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Kammerversammlung Kariesprävention Ezeterol® / INEGY®

12 2011

schöne Feiertage!

Die Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 22 (2011) 12

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Körperschaft des öffentlichen Rechts / www.aeksa.de

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Unbürokratische Hilfen für Arztfamilien in Not Editorial - Alle Jahre wieder Rede der Ärztekammerpräsidentin Dr. Simone Heinemann-Meerz auf der Kammerversammlung Beschlüsse der Kammerversammlung Resolution der Kammerversammlung Besetzung von Ausschüssen und Gremien für die VI. Wahlperiode (2011- 2016) Pressegespräch: Ärztemangel Wechsel der Chefredaktion des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt Referat „Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten“ informiert Fortbildungs- und Prüfungsordnung 20. Fortbildungstag - Vorträge Neue Fortbildungsreihe für Assistenzpersonal in onkologischen Schwerpunktpraxen BEDARFSERMITTLUNG: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung plant Aufstiegsfortbildung für Medizinische Fachangestellte Die Ärzteschaft trauert um Professor Jörg-Dietrich Hoppe Zweite Vorbereitungsphase für Deutsche Gesundheitsstudie gestartet Schließung der BKK für Heilberufe Neubau mit Hotelstation komplettiert Städtisches Klinikum Dessau Fluoridierungsmaßnahmen zur Kariesprävention Ars Medicorum Halensium Kunst hallescher Ärzte 2012 Wernigeröder Medizinerin in Madagaskar

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Ezetrol®, INEGY® Better together oder Rien ne va plus?

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Mitteilungen der KV

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Für Sie gelesen: Grundmuster visueller Kultur

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World Doctors Orchestra Bildende Künstler Sachsen-Anhalts

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Geburtstage Fortbildung im Mittelteil

Kalender „Ars Medicorum Halensium Kunst hallescher Ärzte 2012“

Fast täglich gibt es in den Medien Negativmeldungen über unser Gesundheitswesen. Von Ärztepfusch und Ärztemangel, von Regressen und unzureichenden Budgets, langen Wartezeiten, Ungleichbehandlung und überbordender Bürokratie ist da die Rede. Die Aufzählung von Missständen und Vorwürfen – berechtigt oder unberechtigt – ließe sich mühelos fortsetzen. Man hat den Eindruck, es sieht ganz schlimm aus mit der medizinischen Betreuung. Und da gibt es Ärzte, die unter diesen Bedingungen noch Lust und Nerven haben, sich mit Malerei und dergleichen Nebensächlichkeiten zu beschäftigen. Unglaublich! Ein paar dieser Sonderlinge bringt seit über zehn Jahren einen Kalender unter die Leute, einen Kalender mit dem wohlklingenden – arztgerechten, nämlich lateinischen – Namen „Ars Medicorum Halensium“. Dieser liegt nun für das Jahr 2012 vor und wartet darauf, an die Wand gehängt zu werden. Von da aus möchte er ein Jahr tagein tagaus in Ihr Wohnzimmer oder Ihre Praxis schauen, und sich den wahren Arztalltag betrachten. Im Osten sind wir ja Derartiges gewöhnt, schaute doch früher Erich Honecker von der Wand einer jeden Amtsstube Tag und Nacht auf das Treiben seiner sozialistischen Bürger herab. Das wollen wir Ihnen mit unserem Kalender nicht zumuten. Sie dürfen jeden Monat das Blatt wechseln. Aus den ursprünglich sechs halleschen Ärzten, die dieses Jahresbegleitobjekt zehn Jahre lang gestaltet haben, sind nunmehr acht geworden. Entgegen dem allgemeinen Trend, scheint an künstlerisch tätigen Ärzten offensichtlich kein Mangel zu herrschen ! Dr. Wolfgang Lässig Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle

Der Kalender ist seit November an der Rezeption im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle zu erwerben. In Einzelfällen, aber wirklich nur in solchen, kann er auch verschickt werden. Der Gewinn kommt gemeinnützigen Zwecken zugute. Kontakt: Sekretariat des kaufmännischen Direktors, Frau Schmidt/ Frau Krause, Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle, Mauerstr. 5, 06110 Halle, Tel.: 0345/213-4021

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Unbürokratische Hilfen für Arztfamilien in Not Seit über 50 Jahren kümmert sich die Stiftung „Ärzte helfen Ärzten“ um bedürftige Arztkinder und in Not geratene Ärzte. Der Wunsch, kollegiale Hilfe zu leisten, war und ist ihr zentraler Gedanke. Ursprünglich als Hilfswerk zur Unterstützung mittelloser Kollegenkinder aus der damaligen DDR gegründet, hat die Stiftung in den Folgejahren neue Schwerpunkte gesetzt. Heute sind es Kinder in Not geratener Ärzte sowie Halbwaisen und Waisen aus Arztfamilien, die dringend Hilfe benötigen und diese bei der Hartmannbund-Stiftung finden. Mit der Förderung sozial

benachteiligter junger Menschen, setzt sich die Stiftung zum Ziel, diesen einen Weg in die berufliche Existenz zu ermöglichen. Aber auch die Hilfestellung bei der Berufseingliederung von Ärztinnen und Ärzten sowie die schnelle und unbürokratische Unterstützung bei Schicksalsschlägen und Notlagen sind ein wichtiger Bestandteil der Stiftungsarbeit. Helfen Sie mit, diese unverzichtbare Hilfe nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern auch auszubauen.

Unterstützen Sie mit Ihrer Spende die Arbeit der Hartmannbund-Stiftung „Ärzte helfen Ärzten“ – damit wir auch in Zukunft dort Hilfe leisten können, wo sie gebraucht wird. Vielen Dank! Dr. Klaus Reinhardt Vorsitzender der Stiftung „Ärzte helfen Ärzten“, Hartmannbund – Verband der Ärzte Deutschlands e. V. Dr. Frank-Ulrich Montgomery Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages

Dr. Andreas Köhler Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Dr. Waltraud Diekhaus Stellvertretende Vorsitzende der Stiftung „Ärzte helfen Ärzten“, Vizepräsidentin des Weltärztinnenbundes Dr. Peter Engel Präsident der Bundeszahnärztekammer Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e. V.

Spendenkonto der Stiftung: Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG Stuttgart Konto-Nr.: 0001486942 BLZ: 30060601 Eine Unterstützung durch die Stiftung erfolgt generell ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit der Ärztinnen und Ärzte oder ihrer Angehörigen zum Hartmannbund.

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Ed i t orial

Alle Jahre wieder – so heißt es in einem alten Weihnachtslied; alle Jahre wieder kommen traditionell im Dezember Rückblicke und die Formulierung guter Vorsätze. Es wird Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Leserinnen und Leser des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt also nicht verwundern, wenn sich dieses Editorial dieser alten Tradition widmet. 2011 neigt sich dem Ende entgegen. Für uns Ärzte in SachsenAnhalt brachte dieses Jahr zahlreiche Veränderungen, über die an dieser Stelle bereits berichtet wurde. Noch einmal genannt zu werden verdienen sicherlich die zurückliegenden Kammerwahlen. Im Ergebnis dieser Wahlen wurden eine neue Kammerversammlung, ein neuer Vorstand und die für die Selbstverwaltung notwendigen Gremien neu gewählt. Unsere Gremien mit ihrer neu gewählten Präsidentin an der Spitze werden fünf arbeitsreiche Jahre vor sich haben. Der neue Vorstand hat sich Ausgewogenheit zum erklärten Ziel gesetzt und will Mittler zwischen den unterschiedlichen Interessen innerhalb der Ärzteschaft sein. Dass viele unserer Kammermitglieder bei den zurückliegenden Wahlen nicht von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, sich mit ihrer Stimme zu beteiligen, ist sehr bedauerlich. Warum haben so viele (besonderes auch jüngere) Kolleginnen und Kollegen nicht gewählt? Ist es fehlendes Vertrauen in das Funktionieren unserer Selbstverwaltung? Gerät unser Berufsbild ins Wanken? Oder ist es einfach nur allgemeines Desinteresse? Fragen, auf die es leider keine Antworten gibt. Unsere Selbstverwaltung kann nur funktionieren, wenn die ihr zugrundeliegenden demokratischen Prozesse auf einer breiten Basis stehen. Inzwischen haben die neu gewählten Gremien ihre Arbeit aufgenommen. Ausdruck dessen ist nicht zuletzt die Tatsache, dass am 5. November im Rahmen der 2. Sitzung der Kammerversammlung durchaus weitreichende Beschlüsse gefasst wurden. Zur Diskussion und Abstimmung kamen u.a. die Zusammensetzungen der neuen Ausschüsse und die Wahl der Delegierten zum 115. Deutschen Ärztetag. Zahlreiche Vorlagen, die die Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt betrafen, sollen weit in die Zukunft gedacht dazu beitragen, dass auch in finanziell unruhigen Zeiten unsere Altersversorgungen gesichert bleiben. Welche Beschlüsse im Einzelnen gefasst wurden, werden Sie ebenfalls in diesem Ärzteblatt nachlesen können. Unsere gewählten Kammermitglieder führen ihre Ämter im Ehrenamt aus. Gestatten Sie mir deshalb an dieser Stelle, allen unseren ehrenamtlich aktiven Kolleginnen und Kollegen im Namen des Vorstandes und auch ganz persönlich für ihre Tätigkeiten und ihr Engagement sehr herzlich zu danken. Ohne Sie wäre eine Selbstverwaltung unseres Berufsstandes nicht möglich. Besonders danken möchte ich aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ärztekammer-Verwaltung. Ohne Sie würde die ärztliche Selbstverwaltung nicht so gut funktionieren.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, erlauben Sie mir an dieser Stelle noch ein paar persönliche, ja fast philosophische Gedanken. Das bevorstehende Weihnachtsfest ist für viele von uns nicht die Hauptsaison des Warenaustausches, sondern vielmehr die Zeit der Besinnung und der Harmonie. Geschenke, kleine Aufmerksamkeiten und anerkennende Worte werden nicht nur in der Familie, sondern auch in unserem beruflichen Umfeld als Zeichen der Dankbarkeit und der Wertschätzung ausgetauscht. Warum zeigen wir diese Wertschätzung eigentlich häufig nur zum Jahresende? Wie in jeder großen Familie, so gibt es natürlich auch innerhalb der Ärzteschaft verschiedentlich unterschiedliche Ansichten und Interessen. Das ist normal und das ist auch gut so. Ja, das bringt die Gemeinschaft sogar voran. Aber! In jeder gut funktionierenden Familie streitet man sich erst einmal – bitteschön mit Kultur! – um sich dann wieder zusammenzuraufen und gemeinsam das Beste daraus zu machen. Warum schaffen wir dies nicht so häufig im Rahmen unserer eigenen Standesgemeinschaft? Nicht divide et impera, sondern frei nach dem Motto „teilet Euch selbst, dann werden andere leichter über Euch herrschen“ tragen wir unsere unterschiedlichen Meinungen und Interessen stets und ständig in die Öffentlichkeit. Diskussionen über Vergütungsmodelle innerhalb der Ärzteschaft, Weiterbildungsberechtigungen und öffentliche Kommentare zum ärztlichen Handeln anderer finden sich täglich und in allen Medien. Die Liste ist lang, den Ausgang kennen wir auch. Die lachenden Dritten sind stets die anderen. Und weil die Vorweihnachtszeit nun einmal auch eine Zeit des Wünschens ist, wünsche ich mir für das kommende Jahr, dass wir alle, die Mitglieder der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, beginnen, wieder mehr auf die Gemeinsamkeiten unseres Berufsstandes und etwas weniger auf unsere Unterschiede zu achten. Egal, ob wir Angestellter oder Niedergelassener, Magdeburger oder Hallenser, allgemeinmedizinisch oder fachärztlich tätiger Arzt sind. Wir sollten uns gegenseitig etwas weniger Neid entgegen bringen und dafür ein klein wenig mehr Respekt. Liege Kolleginnen und Kollegen, war 2011 für die Ärzteschaft in Sachsen-Anhalt ein gutes Jahr? Auch wenn jeder die Antwort auf diese Frage letztendlich selber finden muss, so glaube ich, diese Frage für uns alle überwiegend positiv beantworten zu können. All den täglichen Widrigkeiten zum Trotz versucht ein jeder von uns, seinen Patienten die bestmögliche Hilfe zuteil kommen zu lassen – egal ob im Krankenhaus, in der Praxis oder wo auch immer. Wir haben eine gut funktionierende Selbstverwaltung und wir sind Teil eines der modernsten Gesundheitssysteme überhaupt. Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien und Ihren Mitarbeitern frohe Festtage und ein hoffentlich gesundes und erfolgreiches Dr. med. Uwe Ebmeyer Jahr 2012.

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Na c hr uf

Die Ärzteschaft trauert um Professor Jörg-Dietrich Hoppe

Der langjährige Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), des Deutschen Ärztetages und der Ärztekammer Nordrhein, Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, ist am 07.11.2011 im Alter von 71 Jahren verstorben. „Mit großer Bestürzung hat die Bundesärztekammer vom Tod Jörg-Dietrich Hoppes erfahren“, sagte ihr Präsident, Dr. Frank Ulrich Montgomery, der Hoppe Anfang Juni auf dem 114. Deutschen Ärztetag in Kiel in dessen Amt gefolgt war. „Mit Jörg-Dietrich Hoppe verliert die deutsche Ärzteschaft viel zu früh nicht nur einen ihrer großen Präsidenten und einen leidenschaftlichen Kämpfer für den freiheitlichen Arztberuf, sondern auch einen ganz außergewöhnlichen Menschen“, sagte Montgomery. „In einem politischen Umfeld, in dem täglich um Geld, Macht und Interessen gerungen wird, ist er Arzt geblieben und hat sich seine Menschlichkeit bewahrt. Er ist mit Intelligenz und Witz, mit Nachdruck und Leidenschaft täglich für die Belange von Ärzten und Patienten eingetreten. Es ging ihm nie um Macht, immer nur um Medizin. Deshalb war er ein glaubwürdiger Vertreter der deutschen Ärzteschaft.“ „Jörg Hoppe war in schwierigen Zeiten die Integrationsfigur der deutschen Ärzteschaft. Er wurde geschätzt für

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seine Aufrichtigkeit, seinen Anstand und seine Charakterstärke. Er war intelligent, humorvoll, warmherzig, stets bescheiden und doch unnachgiebig in der Sache.“ Über viele Jahre hat Jörg-Dietrich Hoppe die Politik und das Ansehen der deutschen Ärzteschaft maßgeblich geprägt. Immer wieder hat er dabei die drängenden Probleme der Zeit angesprochen, auch wenn sie unpopulär waren. Gegen alle politischen Widerstände hat er gesellschaftliche Diskussionen angestoßen wie zuletzt die Debatte um Rationierung und Priorisierung in der Medizin. Er hat vor der Kommerzialisierung der Medizin ebenso gewarnt wie vor der staatlichen Überreglementierung der Freiberuflichkeit des Arztberufes. Besonders am Herzen lag Jörg Hoppe die Ethik in der Medizin. Dabei hat er die Ansichten der Ärzteschaft zu Themen wie der ärztlichen Sterbehilfe und der Präimplantationsdiagnostik stets mit großer Kenntnis und stets mit viel Bedacht vertreten und auf diese Weise dafür gesorgt, dass die Bundesärztekammer heute als ethische Instanz gesehen wird. Jörg-Dietrich Hoppe wurde am 24. Oktober 1940 in Thorn an der Weichsel geboren. Von 1960 bis 1965 studierte er Medizin an der Universität zu Köln, promovierte 1966 und arbeitete danach jeweils zwei Jahre als Medizinalassistent und als Assistenzarzt in der Inneren Medizin. 1975 absolvierte er die Weiterbildung in den Fachgebieten Pathologie und Allgemeinmedizin. Bis 1977 arbeitete er als Oberarzt am Institut für Pathologie des Städtischen Krankenhauses Solingen, bevor er an das Krankenhaus Düren GmbH wechselte, wo er bis 1982 als Oberarzt und zwischen 1982 und 2006 als Chefarzt des Instituts für Pathologie tätig war. Auch nach seiner Pensionierung 2006

arbeitete er in der Pathologie des Krankenhauses Düren mit Freude als niedergelassener Pathologe. Als Jörg Hoppe 1970 und 1971 im Streit um eine Vergütung der Bereitschaftsdienste den ersten Streik des Marburger Bundes mitorganisierte, den berühmten „Bleistiftstreik“, entdeckte er seine Leidenschaft für die ärztliche Berufspolitik, die ihn sein gesamtes Leben nicht wieder losließ. 1975 wurde er Mitglied des Vorstands der Bundesärztekammer und zweiter Vorsitzender des Marburger Bundes, von 1979 bis 1989 stand er dem Verband als erster Vorsitzender vor. 1991 wurde er zum Vizepräsidenten der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages gewählt, 1993 zum Präsidenten der Ärztekammer Nordrhein. 1999 schließlich folgte er Prof. Dr. Karsten Vilmar im Amt des Präsidenten der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages. Zwölf Jahre lang, bis zum 2. Juli diesen Jahres, führte er die Geschicke der deutschen Ärzteschaft. „Der Arztberuf war seine große Passion“, sagte Montgomery. „Auch wenn er in seiner zweiten großen Leidenschaft, der Musik, sehr erfolgreich gewesen wäre, so hat Jörg Hoppe doch nie Zweifel daran gelassen, dass der Beruf des Arztes der schönste Beruf ist, den es gibt. Aus dieser Leidenschaft zum Arztberuf heraus hat er gegen die Misstrauenskultur im Gesundheitswesen und für das vertrauensvolle, individuelle Patienten-Arzt-Verhältnis gekämpft. Das System sollte für die Menschen da sein, und nicht umgekehrt. Mit Jörg Hoppe geht ein guter Mensch, ein großartiger Arzt und ein echter Anwalt der Patienten von uns. Die deutsche Ärzteschaft trauert um einen großen Kollegen.“ Text/Foto: BÄK


Mi t t ei l ungen aus d er K amm er

2. Sitzung der Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt in der VI. Wahlperiode (2011- 2016) am 5. November 2011, Rede der Ärztekammerpräsidentin Dr. Simone Heinemann-Meerz

Beginn mit viel Schwung Die Präsidentin, Dr. Simone Heinemann-Meerz, hat in ihrem Eingangsstatement einen Bericht zu den Aktivitäten der letzten vier Monate gegeben. Viel Schwung und Motivation war nicht nur bei den gewählten Mandatsträgern, sondern auch bei der gesamten Verwaltungsmannschaft zu spüren. Dafür dankte sie allen gleich zu Beginn ihrer Rede. Danach wurden die Kammerversammlungsmitglieder über den Stand aktueller gesundheitspolitischer Vorhaben und Themen, die zukünftig auch die Ärzteschaft in S-A betreffen werden - wie der Beschluss der Richtlinie zur Substitution ärztlicher Leistungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (Abb. 1) und das GKV-Versorgungsstrukturgesetz mit seinem aktuellen Zeitplan, das Transplantationsgesetz und das Gendiagnostikgesetz informiert. Einige Problemfelder, die bereits in der Bewerbungsrede von Frau Dr. Heinemann-Meerz zum Präsidentenamt Erwähnung fanden (s. ÄB 7/2010), wurden in dieser doch kurzen Zeit der neuen Legislaturperiode in Angriff genommen. Der Focus richtete sich auf die Öffentlichkeitsarbeit nach außen - Bestellung eines Pressesprechers (Abb.2), Organisation einer Pressekonfernz zum Thema „Auf dem Papier zu viel - auf dem Land zu wenig. Ist der Ärztemangel hausgemacht?“ und auf Öffentlichkeitsarbeit nach innen - Versendung eines Vorstandstelegrammes an die Mitglieder der Kammerversammlung, Zusendung der Online News der BÄK an alle Vorstandsmitglieder und die Entwicklung neuer Strategien der Informationsverbreitung für alle Kammermitglieder, so einer möglichen OnlineAusgabe und Entwicklung eines neuen Konzeptes für die Printausgabe des Ärzteblattes. Für diese Aufgaben wurde Frau Dr. Heinemann-Meerz in die Funktion der Chefredakteurin des Ärzteblattes von den Mitgliedern der Kammerversammlung gewählt (s. a. S. 10).

G-BA beschließt am 20.10.11 Richtlinie zur Substitution ärztlicher Leistungen ! Bundesrat

Bundestag

Bundesregierung

Ministerium für Gesundheit Aufsicht

SGBV

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Gemeinsamer Bundesausschuss (1 Vorsitzender, 2 Unparteiische Mitglieder und 11 weitere Mitglieder)

Leistungsbringer • 2 Vertreter der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung • 2 Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung • 2 Vertreter der Deutschen Krankenhausgesellschaft

Kostenträger • 5 Vertreter des GKV-Spitzenverbandes (Spitzenverband Bund der Krankenkassen) Patienten • Max. 5 Vertreter (ohne Stimmrecht)

Abb. 1

Über die Arbeit in der Bundesärztekammer konnte die Präsidentin berichten, dass erstmals Vertreter der Ärztekammer Sachsen-Anhalt (außer dem Präsidenten) in Ausschüssen der Bundesärztekammer tätig sind. Die Präsidentin berichtete in ihrer Rede über die in der

Abb. 2: Ass. jur. Tobias Brehme, der neue Pressesprecher

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M it t e ilung e n a u s d e r K a m m e r

zurückliegenden Zeit geführten zahlreichen informativen Gespräche, so mit unserem Ministerium für Arbeit und Soziales, mit der Krankenhausgesellschaft, dem Marburger Bund, mit dem Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht. Frau Dr. Heinemann-Meerz besuchte gemeinsam mit dem Vizepräsidenten, Herrn Dr. Lindemann-Sperfeld, das Bundeswehr-Sanitätskommando III Weißenfels (Abb. 3). Eine sehr gute Resonanz war zu verzeichnen, als die Ärztekammer zusammen mit der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft zum ersten gemeinsamen Therapiesymposium in Magdeburg einlud, das von der Präsidentin moderiert wurde. Abb. 3: Frau Dr. Heinemann-Meerz mit Generalarzt Dr. Tempel u. dem Vizepräsidenten Dr. Lindemann-Sperfeld (li.)

2. Sitzung der Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, VI. Wahlperiode (2011- 2016) am 5. November 2011 Beschlüsse Verabschiedung einer Resolution der Kammerversammlung: „Bestehende Schieflage bei Vergütung korrigieren“ (den vollständigen Wortlaut lesen Sie auf S. 9) Besetzung von Ausschüssen und Gremien für die VI. Wahlperiode (siehe S. 9) Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt - Feststellung des Jahresabschlusses 2010 der Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt sowie Entlastung von Verwaltungsausschuss und Aufsichtsausschuss - Festsetzung des Rentenbemessungsbetrages und Leistungsverbesserungen für das Jahr 2012 (Veröffentlichung im Ärzteblatt erfolgt nach aufsichtsbehördlicher Genehmigung) - 9. Satzung zur Änderung der Alterssicherungsordnung (Veröffentlichung im Ärzteblatt erfolgt nach aufsichtsbehördlicher Genehmigung) - Wahl der Mitglieder des Aufsichts- und Verwaltungsausschusses der Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt für die Wahlperiode 01.01.2012 bis 31.12.2017 (siehe S. 10) - Entschädigungsregelungen Finanzangelegenheiten - Feststellung des Jahresabschlusses für das Jahr 2010 sowie Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsführung - Verwendung des Jahresüberschusses 2010 - Beschluss des Haushaltsplanes 2012

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Resolution der Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt

Angleichung der Vergütung an die Morbidität notwendig Die morbiditätsorientierte Gesamtvergütung finanziert die Grundversorgung der Bevölkerung mit ambulanten ärztlichen Leistungen in einem Bundesland. Wenn es unbestrittener politischer Konsens ist, dass die Grundversorgung überall in Deutschland mit einheitlicher Qualität und Verfügbarkeit zu gewährleisten ist, dann müssen in ganz Deutschland vergleichbare finanzielle Mittel dafür zur Verfügung gestellt werden. Das ist zur Zeit nicht der Fall. Während beim Spitzenreiter Berlin im Jahr 2011 ein Jahresbetrag in Höhe von 386 Euro für die ambulante Behandlung eines gesetzlich Versicherten bereit steht, muss sich SachsenAnhalt mit 325 Euro begnügen. Die Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt fordert dringend eine kurzfristige Korrektur dieser Schieflage. Eine Anhebung der morbiditätsorientierten Gesamtver-

gütung aller KV-Regionen auf mindestens den heutigen Bundesdurchschnitt muss im Jahr 2012 erfolgen. Hierfür muss die Politik im Versorgungsstrukturgesetz die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen. Die Aufgabe der Sicherstellung der ambulanten Versorgung fordert gerade in Bundesländern mit geringerer Wirtschaftskraft angesichts der perspektivischen Herausforderungen wie Ärztemangel und Zunahme älterer Bürger (und damit an Morbidität) besondere strukturelle Anstrengungen. Dem trägt der Gesundheitsfonds mit einer Verteilung seiner Mittel auf die Kassen entsprechend der Morbidität der Versicherten und unabhängig von der finanziellen Stärke der Region Rechnung. Mit dieser länderneutralen und morbiditätsgesteuerten Orientierung der Kassenfinanzen steht die derzeitige Finanzierung der ambulanten Grundversorgung in den Ländern jedoch nicht im Einklang.

