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g tz un se ld bi ß ge rt mä tik 4. Fo ge os te 4 n i ag Se di e en sieh

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Sterbehilfe Postmortale Organspende Passagere extrakorporale Lungenunterstützung

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Ein gutes neues Jahr!

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Berlin Fortschritt und Fortbildung in der Medizin

36. Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer

2. bis 4. Februar 2012 in Berlin einschließlich Workshop „Lernen und Mediennutzung im Wandel“ am 27. und 28. Februar 2012

Tagungsort: Hotel Aquino/Tagungszentrum Katholische Akademie Hannoversche Straße 5 b, 10115 Berlin-Mitte

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Körperschaft des öffentlichen Rechts / www.aeksa.de

Inhaltsverzeichnis: 4 5 6 8 11 11 12

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Leitbild der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Editorial - Fortschritt durch die Kraft des Zweifels... Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt Achtung: Kostenfalle Branchenbucheintragungen! Informationen zum Versorgungsstrukturgesetz Bundesärztekammer: Mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz wurde die Grundlage für weitere Reformen geschaffen Neue curriculäre Ausbildung für Transplantationsbeauftragte 20. Fortbildungstag der Ärztekammer SachsenAnhalt - Vorträge Blick zurück: Das Kammer-Jahr 2011 Feierliche Exmatrikulation an der Medizinischen Fakultät in Magdeburg „Klasse Allgemeinmedizin“: 20 Studierende starten in das innovative Lehrprojekt zur Sicherung der Hausarzt-Versorgung Stoffwechselfehlprogrammierung im Mutterleib Leipziger Gefäßspezialist behandelt Patienten im Diakoniekrankenhaus Weitere sechs Jahre rot-weiße Luftrettung in Halle Statement von Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, zur Einigung der Politik zur Reform der Organspende Hornhautbank der Augenklinik offiziell zugelassen Statement des Vorstandes der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Lösungswege zur Erhöhung der postmortalen Organspende Passagere extrakorporale Lungenunterstützung auf der Intensivstation

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Mitteilungen der KV

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Reise in die Bücherwelt 50 Jahre Sonntagsmusiken

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Geburtstage Fortbildung im Mittelteil

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Jahrestagung 2012

Minimal-Invasive Chirurgie des Magens 09.–10. März 2012 | Ellington Hotel Berlin Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Ferdinand Köckerling Prof. Dr. Joachim M. Müller Prof. Dr. Matthias Pross Prof. Dr. Martin Strik Die Zertifizierung der Veranstaltung wurde beantragt.

www.livemed-congress.de

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Gelenkerhaltende Chirurgie 2012 4. Leipziger Gelenksymposium Hüfte – Knie – OSG 24. März 2012 Veranstalter: Park-Krankenhaus Leipzig, Orthopädisch-Traumatologisches Zentrum (OTZ) Wissenschaftliche Leitung: Sektionsleiter Dr. Christian Gatzka Chefarzt Prof. Dr. Géza Pap Veranstaltungsort: Hotel The Westin Leipzig, Gerberstraße 15, 04105 Leipzig

Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung (erforderlich!) und Informationen unter www.gelenksymposium-leipzig.de

Die Zertifizierung mit Fortbildungspunkten der Landesärztekammer Sachsen ist beantragt.

www.gelenksymposium-leipzig.de

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Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt ist die Berufsvertretung aller Ärztinnen und Ärzte in Sachsen-Anhalt und als Körperschaft des öffentlichen Rechts durch das Gesetz über die Kammern der Heilberufe in Sachsen-Anhalt berechtigt, ihre berufsständischen, berufspolitischen und berufsrechtlichen Belange selber zu regeln. Diese ärztliche Selbstverwaltung ist ein sehr hohes Gut, welches wir für die Zukunft sichern wollen.

Leitbild der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt beteiligt sich an der Sicherstellung einer flächendeckenden hochwertigen Gesundheitsversorgung im Bundesland aktiv und bietet allen Partnern im Gesundheitswesen eine objektive und konstruktive Zusammenarbeit an. Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt setzt sich mit den veränderten Ansprüchen der nachwachsenden Ärztegeneration auseinander und bringt sich für bessere Rahmenbedingungen in der ambulanten und stationären Versorgung ein. Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt versteht sich als sektorübergreifende Ansprechpartnerin und Interessenvertreterin für die Belange aller Ärztinnen und Ärzte des Landes Sachsen-Anhalt. Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt fördert die berufliche Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses und sichert die Weiterbildung und Fortbildung der Kammerangehörigen sowie die Qualität in der ärztlichen Berufsausübung. Sie führt Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen für ihre Mitglieder auf hohem Niveau durch. Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt fördert das gegenseitige Verständnis zwischen den Mitgliedern sowie zwischen Arzt und Patient und schützt das Arzt-PatientenVerhältnis. Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt vertritt mit hohem Sachverstand ihre Mitglieder in beruflichen Belangen gegenüber Dritten, unterstützt ihre Mitglieder bei der ärztlichen Berufsausübung und tritt für ein hohes Ansehen des ärztlichen Berufsstandes ein. Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt entspricht den Anforderungen an eine moderne und kompetente Selbstverwaltung. Die Arbeit erfolgt auf allen Ebenen mitgliederorientiert. Ehrenamtliche Mandatsträger und hauptamtliche Mitarbeiter nehmen ihre Verantwortung gemeinsam wahr. Die Mitarbeiter der Kammer verstehen sich als Dienstleister gegenüber den Kammerangehörigen und bearbeiten die Belange ihrer Mitglieder gleichermaßen respektvoll, freundlich, kompetent, lösungsorientiert und in angemessener Zeit. Der Umgang mit Problemen erfolgt offen, die Entscheidungen sind für die Mitglieder transparent. Die für eine Selbstverwaltung erforderlichen Mitgliedsbeiträge werden im Wissen um die hohe Verantwortung verantwortungsbewusst, transparent und sparsam eingesetzt. Alle Leser des Ärzteblattes sind aufgerufen, das Leitbild der Ärztekammer mitzugestalten und Vorschläge einzureichen.

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Ed i t orial

Fortschritt durch die Kraft des Zweifels... Jeder Fortschritt entsteht durch den Zweifel, ob es - was auch immer - nicht noch besser, schneller, effizienter oder perfekter geht. Deshalb ist das Zweifeln eine gute Sache. „Der Fortschritt ist der Sohn des Zweifels“. (J.S.Mill) Das vergangene Jahr hat viel Neues gebracht, so auch die Wahlen in unserer Kammer, die Neubesetzung aller Ausschüsse und Fachkommissionen. Das Gleiche gilt für die Bundesärztekammer. Der Tätigkeit dieser Gremien sollte viel Respekt entgegengebracht werden, was nicht heißt, dass kritisches Hinterfragen, Zweifeln am optimalen Ergebnis der Arbeit unabdingbar sind. Zweifeln und hinterfragen Sie! Nur so kann mehr und besseres erreicht werden. Das Versorgungsstrukturgesetz tritt mit dem 1. Januar 2012 in Kraft. Schon jetzt sind große Zweifel angebracht, dass dieses Gesetz die Zukunftsfragen der ärztlichen Versorgung beantwortet und klärt. Über Transplantation und Organspende wurde noch nie soviel in Fach- und Laienkreisen diskutiert, wie im vergangenen Jahr. Egal wie man dazu steht, die Auseinandersetzung mit dem Thema ist das Wichtigste und der damit verbundene Zweifel: Habe ich mich richtig entschieden? Zweifeln bedeutet Auseinandersetzung mit einem Thema, man muss Überlegungen zu möglichen Alternativen anstellen und dies bedeutet auch: Es kostet Zeit. Zeit ist aber eben auch Lebenszeit - ein kostbares Gut. Heute im Hier und Jetzt hat fast jeder das Gefühl, davon nicht genug zu haben. Und dennoch müssen wir sie uns nehmen, im privaten wie im öffentlichen Bereich. Wir müssen mit der Zeit kultivierter umgehen.

Wenn Kinder und Jugendliche, wie auch Erwachsene, mit ihrem Handy den Eindruck vermitteln, wie Notärzte mit Ihrem Piper permanent auf Abruf zu stehen, sind auch hier erhebliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit angebracht. Der kommunikative Fortschritt verlangt von uns zu lernen, wie man mit ihm umgeht. Die unzähligen und durchaus tollen Möglichkeiten der modernen Kommunikation dürfen uns nicht die Sicht auf das Wesentliche vernebeln. Die rasante technische Entwicklung droht jedoch, den Blick auf das Wesentliche zu versperren. Das Nebeneinander von Facebook, Twitter, 50 Fernseh- und Rundfunkprogrammen und und ... - viele wichtige Daten in der persönlichen iCloud jederzeit und weltweit verfügbar - verlangt von uns die Konzentration auf Wichtiges. „Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen“. (Mahatma Gandhi) Nehmen Sie sich für das Neue Jahr nicht zuviel vor, nur eben das Richtige und vor allem das Machbare. Die Fähigkeit „Nein“ zu sagen, kann viel Zeit zum Durchatmen und Nachdenken schaffen. Aus Müssen sollte Wollen und Dürfen werden. Zweifeln bleibt also auch weiterhin nicht nur erlaubt, es ist notwendig. Bewahren Sie sich diese Eigenschaft auch im Neuen Jahr. Das wünscht Ihnen Ihre Dr. Simone Heinemann-Meerz Präsidentin

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M it t e ilung e n a u s d e r K a m m e r

Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt Beschlüsse der Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt vom 05.11.2011 Am 05.11.2011 fand die Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt statt. Wir informieren zusammengefasst über die Ergebnisse zum Tagesordnungspunkt “Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt”. 1. Geschäftsbericht 2010 Nach den Bestimmungen des Versicherungsaufsichtsgesetzes werden nachstehend die wesentlichen Daten des

Geschäftsberichtes 2010 veröffentlicht. Der Geschäftsbericht des Versorgungswerkes zum 31.12.2010 ist von der Kammerversammlung bestätigt worden.

Aktiva

TEUR

Passiva

TEUR

I.

Grundbesitz

53.586

I.

Gewinnrücklage

10.520

II.

Hypotheken

5.236

II.

Deckungsrückstellung

III.

Wertpapiere

1.158.207

III.

Rückstellung für künftige

IV.

Beteiligungen

34.572

V.

Festgelder

29.000

VI.

Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft an Mitglieder

Bilanzsumme

IV.

Sonstiges

2.385

Bilanzsumme

1.295.819

TEUR

Aufwendungen

Beiträge

80.981

I.

Aufwendungen für Versicherungsfälle

Erträge aus der Rückstellung für

12.259

II.

Zuweisungen zur Gewinnrücklage

III.

Zuweisungen zur Deckungsrückstellung

58.246

IV.

Zuweisung zur Rückstellung für

57.651

künftige Leistungsverbesserungen III.

Leistungsverbesserungen

333

1.295.819

Erträge II.

77.010

14.885

VII. Sonstiges

I.

1.205.904

Erträge aus Immobilien und

2.194

grundstücksgleichen Rechten IV.

Zinsen und Erträge aus Kapitalanlagen

V.

Sonstiges

Summe

TEUR 27.329 3.034

künftige Leistungsverbesserungen 54.200

V.

Abschreibungen auf Kapitalanlagen

158

VI.

Personal-/Sachkosten

VII.

Sonstiges

149.792

Summe

698 2.168 666 149.792

2. Leistungserhöhungen Auf Vorschlag von Verwaltungs- und Aufsichtsausschuss des Versorgungswerkes beschloss die Kammerversammlung, den Rentenbemessungsbetrag gemäß § 18 Absatz 4 Satz 1 ASO auf 90,19 € festzusetzen. Dies bedeutet eine Erhöhung der Rentenanwartschaften um 1,5 % bei unverändertem Sterbegeld. Auch die am 31.12.2011 bereits laufenden Renten werden um 1,5 % erhöht. 6

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Das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt als Versicherungsaufsichtsbehörde hat diese Beschlüsse der Kammerversammlung mit Schreiben vom 15.11.2011 unter dem Aktenzeichen 42-10800/01 genehmigt.


Nachfolgend werden die Beschlüsse der Kammerversammlung vom 05.11.2011 gemäß § 2 der Alterssicherungsordnung (ASO) bekannt gemacht: “Für das Jahr 2012 wird der Rentenbemessungsbetrag gemäß § 18 Absatz 4 Satz 1 ASO auf 90,19 € festgesetzt.”

eingetragene Lebenspartnerschaft.“

„Die am 31.12.2011 laufenden Renten und die nach § 16 Absatz 3 Satz 1 und 2 ASO aufgeschobenen Rentenanwartschaften werden ab 01.01.2012 um 1,5 % erhöht.“

6. § 30 wird wie folgt geändert: In Absatz 5 wird ein neuer Satz 3 folgenden Wortlauts eingefügt: „Der Antrag kann rückwirkend nur für das laufende Geschäftsjahr gestellt werden.“

3. Satzungsänderungen 9. Satzung zur Änderung der Alterssicherungsordnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt (ASO) Die Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt hat am 05.11.2011 beschlossen: Artikel 1 Die Alterssicherungsordnung der Ärztekammer SachsenAnhalt in der Neufassung vom 13. November 1999, zuletzt geändert durch Beschluss der Kammerversammlung am 7. November 2009, wird wie folgt geändert: 1. § 14 wird wie folgt geändert: Der bisherige Text wird Absatz 1. Es wird ein neuer Absatz 2 folgenden Wortlauts eingefügt: „Bei Zahlungsverzug kann die Ärzteversorgung SachsenAnhalt die freiwillige Mitgliedschaft durch Kündigung beenden. Die Kündigung ist nur zulässig, wenn das Mitglied erfolglos gemahnt wurde. Die Mahnung muss eine Zahlungsfrist von vier Wochen einräumen und auf die Rechtsfolgen des Zahlungsverzuges hinweisen. Die Kündigung wird mit Ablauf des Monats wirksam, in dem die Kündigung zugegangen ist.“ 2. § 17 wird wie folgt geändert: In Absatz 2 wird ein neuer Satz 6 folgenden Wortlauts eingefügt: „Die Aufforderung des Verwaltungsausschusses, sich einer Heilbehandlung zu unterziehen, erfolgt durch Bescheid.“ 3. § 18 wird wie folgt geändert: In Absatz 7 Satz 1 wird die Angabe „VO (EWG) 1408/71“ durch die Angabe „VO (EG) 883/2004“ und die Angabe „Art. 46 Absatz 2 der VO (EWG) 1408/71“ durch die Angabe „Art. 52 VO (EG) 883/2004“ ersetzt. 4. § 20 wird wie folgt geändert: In Absatz 1 wird ein neuer Satz 2 folgenden Wortlauts eingefügt: „Es gelten als Witwen bzw. Witwer auch hinterbliebene Lebenspartnerinnen/Lebenspartner, als Ehe auch eine Lebenspartnerschaft, als Ehegatte auch eine Lebenspartnerin/ein Lebenspartner, als Heirat auch die Begründung einer Lebenspartnerschaft im Sinne des Gesetzes über die

5. § 24 wird wie folgt geändert: In Absatz 3 wird der Klammerzusatz (siehe § 22 (2)) gestrichen.

7. § 31 wird wie folgt geändert: In Absatz 2 wird Satz 2 wie folgt neu gefasst: „Angehörige der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, die nicht nach § 11 Absatz 1 a) oder b) befreit sind, zahlen mindestens 3/10 des Regelbeitrages.“ 8. § 32 wird wie folgt neu gefasst: Es wird ein neuer Satz 2 folgenden Wortlauts eingefügt: „Der Mindestbeitrag beträgt 1/10 des Regelbeitrages, soweit nicht Versorgungsabgaben nach §§ 30, 31 zu leisten sind.“ 9. § 47 wird wie folgt geändert: Es wird ein neuer Absatz 3 folgenden Wortlauts eingefügt: „Hat ein Mitglied mit Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente (§ 17) oder eine Hinterbliebene/ein Hinterbliebener mit Anspruch auf Hinterbliebenenrente (§ 20) aus dem den Versorgungsfall begründenden Ereignis einen Anspruch auf Schadenersatz gegen einen Dritten, ist die/der Berechtigte verpflichtet, den Anspruch an die Ärzteversorgung SachsenAnhalt abzutreten, soweit ihr/ihm Leistungen gewährt werden. Gibt die/der Berechtigte einen solchen Anspruch auf, wird die Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt von ihrer Leistungspflicht insoweit frei, als sie durch Abtretung hätte Ersatz erlangen können. § 116 Absatz 2 bis 7 SGB X gilt entsprechend.“ Artikel 2 Die Satzungsänderungen treten am 01.01.2012 in Kraft. Die Aufsichtsbehörde hat mit Schreiben vom 18.11.2011 zum Aktenzeichen 22-41007/3 die Genehmigung erteilt. Die vorstehende Satzung wird hiermit ausgefertigt und im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt bekannt gemacht.

Magdeburg, den 30.11.2011 gez. Dr. med. Simone Heinemann-Meerz Präsidentin

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M it t e ilung e n a u s d e r K a m m e r

Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt Monatlich möchten wir an dieser Stelle die Ärztinnen und Ärzte benennen, die erfolgreich ihre Facharztprüfung an der Ärztekammer Sachsen-Anhalt abgelegt haben. Im Monat November konnten wir folgende Ärztinnen und Ärzte zum Erwerb des Facharztes beglückwünschen: Facharzt für Anästhesiologie Dr. med. Elmar Großmann, Halle (Saale) Dr. med. Moritz Kretzschmar, Magdeburg Facharzt für Augenheilkunde Dr. med. Gesa Schäfer, Magdeburg Dr. med. Antje Schilling-Schön, Goseck Dr. med. Claudia Schuart, Magdeburg Facharzt für Allgemeinchirurgie Iyad Saker, Leipzig Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. Christoph Rimasch, Magdeburg Annegret Schlotter, Wernigerode Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie Carsten Ernert, Halle (Saale) Henriette Grundig, Magdeburg Dr. med. Emmanuel Morakis, Magdeburg Dr. med. Ralf Schmidt, Kapellendorf

Facharzt für Viszeralchirurgie Dr. med. Axel Protze, Naumburg (Saale) Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Inna Krol, Halle (Saale) Juliane Oppe, Salzwedel

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Sandra Butenhoff, Halle (Saale) Kathrin Thiele, Körbelitz Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen Thea Grabitz, Halle (Saale)

Facharzt für Innere Medizin Dr. med. Susanne Daul, Magdeburg Dr. med. Daniel Holzapfel, Halle (Saale) Inesa Kazak, Hohenthurm Dr. med. Marit Schendel, Halle (Saale)

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. Ulrike Beckhaus, Naumburg (Saale) Dr. med. Andreas Storch, Magdeburg

Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie Dr. med. Carsten Schober, Elbe-Parey

Facharzt für Urologie Christian Göllert, Nordhausen Yuriy Itskovych, Magdeburg Frank-Stefan Sailer, Leipzig

Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie Dr. med. Birgit Pflaumbaum, Ballenstedt

Neu erteilte Weiterbildungsbefugnisse gemäß der Weiterbildungsordnung vom 16.04.2005 (siehe auch im Internet unter www.aeksa.de) Facharztbezeichnungen: Allgemeinchirurgie Priv.-Doz. Dr. med. Gerald Drews 24 Monate Basisweiterbildung Chirurgie im Verbund mit Dr. med. Holger Boye und Dr. med. Stefan Lübke und 36 Monate Allgemeinchirurgie im Verbund mit Dr. med. Frank Friedrichs MEDIGREIF Krankenhaus Anhalt-Zerbst gGmbH Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Friedrich-Naumann-Straße 53 39261 Zerbst Dr. med. Martina von Kurnatowski 24 Monate Basisweiterbildung Chirurgie im Verbund mit Prof. Dr. med. Helmut Zühlke und Dr. med. Harry Bromber und 48 Monate Allgemeinchirurgie im Verbund mit Prof. Dr. med. Helmut Zühlke und Dr. med. Stephan David Paul Gerhardt Diakonie Krankenhaus und Pflege GmbH Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie Paul-Gerhardt-Straße 42-45 06886 Lutherstadt Wittenberg 8

