektivität, ohne persönliche Befindlichkeiten oder Polemik, auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Nennen Sie mich blauäugig oder naiv, aber ich glaube daran, dass das funktioniert. Meine lieben Kollegen und Kolleginnen, ein sehr ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Das schönste steht uns aber erst jetzt bevor. Es ist an der Zeit, den Gang mal ein wenig raus zu nehmen. Richten Sie Ihre Konzentration auf die viel wichtigeren Dinge des Lebens, nämlich die Familie. Genießen Sie ein paar ruhige, besinnliche Tage im Kreise Ihrer Lieben und ohne den Alltagsstress. Erfreuen Sie sich an den strahlenden Augen Ihrer Kinder oder Enkel, wenn diese Ihre Geschenke auspacken. Entspannen Sie sich zusammen mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin am Weihnachtsbaum, auf dass wir alle wieder mit vollem Elan ins Jahr 2017 starten. In diesem Sinne wünsche ich ein besinnliches und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr. Ich freue mich auf ein Wiedersehen in 2017. Ihr Thomas Dörrer

Editorial

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Mitteilungen der Kammer

Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt Telefonische Sprechzeiten der Abteilung Weiterbildung: Mo. bis Do. 10 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr

Monatlich möchten wir an dieser Stelle die Ärztinnen und Ärzte benennen, die erfolgreich ihre Facharztprüfung an der Ärztekammer Sachsen-Anhalt abgelegt haben. Im Monat Oktober konnten wir folgende Ärztinnen und Ärzte zum Erwerb des Facharztes beglückwünschen: Facharzt für Allgemeinmedizin Dipl.-Med. Uta Link, Magdeburg Dipl.-Med. Jeane Sante, Muldestausee Facharzt für Anästhesiologie Sophia Rost, Magdeburg

Facharzt für Hals-NasenOhrenheilkunde Dr. med. Antje Kugler, Magdeburg Vasiliki-Anna Papaioannou, Magdeburg

Facharzt für Augenheilkunde Christin Lembke, Haldensleben Anna-Kristin Panzert, Dessau-Roßlau

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten Dr. med. Luise Kraas, Magdeburg Dr. med. Anne Werner, Magdeburg

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Michael Jahny, Leipzig Nikolai Stapel, Magdeburg

Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie Dr. med. Carla Hanisch, Quedlinburg

Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie Dr. med. Sebastian Burghard, Markranstädt Dr. med. Susanne Rode, Leuna

Neu erteilte Weiterbildungsbefugnisse gemäß der Weiterbildungsordnung vom 16.04.2005 in der Fassung vom 01.01.2011 (siehe auch im Internet unter www.aeksa.de) Facharztbezeichnungen: Allgemeinmedizin Bernhard Blum 24 Monate Arztpraxis Zeitzer Straße 40 06667 Weißenfels Dipl.-Med. Birgit Grallert 12 Monate Arztpraxis Blücherstraße 40 06120 Halle (Saale) Katrin Gutzmer 18 Monate Arztpraxis Kurt-am Ende-Straße 7 06905 Bad Schmiedeberg Dr. med. Alfrun Köpernik 12 Monate

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Mitteilungen der Kammer

Arztpraxis Rudolf-Breitscheid-Straße 18 06237 Leuna Dipl.-Med. Gabriele Reichmann-Fürst 12 Monate Arztpraxis Otto-Kanning-Straße 12 06120 Halle (Saale) Dipl.-Med. Bettina Seume 12 Monate Arztpraxis Platz der Deutschen Einheit 5 06712 Zeitz Dr. med. Kati Sudau 6 Monate Arztpraxis Leipziger Chaussee 147 06116 Halle (Saale)

Arbeitsmedizin Dr. med. Matthias Eisheuer 36 Monate im Verbund mit Dipl.-Med. Margitta Bulwan MEDITÜV GmbH & Co. KG Julius-Bremer-Straße 8 39104 Magdeburg Augenheilkunde Dr. med. Sven Walter 36 Monate Arztpraxis Große Gartenstraße 12 39164 Wanzleben-Börde Allgemeinchirurgie Dr. med. Lars Homagk 6 Monate Basisweiterbildung Chirurgie und 6 Monate Allgemeinchirurgie Arztpraxis Markt 3 06618 Naumburg (Saale)

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Mitteilungen der Kammer

Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. Kerstin Rohkohl 6 Monate Basisweiterbildung Chirurgie und 6 Monate Orthopädie und Unfallchirurgie Waldburg-Zeil Rehaklinik Bad Salzelmen Abteilung Orthopädie Badepark 5 39218 Schönebeck (Elbe) Viszeralchirurgie apl. Prof. Dr. med. habil. Stefan Farke 24 Monate Basisweiterbildung Chirurgie im Verbund mit Dr. med. Lutz Eckart, Dipl.-Med. Ewlogie Georgiew, Dr. med. Rüdiger Birr, Dr. med. Andreas Lehmann und Dr. med. Frank Eder und 42 Monate Viszeralchirurgie AMEOS Klinikum Halberstadt GmbH Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Gleimstraße 5 38820 Halberstadt Frauenheilkunde und Geburtshilfe Dipl.-Med. Heike Fiukowski 12 Monate MVZ Anhalt GmbH Friedrich-Naumann-Straße 53 39261 Zerbst Dr. med. Ellen Galender 60 Monate im Verbund mit Dr. med. Hermann Voß Städtisches Klinikum Dessau Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Auenweg 38 06847 Dessau-Roßlau Dipl.-Med. Angelika Schmäcke 24 Monate im Verbund mit Dr. med. Roberto Müller Altmark-Klinikum gGmbH Krankenhaus Gardelegen Frauenklinik Ernst-von-Bergmann-Straße 22 39638 Gardelegen

Altmark-Klinikum gGmbH Krankenhaus Gardelegen Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Ernst-von-Bergmann-Straße 22 39638 Gardelegen Neurologie Priv.-Doz. Dr. med. Falk Wiedemann 6 Monate HELIOS Klinik Jerichower Land GmbH Klinik für Innere Medizin/ Fachbereich Neurologie August-Bebel-Straße 55 a 39288 Burg Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Dipl.-Med. Barbara Zetler 12 Monate Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis GmbH Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Vor dem Nebraer Tor 11 06268 Querfurt

Zusatzbezeichnungen: Rehabilitationswesen Dr. med. Kerstin Rohkohl 12 Monate Waldburg-Zeil Rehaklinik Bad Salzelmen Abteilung Orthopädie Badepark 5 39218 Schönebeck (Elbe) Sozialmedizin Priv.-Doz. Dr. med. Bernd Anger 12 Monate Waldburg-Zeil Rehaklinik Bad Salzelmen Onkologische Abteilung Badepark 5 39218 Schönebeck (Elbe)

Erloschene Weiterbildungsbefugnisse: Für die Unterstützung der Kammer­ arbeit im Rahmen der Weiterbildung möchten wir nachfolgenden Ärzten herzlich danken: - Dr. med. Rainer Genseke, AltmarkKlinikum gGmbH Krankenhaus Gardelegen, Befugnis für Kinderund Jugendmedizin endete am 30.09.2016 - Dr. med. Andreas Mersdorf, AMEOS Klinikum Aschersleben, Befugnis für Urologie endete am 30.09.2016 - Dr. med. Elke Staschull, WaldburgZeil Rehaklinik Bad Salzelmen Schönebeck (Elbe), Befugnisse für Rehabilitationswesen, Sozialmedizin sowie Physikalische Therapie und Balneologie endeten am 30.09.2016

Neu zugelassene Weiterbildungsstätten: HELIOS Klinik Jerichower Land GmbH August-Bebel-Straße 55 a 39288 Burg zugelassen für Neurologie Waldburg-Zeil Rehaklinik Bad Salzelmen Badepark 5 39218 Schönebeck (Elbe) zugelassen für Orthopädie und Unfallchirurgie Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis GmbH Vor dem Nebraer Tor 11 06268 Querfurt zugelassen für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Sportmedizin Dr. med. Lars Homagk 12 Monate Arztpraxis Markt 3 06618 Naumburg (Saale)

Kinder- und Jugendmedizin Dipl.-Med. Ulrike Schulz 54 Monate

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Mitteilungen der Kammer

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Mitteilungen der Kammer

Referat „Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten (MFA)“ informiert

Ärztinnen/Ärzte für den Berufsbildungsausschuss der Ärztekammer Sachsen-Anhalt gesucht Die Ärztekammer ist die zuständige Stelle für die Errichtung des Berufsbildungsausschusses. Er setzt sich aus sechs Beauftragten der Arbeitgeber, sechs Beauftragten der Arbeitnehmer und sechs Lehrkräften an berufsbildenden Schulen und deren Stellvertreter zusammen.

Die Abschlussprüfung Winter 2016/2017

Auf Vorschlag der Ärztekammer werden die Beauftragten der Arbeitgeber von der nach Landesrecht zuständigen Behörde – vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt – berufen.

• Schriftliche Prüfung am 10.12.2016, um 08.00 Uhr • Praktische Prüfung vom 09.01.2017 bis 23.01.2017

Die Amtszeit der Mitglieder bzw. ihrer Stellvertreter dauert längstens vier Jahre. Die Sitzungen des Berufsbildungsausschusses finden einmal pro Jahr (bei Bedarf zweimal pro Jahr) in der Ärztekammer Sachsen-Anhalt statt. Für die Mitarbeit im Berufsbildungsausschuss (für die Beauftragten der Arbeitgeber – Gruppe der Stellvertreter) werden interessierte Ärztinnen und Ärzte mit Erfahrungen in der Ausbildung von Medizinischen Fachangestellten gesucht. Die Tätigkeit im Berufsbildungsausschuss ist ehrenamtlich. Für bare Auslagen und für Zeitversäumnisse wird, soweit eine Entschädigung nicht von anderer Stelle gewährt wird, eine angemessene Entschädigung gezahlt, deren Höhe von der Ärztekammer mit Genehmigung der obersten Landesbehörde festgesetzt ist. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiterinnen des Referates Medizinische Fachangestellte der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, gern telefonisch unter 0391/6054-7900 bzw. 0391/6054-7920 oder per Mail an mfa@aeksa.de.

Die Abschlussprüfung der Auszubildenden und Umschüler findet zu folgenden Terminen in der Ärztekammer SachsenAnhalt statt.

Der genaue Termin der praktischen Prüfung wird den Auszubildenden bzw. Umschülern am Tag der schriftlichen Prüfung mitgeteilt. Die praktische Prüfung umfasst 70 Minuten. Der Prüfling absolviert eine komplexe Prüfungsaufgabe (55 Minuten) und ein anschließendes Fachgespräch (15 Minuten). Die Aufgaben des praktischen Teils der Abschlussprüfung setzen sich aus den vorgeschriebenen Ausbildungsinhalten laut Ausbildungsordnung zusammen. Die feierliche Zeugnisübergabe für die Abschlussprüfung findet am Mittwoch, 22.02.2017, um 15.00 Uhr, in der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, statt. Die Einladung für die Freisprechung erhalten die Prüfungsteilnehmer und Lehrer am Tag der schriftlichen Abschlussprüfung und die Mitglieder der Prüfungsausschüsse am Tag der praktischen Prüfung. Die Anmeldung zur Zwischenprüfung 2017 Die Zwischenprüfung findet am 14.03.2017 statt. Die Anmeldung der Auszubildenden bzw. Umschüler muss bis zum 15.01.2017 erfolgt sein. Alle in Frage kommenden Auszubildenden und Umschüler wurden durch die Ärztekammer informiert.

Notfälle kommen aus heiterem Himmel. Rettung auch. Unterstützen Sie die DRF Luftrettung. Werden Sie Fördermitglied. Info-Telefon 0711 7007-2211 www.drf-luftrettung.de

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Mitteilungen der Kammer

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Mitteilungen der Kammer

2. Sitzung der Kammerversammlung vom 12. November 2016 In der jungen Wahlperiode kamen die Mandatsträger zu ihrer zweiten Sitzung in Magdeburg zusammen. Inhalte dieser waren, neben den aktuellen gesundheits- und berufspolitischen Themen, die turnusmäßigen Berichte der Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt und die Berichte und Regelungen zu den Finanzangelegenheiten. Ganz wesentlich war die Sitzung jedoch von den Wahlen zur Besetzung der verschiedenen Gremien und Ausschüsse für die aktuelle Wahlperiode geprägt. Bei den vielen Wahlgängen und Abstimmungen wurde, je nach Inhalt, geheim, offen und mittels Wahlkabine, durch mobile Wahlurne oder noch effektiver, durch TED abgestimmt.

Frau Dr. Heinemann-Meerz richtete dabei das Augenmerk auf die Informationen zum Stand des Aufbaus eines Krebsregisters in Sachsen-Anhalt. Dabei verwies sie auf eine aus dem Jahr 2013 resultierende gesetzliche Verpflichtung aller Bundesländer, ein Klinisches Krebsregister einzurichten. Die verschiedenen Bemühungen im Land seien bislang ohne Erfolg geblieben. Im Mai dieses Jahres ist nun die Ärztekammer Sachsen-Anhalt durch das Ministerium darauf angesprochen worden, inwiefern sie sich die Führung eines solchen vorstellen könne. Nach ausführlicher Prüfung durch

Foto: ÄKSA

Für die Besetzung des Ausschusses Ärztliche Weiterbildung beantragte Herr Dr. Jörg Böhme, den Ausschuss jeweils mit zwei Hausärzten, zwei niedergelassenen Fachärzten, zwei Universitätsmedizinern und zwei Krankenhausärzten zu besetzen. Dieser Antrag wurde mit 17 Ja-Stimmen, 14 Ablehnungen und einer Enthaltung angenommen. Die gewählte Besetzung der Gremien können Sie der Beschlussübersicht auf den nächsten Seiten entnehmen. Zuvor richtete die Präsidentin ihre Worte an die Versammlung. Sie informierte über aktuelle Themen. Von der globalen Gesundheitspolitik spannte sie den Bogen über europäische Themen, wie dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Zulässigkeit von Boni bei der Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel, bis hin zu bundes- und landespolitischen Themen.

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Die Präsidentin während Ihrer Rede

Mitteilungen der Kammer

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Mitteilungen der Kammer

den Vorstand wurde eine grundsätzliche Bereitschaft erklärt. Hierfür wurden im Beschluss des Vorstandes zugleich Voraussetzungen benannt. Nach dem Vorbild anderer Bundesländer, wurde dem Land die Etablierung einer gGmbH vorgeschlagen, welche die drei derzeitigen Tumorzentren inte-griert. Nach positiver Resonanz aller Beteiligten wurde das Vorhaben weiter konkretisiert, wobei das größte Problem die vorgegebene Zeitschiene darstellt, da die Förderbedingungen der GKV gemäß § 65c SGB V bis zum 31.12.2017 zu erfüllen sind. Diese decken 90 % der Betriebskosten des Landeskrebsregisters ab. Die einmaligen Errichtungskosten und später fortlaufend 10 % der Betriebskosten sind durch das Land Sachsen-Anhalt zu tragen.

Letztlich bedarf es der Zustimmung der Kammerversammlung, damit die Aufgabe übernommen werden kann. Auch müsste die Kammerversammlung der Gründung einer gGmbH zustimmen. Eine solche Entscheidung, so die Präsidentin, kann die Kammerversammlung nur sachgerecht anhand des Gesetzentwurfes treffen, der sich aber noch in der Erarbeitung befindet. Um dennoch ein Signal der Bereitschaft auszusenden, hat die Kammerversammlung folgenden Beschluss gefasst:

Aus den Erfahrungen anderer Bundesländer kann von einem Zeitraum von 15 bis 18 Monaten für den Aufbau des Registers gerechnet werden. Die Kammerpräsidentin verwies daher auf einen bereits bestehenden Zeitverzug, der nicht von der Ärztekammer zu verantworten ist. Bereits vor der Verabschiedung eines Krebsregistergesetzes sind daher vorbereitende Arbeiten notwendig. Für ein weiteres Tätigwerden und zur Sicherstellung, dass die Kosten nicht von der Ärztekammer übernommen werden, bedürfe es einer vorgesetzlichen Vereinbarung.

Die Kammerversammlung stellt dazu Folgendes fest: 1. Die Kammerversammlung kann erst nach Vorliegen des Krebsregistergesetzes und der hierin enthaltenen ergänzenden Verordnungen (bzw. deren endgültigen Entwürfe) der Übernahme dieser Aufgabe verbindlich zustimmen. 2. Die Kammerversammlung muss dann in diesem Zusammenhang auch der Gründung einer gGmbH durch die Ärztekammer zustimmen. 3. Die Kammerversammlung macht ausdrücklich auf die vom Gesetzgeber vorgesehene Zeitschiene mit den entsprechenden Fristen aufmerksam. Hier muss das Land in Absprache mit den Krankenkassen entsprechende Zusagen geben. 4. Die Kammerversammlung stellt fest, dass der Zeitverzug, der nunmehr eingetreten ist, von der Ärztekammer nicht zu verantworten ist. Herr Dr. Heelemann, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt, ging in einem kurzen Statement auf aktuelle Probleme und Themenschwerpunkte aus dem Krankenhausbereich ein. Er berichtete insbesondere über das Krankenhausstrukturgesetz und die daraus resultierenden Veränderungen im Krankenhausbereich sowie die sich für die Selbstverwaltung ergebenden Aufgaben. Er thematisierte den bestehenden Investitionsstau der Krankenhäuser im Land und informierte, dass davon auszugehen ist, dass der aus dem Jahr 2013 bestehende Krankenhausplan – obwohl dringend überarbeitungswürdig – laut Kabinettsbeschluss bis zum Jahr 2018 Gültigkeit besitzen soll. Vorerst sei ein neues Landeskrankenhausgesetz in Planung. Herr Dr. Heelemann führte weiterhin aus, dass die Überarbeitung des Rettungsdienstgesetzes und der darin zu regelnde Interhospitaltransfer leider nicht in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurden. Der Ministerpräsident habe jedoch in Aussicht gestellt, dieses Thema nochmals aufzunehmen. Abschließend informierte Herr Dr. Heelemann, dass auf Bundesebene das Pflegeberufe-Reformgesetz vorerst aufgeschoben worden ist. Die nächste Kammerversammlung findet am 01.04.2017 in Wernigerode statt.

Plenum der Kammerversammlung am 12. November 2016

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Mitteilungen der Kammer

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 27 (2016) 12

Fotos: ÄKSA

Dr. Gösta Heelemann

Die Kammerversammlung begrüßt grundsätzlich den Aufbau eines Klinischen Krebsregisters in Sachsen-Anhalt durch die Ärztekammer.


Mitteilungen der Kammer

Beschlüsse der 2. Sitzung der Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt VII. Wahlperiode (2016- 2021) am 12. November 2016 Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt • Feststellung des Jahresabschlusses 2015 der Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt sowie Entlastung von Verwaltungsausschuss und Aufsichtsausschuss • Festsetzung des Rentenbemessungsbetrages für das Jahr 2017 (Veröffentlichung im Ärzteblatt erfolgt nach aufsichtsbehördlicher Genehmigung) • 15. Satzung zur Änderung der Alterssicherungsordnung (Veröffentlichung im Ärzteblatt erfolgt nach aufsichtsbehördlicher Genehmigung)

Beschluss über die 7. Satzung zur Änderung der Weiterbildungsordnung

(Veröffentlichung im Ärzteblatt erfolgt nach aufsichtsbehördlicher Genehmigung)

Besetzung von Ausschüssen und Gremien für die VII. Wahlperiode (siehe S. 11/12) Finanzangelegenheiten • Feststellung des Jahresabschlusses für das Jahr 2015 sowie Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsführung • Beschluss über die Verwendung der nicht verbrauchten Mittel aus dem Haushaltsjahr 2015 • Neufassung der Honorar- und Entschädigungsregelung für Fortbildungsveranstaltungen der Ärztekammer SachsenAnhalt (siehe S. 13) • Änderung der Reisekostenordnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt (siehe S. 14) • 12. Satzung zur Änderung der Kostenordnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt (siehe S. 15) • 5. Satzung zur Änderung der Beitragsordnung (Veröffentlichung erfolgt nach aufsichtsbehördlicher Genehmigung) • Regelung über die Zahlung von pauschalen Aufwandsentschädigungen gem. § 16 Abs. 2 der Hauptsatzung (Veröffentlichung erfolgt im Kammerportal) • Beschluss des Haushaltplanes 2017 Finanz- und Beitragsausschuss (bereits auf der konst. Sitzung der Kammerversammlung am 18.06.2016 gewählt) Dr. med. Peter Wolf (Vorsitzender) PD Dr. med. habil. Christine Schneemilch (Stellv. Vorsitzende)

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Dr. med. Hans-Peter Bosselmann Thomas Dörrer Dr. med. Ulrich Kuminek Ausschuss Berufsordnung Dipl.-Med. Stefan Andrusch Dr. med. Gunther Gosch Dr. med. Katrin Lauerwald Dipl.-Med. Dörte Meisel Dr. med. Martin Röpke Dr. med. Uwe Rose Ausschuss Ärztliche Weiterbildung Dipl.-Med. Mroawan Amoury Dr. med. Jörg Böhme PD Dr. med. habil. Christoph Kahl Dipl.-Med. Dörte Meisel apl. Prof Dr. med. habil. Udo Rebmann Dr. med. Kirsten Reschke Henrik Straub Dr. med. Thomas Zeisler Ausschuss Qualitätssicherung Dr. med. Walter Asperger Dr. med. Corina Lindemann-Sperfeld Dr. med. Uwe Rose Dr. med. Karin Rybak Dipl.-Med. Petra Sischka Dr. med. Matthias Sywottek Ausschuss Gebührenordnung und Honorarprüfung Dr. med. Christian Eggemann Dr. med. Paer Lemme Dr. med. Lutz Lindemann-Sperfeld Henrik Straub Dr. med. Peter Wolf Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung Dr. med. Lutz Lindemann-Sperfeld (Vorsitzender) Dipl.-Med. Stefan Andrusch (Beirat) Dr. med. Hans-Peter Bosselmann (Beirat) Dr. med. Petra Bubel (Beirat)

Mitteilungen der Kammer

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Mitteilungen der Kammer

Dr. med. Wolfgang Lessel (Beirat) Dipl.-Med. Holger Thurow (Beirat) Dr. med. Peter Trommler (Beirat) Schlichtungsausschuss RA Marcus Bondick (Vorsitzender) Ass. jur. Kathleen Hoffmann (Stellvertreterin) Dipl.-Med. Mroawan Amoury (Beisitzer) Henrik Straub (Beisitzer) Dr. med. Jürgen Metker (stellvertretender Beisitzer) Dr. med. Thomas Wiebe (stellvertretender Beisitzer) Delegierte und Ersatzdelegierte zum Deutschen Ärztetag Delegierte Dr. med. Jörg Böhme Dr. med. Petra Bubel apl. Prof. Dr. med. habil. Uwe Ebmeyer Dr. med. Thomas Langer apl. Prof. Dr. med. habil. Udo Rebmann Henrik Straub Dr. med. Peter Wolf Ersatzdelegierte Thomas Dörrer Dr. med. Gunther Gosch Dr. med. Anna-Elisabeth Hintzsche Dipl.-Med. Dörte Meisel Dr. med. Uwe Rose PD Dr. med. habil. Christine Schneemilch Dipl.-Med. Holger Thurow Kuratorium des Sozialwerkes Dr. med. Jörg Böhme Wolfgang Brandt Dr. med. Rüdiger Schöning Dr. med. Peter Wolf Ass. jur. Annett Montes de Oca (Juristin) Kathrin Komarek (Bankfachfrau) Aufsichtsausschuss des Sozialwerkes RA Henning Bartels (Vorsitzender) Dr. med. Petra Bubel Dipl.-Med. Dörte Meisel Dipl.-Med. Torsten Kettmann IVF-Kommission Univ.-Prof. Dr. med. habil. Hermann Behre Dr. med. Petra Kaltwaßer Dr. med. Ingrid Nickel Dr. med. Evelyn Richter Dr. med. Hermann Voß

Ausschuss Notfall- und Katastrophenmedizin Dipl.-Med. Mroawan Amoury apl. Prof. Dr. med. habil. Uwe Ebmeyer Dr. med. Richard Markwart Dr. med. Karsten zur Nieden Ausschuss Sucht und Suchtbekämpfung Dr. med. Annekatrin Bergmann Dr. med. Grit Darmochwal Eckart Grau Dipl.-Med. Peter Jeschke Dr. med. Gabriele Jungbluth-Strube Ausschuss Krankenhaus Dr. med. Henning Böhme apl. Prof. Dr. med. habil. Uwe Ebmeyer apl. Prof. Dr. med. Matthias Peter Fischer Dr. med. Lutz Lindemann-Sperfeld Prof. Dr. med. habil. Florian Seseke Doreen Steinke Ausschuss Transplantation und Organspende Dr. med. Jörg Arend Univ.-Prof. Dott. habil. Paolo Fornara Dr. med. Jens Jakubetz Prof. Dr. jur. Hans Lilie Prof. Dr. sc. med. Dr. h. c. Hans Lippert Dr. med. Tobias Müller Dr. med. Christa Wachsmuth Frank Weber Ethikkommission der Ärztekammer (beschlossen auf der Vorstandssitzung am 17.08.2016 und 16.11.2016) Dr. med. habil. Dr. rer. nat. Jürgen Metzner (Vorsitzender) Dr. med. Maike Hartmann Dipl.-Med. Mroawan Amoury Dr. med. Rainer Ullrich Pliquett Dr. med. Hermann Voß Ass. jur. Kathleen Hoffmann (Juristin) Rosemarie Bahn (Theologin) An dieser Stelle dankt die Präsidentin all den Kolleginnen und Kollegen, die in der vergangenen Legislaturperiode für die Ärztekammer Funktionen in Gremien übernommen und somit den Begriff Selbstverwaltung mit Leben erfüllt haben. Nicht alle konnten – trotz Bereitschaftserklärung – wieder in die personelle Besetzung einbezogen werden. Gedankt sei auch den Kammermitgliedern, die sich erstmalig bereit erklärten, Funktionen zu übernehmen, aufgrund der Vielzahl der Meldungen aber nicht berücksichtigt werden konnten.

Chefredakteurin des Ärzteblattes Dr. med. Simone Heinemann-Meerz

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Mitteilungen der Kammer

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Mitteilungen der Kammer

Honorar- und Entschädigungsregelung für Fortbildungsveranstaltungen der Ärztekammer Sachsen-Anhalt (beschlossen von der Kammerversammlung am 12.11.2016) Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt zahlt bzw. erstattet für Referenten und Wissenschaftliche Leiter von Fortbildungsveranstaltungen, soweit diese von der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung organisiert bzw. durchgeführt werden, Reisekosten und Honorare.

1. Reisekosten Die Erstattung von Reisekosten (Kosten für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, km-Geld für die Nutzung privater PKW und Übernachtungskosten) richtet sich nach der Reisekostenordnung für ehrenamtlich tätige Kammermitglieder der Ärztekammer Sachsen-Anhalt in ihrer jeweils geltenden Fassung.

2. Honorare bei Ärztlichen Fortbildungsveranstaltungen 2.1 Vorträge Für themenbezogene Fachvorträge á 45 min erhalten • Referenten mit einer Hochschulausbildung/Akademiker 130,00 € • Referenten mit einem Gesundheitsfachberuf bzw. sonstige qualifizierte Berufsfachkräfte 100,00 € 2.2 Interaktive Gruppenarbeit Bei Fortbildungen mit konzeptionell vorgesehener Beteiligung jedes einzelnen Teilnehmers (z. B. Kleingruppenarbeit, Fallbesprechung, praktische Übung, Balintgruppen) erhalten Referenten für die Gruppenleitung pro Stunde 100,00 € 2.3 Wissenschaftliche Leitung Wissenschaftliche Leiter der Veranstaltung erhalten eine einmalige Vorbereitungspauschale • bei eintägigen Veranstaltungen 50,00 € • bei mehrtägigen Veranstaltungen 100,00 € für die Veranstaltungsmoderation je Stunde ein Honorar in Höhe von 25,00 € Vertreter der wissenschaftlichen Leitung erhalten für die Veranstaltungsmoderation je Stunde ein Honorar in Höhe von 25,00 € Honorar für Vorträge oder interaktive Gruppenarbeit können nicht gleichzeitig mit dem Stundenhonorar für Veranstaltungsmoderation abgerechnet werden.

3. Seminarassistenz Seminarassistenten erhalten eine Erstattung der Fahrkosten für öffentliche, regelmäßig verkehrende Verkehrsmittel in der nachgewiesenen Höhe oder Kilometergeld für die Benut-

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zung des eigenen Kraftfahrzeuges nach den steuerfreien Höchstbeträgen gemäß Einkommensteuergesetz in der jeweils geltenden Fassung. Seminarassistenten für die technische oder logistische Unterstützung erhalten je Stunde einen Betrag in Höhe von 10,00 € Medizinisches Assistenzpersonal, Probanden und sonstige Hilfskräfte erhalten je Veranstaltungstag eine pauschale Aufwandsentschädigung in Höhe von 50,00 €

4. Ausbildungsbegleitende Veranstaltungen für Medizinisches Assistenzpersonal Bei ausbildungsbegleitenden Veranstaltungen für Medizinisches Assistenzpersonal erhalten die Referenten eine Erstattung der Fahrkosten für öffentliche, regelmäßig verkehrende Verkehrsmittel in der nachgewiesenen Höhe oder Kilometergeld für die Benutzung des eigenen Kraftfahrzeuges nach den steuerfreien Höchstbeträgen gemäß Einkommensteuergesetz in der jeweils geltenden Fassung. Das Honorar für Referenten beträgt pro Vortragsstunde á 45 min 25,00 €

5. Ausnahmeregelungen Mit Zustimmung des/der Präsidenten/Präsidentin können in begründeten Ausnahmefällen an Referenten, die nicht Mitglied der Ärztekammer Sachsen-Anhalt sind, höhere Honorare oder ein Gesamthonorar gezahlt werden, wenn gewährleistet ist, dass sich die Veranstaltung bzw. der Kurs durch die festgelegten Gebühren selber trägt. Mit Wissenschaftlichen Leitern/Referenten mehrtägiger Veranstaltungen kann zur Vereinfachung der Abrechnung vorab ein Honorarvertrag über die Gesamtleistung für die betreffende Veranstaltung geschlossen werden, der sich an den in dieser Ordnung enthaltenen Honoraren orientiert. Inkrafttreten Diese Honorar- und Entschädigungsregelung tritt am 01.01.2017 in Kraft. Gleichzeitig verliert die Honorar- und Entschädigungsregelung vom 01.01.2014 ihre Gültigkeit. Ausfertigung: Magdeburg, den 16. November 2016 Dr. med. Simone Heinemann-Meerz Präsidentin gez. apl. Prof. Dr. med. habil. Uwe Ebmeyer

Mitteilungen der Kammer

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Mitteilungen der Kammer

Reisekostenordnung für ehrenamtlich tätige Kammermitglieder der Ärztekammer Sachsen-Anhalt (beschlossen von der Kammerversammlung am 12.11.2016) Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt erstattet Kammermitgliedern für Dienstreisen und Dienstgeschäfte in Ausübung eines Ehrenamtes für die Kammer die hierdurch entstandenen Aufwendungen durch die Zahlung von Reisekosten • Fahrkosten • Übernachtungskosten • Nebenkosten sowie Entschädigungen • Sitzungsgeld • Entschädigung für Zeitverlust

1. Dienstreisen und Dienstgeschäfte Dienstreisen und Dienstgeschäfte im Sinne dieser Ordnung sind Reisen zur Erledigung von Dienstgeschäften im Auftrag der Kammer, die durch die Präsidentin/den Präsidenten angeordnet oder genehmigt sind. Einer ausdrücklichen Anordnung und Genehmigung bedarf es nicht, wenn das Dienstgeschäft auf Grund der Wahl oder Benennung des Kammermitgliedes durch die Kammerversammlung oder den Vorstand ausgeübt bzw. wahrgenommen wird (z. B. für regelmäßige Sitzungen der Gremien und Ausschüsse der Ärztekammer Sachsen-Anhalt oder der BÄK).