Besetzung von Ausschüssen und Gremien für die VI. Wahlperiode (2011- 2016) Finanz- und Beitragsausschuss (bereits auf der konst. Sitzung der Kammerversammlung am 25.06.2011 gewählt) Dr. med. Peter Wolf Vorsitzender Prof. Dr. med. Hermann Seeber Stellv. Vorsitzender Dr. med. Hans-Peter Bosselmann Dr. med. Christian Eggemann Dr. med. Ulrich Kuminek Ausschuss Berufsordnung Dipl.-Med. Stefan Andrusch Dr. med. Michael Büdke Dr. med. Katrin Lauerwald Dipl.-Med. Dörte Meisel Dr. med. Martin Röpke Ausschuss Ärztliche Weiterbildung Dr. med. Peter Eichelmann Dipl.-Med. Dörte Meisel Prof. Dr. med. habil. Stefan Plontke Prof. Dr. med. habil. Udo Rebmann Dr. med. Axel Schobeß PD Dr. med. habil. Wolfgang Schütte Henrik Straub Prof. Dr. med. habil. Hans Gert Struck

Ausschuss Qualitätssicherung Dr. med. Walter Asperger Dr. med. Dominik Brammen Dr. med. Corina Lindemann-Sperfeld Dr. med. Karin Rybak Dr. med. Matthias Sywottek Ausschuss Gebührenordnung und Honorarprüfung Prof. Dr. med. habil. Paul Janowitz Dr. med. Paer Lemme Lutz Müller Dr. med. Manfred Peters Dr. med. Peter Wolf Vorsitzende der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung Dr. med. Barbara Knittel Beirat der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung Dipl.-Med. Stefan Andrusch Dr. med. Hans-Peter Bosselmann Dr. med. Michael Büdke Dr. med. Frank Heres Dr. med. Wolfgang Lessel Dr. med. Peter Trommler

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Schlichtungsausschuss Mitglieder Vorsitzender RA Marcus Bondick Beisitzer Dipl.-Med. Mroawan Amoury Dr. med. Kathrin Stuhec

Stellvertreter Ass. Jur. Kathleen Hoffmann Dr. med. Jürgen Metker Dr. med. Thomas Wiebe

Delegierte und Ersatzdelegierte zum Deutschen Ärztetag Delegierte Dr. med. Petra Bubel Dr. med. Michael Büdke Dr. med. Jörg Böhme Dr. med. Thomas Langer Dr. med. Lutz Lindemann-Sperfeld Prof. Dr. med. habil. Udo Rebmann Dr. med. Peter Wolf Ersatzdelegierte Dipl.-Med. Stefan Andrusch PD Dr. med. habil. Uwe Ebmeyer Dr. med. Gabriele Genseke Dr. med. Dieter Hoffmeyer Dr. med. Burkhard John Dipl.-Med. Dörte Meisel Henrik Straub Kuratorium des Sozialwerkes Dr. med. Jörg Böhme Wolfgang Brandt Dr. med. Renate Deike Dr. med. Christian Eggemann Ass. jur. Annett Montes de Oca, Juristin Kathrin Komarek, Bankfachfrau Aufsichtsausschuss des Sozialwerkes RA Lutz Böhme Vorsitzender Dipl.-Med. Dörte Meisel Dipl.-Med. Torsten Kettmann Dr. med. Kathrin Stuhec IVF-Kommission Dr. med. Petra Kaltwaßer Dr. med. Ingrid Nickel Dr. med. Hermann Voß Chefredakteurin des Ärzteblattes Dr. med. Simone Heinemann-Meerz Ausschuss Notfall- und Katastrophenmedizin Dipl.-Med. Mroawan Amoury Dr. med. Dieter Hoffmeyer PD Dr. med. habil. Uwe Ebmeyer Dipl. Med. Andrea Hackl Dr. med. Ilja Karl Dr. med. Karsten zur Nieden

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Ausschuss Sucht und Suchtbekämpfung Dr. med. Grit Darmochwal Eckart Grau Dipl.-Med. Peter Jeschke Dr. med. Gabriele Jungbluth-Strube Dr. med. Volker Kielstein PD Dr. med. habil. Ulrich Preuß Ausschuss Krankenhaus Dr. med. habil. Henning Böhme PD Dr. med. habil. Uwe Ebmeyer Dr. med. Lutz Lindemann-Sperfeld Dr. med. Olaf Linke Prof. Dr. med. habil. Florian Seseke Doreen Steinke Ethikkommission (beschlossen auf der Vorstandssitzung am 31.08.2011) Dr. med. habil. Dr.rer.nat. Jürgen Metzner Vorsitzender Dr. med. Maike Hartmann Prof. Dr. med. habil. Manfred Kleiber Dr. med. Sabine Reinhold Dr. med. Hermann Voß Frau Ass. jur. Kathleen Hoffmann Jurist Frau Rosemarie Bahn Theologin Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt (Wahlperiode 01.01.2012 – 31.12.2017) Aufsichtsausschuss der Ärzteversorgung Dr. med. Jörg Böhme Vorsitzender Dr. med. Peter Eichelmann Stellv. Vorsitzender Dr. med. Tom Giesler Dr. med. Michael Köpernik Dr. med. Paer Lemme Dr. med. Ulrich Neumann Dr. med. Axel Schobeß Verwaltungsausschuss der Ärzteversorgung Dr. med. Walter Kudernatsch Vorsitzender Dr. med. Karl-Friedrich Wolf Stellv. Vorsitzender Wolfgang Brandt Dr. med. Ulrich Kuminek Godehard Vogt, Jurist Dr. Martin Scholz, Bankfachmann Prof. Dr. Klaus Heubeck, Versicherungsmathematiker An dieser Stelle dankt die Präsidentin all den Kolleginnen und Kollegen, die in der vergangenen Legislaturperiode für die Ärztekammer Funktionen in Gremien übernommen und somit den Begriff Selbstverwaltung mit Leben erfüllt haben. Nicht alle konnten – trotz Bereitschaftserklärung – wieder in die personelle Besetzung einbezogen werden. Gedankt sei auch den Kammermitgliedern, die sich erstmalig bereiterklärten, Funktionen zu übernehmen, aufgrund der Vielzahl der Meldungen aber nicht berücksichtigt werden konnten.


Auf dem Papier zu viel - auf dem Land zu wenig Ist der Ärztemangel hausgemacht? Zu diesem Thema fand am 9. November im Haus der Heilberufe in Magdeburg ein Pressegespräch statt, zu dem die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt eingeladen hatte. Journalistinnen und Journalisten der Mitteldeutschen Zeitung, der Volksstimme, des MDR u. a. m. waren erschienen, um sich über diese aktuelle Problematik zu informieren. Die Präsidentin, Frau Dr. Heinemann-Meerz, stand nach ihren Ausführungen den Journalisten für Fragen und Interviews zur Verfügung, ebenso der Vizepräsident, Herr Dr. Lindemann-Sperfeld, und die beiden Geschäftsführer der Ärztekammer, Herr Dr. Schöning und Frau Schmidt. Zum Jahresende 2010 waren in Sachsen-Anhalt 3.259 Ärztinnen und Ärzte in der ambulanten Versorgung berufstätig. Im stationären Bereich arbeiteten 4.544 Mediziner, in Körperschaften und Behörden 309 und in sonstigen Bereichen 139 Ärzte. Damit sind insgesamt 8.251 Ärzte im Land laut Statistik der Ärztekammer berufstätig. So viele, wie noch nie zuvor in Sachsen-Anhalt. Warum sprechen wir aber von einem Ärztemangel, wo das Papier eine andere Sprache spricht?

Der Vergleich der Arztdichte mit denen anderer Bundesländer lässt erkennen, dass in Sachsen-Anhalt nicht von einer „Ärzte-

„Seit Jahren spüren wir in der Ärztekammer Sachsen-Anhalt den zunehmenden Ärztemangel. Das zeigt sich u.a. in den vielen Patientenanfragen zur Vermittlungshilfe von Arztterminen. Ist der Ärztemangel etwa hausgemacht?“ Rein statistisch gesehen ist kein Ärztemangel zu erkennen. Doch eine genauere Analyse zeigt, dass die Medizin zunehmend weiblicher wird. Nicht nur deshalb wird heute mehr in Teilzeit gearbeitet. Aus den statistischen Berichten des Landes Sachsen-Anhalt geht hervor, dass sich beispielsweise im Zeitraum von 1999 bis 2008 die Anzahl der Ärzte in Krankenhäusern um 16,8 % erhöht hat. Gleichzeitig hat sich die Zahl der in Teilzeit arbeitenden Krankenhausärzte um 155,4 % erhöht. Nach einer Erhebung der Kammer im Februar 2011arbeiten in Sachsen-Anhalt 502 Ärztinnen und Ärzte in Teilzeit, davon auch 91 im ambulanten Bereich. „Wer heute Beruf und Familie vereinbaren möchte, ist häufig auf Teilzeitarbeit angewiesen. Daher müssen wir ab sofort die Arbeitsstunden vergleichen und nicht nur die Anzahl der berufstätigen Ärzte“, nennt Dr. Simone Heinemann-Meerz objektive Gründe für den bestehenden Ärztemangel. Weitere Gründe sind in der demografischen Struktur zu erkennen. Mit der abnehmenden Zahl der Einwohner in SachsenAnhalt wird der Altersdurchschnitt immer höher. Heinemann-Meerz: „Durch diesen steigenden Altersdurchschnitt steigt die Zahl der Patienten mit höherem Behandlungsbedarf bzw. häufigerer und längerer Behandlungsdauer. Die Belastung der praktizierenden Ärzte nimmt trotz Rückgang der Anzahl der Einwohner deutlich zu.“

schwemme“ gesprochen werden kann.

Die Arztdichte in Sachsen-Anhalt ist in den letzten Jahren zwar angestiegen. Im bundesweiten Vergleich liegt Sachsen-Anhalt jedoch noch immer an vorletzter Stelle. Kommen beispielsweise in Hamburg 167 Einwohner auf einen Arzt, so sind es in SachsenAnhalt 293 Einwohner.

Die Ärztekammer hat einige Möglichkeiten, dem Ärztemangel zu begegnen. Sicher ist, um das heute bestehende Niveau der ärztlichen Versorgung zu sichern, muss die Anzahl der kurativ tätigen Ärzte steigen. Nur so können sich der steigende Behandlungsbedarf in der alternden Bevölkerung und die Reduzierung der Arbeitszeit von Ärzten ausgleichen. Hier setzt die Koordinierungsstelle für die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin, bekannt unter der Abkürzung KOSTA, an. „In Halle kümmert sich außerdem ein regionaler Weiterbildungsverbund um die Interessen der jungen Mediziner, die sich auf den Ausbildungsweg zum Allgemeinmediziner begeben haben. Und nicht zuletzt werden wir als Kammer politisch aktiv, um die Rahmenbedingungen der ärztlichen Tätigkeit zu verbessern. Das angelaufene Stipendienprogramm ist ein hilfreicher Weg. Doch darüber hinaus benötigen wir weiter verbesserte Strukturen, damit die bei uns ausgebildeten Mediziner auch im Land bleiben. Da kann und muss die Politik uns hilfreich zur Seite stehen“, fordert die Kammerpräsidentin.

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Die Kassenärztliche Vereinigung schreibt folgende Vertragsarztsitze aus: Fachgebiet:

Praxisform: Praxisort: Fachgebiet:

Praxisform: Planungsbereich:

Fachgebiet:

Haut- und Geschlechtskrankheiten Einzelpraxis Ohrekreis Psychologische Psychotherapie (halber Versorgungsauftrag) Einzelpraxis Schönebeck

Praxisform: Praxisort:

Psychologische Psychotherapie Einzelpraxis Saalkreis

Fachgebiet: Praxisform: Praxisort:

Anästhesiologie Einzelpraxis Wolmirstedt

Bewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt, Abt. Zulassungswesen Postfach 1664, 39006 Magdeburg Die Ausschreibung endet am 25. dieses Monats. Wir weisen darauf hin, dass sich die in der Warteliste eingetragenen Ärzte ebenfalls um den Vertragsarztsitz bewerben müssen.

Wechsel der Chefredaktion des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt

Dank an den langjährigen Chefredakteur

Die Kammerversammlung wählte am 05.11.2011 Frau Dr. Simone Heinemann-Meerz zur neuen Chefredakteurin des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt. Sie löst damit Dr. Henning Friebel ab, der über 20 Jahre lang diese Funktion inne hatte. Bereits kurz nach der Gründung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt wurde im Juni 1990 der Ausschuss „Pressearbeit und Redaktionskollegium“ gebildet, wofür Dr. Friebel die Verantwortung übernahm. Am 8. Oktober 1990 erschien das erste „Offizielle Ärzteblatt für Sachsen-Anhalt“ mit Dr. Friebel als Chefredakteur. Zunächst gestaltete sich die redaktionelle Arbeit aufgrund der räumlichen Trennung schwierig, da das Ärzteblatt in Köln beim Deutschen Ärzteverlag hergestellt wurde. Durch Professionalität und Kreativität wurden Ideen geboren und verwirklicht - notwendige Veränderungen umgesetzt. Dr. Friebel hat diese Entwicklung über 20 Jahre geleitet und dem Ärzteblatt in Zusammenarbeit mit dem Redaktionskollegium ein eigenes Gesicht gegeben. Insbesondere seine monatlichen Editorials waren bei der Leserschaft sehr beliebt.

Vorstand und Geschäftsführung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt danken Herrn Dr. Henning Friebel für seine langjährige engagierte Tätigkeit als Chefredakteur und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute!

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Mi t t ei l ungen aus d er K amm er

Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt Monatlich möchten wir an dieser Stelle die Ärztinnen und Ärzte benennen, die erfolgreich ihre Facharztprüfung an der Ärztekammer Sachsen-Anhalt abgelegt haben. Im Monat Oktober konnten wir folgende Ärztinnen und Ärzte zum Erwerb des Facharztes beglückwünschen: Facharzt für Allgemeinmedizin Anastasija Schwab, Havelberg

Facharzt für Anästhesiologie Dr. med. Dominik Brammen, Magdeburg

Facharzt für Innere Medizin Anna Miskiewicz, Tangermünde Dr. med. Peter Rauh, Berlin Dr. med. Tanja Matz, Walsleben

Neu erteilte Weiterbildungsbefugnisse gemäß der Weiterbildungsordnung vom 16.04.2005 (siehe auch im Internet unter www.aeksa.de) Facharztbezeichnungen: Allgemeinmedizin Dr. med. Dietlind Belkner Dr. med. Kurt Belkner 12 Monate Gemeinschaftspraxis Lindenstraße 5 06628 Naumburg (Saale) Dipl.-Med. Helga Feuersenger 12 Monate Arztpraxis Chausseestraße 34 d 39221 Eggersdorf MR Dr. med. Karl Ling 12 Monate, davon 6 Monate in der ambulanten hausärztlichen Versorgung und 6 Monate in der internistischen Patientenversorgung Arztpraxis Poststraße 17 06502 Thale Dr. med. Andreas Lößner 12 Monate, davon 6 Monate in der ambulanten hausärztlichen Versorgung und 6 Monate, in der internistischen Patientenversorgung Arztpraxis Goethestraße 49 39108 Magdeburg Dr. med. Jörg Tonn 18 Monate Arztpraxis Peter-Paul-Straße 32 39106 Magdeburg

Viszeralchirurgie Dr. med. M.Sc. Stefan Kothe 24 Monate Basisweiterbildung Chirurgie im Verbund mit Dr. med. Andreas Birke, Dr. med. Tino Zirk und Dipl.-Med. Karola Schröder und 24 Monate Viszeralchirurgie HELIOS Klinik Lutherstadt Eisleben Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Hohetorstraße 25 06295 Lutherstadt Eisleben Frauenheilkunde und Geburtshilfe Prof. Dr. med. Michael Tchirikov 60 Monate im Verbund mit Prof. Dr. med. habil. Christoph Thomssen Universitätsklinikum Halle (Saale) Klinik für Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin Ernst-Grube-Straße 40 06120 Halle (Saale) Innere Medizin Christian Kalisch 36 Monate Basisweiterbildung Innere Medizin im Verbund mit Dr. med. Michael Böhme und 24 Monate Innere Medizin einschl. 6 Monate internistische Intensivmedizin im Verbund mit Dipl.-Med. Horst Kramer Klinikum Aschersleben-Staßfurt GmbH Abteilung interdisziplinäre Patientenund Notaufnahme Eislebener Straße 7 a 06449 Aschersleben

Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie Dr. med. Frank Ackermann 36 Monate im Verbund mit Prof. Dr. med. Peter Jehle Arztpraxis Adam-Kuckhoff-Straße 41 06108 Halle (Saale) Prof. Dr. med. Peter Jehle 36 Monate Basisweiterbildung Innere Medizin im Verbund mit Dr. med. Renee Schmidt, Dr. med. Stephan Sack, Dr. med. Cornelia Winkelmann und Dipl.-Med. Martina Jentzsch und 36 Monate Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie einschl. 6 Monate internistische Intensivmedizin im Verbund mit Dr. med. Burkhard Schulze und Dr. med. Frank Ackermann Paul Gerhardt Diakonie Krankenhaus und Pflege GmbH Klinik für Innere Medizin Paul-Gerhardt-Straße 42-45 06886 Lutherstadt Wittenberg Neurologie Dott./Univ.Siena Knut Busse 12 Monate Waldklinik Bernburg GmbH Neurologische Klinik Keßlerstraße 8 06406 Bernburg (Saale)

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M it t e ilung e n a u s d e r K a m m e r

Facharztbezeichnungen: Physikalische und Rehabilitative Medizin Dr. med. Gisa Kopp 18 Monate Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg-Kur-GmbH Kurpromenade 1 06905 Bad Schmiedeberg

Urologie Prof. Dr. med. Martin Schostak 60 Monate Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg/Med. Fakultät Klinik für Urologie Leipziger Straße 44 39120 Magdeburg

Schwerpunktbezeichnung:

Zusatzbezeichnungen:

Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin Prof. Dr. med. Michael Tchirikov 36 Monate Universitätsklinikum Halle (Saale) Klinik für Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin Ernst-Grube-Straße 40 06120 Halle (Saale)

Diabetologie Thilo Koch 18 Monate Arztpraxis und Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis GmbH Weiße Mauer 52 06217 Merseburg

Notfallmedizin Christian Kalisch 6 Monate Klinikum Aschersleben-Staßfurt GmbH Abteilung interdisziplinäre Patientenund Notaufnahme Eislebener Straße 7 a 06449 Aschersleben

Geriatrie Dipl.-Med. Ines Kraußlach 18 Monate Paul Gerhardt Diakonie Krankenhaus und Pflege GmbH Klinik für Innere Medizin Paul-Gerhardt-Straße 42-45 06886 Lutherstadt Wittenberg

Dr. med. Jörg Mangold 6 Monate Harz-Klinikum Wernigerode-Blankenburg GmbH Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin Ilsenburger Straße 15 38855 Wernigerode

Naturheilverfahren Dipl.-Med. Silvia Mühlbach 3 Monate Arztpraxis Friedensstraße 5 06712 Zeitz

Sozialmedizin Dipl.-Med. Gitta Friedrichs 12 Monate medinet-AG „Alte Ölmühle“ Berliner Chaussee 66 39114 Magdeburg

Kinder-Nephrologie PD Dr. med. habil. Ludwig Patzer 36 Monate im Verbund mit PD Dr. med. habil. Ulrike John, (Universitätsklinikum Jena) Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Mauerstraße 5 06110 Halle (Saale)

Erloschene Weiterbildungsbefugnisse:

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Für die Unterstützung der Kammerarbeit im Rahmen der Weiterbildung möchten wir nachfolgenden Ärzten herzlich danken:

Dr. med. Gabriele Ehlers, Arztpraxis Halberstadt, Befugnis für Innere und Allgemeinmedizin endete am 30.09.2011

MR Dr. med. Reinhard Kaufer, Arztpraxis Hettstedt, Befugnisse für Allgemeinmedizin und Innere und Allgemeinmedizin endeten am 30.09.2011

Dr. med. Constanze Dankert, Arztpraxis Teutschenthal, Befugnis für Pathologie endete am 30.06.2011

Dr. med. Andrea Großer, Sana OhreKlinikum Haldensleben, Befugnis für Diabetologie endete am 30.09.2011

Dr. med. Jaqueline Henschel, Burgenlandklinik Bad Kösen, Befugnis für Psychiatrie und Psychotherapie endete am 31.08.2011

Dr. med. Gudrun Kaufer, Arztpraxis Hettstedt, Befugnisse für Innere Medizin und Innere und Allgemeinmedizin endeten am 30.09.2011

Dr. med. Uwe-Bernd Liehr, Otto-vonGuericke-Universität Magdeburg/Med. Fakultät, Befugnis für Urologie endete am 16.10.2011, Übertragung an Prof. Dr. med. Martin Schostak

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Dr. med. Mathias Mennig, Carl-vonBasedow Saalekreis GmbH, Merseburg, Befugnis für Spezielle Unfallchirurgie endete am 30.09.2011


Erloschene Weiterbildungsbefugnisse: Prof. Dr. med. habil. Elmar Peschke, Universitätsklinikum Halle (Saale), Befugnis für Anatomie endete am 30.09.2011 Dr. med. Gerlinde Pommrich, Arztpraxis Wernigerode, Befugnis für Innere Medizin endete am 30.09.2011

Dr. med. Thomas Poss, Asklepios Klinik Weißenfels, Befugnisse für Orthopädie und Unfallchirurgie, Handchirurgie und Spezielle Unfallchirurgie endeten am 30.09.2011 Dr. med. Ulf Redlich, Klinikum Magdeburg gGmbH, Befugnis für Radiologie endete am 31.08.2011

Dr. med. Joachim Pommrich, Arztpraxis Wernigerode, Befugnis für Allgemeinmedizin endete am 30.09.2011

Dr. med. Cerrie Scheler, Universitätsklinikum Halle (Saale), Befugnisse für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin endeten am 21.09.2011, Übertragung an Prof. Dr. med. Michael Tchirikov Dipl.-Med. Christian Wunderlich, Waldklinik Bernburg GmbH, Befugnis für Neurologie endete am 31.05.2011

Neu zugelassene Weiterbildungsstätten: Paul Gerhardt Diakonie Krankenhaus und Pflege GmbH Paul-Gerhardt-Straße 42-45 06886 Lutherstadt Wittenberg Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie zugelassen für Viszeralchirurgie Klinik für Innere Medizin zugelassen für Geriatrie

AMEOS Klinikum St. Salvator Halberstadt GmbH Gleimstraße 5 38820 Halberstadt Medizinische Klinik zugelassen für Innere Medizin und Kardiologie

Johanniter Krankenhaus GenthinStendal gGmbH Bahnhofstraße 24-26 39576 Stendal Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe zugelassen für Spezielle Geburts- hilfe und Perinatalmedizin medinet-AG „Alte Ölmühle“ Rehabilitationsfachklinik für Abhängigkeitserkrankungen Berliner Chaussee 66 39114 Magdeburg zugelassen für Sozialmedizin

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Referat „Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten“ informiert

Anmeldung zur Zwischenprüfung am 13.03.2012 Wir erinnern an die rechtzeitige Anmeldung der Auszubildenden und Einzelumschüler zur Zwischenprüfung Termin: 15.01.2012 Alle in Frage kommenden Auszubildenden und Umschüler wurden durch ihren ausbildenden Arzt informiert. Bitte beachten Sie: Sollte Ihre Auszubildende zu Beginn des 2. Ausbildungsjahres noch unter die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes fallen, überprüfen Sie bitte, ob die Kopie der Bescheinigung der Nachuntersuchung der Kammer vorgelegt wurde. Ist dies nicht der Fall, muss diese bei der Anmeldung zur Zwischenprüfung unbedingt mit vorgelegt werden. Ohne diese Bescheinigung ist eine Zulassung zur Zwischenprüfung nicht möglich!

