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Pr채ventionsprojekt Dunkelfeld

Rektumkarzinom 2012

Fachartikel S. 24

Krukenberg Krebszentrum Halle

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Stadt-Appartements der Extraklasse in Magdeburg. Für Selbstnutzer und Anleger.

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Inhaltsverzeichnis: 5 6 8 9 9 10 11

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Editorial Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt Referat „Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten“ informiert Einheitliche Rufnummer für ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 – Start verzögert sich Aufruf der Historienkommission GWE–Wirtschaftsinformationsgesellschaft mbH: Unzulässigkeit der Formulare gerichtlich bestätigt! Gemeinsame Fortbildung von der Ärztekammer und KVSA am 25.04.2012 Überregionales Kehr-Symposium fand zum zweiten Mal in Halberstadt statt Stationäre Schmerztherapie bei chronischen Schmerzen Universitätsklinikum Halle (Saale): Neuer Professor für Psychiatrie berufen Universitätsklinikum Leipzig: Präventionsprojekt Dunkelfeld Ausbildungsinitiative der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt Neue Website informiert junge Menschen über Ausbildung in der Pflege Diagnose Mammakarzinom Erfahrungen und Anregungen der Berufshaftpflichtversicherung Fachliste Medizin, Pharmazie und Medizintechnik Aus der Fallsammlung der Norddeutschen Schlichtungsstelle - Nicht diagnostizierte Jochbeinfraktur Magdeburger Mikrobiologen berichten aus Kamerun

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Rektumkarzinom 2012 – gibt es neue Optionen? Das Krukenberg Krebszentrum

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Mitteilungen der KV Ausschreibungen der Vertragsarztsitze

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Für Sie gelesen: Die deutsche Seele

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Die Leidenschaften - Ein Drama in fünf Akten Spät entdeckte Leidenschaft

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In Memoriam Fortbildung im Mittelteil

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Ed i t orial

Der ganz normale Wahnsinn Herr Schulze, der Name wurde aus Gründen der Schweigepflicht natürlich geändert, fühlte sich mit seinen 74 Jahren und seiner Multimorbidität in der Ärzteschaft wunderbar aufgehoben, er hatte das Glück, in fast jeder Facharztsparte mit einer entsprechenden Diagnose aufwarten zu können und damit regelmäßig wiederbestellt zu werden. Seine Rückenschmerzen wurden vom Orthopäden, vom Schmerztherapeuten und gelegentlich vom Neurochirurgen überwacht, der Urologe hatte ihm eingeschärft, dass auch bei normalem PSA-Wert Probleme im Harnsystem auftreten können, der Pulmologe kontrollierte regelmäßig, ob die Aorteninsuffizienz 1. Grades immer noch allein für die Luftnot beim Fahrradfahren, besonders bergan, verantwortlich ist, der Kardiologe hatte gesagt, dass man den Zeitpunkt einer notwendigen Herzklappen-OP bitte nicht verpassen dürfe und der HNO-Arzt klärte ihn über die Gefährlichkeit von Cerumenpfröpfen auf und wie oft das im Jahr überprüft werden muss. Sein Muttermal am rechten Oberschenkel traute sich bei vierteljährlicher Begutachtung schon seit Jahren nicht zu entarten und der Hausarzt besorgte ihm immer die nötigen Überweisungen. Soweit alles gut, wenn ihn nicht in den letzten Tagen so ein komisches Brennen auf der linken Rückenseite beunruhigt hätte. Also ging es ab zum Hausarzt, 10 € Eintrittsgeld ins System und der Arzthelferin den Wunschzettel herübergereicht. Aber Pustekuchen, es war Quartalsanfang und eine riesenlange Schlange an der Anmeldung. Er wagte einen kühnen Vorstoß und erklärte den Wartenden, dass es bei ihm sehr schnell ginge, da er nur mal schnell 8 Überweisungen benötige, da es ihm nicht so gut ginge. Da hatte er aber schon gehörig ins Wespennest gestochen. Empörung von allen Seiten. Nach einer 3/4 Stunde hielt er endlich triumphierend seine Trophäen in der Hand und fragte, welchen Arzt er denn wegen seiner neu aufgetretenen brennenden linksseitigen Rückenbeschwerden konsultieren solle. Die Arzthelferin setzte ihn auf die Wartezimmerliste und er war nun gezwungen, weitere 25 Minuten auszuharren. Die Untersuchung im Sprechzimmer verlief nicht wunschgemäß. Der Arzt hob nur kurz das Hemd, runzelte die Stirn und faselte etwas von Gürtelrose und Viren, und das wohlbemerkt ohne MRT, Herzkatheter oder Bodyplettysmographie und ohne die Harnblase gespiegelt zu haben. Er sagte ihm, dass eine fachärztliche Abklärung nicht nötig wäre, und schrieb ihm Salbe und Tabletten auf. Da saß er nun, seit langem mal ernsthafte Beschwerden und dann mit Generika abgespeist. Aber nicht bei ihm! Linksseitiger Thoraxschmerz gehört innerhalb kürzester Zeit abgeklärt, hatte er in der Volksstimme gelesen. Letzte Rettung versprach das Krankenhaus. Dort wurde er sofort ernst genommen und eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt. Auf die Frage, wie es denn nun um ihn stehe, antwortete ihm ein netter junger Arzt, ob er denn noch nicht wüsste, wie krank er sei, und wenn ihm sein Leben lieb sei, er eine umfassende fachärztliche Betreuung benötige. Zum Glück existierte die ja bereits. Schon am 2. Tag, trotz dieser schwe-

ren Krankheit, entließ man ihn aus dem Krankenhaus. Als Medikament wurde eine Magentablette verordnet. Die wollte er sich am anderen Morgen vom Hausarzt holen, der würde aber staunen. Und der staunte auch nicht schlecht, aber nur, weil die Zostertabletten noch nicht genommen worden sind. Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir alle kennen solche oder ähnliche Geschichten, aber wir kennen auch unsere wirklich schwer kranken Patienten, deren umfassende Behandlung uns nur bruchstückhaft honoriert wird. Obwohl sich die Zahl der Ärzte in Sachsen Anhalt von Jahr zu Jahr nach oben entwickelt hat, sprechen wir vom Ärztemangel und stöhnen über schier unüberschaubares Arbeitspensum. Patienten in Deutschland gehen 18mal im Jahr zum Arzt. Hat Deutschland die kränksten Bürger der Welt, oder liegt es an den gegenwärtigen Strukturen? Natürlich reden wir alle vom überzogenen Anspruchsdenken der Patienten. Aber sind wir es nicht, die den Patienten mit Diagnosen überhäufen, die unbedingt einer regelmäßigen Kontrolle bedürfen? Wie oft höre ich in der Hausarztpraxis den Satz, „Ich muss da regelmäßig hin, sonst nimmt der mich nicht dran wenn ich wirklich mal was habe“. Jeder Arzt weiß, wie wichtig Hausärzte sind, und weil das jeder weiß und die keinen wegschicken dürfen, sind die richtig gut bei der Behandlung akuter Krankheitszustände. Aber die vielen chronischen Erkrankungen, die manchmal der Patient oder der Hausarzt gar nicht bemerken würden, nehmen stetig zu, und die fachärztlichen Ressourcen sind nahezu ausgeschöpft. Und in genau dieser schwierigen Epoche schickt sich eine Arztgruppe an, langsam auszusterben, und das sind bekanntlich die Hausärzte. Was nun? Vielleicht bin ich ein kleiner Träumer, aber ich werde ihn nicht los, diesen Traum von einem funktionierenden Hausarztsystem und einer Zusammenarbeit mit Fachärzten und Kliniken, die einem Hausarzt Kompetenzen in der Betreuung von chronischen Erkrankungen zubilligen, die Patienten mit akuten Beschwerden, vom Hausarzt voruntersucht, immer zeitnah berücksichtigen. Wie kann man Ärzte dazu bewegen, sich wieder mehr um akute Patienten zu kümmern? Das ist die Frage, die uns alle beschäftigen sollte. Im ehemaligen Kreis Halberstadt existiert eine Regelung, dass Patienten vom Hausarzt mit entsprechender Fragestellung, wichtigen Befunden, aktueller Medikationsliste und dem Vermerk - AKUT - innerhalb von 2 Tagen, oder dem Vermerk - DRINGEND - innerhalb von 2-4 Wochen Facharzttermine erhalten. Das klappt nicht immer, aber immer öfter. Sollte so etwas nicht belohnt werden? Davon überzeugt ist bereits die IKK gesund+ . Lasst uns Ärzte gemeinsam nach Lösungen suchen, ich bin dabei! Stefan Andrusch

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Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt Monatlich möchten wir an dieser Stelle die Ärztinnen und Ärzte benennen, die erfolgreich ihre Facharztprüfung an der Ärztekammer Sachsen-Anhalt abgelegt haben. Im Monat Februar konnten wir folgende Ärztin zum Erwerb des Facharztes beglückwünschen: Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Gesa Benthien, Tangermünde Aleksandre Latsouk, Vogelsang Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Dr. med. Nina Avetisyan, Halle (Saale) Dr. med. Christian Korte, Halle (Saale) Michael Mustroph, Halle (Saale) Hussien Ziedan, Leipzig Facharzt für Innere Medizin Dr. med. Jan Hendrik Bartels, Halle (Saale) Michael Riepe, Halle (Saale) Dr. med. Eric Seibert, Halle (Saale)

Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie Peter Sochor, Barby Dr. med. Marino Venerito, Magdeburg Dr. med. Jens Walldorf, Halle (Saale) Oliver Zastrow, Leipzig Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie Philipp Haas, Quedlinburg Dr. med. Jörg Herold, Magdeburg Dr. med. Jörg Mittag, Magdeburg

Facharzt für Pathologie Nicole Bang, Ilfeld Dr. med. Antje Hölsken, Halle (Saale) Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Dr. med. Jana Mohr, Halle (Saale) Facharzt für Radiologie Dr. med. Tilo Porrmann, Halle (Saale)

Facharzt für Neurochirurgie Dr. med. Benjamin Völlger, Magdeburg

Neu erteilte Weiterbildungsbefugnisse gemäß der Weiterbildungsordnung vom 16.04.2005 in der Fassung vom 01.01.2011 (siehe auch im Internet unter www.aeksa.de) Facharztbezeichnungen: Anatomie Prof. Dr. med. Heike Nave 48 Monate Universitätsklinikum Halle (Saale) Institut für Anatomie und Zellbiologie Große Steinstraße 52 06097 Halle (Saale) Arbeitsmedizin Dr. med. Petra Botta 36 Monate AMD-TÜV Arbeitsmedizinische Dienste GmbH Jerichower Straße 28-30 39114 Magdeburg Allgemeinchirurgie Olaf Mues 24 Monate Basisweiterbildung Chirurgie im Verbund mit

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Dr. med. Peter Trommler und Dr. med. Wolfram Seelbinder und 48 Monate Allgemeinchirurgie im Verbund mit Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Krüger und Honorarprofessor Dr. med. Brigitte Kipfmüller Krankenhaus Köthen GmbH Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Hallesche Straße 29 06366 Köthen (Anhalt) Ulrich Spanaus 6 Monate Poli Reil Johann Christian Reil gGmbH Reilstraße 129 a 06114 Halle (Saale)

Viszeralchirurgie Dr. med. Uwe Rose 24 Monate Basisweiterbildung Chirurgie im Verbund mit PD Dr. med. habil. Harald Fritz und Dr. med. Frank Kalbitz und 24 Monate Viszeralchirurgie Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau gGmbH Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie Röntgenstraße 1 06120 Halle (Saale)

Innere Medizin Prof. Dr. med. habil. Lothar Engelmann 36 Monate Basisweiterbildung Innere Medizin im Verbund mit Dr. med. Carola Raue und 24 Monate Innere Medizin einschl. 6 Monate internistische Intensivmedizin Krankenhaus Köthen GmbH Medizinische Klinik III Hallesche Straße 29 06366 Köthen (Anhalt)

PD Dr. med. habil. Ludwig Patzer 12 Monate im Verbund mit Dr. med. Evelyn Seifert MVZ Elisabeth Ambulant gGmbH Mauerstraße 5 06110 Halle (Saale)

Dipl.-Med. Horst Kramer 36 Monate Basisweiterbildung Innere Medizin im Verbund mit Dr. med. Michael Böhme und Christian Kalisch und 24 Monate Innere Medizin einschl. 6 Monate internistische Intensivmedizin Klinikum Aschersleben-Staßfurt GmbH Innere Klinik Eislebener Straße 7 a 06449 Aschersleben

Physikalische und Rehabilitative Medizin Dr. med. Turgut Aylikci 36 Monate Reha-Zentrum Bad Schmiedeberg Klinik Dübener Heide Moschwiger Straße 1 06905 Bad Schmiedeberg

Dr. med. Carola Raue 36 Monate Basisweiterbildung Innere Medizin im Verbund mit Prof. Dr. med. habil. Lothar Engelmann und 24 Monate Innere Medizin einschl. 6 Monate internistische Intensivmedizin im Verbund mit Prof. Dr. med. habil. Lothar Engelmann Krankenhaus Köthen GmbH Klinik für Innere Medizin II Hallesche Straße 29 06366 Köthen (Anhalt) Kinder- und Jugendmedizin Dipl.-Med. Gunhard Bertram 60 Monate einschließlich 6 Monate gebietsbezogene Intensivmedizin im Verbund mit PD Dr. med. habil. Ludwig Patzer Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Mauerstraße 5 06110 Halle (Saale)

Dr. med. Evelyn Seifert 12 Monate im Verbund mit PD Dr. med. habil. Ludwig Patzer MVZ Elisabeth Ambulant gGmbH Mauerstraße 5 06110 Halle (Saale)

Dr. med. Anke Steinmetz 12 Monate Universitätsklinikum Halle (Saale) Klinik für Orthopädie und Physikalische Medizin Magdeburger Straße 22 06112 Halle (Saale) Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Dr. med. Gerhardt Kötschau 12 Monate Saale-Reha-Klinik GmbH & Co. Erste Betriebs-KG Abteilung Psychosomatik Am Rechenberg 18 06628 Naumburg (Saale) Radiologie Dr. med. Linda Götz 48 Monate Klinikum Burgenlandkreis GmbH Abteilung für Radiologie Humboldtstraße 31 06618 Naumburg (Saale) Prof. Dr. med. habil. Reinhard Grote 60 Monate Klinikum Magdeburg gGmbH Institut für Röntgendiagnostik Birkenallee 34 39130 Magdeburg

Zusatzbezeichnungen: Proktologie Dipl.-Med. Uwe Hänel 12 Monate Diakonissenkrankenhaus Dessau gGmbH Chirurgische Klinik Gropiusallee 3 06846 Dessau-Roßlau Spezielle Unfallchirurgie Dr. med. Olaf Schrank 12 Monate AGAPLESION Diakoniekrankenhaus Seehausen gGmbH Abteilung für Chirurgie Dr.-Albert-Steinert-Platz 1 39615 Seehausen (Altmark) Sportmedizin Frank Noack 12 Monate im Verbund mit Dr. med. Lars Irlenbusch Universitätsklinikum Halle (Saale) Klinik für Innere Medizin I Ernst-Grube-Straße 40 06120 Halle (Saale)

Erloschene Weiterbildungsbefugnisse: Für die Unterstützung der Kammerarbeit im Rahmen der Weiterbildung möchten wir nachfolgenden Ärzten herzlich danken: - Dr. med. Helga Baeßler, Arztpraxis Halle (Saale), Befugnis für Kinder- und Jugendmedizin endete am 31.12.2011 - Enver Beqiraj, MEDIGREIF Bördekrankenhaus gGmbH Oschersleben (Bode), Befugnis für Innere Medizin endete am 16.09.2011 - Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Franke, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg/Med. Fakultät Befugnis für Spezielle Orthopädische Chirurgie endete am 31.01.2012 - Dr. med. Tobias Marcy, Krankenhaus Köthen (Anhalt), Befugnisse für Viszeralchirurgie und Proktologie endeten am 31.01.2012, Übertragung der Befugnis Viszeralchirurgie an Honorarprof. Dr. med.

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Brigitte Kipfmüller - Dr. med. Jürgen Metker, Gemeinschaftspraxis Wernigerode, Befugnis für Urologie endete am 31.12.2011 - Dr. med. Anna Miltenberger, Arztpraxis Sangerhausen, Befugnis für Kinder- und Jugendmedizin endete am 31.01.2012 - Dipl.-Med. Ingrid Schwertz, Gemeinschaftspraxis Salzwedel, Befugnis für Allgemeinmedizin endete am 31.12.2011 - Robert Seipold, MEDIGREIF Bördekrankenhaus gGmbH, Oschersleben (Bode), Befugnis für Magnetresonanztomographie - fachgebunden endete am 31.12.2011 - Dipl.-Med. Herta Stein, Gemein-

schaftspraxis Magdeburg, Befugnis für Allgemeinmedizin endete am 31.01.2012

Neu zugelassene Weiterbildungsstätten:

Diakoniekrankenhaus Dessau gGmbH Gropiusallee 3 06846 Dessau-Roßlau Chirurgische Klinik zugelassen für Proktologie

Landambulatorium Börde GmbH Medizinisches Versorgungszentrum Bahnhofstraße 12 39326 Groß Ammensleben zugelassen für Allgemeinmedizin

Saale-Reha-Klinik GmbH & Co. Erste Betriebs-KG Am Rechenberg 18 06628 Naumburg (Saale) zugelassen für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Medizinisches Versorgungszentrum des Städtischen Klinikums Dessau gGmbH Auenweg 38 06847 Dessau-Roßlau zugelassen für Kinder- und Jugendmedizin

Klinikum Magdeburg gGmbH Birkenallee 34 39130 Magdeburg Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheil- kunde, Kopf- und Halschirurgie zugelassen für Plastische und Ästhetische Operationen

Referat „Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten“ informiert Primärausbildung Die Grundvoraussetzung für die Ausbildung einer Medizinischen Fachangestellten ist das Vorhandensein einer Fachkraft. Fachkraft im Sinne der Berufsausbildung ist, wer den Abschluss als Sprechstundenschwester, Krankenschwester, Gesundheits- und Krankenpfleger, Arzthelferin (mit Arzthelferinnenbrief) oder Medizinische Fachangestellte nachweisen kann. Bei Vorhandensein von 1 Arzt + 1 Fachkraft können bis zu 2 Auszubildende/ Umschülerinnen 1 Arzt + 2 Fachkräften können bis zu 3 Auszubildende/ Umschülerinnen 1 Arzt + 3 Fachkräften können bis zu 4 Auszubildende/ Umschülerinnen insgesamt ausgebildet werden. Ist keine Fachkraft in der Praxis beschäftigt, kann keine Ausbildung erfolgen.

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Haben Sie eine Mitarbeiterin, die bereits viele Jahre in Ihrer Praxis tätig ist, jedoch keinen Berufsabschluss besitzt, ist eine Ausbildung evtl. möglich. In diesem Fall halten Sie bitte Rücksprache mit den Mitarbeitern des Referates Medizinische Fachangestellte. Zulässige Besonderheiten Bestimmte Berufsgruppen (Aufzählung ist in den Unterlagen enthalten) sowie Abiturientinnen haben die Möglichkeit, den Ausbildungsvertrag um 6 Monate vor Abschluss des Vertrages zu kürzen. Diese Vereinbarung muss vor Abschluss des Vertrages getroffen werden. Es besteht aber die Möglichkeit, den Ausbildungsvertrag über 3 Jahre abzuschließen und dann einen Antrag auf Zulassung zur vorzeitigen Abschlussprüfung zu stellen, wenn die dazu erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Unterlagen können ab sofort von der Ärztekammer abgefordert werden.

Einheitliche Rufnummer für ärztlichen Bereitschaftsdienst

116 117 – Start verzögert sich Die für den ersten März angekündigte bundeseinheitliche Patientenrufnummer 116 117 für den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst konnte nicht pünktlich an den Start gehen und soll nun im Laufe des Frühjahrs starten. Probeläufe zur Inbetriebnahme haben ergeben, dass die Technik nicht völlig fehlerfrei laufen konnte. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte sich daher zur Verschiebung des Starttermins entschieden. Man geht derzeitig von einer Freischaltung der Bereitschaftsdienstnummer im Laufe des Frühjahrs aus. Die Rufnummer für Patienten, die außerhalb der Sprechzeiten dringend ambulante ärztliche Hilfe benötigen, soll die Erreichbarkeit des Bereitschaftsdienstes wesentlich vereinfachen.