2. Reisekosten 2.1 Reisekosten (1) Bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel werden die nachgewiesenen Kosten erstattet. Für Dienstreisen mit der Bahn ist vorzugsweise das Großkundenabonnement der Kammer in Anspruch zu nehmen, es sei denn, der Dienstreisende nutzt eine BahnCard. Soweit erforderlich, werden zusätzlich nachgewiesene Kosten für die Benutzung von Taxis erstattet. (2) Bei Benutzung des eigenen Kraftwagens wird je gefahrenem Kilometer eine Vergütung von 0,50 € gezahlt. Ggf. anfallende Parkgebühren werden bei entsprechendem Nachweis erstattet. (3) Kosten für Flugreisen werden erstattet, wenn diese günstiger als die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bzw. des privaten PKW sind. Aus anderen Gründen werden Flugkosten erstattet, wenn diese zuvor durch die Präsidentin/ den Präsidenten ausdrücklich genehmigt wurden.

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Mitteilungen der Kammer

2.2 Übernachtungsgeld Für notwendig werdende Übernachtungen werden die nachgewiesenen Kosten einschließlich Frühstück bis zu einem Gesamtbetrag von 130,00 € erstattet, mindestens aber ein Betrag in der Höhe, wie er an Arbeitnehmer steuerfrei erstattet werden könnte.

3. Entschädigungen 3.1 Sitzungsgeld Für die Teilnahme an Sitzungen wird ein Sitzungsgeld in Höhe von 30,00 € gezahlt. 3.2 Entschädigung für Zeitverlust (1) Zusätzlich zum Sitzungsgeld wird eine Entschädigung für Zeitverlust für die Abwesenheit des Arztes von seiner Wohnung oder von der Praxis wie folgt gezahlt:

Bei Abwesenheit von unter 3 Stunden ab 3 bis unter 6 Stunden ab 6 bis unter 8 Stunden ab 8 Stunden

75,00 € 100,00 € 125,00 € 150,00 €.

(2) Die Entschädigung wird auch gezahlt für den Tag der Anreise am Tag vor einer Sitzung und für den Tag der Rückreise nach der Sitzung, wenn die Reise aus zwingenden Gründen nicht am Tag der Sitzung stattfinden kann. (3) Mitglieder von Prüfungskommissionen für die Abnahme der Prüfungen bei den Medizinischen Fachangestellten und Mitglieder der Prüfungskommission für den DeutschSprachtest erhalten für die Durchführung der praktischen Prüfungen zusätzlich eine Pauschale von 10,00 € je Prüfungskandidat. 4. Inkrafttreten Diese Reisekostenordnung tritt am 01. Dezember 2016 in Kraft. Ausfertigung: Magdeburg, den 16. November 2016 Dr. med. Simone Heinemann-Meerz Präsidentin gez. apl. Prof. Dr. med. habil. Uwe Ebmeyer

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Mitteilungen der Kammer

12. Satzung zur Änderung der Kostenordnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt vom 11. November 2000, zuletzt geändert durch Beschluss der Kammerversammlung am 08. November 2014 §1 Die Anlage zu § 1 – Gebührenverzeichnis – wird wie folgt geändert: 7.2 Gebühr für die Durchführung des Deutsch-Sprachtests bei ausländischen Ärztinnen und Ärzten 350,00 €

§2

Ausfertigung: Magdeburg, den 16. November 2016 Dr. med. Simone Heinemann-Meerz Präsidentin gez. apl. Prof. Dr. med. habil. Uwe Ebmeyer

Die Satzung tritt ab 01.01.2017 in Kraft.

Erscheinungsdaten Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 2017 Ausgabe

Erscheinungstag

Anzeigenschluss

1-2/2017*

14.01.2017 (Samstag)

02.12.2016 (Freitag)

3/2017

04.03.2017 (Samstag)

01.02.2017 (Mittwoch)

4/2017

01.04.2017 (Samstag)

28.02.2017 (Dienstag)

5/2017

29.04.2017 (Samstag)

28.03.2017 (Dienstag)

6/2017

10.06.2017 (Samstag)

05.05.2017 (Freitag)

7-8/2017*

15.07.2017 (Samstag)

02.06.2017 (Freitag)

9/2017

02.09.2017 (Samstag)

28.07.2017 (Freitag)

10/2017

30.09.2017 (Samstag)

25.08.2017 (Freitag)

11/2017

04.11.2017 (Samstag)

29.09.2017 (Freitag)

12/2017

02.12.2017 (Samstag)

27.10.2017 (Freitag)

* Heft 1 und Heft 2 sowie Heft 7 und Heft 8 erscheinen 2017 als Doppelausgaben.

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Mitteilungen der Kammer

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Mitteilungen der Kammer

Fax: (03 45) 22 13 222 Bitte ausfüllen und als Fax oder Brief senden bei Rückfragen: Tel. (03 45) 22 13 222

Stadt Halle (Saale) Fachbereich Gesundheit Niemeyerstraße 1 06110 Halle

Gemeinsame Veranstaltung der Stadt Halle (Saale), Fachbereich Gesundheit und der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Verbindliche Anmeldung Hiermit melde ich mich für nachfolgende Veranstaltung an:

„Fortbildungsreihe Medizinische Versorgung von Asylsuchenden“ Termine:

11. und 18. Januar sowie 08. Februar 2017, jeweils 15.00 bis ca. 16.30 Uhr

Veranstaltungsort:

Elisabeth-Saal im Elisabeth-Krankenhaus Halle Mauerstraße 5, 06110 Halle

Teilnahmegebühr:

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Fortbildungspunkte: Die Veranstaltungsreihe wurde mit 2 Fortbildungspunkten je Veranstaltung zertifiziert. Themen:

11. Januar 2017: „Rechtliche Rahmenbedingungen der medizinischen Versorgung von Asylsuchenden“ Referent: Prof. Dr. Kluth, Juristische Fakultät MLU Halle und

18. Januar 2017: „Interkulturelle Kommunikation – theoretische Hintergründe und praktische Strategien“ Referentin: Frau Grünig, Seminar für Allgemeine Sprachwissenschaft MLU Halle

8. Februar 2017: „Kulturelle Dynamiken in der Arzt-Patient-Beziehung – eine sozialwissenschaftliche Perspektive“ Referentin: Prof. Dr. Weißköppel, Seminar für Ethnologie MLU Halle

„Erfahrungen aus dem Beratungsalltag – Fallberichte aus einer Migrationsberatungsstelle“ Referentin: Frau Keitel, Migrationsberatungsstelle Paritätischer Wohlfahrtsverband

Titel, Vorname, Name:

Ort, Datum

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Fachgebiet: Unterschrift

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Neues aus dem Kammerbereich

Akademischer Festakt zur Urkundenverleihung

Zweite Erxleben-Lecture

Fotos: Arvid Rosteck/Zentrale Fotostelle UKH

Die meisten kennen einen Vertreter der Gattung Drosophila: die Fruchtfliege, die vor allem im Sommer herumschwirrt. Doch Drosophila sind auch sehr beliebte Insekten in der Forschung. Warum das so ist, erklärte Professorin Dr. rer. nat. Elisabeth Knust am 29. Oktober 2016 in ihrem Festvortrag „Klein, aber oho: Die Taufliege Drosophila in der Grundlagenforschung“ in der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Diese zweite Erxleben-Lecture hielt die Direktorin des Max-Planck-Institutes für Molekulare Zellbiologie und Genetik Dresden im Rahmen des akademischen Festaktes anlässlich der Urkundenübergabe an Habilitanden, Doktoranden sowie zum Goldenen Doktorjubiläum. Die Veranstaltung begann mit der Begrüßung der Gäste seitens des Dekans der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. Michael Gekle, und einem Grußwort des Prorektors für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Martin-Luther-Universität, Professor Dr. Michael Bron. Danach begrüßte Dr. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer SachsenAnhalt, Professorin Knust, deren Vortrag im Anschluss folgte. Sie würdigte dabei die außerordentliche akademische und berufliche Karriere der Lecture-Referentin. Denn nach wie vor sind Frauen in keiner ausreichenden Anzahl in Professorenstellen vertreten.

Dr. Simone Heinemann-Meerz begrüßt die Referentin

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Dr. Simone Heinemann-Meerz verwies darauf, dass Professorin Elisabeth Knust 1951 in einer Zeit geboren wurde, in der die Anstellung von Frauen in akademischen Positionen eine Ausnahmeerscheinung war. Sie studierte an der Universität Düsseldorf Biologie und wurde dort auch promoviert. Nach Stationen an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Köln habilitierte sie sich im Fach Entwicklungsbiologie in Köln. Sie wurde zur Professorin am Institut für Entwicklungsbiologie der Universität Köln berufen und später Leiterin des Instituts für Genetik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Professorin Knust ist seit 2007 Direktorin und Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik. Die Kammerpräsidentin verwies darauf, dass Professorin Knust 1997 den GottfriedWilhelm-Leibniz-Preis erhielt, den renommiertesten Förderpreis für Wissenschaftler in Deutschland. Seit 2015 ist sie Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Zudem war Professorin Knust von 2009 bis 2013 Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Sie forscht zu den genetischen Grundlagen retinaler Degeneration, vorwiegend an der Taufliege Drosophila melanogaster. Die besondere Vorlesung wurde zu Ehren Dorothea Christiane Erxlebens veranstaltet, die 1755 an der Universität Halle zur ersten Ärztin Deutschlands promoviert wurde. Sie war eine Pionierin für das Frauenstudium. Der 300. Geburtstag von Dorothea Christiane Erxleben, der im vergangenen Jahr in einem Festakt durch die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Ärztekammer Sachsen-Anhalt gewürdigt wurde, war für beide Anlass, eine „Erxleben-Lecture“ ins Leben zu rufen. Den Vortrag zu dieser ersten Lecture

Prof. Elisabeth Knust, Referentin der zweiten Erxleben-Lecture

Urkundenübergabe der medizinischen Fakultät

hielt Professorin Dr. med. Elke LütjenDrecoll von der Universität NürnbergErlangen zum Thema „Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt. Aspekte zur funktionellen Morphologie des Sehorgans“. Diese Lecture-Serie, zu der einmal im Jahr ausgewählte Referenten geladen und damit ausgezeichnet werden, soll durch die Präsentation von Vorbildern auch zur Förderung der Karrierewege von Frauen beitragen.

Neues aus dem Kammerbereich

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Neues aus dem Kammerbereich

Roboter-assistierte Nierentransplantationen nach laparoskopischer Donornephrektomie in Halle (Saale)

Blick auf den OP-Roboter

Am Nierentransplantationszentrum der urologischen Universitätsklinik und Poliklinik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurden kürzlich die ersten zwei Nierentransplantationen mit dem OP-Robotersystem Da-Vinci in den neuen Bundesländern durchgeführt. Es handelt sich dabei, um die dritte und vierte in Deutschland, nach dem die ersten zwei an der von Prof. Dr. Michael Stöckle geleiteten Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie, der Universität des Saarlandes einige Wochen zuvor durchgeführt worden. Die roboter-assistierte Chirurgie ist in der Urologie mittlerweile Routine geworden, heute werden immer mehr komplexe onkologische Operationen roboter-assistiert durchgeführt, vorwiegend handelt es sich um funktions- und organerhaltende Tumoroperationen an Prostata und Niere. An ausgewiesenen Transplantationszentren konnte zwar die Entnahme einer Spenderniere entweder laparoskopisch oder roboterassistiert durchgeführt werden, die

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Neues aus dem Kammerbereich

Auf Initiative von Prof. Dr. Michael Stöckle, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie der Universität des Saarlandes und Vorsitzender des Arbeitskreises Nierentransplantation der Akademie der Deutschen Urologen, wurde 2015 eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen mit dem Ziel, die roboter-assistierte Nierentransplantation in Deutschland zu implementieren. Nach einer Reihe tierexperimenteller und klinischer Vorbereitungsmaßnahmen und einer Hospitation an der Fundació Puigvert in Barcelona bei Prof. Dr. Alberto Breda, dem verantwortlichen Leiter des dortigen Nierentransplantationsprogrammes, konnten in Homburg (Saar) im Juni diesen Jahres die ersten beiden roboter-assistierten Nierentransplantationen in Deutschland durchgeführt werden. Bei den Eingriffen erhielt Prof. Dr. Michael Stöckle Unterstützung von Prof. Dr. Alberto Breda, der diese Operationstechnik bereits 2015 an seiner Klinik etabliert hatte und derzeit europaweit über die größte Erfahrung auf dem Gebiet der roboter-assistierten Transplantation europaweit verfügt. Im August konnten zwei weitere roboter-assistierte Nierentransplantationen, ebenfalls mit der Unterstützung

von Prof. Dr. Alberto Breda, am Transplantationszentrum der Martin-LutherUniversität in Halle (Saale) unter der Leitung von Prof. Dr. Paolo Fornara durchgeführt werden, dabei handelte es sich um die ersten zwei Transplantationen, die in den neuen Bundesländern roboter-assistiert durchgeführt wurden. Halle ist somit das vierte Transplantationszentrum in Europa, das die Technik der roboter-assistierten Nierentransplantation eingeführt hat. Beide in Halle durchgeführten Transplantationen – die im Rahmen von Lebendspenden (Mutter zu Sohn und Bruder zu Schwester) durchgeführt wurden, verliefen äußerst erfolgreich. Sowohl den Spendern als auch den Empfängern geht es klinisch exzellent, es traten keinerlei Komplikationen auf und beide Empfänger erfreuen sich einer exzellenten Transplantatfunktion. Die Spender konnten beide am 4. postoperativen Tag entlassen werden, die Empfänger am 14. postoperativen Tag und damit deutlich früher als bei einem sonstigen Verlauf nach konventioneller Nierentransplantation. Die roboter-assistierte Nierentransplantation ist eine noch junge Errungenschaft der Urologie, durch den Einsatz des OP-Roboters ist es nun möglich geworden, den gesamten Vorgang einer Lebendspende minimalinvasiv durchzuführen, die Spenderniere kann laparoskopisch, also ohne chirurgischen Schnitt entnommen und nun auch minimalinvasiv roboter-assistiert ebenfalls ohne Schnitt transplantiert werden. Durch die Reduzierung des

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Fotos: UKH

Transplantation der Niere selbst blieb aber bislang Domäne der konventionellen offenen Chirurgie, laparoskopisch durchgeführte Transplantationen waren bisher nie gewagt worden, da sie als technisch äußerst schwierig gelten.


Neues aus dem Kammerbereich

Die Kassenärztliche Vereinigung schreibt folgende Vertragsarztsitze aus: Fachgebiet: Hausärztliche Praxis Praxisform: Einzelpraxis Praxisort: Halle Fachgebiet: Frauenheilkunde und Geburtshilfe Praxisform: Einzelpraxis Praxisort: Naumburg

Koffer packen am Entlassungstag

chirurgischen Traumas wird die Belastung für Spender und Empfänger geringer, die deutlich besseren Sichtverhältnisse bei der roboter-assistierten Transplantation bieten geradezu die besten Voraussetzungen für eine optimale Durchführung der Gefäßnaht zwischen den Gefäßen der Lebendspenderniere und die des Transplantatempfängers. Die Reduzierung des operativen Traumas spielt bei der Lebendspende eine besondere Rolle, da verständlicherweise dies beim Spender an oberster Stelle steht und beim immunsupprimierten Empfänger typische Komplikationen der offenen Chirurgie deutlich reduziert werden. Durch die Möglichkeit der roboter-assistierten Transplantationen wird somit eine neue Ära der Transplantationsmedizin eingeläutet. Die Operationsmethode ist gegenwärtig nur den Transplantationen im Rahmen von Nierenlebendspenden vorbehalten, wird sich aber sicherlich in naher Zukunft weiter entwickeln und möglicherweise auch auf Transplantationen mit postmortalen Organen ausweiten lassen. Korrespondenzadresse Dr. K. Weigand Leiter des Nierentransplantationsprogrammes Universitätsklinikum Halle (Saale) Klinik und Poliklinik für Urologie Ernst-Grube-Str. 40 06120 Halle/Saale Tel.: 0049-345-5574246 Fax: 0049-345-5572052 karl.weigand@uk-halle.de

Fachgebiet: Hausärztliche Praxis Praxisform: Einzelpraxis Praxisort: Osterburg Fachgebiet: Kinder- und Jugendmedizin Praxisform: Einzelpraxis Planungsbereich: Börde Hausärztliche Praxis Fachgebiet: Praxisform: Einzelpraxis Planungsbereich: Bernburg Fachgebiet: Kinder- und Jugendmedizin (halber Versorgungsauftrag) Praxisform: Gemeinschaftspraxis Planungsbereich: Harz Fachgebiet: Kinder- und Jugendmedizin Praxisform: Einzelpraxis Praxisort: Harzgerode Fachgebiet: Neurologie / Psychiatrie Praxisform: Einzelpraxis Praxisort: Klötze Fachgebiet: Neurologie / Psychiatrie Praxisform: Einzelpraxis Praxisort: Köthen Fachgebiet: Orthopädie (halber Versorgungsauftrag) Praxisform: Einzelpraxis Praxisort: Halle Fachgebiet: Frauenheilkunde und Geburtshilfe Praxisform: Einzelpraxis Planungsbereich: Saalekreis Fachgebiet: HNO-Heilkunde Praxisform: Einzelpraxis Praxisort: Burg Fachgebiet: Radiologie Praxisform: Gemeinschaftspraxis Planungsbereich: Raumordnungsregion Magdeburg Fachgebiet: Radiologie (halber Versorgungsauftrag) Praxisform: Gemeinschaftspraxis Planungsbereich: Raumordnungsregion Magdeburg Reg.-Nr.: 1908b/2016 Bewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt Abt.: Zulassungswesen Postfach 1664, 39006 Magdeburg Die Ausschreibung endet am 03.01.2017. Wir weisen darauf hin, dass sich die in der Warteliste eingetragenen Ärzte ebenfalls um den Vertragsarztsitz bewerben müssen.

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Neues aus dem Kammerbereich

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Neues aus dem Kammerbereich

Nuklearmedizinisches Team

Eine Einrichtung stellt sich vor

Generationswechsel in der universitären Nuklearmedizin des UKH

Seit Juli 2016 wird die eigenständige Abteilung für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Halle (UKH) von Dr. A. Odparlik geleitet. Gleichzeitig ist er Stellvertreter des derzeitigen geschäftsführenden Direktors (Prof. Dr. D. Vordermark) des neu gegründeten Departments für Strahlenmedizin, welchem ebenfalls die Klinik und Poliklinik für Radiologie und die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie angehören.

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Neues aus dem Kammerbereich

Bereits unter seinem Vorgänger Prof. Dr. M. Bähre, dem vormaligen Direktor der Nuklearmedizin, war Dr. A. Odparlik ab dem Jahr 2012 als Leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor tätig. Von Beginn an legte er dabei Schwerpunkte in der Einführung und Weiterentwicklung moderner nuklearmedizinischer Therapieverfahren sowie der Etablierung der Hybridbildgebung. Letztere erlaubt die kombinierte Darstellung von Stoffwechselvorgängen und Morphologie mittels Schnittbildgebung, was die Qualität der diagnostischen Aussagen entscheidend verbessert. Die Beschaffung eines modernen PET-Scanners mit einem volldiagnostisch nutzbaren 64-Zeilen-Computertomographen im Jahr 2014 und die Aufnahme der zusätzlichen Tätigkeit im MVZ des

UKH war eine wesentliche Voraussetzung für diese Erweiterung des diagnostischen Angebots für interne und externe Partner. Als Doppelfacharzt für Nuklearmedizin und Diagnostische Radiologie bringt Dr. A. Odparlik dafür beste Voraussetzungen mit. Er absolvierte sein Humanmedizinstudium an den Universitäten Halle, Greifswald und Pretoria/Südafrika. Die Facharztweiterbildungen erfolgten in verschiedenen Kliniken in Halle, Erfurt und schließlich in Jena, wo er am dortigen Universitätsklinikum bereits als Leitender Oberarzt tätig war. „Heute können wir nahezu das gesamte Spektrum der nuklearmedizinischen Diagnostik anbieten“, freut sich Andreas Odparlik. Das wäre, wie er betont,

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Foto: UKH

Unter neuer Leitung erweitert die Abteilung für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Halle ihr diagnostisches und therapeutisches Spektrum und setzt dabei auf interdisziplinäre Kooperationen zur Verbesserung der Qualität in Patientenversorgung, Lehre und Forschung.


Neues aus dem Kammerbereich

Foto: Arvid Rostek, UKH

ohne die Voraussetzungen, die seine Vorgänger seit Gründung der Abteilung für Nuklearmedizin am UKH unter Prof. Dr. L. Kölling im Jahr 1965 geschaffen haben, heute nicht möglich. So wurde von Prof. Dr. T. Mende, welche die Universitätsklinik für Nuklearmedizin von 1986 bis 2009 leitete, eine Station für Nuklidtherapien mit 12 Betten eröffnet. Diese befindet sich noch heute am Standort Professor-Friedrich-Hoffmann-Str. 1 in Halle, jedoch haben sich seitdem die stationären nuklearmedizinischen Therapieverfahren rasant weiterentwickelt. Darauf aufbauend können heute deutlich mehr Therapieverfahren angeboten werden als die bewährte Radioiodtherapie bei gut- und bösartigen Schilddrüsenerkrankungen. So gibt es u. a. die Möglichkeit der Behandlung von Patienten mit metastasiertem, hormonrefraktärem Prostatakarzinom, die das prostataspezifische Membranantigen (PSMA) exprimieren (177Lutetium-PSMA-Therapie). Patienten mit metastasierten, differenzierten neuroendokrinen Tumoren können von einer ebenfalls sehr gut verträglichen Peptidtherapie (177Lutetium-DOTATherapie) profitieren. Die selektive interne Radiotherapie (SIRT mit 90Y beschichteten Partikeln) ist sowohl in der Behandlung von hepatozellulären Karzinomen als auch in der lokal ablativen Therapie von hypervaskularisierten Lebermetastasen etabliert worden. Andreas Odparlik setzt dabei stark auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit: „Sie ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg dieser neuen Therapien, da der Austausch und die enge Zusammenarbeit der verschiedenen beteiligten Fachrichtungen dazu beiträgt, die für die betroffenen Patientinnen und Patienten jeweils beste Therapiestrategie festzulegen.“ Unter Prof. Dr. M. Bähre, der die Klinik von 2009 bis zum Sommer 2016 leitete, wurde die Ausstattung der Kameratechnik fortwährend erweitert. So konnte die universitäre Nuklearmedizin in Halle beispielsweise schon frühzeitig über ein modernes SPECT/ CT-Gerät verfügen und den damit eingeschlagenen Weg hin zur Hybridbildgebung durch die spätere Installa-

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tion des PET/CT-Scanner konsequent fortsetzen. Nach dem Umzug des diagnostischen Teiles der Nuklearmedizin im Oktober 2014 in moderne und freundliche Räume des Hauptstandortes UKH in der Ernst-Grube-Str. 40 in Halle konnten nunmehr auch kurze Wege für ambulante und stationäre Patienten realisiert werden. Diese technischen und räumlichen Voraussetzungen sowie das Engagement im MVZ des UKH erlauben es, alle ambulanten nuklearmedizinischen Untersuchungsmethoden, wie z. B. die Myokard-, die Skelett- und die Nierensequenzszintigraphie sowie PET/ CT-Untersuchungen bei ausgewählten onkologischen, kardiologischen, inflammatorischen oder neurodegenerativen Fragestellungen und die gesamte Palette der Schilddrüsendiagnostik sowohl bei gut-, als auch bei bösartigen Erkrankungen, anzubieten. Darüber hinaus werden ambulante Radiosynoviorthesen (RSO) bei entzündlichen Gelenkserkrankungen von nahezu allen Gelenken durchgeführt. „Ein wichtiges Ziel für die weitere Entwicklung der Abteilung für Nuklearmedizin am UKH ist der Ausbau der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen am UKH und externen Krankenhäusern in Form von Kooperationen, gemeinsamen Zertifizierungen und der Mitarbeit in der ambulanten Spezialversorgung für eine weitere Verbesserung der gemeinsamen Patientenversorgung“, erläutert Andreas Odparlik. Auch im Bereich Forschung wird an der Weiterentwicklung der universitären Nuklearmedizin in Halle durch den Aufbau von Kooperationen gearbeitet. So wird nach umfangreicher personeller Neuaufstellung in der Radiochemie und Medizinphysik der Abteilung für Nuklearmedizin derzeit ein Reinraumlabor aufgebaut und zertifiziert, um dem Arzneimittelrecht entsprechend nach GMPKriterien selbst Radiopharmazeutika nicht nur für die Patientenversorgung, sondern auch für Forschungsprojekte mit universitären Partnern herstellen zu können. Vor allem in der präklinischen Forschung wird das in der Abteilung

Dr. Andreas Odparlik

etablierte Kleintier-PET/CT innerhalb einer Core Facility genutzt. Andreas Odparlik, der über die volle Weiterbildungsermächtigung für die Facharztweiterbildung Nuklearmedizin verfügt, engagiert sich auch in der Lehre. Neben der Facharztausbildung und dem Unterricht von Medizinstudierenden beteiligt sich die Abteilung für Nuklearmedizin auch an der Ausbildung Medizinisch-technischer Radiologieassistenten/innen und angehender Medizinphysiker/innen. „Darüber hinaus liegt uns ein enger Austausch mit unseren niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen am Herzen“, betont Andreas Odparlik, „so dass wir im Frühherbst dieses Jahres eine halbjährlich stattfindende Fortbildungsreihe ins Leben gerufen haben, um nuklearmedizinische Sachverhalte und neue Entwicklungen darzustellen.“ „Das gesamte Team der Abteilung für Nuklearmedizin des UKH arbeitet in der Patientenversorgung, der Forschung sowie der Aus- und Weiterbildung daran, als kompetenter und zuverlässiger Partner noch wirksamer zu werden“, betont ihr neuer Leiter Andreas Odparlik. „Dafür sind wir für Anregungen und Optimierungsvorschläge unserer Kolleginnen und Kollegen offen und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit.“ Korrespondenzanschrift: Department für Strahlenmedizin Abteilung für Nuklearmedizin Universitätsklinikum Halle (Saale) Ernst-Grube-Strasse 40 D-06120 Halle (Saale)

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Erste Hospitation von Magdeburger Medizinstudenten in der Apotheke Markus Wehrle und Amadeo Touet hatten bisher noch keine Apotheke von innen gesehen, jedenfalls nicht hinter den Kulissen. Zwar waren sie schon des Öfteren als Patient in der Offizin, also im Verkaufsbereich einer Apotheke, aber was im Hintergrund abläuft, blieb ihnen bisher verborgen. Umso überraschter waren die Medizinstudenten im 9. Semester, welche Aufgaben neben der Herausgabe eines Arzneimittels ein Apotheker zusätzlich bewältigen muss. „Eine wichtige Voraussetzung für eine sichere Arzneimittelversorgung der Patienten ist die Kommunikation von Arzt und Apotheker auf Augenhöhe. Wenn Medizinstudenten bereits in ihrer Ausbildung Hürden der Arzneimittelabgabe kennenlernen, kann das Verständnis für die notwendigen Rückfragen der Apotheker beim Arzt wachsen“, erklärte Dr. Ralf Gröpler seinen Hospitanten am 25. Oktober 2016. Der Apotheker führte die Studenten durch seine Goethe-Apotheke in Magdeburg und informierte über das richtige Ausstellen eines Rezeptes, über Fragen der Warenlogistik, stellte die Rezeptur und das manuelle Verblistern für Pflegeheime vor. Großen Eindruck hinterließ bei den Studenten die ABDADatenbank mit ihrer aktuellen Übersicht aller Arzneimitteinteraktionen. Läuft es mal nicht rund in der Arzneimittelversorgung, dann wachen die Arzneimittelexperten über Komplikationen und fangen Probleme bereits im Vorfeld ab. Dr. Ralf Gröpler hatte ein Beispiel dafür zur Hand: Ein Patient mit einer Zytostatikatherapie bekam von einem anderen Arzt zusätzlich das Virusstatikum Zostex verordnet. Diese Kombination kann für den Patienten im schlimmsten Fall tödlich enden. Damit

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wird deutlich, wie wichtig die Arbeit der Apotheker ist. Wechselwirkungen von Arzneimitteln bildeten einen Schwerpunkt in der Hospitation der Studenten. Insgesamt elf Besuche mit jeweils zwei Studenten sind in drei Magdeburger Apotheken bis Ende Januar 2017 vorgesehen. Erklärtes Ziel ist es, sich einmal von der medizinischen Fachebene zu lösen, den eigenen Horizont zu erweitern und so einen offeneren Blick für die Therapie des Patienten zu haben. Im Ausbildungskomplex: „Die Medizin des Alterns und des alten Menschen“ des Instituts für Allgemeinmedizin der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg kooperiert das Institut mit der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt. „Keiner kann den konkreten Überblick über mehr als 100.000 Arzneimittel im Markt haben. Wir in der Apotheke haben stets aktuelle Daten zu den Arzneimitteln. Dazu gehören Chargensperrungen, Außer-Vertrieb-Artikel, Rabattvertragsartikel und aktuelle Preise. Außerdem sehen wir die Gesamtmedikation unserer Stammpatienten. Das reicht von der Blutdrucktablette über das Antibiotikum bis zum selbst gekauften Hustensaft. Damit sind wir nicht nur gute Ratgeber für unsere Kunden, sondern auch unverzichtbare Partner der Ärzte“, erklärte Dr. Gröpler. Und er ergänzte: „Diese Hospitation muss keine Einbahnstraße sein. Ich finde es genauso wichtig, dass Pharmazeuten in ihrer Ausbildung auch Einblicke in eine Arztpraxis erhalten, um das gegenseitige Verständnis zu entwickeln.“ Die Hospitation der Medizinstudenten ist ein weiterer Baustein in einer

engeren Zusammenarbeit der medizinischen Berufe. Unter dem Aspekt der „Multimedikation – Probleme aus medizinischer und pharmazeutischer Sicht“ wurden im September 2016 erstmals auf einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung der Ärztekammer und der Apothekerkammer SachsenAnhalt diese Schwerpunkte aus der Sicht beider Heilberufe beleuchtet. Etwa 60 Ärzte und 60 Apotheker nahmen daran teil. Hintergrund: In Deutschland nehmen über sieben Millionen Bürger dauerhaft oder über einen längeren Zeitraum fünf oder mehr Arzneimittel täglich ein. Betroffen sind insbesondere ältere und multimorbide Patienten. Mit der Anzahl gleichzeitig eingenommener Wirkstoffe steigt das Risiko für Wechselwirkungen. Die Balance zwischen nützlicher und notwendiger Behandlung und unangemessener Übertherapie zu finden, ist eine Herausforderung im ärztlichen Alltag. Wie viele Medikamente benötigt ein Patient, um seine bestehenden Beschwerden zu heilen oder zu lindern? Welche Interaktionen sind bei gleichzeitiger Anwendung verschiedener Wirkstoffe zu erwarten? Wie können Ärzte und Apotheker im Interesse der Arzneimitteltherapiesicherheit zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen? Diese und weitere Fragen zum Thema „Multimedikation“ wurden gemeinsam aus der Sicht des Klinikers, des niedergelassenen Arztes und des Pharmazeuten diskutiert. Die Schnittstellen sind vielfältig. Wenn heute ein Patient in ein Krankenhaus kommt, werden Medikamente ausgetauscht, da eine Krankenhausapotheke