Für 2 Jahre nimmt Frau Sander die Funktion der Vorsitzenden und Frau Dr. med. Genseke die Funktion des Stellvertreters wahr. Gemäß der Geschäftsordnung erfolgt nach 2 Jahren ein Wechsel in der Funktion. Mitlieder und Stellvertreter in dieser Wahlperiode Arbeitgeber Frau Dr. med. Gerhild Bartels Herr Dipl.-Med. Klaus Benecke Herr Dr. med. Peter Burger Herr Dr. med. Hans-Jürgen Witt Frau Dr. med. Gabriele Genseke Herr Bernhard Blum Stellvertreter Frau Dr. med. Cornelia Krause Herr Henrik Straub

Berufsbildungsausschuss

Lehrer

Am 14.09.2011 fand die konstituierende Sitzung des Berufsbildungsausschusses der Ärztekammer für den Beruf der Medizinischen Fachangestellten in den Räumen der Ärztekammer statt.

Frau Christa Schuster Frau Reinhild Behrendt Frau Kati Wecke Frau Marita Spielau Herr Hans-Eckehard Sonntag

Für die VI. Wahlperiode – Berufungszeitraum 01.09.2011 bis 31.08.2015 – stellten sich für die Funktion des Vorsitzenden sowie des Stellvertreters Frau Dr. med. Gabriele Genseke Arbeitgebervertreterin Frau Erika Sander Arbeitnehmervertreterin zur Wahl. Beide Mitglieder wurden einstimmig gewählt.

Arbeitnehmerinnen Frau Karin Thiemann Frau Eva Reinhardt Frau Erika Sander Frau Uta Jahnke Frau Christin Gösel Frau Maria Kotowski Stellvertreter Frau Eva Lifka Frau Claudia Magyar Frau Claudia Siebert Frau Jutta Hartmann

Dr. med. Gabriele Genseke und Erika Sander

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Ordnung für die Fortbildung und Prüfung zum Fachwirt/zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung Auf Grund der Beschlüsse des Berufsbildungsausschusses vom 15.09.2010 und 14.09.2011 erlässt die Ärztekammer Sachsen-Anhalt als zuständige Stelle gemäß §§ 1 Abs. 4, 54, 56 in Verbindung mit § 47 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz (BBiG) vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931 ff, zuletzt geändert durch Art. 15 Abs. 90 des Gesetzes vom 05.02.2009, BGBl. I S. 160) sowie unter Berücksichtigung der Verordnung über die Berufsausbildung zur Medizinischen Fachangestellten vom 26. April 2006, BGBl. I Nr.22 die folgende Ordnung für die Fortbildung und Prüfung zum Fachwirt/zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung Präambel Ziel dieser Fortbildung zum Fachwirt/zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung ist es, dem/der Medizinischen Fachangestellten/Arzthelfer/Arzthelferin einen beruflichen Aufstieg zu ermöglichen. Der Fachwirt/die Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung soll als führende Kraft im Team des niedergelassenen Arztes/der niedergelassenen Ärztin oder anderer ambulanter Versorgungseinrichtungen anspruchsvolle und/oder spezialisierte Aufgaben in den Bereichen Medizin, Patientenbegleitung und Koordination sowie Praxisführung wahrnehmen. Der Fachwirt/die Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung soll darüber hinaus weiterführende Handlungskompetenzen in mindestens einem medizinischen Arbeitsfeld nachweisen, um den Arzt/die Ärztin qualifiziert zu unterstützen. Erster Abschnitt Fortbildung mit Prüfung

§1 Ziel der Fortbildung mit Prüfung (1) Ziel der Fortbildung zum geprüften Fachwirt/zur geprüften Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung ist es, durch Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen eines/einer Medizinischen Fachangestellten/Arzthelfers/Arzthelferin, auch durch den Erwerb besonderer Handlungskompetenzen in mindestens einem medizinischen Arbeitsfeld, in einem anderen oder umfassenderen Tätigkeitsbereich in erweiterter Verantwortung tätig werden zu können. (2) Zum Nachweis der Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen, die durch die berufliche Fortbildung zum Fachwirt/ zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung erworben wurden, führt die Ärztekammer Sachsen-Anhalt Prüfungen nach Maßgabe nachfolgender Vorschriften durch.

§2 Bezeichnung des Abschlusses Die erfolgreich abgelegte Prüfung vor der Ärztekammer Sachsen-Anhalt und der Nachweis des Wahlteiles führen zu dem Abschluss „Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung“/„Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung“. Zweiter Abschnitt Vorbereitung der Fortbildungsprüfung

§3 Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung/Teilprüfung (1) Zur Prüfung/Teilprüfung ist zuzulassen, wer a) eine mit Erfolg vor einer Ärztekammer abgelegte Abschlussprüfung als Medizinischer Fachangestellter/Medizinische Fachangestellte/Arzthelfer/Arzthelferin oder einen gleichwertigen Abschluss oder die Berufsausbildung und Prüfung in einem anderen medizinischen Fachberuf mit anschließender einschlägiger Berufserfahrung und angemessener Dauer in der Tätigkeit als Medizinischer Fachangestellter/Medizinische Fachangestellte/Arzthelfer/Arzthelferin sowie b) die regelmäßige Teilnahme an der Fortbildung in dem/den Handlungs- und Kompetenzfeld/ern (Modul/en), in dem/ denen die Prüfungen/Teilprüfungen abgelegt werden sollen, nachweist. Als regelmäßig gilt eine Teilnahme von 90 % des Unterrichtes. (2) Der Antrag auf Zulassung zur Prüfung/Teilprüfung ist schriftlich nach den von der Ärztekammer bestimmten Fristen und Vorgaben zu stellen. (3) Dem Antrag sind folgende Dokumente beizufügen: 1. Zeugnis über die erfolgreiche Abschlussprüfung zum/zur Medizinischen Fachangestellten/Arzthelfer/Arzthelferin oder eines anderen Abschlusses nach Abs. 1 Buchst. a, 2. Bescheinigung/en über die Teilnahme nach Abs. 1 Buchst. b. (4) Örtlich zuständig für die Zulassung zur Prüfung/Teilprüfung ist die Ärztekammer, in deren Bereich der Antragsteller/ die Antragstellerin in einem Arbeitsverhältnis steht. (5) Ausländische Bildungsabschlüsse und Zeiten der Berufstätigkeit im Ausland werden bei Nachweis berücksichtigt. (6) Die Gleichwertigkeit eines anderen beruflichen Abschlusses mit dem des/der Medizinischen Fachangestellten/Arzthelfers/Arzthelferin sowie mit ausländischen Bildungsabschlüssen stellt auf Antrag die Ärztekammer Sachsen-Anhalt fest.

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(7) Über die Zulassung zur Prüfung/Teilprüfung entscheidet die Ärztekammer, in deren Bereich die Prüfung/Teilprüfung stattfindet.

§4 Dauer und Gliederung der Fortbildung (1) Die Fortbildung umfasst insgesamt mindestens 420 Unterrichtsstunden. (2) Die Fortbildung gliedert sich in einen Pflichtteil von 300 Unterrichtsstunden, der Gegenstand der Prüfungen nach dieser Prüfungsordnung ist und in einen Wahlteil von mindestens 120 Unterrichtsstunden. (3) Ein Fortbildungskurs des Wahlteils soll mindestens 40 Unterrichtsstunden umfassen. Der Wahlteil beinhaltet anerkannte Qualifizierungen in medizinischen Schwerpunktbereichen. (4) Über die Anerkennung von Qualifizierungen innerhalb des Pflicht- und Wahlteiles entscheidet die Ärztekammer, in deren Bereich die Fortbildung stattfindet. (5) Die in der Fortbildung zu erwerbenden Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten des Pflichtteiles werden in einzelnen Modulen nach Maßgabe des jeweils geltenden Rahmencurriculums der Bundesärztekammer vermittelt, die von den Fortbildungsteilnehmern/Fortbildungsteilnehmerinnen innerhalb von 5 Jahren absolviert werden sollen. (6) Die Absolvierung von Fortbildungskursen des Wahlteiles soll nicht länger als 3 Jahre vor oder nach Absolvierung des Pflichtteils erfolgen. Im Falle einer Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) sind die dort angegebenen Fristen zu beachten.

§5 Inhalte der Fortbildung und der Prüfung (1) Die Fortbildung gliedert sich in die Bereiche a. Lern- und Arbeitsmethodik, b. Patientenbetreuung und Teamführung, c. Qualitätsmanagement, d. Durchführung der Ausbildung, e. Betriebswirtschaftliche Praxisführung, f. Einsatz von Informations- und Kommunikations technologien, g. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie h. Betreuung von Risikopatienten und Notfallmanagement, die Gegenstand der Prüfung sind. (2) Im Prüfungsbereich Lern- und Arbeitsmethodik soll der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie in der Lage ist, Strategien, Methoden und Medien des Lernens und der Präsentation für selbst gesteuerte, erfolgreiche Lernprozesse, zur Selbstkontrolle und zur Prüfungsvorbereitung, zum Kompetenzerhalt sowie in pädagogischen Anwendungssituationen zu nutzen.

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(3) Im Prüfungsbereich Patientenbetreuung und Teamführung soll der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie zu einer sensiblen und effektiven Gesprächsführung mit Patienten/Patientinnen und Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen in der Lage ist. Dabei soll er/sie die Grundlagen und Techniken der Kommunikation und Interaktion sowie der Wahrnehmung und Motivation nutzen und Patienten und Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen in ihren spezifischen Problemen und Interessenslagen sowie sozialen Kontexten wahrnehmen. Er/Sie motiviert insbesondere Patienten durch individuelle Ansprache oder im Rahmen von Gruppenschulungen zur kontinuierlichen Mitwirkung im Behandlungsprozess. Er/Sie setzt die wichtigsten Methoden und Techniken zur erfolgsorientierten Anleitung von Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen und zur Teamentwicklung ein. (4) Im Prüfungsbereich Qualitätsmanagement soll der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie bei der Einführung, Durchführung, Kontrolle und Evaluation von Qualitätsmanagementsystemen und -prozessen gestaltend mitwirkt. Im Sinne eines permanenten Qualitätsentwicklungsprozesses wirkt er/sie durch entsprechende Methoden auf die Erreichung von Qualitätszielen und Qualitätsbewusstsein bei den Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen hin. Unter Verantwortung des Arztes/der Ärztin setzt er/sie Qualitätsinstrumente, -verfahren und -techniken planvoll ein, führt Maßnahmen durch und optimiert sie patienten- und mitarbeiterorientiert. (5) Im Prüfungsbereich Durchführung der Ausbildung soll der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie auf der Grundlage der rechtlichen Rahmenbedingungen die Ausbildung von Medizinischen Fachangestellten planen, durchführen und kontrollieren kann. Er/Sie vermittelt Ausbildungsinhalte, leitet die Auszubildenden an, berät und motiviert sie. Er/Sie wendet dabei Kenntnisse der Entwicklungs- und der Lernpsychologie sowie der Berufs- und Arbeitspädagogik an. (6) Im Prüfungsbereich Betriebswirtschaftliche Praxisführung soll der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie betriebliche Abläufe unter ökonomischen Gesichtspunkten planen, organisieren und überwachen kann. Er/Sie gestaltet Arbeitsabläufe und Organisationsstrukturen durch einen zielgerichteten und effizienten Ressourceneinsatz. Er/Sie setzt marketingorientierte Maßnahmen zum Zwecke der Weiterentwicklung von Unternehmenszielen ein. Mit Betriebsmitteln und Materialien geht er/sie unter Beachtung logistischer und ökologischer Gesichtspunkte effizient um. (7) Im Prüfungsbereich Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien soll der Prüfungsteilnehmer/ die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie bei der Hard- und Softwareplanung mitwirkt, diese in die betriebliche Ablauforganisation integriert und effizient anwenden kann. Er/Sie setzt Informations- und Kommunikationstechniken in allen Funktionalitäten ein und kommuniziert mit internen und externen Partnern. Dabei setzt er/sie fachkundig


die Bestimmungen des Datenschutzes und der Datensicherheit um. (8) Im Prüfungsbereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz soll der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie die rechtlichen Grundlagen des Arbeitschutzes kennt und die Verfahren beherrscht. Er/Sie überprüft die Maßnahmen zur Verhinderung und Vermeidung von Infektionen/Unfällen bei Personal und Patienten, plant Veränderungen und kontrolliert deren Umsetzung. Er/ Sie überwacht die Einhaltung der Vorgaben des Medizinproduktegesetzes, der Medizinproduktebetreiberverordnung sowie der Biostoffverordnung. (9) Im Prüfungsbereich Betreuung von Risikopatienten und Notfallmanagement soll der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie in der Lage ist, gesundheitliche Risiken zu erkennen sowie Laborwerte einzuschätzen und an den Arzt weiterzuleiten. Er/Sie sichert den Informationsfluss und organisiert die notwendigen Rahmenbedingungen in der Gesundheitseinrichtung. Er/Sie begleitet spezifische Patientengruppen kontinuierlich bei der Einhaltung ärztlich verordneter Maßnahmen und beachtet dabei insbesondere soziale und kulturelle Besonderheiten. Er/Sie ist in der Lage, notfallmedizinische Situationen zu erkennen und Maßnahmen im Rahmen des Notfallmanagements einzuleiten. Er/Sie organisiert den ständigen Kompetenzerhalt aller nichtärztlichen Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen. (10) Die Lerninhalte der Bereiche sind im Rahmencurriculum der Bundesärztekammer für die Fachwirtin/den Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung (Herausgeber Bundesärztekammer, Fortbildung zum/zur Fachwirt/Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung Rahmencurriculum und Musterfortbildungsprüfungsordnung, 1. Auflage 2009) festgelegt.

§6 Prüfungstermin (1) Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt legt die Prüfungstermine fest. (2) Die Ärztekammer gibt die Prüfungstermine einschließlich der Anmeldefristen in ihrem amtlichen Mitteilungsblatt und auf ihrer Homepage frühzeitig, spätestens einen Monat vor Ablauf der Anmeldefrist bekannt. Wird die Anmeldefrist überschritten, kann die Ärztekammer die Annahme des Antrags verweigern. (3) Werden für schriftlich durchzuführende Prüfungsbereiche einheitliche landesübergreifende Aufgaben verwendet, sind landesübergreifend abgestimmte Prüfungstage anzusetzen.

§7 Befreiung von vergleichbaren schriftlichen Teilprüfungen (1) Der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin ist auf Antrag von der Ablegung schriftlicher Teilprüfungen durch die Ärztekammer zu befreien, wenn er/sie eine andere vergleichbare Prüfung vor einer öffentlichen oder staatlich

anerkannten Bildungseinrichtung oder vor einem staatlichen Prüfungsausschuss oder einer anderen zuständigen Stelle erfolgreich abgelegt hat und die Anmeldung zur Prüfung innerhalb von fünf Jahren nach Bekanntgabe des Bestehens der anderen Prüfung erfolgt (§ 56 BBiG). (2) Anträge auf Befreiung von schriftlichen Teilprüfungen sind zusammen mit dem Zulassungsantrag schriftlich bei der Ärztekammer zu stellen. Die Nachweise über Befreiungsgründe im Sinne von Abs. 1 sind beizufügen.

§8 Entscheidung über die Zulassung und über Befreiungsanträge (1) Über die Zulassung sowie über die Befreiung von einzelnen Teilprüfungen entscheidet die Ärztekammer. Hält sie die Zulassungsvoraussetzungen oder die Befreiungsgründe nicht für gegeben, so entscheidet der Prüfungsausschuss. (2) Die Entscheidungen über die Zulassung und die Befreiung von schriftlichen Prüfungsteilen sind dem Antragssteller/der Antragstellerin rechtzeitig unter Angabe des Prüfungstermins und -ortes einschließlich der erlaubten Arbeits- und Hilfsmittel mitzuteilen. Auf das besondere Antragsrecht für behinderte Menschen ist hinzuweisen. Die Entscheidungen über die Nichtzulassung und über die Ablehnung der Befreiung sind dem Antragssteller/der Antragstellerin schriftlich mit Begründung bekannt zu geben. (3) Die Zulassung und die Befreiung von schriftlichen Teilprüfungen können von der Ärztekammer bis zur Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses zurückgenommen werden, wenn sie aufgrund gefälschter Unterlagen oder falscher Angaben ausgesprochen wurde.

§9 Prüfungsgebühr Für die Teilnahme an der Prüfung wird eine Prüfungsgebühr erhoben, die von dem Prüfungsteilnehmer/der Prüfungsteilnehmerin nach Aufforderung an die Ärztekammer zu entrichten ist. Die Höhe der Prüfungsgebühr bestimmt sich nach der Allgemeinen Gebührenordnung des Landes Sachsen-Anhalt in Verbindung mit der Kostenordnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Dritter Abschnitt Prüfungsausschuss

§ 10 Errichtung (1) Für die Durchführung von Prüfungen im Bereich der beruflichen Fortbildung errichtet die Ärztekammer einen Prüfungsausschuss/Prüfungsausschüsse. (2) Mehrere Ärztekammern können bei einer von ihnen einen gemeinsamen Prüfungsausschuss/gemeinsame Prüfungsausschüsse errichten.

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§ 11 Zusammensetzung und Berufung

§ 12 Ausschluss von der Mitwirkung

(1) Der Prüfungsausschuss besteht aus mindestens drei Mitgliedern. Die Mitglieder müssen für die Prüfungsgebiete sachkundig und für die Mitwirkung im Prüfungswesen geeignet sein (§ 40 Abs. 1 BBiG). Die Mitglieder von Prüfungsausschüssen sind hinsichtlich der Beurteilung der Prüfungsleistungen unabhängig und nicht an Weisungen gebunden.

(1) Bei der Zulassung und Prüfung dürfen Angehörige der Prüfungsbewerber/ Prüfungsbewerberinnen nicht mitwirken. Angehörige im Sinne des Satzes 1 sind: 1. Verlobte, 2. Ehegatten, 3. eingetragene Lebenspartner, 4. Verwandte und Verschwägerte gerader Linie, 5. Geschwister, 6. Kinder der Geschwister, 7. Ehegatten der Geschwister und Geschwister der Ehegatten, 8. Geschwister der Eltern, 9. Personen, die durch ein auf längere Dauer angelegtes Pflegeverhältnis mit häuslicher Gemeinschaft wie Eltern und Kind miteinander verbunden sind (Pflegeeltern und Pflegekinder).

(2) Dem Prüfungsausschuss gehören als Mitglieder in gleicher Zahl Ärzte/Ärztinnen als Beauftragter/Beauftragte der Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen und Medizinische Fachangestellte (Arzthelfer/Arzthelferin) als Beauftragter/Beauftragte der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sowie mindestens eine Person, die als Lehrkraft im beruflichen Schul- oder Fortbildungswesen tätig ist, an. Mindestens zwei Drittel der Gesamtzahl der Mitglieder müssen Beauftragte der Arbeitgeber/Arbeitgeberinnen und der Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen sein (§ 40 Abs. 2 Sätze 1 und 2 BBiG). (3) Die Mitglieder werden von der Ärztekammer für eine einheitliche Periode, längstens für 5 Jahre, berufen (§ 40 Abs. 3 Satz 1 BBiG). (4) Die Beauftragten der Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen werden auf Vorschlag der im Bereich der Ärztekammer bestehenden Gewerkschaften und selbstständigen Vereinigungen von Arbeitnehmern mit sozial- oder berufspolitischer Zwecksetzung berufen (§ 40 Abs. 3 Satz 2 BBiG). (5) Lehrkräfte aus dem beruflichen Schul- oder Fortbildungswesen werden im Einvernehmen mit der Schulaufsichtsbehörde oder der von ihr bestimmten Stelle berufen. Soweit es sich um Lehrkräfte von Fortbildungseinrichtungen handelt, werden diese von den Fortbildungseinrichtungen benannt. (6) Werden Mitglieder nicht oder nicht in ausreichender Zahl innerhalb einer von der Ärztekammer gesetzten angemessenen Frist vorgeschlagen, so beruft diese insoweit nach pflichtgemäßem Ermessen (§ 40 Abs. 3 Satz 4 BBiG). (7) Die Mitglieder der Prüfungsausschüsse können nach Anhörung der an ihrer Berufung Beteiligten aus wichtigem Grunde abberufen werden (§ 40 Abs. 3 Satz 5 BBiG). (8) Die Mitglieder haben Stellvertreter oder Stellvertreterinnen (§ 40 Abs. 2 Satz 3 BBiG). Die Absätze 3 bis 7 gelten für sie entsprechend. (9) Die Tätigkeit im Prüfungsausschuss ist ehrenamtlich. Für bare Auslagen und für Zeitversäumnis ist, soweit eine Entschädigung nicht von anderer Seite gewährt wird, eine angemessene Entschädigung zu zahlen, deren Höhe sich nach der Entschädigungsregelung der Ärztekammer für die Mitglieder der Prüfungsausschüsse im Ausbildungsberuf Medizinischer Fachangestellter/Medizinische Fachangestellte (Arzthelfer/ Arzthelferin) richtet (§ 40 Abs. 4 BBiG).

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(2) Angehörige sind die im Absatz 1 Satz 2 aufgeführten Personen auch dann, wenn 1. in den Fällen der Nummern 2, 3, 4 und 7 die die Beziehung begründende Ehe oder die Lebenspartnerschaft nicht mehr besteht; 2. in den Fällen der Nummern 4 bis 8 die Verwandtschaft oder Schwägerschaft durch Annahme als Kind erloschen ist; 3. im Falle der Nummer 9 die häusliche Gemeinschaft nicht mehr besteht, sofern die Personen weiterhin wie Eltern und Kind miteinander verbunden sind. (3) Hält sich ein Prüfungsausschussmitglied nach Absatz 1 für ausgeschlossen oder bestehen Zweifel, ob die Voraussetzungen des Absatzes 1 gegeben sind, ist dies der Ärztekammer mitzuteilen, während der Prüfung dem Prüfungsausschuss. Die Entscheidung über den Ausschluss von der Mitwirkung trifft die Ärztekammer, während der Prüfung der Prüfungsausschuss. Im letzteren Fall darf das betroffene Mitglied an der Entscheidung über den Ausschluss nicht mitwirken. Ausgeschlossene Personen dürfen an der Prüfung nicht weiter mitwirken und bei der Beratung und Beschlussfassung nicht zugegen sein. (4) Liegt ein Grund vor, der geeignet ist, Misstrauen gegen eine unparteiische Ausübung des Prüfungsamtes zu rechtfertigen, oder wird von einem Prüfungsteilnehmer/einer Prüfungsteilnehmerin das Vorliegen eines solchen Grundes behauptet, so hat die betroffene Person dies der Ärztekammer mitzuteilen, während der Prüfung dem Prüfungsausschuss. Absatz 3 Sätze 2 bis 4 gelten entsprechend. (5) Personen, die gegenüber dem Prüfungsteilnehmer/der Prüfungsteilnehmerin Arbeitgeberfunktionen innehaben, sollen, soweit nicht besondere Umstände eine Mitwirkung zulassen oder erfordern, nicht mitwirken. (6) Wenn in den Fällen der Absätze 1 bis 4 eine ordnungsgemäße Besetzung des Prüfungsausschusses nicht möglich ist, kann die Ärztekammer die Durchführung der Prüfung einem anderen oder einem gemeinsamen Prüfungsausschuss über-


tragen. Erforderlichenfalls kann eine andere zuständige Stelle ersucht werden, die Prüfung durchzuführen. Das Gleiche gilt, wenn eine objektive Durchführung der Prüfung aus anderen Gründen nicht gewährleistet erscheint.

Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung erworben wurden.

§ 13 Vorsitz, Beschlussfähigkeit, Abstimmung

§ 17 Gliederung der Prüfung, Prüfungsverfahren

(1) Der Prüfungsausschuss wählt ein Mitglied, das den Vorsitz führt, und ein weiteres Mitglied, das den Vorsitz stellvertretend übernimmt. Die Vorsitzperson und das stellvertretende Mitglied sollen nicht derselben Mitgliedergruppe angehören (§ 41 Abs. 1 BBiG).

(1) Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktisch-mündlichen Teil.

(2) Der Prüfungsausschuss ist beschlussfähig, wenn zwei Drittel der Mitglieder, mindestens drei, mitwirken. Er beschließt mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des vorsitzenden Mitgliedes den Ausschlag (§ 41 Abs.2 BBiG).

§ 14 Geschäftsführung (1) Die Geschäftsführung des Prüfungsausschusses liegt im Benehmen mit dem Prüfungsausschuss bei der Ärztekammer. Einladungen (Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung), Protokollführung und Durchführung der Beschlüsse erfolgen im Einvernehmen mit der Vorsitzperson des Prüfungsausschusses. (2) Zu den Sitzungen des Prüfungsausschusses sind die ordentlichen Mitglieder rechtzeitig einzuladen. Stellvertretende Mitglieder werden in geeigneter Weise unterrichtet. Kann ein Mitglied an einer Sitzung nicht teilnehmen, so soll es dies unverzüglich der Ärztekammer mitteilen. Für ein verhindertes Mitglied ist ein stellvertretendes Mitglied einzuladen, welches derselben Gruppe angehören soll. (3) Die Sitzungsprotokolle sind von der Protokollführerin/dem Protokollführer und der Vorsitzperson zu unterzeichnen. § 28 bleibt unberührt.

§ 15 Verschwiegenheit

(2) Die Prüfungssprache ist Deutsch.

(2) Der schriftliche Teil erstreckt sich auf die in § 5 festgelegten Prüfungsbereiche und kann in Teilprüfungen erfolgen. Diese können im Antwortauswahlverfahren stattfinden (Multiple Choice). Der Prüfungsausschuss beschließt die Fragen auf Vorschlag der Dozenten. Die Prüfungsdauer beträgt mindestens 30, höchstens 45 Minuten pro Prüfungsbereich. (3) Schriftliche Teilprüfungen sind auf Antrag des Prüfungsteilnehmers/der Prüfungsteilnehmerin oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung von Bedeutung ist. Die Ergänzungsprüfung soll höchstens 30 Minuten betragen. (4) Der praktisch-mündliche Teil der Prüfung besteht aus einer handlungsfeldübergreifenden Projektarbeit und einem die Projektarbeit berücksichtigenden Fachgespräch. (5) In einer handlungsfeldübergreifenden Projektarbeit soll der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie eine komplexe Problemstellung der Gesundheitseinrichtung erfassen, darstellen, beurteilen und lösen kann. Die Themenstellung kann alle in § 5 genannten Prüfungsbereiche umfassen, soll aber unter grundsätzlicher Berücksichtigung des Prüfungsbereiches Lern- und Arbeitsmethodik mindestens 2 weitere Prüfungsbereiche verbinden. Das Thema der Projektarbeit wird vom Prüfungsausschuss gestellt und soll Vorschläge des Prüfungsteilnehmers/der Prüfungsteilnehmerin berücksichtigen. Die Projektarbeit ist als schriftliche Arbeit anzufertigen.

Vierter Abschnitt Durchführung der Fortbildungsprüfung

(6) Auf der Grundlage der Projektarbeit soll der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin in einem Fachgespräch nachweisen, dass er/sie in der Lage ist, seine/ihre Handlungskompetenzen in praxisbezogenen Situationen anwenden und sachgerechte Lösungen erarbeiten zu können. Daneben werden auch vertiefende und erweiterte Fragestellungen aus anderen Handlungs- und Kompetenzfeldern einbezogen. Das Fachgespräch ist nur zu führen, wenn in der Projektarbeit mindestens ausreichende Leistungen nachgewiesen worden sind. Es soll höchstens 60 Minuten dauern.

§ 16 Prüfungsgegenstand, Prüfungssprache

§ 18 Prüfungsaufgaben

(1) Gegenstand der Fortbildungsprüfung ist der Nachweis von Kenntnissen, Fertigkeiten, Fähigkeiten und Erfahrungen, die durch die Aufstiegsfortbildung nach §§ 4, 5 zum Fachwirt/zur

(1) Der Prüfungsausschuss beschließt auf der Grundlage der Prüfungsanforderungen die Prüfungsaufgaben für den praktisch-mündlichen Teil der Prüfung.

Unbeschadet bestehender Informationspflichten, insbesondere gegenüber dem Berufsbildungsausschuss, haben die Mitglieder des Prüfungsausschusses und sonstige mit der Prüfung befasste Personen sowie gegebenenfalls zugelassene Gäste über alle Prüfungsvorgänge Verschwiegenheit gegenüber Dritten zu wahren. Ausnahmen bedürfen der Einwilligung der Ärztekammer.

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(2) Landesübergreifend oder von einem Aufgabenerstellungsausschuss bei der Ärztekammer erstellte oder ausgewählte Aufgaben sind vom Prüfungsausschuss zu übernehmen, sofern diese Aufgaben von Gremien erstellt oder ausgewählt und beschlossen wurden, die entsprechend § 11 zusammengesetzt sind und die Ärztekammer über die Übernahme entschieden hat. (3) Die Themen und Aufgabenstellung der Projektarbeit beschließt der Prüfungsausschuss.

§ 19 Ausschluss der Öffentlichkeit Die Prüfungen sind nicht öffentlich. Vertreter und Vertreterinnen der obersten Landesbehörden, der Ärztekammer sowie die Mitglieder des Berufsbildungsausschusses der Ärztekammer können anwesend sein. Der Prüfungsausschuss kann im Einvernehmen mit der Ärztekammer andere Personen als Gäste zulassen. Bei der Beratung über das Prüfungsergebnis dürfen nur die Mitglieder des Prüfungsausschusses anwesend sein.

§ 20 Leitung, Aufsicht und Niederschrift (1) Die Prüfung wird unter Leitung der Vorsitzperson vom gesamten Prüfungsausschuss abgenommen. (2) Die Ärztekammer regelt im Einvernehmen mit dem Prüfungsausschuss die Aufsichtsführung, die sicherstellen soll, dass die Prüfungsleistungen selbstständig und nur mit erlaubten Arbeits- und Hilfsmitteln durchgeführt werden. (3) Störungen durch äußere Einflüsse müssen von Prüfungsteilnehmern/Prüfungsteilnehmerinnen ausdrücklich gegenüber der Aufsichtsperson oder der Vorsitzperson gerügt werden. Entstehen durch die Störungen erhebliche Beeinträchtigungen, entscheidet der Prüfungsausschuss über Art und Umfang von geeigneten Ausgleichsmaßnahmen. Bei der Durchführung von schriftlichen Prüfungen kann die Aufsichtsperson über die Gewährung einer Zeitverlängerung entscheiden. (4) Über den Ablauf der Prüfung ist eine Niederschrift zu fertigen.

§ 21 Ausweispflicht und Belehrung Der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin hat sich auf Verlangen der Vorsitzperson oder der Aufsichtsperson über seine/ihre Person auszuweisen. Er/sie ist vor Beginn der Prüfung über den Prüfungsablauf, die zur Verfügung stehende Zeit, die erlaubten Arbeits- und Hilfsmittel, die Folgen von Täuschungshandlungen, Ordnungsverstößen, Rücktritt und Nichtteilnahme zu belehren.

§ 22 Täuschungshandlungen und Ordnungsverstöße (1) Unternimmt es ein Prüfungsteilnehmer/eine Prüfungsteilnehmerin, das Prüfungsergebnis durch Täuschung oder

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Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen oder leistet er/sie Beihilfe zu einer Täuschung oder einem Täuschungsversuch, liegt eine Täuschungshandlung vor. (2) Wird während der Prüfung festgestellt, dass ein Prüfungsteilnehmer/eine Prüfungsteilnehmerin eine Täuschungshandlung begeht oder einen entsprechenden Verdacht hervorruft, ist der Sachverhalt von der Aufsichtsperson festzustellen und zu protokollieren. Der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin setzt die Prüfung vorbehaltlich der Entscheidung des Prüfungsausschusses über die Täuschungshandlung fort. (3) Liegt eine Täuschungshandlung vor, wird die von der Täuschungshandlung betroffene Prüfungsleistung mit „ungenügend“ (= 0 Punkte) bewertet. In schweren Fällen, insbesondere bei vorbereiteten Täuschungshandlungen, kann der Prüfungsausschuss den Prüfungsteil oder die gesamte Prüfung mit „ungenügend“ (= 0 Punkte) bewerten. (4) Behindert ein Prüfungsteilnehmer/eine Prüfungsteilnehmerin durch sein/ihr Verhalten die Prüfung so, dass die Prüfung nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden kann, ist er/sie von der Teilnahme auszuschließen. Die Entscheidung hierüber kann von der Aufsichtsperson getroffen werden. Die endgültige Entscheidung über die Folgen für den Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin hat der Prüfungsausschuss unverzüglich zu treffen. Absatz 3 gilt entsprechend. Gleiches gilt bei Nichtbeachtung der Sicherheitsvorschriften. (5) Vor Entscheidungen des Prüfungsausschusses nach den Absätzen 3 und 4 ist der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin zu hören.

§ 23 Rücktritt, Nichtteilnahme (1) Der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin kann nach erfolgter Zulassung vor Beginn der Prüfung, bei schriftlichen Prüfungen vor Bekanntgabe der Prüfungsaufgaben, durch schriftliche Erklärung zurücktreten. In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht begonnen. (2) Versäumt der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin einen Prüfungstermin, so können bereits erbrachte selbstständige Prüfungsleistungen anerkannt werden, wenn ein wichtiger Grund für die Nichtteilnahme vorliegt. Selbstständige Prüfungsleistungen sind solche, die thematisch klar abgrenzbar und nicht auf eine andere Prüfungsleistung bezogen sind sowie eigenständig bewertet werden. (3) Erfolgt der Rücktritt nach Beginn der Prüfung oder nimmt der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin an der Prüfung nicht teil, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt, so wird die Prüfung mit „ungenügend“ (= 0 Punkte) bewertet. (4) Der wichtige Grund ist unverzüglich mitzuteilen und nachzuweisen. Im Krankheitsfall ist die Vorlage eines ärztlichen Attestes erforderlich. Die Entscheidung über das Vorliegen eines wichtigen Grundes trifft der Prüfungsausschuss.


§ 24 Nachteilsausgleich für behinderte Menschen Bei der Durchführung der Prüfung werden die besonderen Verhältnisse behinderter Menschen berücksichtigt. Dies gilt insbesondere für die Dauer der Prüfung, die Zulassung von Hilfsmitteln und die Inanspruchnahme von Hilfeleistungen Dritter wie Gebärdensprachdolmetscher für hörbehinderte Menschen. Art und Grad der Behinderung ist mit dem Antrag auf Zulassung zur Prüfung (§ 3 Abs. 2) nachzuweisen. Fünfter Abschnitt Bewertung, Feststellung und Beurkundung des Prüfungsergebnisses

§ 25 Bewertungsschlüssel Die Prüfungsleistungen sind wie folgt zu bewerten: Eine den Anforderungen in besonderem Maße entsprechende Leistung = 100-92 Punkte = Note 1 = sehr gut; eine den Anforderungen voll entsprechende Leistung = unter 92-81 Punkte = Note 2 = gut; eine den Anforderungen im Allgemeinen entsprechende Leistung = unter 81-67 Punkte = Note 3 = befriedigend; eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht = unter 67-50 Punkte = Note 4 = ausreichend; eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass gewisse Grundkenntnisse noch vorhanden sind = unter 50-30 Punkte = Note 5 = mangelhaft; eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und bei der selbst Grundkenntnisse fehlen = unter 30-0 Punkte = Note 6 = ungenügend. Der Hundert-Punkte-Schlüssel ist der Bewertung aller Prüfungsleistungen sowie der Ermittlung von Zwischen- und Gesamtergebnissen zugrunde zu legen.

§ 26 Feststellung der Prüfungsergebnisse (1) Der Prüfungsausschuss stellt gemeinsam die Ergebnisse der Prüfungsteile sowie das Gesamtergebnis der schriftlichen und mündlich-praktischen Prüfung fest. Jede Prüfungsleistung ist von jedem Mitglied des Prüfungsausschusses selbstständig zu bewerten. Beschlüsse über die Bewertung einzelner Prüfungsleistungen, der Prüfung insgesamt sowie über das Bestehen und Nichtbestehen der Prüfung werden vom Prüfungsausschuss gefasst (§ 42 Abs. 1 BBiG). Bei der gemeinsamen Feststellung der Ergebnisse dienen die Einzelbewertungen der Prüfungsausschussmitglieder als Grundlage. (2) Bei der Feststellung von Prüfungsergebnissen bleiben Prüfungsleistungen, von denen befreit worden ist, außer Betracht. (3) Zur Vorbereitung der Beschlussfassung nach Absatz 1

kann die Vorsitzperson mindestens zwei Mitglieder mit der Bewertung einzelner, nicht mündlich zu erbringender Prüfungsleistungen beauftragen. Die Beauftragten sollen nicht derselben Mitgliedergruppe angehören. Die beauftragten Mitglieder dokumentieren die wesentlichen Abläufe und halten die für die Bewertung erheblichen Tatsachen fest (§ 42 Abs. 2 und 3 BBiG). Die übrigen Mitglieder des Prüfungsausschusses sind bei der Beschlussfassung nach Absatz 1 nicht an die Einzelbewertungen der beauftragten Mitglieder gebunden. Der Prüfungsausschuss kann zur Bewertung einzelner Prüfungsleistungen Stellungnahmen Dritter einholen.

§ 27 Bewerten der Prüfungsteile und Bestehen der Prüfung (1) Für die Ermittlung der Gesamtnote sind die Ergebnisse der beiden Prüfungsteile gemäß § 17 Abs. 1 gleich zu gewichten. (2) Die Prüfung ist bestanden, wenn in beiden Prüfungsteilen mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. (3) Der Durchschnitt der Prüfungsergebnisse der schriftlichen Teilprüfungen der einzelnen Fortbildungsabschnitte (Module) ergibt das Ergebnis des schriftlichen Prüfungsteils. Bei ungenügenden Leistungen in einer schriftlichen Teilprüfung oder mangelhaften Leistungen in mindestens zwei schriftlichen Teilprüfungen, die nicht durch eine mündliche Ergänzungsprüfung gem. § 17 Abs. 3 ausgeglichen werden konnten, ist der schriftliche Prüfungsteil nicht bestanden. (4) Die Bewertung des Fachgespräches wird gegenüber der Bewertung der Projektarbeit doppelt gewichtet. (5) Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Durchschnitt der Ergebnisse der beiden Prüfungsteile und wird mit einer Ziffer nach dem Komma ausgewiesen.

§ 28 Ergebnisniederschrift, Mitteilung über Bestehen oder Nichtbestehen (1) Über die Feststellung der einzelnen Prüfungsergebnisse ist eine Niederschrift zu fertigen. Sie ist von den Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen. (2) Dem Prüfungsteilnehmer/der Prüfungsteilnehmerin soll unmittelbar nach Feststellung des Gesamtergebnisses der Prüfung mitgeteilt werden, ob er/sie die Prüfung „bestanden“ oder „nicht bestanden“ hat. (3) Über das Bestehen eines Prüfungsteils erhält der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin einen Bescheid. (4) Nach Bestehen der gesamten Prüfung erteilt die Ärztekammer ein Prüfungszeugnis.

§ 29 Prüfungszeugnis und Fachwirtbrief (1) Das Prüfungszeugnis enthält − die Bezeichnung „Zeugnis“ und die Angabe der Fortbildung,

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− die Personalien des Prüfungsteilnehmers/der Prüfungsteilnehmerin (Name, Vorname, Geburtsdatum), − die Bezeichnung der Prüfungsordnung mit Datum, − die Ergebnisse des schriftlichen und mündlich/praktischen Teils sowie die Gesamtnote, − das Datum des Bestehens der Prüfung, − die Namenswiedergaben (Faksimile) oder Unterschriften der Vorsitzperson des Prüfungsausschusses und der beauftragten Person der Ärztekammer mit Siegel. (2) Dem Zeugnis ist auf Antrag des Prüfungsteilnehmers/der Prüfungsteilnehmerin eine englischsprachige und eine französischsprachige Übersetzung beizufügen (§ 37 Abs. 3 Satz 1 BBiG). (3) Der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin erhält nach erfolgreich abgelegter Prüfung und Nachweis des Wahlteils den Brief „Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung“/„Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung“.

§ 30 Bescheid über nicht bestandene Prüfung (1) Bei nicht bestandener Prüfung erhält der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin von der Ärztekammer einen schriftlichen Bescheid. Darin ist anzugeben, in welchem Prüfungsteil ausreichende Leistungen nicht erbracht wurden. (2) Auf die besonderen Bedingungen der Wiederholungsprüfung gemäß § 31 ist hinzuweisen. Sechster Abschnitt Wiederholungsprüfung

§ 31 Wiederholungsprüfung (1) Eine Fortbildungsprüfung, die nicht bestanden ist, kann zweimal wiederholt werden. Ebenso können Prüfungsteile, die nicht bestanden sind, zweimal wiederholt werden, wenn ihr Bestehen Voraussetzung für die Zulassung zu einem weiteren Prüfungsteil ist. Es gelten die in der Wiederholungsprüfung erzielten Ergebnisse. (2) Hat der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin bei nicht bestandener Prüfung in einem Prüfungsteil oder in schriftlichen Teilprüfungen mindestens ausreichende Leistungen erbracht, so ist er/sie auf Antrag von diesem Prüfungsteil zu befreien, sofern der Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin sich innerhalb von zwei Jahren – gerechnet vom Tag der Feststellung des Ergebnisses der nicht bestandenen Prüfung an – zur Wiederholungsprüfung anmeldet. Die Bewertung einer selbstständigen Prüfungsleistung ist im Rahmen der Wiederholungsprüfung zu übernehmen. (3) Die Prüfung kann frühestens zum nächsten Prüfungstermin (§ 6) wiederholt werden. (4) Die Vorschriften über die Anmeldung und Zulassung finden für die Anmeldung zur Wiederholungsprüfung Anwendung. Bei der Anmeldung sind zudem Ort und Datum der

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vorausgegangen Prüfung anzugeben. (5) Für die Durchführung der Prüfung sowie die Bewertung und Feststellung der Prüfungsergebnisse gelten die §§ 16-30 entsprechend. Siebter Abschnitt Schlussbestimmungen

§ 32 Rechtsbehelfsbelehrung Maßnahmen und Entscheidungen der Prüfungsausschüsse sowie der Ärztekammer sind bei ihrer schriftlichen Bekanntgabe an den Prüfungsbewerber/die Prüfungsbewerberin bzw. den Prüfungsteilnehmer/die Prüfungsteilnehmerin mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen. Diese richtet sich im Einzelnen nach der Verwaltungsgerichtsordnung und den dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen des Landes Sachsen-Anhalt.

§ 33 Einsicht und Aufbewahrung von Prüfungsunterlagen (1) Auf Antrag ist dem Prüfungsteilnehmer/der Prüfungsteilnehmerin binnen der gesetzlich vorgegebenen Frist zur Einlegung eines Rechtsbehelfs Einsicht in seine/ihre Prüfungsunterlagen zu gewähren. Die schriftlichen Prüfungsarbeiten sind ein Jahr, die Niederschriften 10 Jahre aufzubewahren. Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Zugang des Prüfungsbescheides. Der Ablauf der vorgenannten Fristen wird durch das Einlegen eines Rechtsmittels gehemmt. (2) Die Aufbewahrung kann auch elektronisch erfolgen. Landesrechtliche Vorschriften zur Archivierung bleiben unberührt.