Derzeitig geht man in Deutschland von fast 4 Millionen hilfesuchenden Patienten aus. Diese wenden sich derzeitig bundesweit an etwa 1.000 verschiedene Telefonnummern, welche zudem gerade im ländlichen Raum ständig wechseln. Deutschland ist das erste Land, das die Nummer einführt. Im Idealfall soll die Rufnummer später europaweite Gültigkeit erlangen. Patienten, die künftig die Rufnummer wählen, werden mit dem regional zuständigen ärztlichen Bereitschaftsdienst verbunden. Dabei ist die Rufnummer nicht mit der ärztlichen Notrufnummer 112 zu verwechseln, die weiter für lebensbedrohliche Erkrankungen zu wählen ist. Ass. jur. Tobias Brehme

Aufruf der Historienkommission Anlässlich des bevorstehenden 25jährigen Jubiläums der Ärztekammer Sachsen-Anhalt im Jahr 2015 wurde die Historienkommission gegründet. Der Vorstand berief in seiner Sitzung am 19.10.2011 Herrn Dr. med. Heiko Schmietendorf als Vorsitzenden der Kommission sowie Herrn Professor Dr. med. habil. Walter Brandstädter, Herrn Dr. med. Peter Eichelmann, Herrn MR Dr. med. Wolfgang Zacher, Herrn Professor Dr. med. Hermann Seeber sowie Herrn Dr. med. Walter Kudernatsch als weitere Mitglieder. Ihr Arbeitsauftrag ist es, eine Dokumentation über die Gründungsphase und die Entwicklung der Ärztekammer von 1989 bis in die Gegenwart zu erstellen und auf deren Grundlage eine Publikation zu verfassen. Die 1. Sitzung der Kommission fand am 22.02.2012 statt. Übereinstimmend wurde hierbei der Schwerpunkt der Kommissionsarbeit zunächst auf die Entwicklungen im Zeitraum von 1989 bis zur Gründung der Kammer gelegt. Das nächste Treffen ist für den 04.04.2012 geplant.

Magdeburg, Zollstraße 2 - hier hatte die Landesgeschäftsstelle der Ärztekammer Sachsen-Anhalt von Februar 1992 bis Mai 1995 ihren Sitz

Die Kommission ruft alle Kammermitglieder auf, die interessante Fotos oder Dokumente aus der Gründungsphase und den Anfangsjahren der Ärztekammer Sachsen-Anhalt besitzen, sich zu melden und diese für die Dokumentation zur Verfügung stellen. Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung und danken Ihnen hierfür bereits heute.

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GWE–Wirtschaftsinformationsgesellschaft mbH:

Unzulässigkeit der Formulare gerichtlich bestätigt! Im letzten Jahr erreichten die Ärztekammer zahlreiche Mitteilungen von Mitgliedern, in denen Angebotsformulare der GWE–Wirtschaftsinformationsges.mbH für Eintragungen in eine Gewerbedatenbank (Gewerbeauskunft-Zentrale) übersandt wurden. Zur Prüfung wettbewerbsrechtlicher Schritte hatte die Kammer die ihr zugegangenen Formulare an den Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e.V. (DSW) weitergeleitet. Da sich massenhaft auch Vertreter anderer Sparten durch die Angebotsformulare der GWE-Wirtschaftsinformationsges.mbH getäuscht fühlten, hatte der DSW Klage beim Landgericht Düsseldorf eingereicht. Dieses hatte bereits mit Urteil vom 15.04.2011 die Auffassung des DSW bestätigt, wonach diese Angebotsformulare sowohl irreführend im Hinblick auf die Herkunft als auch Intransparenz im Hinblick auf die Kostenbelastung des Betroffenen sind. Wie der Pressemitteilung des DSW vom 16.02.2012 zu entnehmen ist, hat nunmehr das Oberlandesgericht Düsseldorf am 14.02.2012 die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung der GWE-Wirtschaftsinformationsges.mbH zurückgewiesen. Der DSW teilte weiter mit, dass der Vorsitzende Richter bereits in der mündlichen Verhandlung ausführte, dass das Gericht keine Geschäftsmodelle billigen werde, die auf einen unaufmerksamen Adressaten spekulierten, egal, wie viele Betroffene tatsächlich irregeführt worden seien. Es werde deswegen diejenigen Rechtssätze anwenden, die das Oberlandesgericht Düsseldorf in einem älteren Verfahren und der Bundesgerichtshof in seiner letzten einschlägigen Entscheidung aufgestellt haben.

Bereits im Anschluss an die mündliche Verhandlung verkündigte das Oberlandesgericht Düsseldorf das Urteil, mit dem die Berufung zurückgewiesen wurde. Nach der Information des DSW wies der Vorsitzende Richter bei der Verkündung ausdrücklich darauf hin, dass das Geschäftsmodell der GWE-Wirtschaftsinformationsgesellschaft nach Auffassung des Gerichts dazu diene, „Dinge dunkel zu halten“. Die Revision gegen diese Entscheidung wurde nicht zugelassen. Peter Solf, Mitglied der Geschäftsführung des DSW zum Verfahrensverlauf: „Wir hatten gehofft, dass das Oberlandesgericht auf seiner bisherigen Linie bleiben werde. Im Interesse der unzähligen Betroffenen in Deutschland, die bis dato mit derartigen Formularen und den hierzu gehörigen Mahnungen konfrontiert wurden, tritt jetzt endlich Rechtssicherheit ein. Wir gehen davon aus, dass die im Geschäftsmodell der GWEWirtschaftsinformationsges.mbH damit endgültig die Grundlage entzogen wurde.“ Vorsicht bei der alltäglichen Post bleibt allerdings weiter geboten! Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass unseriöse Anbieter oftmals durch Verwendung neuer Namen fortwährend versuchen, den Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrages zu erreichen. Gleichgültig, wie die Angebote benannt sind oder zukünftig benannt werden, sollten derartige Offerten unbeachtet bleiben. Die verlangten Summen stehen in keinerlei Verhältnis zu den gewährten Leistungen. Bei verbleibenden Zweifeln können Sie die Angebote von der Rechtsabteilung prüfen lassen. Ass. jur. Kathleen Hoffmann

Konferenz

Die Schmerzambulanz des Universitätskli­nikums Magdeburg A.ö.R. lädt zur folgenden interdisziplinären Schmerzkonferenz ein: 23.04.2012 Polyneuropathie - Muskelschmerzen Prof. Vielhaber

Anmeldung erwünscht: OA Dr. med. Hoffmeyer Leiter der Schmerzambulanz, Tel.: 0391/6713350/13320, Fax: 67 13 971

Die Konferenzen werden von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt für die Erlangung des Fortbildungsdiploms mit 4 Punkten gewertet.

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Gemeinsame Fortbildung von der Ärztekammer und KVSA am 25.04.2012 Wie bereits im Märzheft angekündigt, werden zukünftig mindestens zweimal jährlich gemeinsame interdisziplinäre Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt. Ziel dieser Fortbildungsreihe ist die engere Zusammenarbeit zu ärztlichen Themen, die die Bereiche ambulant und stationär betreffen. Die Teilnahme ist für alle Kammermitglieder kostenfrei.

Freuen Sie sich auf eine hochinteressante Veranstaltung. Ihre Anmeldung nehmen wir gern entgegen. Die zweite Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Hygiene in Klinik und Praxis - Umgang mit Problemkeimen“ ist für den 17.10.2012 geplant. Dr. med. Rüdiger Schöning Ärztlicher Geschäftsführer

Die erste Veranstaltung findet am 25.04.2012 von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr im Haus der Heilberufe in Magdeburg statt. Das Thema „Arzthaftung“ wird von einem überaus kompetenten Referenten, Herrn Rechtsanwalt Patrick Weidinger, Leiter des Bereiches Haftpflicht der Deutschen Ärzteversicherung Köln, lebhaft dargestellt. Wer einen monotonen Frontalvortrag erwartet, wird enttäuscht.

Verbindliche Anmeldung

Rechtsanwalt Patrick Weidinger Abteilungsdirektor der Deutschen Ärzteversicherung

Fax: 0391 60547750

„Arzthaftung“ Termin: Veranstaltungsort: Teilnahmegebühr Anmeldefrist:

25. April 2012, von 16.00 – ca. 19.00 Uhr Verwaltungszentrum Heilberufe, Doctor-Eisenbart-Ring 2, 39120 Magdeburg keine 20. April 2012

Titel, Name, Vorname:

Privatanschrift:

Fachgebiet:

Ort, Datum:

Unterschrift:

Themenvorschläge für weitere Veranstaltungen:

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Presse

Magen und Zwölffingerdarm im Mittelpunkt

Überregionales Kehr-Symposium fand zum zweiten Mal in Halberstadt statt Johannes Otto Kehr

Kürzlich trafen sich Chirurgen, Gastroenterologen und weitere interessierte Ärzte aus Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Berlin in der Domstadt zum insgesamt zehnten Kehr-Symposium, organisiert durch die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am AMEOS Klinikum St. Salvator Halberstadt unter Leitung von Chefarzt Dr. Frank Eder. Zahlreiche Vorträge gaben einen aktuellen Überblick über den Stand von Forschungsergebnissen und aktuellen Behandlungsstrategien zum Thema „Erkrankungen von Magen und Zwölffingerdarm“. Im Mittelpunkt des Kongresses stand das Magenkarzinom. Dieser bösartige Tumor liegt mit 18.500 Neuerkrankungen in Deutschland im Jahr an fünfter Stelle der Tumorleiden bei Frauen und an sechster Stelle bei Männern. Mehr als 20 Prozent der Tumoren werden erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt, Frühstadien kommen nur relativ selten zur Behandlung. „Die Überlebensrate hängt vom Tumorstadium ab. Vorsorgeuntersuchungen sind in Europa nicht etabliert. Ganz im Gegensatz zu den asiatischen Ländern, in denen die Erkrankung aber auch wesentlich häufiger auftritt“, erklärt Dr. Frank Eder. Ursachen für die Entstehung eines Magenkrebses sind genetische und Umweltfaktoren. In den letzten Jahren hat sich als weiterer bedeutender Faktor die Infektion der Magenschleimhaut mit dem Helicobacter pylori herauskristallisiert. In einer historischen Festsitzung wurde während des Kehr-Symposiums im Hotel Villa

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Heine die Helicobacterforschung gewürdigt und das Leben des Halberstädter Internisten Walter Krienitz dargestellt, der 1906 als einer der ersten Mediziner dieses spiralförmige Bakterium in der Magenschleimhaut eines Magenkrebspatienten beschrieben hatte. Heute wissen wir, dass die Infektion im Magen zu chronischen Schleimhautveränderungen führt, schließlich wird über einen „Point of no return“ die Entwicklung zum Magenkrebs gefördert. Eine Magdeburger Forschungsgruppe hat sich der Entwicklung eines Impfstoffes gegen den Helicobacter verschrieben. Leider könne dieser bis heute noch nicht angeboten werden, erfuhren die Symposiumsteilnehmer. Alternativ wurde ein Labortest entwickelt, der mit verschiedenen Informationen ein Risikoprofil des Patienten liefern soll. „Generell wird empfohlen, ein sogenanntes Helicobactersreening mittels Atem- oder Stuhltest durchführen zu lassen“, erklärt Dr. Frank Eder. „Bei Nachweis eines Befalles soll eine Keimeliminierung mit Antibiotika über eine Woche folgen, die Erfolge sind hierbei sehr gut.“ Bei ausgebrochenem Magenkrebs ist die komplette chirurgische Entfernung angezeigt. Im Frühstadium ist diese noch endoskopisch möglich. Fortgeschrittenere Stadien erfordern die komplette oder inkomplette Entfernung des Magens und der dazugehörigen Lymphdrüsen. Bei fortgeschrittener örtlicher Ausdehnung erhöht eine präoperative Chemotherapie die Überlebenschancen.

Dr. Frank Eder eröffnete das zehnte KehrSymposium, bei dem zahlreiche Chirurgen, Gastroenterologen und weitere interessierte Ärzte über neuste Erkenntnisse zu Erkrankungen des Magens und des Zwölffingerdarms diskutierten.

Neben dem Magenkarzinom wurden während des diesjährigen KehrSymposiums auch weitere Krankheitsbilder wie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, neuroendokrine Neoplasien sowie Bindegewebstumore des Magen-Darm-Traktes betrachtet. Auch hierbei gab es zahlreiche neue Entwicklungen zu vermelden. Im Abschluss an die Veranstaltung dankte Chefarzt Dr. Frank Eder allen Referenten und Teilnehmern für die Vorträge, Informationen und Diskussi-

onen und stellte die nächste derartige Veranstaltung für 2014 in Aussicht. In diesem Jahr soll sich die Konferenz mit den sehr häufigen bösartigen Tumoren des Dickdarms befassen. Das insgesamt zehnte Kehr-Symposium gliedert sich als Folgeveranstaltung der Veranstaltungen ein, die 1988 ihren Ursprung in Thüringen fanden. In

zweijährigen Abständen wurden abwechselnd in Oberhof und Suhl gastroenterologische Krankheitsbilder betrachtet und kontrovers zwischen Chirurgen und Gastroenterologen diskutiert. Die Veranstaltung wurde im vergangenen Jahr nach Halberstadt, dem Hauptwirkungsort des Chirurgen Hans Kehr, verlegt. Sie findet Unterstützung bei der Mitteldeutschen Chir-

urgenvereinigung, der Thüringischen Gesellschaft für Chirurgie und der Mitteldeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie. I Pi AMEOS Klinikum St. Salvator Halberstadt

Abb. S. 12 o. l.: Karl Teibler: Porträt des Chirurgen Dr. Kehr, Halberstadt

Stationäre Schmerztherapie bei chronischen Schmerzen Nach neuesten Untersuchungen leiden in Deutschland ca. 10% der Bevölkerung unter chronischen Schmerzen. Betroffen ist meist das Bewegungssystem, als Volkskrankheit gelten z.B. Rückenschmerzen. Aber auch die verschiedensten Formen von Kopfschmerzen, Nervenschmerzen, Schmerzen bei Tumorerkrankungen stellen für Betroffene eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität dar und sind oft mit einem jahrelangen Leidensweg verbunden. Chronischer Schmerz als eigenständige Erkrankung Chronischer Schmerz hat im Gegensatz zum akuten Schmerz jegliche Warnfunktion verloren und gilt als eigenständige Erkrankung. Hier ist die Suche nach der Ursache oftmals schwierig und eine erfolgversprechende Behandlung nur in Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen möglich.

Das Team der stationären Schmerztherapie (links Oberarzt Dr. Tobias Petz, rechts Chefarzt Dr. Frank Heres)

Stationäre Schmerztherapie im Klinikum in den Pfeifferschen Stiftungen Seit einigen Wochen bietet die Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Eigenblutspende (Chefarzt Dr. Frank Heres) im Klinikum in den Pfeifferschen Stiftungen Magdeburg die Möglichkeit einer multiprofessionellen stationären Schmerztherapie an. Das Therapeutenteam unter ärztlicher Leitung von OA Dr. Tobias Petz erarbeitet mit dem Patienten einen individuellen Therapieplan, der im Rahmen eines meist zweiwöchigen stationären Aufenthaltes umgesetzt wird. Neben der medikamentösen Therapie finden sowohl psychotherapeutische Einzel- und Gruppengespräche statt sowie eine intensive krankengymnastische Behandlung und Ergotherapie. Außerdem werden Entspannungsverfahren angeboten. Das Hauptaugenmerk der Therapie liegt in einer aktiven Lebensgestaltung zur Verbesserung der Lebensqualität des einzelnen Patienten. Die Behandlung erfolgt ausschließlich stationär über eine Einweisung des Hausarztes oder Schmerztherapeuten, Anmeldungen unter Tel. 8505-9400. I Pi Pfeiffersche Stiftungen

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Presse

Neuer Professor für Psychiatrie berufen Behandlungsspektrum wird ausgebaut und ein Forschungslabor etabliert Dr. D. Rujescu-Balcu

Das Behandlungsspektrum der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik möchte der neue Psychiatrieprofessor Dr. Dan Rujescu-Balcu erweitern. Der 44-jährige Mediziner, der die Nachfolge von Professor Dr. Andreas Marneros als Klinikdirektor antrat, baut vor allem die Therapie altersbedingter psychiatrischer Erkrankungen aus. „Auf Grund des demografischen Wandels ist der Behandlungsbedarf bei gerontopsychiatrischen Erkrankungen bereits jetzt sehr hoch und wird weiterhin anwachsen“, sagt Professor Rujescu, der aus München nach Halle gewechselt ist. Darüber hinaus werde die ausgezeichnete Therapie von psychotischen Erkrankungen fortgesetzt. Grundsätzlich möchte er weitere Spezialambulanzen einrichten: „Durch regelmäßigen Kontakt in den Ambulanzen zu den Patienten können langwierige stationäre Aufenthalte oftmals verhindert werden.“ Professor Rujescu war bisher als geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. Er studierte von 1986 bis 1993 Medizin in Essen. Das Interesse für die Medizin wurde ihm sozusagen in die Wiege gelegt: seine Eltern sind beide Ärzte. Seine Doktorarbeit schrieb der Arzt über Neuropeptide. Die Facharztausbildung absolvierte Dan Rujescu an der Ludwig-Maximillians-Universität München und habilitierte dort 2004 über die „Molekulargenetik suizidalen Verhaltens“. Auch in Halle möchte er sich in der Verhinderung von Suiziden engagieren. „Durch eine adäquate Therapie könnten viele dieser verhindert werden“, ist sich der Psychiatrie-Professor sicher. In München hatte der Arzt viele Funktionen inne: er war unter anderem Leiter des Alzheimer Gedächtniszentrums. Seit 2003 ist er Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und verfügt über die

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Zusatzausbildung in Verhaltenstherapie. Am King’s College Londons ist Dr. Rujescu zudem Gastprofessor. Bereits in seiner Zeit als „Arzt im Praktikum“ und Assistenzarzt kam er in Kontakt mit der Diagnostik und Therapie von demenziellen Störungen sowie einer Gedächtnissprechstunde. Auch in Halle werde er eine regelmäßige Gedächtnissprechstunde einrichten. „Viele Betroffene ziehen sich aus Scham bei Gedächtnisproblemen zurück.“ Doch nach der Klärung der Ursachen könne in vielen Fällen - beispielsweise durch eine medikamentöse Therapie - geholfen und die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessert werden. „Neben der Ursachenklärung und der Therapie wollen wir außerdem psychosoziale Betreuungsangebote vermitteln.“ Grundsätzlich möchte Professor Rujescu an der Entstigmatisierung psychiatrischer Erkrankungen arbeiten. „Ich plane, das öffentliche Leben mehr mit unserem Klinikalltag zu verbinden, um Vorurteile und Berührungsängste abzubauen.“ Professor Rujescu forscht seit mehr als 15 Jahren auf dem Gebiet der molekulargenetischen Ursachen für psychiatrische Erkrankungen. „Ich möchte in Halle an die große Tradition von Carl Wernicke anknüpfen und in der Psychiatrischen Universitätsklinik wieder ein Forschungslabor einrichten“. Unter modernsten Arbeitsbedingungen will er mit seiner Arbeitsgruppe molekulargenetische Untersuchungen durchführen und nach Ursachen für kognitive Funktionseinschränkungen suchen. Ebenso wie bei den Alterserkrankungen plant der Arzt, die Forschungsaktivitäten interdisziplinär aufzustellen und über die Fakultät hinaus nach Kooperationspartnern zu suchen. I Pi UKH

Universitätsklinikum Leipzig:

Präventionsprojekt Dunkelfeld Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge haben bis zu ein Prozent der Männer auf Kinder gerichtete sexuelle Fantasien. Das bedeutet, dass bei ihnen eine teilweise oder ausschließliche sexuelle Neigung im Sinne einer Pädophilie vorliegt. Demnach fühlen sich in Deutschland ca. 250.000 Männer zwischen 18 und 75 Jahren sexuell zu Kindern hingezogen. Die Ursachen einer Pädophilie sind weitgehend unbekannt. Tatsache dagegen ist, dass viele der Betroffenen – in der großen Mehrheit Männer – erhebliche Schwierigkeiten haben, mit ihrer sexuellen Präferenz zu leben. In der Regel treten Unsicherheiten oder Ängste auf, wenn sie ihre Neigung erstmals bemerken. Viele der Betroffenen erkennen das Auftreten sexueller Gedanken an Kinder als Problem und wissen, dass deren Umsetzung tabu ist. Vielen gelingt es nicht, ihre Neigungen dauerhaft zu kontrollieren. Sie nutzen Missbrauchsabbildungen im Internet (sog. Kinderpornografie) oder begehen sexuelle Übergriffe auf Kinder. Die meisten solcher Straftaten bleiben im Dunkelfeld, d.h. ohne Strafverfolgung: Aktuellen Studien zufolge liegt die tatsächliche Anzahl sexueller Übergriffe in Deutschland mit etwa 60.000 Fällen jährlich rund fünfmal so hoch wie die offizielle Anzahl der von der Justiz erfassten Straftaten. Bisher fehlte es in der Regel an sachkundigen und vertrauensvollen Ansprechpartnern, die den Betroffenen helfen, verantwortungsvoll mit ihrer Neigung zu leben. Das „Präventionsprojekt Dunkelfeld“ des Universitätsklinikums Leipzig bietet nun Behandlung für Personen, die eine sexuelle Neigung zu Kindern verspüren und von sich aus therapeutische Hilfe suchen. Einbezogen in das Projekt werden folglich alle Personen, die bislang keine Straftaten (sexuelle Übergriffe, Konsum von Kinderpornografie, etc.) begangen

haben, aber befürchten, diese in der Zukunft zu begehen; all diejenigen, die bereits Straftaten begangen haben, aber den Strafverfolgungsbehörden (noch) nicht bekannt sind, sowie Personen, die ein ehemalige Strafe vollständig verbüßt haben, nicht mehr unter Aufsicht durch die Justiz stehen und somit alle rechtlichen Angelegenheiten abgeschlossen sind. Die Therapie erfolgt kostenlos, anonym und steht unter Schweigepflicht, wodurch die Hemmschwelle zur Teilnahme gesenkt werden soll. Im Verlauf der Therapie erhalten die Patienten Unterstützung beim Umgang mit Problemen, die sich aus ihrer Sexualität ergeben. Ziel ist es, keine sexuellen Übergriffe auf Kinder zu begehen und den Konsum von kinderpornografischem Material zu unterlassen. Im Verlauf der Therapie erlernen die Patienten daher die angemessene Wahrnehmung und Bewertung ihrer sexuellen Wünsche und Bedürfnisse, die Identifizierung und Bewältigung gefährlicher Entwicklungen sowie Strategien zur Verhinderung von sexuellen Übergriffen. Die Therapie findet wöchentlich in Gruppen sowie bei Bedarf auch in Einzelgesprächen und unter Einbeziehung Angehöriger statt. Die Behandlung folgt einem strukturierten Therapieplan, berücksichtigt aber die individuellen Bedürfnisse und erfolgt in Absprache mit den Patienten. Das therapeutische Vorgehen integriert verhaltenstherapeutische und sexual-

medizinische Ansätze, die auch die Möglichkeit einer medikamentösen Unterstützung beinhalten. Alle Kontaktdaten und weitere Informationen zu den Ambulanzen des Projektes in Deutschland finden Sie unter www.kein-taeter-werden.de

Abteilung für Sexualmedizin des Universitätslinikums Leipzig

Telefonhotline: 0341 97 23 958 E-Mail: dunkelfeld@medizin.uni-leipzig.de

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Presse

Ausbildungsinitiative der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt

Neue Website informiert junge Menschen über Ausbildung in der Pflege

Mit dem Ziel, dem prognostizierten Fachkräftemangel im Bereich der Pflege frühzeitig entgegen zu wirken, hat die Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt eine Ausbildungsinitiative gestartet. „Wir möchten junge Menschen motivieren, sich für eine der vielfältigen Ausbildungen in der Pflege zu begeistern“, erklärt Dr. Gösta Heelemann, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (KGSAN) zum Start der „Ausbildungsinitiative für Gesundheits- und Pflegeberufe der Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt“.

„Die Krankenhäuser im Land stehen nicht nur für medizinischen Fortschritt, sondern stellen sich den demographischen Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft, die auch in Zukunft angemessen medizinisch versorgt werden muss.“ Da im Land künftig immer weniger junge Menschen leben werden, wird der Wettbewerb um diese jungen Menschen bereits auf dem Ausbildungsmarkt beginnen. „Dem will die KGSAN entschieden begegnen“, so Dr. Heelemann. Wie vielfältig die Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich der Pflege sind, präsentieren junge Menschen für Interessierte auf der KGSAN-Website

setzungen, die Dauer und Vergütung der Ausbildung sowie Weiterbildungsmöglichkeiten nach dem Abschluss der Ausbildung. Interessenten können sich somit sehr komfortabel über die gesamte Bandbreite der Ausbildung im Bereich der Gesundheits- und Pflegeberufe der Krankenhäuser im Land informieren. Für die Ausbildungsstätten werden neben dem Ausbildungsangebot selbstredend auch die jeweiligen Ansprechpartner genannt. „Schließlich zählen die 49 Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt zu den wichtigen Arbeitgebern und Ausbildern im Land“, so Dr. Heelemann.

www.kliniken-in-san.de.

Dazu haben Auszubildende an verschiedenen Krankenpflegeschulen des Landes Videos gedreht, in denen sie ihre Motivation zur Ergreifung „ihres“ Berufes darlegen und Einblicke in ihren Arbeitsalltag gewähren. Zudem sind sämtliche Ausbildungsstätten mit Ansprechpartnern aufgelistet, außerdem die schulischen Voraus-

Daneben hat die KGSAN weiteres Informationsangebot für Interessierte geschaffen: Sie können sich alle Informationen zur Ausbildung von der KGSAN-Website www.kgsan.de oder von der Website www.kliniken-in-san. de sowie als App (MedicalServe LSA) auf ihre Android-Smartphones herunterladen. | Pi KGSAN

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Jahrestagung der Sektion Kindertraumatologie in der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. Das Polytrauma im Kindesalter – Was und wen brauche ich wann? Foto: © Iris Band

15.–16. Juni 2012 • Halle (Saale)

Veranstalter Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. Sektion Kindertraumatologie www.dgu-online.de Fortbildungspunkte Die Zertifzierung als Fortbildungseinheit im Sinne der Ziffer 5.12 der aktuellen D-Arzt-Anforderungen ist bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) Landesverband Nordwest erfolgt. Die Akkreditierung bei der Landesärztekammer SachsenAnhalt ist beantragt.

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Tagungsleitung Prof. Dr. med. habil. Rainer Finke (Halle/Saale) Dr. med. Peter Göbel (Halle/Saale) Schwerpunktthemen • Polytrauma • Therapie der sogenannten „Begleitverletzungen“ • Neues und Bewährtes in der Diagnostik von Unfallverletzungen • Nachbehandlung kindlicher Verletzungen • Claviculafraktur – Gibt es da etwas Neues? • D-Arzt und Verletzungsartenverfahren • Freie Themen • Fallvorstellungen

Workshops • Workshop I Pilates für Kinder

• Workshop II Einführung in die Manualtherapie

• Workshop III • Workshop IV Bildgebung – konventionell, Reanimationskurs CT oder MRT?

Anmeldung und Informationen unter www.skt-kongress.de

Diagnose Mammakarzinom Erfahrungen und Anregungen der Berufshaftpflichtversicherung

Übersehene Mammakarzinome sind seit vielen Jahren sowohl in der Häufigkeit als auch in der Schadenhöhe auffällig. Dies belegen nicht nur die Statistiken der Bundesärztekammer, sondern auch die Erfahrungen der Deutschen Ärzteversicherung. Als Haftpflichtversicherer erfasst die Deutsche Ärzteversicherung auch Fälle, welche außerhalb von Gutachter- und Schlichtungsstellen und ohne Gerichtsverfahren geprüft und reguliert werden. Auch wenn einschlägige Schadenfälle insgesamt leicht zurückgehen ; ein drastischer Rückgang ist trotz verschiedener Interventionen bisher nicht zu verzeichnen. Demgegenüber stiegen aber die finanziellen Aufwendungen in den einzelnen Schadenfällen deutlich an. Statistisch sind es auch hier keine „schadenbelasteten“ oder unzuverlässigen Ärztinnen und Ärzte, denen ein Fehlver-

Fehler

Unter diesem Aspekt hat die Deutsche Ärzteversicherung Fälle untersucht, in denen nach sachverständiger Beratung oder rechtlicher Einschätzung Schadenersatz zu leisten war. Das Ergebnis der Analyse zeigt typische Fehlermuster, die sich durchaus beherrschen lassen.

Folge

Beispiel

Einfacher Behandunvertretbare Fehlleilungs-/Diagnosefehler stung bei der Interpretation eines erhobenen Befundes und/ oder bei der Reaktion auf diesen

Patient muss beweisen, dass der Fehler zu einem Schaden geführt hat

1) Kein Diagnosefehler, wenn alle gebotenen Untersuchungen stattfanden und eine gleichmäßige Aufhellung in beiden Brüsten vertretbar gedeutet wurde 1 2) Diagnosefehler, wenn auf eine Architekturstörung im oberen äußeren Quadranten keine Kontrollmammographie nach sechs Monaten veranlasst wurde 2

Grober Behandlungs-/Diagnosefehler

nicht mehr verständlicher Fehlleistung, die schlechterdings nicht unterlaufen darf

Arzt muss beweisen, dass der Fehler nicht zu einem Schaden geführt hat

1) Einfacher Fehler, wenn die Einlagerungen fälschlich als nicht suspekte Mikrokalzifikation beurteilt wurden, nachdem der Radiologe die Einordnung wegen dichtem Drüsenkörper als schwierig angesehen hatte3 2) Fundamentaler Fehler, wenn eindeutig malignomverdächtige Veränderungen („einseitige, unscharf begrenzte, nicht komprimierbare Raumforderung mit strahlenförmigen Ausläufern“) als gutartig interpretiert werden.

Befunderhebungs-/ Befundsicherungsfehler

Unterlassen einer elementaren Befunderhebung

Arzt muss beweisen, dass der Fehler nicht zu einem Schaden geführt hat

keine erneute Mammographie trotz Hauteinziehung 4 keine Mammographie trotz ertastetem Knoten und weiterer Behandlung wegen Frühschwangerschaft 5

(I. d. R. vom Patienten zu beweisen)

Definition

halten zum Verhängnis wird. Offenbar geht es überwiegend um ein Augenblicksversagen und nicht um ein systemisches oder persönliches Defizit. Somit muss neben dem Hinweis auf die unbedingt einzuhaltenden Standards ein weiterer Schwerpunkt der Schadenvermeidung die Stärkung der Aufmerksamkeit und die Sensibilisierung für Risikopotentiale sein.

(auf die rechtliche Unterscheidung zwischen „haftungsausfüllender/ haftungsbegründender Kausalität“ wird hier verzichtet)

OLG Hamm, VersR 2002, 98 OLG Jena, Urteil vom 15.10.2008 (4 U 990/06) 3 OLG München, VersR 1998, 588 4 OLG München, VersR 1995 1499ff. 5 OLG Hamm, VersR 2003, 1259 Abb. 1: Fehlerstufung der Rechtsprechung 1

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Schauen wir uns aber zunächst einmal die Haftungskriterien der Rechtsprechung an: 1. Die objektive Fehlerhaftigkeit einer Diagnose ist nicht vorwerfbar, wenn die notwendigen Befunde erhoben und schlüssig gedeutet wurden. Eine solche Fehldiagnose führt aber dann zur Haftung, wenn diese zunächst schlüssige Arbeitsdiagnose später – zum Beispiel bei Fortbestehen von Beschwerden- nicht in Frage gestellt wurde. 2. Eine falsche Diagnose ist schon von Anfang an ein Behandlungsfehler, wenn a. sie für einen gewissenhaften Arzt eine unvertretbare Fehlleistung darstellt oder b. auf dem Unterlassen elementarer Befunderhebungen beruht.

Die Sachverhalte, die zu einer Haftung geführt haben, haben vielfältige Aspekte. So betreffen die Fehler • Den Umgang mit dem Bericht des Radiologen • Die Befunderhebung • Die Befundinterpretation • Die Information an die Patientin • Die Dokumentation Einige Potentiale (die in der Regel von medizinischen Sachverständigen, nicht von Juristen festgestellt werden) kommen in langjähriger Betrachtung immer wieder vor. Mit diesem Cluster sind die wesentlichen, sachverständigerseits gesehenen Schadenursachen schon aufgezeigt. Im Sinne einer Schadenprohylaxe lassen sich hieraus folgende Leitsätze ableiten:

Aus den Sachverständigengutachten Diagnostik trotz negativer Mammographie „Ein tastbarer Knoten ist durch Biopsie zu klären; 6% aller tastbaren Carcinome sind auch bei hochwertiger Bildgebung nicht detektierbar.“ „Eine negative Mammographie konnte das Karzinom bei tastbarem Knoten und „dichtem Drüsenkörper“ nicht ausschließen.“ „Eine negative Mammographie schließt einen klärungsbedürftigen Befund nur bei ansonsten blandem Befund aus.“ „Der Verzicht auf eine Biopsie ist trotz vorausgegangener negativer Mammographie angesichts der Begleitbefundung einer Blutung aus einer verzogenen Mamille nicht zu vertreten“ „Natürlich ist der Arzt nicht von vorneherein zu invasiver Diagnostik verpflichtet. Berichtet die Patientin aber bei der Erstvorstellung über ein palpables Knotenwachstum, so reicht eine Mammographie nicht aus, die Diagnostik abzuschließen.“ Interpretation bzw. Konsequenz „Die Feststellung einer Mastitis nach Palpation war insbesondere wegen der Mitteilung der Patientin (deutliche Veränderung) fahrlässig.“ „Die neu aufgetretenen Verkalkungen im Bereich des oberen äußeren Quadranten hätten histologisch geklärt werden müssen.“ „Die Mammographie wurde mit BI- RADS 3 statt BI-Rads 4b (suspekt, klärungsbedürftig) falsch befundet“ „Die Interpretation eines retromamillären Knotens im Mammogramm als abschließend gutartig ist im konkreten Fall eindeutig falsch.“ „Bei Kenntnis der Vorgeschichte (1997 Mammakarzinom,

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brusterhaltende Operation mit Axilladissektion) hätte 2008 der Anstieg des Tumormarkers sowie starke Hustenreize Anlass sein müssen, an ein Spätrezidiv eines Mammakarzinoms mit Lungenmetastasierung zu denken.“ Information und Führung der Patientin und deren Nachweis „Der Gynäkologe ist gehalten, die Patientin über die Untersuchungsergebnisse und die notwendigen Schritte zu informieren.“ „Der Gynäkologe darf nicht unterstellen, der Radiologe habe die Patientin bereits informiert.“ „Ich kann den Unterlagen nicht entnehmen, dass die Patientin benachrichtigt wurde. Es ergibt sich auch nicht, dass der behauptete Brief versendet worden ist.“ „Ein Telefongespräch mit der Patientin mag stattgefunden haben, es ist den Behandlungsunterlagen aber nicht zu entnehmen“ „Die Patientin hätte auf die Dringlichkeit des Kontrolltermines aufmerksam gemacht und erinnert werden müssen. Beides ergibt sich aus der Karteikarte nicht“. Radiologen-/Konsiliarbericht „Die Hinweise des Radiologen waren eindeutig und wurden – so vermute ich - einfach überlesen, da sie erst am Ende des Berichts standen“. „Der Radiologiebericht hätte vom Gynäkologen gelesen werden müssen. Das sofortige Ablegen durch die Arzthelferin ist ein schlimmes Organisationsdefizit“.

1. Dem Ergebnis einer Mammographie kann nur vertraut werden, wenn keine besonderen Umstände wie tastbare Knoten vorliegen. 2. Ein Tumor ist so lange als bösartig anzusehen, wie seine Gutartigkeit nicht sicher ist. 3. Insoweit ist die Beschreibung durch den Radiologen, die Mammographie ergebe keinen Hinweis auf ein Malignom, keine Ausschlussdiagnostik bei tastbaren Veränderungen. 4. Ein mammographisch unklarer Befund ist durch weiterführende Diagnostik (z.B. Sonographie) zu validieren. 5. Bei dann immer noch bestehenden Zweifeln sind invasive Untersuchungen (z.B. Stanzbiopsie) in Betracht zu ziehen.

6. Die Patientin ist über die Untersuchungsergebnisse und die notwendigen weiteren Schritte zu informieren und bei Bedarf an wichtige Termine per Brief und/oder Telefonat zu erinnern. Dies sollte im Nachhinein durch die Dokumentation auch eindeutig beweisbar sein. 7. Jede Diagnose setzt sowohl Fachkompetenz als auch Achtsamkeit voraus. Nur dann ist beim Lesen zugegangener Berichte, bei der Differentialdiagnostik, bei der Befundung ein Augenblicksversagen zu vermeiden.

Dort Punkt 6.6: Mammakarzinome sind im ambulanten Bereich

Folgekosten sein (Schmerzensgeld und Aufwendungen für Haus-

das häufigste Schadenthema (Links: http://www.bundesaerzte-

haltsführung, zusätzliche Heilbehandlung, Einkommensverlust,

kammer.de/downloads/gutachterkommissionen_praesentation1.

Unterhalt); vgl. auch Hellberg/Lonsing,“ Komposit: Dramatische

pdf und http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/behand-

Teuerung von Personenschäden im Heilwesen“, Versicherungswirt-

lungsfehler_gesamtstatistik_stand_110609.pdf)

schaft 06/2010 und aktuell LG Coburg, VersR 2011, 534 f (130.000

1

Siehe auch Weidinger, Die Praxis der Arzthaftung, Kapitel 14.7.4.7

2 3

Jeder drohende Schadenfall ist dem Versicherer zu melden. Bei

Euro Schmerzensgeld für eine verunstaltende Brustkrebsoperation mit erschwerenden Fallbesonderheiten).

eindeutiger Haftungssituation wird er ohne förmliche Verfahren

7

Schadenersatz leisten.

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/077-001.html

Vgl. Weber, Aus Fehlern lernen..., Rheinisches Ärzteblatt 2/2011,

4

Seite 22 m.w.N. 5

Siehe zum Beispiel Leitlinie Brustkrebs-Früherkennung siehe

8

Es geht hier also nicht um ausführliche Einzelfallbeschreibungen

wie z. B. in der Sammlung „Gutachtliche Entscheidungen – Aus der

So brachte der Autor dieses Beitrages das Thema in die AG Medi-

zinrecht der DGGG ein und initiierte damit deren entsprechende

Arbeit der Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer Nordrhein“ (4. Auflage 2011)

Stellungnahme, aktualisiert zu finden bei der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. unter 5.2.1. der Leitlinien,

Rechtsanwalt Patrick Weidinger

Empfehlungen und

Abteilungsdirektor der Deutschen

Stellungnahmen zu finden als „Das nicht

erkannte Mammakarzinom“ (AG Medizinrecht der DGGG/AWMF

Ärzteversicherung

015/047); siehe auch Martina Levartz, Qualität und Sicherheit bei

Mail: Patrick.Weidinger@Aerzte-

der Diagnostik des Mamma-Karzinoms, Rheinisches Ärzteblatt

versicherung.de

April 2011, 12ff Schadenersatzpflichtig können die gesamten verlaufsabhängigen

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Klinisches und wissenschaftliches Symposium

Update Kopfschmerz Veranstaltungsort Universitätsklinikum Halle (Saale) Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie Funktionsgebäude 5/6, Hörsaal 4 Ernst-Grube-Str. 40, 06120 Halle (Saale) Samstag, 28. April 2012 von 09.00 bis 17.00 Uhr • Ärztliche Fortbildung ab 09.30 Uhr • Patientenveranstaltung zum Thema Migräne ab 15.00 Uhr

www.medizin.uni-halle.de

Kontakt/Anmeldung Dr. med. T. Kraya Telefon: (0345) 557-2858

Telefax: (0345) 557-2860

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Mroczkowski, P., Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, UICCC (University Colorectal Cancer Center)

Rektumkarzinom 2012 – gibt es neue Optionen? PD Dr. med. P. Mroczkowski

Um das therapeutische Prozedere festlegen zu können, bedarf der Patient einer Diagnostik, die das initiale Stadium

der Erkrankung festlegt. In der Bestimmung der lokalen Ausbreitung ist vor allem der Status des potenziellen zirkumferentiellen Resektionsrandes (CRM) entscheidend. Dabei handelt es sich um den minimalen Abstand der Tumordepositen (Haupttumor, Satellitenknoten, befallene Lymphknoten) von der Hüllfaszie, dieser bestimmt die Chance einer onkologisch radikalen Resektion. Für diese Bestimmung ist ein MRT erforderlich, andere Methoden (Endosonographie-EUS, Computertomographie - CT) liefern deutlich ungenauere Ergebnisse [2]. Die Treffsicherheit der EUS in der Versorgungsrealität liegt bei ca. 50-60% [3], entspricht also einem Münzwurf. Die EUS kann den CRM nicht zuverlässig erfassen und ihre aktuelle Verwendung liegt bei der Unterscheidung zwischen cT1 und cT2 Tumoren, also in der Indikationsstellung für lokale Verfahren. Bei dieser Fragestellung ist die EUS die Methode der Wahl [4].