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Dr. med. Hans Wolffgang 6 Monate Arztpraxis Schönebecker Straße 68 39104 Magdeburg Frauenheilkunde und Geburtshilfe Dipl.-Med. Gisela Albrecht 12 Monate Arztpraxis Straße des Friedens 46 06773 Gräfenhainichen apl. Prof. Dr. med. Hans-Harald Riedel 60 Monate im Verbund mit Dr. med. Heike Krüger für AltmarkKlinikum gGmbH Krankenhaus Gardelegen und Dr. med. c. (mex.) Angel Jasso Rodriguez für Altmark-Klinikum gGmbH Krankenhaus Salzwedel Frauenklinik Brunnenstraße 1 29410 Salzwedel und Altmark-Klinikum gGmbH Krankenhaus Gardelegen

Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Ernst-von-Bergmann-Straße 22 39638 Gardelegen Haut- und Geschlechtskrankheiten Daniela Engel 18 Monate im Verbund mit Dipl.-Med. Kleta Laukkanen Asklepios Klinik Weißenfels Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten Naumburger Straße 76 06667 Weißenfels Innere Medizin Dr. med. Wieland Klaus Schulze 36 Monate Basisweiterbildung Innere Medizin und 24 Monate Innere Medizin einschl. 6 Monate internistische Intensivmedizin Sana Ohre-Klinikum Klinik für Innere Medizin Kiefholzstraße 27 39340 Haldensleben


Facharztbezeichnungen: Innere Medizin und Gastroenterologie Dr. med. Thilo Koch 36 Monate Basisweiterbildung Innere Medizin im Verbund mit Dipl.-Med. Holger Lemm und 24 Monate Innere Medizin und Gastroenterologie einschl. 6 Monate internistische Intensivmedizin Klinikum Burgenlandkreis GmbH Klinik für Innere Medizin Humboldtstraße 31 06618 Naumburg (Saale) Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie Dr. med. Jürgen Schwamborn 12 Monate Basisweiterbildung Innere Medizin und 12 Monate Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie Paracelsus Harz-Klinik Abteilung Onkologie Paracelsusstraße 1 06507 Bad Suderode Innere Medizin und Nephrologie Dipl.-Med. Andree Gierak 18 Monate Berufsausübungsgemeinschaft Ditfurter Weg 21 06484 Quedlinburg

Innere Medizin und Pneumologie Dr. med. Toralf Herling 36 Monate Basisweiterbildung Innere Medizin im Verbund mit Prof. Dr. med. Eberhard Schleyer und Dr. med. Roland Prondzinsky und 36 Monate Innere Medizin und Pneumologie einschl. 6 Monate internistische Intensivmedizin Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis GmbH Medizinische Klinik III Vor dem Nebraer Tor 11 06268 Querfurt Kinder- und Jugendmedizin Dr. med. Roland Achtzehn 24 Monate Gemeinschaftspraxis Lindenpromenade 34 b 39164 Wanzleben-Börde Larisa Neumann 60 Monate einschl. 6 Monate gebietsbezogene Intensivmedizin Johanniter Krankenhaus GenthinStendal gGmbH Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Bahnhofstraße 24-26 39576 Stendal Dr. med. Konrad Schnirch 12 Monate MVZ des Städtischen Klinikums Dessau gGmbH Humperdinckstraße 1 b 06844 Dessau-Roßlau

Physikalische und Rehabilitative Medizin Dr. med. Sven Holtschke 36 Monate Med Reha Dessau GmbH Klinik für ambulante Rehabilitation Antoinettenstraße 37 06844 Dessau-Roßlau Dr. med. Helmhold Seidlein 36 Monate Reha MEDIAN Klinik Kalbe Rehabilitationsklinik für Orthopädie und Onkologie Straße der Jugend 2 39624 Kalbe (Milde) Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. Thomas Schwaiger 48 Monate HELIOS Klinik Hettstedt Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Robert-Koch-Straße 8 06333 Hettstedt Radiologie Dr. med. Robert Fiedler 60 Monate im Verbund mit Dr. med. Dietlind Traut und Gerrit Wolf Harz-Klinikum WernigerodeBlankenburg GmbH Klinik für Radiologie Ilsenburger Straße 15 38855 Wernigerode

Zusatzbezeichnungen: Allergologie Dr. med. Susanne Kühne 12 Monate Arztpraxis Breiter Weg 227 39104 Magdeburg Hämostaseologie Dr. med. Volker Aumann 12 Monate Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg/Med. Fakultät Universitätskinderklinik Leipziger Straße 44 39120 Magdeburg Palliativmedizin Dr. med. Rajka Thoma 12 Monate Diakoniekrankenhaus Halle Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin Advokatenweg 1 06114 Halle (Saale)

Physikalische Therapie und Balneologie Dr. med. Helmhold Seidlein 12 Monate Reha MEDIAN Klinik Kalbe Rehabilitationsklinik für Orthopädie und Onkologie Straße der Jugend 2 39624 Kalbe (Milde)

Sozialmedizin Dr. med. Helmhold Seidlein 12 Monate Reha MEDIAN Klinik Kalbe Rehabilitationsklinik für Orthopädie und Onkologie Straße der Jugend 2 39624 Kalbe (Milde)

Rehabilitationswesen Dr. med. Helmhold Seidlein 12 Monate Reha MEDIAN Klinik Kalbe Rehabilitationsklinik für Orthopädie und Onkologie Straße der Jugend 2 39624 Kalbe (Milde)

Sportmedizin Dr. med. Gunter Müller 6 Monate Eisenmoorbad Bad SchmiedebergKur-GmbH Fachklinik für Orthopädie und Gynäkologie Kurpromenade 1 06905 Bad Schmiedeberg

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Erloschene Weiterbildungsbefugnisse: Für die Unterstützung der Kammerarbeit im Rahmen der Weiterbildung möchten wir nachfolgenden Ärzten herzlich danken: Prof. Dr. med. Volker Höllt, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg/Med. Fakultät, Befugnis für Pharmakologie und Toxikologie endete am 30.09.2011

Neu zugelassene Weiterbildungsstätten: Dr. med. Cornelia Schirpke, Lungenklinik Lostau gGmbH, Befugnis für Allergologie endete am 31.10.2011 Kerstin Tinnefeld, AMEOS Poliklinikum Halberstadt, Befugnis für Kinder- und Jugendmedizin endete am 31.10.2011

Med Reha Dessau GmbH Antoinettenstraße 37 06844 Dessau-Roßlau Klinik für ambulante Rehabilitation zugelassen für Physikalische und Rehabilitative Medizin Klinikum Aschersleben-Staßfurt GmbH Eislebener Straße 7 a 06449 Aschersleben Klinik für Innere Medizin zugelassen für Notfallmedizin

Berufungen der Fach- und Prüfungskommissionen der VI. Wahlperiode (2011-2016) Der Vorstand der Ärztekammer Sachsen-Anhalt hat in seiner Sitzung am 14.12.2011 die Berufungen von insgesamt 107 Fach- und Prüfungskommissionen abgeschlossen. Eine Veröffentlichung im Ärzteblatt wird im Februar-Heft sowie im Internet unter www.aeksa.de (Arzt/Weiterbildung/Prüfung) erfolgen.

Informationen zu den Richtlinien und Logbüchern 2011 Der Vorstand der Ärztekammer Sachsen-Anhalt hat am 23.11.2011 die überarbeiteten Richtlinien über den Inhalt der Weiterbildungsordnung Sachsen-Anhalt vom 16.04.2005 in der Fassung vom 01.01.2011 (WBO) und die entsprechend überarbeiteten Logbücher 2011 beschlossen. Diese Überarbeitung ergab sich aus der 3. und 4. Satzung zur Änderung der Weiterbildungsordnung Sachsen-Anhalt und tritt mit diesen zum 01.01.2011 rückwirkend in Kraft. Die Richtlinien und Logbücher 2011 sind im Internet unter www.aeksa.de eingestellt.

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Achtung: Kostenfalle Branchenbucheintragungen! Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt warnt abermals vor unseriösen und kostenpflichtigen Eintragungsangeboten für Branchenbuchverzeichnisse. Sie nennen sich Gewerbeauskunftszentrale, Regionales Branchenbuch, Gelbes Branchenbuch, Neue Branchenbuch.AG, Branchenbuch für die Region oder Verzeichnis der Mediziner. Diese und ähnliche Angebote haben eins gemein: Sie verursachen unverhältnismäßig hohe Kosten. Schon in der Vergangenheit wurde vor derartigen Angeboten gewarnt. Derzeit werden wieder gehäuft Angebote für Eintragungs- bzw. Korrekturangebote an Ärzte in SachsenAnhalt zugesandt, die mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden sind und bei denen der Werbeeffekt als sehr gering einzuschätzen ist. In den zugesandten Formularen werden die Ärzte dazu aufgefordert, Daten für die Verzeichnisse zu kontrollieren, zu korrigieren oder zu ergänzen. Je nach Ausgestaltung des Formulars erwecken die Firmen den Eindruck, dass entweder eine offizielle Stelle die Anfrage stellt oder dass bereits ein Vertrag über die Eintragung bestehe und dass die vorhandenen Daten lediglich kostenlos aktualisiert werden sollen. Die Kostenpflichtigkeit der Ange-

bote ergibt sich dabei jedoch erst aus dem genauen Lesen des „Kleingedruckten“. Mit Unterschrift wird ein Eintragsauftrag erteilt, für den unverhältnismäßig hohe Kosten von teilweise über 1.000,00 Euro berechnet werden. Der Werbeeffekt dieser Verzeichnisse ist dabei zu vernachlässigen, da dieses Verzeichnis nur auf der angegebenen Website erscheint.

Deshalb raten wir unseren Mitgliedern, Anschreiben generell genau zu überprüfen. Insbesondere sollte geprüft werden, ob die Anfrage von seriöser Stelle erfolgt und ob das Angebot eine (versteckte) Kostenpflicht enthält. Unseriöse Angebote können ignoriert werden. Bei Zweifeln an der Seriosität entsprechender Schreiben empfiehlt es sich, die Angebote von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt prüfen zu lassen. Falls es bereits zu einem Vertragsschluss gekommen ist, sollten durch anwaltliche Hilfe die Möglichkeiten einer Anfechtung des Vertrages geprüft werden. Als entsprechender Anfechtungsgrund kommt dabei die arglistige Täuschung des Betroffenen in Betracht, wenn beispielsweise der Adressat in Bezug auf die Kostenpflicht entsprechend getäuscht wurde.

Informationen zum Versorgungsstrukturgesetz Der Bundestag hat am 01.12.2011 das „Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung“ (GKV-Versorgungsstrukturgesetz; GKVVStG) beschlossen. Das Gesetz soll insbesondere die flächendeckende medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Hierfür wurden viele gesetzliche Änderungen oder Neuerungen beschlossen, welche nun zum größten Teil mit dem 01.01.2012 in Kraft getreten sind. Wir wollen Sie über einen Großteil der wichtigen Änderungen informieren.

Medizinische Leistungen Klarstellend wurde festgehalten, dass Versicherte mit einer lebensbedrohlichen, einer regelmäßig tödlich verlaufenden oder einer vergleichbaren Erkrankung, für die anerkannte medizinische Leistungen nicht zur Verfügung stehen, eine

noch nicht anerkannte Methode beanspruchen können. Die Erweiterung des Angebotsspektrums wird für die gesetzlichen Krankenkassen ermöglicht. So können diese zusätzliche Leistungen wie Vorsorge- und Rehamaßnahmen, verschreibungspflichtige apothekenpflichtige Arzneimittel oder künstliche Befruchtung in ihrer Satzung vorsehen. Bei langfristigem Behandlungsbedarf soll Patienten die Möglichkeit eingeräumt werden, die benötigten Heilmittel für einen geeigneten Zeitraum von der Krankenkasse genehmigen zu lassen.

Ärztliche Versorgung Schrittweise soll der neue Versorgungsbereich der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung eingeführt werden. Bei Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen oder seltenen Erkrankungen wird ein Leistungskatalog erarbeitet, der die Grenzen absteckt, in der eine ambulante spezialärztliche Leistungserbringung erfolgen soll. Details zu diesem

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neuen Versorgungsbereich soll der Gemeinsame Bundesausschuss bis zum 31.12.2012 festlegen. Auch soll dieser regeln, in welchen Fällen eine Behandlung eine Überweisung durch den behandelnden Arzt voraussetzt. Zudem soll die Bedarfsplanung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss überarbeitet werden. Zur Finanzierung von Fördermaßnahmen der flächendeckenden Versorgung kann die Kassenärztliche Vereinigung einen Strukturfond bilden. Zusätzlich sind die Landesverbände der Krankenkassen und die Ersatzkassen verpflichtet, einen Betrag in gleicher Höhe in diesen Fond einzuzahlen. Zur Verbesserung der Attraktivität unterversorgter Bereiche wird die Residenzpflicht abgeschafft und die Gründung von Zweigpraxen erleichtert. Beispielhaft hierfür ist die Möglichkeit, in einem überversorgten Bereich zu wohnen, obwohl die Praxis in einem unterversorgten Bereich liegt. Auch auf die Abstaffelung des Honorars wird in unterversorgten Bereichen verzichtet. Im Bereich der notärztlichen Versorgung wir den Kassenärztlichen Vereinigungen die Möglichkeit eröffnet, den Notdienst auch durch eine Kooperation und eine organisatorische Verknüpfung mit Krankenhäusern sicherzustellen. Zudem ist eine bundeseinheitliche Rufnummer für den Bereitschaftsdienst unter 116 117 geplant. Der Sicherstellungsauftrag wird dahingehend erweitert, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen verpflichtet werden, auch eine angemessene und zeitnahe Zurverfügungstellung der fachärztlichen Versorgung zu gewährleisten.

In überversorgten Bereichen kann ein Nachbesetzungsverfahren für den Praxissitz entfallen und der ausscheidende Vertragsarzt hierfür finanziell entschädigt werden. Mit Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigungen können in Ausnahmefällen auch Kommunen, zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung, Medizinische Versorgungszentren gründen.

Sonstiges Ein Entlassungsmanagement in der Krankenhausbehandlung soll die Kommunikation zwischen den beteiligten ambulanten und stationären Versorgungsbereichen verbessern und damit Probleme beim Übergang in die Versorgung nach der Krankenhausbehandlung lösen. Kassenärztliche Vereinigungen können sich unter gewissen Voraussetzungen auch länderübergreifend zusammenschließen. Die Honorarverteilung wird dezentraler und flexibler, in dem diese wieder durch die einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen erfolgt. Das Prinzip Beratung statt Regress soll weiter gefördert werden. So erfolgt beim erstmaligen Überschreiten des Richtgrößenvolumens um mehr als 25 Prozent eine individuelle Beratung. Erst bei einer Überschreitung im Prüfzeitraum nach dieser Beratung oder bei Ablehnung der Beratung kann ein Erstattungsbeitrag festgesetzt werden. Ass. jur. Tobias Brehme

Bundesärztekammer:

Mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz wurde die Grundlage für weitere Reformen geschaffen „Es ist gut, wenn eine Bundesregierung ihrer ureigensten Aufgabe nachkommt und Politik gestaltet, statt immer nur an den Sparschrauben unseres Gesundheitswesens zu drehen. Bei aller Kritik an einzelnen Bestimmungen erkennen wir deshalb an, dass die Koalition mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz zumindest den Versuch unternommen hat, dieser Verantwortung gerecht zu werden und erstmals ernsthafte Schritte gegen den Ärztemangel und für eine bessere Versorgung der Patienten in unserem Land eingeleitet hat.“ Dies erklärte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Dr. Frank Ulrich Montgomery, anlässlich der Lesung des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes (GKV-VStG) im Deutschen Bundestag. Das Gesetzespaket sei in Teilen geeignet, mehr Ärztinnen und Ärzte zu einer Tätigkeit in strukturschwachen Gebieten zu motivieren und die verschiedenen Versorgungsbereiche besser miteinander zu verzahnen.

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„Gelöst sind die Probleme damit aber noch lange nicht. Es wurde die Grundlage geschaffen, auf der Bund und Länder bei kommenden Reformen aufbauen können - nicht mehr und nicht weniger“, sagte der BÄK-Präsident. Positiv hob Montgomery die im Gesetz vorgesehenen monetären und nicht-monetären Anreize für eine Niederlassung in strukturschwachen Regionen hervor. Verbesserungsbedarf sieht er hingegen unter anderem bei der weiteren Ausgestaltung der ärztlichen Bedarfsplanung. Die jetzigen Bedarfsplanungsregelungen stammten aus der Zeit der Ärzteschwemme und seien für die gegenwärtigen Rahmenbedingungen gänzlich ungeeignet. Mit dem GKV-VStG werde zwar mit größeren Gestaltungsspielräumen vorsichtig nachjustiert. Ausreichend sei dies jedoch nicht. „Wir brauchen eine klar patientenzentrierte Flexibilisierung der


Planungsbereiche und eine sektorenübergreifende Bedarfsplanung. Dazu müssen die nur optional vorgesehenen Steuerungsgremien auf Landesebene obligatorisch eingeführt und die Landesärztekammern als vollwertige Mitglieder beteiligt werden“, forderte Montgomery. Nur die Ärztekammern verfügten über die sektorenübergreifende Expertise und nähmen aufgrund ihrer Nichtbeteiligung an den jeweiligen Versorgungsverträgen eine neutrale Position ein. Der BÄK-Präsident forderte die Länder auf, die Ärztekammern bei der Zusammensetzung der Gremien zu berücksichtigen – auch wenn diese im Gesetz nicht explizit genannt würden. Grundsätzlich begrüßt die Ärzteschaft auch die Einführung einer neuen sektorenübergreifenden ambulanten spezialfachärztlichen Versorgungsebene. Kritisch sieht Montgomery aber die vorgesehene Ausgestaltung des neuen Versorgungsbereichs durch den Gemeinsamen Bundesausschuss.

Der BÄK-Präsident plädiert für eine Vertragslösung der Selbstverwaltungspartner unter Einbeziehung der Bundesärztekammer. „Dadurch kann man besser und auch schneller die Angebote der ambulanten und stationären Versorgung koordinieren und einen Einstieg in einen tatsächlich sektorenverbindenden Versorgungsbereich schaffen.“ Positiv hob Montgomery die durch entsprechende Änderungen an dem ursprünglichen Gesetzentwurf vorgenommene Begrenzung des Katalogs der Paragraph 116b-Leistungen bei Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen auf schwere Verlaufsformen hervor. Als richtig bezeichnete er es auch, dass die Koalition zunächst das ambulante Operieren aus dem Regelungsbereich des Paragraph 116b herausgenommen hat. Dadurch werde möglichen Mengenausweitungen entgegengewirkt. IPi BÄK

Neue curriculäre Ausbildung für Transplantationsbeauftragte „Curriculum Organspende“ erfolgreich von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Region OST und der Ärztekammer Sachsen-Anhalt durchgeführt

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) Region Ost hat gemeinsam mit der Bundesärztekammer die Qualifikation für Transplantationsbeauftragte und für interessiertes Klinikpersonal neu strukturiert. Auf Basis des Curriculums der Bundesärztekammer wurde diese curriculäre Fortbildung erstmals vom 24.11.-26.11.2011 in Magdeburg durchgeführt. 36 Vertreter verschiedener Professionen (davon 21 Ärztinnen und Ärzte) kamen vom 24. bis 26. November 2011 in das Haus der Heilberufe nach Magdeburg und nahmen an der 24-stündigen Fortbildung aktiv teil.