§ 34 Inkrafttreten Diese Ordnung tritt am 01.01.2012 in Kraft. Gleichzeitig tritt die bisherige Ordnung für die Fortbildung und Prüfung zur Arztfachhelferin/Arztfachhelfer vom 01.01.2003 außer Kraft. Die Aufsichtsbehörde hat mit Schreiben vom 13.10.2011 unter dem Aktenzeichen 22-41007/3/11 80029 die Genehmigung erteilt. Die vorstehende Satzung wird hiermit ausgefertigt und im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt bekannt gemacht. Magdeburg, den 26.10.2011

gez. Dr. med. Simone Heinemann-Meerz Präsidentin


Neue Fortbildungsreihe

für Assistenzpersonal in onkologischen Schwerpunktpraxen Im Zusammenhang mit der Umsetzung der Vereinbarung über besondere Maßnahmen zur Verbesserung der onkologischen Versorgung im ambulanten Bereich führt die Ärztekammer in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt bereis seit 1996 Qualifizierungsmaßnahmen für Praxispersonal durch. In den vergangenen Jahren wurden fachgruppenspezifisch (Gynäkologie, Urologie und Innere Medizin) jeweils im Frühjahr und im Herbst diese Fortbildungsveranstaltungen für langjährig tätiges Assistenzpersonal in Magdeburg angeboten und die Teilnehmer erhielten als Nachweis eine Teilnahmebescheinigung. Gemäß den Regelungen der „Vereinbarung über die qualifizierte ambulante Versorgung krebskranker Patienten/ Onkologie-Vereinbarung“ vom 01.07.2009 sieht in § 5 Abs. 1.4 vor, dass zur Durchführung der ärztlichen Behandlung in begründeten Fällen als Assistenz Medizinische Fachangestellte hinzugezogen werden können. Diese bedürfen einer onkologischen Qualifikation von 120 Stunden, die auch unmittelbar nach der Einstellung aufgenommen und berufsbegleitend erworben werden kann. Damit wird im Wesentlichen die seit 1995 geltende Bestimmung fortgeschrieben. Unter diesen Gesichtspunkten hat die Bundesärztekammer das seit 1995 bestehende Fortbildungscurriculum für Medizinische Fachangestellte und Arzthelfer/innen „Onkologie“ 2010 überarbeitet und das bisherige Berufsbild der Arzthelferin hin zu einer Ausrichtung auf anspruchsvolle Handlungskompetenzen mit neuen Schwerpunkten modernisiert. Hierzu gehören auch für das Arbeitsfeld der onkologischen Behandlung und Betreuung wichtige Kompetenzen wie: Kommunikation mit Patienten und im Team, insbesondere

der Umgang mit Konflikten, Patientenbetreuung, -koordinierung und -beratung, Stressbewältigung sowie Mitwirkung bei Prävention und Rehabilitationsmaßnahmen. Neu ist auch, dass das Curriculum als Wahlteil für die Aufstiegsfortbildung „Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung“ genutzt werden kann. Die Ärztekammer wird ab 2012 das Curriculum über einen Zeitraum von 3 Jahren anbieten. Die entsprechenden Praxen wurden bereits direkt informiert. Vorgesehen sind jeweils 4-5 Samstagsveranstaltungen pro Jahr. Das Curriculum schließt mit einer Hausarbeit und einer mündlichen Erfolgskontrolle ab. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Für die Zulassung zur Fortbildung werden die Berufsausbildung und Prüfung als Medizinische Fachangestellte oder Arzthelferin bzw. die Berufsausbildung und Prüfung in einem anderen medizinischen Fachberuf mit angemessener Berufserfahrung in der Tätigkeit als Medizinische Fachangestellte bzw. Arzthelferin vorausgesetzt. Die bis dahin durchgeführten Mittwochseminare für onkologisch tätiges Assistenzpersonal werden durch die Kassenärztliche Vereinigung fortgeführt. Des weiteren wird auch wie bisher die Ärztekammer in ihrem Fortbildungskalender im Ärzteblatt alle anerkannten Veranstaltungen für onkologisches Assistenzpersonal veröffentlichen (z. B. die Veranstaltungen der Tumorzentren usw.). Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gern auch telefonisch unter 0391 6054 7760 (Frau Bauer) zu Verfügung. P. Jonzeck

BEDARFSERMITTLUNG: Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung plant Aufstiegsfortbildung für Medizinische Fachangestellte

Der Fachwirt/die Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung“ kann den Arzt im Praxisalltag deutlich entlasten Im März 2010 hat der Vorstand der Bundesärztekammer einstimmig die Aufstiegsqualifikation „Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung” in Ablösung der Weiterqualifizierung zur Arztfachhelferin beschlossen. Die Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer plant diese Fortbildung ab 2013 bei Bedarf in Magdeburg in der Ärztekammer anzubieten. Jeder niedergelassene Arzt kennt das: Hektischer Sprechstundenbetrieb, wie gut, wenn jetzt eine leitende Kraft im

Team der Helferinnen da wäre, die sich um einige dieser Probleme eigenständig kümmern kann. Eine solche speziell qualifizierte Mitarbeiterin soll die „Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung“ sein, eine Medizinische Fachangestellte (MFA) mit zusätzlichen Qualifikationen. Die Fachwirtin soll anspruchsvolle Aufgaben in den Bereichen Patientenbegleitung, Koordination und Praxisführung wahrnehmen. Die Attraktivität der Fortbildung für den Arzt besteht in der

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spezifischen Kombination von unterschiedlichen Qualifikationen, die ansonsten einzeln von der MFA erworben werden müssten. So können der Fachwirtin im Praxisalltag zum Beispiel folgende Aufgaben und Positionen übertragen werden: • Nicht-ärztliche QM-Beauftragte • Datenschutzbeauftragte • Inhaberin der „Sachkunde Medizinproduktegesetz“ • Begleitung der Auszubildenden Darüber hinaus kann im medizinischen Wahlteil eine praxisspezifische Zusatzqualifikation erworben werden. Die Akademie der Ärztekammer bietet hier den Wahlteil „Onkologie“ ab Februar 2012 an. Die Fortbildung umfasst insgesamt 420 Unterrichtsstunden, die sich in einen administrativ-organisatorischen Pflichtteil von 300 Stunden und einen medizinischen Wahlteil von 120 Stunden untergliedern. Die Tabelle unten liefert einen Überblick über die Themen des Pflichtteils.

Pflichtteil Modul 1

Arbeits- und Lernmethodik

20 Std.

Modul 2

Patientenbetreuung und Teamführung

40 Std.

Modul 3

Qualitätsmanagement

40 Std.

Modul 4

Durchführung der Ausbildung

40 Std.

Modul 5

Betriebswirtschaftliche Praxisführung

40 Std.

Modul 6

Informations- und Kommunikationstechnologien

40 Std.

Modul 7

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz 40 Std.

Modul 8

Risikopatienten und Notfallmanagement

Wahlteil im Bereich Medizin

40 Std.

Im Rahmen des Wahlteils müssen 120 Unterrichtsstunden medizinische Qualifikation nachgewiesen werden. Dies kann mittels eines oder mehrerer Module erfolgen. Die

Einzelmodule müssen einen Mindestumfang von 40 Stunden haben. Ob der Wahlteil vor, während oder nach dem Pflichtteil absolviert wird, bleibt der Teilnehmerin überlassen. Der zeitliche Abstand zum Pflichtteil darf jedoch maximal 3 Jahre betragen. Anrechenbar sind z.B. die Qualifizierungslehrgänge nach den Curricula der Bundesärztekammer: Ernährungsmedizin für Medizinische Fachangestellte

120 Std.

Ambulante Versorgung älterer Menschen

60 Std.

Patientenbegleitung und Koordination

40 Std.

Prävention bei Jugendlichen und Erwachsenen

80 Std.

Prävention im Kindes- und Jugendalter

84 Std.

MFA/Arzthelferin in der Onkologie

120 Std.

Auf Antrag können auch extern erworbene medizinische Qualifikationen, die den inhaltlichen und formalen Anforderungen der Ärztekammer entsprechen, anerkannt werden.

Teilnahmevoraussetzungen

Teilnahmevoraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung als Arzthelferin oder Medizinische Fachangestellte. Darüber hinaus wird auch zugelassen, wer eine Ausbildung in einem anderen medizinischen Fachberuf mit anschließender einschlägiger Berufserfahrung als Arzthelferin / Medizinische Fachangestellte vorweisen kann. Die Gleichwertigkeit des beruflichen Abschlusses stellt die Ärztekammer Sachsen-Anhalt auf Antrag fest.

Kurstag:

Samstags (nicht in den Schulferien und an „Brückensamstagen“), jeweils vormittags, i. d. R. 6 Unterrichtsstunden Kursbeginn ist 09:00 Uhr

Fördermöglichkeiten

Meister-BAföG, Bildungsscheck, Bildungsprämie, Bildungsfreistellung nach Bildungsfreistellungsgesetz | P. Jonzeck

Bei Interesse an einer Kursteilnahme bitten wir Sie um Rücksendung per Fax an die Ärztekammer 0391/60547750. Für Rückfragen stehen wir Ihnen unter der Telefonnummer 0391/60547700 zur Verfügung. Absender: Titel, Name, Vorname: Adresse/Praxis:

Datum/Unterschrift:

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20. Fortbildungstag der Ärztekammer Sachsen-Anhalt

am 24.09.2011 in Magdeburg zum Thema „Palliativmedizin“

- Vorträge -

Angst und Schmerz Bei dieser Überschrift stellt sich die Frage: wer hat denn da die Ängste? Der Patient? Der Arzt? Was ist überhaupt normal, was pathologisch? Laut Massie sind 50% der Reaktionen eines Patienten auf das Vorhandensein eines Tumors „normal“. Aber ein Teil der Patienten klagt Ängste, die klinisch bedeutsam sind.

Um welche Ängste handelt es sich dabei beim Patienten? Angst ist nicht gleich Angst. Es kommt auf den Rahmen an, in dem Angst auftritt. So gibt es die kulturellen Ängste, die von jedem Menschen mehr oder weniger gut zu bewältigen sind. Andererseits gibt es Ängste im Rahmen von • Phobien, bei denen häufig eine Angst vor etwas besteht, was die Patienten in den mehr oder weniger „glücklichen“ Zustand versetzt, durch Vermeidung des angstauslösenden Gegenstands um die Ängste drumherum zu kommen. • Psychosen, bei denen etwa bei Depressionen der Patient ins Bodenlose fällt, sich „nackt“ fühlt und die Depression ihn zwingt, sich trotz der Ängste in sich zurückzuziehen.

Um welche Ängste handelt es sich bei den Ärzten? Gerade gegenüber den zuletzt genannten Ängsten sind die Ängste der Ärzte eher den kulturellen Ängsten zuzuordnen. Aber mit verheerenden Auswirkungen. Gerade Fälle wie der von Frau Bach lassen immer wieder die Fragen aufkommen: Mache ich das richtige? Darf ich jetzt noch Morphine geben? Gebe ich nicht zuviel? Die daraus erwachsende Konsequenz ist oft die fehlerhafte Therapie zum Schaden des Patienten. Während Ängste bei Patienten mit Lorazepam und Neuroleptika gut zu behandeln sind, lassen sich keine Patentrezepte gegen die Ängste bei Ärzten aufstellen.

Gleichwohl hilft gegen Angst nur Konkretes. Angst ist frei flottierend. Eigene Untersuchungen ergeben, dass nicht eine hinreichende Dosierung an Opiaten das Problem ist, sondern • Die Indikation (Opiate hauptsächlich bei neuropathischen Schmerzen- statt Psychopharmaka-, als Hauptmaßnahme gegen Angst; in Kombination mit hochdosiert Diazepam als palliative Sedierung, wenn der Schmerz noch nicht einmal ansatzweise therapiert wurde, Opiate als Hauptmedikation bei Ileus – statt Novalgin-Infusionen) und • die unzulässige Mehrfachkombinationen von 3 oder mehr Opiaten. Im Gegensatz dazu führt • die Gabe von Opiaten nur bei bestimmten Indikationen und vor allem bestimmten Schmerzqualitäten und - typen • das Sich-Halten an eine Retard-Gabe in Monoform (nur 1 Opiat) • das Geben von Rescue-Medikation • das Denken an Zusatzmedikamente wie Laxantien und Antiemetika • die zusätzliche Gabe von Psychopharmaka zu einer bedeutenden Verbesserung des Endergebnisses bei den Patienten. Beim Therapieren am Schmerz entlang lassen sich dann auch Probleme wie das der Überdosierung gut in den Griff bekommen. Das sollte trotz negativer Schlagzeilen zu einem vorsichtigen Einstieg in das Therapieren mit Opiaten ermutigen. Hat man Erfahrungen mit Opiaten gemacht, kann man auch mutiger werden. Und dabei ist noch nicht mal die Rede von einer gezielten Medikation der Patienten-Ängste (Lorazepam oder Flunitrazepam statt Diazepam oder/ und Morphium). Selbstverständlich sollte das alles gut dokumentiert sein. Dr. med. Michael Brinkers Otto-v.-Guericke-Universität Magdeburg Klinik f. Anästhesiologie u. Intensivtherapie E-Mail: michael.brinkers@med.ovgu.de

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Presse

Palliativmedizin und der Umgang mit Sterbewünschen – eine ärztliche Herausforderung Die Palliativmedizin bzw. Palliative Care haben sich in den letzten Jahren auch in Deutschland sehr dynamisch entwickelt. So hat sich die Anzahl der Palliativstationen und stationären Hospize in den letzten 15 Jahren verzehnfacht. Im Jahre 2010 gab es in Deutschland fast 400 Palliativstationen und stationäre Hospize mit ca. 3000 Betten. Dennoch ist Deutschland im Vergleich zu Großbritannien im Bereich von Palliative Care sowohl was Ausbildung, Struktur der Versorgung und Akzeptanz anbelangt immer noch als Entwicklungsland anzusehen. Das im Vergleich zu anderen Ländern bei uns stärker ausgebildete „Dreisäulen-Modell“ der Palliativversorgung stützt sich im wesentlich auf Palliativstationen, stationäre Hospize und die ambulante Betreuung im eigenen Bereich mit AAPV, SAPV und vor allem großem ehrenamtlichem Engagement. Über 6000 Ärzte haben in den letzten fünf Jahren die Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“ erworben und über 12 000 Pflegende haben Kurse zur Erlangung der Zusatzqualifikation in „Palliative Care“ absolviert haben. Inzwischen gibt es an zehn Universitäten Professuren, die das neue Fach „Palliativmedizin“ akademisch vertreten, das ab 2013 zum Pflichtlehr- und Prüfungsfach in der studentischen Ausbildung gehört. In keinem Land Europas hat Palliativmedizin durch die Politik so viel Beachtung gefunden. Die im Jahre 2010 verabschiedete „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“, ein Gemeinschaftsprojekt von DGP, Bundesärztekammer und DHPV, hat sich zum Ziel gesetzt gesellschaftliche Aufmerksamkeit für die Probleme am Lebensende zu einer moralisch verpflichteten Herausforderung zu machen. Die Charta wurde inzwischen von über 300 Organisationen und Institutionen aus allen gesellschaftlichen Bereichen unterzeichnet. In der Palliativversorgung sollte man einen palliativen Ansatz, die allgemeine Palliativversorgung und spezialisierte Möglichkeiten unterscheiden, wobei die Ergänzung aller Formen eine wichtige Grundlage der guten Versorgung sterbenskranker Menschen darstellt. In einem europäischen Ranking zur Entwicklung von Palliative Care in 27 Ländern nahm Deutschland im Jahre 2007 den 8. Platz ein. Im Hinblick auf „Vitalität“ - worunter die gesellschaftliche Bedeutung der Palliativmedizin und des palliativen Ansatzes in der Gesundheitsversorgung verstanden wird, wie sie sich zum Beispiel durch gesetzliche Regelungen, in öffentlichen Debatten zu sozialen Fragen, in der Fort- und Weiterbildung, in Wissenschaft und Forschung und anderen gesellschaftliche Aktivitäten niederschlägt, stand Deutschland sogar gemeinsam mit Großbritannien ganz vorne. Eine im Jahre 2010 erschienene Untersuchung zur Sterbequalität in 40 Ländern ergab, dass Deutschland

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im „Quality of Death Index“, der aus verschiedenen quantitativen und qualitativen Indikatoren gebildet wurde, hinter Großbritannien, Australien, Neuseeland, Irland, Belgien, Österreich, und den Niederlanden ebenfalls den 8. Rang einnimmt. Berücksichtigt wurden bei der Erstellung dieses Indexes verschiedene quantitative, qualitative und normative Indikatoren mit unterschiedlicher Gewichtung zum Sterbeort, zu palliativen Betreuungsmöglichkeiten sowie zu Qualität und Kosten der Betreuung am Ende des Lebens. In Deutschland geht man derzeit davon aus, dass von den 840 000 bis 850 000 Menschen, die jährlich sterben, circa zehn bis zwölf Prozent aller sterbenskranken Menschen im letzten Jahr ihres Lebens eine spezialisierte Palliativversorgung benötigen. Allerdings liegt der Anteil der Menschen, die in ihrer letzten Lebensphase allgemein palliativmedizinisch betreut werden, sehr viel höher – nur zehn bis fünfzehn Prozent der Menschen sterben, ohne dass zuletzt Entscheidungen und Handlungen mit palliativer Orientierungen erfolgen. Besonders bei alten und hochbetagten Menschen wird die Betreuung unter palliativen Aspekten in den nächsten Jahren eine der wichtigsten Herausforderungen in der Medizin und für ein Sterben unter würdigen Bedingungen werden. Zur modernen Palliativmedizin gehört - nach der revidierten Definition der WHO - nicht nur die Konzentration auf die Linderung körperlicher Symptome bei unheilbaren Krebserkrankungen, sondern ein bei allen fortschreitenden und fortgeschrittenen Erkrankungen notwendiges, die individuelle Lebenssituation des Betroffenen und seiner Angehörigen berücksichtigendes Verständnis des Leidens sowie Zeit und Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit existentiellen Fragen des Krankseins und Sterbens, die im medizinischen Alltag oft nicht ausreichend vorhanden ist. Dies erfordert eine personale, am bio-psycho-sozialen Modell orientierte Herangehensweise, die den kranken Menschen mit seinen biographischen Besonderheiten, gesunden Potentialen und tragfähigen sozialen Bezügen in den Mittelpunkt stellt. Für Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen ist dieser Ansatz besonders wichtig. Die Belastung durch körperliche Beschwerden und besonders auch das Leiden in der Sterbephase kann gemindert werden, wenn kommunikative und spirituelle Dimensionen des Leidens frühzeitig berücksichtigt werden. Zu den Kernelementen der Palliativmedizin gehören neben optimaler Symptomlinderung, insbesondere auch effektive Kommunikation, reflektiertes Entscheiden und Transparenz. Das geht nur, wenn wir uns bemühen, im Dialog immer dem Willen des Patienten auf der Spur zu sein. Wille und Wohl des Betroffenen stehen im Mittelpunkt des Dialogs aller, die einen schwerstkranken und sterbenden Menschen begleiten, besonders auch dann, wenn er sich


krankheitsbedingt nicht mehr mitteilen bzw. aktuell nicht entscheiden kann. In Betreuungseinrichtungen der Palliativund Hospizversorgung sind diese Aspekte selbstverständlich – in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und sonstigen Orten des Sterbens bestehen hierzu leider oft noch erhebliche Defizite. Eine gute Palliativbetreuung vermag Tötungswünschen und dem Verlangen nach Suizidbeihilfe weitgehend entgegenzuwirken. Dennoch bestehen nach verschiedenen Untersuchungen auch bei Palliativpatienten immer wieder Sterbeund Euthanasiewünsche. Im Umgang mit Sterbewünschen bei unerträglichem Leid in Palliative Care können Dilemmata auftreten, bei denen zu beachten ist, dass das Aussprechen solcher Wünsche immer eine große individuelle Not aber auch hohe Erwartungen und Vertrauen zum Ausdruck bringen. Für ihre Behandlung müssen medizinische, rechtliche und philosophisch-religiöse Aspekte differenziert miteinander in Beziehung gesetzt werden. Fachliche Unterstützung u.U. durch eine Ethikberatung kann hilfreich sein. Im Umgang mit Wünschen zur Sterbehilfe geht es im Spannungsfeld von Selbstbestimmung und Fürsorge immer um vier Fragen: Was ist wichtig? Was wollen Sie? Was kann ich für Sie tun? Was soll nicht sein? Hierzu in Palliative Care die angemessenen Antworten zu finden, ist eine große kommunikative und ethische Herausforderung.

Auch wenn klar ist, dass weder die Euthanasie noch der Assistierte Suizid zu den Aufgaben der Palliativmedizin bzw. des Arztes gehören, stellt der Umgang mit Patienten, die in Extremsituationen dieses einfordern, eine große Herausforderung dar. Die Einbeziehung von anderen und das Verlangen nach ärztlicher Hilfe zur Lebensbeendigung ist immer auch ein Zeichen großen Vertrauens, nicht selten verbirgt sich dahinter ein verborgener und oft besonders starker Lebewunsch, den es zu erkennen gilt – auch wenn manchmal die Möglichkeiten begrenzt sind, diesen entsprechend erfüllen zu können. Wenn Menschen oder evtl. auch Angehörige von schwerstkranken Patienten den Wunsch nach Lebensbeendigung äußern, benötigen sie Verständnis und empathischen Respekt – wobei es immer auch um ein moralische Beurteilung des Tötungsverlangens geht, welches mit dem beruflichen und persönlichen Ethos des Arztes geprüft werden muss.

Prof. Dr. H. Christof Müller-Busch Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin Universität Witten/Herdecke Ltd. Arzt i.R. Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Berlin E-Mail: muebu@t-online.de

Dankeschön

Wir bedanken uns bei allen Autoren, die durch Ihre Informationen und Fachartikel für unser Ärzteblatt dazu beigetragen haben, dass wir eine interessante und praxisnahe Publikation herausgeben konnten. Wir hoffen auf eine weitere gute Zusammenarbeit auch im Jahr 2012. Das Redaktionskollektiv

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Presse

Zweite Vorbereitungsphase für Deutsche Gesundheitsstudie gestartet Angeschriebene Hallenser werden um Teilnahme gebeten Ende Oktober 2011 startete die zweite Phase zur Vorbereitung der Deutschen Gesundheitsstudie, die ab 2013 deutschlandweit an 18 verschiedenen Studienzentren durchgeführt wird und in der etwa 200.000 Teilnehmer untersucht werden sollen. In der Vorbereitungsphase werden nun die Abläufe der Studie getestet, um in zwei Jahren eine reibungslose Durchführung garantieren zu können. Dazu werden etwa 100 Hallenser untersucht. „Die Einwohner werden – unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben – von den Behörden aus dem Melderegister der Stadt Halle nach einem Zufallsprinzip herausgefiltert und von uns angeschrieben“, sagt Dr. Alexander Kluttig, der die Studie in Halle koordiniert. Die Teilnahme der Angeschriebenen ist freiwillig: „Wir wünschen uns natürlich eine möglichst große Bereitschaft, an der Studie mitzuwirken, weil eine vollständige Teilnahmebereitschaft die Aussagekraft der Studie erhöht.“ Eingeladen werden Männer und Frauen im Alter von 20 bis 69. Die Deutsche Gesundheitsstudie hat zum Ziel, den Gesundheitszustand der Bevölkerung insbesondere in Bezug auf vermutete Einflussfaktoren von häufigen chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Mellitus oder Krebserkrankungen zu erheben. Dadurch sollen die Ursachen dieser in der Regel multifaktoriellen Krankheiten erforscht und neue Wege für die Prävention erschlossen werden. Allein in Halle werden dazu 10.000 Bürger in die Studie einbezogen. Die Studie wird in der Saalestadt durch die Medizinische Fakultät der MartinLuther-Universität (Professor Dr. med. Andreas Stang und Professor Dr. rer. nat. Johannes Haerting) durchgeführt und

durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Zur Vorbereitung dieses wissenschaftlichen Großprojektes sind umfangreiche Maßnahmen notwendig. So soll überprüft werden, ob die Untersuchungsmethoden, die Logistik, die Datenübertragung und die Koordinierung zwischen den einzelnen Studienzentren den Alltagsanforderungen gerecht werden. Alexander Kluttig: „Aus diesem Grund führen wir Teile des späteren Untersuchungsprogramms an kleinen Teilnehmergruppen durch.“ Das Untersuchungsprogramm umfasst: • Messung von Körpergröße, Körpergewicht, Taillen- und Hüftumfang • Messung von Blutdruck und Puls • Blutabnahme und Bestimmung von Laborparametern • Messungen zur körperlichen Fitness anhand eines Gleichgewichtstests und Handkraftmessung • Befragungen, unter anderem zu Alter, Familienstand, Herkunft, Schulbildung, Beruf, Gesundheitszustand, (Vor-)Erkrankungen, Medikamenteneinnahme und Lebensstil Die wichtigsten Untersuchungsergebnisse werden nach der Untersuchung den Teilnehmern umgehend zugesandt. „Selbstverständlich werden alle Angaben und Untersuchungsergebnisse streng vertraulich behandeln.“ Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und wird mit einer Aufwandsentschädigung von 30 Euro vergolten. I Pi UKH

Schließung der BKK für Heilberufe – Vergütungsansprüche Das Bundesversicherungsamt hat die Schließung der BKK für Heilberufe zum 31.12.2011 beschlossen. Durch die sozialgesetzlichen Rahmenbedingungen ist der Vergütungsanspruch von Ärzten, Krankenhäusern und anderen Leistungserbringern gesichert. Bis zum 31.12.2011 tritt die BKK für Heilberufe für ihre Verbindlichkeiten ein. Dies gilt beispielsweise auch dann, wenn die Leistung vor dem Stichtag erbracht, jedoch erst danach in Rechnung gestellt wird. In diesem Zusammenhang sind weitere Szenarien denkbar. Für die gängigsten Fragen hat der BKK Bundesverband unter www.bkk.de/leistungserbringer Antworten und zusätzliche Informationen bereitgestellt. Zudem wurde von der BKK eine Servicehotline eingerichtet. Hier werden ebenfalls Fragen zur Leistungserbringung in Zusammenhang mit der Kassenschließung beantwortet. Die Fragen können montags bis donnerstags von 9.00 bis 16.00 Uhr, sowie freitags zwischen 9.00 und 14.00 Uhr unter 0800 – 2 555 555 gestellt werden.