Abb. 1: Epidemiologie kolorektales Karzinom

Abb. 2: Epidemiologie kolorektales Karzinom

bei Frauen – Daten des RKI

bei Männern – Daten des RKI

Das kolorektale Karzinom bleibt die zweithäufigste Todesursache innerhalb der malignen Erkrankungen in Deutschland. Die Statistiken des Robert-Koch-Instituts (Abb. 1-2) belegen eine steigende Inzidenz bei beiden Geschlechtern. Mit der Einführung der Totalen Mesorektalen Exzision (Total Mesorectal Excision, TME) von Heald vor 30 Jahren [1] hat sich das therapeutische Vorgehen beim Rektumkarzinom diametral geändert, was zu einer deutlichen Reduktion der Lokalrezidiv-Raten führte. Welche Themen sind aktuell bei der Behandlung dieser „Volkskrankheit“?

Diagnostik

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Keine der Bildgebungsoptionen liefert zuverlässige Informationen zum Lymphknotenstatus. Das noch vor kurzem verwendete Kriterium der Größe ist aktuell obsolet [5]. Zum Ausschluss einer Fernmetastasierung werden als Minimum ein Abdomen-CT [mehrzeilig] und RöntgenThorax postuliert, obwohl ein Thorax-CT empfohlen wird. Bei Unklarheiten zum Leberstatus ist ein Leber-MRT mit einem leberspezifischen Kontrastmittel indiziert [6].

Neoadjuvante Behandlung Die Verwendung der neoadjuvanten Radiochemotherapie wird in den letzten Jahren kontrovers diskutiert. Die klassische Empfehlung, Patienten mit einem initialen Stadium cT3 oder höher, und/oder nodalpositiv, generell neoadjuvant zu behandeln, wird kritisch hinterfragt, allerdings ist diese Empfehlung weiterhin in der immer noch geltenden deutschen S3-Leitlinie enthalten [7]. Der Grund der Kritik liegt einerseits in den Kurzzeit- und Langzeitkomplikationen dieser Behandlung, andererseits in den exzellenten Ergebnissen nicht neoadjuvant vorbehandelter Patienten, die hochqualitativ reseziert wurden [8]. Der Ausgang dieser Diskussion steht momentan noch offen. Eine modifizierte Empfehlung könnte z.B. eine primäre Resektion bei denjenigen Patienten anregen, bei denen in einem standardisierten MRT ein sicherer CRM von mindestens 3 mm besteht. Die Form der Therapie ist auch nicht einheitlich. Eine Langzeitbestrahlung wird aktuell vor allem in Deutschland und in den USA favorisiert, eine Kurzzeitbestrahlung in Skandinavien. Laufende Studien untersuchen den optimalen zeitlichen Abstand zwischen einer Kurzzeitbestrahlung und der operativen Versorgung, mit einer zeitlichen Verzögerung von 8-9 Wochen [9]. Nicht abgeschlossen ist auch die Diskussion, ob der Zusatz weiterer Substanzen zu 5-FU-haltigen Programmen einen Vorteil mit sich bringt [10].

in eine J-Knife (Taschenmesser)-Position gebracht. Die darauffolgende Resektion umfasst die Levatorenplatte und bei Bebenek auch die Sakrumspitze [Abb. 4]. Im Dezember 2011 wurde die erste ASAR an der Universitätsklinik Magdeburg durchgeführt. Die aktuelle Literatur [13,14] zeigt signifikant bessere onkologische Ergebnisse der extralevatorischen Prozeduren im Vergleich zu einer konventionellen APR, so dass die letztere nicht mehr durchgeführt werden sollte.

Abb 3: Varianten der Rektumamputation. Quelle: Bebenek, Abdominosacral Amputation of the Rectum for Low Rectal Cancers: Ten Years of Experience, Ann Surg Oncol (2009) 16:2211–2217

Operation Die Durchführung einer TME ist heutzutage keine hochrangige Errungenschaft, sondern ein selbstverständlicher Standard. Standard ist auch eine Beurteilung der TME-Qualität durch den Pathologen, die Aufbereitung und Befundung des Präparates hat leider noch keinen Eingang in die deutsche S3-Leitlinie gefunden. Die letzten Jahre ergaben auch eine heftige Diskussion über die Technik einer abdominoperinealen Rektumamputation (APR). Traditionell wurde akzeptiert, dass eine APR im Vergleich zu einer anterioren Resektion (AR) ein schlechteres onkologisches Ergebnis bringt. Verantwortlich dafür waren häufig Tumorperforationen, vor allem auf der Höhe der Levatorenplatte. Diese Ergebnisse führten zu einer Modifikation der Rektumamputation als eine extralevatorische Amputation (ELAP – Torbjörn Holm, Stockholm) oder als eine abomino-sakrale Amputation (ASAR - Marek Bebenek, Breslau) [11,12]. Bei diesen Verfahren [Abb. 3] wird die TME auf der Höhe der Sacrumspitze unterbrochen, der Patient, umgelagert auf dem Bauch,

Abb. 4: ASAR – Patient in der J-Knife Position, Absetzen der Sakrumspitze [Quelle: Prof. M. Bebenek, Breslau]

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?

? Lymph node metastasis

Smooth tumour deposit (2mm)

Irregular tumour deposit (5mm)

Abb. 5: Unterschiedliche Stadienzuordnung in Abhängigkeit von der verwendeten Version der UICC-Klassifikation. Quelle: Quirke et al, Evidence-based medicine: the time has come to set standards for staging, J Pathol 2010; 221: 357–360

Offen ist die Frage der Behandlungsstrategie bei Patienten mit einem kompletten Ansprechen (Complete Response, CR) nach neoadjuvanter Therapie. Die brasilianische Studiengruppe um Angelita Habr-Gama wagt hier ein konservatives Vorgehen mit sehr engmaschiger Nachsorge, dieser Ansatz bleibt jedoch experimentell. Sowohl die Bestimmung des CR (ohne das Präparat histologisch untersuchen zu können) wie auch die Bestimmung eines optimalen Nachsorgemodus sind noch nicht endgültig entschieden [15].

Pathologie Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern gibt es in Deutschland keinen durch die S3-Leitlinie standardisierten Vorgang für die Aufarbeitung des Präparates, als Alternative kann hier das Musterverfahren der britischen Gesellschaft für Pathologie genutzt werden [16]. In der S3-Leitlinie findet auch die aktuell geführte Diskussion um die Verwendung der UICCKlassifikation keinen Einzug. Wie die Arbeiten von Phil Quirke zeigen [Abb. 5], wird abhängig von der verwendeten Ausgabe dieser Klassifizierung [V, VI oder VII] dasselbe histopathologische Bild einem anderem Krankheitsstadium zugeschrieben, was keinen sinnvollen Vergleich der therapeutischen Ergebnisse ermöglicht. Dies führte in vielen europäischen Ländern zu der Empfehlung, nur die V Ausgabe der Klassifizierung zu verwenden[17]. Auch die histopathologische Festlegung eines kompletten Ansprechens ist prob-

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lematisch und bedarf einer Standardisierung. In Deutschland werden die Resektionsränder als R0 beschrieben, wenn sie tumorfrei sind. In anderen Ländern wird ein minimaler Abstand von 1 oder 2 mm verlangt, um die Resektion als R0 zu klassifizieren [18].

Qualitätssicherung In Europa gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen zur chirurgischen Qualitätssicherung beim Rektumkarzinom. In der Mehrheit der Länder existieren keine derartigen Programme. In Nordeuropa (Norwegen, Schweden, Dänemark) wurde in den Neunzigern eine gesetzlich verpflichtende Qualitätssicherung eingeführt, mit vollständiger Pflichterfassung aller operierten Patienten. Programme auf freiwilliger Basis, aber mit öffentlicher Unterstützung, wurden auch in Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und Spanien eingeführt. Die beiden letzten Programme umfassen auch intensive, öffentlich finanzierte Schulungsmaßnahmen. In Deutschland existiert seit 2000 die vom AnInstitut für Qualitätssicherung in der operativen Medizin an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie dieser Universität geführte freiwillige Qualitätssicherungsstudie „Kolorektales Karzinom“, die inzwischen über 80 000 Patienten erfasst hat. Im Gegensatz zu anderen Ländern wird die Studie finanziell weder vom Land, noch vom Bund unterstützt. Die einzige Ausnahme bildete die Studienerweite-

rung auf Polen, Italien und Litauen, die aus den Mitteln des BMBF mitfinanziert wurde. Bei dem Magdeburger Projekt handelt es sich um ein weltweit einzigartiges Vorhaben, bei dem der Schwerpunkt nicht in der Aufsicht, sondern in der Selbstkontrolle der Behandler liegt. Die Erweiterung auf weitere Länder, die bis zu diesem Zeitpunkt über keine derartigen Programme verfügten, zeigt jedoch, dass das Magdeburger Modell durchaus attraktiv ist und Verwendung ohne Einschränkungen des jeweils geltenden Gesundheitssystems finden kann.

Chemotherapie Die interessanteste Entwicklung der letzten Jahre ist die Anwendung einer hyperthermen intraperitonealen Chemotherapie (HIPEC) bei ausgewählten Patienten mit Peritonealkarzinose. Diese Methode wird zusammen mit einer Peritonektomie verwendet und bietet, bei sorgfältiger Selektion der Patienten (Ausmaß des peritonealen Befalls und Fehlen weiterer unresektabler Metastasierung) durchaus gute Ergebnisse in diesem ursprünglich hochpalliativen Patientenkollektiv. Auch diese Methode wird regelmäßig in der Universitätsklinik Magdeburg verwendet.

Zusammenfassung Auch 2012 ist das Rektumkarzinom als therapeutische Herausforderung anzusehen. Es besteht keine ausreichende Evidenz, um die Behandlung nur auf Zentren einzuschränken. Jedoch ist die Einhaltung der diagnostischen und therapeutischen Erfordernisse mit erheblichem finanziellem, organisatorischen und technischen Aufwand verbunden, der leider im DRG-System nicht ausreichend abgebildet ist. Literatur beim Verfasser

Korrespondenzanschrift: OA PD Dr. med. Pawel Mroczkowski Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Fachliste Medizin, Pharmazie und Medizintechnik Spezialisierte Übersetzer/innen und Dolmetscher/innen für mehr als 30 Sprachen Qualifizierte Sprachexperten suchen – und finden Die Fachliste des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) ist ein nützliches Verzeichnis von Profis für Profis: Sie enthält die Kontaktdaten von Dolmetschern und Übersetzern, die auf Ihre Branche spezialisiert sind. Da die Berufsbezeichnungen „Dolmetscher“ und „Übersetzer“ nicht geschützt sind, ist es umso wichtiger, nur mit Experten zusammenzuarbeiten. Alle in der Fachliste verzeichneten Dolmetscher und Übersetzer sind Mitglied im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer. Vor Eintritt in den Verband mussten sie ihre Qualifikation für den Beruf nachweisen. Aus diesem Grund gilt eine BDÜ-Mitgliedschaft in Fachkreisen als Qualitätssiegel. Gut zu wissen: Bei den Einträgen in der Fachliste handelt es sich nicht um Übersetzungsagenturen, sondern um qualifizierte Übersetzer mit einem Arbeitsschwerpunkt in Ihrer Branche. Hinter jeder Adresse steht also eine konkrete Person, die mit ihrem Namen für die Qualität ihrer Arbeit steht. Viele der hier verzeichneten Übersetzer arbeiten im Netzwerk mit anderen BDÜ-Mitgliedern zusammen und können auch umfangreichere Aufträge übernehmen.

Medizinische Fakultät Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie UICCC (University Colorectal Cancer Center) Leipziger Str. 44

Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer ist mit über 7.ooo Mitgliedern der größte Verband der Branche in Deutschland.

D-39120 Magdeburg

www.bdue.de Tel: +49 391 67 15504 Fax: +49 391 67 290212 E-mail: Pawel.Mroczkowski@med.ovgu.de http://tinyurl.com/qualasscolorect

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 23 (2012) 4

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F a c ha r t ike l

Fornara, P., Seufferlein, Th., Thomssen, C., Gekle, M., Klöss, Th., Krukenberg Krebszentrum Halle

Das Krukenberg Krebszentrum Prof. Dott./Dr. Paolo Fornara

am Universitätsklinikum der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg

Pro Jahr erkranken in Deutschland 426.000 Menschen an Krebs, 211.000 sterben an den Folgen der Krankheit. Damit ist Krebs nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen in unserem Land die zweithäufigste Todesursache. Nach einer Schätzung des Zentrums für Krebsregisterdaten des Robert-Koch-Instituts zur Prävalenz von Krebserkrankungen leben heute 731.000 Männer und 721.000 Frauen in Deutschland, die in den letzten 5 Jahren an Krebs erkrankt sind. Dank deutlicher Fortschritte bei Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge haben sich die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert. Für einige Krebsarten sind inzwischen die 5-Jahres-Überlebenschancen gut, sie betragen beispielsweise bei Brustkrebspatientinnen ca. 85 % und liegen bei Männern mit Hodenkrebs über 95 %. Erfreulicherweise haben sich auch die relativen 5-Jahres-Überlebensraten bei Kindern seit Anfang der 80er Jahre von 67 % auf mittlerweile 83 % erhöht. Dennoch liegt die 5-Jahres Gesamt-Überlebensrate für alle Krebserkrankten bei Frauen nur bei 61 % und bei Männern nur bei 55 %, für bestimmte Tumorentitäten liegen die Überlebensraten weit darunter. In der Krebsbekämpfung besteht also durchaus noch Verbesserungsbedarf und -potenzial und wir stehen jetzt mehr denn je vor wachsenden Herausforderungen. Trotz deutlicher Fortschritte im Verständnis der molekularen Mechanismen von Tumorerkrankungen, ihrer Diagnostik und Therapie, es seien hier nur die funktionelle Bildgebung mittels PET und die sogenannten “gezielten Tumortherapeutika“ erwähnt, bleibt der erzielte Zugewinn an Lebensqualität und Überleben für unsere Patienten in weiten Bereichen hinter den – vielleicht auch zu hohen - Erwartungen zurück. Die Bilanz der letzten 10 Jahre der Fortschritte in der Onkologie – so ein Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 15. Februar 2012 – fällt ernüchternd aus. Um dieser Herausforderung adäquat zu begegnen, müssen eine Reihe von Problemen effektiver als bisher angegangen werden. Dabei liegen diese Probleme nicht so sehr im Fehlen von Strukturen oder am Defizit individueller bzw. institutioneller fachlicher Qualifikation, sondern vielmehr an der unzurei-

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chenden Strukturierung und Abstimmung zwischen den an der Krebsbekämpfung beteiligten Akteuren. Nur eine effektive, interdisziplinär und multimodal orientierte Strategie, die Erkenntnisse aus der aktuellen Forschung und der Versorgungssituation der Patienten integriert, wird einen wesentlichen Fortschritt ermöglichen. Durch ökonomische Interessen und Zwänge, nicht zuletzt aber auch durch Fächeregoismen, Weiterbildungsordnungen, berufspolitische Überlegungen oder gar durch Alleinvertretungsansprüche einzelner Personen, Institutionen, Disziplinen oder Fachgesellschaften lassen sich multimodale Therapieverfahren und Forschungsergebnisse nicht ausreichend effektiv umsetzen. Somit ist und bleibt das Ziel die Verbesserung der Krebsbekämpfung durch ein effektives, zielgerichtetes und aufeinander abgestimmtes Handeln aller Verantwortlichen im Rahmen eines langfristig angelegten Koordinierungs- und Kooperationsprogrammes.

Krukenberg Krebszentrum Halle am Universitätsklinikum der MLU Am Universitätsklinikum der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle hat man sich intensiv mit dieser Problematik auseinandergesetzt und zur Optimierung von Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge onkologischer Erkrankungen ein integratives Krebszentrum angedacht, geplant und umgesetzt. Der offizielle Startschuss fand am 14.01.2012 statt, anläss-

lich des Neujahrsempfang am 04.02.2012 konnte das integrative Krebszentrum des Universitätsklinikums der MartinLuther-Universität Halle-Wittenberg einer breiten Öffentlichkeit sowie Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Medizin und Forschung vorgestellt werden. Dabei handelt es sich um ein integratives Krebszentrum nach dem Muster eines Comprehensive Cancer Centers, d.h. eine Struktur, die alle an der Krebsbekämpfung Beteiligten durch eine integrative Zusammenarbeit miteinander vernetzt. Das Krebszentrum des Universitätsklinikums Halle wurde nach dem bekannten Pathologen und Gynäkologen Friedrich-Ernst Krukenberg (*1871 – †1946) benannt. Der gebürtige Hallenser, Erstbeschreiber und Namensgeber des Krukenberg Tumors, ist disziplinübergreifend allen onkologisch tätigen Ärzten bekannt. Im Krukenberg Krebszentrum Halle (KKH) wollen Klinikum und Fakultät die vielfältigen Aktivitäten aller an der Krebsbekämpfung Beteiligten wirksam aufeinander abstimmen und ein zielorientiertes, synergistisches Vorgehen nicht nur anbieten sondern forcieren. Durch interdisziplinäre Vernetzung zwischen Klinik, Forschung, Tumordokumentation, Qualitätssicherung und Fortbildung soll zum einen eine optimale Patientenversorgung und zum anderen ein rascher Wissenstransfer der Forschungsergebnisse in die klinische Praxis erreicht werden (Abb. 1). Deshalb ist auch die direkte Anbindung zu den Forschungsstrukturen eine ganz wesentliche Säule des Krukenberg Krebszentrums Halle, um so neueste Forschungsergebnisse rasch für die onkologischen Patientinnen und Patienten nutzen zu können.

Vorteile für Patienten Im Krukenberg Krebszentrum Halle werden Diagnose und Therapie über standardisierte Pfade auf kurzem Wege erfolgen. Hierbei dient als Leitfaden die Empfehlung von Prof. Dr. Lothar Weißbach, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft 1998 – 2000, jeden krebskranken Patienten, innerhalb von 24 h nach Aufnahme einem interdisziplinären Tumorboard vorzustellen. Die Therapie wird nach neuesten und innovativen Standards erfolgen, in dieser Behandlung wird die gesamte medizinische Versorgungskette eingebunden. Dem Patienten wird die Teilnahme an klinischen Studien und Projekte der translationalen Forschung eröffnet. Darüber hinaus erfährt der Patient – wenn nötig - eine psychosoziale und psychoonkologische Betreuung. Ebenso sollen onkologische Nachsorge und Rehabilitation direkt eingebunden werden. Das Krukenberg Krebszentrum Halle wird ein gemeinsamer Anlaufpunkt für Patienten und Patientinnen mit bösartigen

Abb. 1

Erkrankungen sein, an dem sie umgehend von allen wichtigen Spezialisten für Ihre Erkrankung gesehen werden.

Forschung und Kooperation Forschung steht neben der Patientenversorgung im Mittelpunkt des Krukenberg Krebszentrum Halle. Hierbei sind nicht nur Grundlagenforschung und klinische Forschung gemeint, sondern insbesondere die translationale Forschung, um neueste Forschungsergebnisse rasch für die Patientinnen und Patienten nutzen zu können. Der Wissenstransfer auf translationaler Ebene wird eine entscheidende professionelle Unterstützung durch das Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS) der Medizinischen Fakultät, das den bilateralen Transfer koordiniert und infrastrukturell sowie logistisch unterstützt, erfahren. Integraler Bestandteil des Krebszentrums wird auch eine zentrale Bio-, Gewebe- und Tumorbank sein. Das Krukenberg Krebszentrum Halle wird sich in die Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität optimal integrieren. Vorgesehen ist eine enge Vernetzung mit der funktionellen Genomik und dem onkologischen Forschungsschwerpunkt der Fakultät. Im Bereich der klinischen Forschung etabliert sich eine enge Zusammenarbeit mit der akuten Altersmedizin, den Gesundheits- und Pflegewissenschaften, der Rehabilitation sowie dem sich neuen Profilbereich Onkologie im Alter. Das Krukenberg Krebszentrum Halle wird bereits existierende interne und externe Kooperationen intensivieren und eine Reihe neuer Partner eng einbinden. Hausintern ist eine Verstärkung der Kooperation mit allen onkologisch ausgerichteten Kliniken und Instituten vorgesehen, die externe Kooperation mit Allgemeinärzten, den niedergelassenen Fachärzten sowie mit den Lehrkrankenhäusern, mit onkologisch ausgerichteten rehabilitativen Institutionen sowie den Selbsthilfegruppen wird weiter intensiviert .