Ziel dieser Fortbildung war es, die Qualifikation und den Informationsstand der Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern der drei Bundesländer weiter zu verbessern. Zwar haben alle Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt Transplantationsbeauftragte benannt, die Umsetzung der Gemeinschaftsaufgabe „Organspende“ ist jedoch noch verbesserbar. Die Transplantationsbeauftragten nehmen auf den Intensivstationen eine wichtige Schlüsselposition für die Organspende ein. Hier müssen im ersten Schritt mögliche Spender erkannt und an die Koordinierungsstelle gemeldet werden. Die Vortragsthemen – mit Referenten aus der Region – reichten von Themenkomplexen wie Indikation zur Organspende, Empfängerschutz / Organ-Report, organprotektive Intensivtherapie, Fragen der Hirntoddiagnostik bis hin zur Erörterung von Allokationsregeln, allgemeinen rechtlichen Grundlagen, Fragen der Gewebespende und Fragen der Qualitätssicherung. Die Fortbildung fand bei allen Beteiligten positive Resonanz. Die Teilnehmer konnten ihre Kenntnisse im Zusammenhang mit der Indikationsstellung zur Organspende und dem Ablauf eines erfolgreichen Organspendeprozesses verbessern. Das Ziel, bei allen Beteiligten die Handlungssicherheit in diesem intensivmedizinisch und emotional anspruchsvollen Feld zu erhöhen, wurde erreicht und es konnte allen Teilnehmern das Zertifikat „Management Organspende“ der Ärztekammer Sachsen-Anhalt überreicht werden. P. Jonzeck

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M it t e ilung e n a u s d e r K a m m e r

20. Fortbildungstag der Ärztekammer Sachsen-Anhalt

am 24.09.2011 in Magdeburg zum Thema „Palliativmedizin“

- Vorträge -

Sterbehilfe aus juristischer Sicht „Sterbehilfe aus juristischer Sicht“ ist ein hochaktuelles Thema. Rechtsprechung wie Gesetzgebung haben es in letzter Zeit vorangetrieben. Mitte 2010 kam es zu einem BGH-Urteil, das mit der bisherigen Rechtsprechung gebrochen hat. Bereits im September 2009 kam es zur gesetzlichen Implementierung der Patientenverfügung im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Beide Aspekte sollen im Folgenden etwas näher behandelt werden. Wenn man sich mit „Sterbehilfe aus juristischer Sicht“ befasst, hat man zunächst eine begriffliche Differenzierung vorzunehmen. Juristen sprechen von „Hilfe beim Sterben“ und von „Hilfe zum Sterben“. Unter „Hilfe beim Sterben“ hat man palliativmedizinische Maßnahmen zu verstehen. Von Sterbehilfe im eigentlichen Sinne spricht man bei Maßnahmen der „Hilfe zum Sterben“. In dieser Hinsicht soll im Folgenden der Begriff der Sterbehilfe gebraucht werden. Darunter wiederum kann man zum einen die gezielte (aktive) Tötung auf Verlangen verstehen. Des Weiteren werden darunter der ärztlich assistierte Suizid sowie der Behandlungsabbruch gefasst. Die Rechtsgrundlagen der Sterbehilfe sind breit gestreut. Zum einen enthält § 216 StGB (Strafgesetzbuch) den Straftatbestand der Tötung auf Verlangen. Wie eingangs bereits erwähnt, ist die Patientenverfügung inzwischen gesetzlich implementiert, und zwar in §§ 1901a ff. BGB. Des Weiteren spielen berufs- und standesrechtliche Regelungen eine Rolle. Insofern sind die Grundsätze der Bundesärztekammer (BÄK) zur Sterbebegleitung zu nennen sowie § 16 Musterberufsordnung (MBO), die beide im Jahre 2011 Jahr neu gefasst wurden. Damit sind für die „Sterbehilfe aus juristischer Sicht“ bereits erste verbindliche Antworten gefunden worden, jedenfalls zum Teil. Die gezielte (aktive) Tötung auf Verlangen ist gemäß § 216 StGB strafbar. Des Weiteren ist

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der ärztlich assistierte Suizid zwar nicht strafrechtlich verboten, wohl aber kraft Standesrechts. § 16 Satz 3 MBO schreibt eindeutig vor, dass Ärzte „keine Hilfe zur Selbsttötung leisten“ dürfen. Insofern bleiben Ärzte, wenn sie Beihilfe zum Suizid leisten, zwar frei von strafrechtlichen Sanktionen, können aber mit berufsgerichtlichen Verfahren überzogen werden. „Sterbehilfe aus juristischer Sicht“ konzentriert sich insofern im Wesentlichen auf die Sterbehilfe durch den Abbruch einer bereits begonnenen ärztlichen Maßnahme. Insofern ist, bevor auf die diesbezüglichen rechtlichen Regularien einzugehen ist, das eingangs erwähnte BGH-Urteil von Mitte 2010 näher darzustellen (Az.: 2 StR 454/09). Das später verstorbene Opfer hat, kurz bevor es ins Wachkoma gefallen ist, in mündlicher Form sich dahingehend geäußert, dass es lebensverlängernde Maßnahmen durch künstliche Ernährung und Beatmung nicht wünscht. Die Tochter des sich nunmehr im Wachkoma befindlichen Opfers hat dessen Wunsch an die Pflegeleitung herangetragen. Er ist aber nicht beachtet und umgesetzt worden. Vielmehr wurde eine PEGSonde gelegt. Als in der Folgezeit Einigkeit zwischen Tochter (als Betreuerin) und Pflegeleitung dahingehend erreicht worden ist, dass die künstliche Ernährung zu reduzieren ist, hat sich die Konzernleitung eingeschaltet. Sie hat das Pflegeheim angewiesen, die künstliche Ernährung wieder aufzunehmen. Die Tochter unterrichtete davon einen auf Palliativmedizin spezialisierten Rechtsanwalt. Er riet der Tochter, die Schläuche der Sonde zu durchtrennen. Erneut würde man sie schließlich nicht legen. Man tat es gleichwohl. Dennoch verstarb das Opfer infolge diverser Erkrankungen. Im späteren Strafverfahren wurde die Tochter freigesprochen, weil sie auf Rat des Rechtsanwalts gehandelt hat und insofern einem unvermeidbaren Verbotsirrtum erlag (§ 17


StGB). Der Rechtsanwalt wurde dagegen verurteilt und wehrte sich dagegen wiederum mit der Revision beim BGH. Dessen 2. Strafsenat hat den Rechtsanwalt vom Vorwurf eines Tötungsdelikts freigesprochen. Dabei musste er sich aber von der bisherigen Rechtsprechung distanzieren. Bis zum Urteil vom 25. Juni 2010 wurde nämlich streng zwischen Unterlassen und Tun differenziert. In dieser Hinsicht mussten sich Generationen von Juristen und Medizinern mit den Begriffspaaren passive und aktive bzw. indirekte und direkte Sterbehilfe befassen. Das Einstellen der Sondenernährung wurde als Unterlassen und damit als erlaubte passive Sterbehilfe angesehen, wenn sie dem Wunsch der jeweils betroffenen Person entsprach. Das Durchtrennen der Schläuche dagegen stellte sich als aktives Tun dar, sodass nach gängiger Rechtsprechung der Anwalt wegen Beteiligung an einem Tötungsdelikt hätte verurteilt werden müssen. Mit dieser strikten Differenzierung zwischen Unterlassen und Tun hat der BGH im besagten Urteil gebrochen. Für seine Aufgabe der bisherigen Rechtsprechung gibt er im Wesentlichen zwei Gründe an. Einerseits sei inzwischen zum Herbst 2009 die Patientenverfügung gesetzlich implementiert worden. Im Übrigen sei eine Unterscheidung nach rein äußerlichen Kriterien (Tun und Unterlassen) zu sehr naturalistisch. Vielmehr müsste man die Differenzierung zwischen erlaubter Sterbehilfe und strafbaren Tötungsdelikten in juristisch-normativ-wertender Weise vornehmen. In dieser Hinsicht sei der Behandlungsabbruch ein normativwertender Begriff, der sich durch objektive Handlungselemente auszeichnet und eine subjektive Zielsetzung beinhaltet, nämlich im Sinne des Patienten zu handeln. Im Sinne des Patienten liegt der Behandlungsabbruch, wenn er seinem Willen entspricht. Ein entsprechender Wille kann entweder ausdrücklich erklärt worden sein bzw. aktuell erklärt werden. Subsidiär kann ein Behandlungsabbruch

erfolgen, wenn es dem mutmaßlichen Willen des Patienten entspricht. Damit kommen die gesetzlichen Regelungen in §§ 1901a ff. BGB ins Spiel. Im Herbst 2009 kam es, wie eingangs erwähnt, zur gesetzlichen Regelung der Patientenverfügung. Die einschlägigen Vorschriften finden sich in §§ 1901a ff. BGB. § 1901a Abs. 1 BGB regelt zunächst eine Legaldefinition sowie die Rechtsverbindlichkeit der Patientenverfügung. § 1901a Abs. 2 BGB gibt vor, wie zu verfahren ist, wenn es an einer Patientenverfügung mangelt, nämlich im Sinne des mutmaßlichen Willens des Patienten. § 1904 BGB regelt schließlich, wann das Betreuungsgericht einzuschalten ist. Nach den einschlägigen gesetzlichen Regelungen setzt ein Behandlungsabbruch im Wesentlichen Folgendes voraus: Zunächst muss eine medizinische Indikation zur Weiterbehandlung bestehen. Diese Indikation ist von Ärzten eigenverantwortlich festzustellen. Wenn sie fehlt, kann von einem Behandlungsabbruch nicht mehr die Rede sein. Denn abgebrochen werden kann bloß etwas, das man noch fortführen kann. Wenn es an dieser Indikation zur Weiterbehandlung fehlt, kann von Hilfe zum Sterben nicht mehr die Rede sein. Vielmehr handelt es sich bloß noch um Hilfe beim Sterben, sprich um palliativmedizinische Maßnahmen. Ferner setzt ein Behandlungsabbruch nach § 1901a BGB voraus, dass der Patient aktuell einwilligungsunfähig ist. Dies ist der Fall, wenn er aufgrund seines Krankheitszustands nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen entsprechend der Art des Eingriffs, seiner Folgen und Risiken zu bilden. Der Behandlungsabbruch setzt ferner voraus, dass entweder eine entsprechende Patientenverfügung vorliegt oder er dem mutmaßlichen Willen des Patienten entspricht. Schlussendlich muss noch ein Konsens zwischen Arzt und Betreuer bestehen. Wenn es daran fehlt, ist das Betreuungsgericht einzuschalten. Während die medizinische Indikation zur Weiterbehand-

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lung und Feststellung der Einwilligungsunfähigkeit originär medizinische Aufgaben sind und insofern Ärzten obliegen, handelt es sich bei der Frage, ob die Patientenverfügung im konkreten Fall greift oder ein entsprechender mutmaßlicher Wille für den Behandlungsabbruch spricht, um eine primär Juristen obliegende Aufgabe. Die Frage, ob ein Behandlungsabbruch kraft Patientenverfügung zulässig ist, ist in zwei Schritten zu beantworten: Zunächst ist zu klären, ob eine wirksame Patientenverfügung vorliegt. Im Anschluss daran ist zu klären, ob eine Kongruenz zwischen Patientenverfügung und „aktueller Lebens- und Behandlungssituation“ besteht. Insofern sollen zunächst kurz die Anforderungen an eine wirksame Patientenverfügung erläutert werden. Sie kann bloß von einem einsichtsfähigen Volljährigen errichtet werden und ist schriftlich abzufassen. Dies bedeutet nicht, dass sie – im Gegensatz zum Testament – eigenhändig verfasst sein muss. Man kann sich durchaus diverser Textbausteine aus dem Internet bedienen. Schriftform in dieser Hinsicht heißt lediglich, dass sie eigenhändig unterschrieben sein muss. Das deutsche Recht sieht – im Gegensatz zum österreichischen Recht – weder eine ärztliche Beratung bei Abfassung der Patientenverfügung noch eine irgendwie geartete Aktualisierungspflicht vor. Danach muss eine einmal abgefasste Patientenverfügung nicht nach gewisser Zeit, etwa 5 Jahre, aktualisiert werden. Vielmehr ist sie auf ewig gültig. Wenngleich gewichtige Gründe für eine ärztliche Beratung und eine Aktualisierungspflicht sprechen, hat der deutsche Gesetzgeber davon abgesehen. Gleichwohl ist Patienten dringend anzuraten, das Gespräch mit Ärzten im Vorfeld der Abfassung einer Patientenverfügung zu suchen und sie ab und an (dem medizinischen Fortschritt) anzupassen. Die Patientenverfügung selbst darf nicht allgemein gehalten sein. Formulierungen der Art „wenn ich sehr krank bin, möchte ich würdevoll sterben“ sind als Patientenverfügung unbeachtlich. Das Gesetz sieht nämlich vor, dass man sich auf „bestimmte Untersuchungen des Gesundheitszustandes, Heilbehandlungen oder ärztliche Eingriffe“ sowie auf eine „aktuelle Lebens- und Behandlungssituation“ festlegen muss. Vor diesem Hintergrund sind allgemein gehaltene Formulierungen als Patientenverfügung unbeachtlich. Allenfalls stellen sie ein Indiz für den mutmaßlichen Willen dar. Hinsichtlich der Frage, wie konkret man die medizini-

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sche Situation beschreiben sollte, und der Frage, welche ärztlichen Maßnahmen man ausschließen kann, kommt es auf den jeweiligen Einzelfall an. Insofern sollten Patienten entweder das Gespräch mit dem Arzt des Vertrauens, typischerweise mit dem Hausarzt suchen. Hilfreich können noch diverse Internetauftritte sein bis hin zu Broschüren von staatlichen Institutionen, etwa vom Bundesministerium für Justiz. Hinsichtlich der Beschreibung der medizinischen Situation, in der eine Patientenverfügung greifen soll, kann es sich anbieten, eine sog. Reichweitenbegrenzung in die Patientenverfügung aufzunehmen. Von Gesetzes wegen greift die Patientenverfügung gemäß § 1901a Abs. 3 BGB „unabhängig von Art und Stadium einer Erkrankung“. Eine entsprechende Reichweitenbegrenzung kann aber vom jeweiligen Patienten selbst in seine Patientenverfügung aufgenommen werden und ist insofern für Arzt und Betreuer verbindlich. Wenn eine Patientenverfügung fehlt, kann ein Behandlungsabbruch durchgeführt werden, wenn er dem mutmaßlichen Willen der betroffenen Person entspricht. Dafür müssen zunächst entsprechende Anhaltspunkte festgestellt werden. Solche Anhaltspunkte sind beispielhaft in § 1901a Abs. 2 BGB niedergelegt („insbesondere“). Insofern relevant sind frühere mündliche oder – keine Patientenverfügung darstellende – schriftliche Äußerungen. Weiterhin spielen ethische und/oder religiöse Überzeugungen eine Rolle. In jedem Falle kommt es bloß auf persönliche Wertvorstellungen des Betreuten an. Allgemeine Wertvorstellungen über Sinn oder Unsinn einer Weiterbehandlung sind insofern irrelevant. Es kommt ausschließlich auf den mutmaßlichen Willen des Betroffenen und damit auf seine persönlichen Wertvorstellungen an. Der mutmaßliche Wille ist „aufgrund konkreter Anhaltspunkte“ zu ermitteln. Unabdingbar dafür sind Gespräche des Arztes mit dem Betreuer sowie mit nahen Angehörigen und sonstigen Vertrauenspersonen des Betreuten. Nahe Angehörige des Betreuten sind insbesondere enge Verwandte (Kinder, Eltern) sowie Ehegatten und eingetragene Lebenspartner. Insofern genügt allein die familienrechtliche Verbindung, es sei denn, das persönliche Verhältnis des Betroffenen zu den genannten Personen ist erkennbar zerrüttet. Entferntere Verwandte stellen bloß für den Fall nahe Angehörige des Betreuten dar, dass es über das Verwandtschaftsverhältnis hinaus ein tatsächliches persön-


liches Näheverhältnis gibt. Weitere Personen kommen ebenfalls in Betracht. Insofern sind etwa Pflege- und Stiefkinder zu nennen, des Weiteren enge Freunde oder, etwa bei Singles oder zurückgezogen lebenden Personen, die Pflegekräfte im Krankenhaus selbst, die nicht selten den engsten Kontakt zu Patienten haben. Selbst die sorgfältigsten Bemühungen um zuverlässigste Ermittlung des mutmaßlichen Willens können manchmal aber nicht zum (sicheren) Ergebnis führen. Gemeint ist ein sog. non liquet. Dies ist der Fall, wenn manche Aspekte für einen mutmaßlichen Willen dahingehend sprechen, dass die betroffene Person einen Behandlungsabbruch wünscht, und andere Anhaltspunkte das genau gegenteilige Ergebnis nahe legen. In einem solchen Fall stellt der Gang zum Betreuungsgericht keinen Ausweg dar. Das Betreuungsgericht selbst trifft nämlich nicht die Entscheidung pro oder contra Behandlungsabbruch. In einem solchen Zweifelsfall, in einem solchen non liquet, gilt vielmehr „in dubio pro vita“. Den Gesetzesmaterialien lässt sich unmissverständlich entnehmen, dass im Zweifel dem Lebensschutz der Vorrang gebührt. Das Betreuungsgericht ist überhaupt bloß für den Fall einzuschalten, dass es einen Dissens zwischen Arzt und Betreuer gibt. Wenn sich Arzt und Betreuer einig sind, dass ein Behandlungsabbruch durchzuführen ist, muss das Betreuungsgericht dagegen nicht bemüht werden. Erst wenn sie sich uneins sind, ist zum Betreuungsgericht zu gehen. Typischerweise verhält es sich dergestalt, dass der Betreuer oder Vorsorgebevollmächtiger zum Betreuungsgericht mit dem Argument geht, die Patientenverfügung schreibe für den konkreten Fall einen Behandlungsabbruch vor, während der Arzt gegenteiliger Auffassung ist. Erst bei einem solchen Dissens über den Behandlungsabbruch ist das Betreuungsgericht einzuschalten. Sonst bleibt es außen vor. Insofern könnte man das Missbrauchsargument erheben. Es könnte schließlich sein, dass Arzt und Betreuer einvernehmlich

zum Nachteil der betroffenen Person handeln und für diesen Fall nicht einmal einer staatlichen Kontrolle unterliegen. Das Missbrauchsargument geht freilich ins Leere. Zum einen spricht das Berufsethos von Ärzten dagegen, sich auf ein solch kollusives Zusammenwirken einzulassen, das überdies strafbewehrt ist. Wenn nämlich die Patientenverfügung nicht den konkreten Fall regelt, ist der Behandlungsabbruch als Tötungsdelikt strafbar. Im Übrigen ist es Dritten, etwa Pflegekräften, unbenommen, das Betreuungsgericht anzurufen, um etwaige Verdachtsmomente auszuräumen. Ansonsten aber ist das Betreuungsgericht bei einem einvernehmlichen Behandlungsabbruch nicht einzuschalten. Vielmehr handelt es sich um eine eigenverantwortliche Aufgabe von Ärzten und Betreuern, für die Umsetzung der Patientenverfügung zu sorgen, bzw. dafür, dass dem mutmaßlichen Willen der betroffenen Person entsprochen wird. Insofern sind Patientenwille und -autonomie zu achten. Sie stellen nicht bloß zu Lebzeiten des Patienten die Grenz- und Leitlinie für ärztliches Handeln auf. Sie sind es nicht minder bei der „Sterbehilfe aus juristischer Sicht“.