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Neubau mit Hotelstation komplettiert Städtisches Klinikum Dessau

Konferenz

Am Städtischen Klinikum in Dessau hat eine Hotelstation mit der Belegung durch erste Patienten ihre Arbeit aufgenommen. Die Hotelstation ist Teil eines weiteren NeubauKomplexes, mit dem das Krankenhaus in Dessau-Roßlau sein ehrgeiziges Klinikum-Projekt komplettiert. In diesen 5. Bauabschnitt des Städtischen Klinikums Dessau sind die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin mit 31 Betten, die Hotelstation mit 17 Betten, die Kinderambulanz sowie das Onkologische Zentrum eingezogen. Mit der Einweihung des 5. Bauabschnittes wurde zugleich der Neubau des Städtischen Klinikums abgeschlossen. Dieses Großprojekt entstand über mehrere Jahre: Die Fertigstellung des 1. Bauabschnittes erfolgte am 16. März 1994. Diesem ersten Bauabschnitt folgten weitere, so 1998 die Fertigstellung der Funktionsgebäude für 32 Millionen Euro, dann später für 34 Millionen Euro die neuen Räumlichkeiten für Radiologie und Strahlentherapie und schließlich im 4. Bauabschnitt die Übergabe von Küche, Foyer und Cafeteria für 43 Millionen Euro im Jahr 2006. Im Oktober vergangenen Jahres wurde für den 7,8 Millionen Euro teuren 5. Bauabschnitt das Richtfest gefeiert. Insgesamt sind am Städtischen Klinikum in den vergangenen Jahren 134 Millionen Euro Fördermittel verbaut worden, 20 Millionen Euro trug das Städtische Klinikum aus Eigenmitteln bei, hinzu kamen 40 Millionen Euro an Eigenmitteln für die medizinisch-

technische Ausrüstung. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin unter der Leitung von Chefarzt Dr. Uwe A. Mathony verfügt in ihren neuen Räumlichkeiten über Einzel- bis Vier-Bett-Zimmer mit Raum für die Mitaufnahme der Eltern. Jedes Zimmer hat eine eigene Sanitär-Zelle. Neu ist ein eigener Bereich für die Jugendlichen, er unterstreicht das interdisziplinäre Behandlungskonzept für die Patienten von 0 bis 18 Jahren. Im Zentrum der Kinderklinik befindet sich unter einem markanten Lichtdach ein heller und großer Spiel- und Freizeitbereich, der auf mehreren Ebenen sowohl Klein- und Schulkindern als auch Jugendlichen jeweils altersgerechte Beschäftigung ermöglicht. Die Einrichtung der Hotelstation mit ihren 17 Betten ist ein Novum in Mitteldeutschland. Hier werden Patienten aller Fachabteilungen behandelt. Die Hotelstation bietet bei entsprechender Zusatzversicherung oder persönlicher Zuzahlung mehr Individualität, Privatsphäre und Komfort. In Dessau-Roßlau stehen fortan 15 Einzel-Zimmer und ein Zwei-Bett-Zimmer zur Verfügung. Alle Zimmer sind hochwertig ausgestattet und besitzen einen Erker oder Balkon. Zur Hotelstation gehören Lounge-Bereiche und ein erweitertes Speisenangebot. I Pi Städtisches Klinikum Dessau

Die Schmerzambulanz des Universitätsklinikums Magdeburg A.ö.R. lädt zur folgenden interdisziplinären Schmerzkonferenz ein:

12.12.2011 Jahresrückblick Dr. Hoffmeyer

Anmeldung erwünscht: OA Dr. med. Hoffmeyer Leiter der Schmerzambulanz Tel.: 0391/6713350/13320, Fax: 67 13 971

Die Konferenzen werden von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt für die Erlangung des Fortbildungsdiploms mit 4 Punkten gewertet.

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Presse

Fluoridierungsmaßnahmen zur Kariesprävention:

Viel hilft viel?

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Bei der 5. Landesgesundheitskonferenz Sachsen-Anhalts im Frühjahr 2011 wurde berichtet, dass die Zahngesundheit der Kinder im Land sehr viel besser geworden ist, was durch eine kontinuierliche Gruppenprophylaxe in den Kindertagesstätten und die Individualprophylaxe in den Zahnarztpraxen erreicht werden konnte. Kinder und Eltern sind immer besser informiert darüber, dass Karies nur entsteht beim Zusammenwirken von kariesauslösenden Mikroorganismen, unzureichender Mundhygiene und Fehlernährung mit zu häufiger Zuckeraufnahme. Durch unterschiedliche Maßnahmen kann Karies verhindert oder eine bestehende, wenig ausgeprägte Kariesläsion zum Stillstand gebracht werden. Die wichtigste kariesprophylaktische Maßnahme ist dabei die Fluoridanwendung. Dabei hat sich im Hinblick auf den Wirkungsmechanismus die Sichtweise aufgrund zahlreicher Untersuchungen geändert: Früher ging man davon aus, dass das vor dem Zahndurchbruch eingebaute Fluorid kariesprophylaktisch wirksam ist, heute ist jedoch wissenschaftlich belegt, dass die nach dem Zahndurchbruch auf die Zahnoberflächen einwirkenden Fluoride für den kariesprophylaktischen Effekt verantwortlich sind. Die lokale Fluoridierung ist also der systemischen Fluoridierung vorzuziehen. So empfehlen wir Zahnärzte, Fluoridtabletten, wenn überhaupt, dann nur bis zum Durchbruch des ersten Milchzahnes, der bereits mit fluoridierter Kinderzahnpasta geputzt werden soll, zu verwenden. Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahnes bis zum Durchbruch des ersten bleibenden Zahnes sollten Zahnpasten mit einer niedrigen Fluoridkonzentration (0,05% Fluorid) verwendet werden, dabei sollte bis zum zweiten Geburtstag nur einmal und mit einer geringen Menge fluoridhaltiger Zahnpasta geputzt werden. Nach Durchbruch der ersten bleibenden Zähne (Backenzähne, etwa im sechsten Lebensjahr) kann dann mit einer Erwachsenenzahnpasta (0,10 bis 0,15 % Fluorid) mindestens zweimal

täglich eine Zahnreinigung erfolgen. Neben der Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasta kann im Haushalt fluoridhaltiges Speisesalz zum Kochen und Backen angewendet werden, auch fluoridhaltige Mineralwässer können zur lokalen Fluoridierung beitragen. Im Rahmen der Gruppen- und der Individualprophylaxe erhalten die Kinder zweimal jährlich eine lokale Fluoridierung mit Fluoridlack oder Fluoridgelee. Überhöhte Fluoridaufnahmen bei kleinen Kindern können an den bleibenden Zähnen zu Veränderungen – der sogenannten Fluorose – führen, die von ästhetischen Beeinträchtigungen in Form von weißen Schmelzflecken bis hin zu Schäden durch Schmelzeinbrüche reichen. (Bilder) Deshalb sollten definierte Grenzwerte nicht überschritten werden. Denn hier hilft viel nicht viel! Um einen Überblick über alle Fluoridierungsmaßnahmen zu gewährleisten, gibt es in Sachsen-Anhalt für Kinder bis zu sechs Jahren und für Schüler der Klassen 1 bis 6 Zahngesundheitspässe, in denen Eintragungen zur Fluoridierung und zahnärztlichen Kontrolle sowie zu Prophylaxemaßnahmen helfen, die nötige Fluoridzufuhr zu sichern, aber auch die definierten Grenzwerte nicht zu überschreiten. Die Zahnärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes und die niedergelassenen Zahnärzte arbeiten mit diesen Zahngesundheitspässen und können so individuell für jedes Kind Fluoridierungsmaßnahmen steuern.

Weiße Schmelzflecken als Folge einer Überdosierung des Fluorids (das Kind hat täglich - statt wie empfohlen wöchentlich - mit elmex Gelee die Zähne geputzt).

Recht deutliche Form der Fluorose, die heute in Deutschland sicherlich sehr selten anzutreffen ist.

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Dr. Nicole Primas Referentin für Präventive Zahnheilkunde im Vorstand der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt Fotos: OÄ Dr. Katrin Bekes, Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie Sektion Kinderzahnheilkunde und Präventive Zahnheilkunde, Halle (Saale)


Meyer, F. P., Groß Rodensleben

Ezetrol®, INEGY®

Better together oder Rien ne va plus?

In seinem Editorial “Verführung” resümiert Friebel mit Bezug auf die Arzneimittelhersteller: “ Die Auflösung des Konflikts zwischen ethischem Verhalten und überbordenden wirtschaftlichen Interessen bleibt eine Jahrhundertaufgabe“ (1). Dieser Prognosezeitraum scheint sehr optimistisch eingeschätzt zu sein. Der Konflikt ist in einer „Marktwirtschaft“ systemimmanent und nicht lösbar.

Klassische Tugenden Nun kann man sagen, dass moralische Werte nichts Statisches sind. Sie ändern sich im Laufe der Zeit und variieren von Kulturkreis zu Kulturkreis. Ausgenommen natürlich die vier moralischen Grundprinzipien – Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Toleranz (2). Werden diese „klassischen Tugenden“ beachtet, kann man fast alles machen. Wobei allerdings schon Goethe in „Maximen und Reflexionen“ einschränkte, dass Toleranz eigentlich nur eine vorübergehende Besinnung sein solle: sie müsse zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen. Jetzt schließen sich viele Fragen an. Was haben die „klassischen Tugenden“ mit Arzneimittelherstellern, Pharmavertretern, (professoralen) Meinungsbildnern, Krankenkassen, Ärzten, Apothekern und Patienten, sowie deren Selbsthilfegruppen usw. zu tun? Welche Rolle spielen die Arzneimittel in diesem Geflecht – Arzneimittel mit ihren Wirkungen und Nebenwirkungen? Wie werden Patienten vor mehr oder weniger sinnlosen pharmakotherapeutischen Maßnahmen geschützt? Wie kann eine „Übertherapie“ vermieden werden? Ist es möglich, die Versorgungsqualität zu steigern trotz begrenzter Gesundheitsressourcen?

Die Theorie – Schutz des Patienten Welche Möglichkeiten gibt es, Ärzte und Patienten vor unlauteren Angeboten zu schützen? Der Verein „Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie“ (FSA) wurde bereits am 16.02.2004 gegründet, ist aber bis heute ein reiner „Papiertiger“ geblieben, da die

wirklich relevanten Probleme niemals thematisiert wurden, geschweige denn, dass sie bearbeitet worden wären – ein „Feigenblatt“ der Pharmaindustrie (3). Natürlich haben wir ein umfassendes Arzneimittelrecht, z.B. das „Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln“ (Arzneimittelgesetz, AMG), das „Gesetz über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens“ (Heilmittelwerbegesetz, HWG), neuerdings das „Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz“ (AMNOG), die „Verordnung über die Anwendung der Guten Klinischen Praxis bei der Durchführung von klinischen Prüfungen mit Arzneimitteln zur Anwendung am Menschen“ (GCP-Verordnung, GCP-V), weiterentwickelt von der International Conference for Harmonisation (ICH). Es existieren nationale und internationale Behörden, die eigentlich dem Schutz der Patienten und Ärzte verpflichtet wären, z. B. das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (Paul-Ehrlich-Institut, PEI), die European Medicines Agency (EMA), das Committee for Human Medicinal Products (CHMP), die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA). Darüber hinaus existieren verschiedene Gremien, die – in unterschiedlichem Ausmaß – die Interessen der Patienten, der Ärzte und der Krankenkassen vertreten sollten, z. B. die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das Institut für Angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (AQUA) und diverse Ethik-Kommissionen. Ganz aktuell soll EVITA (Evaluation innovativer therapeutischer Alternativen) den Ärzten eine firmenunabhängige Einschätzung neu zugelassener Medikamente geben (4), deren optische Ampelorientierung „Grün–Gelb–Rot“ erinnert an den Beschluss der Verbraucherschutzminister, eine „Hygiene-Ampel“ für Gaststätten einzuführen.

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Die Praxis − am Beispiel von Ezetrol® und INEGY® Die verschiedenen Interessenkonflikte, die aus der von Friebel beschriebenen „Verführung“ resultieren könnten, wurden vor kurzem dargestellt (5). Ezetrol® (Ezetimib) und INEGY® (Ezetimib plus Simvastatin) wurden am 17. Oktober 2002 bzw. am 2. April 2004 erstmals in Deutschland zugelassen. Die Verlängerung der Zulassung erfolgte am 4. Mai 2009 bzw. am 25. Februar 2010. Man sollte also meinen, dass genügend Zeit war, eine klinisch relevante Wirkung (efficacy) von Ezetimib und der fixen Kombination mit Simvastatin nachzuweisen. Die freie Kombination wurde von Anfang an propagiert: „Ezetrol® und Statine – better together!“ oder Ezetimib/ Simvastatin – Duale Power“ oder „Neues WirkstoffTandem“. Bis zum heutigen Tag gibt es noch keine Studie, in der der Nutzen von Ezetimib oder der Kombination Ezetimib plus Simvastatin belegt worden wäre. Die großen, von MSD Sharp & Dohme GmbH und Essex pharma GmbH angekündigten Endpunktstudien sind bisher negativ verlaufen. ENHANCE In ENHANCE (Ezetimibe and Simvastatin in Hypercholesterolemia Enhances Atherosclerosis Regression), einer multizentrischen, doppelblinden, Placebo kontrollierten Studie wurde der Einfluss einer Monotherapie mit Simvastatin im Vergleich zur Kombinationstherapie Simvastatin plus Ezetimib auf die Surrogatendpunkte der Intima-Media-Dicke der Arteria carotis und der Arteria femoralis untersucht (6) (Tabelle 1).

Die Werte unterscheiden sich nicht. Die Kombination zeigte also keinen Vorteil gegenüber der Monotherapie, obwohl das Lipidprofil durch die Kombination wesentlich stärker verbessert wurde als unter der Monotherapie. Im Nachhinein wurde natürlich über den Sinn des Modells debattiert, was niemandem eingefallen wäre, wenn die Studie „positiv“ ausgegangen wäre. Im übrigen hatte die Kombination während der kurzen Studiendauer einen eher negativen Einfluss auf klinisch relevante Parameter. SEAS In SEAS (Simvastatin and Ezetimibe in Aortic Stenosis), einer multizentrischen, doppelblinden, Placebo kontrollierten Studie, wurde der Einfluss einer intensiven LDL-CholesterolSenkung auf die Morbidität und Mortalität von Patienten mit asymptomatischer Aortenstenose getestet (7) (Tabelle 2, S.51). Auch in dieser Studie hat die massive Senkung von LDL-C (um 61 % bereits in Woche 8) durch Simvastatin/Ezetimib keinen positiven klinisch relevanten Effekt im Vergleich zu Placebo. In der Verum-Gruppe traten sogar signifikant häufiger Krebserkrankungen und Krebs bedingte Todesfälle auf. Dieses Risikosignal sollte nicht übersehen werden, obwohl seine klinische Bedeutung noch unklar ist (8). SHARP In SHARP (Study of Heart And Renal Protection) wurden ursprünglich 9438 Patienten eingeschlossen. Nach einem Wechsel im Studiendesign beteiligten sich aber nur noch 9270 Patienten (9). Trotz hochsignifikanter Differenzen ist der klinische Nutzen von INEGY® im Vergleich zu Placebo sehr gering (Tabelle 3, S.52).

Tabelle 1: ENHANCE (modifiziert nach 6) 720 Patienten (46 ± 10 Jahre, 51 % Männer) mit heterozygoter familiärer Hypercholesterolämie wurden randomisiert: Simvastain (80 mg/d) plus Placebo versus Simvastatin (80 mg/d) plus Ezetimib (10 mg/d). Primärer Endpunkt: mittlere Veränderung der Intima-MediaDicke der Arteria carotis (6 Segmente). Beobachtungsdauer: 24 Monate.

Ereignis Mittlere Intima-Media-Dicke (mm) Ausgangssituation Arteria carotis Arteria femoralis nach 24 Monaten Arteria carotis Arteria femoralis Nebenwirkungen Total (%) Therapieabbruch (%) Kardiovaskuläre Ereignisse (n)

Simvastatin + Placebo

Simvastatin + Ezetimib

P

0,70 ± 0,13 0,80 ± 0,39

0,69 ± 0,13 0,77 ± 0,30

0,64 0,14

0,70 ± 0,14 0,80 ± 0,37

0,71 ± 0,15 0,79 ± 0,33

0,29 0,16

29,5 9,4 7*

34,2 8,1 10**

0,18 0,56

* 1 kardiovaskulärer Tod, 2 Herzinfarkte, 1 Schlaganfall, 5 koronare Revaskularisationen ** 2 kardiovaskuläre Todesfälle, 3 Herzinfarkte, 1 Schlaganfall, 6 koronare Revaskularisationen

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Tabelle 2: SEAS (modifiziert nach 7) 1873 Patienten (45 – 85 Jahre, 39 % Frauen) mit leichter bis mäßiger asymptomatischer Aortenstenose wurden randomisiert: Simvastatin (40 mg/d) plus Ezetimib (10 mg/d) versus Placebo. Primärer zusammengesetzter Endpunkt: Großes kardiovaskuläres Ereignis. Beobachtungsdauer: 52 Monate.

Ereignis

Primärer Endpunkt Tod, kardiovaskulär Aortenklappenkorrektur Herzinsuffizienz Herzinfarkt, nicht tödlich koronarer Bypass Schlaganfall, ischämisch Tod, total Tod, karzinogen Krebs, total AAR: absolute Risikoreduktion

Placebo

AAR

NNT

(n=929) %

Simvastain + Ezetimib (n=944) %

%

n

38,2 6,0 29,9 2,5 2,8 10,4 3,1 10,8 2,5 7,5

35,3 5,0 28,3 2,6 1,8 7,3 3,5 11,1 4,1 11,1

2,9 1,0 1,6 - 0,1 1,0 3,5 - 0,4 - 0,3 - 1,6 - 3,6

34 100 62 100 28 -

P

0,59 0,34 0,97 0,77 0,15 0,02 0,65 0,80 0,05 0,01

NNT: number needed to treat

Ein NNT-Wert von 40 bedeutet, dass 40 Patienten über 5 Jahre behandelt werden müssten, um 1 zusätzliches ungünstiges Ereignis zu vermeiden. Für 39 Patienten würde die Therapie keinen Vorteil bringen. Im Übrigen wäre es angemessen gewesen, eine dreiarmige Studie INEGY® versus Simvastatin versus Placebo durchzuführen. Man hätte auch auf Placebo verzichten können, da im Grunde nur der Zusatznutzen von Ezetimib interessiert. IMPROVE-IT In der IMPROVE-IT (IMProved Reduction of Outcomes: Vytorin Efficacy International Trial)-Studie soll geprüft werden, ob durch eine duale Hemmung (Ezetimib 10 mg/d plus Simvastatin 40 mg/d) die Prognose von Patienten mit akutem Koronarsyndrom günstiger beeinflusst wird als durch Simvastatin allein (10). Die Studie läuft derzeit noch. Der letzte Patient wird voraussichtlich im Juni 2013 eingeschlossen. Mit einer Veröffentlichung der Ergebnisse ist also günstigsten Falls 2014/15 zu rechnen. ARBITER 6-HALTS In ARBITER 6-HALTS (Arterial Biology for the Investigation of the Treatment Effects of Reducing Cholesterol 6-HDL and LDL Treatment Strategies) wurden 363 Patienten (≥ 30 Jahre) mit bekannten atherosklerotischen Gefäßerkrankungen oder Risikoäquivalenten für koronare Herzerkrankungen eingeschlossen (11). Alle Patienten erhielten Statine

nach ärztlichem Ermessen. Randomisiert wurde zusätzlich Ezetimib (10 mg/d) versus Niacin (500 mg  2000 mg abends). Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen, da durch Ezetimib die Intima-Media-Dicke der Arteria carotis unerwartet zunahm. Außerdem traten unter Ezetimib mehr große kardiovaskuläre Ereignisse auf (5,4 %) als unter Niacin (1,2 %).

Im Anfang war das Wort Es ist schon ein erstaunliches Phänomen! Obwohl in nahezu allen schriftlichen Dokumenten: Leitlinien, Arzneimittelrichtlinien des G-BA, einschlägigen Lehrbüchern, Arzneiverordnungen der AkdÄ expressis verbis darauf hingewiesen wird, dass Endpunktstudien zu Ezetimib und der Kombination von Ezetimib mit Simvastatin, die eine Reduktion von Morbidität und Mortalität oder eine Verbesserung der Lebensqualität zeigen könnten, nicht vorliegen, haben sich die Präparate in kürzester Zeit zu Blockbustern entwickelt. Selbst in den Fachinformationen zu Ezetrol® und INEGY® wird formuliert: „Eine positive Wirkung von Ezetrol®/ INEGY® oder Ezetimib auf kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität wurde nicht nachgewiesen“. Möglicherweise gehen diese Textbausteine aber auf den 6 bzw. 10 eng bedruckten FI-Seiten verloren. Nicht nur, dass ein Wirksamkeitsnachweis fehlt, es gab sogar Risikosignale für Krebs (SEAS) und kardiovaskuläre Todesfälle (ENHANCE, ARBITER 6-HALTS) durch Ezetimib. Trotzdem wurden allein in Deutschland in den letzten acht Jahren von Ärzten verschiedener Fachrichtungen Ezetimib

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Tabelle 3: SHARP (modifiziert nach 9) 9438 Patienten (62 ± 12 Jahre, 63 % Männer) mit fortgeschrittener oder terminaler chronischer Niereninsuffizienz (33 % dialysepflichtig, 67 % Prädialysestadium). Randomisation: Ezetimib plus Simvastatin (10/20 mg/d) versus Placebo. Primärer kombinierter Endpunkt: Schweres vaskuläres Ereignis (nicht tödlicher Herzinfarkt, ischämischer Schlaganfall, koronarer Tod, Revaskularisation). Beobachtungsdauer: im Mittel 4,9 Jahre.

Ereignis

Primärer Endpunkt Herzinfarkt Schlaganfall Tod, koronar Revakularisation Tod, total Tod, karzinogen

Placebo

AAR

NNT

(n=4620) %

Simvastatin + Ezetimib (n=4650) %

%

n

17,6 3,4 3,4 1,9 7,6 24,1 2,8

15,1 2,9 2,5 2,0 6,1 24,6 3,2

2,5 0,5 0,9 - 0,1 1,5 - 0,5 - 0,4

40 200 111 67 -

AAR: absolute Risikoreduktion

Quo vadis? Immerhin haben es MSD und Essex Pharma geschafft, Ezetimib ohne Nachweis eines Zusatznutzens fast ungestört über die vielen Jahre des Patentschutzes zu bringen. Voraussichtlich läuft dieser aber in den USA 2013, in Kanada 2014 aus. Auch für Deutschland dürfte diese Deadline etwa zutreffen. Die nachfolgenden Generika-Vertreiber werden zu neuen Tricks greifen müssen. Ob es möglich ist, durch das AMNOG den Zusatznutzen

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0,0012

0,0036 0,63

NNT: number needed to treat

haltige Präparate im Wert von mindestens 1,8 Milliarden Euro (Jahresumsatz etwa 225 Mio. Euro) verschrieben – für eine Substanz ohne Nutzen, aber mit noch schwer kalkulierbaren Risiken. Es muss also Informationskanäle – besser Desinformationskanäle – geben, die wesentlich wirksamer sind als das geschriebene Wort. Freundliche Pharmavertreter mit angenehmen Umgangsformen, Meinungsbildner jeglicher Couleur auf diversen „Fortbildungsveranstaltungen“ usw. usw.. Darüber wurde schon viel geschrieben, so dass man sich die Details ersparen kann. Die Bedeutung des gesprochenen Wortes kann nicht überschätzt werden. Erinnert sei an „Im Anfang war das Wort“ im Prolog des Evangeliums Johannes 1,1. Auch Prolog steht für „Wort“: ho lógos (griech.) = das Wort. Mit dem Wort kam auch die Lüge in die Welt. Der semantische Zusammenhang ist offenkundig: „Sie lügen … sie logen“. Darüber hinaus sind im germanischen Sprachbereich die Wortsippen „lügen“ und „locken“ verwandt. Wer lügt, will auch locken, z.B. Lockspeise, Lockvogel.