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nicht alle Mittel vorhalten kann. Dabei können Probleme auftreten. „Wir haben bei uns ein Aufnahmegespräch mit einem Apotheker in den operativ tätigen Klinikalltag integriert, um Komplikationen zu vermeiden“, erklärte Dr. Stephan Kessner, Chefapotheker
 in der Zentralapotheke der Klinikum Magdeburg gGmbH. Der Vortrag des Apothekers beleuchtete die
 Arzneimittelversorgung an der Schnittstelle zwischen Ambulanz und Klinik. Bei der Arzneimittelanamnese durch einen Krankenhausapotheker können neben dem Anpassen der ambulanten Medikation an die Arzneimittelliste des Klinikums arzneimittelbezogene Probleme erkannt und gelöst werden. Wird ein Patient entlassen, sollten in den Arztbriefen Dauer und Dosis der weiter zu verabreichenden Arzneimittel aufgeführt sein. So kann nach einem Klinikaufenthalt ein erfolgreicher Übergang in die ambulante Arzneimittelversorgung gelingen. „Oft verändern sich

durch einen Klinikaufenthalt die Arzneimittel. Damit es nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt, ist Kommunikation wichtig, um nach einem stationären Aufenthalt Probleme bei der weiteren Arzneimittelverordnung zu vermeiden“, stellte Dr. Kessner mögliche Stolperfallen vor. Für ein enges und kurzfristiges Abstimmen zwischen Arzt und Apotheker plädierte dann Dr. Mohrenweiser in seinem Referat. Dr. Lars Mohrenweiser, Arzt, Apotheker und Vizepräsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt lenkte das Augenmerk der anwesenden Ärzte und Apotheker auf das ambulante Interaktionsmanagement. Patienten mit Multimedikation fordern Arzt und Apotheker gleichermaßen, gilt es doch gerade bei diesen Patienten unerwünschte Arzneimittelinteraktionen zu erkennen und zu vermeiden. „Die öffentliche Apotheke besitzt mit der Kundenkarte, in der alle

Medikamente (rezeptpflichtig und freiverkäuflich) gespeichert werden, ein hervorragendes Instrument, um Arzneimittelinteraktionen auszuschließen“, nennt er Vorzüge einer engen Apothekenbetreuung. Und ergänzt: „Interaktionsprobleme lassen sich oft nur im Schulterschluss beider Berufsgruppen lösen. Aus diesem Grund sollte die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern im täglichen Praxisalltag erleichtert werden, um am Ende die Arzneimitteltherapiesicherheit für die Patienten zu erhöhen.“ Ein Anfang wurde mit dieser Fortbildung gemacht. Zumindest war das Fazit der Anwesenden durchweg positiv, was sich auch am regen Diskussionsbedarf zeigte. Mal mit der Brille des anderen Heilberufes zu schauen, kann viel zum gegenseitigen Verständnis beitragen. | Pi AK-SA

13. Wundforum am 14. Dezember 2016 12:15 Uhr – 12:45 Uhr Check-in 12:45 Uhr – 13:15 Uhr WELCOME 13:15 Uhr – 13:25 Uhr Begrüßung und Einführung in das Programm Pieger, Rick; Wolff, Stefanie; Magdeburg 13:25 Uhr – 13:35 Uhr Fallbeispiele aus den einzelnen Fachbereichen – Dermatologie Zypro, Kirsten; Magdeburg 13:35 Uhr – 13:45 Uhr Kasuistiken aus der diabetischen Fußsprechstunde Schelenz, Dagmar; Magdeburg 13:45 Uhr – 13:55 Uhr Fallbeispiele aus den einzelnen Fachbereichen – Orthopädie Beck, Nancy; Magdeburg 13:55 Uhr – 14:05 Uhr Fallbespiele aus den einzelnen Fachbereichen – Gynäkologie Ripka, Gariele; Magdeburg 14:05 Uhr – 14:15 Uhr Fallbeispiele aus den einzelnen Fachbereichen – Chirurgie (mit anschließender Diskussion) Kaiser, Regine; Magdeburg 14:25 Uhr – 14:45 Uhr Wundmanagement aus der Sicht eines Homecare Unternehmens Keil, Heike; Magdeburg 14:50 Uhr – 15:25 Uhr Aromatherapie in der Wundversorgung Kuhnke, Torsten; Magdeburg 15:30 Uhr – 16:15 Uhr Imbiss und Kaffee, Besuch der Industrieausstellung Workshop: Vakuumversiegelung und ihre Möglichkeiten in der Wundversorgung (Hautbrücken, Wundtaschen etc.) Firma Paul Hartmann AG Circaid juxtacures – Selbstmanagement in der Kompressionstherapie des Ulcus cruris venosum Firma medi GmbH & Co. KG

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16:15 Uhr – 16:40 Uhr Rinnsal oder Sintflut – die Rolle eines Wundexsudat-Managements Jannasch, Olof; Kassel 16:45 Uhr – 17:10 Uhr Wundheilung aktiv fördern – Auf die richtige Ernährung kommt es an Kandulski, Melanie; Magdeburg 17:15 Uhr – 17:40 Uhr Homöopathische Unterstützung in der Wundheilung Lehmann, Angela; Magdeburg 17:45 Uhr – 18:10 Uhr Moderne Diagnostik und Therapie bei pAVK Tautenhahn, Jörg; Magdeburg 18:15 Uhr – 18:40 Uhr Warum heilt die Wunde ohne Kompression nicht ab? Alter, Mareike; Magdeburg Veranstaltungsort Universitätsklinikum Magdeburg A. ö. R. Leipziger Straße 44, 39120 Magdeburg Zentraler Hörsaal, Haus 22 Beginn: 12:15 Uhr (Check-in), Ende: gegen 18:40 Uhr Organisation & Wissenschaftliche Leitung Frau Prof. Dr. med. Stefanie Wolff, Kommissarische Leiterin der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie Dipl.-Pflegewirt Rick Pieger, Pflegedirektor Information & Anmeldung Daniela Trefflich, Tel.: 0391 / 67 15 663, Fax: 0391 / 67 290 373 E-Mail: Daniela.Trefflich@med.ovgu.de Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt erteilt für diese Veranstaltung 6 Punkte für das Fortbildungszertifikat.

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Herr PD Dr. phil. Th. Röske

14. Bad Kösener Groddeck-Symposium am 16.09.2016

„Schizophrenie und Rehabilitation“ Schizophrenien sind sicher mit die eindrucksvollsten Störungsbilder in der Psychiatrie. Neben dem bunten psychopathologischen Erscheinungsbild gehen die Krankheitsverläufe aber häufig auch mit kognitiven, sozialen und beruflichen Beeinträchtigungen einher. Das Krankheitsbild zählt zu den fünf Erkrankungen, die zu der größten Anzahl von Lebensjahren mit einer Behinderung (disability adjusted life years – DALY) führen. Trotz der Verbesserung medikamentöser Behandlungsmöglichkeiten und der Erweiterung der Therapieoptionen (z. B. um die kognitive Verhaltenstherapie) stellt die Behandlung dieser Patientengruppe bis heute eine Herausforderung dar. Daher

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und danach wie vor die Behandlung von Patienten mit Schizophrenien keine Selbstverständlichkeit in Rehakliniken darstellen, widmete sich das 14. Groddeck-Symposium der SRH Medinet Burgenlandklinik in Bad Kösen den therapeutischen und rehabilitativen Möglichkeiten bei dieser Patientengruppe. Nach einer kurzen Vorstellung der S3-Leitlinien zur Schizophrenie durch den Chefarzt der Klinik Herrn Dr. Ballaschke referierte Frau Prof. Dr. T. Lincoln aus Hamburg über Mechanismen der Entstehung und Aufrechterhaltung von Wahn und Halluzination. In ihrem Ansatz fokussierte sie, im

Unterschied zu historischen Ansätzen, darauf, dass es sich bei psychotischen Symptomen um ein Kontinuum von gesundem zu krankhaftem Erleben handelt. In ihren Studien (mit subklinischen Populationen) untersuchte Lincoln die Auswirkung von Stress auf die Entstehung einer Wahnsymptomatik. Sie legte dar, dass Stresseinflüsse bei hoch vulnerablen Menschen zu einem Anstieg paranoider Gedanken führt, wobei der Effekt durch die erlebte Angst und den Selbstwert mediiert wird. Frau Prof. Dr. S. Mehl aus Marburg knüpfte daran an und stellte Ansätze der kognitiven Verhaltenstherapie bei

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Schizophrenie vor. Vordergründiges Ziel der Therapie ist laut Mehl eine Reduktion von Stress und Belastung, welche Betroffene in Folge des Wahnerlebens empfinden. Ausgehend von einem „entpathologisierendem“ Krankheitsmodell werden nach psychoedukativer Vermittlung von Informationen (u. a. zu Denkverzerrungen/-fehlern) alternative Erklärungen erarbeitet und vermutlich logische aber real fehlerhafte Annahmen mittels kognitiver Techniken aufgedeckt, was schließlich in eine Modifikation subjektiver Erklärungsmodelle der Patienten münden soll.

Fotos: SRH Medinet Burgenlandklinik

Herr Prof. Dr. Weisbrod, Chefarzt der psychiatrischen Abteilung am SRH Klinikum Karlsbad-Langenstein, widmete seinen Vortrag kognitiven Funktionen bei Psychosen. Besonders Einschränkungen in den Bereichen der geteilten Aufmerksamkeit und der Response Inhibition führten häufig zu berufsbezogenen Einschränkungen (vor allem bei Konfrontation mit komplexen Situationen). Er betonte zudem, dass es sich bei dem Ausmaß, in dem kognitive Funktionen bei Erkrankten erhalten bleiben, um den besten Prädiktor für alltagsbezogene Leistungsfähigkeit und berufsbezogenes Bestehen handelt. Auch soziale Fähigkeiten beeinflussen entscheidend den Verlauf, so Weisbrod, jedoch seien diese wiederum von kognitiven Funktionen abhängig. In der

Herr Prof. Dr. med. M. Weisbrod

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Arbeit mit den Patienten sei es von großer Bedeutung, diese Einschränkungen für die Betroffenen verstehbar zu machen, um global negativen Selbsturteilen entgegen zu wirken bzw. vorzubeugen. Die besten Effekte zeigten laut Weisbrod eine Kombination aus kognitivem Training und social skills Training (z. B. nach Boey), bei denen inzwischen positive Auswirkungen auf den Alltag als auch bzgl. der Reintegration in die Arbeitswelt nachweisbar seien. Frau Dr. U. Gühne von der Universität Leipzig erläuterte anschließend Möglichkeiten, Patienten mit Schizophrenie, welche hinsichtlich der Teilhabe am beruflichen Leben häufig benachteiligt sind, in den Arbeitsmarkt zu (re)integrieren. Sie stellte sowohl das „traditionelle Stufenleitermodell“ berufsvorbereitender Maßnahmen („erst trainieren dann platzieren“) als auch den Ansatz des supported Employment („erst platzieren, dann trainieren“) beispielsweise mit Hilfe eines Jobcoaches vor. In vergleichenden Untersuchungen gebe es Hinweise für die Überlegenheit des letzteren Ansatzes im Hinblick auf die Dauer der Zeit auf dem Arbeitsmarkt als auch auf nicht arbeitsbezogene Outcomes (u. a. geringere Klinikzeiten).

Schaffen schizophrener Patienten in verschiedenen Epochen im Bereich der Kunst („Meist wird das zum Wahnsinn erklärt, was nicht in das Kunstkonzept des jeweiligen Autors passt.“). Er brillierte mit der Darstellung zahlreicher Kunstwerke, Geschichten darum herum und man konnte förmlich im Raum spüren, mit welcher Hingabe der Leiter der Prinzhorn Sammlung der Universität Heidelberg sich diesem Thema widmet. Nachdem die Zeit der Mittagspause zu Stärkung, Klinikrundgang und Erfahrungsaustausch genutzt wurde, konnte am Ende der Veranstaltung bei Kaffee und Kuchen im Wintergarten der Klinik der kollegiale Austausch vertieft werden. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr, dann wird die „Motivation“ im Zentrum unserer Veranstaltung stehen. Korrespondenzanschrift: Dr. med. Olaf Ballaschke Chefarzt, FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Suchtmedizin SRH Medinet Burgenlandklinik Fachklinik für Verhaltenstherapie, Verhaltensmedizin, Psychosomatische Rehabilitation & Abhängigkeitserkrankungen

Im Abschlussreferat gewährte Herr Dr. T. Rösler interessante Einblicke in das

Käthe-Kruse-Str. 2 06628 Naumburg/Saale

rechts: CA Dr. med. O. Ballaschke, links: Teilnehmer des Symposiums

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Das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt informiert:

Influenza-Surveillance in Sachsen-Anhalt In der 36. Kalenderwoche 2016 hat die Berichterstattung zur Influenza-Saison 2016/17 in Sachsen-Anhalt begonnen. Seit 2007 stützt sich die InfluenzaÜberwachung in Sachsen-Anhalt auf 3 Säulen: die Virologische Surveillance, die Surveillance akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in Kindertagesstätten und die Meldungen der Influenzavirusnachweise nach § 7 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Diese Informationen werden in einem wöchentlichen Bericht verarbeitet und den Gesundheitsämtern, dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration, dem Landesverwaltungsamt, den an der Virologischen Surveillance beteiligten Ärzten sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Sie dienen als Indikatoren für Beginn, Höhepunkt und Abklingen der Influenzawelle sowie für die Zirkulation von Influenzaviren und weiteren viralen ARE-Erregern in der Bevölkerung Sachsen-Anhalts.

IfSG, der ARE-Aktivität in Kindertagesstätten und an den Ergebnissen der Virologischen Surveillance begann die Influenzawelle in Sachsen-Anhalt in der Saison 2015/16 in der 4. Kalenderwoche (KW), erreichte ihren Höhepunkt in der 10./11. KW und flaute bis zur 16. KW 2016 ab. Vereinzelte Influenzavirusnachweise erfolgten vor und nach diesem Zeitraum.

Der Bericht erscheint wöchentlich auf der Homepage des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt (LAV): http://www.verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/hygiene/ infektionsschutz/influenza/akuteatemwegserkrankungen/

Der detaillierte Jahresbericht „Surveillance für akute respiratorische Erkrankungen (ARE) in Sachsen-Anhalt in der Saison 2015/16“ wurde auf der Homepage des LAV veröffentlicht: http:// www.verbraucherschutz.sachsenanhalt.de/hygiene/infektionsschutz/ influenza/akute-atemwegserkrankungen/jahresberichte-und-publikationen/

Zusammenfassende Bewertung der Saison 2015/16 Die Influenzawelle in der Saison 2015/16 verlief etwas schwächer als die in der Saison 2014/15, ist jedoch ebenfalls als eine starke Influenzawelle zu werten. Gemessen an der Übermittlung labordiagnostisch bestätigter Fälle nach

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Während der Influenzawelle 2015/16 dominierten vor allem InfluenzaA(H1N1)pdm09-Viren (pandemische Influenzaviren seit 2009) gefolgt von Influenza-B-Viren. Influenza-A(H3N2)Viren wurden nur bei wenigen Fällen nachgewiesen. Die zirkulierenden Influenza-A- und B-Viren reagierten gut mit den Immunseren der jeweiligen aktuellen Impfstämme. Im trivalenten Impfstoff war jedoch die hauptsächlich zirkulierende Influenza-B-Viruslinie nicht enthalten.

Influenzaimpfeffektivität von Lebend- und Totimpfstoffen In der Saison 2015/16 wurde erstmals die Effektivität des tetravalenten Lebendimpfstoffs (LAIV4) und die der

trivalenten Totimpfstoffe (TIV) in einer gemeinsamen Studie des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) und des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt geschätzt. Hierzu wurde eine Test-negative FallKontroll-Studie basierend auf den Daten der Virologischen Surveillance beider Bundesländer durchgeführt. Die Ergebnisse indizieren, dass der in dieser Saison verwendete LAIV4 bei 7- bis 17jährigen Kindern und Jugendlichen gut gegen Influenza B schützte. In den TIV war die hauptsächlich zirkulierende Influenza-B-Viruslinie nicht enthalten. Gegen Influenza A(H1N1)pdm09 deuten die Ergebnisse bei 2- bis 6-jährigen Kindern auf einen fehlenden Impfschutz von LAIV4 und auf einen guten Impfschutz der verwendeten TIV hin. Aus der Zusammenschau der Ergebnisse für die zurückliegenden Saisons kann die Empfehlung eines präferentiellen Einsatzes von LAIV oder TIV nicht abgeleitet werden. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wurde auf der Homepage des LAV veröffentlicht: http://www.verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/ fileadmin/Bibliothek/Politik_und_ Verwaltung/MS/LAV_Verbraucherschutz/hygiene/influenza/Effektivitaet_der_Influenzaimpfstoffe_2015-16.pdf Aufgrund dieser Daten aus Deutschland und weiterer Daten aus anderen Ländern hat die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) im Epidemiologischen Bulletin 39/2016 eine Stellungnahme veröffentlicht. Die STIKO kommt zu dem Schluss, dass bei Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren eine

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Überlegenheit des nasalen Lebendimpfstoffs (LAIV) gegenüber den inaktivierten Impfstoffen (IIV) derzeit nicht belegt ist und IIV und LAIV bei 2- bis 17-jährigen Kindern in der Saison 2016/17 gleichwertig angewendet werden können. Informationen zu den in Deutschland zugelassenen Impfstoffen, den freigegebenen Impfstoffdosen und der Impfstoff-Stammzusammensetzung für die Saison 2016/2017 sind auf der Webseite des Paul-Ehrlich-Instituts zu finden.

Danksagung

Korrespondenzadresse: Dr. Carina Helmeke

Wir danken den an der ARE-Surveillance teilnehmenden Gesundheitsämtern und Kindertagesstätten sowie den an der Virologischen Surveillance teilnehmenden Ärzten und ihren Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit. Weiterhin danken wir dem NRZ für Influenza und dem Medizinischen Labor Prof. Schenk/Dr. Ansorge und Kollegen in Magdeburg für die gute Kooperation.

Dezernat Gesundheits- und Hygienemanagement Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt Große Steinernetischstraße 4 39104 Magdeburg Tel.: +49 (0) 391 2564 176 Fax: +49 (0) 391 2564 192 Email: carina.helmeke@lav.ms. sachsen-anhalt.de

Ankündigung

12. Wintersymposium der Brustzentren in Weißenfels und Halle (Saale) mit besonderer Würdigung von Professor Dr. med. Christoph Thomssen anlässlich seines 60. Geburtstages Samstag, 14. Januar 2017 | 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg | Steintor-Campus, Hörsaal I | Adam-Kuckhoff-Str. 35, 06108 Halle (Saale) Wissenschaftliches Symposium zu ausgewählten Themen der Frauenheilkunde und Geburtshilfe, vorgetragen von namhaften Kolleginnen und Kollegen von Professor Christoph Thomssen. Anmeldung über das Sekretariat der Klinik und Poliklinik für Gynäkologie, Universitätsklinikum Halle (Saale) Telefon: 0345 / 557 4792 E-Mail: gyn@uk-halle.de www.unifrauenklinik-halle.de

Foto: UKH/ZFS/Arvid Rostek

Die Veranstaltung ist mit 7 Fortbildungspunkten von der Landesärztekammer Sachsen-Anhalt zertifiziert.

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Ein Mann ist ein Mann ist ein Mann...? Wie transgeschlechtliche Menschen im Praxisalltag unterstützt werden können

Im Dezember 2015 verabschiedete die Landesregierung von Sachsen-Anhalt ein politisches Programm, das für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (kurz: „Aktionsprogramm LSBTTI“) eintritt. Insbesondere die Bedürfnisse von trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ihren Angehörigen werden zunehmend in Medizin und psychosozialer Beratungspraxis diskutiert.

Was heißt Transgeschlechtlichkeit? Wenn ein Kind geboren wird, stellt sich als eine der ersten Fragen die danach, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. In den meisten Fällen zieht das eine Reihe von klar abgesteckten Reaktionen nach sich: Ob Verwandte und Bekannte blaue oder rosa Strampler schenken, ob es zum Tanzunterricht oder im Fußballverein angemeldet wird. Nicht immer läuft es ausschließlich in diesen bekannten Bahnen. Dann mag die Tochter lieber Blau und möchte trotzdem tanzen lernen. Manchmal aber werden unsere alltäglichen Gewohnheiten rund um die Geschlechter auch auf eine härtere Probe gestellt – z. B., wenn wir transgeschlechtlichen Menschen begegnen. Als transgeschlechtlich werden Menschen bezeichnet, die unabhängig von dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde („Junge“ – „Mädchen“), im Laufe ihres Lebens eine andere Geschlechtsidentität entwickeln. Dies kann sich bereits sehr

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Abb.: Inneres Coming-out bei transgeschlechtlichen Jugendlichen. Quelle: Krell/Oldemeier 2015: 12; die Erhebung des deutschen Jugendinstituts Coming-out und dann...? basiert auf n = 290 transgeschlechtlichen Jugendlichen.

früh im Kindesalter äußern oder erst im Laufe des Jugend- oder Erwachsenenalters (vgl. Abb.). Als ausschlaggebend wird die Inkongruenz zwischen erlebter und zugeschriebener Geschlechtszugehörigkeit angesehen. Bei vielen Personen geht die Entdeckung ihrer Transgeschlechtlichkeit mit einem hohen Leidensdruck einher, der oftmals daraus resultiert, dass die Person sich unter Druck sieht, den Erwartungen an ein Geschlecht zu entsprechen, dem sie sich nicht zugehörig fühlt.

Prävalenz In den letzten Jahren hat die Sichtbarkeit transgeschlechtlicher Menschen zugenommen. Dennoch gibt es bisher keine validen Daten zur Prävalenz von Transgeschlechtlichkeit. Zahlenmäßige Erfassungen der Anzahl von Vornamens und Personenstandsänderungen im Rahmen des sog. „Transsexuellenge-

setzes“ (TSG) sowie zahlenmäßige Erfassungen von geschlechtsangleichenden Operationen liefern ein nur ungenaues Bild, weil nicht alle transgeschlechtlichen Menschen die juristischen und/oder medizinischen Leistungen in Anspruch nehmen. Auch werden in Hochrechnungen zumeist Menschen, die sich nicht eindeutig als (Trans-)Frau bzw. (Trans-)Mann empfinden, nicht berücksichtigt. Eine nichtklinische Stichprobe aus den Niederlanden (n=8064; 4052 Männer, 4012 Frauen) ergibt, dass sich 4,6% der Männer und 3,2% der Frauen in einem unterschiedlichem Ausmaß als „ambivalent“ gegenüber ihrem Geburtsgeschlecht erleben (vgl. Nieder et al. 2013, 378). Das Bildungs- und Beratungszentrum „lebensart“ e. V., das als Fachzentrum für geschlechtlich-sexuelle Identität auch transgeschlechtliche Menschen und deren Angehörige in SachsenAnhalt berät, verzeichnet für das Jahr 2015 37 Beratungen (25 Erst- und 12

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Folgeberatungen), darunter 7 Kinder/ Jugendliche, und für das Jahr 2016 bis zum Stichtag 31.04.2016 bereits 22 Beratungen (12 Erst- und 10 Folgeberatungen), darunter 3 Kinder/Jugendliche.

Wie kann ich im Praxisalltag unterstützen? Transgeschlechtlich zu sein, bedeutet oft einen langen Weg, der mitunter dadurch gekennzeichnet ist, vom Gegenüber nicht ernst genommen oder verletzt zu werden. Dies wird zumeist geschehen, ohne dass sich die verletzende Person dessen wirklich bewusst ist. Folgende Anregungen können Ihnen helfen, mit transgeschlechtlichen Menschen angemessen umzugehen: • Berücksichtigen Sie bitte den vom Patienten/von der Patientin bevorzugten Vornamen und passen Sie die Anrede („Herr“/„Frau“) und die Pronomen an. Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie ruhig nach. • Bitte bedenken Sie, dass die transgeschlechtliche Person Experte/Expertin für sein/ihr Geschlecht ist. Reden Sie ihm oder ihr das Empfinden nicht aus. Das gilt auch für Kinder und Jugendliche.

Konferenz

• Die Untersuchung von primären und sekundären Geschlechtsorganen ist für viele transgeschlechtliche Menschen ein heikles Thema. Bitte fragen Sie deshalb vorher nach persönlichen Sensibilitäten.

• Wenn Sie sich nicht auskennen, seien Sie ehrlich und bieten Sie an, sich zu informieren. Das geht mittlerweile relativ unkompliziert übers Internet oder über eine Beratungsstelle in Sachsen-Anhalt. • Vernetzen Sie sich: Die Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik unterstützt den Aufbau eines Netzwerkes von Ärzt_innen und Psychotherapeut_innen, die Erfahrungen mit der Behandlung und Beratung von transgeschlechtlichen Menschen haben. Bitte wenden Sie sich an die unten aufgeführten Vereine, wenn auch Sie über Erfahrungen verfügen. Die Vereine führen eine entsprechende Liste, um Ratsuchende zügig weitervermitteln zu können.

Das „Aktionsprogramm LSBTTI“ können Sie auf dem Internetauftritt des Ministeriums hier downloaden: www.mj.sachsen-anhalt.de/themen/ geschlechtlich-sexuelle-vielfalt/aktionsprogramm-fuer-die-akzeptanzvon-lsbtti/ Beratung und Information in SachsenAnhalt bieten die Vereine BBZ „lebensart“ e. V.: www.bbz-lebensart.de sowie Trans-Inter-Aktiv in Mitteldeutschland e. V.: http://www.transinter-aktiv.de/ Ein Gastartikel der Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik des Ministeriums für Justiz und Gleichstellung. Kontakt über die zuständige Fachreferentin:

Übersichtliche Hinweise für Berufsgruppen aus Medizin und Psychologie bietet die Broschüre „Trans*“ des Vereins TransInterQueer e. V. unter: www.transinterqueer.org/download/ Publikationen/triq_infobroschuere_ medizinpsych_berufe.pdf

katharina.scholz@mj.sachsen-anhalt.de

Eine ausführlichere, fachliche Einführung findet sich u. a. bei Nieder/Briken/ Richter-Appelt, Transgender, Transsexualität und Geschlechtsdysphorie. Aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie (in: PSYCH up2date 2013; 7(06): 373-388) unter: www.thieme. de/statics/dokumente/thieme/final/ de/dokumente/tw_psychiatriepsychotherapie-psychosomatik/transgender.pdf

Die Schmerzambulanz des Universitätsklinikums Magdeburg A.ö.R. in Zusammenarbeit mit der Klinik für Schmerztherapie des Fachkrankenhauses Vogelsang und der Abteilung für Schmerztherapie der Pfeifferschen Stiftungen lädt zu folgender interdisziplinärer Schmerzkonferenz ein: 30.01.2017

Sucht durch illegale Substanzen Schmerzambulanz/Hs. 39, 15 Uhr Dr. D. Karvadias, Bereich Akutpsychiatrie, AMEOS Klinikum Haldensleben

Anmeldung erwünscht: Sr. Hella, Schmerzambulanz Tel.: 0391/6713350, Fax: 0391/6713971

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Die Konferenz wird von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt für die Erlangung des Fortbildungszertifikates mit 3 Punkten gewertet.

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Unter dem Motto „Von nix kommt nix“ demonstrierten Beschäftigte, Studierende und Auszubildende der Universitätsmedizin Magdeburg zum Domplatz, wo sie gemeinsam mit der Universitätsmedizin Halle gegen die derzeitige Investitionspolitik der Landesregierung protestierten.

Aktionstag der Universitätsmedizin Sachsen-Anhalt Beschäftigte, Studierende und Auszubildende der Universitätsmedizin Magdeburg und der Universitätsmedizin Halle (Saale) demonstrierten am Donnerstagvormittag, 27. Oktober 2016, auf dem Domplatz in Magdeburg vor dem Landtag. Außerdem fand am Vormittag in Halle eine Kurzkundgebung vor dem Universitätsklinikum Halle (Saale), Standort-Ernst-GrubeStraße 40, statt. Beide Universitätskliniken wollten die Abgeordneten vor Beginn der Landtagssitzung auf das derzeitige Drama der Investitionspolitik für die beiden Universitätsklinika in Sachsen-Anhalt aufmerksam machen und sie auffordern, sich mit dieser Problematik im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung konstruktiv auseinanderzusetzen. Die Universitätsklinika Halle und

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Magdeburg stehen für eine sichere, zuverlässige und hochmoderne Medizin jeden Tag des Jahres, rund um die Uhr. Sie helfen Menschen mit seltenen Erkrankungen oder besonders schwerkranken und aufwändig zu therapierenden Patienten. Damit kommen sie dem Anspruch an die Hochschulmedizin nach hochqualitativen Behandlungskonzepten und einem ständigen Innovationstransfer nach. Beide Uniklinika sind über die Grenzen des Bundeslandes hinaus anerkannt. Sie werden sich mit Vehemenz dafür einsetzen, ihren Patientinnen und Patienten diese hohe Qualität auch in Zukunft zu garantieren. Die beiden Standorte der Universitätsklinika in Magdeburg und Halle sind laut Koalitionsvertrag gesichert, aber

der exzellente Ruf und die Betriebssicherheit beider Klinika sind aufgrund unzureichender Investitionsmittel in Gefahr. Die Universitätsmedizin Halle (Saale) braucht pro Jahr für medizintechnische Geräte, Software- und Hardwareausstattung sowie kleine Baumaßnahmen etwa 6,5 Millionen Euro. Davon hat das Land nur 2,3 Millionen Euro zugesagt. Auch für die Universitätsmedizin Magdeburg wurden die ohnehin schon knapp bemessenen Investitionsmittel für 2016 um zwei Drittel gekürzt und sollen in diesem geringen Umfang bis 2019 fortgeschrieben werden. Bereits in den vergangenen Jahren hat sich deshalb ein Investitionsstau aufgebaut, obwohl der Landesrechnungshof bereits 2015 angemahnt hat, die Universitätsklinika finanziell auskömm-

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Foto: Fotostelle UKM

Kundgebung gegen den Investitionsstau am 27.10.2016


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Foto: Fotostelle UKH

lich auszustatten. Trotz jahrelanger Appelle ist die Landespolitik nicht bereit, dringend benötigte Investitionsmittel bereitzustellen und es gibt keine verlässliche Bauplanung. Dies veranlasste die beiden Universitätsklinika, nach der Demonstration vor drei Jahren gegen die Sparpläne im Hochschulbereich, nun erneut auf die Straße zu gehen und zu protestieren. Sie werden sich mit Nachdruck dafür einsetzen, ihren Patienten auch künftig eine sichere und zeitgemäße Maximalversorgung auf universitärem Niveau zu bieten. | Pi UKM, UKH

Kurzkundgebung vor dem Universitätsklinikum Halle (Saale)

Anlässlich des Aktionstages an den Unikliniken Halle und Magdeburg veröffentlichte die Ärztekammer Sachsen-Anhalt folgende Pressemitteilung:

Investitionsstau an den Unikliniken Halle und Magdeburg beseitigen – Ärztekammer fordert auskömmliche Finanzierung der Hochschulmedizin In der Diskussion um die Finanzierung der Unikliniken in Sachsen-Anhalt fordert die Ärztekammer mehr Geld für Investitionen. „Beide Unikliniken sind gerade bei schweren, seltenen und aufwendigen Erkrankungen für eine hochqualitative medizinische Versorgung unverzichtbar“, erklärt Dr. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Die derzeitige Finanzierung spiegelt diese außergewöhnliche Bedeutung der Universitätsmedizin nicht wider. Unsere Ärztinnen und Ärzte an den Unikliniken behandeln schwierige und komplizierte Fälle, die nur unter geeigneten Bedingungen versorgt werden können. Sie wollen ihren Patienten auch zukünftig diese hochwertige

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Versorgung anbieten. Hierfür bedarf es eines deutlichen Bekenntnisses der Landespolitik. Der erhebliche Investitionsstau der vergangenen Jahre hat sich weiter verschärft. Den Klinken fehlt die notwendige Planungssicherheit für die Zukunft. „Ich kenne den Zustand des Bettenhauses 2 an der Universitätsklinik in Halle. Auch aus Berichten meiner Patienten. Dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, wird niemand bestreiten. Die medizinisch gute Versorgung durch unsere Kollegen verliert an Wert, wenn die Unterbringung der Patienten diesem Anspruch nicht gerecht wird“, so die Kammerpräsidentin. Sie kennt den Nachholbedarf aus Berichten. „Gerade die Kollegen in Magdeburg schildern

mir auch den erheblichen Investitionsbedarf für medizinische Geräte“. Sie appelliert daher an die Politik, die Investitionen nicht auf ein Minimum weiter einzufrieren. Die Investitionen sichern die medizinische Versorgung einer weiter alternden Gemeinschaft und stützen die Kliniken als Forschungseinrichtungen und bedeutende Arbeitgeber im Land. Die Ärztekammer verweist zudem darauf, dass Unikliniken die Verantwortung für die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses tragen. Auch im Interesse des dringend benötigten ärztlichen Nachwuchses im Land, empfiehlt die Ärztekammer, die Appelle der Universitätsmediziner im Land ernst zu nehmen.