Prof. Dr. Matthias Krüger Professur für Strafrecht und Strafprozessrecht Veterinärstraße 1 (3. Stock, Raum 305) 80539 München Tel: 089/2180-3072, Sekr. -3981 Fax: 089/2180-16588 E-Mail: matthias.krueger@jura.unimuenchen.de

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Blick zurück: Das Kammer-Jahr 2011

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Presse

Feierliche Exmatrikulation an der Medizinischen Fakultät in Magdeburg 158 Ärztinnen und Ärzte starten gut gerüstet ins Berufsleben Im Rahmen einer Exmatrikulationsfeier konnten 158 Absolventinnen und Absolventen der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität am 26. November 2011 ihre Zeugnisse in Empfang nehmen, nachdem sie zuvor gemeinsam das ärztliche Gelöbnis gesprochen hatten. Die Festrede hielt der Universitätsrektor Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann. Musikalisch wurde die Veranstaltung vom Akademischen Orchester der OVGU gestaltet. Bei den meisten Ärztinnen und Ärzten steht die Entscheidung über den beruflichen Einstieg schon fest. Eine Befragung, an der sich 136 der jungen Mediziner beteiligten, ergab, dass mindestens 77 in Sachsen-Anhalt bleiben werden. Elf möchten in Berlin, fünf in Niedersachsen und die übrigen in weiteren Bundesländern eine Arbeit aufnehmen. Als künftige Fachrichtung haben die Ärzte am häufigsten die Innere Medizin (33), die Chirurgie (21), die Anästhesiologie (17) sowie die Gynäkologie und die Kinderheilkunde (je 10) gewählt, nur 5 wollen als Allgemeinmediziner arbeiten. „Hinter den Absolventen liegen sechs anstrengende, erfahrungsreiche Jahre, die eine solide Basis für ihren neuen Lebensabschnitt sein werden“, betont Prof. Dr. Bernt-Peter

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Robra, Studiendekan der Medizinischen Fakultät. Der Gesamtnotendurchschnitt der Magdeburger Studierenden lag im schriftlichen Bereich bei 2,77 und im mündlichen Teil des Staatsexamens bei 2,02. Die besten Absolventen waren Julia Heiter und Christian Wiedemuth. Sie haben ihr Staatsexamen mit einem Gesamtdurchschnitt von 1,33 abgeschlossen. Zusammen mit den bereits im Frühjahr ins Berufsleben entlassenen Studenten hat die Medizinische Fakultät damit im Jahr 2011 insgesamt 184 Ärztinnen und Ärzte nach ihrer Ausbildung verabschiedet. Zum Wintersemester 2011/12 wurden 196 Erstsemester an der OVGU immatrikuliert. Von diesen Studienplätzen wurden 40 Prozent (Abiturbestenquote, Wartezeitquote) über die Stiftung für Hochschulzulassung vergeben, für 60 Prozent der Studienplätze können die Hochschulen eigene Auswahlkriterien definieren. In Magdeburg werden als Auswahlkriterien die Abiturnote und die Ortspräferenz berücksichtigt, die Einführung eines Auswahltests ist in Vorbereitung. I Pi UKMD

Foto: Elke Lindner/Uniklinik Magdeburg


„Klasse Allgemeinmedizin“: 20 Studierende starten in das innovative Lehrprojekt zur Sicherung der Hausarzt-Versorgung Nun ist es soweit: die „Klasse Allgemeinmedizin“ der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität startete als innovatives Lehrprojekt zur Förderung des landärztlichen Nachwuchses mit den 20 Studierenden des ersten Jahrganges ins Wintersemester 2011/12. Die Auftaktveranstaltung fand am Mittwoch, 16. November 2011 im Dekanat der Medizinischen Fakultät statt. Studierende, Mentoren und Förderer gaben einen Ausblick auf die ersten beiden Semester der „Klasse Allgemeinmedizin“. 20 ausgewählte Studierende - 40 hatten sich beworben - bereiten sich im Rahmen des Projektes auf eine spätere Tätigkeit als Hausbzw. Landarzt vor. Während des Semesters gibt es eigene Schulungen, in der Semesterpause werden zwei Praktikumstage absolviert. Die „Klasse“ wird ergänzend zum Regelstudiengang Medizin angeboten und kann als Wahlfach ab dem ersten vorklinischen Semester belegt werden. Das besondere, speziell für die Klasse Allgemeinmedizin erstellte Curriculum beinhaltet vier Teilbereiche: das hausärztliche Fertigkeitentraining, das Kommunikationstraining, ein Seminar für ärztliche Fallarbeit und das Mentorenprogramm. Im hausärztlichen Fertigkeitentraining werden ab dem ersten vorklinischen Semester die Abläufe in einer Praxis geschult. Dazu gehören einfache Techniken wie Blutdruckmessen oder auch die Organisation einer Praxis als wirtschaftliches Kleinunternehmen. Im Kommunikations-

training erlernen die Teilnehmer wichtige Fähigkeiten zur Anbahnung, Verbesserung und Erhaltung der Arzt-PatientBeziehung. Aktive und problemorientierte Lehrmethoden bilden die Basis dieses Moduls. In der Fallarbeit bekommen die Studierenden die Möglichkeit, mit Hilfe von Rollenspielen und Videobeispielen Anamnesegespräche zu üben. Ein ausgesuchter Mentor begleitet die Studierenden über das gesamte Studium hinweg. Die Mitglieder der Allgemeinmedizin-Klasse erhalten dadurch nicht nur Einblicke in das Leben eines Hausarztes, sondern knüpfen beständige Beziehungen zu den Patienten, den Praxismitarbeitern und dem Umfeld. I Pi UKH

Sind Sie Absolvent(in) der Universität zu Lübeck? Unter dem Motto „Verbessern und vernetzen“ hat die Universität zu Lübeck eine Absolventenbefragung im Fach Humanmedizin eingeführt und alle Landesärztekammern gebeten, ihre Mitglieder, die sich der Universität verbunden fühlen, darüber zu informieren. Eine erste Befragungsrunde richtet sich an drei Doppeljahrgänge, die die Universität zu Lübeck 1991/92, 2004/05 oder 2009/10 verlassen haben. Wir freuen uns sehr, wenn Sie zu einem dieser Jahrgänge gehören und Interesse haben mit Ihrer Alma Mater in Kontakt zu bleiben. Bitte melden Sie sich zur Teilnahme an der Befragung bei Frau Brüheim an. Kontakt: Linda Brüheim Tel.: 0451/500-4749 E-Mail: linda.brueheim@medizin.uni-luebeck.de Weitere Informationen unter: http://www.uni-luebeck.de/studium/studiengaenge/humanmedizin/studieren/evaluation/absolventenbefragung.html

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Presse

Stoffwechselfehlprogrammierung im Mutterleib Suche nach den Ursachsen für Gesundheitsrisiken – EU-Forschungsprojekt startet

Prof. Dr. Dr. med. Bernd Fischer

Forscher aus vier europäischen Ländern wollen in den kommenden vier Jahren untersuchen, wie sich Übergewicht und Diabetes bei Frauen während der Schwangerschaft auf Gesundheit und Gesundheitsrisiken ihrer Kinder auswirken. Bereits im Mutterleib wird – zusätzlich zu den genetischen Grundlagen – die Basis für die weitere gesundheitliche Entwicklung der Kinder gelegt. Untersuchungen bei so genannten „Retortenbabys“ hatten ergeben, dass diese Kinder überdurchschnittlich oft übergewichtig geworden waren. Im Verdacht stehen dabei ein zu nährstoffreiches Kulturmedium oder andere Faktoren, die bei einer In-vitroFertilisation einwirken können (höheres Alter der Mütter, Kryokonservierung, etc.). Tierversuche haben inzwischen diesen ganz frühen Einfluss auf die spätere Gesundheit bestätigt, also bereits zu einem Zeitpunkt, an dem eine Mutter noch gar nicht weiß, dass sie schwanger ist. Wissenschaftler aus sieben Universitäten und Biotechnologiefirmen werden im Rahmen eines gemeinsamen Projektes „EpiHealth“ durch die Europäische Union gefördert. Insgesamt stehen dafür 2,9 Millionen Euro zur Verfügung. Davon fließen etwa 370.000 Euro an das hallesche Institut für Anatomie und Zellbiologie. Institutsdirektor Professor Dr. Dr. Bernd Fischer freut sich darüber: „Es ist bereits das sechste Projekt bei uns, das durch die Europäische Union gefördert wird.“ Er sehe dies als Anerkennung der Forschungsleistungen seiner Arbeitsgruppe. Die EU habe diese Forschungsprojekte in den vergangenen Jahren mit bisher 1,7 Millionen Euro unterstützt. Bereits seit vielen Jahren beschäftigen sich die halleschen Wissenschaftler mit Stoffwechselerkrankungen. Die Embryologen und Zellbiologen werden nun an Hand eines Tiermodells untersuchen, wie es im Mutterleib innerhalb der ersten sechs Tage nach der Befruchtung zur Fehlprogrammierung des Stoffwechsels kommt. „Wir wollen klären,

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welche Einflüsse sich bereits weit vor der Geburt, um den Zeitpunkt der Konzeption herum, auf die gesundheitliche Entwicklung der Kinder auswirken.“ Vielen Ärzten und Laien sei nicht bekannt, dass die Gesundheit des Kindes bereits während der Schwangerschaft zum Teil festgelegt werde. Dies bedeutet beispielsweise, dass Kinder von übergewichtigen Müttern ein höheres Risiko tragen, auch übergewichtig zu werden. „Angesichts der Prognosen, dass die Zahl der (zum Teil stark) übergewichtigen Menschen in den Industrienationen in den kommenden Jahren stark ansteigen wird, ist es nach unserer Auffassung besonders wichtig, die Mechanismen für solche Fehlentwicklungen zu ergründen“, sagt der hallesche Wissenschaftler. Beispielsweise werde erwartet, dass im Jahr 2020 etwa drei Viertel aller US-amerikanischen Frauen und Männer übergewichtig sein werden. Diabetes und aus Übergewicht resultierende Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle hätten Einfluss auf die Lebenserwartung und Lebensqualität der Betroffenen: „Beide sinken bei diesen Risikofaktoren. Daher müssen wir mehr über Gesundheitsdeterminaten für die kommenden Generationen verstehen.“ Diabetes sei keine genetisch bedingte Erbkrankheit, werde aber im Falle von Schwangerschaftsdiabetes oder bei Übergewicht von der Mutter auf das Kind übertragen. Neben Embryonen werden die EU-Forscher dazu embryonale Stammzellen untersuchen, da bei ihnen quasi im Zeitraffer Entwicklung und Zelldifferenzierung unter verschiedenen Entwicklungsbedingungen analysiert werden könne. Zwei junge Wissenschaftlerinnen aus dem halleschen Institut, eine Biologin und eine Ernährungswissenschaftlerin, werden im Rahmen des Forschungsprojektes an ihren Doktorarbeiten arbeiten. Professor Fischer: „Wir glauben, dass vor allem bei den Blastozysten – also dem Entwicklungsstadium des Embryos zwischen dem dritten/vierten bis sechsten Tag nach der Befruchtung – die Fehlprogrammierung des Stoffwechsels erfolgt.“ Sie werden bei diabetischen Müttern mit Glukose überschwemmt, können jedoch selbst noch kein Insulin herstellen und sind deshalb nicht in der Lage, die Glukose adäquat zu verstoffwechseln. „Die Blastozysten sind schon kleine Diabetiker.“ Ein neuer Befund aus der Arbeitsgruppe von Professor Fischer ist, dass zudem Fettgewebshormone der Mutter sich bereits auf den Stoffwechsel der Blastozysten auswirken. Da sich die Stoffwechselwege bei Blastozysten und bei Alternsvorgängen ähneln, wird eine der beiden Doktorandinnen über diesen Zusammenhang zwischen dem Beginn und „Ende“ des Lebens forschen. I Pi UKH


Neue Kooperation besiegelt:

Leipziger Gefäßspezialist behandelt Patienten im Diakoniekrankenhaus Das Angebot medizinischer Leistungen im Diakoniekrankenhaus erweitert sich: Der renommierte Leipziger Gefäßexperte Prof. Dr. Dierk Scheinert wird künftig auch Patienten im Diakoniekrankenhaus Halle behandeln. Im Rahmen einer neuen Kooperation können in der Klinik für Angiologie und Gastroenterologie künftig in größerem Umfang als bisher Kathetereingriffe Prof. Dr. durchgeführt werden. Hilfreich Dierk Scheinert sind diese Leistungen für Patienten mit Verengungen in den Gefäßen. „Gefäßverengungen sind ein häufiges medizinisches Problem“, erklärt Scheinert, der seit 15 Jahren auf diesem Gebiet tätig ist. Dazu zählen zum Beispiel die durch fortschreitende Arteriosklerose verursachte „Schaufensterkrankheit“. Dabei ist die arterielle Durchblutung der Gefäße in den Beinen so stark eingeschränkt ist, dass den Patienten das Gehen zunehmend Schmerzen bereitet. Um diese Belastung zu kaschieren, bleiben sie häufig stehen, daher rührt auch der Name der Erkrankung. Ebenfalls ein häufiges Problem sind Durchblutungsstörungen bei Diabetikern, die in schweren Fällen sogar zur Amputation führen können.

Universität studiert. Er ist Facharzt für Innere Medizin mit den Subspezialisierungen Angiologie und Kardiologie und ist außerordentlicher Professor an der Uni Leipzig. Der 43-jährige gilt als ausgewiesener Experte für Kathetereingriffe am Gefäßsystem. Seit 2005 ist er Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I am Parkkrankenhaus in Leipzig, wo die so genannte Gefäßintervention unter seiner Leitung auf internationales Niveau entwickelt wurde. Rund 4000 derartige Eingriffe werden in der Einrichtung pro Jahr durchgeführt, damit zählt sie zu einer der größten ihrer Art. Gemeinsam mit einem Oberarzt aus seinem Team wird Prof. Scheinert sie künftig regelmäßig in Halle durchführen. Denn auch am Diakoniekrankenhaus besteht seit langem ein Schwerpunkt für die Behandlung von Gefäßerkrankungen. Prof. Scheinert: „Ich freu mich auf diese Zusammenarbeit.“ I Pi Diakoniewerk Halle

Zur Behandlung von Beschwerden werden die Gefäße bei einem Eingriff mit einem Ballonkatheter geweitet. Engstellen können mit so genannten Stents gestützt werden. „Technisch sind wir inzwischen in der Lage, auch kleinste Gefäße im Fuß zu erreichen. Das ist auch deshalb möglich geworden, weil die Geräte für derartige Eingriffe in den vergangenen Jahren immer feiner geworden sind“, erklärt Prof. Scheinert, der im Rahmen wissenschaftlicher Forschungsprojekte selbst an der Weiterentwicklung derartige Geräte beteiligt war. Große Erfolge konnte der Experte in seiner täglichen Praxis auch beim Setzen der so genannten Stents verbuchen. Diese Stützen werden eingesetzt, um geweitete Gefäße offen zu halten. Bisher bestand dabei ein größeres Risiko, dass sie nicht dauerhaft ihrer Funktion gerecht werden. Dadurch mussten einmal geweitete Gefäße oft nochmals behandelt werden. „Wir arbeiten nun mit neuen, beschichteten Stents“, erklärt Scheinert, „dadurch konnte das Risiko einer erneuten Verengung deutlich gesenkt werden.“ Der gebürtige Berliner Dierk Scheinert hat an der Humboldt-

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Presse

Weitere sechs Jahre rot-weiße Luftrettung in Halle Seit 20 Jahren wird die Hallenser Luftrettungsstation am Flugplatz Halle/ Oppin von der HSD Luftrettung gemeinnützige GmbH betrieben. Auch in den nächsten sechs Jahren werden rot-weiße Hubschrauber die Luftrettung in Halle sicherstellen. Dies ist das Ergebnis einer im September 2011 vom Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt durchgeführten europaweiten Neuausschreibung der Station. Heute informierte das zuständige Ministerium die DRF Luftrettung, die sich als Bietergemeinschaft von HSD Luftrettung gemeinnützige GmbH und DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige AG an der Ausschreibung beteiligt hatte, dass es beabsichtigt ist, ihr die Genehmigung für den Betrieb der Station Halle zu erteilen. Das wirtschaftlichste Angebot gab nach Angaben des Ministeriums den Ausschlag für diese Entscheidung. Die Beauftragung wird vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2017 gelten. Dr. Hans Jörg Eyrich, Vorstand der DRF Luftrettung, betont: „Wir freuen uns

über das uns entgegengebrachte Vertrauen, die Luftrettung in Halle auch zukünftig fortführen zu können. Stetig steigende Einsatzzahlen in den vergangenen Jahren verdeutlichen die Bedeutung der Luftrettung für die Menschen in Sachsen-Anhalt. Daher haben wir in den vergangenen 20 Jahren unsere Qualität in den Bereichen Flugbetrieb, Technik und Medizin an der Hallenser Station immer weiter ausgebaut und werden dies auch zukünftig als Betreibergemeinschaft von HSD Luftrettung gemeinnützige GmbH und DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige AG tun.“

von 7.00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang einsatzbereit.

Der in Halle eingesetzte Hubschrauber „Christoph Sachsen-Anhalt“ ist der einzige Intensivtransporthubschrauber in Sachsen-Anhalt, der 24 Stunden am Tag einsatzbereit ist. Er ist tagsüber mit einem, nachts mit zwei Piloten, einem Notarzt und einem Rettungsassistenten besetzt und mit allen medizintechnischen Geräten ausgerüstet, die für eine optimale Patientenversorgung notwendig sind. Zusätzlich ist an der Station ein weiterer Hubschrauber stationiert: „Christoph Halle“ ist täglich

Die Unternehmensgruppe DRF Luftrettung betreibt 31 Luftrettungsstationen in Deutschland, Österreich und Dänemark, davon acht im 24-StundenBetrieb. Rund 50 Hubschrauber werden zur schnellen Notfallrettung und zum Transport intensivpflichtiger Patienten zwischen Kliniken eingesetzt. Drei Ambulanzflugzeuge sind für weltweite Patiententransporte im Einsatz. Im Jahr 2010 leistete die DRF Luftrettung insgesamt 36.900 Einsätze. I Pi DRF Luftrettung

In ganz Sachsen-Anhalt führen die rotweißen Luftretter lebenswichtige Intensivtransporte von Patienten zwischen Kliniken durch. Darüber hinaus werden „Christoph SachsenAnhalt“ und „Christoph Halle“ tagsüber in Einzelfällen als nächstgelegene Hubschrauber durch die Rettungsleitstelle Halle (Saale) zu Notfalleinsätzen alarmiert. Neben einem Hubschrauber des Typs BK 117 wird ab 2012 auch eine Maschine des Typs EC 145 in Halle zum Einsatz kommen.

Konferenz

Die Schmerzambulanz des Universitätsklinikums Magdeburg A.ö.R. lädt zur folgenden interdisziplinären Schmerzkonferenz ein:

30. 01. 2012

Palliativmedizin Stand am Uniklinikum MD PD Schneemilch

Anmeldung erwünscht: OA Dr. med. Hoffmeyer Leiter der Schmerzambulanz Tel.: 0391/6713350/13320 Fax: 67 13 971

Die Konferenzen werden von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt für die Erlangung des Fortbildungsdiploms mit 4 Punkten gewertet.

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Statement von Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, zur Einigung der Politik zur Reform der Organspende Berlin, 28.11.2011: „Wir begrüßen die Ankündigung der Fraktionsspitzen des Bundestages, dass eine Erklärung zur Organ- und Gewebespende regelmäßig nachgefragt werden soll, ohne jedoch eine Antwort zu erzwingen. Denn Zwang hilft hier nicht weiter. Die Entscheidung zur Organspende muss absolut freiwillig bleiben. Für die konkrete Umsetzung eines solchen Verfahrens haben wir Vorschläge erarbeitet. Nach unserem Modell einer

Selbstbestimmungslösung zur Einwilligung in die Organ- und Gewebespende sollten Krankenkassen, private Krankenversicherungen und Meldebehörden regelmäßig eine Erklärung zur Organspende nachsuchen. Die Erklärung könnte in Form des bisherigen Organspendeausweises abgegeben oder perspektivisch auf der neuen elektronischen Gesundheitskarte abgelegt werden. Die regelmäßige Abfrage der Spendebereitschaft allein wird aber

nicht ausreichen, um die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Wir müssen die Bevölkerung viel intensiver als heute über die Möglichkeiten der Organspende informieren, um die Menschen davon zu überzeugen, dass sie, wenn das Leben zu Ende ist, anderen mit einer Organspende zum Leben verhelfen können. Deshalb sind Information und Aufklärung umso wichtiger.“

Das Team der Hornhautbank um Oberarzt Dr. Timm Bredehorn-Mayr.

Hornhautbank der Augenklinik offiziell zugelassen Qualitätsüberprüfung durch Landesverwaltungsamt Die Hornhautbank der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde (komm. Direktorin Dr. Ute Stuhlträger) hat durch das Landesverwaltungsamt SachsenAnhalt die Erlaubnis erhalten, Hornhäute zu be- und verarbeiten, zu konservieren, zu lagern und an andere Kliniken zu vergeben. Auf Grund neuer gesetzlicher Vorgaben (Gewebetransplantationsgesetz) war das Zulassungsverfahren notwendig, das erfolgreich absolviert worden ist. „Wir freuen uns sehr, dass unsere qualifizierte Arbeit

damit anerkannt worden ist“, sagt der Leiter der Hornhautbank, Oberarzt Dr. Timm Bredhorn-Mayr. Die Organisationsabläufe, personelle Ausstattung und die Räumlichkeiten zur Lagerung und Aufbereitung der Hornhäute seien unter die Lupe genommen worden. In der halleschen Hornhautbank – die einzige Einrichtung dieser Art im mitteldeutschen Bereich – werden jährlich etwa 300 Hornhäute aufbereitet, davon transplantiert die Klinik etwa 200. Die restlichen Hornhäute werden deutschlandweit vergeben.