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von Innovationen früher zu erfassen und damit die Qualität der Verschreibung von Medikamenten zu verbessern, muss abgewartet werden. Es wäre sicher im Interesse der Patienten wünschenswert. Der Gesetzgeber hätte natürlich schon in den vergangenen Jahren die Möglichkeit gehabt, Patienten zu schützen. So heißt es im AMG § 30 Absatz (1): Die Zulassung ist zurückzunehmen, wenn … Nr. 1 sich herausstellt, dass dem Arzneimittel die therapeutische Wirksamkeit fehlt, wenn Nr. 2 … die therapeutische Wirksamkeit nach dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse unzureichend begründet ist. Die therapeutische Wirksamkeit fehlt, wenn feststeht, dass sich mit dem Arzneimittel keine therapeutischen Ergebnisse erzielen lassen. Es könnte auch ein befristetes Ruhen der Zulassung angeordnet werden.

Was bleibt? Was bleibt, ist eine gesunde Skepsis, ob durch AMNOG oder durch EVITA die „überbordenden wirtschaftlichen Interessen“ wirklich gezähmt werden können. Für Ezetimib sollte jedenfalls gelten: Nichts geht mehr − rien ne va plus! Literatut beim Verfasser Korrespondenzanschrift: Prof. Dr. Frank P. Meyer OT Groß Rodensleben Zur Magdeburger Str. 29 39164 Wanzleben-Börde U_F_Meyer@gmx.de


Mi t t ei l ungen d er KV

Bedarfsplanung in der vertragsärztlichen Versorgung (196. Fortschreibung)

1. Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in SachsenAnhalt hat am 04.10.2011 gemäß § 103 Abs. 1 SGB V in folgenden Planungsbereichen (identisch mit den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten per 30.06.2007) und bei folgenden Fachgruppen eine Überversorgung festgestellt und deshalb bzw. aufgrund seines Beschlusses vom 06.10.2005 Zulassungsbeschränkungen angeordnet: Planungsbereich Altmarkkreis Salzwedel Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Anhalt-Zerbst Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Aschersleben-Staßfurt Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Bernburg Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen Planungsbereich Bördekreis Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Burgenlandkreis Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Dessau, Stadt / Bitterfeld Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Halberstadt Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Halle (Saale) Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Jerichower Land Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Köthen Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen

Planungsbereich Magdeburg Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Mansfelder Land Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Merseburg-Querfurt Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Ohrekreis Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Quedlinburg Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Saalkreis Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Hautärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Sangerhausen Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Schönebeck Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Stendal Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Weißenfels Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Wernigerode Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Wittenberg Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen

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M it t e ilung e n d e r KV

2. Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in SachsenAnhalt hat am 04.10.2011 gemäß § 103 Abs. 3 SGB V in folgenden Planungsbereichen und bei folgenden Fachgruppen keine Überversorgung mehr festgestellt und deshalb die folgenden Planungsbereiche für die betreffenden Fachgruppen entsperrt: Keine.

Bedarfsplanung Psychotherapeuten Auf Grund der von den übrigen Fachgruppen abweichenden Berücksichtigung der Psychotherapeuten in der Bedarfsplanung hat der Landesausschuss trotz Anordnung von Zulassungsbeschränkungen für die Fachgruppe der Psychotherapeuten am 04.10.2011 folgende Zulassungsmöglichkeiten festgestellt

Planungsbereich

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Anzahl ärztliche Psychotherapeuten

Altmarkkreis Salzwedel

2

Anhalt-Zerbst

1

Aschersleben-Staßfurt

3

Bernburg

2

Bördekreis

2

Burgenlandkreis

2

Dessau-Bitterfeld

5

Halberstadt

2

Jerichower Land

2

Köthen

2

Magdeburg

4

Mansfelder Land

2

Merseburg-Quefurt

4

Ohrekreis

1

Quedlinburg

1

Saalkreis

2

Sangerhausen

1

Schönebeck

3

Stendal

2

Weißenfels

3

Wernigerode

1

Wittenberg

2

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Anzahl nur Kinder und Jugendliche betreuende Psychotherapeuten

1

2

Aktualisierung der ehemaligen Aufhebungsbeschlüsse Planungsbereich Aschersleben-Staßfurt Fachgruppe: Kinderärzte

3

Der Aufhebungsbeschluss der 156. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr zwei Zulassungen erfolgen können. Planungsbereich Burgenlandkreis Fachgruppe: Hausärzte Der Aufhebungsbeschluss der 124. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr neunzehn Zulassungen erfolgen können.

1

Planungsbereich Magdeburg Fachgruppe: Hausärzte Der Aufhebungsbeschluss der 185. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr elf Zulassungen erfolgen können.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen Sachsen-Anhalt im Hause der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Postfach 1664, 39006 Magdeburg, Telefon (0391) 6276461, Fax: (0391) 6278459.


S ervi ce | Für S i e gel esen

Wolfgang Schug

Grundmuster visueller Kultur Bildanalyse zur Ikonographie des Schmerzes In der Reihe: Medienbildung und Gesellschaft. Hrsg. v. J. Fromme, W. Marotzki, N. Meder, Dorothee M. Meister, U. Sander, Bd. 21. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Springer Fachmedien, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-18439-5, Broschur, sw-illustriert 288 S., € 39,95

Mit dem Begriff der Bildung wird man gemeinhin nicht ein zu betrachtendes Bild sondern mehr gelesenen Texte in Verbindung bringen, obwohl aus Printmedien, TV, Kino etc. Bilder allgegenwärtig auf uns einwirken und eine ungeheure Herausforderung an den Konsumenten darstellen. Unverkennbar scheint das Missverhältnis zwischen der Flut der visuellen Reize und dem qualifizierten Umgang mit ihnen auf. Gedruckte Texte sind in ihrer Bedeutung einigermaßen festgelegt; Bilder bleiben dagegen diesbezüglich offen. Der Autor, ein wissenschaftlicher Seiteneinsteiger in die visuelle Bildungsforschung, hat die Abbildung des Schmerzes zu seinem Thema gemacht. Seine zahnärztliche Profession, sein Interesse an klassischer Bildung und das Werkzeug aus einem Masterstudiengang an der Fakultät für Geistes-, Sozialund Erziehungswissenschaften der Ottovon-Guericke-Universität Magdeburg in Kombination mit der Akademie für Zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe sind der fachliche Hintergrund dieser Arbeit. Er sagt selbst: „Ziel der Arbeit ist es, zwei unterschiedliche Erkenntnisinteressen zusammenzuführen, nämlich zum einen das historisch-anthropologische Interesse am Phänomen des Schmerzes in seiner visuellen Darstellung auf historischem Bildmaterial und zum anderen das Interesse an Visualität und Bildhaftigkeit als Gegenstand Sozialwissenschaftlicher Analyse“ (s. 267). Schlichter ausgedrückt, es soll etwas zum Bildlesenlernen beigetragen werden. Der Autor sieht da ein Defizit in unserer Kultur und Bildung. Er tut dies am sinnfälligen Beispiel der Schmerzdarstellung. Schmerz ist ja

sprachlich nur unzulänglich kommunizierbar, er lässt die Sprache verstummen und endet im Schrei. Wie will er das nun aber wissenschaftlich anpacken? Das Inhaltsverzeichnis des Buches bietet eine gut strukturierte und aussagekräftige Übersicht. Es gibt u. a. Auskunft zur visuellen Kompetenz des Betrachters, zur Phänomenologie des Schmerzes und zu den Methoden der Materialauswertung in Anklang an die Vorgaben Aby Warburgs und Erwin Pankowskys, der Pioniere der wissenschaftlichen Ikonographie und Ikonologie. Schug stellt aus dieser Basis als Eigenleistung fünf Kategorien der Schmerzdarstellung vor. Es sind das (1) die Schmerzdarstellung als Vermittler der Leiden Christi, (2) als Mittel der Machtausübung, (3) als Mittel der Allegorie, (4) als Mittel der zeitkritischen Stellungnahme und (5) als Mittel künstlerischer Selbsterfahrung (z. B. Frida Kahlo). Im Weiteren geht er unter Anwendung eines Dreistufenschemas näher auf die Kategorie der Machtausübung (2) ein und beschränkt sich auf das Beispiel der Folter durch Schindung, das Abziehen der Körperhaut. Wahnsinnige Schmerzen, Verlust der Körpergrenzen und der Persönlichkeit sind darin gewollt. Er analysiert aus der antiken Mythologie die Darstellung „Apoll schindet Marsyas“ des Dirck von Baburen und sujetverwandte Bilder. Aus der bürgerlichen Lebenswelt ist es „Das Urteil des Kambyses“, das im Abziehen der Haut eines korrupten Richters endet. In der christlichen Ikonographie bietet sich „Das Mathyrium des Hl. Bartholomäus“, eines Apostels, an. Sämtliche dieser Bilder untersucht er in einer vori-

konologischen Beschreibung, einer ikonographischen Analyse und nimmt die ikonologische Interpretation vor. Die Erkenntnisse reichen erstaunlich viel tiefer, als es sich selbst der passionierte Ausstellungsbesucher vorstellen kann. Bilder werden lebendig, systematisch lesbar und geben Geheimnisse preis, die sich beim bloßen Betrachten nicht vermitteln. Es wird nachgewiesen, dass der Schmerz ein archetypisches Grundmuster darstellt, das in allen Epochen seine vitale Bedeutung und einen Wieder­ erkennungscharakter hat, dass zwischen Entstehen und Verstehen des Schmerzes eine ganze Welt klafft, die den Erleidenden ins Private drückt, ja ihn asozial in des Wortes eigentlicher Bedeutung macht. Das Buch ist in einer gewissen epischen Breite verfasst, was das Lesen des wissenschaftlichen Textes angenehm gestaltet. Es ist mit zahlreichen kleinen, schwarzweißen Fotografien armiert, die man sich der Einzelheiten wegen mit der Lupe ansehen sollte oder gar großenteils in Farbe im Netz abrufen kann. Es dürfte außer für die medien-pädagogischen Zielgruppen auch für die Fachvertreter der praktischen Medizin/Zahnmedizin von Interesse sein, möglichst mit Erfahrung im Umgang mit der Schmerzproblematik und mit Liebe zur Kunst und zum Menschen zu arbeiten. So kann das Buch zur Lektüre empfohlen werden. F.T.A. Erle, Magdeburg

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Wernigeröder Medizinerin in Madagaskar: „Ich sehe vieles mit mehr Gelassenheit“

Zum sechsten Mal war die Wernigeröder Ärztin PetraMarina Keffel zu einem ehrenamtlichen Hilfseinsatz unterwegs. Die Urologin ist gerade von einem Einsatz aus Madagaskar zurückgekehrt. Als Teamleaderin war sie zusammen mit fünf weiteren Medizinern und einer Studentin für die christliche Hilfsorganisation humedica international in Afrika. Madagaskar zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.

Wernigeröder Diplom-Medizinerin. Aufreibende Tage liegen hinter ihr. Aber die Dankbarkeit der Madagassen hat die Anstrengungen vergessen lassen, betont Keffel. Und sie ergänzt: „Wichtig ist vor allem die menschenwürdige Behandlung derer, die von einer Gesellschaft ausgestoßen sind. Auch wenn wir in einigen Fällen die Grenzen der medizinischen Möglichkeiten hinnehmen mussten.“

Seit 2005 fliegt Petra-Marina Keffel in die entlegensten Gebiete der Welt. Im Kosovo, in Kolumbien, Kasachstan, Kamerun und Malawi half die Ärztin aus Wernigerode während ihrer Urlaube bereits Menschen, die sich keine medizinische Versorgung leisten können.

Die Ärzte hatten lange Arbeitstage zu bezwingen. Meist waren sie ab 6 Uhr auf den Beinen und nicht vor 22 Uhr im Bett. Weite Fahrten zu den einzelnen Gefängnissen auf schlechten Straßen erschwerten die Hilfe. Breit gefächert waren die Beschwerdebilder, unter denen die madagassischen Gefangenen litten. Sie reichten von Rückenleiden über infizierte Wunden, Lungenerkrankungen bis hin zu mentalen Problemen wie Depressionen. Den größten Patientenansturm hatte die Zahnärztin zu bewältigen. „559 Mal musste sie Inhaftierten Zähne ziehen“, erklärt Petra-Marina Keffel. Aber auch Vitaminmangel, Pilz- oder Milbenbefall waren weit verbreitet. „Vor allem die Kinder inhaftierter Frauen litten in erhebli-

Mit einem Hilfsteam war sie nun in Madagaskar. Die sechs Ärzte aus Deutschland und Österreich waren zusammen mit einer Medizinstudentin zu einem Gefängniseinsatz in das Land im Indischen Ozean gereist. Vierzehn Tage lang waren die Mediziner unterschiedlichster Fachrichtungen in insgesamt sieben Gefängnissen unterwegs. „Wir haben rund 1.300 Gefangene behandelt“, erzählt die

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chem Maße unter den schlechten Haftbedingungen ihrer Mütter“, sagt Keffel. Denn, so die Ärztin weiter, muss eine Mutter in Madagaskar ins Gefängnis, nimmt sie ihren Nachwuchs einfach mit und zieht die Kinder hinter Gittern auf. „Das ist für uns unvorstellbar.“ Und leise fügt sie hinzu, dass das jüngste Baby, welches ihr in einer Haftanstalt in Madagaskar begegnete, gerade einmal fünf Tage alt war. Kuriose Diagnosen – wie etwa ein Teil einer eingewachsenen Stricknadel hinter dem Ohr eines Diebes, brachte auch die routinierten Ärzte zum Staunen. „In diesem Fall konnten wir mit einem unkomplizierten chirurgischen Eingriff weiterhelfen“, berichtet Keffel. Auch diesmal brachte Petra-Marina Keffel wieder viele Erlebnisse aus der dritten Welt mit in ihren Alltag nach Wernigerode. „Ich sehe vieles mit mehr Ruhe und Gelassenheit. Eigene Alltagsschwierigkeiten relativieren sich. So half mir der Einsatz, manches mit mehr Abstand zu sehen.“ Und sie habe eine tiefe Dankbarkeit in sich, dass sie anderen Menschen helfen konnte. Zudem war der Hilfseinsatz für die Ärztin eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht. „Neben allen Problemen haben wir warmherzige Menschen getroffen, interessante Landschaften und seltene Tierarten gesehen.“ Mit Überzeugung sagt die 68jährige Medizinerin, dass sie sich vorstellen kann, schon im nächsten Jahr wieder zu einem Hilfseinsatz zu fliegen. U. Klein

Fotos P.-M. Keffel

S. 56 u. re.: P.-M. Keffel kontrolliert Jungen in einem Kindergefängnis

S. 56 o. re.: P.-M. Keffel bei der Untersuchung von Inhaftiertem

auf Milbenbefall.

in madagassischem Gefängnis

S. 57 o. re.: Karte von Madagskar

u. li.: Die Wernigeröder Urologin Petra-Marina Keffel und die

S. 57 u. li.: Dipl.-Med. Keffel bei der Untersuchung einer Gefängnisinsassin

Wiener Zahnärztin Monika Kroemer behandeln zusammen einen

S. 57 u. re.: Frau Keffel zusammen mit der Medizinstudentin

Patienten

Susa Hausmann an der Medikamentenausgabe

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WORLD DOCTORS ORCHESTRA

Das World Doctors Orchestra (WDO) verbindet musikalischen Höchstgenuss mit einer karitativen Idee: Rund einhundert Ärztinnen und Ärzte aus mehr als zwanzig Nationen tauschen regelmäßig ihre Kittel gegen Abendkleid und Frack, um gemeinsam für Not leidende Menschen zu musizieren. Die Erlöse jedes Benefizkonzerts kommen je zwei medizinischen Hilfsprojekten zugute. Zum einen unterstützt das Orchester seit seinem Bestehen die HugoTempelman-Stiftung, die im südafrikanischen Township Elandsdoorn die einzige Klinik für rund 160.000 Menschen sowie verschiedene soziale Projekte in den umliegenden Armensiedlungen betreibt. Der zweite Teil der Erlöse gehen an Hilfsprojekte, die in Bezug zum Gastland der jeweiligen Konzertabende stehen. Gegründet wurde das WDO 2007 von Prof. Stefan Willich, Direktor des Instituts für Sozialmedizin der Berliner Charité, der das Orchester auch dirigiert. Willich, selbst ausgebildeter Violinist, Kammermusiker und Dirigent, bürgt für das hohe künstlerische Niveau seines Ensembles: Seine musikalischen Mitstreiter wählt er aus über 500 Bewerberinnen und Bewerbern, die neben ihrer medizinischen auch über eine hervorragende musikalische Ausbildung verfügen, aus. Sie alle eint die Freude an der Musik. Doch geht es den ambitionierten LaienmusikerInnen, die ihre Unkosten

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für Reise und Unterkunft selber tragen, nicht um den künstlerischen Selbstzweck. Mit ihrem außergewöhnlichen Engagement setzen sich die MedizinerInnen ideell und finanziell dafür ein, eine von nationalen Grenzen und politischen oder wirtschaftlichen Interessen unabhängige medizinische Versorgung der gesamten Weltbevölkerung zu realisieren. Mit seinen Benefizkonzerten verbindet das World Doctors Orchestra das Angenehme mit dem Nützlichen. So soll mit ihrem musikalisch-karitativen Engagement in einer breiten Öffentlichkeit das Bewusstsein für die

Notwendigkeit eines globalen sozialen Selbstverständnisses geschärft werden: Medizinische Versorgung ist ein Menschenrecht und Voraussetzung aller menschlichen Entwicklung. Seinen furiosen Einstand feierte das World Doctors Orchestra im Mai 2008 mit einem Benefizkonzert in der Berliner Philharmonie. Auf dem Programm standen Donizettis Ouvertüre zu „Der Liebestrank“, die 9. Sinfonie von Dvořák und als Zugabe der „Ungarische Tanz“ von Brahms. Der aus Boston stammende Solist Peter Zazofsky unterstützte das Orchestra zudem bei Beethovens Violinkonzert.

Proben in Berlin, Foto: Andrea Katheder Fotografie Foto oben: Das WDO 2010 im Konzerthaus Berlin


Dank der finanziellen Unterstützung durch Sponsoren konnten die Erlöse des Konzertabends, rund 11.000 Euro, vollständig an die Hugo-TempelmannStiftung und das Hilfswerk Indien weitergegeben werden. Am 8. Februar 2009 feierte das Orchester sein USA-Debut in der Severence Hall in Cleveland, Ohio, Heimat des Cleveland Symphony Orchestra, eines der „Big Five“ in den USA. Auf dem Programm standen Beethovens Tripelkonzert mit den Solisten Annie Fullard, Violine, Saeunn Thorsteinsdottir, Cello, und Sergei Barbayan, Klavier, sowie Brahms 1. Sinfonie. Der Erlös zugunsten der Free Medical Clinic in Cleveland und der Hugo-Tempelmann-Stiftung betrug rund 24.000 US $. Am 4. Juli war das Orchester in der Berliner Philharmonie zu sehen. Auf dem Programm standen Mozarts Sinfonia Concertante in Es mit den Solistinnen Tanja Becker-Bender, Violine, und Aida-Carmen Soanea, Viola, und Mahlers Sinfonie Nr. 5. Rund 25.000 Euro Erlös aus den Eintrittsgeldern konnten an die Tempelman-Stiftung und an das Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin e.V. übergeben werden. Das 4. Benefizkonzert fand am 17. Januar 2010 in Erivan, Armenien, zugunsten einer Tagesstätte für geistig behinderte Kinder und Waisen statt. Der in Armenien geborene, weltbekannte Solist Sergey Khachatryan besuchte für die Interpretation von Tschaikowskis Violinkonzert seine Heimatstadt Erivan. Neben Beethovens 3. Sinfonie spielte das World Doctors Orchestra die Festliche Ouverture des zeitgenössischen armenischen Komponisten Alexander Harutyunyan.

Beethovens 9. Sinfonie auf. Unterstützt wurde das Orchester durch die weltbekannten Solisten Anja Kampe (Sopran), Julia Rutigliano (Alt), Endrick Wottrich (Tenor) und Falk Struckmann (Bass). Das anspruchsvolle Projekt wurde u.a. durch die großzügige Förderung seitens der Aventis Foundation ermöglicht. Für das 6. Benefizkonzert kam das Orchester vom 11. bis 14. November 2010 in Taiwan zusammen, dank der Initiative und großartigen Organisation durch den Geiger und Augenarzt Dr. Ching-Hong Kao. Das Orchester hatte seinen Auftritt in der Nationalen Konzerthalle in Taipei. Dieses Projekt wurde großzügig durch die Formosa Cancer Foundation unterstützt. Am 11. September 2011 kam das World Doctors Orchestra für sein 7. Benefizkonzert in Washington DC zusammen: ein Konzert in Erinnerung an die Anschläge vom 11. September 2001. Auf dem Programm standen Gustav Mahlers Symphonie Nr. 2 „Resurrection“ und Mozarts Violinkonzert Nr. 5. Das Konzert fand in der Strathmore Concert Hall in Bethesda, Maryland bei Washington DC vor rund 1.600 Zuhörern statt. Die Solistin Tamaki Kawakubo gehört zu den bemerkenswertesten Künstlerinnen und den festen Größen der Konzertbühnen im Fach Violine. Ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten hat sie in zahlreichen Wettbewerben unter Beweis gestellt. Für die Symphonie Mahlers wurde das Orchester vom National Philharmonic Chorale unterstützt. Das Konzert wurde großzügig von der S&R Foundation und Dr. Sachiko Kuno unterstützt.

Proben in Washington, Foto: Rob Mesite Photography

World Doctors Orchestra c/o Institut für Sozialmedizin Charité - Universitätsmedizin Berlin Luisenstr. 57, D-10117 Berlin world-doctors-orchestra@charite.de www.world-doctors-orchestra.org Künstlerische Leitung: Stefan Willich Management: Anne Berghöfer Kuratorium Martin Hoffmann, Intendant Berliner Philharmoniker

Im Jahr 2012 sind Konzerte in Süd­afrika, Berlin und Essen geplant.