Organigramm und Struktur Dem Vorstand des Krukenberg Krebszentrum gehören ex officio alle an der Behandlung beteiligten Kliniken und Institute einschließlich Rehabilitation, Pflegewissenschaft, Palliativmedizin und Psychoonkologie. Geleitet wird das Krebs-

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KKH: Organigramm Abb. 2

Vorstand Kliniken Institute Sämtliche an der Behandlung beteiligten ex officio einschließlich Palliativteam und Psychoonkologie

Geschäftsführender Vorstand Sprecher: Prof. Fornara Stv. Sprecher: Prof. Thomssen Sekretär: Prof. Seufferlein

Öffentlichkeitsarbeit

Krebsregister Tumorbank

Tumorboards organisiert durch ärztliche Referenten

Gynäkologisches Krebs­ zentrum

Brust­ zentrum

Lungen­ tumore

Gastrointestinale Tumore

Urologische Onkologie

Leukämien Lymphome

zentrum von einem geschäftsführenden Vorstand, dem die Professoren Paolo Fornara (Urologie) Christoph Thomssen (Gynäkologie) und Thomas Seufferlein (Innere Medizin/ Gastroenterologie) angehören. Den Kern des integrativen Tumorzentrums bilden die Tumorboards, die von ärztlichen Referenten mit ausgewiesener fachspezifischer onkologischer Expertise organisiert und geleitet werden (Abb. 2). Schulter an Schulter werden in den fachspezifischen Tumorboards Operateure mit onkologischer Spezialisierung, Strahlentherapeuten, Internistische Onkologen und Spezialisten aus den verschiedenen onkologischen Fachbereichen zusammenarbeiten, um den Patienteninnen und Patienten lange Wege und lange Wartezeiten zu ersparen. In regelmäßig stattfindenden Konferenzen werden alle Krankheitsfälle eingehend besprochen um für die Betroffenen die optimale Versorgung nach dem neuesten Stand der Wissenschaft zu gewährleisten. Bereits im Vorfeld der Etablierung des Krukenberg Krebszentrums Halle wurden von den einzelnen Fachgebietsspezialisten eine gemeinsame präventive, diagnostische, therapeutische, psychoonkologische, pflegerische und rehabilitationsmedizinische Vorgehensweise vereinbart, deren Einhaltung regelmäßig überprüft wird, um die Qualität der Patientenversorgung auf höchstem Niveau zu halten. Die Organonkologen mit hoher fachspezifischer Expertise sowie die bereits existierenden Organkrebszentren werden unter dem Dach des Krukenberg Krebszentrums zusammengefasst, um eine intensive Zusammenarbeit zwischen den verschiedensten Tumordisziplinen noch besser zu gewährleisten.

Kopf-HalsTumore

Dermato­ onkologie

Neuro­ onkologie

MKG

Kinder­ tumor­ zentrum

Demographieorientierte Onkologie Seit 1990 ist eine Zunahme der Tumorerkrankungen zu verzeichnen, bei genauerer Betrachtung fällt allerdings auf, dass nur Tumorerkrankungen bestimmter Altersgruppen zugenommen haben. Geschlechtsspezifisch haben nur noch Tumorerkrankungen der 55 – 80-jährigen Männer und die der 45 – 50-jährigen Frauen zugenommen. Vor dem Hintergrund dieser altersspezifischen Verteilung onkologischer Erkrankungen liegt es nahe sich in einem Land wie Sachsen-Anhalt, was eine spezielle Altersstruktur der Bevölkerung aufweist, sich schwerpunktmäßig der Fragestellung einer alters- und risikoadaptierten onkologischen Versorgung und Forschung zu widmen. Das Krukenberg Krebszentrum Halle wird sich im Rahmen einer demographieorientierten Landesmedizin gezielt mit den Besonderheiten onkologischer Erkrankungen im Alter befassen.

Ausblick Krebstherapie basiert zum einem auf lokal wirksame Methoden wie Chirurgie oder Strahlentherapie, zum anderen aber auch auf medikamentösen und supportiven Therapien, die überwiegend bei fortgeschrittenen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Es hat sich herausgestellt, dass bei vielen Tumoren eine optimale Kombination dieser Verfahren die Heilungschancen deutlich verbessern kann. Daher ist eine enge Kooperation der verschiedenen Disziplinen für die Betreuung von Tumorpatienten nicht nur wünschenswert sondern essentiell. Prof. Dott./Dr. Paolo Fornara Sprecher des Krukenberg Krebszentrum Halle Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Ernst-Grube-Str. 40 | 06120 Halle

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NACHWUCHS SUCHT WISSENSSPENDER Vielen Studierenden fehlen aktuelle medizinische Fachbücher – und Sie können helfen! Bei allen Unterschieden haben Deutschlands Hochschulbibliotheken eines gemeinsam: Sie haben zu wenig Geld. Und das, obwohl eine gute Ausstattung an Fachliteratur die Grundlage für ein erfolgreiches Studium ist. Ohne exzellente Lehre gibt es keine Spitzenmedizin Ärztliches Handeln verlangt zuverlässiges und aktuelles Wissen. Deshalb ist es wichtig, dass die hohe Qualität der Ausbildung erhalten bleibt und weiter verbessert werden kann. Schon seit Jahren kann die Ausstattung der medizinischen Fachbibliotheken mit der überdurchschnittlichen Preisentwicklung wissenschaftlicher Publikationen nicht mehr Schritt halten. Vor allem die für Forschung und Lehre dringend erforderliche Neuanschaffung von Lehrbüchern und Zeitschriften, aber auch die immer wichtiger werdende Bereitstellung von digitalen Diensten kommt zu kurz. Damit die neuen Lerninhalte in das medizinische Studium integriert werden können, brauchen wir gut ausgestattete Hochschulbibliotheken. Neben der staatlichen Grundfinanzierung der Bibliotheken ist daher ergänzende private Förderung ebenso wünschenswert wie notwendig. Exzellenter wissenschaftlicher Nachwuchs ist eine Grundvoraussetzung für den medizinischen Fortschritt von morgen. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer

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Aus der Fallsammlung der Norddeutschen Schlichtungsstelle

Nicht diagnostizierte Jochbeinfraktur nach Sturz als Folge einer vasovagalen Synkope während stationärer Behandlung

Jochbeinfrakturen zählen zu den am häufigsten übersehenen Frakturen. Eine deutliche Schwellung der Wange und Funktionsstörungen, wie Diplopie, Mundöffnungsbehinderung und Sensibilitätsstörungen im Ausbreitungsgebiet des N. infraorbitalis, nach einem Unfallereignis deuten auf eine Jochbeinfraktur hin und bedürfen zwingend einer röntgenologischen Abklärung.

Kasuistik Eine 48-jährige Patientin befand sich wegen einer chronischen obstruktiven Lungenerkrankung zu Rehabilitationsmaßnahmen in einer Reha-Klinik. Dort stürzte sie nach einer Ergometertrainingseinheit als Folge einer vasovagalen Synkope gegen eine Tür. Bei der ersten klinischen Untersuchung wurde eine Prellung der rechten Gesichtshälfte mit oberflächlichen Schürfwunden an der rechten Schläfe diagnostiziert und nachfolgend eine Gehirnerschütterung sowie ein Myokardinfarkt mittels EKG und laborchemischen Untersuchungen ausgeschlossen. Nach dem Unfallereignis entwickelte sich rasch eine deutliche Schwellung im Bereich der rechten Gesichtshälfte, die durch Kühlung angegangen wurde. Nach Abschwellung des Gesichtes zeigte sich zehn Tage nach dem Unfallereignis eine Stufenbildung im Bereich des rechten Infraorbitalrandes und die jetzt angeordneten Röntgenaufnahmen ergaben eine laterale Mittelgesichtsfraktur rechts. Vonseiten der Rehabilitationsklinik wurde die Patientin darauf hin entlassen und ein Vorstellungstermin bei einem Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen vereinbart, der klinisch und röntgenologisch eine Jochbeinfraktur rechts unter Beteiligung des Orbitabodens und der Vorderwand des Oberkiefers mit Anästhesie im Ausbreitungsgebiet des N. infraorbitalis rechts diagnostizierte. Außerdem fand er einen Hämatosinus rechts. Zur Versorgung der Fraktur wurde die Patientin stationär aufgenommen und es erfolgte in Intubationsnarkose die Reposition des rechten Jochbeins, eine Revision des Orbitabodens und der fazialen Kieferhöhlenwand mit Miniplattenosteosynthese sowie eine Neurolyse des N. infraorbitalis rechts. Der Orbitaboden und die faziale Kieferhöhlenwand wurden mit Ethisorbmembranen wiederhergestellt. Wegen fortbestehender Sensibilitätsstörungen im Ausbreitungsgebiet des N. infraorbitalis rechts suchte die Patientin

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einen Facharzt für Neurologie und Psychiatrie auf, der die Sensibilitätsstörungen im Bereich des zweiten Trigeminus­ astes als Folge der Fraktur verifizierte und zentralneurologische Ursachen ausschloss. Bei der Ableitung von somatosensibel evozierten Potenzialen am N. trigeminus fanden sich linksseitig normale Werte, rechtsseitig jedoch konnten keine Potenziale abgeleitet werden. Die Eingliederung der Patientin in den Arbeitsprozess gelang nur schrittweise, da sie seit dem Unfall unter Albträumen und unter einer depressiven Stimmungslage litt. Die Patientin vermutete in der Behandlung der Reha-Klinik einen Behandlungsfehler und beanstandete, dass sie fehlerhaft nach der Erstuntersuchung trotz einer erheblichen Schwellung im Bereich der rechten Gesichtshälfte nicht geröntgt worden sei. Die behandelnde Ärztin hätte nach dem Sturz eine Gehirnerschütterung, eine Platzwunde am Kopf und eine geschwollene rechten Gesichtshälfte diagnostiziert und keine Veranlassung gesehen, trotz des schwerwiegenden Sturzes eine Röntgenuntersuchung zu veranlassen. Diese sei erst zehn Tage später aufgrund der persistierenden Beschwerden veranlasst worden. Durch die verspätete Erkennung der Jochbeinfraktur sei es auch zu einer zu späten operativen Intervention und Entlastung des Nerven gekommen. Sie postulierte, dass es bei einer unverzüglichen operativen Versorgung nicht zu den Sensibilitätsstörungen gekommen wäre, die bis heute anhalten würden und wahrscheinlich irreparabel seien. Die behandelnden Ärzte argumentierten, dass bei der Patientin nach dem Unfallereignis keine Hinweise für eine Schädelfraktur bestanden hätten. Sie sei über 60 Minuten engmaschig im Intensivzimmer der Klinik überwacht worden und elektrokardiographisch und laborchemisch hätte ein akutes Myokardinfarktgeschehen ausgeschlossen werden können. Im weiteren Verlauf hätte sich eine Schwellung der rechten Gesichtshälfte entwickelt, die mit Cool Packs behandelt worden seien. Erst nach zehn Tagen hätte sich nach Abschwellung der rechten Gesichtshälfte eine Konturunterbrechung am rechten Orbitaboden gezeigt. Die daraufhin sofort durchgeführte Röntgendiagnostik hätte den Verdacht auf eine Aussprengung aus dem rechtsseitigen Orbitaboden ergeben, und die Klinik hätte sofort die notwendigen weiteren therapeutischen Maßnahmen veranlasst.

Gutachten Der von der Schlichtungsstelle beauftragte Gutachter kommt zu der Feststellung, dass bei der beanstandeten Behandlung durch die Reha-Klinik gegen seinerzeit geltende Standards verstoßen, also fehlerhaft gehandelt worden sei. Nach dem Sturz hätte eine Röntgenuntersuchung des Gesichtsschädels durchgeführt werden müssen, da die Art der Gewalteinwirkung und das Leitsymptom der Hypästhesie des N. infraorbitalis rechts zumindest einen Anfangsverdacht auf eine laterale Mittelgesichtsfraktur nahe gelegt hätten, der dann durch entsprechende Bildgebung hätte bestätigt oder ausgeschlossen werden müssen. Für diese Röntgenuntersuchung hätte jedoch nach dem Sturz keine unmittelbare Indikation bestanden. Angesichts der Situation einer plötzlichen Bewusstlosigkeit der Patientin wären vollkommen zu Recht zunächst die Überprüfung der Vitalparameter und der Ausschluss lebensbedrohlicher zerebraler oder kardialer Ereignisse in den Vordergrund zu rücken gewesen. Die Sensibilitätsstörungen im Ausbreitungsgebiet des N. infraorbitalis rechts hätten jedoch durch eine frühere Diagnose und Operation der Jochbein-/Orbitabodenfraktur nicht verhindert werden können. Sie seien nicht ursächlich auf die zehn Tage verzögerte Röntgendiagnostik zurückzuführen. Die Schädigung des Nerven wäre eindeutig durch die Quetschung als Folge der direkten Gewalteinwirkung beim Bruch des Jochbeins und Orbitabodens eingetreten. Das Intervall zwischen Trauma und Operation spiele keine wesentliche Rolle hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit der Erholung der Innervation des N. infraorbitalis. Vielmehr würden der Schweregrad der Schädigung, also der Grad der Dislokation und insbesondere die Einbeziehung des Canalis infraorbitalis als wesentliche Faktoren für die Prognose der Nerverholung angegeben. Deshalb würde die Reposition der Jochbein-/Orbitabodenfraktur nur in Ausnahmefällen als dringend angesehen, und im Gegenteil würde sogar Zeit für die Abschwellung der Weichteile eingeräumt, um den operativen Zugang und die Palpation der knöchernen Strukturen zu erleichtern. Die Sensibilitätsstörungen wie auch die Zeitdauer ihres Auftretens wären auch bei richtigem ärztlichen Handeln ohnehin eingetreten. Auch Schmerzen und Schwellungen wären im gleichen Rahmen zu beobachten gewesen. Fehlerbedingt seien keine zusätzlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen eingetreten.

Entscheidung der Schlichtungsstelle Die Schlichtungsstelle folgte dem schlüssigen Gutachten und vertrat ebenfalls die Ansicht, dass von den Ärzten der Reha-Klinik zweifelsfrei bei der Erstuntersuchung die Jochbeinfraktur übersehen und nicht die erforderlichen bildgebenden Verfahren zur Diagnosestellung veranlasst wurden. Obwohl keine massiven Funktionsbeeinträchtigungen, wie eine Diplopie oder eine Mundöffnungsbehinderung, bestanden, haben die massive Schwellung der gesamten rechten Gesichtshälfte und die Sensibiliätsstörungen im Ausbreitungsgebiet des N. infraorbitalis eindeutig auf eine

Jochbeinfraktur hingewiesen. Entsprechend hätte die Patientin einer weitergehenden Röntgendiagnostik oder einer fachärztlichen Untersuchung zugeführt werden müssen. Entsprechende Untersuchungen wurden seinerzeit nicht veranlasst, so dass ein Befunderhebungsmangel vorliegt, wobei nach Lage der Akten davon auszugehen war, dass bei Veranlassung einer Nasen-Nebenhöhlen-Aufnahme die Jochbeinfraktur erkannt worden wäre. Nach sachgerechter Frakturversorgung kam es zu einer Ausheilung der Fraktur in regelrechter Stellung, es verblieb jedoch die Sensibilitätsstörung im Ausbreitungsgebiet des N. infraorbitalis. Dies ist Folge der direkten Verletzung des Nerven und nicht auf die verzögerte Diagnostik und Behandlung zurückzuführen. Auch bei einer unmittelbaren Diagnose und frühzeitigen Revision mit Neurolyse des N. infraorbitalis im Nervenkanal wäre der Funktionsausfall nicht zu vermeiden gewesen. Letztlich ist die Jochbeinfraktur standardgemäß behandelt worden mit einem Behandlungsverlauf, der auch bei rechtzeitiger Diagnose der Jochbeinfraktur nicht anders abgelaufen wäre. Der Befunderhebungsmangel zeitigte in diesem Fall ausnahmsweise keine beweisrechtlichen Konsequenzen zugunsten der Patientin, da der Funktionsausfall des N. infraorbitalis zweifelsfrei direkt mit dem Unfall kausal verknüpft war. Entsprechend hielt die Schlichtungsstelle Schadensersatzansprüche nicht für begründet. Professor Dr. med. Dr. med. dent. Jarg-Erich Hausamen Ärztliches Mitglied der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern Hans-Böckler-Allee 3, 30173 Hannover

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 21 (2010) 12

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M it t e ilung e n d e r KV

Bedarfsplanung in der vertragsärztlichen Versorgung (200. Fortschreibung)

1. Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in SachsenAnhalt hat am 14.02.2012 gemäß § 103 Abs. 1 SGB V in folgenden Planungsbereichen (identisch mit den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten per 30.06.2007) und bei folgenden Fachgruppen eine Überversorgung festgestellt und deshalb bzw. aufgrund seiner Beschlüsse vom 06.10.2005 und 15.11.2011 in den folgenden Planungsbereichen für die benannten Fachgruppen Zulassungsbeschränkungen angeordnet: Planungsbereich Altmarkkreis Salzwedel Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Anhalt-Zerbst Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Aschersleben-Staßfurt Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Bernburg Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Psychotherapeuten, Radiologen Planungsbereich Bördekreis Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Radiologen, Urologen Planungsbereich Burgenlandkreis Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Dessau, Stadt / Bitterfeld Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Halberstadt Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen Planungsbereich Halle (Saale) Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Jerichower Land Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Köthen Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen 58

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Planungsbereich Magdeburg Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Mansfelder Land Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Merseburg-Querfurt Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Ohrekreis Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Quedlinburg Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Saalkreis Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Hautärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Sangerhausen Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Schönebeck Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Stendal Fachgruppen: Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Weißenfels Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Wernigerode Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Wittenberg Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen

2. Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in SachsenAnhalt hat am 14.02.2012 gemäß § 103 Abs. 3 SGB V in folgenden Planungsbereichen und bei folgenden Fachgruppen keine Überversorgung mehr festgestellt und deshalb die folgenden Planungsbereiche für die betreffenden Fachgruppen entsperrt: Planungsbereich: Bördekreis Fachgruppe: Psychotherapeuten Die Entsperrung erfolgt gemäß § 23 der Bedarfsplanungs-Richtlinie-Ärzte mit der Auflage an die Zulassungsgremien, dass im Planungsbereich Bördekreis in der Fachgruppe Psychotherapeuten nur eine Zulassung erfolgen darf. Über die Beendigung bestehender Zulassungs- und Leistungsbeschränkungen von Job-Sharing-Gemeinschaftspartnern und die Beendigung bestehender Leistungsbegrenzungen bei im Job-SharingVerfahren angestellten Ärzten ist unter Berücksichtigung der sich aus § 23 Absätze 2, 2a und 4 Bedarfsplanungsrichtlinie-Ärzte ergebenden Reihenfolge - beginnend mit der ältesten hierzu ergangenen Entscheidung - von Amts wegen bis zur Ausschöpfung der nach Satz 1 möglichen Anzahl von Zulassungen vorrangig vor Anträgen auf (Neu)Zulassung zu entscheiden. Mangels bestehender Jobsharingverhältnisse kann im Planungsbereich Bördekreis in der Fachgruppe Psychotherapeuten eine neue Zulassung erfolgen. Unter mehreren Bewerbern haben die Zulassungsgremien nach pflichtgemäßem Ermessen unter Berücksichtigung der beruflichen Eignung, der Dauer der bisherigen psychotherapeutischen Tätigkeit, dem Approbationsalter und der Dauer der Eintragung in die Warteliste gem. § 103 Abs. 5 Satz 1 SGB V zu entscheiden. Bei der Auswahl unter mehreren geeigneten Bewerbern soll die räumliche Wahl des Vertragsarztsitzes und ihre Beurteilung in Hinblick auf die bestmögliche Versorgung der Versicherten berücksichtigt werden. Über Zulassungsanträge (vollständig, mit den erforderlichen Unterlagen nach § 18 Ärzte-ZV) entscheidet das Zulassungsgremium erstmalig nach Ablauf der Bewerbungsfrist vom 05.03.2012 bis zum 25.04.2012. Zulassungsanträge und die erforderlichen Unterlagen nach § 18 Ärzte-ZV sind bei der Geschäftsstelle des Zulassungsausschusses Sachsen-Anhalt, Doctor-Eisenbart-Ring 2, 39120 Magdeburg einzureichen. Bedarfsplanung Psychotherapeuten Auf Grund der von den übrigen Fachgruppen abweichenden Berücksichtigung der Psychotherapeuten in der Bedarfsplanung hat der Landesausschuss trotz Anordnung von Zulassungsbeschränkungen für die Fachgruppe der Psychotherapeuten am 14.02.2012 folgende Zulassungsmöglichkeiten festgestellt: Planungsbereich

Anzahl ärztliche Psychotherapeuten

Anzahl nur Kinder und Jugendliche betreuende Psychotherapeuten

Altmarkkreis Salzwedel

2

Anhalt-Zerbst

1

Aschersleben-Staßfurt

2

1

Bernburg

2

1

Burgenlandkreis

2

Dessau-Bitterfeld

5

Halberstadt

2

Halle (Saale)

2 6

Jerichower Land

2

1

Köthen

2

1

Magdeburg

4

5

Mansfelder Land

2

1

Merseburg-Quefurt

4

1

Planungsbereich

Anzahl ärztliche Psychotherapeuten

Anzahl nur Kinder und Jugendliche betreuende Psychotherapeuten

Ohrekreis

1

Quedlinburg

1

Saalkreis

2

Sangerhausen

1

Schönebeck

3

1

Stendal

2

1

Weißenfels

3

1

Wernigerode

1

1

Wittenberg

2

4. Aktualisierung der ehemaligen Aufhebungsbeschlüsse Planungsbereich Halberstadt Fachgruppe: Hausärzte Der Aufhebungsbeschluss der 114. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr siebzehn Zulassungen erfolgen können. Planungsbereich Halle (Saale) Fachgruppe: Hausärzte Der Aufhebungsbeschluss der 189. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr sechs Zulassungen erfolgen können. Planungsbereich Magdeburg Fachgruppe: Hausärzte Der Aufhebungsbeschluss der 185. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr elf Zulassungen erfolgen können. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen Sachsen-Anhalt im Hause der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Postfach 1664, 39006 Magdeburg, Telefon (0391) 6276461, Fax: (0391) 6278459.