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TOP-Thema beim interdisziplinären Symposium – Kontroversen in der Uro-Onkologie 2017

Die HPV-Impfung wirksame Prävention gegen Krebserkrankungen oder pharma-getriggerte Pseudobehandlung?

Selten hat ein Thema die Ärzteschaft so gespalten wie die Diskussion über die Sinnhaftigkeit einer HPV-Impfung von Mädchen und Jungen. Der 2008 an Prof. W. zur Hausen verliehene Nobelpreis für Medizin ist eine wesentliche Trumpfkarte, die von Impfbefürwortern stets ausgespielt wird. In der Tat äußern sich das RKI und die ständige Impfkommission der Bundesrepublik STIKO, zumindest zur Impfung von Mädchen, im Sinne einer klaren Empfehlung. Die angestrebte Impfungsrate, um einen nachhaltigen Effekt erzielen zu können, wird in der Bundesrepublik jedoch derzeit weit verfehlt. Impfgegner argumentieren, dass das nobelpreisgetriggerte Heilsversprechen eher dazu führe, dass die jahrzehntelang extrem erfolgreiche Gebärmutterhalskrebsvorsorge nunmehr v. a. von geimpften Frauen weniger in Anspruch genommen wird. Bisherige Impfstoffe deckten im Übrigen nur eine begrenzte Zahl der HPV-Stämme ab, so dass eine Selektion anderer Stämme und konsekutiver Karzinome möglich ist. Außerdem gebe es auch Gebärmutterhalskrebs ohne HPV. Dementsprechend wird von den Gegnern keine impfbedingte Senkung tödlicher Erkrankungen erwartet. Seit kurzem sind allerdings neue neunfach-Impfstoffvarianten am

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Markt verfügbar. In jedem Fall sind die Impfstoffe seit dem Nobelpreis ein hochprofitables Geschäft für die Pharmaindustrie geworden. Impfgegner werfen ihr deshalb sogar eine Beeinflussung der Nobelpreis-Entscheidung vor. So seien einzelne Mitglieder der Kommission als Berater der Pharmafirmen tätig gewesen. Bezüglich eventueller Impfkomplikationen sind die Ansichten über Häufigkeit und Assoziation ebenfalls hochkontrovers. So kursieren Berichte von häufigen und schwersten, angeblich assoziierten neurologischen Komplikationen wie z. B. eines Guillain-BarréeSyndroms. Die WHO widerspricht hingegen einem Zusammenhang. Völlig unklar bleibt auch, ob die Impfung auch und vielleicht sogar vor allem männlichen Jugendlichen verabreicht werden sollte. Die Befürworter sehen hier den eigentlichen Schlüssel zur Vermeidung von meist sexuell übertragenen HPV-assoziierten Krebserkrankungen wie Zervixkrebs, Larynxkrebs, Analkrebs und Peniskrebs. Ob dabei die gleiche hohe Valenz wie bei Mädchen zum Einsatz kommen muss oder schon ältere und einfachere Impfstoffe genügen, bleibt einstweilen im Dunkeln.

Dieses Thema wird auf dem zweitägigen, letztes Jahr mit dem Otto-Award prämierten, Symposium „Kontroversen in der Urologie“ am 13.01. und 14.01.2017 in Magdeburg diskutiert werden. Je ein hochkarätiger Redner der Pro- und der Contra-Fraktion wird seine Ansicht polarisiert vortragen. Das Fazit der sicherlich hochinteressanten nachfolgenden Podiumsdiskussion wird von einem übergeordneten „Schiedsrichter“ als Take HomeMessage für die Praxis gezogen. Die Teilnahme am Symposium kostet für Ärzte aus Sachsen-Anhalt ermäßigt 89,- Euro (statt 200,- Euro für Auswärtige). Nähere Informationen hier: http://www.symposium-magdeburg.de Korrespondenzanschrift: Prof. Dr. med. Martin Schostak Direktor der urologischen Klinik, zertifiziertes Prostatakrebszentrum Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R. Leipziger Str. 44 D - 39120 Magdeburg Tel.: 0391 67 15036 Fax.: 0391 67 15094 martin.schostak@med.ovgu.de Literatur beim Verfasser

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Angio-Team beim Eingriff

Diakoniekrankenhaus nimmt neue Angiographieabteilung in Betrieb

Fotos: Diakoniekrankenhaus Halle

Mit einem feierlichen Empfang wurde am Mittwoch, dem 26. Oktober 2016, ein neues Angiographiegerät im Diakoniekrankenhaus Halle eingeweiht. Bereits seit 11. Oktober 2016 ist die neue Anlage im Betrieb. Nach dreimonatiger Bauzeit wurde die ehemalige Radiologie im Bauteil F des Krankenhauses völlig umgestaltet und die neuen Behandlungsräume der Angiographie eingerichtet. Angiographie bezeichnet die Darstellung von Gefäßen mit Hilfe diagnostischer Bildgebungsverfahren. Gefäßerkrankungen, wie die arterielle Durchblutungsstörung an den Gehirn- und Extremitätengefäßen können damit diagnostiziert und auch behandelt werden. Somit können Erkrankungen wie ein Schlaganfall verhindert und Beschwerden zum Beispiel beim Raucherbein gemindert werden. Mit der hochwertigen und modernen Anlage, die sich durch besondere Beweglichkeit auszeichnet, kann im Diakoniekrankenhaus nahezu das gesamte Spektrum der interventionellen

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Gefäßmedizin abgedeckt werden. Mit der Möglichkeit, neben der Diagnostik auch eine Behandlung durchzuführen, lassen sich aufwendigere Operationen bei Gefäßpatienten vermeiden. So können durch minimal-invasive Technik mit Hilfe von Kathetern und Stents verengte Gefäße aufgedehnt werden. Die neue Anlage bietet vor allem eine bessere Bildauflösung und damit eine schnellere und patientenfreundlichere Behandlung. Besonders die Strahlenbelastung und die Menge verabreichter Kontrastmittel werden reduziert.

Übergabe des Spendenschecks (Dr. med. Katrin Ruschke, Michael Krämer, Kfm. Vorstand Elke Hirsch, Prof. Dr. med. Dierk Scheinert)

Ein hochspezialisiertes Team aus Ärzten unter Leitung von Prof. Dierk Scheinert bildet das Angio-Team, das die Patientinnen und Patienten im Diakoniekrankenhaus behandelt. Das Team genießt einen weltweit exzellenten Ruf und behandelt unter anderem auch die gehirnversorgenden Gefäße. Neben den Behandlungen richtet das Angio-Team regelmäßig internationale Weiterbildungen aus, bei denen neue Technik und

Behandlungsmethoden vermittelt werden. Zur Einweihung überreichte das in den Umbau involvierte Planungsbüro Krämer und Partner aus Zwickau statt Blumen einen Spendenscheck über 500 EUR. Das Geld soll zur Ausgestaltung des Krankenhauses verwendet werden, damit sich die Patientinnen und Patienten nach ihrer Behandlung in einer angenehmen Atmosphäre vom Eingriff erholen können.

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Dank des neuen Herzultraschallgerätes erkennt Dr. med. Robert R. Flieger Erkrankungen des Herzens frühzeitig

Neue Medizintechnik erhalten: Das Herz in vier Dimensionen

Die Ultraschalluntersuchung des Herzens ist eine Routineuntersuchung. Sie arbeitet mit schonenden Schallwellen und kann, je nach Anforderung, in Ruhe oder unter Belastung erfolgen. Dafür wird ein Schallkopf auf die Brusthaut über dem Herzen gesetzt. Dieser sendet Ultraschallwellen aus, welche von den Herzstrukturen reflektiert und zum Schallkopf zurückgesendet werden. Dies ermöglicht die bildliche Darstellung und die Beurteilung verschiedener Herzstrukturen und ihrer Funktionen.

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In der HELIOS Klinik Köthen lassen sich seit Neuestem dank modernster 4D-Ultraschalltechnologie auch alle Bewegungen des Herzens dreidimensional darstellen. „Während das Herz schlägt, kann man den Herzmuskel, alle Herzklappen und die angrenzenden Gefäße mit dem neuen Gerät dreidimensional und in Echtzeit, somit vierdimensional, beurteilen. Dadurch wird die Diagnostik von strukturellen Herzkrankheiten und Erkrankungen der großen Gefäße deutlich genauer. Sogar die regionale Durchblutung des Herzmuskelgewebes lässt sich so untersuchen“, erklärt Dr. med. Robert R. Flieger, Chefarzt der Klinik für Kardiologie. „Das neue Herzultraschallgerät bietet gegenüber der bisher genutzten Technik eine noch höhere Auflösung und hat den Vorteil, dass wir mithilfe von

4D-Bildern krankhafte Veränderungen besser verstehen und die Therapie sämtlicher Herzerkrankungen besser vorbereiten können“, informiert Dr. med. Robert R. Flieger. Auch der interventionelle Verschluss des linken Vorhofohres bei Vorhofflimmern, einem vor einem Jahr in der HELIOS Klinik Köthen eingeführten Therapiekonzept, ist so noch sicherer durchführbar. Bei Patienten mit akuter Herzschwäche und drohendem Kreislaufversagen besteht seit Neuestem zudem die Möglichkeit, Herzunterstützungssysteme über eine Gefäßpunktion zu implantieren. Die sogenannte Mikroaxial-Pumpe fördert dabei kontinuierlich bis zu vier Liter Blut in der Minute aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader und so in den Blutkreislauf. Das Herz wird auf diese Weise

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Foto: HELIOS Kliniken GmbH

Die HELIOS Klinik Köthen verfügt seit Neuestem über eines der weltweit modernsten Herzultraschallgeräte. Mit diesem können die Köthener Ärzte das Herz dreidimensional sowie in Echtzeit auf dem Bildschirm schlagen sehen und kardiale Erkrankungen so noch präziser und schneller feststellen.


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aktiv entlastet. Ein herzschwächebedingtes multiples Organversagen kann so in vielen Fällen verhindert werden. Neben dem Universitätsklinikum Magdeburg verfügt die HELIOS Klinik Köthen als einziges Krankenhaus in Sachsen-Anhalt über ein solches System. „Die Behandlung akut gefährdeter Herzpatienten in der 24h-Notfallversor-

gung ist damit optimal aufgestellt“, sagt Dr. med. Robert R. Flieger. Die HELIOS Klinik Köthen investierte insgesamt 325.000 Euro aus Eigenmitteln in die neue Medizintechnik. „Wir wollen unseren Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung zur Verfügung stellen. Dazu gehören auch die modernsten technischen Geräte. Wir

freuen uns, dass wir nach der Investition in die beiden Herzkatheterlabore in den vergangenen Jahren nun weitere 325.000 Euro nutzen konnten, um das Leistungsspektrum unserer Kardiologie noch weiter auszubauen“, sagt Klinikgeschäftsführer Florian Kell. | Pi HELIOS

Neue Professoren an der Universitätsmedizin Halle (Saale) An der Universitätsmedizin Halle (Saale) sind zum Wintersemester 2016/17 neue Professoren berufen worden. Die Berufungen betreffen das Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik, die Universitäts- und Poliklinik für Innere Medizin I und als Vertretungsprofessur das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin. Professor Dr. Rafael Mikolajczyk ist dem Ruf an die Medizinische Fakultät gefolgt und neuer Direktor des Institutes für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik. Er tritt die Nachfolge von Prof. Dr. rer. nat. Johannes Haerting an, der in den Ruhestand gegangen ist. Prof. Haerting hatte das Institut seit 1996 geleitet. Prof. Mikolajczyk stammt gebürtig aus Polen und lebt seit 1989 in Deutschland. Von 1992 bis 1999 hat er an der Freien und Humboldt-Universität Berlin Humanmedizin studiert und ist im Jahr 2000 zum Thema „Psychosoziale Aspekte der Wahl einer Familienplanungsmethode. Eine Vergleichsstudie in Berlin und Krakow“ zum Dr. med. promoviert worden. Von 2002 bis 2004 hat er zudem ein Masterstudium in Epidemiologie an der Universität Bielefeld absolviert und mit dem Master of Science (MSc) abgeschlossen. Im Jahr 2010 folgte die Habilitation an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Seit 2012 war er Professor für Infektionsepidemiologie an der Medizinischen Hochschule

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Hannover und Leiter der Arbeitsgruppe „Epidemiologische und statistische Methoden“ sowie stellvertretender Leiter der Abteilung Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. „Für die Absicherung unseres Forschungsprofilbereiches Klinische Epidemiologie und Pflege, aber auch im Hinblick auf einen angestrebten Forschungsverbund ist die Nachbesetzung essentiell“, zeigt sich Dekan Professor Dr. Michael Gekle zufrieden. Weitere Berufungen betreffen die Universitäts- und Poliklinik für Innere Medizin I (Direktor: Professor Dr. Patrick Michl) sowie das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin. An ersterer ist PD Dr. Jonas Rosendahl zum W2-Professor ernannt worden. Der gebürtige Tübinger hat von 1997 bis 2004 in Münster, München und Berlin Humanmedizin studiert. 2007 hat er während seiner Tätigkeit am Universitätsklinikum Leipzig die Promotion erlangt und ist seit 2010 Facharzt für Innere Medizin. 2012 folgte die Habilitation und im Jahr 2013 die Subspezialisierung auf das Fachgebiet Gastroenterologie. Seit Sommer vergangenes Jahr arbeitet er in der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Halle (Saale). PD Dr. Maike Rotzoll übernimmt nach dem Weggang von Prof. Florian Steger die Vertretung der W3-Professur am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin. Die studierte Medizinerin

(1987 bis 1991 in Heidelberg) und ernannte Akademische Oberrätin (2009) erlangte 1993 die Approbation und wurde 1994 im Fach Medizingeschichte in Lübeck promoviert. 1998 erfolgte die Facharztprüfung im Fach Psychiatrie. 2014 habilitierte sie sich im Fach Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin. Seit 1994 arbeitet sie im Arbeitskreis zur „Erforschung der nationalsozialistischen Euthanasie und Zwangssterilisation“ mit und war von 2002 bis 2005 Mitarbeiterin im DFG-Projekt zur „Wissenschaftlichen Erschließung und Auswertung des Krankenaktenbestandes der nationalsozialistischen Euthanasie-Aktion T4 (Bestand R 179 im Bundesarchiv Berlin)“. Für sein Buch „Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst“ erhielt das DFG-Forschungsteam 2008 den Forschungspreis „Ärzte in der NS-Zeit“ des Bundesgesundheitsministeriums, der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. PD Dr. Rotzoll ist zudem seit 2011 Mitglied der Historischen Kommission der Deutschen Gesellschaft für Kinderund Jugendmedizin (DGKJ) und seit 2012 stellvertretende Leiterin des Referats Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. | PI UKH

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Mehr Überlebende trotz schwerster Verletzungen – Bergmannstrost ist erfolgreiches Traumazentrum Trotz überdurchschnittlich hoher Verletzungsschwere seiner Patienten verzeichnet das BG Klinikum Bergmannstrost Halle im bundesweiten Vergleich eine höhere Überlebensrate. Das geht aus dem aktuellen Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hervor, an dem sich deutschlandweit 615 Traumazentren beteiligt haben. „Das Ergebnis bestätigt unser Konzept der konsequenten interdisziplinären Notfallbehandlung von Schwerstverletzten und spiegelt unsere langjährige Erfahrung als Unfallkrankenhaus wider“, erklärt Prof. Dr. Dr. Gunther Hofmann, Leiter des Traumazentrums und Ärztlicher Direktor des Bergmannstrost.

zungsschwere auf als im bundesweiten Durchschnitt (18,4). „Der ISS ist ein System, um die Gesamtschwere der Verletzungen polytraumatisierter Patienten einzuordnen. Je höher dieser Wert ist, desto niedriger ist die Überlebenswahrscheinlichkeit“, erläutert Hofmann. „Trotzdem lag die Überlebensrate dieser Patienten bei 92 Prozent und damit über dem Durchschnittswert der anderen Traumazentren in Deutschland (88,6 Prozent).“ Die Daten werden deutschlandweit in einem Traumaregister erfasst und jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) ausgewertet. 2015 beteiligten sich mehr als 600 Traumazentren an dem Register.

2015 wurden im Bergmannstrost insgesamt 101 schwer und mehrfach verletzte (polytraumatisierte) Patienten versorgt. Die Patienten wurden zum einen direkt von der Unfallstelle in das Bergmannstrost eingeliefert (primär versorgt) oder nach der Erstversorgung in Partnerkliniken des Traumanetzwerkes Sachsen-Anhalt Süd in das Bergmannstrost zur Weiterbehandlung verlegt. Mit 50 Prozent stellten Verkehrsunfälle die häufigste Unfallursache dar, gefolgt von Stürzen aus großer Höhe mit 27 Prozent. Fast zwei Drittel (62 Prozent) der Verunglückten waren Männer. Das Durchschnittsalter der Betroffenen betrug 54 Jahre. „Besonders auffällig ist die Zahl der schwerverletzten Senioren, die sich nicht nur im Bergmannstrost in den letzten drei Jahren verdoppelt hat und derzeit bei 29 Prozent liegt“, so Gunther Hofmann.

Das BG Klinikum Bergmannstrost Halle ist seit 2010 zertifiziertes Traumazentrum. Seine Aufgabe ist es, Patienten mit lebensbedrohlichen Mehrfachverletzungen bestmöglich zu behandeln. „Dafür steht rund um die Uhr ein Team aus erfahrenen Ärzten und Pflegenden verschiedener Fachrichtungen bereit, die bis zu drei Schwerstverletzte zeitgleich versorgen können“, erläutert Gunther Hofmann, der selbst Unfallchirurg ist und die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Bergmannstrost leitet. Zudem hat das Bergmannstrost ein Konzept zur Notfallbehandlung von Schwerstverletzten entwickelt und umgesetzt, mit dem die Ärzte lebensrettende Zeit gewinnen: Nach Einlieferung des Patienten in die Notaufnahme erfolgt innerhalb weniger Minuten in einem hochspeziell eingerichteten Schockraum mit integriertem Computertomographen die vollständige Diagnostik der Unfallverletzungen. Parallel übernimmt ein interdisziplinäres ärztliches und pflegerisches Team die intensivmedizinische Betreuung und bereitet den Patienten

Im Durchschnitt wiesen die schwerverletzten Patienten des Bergmannstrost mit einem Injury Severity Score (ISS) von 26,8 eine deutlich höhere Verlet-

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für die nachfolgenden Behandlungen vor. „Wenn die Zeit drängt, kann noch im Schockraum operiert werden“, so Gunther Hofmann. Der Erfolg des Bergmannstrost ist auch Ergebnis der guten Zusammenarbeit innerhalb des Traumanetzwerks Sachsen-Anhalt Süd, an dem insgesamt 15 Kliniken beteiligt sind und das im bundesweiten Vergleich ebenfalls überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat. Ziel der Häuser ist es, jeden schwerstverletzten Patienten nach dem Unfall innerhalb von 30 bis 60 Minuten in einem Schockraum bestmöglich zu versorgen. Das Bergmannstrost ist eines von zwei überregionalen Traumazentren in dem Netzwerk. Als solches bietet es die höchste Versorgungsstufe und verfügt über ein umfassendes und gleichzeitig spezialisiertes Leistungsangebot. Damit kann es die optimale Behandlung von Mehrfachund Schwerstverletzten mit außergewöhnlich komplexen oder seltenen Verletzungsmustern gewährleisten. Schwerpunkte des Bergmannstrost sind Verletzungen der Extremitäten, der Wirbelsäule und des Beckens, ebenso schwere Verbrennungen, Verletzungen innerer Organe, Schädel-Hirn-Verletzungen, Rückenmarkverletzungen sowie Verletzungen der Hand. Ein weiterer Fokus liegt zudem auf der engen Verzahnung der Akutmedizin mit einer frühestmöglichen rehabilitativen Behandlung von Unfallfolgen. | Pi Bergmannstrost

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Die schnelle Informationsmöglichkeit für Sie! Dessauer Kinderklinik als Diabeteszentrum anerkannt Diabetes mellitus ist eine Volkskrankheit. Laut Robert Koch-Institut sind etwa sechs Millionen Bundesbürger über 18 Jahre betroffen. Innerhalb der nächsten 15 Jahre wird mit acht Millionen Erkrankten gerechnet. Die chronische Stoffwechselerkrankung kommt immer häufiger vor und eine stetige Zunahme wird bereits bei Kindern und Jugendlichen registriert, aktuell rund 25.000. Bei Kindern wird fast ausschließlich der insulinpflichtige Typ-1-Diabetes diagnostiziert, dessen Therapie eine komplette Umstellung des Alltags bedeutet. [...] Für Dr. med. Uwe A. Mathony

gehören betroffene Kinder und Jugendliche in ambulante und stationäre Medizineinrichtungen, die für die Diabetesbehandlung qualifiziert sind. Dementsprechend freut sich der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Städtischen Klinikum Dessau sehr darüber, dass seine Klinik jetzt als Zertifiziertes Diabeteszentrum der Deutschen Diabetes Gesellschaft e. V. (DDG) anerkannt ist … | Pi SKD Weitere Informationen finden Sie unter: www.t1p.de/diabetes

Der Dringlichste zuerst: Erstaufnahmesystem optimiert Abläufe in der Notaufnahme im Klinikum Dessau Etwa 120 Patienten kommen täglich in die Notaufnahme des Städtischen Klinikums Dessau. Pro Jahr summiert sich diese Patientenzahl auf rund 42.500 Kontakte. „Wir stehen für dringende Notfälle an 365 Tagen rund um die Uhr bereit. Jeder Patient, der die Notaufnahme aufsucht oder per Rettungswagen dorthin gebracht wird, hat Anspruch auf eine Behandlung. Allerdings fordern zunehmend auch Menschen diese Versorgungsleistung ein, die mit ihren Beschwerden in eine Hausarztpraxis gehen könnten. Das bringt ohnehin begrenzte

Ressourcen in hochspezialisierten Abteilungen an Kapazitätsgrenzen“, beschreibt Dr. med. Joachim Zagrodnick die Situation und hofft mit der Einführung des Ersteinschätzungssystems in der Notaufnahme auf eine bessere Steuerung des Patientenaufkommens …

| Pi SKD Weitere Informationen finden Sie unter: www.t1p.de/notaufnahme

Neues LRK-Präsidium: Udo Sträter führt Vorsitz Die Landesrektorenkonferenz (LRK) SachsenAnhalt hat einen neuen Präsidenten: Ab 1. November übernimmt Prof. Dr. Udo Sträter, Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das Amt. Als Vizepräsidenten wurden Prof. Dr. Anne Lequy, Rektorin der Hochschule Magdeburg-Stendal, und Prof. Dr. Jens Strackeljan, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, gewählt. [...] Die 1990 gegründete Landesrektorenkonferenz Sachsen-Anhalt e. V. ist der Zusammenschluss der staatlichen und nichtstaatlichen Hochschulen des Landes und als gemeinsame Konferenz aller Hochschultypen angelegt, fördert

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die Zusammenarbeit der Hochschulen des Landes und befasst sich mit übergreifenden Angelegenheiten ihrer Mitglieder. [...] Der Präsident und die Vizepräsidenten vertreten die LRK gegenüber dem Parlament, der Landesregierung sowie Wissenschaftsorganisationen und Verbänden. Sie sind ferner die Repräsentanten der Hochschulen des Landes im Senat der bundesdeutschen Hochschulrektorenkonferenz. … | Pi LRK Weitere Informationen finden Sie unter: www.t1p.de/LRK

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BÄK veröffentlicht Leitfaden für Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen Die Bundesärztekammer (BÄK) unterstützt Krankenhäuser mit einem Leitfaden bei der Implementierung und Durchführung von Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen (M & MK). Dazu erklärt Dr. Günther Jonitz, Vorstandsmitglied und Vorsitzender der Qualitätssicherungsgremien der BÄK: „Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen sind ein Instrument des Risikound Qualitätsmanagements, mit dem besondere Behandlungsverläufe wie unerwünschte Ereignisse oder Todesfälle systematisch aufgearbeitet werden können. Solche Konferenzen zielen darauf ab, insbesondere in klinischen Prozessen Verbesserungspotentiale zu erkennen und umzusetzen.“ Mit der Veröffentlichung des Leitfadens steht nach den Curricula für „Ärztliches Qualitätsmanagement“ und „Ärztliche

Führung“ sowie dem Curriculum und dem Leitfaden „Ärztliches Peer Review“ ein weiterer Baustein zur Unterstützung der Qualitätsentwicklung in der Patientenversorgung bereit. Gerade im englischsprachigen Raum haben M & MK im Rahmen der ärztlichen Weiterbildung eine lange Tradition. In Deutschland wird das Instrument, das aus den klinischen Fallkonferenzen in Krankenhäusern hervorgegangen ist, seit einigen Jahren wiederentdeckt. Jonitz: „Diesen Trend gilt es zu befördern. Der klinische Alltag steht mehr und mehr im Zeichen von Arbeitsverdichtung. Gleichzeitig fordern Politik und Gesellschaft eine immer leistungsfähigere und perfektere Medizin. Ebenso allgegenwärtig sind die Rufe nach mehr Transparenz, Parti-

zipation, Qualitätsorientierung und effektivem Risikomanagement. Und die Fortschritte sind hier unverkennbar. Das notwendige Bewusstsein für eine patientenorientierte Sicherheitskultur kann aber weder angeordnet noch von heute auf morgen flächendeckend implementiert werden. Ein solcher Kulturwandel vollzieht sich schrittweise. Die Einführung von M & MK ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“ Der Leitfaden steht auf der Internetseite der Bundesärztekammer als kostenloser Download bereit:

www.t1p.de/ Leitfaden-MMK

AkdÄ Drug Safety Mail/36-2016; aus der UAW-Datenbank

Nebenwirkungen durch Medikationsfehler Medikationsfehler können zum Auftreten von Nebenwirkungen beitragen. Um Ursachen und Risikofaktoren für Medikationsfehler besser zu erkennen, führt die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) derzeit ein Projekt zur Erfassung und Bewertung von Medikationsfehlern durch, das vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert wird. Durch die Analyse von Medikationsfehlern soll die Patientensicherheit verbessert werden. Siehe Drug Safety Mail 2016-01: http://www.akdae. de/Arzneimittelsicherheit/DSM/ Archiv/2016-01. html

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Aktuelle Themen

Ärzte werden gebeten, das Projekt durch Fallberichte zu Medikationsfehlern zu unterstützen. In der vorliegenden Bekanntgabe der AkdÄ wird anhand von Fallbeispielen erläutert, welche Medikationsfehler berichtet werden sollten. Für Fallmeldungen steht ein spezifischer Berichtsbogen auf der Homepage der AkdÄ zur Verfügung:

Bekanntgabe der AkdÄ im Deutschen Ärzteblatt vom 28.10.2016: Nebenwirkungen durch Medikationsfehler:

http://www.akdae. de/Arzneimittelsicherheit/Bekanntgaben/Archiv/2016/ 20161028.html Bekanntgabe der AkdÄ

http://www.akdae. de/Arzneimittelsicherheit/UAWMeldung/ MF-Berichtsbogen. pdf

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Aktuelle Themen

MedGuide – Medizinischer Sprachführer Deutsch/Arabisch/Farsi

ohne Dolmetscher eine ausführliche Anamnese und einen klinischen Befund erheben und dem Patienten bestimmte Behandlungsschritte wesentlich leichter erläutern. Auf 100 Seiten finden sich zahlreiche Anleitungen mit aussagekräftigen Illustrationen, die typisch sind für die Hausarzt-Praxis, für Fachärzte der Inneren Medizin und in der Klinik/ Notaufnahme. Ein Werk mit dieser Detailtiefe ist in Deutschland erstmals verfügbar.

Der Inhalt ist unterteilt in:

Über diesen Sprachführer Dieser medizinische Sprachführer erleichtert die Kommunikation mit arabisch- oder farsi/persisch-sprechenden Patienten. So können Sie auch

• Beschwerden • Vorgeschichte • Körperliche Untersuchungen • Therapie und Operation Aspekte wie Patienteninformationen, Verhaltensregeln im Krankenhaus allgemein oder bei Infektion und weiteres mehr runden den MedGuide ab.

Über die Autoren Ein Fachärzte-Team aus Husum/Nordfriesland hat die Erfahrungen aus der Arbeit in den Erstaufnahme-Einrichtungen für Flüchtlinge sowie in der Notaufnahme zusammengetragen. Hierbei waren Ärzte aus den Bereichen Innere Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie und Hausärzte aus der Region beteiligt.

Preis/Bestellmöglichkeit Diese Hilfestellung ist für € 19,90 (D) ab sofort bestellbar unter der InternetAdresse: www.edition-willkommen.de Der MedGuide wird druckfrisch und portofrei direkt nach Erscheinen ca. im November verschickt. Der Sendung liegt dann eine Rechnung bei.

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OPS 2017: DIMDI veröffentlicht endgültige Fassung Das DIMDI hat die endgültige Fassung der Version 2017 des Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) veröffentlicht. Eingeflossen sind 362 Vorschläge und zusätzliche Anforderungen aus der Weiterentwicklung der Entgeltsysteme für Krankenhausleistungen. Vorschläge kamen dabei zumeist von den Fachgesellschaften sowie von Fachleuten aus Ärzteschaft, Krankenkassen und Kliniken. Viele Prozeduren können mit der neuen Version präziser und differenzierter verschlüsselt werden. Der OPS ist eine Grundlage für das pauschalierende Vergütungssystem G-DRG (German Diagnosis Related Groups) und für das PEPP-Entgeltsystem (Pauschalierte Entgelte in Psychiatrie und Psychosomatik). Das DIMDI gibt ihn jährlich neu heraus. Operationen und Prozeduren müssen im ambulanten und stationären Bereich nach dem OPS verschlüsselt werden. In der vertragsärztlichen Versorgung sind ausschließlich die im Anhang 2 des einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) aufgeführten Kodes zu verwenden. Ärzte und Dokumentare in den Krankenhäusern sind verpflichtet, Operationen und Prozeduren nach den Deutschen Kodierrichtlinien (DKR) zu kodieren; in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen sind die Deutschen Kodierrichtlinien für die Psychiatrie/Psychosomatik (DKRPsych) heranzuziehen. Die Kodierrichtlinien werden von den Selbstverwaltungspartnern gemeinsam vereinbart. Die Kodierung erfolgt auf Basis des Systematischen Verzeichnisses des OPS. Das zugehörige Alphabetische Verzeichnis erleichtert die Arbeit mit dem OPS in der Praxis.