Pamela Rosenberg, Dekanin, The American Academy in Berlin Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärzte-

Am 11. Oktober 2010 fand das 5. Benefizkonzert des World Doctors Orchestras im Rahmen des zweiten World Health Summit (www.worldhealthsummit.org) im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin statt. Gemeinsam mit dem Philharmonischen Chor Berlin führte das Orchester

Das World Doctors Orchestra ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein, der unabhängig von politischen, religiösen oder wirtschaftlichen Einflüssen tätig ist. Die Probenarbeit und die Konzertveranstaltungen werden finanziell durch Sponsoren unterstützt.

kammer Berlin International Orchestra Committee Prof. Jonathan Lass, Cleveland, OH, USA Dr. Philip Dodd, Dublin, Ireland Dr. Tobias Breyer, Essen, Germany Dr. Wibke Voigt, Dortmund, Germany Dr. Ching-Hong Kao, Taipei, Taiwan

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K ult ur

Bildende Künstler Sachsen-Anhalts

Ursula und Dietmar Kirsch

Abb. 1: „Frühlingsfrau“

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In der Adventszeit möchte ich den Lesern des sachsen-anhaltischen Ärzteblattes zwei Künstler vorstellen, deren Arbeiten, aber auch deren Lebensumfeld, Haus, Garten und Werkstatt für mich immer einen Hauch von Weihnachtszeit haben. Ihr Heim in einem liebevoll restaurierten alten Bauernhaus ist gleichzeitig Werkstatt, Museum und Galerie. Umgeben von einem großen, naturnahen Garten ist es wunderschön oberhalb der Saale gelegen. Alles wirkt idyllisch, friedlich, strahlt Gemütlichkeit, Wärme und Geborgenheit aus. Hier könnte der Weihnachtsmann seine Werkstatt haben. Im Inneren des Hauses riecht es nach frischem Holz und Ölfarbe. Ein munterer kleiner Hund begrüßt den Gast mit freundlichem Bellen und heftigem Schwanzwedeln. An allen verfügbaren Wänden finden sich entzückende Bilder, alles eigene. Einige davon erinnern mich an Adventskalender. Auf Simsen und Podesten stehen knuddelige, liebenswerte und wunderschön bemalte Holzfiguren. Schöne antike Möbel stehen auf alten Dielen, die, wie auch die Treppen, ein wenig knarren, als wollten sie dem Besucher ihre alten Geschichten erzählen. Der Querbalken über der Treppe hängt tief. Regelmäßig stoße ich mir den Kopf daran und empfinde das bereits als

zugehörig zum Besuch bei Kirschs. Und die Bewohner? Sie, Ursula, zierlich, sanft und emsig. Sie könnte in dem Weihnachtshaus ein gereiftes Engelchen abgeben oder ein Wichtelchen und Dietmar, kräftig, rundes Gesicht, Bart, etwas zurückhaltend, den Weihnachtsmann. Diese beiden liebenswerten und begnadeten Künstler möchte ich Ihnen etwas näher bringen, zwei, die zusammengehören, ein richtiges, lang verheiratetes Ehepaar. Eines, das noch immer gut miteinander auskommt und sich offensichtlich nicht nur auf der privaten, sondern auch auf der beruflichen Schiene gut versteht und ideal ergänzt. Beide sind letztendlich in ihrem jetzigem Tun Autodidakten, von Haus aus studierte Chemiker und früher in leitender Stellung; er, Dietmar, promoviert. Vor Jahren kam der schrittweise Ausstieg aus der Buna-Chemie und die zunehmende Hinwendung zu den schönen Künsten, einer Tätigkeit, die wohl für unser Wohlbefinden und Lebensglück mindestens genauso wichtig ist wie die Chemie, doch für die weit mehr Kreativität, Fantasie und Gefühl notwendig ist, als für die Bedienung moderner Chemieanlagen. Ursula begann mit der Gestaltung von Broschen, Dietmar blieb noch eine Weile in Buna und folgte Anfang des neuen Jahrtausends seiner Frau in die


Abb. 2: „Genießer“

Abb. 3: „Wintermann“

Abb. 4: „Spielerei“, Radierung

künstlerische Vollbeschäftigung. Sicher war dieser Ausstieg nicht einfach und mit Anstrengungen und Entbehrungen verbunden. Aber der Erfolg ihrer Arbeit, diese freundlichen, liebenswerten Figuren, die entzückenden Grafiken und Bilder und schließlich die edlen Broschen, bestätigen die Richtigkeit dieses Weges. Das Besondere an allen künstlerischen Arbeiten der Kirschs, den Holzskulpturen von Dietmar und den Bildern, Grafiken und Broschen von Ursula liegt nach meiner Ansicht in einer freundlichen Naivität und einer ehrlichen Liebenswürdigkeit. Das betrifft sowohl den Inhalt als auch die Gestaltung und Farbgebung. Meist sind es Menschen, aus Holz geschnitzt oder auf Bildern dargestellt, manchmal auch Tiere. Reine Landschaften finden sich nicht. Die Holzskulpturen sind in sich geschlossen, Arme und Beine liegen an. Es gibt keine Ecken und Kanten. Das verleiht ihnen eine gewisse Kompaktheit und Naivität, die durch die Bemalung noch unterstrichen wird. Auch lassen sie sich gut in die Hand nehmen, Handschmeichler. Die dargestellten Menschen wirken freundlich, ihr Tun ist friedlich und ruhig, ohne Hektik. Oft zeigen sie kleine Schwächen, Eigenheiten oder sonstige Narreteien. Alles wird mit einem verständnisvollen Augenzwin-

kern dargestellt, nie der Zeigefinger erhoben. Es wird nicht provoziert oder angeklagt, der Betrachter nicht geschockt, sein Kunstverstand nicht überfordert. Diese künstlerischen Arbeiten bedürfen keines kunstwissenschaftlichen Studiums, um sie zu verstehen und keiner Erläuterung. Sie erschließen sich von selbst und - sie stimmen freundlich, machen froh und heiter. Sie lassen schmunzeln und erzählen Geschichten, schöne freundliche Geschichten.

„Spielerei“ (Kaltnadelradierung). Dargestellt ist eine nicht mehr ganz junge Frau mit zwei Puppen in den Händen. Das Geschlecht ist nicht sicher zu bestimmen, es könnte auch ein Mann sein. Die Vermutung „Frau“ bezieht sich lediglich auf die halblangen Haare und den Schal. Beides heute keine sicheren Zeichen mehr für Weiblichkeit. Aber vielleicht ist das auch gleichgültig, ob da ein Mann oder eine Frau mit den Puppen spielt. Wichtiger ist die Auswahl der Puppen. In jedem Puppentheater gibt es ein Kasperle und seinen Gegenspieler, den Teufel. Dann noch ein paar Nebenfi-

Eine Geschichte will ich Ihnen erzählen:

Biografien Ursula Kirsch • 1949 geboren in Apolda • 1968 Abitur und Chemiefacharbeiter • 1968- 1972 Chemiestudium und Diplom an der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg • 1972-1982 BUNA-Werke tätig als Forschungsgruppenleiterin • 1982-1985 tätig an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein, Halle • seit 1986 freiberuflich als Malerin tätig

Dr. Dietmar Kirsch 1940 in Breslau geboren 1958 Abitur in Weferlingen 1958-1960 Dienstzeit Armee 1960-1965 Chemiestudium und Diplom TH Merseburg • 1965-1974 Promotion, Tätigkeit an der TH Merseburg • 1974-2000 tätig in BUNA-Werken in der Forschung, Abteilungsleiter Analytik • seit 2000 hauptsächlich tätig als • Holzgestalter

• • • •

Kontaktdaten: Ursula und Dr. Dietmar Kirsch, Auf dem Berg 24, 06347 Friedeburg Tel.: 034783-30292, E-mail: dietmar.kirsch@gmx.net, www.atelierkirsch.de

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wunderschöner Christbaum. Ähnliches hat Ursula Kirsch für die Leser des Ärzteblattes getan, eine der SchwarzWeiss-Grafiken des Puppenspielers mit Farbe „verzaubert“ – sachlich ausgedrückt: koloriert. Das Ergebnis überrascht (Abbildung unten). Wie schön doch Farbe machen kann! Ich wünsche Ihnen eine friedliche und schöne Weihnachtszeit. Zwei kleine Engel habe ich Ihnen dazu noch mitgebracht. Abb. 5: „Liebesengel“, Radierung, col., 2006

Abb. 6: „Weinengel“, Radierung, col., 2007 Dr. Wolfgang Lässig, Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle

guren, wie die Gretel und die Großmutter, König und Prinzessin, vielleicht noch einen Polizisten und ein Krokodil. Neben dem Kasper, der für Fröhlichkeit, Schabernack und Schläue steht und es immer schafft, aus schwierigen und aussichtslosen Situationen als Sieger hervorzugehen, beteiligt unser Puppenspieler keinen Teufel, sondern eine Prinzessin, Sinnbild für Schönheit und Reichtum. Da spielt also jemand, gleich ob Mann ob Frau, mit Puppen. Dieser Mensch ist weder Kind, dem man das Spiel mit Puppen am ehesten zuordnen würde, noch Greis. Es ist jemand mittleren Alters im so genannten „besten Alter“. Er spielt ohne Bühne und ohne Publikum. Lediglich ein kleiner etwas gerupft aussehender Vogel schaut mehr oder weniger interessiert zu. Den Puppenspieler scheint das aber alles nicht zu interessieren, er oder sie schaut mit weit geöffneten Augen etwas melancholisch irgendwohin in die Ferne und spielt „Prinzessin und Harlekin“. Was ist das für ein Spiel, was für eine Geschichte? Wir wissen es nicht. Identifiziert er sich mit seinen Puppen? Spielt er vielleicht sein eigenes Leben, seine eigenen Wünsche? Möchte er Kaspar sein, lustig und schlau zum Sieger werden, als Siegeslohn eine Prinzessin, Schönheit und Wohlstand? Die Prinzessin in der rechten Hand wird in die Höhe gehalten. Sie scheint

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zu triumphieren. Der Kasper ist tiefer positioniert. Hat er verloren? Der melancholische Blick des Puppenspielers lässt dies befürchten. Letztendlich bleibt die Antwort offen. Alles nur Spielerei!

Noch ein Tipp: Es gibt im Dezember eine sehenswerte Ausstellung in Halle! Ursula und Dietmar Kirsch:

In der Weihnachtszeit gestaltet sich vieles ein wenig freundlicher als sonst, verzaubert und verklärt. So wird aus einer unscheinbaren Fichte ein

„Wege in Holz und Farbe“ 01.12.2011 bis 15.01.2012 Galerie Dr. Stelzer und Zaglmaier, Große Steinstraße 57, 06108 Halle (Saale)

Abb. 7: Brosche „Der Kleine König ist verliebt“

Abb. 8: Brosche „elegante Dame“

Abb. 9: „Spielerei“, Radierung, col.


P ersonalia

Wir gratulieren

zum 60. Geburtstag 03. 12. Dr. med. Rosemarie Wulf-Borkenau 06114 Halle (Saale) 05. 12. Dipl.-Med. Birgit Mauerhoff-Klapperstück 06114 Halle (Saale) 07. 12. PD Dr. med. habil. Albrecht Oehme 07751 Jena 09. 12. Dipl.-Med. Brunhilde Härtig 39116 Magdeburg 17. 12. Dipl.-Med. Gisela Bange 39418 Staßfurt 18. 12. Prof. Dr. med. habil. Rainer Finke 06120 Halle (Saale) 18. 12. Dr. med. Hannelore Möwes 39446 Staßfurt 19. 12. Dipl.-Med. Christine Grönick 06502 Thale 20. 12. Dr. med. Anselma Schober 06420 Domnitz 21. 12. Steffi Böttcher 06242 Braunsbedra 24. 12. Prof. Dr. med. habil. Klaus Begall 38822 Halberstadt 25. 12. Dr. med. Christiane Peschke 06632 Freyburg (Unstrut) 25. 12. Dr. med. Bernd Hannig 06184 Kabelsketal 25. 12. Dr. med. Christian Meffert 29487 Luckau 28. 12. Dipl.-Med. Jörgen Bretschneider 06667 Weißenfels

zum 65. Geburtstag 04. 12. 07. 12. 17. 12.

Dr. med. Frank Lehmann 06667 Weißenfels Dr. med. Elke Heyer 38855 Wernigerode Dipl.-Med. Christa Döltz 06449 Aschersleben

21. 12. 22. 12. 23. 12. 30. 12. 31. 12.

Dipl.-Med. Dietrich Lohmann 39218 Schönebeck (Elbe) Dipl.-Med. Christa Lampe 39120 Magdeburg Priv.-Doz. Dr. med. Arnulf Schiessler 10629 Berlin Priv.-Doz. Dr. med. Helmut Fiedler 06120 Halle (Saale) Joachim Wartberg 39345 Uthmöden

zum 70. Geburtstag 01. 12. 02. 12. 03. 12. 04. 12. 06. 12. 07. 12. 08. 12. 09. 12. 10. 12. 12. 12. 14. 12. 14. 12. 15. 12.

Dr. med. Horst Franz 06862 Dessau-Roßlau Dr. med. Jutta Bergen 39576 Stendal Klaus Poppeck 39356 Behnsdorf Priv.-Doz. Dr. med. Günter Hein 06118 Halle (Saale) Doris Kinne 29410 Salzwedel SR Heide-Marie Kellert 38889 Blankenburg (Harz) Dr.-medic/IMF Bukarest Valeriu Munteanu 06749 Bitterfeld SR Jürgen Panniger 06249 Mücheln (Geiseltal) Oswald Peter 06896 Reinsdorf Dr. med. Wolfgang Reisener 29410 Salzwedel Doz. Dr. med. habil. Peter Meinhart 06132 Halle (Saale) Dr. med. Klaus-Walter Zipprich 39116 Magdeburg Dr. med. Doris Schober 06888 Seegrehna

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P e r s o na lia

16. 12. 17. 12. 17. 12. 21. 12. 21. 12. 24. 12. 27. 12. 27. 12. 28. 12. 28. 12. 28. 12. 29. 12. 29. 12. 29. 12.

Dipl.-Med. Helga Kramm 06120 Halle (Saale) Dr. med. Angelika Neumann 06484 Quedlinburg Dr. med. Jürgen Metker 38855 Wernigerode Prof. Dr. med. habil. Erdmuthe Fikentscher 06108 Halle (Saale) MR Dr. med. Bergrun Hirschelmann 06114 Halle (Saale) Dr. med. Manfred Temme 38820 Halberstadt Dr. med. habil. Dr. rer. nat. Jürgen Metzner 06114 Halle (Saale) Hans-Peter Busch 06846 Dessau-Roßlau Dr. med. Renate Neubert 06846 Dessau-Roßlau Dipl.-Med. Heide Luderer 06179 Teutschenthal Dr. med. Peter Koch 39340 Haldensleben MR Dr. med. Wolfgang Zacher 06118 Halle (Saale) SR Dr. med. Marlies Habelt 06766 Wolfen Dr. med. Günther Hoffmann 06722 Droyßig

zum 75. Geburtstag 01. 12. 01. 12. 05. 12. 11. 12. 26. 12. 30. 12. 30. 12.

Dr. med. Renate Ullrich 06618 Naumburg (Saale) Dr. med. Hans-Henning Lippe 38875 Elbingerode (Harz) SR Werner Nowak 39124 Magdeburg Dr. med. Erich Schickerling 06469 Nachterstedt Dr. Dr. med. Karl-Adolf Schaper 06792 Sandersdorf Dr. med. Peter Schneider 39108 Magdeburg Dr. med. Ferdinand Drösler 06667 Weißenfels

zum 80. Geburtstag 05. 12. Ruth Herrmann 06114 Halle (Saale) 23. 12. OMR Dr. med. Eberhard Scheibe 06682 Teuchern

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31. 12. Dr. med. Ruth Landa 39326 Wolmirstedt

zum 81. Geburtstag 26. 12. 31. 12.

MR Dr. med. Udo Steiniger 06895 Zahna-Elster SR Dr. med. Eva Schuhmannova 39340 Haldensleben

zum 83. Geburtstag 26. 12. Dr. med. Claus Karnop 39104 Magdeburg

zum 84. Geburtstag 26. 12. Prof. Dr. med. habil. Peter Heinrich 39128 Magdeburg

zum 86. Geburtstag 21. 12. Christa Blech 06120 Halle (Saale)

zum 87. Geburtstag 29. 12. SR Dr. med. Charlotte Engelmann 06124 Halle (Saale)

zum 89. Geburtstag 21. 12. Prof. Dr. med. habil. Eberhard Sander 06118 Halle (Saale)

zum 91. Geburtstag 03. 12. OMR Dr. med. Johannes Rohde 06120 Halle (Saale)

zum 94. Geburtstag 21. 12. MR Dr. med. Maximilian Winter 06507 Friedrichsbrunn

Wir wünschen Ihnen Gesundheit und viel Freude auf Ihrem weiteren Lebensweg. Ihre Ärzteblatt-Redaktion Sollten Sie mit der Veröffentlichung Ihres Geburtstages nicht einverstanden sein, so bitten wir Sie, dies rechtzeitig der Ärztekammer bekanntzugeben.


Wir suchen ständig Ärzte aller Fachgebiete, als Honorarärzte, zu besten Konditionen! Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern! www.honorararztagentur.de

Landesverwaltungsamt Landesverwaltungsamt

Beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt mit Sitz in Halle (Saale) ist im Referat Versorgungsärztlicher Dienst am Standort in Halle oder Magdeburg zum nächstmöglichen Zeitpunkt

eine Arztstelle zu besetzen. Die Vergütung/Besoldung erfolgt nach E 15 TV-L bzw. A 14 BesO. Die Aufgaben umfassen sozialmedizinische Begutachtungen und prüfärztliche Tätigkeiten – nach dem Sozialen Entschädigungsrecht (Bundesversorgungsgesetz mit Anhang- und Sondergesetzen), – dem SGB IX, Teil 2 (Schwerbehindertenrecht), – dem Landesblinden-/Gehörlosengeldgesetz, – in Angelegenheiten des Integrationsamtes und der Hauptfürsorgestelle. Die Versorgungsbegutachtung unterliegt einem zentralen Qualitätsmanagementsystem, welches über die versorgungsmedizinischen Grundsätze verrechtlicht ist und von einem besonderen fachlichen Anspruch begleitet wird. Darüber hinaus bietet die im Referat angesiedelte Vielfalt an ärztlichen Querschnittsaufgaben weitere interessante Einsatzmöglichkeiten. Zur Erfüllung dieses breitgefächerten Aufgabenspektrums suchen wir Bewerber/-innen mit einem Facharztabschluss, hier insbesondere auf den Gebieten der Inneren Medizin, der Orthopädie, der Chirurgie, der Neurologie oder der Allgemeinmedizin. Wir bieten: – die Übernahme in ein unbefristetes und langfristig sicheres Arbeitsverhältnis – eine flexible, familienfreundliche Arbeitszeit ohne Wochenend-, Feiertags- und Nachtarbeit – Möglichkeiten berufsbedingter Weiterbildungsmaßnahmen zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Sozialmedizin Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt berücksichtigt. Frauen werden besonders aufgefordert, sich zu bewerben. Für weitere Informationen steht Ihnen die Referatsleiterin und Leitende Ärztin, Frau LMedD Dr. med. Schmidt, Tel. 0345/514-3026, zur Verfügung. Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte innerhalb von drei Wochen nach Veröffentlichung an das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt Referat Personaleinsatz, Personalbetreuung Ernst-Kamieth-Str. 2, 06112 Halle (Saale)

Unternehmen der Salzlandkliniken GmbH Schönebeck ist eine etwa 15 km südlich von Magdeburg gelegene Stadt an der Elbe mit reizvoller Umgebung. Der Besuch aller weiterführenden Schulformen ist hier möglich. Über die gute Verkehrsanbindung ist die Landeshauptstadt binnen 15 Minuten erreichbar. In der Klinikum Schönebeck GmbH möchten wir zur Verstärkung unseres Teams zum nächstmöglichen Zeitpunkt folgende Stellen neu besetzen:

Fachärztin/Facharzt

für den Fachbereich Innere Medizin

Assistenzärztin/Assistenzarzt

für Innere Medizin/Allgemeinmedizin Die Klinik für Innere Medizin umfasst z. Zt. die Schwerpunkte Angiologie, Kardiologie, Gastroenterologie, Pneumologie, Diabetologie, Hämatologie und internistische Onkologie. Die Klinik verfügt über 132 Betten einschließlich eines Atemtherapiezentrums, welches die internistische Intensivstation und 4 Polysomnographieplätze eines DGSM akkreditierten Schlaflabores einschließt. Wir suchen eine/-n versierte/-n Kollegin/Kollegen mit hoher fachlicher Qualifikation als Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin. Es besteht die Möglichkeit die o. g. Schwerpunktbezeichnungen in unserer Klinik zu erwerben, die OÄ der Klinik sind für ihren Schwerpunkt weiterbildungsberechtigt. Des Weiteren suchen wir engagierte Assistenzärztinnen/Assistenzärzte, die unser Team verstärken möchten. Es besteht die volle WB-Befugnis für die Innere Medizin und Allgemeinmedizin (in Kooperation in der Region Schönebeck). Wenn wir Ihr Interesse an einer Mitarbeit in unserem Hause geweckt haben oder Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich bitte an unseren Chefarzt M. Groß, Tel. 03928/64 1701. Details zum Klinikum sind über unsere Website unter www.kh-sbk.de zu erfahren und Interessantes zur Umgebung und zum Bad Salzelmener Kurbereich bietet die Schönebecker Hompage unter www.schoenebeck.de. Klinikum Schönebeck GmbH, Köthener Straße 13, 39218 Schönebeck

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P e r s o na ilia

Impressum Ärzteblatt Sachsen-Anhalt Offizielles Mitteilungsblatt der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Herausgeber:

Ärztekammer Sachsen-Anhalt Doctor-Eisenbart-Ring 2 39120 Magdeburg Telefon (03 91) 60 54-6 Telefax (03 91) 60 54-7000 E-Mail: info@aeksa.de

Redaktion:

Engelhardt, H. Friebel, H., Dr. - Chefredakteur (v.i.S.P.) Lögler, H. (verantwortlich f. d. Fortbildungsteil) Reinecke, J. Wagner, C.

Redaktionsbeirat:

Bosselmann, H.-P., Dr. Brandstädter, W., Prof. Dr. Krause, W.-R., Dr. Schöning, R., Dr.

Anschrift der Redaktion:

Doctor-Eisenbart-Ring 2 39120 Magdeburg Telefon (03 91) 60 54-78 00 Telefax (03 91) 60 54-78 50 E-Mail: redaktion@aeksa.de, wagner@aerzteblatt-sachsen-anhalt.de, engelhardt@aerzteblatt-sachsen-anhalt.de

Anzeigenannahme und -verwaltung

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Landkreis Saalekreis Der Landrat Der Landkreis Saalekreis mit Sitz in Merseburg bei Halle/Saale schreibt für das Dezernat II, Gesundheitsamt, zur schnellstmöglichen Besetzung folgende Vollzeitstellen aus:

 SGL des Sozialpsychiatrischen Dienstes – FA Psychiatrie –

Voraussetzung ist die abgeschlossene Ausbildung als Fachärztin/ Facharzt für Psychiatrie. Die Bewerberin/Der Bewerber sollte neben fachlicher Kompetenz auch ein hohes persönliches Engagement, überdurchschnittliche Belastbarkeit, Personalführungskompetenz sowie Teamfähigkeit vorweisen können. Die Einstellung erfolgt unbefristet. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden. Die Entgeltzahlung erfolgt nach den tarifrechtlichen Bestimmungen des TVöD.

 SGL Gesundheitsförderung – Arzt –

Voraussetzung ist eine abgeschlossene ärztliche Ausbildung, wünschenswert wäre eine fachärztliche Qualifikation (Facharzt/-ärztin für Pädiatrie). Die Bewerberin/Der Bewerber sollte die Fähigkeit zur Teamarbeit sowie eine selbstständige und flexible Arbeitsweise vorweisen können. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden. Die Entgeltzahlung erfolgt nach den tarifrechtlichen Bestimmungen des TVöD. Nähere Informationen zu beiden Planstellen finden Sie im Internet unter www.saalekreis.de

Krankenhaus Bad Doberan GmbH Leben an der Ostsee, arbeiten in einem Krankenhaus mit einmaliger Trägerschaft unter Mitverantwortung seiner Mitarbeiter! Wir suchen zum nächstmöglichen Termin eine/-n

Oberärztin/-arzt Innere Medizin Sie übernehmen die Verantwortung für eine internistische Subspezialisierung und betreuen ebenso allgemeininternistische Patienten auf unseren Stationen. Dabei können Sie auf moderne Technik und motivierte Kollegen bauen. Idealerweise verfügen Sie über eine Subspezialsierung oder umfassende Kenntnisse und Erfahrungen in einem der nachfolgenden Bereiche: Diabetologie, Nephrologie, Gastroenterologie Wir bieten Ihnen neben einer an Ihrer Qualifikation gemessenen übertariflichen Vergütung, einem attraktiven Dienstsystem und kurzen Entscheidungswegen eine Arbeitsmöglichkeit in einem konzernfreien Krankenhaus, in dem der Patient im Mittelpunkt des medizinischen Handelns steht. Wir sind akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Rostock und behandeln jährlich über 12.000 Patienten ambulant und stationär. Die Innere Abteilung verfügt über 76 Betten, die von einem Chefarzt und drei Oberärzten verantwortet werden. Für weitere Informationen stehen Ihnen Chefarzt Dr. Zendeh und die Geschäftsführung gern zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbungsunterlagen an: Krankenhaus Bad Doberan GmbH Personalabteilung Am Waldrand 1, 18209 Hohenfelde (j.drews@krankenhaus-doberan.de, Tel.: 038203-94140)

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Offizielles Mitteilungsblatt der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Ausgabe 12/2011