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Magdeburger Mikrobiologen berichten aus Kamerun

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Die 18. Konferenz der Kamerunischen Gesellschaft für Biowissenschaften (CBS, Cameroonian Biosciences Society) mit dem Titel „BIOSCIENCES et OBJECTIFS du MILLENAIRE pour le DEVELOPPEMENT - BIOSCIENCES and MILLENIUM DEVELOPMENT GOALS“ fand vom 1.-3. Dezember 2011 an der Universität in Douala statt. Mit dieser Konferenz sollte der Wissenschaftsstandort Kamerun nachhaltig gestärkt, seine nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessert und die Profile im Universitäts- und Wissenschaftsbereich sichtbarer gemacht werden. Die Thematik war bewusst breit gefächert, so dass Wissenschaftler aus den Fachrichtungen der Human-, Veterinärmedizin, Pharmazie, Biotechnologie, Umwelt etc ihre Beiträge vorstellen konnten. Die Magdeburger Wissenschaftler Prof. Dr. med. W. König (ehemaliger Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie) und Herr Priv.-Doz. Dr. med. Dipl.-Biochem. B. Ghebremedhin (Institut für Medizinische Mikrobiologie) waren zu dieser Netzwerkkonferenz eingeladen. Der Einladung vorausgegangen war der seit einigen Jahren gepflegte intensive Kontakt mit den Universitäten in Yaounde, Douala (Prof. Dr. Leopold Lehman) und dem in Kamerun ansässigen DAAD. Die Mehrzahl der Beiträge kam aus Afrika, aber darüber hinaus wurden Ergebnisse aus Kooperationen mit anderen europäischen Gruppen vorgestellt Prof. Dr. med. W. König hielt den Plenarvortrag mit dem

Thema „Infection, Inflammation, and Immunity – Past, Present and Future“. Meilensteine der Entzündungsforschung, Infektiologie sowie der Prävention wurden dargestellt und ein Überblick über die zu lösenden Probleme einer effektiven Vakzination gegen HIV, Malaria und Tuberkulose diskutiert. PD Dr. B. Ghebremedhin sprach mit seinen Vorträgen drängende wissenschaftliche Themen Afrikas aber auch weltweit an. Z.B. „Emergence of community-associated Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (CA-MRSA) in Africa” und “Extented Spectrum of Betalactamases (ESBL) Escherichia coli clones in Africa“ sowie „Malaria and chloroquine resistance after its withdrawal“ CA-MRSA als einen außerhalb der Klinik vorkommenden resistenten Keim ist mittlerweise auch in vielen afrikanischen Staaten anzutreffen. Im Vortrag wies PD B. Ghebremedhin auf die Heterogenität von S. aureus und auf die unterschiedlichen Resistenzprobleme hin. Diese Untersuchungen sind für zukünftige Behandlungsstrategien von immenser Bedeutung, da es in Afrika, wenn überhaupt, nur limitierte Therapieoptionen gibt. Weltweit finden sich steigende ESBLInzidenzen auf Intensiv- und Normalstationen. Auch im ambulanten Bereich ist ESBL mittlerweile ein globales Problem, besonders in Europa u.a., aber auch in SubsaharaAfrika. Ein weiterer Vortrag beschäftigte sich mit der Chloroquin-Resistenz bei Malaria: für die afrikanischen Staaten

Bild 2: Magdeburger Wissenschaftler mit dem Moslemführer von Douala

...wartende Kinder während der Verteilung der Bettnetze,

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ein drängendes Problem, da nur über interdisziplinäre Strategien diese Erkrankung angemessen eingedämmt werden kann. Herr PD Ghebremedhin zeigte neue diagnostische Methoden zum Nachweis der Chloroquin-Resistenz auf sowie Möglichkeiten zur Reduzierung der Resistenzproblematik. Diese Interaktion mit den afrikanischen Universitäten wurde durch die DAAD-Förderung ermöglicht. Im Folgenden einige aktuelle Beiträge : 1. Eine südafrikanische Arbeitsgruppe berichtete über erste Daten zur Anwendung der Nanotechnologie für diagnostische und therapeutische Strategien bei Infektionserkrankungen wie HIV, TB und Malaria. Ihre Daten führten uns die Brisanz der Forschung vor Augen: Subsahara-Afrika hat eine Prävalenz für HIV um 5% (weltweit 0,8%), für TB um 30% (in Asien 55%) usw. In Südafrika sind 55% der TB-Patienten HIV-positiv, hier insbesondere mit vielfachen oder vollständig resistenten TB-Stämmen. Schätzungsweise 3,6% aller neuen Tuberkulosefälle sind MDR-TB (multiple drugresistant M. tuberculosis). 12 der 15 Länder mit der höchsten TB-Inzidenz liegen in Subsahara-Afrika, das Schlusslicht bilden Südafrika und Swasiland mit einer Inzidenz von knapp 1100 pro 100000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland erkranken jedes Jahr 6 von 100000 Einwohnern neu an TB. Bei einer HIV-Infektion steigt das Risiko für eine TB um etwa das 60-fache. Daher ist es kaum erstaunlich, dass in Ländern wie Südafrika oder Botswana drei Viertel der TB-Kranken zugleich auch AIDS haben. Hinsichtlich der Malaria stimmt die eindrucksvolle und niederschmetternde Feststellung, dass alle 30 Sekunden ein Kind bis zu 1 Jahr an der cerebralen Malaria verstirbt. Nanopartikel, die eine Größe von nur ca. 1/1000 des Durchmessers eines menschlichen Haares aufweisen, haben ganz neue Materialeigenschaften. Sie können Trägersysteme für Arzneimittel sein, die dann gezielt an den Krankheitsherd z.B. Antituberkulotika oder andere Arzneimittel herantragen.

... wartende Schlange junger Frauen

Bild 1: Heilpflanzen und -bäume aus Kamerun (A: Neem-Baum, B: Polyalthia suaveolens und C: Tamarindus indica)

2. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt auch für europäische Länder ist die Suche nach neuen Pharmaka und hierbei insbesondere die Forschung auf dem großen Gebiet der Phytopharmakologie. Es wurden Untersuchungen zur Behandlung von Diabetes, Hypertonie Infertilität, bakteriellen, viralen und parasitären Infektionserkrankungen vorgestellt. Es ist bekannt, dass Annona senegalensis Pers., Balanites aegyptiaca (L.) Del., Holarrhena floribunda G. Don, Mitragyna inermis (Willd.) Kuntze, Securidaca longepedunculata Fresen. und Tamarindus indica L. traditionell in der Diabetes-Therapie oder Extrakte von Polyalthia suaveolens gegen Plasmodien durch Heilkundige verwendet werden (Bild 1). Ein blutzuckersenkender Effekt von Camellia sinensis konnte in früheren Studien tierexperimentell festgestellt werden. Kamerun bietet für diese Forschungsausrichtung aufgrund unterschiedlicher Klimazonen und eines tropischen Waldbestandes von 70 Prozent (Nigeria nur noch 3 Prozent) ideale Voraussetzungen. Der Westen wird von Bergwäldern und Grasland dominiert, tropischen Regenwald gibt es im Süden des Landes, dieser geht in Richtung Norden in die

...und stolze Präsentation des Bettnetzes.

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Die Kassenärztliche Vereinigung schreibt folgende Vertragsarztsitze aus: Fachgebiet: Praxisform: Praxisort:

HNO-Heilkunde Einzelpraxis Haldensleben

Fachgebiet: Frauenheilkunde und Geburtshilfe Praxisform: Einzelpraxis Planungsbereich: Anhalt-Zerbst Fachgebiet: Praxisform: Praxisort:

Anästhesiologie Einzelpraxis Halle

Fachgebiet:

Psychologische Psychotherapie (halber Versorgungsauftrag) Praxisform: Einzelpraxis Planungsbereich: Magdeburg Fachgebiet: Praxisform: Praxisort:

Orthopädie Einzelpraxis Köthen

Fachgebiet: Praxisform: Praxisort:

Psychologische Psychotherapie Einzelpraxis Schönebeck

Fachgebiet: Praxisform: Praxisort:

Haut- und Geschlechtskrankheiten Einzelpraxis Magdeburg

Fachgebiet: Praxisform: Praxisort:

Psychologische Psychotherapie Einzelpraxis Wernigerode

Fachgebiet: Praxisform: Praxisort:

HNO-Heilkunde Einzelpraxis Benndorf

Bewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt, Abt. Zulassungswesen Postfach 1664, 39006 Magdeburg Die Ausschreibung endet am 25. dieses Monats. Wir weisen darauf hin, dass sich die in der Warteliste eingetragenen Ärzte ebenfalls um den Vertragsarztsitz bewerben müssen.

Feuchtsavanne und schließlich in die Strauch- und Dornsavanne sowie Steppengebiete über. Im Küstenwald kommt der eingeführte Neem-Baum vor. Der Neem-Baum hat in seinem Heimatland Indien eine lange Tradition als Heilpflanze. Extrakte aus den Blättern und Samen haben eine blutreinigende Wirkung, sollen bei Infektionen vorbeugend wirken und Verbrennungen lindern. 3. Ein dritter und beeindruckender Schwerpunkt der Konferenz war sozialpolitischer Natur: die Einstellung afrikanischer Staaten (insbesondere Kamerun) zur Homosexualität. Dieses Thema wird in Afrika mit hoher Brisanz diskutiert, negiert oder, wenn vorkommend, gegenwärtig empfindlichst bestraft, z.B. in Uganda bis hin zur Todesstrafe für Männer und Frauen. Die Diskussionsrunde bestand aus Vertretern der Kirchen, Gesellschaft, Medizin, und dem kamerunischen Justizministerium. Es wurde sehr bald klar, dass es noch große Unterschiede zwischen der privaten Freiheit von rechtsfähigen und erwachsenen Individuen und der gängigen praktizierten Rechtssprechung gibt. Im Beisein einer Vertreterin des Justizministeriums wurde sehr offen darüber diskutiert, dass die Gesetzgebung den heutigen moral- und gesellschaftspolitischen Vorstellungen und Lebensformen angepasst werden müsste. Man wird sehen, ob diese liberalen Diskussionen auf Dauer zu einer Veränderung der Gesetzgebung führen werden! Zeitgleich mit dieser Tagung erhielt Kamerun ca. 8 Millionen imprägnierte Bettnetze zur Prävention von Malaria durch Internationale Organisationen, an deren Verteilung die Magdeburger Mikrobiologen teilnahmen. Flankiert wurde die Aktion durch christliche und muslimische Organisationen, die für eine möglichst gerechte Verteilung sorgen sollten. Mädchen und junge Frauen nahmen an den Verteilungsstellen für je 2-3 Personen eines Haushalts jeweils ein Bettnetz in Empfang. (Bild 2, S. 60-61). Diese Aktion passte vortrefflich in den Rahmen der Konferenz, die sich auch mit den drängenden interdisziplinären Ansätzen zur Prävention der Malaria beschäftigte. Ein Memorandum of Understanding zwischen den Universitäten Magdeburg und Douala wurde von Seiten Kameruns bereits unterzeichnet. Damit wäre Magdeburg ein Vorreiter und die etablierten Kontakte könnten von Studenten und Professoren fruchtbar genutzt werden. Darüber hinaus wäre ein verstärktes Engagement deutscher Universitäten in Afrika wünschenswert und dringend erforderlich, um im Rahmen der Globalisierung wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Themen voranzubringen. Priv.-Doz. Dr. med. habil. Dipl.-Biochem. Beniam Ghebremedhin Institut für Medizinische Mikrobiologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät

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S ervi ce | Für S i e gel esen

Thea Dorn, Richard Wagner

Die deutsche Seele Knaus Verlag München, 4. Aufl. 2011, ISBN 978-3-8135-0451-4, geb. m. Schutzumschl. Großoktavformat 560 S., reich sw. u. farbg. illustr., € 26,99

Die Nennung einer deutschen Seele im Buchtitel macht zuerst stutzig, dann aber auch neugierig. Versucht da etwa jemand, das in Verruf gekommene Vaterland in der Muttersprache zu rehabilitieren, schwarz auf weiß, dazu noch in goldenen Lettern auf rotem Karton? Begibt man sich damit nicht auf dünnes Eis, in die Nähe nationalpatriotischer Geschichtsdeutung, auf das Niveau des bewussten Vergessens und Verdrängens oder anderer Widersprüchlichkeiten? Die Autoren wissen darum und gehen dieses Risiko sehenden Auges ein, um zu retten, was den Deutschen gänzlich zu Verlust zu gehen droht, die Wurzeln nämlich. Sie tun das in klarer deutscher Sprache, nicht ganz emotionslos, ohne jede Rührseligkeit aber. „Jemand, der nicht weiß, wo er herkommt, kann auch nicht wissen, wo er hin will. Er verliert die Orientierung, die Selbstgewissheit, den Lebensmut“ heißt es vorweg. Und so begeben sich Thea Dorn und ihr Literaturfreund Richard Wagner auf die Suche nach der deutschen Seele oder deren Spuren im Vermächtnis der Kulturnation. Sie sind in Literatur, Philosophie, Publikation und Geschichte für diese Aufgabe ausreichend bewandert und in der einschlägigen Öffentlichkeit bekannt. Sie tun das sachlich, wenn nötig auch mit Sarkasmus. (Harmonium und Männerchor – so stell ich mir die Hölle vor. S. 287). So kramen sie aus den Beständen der deutschen Vergangenheit hervor,

was in Vergessenheit zu geraten scheint und ordnen es nach ihrer Weise unter Überschriften ein, die bei aller Knappheit der Formulierung wie Thesen aussehen. Vierundsechzig solcher Kapitel enthält das solide aufgemachte Buch in bemerkenswerter formaler und inhaltlicher Bandbreite. Die Schlagworte als Überschriften wecken Erwartungen. Sie reichen von Abendbrot und Arbeitswut über Hanse, Heimat und Jugendherberge bis Weihnachtsmarkt, Wurst und Zerrissenheit. Man kann jeden der treffend bebilderten und in sich abgeschlossenen Texte für sich lesen, ist nicht an die alphabetische Reihenfolge der Schlagwörter in der Kopfzeile gebunden. Verweise am Ende jedes Abschnitts auf andere Themen, die einen inneren Zusammenhang mit dem soeben Gelesenen haben, sind nicht bindend. Der Umfang der Kapitel reicht von zwei (Rabenmutter) bis siebenunddreißig Seiten (Musik), das zum Bierdurst besteht aus einem dreiseitigen Gedicht der Thea Dorn. Beide Autoren zeichnen für ihre jeweiligen Beiträge persönlich. In Stil, Sprache und Methode der Bewältigung des jeweiligen Gegenstands unterscheiden sie sich natürlich, was wohl auch mit der sehr unterschiedlichen Biographie und Prägung der beiden zusammen hängen mag. Man darf nicht erwarten, dass man im Verlauf der Lektüre eine Definition der deutschen Seele gereicht bekommt

oder dass man diese dann überall erkennt oder gar sich mit ihr identifizieren muss. Erich Honecker sei der größte deutsche Spießer gewesen. Winnetou dagegen war der edle Wilde, ein freier deutscher Mann in der Prärie. In den USA kenne man ihn aber nicht. Einige kreative und zutreffende Begriffe erfreuen den Leser besonders, z. B. den des Kleingarten-Partisanen in der sozialistischen grünen und roten Wirklichkeit. Wenn im Buchtitel das enzyklopädisch anmutende Angebot von A bis Z formuliert ist, sollte man das nicht zu ernst nehmen. Man findet sowieso zum deutschen Wesen in jedem Abschnitt ausreichend Bedenkenswertes, nicht immer nur zur deutschen Seele. Den Rübezahl jedoch sollte man besser im schlesisch-böhmischen Riesengebirge weiter seine zweifelhafte Geisternatur austoben lassen und nicht ins rheinische Siebengebirge umsiedeln, wo er seine Wurzeln nicht hat. Man darf das dicke Buch mit seiner beachtlichen Fülle und teils auch respektlosen Heiterkeit zur unterhaltsamen Lektüre empfehlen. Immerhin liegt die deutsche Seele, die hier selbst zu Worte kommt, nun schon in der 4. Auflage vor. F.T.A. Erle, Magdeburg

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DIE LEIDENSCHAFTEN EIN DRAMA IN FÜNF AKTEN

Eine Sonderausstellung des Deutschen Hygiene-Museums 25. Februar bis 30. Dezember 2012

Mit den vehementesten unter den menschlichen Gefühlen setzt sich die neue große Sonderausstellung des Deutschen Hygiene-Museums auseinander. Die Leidenschaften – das sind die unberechenbarsten unserer Emotionen, es sind die höchsten und zugleich banalsten, die gefährlichsten und vitalsten, auf jeden Fall aber sind es die spannendsten Gefühle unseres Daseins. Denn nicht nur unser Alltagsleben ist von den unterschiedlichsten Leidenschaften durchzogen, auch die Welt der Politik und der Kunst, des Sports oder der Wirtschaft wird von ihnen geprägt. Leidenschaften sind die Triebkräfte von Soap-Operas ebenso wie von großen Tragödien, sie beeinflussen die Weltgeschichte und können den kleinlichsten Nachbarschaftsstreit auslösen. Auch die Wissenschaften interessieren sich heute zunehmend für die Entstehung und Funktionen der menschlichen Gefühlswelten als Ergänzung und Korrektiv zu unseren rationalen kognitiven Fähigkeiten. Dabei sind die Leidenschaften schon immer als äußerst widersprüchliche Gefühlslagen wahrgenommen worden, die uns zu den erstaunlichsten Leistungen anstacheln und gleichzeitig zu den übelsten Niederträchtigkeiten verführen können. Genügend Gründe also für das Deutsche Hygiene-Museum, hier einmal etwas genauer hinzuschauen. Mit ihrer assoziations- und spannungsreichen Gegenüberstellung von ebenso kost-

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baren wie profanen Exponaten dramatisiert die neue Ausstellung die Kulturgeschichte der Leidenschaften von der Antike bis in unsere Gegenwart. Aus der Vielzahl der in der Kultur- und Geistesgeschichte beschriebenen Affekte hat die australische Kuratorin Catherine Nichols elf Leidenschaften in den Mittelpunkt dieses spannenden Ausstellungsprojekts gerückt: Es sind dies Liebe, Begierde, Freude, Staunen auf der Seite der „positiven“ Leidenschaften sowie Hass, Zorn, Angst, Scham, Trauer, Neid und Ekel auf Seiten der „negativen“. Wie kann man nun aber eine Ausstellung über die Leidenschaften insze-

nieren? Natürlich nur als große Oper, als Theater der menschlichen Sehnsüchte und Abgründe. Und genau so ist sie konzipiert – als ein Drama in fünf Akten! In Zusammenarbeit mit der französisch-iranischen Opernregisseurin Mariame Clément und der Berliner Bühnenbildnerin Julia Hansen ist eine epochen- und disziplinübergreifende Ausstellung entstanden, deren Machart ein absolutes Novum darstellt: Die Besucherinnen und Besucher werden in einem begehbaren und sich von Akt zu Akt verwandelnden Bühnenbild ein Drama erleben, in dem die Leidenschaften als Hauptfiguren auftreten. | Pi DHM

BEGIERDE Carsten Höller, Krokodil (Crocodile), 2002 courtesy: Sammlung Thomas und Cristina Bechtler, Schweiz, Foto: Agostino Osio Image courtesy: Esther Schipper, Berlin Unterschwellige Begierden in uns können die Gewalt und die urwüchsige Kraft eines Ungetüms haben und genauso unberechenbar und furchteinflößend sein wie dieses Krokodil.