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Aktuelle Themen

Wichtige inhaltliche Änderungen im OPS 2017 • Neustrukturierung des Bereiches 5-38a Endovaskuläre Implantation von Stent-Prothesen • Änderung der Kodierung für CADCAM-Prothesen an den Gelenken • Überarbeitung der Operationen an der Vulva • Aufnahme eines neuen Kodebereiches für die spezialisierte palliativmedizinische Komplexbehandlung durch einen Palliativdienst Der Kommentar im Vorspann des Systematischen Verzeichnisses enthält eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuerungen ("Was ist neu im OPS Version 2017?"). Alle Änderungen im Detail finden Sie in der Aktualisierungsliste. Die Differenzliste enthält die Veränderungen der endgültigen OPSFassung gegenüber der Vorabfassung. Die Aktualisierungsliste zum PKMS 2017 liegt dem ZIP-File für die Aktualisierungslisten bei. Das Alphabetische Verzeichnis zum OPS 2017 wird an die Änderungen im Systematischen Verzeichnis angepasst und in Kürze veröffentlicht. Änderungen gegenüber den Vorjahren betreffen die Gruppengliederung in der Onlinefassung und die Hinweise bzgl. Verwendung von „und“.

Gruppengliederung in der Onlinefassung Auf vielfachen Wunsch unserer Nutzerinnen und Nutzer haben wir in der Onlinefassung des OPS eine Gruppengliederung neu aufgenommen. Vor

dem ersten Dreisteller der Gruppen erscheint jetzt ein Absatz mit der Überschrift: "Diese Gruppe gliedert sich in folgende Kategorien:", in dem die Dreisteller aufgelistet sind. Die Dreisteller sind mit dem jeweiligen Kode verlinkt, sodass Sie aus der Liste direkt an den gewünschten Dreisteller springen können. Die Liste selbst kann über die neue Schaltfläche „Gruppengliederung“ angesprungen werden. Außerdem haben wir die Onlinefassung in Bezug auf die Barrierefreiheit weiter verbessert.

Verwendung von „und“ Wir haben den Absatz zur Verwendung von „und“ in OPS-Klassentiteln in den „Hinweisen zur Benutzung“ neu gefasst und die Fälle explizit genannt, in denen ein "und" im Sinne von „und/oder“ zu verstehen ist. An einigen Stellen (z.B. in Kapitel 6 oder bei Kode 5-399 ff.) erfolgte eine sprachliche Klarstellung im Klassentitel. Der Absatz „Listen“ wurde um einen entsprechenden Hinweis zur Verwendung von „und“ in Lokalisationslisten ergänzt. Referenzausgaben und Aktualisierungslisten zum OPS 2017 finden Sie als kostenfreie PDF-Dateien im Downloadcenter. Alle anderen Formate, die Metadaten und die Überleitungstabelle erhalten Sie wie gewohnt im DIMDI Webshop. Nur das erstmalige Herunterladen der Dateien einer Jahresversion im DIMDI Webshop ist kostenpflichtig. Jeder weitere Download (z. B. bei Fehlerkorrekturen) ist kostenfrei.

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Kraya, T.1 und Wieser, T2 1 FA für Neurologie, Msc , Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg, Klinik für Neurologie, Sprechstunde für Kopf und Gesichtsschmerzen, Ernst-Grube-Str. 40; 06097 Halle/Saale; Tel: 0345-557 3343; Fax: 0345-5572824; Mail: torsten.kraya@medizin.uni-halle.de 2 FA für Neurologie, Spezielle Schmerztherapie, AWO Fachkrankenhaus Jerichow, Abteilung für Neurologie 2 und spezielle Schmerztherapie, Johannes-Lange-Str. 20; 39319 Jerichow; Tel: 039343-922510; Fax: 039343-922501; Mail: thomas.wieser@awo-khbg.de

Seltene Kopfschmerzen Dr. Thomas Wieser

Dr. Torsten Kraya

Einleitung

Fotos: Autoren

Auch seltene Erkrankungen sollten zeitnah erkannt und gemäß den geltenden Empfehlungen behandelt werden. Diese Übersicht stellt eine Auswahl von Kopfschmerzerkrankungen vor, die zwar mit geringer Prävalenz auftreten, jedoch großes Leiden bei den Patienten bewirken. Wir wollen für diese Krankheitsbilder sensibilisieren um lange Intervalle bis zur korrekten Diagnosestellung zu verhindern. Die durchschnittliche Ein-Jahres-Prävalenz von Kopfschmerzen liegt in Europa bei 56,1 % gemäß einer von der WHO initiierten Untersuchung zur weltweiten Prävalenz von Kopfschmerzen (1). Innerhalb der Neurologie gilt die Migräne als die Erkrankung, die den größten Grad der Behinderung mit sich bringt (2, 3), während quantitativ der Kopfschmerz vom Spannungstyp führend ist. Leitlinien zur Diagnostik und Therapie dieser häufigen primären Kopfschmerzerkrankungen liegen vor (www.dgn.de). Dem gegenüber steht die Gruppe der seltenen Kopfschmerzen. Dies sind

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Eine Auswahl

Kopfschmerzerkrankungen mit einer Prävalenz im einstelligen Prozentbereich. In der klinischen Präsentation sind die Symptome vielfältig und oft von den Patienten nicht gut zu beschreiben, teilweise auch mit einer gewissen Scham belegt (Kopfschmerz bei sexueller Aktivität), sodass gezielt nachgefragt werden muss. Im folgenden Artikel sollen einige dieser seltenen Kopfschmerzentitäten vorgestellt werden. Hat man sie „auf dem Schirm“ wird man sich zu gegebener Zeit an sie erinnern. Für diese Krankheiten gibt es häufig keine wissenschaftlich begründeten, evidenzbasierten Therapien, aber doch fundierte Empfehlungen, die auf Fallserien und Konsens in Fachgremien beruhen. Diese sollten bei Verdacht auf eine solche Erkrankung zur Anwendung kommen, nicht zuletzt um langanhaltende, „experimentelle“ Therapieversuche zu verhindern. In der Regel wird es sinnvoll sein, diese Patienten an spezialisierte Kopfschmerzzentren zu überweisen. Beginnen möchten wir mit den trigemino-autonomen Kopfschmerzen (TAC), deren Hauptvertreter, der Cluster

Kopfschmerz, aufgrund seiner Prävalenz (< 0,1 %) schon fast nicht mehr zu den seltenen Kopfschmerzen zu zählen ist. Trotzdem dauert es immer noch durchschnittlich 5 Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird und eine wirksame Therapie begonnen wird (4). Die weiteren Vertreter aus dieser Kopfschmerzgruppe sind im Vergleich noch wesentlich seltener und in ihrer Symptomatik teils auch weniger charakteristisch. Therapievorschläge beruhen meist auf kleinen Fallzahlen oder gar nur Fallberichten. Trotzdem ist eine korrekte Diagnose eine Entlastung in zweifacher Hinsicht, nämlich sowohl für den Arzt als auch für den Patienten. Verlässliche Angaben zur Prävalenz des Kopfschmerzes bei sexueller Aktivität liegen nicht vor. Es ist davon auszugehen, dass dieser immer noch mit Scham belegte Kopfschmerz erheblich unterdiagnostiziert ist. Häufig kann die Diagnose erst nach konkretem Erfragen der schmerzauslösenden Situation gestellt werden. Die Entlastung, die der Patient allein durch die korrekte Diagnose erfährt, ist oftmals bedeutender als die Therapieangebote, deren Evidenz bislang nicht überprüft werden konnte.

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Abschließend sollen zwei seltene Manifestationsformen der Migräne vorgestellt und damit die Differenzialdiagnosen der Gesichtsschmerzen erweitert werden.

Trigemino-autonome Kopfschmerzen (TAC) Cluster-Kopfschmerz (CK) Die Prävalenz von Cluster-Kopfschmerz liegt bei ca. 0,1 % in Deutschland, eine Prävalenz ähnlicher Größenordnung findet sich weltweit (5). Die Daten zur Prävalenz wurden mit der Zahl tatsächlich unter dieser Diagnose behandelten Patienten (stationär) abgeglichen und eine erhebliche Diskrepanz festgestellt. Ein Großteil der Patienten mit dieser Diagnose bleibt offensichtlich nach wie vor undiagnostiziert und infolge dann auch unter-, bzw. untherapiert. Es wird eine episodische (ca. 80 %) von einer chronischen Verlaufsform unterschieden, wobei bei ca. 12 % der episodischen Verlaufsform in eine chronische übergehen kann. In ca. 15 % der Fälle ist die Erkrankung primär chronisch. Bei der episodischen Form halten die symptomatischen Perioden meist für 4-12 Wochen an. Chronisch heißt bei dieser Diagnose, dass typische symptomfreie Intervalle, die Monate bis Jahre umfassen können, nicht zu beobachten sind. Männer sind deutlich häufiger betroffen, es besteht ein Geschlechterverhältnis von 3:1. Gemäß den diagnostischen Kriterien für den Cluster-Kopfschmerz der Klassifikation der International Headache Society (IHS) handelt es sich um einseitig auftretende, stärkste Kopfschmerzen retrobulbär/periorbital und

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Abb. 1: Gesicht einer Cluster-Kopfschmerz-Patienten in einer Attacke:

Autonome Begleiterscheinungen mit ipsilateraler Lacrimation und konjunktivaler Injektion.

temporal von häufig pulsierendem Charakter. Die Schmerzattacken sind kürzer als bei der Migräne (15 bis 180 Minuten) und von charakteristischen autonomen Symptomen wie Augentränen (Lakrimation), konjunktivale Injektion, nasale Kongestion, Rhinorrhoe, Hyperhydrose, anfallsartiges Erröten im Bereich der Stirn oder des Gesichtes, Miosis und/oder Ptosis, Völlegefühl im Ohr und Lidschwellung ipsilateral begleitet. Die Begleitsymptome können sehr diskret vorhanden sein oder auch extrem wie in der Abbildung 1 gezeigt wird. Charakteristisch sind nächtliche Attacken, häufig immer zur gleichen Zeit. Auffällig und für diese Diagnose charakteristisch ist der Bewegungsdrang während der Kopfschmerzen („pacing around“ oder „rocking“). Wie bei allen primären Kopfschmerzen ist der neurologische Status unauffällig, ebenso die zerebrale Bildgebung (MRT), die im Rahmen der differenzialdiagnostischen Abklärung unverzichtbar ist. Hinsichtlich der Therapie sind mit recht guter Evidenz hinterlegte Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) veröffentlicht (www.dmkg.de) (6). Unterschieden wird, wie bei fast allen Kopfschmerzsyndromen, die Akut-Therapie, also die Therapie der Kopfschmerzen, von einer Kurz- und Langzeit-Prophylaxe zur Reduktion der Attackenfrequenz.

Bezüglich der Akuttherapie sollte auf einen Therapieversuch mit Sauerstoff nicht verzichtet werden. Erweist sich die Anwendung als wirksam, kann dadurch erheblich an Medikamenten eingespart werden. Empfohlen werden 8-15 L 100 % O2 über eine Gesichtsmaske in sitzender, leicht nach vorne gebeugter Position. Medikamentös stehen Triptane an erster Stelle. Zwar wird eine parenterale Anwendung empfohlen (z. B. Sumatriptan 6 mg s. c.) allerdings berichten viele Patienten auch über einen guten Effekt bei einer oralen Anwendung (Sumatriptan 20 mg bzw. Zolmitriptan als Nasenspray, 5 mg Zolmitriptan Schmelztablette) (7). Anzumerken ist, dass bei hoher Attackenfrequenz gelegentlich sehr hohe Dosen an Triptanen benötigt werden. Das beunruhigt häufig die verschreibenden Ärzte. Es hat sich jedoch gezeigt, dass trotz sehr hohen Verbrauchs weder ein Wirkungsverlust zu befürchten ist, noch dass schädliche Nebenwirkungen hervorgerufen werden. Die vor allem bei Migräne so gefürchtete Zunahme der Kopfschmerzen im Sinne eines Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes (früher: analgetikainduzierter Kopfschmerz) ist beim CK nicht zu befürchten. Es gibt nur vereinzelt Berichte, in denen Patienten beschrieben werden, die, vor allem wenn eine positive (Familien-) Anamnese für Migräne vorliegt, einen zusätzlichen, wahrscheinlich medikamenteninduzierten, Kopfschmerz unter hochdo-

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Foto: Dr. T. Kraya

Der neue, täglich auftretende Kopfschmerz (New Daily Persistent Headache) soll vorgestellt werden, da er überrascht. Es handelt sich um einen chronischen Schmerz, dessen Phase der Chronifizierung fehlt. Die aktuellen Therapieempfehlungen als auch die derzeitigen pathophysiologischen Hypothesen werden diskutiert.


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sierter Einnahme von Triptanen, entwickeln können (8). Dies scheint jedoch eine Seltenheit zu sein.

der chronischen Form beeindruckende Ergebnisse (10). Eine systematische Überprüfung steht allerdings noch aus.

Bezüglich der Prophylaxe stehen Verapamil, Lithium und Steroide (letztere am ehesten im Sinne einer Kurzzeitprophylaxe) an erster Stelle. Der KalziumAntagonist Verapamil muss fallweise sehr hoch dosiert werden (bis 720 mg/d und mehr), regelmäßige EKG Kontrollen müssen deshalb durchgeführt werden. Zudem kann Topiramat (maximal 300-400 mg tgl.) oder Valproinsäure (5-20 mg/kg/KG) versucht werden. Bei therapierefraktären Patienten sollten Kombinationstherapien erfolgen (6).

Invasive Therapieverfahren wurden in den letzten Jahren intensiv beforscht und konnten positive Ergebnisse zeigen (Tiefenhirnstimulation; s. c. Stimulation des N. occiptalis major oder des N. vagus; Stim. des Ganglion sphenoidale). Bei diesen Therapien werden invasive von nicht-invasiven Verfahren unterschieden. Die invasiven Therapien sind für schwer betroffene, therapierefraktäre Patienten reserviert und sollten ausschließlich in dafür spezialisierten Zentren durchgeführt werden. Die nicht-invasiven Verfahren (Vagusnervstimulation) können auch bei nicht-therapierefraktären Patienten erfolgen (11, 12, 13).

Systemische Steroide werden meist additiv eingesetzt um die Zeit bis zum Wirkungseintritt einer Prophylaxe zu überbrücken. Eine Dauertherapie wird, von seltenen therapieresistenten Ausnahmen abgesehen, nicht empfohlen. Es empfiehlt sich folgendes Schema: Prednison 100 mg/d bzw. 1 mg/KG Körpergewicht über 5 Tage mit anschließender Reduktion um 10 mg alle 4 bis 5 Tage. Sollten unter einer gewissen Schwelle wieder ClusterAttacken auftreten, kann die Dosis wieder erhöht werden. Eine attraktive Alternative ist die Infiltration des N. occipitalis major mit einer Kombination aus Kortikosteroiden und Lokalanästhetika, die sogenannte GON-Infiltration (Greater Occipital Nerve-Infiltration) oder Okzipitale Nervenblockade. In einigen Fallserien konnten damit erstaunliche Ergebnisse erzielt werden, so wurden Reduktionen von bis zu 80 % beschrieben, 45 % führten zu kompletten Remission für durchschnittlich 3,5 Wochen (chronischer CK) bzw. für die gesamte restliche Cluster-Episode (episodischer CK) (9). Unsere persönliche Erfahrung mit dieser Methode ist sehr gut und die Ergebnisse decken sich mit denen der Publikationen. Ob Ketamin, intravenös appliziert, eine erfolgversprechende Therapie darstellt muss abgewartet werden. Kürzlich veröffentlichte Daten zeigten sowohl bei der episodischen Form als auch bei

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Paroxysmale Hemicranie Die paroxysmale Hemicranie (PH) entspricht dem klinischen Bild des Cluster-Kopfschmerzes mit wesentlich kürzeren Attacken von 2 bis 30 Minuten und einem umgekehrten Geschlechterverhältnis. Es sind also überwiegend Frauen betroffen, die durchschnittliche Attackenfrequenz liegt bei ca. 5 Attacken/d. Für die Diagnose entscheidend ist das Ansprechen auf Indometacin, wobei die Dosis zunächst bis auf 150 mg/d gesteigert werden sollte, um eine Wirkung zu beurteilen. Zur Erhaltungstherapie ist möglicherweise eine niedrigere Dosis ausreichend. Diese muss dann individuell titriert werden (14).

SUNA/SUNCT Die Acronyme SUNCT bzw. SUNA stehen für einen attackenartigen, sehr kurz anhaltenden (Short lasting), halbseitigen (Unilateral), stechenden-neuralgischen (Neuralgiform) Kopfschmerz, der von autonomen Symptomen (Autonomic symptoms) begleitet ist. Handelt es sich ausschließlich um konjuktivale Injektion und Tränenfluss (Conjunctival injection and Tearing) wird das Syndrom als SUNCT bezeichnet, wobei über die

Relation dieser beiden Entitäten derzeit heftig gerungen wird (SUNCT als Unterform von SUNA versus zwei separate Kopfschmerzdiagnosen). Die Prävalenz ist gering, die Belastung der Erkrankten jedoch aufgrund der sehr hohen Attackenfrequenz hoch. So traten in einer größeren Fallserie die Attacken durchschnittlich 59-mal pro Tag auf (2-600/d). Gemäß den Kriterien der IHS muss die Attackenfrequenz höher als 1/d liegen. Eine Abgrenzung zu einer TrigeminusNeuralgie, die sich im ersten Ast manifestiert, ist manchmal schwierig. Typischerweise findet sich beim SUNCTSyndrom zwischen den Attacken keine Refraktärperiode. Die Mehrzahl der Patienten ist älter (> 50 Jahre) und männlich. Pathophysiologisch wird wie beim CK von einer vom Hypothalamus und möglicherweise anderen Hirnstammstrukturen ausgehende Aktivierung des trigeminalennozizeptiven Systems ausgegangen. Ergebnisse der Untersuchungen mit funktioneller Bildgebung sprechen für diese Hypothese (15, 16). Therapieempfehlungen beruhen auf Fallserien. An erster Stelle stehen medikamentöse Therapieversuche mit dem Antidepressivum Duloxetin und Antikonvulsiva (AK), wobei Lamotrigin (bis 600 mg/d) von verschiedenen Autoren der Vorzug gegeben wird. Ein Nachteil bei der Verwendung von Lamotrigin ist die Notwendigkeit einer langsamen Aufdosierung, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann. Einen raschen Effekt kann man durch Infusionen mit Lidocain (1.3–3.3 mg/kg/h für 7–10 Tage unter regelmäßiger Kontrolle des EKGs) oder auch einer GON-Infiltration (80 mg Methylprednisolon mit 2 ml 2 % Lidocain) erreichen, der jedoch nicht allzu lange anhält und eher als Überbrückungsmaßnahme bei schwer betroffenen Patienten, bis Effekte einer Langzeitprophylaxe mit einem AK zur Wirkung kommen, empfohlen wird. Beim SUNA-Syndrom scheint Gabapentin das Antikonvulsivum der Wahl zu sein (17). Untersuchungen zur Wirksamkeit invasiver/operativer Verfahren wurden durchgeführt, sollten jedoch nur einem ausgewiesenen Patientengut vorbehalten bleiben (18).

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Hemicrania Continua (HC) Als letzte Entität aus der Gruppe der TAC soll die Hemicrania continua kurz vorgestellt werden. Dabei handelt es sich um einen halbseitigen Kopfschmerz von eher geringer Intensität. Die ipsilateral bestehenden autonomen Begleitsymptome sind in der Regel mild ausgeprägt. Das wichtigste differenzialdiagnostische Kriterium ist das Ansprechen auf Indometacin wie bei der PH (19, 20). Es sollten Dosen von 3x 25 mg bis 3x 75 mg versucht werden, damit ist die Therapie der Wahl auch schon vorgegeben. Schlechte Verträglichkeit limitiert oftmals den Einsatz der notwendigen Dosis dieses Medikamentes und es müssen Alternativen gesucht werden. Cox 2-Hemmer, Melatonin, Topiramat, Verapamil und Gabapentin wurden in Einzelfällen erfolgreich eingesetzt, ebenso Nervenblockaden (insbesondere GON) und Botulinumtoxin. Invasive, neuromodulative (z. B. Tiefenhirnstimulation, etc.) Verfahren müssen wohl ausschließlich verzweifelten Fällen vorbehalten bleiben (14).

Kopfschmerz bei sexueller Aktivität Kopfschmerz, ausgelöst durch ungewohnte Auslöser wie Husten, Kälte, körperliche Anstrengung oder sexuelle Aktivität, ist nach wie vor eine diagnostische Herausforderung. In der Regel ergeben sich entsprechende anamnestische Angaben erst durch gezieltes Nachfragen. Sind diese Kopfschmerzen auch im wesentlichen nicht Ausdruck einer schwerwiegenden Erkrankung, können sie für die Betroffenen doch eine erhebliche Belastung darstellen. Wurde der Kopfschmerz bei sexueller Aktivität bislang in einen PräorgasmusKopfschmerz und einen OrgasmusKopfschmerz getrennt, geht man in der neuen Klassifikation nun nur noch von einer Entität aus, die in zwei unterschiedlichen Erscheinungsformen auftreten kann. Es handelt sich also um einen Kopfschmerz, der während der sexuellen Aktivität beginnt, in der Regel von dumpf-drückendem Charakter ist und sich langsam parallel zum Level

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der sexuellen Erregung steigert. Mit oder kurz vor dem Orgasmus kann es zu einer explosionsartigen Exazerbation kommen. Bei ca. 70 % der Betroffenen fehlt die „präorgasmische Phase“ und der Schmerz manifestiert sich ausschließlich als explosionsartiger Schmerz rund um den Höhepunkt. Die Dauer der Kopfschmerzen wird von einer Minute bis zu 24 Stunden angegeben. Autonome oder vegetative Begleiterscheinungen bestehen nicht (21). Nach erstmaligem Auftreten müssen unbedingt eine Subarachnoidalblutung, eine arterielle Dissektion, eine intrazerebrale Raumforderung oder ein reversibles zerebrales Vasokonstriktionssyndrom ausgeschlossen werden. Männer sind häufiger betroffen. Eine weitere Kopfschmerzdiagnose findet sich häufig bei Betroffenen, dabei insbesondere eine Migräne. Pathophysiologisch wird zum einen eine Änderung (Zunahme) des intrakraniellen Drucks diskutiert, zum anderen eine „inadäquate Reaktion des Gefäßsystems“ angeschuldet, am ehesten in Form plötzlicher hämodynamischer Veränderungen (22). So zeigten Patienten mit explosionsartigem Orgasmuskopfschmerz im Vergleich zu Gesunden und Patienten mit Migräne eine signifikante Differenz in der zerebralen Blutflussgeschwindigkeit und im Pulsatilitätsindex nach Gabe von Azetazolamid als Ausdruck einer veränderten metabolisch bedingten zerebrovaskulären Reservekapazität/Reaktionskapazität (23). Die Prognose dieses Kopfschmerzes ist gut, in den meisten Fällen verschwindet der Kopfschmerz nach einigen Wochen oder Monaten ohne spezifische Therapie (24). Aufklärung und Beratung sind wichtige Maßnahmen. Therapeutisch werden, jeweils auf Fallserien basierend, gute Ergebnisse für BetaBlocker und Indometazin berichtet (Propranolol 1-2 mg/kg/d und 3 x 25 mg/d). Auch eine Einnahme von Indometazin oder auch Triptanen kurz vor sexueller Aktivität scheint das Auftreten der Kopfschmerzen verhindern zu können (22).

Neuer täglich anhaltender Kopfschmerz Bei dieser Entität (Diagnostische Kriterien: unter www.ihs-klassifikation.de) handelt es sich um einen Kopfschmerz, der plötzlich beginnt und dann als Dauerkopfschmerz bestehen bleibt. Der Beginn wird in der Regel exakt erinnert. Der Schmerz ist unspezifisch und kann sowohl den Charakter eines Kopfschmerzes vom Spannungstyp als auch einer Migräne haben. Die Phase der Schmerzchronifizierung, also der Übergang von einem episodischen Kopfschmerz in eine chronische Form, d. h. eine Zunahme der Kopfschmerzfrequenz, findet nicht statt. Ruft man sich die derzeit diskutierten Hypothesen zur Schmerzchronifizierung in Erinnerung, bleibt man ratlos zurück. Auf somatischer Ebene werden neben einer zentralen und peripheren Sensibilisierung, muskuläre Dekonditionierung etc. diskutiert, auf psychologischer Ebene auf der Basis des FearAvoidance-Modells (Angst -> Vermeidung von Aktivität -> Schmerzverstärkung) insbesondere dysfunktionale Schmerzbewältigungsstrategien. Eine Übersicht über die derzeit diskutierten Hypothesen stellten wir in einem Beitrag in dieser Zeitschrift 2014 dar (25). All dies schein für diese Entität keine Geltung zu haben. Verschiedene Patientengruppen mit dieser Diagnose zeigen klinisch große Heterogenität. Gut ein Drittel hatte vorausgehend einen episodischen Kopfschmerz, mehr als die Hälfte zeigen ein oder mehr migränetypische Symptome, wie Phono- und Photophobie, pulsierenden Schmerz, Übelkeit und auch visuelle Auren (26). Möglicherweise handelt es sich um ein Syndrom, charakterisiert durch einen Dauerkopfschmerz und plötzlichen Beginn, unter dem sich verschiedene Entitäten bzw. Subformen subsummieren. Hinsichtlich der Pathophysiologie ist wenig bekannt. Chronische gliale Aktivierung möglicherweise über Vermittlung von TNF alpha und/oder zervikale Hypermobilität werden diskutiert. Inwieweit diese Hypothesen Bestand haben, bleibt abzuwarten (27).

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Der Langzeitverlauf ist nicht bekannt. Neben selbstlimitierenden Verläufen, in denen der Schmerz nach Monaten oder Jahren sistiert, sind „maligne“ Verläufe beschrieben, die trotz intensiver therapeutischer Bemühungen persistieren. Deshalb ist eine exakte differenzialdiagnostische Abklärung unbedingt erforderlich, die neben der zerebralen Bildgebung (MRT) auch eine Untersuchung des Liquor zerebrospinalis (inklusive Druckmessung) als auch eine erweiterte Labordiagnostik enthält. Mögliche Differentialdiagnosen sind unter anderem eine idiopathisch intrakranielle Hypertension (Pseudotumor cerebri), eine Dissektion der hirnversorgenden Arterien, chronische Sinusitiden, oder eine Arteriitis temporalis (28). Spezifische Behandlungsempfehlungen können nicht gegeben werden. Die Therapie sollte sich an den Empfehlungen für einen chronischen Kopfschmerz vom Spannungstyp orientieren, ggf. erweitert durch Medikamente, die in der Migräneprophylaxe Einsatz finden (z.B. Topiramat oder Gabapentin). Ein signifikanter Benefit ist sicherlich durch Entlastung der Patienten mittels Modifikation der Bewältigungsstrategien im Rahmen mulitmodaler schmerztherapeutischer Programme zu erreichen, wenn auch das Symptom Schmerz dadurch nur gering beeinflusst werden kann.

Ungewöhnliche Manifestation der Migräne Manifestation als Gesichtsschmerz Migräne als eine der häufigsten Kopfschmerzerkrankungen ist in der Regel sicher zu diagnostizieren und auch zu therapieren (Therapieleitlinien siehe www.DMKG.de). Ausbreitung des Schmerzes in das Gesicht ist häufig und stellt kein differenzialdiagnostisches Problem dar. Anders ist die Situation, wenn der „Kopf“-Schmerz sich ausschließlich im Gesicht manifestiert. Darüber existieren bislang lediglich Einzelfallberichte oder Fallserien (29). Eine epidemiologische Studie zeigte,

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dass ca. 30 % der Migränepatienten auch Schmerzen im Gesicht angeben, 9 % im Bereich des II. und III. Trigeminusastes. Gesichtsschmerzen im Rahmen von Migräne sind häufiger (47 % versus 8 %) als üblich von autonomen Begleiterscheinungen (konjunktivale Injektion, Augentränen, Rhinorrhoe, etc) begleitet. Fasst man die Symptomatologie aus den Fallserien zusammen, ergibt sich ein Schmerz, der den meisten Kriterien der Migräne entspricht, lediglich die Lokalisation ist untypisch. Es handelt sich um Schmerzattacken von typischer Dauer (4-72 Stunden), der Schmerzcharakter ist pulsierend und die Schmerzen sind neben autonomen Begleiterscheinungen von migränetypischen Erscheinungen, wie Übelkeit, Lärm-und Lichtempfindlichkeit, begleitet. Bemerkenswert und letztlich als weiteres diagnostisches Kriterium ist das Ansprechen auf migränetypische Behandlung, insbesondere das Ansprechen von Triptanen in der Attacke und die Wirksamkeit von Beta-Blockern bzw. Antikonvulsia als Prophylaxe. Handelt es sich zusammengefasst zwar nur um wenige Patienten, kreisen diese doch lange undiagnostiziert zwischen Zahn- und Hausarzt ohne wirksame Therapie (29).

Sporadische hemiplegische Migräne Zuletzt soll noch ein Hinweis auf die sporadische hemiplegische Migräne geworfen werden, ebenfalls eine sehr seltene Form der Migräne. Da weitere betroffene Angehörige nicht vorliegen, kann die Diagnose dieser sich oft sehr dramatisch präsentierenden Unterform erst nach Ausschluss aller möglichen somatischen Ursachen gestellt werden. Diese Erscheinungsform der Migräne scheint sehr selten zu sein, bis dato sind ca. 200 Patienten mit der sporadischen Form der hemiplegischen Migräne publiziert (30). Publikationsdaten sagen natürlich wenig aus über die tatsächliche Prävalenz. Die meisten Patienten werden wohl zunächst unter dem Verdacht auf eine zerebrale Ischämie in einer Notaufnahme gesehen. Wie viele davon im weiteren Verlauf an einen Facharzt für Neurologie und dann ggf.

an einen Kopfschmerzspezialisten weitervermittelt werden, kann nur spekuliert werden. 15 % aller Migränepatienten haben eine Migräne mit Aura, d. h. sie erfahren vor der eigentlichen Kopfschmerzattacke ein fokal neurologisches Defizit, in erster Linie charakterisiert durch eine visuelle Störung (flackernde Lichter, Punkte, Linien, Sehverlust), eine sensible Störung (Parästhesien, Taubheitsgefühl) oder eine Sprachstörung (Dysphasie). Sind die Aura-Symptome auf den Hirnstamm oder auf ein bihemispherielles Geschehen zurückzuführen, ist die ebenfalls sehr seltene Migräne mit Hirnstamm-Aura (früher Basilarismigräne) zu diagnostizieren (IHS 1.2.2). Nur wenn eine motorische Schwäche im Rahmen der Aura auftritt, und nur dann, ist eine hemiplegische Migräne zu diagnostizieren (21). Lässt sich kein weiterer Verwandter 1. oder 2. Grades mit einer motorischen Aura finden, ist eine sporadische hemiplegische Migräne zu diagnostizieren. Die bisher größte Untersuchung zur hemiplegischen Aura wurde in Dänemark durchgeführt (31, 32). Es zeigte sich, dass die motorischen Symptome fast immer von anderen Aura-Symptomen begleitet sind. Häufig zeigen sich initial visuelle Störungen gefolgt von sensiblen Symptomen (Kribbelparästhesien, Taubheitsgefühl), dann entwickeln sich die motorischen Symptome und ggf. Sprachstörungen und Symptome Migräne mit Hirnstammaura (früher Basilarismigräne). Gemäß der Klassifikation hat die Aura eine Dauer von weniger als 24 Stunden, 20 % bis 30 % der Patienten haben jedoch Symptome über 2 bis 3 Tage. Die Symptomatik unterscheidet sich nicht zwischen den familiären und sporadischen Formen. Die Erkrankung kommt in beiden Varianten sowohl in „reiner“ Form vor oder es zeigen sich zusätzlich zerebelläre Symptome in der Attacke bzw. permanent und möglicherweise progredient. Mutationen in den drei FHM-auslösenden Genen kommen in der sporadischen Form nur selten vor (10-20 %). Die Patienten

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zeigen dann eine frühe Krankheitsmanifestation, meist schon in der 1. Dekade und häufig eine schwere Ausprägung der Erkrankung mit begleitenden neurologischen Symptomen wie zerebelläre Ataxie oder Epilepsie. Pathophysiologisch sind ähnliche Mechanismen wie bei der familiären Form zu vermuten. So scheint eine erhöhte neuronale Erregbarkeit sowie ein erniedrigte Schwelle zur Auslösung einer „spreading depression“ (Streudepolarisation) vorzuliegen, wie in zahlreichen elektrophysiologischen Studien, vor allem auch in Tierversuchen, gezeigt werden konnte. Spreading depression aktiviert das trigemino-vaskuläre System und damit eine Migräne-KopfschmerzAttacke über veränderte Homöostase von Neurotransmittern, insbesondere Kalzium, Kalium und Glutamat. Der Kopfschmerz tritt, im Unterschied zur Migräne mit typischer Aura, zumeist schon während der Aura auf und kann sowohl halbseitig als auch holocephal sein. Er zeigt sich hoch variabel, hinsichtlich Charakter, Dauer, Lokalisation und Intensität.