In Deutschland werden jährlich 4.000 bis 5.000 Augenhornhäute verpflanzt. Der Bedarf an Transplantaten ist deutlich höher. Eine Transplantation benötigen Patienten, deren Hornhaut sich krankhaft verändert hat oder schwer verletzt wurde und anschließend vernarbte. Eine erfolgreiche Transplantation kann das Sehvermögen wiederherstellen oder gar vor einer Erblindung schützen. I Pi UKH

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Lösungswege zur Erhöhung der postmortalen Organspende

Der Deutsche Ärztetag 2011 hat sich nach langen Debatten über das Transplantationsgesetz, für das Modell einer „Selbstbestimmungslösung mit Informations- und Erklärungspflicht“ ausgesprochen. In der gemeinsamen Erklärung der fünf Fraktionen des Deutschen Bundestags und des Bundesgesundheitsministers Daniel Bahr vom 24.11. 2011 heißt es unter anderem: “ Dazu soll die Bereitschaft der Bürger und Bürgerinnen regelmäßig, etwa mit dem Versand der Versichertenkarte, und mit einer höheren Verbindlichkeit abgefragt werden, mit soviel Nachdruck wie möglich, ohne jedoch eine Antwort zu erzwingen oder Sanktionen auszuüben.“(DÄ48, 2011) Mit dieser verbalen Begriffsakrobatik zu der Selbstbestimmungslösung, soll eine höhere Organspendenbereitschaft erzielt werden. Der Präsident der Bundesärztekammer,Dr.med. Frank Ulrich Montgomery fügt dieser Erklärung noch zu: „Wir haben aber zu akzeptieren, dass ein Mensch keine Entscheidung über die Organspende treffen möchte.“ Eigentlich haben doch über 70% der befragten Deutschen bereits ihre Entscheidung für eine postmortale Organspende erklärt. Definitiv besitzen aber bisher nur knapp 25% der Befragten einen Organspendeausweis. An diesem zwiespältigen Verhalten der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren wenig verändert. Weder Aufrufe oder Appelle an die verunsicherten Menschen brachten einen Durchbruch, noch werden geplante Novellierungen des Transplantationsgesetzes dieses Verhalten der noch Unentschlossenen zur Spende spürbar motivieren. Eine Spendenbereitschaft bedarf der Überzeugung der Spender. Ob mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte die beabsichtigte Dokumentation des Willens des Versicherten zur Organspende verbessern wird, bleibt abzuwarten. Eine bestehende Verdrossenheit, ja Abneigung in der Bevölkerung, sich zu bestimmten staatlich verordneten Befragungen zu äußern, lässt Zweifel an diesem neuen Modell aufkommen. Ähnlich gestaltete sich einst der laute Ruf nach einer Patientenverfügung, die etwa 80% der Befragten forderten, über die aber

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gegenwärtig nur ca. 27% verfügen. Gegenwärtig scheint das gesellschaftliche Klima bezüglich der postmortalen Organspende noch in einer resistenten Starre zu verharren. Das eigentliche Konfliktpotential dieses Spannungsfelds konzentriert sich in noch immer zwei Bereichen. • 1. In der ungenügenden Bereitschaft der Kliniken, potentielle Organspender rechtzeitig der Deutschen Stiftung Organtransplantation zu melden, wie es im Transplantationsgesetz festgelegt ist. Darüber wurde u.a. bereits im Heft 1, 2011 des Ärzteblatts berichtet und Lösungsvorschläge aufgezeigt. Die gesetzliche Einführung von Transplantationsbeauftragten wäre eine gute Lösung. • 2. Die so wichtige Aufklärung der Bevölkerung ist noch unzureichend. Nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung fühlt sich über die Hälfte der Deutschen nicht ausreichend über die Organspende informiert. Diese Aussage skizziert das eigentliche Problem der mangelnden Spendebereitschaft. Mehr Aufklärung und weniger Werbung sind gefordert. Bedenken wir, eine derartige Spende, welche tief die menschliche Seele bewegt, wird stets eine schwierige Gewissensentscheidung für jeden Menschen sein und bleiben. Dazu einige Gedanken: Gewissen kann man nicht abfragen. Dies wäre auch mit dem Selbstbestimmungsrecht nicht so ganz verträglich. Deshalb könnte mit der Erklärungslösung bei den Befragten die Antwort dominieren: „derzeit kann noch keine Entscheidung getroffen werden“. Der Aufbau des Vertrauens für diese außergewöhnliche Spende eines Menschen nach seinem Tode braucht nun einmal viel Zeit, Besonnenheit Geduld und Sensibilität für eine mit dem Gewissen zu vereinbare Entscheidungsfindung. Eine Spende lässt sich nicht verordnen und sollte auch nicht mit moralischen Appellen einem indirekten Druck ausgesetzt werden. Sie würde dann als eine verordnete


Abgabe an die Gesellschaft ihren hohen moralischen und sittlichen Wert verlieren. Manchmal ist Schweigen keine Zustimmung sondern eher Ausdruck des Unwillens, sich erklären zu müssen. (H.Meyer,Tagungsprotokoll 3, Zentrum f. Ethik i.d. Medizin, Thür.)

Warum bleibt die Organspende bei den meisten Deutschen nur ein Lippenbekenntnis? Diese Feststellung wirft noch viele unbeantwortete Fragen auf, die selten thematisiert wurden. Das eigentliche Problem vieler Menschen ist doch der völlig neue Gedanke, dass sie nach ihrem Tode zu einem „Ersatzteilspender“, wie es im Volksmund heißt, für unbekannte Menschen werden sollen. Eine Spende ist generell als Hilfe für notleidender Menschen gedacht, und dient einem Hilfsprogramm. Doch sich selbst nach dem Tode noch „zu spenden“ ist bisher in der Geschichte der Menschheit ein Novum. Dieser völlig neue Gedanke muss erst einmal den Menschen bewusst werden. Dazu braucht er Hilfe, weniger aus den Medien, sondern das Gespräch mit kompetenten Helfern. Wer denkt schon gerne über Sterben und Tod oder präziser, über die Endlichkeit des Lebens, konkret, über das eigene Lebensende nach? Viele Menschen begleiten und erleben das Sterben und das Abschiednehmen von Angehörigen und Freunden. Sie versuchen aber die damit stets unvermeidbar auftretenden Gedanken und Emotionen an das eigene Sterben bald wieder zu verdrängen. Eine Auseinandersetzung mit dem Tod wird bewusst bis in das späte Alter ignoriert. Häufig lässt erst eine lebensbedrohliche Erkrankung dieses unliebsame Thema plötzlich näher rücken.

Zeichen des eingetretenen, irreversiblen Todes. Mit den Möglichkeiten der Reanimation, der Intensivmedizin und der zeitweiligen apparativen Unterstützung lebenswichtiger Funktionen, können diese klassischen Zeichen des eingetretenen Todes rückgängig gemacht werden und unter bestimmten Bedingungen einen lebensbedrohlichen Zustand abwenden. Damit ist eine dehnbare und unscharfe Grauzone zwischen Sterben und Tod entstanden, die nicht unbegrenzt artifiziell aufrechterhalten werden kann und darf. Mit der wissenschaftlich begründeten Reanimation und der Transplantationsmedizin, wurde 1968 der Begriff „ Hirntod“ zusätzlich, als irreversibles Zeichen des Todes eines Menschen festgelegt. Mit seiner zweifelsfreien Feststellung endet jede Reanimation sowie Intensivmedizin und zu diesem Zeitpunkt erlaubt das Transplantationsgesetz, unter definierten Bedingungen, eine Organentnahme bei einem Verstorbenen. Der Hirntod ist somit die Definition und Diagnose für den rechtlich festgelegten Zeitpunkt einer Organexplantation, nach den gesetzlichen Vorgaben.(Wiss.Z. Univ. Halle, H.2,5-17,1979)

Zu diesem unangenehmen Nachdenken über Sterben und Tod gesellt sich erfahrungsgemäß oft noch ein weiterer Gedanke: was wissen eigentlich die Menschen unserer Zeit vom Sterben und Tod unter den Bedingungen der modernen Medizin? Sie wissen, dass Sterben und Tod anders geworden sind. Es ist eine neue Kultur entstanden, die viele traditionelle Gepflogenheiten, bis hin zur Wahl einer letzten Ruhestätte, verändert hat. Schon der Gedanke, weg von der kaum noch bezahlbaren Erdbestattung zur etwas preiswerteren Feuerbestattung oder unter einen Baum in einem Friedwald bis zur anonymen oder Seebestattung reflektiert eingetretenen Wandel. Nun kommt noch der Gedanke hinzu, dass der Leichnam mit fehlenden Organ- und Gewebsteilen bestattet werden muss. Wie viel persönliche Grundsätze, Glaubensbekenntnisse und Sinnfragen müssen bei der schwierigen Entscheidungsfindung berücksichtigt werden! Könnte der Staat nicht wenigstens die Bestattungskosten des ehrenamtlichen Spenders als Dank der Gesellschaft übernehmen? Wir befinden uns diesbezüglich noch mitten in einem Klärungsprozess einer neuen Epoche der Medizin. Über den längsten Zeitraum der Menschheitsgeschichte, bis zu Mitte des vergangenen Jahrhunderts, galten der Stillstand des Herzens und das Sistieren der Atmung als zuverlässige

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Der Hirntod ist somit ein weiterer Begriff, neben dem bereits existierenden, klinischer Tod, biologischer Tod und partieller Tod und hat in der Bevölkerung weitere unterschiedliche Wertvorstellungen und Assoziationen ausgelöst. Noch heute stellt er, besonders bei medizinischen Laien, in seiner Definition ein Phänomen dar, das schwer verständlich ist und Unsicherheit auslöst. Generell kann natürlich die allgemein verbindliche, wissenschaftliche Festlegung von Todeskriterien eine individuelle Entscheidung für eine Organspende weder motivieren noch ersetzen. Die berechtigten, aber meist bewusst verdrängten Fragen, die für eine Entscheidungsfindung zur Organspende letztlich ausschlaggebend sein können, bleiben damit unbeantwortet. Fragende wollen jedoch wissen und haben das Recht zu erfahren: Kann ich mich auf eine präzise Feststellung meines Todes verlassen? Was geschieht mit mir als potentieller Organspender während des prozesshaften Vorgangs des Sterbens, was während des gleichfalls prozesshaften Ablauf des Todes und schließlich, wie verläuft die notwendige intensivmedizinische, überbrückende Behandlung in dem Grenzbereich des prozesshaften Ablauf des Todes, um die zu explantierenden Organe funktionstüchtig zu halten? Diese brisanten Fragen an das Gewissen, haben weniger medizinische noch juristische Relevanz sondern werden von moralischen, religiösen und emotionalen Gedanken überlagert. Zurück bleibt nicht selten ein bedrückendes Unverständnis und die damit aufkommende Unsicherheit, oft auch Angst. Derartige Konflikte können nur mit einer geduldigen Aufklärung und im Dialog gelöst werden, den jeder zunächst mit sich selbst, mit seinem Gewissen und natürlich mit seinen Ärzten führen muss. Nur auf diesem Wege lässt sich eine verbindliche individuelle, freie

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Entscheidung unserer Mitmenschen für oder gegen eine Organspende erreichen. Wenn ein Mensch sich mit der Absicht der eigenen Organspende auseinandersetzt, will er erfahrungsgemäß letztlich noch wissen, was nach seinem zweifelsfrei festgestellten Hirntod noch passiert. Er fragt verunsichert, warum er letztlich in einem Operationssaal sterben wird, obwohl er keine OP benötigt, da er doch schon tot ist.(Ethik Med. 8, 114-124,1996) Ein toter Mensch mit noch lebenden, funktionstüchtigen Organen, die für einen wartenden lebensbedrohlich erkrankten Empfänger zum Weiterleben implantiert werden können, das ist schon eine recht schwierige Gedankenassoziation für einen medizinischen Laien. Dies sollten wir generell berücksichtigen. Zweifellos für alle Beteiligten ein brisantes Konfliktpotential, das viel gegenseitiges Verständnis und Einfühlungsvermögen fordert. Eine manchmal in diesem Zusammenhang geübte Kritik, dass die postmortale Organentnahme eine Verletzung der Würde des Verstorbenen, der Totenruhe und Pietät verursachen würde, ist verständlich, aber unangemessen. Die Organentnahme erfolgt auf der Basis medizinisch – ethischer Leitlinien nach entsprechender Aufklärung und der Zusage und damit dem Einverständnis des Spenders. Trotz alledem dürfen wir Fragen nach derartigen unabdingbaren Details nicht ausweichen, wenn wir glaubwürdig bleiben wollen. Realitäten dürfen nicht ausgeblendet werden. Hier gibt es nichts zu verheimlichen, es darf aber auch kein Vertrauensverlust noch Misstrauen aufkommen.


Herztod oder Hirntod ? Es wäre unangemessen und unzutreffend, die Frage des Hirntods nunmehr als verbindliche neue generelle Feststellung des Todes zu werten. Bei dem überwiegenden Anteil der Verstorbenen, es sind 80 -90 %, wird der Tod, weiter traditionell, nach dem irreversiblen Stillstand des Herzens und der Atmung festgestellt. Er hat weltweit, mit nur geringen Ausnahmen, seine Berechtigung behalten. Erst vor wenigen Jahren überraschte eine Mitteilung des Vatikans über das traditionelle Ritual der Feststellung des eingetretenen Todes von Papst Johannes Paul II. Die katholische Kirche hat ihre traditionelle Zeremonie der Feststellung des Todes ihres Pontifex, beibehalten. Als Johannes Paul II gestorben war, wurde sein Leichnam wie folgt untersucht: Der ärztliche Kämmerer rief den Verstorbenen dreimal mit seinem Geburtsnamen an. Nachdem die Antwort ausblieb, wurde ihm ein Spiegel vorgehalten, um festzustellen, ob die Atmung erloschen war. Damit konnte der Tod bestätigt werden. Früher klopfte der ärztliche Kämmerer dem Verstorbenen mit einem kleinen silbernen Hämmerchen dreimal an die Stirn und fragte nach seinem Geburtsnamen. Blieb die Antwort aus, wurde der eingetretene Tod bestätigt. Nach dieser Feststellung des Todes stellte der Kardinalskämmerer der Heiligen Römischen Kirche die amtliche Todesurkunde aus. Kein Papst wurde bisher nach dem eingetretenen Tod ärztlich begutachtet, noch obduziert. (Lit. www. spiegel. de/panorama/0,1518,345596,00) Sitten und Gebräuche unterliegen somit durchaus bestimmten und bewährten Traditionen und müssen nicht immer einem Wandel unterliegen . Das gilt gleichermaßen für die Feststellung des Todes. Doch zurück zum Hirntod. Während der Hirntod als Folge eines Herz-Kreislaufstillstands nach wenigen Minuten obligatorisch eintritt, kann mit Hilfe spezieller reanimativer und intensivtherapeutischer Maßnahmen die Herz- Lungenfunktion, trotz eingetretenen Hirntods, artifiziell eine Zeitlang aufrechterhalten werden. Damit bleiben die Organe vital und können funktionstüchtig entnommen und später implantiert werden. Hierin liegt ein weiteres profundes Konfliktpotential und die verständlichen Zweifel vieler Menschen, dass lebende Organe aus einem toten Organismus entnommen werden können und einem lebensbedrohlich erkrankten Menschen zu einem Weiterleben verhelfen. Besonders die Angst, dass der Hirntod zu früh oder großzügig der Situation oder dem bestehenden moralischen Druck entsprechend, gestellt werden könnte, hält viele Menschen letztlich von einer Organspende ab. Hinzu kommt die traditionelle Einstellung, dass viele Menschen ihren Körper nach dem Tode unversehrt halten wollen. Auch das ist eine verständliche Ansicht. Es ist ihre Entscheidung und wir dürfen deshalb niemals unangemessene Schuldgefühle aufbauen. Die Zustimmung muss frei sein. Das fordert Respekt vor anders denkenden Bürgern unseres Landes. Bestehende Zweifel werden häufig durch spektakuläre Infor-

mationen der Medien geschürt. Wenn z.B. hirntote Schwangere noch am vorgesehenen Ende der Schwangerschaft gesunde Babys zur Welt gebracht haben, dann ist wiederum verständlich, dass Zweifel an der Definition Hirntod uns noch einige Zeit erhalten bleiben werden. Könnte dies doch die Annahme bestätigen, dass unter diesen Bedingungen Leben noch existiert und sogar neues Leben entwickelt werden kann. Längst sind Begriffe wie Leben, Sterben und Tod häufig nicht mehr exakt von einander zu trennen und müssen neu definiert werden. Der wissenschaftliche Fortschritt der Medizin und seine Anwendungen haben die Dialektik des Lebens bis zum Tode verändert. Insbesondere im Grenzbereich am Lebensende entstehen zunehmend funktionelle und strukturelle Veränderungen, die wir derzeit nur bedingt diagnostisch erfassen, interpretieren, therapieren und prognostizieren können. Eine große Herausforderung für die Wissenschaft.

Wie können wir künftig die Organspendebereitschaft verbessern? Der Präsident der BÄK, Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, forderte jüngst im Zusammenhang mit der geplanten Novellierung des Transplantationsgesetzes: „Es ist deshalb unerlässlich, dass eine Erklärung zur Organund Gewebespende regelmäßig nachgefragt wird.“ Gesundheitsminister Daniel Bahr will die Krankenkassen verpflichten, mit der neuen elektronischen Gesundheitskarte Informationen zur Organspende zu verschicken. Alle Versicherten ab 16 Jahren sollten gebeten werden, sich zu entscheiden, ob sie Organe spenden wollen. Andere Vorschläge von den Politikern F. W. Steinmeier und V. Kauder fordern eine Entscheidungspflicht, obwohl dies mit dem Grundgesetz nicht vereinbar wäre. Grundsätzlich muss die Entscheidung für eine Organspende frei sein. Die Ehrfurcht vor dem Leben schließt die des Todes ein.(DÄ.38, 1639-1640,2011) Solche Aktionen lassen die notwendige Sensibilität vermissen.