TRAUER Teddybär, 1921 Spielzeugmuseum Nürnberg Ein einsamer Teddy kann uns zutiefst rühren. Teddys sind dazu verurteilt, nur zeitlich begrenzte Zuneigung zu erfahren. Zu irgendeinem Zeitpunkt werden sie uninteressant, manch einer schämt sich sogar für seine kindliche Liebe zu seinem Teddy und lässt ihn zurück. Wenn der Teddy Glück hat, findet sich ein neues Kind, dessen Liebe ihm zuteil wird, doch unweigerlich wird wohl auch diese Beziehung ihr trauriges Ende finden.

Spät entdeckte Leidenschaft Prof. Dr. Dr. Sigurd Schulz hat sich seit sechs Jahren der Malerei verschrieben

Seinen letzten Lebensabschnitt finde er wunderschön, er erinnere ihn an die Studienzeit, und was er da versäumt habe, weil er vielleicht zu viel Zeit in Kneipen verbrachte, das hole er jetzt alles nach. Der das von sich sagt, 74 Jahre alt mittlerweile und schon nicht mehr ganz gesund, genießt den Kontakt und den Austausch mit kreativen Freunden, genießt es, zu reisen, Zeit zu haben und sich mit Kunst zu beschäftigen. Und er genießt es, selbst Bilder zu malen. Prof. Dr. Dr. Sigurd Schulz hatte zwar schon in seiner Kindheit und Jugend vielfältige künstlerische und litararische Anregungen erhalten, aber dazu, das Aufgenommene in eigene Arbeiten umzusetzen, kam es damals nicht. Als Sohn eines Zahnarztes in Mühlhausen geboren, studierte er ab 1954 in Halle Zahnmedizin und anschließend Medizin und verbrachte sein Berufsleben, in den Anfangsjahren nicht zuletzt gefördert von Erwin Reichenbach, mit wissenschaftlicher Arbeit, Patientenversorgung und Lehre in der MKGChirurgie der Universitätszahnklinik. Ihn interessierten das Kiefergelenk, pyogene Infektionen, Prostaglandine, die Kieferhöhle, Blutgerinnungsstörungen, die chirurgische Zahnerhaltung und medizinhistorische Fragestellungen. Er wurde Oberarzt, Abteilungsleiter, erhielt 1994 eine außerplanmäßige Professur, arbeitete in wissenschaftlichen Zeitschriftenkollegien mit, und nicht zuletzt war er von 1988 bis 2000 Vorsitzender der Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Martin-Luther-Universität. Auch als er 2002 in den Ruhestand ging, dachte er an eigene künstlerische Arbeit noch keinesfalls. Drei Jahre später aber machte es plötzlich „klick“: Ein Kunstdruck an der Wand kam ihm etwas ausgeblichen vor, und er beschloss, ihn ein bisschen zu übermalen. Er ging ans Werk und merkte dabei, wie sich die Ölfarben beim Mischen addieren, potenzieren, überlagern und verändern können, wie sie förmlich aufleuchten oder stumpf werden und wie das Spiel mit ihnen immer neue Überraschungen zutage fördert. Dass aus dem urspünglichen Plan mit dem aufgefrischten Kunstdruck nichts wurde, war fast unumgänglich: Fortan versuchte Prof. Schulz sich an eigenen Bildern: Blumenmotiven, die fast im Farbrausch ertrinken, Erinnerungen an Urlaubsreisen in verschiedenen Formaten, Motiven aus der näheren Umgebung. Die Anfänge seien sehr zeichnerisch und eng gewesen, erinnert er sich; später habe er es langweilig gefunden, nur Realität abzumalen, die mit dem Foto-

Prof. Dr. Dr. Sigurd Schulz vor seinen Bildern. Foto: Fiedler

apparat sicher viel eindrucksvoller darstellbar sei. Da habe er begonnen, Motive mehr auf ihre geometrischen Grundformen zu reduzieren, habe gelernt, Flächen ins Gleichgewicht zu bringen, Kontraste mit Farben, mit Helligkeit oder Dunkel, mit statischen und dynamischen Elementen zu setzten. Stationen auf der Suche nach Ausdrucksmöglichkeiten. Um fundierter an die Sache heranzugehen, hatte er sich Bücher über Farbenlehre und Bildgestaltung besorgt und schulte den Blick an Malern wie Jawlenski, Turner, Nolde, van Gogh, die er besonders mag, aber auch an Künstlern aus dem Bekannten- und Freundeskreis. Auf der Suche nach einem „Lehrer“ wurde er nach mehreren vergeblichen Versuchen schließlich in der Malschule von Gabi Böttcher in Halle fündig. Dass seine Bilder dort mit mehr Strenge begutachtet würden, hatte er erwartet; aber künstlerischer Ausdruck lässt sich eben nur ansatzweise erlernen – er muss sich vor allem entwickeln. Inzwischen ist Prof. Sigurd Schulz bereits an zwei Ausstellungen der Malschule beteiligt gewesen, und die Organisatoren der großen bundesweiten Schau „Malende Mediziner“ haben ihn eingeladen, in der nächsten Ausstellung im Frühsommer in Schwedt Arbeiten zu zeigen. Von Januar bis Ende März 2012 stellt er 19 Bilder in der Flurgalerie des Erwin-Reichenbach-Instituts der Zahnärztekammer aus. Dort sind Arbeiten von ganz unterschiedlicher Handschrift zu sehen, die beispielhaft für das Talent und den Werdegang des späten Malers sind: vom klassischen, diszipliniert und farblich wohltemperiert gemalten Stillleben „Obst“, einem der allerersten Bilder, über sehr expressive Arbeiten wie „Feuriger Strauß“, „Zwei Hähne“ und „Strauß vor Schwarz“ (alle drei übrigens inspiriert von KünstlerFreunden) bis hin zu „Am Haff“ und „Kurenkahn vor Wanderdüne“, die 2011 entstanden und auf einen neuen Schritt der künstlerischen Entwicklung hinweisen. Ob es richtig sei, sich mit den Bildern öffentlich zu präsentieren, fragte ihn zweifelnd seine Frau. Prof. Schulz hat keine Antwort darauf, aber weiß: Seit er das erste Mal Anerkennung für seine Bilder bekam, fühlt er sich angespornt und aufgefordert, weiterzumalen und es immer besser zu machen. Beachtung ist Lebenselixier. Und Jungbrunnen. Sabine Fiedler Aus: Zahnärztliche Nachrichten Sachsen-Anhalt 1/2012

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K ult ur

Ballett „Eine getanzte Liebeserklärung an die Stadt Magdeburg“... ...titelte am 20. Mai 2010 die Theaterkritik zur Premiere des „Debütantenballs“ im Opernhaus Magdeburg. Ein Stück, das sich nun bereits in seiner dritten Spielzeit großer Beliebtheit und Begeisterung bei jung und alt erfreut. Es eignet sich selten gut dazu, auch Kinder und Jugendliche mit und ohne Eltern, Großeltern oder Schulklassen an das Ballett heranzuführen. Chefchoreograf Gonzalo Galguera (Kuba) ist es gelungen, mit seiner talentierten Ballettkompanie nach der Musik von Johann Strauß und Jaques Offenbach (Kadettenball bzw. Le Papillon) eine romantische Liebeskomödie in Magdeburg vor 100 Jahren zu betanzen. Die Handlung verlegt er in den Kristallpalast zu seiner besten Zeit. Für die jüngeren Magdeburger, die heute an der Ruine des Geländes an der Leipziger Straße - in Steinwurfnähe des Magdeburger Notfallzentrums - vorbeikommen und dann das Ballett sehen, ist Fantasie gefragt, um sich vorstellen zu können, wie schön es hier früher war. Für die Älteren, die hier bis 1985 selbst oft feiern und tanzen konnten, zaubert das Stück ein Lächeln ins Gesicht, beschert einem ein Dejavu-Erlebnis. Köstlich, wie sich die Tochter der Lehrerin, dargestellt von der hübschen Australierin Emma Henley Jones, Mühe gibt, exzellent falsch zu tanzen und wie sie ihre Probleme mit den Jungen hat, bis sie sich den Trommler, getanzt vom sehr guten Jake Burden aus England, angelt; beide auch schauspielerisch absolut sehenswert (und auch privat ein Paar). Ein oder das Traumpaar in diesem Ballett verkörpern die beiden Ersten Solotänzer des Theaters Veronika Zemlyakova und Kirill Sofronov aus Russland. In den nunmehr 6 Jahren ihres Engagements in Magdeburg haben die Förderpreisträger von 2008 und 2009 bleibende Eindrücke hinterlassen wie beispielhaft in den Hauptrollen in Giselle, Heilig, Verlorene Schritte, Stürmische Höhen sowie in mehreren Feenund Prinzenrollen. Auch in diesem Ballet können sie scheinbar mühelos ihre jeweils achtjährige klassische Bühnentänzerausbildung in Petersburg und Ufa abrufen – er mit kraftvollen hohen und schwierigen Sprüngen und effektvollen sicheren Hebefiguren, sie mit einer unvergleichlichen Eleganz, Schwerelosigkeit, Perfektion und Ausdrucksstärke, die sie zu einer der besten Tänzerinnen macht, die Magdeburg je hatte (neben der unvergessenen Natalia Krylova z.B.). Durch das Programm führt ein Zeremonienmeister,

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wunderbar dargestellt von Daniel Ojeda aus Venezuela. Er kann schließlich auch ein drittes Liebespaar würdigen, das sich aus der Lehrerin (Olga Ilieva aus Bulgarien, die stellvertretende Chefchoreografin übrigens) und dem General der Kadetten (Andreas Loos, der einzige Russland-Deutsche, der unter den 22 Tänzern aus 11 Ländern mittanzt) zusammenfindet, mit viel Augenzwinkern und gelungener darstellerischer Überhöhung. Insgesamt einschließlich musikalischer Umsetzung des Orchesters eine überaus gelungene Aufführung, die sich für jeden Magdeburger, Neumagdeburger oder Umlandbewohner lohnt, angesehen zu werden. Die Akzeptanz, Wertschätzung, Anerkennung und Unterstützung des Balletts ist in der Gesellschaft des Mutterlandes des Balletts, in Russland, einfach stärker und breiter ausgeprägt - vom Kindesalter an - als in Deutschland, wo eher ein ausgewähltes Publikum diese Kunstform schätzt geschweige denn selber ausübt. Zur Entwicklung: Irene Schneider war es, die in ihrer Zeit als Chefchoreografin bis 2006 das Magdeburger Ballett aus der nationalen Bedeutungslosigkeit in die Gruppe der 10 besten Ballettensembles Deutschlands geführt hatte, worauf ihr Nachfolger G. Galguera aufbauen und es weiterentwickeln konnte. Da häufig Mediziner im Publikum zu sehen sind, hier Informationen zu weiteren Terminen: Die letzten beiden Vorstellungen des „Debütantenballs“ finden am 28.4. und 23.5.2012 statt. Weitere Höhepunkte dieser Saison mit dem Magdeburger Ballett sind im Großen Haus die Wiederaufnahme von „Heilig“, einer anspruchsvollen Gemeinschaftsproduktion von Oper und Ballett, am 14.4.2012 und die Internationale Ballettgala am 29.4.2012. Unsere Besten, die schon erwähnten Veronika Zemlyakova und Kirill Sofronov, beenden im Sommer ihre Tätigkeit in Deutschland und kehren in ihre russische Heimat nach Petersburg zurück, sich neuen Herausforderungen zu stellen. MR Dr. med. Volker Theune Internistischer Hausarzt a.D. Mitglied des Freundeskreises Ballett am Theater der Landeshauptstadt Magdeburg Theaterkasse: Tel.: 0391 540 65 55

In Memori am

In Memoriam

Frau Dr. med. Ute Netter

Am 19. Februar 2012 ist Dr. med. Ute Netter nach langem und unendlich geduldig ertragenem Leiden für immer von uns gegangen. Für viele von uns, die ihre bis zum letzten Tag ihrer Tätigkeit am Klinikum Bernburg vitale und unermüdlich mit dem Fachgebiet Anästhesiologie und Intensivmedizin verbundene Persönlichkeit im Herzen und im Gedächtnis tragen, ist ihr Tod noch immer unfassbar. Sie war mit dem 1. Chefarzt unserer Klinik, Herrn Dr. Werner Ermann , die wichtigste Architektin unseres Fachgebietes in Bernburg. Frau Oberärztin Dr. Ute Netter, geboren am 13.04.1950, absolvierte ihr medizinisches Studium an der Martin-LutherUniversität Halle-Wittenberg und begann nach ihrer Approbation als Ärztin im August 1974 ihre Ausbildung zum Facharzt für Anästhesiologie am 01.10.1974 am Klinikum Bernburg. Zwei Jahre später, im Juli 1976, erwarb sie zunächst den Akademischen Grad „Dipl.-Med.“ Bereits während ihrer Ausbildung beteiligte sich Frau Netter maßgeblich am Aufbau und der Entwicklung einer leistungsfähigen interdisziplinären Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Nach erfolgreicher Profilierung in allen notwendigen klinischen Fächern und Bereichen ihres Aufgabenfeldes erlangte sie 1979 die Facharztanerkennung. Aufgrund ihrer kontinuierlichen, fachlich fundierten und gewissenhaften Arbeitsweise, verbunden mit einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung, wurde sie 1981 zur Oberärztin ernannt. Zehn Jahre später, am 01.07.1991, wurde ihre engagierte Arbeitsleistung mit der Ernennung zur leitenden Oberärztin an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum erneut unterstrichen. Bedingt durch personelle Veränderungen konnte Frau Oberärztin Dr. Ute Netter mit der Übernahme des Aufgabenbereiches des Chefarztes vom 01.09.1991 bis 30.06.1992 ihre umfassende ärztliche Kompetenz auf dem Gebiete der Anästhesiologie und Intensivmedizin mit Erfolg unter Beweis stellen. Seit meinem Amtsantritt an der Klinik am 02. 07. 1992 war mir Frau Oberärztin Ute Netter bekannt. Sie wurde bis zum Ende ihrer ärztlichen Tätigkeit „Die Oberärztin“ genannt. Sie hat mit mir bereits Anfang der 90er Jahre nicht nur die Aufbauphase unserer Schmerzambulanz, sondern auch unsere interdisziplinäre Intensivstation im Altbau und im hoch modernen Neubau mit gestaltet und auch die Interessen der uns anvertrauten Patienten stets vertreten. Seitdem leitete sie fachlich und organisatorisch die interdisziplinäre

12-Betten-Intensivstation am Klinikum Bernburg und war im Besitz der Zusatzbezeichnungen „Notfallmedizin“ als Notärztin und Leitende Notärztin, „Spezielle anästhesiologische Intensivmedizin“, „Spezielle Schmerztherapie“ und „Palliativmedizin“. Ganz wenige Persönlichkeiten in Sachsen-Anhalt tragen so viele Zusatzbezeichnungen in unserem Fachgebiet, dazu gehört insbesondere unsere Oberärztin Ute Netter. Sie hat mit mir darüber hinaus wissenschaftlich gearbeitet und ist namentlich in vielen deutschen und allen voran angloamerikanischen Fachzeitschriften vertreten. Frau Oberärztin Ute Netter promovierte zum Doktor der Medizin unter meiner Betreuung an der Medizinischen Fakultät der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz mit dem Thema „Der Effekt von Nicht-OpioidAnalgetika auf den Opioidbedarf zur postoperativen Schmerztherapie: Eine prospektive randomisierte Studie bei abdominellen Hysterektomien“. Ihre Doktorarbeit wurde von Herrn Professor Meyer, dem früheren Lehrstuhlinhaber für Pharmakologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg während einer Sitzung der europäischen Ethikkommission in Dessau, zu der ich eingeladen war, als „eine kleine Habilitationsarbeit“ bezeichnet. Frau Oberärztin Dr. med. Ute Netter war nicht nur an vorderster Front bei der Etablierung unseres Fachgebiets in Bernburg, sie war auch immer vorausblickend - denkend und handelnd - , wenn es um die Zukunft ging, die unser Fachgebiet am Klinikum Bernburg nehmen sollte. Seit über 10 Jahren war sie mit großem Enthusiasmus Transfusionsverantwortliche und Transplantationsverantwortliche am Klinikum Bernburg sowie seit Einführung der in Deutschland gültigen Abrechnungsmodalitäten der intensivmedizinisch erbrachten Leistungen, mit dem sog. DRG-Abrechnungssystem bestens vertraut. Weiterhin führte Frau OÄ Dr. Netter auf unserer Intensivstation mit interdisziplinärem Patientengut bereits seit Anfang der 90er Jahre neben den konventionellen Tracheotomien die perkutanen dilatativen Tracheostomien selbstständig durch. Außerdem war sie insbesondere bei endoskopisch perkutanen Punktionen des Magens zur PEG-Anlage versiert. Mit diesen bei uns inzwischen routinemäßig endoskopisch durchgeführten Maßnahmen können wir den Aufenthalt von besonders kritisch kranken Patienten auf der Intensivstation erheblich verkürzen und somit auch für das Krankenhaus erhebliche Kosten sparen. Nur so können die besonders schwer kranken

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Intensivpatienten für die baldige Verlegung auf Allgemeinstationen, Rehabilitationseinrichtungen, häusliche Pflege oder Pflegeheime konditioniert werden. Aus dem gesammelten Filmmaterial hat sie 2005 an einem Videofilm zur „Konditionierung von Intensivpatienten für Rehabilitation und Pflege“ mit gearbeitet, der auf DVD in deutscher und englischer Sprache über Mecom Film- und TV-Produktion GmbH in Fulda herausgegeben wurde. Frau Dr. Ute Netter hatte ein beneidenswert profundes Wissen auf allen Teilgebieten unseres Faches, gepaart mit einer immensen Sozialkompetenz. Nicht zuletzt deshalb, vor allem aber auch wegen ihrer unschlagbaren Kommunikationsfähigkeit, gepaart mit Witz und Charme und ihrer Gabe, das Problem auf den Punkt zu bringen, wurde sie zu einer der beliebtesten Mitarbeiterinnen unseres Krankenhauses. Ihre ganze Liebe galt der Intensivmedizin, der sie bis

zum Schluss treu blieb. Die Intensivstation war ihre zweite Heimat. Ich erlaube mir, auf den weltweit bekannten Fall von Stephen William Hawking, Inhaber des Lehrstuhls für Mathematik an der Universität Cambridge zu verweisen, der ebenfalls von diesem äußerst schweren heimtückischen Krankheitsbild betroffen ist, um die Schwere der Erkrankung mit der damit verbundenen Betreuungsproblematik zu verdeutlichen. Wir alle, die wir unsere Oberärztin kannten, wollen sie in dankbarer Erinnerung behalten und uns bemühen, im Sinne ihrer hohen Ziele, die sie sich immer gesteckt und von denen sie viele erreicht hat, weiter zu arbeiten. Univ.-Prof. Dr. med. habil. Walied Abdulla apl-Professor an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz DRK-Landesarzt Sachsen-Anhalt

ZEITKUNSTGALERIE Kontakt 16. April bis 11. Mai 2012 „Neue Arbeiten“ SUSANNE ROTHE Keramik HANS JOACHIM TRIEBSCH MALEREI/GRAFIK

Gemälde - Künstler Hans Joachim Triebsch

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Kleine Marktstraße 4 06108 Halle (Saale) Tel.: (0345) 2 02 4778

Öffnungszeiten Di.-Fr.: Sa.