Schlaganfall, TIA, intrakranielle Raumforderungen oder entzündliche ZNSErkankungen müssen ausgeschlossen werden, d. h. dass neben einer zerebralen Bildgebung (MRT) auch eine Untersuchung des Liquor zerebrospinalis erfolgen muss. Therapeutisch ist der Einsatz von Triptanen gegen den Kopfschmerz umstritten, wird jedoch häufig und dann „off label“ mit gutem Erfolg durchgeführt. Lang anhaltende und behindernde Aurasymptome bedürfen der Behandlung. Dazu liegen jedoch nur wenig Fallberichte vor. Ketamin (nasal) konnte in 5 von 11 Patienten die Dauer der Aura reduzieren. Treten die Attacken häufig auf, können alle Substanzen zur Prophylaxe eingesetzt werden, die auch bei den gewöhnlichen Formen der Migräne zum Einsatz kommen (siehe Leitlininien der DMKG). Eine Studie zur Behandlung von Kindern mit hemiplegischer Migräne zeigte sowohl gute Erfolge als auch eine gute Verträglichkeit von Flunarizin in dieser Indikation, wobei diese Substanz bei Kindern nicht zugelassen ist (33).

Zusammenfassung Wie der Kieler Kopfschmerzspezialist Hartmut Göbel sehr richtig festgestellt hat, zeichnet sich ein leistungsfähiges und modernes Gesundheitssystem dadurch aus, dass Leiden und Schmerzen schnell gelindert werden. Das soll möglichst auch bei Patienten gelingen, die seltene Erkrankungen haben. Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, desto eher kann eine effektive Therapie eingeleitet werden. Dieser Artikel soll dazu dienen, auf seltene Manifestationen des so häufigen Problems „Kopfschmerz“ hinzuweisen und dadurch eine rasche Versorgung dieser Patienten zu ermöglichen. Literatur bei den Verfassern Korrespondenzanschrift: Dr. Thomas Wieser CA/FA Neurologie/Spez. Schmerztherapie AWO Fachkrankenhaus Jerichow Johannes-Lange-Straße 20, 39319 Jerichow Tel. 039343/92-2510, Fax 039343/92-2501 thomas.wieser@awo-khbg.de www.awo-khbg.de

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Aus der Fallsammlung der Norddeutschen Schlichtungsstelle

„Wer schreibt, der bleibt.“

Kasuistik

Gutachten

Eine 24-jährige Patientin hatte sich erstmals im Januar 2010 durch einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie zu Möglichkeiten einer Operation an Nase und Brust beraten lassen. Im März 2010 wurden sodann eine Brustvergrößerungsoperation und eine Korrektur des Nasenrückens durchgeführt. In der dokumentierten ersten Nachsorge vom April 2010 wurde eine zufriedene Patientin festgehalten. Im Oktober 2010 fand sich der Hinweis darauf, dass seitens der Patientin die Nase als unschön empfunden wurde. Im März 2011 wurde die Unzufriedenheit der Patientin mit Nase und Brust dokumentiert. Im April 2011 schloss die ambulante Dokumentation mit dem Hinweis der Begutachtung durch die Schlichtungsstelle.

Der beauftragte Gutachter, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie ist der Ansicht, dass der Eingriff im März 2010 fachgerecht durchgeführt worden sei. Allerdings sei die Nachbehandlung hinsichtlich der durchgeführten Frequenz durch den nachbehandlenden Arzt zu kritisieren. Eine erste Wiedervorstellung vier Wochen nach dem operativen Eingriff an Brust und Nase wird als zu lang eingestuft.

Beanstandung der ärztlichen Maßnahmen Die Patientin führte aus, dass sich durch den operativen Eingriff bei ihr weder an Brust noch an Nase etwas geändert habe. An der Brust hätte eine Straffung durchgeführt werden müssen.

Stellungnahme des Facharztes Dieser führte aus, dass er die Patientin sowohl an der Nase als auch an der Brust behandlungsfehlerfrei operiert habe. Zwischen der Vorstellung von Oktober 2010 und März 2011 sei die Patientin schwanger gewesen, ein Behandlungsfehler liege nicht vor.

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Ob die Beschwerden der Patientin wie Kantenbildung und hängende Brust auf einen ärztlichen Fehler zurückzuführen seien, könne nicht beurteilt werden. Weder seien präoperative Messwerte wie JugulumMamillen-Abstand, Steglänge, Größe und Körpergewicht der Patientin zu finden, noch läge ausreichend Bildmaterial zur Beurteilung der präoperativen Situation vor. Insofern könne nicht beurteilt werden, ob die eingesetzten Implantate (runde Implantate, hochprofilig, 365 cm3 Füllvolumen) in das richtige Lager eingebracht worden seien. Abhängig von Parametern wie Gewebebeschaffenheit der Patientin und vorhandenes Brustdrüsengewebe hätte gegebenenfalls auch ein Implantatlager unterhalb des Muskels gewählt werden müssen. Auch könne nicht geklärt werden, ob eine alleinige Brustvergrößerung ausgereicht habe, die Beschwerden der Patientin zu beheben. Oftmals würden Brustvergrößerungen auch mit einer sogenannten Straffungsoperation kombiniert, um das nachoperative Erscheinungsbild zu optimieren. Ob eine solche Straffung indiziert gewesen sei, könne mangels

Dokumentation nicht beurteilt werden. Es könne zudem nicht beurteilt werden, ob das erreichte postoperative Ergebnis (vor der Schwangerschaft) für einen ärztlichen Fehler spreche. Denn dies sei nur anhand von Bildern möglich, die ebenfalls nicht vorlägen. Ein Behandlungsfehler könne nicht ausgeschlossen werden.

Bewertung der Haftungsfrage Die Schlichtungsstelle hat sich dem Gutachten im Ergebnis angeschlossen, jedoch weitere rechtliche Ausführungen für erforderlich gehalten. Bezüglich der Brustoperation lag weder eine prä- noch postoperative Fotodokumentation vor. Es wurden ausweislich der vorhandenen Dokumentation keine präoperativen Messwerte erhoben. Es lagen ein Dokumentations- sowie ein Befunderhebungsmangel vor. Der hier festgestellte Dokumentationsmangel führt zunächst zu Beweiserleichterungen hinsichtlich des Behandlungsfehlers, da der Patientin durch den Verstoß gegen die Dokumentationspflicht die Möglichkeit genommen wird, einen immerhin angesichts des Verlaufs auch in Betracht kommenden Behandlungsfehler nachzuweisen. Grundsätzlich wird der Patientin bei Dokumentationsmängeln lediglich der Nachweis erleichtert, dass dem Arzt ein Behandlungsfehler unterlaufen ist. Eine über den Nachweis des Behandlungsfehlers hinausgehende Beweiserleichterung in Bezug auf den Nachweis der Ursächlichkeit

Recht aktuell

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Recht aktuell

Die verwendeten Implantate sind im Verhältnis zum Körperbau der Patientin groß. Eine Kantenbildung ist immer möglich, weswegen Implantate, bei denen sich auch in Abhängigkeit von der körperlichen Konstitution der Patientin derartige Risiken eher realisieren, deutlich häufiger unterhalb des Muskels eingebracht werden. Eine Beurteilung, ob die Lagewahl fachgerecht erfolgte, kann durch die Schlichtungsstelle nur anhand von präoperativen Bildern und weiteren, wie im Gutachten aufgeführt, Messwerten vorgenommen werden. Beides liegt nicht vor, hätte aber dokumentiert werden müssen. Die Beweiserleichterungen erstrecken sich somit nicht nur auf den Fehler, sondern auch auf die Ursächlichkeit.

Bezüglich der Nasenoperation gilt dies nicht. Hierzu liegen präoperative Bilder des Operateurs vor. Ausweislich des Operationsberichts war die Operation geeignet, den Nasenrücken zu begradigen und sie wurde auch fachgerecht ausgeführt. Die postoperativen Fotos, die die Patientin vorgelegt hat, sprechen ebensowenig wie die diesbezüglichen Behandlungsunterlagen für einen Behandlungsfehler.

die sonstigen Unterlagen dafür sprechen. Liegen weder Befunde noch Bilder aus der präoperativen Situation vor, können entsprechende Beurteilungen gar nicht erst vorgenommen werden. In Abwandlung der alten akademischen Regel „wer schreibt, der bleibt“ kann man sagen, dass „wer schreibt, sich das Leben erheblich einfacher macht“. Verfasser:

Gesundheitsschaden

Dr. med. Sixtus Allert

Die Beweislastumkehr bezieht sich auf folgende Primär- und typischerweise damit verbundene sekundäre Gesundheitsschäden, vorliegend auf ein unbefriedigendes Ergebnis der Brustoperation mit Kantenbildung. Bei korrektem Vorgehen wäre nach ärztlicher Erfahrung damit zu rechnen gewesen, dass mit einem Eingriff die geklagten Beschwerden der Patientin an ihrer Brust beseitigt worden wären. Dies kann nunmehr nur mit einem Korrektureingriff erfolgen.

Chirurgie

Facharzt für Plastische und Ästhetische Ärztliches Mitglied Ass. jur. Kerstin Kols Geschäftsführerin der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern Hans-Böckler-Allee 3, 30173 Hannover Tel.: 0511/3802416 oder -2420 Fax: -3802406 E-Mail: info@schlichtungsstelle.de www.norddeutsche-schlichtungsstelle.de Weitere Kasuistiken: www.norddeutscheschlichtungsstelle.de/fallsammlung/

Fazit Eine ordnungsgemäße Dokumentation trägt dazu bei, eine subjektiv als behandlungsfehlerfrei qualifizierte Behandlung auch als solche zu objektivieren. Bilder unbefriedigender Befunde alleine sprechen noch nicht für einen Behandlungsfehler, sie können aber einen solchen illustrieren, wenn

Ass. jur. K. Kols

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Recht aktuell

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Foto: Autor

kann der Patientin hingegen nur zugebilligt werden, wenn entweder in der versäumten ärztlichen Maßnahme ein grober Behandlungsfehler liegt oder wenn der Arzt bei der Behandlung gegen seine Pflicht verstoßen hat, medizinisch zweifelsfrei gebotene Befunde zu erheben und zu sichern (BGH VersR 89, 80). Zu Beweiserleichterungen für den Bereich der Kausalität können Dokumentationsversäumnisse also nur in Kombination mit anderen Beweisregeln führen, also mit denjenigen aus grobem Behandlungsfehler oder Verstößen gegen Befunderhebungspflichten (Frahm/Nixdorf, Arzthaftungsrecht, 3. Auflage, Rdnr. 133).


Recht aktuell

Warnung!

Neue und alte Tricks bei unseriösen Branchenbuchangeboten Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt warnt weiter vor unseriösen und kostenpflichtigen Branchenbucheintragungen. Neben weiter zugesandten Formularen werden Ärzte teilweise auch telefonisch kontaktiert.

ein kostenpflichtiger Eintrag in dem zweifelhaften Verzeichnis beauftragt. Im Kleingedruckten wird ersichtlich, dass damit ein „Leistungspaket“ für 348 Euro netto jährlich für drei Jahre abgeschlossen werden soll.

Aktuell wird uns über Aktivitäten einer sog. „regista.online“ berichtet. Durch Formulierungen, wie „die Poststelle [...] empfängt seit der Einrichtung des zentralen Gewerbeindex (Regista.online) die Registrierungsunterlagen der Gewerbebetriebe in [...]“ wird versucht, das Schreiben offiziell wirken zu lassen, so dass die Formulare unterzeichnet zurückgesandt werden. Dadurch wird

Bereits in unserer September-Ausgabe hatten wir darüber informiert, dass nunmehr auch telefonisch Kontakt mit Arztpraxen aufgenommen wurde. Dabei wird Bezug auf eine bereits bestehende kostenlose Anzeige in einer beim Landratsamt ausliegenden Bürgerinformationsbroschüre genommen. Die Firma BDN Media würde zur Prüfung der fortbestehenden Korrektheit des

kostenlosen Eintrages ein Fax zusenden. Das zugesandte Formular stellte jedoch einen kostenpflichtigen Auftrag für das Verzeichnis „Bürger-Info“ dar. Vor dem Hintergrund können wir nur eindringlich dazu raten, Anschreiben generell genau zu überprüfen und auch Mitarbeiter für das Thema zu sensibilisieren. Bei Zweifeln an der Seriosität entsprechender Schreiben empfiehlt es sich, die Formulare von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt prüfen zu lassen. Ass. jur. Tobias Brehme Rechtsabteilung

BGH-Entscheidung zur Patientenverfügung!

Patientenverfügungen müssen Willen konkret benennen In einem aktuellen Urteil vom 06.07.2016 hat der Bundesgerichtshof (BGH, XII ZB 61/16) eine wesentliche Entscheidung im Hinblick auf die Konkretisierung des Willens in der Patientenverfügung getroffen. In dem konkreten Fall hatte die Patientin für den Fall eines schweren Dauerschadens ihres Gehirns alle lebensverlängernden Maßnahmen abgelehnt. Nach einem Hirnschlag stimmte die Patientin einer Magensonde zu. Nach mehreren epileptischen Anfällen konnte die Patientin ihren Willen selbst nicht mehr äußern. Die Richter hatten den Streit der Töchter zu entscheiden, ob die künstliche Ernährung eingestellt werden soll. In diesem Beschluss zugrundeliegenden Fall sah der BGH den in der Patientenverfügung geäußerten Willen, „keine

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lebenserhaltenden Maßnahmen“ zu wünschen, keine hinreichend konkrete Behandlungsentscheidung. Eine schriftliche Patientenverfügung im Sinne des § 1901 a Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) entfalte nur dann eine unmittelbare Bindungswirkung, wenn ihr konkrete Entscheidungen des Betroffenen über die Einwilligung oder Nichteinwilligung in bestimmte, noch nicht unmittelbar bevorstehende ärztliche Maßnahmen entnommen werden können. Nicht ausreichend sind demnach allgemeine Anweisungen wie die Aufforderung, ein würdevolles Sterben zu ermöglichen oder zuzulassen, wenn ein Therapieerfolg nicht mehr zu erwarten ist. Welchen Wortlaut die Patientenverfügung haben muss, lässt der BGH offen.

Gleichzeitig führt er aus, dass die Anforderungen an die Bestimmtheit nicht überspannt werden dürfen. Der Betroffene könne jedoch umschreibend festlegen, was er in einer bestimmten Lebens- und Behandlungssituation will und was nicht. Dies kann durch Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen (Künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr, Wiederbelebung, künstliche Beatmung, Dialyse) oder die Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen erfolgen. Weitere Informationen, auch mit Hinweisen zur Entscheidung des BGH, können Sie der aktualisierten Broschüre des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz entnehmen: www.t1p.de/bmjv

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Buchrezension

Marceli Tureczek

Leihglocken (Bells from territories within post-1945 borders of Poland stored in Germany/In Deutschland verbliebene Glocken aus Gebieten Polens in den Grenzen nach 1945). Straty Kultury Polskiej, Warschau 2011, ISBN 978-83-62622-13-9, Leinen, Lexikonformat, 869 S., € 45,- (Bezug über den Importbuchhandel)

„Friede sei ihr erst Geläut!“ Mit dieser Hoffnung lässt Friedrich Schiller sein großes Gedicht „Das Lied von der Glocke“ ausschwingen. „Friede auf Erden“ ist auch ein Teil der Weihnachtsbotschaft, der meistzitierte wohl. Das mag ein Grund dafür sein, dass das Bild der Glocke zu einem beliebten Advents-, Weihnachts- und Jahreswechselmotiv geworden ist. Glocken sind Zeugen der Geschichte und der Entwicklung der Völker über Grenzen hinweg. Sie sind Kulturdenkmäler. Darauf bezieht sich das hier vorgestellte Buch des polnischen Historikers Marceli Tureczek. Es widmet sich einem Aspekt europäischer Geschichte im Hinblick auf Glocken vor dem Hintergrund von Krieg, Grenzverschiebungen und der Bewältigung des Neuanfangs nach 1945. Ich möchte dieses schwierige Thema anhand dieses Buches und der Odyssee einer Glocke aus eigenem Erleben verdeutlichen. Als die NS-Diktatur gleich nach der Machtergreifung die Vorbereitung und Rüstung zu einem Eroberungskrieg rücksichtslos vorantrieb, wurde spätestens 1937 klar, dass die materiellen Reserven dafür nicht ausreichten. Insbesondre galt das für die metallischen Rohstoffe. Da lag es nahe, die läutenden Kupfer-Zinn-Depots in den

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Sonstiges

Kirchtürmen des ganzen Landes in die Kalkulation einzubeziehen, wie es die Herrscher aller Zeiten zuvor auch getan hatten. Und so wurden alle Bronzeglocken im Deutschen Reich und später in den okkupierten Gebieten gezählt, nach historischem und künstlerischem Wert klassifiziert (Kategorien A, B, C, D) und schließlich zu etwa 80 % requiriert (ca. 100 000 Expl.). Zeitzeugen erinnern sich heute noch daran, wie ihre heimatlichen Glocken aus den Türmen gehievt und abtransportiert wurden in Hüttenwerke, u. a. auch nach Ilsenburg und Hettstedt. Die Jüngeren davon (Kat. A, B) kamen in die vorderste Reihe und wurden bald liquidiert, d. h. eingeschmolzen und verarbeitet. Ihre ehrwürdigeren älteren Geschwister (Kat. C) wurden für die spätere Verwendung etwas zurückgestellt. Und der alte Glockenadel, die künstlerisch, historisch und klanglich wertvollsten Stücke (Kat. D) durften in den Türmen bleiben, um dann tragischer Weise zu einem großen Teil bei der Bombardierung der Städte vor Ort zu sterben. Die Glocken im Trierer Dom und der Lübecker Marienkirche, auch die alte Pummerin im Stephansdom von Wien seien als traurige Beispiele genannt. Der für die Erfassung dieser Reserven zuständige Reichsmarschall hatte sie ja vorher sämtlich preußisch korrekt katalogisieren und beschreiben lassen. Diese

Kataloge sind jedoch leider nur noch zum Teil durch den Krieg gekommen und befinden sich heute im Deutschen Glockenarchiv des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg, wo alle in Deutschland noch erhaltenen Informationen zu den Kriegsverlusten an Glocken incl. eventueller Bilddokumentationen zusammengefasst wurden. Auch aus dem kleinen Ort Neudorf in der damaligen preußischen Provinz Ostbrandenburg, der früheren Neumark und heutigen Woiwodschaft Lebus, wurde die größere der beiden Glocken (Kat. C) der Filialkirche St. Anna unter Anteilnahme der Dorfbewohner 1942 aus dem Turm geholt. Sie war alt und schön, 1523 zu Luthers und der Bauernkriege Zeiten gegossen, was sie nicht vor dem Heldentod für den Endsieg bewahrt hätte. Sie sollte verrüstet werden. Ihr Warteplatz lag bei einem Hüttenwerk in Hamburg, wo sie mit ihren Schicksalsgenossinnen rüde gestapelt wurde. Unsere Glocke überlebte, wie viele ihrer Leidensgenossinnen, diese Lagerhaft aber unversehrt, fern der Heimat. Letztere lag nach Kriegsende jenseits von Oder und Neiße, nicht mehr auf deutschem sondern auf polnischem Staatsgebiet. Seine früheren deutschen Bewohner waren weggesiedelt und durch polnische oder ukrainische Nachzügler

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Cover und Foto: privat

ersetzt worden. Die 1300 noch in Deutschland gelagerten Glocken aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten von Ostpreußen bis Oberschlesien wurden zum Streitobjekt zwischen Besatzungsbehörden, Kirchen und dem deutschen Staat als Reichsrechtsnachfolger. Natürlich meldete auch der neue polnische Staat seine Ansprüche an. Die Administratoren der britischen Besatzungszone als erste Verwalter des begehrten Guts lehnten die Rück- bzw. Weitergabe an Polen vorerst und bis auf weiteres ab. Um von den nicht unerheblichen Kosten der Lagerung und Bewachung des kostbaren Buntmetalls herunterzukommen, einigte man sich für die Westzonen angesichts der erheblichen kriegsbedingten Glockenverluste auf den vorerst ungeregelten Status der sog. Leihglocken. Sie konnten nun, je nach konfessioneller Herkunft, zu evangelischen oder katholischen Kirchen mit Glockenbedarf verbracht und dort als Patenglocken auf unbestimmte Zeit in Nutzung genommen werden. Und da bis heute noch keine andere, rechtssichere bilaterale Lösung existiert, ist es dabei geblieben. Ob sie alle noch am primären Zuweisungsort vorhanden sind bzw. überhaupt noch existieren, darf in Einzelfällen bezweifelt werden. Ihre ersten Patenkirchen sind im o. g. Buch angegeben, in dem ca. 1200 Glocken aus den freigezogenen neuen Gebieten Polens beschrieben sind. Und deshalb ist dieses Buch von hohem historischen, sicher auch einmal von internationalem juristischen Wert. Wie ging es nun mit unserer schönen Glocke weiter? Nach Entlassung aus einem sowjetischen Strafarbeitslager verschlug es 1946 den schwer erkrankten früheren Pfarrer der ostbrandenburgischen Gemeinde St. Anna in Neudorf, jetzt Nowa Wies´, ins Jerichower Land, wo ihn der Bischof als Seelsorger in Biederitz b. Magdeburg einsetzte. Er hatte die Glocke seinerzeit in Neudorf abgeben müssen und suchte jetzt nach ihr, fand sie auch. Wie er es dann schaffte, dieses Relikt der verlorenen Heimat 1952 in die „Ostzone“ zu holen, bleibt ein Geheimnis, das er mit ins Grab genommen hat. Hier an der

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Ehle durfte sie in der freien Luft wieder klingen, für Einheimische und Flüchtlinge, bis ihre Läutestatik nach vielen Jahren regelmäßiger Arbeit problematisch wurde. Und dann kam eines Tages Ende 2013 Post aus Nowa Wies´ mit der Bitte der polnischen Kirchengemeinde, sie wieder in ihrer barocken Heimatkirche in der immer noch unbesetzten Glockenwiege aufhängen zu dürfen. Das o. g. Buch hatte den Polen den Weg gewiesen. Die Biederitzer konnten sich einem solchen, sehr freundlich vorgetragenen und von der Landsmannschaft der früheren Heimat unterstützten Anliegen nicht verschließen, wenn auch nicht ohne Trauer. Behördliche Hindernisse wurden mit etwas Mut und entsprechenden Ideen überwunden. Die Sanierung der inzwischen unansehnlichen Metalloberfläche durch eine bekannte Magdeburger Firma der Denkmalpflege wirkte wie ein Jungbrunnen. Und so brachten wir am Himmelfahrtstag 2015 in kleiner PKW-Prozession via BAB 2, auch Warschauer Allee genannt, unsere Schöne mit ihren 300 kg wieder an den Ort ihrer jahrhundertelangen Bestimmung als klingende Ruferin und Musikantin in die Kirche St. Anna, in das Land zwischen Warthe und Oder. Am St.-Anna-Tag 2015 (26. Juli) wurde sie unter reger Teilnahme beider Seiten vom örtlichen polnischen Bischof neu geweiht. Das war ein friedliches und sehr fröhliches polnisch-deutsches Fest in und vor der Kirche. Wie eine Braut hatten die Polen die Diva zu diesem Anlass geschmückt (Abb.). Inzwischen hängt sie wieder in ihrer Glockenstube im Turm von St. Anna, der Patronin der Mütter, und wird zu Weihnachten den Friedengruß ins Land und über die Oder senden, getreu ihrer Inschrift: O REX GLORIE CRISTE VENI CUM PACE (... komm mit Frieden). Und das Buch? Es dürfte zwar nur von speziellem Interesse, dann aber eine Fundgrube für Forschung und Erinnerung sein. Etwas Schwierigkeiten macht seine nicht simultane Mehrsprachigkeit. Der überwiegende Teil mit 676 Seiten zeigt jedoch Fotografien von etwa 1200 katalogisierten Bronzeglocken aus dem Deutschen Glockenarchiv und die

dazugehörigen ausgiebigen Legenden. Ein Pole hatte sich, unter welcher Intention auch immer, die Mühe der übersichtlichen und wissenschaftlich fundierten Zusammenschau gemacht – ein Stück europäischer Friedensarbeit mit Hilfe des Deutschen Glockenarchivs! Und wenn jetzt auch zu Advent, Weihnachten und Silvester die Glocken klingen, sollte man sich daran erinnern, dass Frieden ist und bleiben soll – keine Selbstverständlichkeit! Das weiß am besten unsere kleine elegante Glocke mit ihren fast 500 Jahren ehernen Daseins. P.S. Beim Blättern im Buch zu den aufgeführten Leihglocken blieb mein Blick völlig unerwartet an einer Glocke hängen, unter der ich vor vielen Jahren in einer schlesischen Dorfkirche getauft worden war. Sie stammte aus dem 15. Jahrhundert, was sie 1942 nicht vor der Verbannung in ein Rohstoffsammellager der NS-Wirtschaft bewahrte (Kat. C). Meine Geschwister konnten sich an das Drama der Abnahme erinnern. Ich hatte also die Gute mit Hilfe dieses Buches wiedergefunden. Sie tönt heute fröhlich und im Verein mit einer anderen heimatfernen schlesischen Schwester im Geläut aus einem westfälischen Kirchturm, wo ich sie in diesem Jahr, 74 Jahre nach ihrer Fahrt in die weite Welt, in luftiger Höhe besucht und berührt habe – und ihr zuhören durfte. Sie nahm es gelassener als ich. F.T.A. Erle, Magdeburg

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Leserbrief

Antibiotika-Verbrauch auf dem Prüfstand Leserbrief von Prof. Dr. Steffen Rickes zur Pressemitteilung „Antibiotika-Verbrauch auf dem Prüfstand“ im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Heft 10/2016, S. 29f Sehr geehrte Damen und Herren, im aktuellen Ärzteblatt Sachsen-Anhalt haben Sie eine Presseinformation des Städtischen Klinikums Dessau zum Thema „Antibiotika-Verbrauch auf dem Prüfstand“ abgedruckt. Die dort beschriebene Etablierung eines multidisziplinären ABS-Teams möchte ich uneingeschränkt unterstützen. Klinisch tätige Ärzte werden täglich mit Antibiotika konfrontiert. Diese Medikamente werden zu oft eingesetzt, in vielen erforderlichen Fällen zu spät und

zu lange und häufig nicht mit dem richtigen Wirkstoff. Die Komplikationen – wie komplizierte Verläufe, Multiresistenzen und Clostridieninfektionen – sind fatal, sie gefährden Menschenleben und kosten uns unnötige Ressourcen. Die HELIOS Kliniken haben das Thema „Antibiotika“ zum Wissensziel 2016 gemacht. Dabei werden alle Mitarbeiter (vom Chefarzt über die Pflegekraft und den Klinikgeschäftsführer bis zum Serviceassistenten) im Umgang mit Antibiotika fortgebildet. Für jede

Berufsgruppe wurde eine Online-Schulung erarbeitet. Diese Schulungen können auch von allen Interessierten außerhalb der HELIOS Kliniken absolviert werden. Der Link zu dieser Schulung lautet: http://www.helioskliniken.de/wissen/wissensziel-2016 Mit freundlichen Grüßen Steffen Rickes HELIOS Bördeklinik GmbH Chefarzt und Direktor Zentrum Innere Medizin

Gerinnungshemmende Standardtherapie nach herzchirurgischen und interventionellen Eingriffen Leserbrief von Dr. Ilja Karl zum Artikel „Gerinnungshemmende Standardtherapie nach herzchirurgischen und interventionellen Eingriffen“ im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 10/2016, S.11ff

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cherche zum Thema wurde aktualisiert und ist auf der Leitlinien-Homepage der DEGAM unter http://www.degam. de/degam-leitlinien-379.html (Neue Thrombozytenaggregations-Hemmer: Einsatz in der Hausarztpraxis) nachzulesen.

Dieses Ansinnen erstaunt, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass mit der AWMF-Leitlinie 053-041 „Duale Plättchenhemmung – Neue Thrombozytenaggregationshemmer“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM) bereits seit 2013 ein „Standard“ verfügbar ist (http:// www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/053041.html). Die umfassende Evidenzre-

Weniger erstaunlich ist, dass die Mehrheit der von der Task Force dargelegten Empfehlungen mit den Empfehlungen der DEGAM-Leitlinie übereinstimmt. Neu sind die Empfehlungen für das Vorgehen nach herzchirurgischen und interventionellen Klappenimplantationen. Zwei Inhalte des Beitrages sind aus hausärztlicher Sicht diskussionswürdig.

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Zum Einen wird in der Tabelle „Vorgehen nach Stentimplantation mit Indikation zur Vollantikoagulation“ zwischen niedrigem und hohem Blutungsrisiko unterschieden. Die Autoren teilen nicht mit, welche Kriterien für die Zuordnung zu den Risikogruppen gelten. Zum Anderen heißt es zur TripleTherapie: „Bei Tripletherapie mit den neuen oralen Antikoagulantien (NOAKs) sollte die reduzierte Dosis eingesetzt, bei Vitamin-K-Antagonisten (VKA) eine INR von 2,0-2,5 angestrebt werden.“ Zur Triple-Therapie mit zwei Thrombozytenaggregationshemmern und einem Antikoagulans gibt es keine

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Interessiert las ich die Empfehlungen der „Task Force Kardiologie und Herzchirurgie“. Die gegebenen Empfehlungen, so ist dem einleitenden Text zu entnehmen, sollen u. a. als Standards für die Weiterbehandlung der Patienten nach Entlassung dienen.