Welche Kriterien und Fakten sollten künftig mehr in der Öffentlichkeitsarbeit berücksichtigt werden? Die postmortale Organspende und die Lebendspende Wir dürfen das Engagement um die postmortale Organspende nicht mit der Lebendspende verbinden, da sie sich grundsätzlich von einander unterscheiden. Die Lebendspende kann nur bei paarig angelegten Organen, wie Nieren und bei teilbaren Organen, wie Leber und Bauchspeicheldrüse vorgenommen werden, da sie das Weiterleben des Spenders nicht gravierend belastet. Laut Gesetz sind die Empfänger, die eine Lebendspende aus medizinischen Gründen annehmen dürfen, vorgegeben. Die Entscheidung zur Lebendspende ist eine persönliche zwischen Spender und Empfänger, meist sind es Ehepartner

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oder nahe Verwandte. Eine endgültige Zusage trifft der Operateur auf der Grundlage der Verträglichkeitskriterien von Empfänger und Spender. Jede Lebendspende ist mit einem unterschiedlichen gesundheitlichen Risiko belastet. Über das Schicksal der Einnierigen gibt es wissenschaftliche Aussagen. Offenbar hat die Natur einige lebenswichtige Organe bewusst paarig angelegt. Auf das mögliche Risiko aufmerksam zu machen, gehört zur Aufklärung. Über die noch bestehenden Gesetzeslücken im Versicherungsschutz der Krankenkassen nach einer Lebendspende, wird noch verhandelt.(Ärzt.Zeit.31.10.2011, Ärzt.bl.SA/Anh.1,2011) • In den Medien werden bevorzugt einzelne Lebendspenden und Lebensspender favorisiert. Jede Lebendspende ist ein Geschenk der Nächstenliebe des Spenders an den Empfänger. Sie verdient hohen Respekt und Anerkennung. Je stärker wir jedoch das öffentliche Interesse und damit die Emotionen auf die Lebendspende lenken, desto mehr könnte die Bedeutung der so wichtigen postmortalen Organspende im Bewusstsein der Bevölkerung abnehmen. Dies wäre die

falsche Strategie für unsere wichtige gesellschaftliche Zielstellung. ( siehe auch:(DÄ 39, 1999) • Anspruchsdenken und -verhalten. Das Anspruchsdenken und -verhalten bezüglich medizinischer Leistungen ist in unserem Sozialstaat enorm ausgeprägt. Doch grundsätzlich gibt es in der Transplantationsmedizin kein Recht auf ein fremdes Organ.(Der Anästhesist,11,1997) Generell sollten wir verständlich darauf hinweisen, dass immer nur soviel Organe transplantiert werden können, wie sie die freiwillige Organspende der Gesellschaft derzeit ermöglicht. Eine Organspende darf weder mit einem moralischen Druck noch mit staatlichen Erklärungsforderungen manipuliert werden. Dann würde sie zu einer staatlichen Abgabepflicht werden. Bereits kursierende plakative Begriffe wie: „Zwang zur Nächstenliebe“ oder „Biosozialismus“ sollten Fremdworte bleiben.(Ethik Med ,7, 113-115,1995)) Die Vorderung der Freiwilligkeit muss bewahrt werden. Organspender und Empfänger als Schicksalsgemeinschaft Eine erfreulicher Wende könnte die von der Deutsche

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Gesellschaft für Gesundheitsökonomie jüngst in einer Stellungnahme empfohlene „Bonus-Malus Lösung“, die Bundesbürger durch „einen sanften Druck“, in Form einer Entscheidung für oder gegen eine Organspendebereitschaft zu motivieren. Alle Bürger, die sich für eine Spende entscheiden und eines Tages vielleicht selbst auf ein Organ angewiesen sind, bekommen auf der Warteliste einen Bonus. Die nicht spenden wollen, einen Malus. Von dieser Regel der Gegenseitigkeit, wie sie schon seit Jahren( auch von mir) empfohlen worden ist, wird eine Verbesserung der Spendebereitschaft erwartet, die sicher eintreten wird.(Ärztbl.Sachs-Anh.1/2011) Diese schon häufig vorgeschlagene Lösung, über eine zu gründende und sicher schnell wachsende Schicksalsgemeinschaft einen Durchbruch der Organspende zu erzielen, wurde bisher von den Gesundheitsexperten nicht angenommen. Eine derartige solidarische Einstellung des Gebens und Nehmen, könnte noch Zögernde motivieren, in diesem Kreis aufgenommen zu werden. Der Grund der bisherigen Ablehnung dieses Vorschlags hängt offenbar mit der zentralen Registrierung und Koordinierung der Organtransplantation in der länderübergreifenden Organaustauschorganisation Eurotransplant, in Leiden, Niederlande, zusammen. Die Zusammenarbeit ist vorbildlich und könnte als Modell für eine gesamte europäische Organisation wirksam werden. Nationale Ausnahmeregeln ließen sich in diesem Verbund bisher offenbar schwer einordnen. Eine angemessene Wortwahl für eine Organspende Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA, hat ein Informationsblatt mit einem integrierten Organspendeausweis herausgegeben. Es enthält u.a. eine Aufzählung, welche Organe, Knochen, Knorpel, Sehnen und Gewebe, Darm, Teile der Haut, Herzklappen und Hornhäute, u. a. gespendet werden können. Für einen noch unschlüssigen Mitbürger, der sich noch mit der Spendeproblematik auseinandersetzt, wird es sehr befremdend wirken, wenn er in der Liste des Spendeangebots mit „ja“ oder „nein“ seine Organe oder Gewebe“ listen“ lassen soll. Hier vermisse ich elementare Grundsätze von Ethik, Moral und Sensibilität für eine Entscheidungsfindung zur Organspende. Die Rhetorik entspricht mehr der eines Handels, für den der Spender ein möglichst großes Angebot verfügbar machen soll. Wenn ein medizinischer Laie eine derartige Aufstellung seiner für eine Spende geeigneten Organe erhält, und eine Auswahl treffen soll, erinnernd an den Alltag:“ darfs vielleicht etwas mehr sein?“, dann verliert der Gedanke der Solidarität oder Nächstenliebe abrupt seinen eigentlichen sittlichen Inhalt. Wo bleiben da das Gewissen, die Ehrfurcht und die Sensibilität für eine Organspende? Ich halte diese Auflistung benötigter menschlicher Körperteile für unangemessen, ja für verletzend und abstoßend, deshalb unangebracht. Wenn sich ein Mensch mit seinem Gewissen für eine Organspende entschlossen hat, dann sollte es generell im Kompetenz- und Ermessensspielraum des Ärzteteam entschieden werden, welche Organe und Gewebe entnommen werden. Falls jedoch der Spender


eigens festgelegte Einschränkungen vermerkt hat, ist dies selbstredend rechtverbindlich. Wir Ärzte brauchen gerade auf diesem sensiblen Gebiet der Transplantationsmedizin eine Kultur des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts und Verständnisses. Nachdenkenswert stimmt der in den Medien häufig angeführte Hinweis, dass täglich drei Menschen sterben müssen, weil die lebensrettenden Organe fehlen. Auch mit diesem ständigen indirekten moralischen Druck, wird die Organspendebereitschaft sicher nicht erhöht werden. Im Gegenteil, derartige Wiederholungen wirken eher abstumpfend. Diese Patienten sterben doch an ihrer schweren Erkrankung, für die nicht immer zeitgerecht eine lebensrettende Therapie verfügbar sein kann. Andererseits können wir nicht davon ausgehen, dass die Zahl der Organspenden mit der wachsenden medizinischen Indikation steigen wird. Jeder unvermeidbare Tod eines Patienten, der vergeblich auf eine Organspende gewartet hat, ist ein hartes, noch unvermeidbares persönliches Schicksal. Vergessen wir bei diesen Gedanken nicht die furchtbare Tatsache, dass jährlich über 7 Millionen Menschen einen grausamen Hungertod sterben, weil sie hungern müssen, obwohl die notwendigen Nahrungsmittel in der Welt verfügbar wären. Weitere geduldige und verständliche Dialoge sind notwendig, in denen auch die Gründe einer ablehnenden

Haltung zur Organspende in der Öffentlichkeit thematisiert werden. Nur so können noch bestehende und berechtigte Zweifel und Bedenken transparenter gemacht und ausgeräumt werden. Der Wille eines jeden Menschen ist oberstes Gesetz. Das gilt unmissverständlich für seine Gewissensentscheidung, die sich für oder gegen eine Organtransplantation richtet. Die anhaltende Zurückhaltung der meisten Bürger reflektiert, dass eine derartige Entscheidung reifen muss. Noch unzureichende Kenntnisse und/oder eine unüberwindbare Angst vor unvorstellbaren Details einer postmortalen Organentnahme sind verständlich. Selbst die sich ausbreitende Beschaffungskriminalität in den Entwicklungsländern beeinflusst die Entscheidungsfindung. Auch das müssen wir respektieren und aushalten können. Die Bereitschaft für eine Organspende oder deren Ablehnung sollte in einer Patientenverfügung ausgewiesen werden. Dies würde eine möglich werdende Last der geforderten Entscheidung durch die Angehörigen des Verstorbenen vermeiden. Weitere Literaturangaben können angefordert werden. Prof. Dr. Günter Baust Ahornweg 4 06193 Petersberg E-Mail: gbbaust@gmx.de

Statement des Vorstandes der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Gruppenantrag zur Entscheidungslösung: „Jeder Bürger soll seine Entscheidung zur Organspende treffen“ Die Deutsche Stiftung Organtransplantation begrüßt, dass sich die Spitzen von Bundestag und Bundesregierung am 24. November 2011 fraktionsübergreifend auf eine Entscheidungslösung bei der Organspende geeinigt haben. Dies sei ein positives Signal für alle Patientinnen und Patienten auf der Warteliste und schenke vielen Familien neue Hoffnung. „Entscheidend ist jetzt, das gemeinsame Ziel, die Zahl der Organspender in Deutschland zu erhöhen, nicht nur zu vertreten, sondern im Transplantationsgesetz verbindlich festzuschreiben“, erklärt der Medizinische Vorstand, Prof. Dr. Günter Kirste. Er sieht in der Entscheidungslösung einen geeigneten Weg, um die große Diskrepanz zwischen in Umfragen geäußerter Zustimmung und dokumentiertem Willen im Organspendeausweis zu schließen und die Auseinandersetzung mit dem Thema aktiv zu fördern. Die meisten Menschen würden im Bedarfsfall eine Organspende dankbar annehmen, von daher sei es legitim, jeden einzelnen Bürger nachdrücklich – und wenn nötig regelmäßig – aufzufordern, seine Entscheidung zu treffen.

„Derzeit entscheiden in neun von zehn Todesfällen die Angehörigen über eine Organspende, weil der Verstorbene seinen Willen nicht dokumentiert hat. Dies ist für viele Familien eine sehr schwierige Entscheidung in einer emotional sehr belastenden Situation.“ Auch in der neuen Gesetzgebung müsse klar geregelt sein, wie beispielsweise mit einer Nichtäußerung im Todesfall verfahren werden soll, fordert Kirste. Die Entscheidung zur Organspende mit der elektronischen Gesundheitskarte zu verknüpfen und damit auch die Krankenkassen in die Pflicht zu nehmen, deckt sich mit der Forderung der DSO. „Ziel muss es sein, die Entscheidung - ähnlich differenziert wie auf dem Organspendeausweis - auch auf der elektronischen Gesundheitskarte zu hinterlegen“, erklärt der Kaufmännische Vorstand Dr. Thomas Beck. Zudem müssten Strukturen geschaffen werden, um die Menschen flächendeckend zu beraten und zu informieren. I Pi DSO

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Köhler, N.1, Ehnert, Th.1, Markau, S.2, Girndt, M.2, Bushnaq, H.3, Silber, R.-E.3, Pilz, H.4, Abdulla, W.4, Buerke, M.1, Werdan, K.1, Ebelt, H.1 Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin II2 und III1 sowie Universitätsklinik für Herz-und Thoraxchirurgie3 des Universitätsklinikums Halle (Saale); Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Klinikums Bernburg4

Passagere extrakorporale Lungenunterstützung auf der Intensivstation Nikola Köhler

Kasuistik und Standortbestimmung

Kasuistik Anamnese: Ein 39-jähriger Patient wurde am 01.07.2010 aufgrund einer progredienten Allgemeinzustandsverschlechterung mit Fieber bis 40°C, seit 14 Tagen bestehendem Husten und rezidivierender Epistaxis stationär eingewiesen. Eine Woche zuvor war eine ambulante Behandlung einer Otitis media erfolgt. Weitere Vorerkrankungen waren nicht bekannt. Zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme war der Patient wach und kooperativ. Klinisch bestand eine ausgeprägte Dyspnoe, die transkutan gemessene Sauerstoffsättigung betrug 82%. Am 03.07.2010 kam es zu ausgeprägten Hämoptysen, der Patient wurde umgehend auf eine Intensivstation verlegt und musste nachfolgend intubiert und invasiv beatmet werden. Ein Thorax-CT ergab den Verdacht auf ein diffuses alveoläres Hämorrhagie-Syndrom. Am 04.07.2010 wurde der Patient bei zunehmend schwieriger Beatmungssituation auf die internistische Intensivstation des Universitätsklinikums Halle (Saale) verlegt.

Abb. 1A: 04.07.2011

Befund: Bei Aufnahme auf unsere Intensivstation zeigten sich im Labor stark erhöhte Entzündungsparameter und Infektionsparameter (CRP 457,5 mg/l; Interleukin 6 71,9 pg/ml; Procalcitonin 2,53 ng/ml), leicht erhöht waren Gamma-GT, LDH und BNP. Röntgenologisch zeigten sich ausgedehnte Verschattungen beider Lungen (Abb. 1A-D). Serologisch bzw. mikrobiologisch einschl. mehrmaliger bronchoalveolärer Lavage ergab sich kein spezifischer Erregernachweis. Therapie und Verlauf Bei septischer Befundkonstellation (Procalcitonin > 2,0 ng/ ml) wurde eine kalkulierte antibiotische Therapie mit Cipro-

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Abb. 1B: 14.07.2011


Abb. 2A

Abb. 1C: 24.07.2011

Abb. 2B

Abb. 1D: 09.10.2011

floxacin und Imipenem/Cilastatin begonnen, im Rahmen der adjunktiven Sepsis-Therapie erfolgte die Gabe von IgMangereichertem polyvalenten Immunglobulin. Die Beatmungs- und Katecholamintherapie musste im Verlauf progredient eskaliert werden. Bronchoskopisch imponierten diffuse Hämorrhagien und eine sehr vulnerable Schleimhaut ohne Lokalisation einer umschriebenen Blutungsquelle. Es entwickelte sich eine respiratorische Azidose mit massivem Oxygenierungsdefizit sowie begleitend eine schwere Kreislaufdepression, die eine Hochdosisgabe von Katecholaminen erforderlich machte. Eine Bauchlagerung blieb ohne anhaltenden Effekt, sodass am 05.07.2010 eine venovenöse extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) initiiert wurde. Hierdurch konnte eine Normalisierung der arteriellen Oxygenierung sowie des pH-Wertes erreicht werden und es war eine Reduzierung der Beatmungsdrücke im Sinne eines lungenprotektiven Ventilationskonzeptes möglich (Abb.2).

Abb. 2C Abb. 2: Zeitverlauf von Beatmungsparametern. A: Inspiratorischer Spitzendruck und PEEP. B: Exspiratorisches Tidalvolumen. C: Verhältnis von arteriellem PaO2 und FiO2. Bei hochpositiven Proteinase III-Antikörpern ließ sich die Diagnose eines Morbus Wegener stellen. Noch am 05.07. 2010 wurde eine Methylprednisolon-Stoßtherapie und eine Plasmapherese begonnen. Die Plasmapherese wurde bis zum 14.07.2010 zunächst täglich, danach bis zum 23.07.2010 zweitägig durchgeführt. Der zeitliche Verlauf von PCT und Proteinase III- Antikörper wird in Abbildung 3 dargestellt.

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Abb. 3 Zeitlicher Verlauf der Serumspiegel von Procalcitonin (PCT) und Proteinase III-Antikörpern (c-ANCA)

Aufgrund eines ebenfalls bestehenden akuten Nierenversagens wurde am 04.07.2011 die kontinuierliche venovenöse Hämodiafiltration begonnen und bis zum 27.07.2010 fortgesetzt. Fortbestehend fanden sich Zeichen bronchialer Blutungen bei derangiertem Gerinnungsstatus, der Patient entwickelte eine disseminierte intravasale Koagulopathie. In der aufgrund von mehrfach aufgetretenen Krampfäquivalenten am 14.07.2010 durchgeführten CCT demaskierte sich eine intrakranielle Blutung links temporooccipital. (Abb. 4 a -d). Zur Verbesserung des Gasaustausches erfolgte bei dem Patienten eine konsequente Lagerungstherapie mit täglich 12bis 16- stündiger Bauchlagerung. Am 20.07.2010 konnte die ECMO-Unterstützung beendet werden. Am 22.07.2010 erfolgte eine Tracheostomaanlage, am Folgetag imponierte röntgenologisch ein Seropneumothorax, sodass bis zum 05.08. eine Thoraxsaugdrainage angelegt wurde.

Abb. 4 A - D: Zeitverlauf der intracerebralen Blutung im CCT.

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Abb. 4A: 14.07.2010

Abb. 4C: 02.08.2010

Abb. 4B: 23.07.2010

Abb. 4D: 09.08.2010

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Nach Beendigung der Sedierung bestand zunächst eine deutliche Vigilanzminderung fort. Bei deutlicher Mydriasis beidseits, Tachykardie und Hyperthermie, wurde die Diagnose eines anticholinergen Syndroms gestellt, welches sich unter i.v.-Gabe von Physostigmin deutlich besserte. Bei HNO-ärztlich diagnostizierter Entkopplungsdysphagie, am ehesten im Rahmen der körperlichen Schwäche, erfolgte am 06.08. endoskopisch die komplikationslose Anlage einer PEG. Die Immunsuppression zur Behandlung des Morbus Wegener wurde während der Behandlung schrittweise angepasst: Methylprednisolon wurde reduziert und auf Prednisolon umgestellt, nach Abklingen der Infektionszeichen erhielt der Patient noch auf der Intensivstation den ersten Zyklus der Cyclophosphamid-Therapie. Im Verlauf besserte sich die Vigilanz des Patienten deutlich. Der Patient war orientiert und kommunikationsfähig und wurde am 10.08.2010 mit suffizienter Spontanatmung (Tracheostoma), kreislaufstabil und vollständig orientiert in die AHB verlegt.

Die Abb. 5 A – c zeigt den Zeitverlauf des Lungenbefundes in der Computertomographie des Thorax.

Abb. 5 A: 14.07.2010

Diskussion Das diffuse alveoläre Hämorrhagiesyndrom ist ein akutes, lebensbedrohendes Ereignis. Klinisch zeigen die meisten Patienten Dyspnoe, Husten, Hämoptysen und alveoläre Infiltrate. Einige Patienten entwickeln ein akutes Lungenversagen, was wie im beschriebenen Fall eine mechanische Beatmung erforderlich macht. Weitere Symptome können in Abhängigkeit von der zugrunde liegenden Ursache hervorgerufen werden, z.B. Hämaturie bei Wegenerscher Granulomatose oder Arthritis und Fieber bei Lupus erythematodes. Das Syndrom lässt sich in 3 charakteristische Kategorien einteilen (Tabelle 1 und 2, S. 56). Die Therapie richtet sich nach der Ursache des Syndroms und der Ausprägung der respiratorischen Insuffizienz [1]. Im geschilderten Fall konnte bei dem Patienten trotz einer inspiratorischen Sauerstofffraktion (FiO2) von 100% und hohen Beatmungsdrücken keine ausreichende Oxygenierung erzielt werden, so dass ein vorübergehendes extrakorporales Lungenersatzverfahren zum Einsatz kam.

Abb. 5 B: 23.07.2010

Möglichkeiten der extrakorporalen Lungenunterstützung auf der Intensivstation Extrakorporale Verfahren bei respiratorischem und kardialen Versagen Die Anwendung der ersten Herz-Lungen-Maschine datiert bereits aus dem Jahr 1953, die fortlaufende Entwicklung dieser Technik ermöglichte innerhalb der vergangenen Dekaden einen Einsatz als Rescue-Therapie bei respiratorischem oder kardialen Versagen. Derzeit sind Laufzeiten auf Intensivstationen über Monate möglich, um die Phase der

Abb. 5 C: 26.07.2010

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kritischen Erkrankung zu überbrücken. Hierbei ermöglicht die extrakorporale Membranoxygenierung einen teilweisen oder kompletten Ersatz der kardialen und oder pulmonalen Funktion, während die extrakorporale CO2-Elimination lediglich zur Therapie einer Hyperkapnie und resultierender respiratorischen Azidose geeignet ist. Das Register der ELSO (Extracorporeal Life Support Organization) führt aktuell jährlich ca. 100 Patienten mit ECMOSupport allein aufgrund eines respiratorischen Versagens und insgesamt über 40.000 behandelte Patienten seit Einführung der Technologie [2]. Indikationen zur Initialisierung einer solchen Therapie sind schwerste (aber potenziell reversible) Erkrankungen mit respiratorischem und oder kardialem Versagen. Aufbau ECMO Kanülierung Die veno-arterielle Kanülierung entnimmt venöses Blut, um es nach extrakorporaler Oxygenierung in das arterielle System zu reinfundieren. Hierdurch lässt sich eine partielle oder komplette kardiale Unterstützung und ausreichende Oxygenierung des Blutes realisieren. Die Anlage der Kanülen

erfolgt im Rahmen eines Herz-Thorax-Chirurgischen Eingriffes oder peripher mittels Seldinger-Technik, alternativ ist eine offen-chirurgische Anlage möglich. Je nach Wahl einer zentralen oder peripheren Kanülierung ergeben sich Vor- und Nachteile der jeweiligen Technik (Tab.3, S. 57) Der femorale Zugang wird in der Regel bevorzugt, da hierbei im Falle einer Blutung eine externe Kompression des Gefäßes möglich ist. Die veno-venöse Kanülierung ermöglicht eine partielle oder komplette pulmonale Unterstützung bei erhaltener kardialer Funktion. Hierbei kommen sowohl ansaugende wie auch reinfundierende Kanülen in den Vv. cavae zu liegen. Die Kanülierung erfolgt peripher über die V. jugularis interna oder über die V. femoralis. Auch ist eine bivenöse Drainage mit einem dritten Ausgangslumen möglich, um das Ansaugvolumen zu optimieren und somit eine bessere Voraussetzung für den optimalen Betrieb des Systems zu schaffen. Eine Neuentwicklung stellen diesbezüglich Doppellumenkanülen dar.