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Susanne Rothe - Mutation, 2011, H 25 cm, Durchmesser 25 cm weißer und roter Ton, glasiert Was sehen wir? Ein Gefäß. Oberflächlich bemerken wir Leben, merkwürdige Strukturen. Zellkerne teilen sich und bilden lustige Figuren: Nullen, Kringelwesen, eine Vulva und einen Embryo.

P ersonalia

Wir gratulieren zum 60. Geburtstag 02. April Dr. med. Anita Rading Magdeburg 03. April MUDr. Miroslav Tkac Derenburg 10. April Dr. med. Harald Fabinger Aschersleben 12. April Dipl.-Med. Sabine Vorsatz Tangermünde 13. April Dr. med. Jörg Küstermann Woltersdorf 15. April Erika Olbrich Gardelegen 15. April Dr. med. Evelin Jurdzik Magdeburg 15. April Dr. med. Gunnar Steinig Möser 18. April Dr. med. Hans-Joachim Presser Magdeburg 18. April Kristofer Grahamsson Leipzig 20. April Dr. med. Marianne Kunze Halberstadt 22. April Helmut Henke Naumburg (Saale) 25. April Prof. Dr. med. habil. Günther Gademann Magdeburg 27. April Dr. med. Lilian Schinkel Mansfeld 28. April Dr. med. Dagobert Wiemann Magdeburg

zum 65. Geburtstag 03. April Dr. med. Edeltraud Faßhauer Halle (Saale) 05. April Dr. med. Hartmut Dahm Wanzleben-Börde 07. April Prof. Dr. Dr. Klaus Louis Gerlach Magdeburg 08. April Dr. med. Barbara Stewen Meschede 24. April Dr. med. Holger Bastian Halle (Saale) 28. April Dipl.-Med. Volker Effenberger Hettstedt 29. April Marlies Eberlein Halle (Saale)

zum 70. Geburtstag 02. April Dr. med. Ulrich Kuhne Merseburg 03. April Dr. med. Gerlinde Haaf Halberstadt 06. April Dr. med. Ingeborg Schneider Merseburg 07. April Dr. med. Gabriele Schwenke Magdeburg 10. April Dr. med. Volker Luci Teutschenthal 12. April Dr. med. Anne-Marlen Püschel Quedlinburg 12. April Dr. med. Hedda Schmidt Schönebeck (Elbe) 18. April Marianne Grohmann Südharz

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P e r s o na lia

18. April Dr. med. Heinz-Henning Arend Haldensleben 18. April Dieter Köhn Südharz 19. April Christel Schlenk Weißenfels 19. April Dr. med. Manfred Schmidt Seegebiet Mansfelder Land 20. April Dr. med. Christian Nißler Magdeburg 22. April Dr. med. Heidrun Fuchs Salzatal 25. April Prof. Dr. med. Wieland Otto Kabelsketal 28. April Dr. med. Elisabeth Hofmeister Magdeburg 29. April Regina Michalik Dessau-Roßlau

zum 75. Geburtstag 01. April MR Dr. med. Erika Simon Muldestausee 09. April Dr. med. Sabine Bühnemann Blankenburg (Harz) 09. April Dr. med. Theobald Kabus Südharz 15. April Dr. med. Christa Köhler Schachdorf Ströbeck 16. April Dr. med. Werner Fiedler Magdeburg 22. April Dr. med. Klaus-Peter Preusser Halle (Saale) 30. April Dr. med. Ingrid Boost Magdeburg

zum 80. Geburtstag 17. April MR Dr. med. Klaus-Jürgen Süß Zeitz 19. April MR Dr. med. Ulrich Schlegelberger Freyburg (Unstrut) 21. April Dr. med. Paul Gratias Teutschenthal 24. April MR Rosemarie Moltrecht Köthen (Anhalt)

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13. April OMR Dr. med. Manfred Gleiche Magdeburg 16. April OMR Dr. med. Gisela John Wolfen 24. April Dr. med. Steffi Breiting Halle (Saale) 26. April MR Mechthild Greuel Halle (Saale)

zum 83. Geburtstag 19. April Minnalotte Wolffgang Aschersleben

zum 85. Geburtstag 16. April MR Dr. med. Helga Römer Halle (Saale) 20. April SR Dr. med. Franz Kunert Klostermansfeld

zum 87. Geburtstag 21. April MR Dr. med. Ingeborg Pfeiffer Dessau-Roßlau

zum 89. Geburtstag 01. April SR Dr. med. Gertrud Hinz Magdeburg

zum 91. Geburtstag 17. April Prof. Dr. med. habil. Wolf Sturm Magdeburg 22. April SR Ursel Ziemann Magdeburg

zum 92. Geburtstag 01. April

Dr. med. Gertrud Müller Köthen (Anhalt)

Wir wünschen Ihnen Gesundheit und viel Freude auf Ihrem weiteren Lebensweg.

zum 81. Geburtstag

Ihre Ärzteblatt-Redaktion

09. April Dr. med. Maria-Elisabeth Feldheim Magdeburg

Sollten Sie mit der Veröffentlichung Ihres Geburtstages nicht einverstanden sein, so bitten wir Sie, dies rechtzeitig der Ärztekammer bekanntzugeben.

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“Sudenburger Eck“ Ihre neue Mietfläche im Kreise von Fachkollegen! Praxis- und Büroflächen im Sudenburger Eck in Magdeburg zu vermieten! - individuell gestaltbare Räumlichkeiten - Ausbau der Mietfläche nach Ihren Wünschen - Flächengrößen zwischen 80 m² und 300 m² frei wählbar - provisionsfreie Vermietung direkt vom Eigentümer - profitieren Sie von bereits ansässigen Arztpraxen im Objekt z.B. Radiologie - zentrale Lage in Sudenburg, gute ÖPNV-Anbindung - barrierefreier Zugang - Aufzug vorhanden

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Anzeigenschluss für das Juniheft des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt ist der 30.04.2012

Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Wir sind ein modernes Krankenhaus mit den Schwerpunkten Allgemein-, Viszeral-, und Thoraxchirurgie sowie Pneumologie und Palliativmedizin, Angiologie, Gastroenterologie und Entgiftung, Geriatrie und Psychosomatik (220 vollstationäre und 45 teilstationäre Betten). Zusätzlich ist ein MVZ (Poliklinik Reil) angegliedert. Für die Kliniken für Pneumologie und Palliativmedizin (Chefarzt Dr. med. Litwinenko) und Gastroenterologie, Angiologie und Entgiftung (Chefarzt Dr. med. Hübner) suchen wir zum baldmöglichsten Eintritt:

Assistenzärzte/-ärztinnen in Weiterbildung Innere Medizin und Allgemeinmedizin In den internistischen Kliniken des Diakoniekrankenhauses werden Patienten mit Erkrankungen aus dem gesamten Bereich der Inneren Medizin behandelt. Die medizinischen Leistungen umfassen insbesondere das gesamte endoskopische Spektrum der Gastroenterologie und Pneumologie mit einem breiten funktionsdiagnostischen Repertoire bis hin zur nichtinvasiven Beatmung. Darüber hinaus verfügen die Kliniken über umfassende angiologische Methoden. Es besteht die volle Weiterbildungsbefugnis in den Schwerpunkten Pneumologie und Geriatrie sowie zur Basisweiterbildung auf dem Gebiet der Inneren Medizin. Die Weiterbildung im Schwerpunkt Angiologie erfolgt in der Klinik und in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten, im Schwerpunkt Gastroenterologie ist sie beantragt. Für die Stelle wünschen wir uns eine engagierte und kooperative Persönlichkeit. Einsatzfreude, Teamfähigkeit und Leistungsbereitschaft setzen wir voraus. Als diakonische Einrichtung erwarten wir weiterhin die Identifikation mit unserem christlichen Leitbild. Wir bieten eine für den Zeitraum der (Basis-) Weiterbildung befristete Vollzeitanstellung (Teilzeitarbeit ist möglich). Die Vergütung erfolgt in einer der entsprechenden Position angemessenen Höhe. Für weitere Fragen stehen Ihnen die Chefärzte Dr. med. Hübner (g.h.hübner@diakoniewerk-halle.de) und Dr. med. Litwinenko (litwinenko@diakoniewerk-halle.de) gern zur Verfügung. Ihre vollständigen und aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte an: Diakoniewerk Halle • Personalabteilung • Lafontainestraße 15 • 06114 Halle (Saale) • s.bartscht@diakoniewerk-halle.de

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Praxisvermietung

Zuschriften bitte unter Chiffre-Nr. 332 an die Agentur Müller Marketing GmbH (Anzeigenannahme/-verwaltung) Dürerstr. 2, 39112 Magdeburg

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Unternehmen der Salzlandkliniken GmbH Schönebeck ist eine etwa 15 km südlich von Magdeburg gelegene Stadt an der Elbe mit reizvoller Umgebung. Der Besuch aller weiterführenden Schulformen ist hier möglich. Über die gute Verkehrsanbindung ist die Landeshauptstadt binnen 15 Minuten erreichbar.

Falkenstein-Klinik Bad Schandau Sächsische Schweiz/Dresden

In der Klinikum Schönebeck GmbH möchten wir zur Verstärkung unseres Teams zum nächstmöglichen Zeitpunkt folgende Stellen neu besetzen:

Die Falkenstein-Klinik verfügt über 236 Betten und führt RehaMaßnahmen einschließlich Anschlussheilbehandlungen (AHB) für die Rentenversicherungsträger und für die gesetzlichen und privaten Krankenkassen durch. Schwerpunkt ist die Behandlung von gastroenterologischen, diabetologischen, kardiologischen und onkologischen Erkrankungen.

Internist/-in oder Gastroenterologe/-in

Gesucht wird für die kardiologische Abteilung zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/ein

mit endoskopischer Erfahrung

Fachärztin/-arzt und Assistenzärztin/-arzt für den Fachbereich Innere Medizin

Die Klinik für Innere Medizin umfasst die Schwerpunkte Angiologie, Kardiologie, Gastroenterologie, Pneumologie, Diabetologie, Hämatologie und internistische Onkologie. Die Klinik verfügt über 132 Betten einschließlich eines Atemtherapiezentrums, welches die internistische Intensivstation und 4 Polysomnographieplätze eines DGSM akkreditierten Schlaflabores einschließt. Es besteht die Möglichkeit die o. g. Schwerpunktbezeichnungen in unserer Klinik zu erwerben, die OÄ der Klinik sind für ihren Schwerpunkt weiterbildungsberechtigt. Es besteht die volle WB-Befugnis für die Innere Medizin und Allgemeinmedizin. Wenn wir Ihr Interesse an einer Mitarbeit in unserem Hause geweckt haben oder Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich bitte an unseren Chefarzt M. Groß, Tel. 03928/64 1701. Details zum Klinikum sind über unsere Website unter www.kh-sbk.de zu erfahren und Interessantes zur Umgebung und zum Bad Salzelmener Kurbereich bietet die Schönebecker Hompage unter www.schoenebeck.de Klinikum Schönebeck GmbH, Köthener Straße 13, 39218 Schönebeck p.koebel@kh-sbk.de

Stationsärztin/Stationsarzt Die Falkenstein-Klinik verfügt über ein eigenes Labor, Röntgen, Endoskopie und Ultraschalldiagnostik. Ein Überwachungszimmer steht ebenso zur Verfügung wie eine umfangreiche kardiologische Funktionsdiagnostik mit Spiroergometrie, Stressechokardiographie, TTE, TEE, Rechtsherzkatheter, Belastungs-EKG, 24-Stunden-EKG, Herzschrittmacherkontrolle, Langzeitblutdruckmessung sowie Dopplersonographie und Farbduplex-Sonographie. Das Angebot umfasst eine frei zu vereinbarende, übertarifliche Dotierung. Bad Schandau liegt in reizvoller Lage in der Sächsischen Schweiz und ca. 40 km von Dresden entfernt.

Innere Medizin – Kardiologie Der Chefarzt ist für 1,5 Jahre zur Weiterbildung in der Inneren Medizin und Allgemeinmedizin und für je 1 Jahr in der Kardiologie und Sozialmedizin ermächtigt. Es erwartet Sie eine interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit in einem erfahrenen Team mit einem Facharztanteil von annähernd 70 Prozent. Nähere Auskünfte erhalten Sie über den Chefarzt der Abteilung für Kardiologie Herrn Dr. med. Bischoff unter der Nummer 035022/45821. Ihre kompletten Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte an die Falkenstein-Klinik – Ostrauer Ring 35 – 01814 Bad Schandau Informationen auch unter www. Falkenstein-Klinik.de

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Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

PROGRAMM

09:00 Uhr Begrüßung: Dr. Joachim Zagrodn ich möchte Sie herzlich zu unserem 1. Dessauer OphthalmoÄrztlicher Direktor Städtisches Kl logischen Wochenende in die Aula des Bauhauses einladen. 09:15 Uhr Wolfgang Thöner, Bauhaus Dessa Funktionalität, Transparenz und Ästhetik haben das Bauhaus Neues Sehen und die Architektur und das Fach Augenheilkunde gemeinsam. Herr Wolfgang ThöModerne am Beispiel des Bauhau ner, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Stiftung Bauhaus Walter Gropius Dessau, seit 1985 mit dem Schwerpunkt Bauhausgeschichte, 09:45 Uhr Ulrich Kellner, Siegburg wird die Tagung mit einem Vortrag über „Neues Sehen und Ärzteblatt Sachsen-Anhalt Therapieorientierte retinale Diagn die Architektur der klassischen Moderne am Beispiel des BauOffizielles Mitteilungsblatt der 10:15 Uhr Beate Wittkowski, Dessau hausgebäudes von Walter Gropius“ eröffnen. Ärztekammer Sachsen-Anhalt Morbus Stargardt Anschließend wir ein interessantes Programm aus dem Sehr geehrtehaben Kolleginnen und Kollegen, Herausgeber: 10:45 Uhr Kaffeepause und Besuch der Indu Bereich der Retinologie zusammengestellt. Es gibt Ihnen ei Ärztekammer Sachsen-Anhalt nen Überblick die zum operative und konservative Therapie Doctor-Eisenbart-Ring 2 ich darf Sie sehrüber herzlich nunmehr 39120 Magdeburg 11:15 Uhr Klaus-Martin Kreusel, Berlin und Diagnostik vonOphthalmOlOgischen retinalen Erkrankungen. Die vitreoretinale 3. Dessauer WOchenenDe Telefon (03 91) 60 54-6 in die Aula des Bauhauses einladen. Telefax (03 91) 60 54-7000 Therapie der exsudativen altersab Chirurgie hat in den letzten Jahren, u.a. durch die Entwicklung E-Mail: info@aeksa.de Makuladegeneration von Lupensystemen, eine große Weiterentwicklung erlebt und Für diesen Tag konnte ich die Herren 11:45 Uhr Christiane Kneifel, Dessau ist heutzutage eine sichere und mit reproduzierbaren guten Redaktion: prof. Dr. nikolaos e. Bechrakis (Innsbruck) Engelhardt, H. Bevacizumab (Avastin) in der Be Ergebnissen durchzuführende Methode, die aus der Ophthalprof. Dr. norbert Bornfeld (Essen) Heinemann-Meerz, S., Dr., Chefredakteurin (v.i.S.P.) prof. Dr. nicht michael h. Foerster (Berlin) ist. Die Therapie mit Zentralvenenverschlüssen Lögler, mologie mehr weg zu denken intra-H. (verantwortlich f. d. Fortbildungsteil) priv. Doz. Dr. heinrich heimann (Liverpool) Wagner, C. 12:15 Uhr Heinrich Heimann, Liverpool vitrealen Medikamenten hat eine neue Ära in der Augenheilpriv. Doz. Dr. klaus-martin kreusel (Berlin) Intraokulare Tamponaden – Chan kunde eingeläutet wir lemmen stehen erst am Anfang dieser neuen Redaktionsbeirat: priv. Doz. Dr. klausund Dieter (Düsseldorf) Bosselmann, H.-P., Dr. 12:45 Uhr Mittagspause und Besuch der Ind priv. Doz. Dr. andreas schüler (Bremen) Therapie. Zunächst in der Behandlung der feuchten AMD er Brandstädter, W., Prof. Dr. gewinnen.eingesetzt, stellen sich nun Fragen hinsichtlich folgreich Dauer Karl, I., Dr. Krause, W.-R., Dr. 13:45 Uhr Nikolaos E. Bechrakis, Innsbruck und Periodik der Behandlung. Außerdem werden vermutlich Meyer, F., Prof. Dr. Das Angebot der Vortragenden wird aus unserer Klinik durch Schöning, R., Dr. Chirurgische Optionen in der The weitere Indikationen, wie Gefäßverschlüsse und das diabemeine Mitarbeiter herrn Dr.die Jens carstens, Frau christiane kneifel, Frau Dr. Beate Wittkowski und mich ergänzt. Diabetischen Retinopathie tische Makulaödem, hinzukommen. Anschrift der Redaktion: Doctor-Eisenbart-Ring 2 14:15 Uhr Jens Carstens, Dessau Im Anschluss an die Vorträge haben Sie die Gelegenheit, in Wir freuen uns auf den Vortrag von herrn Wolfgang thöner von der 39120 Magdeburg Intravitreale Injektionen in der The einer speziell für Dessau Sie organisierten Führung, die Ausstellungen Stiftung Bauhaus mit dem Thema „Bauhaus - WOhnmODelle Telefon (03 91) 60 54-78 00 Telefax (03 91) 60 54-78 50 DerBauhauses mODerne“zu alsbesuchen. Überleitung zum Ausstellungsbesuch im Anschluss. schen Makulaödems des E-Mail: redaktion@aeksa.de 14:45 Uhr Gernot I. W. Duncker, Halle/Saale Im Namen sämtlicher Referenten freue ich mich, Sie im Bauhaus Hornhautkomplikationen vitreoret Im Namenzusämtlicher Referenten freue ich mich Sie im BauAnzeigenannahme und -verwaltung begrüßen dürfen. Seien Sie herzlich willkommen! Müller Marketing GmbH - Agentur für Marketing und Kommunikation 15:15 Uhr Kaffeepause und Besuch der Indu haus begrüßen zu dürfen. Seien Sie herzlich willkommen! Dürerstraße 2

Impressum

Priv.-Doz. Dr.Lothar Lothar Krause Priv. Doz. Dr. Krause

39112 Magdeburg Telefon (03 91) 53 23 227 Telefax (03 91) 53 23 23315:45 Uhr Norbert Bornfeld, Essen Anzeigenleitung: Petra Lesche Therapie der subretinalen Blutung z. Z. Anzeigenpreisliste Nr. 12 vom 01.01.2012 16:15 Uhr Michael H. Foerster, Berlin E-Mail: anzeigen@aerzteblatt-sachsen-anhalt.de

Vitreoretinale Erkrankungen im Ki 16:45 Uhr Lothar Krause, Dessau dreihochdrei - Agentur für Mediendesign Prof. Dr. Michael H. Foerster (Berlin) 3.Dr.Dessauer (Liverpool) Dürerstraße 2 Priv.- Doz. Heinrich Heimann Makulachirurgie Prof. Dr. Ulrich Kellner (Siegburg) 39112 Magdeburg OphthalmOlOgisches Christiane Kneifel (Dessau) 17:15 Uhr Führung durch die Bauhaus-Auss Telefon (03 91) 53 23 232 Priv.- Doz. Dr. Klaus-Martin Kreusel (Berlin) Telefax (03 91) 53 23 233 WOchenenDe (kostenfrei, jedoch anmeldepflich Dr. Beate Wittkowski (Dessau) Herstellung:

REFERENTEN Wolfgang Thöner (Bauhaus, Dessau)

tagungsleitung Prof. Dr. Nikolaos E. Bechrakis (Innsbruck) Prof. Dr. Norbert Bornfeld (Essen)

Dr. Jens priv. Doz. Dr.Carstens lothar(Dessau) krause Prof. Dr. Gernot I. W. Duncker (Halle/Saale) Chefarzt der Augenklinik des Städt. Klinikums Dessau Auenweg 38, 06847 Dessau-Roßlau Tel. 0340/501-45 00, Fax 03 40 / 501-4 58 0

E-Mail: lothar.krause@klinikum-dessau.de

tagungsort Bauhausgebäude aula Stiftung Bauhaus Dessau Gropiusallee 38, 06846 Dessau Organisation congress-Organisation gerling gmbh Werftstraße 23, 40549 Düsseldorf Tel. 0211/5922 44, Fax 02 11 / 59 35 60 E-Mail: info@congresse.de, www.congresse.de

information/anmeldung Programme werden Ende März versandt. Informationen und Tagungsanmeldung: www.dessau-augen.de

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Mitteilungsblatt der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Ausgabe 4/2012