Leserbrief

prospektiven Daten. Lediglich für die Triple-Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten existieren Reviews und Metaanalysen auf der Basis von Registerdaten. Daraus läßt sich ein deutlich erhöhtes Blutungsrisiko unter TripleTherapie gegenüber dualer Plättchenhemmung allein ablesen. Zur TripleTherapie mit NOAK existieren keinerlei Daten. Die DEGAM leitet daraus

folgende Empfehlungen ab: 1. Möglichst Verzicht auf medikamentenfreisetzende Stents bei antikoagulierten Patienten. 2. Triple-Therapie so kurz wie möglich. 3. Wenn Triple-Therapie, dann mit Vitamin-K-Antagonisten bei einer INR von 2,0. Interessant wäre auch eine Stellungnahme der Task Force zur Unterschei-

dung von verschiedenen medikamentenfreisetzenden Stents bezüglich der Dauer der Triple-Therapie bei antikoagulierten Patienten, wie in der aktualisierten DEGAM-Leitlinie empfohlen. Dr. med. Ilja Karl Facharzt für Allgemeinmedizin

Antwort von Prof. S. Frantz für die Konsensusgruppe auf den Leserbrief von Dr. Ilja Karl zum Artikel „Gerinnungshemmende Standardtherapie nach herzchirurgischen und interventionellen Eingriffen“ Sehr geehrter Herr Karl, haben Sie vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Zusammenfassung „Gerinnungshemmende Standardtherapie nach herzchirurgischen und interventionellen Eingriffen“. Sie diskutieren in Ihrem Brief wichtige Fragen, auf die wir gerne antworten würden: Warum brauchen wir eine solche Zusammenfassung überhaupt, wo es doch Leitlinien zu dem Thema gibt u. a. auch von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM)? Es ist korrekt, dass sich verschiedene Fachgesellschaften (Kardiologie, Herzchirurgie, Allgemeinmedizin, u. a.) mit der Thematik der Antikoagulation nach herzchirurgischen und interventionellen Eingriffen auseinandergesetzt haben. Ein Teil der Empfehlungen stützt sich dabei nicht auf ein Vorgehen, das eindeutig durch Studien belegt ist, sondern ist vielmehr eine Expertenmeinung. Unterschiede zwischen den Leitlinien bestehen dadurch ebenfalls. Das führt dann zu Therapieregimes, die jede Klinik individuell, aber gut begründet festlegt. Für die weiterbehandelnden Kliniken ist die unterschiedliche Handhabungsweise scheinbar gleicher Probleme schwer nachvollziehbar, so dass der starke Wunsch an uns herangetragen wurde, für Sachsen-Anhalt einen Konsens zu erzielen. Dass sich diese Empfehlungen stark an den Leitlinien orientieren, ist selbstverständlich. Da

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die Leitlinien sehr ausführlich sind, haben wir außerdem versucht, die Empfehlung möglichst knapp zu fassen (Übersicht auf zwei DINA4-Seiten). Wir hoffen, dass wir dadurch die Handhabung der gerinnungshemmenden Therapie vereinfacht haben. Welchen Stent sollte man bei Tripletherapie verwenden? Aufgrund der Kürze der Darstellung konnten wir leider nicht auf alle Details und unterschiedlichen Stents eingehen. Es besteht Konsensus in der Kardiologie, dass Drug Eluting Stents den Bare Metal Stents (BMS) gegenüber zu bevorzugen sind. Neuere sog. Drug Coated Stents erlauben hier auch eine nur 4 wöchige duale Plättchenhemmung, vergleichbar also den Zeitintervallen, die für einen BMS gefordert werden. Einen BMS muss man deshalb nur noch in Ausnahmesituationen anwenden. Wie kann man zwischen niedrigem und hohen Blutungsrisiko unterscheiden? Hierzu gibt es verschiedene Scores. Gut etabliert ist z. B. der HAS-BLEDScore für Patienten unter oraler Antikoagulation mit Vitamin K-Antagonisten (Hypertonus, abnormale Nieren-/ Leberfunktion, Schlaganfall, Blutung, labile INR, Alter > 65, Medikament/ Alkohol). Ein höheres Blutungsrisiko wäre dabei bei einem Punktwert ≥ 3. Wichtig und aus unserer Sicht auch gut in den neuen Leitlinien der ESC zum

Vorhofflimmern ist, dass individuell abgewogen werden soll zwischen dem Blutungsrisiko und dem ischämischen Risiko. Es existieren dadurch keine festen Werte mehr. Die Entscheidung würde dann v. a. dem Interventionalisten und Chirurgen obliegen und ist natürlich subjektiv (dafür aber realistisch). Welche Dosis sollte man bei der Tripletherapie für die orale Vollantikoagulation nehmen? Sie haben völlig recht, dass es zur Frage mit welcher Dosis man bei einer Tripletherapie vollantikoagulieren soll, praktisch keine Daten gibt. Empfehlungen sind hier Expertenmeinung, wobei in dieser Situation von der European Society of Cardiology die NOAKs ebenfalls empfohlen werden. Für die neuen Antikoagulantien wird es in ca. zwei Wochen in Form der auf dem AHA-Kongress vorgestellten Daten der Pioneer-AF-Studie zu Rivaroxaban Daten geben (momentan werden zu der Thematik noch weitere Studien für Dabigatran und Apixaban durchgeführt, die Studie für Edoxaban steht in den Startlöchern); derzeit ist die niedrigste etablierte Dosis für die neuen Antikoagulantien in Kombination mit einer plättchenhemmenden Therapie empfohlen, wobei in den Fachinformationen bei jeder der Substanzen unterschiedliche Formulierungen für die Tripletherapie oder Kombinationstherapie vorzufinden sind. Für die VKAs sollte die INR bei 2,25 (2-2,5) liegen.

Sonstiges

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Geburtstage

Wir gratulieren im Dezember

zum 60. Geburtstag 02. Dezember Dipl.-Med. Birgit Gerlach Merseburg 06. Dezember Dr. med. Herwig Kleinertz Zeitz 11. Dezember Dr. med. Undine Graf Halberstadt 11. Dezember Dipl.-Med. Christine Hoyer Bernburg (Saale) 12. Dezember Dr. med. Reinhold Widwald Genthin 13. Dezember Bettina Fritsche Halle (Saale) 14. Dezember Eduard Werwein Freyburg (Unstrut) 15. Dezember Dipl.-Med. Barbara Knörgen Merseburg 15. Dezember Dipl.-Med. Annerose Huth Dessau-Roßlau 16. Dezember Dipl.-Med. Sybille Heier Zeitz 17. Dezember Ralf Gottstein Dessau-Roßlau 17. Dezember Dipl.-Med. Olaf Erik Haberecht Aschersleben 18. Dezember Dipl.-Med. Andreas Broda Delitzsch 21. Dezember Michael Ermakov Potsdam 24. Dezember Dr. med. Christine Schmitz Sülzetal 27. Dezember Dipl.-Med. Ingolf Frost Staßfurt 27. Dezember Dr. med. Marion Schwarz Magdeburg 27. Dezember Dimitrij Trinz Dessau-Roßlau 27. Dezember Dr. med. Karin Schäfer Geusa 29. Dezember Dr. med. Beate Kuchheuser Magdeburg 29. Dezember Dipl.-Med. Peter Henning Lutherstadt Wittenberg

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07. Dezember PD Dr. med. habil. Albrecht Oehme Jena 09. Dezember Dipl.-Med. Brunhilde Härtig Magdeburg 17. Dezember Dipl.-Med. Gisela Bange Staßfurt 18. Dezember Univ.-Prof. Dr. med. habil. Rainer Finke Halle (Saale) 18. Dezember Dr. med. Hannelore Möwes Staßfurt 19. Dezember Dipl.-Med. Christine Grönick Thale 20. Dezember Dr. med. Anselma Schober Wettin-Löbejün 21. Dezember Steffi Böttcher Braunsbedra 24. Dezember Univ.-Prof. Dr. med. habil. Klaus Begall Halberstadt 25. Dezember Dr. med. Christian Meffert Luckau 25. Dezember Dr. med. Christiane Peschke Freyburg (Unstrut) 25. Dezember Dr. med. Bernd Hannig Kabelsketal 28. Dezember Dipl.-Med. Jörgen Bretschneider Weißenfels

zum 70. Geburtstag 04. Dezember Dr. med. Frank Lehmann Weißenfels 07. Dezember Dr. med. Elke Heyer Wernigerode 17. Dezember Dipl.-Med. Christa Döltz Aschersleben 21. Dezember Dipl.-Med. Dietrich Lohmann Schönebeck (Elbe) 22. Dezember Dipl.-Med. Christa Lampe Magdeburg 30. Dezember Priv.-Doz. Dr. med. Helmut Fiedler Halle (Saale) 31. Dezember Joachim Wartberg Uthmöden

zum 65. Geburtstag

zum 75. Geburtstag

03. Dezember 05. Dezember

01. Dezember Dr. med. Horst Franz Dessau-Roßlau 02. Dezember Dr. med. Jutta Bergen Stendal

Sonstiges

Dr. med. Rosemarie Wulf-Borkenau Halle (Saale) Dipl.-Med. Birgit Klapperstück Halle (Saale)

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Geburtstage

03. Dezember Klaus Poppeck Behnsdorf 04. Dezember Priv.-Doz. Dr. med. Günter Hein Halle (Saale) 06. Dezember Doris Kinne Salzwedel 07. Dezember SR Heide-Marie Kellert Blankenburg (Harz) 08. Dezember Dr.-medic/IMF Bukarest Valeriu Munteanu Bitterfeld-Wolfen 09. Dezember SR Jürgen Panniger Mücheln (Geiseltal) 10. Dezember Oswald Peter Lutherstadt Wittenberg 12. Dezember Dr. med. Wolfgang Reisener Salzwedel 12. Dezember Dr. med. Ehrfried Oeltze Haldensleben 14. Dezember Doz. Dr. med. habil. Peter Meinhart Halle (Saale) 14. Dezember Dr. med. Klaus-Walter Zipprich Magdeburg 15. Dezember Dr. med. Doris Schober Lutherstadt Wittenberg 16. Dezember Dipl.-Med. Helga Kramm Halle (Saale) 17. Dezember Dr. med. Angelika Neumann Quedlinburg 17. Dezember Dr. med. Jürgen Metker Wernigerode 21. Dezember MR Dr. med. Bergrun Hirschelmann Halle (Saale) 21. Dezember Prof. Dr. med. habil. Erdmuthe Fikentscher Halle (Saale) 24. Dezember MR Dr. med. Manfred Temme Halberstadt 27. Dezember Hans-Peter Busch Dessau-Roßlau 27. Dezember Dr. med. habil. Dr. rer. nat. Jürgen Metzner Halle (Saale) 28. Dezember Dr. med. Peter Koch Haldensleben 28. Dezember Dipl.-Med. Heide Luderer Teutschenthal 28. Dezember Dr. med. Renate Neubert Dessau-Roßlau 29. Dezember SR Dr. med. Marlies Habelt Bitterfeld-Wolfen 29. Dezember MR Dr. med. Wolfgang Zacher Halle (Saale) 29. Dezember Dr. med. Günther Hoffmann Droyßig

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 27 (2016) 12

zum 80. Geburtstag 01. Dezember Dr. med. Hans-Henning Lippe Elbingerode (Harz) 01. Dezember Dr. med. Renate Ullrich Naumburg (Saale) 05. Dezember SR Werner Nowak Magdeburg 11. Dezember Dr. med. Erich Schickerling Nachterstedt 26. Dezember Dr. Dr. med. Karl-Adolf Schaper Sandersdorf 30. Dezember Dr. med. Ferdinand Drösler Weißenfels 30. Dezember Dr. med. Peter Schneider Magdeburg

zum 81. Geburtstag 02. Dezember Dr. med. Marianne Bethlehem Bitterfeld-Wolfen 03. Dezember Irmgard Petermann Halle (Saale) 03. Dezember Prof. Dr. med. habil. Wolfgang Brömme Halle (Saale) 06. Dezember SR Erhard Teubner Magdeburg 20. Dezember Dr. med. Thea Mucke Dessau-Roßlau 24. Dezember Hans-Jürgen Hildebrandt Dessau-Roßlau 30. Dezember Dr. med. Guenter Voigt Lutherstadt Eisleben

zum 82. Geburtstag 06. Dezember OMR Dr. med. Manfred Roesler Magdeburg 13. Dezember Dr. med. Manfred Burkhardt Halle (Saale) 14. Dezember Dr. med. Wolfgang Nehring Dessau-Roßlau

zum 83. Geburtstag 03. Dezember Dr. med. Peter Olek Dessau-Roßlau 10. Dezember OMR Dr. med. Ilse Porrmann Halle (Saale)

zum 84. Geburtstag 05. Dezember Dr. med. Roman Rämsch Weißenfels 11. Dezember Dr. med. Klaus Penndorf Magdeburg

Sonstiges

55


Geburtstage

14. Dezember Kurt Günther Magdeburg 28. Dezember Dr. med. Helga Claußen Magdeburg

zum 91. Geburtstag

zum 85. Geburtstag

zum 96. Geburtstag

05. Dezember Ruth Herrmann Halle (Saale) 31. Dezember Dr. med. Ruth Landa Wolmirstedt

03. Dezember

zum 86. Geburtstag

21. Dezember MR Dr. med. Maximilian Winter Thale

26. Dezember MR Dr. med. Udo Steiniger Zahna-Elster 31. Dezember SR Dr. med. Eva Schuhmannova Haldensleben

21. Dezember

Christa Blech Halle (Saale)

OMR Dr. med. Johannes Rohde Halle (Saale)

zum 99. Geburtstag

Wir gratulieren im Januar

zum 60. Geburtstag 04. Januar Dr. med. Regina Vogel-Bartl Halle (Saale) 05. Januar Dr. med. Petra Unger Oschersleben (Bode) 05. Januar Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Christoph Thomssen Hamburg 07. Januar Galina Schmidgal Magdeburg 08. Januar Dr. med. Sigrid Misch Magdeburg 11. Januar Dr. med. Christine Zirkenbach Weißenfels 11. Januar Dr. med. Michael John Lutherstadt Eisleben 11. Januar Dipl.-Med. Ute Nowak Haldensleben 11. Januar Dipl.-Med. Andreas Herzog Sangerhausen 11. Januar Abdalla Takash Stendal 12. Januar Andrea Scholz Naumburg (Saale) Dr. med. Peter Adam 15. Januar Nebra (Unstrut) 19. Januar Dr. med. Thomas Wiebe Magdeburg 19. Januar Dipl.-Med. Frank Jansen Jütrichau

56

Sonstiges

21. Januar Dipl.-Med. Ute Schulz Salzwedel 22. Januar Dr. med. Marlies Schindler Magdeburg 24. Januar Dipl.-Med. Axel Schirmer Halle (Saale) 24. Januar Dipl.-Med. Sabine Merkel Bitterfeld-Wolfen 24. Januar Dr. med. Matthias Pfau Halle (Saale) 29. Januar Dr. med. Sabine Diete Magdeburg 30. Januar Dipl.-Med. Frank Faßl Dessau-Roßlau

zum 65. Geburtstag 01. Januar Dipl.-Med. Corry Aspe Halle (Saale) 04. Januar Dr. med. Ingrid Salzborn Sangerhausen 05. Januar Dr. med. Renate Seidel Magdeburg 06. Januar Thea Domröse Halle (Saale) 10. Januar Dr. med. Walter Dreller Halle (Saale) 12. Januar Dr. med. Regina Dietrich Zeitz 15. Januar Dr. med. Wolfgang Reichel Helbra

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 27 (2016) 12

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Geburtstage

18. Januar Dr. med. Sybille Grund Barleben 19. Januar Rüdiger Oelze Schackensleben 19. Januar Dr. med. Martina Schauen Wolmirstedt 21. Januar Dr. med. Klaus Schwabe Sandersdorf 23. Januar Dr. med. Isolde Borstell Tangerhütte 28. Januar Dr. med. Sabine John Braunsbedra 30. Januar Dipl.-Med. Michael Eckel Zeitz 31. Januar Dipl.-Med. Martina Lenz Magdeburg

zum 70. Geburtstag 06. Januar Christine Heine Magdeburg 07. Januar Dipl.-Med. Heidrun Juschkat Falkenstein/Harz 09. Januar Dr. med. Klaus Kretschmer Magdeburg 11. Januar Dipl.-Med. Brunhild Junge Magdeburg 12. Januar Dr. med. Michael Mattenheimer Schönebeck (Elbe) 19. Januar Dr. med. Eberhard Wilhelms Landsberg 24. Januar Dr. med. Christoph Scholl Könnern 31. Januar Dr. med. Bärbel Herrmann Lutherstadt Wittenberg

zum 75. Geburtstag 01. Januar Dr. med. Bärbel Schütze Halle (Saale) 03. Januar Dr. med. Christel Glauche Möckern 05. Januar MR Dr. med. Wolfgang Heinz Haldensleben 07. Januar Dr. med. Heide Wingrich Bad Lauchstädt 07. Januar Dr. med. Heidemarie Berger Halle (Saale) 07. Januar MR Dr. med. Helmut Mahler Jerichow 07. Januar Dr. med. Siegfried Kammler Bernburg (Saale) 09. Januar Dr. med. Gerhard Wojna Coswig (Anhalt) 09. Januar Dieter Menzel Osterburg (Altmark)

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 27 (2016) 12

09. Januar Dr. med. Eberhard Ullmann Quedlinburg 11. Januar Dr. sc. med. Jürgen Dan Elbe-Parey 12. Januar Dr. med. Frank-Ulrich Leimbrock Halle (Saale) 13. Januar Monika Klein-Hinz Teutschenthal 14. Januar Dr. med. Klaus Konietzko Burg 18. Januar Doz. Dr. med. habil. Manfred John Merseburg 18. Januar Dr. med. Bärbel Reichelt Magdeburg 20. Januar Dr. med. Gislinde Zahl Querfurt 20. Januar Sighild Ludwig Querfurt 21. Januar Dr. med. Renate Salheiser Aschersleben 21. Januar Dr. med. Anna Miltenberger Sangerhausen 21. Januar Margit Feller Halle (Saale) 31. Januar Dr. med. Gerhard Schönermarck Dessau-Roßlau

zum 80. Geburtstag 04. Januar OMR Dr. med. Horst Scholz Bad Bibra 04. Januar Alfred Weigelt Calbe (Saale) MR Dr. med. Rosmarie Schütte 07. Januar Magdeburg 10. Januar Dr. med. Eva-Maria Borchardt Salzatal 10. Januar Dr. med. Siegfried Wilde Stendal 11. Januar Dr. med. Vera Stackfleth Stendal 19. Januar Dr. med. Otto-Karlheinz Müller Halberstadt 29. Januar Dr. med. Ilse Schneider Magdeburg

zum 81. Geburtstag 01. Januar Dr. med. Annelies Thal Zerbst 02. Januar MR Dr. med. Helga Klee Naumburg (Saale) 03. Januar Doris Sebbel Halle (Saale) 05. Januar Christa Hauck Weißenfels

Sonstiges

57


Geburtstage

07. Januar Dr. med. Ingrid Heindorf Halle (Saale) 09. Januar Dr. med. Hannelore Schumacher Zeitz 10. Januar MR Dr. med. Ursula Dietze Halle (Saale) 15. Januar Dr. med. Harro Aurin Magdeburg 15. Januar Dr. med. Isolde Henze-Flohr Gröningen 16. Januar Dr. med. Christel Dietz Lutherstadt Eisleben 18. Januar Dr. med. Richard Piskorz Halle (Saale) 20. Januar Dr. med. Irmgard Ebert Teutschenthal 23. Januar Prof. Dr. med. habil. Wolfgang Röse Magdeburg 27. Januar Prof. Dr. med. habil. Wolfgang Böhmer Lutherstadt Wittenberg 28. Januar Prof. Dr. med. habil. Joachim Oppermann Halle (Saale)

05. Januar Dr. med. Juliane Koch Magdeburg 09. Januar SR Dipl.-Med. Elfriede Baars Halle (Saale) 15. Januar Dr. med. Wiltrud Kempfe Magdeburg 31. Januar SR Gerda Gründel Merseburg

zum 82. Geburtstag

zum 88. Geburtstag

09. Januar MR Dr. med. Monika Prüfer Annaburg Dr. med. Helgo Schleicher 12. Januar Timmenrode Dr. med. Rudolph Lenz 15. Januar Aschersleben 23. Januar Dr. med. Cordula Ulrich Landsberg 31. Januar Prof. Dr. med. habil. Gertrud Pohl Magdeburg

07. Januar MR Dr. med. Jürgen Lambrecht Merseburg OMR Dr. med. Kurt Hedwig 08. Januar Schönebeck (Elbe)

zum 83. Geburtstag 07. Januar Dr. med. Lieselotte Weiß Lutherstadt Wittenberg 14. Januar Dr. med. Sigrid Heinze Tangerhütte 19. Januar Dr. med. Sigrid Meder Magdeburg 21. Januar OMR Dr. med. Ernst Pratsch Bitterfeld-Wolfen 23. Januar Dr. med. Inge Schütze Gnadau 28. Januar Dr. med. Marianne Harnisch Hettstedt

zum 84. Geburtstag 04. Januar Burkhard Bretschneider Magdeburg

58

Sonstiges

zum 85. Geburtstag 16. Januar Prof. Dr. sc. med. Richard Fischbeck Sülzetal SR Dr. med. Waltraut Wilhayn 28. Januar Magdeburg

zum 86. Geburtstag 01. Januar MR Dr. med. Kurt Erich Steudte Naumburg (Saale) 13. Januar Dr. med. Hans Köhler Schachdorf Ströbeck 13. Januar MR Dr. med. Anne Schuster Wetterzeube

zum 89. Geburtstag 12. Januar Dr. med. Günter Denck Stendal 13. Januar Dr. med. Arndt Nitzsche Staßfurt

zum 91. Geburtstag 10. Januar MR Dr. med. Sigrid Wilde Quedlinburg

Wir wünschen Ihnen Gesundheit und viel Freude auf Ihrem weiteren Lebensweg. Ihre Ärzteblatt-Redaktion Sollten Sie mit der Veröffentlichung Ihres Geburtstages nicht einverstanden sein, so bitten wir Sie, dies rechtzeitig der Ärztekammer bekanntzugeben, möglichst schriftlich, auch per E-Mail (redaktion@aeksa.de).

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 27 (2016) 12


Ärztliche Fortbildung

Veranstaltungsinformationen der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen für Ärztinnen und Ärzte Weiterbildungskurs: „Suchtmedizinische Grundversorgung“ (50 Stunden)

21.10.2016 – 21.01.2017

Magdeburg

11.01.2017 18.01.2017

Halle (Saale) Halle (Saale)

08.02.2017

Halle (Saale)

Klinische Transfusionsmedizin: „Qualifizierungsmaßnahme für Transfusionsbeauftragte und Transfusionsverantwortliche“ (16 Stunden)

20.01. – 21.01.2017

Magdeburg

Gemeinsame Fortbildung von ÄK und KV Sachsen-Anhalt Januar-Thema: „Aktuelles zu multiresistenten Erregern und infektiösen Viruserkrankungen“

25.01.2017

Magdeburg

Update Notfallmedizin

28.01.2017 24.06.2017 02.12.2017

Magdeburg Halle (Saale) Magdeburg

Ärztliche Leichenschau

04.02.2017 29.04.2017 21.10.2017

Magdeburg (Uni) Magdeburg (Uni) Magdeburg (Uni)

Verkehrsmedizinische Begutachtung (16 Stunden)

17.02. – 18.02.2017

Neugattersleben

Weiterbildungskurs: „Psychosomatische Grundversorgung/ Verbale Interventionen“ (50 Stunden)

06.03. – 10.03.2017

Halle (Saale)

Weiterbildungskurs: „Psychosomatische Grundversorgung/ Verbale Interventionen“ (50 Stunden), Fachrichtung Frauenheilkunde und Geburtshilfe

10.03. – 11.03.2017 19.05. – 20.05.2017 16.06. – 17.06.2017

Teil 1: Magdeburg Teil 2: Magdeburg Teil 3: Magdeburg

Weiterbildungskurs: Basiskurs Palliativmedizin (40 Stunden)

17.03. – 18.03.2017 24.03. – 25.03.2017 31.03. – 01.04.2017

Block 1: Magdeburg Block 2: Magdeburg Block 3: Magdeburg

„Gutachten gut gemacht“ – Einführung in die Erstellung von Gutachten (16 Stunden)

24.03. – 25.03.2017

Neugattersleben

Interaktiver-Langzeit-EKG-Kurs als Blended-Learning-Angebot (16 Stunden Präsenz + Online-Teil)

07.04. – 08.04.2017

Magdeburg

Fortbildungsveranstaltung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft in Kooperation mit ÄK und KV Sachsen-Anhalt

08.04.2017

Halle (Saale)

Notfallseminar für niedergelassene Ärzte mit praktischen Übungen

26.04.2017 22.11.2017

Magdeburg Magdeburg

Aktualisierung der FK im Strahlenschutz nach der RöV

06.05.2017 18.11.2017

Magdeburg, NH-Hotel, Ebendorf

Update Impfen

24.05.2017

Magdeburg

Weiterbildungskurs: Fallseminare Palliativmedizin, Modul 2 (40 Stunden)

09.06. – 11.06.2017 16.06. – 17.06.2017

Teil 1: MD-Cracau Teil 2: MD-Cracau

Fortbildungsreihe: Medizinische Versorgung von Asylsuchenden Thema: „Rechtliche Rahmenbedingungen der med. Versorgung“ Thema: „Interkulturelle Kommunikation – theoretische Hintergründe und praktische Strategien“ Thema: „Kulturelle Dynamik in der Arzt-Patient-Beziehung“

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 27 (2016) 12

Ärztliche Fortbildung

59


Ärztliche Fortbildung

Curriculare Fortbildung: „Hygienebeauftragter Arzt“, Modul 1

21.08. – 25.08.2017

Neugattersleben

Weiterbilungskurs: „Notfallmedizin“ (80 Stunden)

01.09. – 08.09.2017

Magdeburg/ Heyrothsberge

Weiterbildungskurs: Fallseminare Palliativmedizin, Modul 3 (40 Stunden)

15.09. – 17.09.2017 22.09. – 23.09.2017

Teil 1: Lostau Teil 2: Lostau

Weiterbildungskurs: „Psychosomatische Grundversorgung/ Verbale Interventionen“ (50 Stunden)

15.09. – 16.09.2017 10.11. – 11.11.2017 15.12. – 16.12.2017

Teil 1: Magdeburg Teil 2: Magdeburg Teil 3: Magdeburg

26. Fortbildungstag der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Thema: „Niereninsuffizienz – was nun?“

16.09.2017

Halle (Saale)

Curriculare Fortbildung „Antibiotic Stewardship“ Grundkurs zum ABS-beauftragten Arzt (40 Stunden), (in Bearbeitung)

25.09. – 29.09.2017

Neugattersleben

Curriculare Fortbildung: „Krankenhaushygiene“ Modul IV: Bauliche und technische Hygiene, (in Bearbeitung)

20.11 – 24.11.2017

Halle (Saale), Universität

Weitere Informationen (Anmeldeformulare, Gebühren etc.) finden Sie auf der Homepage: www.aeksa.de, im Kapitel Arzt > Fortbildung. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Akademie.

Veranstaltungen für Assistenzpersonal Die Mitwirkung beim Impfmanagement in der ärztlichen Praxis

01.02.2017

Magdeburg

Fortbildungsreihe für ausbildende Praxen MFA: Qualitätsmanagement in der Arztpraxis – „Ausbildungsbeauftragte für MFA“ (20 Stunden)

01.03./26.04./ 21.06./06.09.2017

Magdeburg

Suchtmedizinische Versorgung (60 Stunden)

20.03. – 24.03.2017

Halle (Saale)

EKG- und Belastungs-EKG-Kurs

21.10.2017

Magdeburg

Notfallseminar für Assistenzpersonal

18.11.2017

Magdeburg

Weitere Informationen (Anmeldeformulare, Gebühren etc.) finden Sie auf der Homepage: www.aeksa.de, im Kapitel MFA > Fortbildungen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Akademie.

Fort- und Weiterbildungskurse für Ärztinnen und Ärzte

60

Termine

21. Oktober 2016 – 21. Januar 2017

Beginn/Ende

09.00 – ca. 16.00 Uhr

Veranstaltungsort

Magdeburg, Halle (Saale), Bernburg

Teilnahmegebühr

750,00 Euro/ Einzelkurs 300,00 Euro

Anmeldung

ist im laufenden Kurs möglich

Ansprechpartner

Frau August (Tel.: 0179 4846540)

Bemerkungen

Alle Anfragen zur Organisation nur über den Veranstalter!

Ärztliche Fortbildung

FP 50

Weiterbildungskurs: Suchtmedizinische Grundversorgung (50 Stunden)

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 27 (2016) 12


Ärztliche Fortbildung

Klinische Transfusionsmedizin: „Qualifizierungsmaßnahme für Transfusionsbeauftragte und Transfusionsverantwortliche“ (Teil A und Teil B, 16 Stunden) Termine

20. – 21. Januar 2017

Beginn/Ende

Freitag: 09.30 – 17.30 Uhr; Samstag: 09.30 – 17.00 Uhr

Veranstaltungsort

Magdeburg

Teilnahmegebühr

220,00 Euro

Anmeldefrist

10. Januar 2017

Ansprechpartner

Frau Belicke (Tel.: 0391 6054-7720)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung.

Gemeinsame Fortbildungsveranstaltung von Ärztekammer und KV Sachsen-Anhalt Termin

Mittwoch, 25. Januar 2017

Veranstaltungsort

Magdeburg

Beginn/Ende

16.00 – 19.45 Uhr

Teilnahmegebühr

keine

Anmeldefrist

11. Januar 2017

Ansprechpartner

Frau Belicke (Tel.: 0391 6054-7720)

Bemerkungen

Ein Flyer in diesem Heft (12/2016)

Update Notfallmedizin Termine

Samstag, 28. Januar 2017, Magdeburg Samstag, 24. Juni 2017, Halle (Saale) Samstag, 2. Dezember 2017, Magdeburg

Beginn/Ende

09.00 – 16.30 Uhr

Veranstaltungsort

Magdeburg, Halle (Saale)

Teilnahmegebühr

150,00 Euro

Anmeldefrist

3 Wochen vor Veranstaltungsbeginn

Ansprechpartner

Frau Bauer (Tel.: 0391 6054-7760)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung.

Ärztliche Leichenschau

FP 16

FP 4

FP 8

FP 5

Termine

04. Februar 2017 29. April 2017 21. Oktober 2017

Beginn/Ende

09.00 – 14.00 Uhr

Veranstaltungsort

Universitätsklinikum Magdeburg, Haus 28 Institut für Rechtsmedizin (Eing. Fermersleber Weg)

Teilnahmegebühr

80,00 Euro

Anmeldefrist

31. Dezember 2016, 24. Februar 2017, 2. August 2017

Ansprechpartner

Frau Bauer (Tel.: 0391 6054-7760)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung.

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 27 (2016) 12

Ärztliche Fortbildung

61


Ärztliche Fortbildung

Verkehrsmedizinische Begutachtung (16 Stunden) 17./18. Februar 2017

Beginn/Ende

09.00 – 17.00 Uhr

Veranstaltungsort

AKZENT Hotel Acamed Resort Brumbyer Str. 5, 06429 Nienburg OT Neugattersleben

Teilnahmegebühr

250,00 Euro

Anmeldefrist

2 Wochen vor der Veranstaltung

Ansprechpartner

Frau Bauer (Tel.: 0391 6054-7760)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung.

Weiterbildungskurs: „Psychosomatische Grundversorgung/Verbale Interventionen“ (50 Stunden) Termine

06. – 10. März 2017

Veranstaltungsort

Halle (Saale)

Ansprechpartner

Dr. med Thilo Hoffmann Diakoniekrankenhaus Halle Psychotherapie/Psychosomatik Mühlweg 7, 06114 Halle Tel.: 0345 7787109, Fax: 0345 7786326

Weiterbildungskurs: „Psychosomatische Grundversorgung/Verbale Interventionen“ (50 Stunden), Fachrichtung Frauenheilkunde und Geburtshilfe Termine

10. – 11. März 2017 Teil 1 19. – 20. Mai 2017 Teil 2 16. – 17. Juni 2017 Teil 3

Veranstaltungsort

Magdeburg

Teilnahmegebühr

500,00 Euro

Anmeldefrist

28. Februar 2017

Ansprechpartner

Frau Stahl (Tel.: 0391 6054-7730)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung.