Tab. 1: Einteilung des alveolären Hämorrhagiesyndroms mit Beispielen

Diffuses alveoläres Hämorrhagiesyndrom mit Vaskuliditiden

Blande pulmonale Hämorrhagie

Alveolarblutung in Verbindung mit anderen pulmonalen Prozessen

Wegener Granulomatose mikrosk. Polyangiitis Goodpasture Syndrom Purpura Schönlein-Hennoch IgA- Nephropathie Pauci -Immunglomerulonephritis Immunkomplexassoziierte Glomerulonephritis Urticaria- Vasculitis-Syndrom Antiphospholipid- Antikörpersyndrom Kryoglobulinämie Behcet- Syndrom Thrombotische thrombozytopenische Purpura Idiopatische thrombozytopenische Purpura

Antikoagulation Thrombolyse Mitralstenose Mitralinsuffizienz Idiop. pulm. Hämosiderose Disseminierte intravasale Gerinnung Infektionen (HIV, Endokarditis) Gifte (z.B. Isocyanid, Kokain, Pestizide, Reinigungsm.) Medikamente (z.B. Propylthiouracil, Phenytoin Amiodarone, D- Penicillamine, Sirolimus, Methotrexat, Gold,Haloperidol, Nitrofurantin, Infliximab)

Lungenembolie Sarkoidose Barotrauma Höhenödem Infekt (z.B. Aspergillose, Cytomegalie, Hantavirus, Leptospirose, andere bakterielle Pneumonien, maligne Erkrankungen)

Tab. 2: Diagnostik zur Ursachenklärung des alveolären Hämorrhagiesyndroms

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Bronchoskopie

Laboruntersuchungen

Weitere Diagnostik

Dokumentation der alv. Hämorrhagie Ausschluß von Tumor und Verletzungen Biopsien BAL (Ausschluss von Infektion, Sicherung des Erregers)

Anämiediagnostik Leukozytose Entzündungsparameter (CRP, PCT) Retentionsparameter Diagnostik bzgl. Vaskulitiden (Bestimmung von ANCA, DoppelstrangDNA-, Antiphospholipid- Antikörpern) Komplementfraktion C3, C4

Bildgebung Lungenfunktionstest (Einnahme von Medikamenten, Kontakt zu Giftstoffen)

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Tab. 3: Unterschiede der Kanülierungsverfahren bei

Tab. 4: Komplikationen

veno-arterieller ECMO

Zentrale Kanülierung

Periphere Kanülierung

Risiken der extrakorporalen Lungenunterstützung

direkte Kanülierung im rechten Atrium und Aortenbogen

indirekte Kanülierung (Femoralis, Jugularis, Carotiden, Axillaris)

Extremitätenischämie

Sternotomie erforderlich

schnelle Anlage durch ITS-Team möglich

extrakorporaler Zirkulation

höhere Blutungsgefahr, da Zugang nicht extern komprimierbar

Gefahr von Gefäßtraumata und Extremitätenischämien

chirurgische Entfernung der Kanülen erforderlich

Entfernung auf ITS möglich

Pumpen und Oxygenator Die klassischen Rollenpumpen sind mittlerweile zugunsten von deutlich weniger traumatischen Zentrifugalpumpen weitgehend verlassen worden. Die derzeit verfügbaren Oxygenatoren bestehen aus Silikon oder einem Netzwerk mikroporöser Polypropylen-Hohlfasern. Durch die fortschreitende Entwicklung und Einführung von nicht-mikroporösen Hohlfasern sowie einer Polymethylpenten-Beschichtung wurde das Risiko eines Plasmalecks deutlich reduziert, und die Flußkapazität konnte durch die Verringerung des hämodynamischen Widerstandes optimiert werden [3-7]. Kanülierung Im Gegensatz zur ECMO ist die einzig treibende Kraft bei der pECLA die Druckdifferenz zwischen dem arteriellen und venösen System. Daher muss regelhaft eine Kanülierung der V. und A. femoralis erfolgen. Hierdurch entsteht ein Blutfluss von ca. 0,8 – 1,5 l/min in Abhängigkeit vom arteriellen Blutdruck und der Größe der verwendeten Kanülen. Der Fluss über den arteriovenösen Bypass entspricht somit ungefähr 20% des Herzzeitvolumens. Auch bei der pECLA wird eine Hohlfasermembran mit Polymethylpenten-Beschichtung zur Realisierung des Gasaustauschs verwendet, wodurch ausreichend niedrige hämodynamische Widerstände erzielt werden können. Analog zur ECMO erfolgt die Steuerung der CO2-Elimination über die Einstellung des Gasflusses über die Membran, wobei hier üblicherweise reiner Sauerstoff und kein Mischgas verwendet wird. Eine ausreichende Oxygenierung des systemischen venösen Blutes ist aufgrund der geringen Blutflussrate über den Bypass nicht möglich [8]. Indikationen Respiratorisches Versagen Die veno-venöse ECMO ist bei schwerem, akut aufgetretenem Lungenversagen, das unter konventioneller Therapie kein ausreichendes Ansprechen zeigt, eine etablierte Behandlungsoption. Durch Einsatz einer ECMO wird eine

Blutung assoziiert mit Antikoagulation Inflammation oder Koagulopathie assoziiert mit Hämolyse Infektion Neurologische Komplikationen Systemkomplikationen (Oxygenatorversagen, Thrombosierung)

„Stilllegung“ der Lunge ermöglicht. Da Oxygenierung und CO2-Elimination durch die ECMO übernommen werden, kann eine maximal lungenprotektive Beatmung umgesetzt und damit die weitere Progredienz der Erkrankung durch Minimierung der Ventilator-induzierten Lungenschädigung (VILI) verhindert werden. Oftmals beschränkt sich unter ECMO die maschinelle Beatmung auf ein reines „Offenhalten“ der Lunge mit Einsatz von PEEP, geringen Atemfrequenzen und niedrigem Spitzendruck, um eine weitestgehende Reduktion der pulmonalen Scherkräfte zu erzielen. Der „ideale“ Zeitpunkt für den Beginn einer ECMO-Therapie ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Allerdings ist unter Versagen einer konventionellen Beatmungs-Therapie mit einem PaO2/FiO2-Verhältnis von weniger als 75 von einem Letalitäts-Risiko von über 80% auszugehen, sodass die ECMO-Therapie bei geeigneten Patienten hier immer in Erwägung gezogen werden sollte. Eine Indikation für den Einsatz einer pECLA ist bei einem schweren pulmonalen Versagen mit hauptsächlich erhöhtem PaCO2 und entsprechender respiratorischer Azidose gegeben. Auch hier ist eine reversible, akute Erkrankung Voraussetzung zur Therapie. Ziel ist wiederum - analog zur ECMO - die Etablierung einer lungenprotektiven Beatmung (Tidalvolumen unter 6ml/kgKG, PIP unter 30 cmH2O, PEEP unter 12cmH2O), um weitere Ventilator-induzierte Lungenschäden abzuwenden. Aufgrund des arteriovenösen Bypass ist eine ausreichende kardiale Funktion ebenso wie eine weitestgehend erhaltene Oxygenierungsfunktion der Lunge Voraussetzung zur Anwendung einer pECLA. Kardiales Versagen und kardiopulmonale Reanimation Die veno-arterielle ECMO ist bei schwerem kardialen Versagen mit refraktärem Verhalten unter konventioneller und erweiterter Therapie (IABP) oder bei intraktabler intrahospitaler Reanimation eine Möglichkeit zur passageren Stabilisierung des Patienten. Ziel dieser Therapie ist es, Schädigungen an Organen zu verhindern und somit ein Zeitfenster für Diagnose- und Therapiemaßnahmen zu schaffen. Es ist daher als Rescue-Therapie bei Erkrankungen

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mit reversibler Ätiologie anzusehen, wie z.B. nach erfolglosem Weaning vom Bypass nach erfolgtem herzchirurgischen Eingriff, oder als „Bridge to Therapy“, bzw. „Bridge to Assist“. Nicht geeignet sind Patienten, bei denen keine weitere therapeutische Option zur Verfügung steht (z.B. Herztransplantation, permanente Assist-Systeme) bzw. eine Erholung der kardialen Funktion nicht zu erwarten ist. Evidenz ECMO bei respiratorischen Versagen Die erfolgreiche Erstanwendung der ECMO-Therapie liegt bereits 40 Jahre zurück, dennoch ist die Entwicklung und Etablierung dieser Therapie nur verzögert vorangeschritten. 1979 veröffentlichte die Arbeitsgruppe um Zapol eine Studie, die keinen Überlebensvorteil der ECMO gegenüber der konventionellen Therapie zeigte [9] (siehe Tabelle 5). Erst durch Erkenntnisse hinsichtlich der Entstehung Ventilator-induzierter Lungenschäden rückte das Interesse an einer ECMO-Therapie später wieder in den Fokus [10]. In den neunziger Jahren wurden Studien veröffentlicht, welche ein verbessertes Überleben durch den Einsatz der ECMO beschrieben [11, 12]. Die von 2001-2006 durchgeführte prospektive, multizentrische CESAR-Studie mit insgesamt 180 Patienten konnte im direkten Vergleich einen Vorteil der ECMO-Therapie gegenüber einem konventionellen Vorgehen demonstrieren. Patienten, die im ECMO-Studienarm behandelt worden waren, hatten eine mit 63% höhere 6-Monats-Überlebenswahrscheinlichkeit ohne große Einschränkung der Lebensqualität im Gegensatz zu 43% in der Gruppe der konventionell beatmeten Patienten. pECLA bei respiratorischem Versagen Erste klinische Daten aus dem Jahr 1986 zeigten eine 49%ige Überlebensrate durch Anwendung einer extrakorporalen CO2-Elimination bei Patienten mit einer vorhergesagten Tab. 5: Studienlage extrakorporaler Lungenersatz mittels ECMO

Design

Pat.

Letalität

Komplikationsrate

Zapol 1979

prospektiv 100 randomisiert

90,4% N.D. kein Unterschied zur Kontrollgruppe

Morris 1994

prospektiv 40 randomisiert

ca. 50% 67% kein Unterschied zur Kontrollgruppe

Lewandowski 1997

prospektiv 49 Kohorte

Hemmila prospektiv 255 2004 Kohorte

45%

55%

Tab. 6: Eigene Daten der Internistischen Intensivstation der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum Halle (Saale) des Jahres 2010 von 15 Patienten mit pumpenloser extracorporaler Lungenassistenz (pECLA).

Durchschnittsalter

67,7 ± 9,4 Jahre

Durchschnittliche pECLA-Therapiedauer

7,3 Tage ± 4,5 d

APACHE II Score bei Aufnahme

28,1 ± 7,1

Arterieller PCO2 bei pECLA-Beginn

11,9 ± 2,97 kPa

Arterieller PCO2 nach 24h pECLA-Therapie

6,34 ± 1,72 kPa

inspiratorischer Spitzendruck bei pECLA-Beginn

30,4 ± 3,5 mmHg

inspiratorischer Spitzendruck nach 24h pECLA-Therapie

23,4 ± 8,6 mmHg

Überleben bis Entlassung

Letalitätsrate von >90% [13]; eine randomisierte Studie mit Anwendung der pECLA konnte jedoch keinen Nutzen gegenüber der konventionellen Behandlung belegen [14]. Neuere Studien mit pECLA-Systemen der aktuellen Generation weisen bei Patienten, welche unter konventioneller Beatmung eine progrediente respiratorische Azidose entwickelten, Überlebensraten von 41% auf (siehe Tabelle 6). Die Komplikationsrate lag hier bei 24%, wobei die Hauptursache in der kritischen Extremitätenischämie durch die erforderliche Kanülierung der A. femoralis zu finden war, was zu einer weiteren Optimierung der Kanülen führte [15]. Zusammenfassung und Ausblick Die Verwendung eines extrakorporalen Verfahrens stellt bei schwerstem kardiopulmonalen Versagen eine etablierte Therapiemöglichkeit dar. Durch technische Neuerungen und die damit einhergehende Verbesserung der Anwendbarkeit und Patientensicherheit sind die Überlebensraten unter dieser Therapie bei schwerstkranken Patienten stetig gestiegen. Allerdings sind die Verfahren zur Lungenunterstützung mit einem hohen technischen und personellen Aufwand verbunden, der derzeit nur unvollständig im DRGSystem abgebildet wird. Literatur bei den Verfassern Korrespondenzanschrift: Dr. med. Thomas Ehnert Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III Universitätsklinikum Halle (Saale)

48%

ca. 30%

Ernst-Grube-Str. 40 06097 Halle thomas.ehnert@medizin.uni-halle.de

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Mi t t ei l ungen d er KV

Bedarfsplanung in der vertragsärztlichen Versorgung (197. Fortschreibung)

1. Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in SachsenAnhalt hat am 01.11.2011 gemäß § 103 Abs. 1 SGB V in folgenden Planungsbereichen (identisch mit den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten per 30.06.2007) und bei folgenden Fachgruppen eine Überversorgung festgestellt und deshalb bzw. aufgrund seines Beschlusses vom 06.10.2005 Zulassungsbeschränkungen angeordnet: Planungsbereich Altmarkkreis Salzwedel Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Anhalt-Zerbst Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Aschersleben-Staßfurt Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Bernburg Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen Planungsbereich Bördekreis Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Burgenlandkreis Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Dessau, Stadt / Bitterfeld Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Halberstadt Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Halle (Saale) Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Jerichower Land Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen

Planungsbereich Köthen Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Magdeburg Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Mansfelder Land Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Merseburg-Querfurt Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Ohrekreis Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Quedlinburg Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Saalkreis Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Hautärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Sangerhausen Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Schönebeck Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Stendal Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Weißenfels Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen

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M it t e ilung e n d e r KV

Planungsbereich Wernigerode Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Wittenberg Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen

2. Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in SachsenAnhalt hat am 01.11.2011 gemäß § 103 Abs. 3 SGB V in folgenden Planungsbereichen und bei folgenden Fachgruppen keine Überversorgung mehr festgestellt und deshalb die folgenden Planungsbereiche für die betreffenden Fachgruppen entsperrt:

Keine. Bedarfsplanung Psychotherapeuten Auf Grund der von den übrigen Fachgruppen abweichenden Berücksichtigung der Psychotherapeuten in der Bedarfsplanung hat der Landesausschuss trotz Anordnung von Zulassungsbeschränkungen für die Fachgruppe der Psychotherapeuten am 01.11.2011 folgende Zulassungsmöglichkeiten festgestellt:

Planungsbereich

60

Anzahl ärztliche Psychotherapeuten

Anzahl nur Kinder und Jugendliche betreuende Psychotherapeuten

Aktualisierung der ehemaligen Aufhebungsbeschlüsse Planungsbereich Aschersleben-Staßfurt Fachgruppe: Kinderärzte

Altmarkkreis Salzwedel

2

Der Aufhebungsbeschluss der 156. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr eine Zulassung erfolgen kann.

Anhalt-Zerbst

1

Aschersleben-Staßfurt

3

Planungsbereich Burgenlandkreis Fachgruppe: Hausärzte

Bernburg

2

Bördekreis

2

Burgenlandkreis

2

Dessau-Bitterfeld

5

Halberstadt

2

Jerichower Land

2

Köthen

2

Magdeburg

5

Mansfelder Land

2

Merseburg-Quefurt

4

Ohrekreis

1

Quedlinburg

1

Saalkreis

2

Sangerhausen

1

Schönebeck

3

Stendal

2

Weißenfels

3

Wernigerode

1

Wittenberg

2

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Der Aufhebungsbeschluss der 124. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr zwanzig Zulassungen erfolgen können. Planungsbereich Halberstadt Fachgruppe: Hausärzte 1

Der Aufhebungsbeschluss der 114. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr sechzehn Zulassungen erfolgen können.

2

Planungsbereich Halle (Saale) Fachgruppe: Hausärzte Der Aufhebungsbeschluss der 189. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr zwei Zulassungen erfolgen können.

3

Planungsbereich Köthen Fachgruppe: HNO-Ärzte Der Aufhebungsbeschluss der 107. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr zwei Zulassungen erfolgen können.

1

Planungsbereich Saalkreis Fachgruppe: Nervenärzte Der Aufhebungsbeschluss der 155. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr eine Zulassung erfolgen kann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen Sachsen-Anhalt im Hause der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Postfach 1664, 39006 Magdeburg, Telefon (0391) 6276461, Fax: (0391) 6278459.


Die Stadt Halle verbindet auf besondere Weise den Charakter einer Universitätsstadt mit dem eines modernen Wirtschaftsstandortes. Kunst & Kultur, Erholung, Gastronomie und Handel haben ihren Platz in der lebens- und liebenswerten, historisch gewachsenen Innenstadt gefunden. Sie sind herzlich willkommen.

Händelstadt Halle:

Praxisräume frei. Ärztin/ Arzt gesucht. Die Praxis befindet sich in einem Ärztehaus an einem von Patienten stark frequentierten Standort - in der Geiststraße (im Norden der Innenstadt von Halle/ Saale). In unmittelbarer Nähe sind Parkmöglichkeiten für PKW sowie Straßenbahn-Haltestellen vorhanden. Im Ärztehaus sind die Fachbereiche HNO,Orthopädie, Frauenheilkunde, allg. Medizin und PhysioSportphysiotherapie bereits ansässig. Das Ärztehaus verfügt über ein Fahrstuhl. 140 m² Praxisfläche sind zu vermieten. Der Mietpreis ist verhandelbar. Bei einem Umzug wird eine Kostenbeteiligung gewährt.

Für den Fachbereich Kindermedizin ist eine Zulassung zur Niederlassung vorhanden. Kontakt: Marcel Vandlik, Geiststraße 15, 06108 Halle Saale Tel.: 034606 - 37 126 Mobil: 0176 - 64 93 05 97 E-Mail: marcelvandlik@gmail.com

Die Kassenärztliche Vereinigung schreibt folgende Vertragsarztsitze aus: Fachgebiet: Praxisform: Praxisort:

HNO-Heilkunde Einzelpraxis Roßlau

Fachgebiet: Praxisform: Planungsbereich:

Chirurgie Einzelpraxis Bernburg

Fachgebiet:

Haut- und Geschlechtskrankheiten Einzelpraxis Magdeburg

Praxisform: Praxisort: Fachgebiet: Praxisform: Praxisort:

Innere Medizin/ Nephrologie Gemeinschaftspraxis Magdeburg

Fachgebiet: Praxisform: Praxisort:

Augenheilkunde Einzelpraxis Merseburg-Querfurt

Bewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt, Abt. Zulassungswesen Postfach 1664, 39006 Magdeburg Die Ausschreibung endet am 25. dieses Monats. Wir weisen darauf hin, dass sich die in der Warteliste eingetragenen Ärzte ebenfalls um den Vertragsarztsitz bewerben müssen.

Erscheinungsdaten für 2012 vom Ärzteblatt Sachsen-Anhalt Erscheinungstag

Redaktions- und Anzeigenschluss

1

07.01.2012

01.12.2011

2

04.02.2012

05.01.2012

3

03.03.2012

01.02.2012

4

07.04.2012

01.03.2012

5

05.05.2012

02.04.2010

6

02.06.2012

30.04.2012

7

07.07.2012

04.06.2012

8

04.08.2012

29.06.2012

9

01.09.2012

01.08.2012

10

06.10.2012

03.09.2012

11

03.11.2012

01.10.2012

12

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01.11.2012

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Bis zum 11. März 2012 Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Historisches Gebäude, Renaissancesaal »Reise in die Bücherwelt« zeigt eine Auswahl von fünfzig gedruckten und repräsentativen Werken aus dem reichen und historisch betrachtet, universal geprägten Buchbestand. Zu ihnen zählen bibliophile Raritäten wie die 1534 bei Hans Lufft in Wittenberg gedruckte Luther-Bibel als erste Gesamtausgabe der Lutherschen Bibelübersetzung, Basilius Beslers Hortus Eystettensis von 1613, mit dem der Kupferstichdruck in Deutschland begann, oder Isaac Newtons 1687 erschienene Principia mathematica als Gründungsdokument der modernen Naturwissenschaft. Ebenso werden Bücher, die in besonderer Weise mit Weimar verbunden sind, vorgestellt, darunter Das römische Carneval von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahr 1789, von dem er selbst kein Belegexemplar mehr besaß, Sulpiz Boisserées folgenreiches Buch über den unvollendeten Kölner Dom von 1823 sowie Friedrich Nietzsches Ecce Homo, das 1908 von Henry van de Velde gestaltet wurde. Jedes Buch eröffnet eine neue, andere Welt und ist auf seine Weise eine Kostbarkeit. Eintritt frei, Di-So 09:30-17:00 Uhr Kontakt. Besucherinformation, Stand der Klassik Stiftung Weimar in der Tourist-Information Markt 10 | 99423 Weimar Tel. 0 36 43 | 545-400, Fax 0 36 43 | 41 98 16 Email info@klassik-stiftung.de Veranstalter: Klassik Stiftung Weimar

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Magdeburger Gesellschaftshaus:

50 Jahre Sonntagsmusiken Ein Rückblick Am 3. Dezember 2011 wurde im Magdeburger Gesellschaftshaus das 500. Konzert der „Sonntagsmusiken“ veranstaltet, einer Veranstaltungsreihe mit Kammermusik des in Magdeburg geborenen Barockkomponisten Georg Philipp Telemann, die zugleich auf ihr 50jähriges Jubiläum zurückblicken kann. Am 5. November 1961 erklang in Magdeburg die erste „Sonntagsmusik“. Damals waren es Telemann-Enthusiasten, die sich im „Telemann-Arbeitskreis“ zusammengeschlossen hatten und sich Jahr für Jahr darum sorgten, dass Werke Telemanns für das Musikleben erschlossen wurden. Mittlerweile gehören die „Sonntagsmusiken“ zu den traditionsreichsten Kammermusikreihen Deutschlands. Sie werden heute vom TelemannZentrum und Telemann-Arbeitskeis gemeinsam veranstaltet. Auf dem Programm des Jubiläumskonzertes stand Telemanns opulent besetzte Weihnachtskantate „Die Hirten bei der Krippe“, ein Werk, das mit der Geschichte der Konzertreihe eng verbunden ist. Es wurde vom Leipziger Barockorchester und einem Vokalsolistenensemble unter der Leitung von David Timm interpretiert.

50 Jahre Sonntagsmusiken in Magdeburg sind ein Grund, mit Ehrfurcht und einigem Stolz auf die Geschichte der Konzertreihe zu blicken. Fast vor genau 50 Jahren fand die erste Veranstaltung dieser Konzertreihe statt, wohl eine der traditionsreichsten Kammermusikreihen Deutschlands. Initiiert wurde dies durch die Gründung des Arbeitskreises „Georg Philipp Telemann“ Magdeburg am 25. Mai 1961. Unter dem Dach des Deutschen Kulturbundes stellte er sich u.a. die Aufgabe, regelmäßig Konzerte zu veranstalten, in denen die Musik Georg Philipp Telemanns erklingen sollte. Dieses Vorhaben war damals alles andere als leicht umzusetzen. Weder standen finanzielle Mittel zur Verfügung, noch gab es ausreichend Notenmaterial. Enthusiasmus und Idealismus

waren daher gefragt. Noten wurden besorgt, neu geschrieben, Quellen spartiert und für die Musikpraxis zur Verfügung gestellt. Das alles geschah mit großer Begeisterung für die Musik Telemanns und im 100prozentigen „Ehrenamt“. Nahezu unvorstellbar ist es heute, dass auch die Musiker lange Zeit, bis 1968, ohne Gage in den Konzerten musizierten und das Publikum freien Eintritt hatte. Seit 1969 wurden die Konzerte nicht mehr allein vom Telemann-Arbeitskreis, sondern in Zusammenarbeit mit dem Sekretariat für Telemann-Pflege und -Forschung veranstaltet, aus dem Ende der 70er Jahre das TelemannZentrum hervorging, das seitdem für die Konzeption der Reihe verantwortlich zeichnet. Das „Veranstalterduo“ Telemann-Zentrum und TelemannArbeitskreis existiert bis zum heutigen Tag. Die Sonntagsmusiken fanden zunächst im Gobelinsaal des Kulturhistorischen Museums statt, besondere Konzerte auf der Bühne der Kammerspiele, im Sommer wurde auch im Kreuzgang des Klosters Unser Lieben Frauen gespielt. Im Herbst 1977 zog man in die größere, gerade eröffnete Konzerthalle „Georg Philipp Telemann“ um und seit Januar 2004 haben die Sonntagsmusiken ihr Domizil im Schinkelsaal des Gesellschaftshauses gefunden, einem für Kammermusik idealen Konzertraum! Für Konzerte, die eine größere Beset-

zung verlangen, wird der Gartensaal genutzt. Die politische Wende 1989 brachte für die Sonntagsmusiken - nach einer problematischen Übergangszeit, in der das kostenlose Musizieren wieder aktuell wurde - neue Möglichkeiten im Hinblick auf Repertoire und Interpreten. Bald konnten verstärkt Musiker und Ensembles eingeladen werden, die sich auf dem Gebiet der Alten Musik spezielle Erfahrungen gesammelt haben. Eine Folge dessen ist, dass seit Mitte der 1990er Jahre nahezu ausschließlich auf historischen Instrumenten oder deren Nachbauten in der Konzertreihe musiziert wird. So gelten die Sonntagsmusiken als Aushängeschild einer kontinuierlichen Telemannpflege in Magdeburg. Musiker mit internationalem Ruhm gastieren hier gern. Es sind jedoch nicht nur die Künstler, die der Konzertreihe eine besondere Qualität verleihen, sondern es ist auch ihr einzigartiges Konzept, das sich in der engen Verbindung zur Wissenschaft offenbart. Von Beginn an galt es, Werke Telemanns aus dem Dornröschen-Schlaf zu erwecken. Musiker und Wissenschaftler bemühten sich gleichermaßen im Vorstand des Arbeitskreises darum. Inzwischen fließen vorrangig die Ergebnisse der Arbeit des Telemann-Zentrums in die Programmgestaltung der Konzerte ein. Unzählige Werke, die von Anbeginn bis heute in den Sonntagsmusiken erstmals nach Telemanns Tod zur Wiederaufführung gelangten, stellen inzwischen das Repertoire für Konzerte, Verlagsausgaben und CD-Produktionen im internationalen Maßstab. So könnte es weitergehen, wenn sich nicht seit einiger Zeit zunehmend ernsthafte Sorgen um die weitere Finanzierung der Konzertreihe einstellen würden. Es wäre fatal, wenn der Glanz der Magdeburger Sonntagsmusiken nach der Krönung durch das 500. Konzert allmählich verblassen würde. Brit Reipsch im Programmheft zur 500. Sonntagsmusik Pi Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung

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P e r s o na lia

Wir gratulieren zum 60. Geburtstag 01. 01. Dipl.-Med. Corry Aspe Halle (Saale) 04. 01. Dr. med. Ingrid Salzborn Sangerhausen 05. 01. Dr. med. Renate Seidel Magdeburg 06. 01. Thea Domröse Halle (Saale) 10. 01. Dr. med. Walter Dreller Halle (Saale) 12. 01. Dr. med. Regina Dietrich Zeitz 15. 01. Dr. med. Wolfgang Reichel Helbra 18. 01. Dr. med. Sybille Grund Barleben 19. 01. Dr. med. Martina Schauen Wolmirstedt 19. 01. Rüdiger Oelze Schackensleben 21. 01. Dr. med. Klaus Schwabe Sandersdorf 23. 01. Dr. med. Isolde Borstell Tangerhütte 28. 01. Dr. med. Sabine John Braunsbedra 30. 01. Dipl.-Med. Michael Eckel Zeitz 31. 01. Dipl.-Med. Martina Lenz Magdeburg

zum 65. Geburtstag 06. 01. 07. 01. 09. 01. 09. 01.

64

Christine Heine Magdeburg Dipl.-Med. Heidrun Juschkat Falkenstein/Harz Dr. med. Klaus Kretschmer Magdeburg Dr. med. Herbert Freudrich Erftstadt

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11. 01. 12. 01. 19. 01. 24. 01. 31. 01.

Dipl.-Med. Brunhild Junge Magdeburg Dr. med. Michael Mattenheimer Schönebeck (Elbe) Dr. med. Eberhard Wilhelms Landsberg Dr. med. Christoph Scholl Könnern Dr. med. Bärbel Herrmann Lutherstadt Wittenberg

zum 70. Geburtstag 01. 01. Dr. med. Bärbel Schütze Halle (Saale) 01. 01. Dr. med. Roswitha Kögler Mansfeld 03. 01. Dr. med. Christel Glauche Möckern 05. 01. MR Dr. med. Wolfgang Heinz Haldensleben 07. 01. Dr. med. Heide Wingrich Bad Lauchstädt 07. 01. Dr. med. Heidemarie Berger Halle (Saale) 07. 01. MR Dr. med. Helmut Mahler Jerichow 07. 01. Dr. med. Siegfried Kammler Bernburg (Saale) 09. 01. Dr. med. Eberhard Ullmann Bad Suderode 09. 01. Dieter Menzel Osterburg (Altmark) 09. 01. Dr. med. Gerhard Wojna Coswig (Anhalt) 11. 01. Dr. sc. med. Jürgen Dan Elbe-Parey 12. 01. Dr. med. Frank-Ulrich Leimbrock Halle (Saale) 13. 01. Monika Klein-Hinz Teutschenthal


14. 01. 18. 01. 18. 01. 20. 01. 20. 01. 21. 01. 21. 01. 21. 01. 31. 01.

Dr. med. Klaus Konietzko Burg Dr. med. Bärbel Reichelt Magdeburg Doz. Dr. med. habil. Manfred John Merseburg Dr. med. Gislinde Zahl Querfurt Sighild Ludwig Querfurt Margit Feller Halle (Saale) Dr. med. Anna Miltenberger Sangerhausen Dr. med. Renate Salheiser Aschersleben Dr. med. Gerhard Schönermarck Dessau-Roßlau

zum 75. Geburtstag 04. 01. 04. 01. 07. 01. 10. 01. 10. 01. 11. 01. 14. 01. 19. 01. 29. 01.

OMR Dr. med. Horst Scholz Bad Bibra Alfred Weigelt Calbe (Saale) MR Dr. med. Rosmarie Schütte Magdeburg Dr. med. Siegfried Wilde Stendal Dr. med. Eva-Maria Borchardt Salzatal Dr. med. Vera Stackfleth Stendal SR Dr. med. Bernd Koppatz Bernburg (Saale) Dr. med. Otto-Karlheinz Müller Halberstadt Dr. med. Ilse Schneider Magdeburg

zum 80. Geburtstag 02. 01. 16. 01. 25. 01. 28. 01.

Dr. med. Ursula Steinke Schkopau Prof. Dr. sc. med. Richard Fischbeck Sülzetal Dr. med. Heinz Günzel Magdeburg SR Dr. med. Waltraut Wilhayn Magdeburg

zum 81. Geburtstag 01. 01. 13. 01.

Dr. med. Erich Steudte Naumburg (Saale) MR Dr. med. Anne Schuster Wetterzeube

13. 01.

Dr. med. Hans Köhler Schachdorf Ströbeck

zum 82. Geburtstag 08. 01.

Gerhard Jaenecke Magdeburg

zum 83. Geburtstag 07. 01. 08. 01. 10. 01.

MR Dr. med. Jürgen Lambrecht Merseburg OMR Dr. med. Kurt Hedwig Schönebeck (Elbe) Dr. med. Oskar Graser Magdeburg

zum 84. Geburtstag 02. 01. 12. 01. 13. 01.

Dr. med. Erich Kramer Hoym Dr. med. Günter Denck Stendal Dr. med. Arndt Nitzsche Staßfurt

zum 85. Geburtstag 07. 01. 09. 01.

SR Dr. med. Wolfgang Kunz Hessen MR Dr. med. Hans-Ulrich Trebst Genthin

zum 86. Geburtstag 10. 01.

MR Dr. med. Sigrid Wilde Bad Suderode

zum 92. Geburtstag 20. 01.

OMR Dr. med. Gerhardt Seyffarth Staßfurt

Wir wünschen Ihnen Gesundheit und viel Freude auf Ihrem weiteren Lebensweg. Ihre Ärzteblatt-Redaktion Sollten Sie mit der Veröffentlichung Ihres Geburtstages nicht einverstanden sein, so bitten wir Sie, dies rechtzeitig der Ärztekammer bekanntzugeben.

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21. Januar 2012 1. Magdeburger Kinderanästhesietag

Was ist wirklich wichtig?

Impressum Ärzteblatt Sachsen-Anhalt Offizielles Mitteilungsblatt der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Herausgeber:

Ärztekammer Sachsen-Anhalt Doctor-Eisenbart-Ring 2 39120 Magdeburg Telefon (03 91) 60 54-6 Telefax (03 91) 60 54-7000 E-Mail: info@aeksa.de

Redaktion:

Engelhardt, H. Heinemann-Meerz, S., Dr., Chefredakteurin (v.i.S.P.) Lögler, H. (verantwortlich f. d. Fortbildungsteil) Wagner, C.

Redaktionsbeirat:

PROGRAMM 08.30 Uhr Registrierung der Teilnehmer 09.00 Uhr Begrüßung Thomas Hachenberg (Magdeburg) Selinde Mertz (Magdeburg) 09.30-10.15 Uhr Qualität in der Kinderanästhesie Matthias Huber (Oldenburg) 10.15-11.00 Uhr Häufige Komplikationen in der Kinderanästhesie Martin Jöhr (Luzern) 11.00-11.45 Uhr Perioperative Volumentherapie Robert Sümpelmann (Hannover) 11.45-12.45 Uhr Imbiss und Besuch der Industriepartner 12.45-13.30 Uhr Wieviel Sauerstoff braucht das Kind? Ralf Gäbler (Dresden) 13.30-14.15 Uhr Ist Anästhesie für Kinder schädlich? Jochen Strauß (Berlin) 14.15-15.00 Uhr Fallbericht Andrea Denk, Berlin 15.00-15.30 Uhr Schlusswort 16.00-17.00 Uhr WS Simulator BabyJunior, Reanimation im Kindesalter Simulationstraining ggf. parallel zu den Vorträgen! Veranstaltungsort: Magdeburg, Gesellschaftshaus am Klosterbergegarten Veranstalter: Klinik für Anaesthesiologie und Intensivtherapie Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R. Direktor: Prof. Dr. med. Dr. Th. Hachenberg Organisation: Dr. med. Selinde Mertz, E-Mail: selinde.mertz@med.ovgu.de Information: Sekretariat: Frau S. Zierau, E-Mail: silke.zierau@med.ovgu.de Telefon: (0391) 67 21103/67 13500, Fax: (0391) 67 13501

Bosselmann, H.-P., Dr. Brandstädter, W., Prof. Dr. Karl, I., Dr. Krause, W.-R., Dr. Schöning, R., Dr.

Anschrift der Redaktion:

Doctor-Eisenbart-Ring 2 39120 Magdeburg Telefon (03 91) 60 54-78 00 Telefax (03 91) 60 54-78 50 E-Mail: redaktion@aeksa.de

Anzeigenannahme und -verwaltung

Müller Marketing GmbH - Agentur für Marketing und Kommunikation Dürerstraße 2 39112 Magdeburg Telefon (03 91) 53 23 227 Telefax (03 91) 53 23 233 Anzeigenleitung: Petra Lesche z. Z. Anzeigenpreisliste Nr. 12 vom 01.01.2012 E-Mail: anzeigen@aerzteblatt-sachsen-anhalt.de

Herstellung:

dreihochdrei - Agentur für Mediendesign Dürerstraße 2 39112 Magdeburg Telefon (03 91) 53 23 232 Telefax (03 91) 53 23 233

Zuschriften redaktioneller Art bitten wir nur an die Redaktion zu richten. Für drucktechnische Fehler kann die Redaktion keine Ver­antwortung übernehmen. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung über­nommen. Mit der Annahme von Originalbeiträgen zur Veröffentlichung erwirbt der Herausgeber das uneingeschränkte Verfügungsrecht. Die Redaktion behält sich Änderungen redak­tioneller Art vor. Für den Inhalt namentlich gekennzeichneter Beiträge sind allein die Autoren verantwortlich. Sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers statthaft. Anzeigen und Fremdbeilagen stellen ausschließlich die Meinung der dort erkennbaren Auftraggeber dar. Die Zeitschrift erscheint monatlich, jeweils zum 1. des Monats. Bezugsgebühr jährlich 48,00, ermäßigter Preis für Studenten 36,00; Einzelpreis 4,00. Bestellungen werden von der Redaktion entgegengenommen. Die Kündigungsfrist für Abonnements beträgt 6 Wochen zum Ende des Kalenderjahres. Für die Mitglieder der Ärztekammer Sachsen-Anhalt ist der Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten. Diese Zeitschrift wurde auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. ISSN 0938-9261

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Kursangebote VASOSONO a Kurszyklus der Doppler-/Duplexsonographie a Aufbau- & Abschlusskurse: peripher: 02.-03.03.12 | intracraniell: 13.14.04.12 | retrop.: 14.-15.04.12 extracraniell: 30.11.-01.12.12 a Refresher-/ Gefäßseminare: venöse Erkrankungen: 24.03.12 | arterielle Gefäßerkrankungen: 25.03.12 a Grundkurs (alle Gebiete): 19.-21.10.2012 Dr. T. Schilling, Gefäßzentrum Wernigerode – Abteilung Angiologie Tel.: 03943/61-1595 a www.vasosono.de a info@vasosono.de

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Burgenlandkreis Anzeigenschluss für das Februarheft des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt ist der 05.01.2012

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Im Eigenbetrieb Jobcenter Burgenlandkreis ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle eines

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Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie Die Klinik verfügt über ein eigenes Labor, Endoskopie, gastroenterologische Funktionsdiagnostik, Sonografien des Abdomens, der Schilddrüse und Weichteile, ein Intensiv- und mehrere Überwachungszimmer. Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein Facharzt oder eine Fachärztin für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Gastroenterologie. Die Falkenstein-Klinik befindet sich im Kurort Bad Schandau in direkter Nachbarschaft zum Nationalpark Sächsische Schweiz. Die Entfernung nach Dresden beträgt ca. 30 km. Die Kreisstadt Pirna liegt ca. 15 km entfernt. Beide Städte sind von Bad Schandau aus mit der S-Bahn zu erreichen. Nähere Auskünfte erhalten Sie über den Klinikträger Dr. W. Spang (07551/5016). Ihre Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte an: Büro Dr. Spang - Niederbühlweg 13 - 88662 Überlingen

Arztes in Weiterbildung (m/w) neu zu besetzen. Der Burgenlandkreis liegt im Süden des Bundeslandes Sachsen-Anhalt und im Zentrum von Mitteldeutschland. Die Kreisstadt ist Naumburg, eine liebenswerte historische Stadt an der Saale und Unstrut. Die Attraktivität und das Image des Landkreises werden maßgeblich vom vielfältigen Erbe der alten Kulturlandschaft an Saale, Unstrut und Elster, besonders vom über 1000-jährigen Weinbau geprägt. Als Tätigkeiten erwarten Sie die ärztlichen Begutachtungen im Rahmen des SGB II für die Leistungsberechtigten des Jobcenters, die betriebsärztliche Betreuung der Mitarbeiter der Kreisverwaltung des Burgenlandkreises und des Eigenbetriebes Jobcenter Burgenlandkreis. Wir bieten Ihnen: n Festanstellung (Vollzeit); n flexible und planbare Arbeitszeitgestaltung; n keine Wochenend-/Nachtdienste; n Vergütung nach TVöD; n selbstständige Tätigkeit; n eigenverantwortliche Organisation des Aufgabengebietes. Was wir von Ihnen erwarten: n Sie sind Arzt für Arbeitsmedizin oder verfügen über die Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin oder Arzt in Weiterbildung zum Facharzt/Zusatzbezeichnung; n sehr gutes Kommunikationsvermögen und Beratungsgeschick; n hohes Maß an Zuverlässigkeit und Teamorientiertheit; n wirtschaftliches Denken und Handeln. Durch die Betreuung mehrerer Standorte sind der Besitz der Fahrerlaubnis der Klasse B oder 3 sowie die Bereitschaft zur Nutzung des eigenen PKWs gegen Kostenerstattung nach den reisekostenrechtlichen Bestimmungen für dienstliche Zwecke notwendig. Bewerbungen von Schwerbehinderten werden bei gleicher fachlicher Eignung bevorzugt behandelt. Ihre Bewerbung mit aussagekräftigen Unterlagen richten Sie bitte bis 2 Wochen nach Erscheinen an: Jobcenter Burgenlandkreis Personalbereich n Friedensstraße 80 n 06712 Zeitz Eine Kostenerstattung im Bewerbungsverfahren erfolgt nicht. Die Rücksendung von Unterlagen erfolgt nach dem Auswahlverfahren nur, wenn der Bewerbung ein Freiumschlag beigefügt ist. Gleichfalls liegen die Unterlagen zur Abholung bereit. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

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Oper in vier Bildern von Giacomo Puccini

07.01.12, 17.00-19.30 Uhr 27.01.12, 19.30-22.00 Uhr 17.02.12, 19.30-22.00 Uhr 06.04.12, 17.00-19.30 Uhr 17.05.12, 19.00-21.30 Uhr

www.anhaltinisches-theater.de 68

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Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, Ausgabe 1/2012