Weiterbildungskurs Palliativmedizin, Basiskurs (40 Stunden) gem. Bildungsfreistellungsgesetz anerkannt

62

FP 50

FP 50

FP 40

Termine

17. – 18. März 2017, Block 1 24. – 25. März 2017, Block 2 31. März – 01. April 2017, Block 3

Beginn/Ende

17. März 2017: 15.00 – 20.00 Uhr 01. April 2017: 09.00 – 15.00 Uhr

Veranstaltungsort

Magdeburg

Teilnahmegebühr

540,00 Euro

Anmeldefrist

06. März 2017

Ansprechpartner

Frau Belicke (Tel.: 0391 6054-7720)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung. Die TN-Zahl ist auf 24 begrenzt.

Ärztliche Fortbildung

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 27 (2016) 12

Termine

FP 16


Ärztliche Fortbildung

Gutachten gut gemacht – Einführung in die Erstellung von Gutachten (16 Stunden)

FP 16

Termine

Freitag, 24. März 2017, Teil 1 Samstag, 25. März 2017, Teil 2

Beginn/Ende

09.00 – 17.00 Uhr

Veranstaltungsort

AKZENT Hotel Acamed Resort, Brumbyer Str. 5, 06429 Nienburg OT Neugattersleben

Teilnahmegebühr

250,00 Euro

Anmeldefrist

Anmeldungen bereits möglich (Bedarfsermittlung)

Ansprechpartner

Frau Bauer (Tel.: 0391 6054-7760)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung.

Interaktiver-Langzeit-EKG-Kurs als Blended-Learning-Angebot (16 Stunden Präsenz + Online-Teil)

+ 12 K

Termine

07. – 08. April 2017

Beginn/Ende

07. April 2017: 13.00 – 19.30 Uhr 08. April 2017: 09.00 – 17:00 Uhr

Veranstaltungsort

Magdeburg

Teilnahmegebühr

300,00 Euro

Anmeldefrist

20. März 2017

Ansprechpartner

Frau Belicke (Tel.: 0391 6054-7720)

Bemerkungen

Qualifikationsvoraussetzungen gemäß § 135 Abs. 2 SGB V, durch KV anerkannt. Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung. Die TN-Zahl ist auf 20 begrenzt!

Fortbildungsveranstaltung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) in Kooperation mit der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt Termin

08. April 2017

Beginn/Ende

10.00 – ca. 14.00 Uhr

Veranstaltungsort

Leopoldina Halle

Teilnahmegebühr

keine

Anmeldefrist

01. April 2017

Ansprechpartner

Frau Stahl (Tel. 0391 6054-7730)

Bemerkungen

in Bearbeitung

Notfallseminar für niedergelassene Ärzte mit praktischen Übungen

FP 23 C

Termin

26. April 2017 22. November 2017

Beginn/Ende

15.00 – ca. 18.00 Uhr

Veranstaltungsort

Magdeburg

Teilnahmegebühr

80,00 Euro

Anmeldefrist

Anmeldungen bereits möglich

Ansprechpartner

Frau Bauer (Tel.: 0391 6054-7760)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung.

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 27 (2016) 12

FP 5

FP 5

Ärztliche Fortbildung

63


Ärztliche Fortbildung

Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz nach der RöV Termine

06. Mai 2017 18. November 2017

Beginn/Ende

09.30 – ca. 17.30 Uhr

Veranstaltungsort

1. Termin Magdeburg; 2. Termin im NH-Hotel Ebendorf

Teilnahmegebühr

90,00 Euro

Anmeldefrist

14 Tage vor der Veranstaltung

Ansprechpartner

Frau Stahl (Tel.: 0391 6054-7730)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung.

FP 9

Update Impfen

FP 5 24. Mai 2017

Beginn/Ende

15.00 – ca. 19.00 Uhr

Veranstaltungsort

Magdeburg, Haus der Heilberufe

Teilnahmegebühr

50,00 Euro

Anmeldefrist

5. September 2017

Ansprechpartner

Frau Belicke (Tel.: 0391 6054-7720)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung.

Weiterbildungskurs Palliativmedizin, Fallseminare, Modul 2 (40 Stunden) gem. Bildungsfreistellungsgesetz anerkannt

FP 40

Termine

09. – 11. Juni 2017 Teil 1 (3 Tage) 16. – 17. Juni 2017 Teil 2 (2 Tage)

Beginn/Ende

09. Juni 2017: 10.00 – 18.00 Uhr 17. Juni 2017: 09.00 – 17.00 Uhr

Veranstaltungsort

Magdeburg, Pfeiffersche Stiftungen, Mutterhaus und Hospiz im Luisenhaus, Pfeifferstr. 10, 39114 Magdeburg-Cracau

Teilnahmegebühr

540,00 Euro

Anmeldefrist

25. Mai 2017

Ansprechpartner

Frau Belicke (Tel.: 0391 6054-7720)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung. Die TN-Zahl ist auf 24 begrenzt.

Curriculare Fortbildung „Hygienebeauftragter Arzt“, Modul I (auch für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte geeignet)

64

FP 40

Termine

21. – 25. August 2017

Beginn/Ende

09.30 – ca. 18.00 Uhr

Veranstaltungsort

Nienburg/Neugattersleben, AKZENT Acamed Resort GmbH

Teilnahmegebühr

550,00 Euro

Anmeldefrist

10. August 2017

Ansprechpartner

Frau Stahl (Tel.: 0391 6054-7730)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung. Buchungen von Hotelzimmern möglich. Einzelheiten zum Veranstaltungsort unter www.acamed.de

Ärztliche Fortbildung

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Termin


Ärztliche Fortbildung

Weiterbildungskurs: Notfallmedizin (80 Stunden) gem. Bildungsfreistellungsgesetz anerkannt Termin

01. – 08. September 2017

Beginn/Ende

09.00 – 17.00 Uhr

Veranstaltungsort

Magdeburg/Heyrothsberge

Teilnahmegebühr

950,00 Euro

Anmeldefrist

11. August 2017

Ansprechpartner

Frau Bauer (Tel.: 0391 6054-7760)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen (Internetzugang wird bereit gestellt) und Pausenversorgung.

Weiterbildungskurs Palliativmedizin, Fallseminare, Modul 3 (40 Stunden) gem. Bildungsfreistellungsgesetz anerkannt

FP 40

Termine

15. – 17. September 2017 Teil 1 (3 Tage) 22. – 23. September 2017 Teil 2 (2 Tage)

Beginn/Ende

15. September 2017: 10.00 – 18.00 Uhr 23. September 2017: 09.00 – 17.00 Uhr

Veranstaltungsort

Lostau, Pfeiffersche Stiftungen, Lungenklinik Lostau GgmbH, Lindenstr. 2, 39291 Lostau

Teilnahmegebühr

540,00 Euro

Anmeldefrist

31. August 2017

Ansprechpartner

Frau Belicke (Tel.: 0391 6054-7720)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung. Die TN-Zahl ist auf 24 begrenzt.

Weiterbildungskurs: „Psychosomatische Grundversorgung/Verbale Interventionen“ (50 Stunden), gem. Bildungsfreistellungsgesetz anerkannt Termine

15. – 16. September 2017, Teil 1 10. – 11. November 2017, Teil 2 15. – 16. Dezember 2017, Teil 3

Veranstaltungsort

Magdeburg

Teilnahmegebühr

500,00 Euro

Anmeldefrist

31. August 2017

Ansprechpartner

Frau Stahl (Tel.: 0391 6054-7730)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung.

26. Fortbildungstag der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Thema: „Niereninsuffizienz – was nun?“

FP 80

Termin

16. September 2017

Beginn/Ende

09.30 – 13.45 Uhr

Veranstaltungsort

Halle (Saale), Leopoldina

Teilnahmegebühr

keine

Anmeldefrist

8. September 2017

Ansprechpartner

Frau Belicke (Tel.: 0391 6054-7720)

Bemerkungen

Sie erhalten keine Anmeldebestätigung für Ihren Kursplatz.

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FP 50

FP 6

Ärztliche Fortbildung

65


Ärztliche Fortbildung

Curriculare Fortbildung: „Antibiotic Stewardship“ – Grundkurs zum ABS-beauftragten Arzt (40 Stunden) Termine

25. – 29. September 2017

Beginn/Ende

in Bearbeitung

Veranstaltungsort

Akzent Hotel, Neugattersleben

Teilnahmegebühr

550,00 Euro

Anmeldefrist

5. September 2017

Ansprechpartner

Frau Belicke (Tel.: 0391 6054-7720)

Bemerkungen

in Bearbeitung

Curriculare Fortbildung „Krankenhaushygiene“ Modul IV (Bauliche und technische Hygiene) Termine

20. – 24. November 2017

Beginn/Ende

09.00 – ca. 18.00 Uhr

Veranstaltungsort

Universitätsklinikum Halle (Saale)

Teilnahmegebühr

500,00 Euro

Anmeldefrist

14 Tage vor der Veranstaltung

Ansprechpartner

Frau Stahl (Tel.: 0391 6054-7730)

Bemerkungen

in Bearbeitung

FP 40

FP 32

Veranstaltungen für Assistenzpersonal Die Mitwirkung beim Impfmanagement in der ärztlichen Praxis Termin

1. Februar 2017

Beginn/Ende

15.00 – ca. 19.00 Uhr

Veranstaltungsort

Magdeburg

Teilnahmegebühr

45,00 Euro

Anmeldefrist

25. Januar 2017

Ansprechpartner

Frau Belicke (Tel.: 0391 6054-7720)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung.

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Termine

01. März, 26. April, 21. Juni, 06. September 2017

Beginn/Ende

jeweils Mittwoch: 14.00 – 19.00 Uhr

Veranstaltungsort

Magdeburg

Teilnahmegebühr

320,00 Euro (80,00 Euro pro Veranstaltung)

Anmeldefrist

15. Februar 2017

Ansprechpartner

Frau Belicke (Tel.: 0391 6054-7720)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung pro Veranstaltung.

Ärztliche Fortbildung

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Fortbildungsreihe für ausbildende Praxen: Qualitätsmanagement in der Praxis – „Ausbildungsbeauftragte für MFA“ (20 Stunden)


Ärztliche Fortbildung

Suchtmedizinische Versorgung (60 Stunden) Termine

20. – 24. März 2017

Beginn/Ende

09.00 – ca. 18.00 Uhr

Veranstaltungsort

Halle (Saale)

Teilnahmegebühr

560,00 Euro 80,00 Euro Prüfungsgebühr

Anmeldefrist

4 Wochen vor Kursbeginn

Ansprechpartner

Frau August (mobil: 0179 4846540), Tel.: 0345 7748-218

Bemerkungen

Alle Anfragen zur Organisation generell über den Veranstalter www.sucht-ost.de.

EKG- und Belastungs-EKG Kurs mit praktischen Übungen für Assistenzpersonal Termin

21. Oktober 2017

Beginn/Ende

09.30 – ca. 15.30 Uhr

Veranstaltungsort

Magdeburg

Teilnahmegebühr

60,00 Euro

Anmeldefrist

17. Oktober 2017

Ansprechpartner

Frau Stahl (Tel. 0391 6054-7730)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung.

Notfallseminar für Praxispersonal mit praktischen Übungen Termin

18. November 2017

Beginn/Ende

09.00 – ca. 16.00 Uhr

Veranstaltungsort

Magdeburg

Teilnahmegebühr

65,00 Euro

Anmeldefrist

23. Oktober 2017

Ansprechpartner

Frau Bauer (Tel.: 0391 6054 7760)

Bemerkungen

Die Gebühr beinhaltet Kursunterlagen und Pausenverpflegung.

Hinweis

Service der Fortbildungsakademie Anregungen, Wünsche? Um in der Gestaltung unseres Fort- und Weiterbildungsangebotes auf Ihre Wünsche einzugehen, haben Sie die Möglichkeit, neue Ideen und Anregungen per E-Mail an akademie@aeksa.de mitzuteilen.

Ihre Vorschläge zu den Themen und Bereichen, in denen Informationsbedarf besteht, werden dann im Beirat für med. Fort- und Weiterbildung beraten und ggf. in das Programm aufgenommen.

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Ärztliche Fortbildung

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Das Else Kröner-Forschungskolleg Magdeburg der Medizinischen Fakultät Magdeburg schreibt zur wissenschaftlichen Qualifikation überdurchschnittlich begabter junger Ärztinnen und Ärzte in der klinischen Weiterbildungsphase

3 Rotations-/Forschungsstellen (TV-Ä) für Ärztinnen und Ärzte beginnend zum nächstmöglichen Zeitpunkt (zunächst jeweils für 1 Jahr befristet; verlängerbar im Sinn der Karriereentwicklung als „Clinician Scientist“) aus. Ermöglicht wird eine wissenschaftlich/klinische Karriereentwicklung durch 100%ige Freistellung von klinischen Verpflichtungen zur experimentellen Tätigkeit an der Thematik „Die Bedeutung des inflammatorischen Mikromilieus für die Entwicklung von Präneoplasien“. Eine effiziente Integration der wissenschaftlichen Arbeit in die klinische Weiterbildung inklusive der Fortführung des wissenschaftlichen Projekts nach der Freistellungsphase ist Kern eines speziellen Nachhaltigkeitskonzepts. Eine Weiterbeschäftigung mit dem Ziel der Facharztqualifikation ist vorgesehen. Sprecher des Else Kröner-Forschungskollegs Magdeburg ist Prof. Dr. Thomas Fischer, Direktor der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie. Das Else Kröner-Forschungskolleg bietet die Forschungsstellen in: Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Hämatologie und Onkologie, Transfusionsmedizin/Immunhämatologie oder in einem Fach Ihrer Wahl aus den beteiligten Kliniken des Else KrönerForschungskollegs an (siehe unter: http://www.ekfk.ovgu.de/). Haben wir Ihr Interesse geweckt? Bewerbungen inklusive aussagekräftigem Lebenslauf und Darstellung der beruflichen Ziele sowie ggf. inklusive Publikationsliste richten Sie bitte elektronisch (PDF) unter dem Stichwort Else Kröner-Forschungskolleg Magdeburg an: Prof. Dr. Thomas Fischer, Direktor der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie, e-mail: thomas.fischer@med. ovgu.de oder direkt an die Direktoren der beteiligten Kliniken (http://www.ekfk.ovgu.de/). Bewerbungsschluss ist 16 Wochen nach Erscheinen dieser Anzeige. Die Einstellung erfolgt durch die Personalabteilung des Universitätsklinikums. Schwerbehinderte Bewerber/innen werden bei gleicher Eignung vorrangig eingestellt. Die Universität Magdeburg strebt eine Erhöhung des Frauenanteils in den Bereichen an, in denen sie unterrepräsentiert sind. Entsprechend qualifizierte Frauen werden um ihre Bewerbung gebeten. Eine an die Befristung anschließende Weiterbeschäftigung ist möglich und gewünscht.

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Die Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis gGmbH ist ein modern ausgestattetes Klinikum der Schwerpunktversorgung. Gesellschafter des Klinikums ist der Landkreis Saalekreis. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg verfügen wir an den Standorten Merseburg und Querfurt über 632 Betten und 74 tagesklinische Plätze in den Fachabteilungen Innere Medizin (mit den Schwerpunkten Neurologie, Kardiologie, Angiologie, Onkologie/Hämatologie, Palliativmedizin, Gastroenterologie, Pulmologie, Geriatrie und Diabetologie), Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemein-, Viszeralund Gefäßchirurgie, Urologie, Notfall- und Intensivmedizin, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin (Schwerpunkt Neonatologie und Psychosomatik), Belegabteilung HNO, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Anästhesiologie, einer leistungsfähigen Radiologischen Abteilung, einer Pathologie, einer Physiotherapie, eigener Apotheke und Labor sowie einem Kooperativen Bildungszentrum für Gesundheitsberufe. Für das Notfallzentrum Merseburg suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen/eine

Oberarzt/Oberärztin Das Notfallzentrum der Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis gGmbH ist die Anlaufstelle aller Notfallpatienten für den Standort Merseburg. Mit bis zu 30.000 Patientenkontakten im Jahr ist das interdisziplinäre Notfallzentrum die größte Notaufnahme im Saalekreis. Das Notfallzentrum pflegt eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen Einrichtungen unseres Klinikums vom Traumazentrum, über das Herzkatheterlabor, die Notfall-Endoskopie, die diagnostische und interventionelle Radiologie sowie dem Rettungs- und Notarztdienst. Ihr Profil: • Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin mit sicheren Kenntnissen in der Notfallmedizin • Idealerweise erfolgreicher Abschluss der Zusatzbezeichnung Notfallmedizin • Erfahrungen mit den Erfordernissen bei der Arbeit in der Notaufnahme eines Klinikums der Schwerpunktversorgung • Ausgeprägte Team- und Kommunikationsfähigkeiten • Ein interdisziplinärer, kollegialer, strukturierter Arbeitsstil Ihre Aufgaben: • Organisation und Verantwortlichkeit für den Bereich der Inneren Medizin inklusive einer 6-Betten-Überwachungsstation • Planung und strukturelle Weiterentwicklung mit dem interdisziplinären Behandlungsteam für diesen Bereich • Versorgung der internistischen Patienten im Notfallzentrum • Kooperation mit allen Kliniken • Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter • Kooperation mit allen Abteilungen des Klinikums, den niedergelassenen Kollegen und Kolleginnen sowie dem Rettungsdienst Wir bieten an: • Eine abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Tätigkeit mit hohem Gestaltungspotenzial und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten • Ein multiprofessionelles Team und kollegiale Arbeitsatmosphäre • Vergütung nach TV-Ärzte/VKA, einschließlich der Bereitschaftsdienste und Rufbereitschaftsdienste Kontakt: Für erste Fragen und nähere Informationen stehen Ihnen zur Verfügung Chefarzt der Klinik für Notfallund Intensivmedizin Herr Dr. med. Matthias Winkler m.winkler@klinikum-saalekreis.de Tel.-Nr. 03461/27-3001

Ärztliche Direktor Herr PD Dr. med. Roland Prondzinsky r.prondzinsky@klinikum-saalekreis.de Tel.-Nr. 03461/27-2001

Ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte an die unten genannte Adresse bzw. an die folgende E-Mail-Adresse: Ansprechpartner: Tel.-Nr.

Geschäftsführer Herr Lutz Heimann 03461/27-1001

Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis gGmbH Weiße Mauer 52, 06217 Merseburg E-Mail: l.heimann@klinikum-saalekreis.de Unter folgenden Links können Sie weitere Informationen über unser Klinikum (www.klinikum-saalekreis.de) und das Stellenportal (www.klinikum-saalekreis.de/karriere/stellenangebote) erhalten.

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FA/FÄ f. Allg.-Innere Medizin in Teil- oder Vollzeit ab 1.1.17 von gr. Allg.med. Praxis in Braunschweig gesucht. Bewerbung unter: ha-praxis@t-online.de Moderne, gut eingeführte gynäkologische Praxis im Raum Stuttgart IV / 2018 oder nach Absprache abzugeben.

Tel. 06031/6856222

Praxis-Abgabe in Bremen Stadt Allgemeinarzt-Praxis – gut geführt – Ende 2017 abzugeben Kontakt: hausarzt-bremen@gmx.de FA/FÄ Orthopädie/Unfallchir. für 15-25 Std./Wo (Mo-Fr, variable Stundenaufteilung) gesucht vom Sport- und Rehacentrum Magdeburg, Bahrendorfer Str. 19-20, 39112 Magdeburg Kontakt: simone.schneider@rehacentrum-magdeburg.de

DGfAN DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR AKUPUNKTUR UND NEURALTHERAPIE e. V.

7. Leipziger Update Regulationsmedizin 12. bis 15. Januar 2017 Marriott Hotel Leipzig Akupunktur – Neuraltherapie – Regulationsmedizin n Akupunktur-Masterkurse Akupunktur in der Schmerztherapie Kopfschmerz und Migräne - Bewegungssystem Wie reagiert Akupunktur n Regulationsmedizin – Spezialseminare Wie reagiert der Körper Wie reagiert Homöopathie

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Informationen unter: www.dgfan.de, dgfan@t-online.de, Tel.: +49 3 66 51/5 5075

Überörtliche

Frauenarztpraxis sucht zur Verstärkung des Praxisteams FÄ/FA für Frauenheilkunde und Geburtshilfe ab Januar 2017. Eine Teilzeitanstellung mit familienfreundlicher Arbeitszeit ist möglich. Telefon: 0179 – 77 95 027

Info unter www.frauenaerzte-im-netz.de/resch

Veranstaltungen 2017 09. – 20.01.2017 20. Wiedereinstiegskurs für Ärztinnen und Ärzte nach berufsfreiem Intervall 17./18.02.2017 46. Symposion für Juristen und Ärzte: Die Anti-Korruptionsgesetzgebung im Gesundheitswesen – Auswirkungen 22./23.06.2017 Das Deutsche Gesundheitssystem: Kompaktkurs für ausländische Ärztinnen und Ärzte weitere Informationen: Kaiserin Friedrich-Stiftung für das ärztliche Fortbildungswesen Robert-Koch-Platz 7, 10115 Berlin (Mitte) Telefon 030 / 308 88 920, Telefax 030 / 308 88 926 c.schroeter@kaiserin-friedrich-stiftung.de www.Kaiserin-Friedrich-Stiftung.de

Die Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal GmbH, Schwerpunktkrankenhaus und Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Magdeburg mit 477 Betten, sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine(n)

Assistenzärztin/Assistenzarzt in der Klinik für Hämatologie/Onkologie und Palliativmedizin im stationären Bereich am Standort Stendal. In der Klinik werden überwiegend Patienten mit Erkrankungen des Blutes und lymphatischen Systems (akute und chronische Leukämien), Myelomen, soliden Tumoren, Infektionen, aber auch allgemeinen internistischen Erkrankungen stationär und ambulant (MVZ) behandelt. Es kommen alle Therapieformen mit Ausnahme der Stammzelltransplantation zur Anwendung. Eine wöchentliche interdisziplinäre Tumorkonferenz zur Therapieabstimmung ist seit Jahren etabliert. Die Klinik ist aktiv in das zertifizierte Darmkrebszentrum und das Brustzentrum „Altmark“ eingebunden. Angegliedert an die Station ist eine Palliativeinheit mit sechs Betten, die als Palliativzentrum Stendal auch für die spezialisierte ambulante palliativmedizinische Versorgung (SAPV) für das nördliche Sachsen-Anhalt verantwortlich ist. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung von immunologischen Erkrankungen und Gerinnungsstörungen. Wir bieten die Arbeit in einem sehr motivierten Team, die Teilnahme an internen und externen Weiterbildungen, die kompletten Weiterbildungsermächtigungen für den Facharzt für Innere Medizin, die Schwerpunktbezeichnung Hämatologie/Onkologie und die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin liegen vor. Es besteht die Möglichkeit zur Promotion. Rückfragen bei: Chefarzt PD Dr. M. Mohren, Tel. 03931-662121 Aussagefähige Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte an: Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal GmbH, Personalabteilung, Wendstaße 31, 39576 Stendal

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Impressum Sie achten bei Ihren Patienten auf jedes Detail. Und wir bei Ihrer GOÄ-Abrechnung. So arbeitet die PVS für Sie! Von Ärzten. Für Ärzte. Interessiert? Wir freuen uns auf Sie! 04131 30 30-120 www.pvs-niedersachsen.de

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt Offizielles Mitteilungsblatt der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Herausgeber:

Ärztekammer Sachsen-Anhalt Doctor-Eisenbart-Ring 2 39120 Magdeburg Telefon (03 91) 60 54-6 Telefax (03 91) 60 54-7000 E-Mail: info@aeksa.de

Redaktion:

Fremmer, N. Heinemann-Meerz, S., Dr., Chefredakteurin (v.i.S.P.) Belicke, M. (verantwortlich f. d. Fortbildungsteil)

Redaktionsbeirat: Die Johann Christian Reil gGmbH, als einzige Poliklinik in SachsenAnhalt, ist einer der größten Komplettanbieter ambulanter Leistungen. Sie beschäftigt in 14 Fachrichtungen ca. 85 Mitarbeiter/-innen. Die Johann Christian Reil gGmbH gehört als Tochterunternehmen zum Diakoniewerk Halle. Dazu gehört ein Krankenhaus mit 220 Betten und 30 tagesklinischen Plätzen. Weitere Einrichtungen sind zwei Altenpflegeheime, ein Wohnheim für geistig und mehrfach Behinderte sowie ein Ausbildungszentrum für Pflegeberufe. Die technischen Abläufe werden durch die Diakoniewerk Halle Service GmbH abgesichert. Wir suchen für die Nachbesetzung zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen

Facharzt (m/w) für Innere Medizin (Zulassung zur Niederlassung im MVZ)

in Vollzeit (40 h) oder Teilzeit zur Mitarbeit im unbefristeten Angestelltenverhältnis. Ihre Aufgaben: • eigenverantwortliche und selbstständige Führung der Praxis • internistische Grundversorgung bzw. Versorgung im Teilgebiet/ Schwerpunkt Ihr Anforderungsprofil: • Facharztanerkennung Innere Medizin, wünschenswert sind zusätzlich Teilgebiete wie Pneumologie, Endokrinologie/Diabetologie, Rheumatologie etc. • fundiertes theoretisches Wissen und praktische Erfahrungen • wirtschaftliches Denken, hohe soziale Kompetenz, Teamfähigkeit • von Vorteil wären auch Zusatzqualifikationen wie Allergologie, Palliativmedizin, Spezielle Schmerztherapie Wir bieten: • eine attraktive und leistungsorientierte Vergütung • Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung • ein qualifiziertes und motiviertes Mitarbeiterteam • modern gestaltete Praxis- und Funktionsräume mit Bodyplethysmografie, Belastungs-EKG, Labor im Haus • Möglichkeiten der engen interdisziplinären fachärztlichen Zusammenarbeit • enge Anbindung der Praxis an das Diakoniekrankenhaus (Bettennutzung, eigene Tätigkeit) • bevorzugte Unterbringung Ihrer Kinder in unser Kindertagesstätte Die Universitätsstadt Halle (Saale) bildet gemeinsam mit der unmittelbar benachbarten Stadt Leipzig sowie mit neun weiteren Städten in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen die Metropolregion Mitteldeutschland. Die Stadt ist das wichtigste Kultur- und Wirtschaftszentrum in Sachsen-Anhalt. Für Rückfragen steht Ihnen der Geschäftsführer, Herr Dr. Olaf Fischbeck (olaf.fischbeck@diakoniewerk-halle.de), zur Verfügung, gerne auch in einem persönlichen Gespräch (Tel. 0345-7786541). Ihre Bewerbung senden Sie bitte an die Poliklinik Reil, Reilstraße 129a, 06114 Halle (Saale) oder an die angegebene E-Mail-Adresse. www.diakoniewerk-halle.de

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Bosselmann, H.-P., Dr. Brandstädter, W., Prof. Dr. Karl, I., Dr. Krause, W.-R., Dr. Meyer, F., Prof. Dr. Schöning, R., Dr.

Anschrift der Redaktion:

Doctor-Eisenbart-Ring 2 39120 Magdeburg Telefon (03 91) 60 54-78 00 Telefax (03 91) 60 54-78 50 E-Mail: redaktion@aeksa.de

Anzeigenannahme und -verwaltung

Müller Marketing GmbH – Agentur für Marketing und Kommunikation Dürerstraße 2 39112 Magdeburg Telefon (03 91) 53 23 227 Telefax (03 91) 53 23 233 Anzeigenleitung: Petra Lesche z. Z. Anzeigenpreisliste Nr. 16 vom 01.01.2016 E-Mail: anzeigen@aerzteblatt-sachsen-anhalt.de

Herstellung:

dreihochdrei – Agentur für Mediendesign Dürerstraße 2 39112 Magdeburg Telefon (03 91) 53 23 232 Telefax (03 91) 53 23 233

Zuschriften redaktioneller Art bitten wir nur an die Redaktion zu richten. Für drucktechnische Fehler kann die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Mit der Annahme von Originalbeiträgen zur Veröffentlichung erwirbt der Herausgeber das uneingeschränkte Verfügungsrecht. Dies gilt insbesondere auch für die digitale Verbreitung (Online-Ausgabe) im Internet. Die Redaktion behält sich Änderungen redaktioneller Art vor. Die Autoren verpflichten sich, urheberrechtlich geschütztes Material (Textzitate, Statistiken, Abbildungen, Fotografien usw.), das sie in ihrem Beitrag verwenden, als solches kenntlich zu machen und die zitierte Quelle anzugeben. Weiter verpflichten sie sich, von den Urheberrechteinhabern die Abdruckerlaubnis (auch für die Online-Ausgabe) einzuholen und entsprechende Nachforschungen anzustellen, soweit dies wirtschaftlich vertretbar ist. Für den Inhalt namentlich gekennzeichneter Beiträge sind allein die Autoren verantwortlich. Sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers statthaft. Anzeigen und Fremdbeilagen stellen ausschließlich die Meinung der dort erkennbaren Auftraggeber dar. Die Zeitschrift erscheint monatlich, jeweils zum ersten Samstag des Monats. Bezugsgebühr jährlich 48,00, ermäßigter Preis für Studenten 36,00; Einzelpreis 4,00. Bestellungen werden von der Redaktion entgegengenommen. Die Kündigungsfrist für Abonnements beträgt 6 Wochen zum Ende des Kalenderjahres. Für die Mitglieder der Ärztekammer Sachsen-Anhalt ist der Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten. Diese Zeitschrift wurde auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. ISSN 0938-9261

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Das internistische Jahr 2016 Zentrum für Innere Medizin des Universitätsklinikums Magdeburg und der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

14. Januar 2017 | 9:00 Uhr Kulturwerk Fichte Programm 9.00 Uhr

Begrüßung – Einleitung

R. Braun-Dullaeus

9.15 Uhr

Forschung über Verträge – Der Wirtschaftsnobelpreis 2016 Die Bedeutung für die Medizin

R. Kirstein

10.00 Uhr

Das Jahr 2016 – Kardiologie

R. Braun-Dullaeus

10.30 Uhr

Therapieforschung in der Inneren Medizin

M. Naumann

11.00 Uhr

Kaffeepause Besuch der Industrieausstellung

Das Jahr 2016 – 11.30 Uhr Hämatologie/Onkologie

T. Fischer

12.00 Uhr

Das Jahr 2016 – Gastroenterologie

A. Canbay

12.30 Uhr

Das Jahr 2016 – Pneumologie

J. Schreiber

13.00 Uhr

Mittagspause Besuch der Industrieausstellung

14.00 Uhr

Das Jahr 2016 – Nephrologie

P. Mertens

14.30 Uhr

Das Jahr 2016 – Rheumatologie

J. Kekow

15.00 Uhr

Abschlussdiskussion

ca. 16.00 Uhr Ende der Veranstaltung Die Veranstaltung wird mit 6 Fortbildungspunkten von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt zertifiziert. Bei Anmeldung bis zum 31.12.2016 werden keine Tagungsgebühren erhoben. Bei Anmeldung nach dem 31.12.2016 fallen Tagungsgebühren in Höhe von 25.00 € an.

TAGUNGSORT KONGRESS & KULTURWERK-fichte Fichtestraße 29 A | 39112 Magdeburg Tel. 0391/623420 TAGUNGSORGANISATION Universitätsmedizin Magdeburg Frau Bergner, Frau Zittlau, Frau Neubauer, Frau Schardt Tel. 0391/67-132-03 oder -27 Fax: 0391/67-133-12 E-Mail: doreen.bergner@med.ovgu.de ieim@med.ovgu.de

Faxanmeldung Name, Vorname

Anschrift

Telefon

E-Mail

Datum, Unterschrift, Stempel Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 27 (2016) 12

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Ärzteblatt Sachsen-Anhalt Dezember 2016  

Offizielles Mitteilungsblatt der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Ausgabe Dezember 2016. Kammermitteilungen: Herbstsitzung der Kammerversammlung...

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